„Weckruf“

22. April 2014

E233-Autobahn-Nein_smallDie Vereine »Verkehrswende Cloppenburg-Emsland« (VCE) und »Verkehrs- und Verschönerungsverein für den Cloppenburger Südwesten« e.V. (VVC) laden für den morgigen Mittwoch, den 23.04.2014 zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung zum geplanten Autobahn-Ausbau der E 233 ein. Die „Weckruf“-Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Aula der Heimvolkshochschule Stapelfeld bei Cloppenburg.

Der Anlass: Nachdem der erste von acht Teilabschnitten des geplanten vierstreifigender E 233, der etwa 11 km lange Abschnitt von der Anschlussstelle Meppen (A 31) bis zur B70-Kreuzung in Meppen vom Bundesverkehrsministerium genehmigt wurde, steht der Beginn des Planfeststellungsverfahrens kurz bevor. In der Veranstaltung sollen der aktuelle Stand zum geplanten vierstreifigen Ausbau der E 233 – unter anderem die Pläne zur Finanzierung des Ausbaus über eine Öffentlich-Private Partnerschaft – sowie die Möglichkeiten der Betroffenen vorgestellt und diskutiert werden.

Mit dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens werden in naher Zukunft Betroffene gegen die Ausbaupläne juristisch vorgehen und klagen können.

Der Verein „Verkehrswende Cloppenburg-Emsland“ (VCE) lehnt den Autobahnausbau der E 233 strikt ab und fordert die Politik auf, endlich das sogenannte Durchfahrtverbot für Transit-Lkw umzusetzen. Mit seinen 120 Mitgliedern und 1.200 Befürwortern sieht sich der VCE die landkreis-übergreifende und überparteiliche Vertretung derer, die eine sinnvolle Verkehrswende durch Erhalt vorhandener Strecken statt Ausbau und Neubau begrüßen. Der VCE sucht nach weiteren Mitgliedern und Spenden, um Kläger und Klägerinnen gegen den Ausbau finanziell zu unterstützen.

„Wir sind überzeugt, dass das Durchfahrverbot für Transit-Lkw die richtige Lösung ist, um die Strecke rasch und preisgünstig wieder zu entlasten“, betont Ulf Dunkel, Vorsitzender des Vereins „Verkehrswende Cloppenburg-Emsland“. „Der geplante Ausbau der E233 würde auch im Cloppenburger Süden Tatsachen schaffen, wodurch die immer wieder ins Spiel gebrachte Cloppenburger Südtangente ebenfalls mit Autobahnquerschnitt von den Ausbaubefürwortern gefordert werden könnte. Das möchten wir ebenfalls verhindern, da der Cloppenburger Süden durch den Verkehr schon genug belastet ist“, so Franz-Josef Hermes, der 1. Vorsitzende des VVC.

weltfremd

28. Juli 2012

Radio FFN meldet:

A31 Meppen – Leer zwischen Dreieck Bunde und Jemgum ist in beiden Richtungen wegen einer Tagesbaustelle die linke Spur gesperrt. Dadurch Richtung Leer, zwischen Rhede und Weener 45 Minuten Zeitverlust, 10 km Stau

Kurz gefragt:

Wie weltfremd muss man eigentlich sein, so eine Tagesbaustelle an einem Hochsommer-Feriensamstag einzurichten, an dem Tausende von Feriengästen zu den Inseln und an die Küste wollen?

Gibt es jemand, der sich dafür rechtfertigen muss?

Werde ich von Teilen meiner Leser wieder beschimpft, wenn ich so eine Planung des öffentlichen Dienstes als bodenlose Gemeinheit bezeichne?

ps Nachtrag: Inzwischen sind es in der Gegenrichtung auch 6 km Stau.

