„draußen im Lande“

15. November 2017

In den Wahlkampfwochen vor dem 15. Oktober tat sich auch unsere NOZ-Lokalpresse mit zwei unkritischen, geradezu menschelnden Porträts lokaler AfD-Rechter hervor. Daran musste ich denken, als ich auf den NachDenkSeiten den Bericht des Publizisten und ehemaligen Planungschefs von Willy Brandt und Helmut Schmidt im Bundeskanzleramt über eine Luther-Veranstaltung im Schwabenlande in den NachDenkSeiten dies fand:

„Dieser Bericht gilt einer Veranstaltung des ehemaligen FDP-Parl. Staatssekretärs Gallus zum Lutherjahr. 600 (!) Menschen versammelten sich in Hattenhofen (Kreis Göppingen), bei nur rund 3000 Einwohnern. Gallus, inzwischen der AfD verbunden, hatte eingeladen. Das Foto zeigt ihn rechts vorn und zwei Plätze daneben den AfD-Bundestagsabgeordneten, beide wie auch die anderen Gesichter gut bürgerlich.  

Die Einladung durch den AfD-nahen, ehemaligen FDP-Agrarpolitiker schreckte offensichtlich nicht. Er denkt nicht anders als früher, als ich ihn gelegentlich als Vertreter seines Ministers, Josef Ertl, im Kabinettsaal des Bundeskanzleramtes erlebte. Die Grenzen sind fließend – zwischen den AfD-Leuten und den anderen Parteien. Wenn Schäuble z.B. in seinem mittelbadischen Wahlkreis Offenburg zu einer ähnlichen Luther-Würdigung einladen würde, käme ein ähnliches Publikum zusammen. Man versteht sich. Unten jedenfalls.

Im konkreten Fall der Veranstaltung in Hattenhofen verbindet außer der Kirche auch noch die Freundlichkeit der Berichterstattung durch das Monopolmedium die bürgerlichen Kreise von AfD bis CDU und FDP, Grüne und SPD nicht ausgeschlossen, denn diese müssen auch dazu gehören wollen, in BaWü sowieso. Die Südwestpresse (SWP) hat überaus freundlich berichtet. Einen kritischen Leserbrief gab es. Der Leserbriefschreiber Waldhans aus Göppingen hat immerhin die „lobhudlerische“ Berichterstattung angeprangert. Und der kritische Leserbrief wurde gedruckt. Diese Kritik juckt offensichtlich nicht. Die Welten jener bürgerlichen Kreise, denen es gut geht, und jener die das Geschehen kritisch betrachten, sind klar getrennt.

Warum mache ich auf diesen Vorgang aus der schwäbischen Provinz aufmerksam:

Erstens: Die Schamfrist für die politische Zusammenarbeit mit der AfD wird nicht allzu lange sein. Die Koalitionen bahnen sich „draußen im Lande“ an.

Zweitens: Die kritische Begleitung des Treibens der AfD sollte einem nicht dazu verleiten, die anderen unkritisch zu sehen. Oft wird das nämlich so versucht: Indem die Politiker der etablierten Parteien die AfD als das Böse markieren, lassen sie sich als die Guten erscheinen.“

(Quelle: Albrecht Müller in NachDenkSeiten)

 

G500

31. August 2012

In den  benachbarten Niederlanden wird am 12. September ein neues Parlament gewählt. Jenseits des Wahlkampfes haben sich aber in den letzten Monaten junge Leute zusammen getan, um die innere Willensbildung der großen niederländischen  Parteien zu beeinflussen: G500 heißen sie, wurden erst am 8. April gegründet  und sind inzwischen mehr als 1000 junge Niederländer, die die Politik verjüngen und in wichtigen Punkten notwendige Reformen durchführen wollen. Längst sind sie, via G500, Mitglied der VVD, CDA oder PvdA, also der großen politischen Parteien der Niederlande geworden, um sich dort für einen 10-Punkte-Plan stark zu machen, der „Erneuerung, Reformen und Ideale ins Zentrum der Macht bringen“ soll. Ihre 10 Punkte wollen sie als vollwertige Mitglieder der drei Parteien bei Parteitagen auf die Tagesordnung bringen. Sie wollen eine reformorientierte und zukunftsgerichtete Mehrheit im Parlament herstellen. Albrecht Müller hat auf den NachDenkSeiten diese Bewegung aufgegriffen schreibt:

„Ein befreundeter niederländischer Journalist machte mich beim Hambacher Disput auf eine neue Bewegung in den Niederlanden aufmerksam. Der junge Sywert van Lienden hat sich die Strategie ausgedacht, mit einer großen Zahl anderer Altersgenossen gezielt auf Parteikongressen aufzutreten und dort die Meinungsbildung zu beeinflussen. Angesichts des Schwunds inhaltlicher Arbeit und Diskussion in den etablierten Parteien bzw. ihrer unreflektierten Orientierung am neoliberalen Glauben wäre auch bei uns eine solche Strategie nicht aussichtslos. Der niederländische Journalist hat mir einen kurzen Bericht geschickt ( „Wat is G500?“) der so lautet….“

Weiter auf den NachDenkSeiten…

Umwerfend

28. September 2011

Neues aus der Anstalt vom 27.09.2011: Pelzig, Priol und Dieter Hildebrandt waren umwerfend gut. Mediathek des ZDF hier:
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(Aktueller Tipp von Albrecht Müller auf NDS)

AWD

12. Januar 2011

Die Blogger von NachDenkSeiten hatten berichtet, dass (heute !) am 12. Januar um 21:45 Uhr die Fernsehendokumentation „ARD-exclusiv“ „Der Drückerkönig und die Politik“ läuft:

„Am Mittwoch, den 12.01.11 von 21:45 – 22:15 bringt die ARD eine Dokumentation – incl. Interview mit (NachDenkSeitenMacher) Albrecht Müller. Hier die Einführung zur Ankündigung: „Dass ausgerechnet der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, ein enger Freund der Spitzen unserer Gesellschaft ist, macht seine Opfer fassungslos. Ein Film über Freund- bzw. Seilschaften – und mögliche Interessenskonflikte.“

NachDenkSeiten-Leser wundern sich schon lange über die enge Verflechtung von Bernd Rürup, Walter Riester, Gerhard Schröder, Christian Wulff, u.a.m. mit den Interessen von Finanzdienstleistern…. (mehr)

Es geht in dem Report also um Maschmeyers Verkaufsmethoden und seine Helfer in Politik und Wissenschaft. Mit verarbeitet ist auch ein Interview mit Albrecht Müller. Gegen diesen späten aber immerhin begonnenen Versuch, über die Machenschaften um die Privatvorsorge aufzuklären, interveniert jetzt der Anwalt von Maschmeyer. Davon berichtet die Süddeutschen Zeitung Lesenswert, siehe auch…

(…weiter bei NachDenkSeiten)