Beendet

14. Dezember 2010

Der Osnabrücker Inkasso-Anwalt Olaf Tank, über den ich hier auch schon berichtet hatte,  hat offenbar alle Inkasso-Mandate für die Redcio OHG, die Content Services Ltd., der Gebrüder Andreas und Manuel Schmidtlein und die Antassia GmbH niedergelegt. Bei diesen Firmen handelt es sich um eifrig tätige Anbieter von so genannten Internet-Abofallen.

Dass Tank die Inkassomandate beendet hat, bestätigt die Anwaltskanzlei selbst, unter anderem über die auf Internetseite Forderungseinzug.de (Bildschirmausriss lks) angegebene Telefonnummer. Der Anschluss gehört zur Kanzlei Tanks in Osnabrück. Dort kommt, dass Olaf Tank für die Internetabzocker nicht mehr tätig ist. Anrufer sollen sich direkt an den Kundensupport der jeweiligen Mandanten wenden. Auf E-Mails gibt es inzwischen als Antwort lediglich ein inhaltsgleiches Standardschreiben zurück:

„Bezug nehmend auf Ihre Email teilen wir Ihnen mit, dass wir unsere Mandate für die Redcio OHG, die Content Services Ltd. und die Antassia GmbH niedergelegt haben.

Bitte richten Sie Ihre Anfrage direkt an den jeweiligen Kundensupport der jeweiligen Gesellschaft.

Mit freundlichen Grüßen
Anwaltskanzlei Tank“

In jüngster Zeit  waren immer mehr Urteile bekannt geworden, die Tank persönlich zur Übernahme von Anwaltskosten der Abzockopfer verurteilten. Die Gerichte gingen dabei davon aus, dass der Jurist sehr gut weiß, dass die Abofallenabzocker keinen juristisch durchsetzbaren Anspruch auf ihre angebliche Vergütung haben. Dies sei Beihilfe zum Betrug, so dass Tank selbst neben seinen Mandanten schadensersatzpflichtig ist. Gegen den Osnabrücker Anwalt liegen nach einem Bericht der NOZ über 4.000 Strafanzeigen vor, davon gut 3.000 bei der Staatsanwaltschaft in Osnabrück. Ich nehme an, dass die Mandatsniederlegung mit den Ermittlungsverfahren in direktem Zusammenhang steht. In diesem Ermittlungsverfahren hatten vor wenigen Tagen mit einem entsprechenden Beschluss des Amtsgerichts Osnabrück ausgestattete Polizeibeamte die Räume der Anwaltskanzlei Tank durchsucht.

Weiterhin gilt für Betroffene die Empfehlung, entsprechende Zahlungsaufforderungen nicht zu beachten. Erhält man allerdings Gerichtsschreiben, sollte man sich sofort an einen Rechtsanwalt seines Vertrauens wenden.

(Quelle lawblog, computerbetrug.de)

 

Nachtrag:
RA Olaf Tank löst nach einem Bericht der Neuen OZ seine Kanzlei auf. „Aus privaten gründen.“ (05.01.2011)

Konto-II

18. Juni 2010

Neue Entwicklung in Sachen Inkasso-Tank. Diese Meldung vom 2. Mai ist obsolet. Es gibt doch kein Sparkassen-Konto für Anwalt Olaf Tank: Denn das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Osnabrück (VG Osnabrück, Beschl. v. 29. 04.2010, – 1 B 9/10 -) aufgehoben. Das Verwaltungsgerichts hatte das öffentliche Geldinstitut dazu verpflichtet, dem Osnabrücker Rechtsanwalt Olaf Tank ein Konto für seine zweifelhaften Inkassotätigkeiten einrichten und (weiter) zur Verfügung stellen müssen. Dabei waren Hunderte ahnungslos-übertöpelter Internetkunden  in den letzten Jahren in  Abo-Fallen auf schrägen Internetseiten getappt und dann mit Hilfe von Anwalt T.  abgezockt. Unbemerkt und unbeabsichtigt waren Besucher bestimmter Internetseiten teure Abos eingegangen. Tanks Inkassokanzlei überzog die Opfer dann mit teueren Zahlungsaufforderungen und bisweilen auch Klagen.

Nachdem das Osnabrücker Verwaltungsgericht Ende April im Eilverfahren noch entschieden hatte, die drittgrößte niedersächsische Sparkasse sei aufgrund des Nds.  Sparkassengesetzes verpflichtet, dem Inkassoanwalt ein Konto einzurichten, befand jetzt das in Lüneburg beheimatete Oberverwaltungsgericht: Ein solcher Anspruch ergibt sich nicht aus dem Sparkassengesetz. Auch die Grundrechte des Rechtsanwalts sind nicht beeinträchtigt. Weil die Sparkasse einen Rufschaden darlegen könne, könne sie die Einrichtung eines Kontos ablehnen. Den Rufschaden konnte die Sparkasse leicht nachweisen: Innerhalb von vier Wochen nach Eröffnung des Kontos von Tank waren bei der Sparkasse Osnabrück, einem Bericht der NOZ zufolge, mehr als 300 Beschwerden eingegangen.

Die Entscheidungsgründe des OVG Niedersachsen sind noch nicht veröffentlicht. Das Aktenzeichen der Entscheidung lautet 10 ME 77/10.

Nachtrag: Hier eine Übersicht der Verbraucherzentrale über Abofallen im Internet.

(Foto: © sparktography, Creative commons)