Abweichen von der Satzung

1. Februar 2021

Am vergangenen Wochenende gab es für zwei Lingener Traditions-Veranstaltungen Entscheidungen. Und beide betroffenen Vereine gingen ganz unterschiedlich damit um:

Zum einen das Lautfeuer-Festival, ausgerichtet vom Abifestival seit 1981 e.V. und maßgeblich unterstützt vom Förderverein Abifestival e.V.. Sie lautet: 2021 wird es kein Lautfeuer-Festival geben. Die Mitglieder des Vereins wurden am 30. Januar um kurz nach Mitternacht darüber ausführlich und auf direktem Weg informiert. Anschließend blieb Zeit die Partner, Sponsoren und Fördervereinsmitglieder zu informieren, die Nachricht medial zu verbreiten und schließlich wurde am 01. Februar die erweiterte Öffentlichkeit über die Presse informiert.

Der Vorstand vergaß nicht wirklich ein „S“, stellte ausführlich die Beweggründe für seine getroffene Entscheidung dar, lud zum Dialog und erklärte die Kommunikation. Sogar ich verstand: Scheise reimt sich ganz laut auf leise. Stark gemacht.

Einladung zur Außerordentlichen Generalversammlung 2021

Fast zeitgleich fand die „außerordentliche Generalversammlung des Bürgersöhne-Aufzug Die Kivelinge“ statt. Die Kivelinge tagten ganz zeitgemäß corona-online, um über die weiteren Vorbereitungen zu ihrem 2020 verschobenen Kivelingsfest zu beraten. Als „Stadt der Kivelinge“ ist Lingen (Ems) bekanntlich besonders mit dem Kivelingsverein von 1372 und seiner fast 650-jährigen Tradition verbunden. Denn es  heißt ganz selbstbewusst in den Statuten des Bürgersöhne-Vereins:
„Der Bürgersöhne-Aufzug ist als Einrichtung der Stadt Lingen (Ems) zudem ein tragendes Element in der Außendarstellung seiner Heimatstadt. So stellen die Kivelinge in der breiten Öffentlichkeit weit über die Grenzen der Stadt Lingen (Ems) hinaus eine wichtige Rolle und präsentieren unter dem Motto „Lingen (Ems) ~ Stadt der Kivelinge“ als wichtiger Repräsentant der Stadt national wie international ihre Heimatstadt.“
Das ist wahrlich ein hoher, selbst gesteckter Anspruch, der „weit über die Grenzen“ anderer Lingener Vereine hinausgeht und damit auch gegenüber den Bürger*innen verpflichtet. Übrigens auch wenn die Stadt inzwischen die Schilder mit dem Alleinstellungsmerkmal „Stadt der Kivelinge“ klammheinlich durch „Hochschulstadt“ übermalt hat, was auf geschätzt 120 Städte in Deutschland zutreffen dürfte.
Bereits im Vorfeld beantragten einige Vereinsmitglieder zur vom Vorstand vorgeschlagenen und eher unklar gehaltenen Tagesordnung eine Änderung. Das war vergeblich, Und dann machte der Vorstand des Bürgersöhne-Aufzuges in allen beantragten und abgestimmten Punkten keine bella figura. Aus der Versammlung wurden zwar viele Infos verbreitet und weiter verbreitet, und auch unsere BürgerNahen schrieben dazu einen Tweet.


Zum Inhalt gab es schnell unterschiedliche Meinungen; selbst innerhalb meiner Familie war das so.

Überraschend war dann aber doch das eher wütend-unsachliche Echo auf eben diesen und andere Tweets – angeführt von einem ehemaligen Junge-Union-Mann. Wie könne man nur aus einer nicht-öffentlichen Sitzung ein solches Ergebnis posten? Dabei war es eine der wenigen Informationen über das größte und älteste Fest in der Stadt überhaupt.
Denn zu keinem Zeitpunkt informierte der Kivelingsverein darüber, was denn nun generalversammlungsmäßig beschlossen worden ist – und agitierte damit ganz anders als die Lautfeuer-Leute. Nirgends findet und fand sich schon digital eine Ankündigung zur außerordentlichen Generalversammlung am letzten Samstagabend.
Selbst bis heute früh gibt’s immer noch kein offizielles Wort der Verantwortlichen an alle Kivelinge, die Mitglieder des Fördervereins der Kivelinge, keine Infos an die Bürgerschützen als Pikeniere – keine Infos an die ehemaligen Kivelinge und Davelinge, von den Marketenderinnen ganz zu schweigen; doch die sind ja auch gar nicht im Verein organisiert.

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Das geht viel besser, liebe Kivelinge.
Corona fordert uns alle, und auch ihr schafft das.

Nachdem Samstagabend und Sonntag die Beschlüsse meldungslos blieben, kommt ja vielleicht am heutigen Montagmorgen die notwendige Information „im amtlichen Mitteilungsblatt“, also der lokalen Lingener Tagespost.
Wie so oft dann aber wohl  hinter einer ausgrenzenden Paywall – leider.