abhörfreudig

9. Juni 2015

AbhörenUdo Vetter postet:

„Telefonat mit einem möglichen neuen Mandanten. Nach drei, vier Sätzen empfehle ich ihm, am Telefon erst mal nicht so viel zu erzählen. Es geht um einen breit gelagerten Fallkomplex, den ich schon aus anderen Verfahren kenne. Und in diesen Verfahren haben sich die Strafverfolger schon bisher als außerordentlich abhörfreudig erwiesen haben.

“Aber Verteidigergespräche dürfen doch nicht abgehört werden”, sagt der Mandant. Ja, sicher. Aber die Löschung der automatischen Aufzeichnung und die Vernichtung der schriftlichen Zusammenfassung ordnet irgendwann der Staatsanwalt an. Meist, nachdem er das Abhörprotokoll in aller Ruhe gelesen hat…

Im übrigen war das Ganze ja noch ein sogenanntes Anbahnungsgespräch, denn ein Mandat hatte der Mandant noch nicht erteilt. Auch Anbahnungsgespräche dürfen nach neueren Urteilen nicht abgehört werden. Aber im Zweifel weiß die Polizei ja in der Situation gar nicht genau, ob der Angerufene Verteidiger ist (oder werden könnte). Es wird also zumindest munter reingehört.

Da sollte man das Gespräch zu den Einzelheiten besser verschieben. Bis die Vollmacht gemailt ist. Und auf jeden Fall so lange, bis es der Mandant zum Aldi oder Rossmann geschafft und eine knackfrische Prepaidkarte sein eigen nennt.“

Doch auch die nagelneue Prepaid-Karte schützt nach meinem Wissen nicht oder jedenfalls nicht lange vor dem unerlaubten Abhören. (O-Zitat: „Der Beschuldigte telefonierte 13 mal mit Rechtsanwalt Koop und 9 mal mit Rechtsanwalt Diekmeyer“). Also besser nicht telefonieren, einfach vorbei kommen.

[Foto: Blickpixel CC0 Public Domain)

Privates

8. Februar 2015

SamsungTVUnd ich dachte immer, Modell 1984 sei stets ein Röhrenfernseher gewesen. Aber liest Du selbst diese Information aus der wunderbaren Technikwelt:

Wie Netzpolitik.org berichtet, wird Samsung-Kunden in der EULA des Konzerns empfohlen, vor ihren smarten Fernsehern nicht über Privates zu sprechen, weil die Spracherkennung das Gesagte aufzeichnen und an die Server von Drittanbietern schicken könnte, die für die Verarbeitung der Sprachbefehle verantwortlich sind.

Genau heißt es im Text:

“Please be aware that if your spoken words include personal or other sensitive information, that information will be among the data captured and transmitted to a third party through your use of Voice Recognition.”

[„Seien Sie sich bitte bewusst, dass wenn das Gesagte persönliche oder sensible Informationen enthält, diese Information Teil der erfassten Daten ist und durch die Spracherkennung an Drittanbieter weitergegeben wird.“]

Samsung weist in den Nutzungsbedingungen darauf hin, dass dies nur gilt, wenn die Sprachsteuerung aktiviert ist.

(Quelle futurezone.at; Foto: Kärlis Dambräns via flickr CC BY 2.0)

so lange

24. Juni 2013

„Wieso dauert das eigentlich so lange mit der Wiederaufnahme von dem Mollath-Verfahren? Na klar, damit die übelsten Dinger erst nach der Wahl rauskommen.“

[fefe]

ps Das hier ist schon rausgekommen und es ist gleichermaßen hinterhältig wie eine gemeine Straftat: Das  Abhören von Telefonaten zwischen Klientem und Verteidiger. Und die bayerische Justiz? Ich sehe nicht, dass sie etwas dagegen unternähme.