Schonungslos

3. September 2011

Eigentlich wollte ich nur ein Foto (das oben) veröffentlichen und dazu den einen „Wir-sind…„-Satz in diesem Blogbeitrag schreiben. Aber dann dachte ich, dass der Vorgang mehr als nur visuell-emotionale Empörung braucht…

Nun, das Foto links zeigt protestierende Bürgerinnen und Bürger und den zerstörten  Altenlingener Forst, die Aufnahme unten  den winterlichen Altenlingener Forst vor den zu schnell durchgedrückten „Stadtentwicklungsmaßnahmen“ der Stadt. Die Bebauungspläne Nr. 20 und 19, das Abholzen und Roden des Waldstücks östlich der Waldstraße  haben CDU, mehrheitlich die SPD und grundsätzlich die FDP („nur das Nötigste“) beschlossen. Inzwischen steht die FDP fest an der Seite der CDU, die SPD hat sich korrigiert und ist in das Wiederaufforstungslager umgeschwenkt.

Jetzt hat die Bürgerinitiative neu Stellung bezogen, hier im Blog hat schon im März der ungewöhnlich gut informierte „otto h“ Wesentliches geschrieben und die CDU Altenlingen hat ein kleinen, in dieser Woche in Altenlingen verteilten Wahlkampf-Flugzettel hergestellt. Ich  lese ich auf diesem,  auf gelbes Papier kopierten, Impressum freien Handzettel der CDU Altenlingen den Abschlusssatz:

Wir sind für einen schonenden Umgang mit der Naturressource Wald.

Die Handlungen der letzten Jahre zeigen, wie schonungslos unehrlich diese CDU-Aussage ist. Der  kleine Handzettel listet denn auch nur die CDU-Argumente gegen das von ihr abgelehnte Wiederaufforsten auf: Sie verteidigt Abholzen und Roden wegen angeblicher „wohnortnaher Arbeitsplätze“. Sie will die Flächen bebauen mit nicht „immissionsträchtigen Betrieben“ (muss wohl emissionsträchtig heißen)  und ist gegen die Sperrung des Forstweg nur für und zum Schutze der Anlieger (Kosten 120 Euro für ein Schild); statt dessen will sie eine rücksichtsloser quer durch den Altenlingener  Forst auf einem Damm  führende, frei geschlagene und aufgeschüttete „Nordtangente“ , die sie auch noch westlich des Kanals durch das Landschaftsschutzgebiet Emstal Richtung A 31 weiterbauen will.

Was ist an diesem „Umgang“ schonend? Sie kennen die Antwort: Nichts! Es ist bloß ein gemeiner, rücksichtsloser Umgang mit der Natur.

Ausscheiden

7. März 2011

Der emsländische Landrat Hermann Bröring (CDU) scheidet zum 31. Oktober dieses Jahres aus dem Dienst. Das gab der in Lingen wohnende, immer  Meppener gebliebene Bröring heute Vormittag in einer Pressekonferenz bekannt. Er habe heute den Kreisausschuss des Landkreises Emsland als seinen Arbeitgeber darüber in Kenntnis gesetzt. Zu den Gründen sagte der Diplom-Volkswirt: „Man muss auch zugeben, meine Wahlzeit lief noch bis 2014, dann bin ich 69 Jahre alt. Wenn ich dann zum Jahresende ausscheide, am 31. Oktober bin ich 66 Jahre alt, dann ist es auch ein guter Zeitpunkt zu sagen, mit der Kommunalwahl sollte auch der neue Landrat gewählt werden, weil das doch in einem engen Zusammenspiel abzuwickeln ist.“

Bröring ließ heute dem Niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann seinen Antrag auf Eintritt in den Ruhestand zukommen, der darüber entscheiden muss. Bröring war 20 Jahre lang Spitzenmann des Emslandes, davor Stadtdirektor in Lingen (Ems). Er war nach der Reform der Kommunalverfassung nach  zehn Jahren als Oberkreisdirektor bei der Kommunalwahl 2001 zum Landrat gewählt worden. 2006 wurde er mit fast 75 Prozent bestätigt. Seine Amtszeit als Landrat dauert noch bis 2014.

Ob er nach seinem Ausscheiden aus der Kreisverwaltung tatsächlich in den Ruhestand geht, ließ Bröring („der König des Emslandes„) offen. „Es gibt interessante Angebote“, sagte der Noch-Landrat. Zuvor werde jedoch im Kreishaus „gearbeitet bis zur letzten Stunde.“ Er gehe zwar „mit innerer Ruhe“, einen „schleichenden Abgang“ werde es aber nicht geben.

