Slag om Bourtange

1. Mai 2011

Am kommenden Wochenende  präsentiert das niederländische Bourtange einmal mehr (s)ein großes Spektakel. Die direkt an der niederländisch-deutschen Grenze gelegene  Festung Bourtange (Foto re.) kehrt in die frühe Neuzeit zurück.

Hunderte Freiwillige (Reenacters) stellen die Zeit  des achtzigjährigen, spanisch-niederländischen Kriegs (1568-1648) so getreu wie möglich nach. Sie werden nicht nur die Schlacht darstellen, sondern auch in Zeltlagern leben, in denen das Leben vor fast 370 Jahren sehr getreu rekonstruiert wird.  Kleidung, Waffen, Kochutensilien, Zelte, Lagertreiben und Nahrungsgewohnheiten sind exakte Kopien aus der Zeit um 1640. Besucher können dies alles sehen und miterleben. Die Schlacht wird sehr genau nach den damaligen Sitten dargestellt. Das Gedonner der zahlreichen Kanone, das Knallen der Muskete, Pikeniere mit langen Piken, und Lagerfeuer bei den Lagern regen die historische Phantasie an.

In diesem Jahr sammeln sich schon ab Donnerstag 5. Mai die ersten “ Soldaten“. Am Samstag 7.05. ist um 10.00 Uhr die offizielle Eröffnung. Ab 11.00 Uhr finden in der Festung allerlei Aktivitäten statt und die Heerlager (bivakken) sind für die Besucher geöffnet. Die Feldschlacht wird samstags und sonntags je ab 14.00 Uhr nachgestellt.

Seit 1996 organisiert die Vesting Bourtange jährlich die  „Schlacht um Bourtange“. Dabei wird abwechselnd die Schlacht von 1640 und 1814 dargestellt. Dieses Jahr, 2011, kehrt man  zurück in das 17. Jahrhundert. Die Organisation liegt  in den Händen des Vereins Festung Bourtange (SVB), des Exerzier-Pelotons Bourtange (EPB) und des Vereins Militärische Geschichte – Festung Bourtange (VKVB).

Anreise: Über die A 31 bis zur Abfahrt 17 Dörpen. Von dort der Beschilderung folgen. Bourtange liegt direkt hinter der Grenze. Sie sollten die ausgeschilderten Parkplätzen nutzen. Der Eintritt ist nicht ganz billig. Genau konnte ich ihn nicht herausfinden, aber Sie müssen mit 8 Euro/Person rechnen, ermäßigt die Hälfte.

Zur Geschichte der Festung Bourtange:
1580 gab Willem von Oranien den Auftrag, auf einem Sandrücken mitten im Moor, an der Grenze zu Deutschland, ein Fort anzulegen. Das war der Anfang der Vesting Bourtange. Zwischen 1593 und 1851 war Bourtange eine wichtige Festung. Nachdem sie 1851 aufgegeben worden war, entstand hier ein Bauerndorf. Als in den 1960er Jahren nur noch wenige Häuser an die Geschichte erinnerten. ergriff die niederländische Gemeinde Vlagtwedde die Initiative, die Festung Bourtange zu rekonstruieren und wieder aufzubauen. Zwischen 1967 und 1992 wurde das Vorhaben realisiert. Wälle wurden aufgeschüttet, Gräben gezogen und Kasernen errichtet. Heute fühlen sich Besucher in Bourtange, der Festung, die niemals eingenommen wurde, Jahrhunderte zurückversetzt.

