ausgesprochen

22. Februar 2016

Ronny vom Kraftfuttermischwerk hat diese aktuellen Statements der SPD in Sachen Drogenpolitik veröffentlicht. Es stammt wohl aus dem Wahl-o-maten für die anstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg. Die SPD entlarvt darin ihre Drogenpolitik einmal mehr als ausgesprochen schizophren

Das erinnert mich an einen denkwürdigen Ausflug einer Parlamentariergruppe der Niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion vor etwa 30 Jahren, über den ich hier schon einmal berichtet habe. Damals wollte man ganz fortschrittlich erscheinen und fuhr nach Enschede, um sich im Rathaus über die niederländische Drogenpolitik zu informieren. Keine Frage, dass die Hannöverschen Sozis das ungläubig aufnahmen, was sie da hörten. Doch dann ging’s ab, als ein „als Experte“ hinzu gebetener westniedersächsischer Landadvokat, der inzwischen in Lingen ein kleines Blog betreibt, einwarf, der niederländische Umgang mit Weichdrogen sei doch vielleicht der bessere Weg, anstatt wie „bei uns“  lieber ganze Berufsschulklassen wegen Cannabis zu kriminalisieren. Das sei eine „nicht repräsentative Einzelmeinung, mit der die SPD-Landtagsfraktion nicht konform gehe und dass man mich nicht aus dem Ratssaal werfen ließ, war angesichts der sozialdemokratischen Empörung eigentlich ein Wunder.

Inzwischen ist die bundesdeutsche Prohibition in Sachen Cannabis gescheitert, auch der große Bruder jenseits des großen Wassers hat die Vorteile der Entkriminalisierung entdeckt und heute habe ich gar gelesen, dass nun offenbar Australien als nächster Staat Cannabis entkriminalisieren wird. Aber hier der montägliche Start mit der wundersamen  Sozialdemokratie:

Wahlomat2

feste feiern

14. August 2011

Ach schau. Gerade habe ich einen Kommentar in diesem kleinen Blog zur Diskussion um die youtube-Schützenfestvideos der Deichkoenigin geschrieben, da finde ich – keine zwei Wochen nach dieser herrlichen Sommergeschichte um den schwulen Münsteraner Schützenkönig– diese Meldung im Hamburger Abendblatt über die emsländische Schützenverein-Szene:

„Am kommenden Montag will das NDR Fernsehen um 22 Uhr die Dokumentation „Prost Deutschland“ zeigen. Eigentlich sollte sie  bereits am 21. September letzten Jahres laufen. Auf Intervention des …  Schützenvereins Bawinkel-Plankorth wurde das Stück damals aber kurzfristig abgesetzt.

Die Autoren hatten auf einem bierseligen Schützenfest des Vereins gedreht und ihm nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Heinz Lake eine „schöne Dokumentation über Volksfeste im Norden“ versprochen. Herausgekommen sei aber eine Sendung, „die sich mit Alkoholkonsum oder gar Alkoholmissbrauch beschäftigt“. Der NDR habe die Bedenken der Schützen „ernst genommen und den Film noch einmal gründlich bearbeitet“, sagt ein Sendersprecher. Dem Verein reicht das aber offenbar nicht. Sein Vorsitzender Lake bestätigt, einen Rechtsanwalt mit dem Auftrag in Marsch gesetzt zu haben, den zweiten Versuch einer Ausstrahlung der Dokumentation zu verhindern.“

Der Titel des Films von Wolfgang Luck  in der NDR-Dokumentationsreihe 45 Minuten lautet übrigens „Prost Deutschland: Wie wir feste feiern“ (Mehr…).

Spontan denke  ich da an den im Emsland vor allem erfreut zur Kenntnis genommenen Forschungsbeitrag des Hannoveraner Prof. Dr. Christian Pfeiffer. Pfeiffers  Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) hatte bei der Vorstellung einer KFN-Schülerbefragung (Autoren: Bettina Doering, Dirk Baier)  das im Vergleich zu anderen Regionen relativ geringe Gewaltpotential emsländischer Jugendlicher unterstrichen, aber auch warnend auf den enorm hohen, überdurchschnittlichen Alkoholkonsum unter emsländischen Jugendlichen hingewiesen.
Also: Montag 22 Uhr NDR-Fernsehen. Und vorher hier noch einmal reinklicken. Denn für Morgen plane ich eine künstlerische „Übergeraschung“… 😉