Ganz kurz ein persönlicher Zwischenruf von mir:
Hermann Bröring kann auf zahlreiche Erfolge hinweisen – ganz vorn dabei die wirtschaftliche Spitzenstellung des Emslandes mit 40.000 neuen Arbeitsplätzen und einer Reduzierung der Arbeitslosenquote von 12,7% auf 4,4 %. Ausdruck seiner Fähigkeit, dicke Bretter zu bohren, ist dabei die A 31, deren Bau er maßgeblich realisierte; aber der CDU-Politiker hinterlässt insbesondere im ökologischen Bereich auch eine schwere Bürde für seinen Nachfolger, bei dem es sich um Brörings bisherigen Stellvertreter Reinhard Winter (CDU) handeln könnte.

Ich selbst hatte zu ihm zwei, drei Mal in den letzten Jahren Kontakt, wenn es um anwaltliche Dinge ging. Das war schon sehr angenehm – die professionelle, zupackende Art, wie HB die Dinge in diesen Fällen anging. Aber ich kenne auch einige Emsländer, die unter dieser konsequenten bis auch harten Linie zu leiden hatten.

(Quelle und Foto: emsvechtewelle.de)

A 31

17. August 2010

Die gute Nachricht für emsländische Autofahrer: Die A 31 in Richtung Heimat soll zwischen Gescher und Gronau in Zukunft wieder eine Fahrbahn haben, auf der es nicht mehr so holpert und hüpft wie bislang. Die schlechte Nachricht vor allem für die vielen Berufspendler: Bis das so ist, werden schätzungsweise fast drei Jahre (!) ins Land gehen.

Im Mai 2011 soll die Fahrbahn des „Ostfriesenspießes“ auf 15 Kilometern Länge zwischen den Anschlussstellen Gescher/Coesfeld und Gronau/Ochtrup komplett erneuert werden. Rund zwei Jahre veranschlagt der Landesbetrieb Straßen.NRW für die rund 24 Millionen Euro Euro teure Baumaßnahme. Die ersten Maschinen sollen Anfang Mai 2011 anrollen. Die Grundsanierung soll dann in Abschnitten zu je fünf Kilometern Länge erfolgen.

Mehr

(Quelle: chriszwolle, creativecommons)

Gestorben

11. August 2010

Im Wietmarscher Gewerbegebiet an der A 31 in Lohne darf kein Krematorium errichtet werden. Der zuständige Landkreis Grafschaft Bentheim hat die Genehmigung dafür verweigert. Der Kreis berief sich bei seiner Ablehnung sich auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Osnabrück vom 23.04. 2010 dieses Jahres (2 A 21/09). Die Richter hatten entschieden, dass ein Krematorium in einem Gewerbegebiet auch ohne Andachtsraum nicht zulässig ist. Es ist eine richtige und gute Entscheidung.

Das sittliche, religiöse und weltanschauliche Empfinden der Allgemeinheit verbiete es, so das Verwaltungsgericht, die Einäscherung Verstorbener als reinen technischen Vorgang, losgelöst von der mit dem Sterbefall verbundenen Trauerarbeit der Hinterbliebenen zu betrachten. Deshalb sei ist auch ein Krematorium ohne Andachtsraum in einem Gewerbegebiet nicht zulässig. „Der Betrieb eines Krematoriums in einem durch stete Geschäftigkeit und Unruhe geprägten Gewerbegebiet ist mit dem sittlichen Empfinden der Allgemeinheit, insbesondere mit der in Deutschland vorherrschenden Anschauung in Bezug auf den Umgang mit Verstorbenen nicht vereinbar. Nach § 1 des Niedersächsischen Gesetzes über das Leichen-, Bestattungs- und Friedhofswesen sind Leichen und Aschen Verstorbener so zu behandeln, dass die gebotene Ehrfurcht vor dem Tod gewahrt und das sittliche, religiöse und weltanschauliche Empfinden der Allgemeinheit nicht verletzt wird. Auch den Verstorbenen verbleibt hinsichtlich der Art und Weise ihrer Bestattung sowie deren Vorbereitung aufgrund der nachgehenden Wirkung des Anspruches auf Achtung der Menschenwürde noch ein über den Tod hinauswirkender Schutz.“ Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts bezieht sich auf ähnliche Urteile des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesverfassungsgerichts. Anderer Auffassung war allerdings vor einem Jahr das Verwaltungsgericht Münster, das die Achtung der Menschenwürde durch eine gewerbliche Totenverbrennung in einem Gewerbegebiet nicht tangiert sah- ein bemerkenswerter Ausdruck eigener richterlicher Vorstellungen von dem, was im Todesfall menschlich geboten ist (und gleichermaßen eine Abkehr von dem, was das Bundesverwaltungsgericht vorgegeben hatte).

Auslöser des Osnabrücker Verwaltungsrechtsstreits war der Plan der „Krematorium Münsterland GmbH“, nahe Osnabrück ein Krematorium zu errichten. Dazu hatte das Unternehmen auch einen Standort in Georgsmarienhütte ausgesucht. Interesse bestand an einem Privatgrundstück an der Bielefelder Straße in Georgsmarienhütte, verkehrsgünstig gelegen an der A 33. Neben einem Raum für rund 2000 Feuerbestattungen im Jahr sollte auch eine Trauerhalle entstehen. Die Stadt Georgsmarienhütte und der Landkreis Osnabrück lehnten diesen Plan ab. Konkret ging es in dem Gerichtsverfahren dann um einen Bauvorbescheid, den die Krematorium Münsterland GmbH beim Landkreis Osnabrück als Genehmigungsbehörde vergeblich beantragt hatte. Zu klären war, ob der Betrieb eines Krematoriums in einem Gewerbegebiet grundsätzlich zulässig ist. Die für Bausachen zuständige 2. Kammer des Verwaltungsgericht wies die Klage des Unternehmens ab.

Bürgermeister Alfons Eling sagte inzwischen, die Gemeinde Wietmarschen respektiere die Entscheidung des Landkreises Grafschaft Bentheim, die dieser Entscheidung folgt. Was, frage ich mich, sollte sie auch sonst tun? Ich finde es auch beruhigend, dass in einer Zeit, in der alles und jedes liberalisiert und entbürokratisiert wird, die Nordhorner Behörde einem Investor und einem Bürgermeister Einhalt gebietet, weil ihr Plan Grundüberzeugungen und -einstellungen zum Leben und zum Tod verletzte (mehr…)

Das Unternehmen, das in Georgsmarienhütte bauen wollte,  plant inzwischen nach der nicht unerwarteten Prozessniederlage – laut NOZ– übrigens in Rheine. Außerdem gibt es weiterhin Pläne für ein Krematorium in Lingen; sie oder ihre Verwirklichung ruhen offenbar im Moment, in erster Linie wegen der Planungen in Lohne, aber wohl auch wegen der OB-Wahl, nachdem bei einer Bürgerversammlung in Darme  fast alle anwesenden Einwohner -angeführt vom Darmer CDU-Ortsbürgermeister Werner Hartke- die Pläne, südlich des Waldfriedhofs ein Krematorium zu errichten, strikt abgelehnt und den anwesenden Dezernenten Dr. Büring beschimpft hatten – mit geradezu abenteuerlichen Erklärungen. Der untersuchte Lingener Standort „Schüttelsand“ in Holthausen-Biene an der Auffahrt zur B70 scheidet aus: Gewerbegebiet! Mit Blick auf die hohe Zahl von Feuerbestattungen steht das Thema aber weiterhin oben auf der Tagesordnung, und der Darmer Waldfriedhof  ist unverändert erste und beste Wahl für ein Krematorium, es sei denn, man hält das für richtig oder macht sich sonst gemein mit dem, was seinerzeit in Darme gepöbelt gesagt wurde. Das nämlich darf und wird nicht das letzte Wort der Menschen in Darme gewesen sein.