Griffigkeit

26. Dezember 2009

Unter meinen nicht im Blog präsentierten Entwürfen habe ich eben diesen gefunden. Er stammt vom 30. Oktober, und wer hätte gedacht, dass er bis heute aktuell ist. Lesen Sie mal:

„Meine Arbeitgeber von der Polizei haben vor zwei Monaten dies der Lokalzeitung gesteckt:

Mit Tempo 221 ist ein 47-jähriger Autofahrer in einer 80er-Zone auf der Autobahn 31 bei Meppen (Landkreis Emsland) erwischt worden. Die Autobahnpolizei verfolgte den niederländischen Geschäftsmann anschließend über längere Zeit und musste dabei zwischenzeitlich selbst bis zu 250 km/h fahren.Die Autobahnpolizei verfolgten den Mann in einem Fahrzeug mit Videoüberwachung. Als die Beamten den Schnellfahrer endlich eingeholt und gestoppt hatten, musste er sofort 1225 Euro zahlen. Außerdem droht im ein Fahrverbot von mindestens drei Monaten sowie vier Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hat der 47-Jährige die Geschwindigkeitsbegrenzung auf eine Länge von sieben Kilometern wegen einer Baustelle komplett missachtet. Die 80er-Zone ist dort eingerichtet, weil auf dem kürzlich ausgebesserten Straßenasphalt noch die Griffigkeit fehlt.

Kürzlich? Über die  22o km/h brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber die 7-km-Baustelle ist seit Anfang Juli aufgehoben (mehr…). Nach Monaten dürfte die Griffigkeit des Asphalts allemal gegeben sein. Also scheint mir eine andere Art von Griffigkeit im Mittelpunkt zu stehen. ;-)“

Damals, Ende Oktober, war dies schon längst ein Thema. Bemerkenswert heute ist dies:
Bis jetzt, Mitte/Ende Dezember hat sich meines Wissens an dem 80-km/h-Zustand nichts geändert, und ich glaube längst, dass dieses seltsame Autobahnverwaltung die Tempo-80-Schilder nördlich der Abfahrt Twist in Richtung Emden schlicht vergessen hat. Oder es ist der falsche Asphalt eingebaut worden. Jedenfalls schlage ich vor, dass aus den inzwischen eingespielten Bußgeldern zum Jahresbeginn eine kleine Feier „vor Ort“ – da gibts doch ‚ne schöne Kneipe an der Abfahrt Twist!- finanziert wird – Motto: „6-Monate-Tempo-80-und-so-viele-griffige-Bußgelder!“ Natürlich dürfen die Verantwortlichen dann im Chor Deichkind nachsingen!

Verachtenswert

3. November 2009

424733_R_by_Dieter-Schütz_pixelio.deAm vergangenen Sonntag habe ich in einem kleinen Beitrag zur Lingener Krematorium-Diskussion ein paar Bemerkungen über die Würde geschrieben, eigentlich mehr über die Würdelosigkeit, eine Trauerstätte in ein Gewerbegebiet zu bauen. Heute wollte ich mir in meinem Blog eigentlich eine kleine Pause gönnen. Aber jetzt möchte ich meine Betroffenheit äußern. Die Emslandausgaben der Neuen Osnabrücker Zeitung NOZ berichten heute über den Tod einer Autofahrerin gestern auf der A 31, dass es ein tragischer Unfall gewesen sei, „aus unbekannter Ursache“, es wird über den schwer verletzten Mann geschrieben, einen nicht verletzten Lkw-Fahrer und 15000 Euro Sachschaden und dann wörtlich: „Bildergalerie unter lt-, ez- bzw. mt-net.de/bildergalerie“.

Wie bitte?! Bildergalerie? Ein  „Klicken-Sie-mal-rein-in-den-Tod“? Wer braucht diese „Bildergalerie“? Was soll sie dokumentieren, was vermitteln? Weshalb ergötzt sich die Lokalpresse an ihr und wird zum medialen Gaffer?

Ich bin betroffen, weil es nicht etwa Gedankenlosigkeit ist sondern das genaue Gegenteil, mit dem die“Bildergalerie“ in „lt-,ez- bzw. mt-“ den Tod eines Menschen für eigene Auflagenzwecke instrumentalisiert. Es ist verachtenswert und würdelos.

(Foto: © Dietmar Schütz, pixelio.de)