Einzelne Modelle hatten gleich 40 Grad für uns heute im Emsland errechnet. Ganz so schlimm wird es nicht kommen. Aber 38 Grad ist die aktuelle Wetterprognose für Dienstag in Lingen, morgen etwas weniger. Sollten die Thermometer heute tatsächlich solche Temperaturen anzeigen, dann käme dies dem Hitze-Juli 2019 nahe und das eben nicht nur bei uns; auch für die meisten anderen Teile Deutschlands werden Höchsttemperaturen erwartet. Dabei bekommen wir hier im Nordwesten dieses Mal nur einen kleinen Ausläufer dessen zu spüren, was in Südeuropa bereits seit Wochen für dramatische Bilder sorgt.

Die anhaltend hohen Temperaturen und das wochenlange Ausbleiben von Niederschlägen haben zu großen, kaum zu kontrollierenden Waldbränden in Portugal, Spanien, Frankreich und Kroatien geführt. In der norditalienischen Po-Region hat die Regierung wegen der Trockenheit den Notstand ausgerufen; in der Landwirtschaft drohen in ganz Europa große Ernteeinbußen.

Gleichzeitig hat sich letzte Woche die Flutkatastrophe im Ahrtal gejährt, die über hundertfünfzig Menschen das Leben kostete, eine ganze Region zerstörte, Schäden in Milliardenhöhe verursachte und die verheerenden Lücken in unseren Katastrophenschutzsystemen aufzeigte.

Was heißt das für uns in Lingen?

Bisher offenbar nichts. Konsequenzen werden jedenfalls keine gezogen, Änderungen zur bisherigen Stadtentwicklung beispielsweise gibt es nicht. Wie bisher wird immer noch ungebrochen und geradezu enthusiastisch Fläche versiegelt, es entstehen „Baugebiete“, obwohl sich bei Kosten von 500.000 Euro die vielfach bemühte „junge Familie“ kein  Einfamilienhaus mehr leisten kann. Bauträger kaufen derweil Grundstücke auf, um sie betriebswirtschaftlich bis ins Letzte auszulutschen, und sie pflastern meist den letzten Grundstücksgrashalm für einen Pkw-Abstellplatz zu. Deutlich wird: Das, was bisher Fortschritt und Wohlstand ausmachte, wird sich in das Gegenteil verkehren. Dabei ist völlig klar, dass es so nicht weitergeht. Weil diese Art der Politik, gerade auch der lokalen in Lingen unsere Lebensgrundlagen zerstört. Denn (sorry, wegen der Werbung):

 

Rotweinstraße

17. August 2021

Das Video zeigt die Schäden entlang der Rotweinstraße im Ahrtal exakt zwei Wochen nach der Flut vom 14. auf den 15. Juli 2021. Es macht betroffen und fassungslos. Genauso fassungslos macht es, wenn politisch verantwortliche trotz dieser Hochwasserkatastrophe in unserer Stadt in dias Überschwemmungsgebiet der Emsauen in Schepsdorf ein neues Baugebiet setzen wollen. Das nenne ich unverantwortlich.

Hier die Analyse: