Tag des Offenen Denkmals
„Maht und Pracht“
Lingen und umzu – 10. Sept. 2017
11 –  18 Uhr
kein Eintritt

Schloss Herzford und die ehemalige NITAG-Tankstelle können am Tag des Offenen Denkmals 2017 am 10. September in Lingen (Ems) besichtigt werden. Das Thema 2017 lautet „Macht und Pracht“. Rund 7.500 historische Baudenkmale, Parks und archäologische Stätten öffnen an diesem Tag in ganz Deutschland ihre Türen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn koordiniert den Tag  bundesweit.
Schloss Herzford (Herzford 1 in Lingen (Ems), Zufahrt mit dem Pkw über Schepsdorf und die Herzforder Straße, zu Fuß oder mit dem Rad ab Hubertushof) wurde  1717 nach den Entwürfen von Gottfried Laurenz Pictorius erbaut. Es ist als Herrenhaus und Wasserburg grundsätzlich nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Doch am kommenden Sonntag ist das Schloss Herzford von 12 bis 17 Uhr teilweise geöffnet. Die Privatwohnung ist zwar nicht zugänglich, aber u.a. der Gewölbekeller und das ganze Ensemble. Führungen werden um 12.30 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr angeboten.
Die ehemalige NITAG Tankstelle (Bernd-Rosemeyer-Straße 40 in Lingen) ist ein Typenbau von 1953. Die Betonkonstruktion mit dem ausladenden Dach und dem trichterförmigen Ständer entstand in Anlehnung an das Nierentischdesign. Die Architektur kommt aus den USA. Mittlerweile ist die Tankstelle in Glas eingehaust und wird als Weinhandel genutzt. Die Tankstelle öffnet von 11 bis 18 Uhr. Führungen werden nach Bedarf angeboten. Zudem ist eine Oldtimer-Ausstellung zu sehen und ein „Tankwart“ steht  für Informationen bereit.
Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 50 Länder der europäi-schen Kulturkonvention beteiligen sich im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag in Deutschland. Weitere Informationen und das gesamte Programm finden Interessierte unter http://www.tag-des-offenen-denkmals.de. Auch im Emsland und vor allem der Grafschaft Bentheim finden sich gleich mehrere einmalige Baudenkmale – darunter die Lagerbaracke des einstigen Lagers in Neugnadenfeld (Führungen 15 und 16 Uhr durch Christhard Pasternak) oder der Spieker in Engden.
Auf der Internetseite werden alle teilnehmenden Denkmale einer Region angezeigt, nach man kann Denkmalkategorien suchen und über einen Merkzettel persönliche Denkmaltouren zusammenstellen. Die mobile Nutzung vor Ort ermöglicht eine kostenfreie App.
(Fotos © Stadt Lingen)

Nie erschienen

12. Mai 2012

Fleurop lässt grüßen! Gerade empöre ich mich über diese peinlich-arroganten Worte der Pressesprecherin des Kreises Emsland Anja Rohde. In diesen Tagen jährt sich bekanntlich zum 67. Mal die Befreiung der Emslandlager; aber  der Landkreis Emsland hat gar nicht so richtig dran gedacht. Denn da sagt die Dame auf Anfrage der Presse tatsächlich:

Wir werden in der alten Rheder Kirche und am Ossietzky-Denkmal in Esterwegen Kränze niederlegen“, sagt Kreissprecherin Anja Rohde auf die Frage, ob es denn von Seiten des Landkreises eine Gedenkveranstaltung gebe. „Allerdings wird dies kein offizieller und auch kein öffentlicher Akt. Die Kränze sollen ein Zeichen für die Besucher sein.

So ist es eben, wenn man lediglich aus parteipolitischen Gründen glaubt, gedenken zu müssen, und man nicht mit dem Herzen dabei ist.

Heute informiert die taz-nord über dies:

„In diesem Jahr könnte die deutsch-niederländische Initiative 8. Mai ihre Gedenkveranstaltung im Emsland zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum ersten Mal auf der Gedenkstätte Esterwegen ausrichten. Die hat Ende Oktober letzten Jahres zur Erinnerung an die Opfer der 15 Konzentrations- und Strafgefangenenlager im Emsland eröffnet.

Die Initiative, zu der auch ehemalige Gefangene gehören, wird sich am heutigen Samstagnachmittag allerdings nicht dort treffen, sondern, wie in jedem Jahr seit 1985, auf dem Lagerfriedhof Bockhorst bei Esterwegen.

Nikolaus Schütte zur Wick, Fraktionsvorsitzender der Grünen im emsländischen Kreistag, ist sich sogar sicher: „Selbst wenn die Initiative beantragt hätte, ihre Veranstaltung an der Gedenkstätte abzuhalten, wäre das bestimmt nicht genehmigt worden.“

Die Veranstaltung der NS-Opfer wird von den Vertretern des Landkreises gemieden. Nie erschienen ist der ehemalige…“

weiter bei der taz

Mehr im taz-Kommentar von Simone Schnase
und über die Ab- und Hintergründe hier 

und online im Emskopp

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DIE EMSLANDLAGER

„1933 wurden die Kozentrationslager Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum fertiggestellt, bis 1937 kamen Aschendorfermoor, Brual-Rhede, Walchum und Oberlangen hinzu, ab 1938 Wesuwe, Versen, Fullen, Groß-Hesepe, Dalum, Wietmarschen, Bathorn und Alexisdorf.

In den Emslandlagern wurden insgesamt 70.000 Menschen inhaftiert, darunter politische Gefangene, Homosexuelle, wehrmachtgerichtlich verurteilte Soldaten und sogenannte Nacht-und-Nebel-Gefangene .

1939 übernahm die Wehrmacht drei Lager und nutzte sie als Kriegsgefangenenlager für weit über 100.000 Soldaten aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien, Polen und Italien. 1944/45 dienten die Lager Dalum und Versen der SS kurzzeitig als Außenlager des KZ Neuengamme.

Insgesamt sind in den Emslandlagern rund 30.000 Menschen ums Leben gekommen.“ (Quelle)