(Foto: maxirafer, creative commons)

Verwerfung

1. April 2010

Eine beeindruckende Entdeckung haben jetzt  heimische Geologen im Emsland gemacht: Unsere Region durchzieht die San-Bonifatius-Verwerfung. Diese tektonische Verwerfung ist eine Transformstörung, an der die auf dem Magma im Erdinneren dahin treibende Holländische Platte an der Emsländischen Platte vorbei driftet. Sie erstreckt sich -so die Geologen-  über gut 150 Kilometer Länge vom niederländischen Winschoten  bis zum Norden von Westfalen und teilt so die Weser-Ems-Region in zwei Hälften auf. Lingen liegt auf der rechtsdrehenden Emsländischen Platte und Nordhorn auf der linkswirkenden Holländischen Platte. Die San-Bonifatius-Verwerfung ist übrigens eine der wenigen Plattengrenzen an Land; die überwiegende Zahl der Plattengrenzen liegt auf dem Grund der Ozeane.
Die Geologen benannten ihre Entdeckung der tiefreichenden Verwerfung nach dem Hlg. Bonifatius, pilgerte der „Apostel der Deutschen“ doch schon 754 nach Christus an ihr entlang gen Dokkum im Norden Frieslands. Auf weiten Strecken ist heute die Verwerfung übrigens mit bloßem Auge in der Landschaft zu erkennen und wird zusätzlich für jedermann  an den blauen BAB-Schildern der A 31 bestätigt.
Faszinierend  ist dabei, dass täglich Tausende von Verkehrsteilnehmern auf der Autobahn 31 die Folgen dieser enormen Verwerfung zu ertragen haben. In nördlicher Richtung musste bereits im vergangenen Sommer wegen des schwachen Fahrbahnuntergrundes die Höchstgeschwindigkeit zwischen Twist und Meppen-Nord auf 80 km/h reduziert werden. Der Grund: Die Emsländische Platte wandert jährlich 6 cm nach Norden. In südlicher Richtung ist deshalb inzwischen eine 6 km breite Erdspalte entstanden. So zeigen die A31-Schilder an der Abfahrt Wesuwe noch eine Entfernung nach Lingen von 40km und Nordhorn 4 km weiter an. Wenige Kilometer weiter südlich aber ist die Strecke nach Lingen nicht mehr vier Kilometer kürzer sondern -wegen San-Bonifatius- zwei Kilometer länger.

Das beeindruckende Phänomen hat jetzt durch die Arbeit der heimischen Geologen endlich seine Bestätigung erhalten. Dies unterstrich am Donnerstag auch Landrat Hermann Bröring. Mit Blick auf möglicherweise drohende  tekto-theologische Verwerfungen meinte der emsländische Landrat, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der Bevölkerung bestanden habe. Sein Grafschafter Amtskollege wollte sich danach nicht mehr äußern. Bröring selbst will heute Mittag am Moormuseum eine Hinweistafel auf die San-Bonifatius-Verwerfung enthüllen.

Langsamer

11. September 2009

OK, der Niederländer war heftig schnell auf der A 31 bei Geeste unterwegs. Die Polizei jubelt deshalb:

Mit einer Geschwindigkeit von 201 Stundenkilometer raste ein 33-jähriger Niederländer am Mittwochabend in einer Baustelle auf der Autobahn A 31 bei Geeste an einem zivilen Polizeifahrzeug vorbei. Erlaubt sind dort wegen der Bauarbeiten und der Fahrbahnerneuerung nur 80 km/h….

Allerdings frage ich mich nach -zig Fahrten in den letzten Wochen über „die 31 bei Geeste“ , weshalb es von Geeste bis Meppen überhaupt noch die kilometerlange  Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h gibt. Die Baustelle ist weg. Die Fahrbahnerneuerung ist seit Wochen (!) abgeschlossen, der Splitt längst von der Strecke geflogen. Was also soll diese Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 bis zur AS Meppen?  Anschließend macht sie ja angesichts des Splitts  in der weiteren Baustelle durchaus Sinn.

Wohlmöglich ist der verbeamtete Sachbearbeiter ja insgesamt etwas langsamer als der Holländer am Mittwochabend und hat deshalb die überflüssigen Tempo-80-Schilder nicht abräumen lassen. Oder -ganz hässlicher Gedanke, den ich auch sofort bedauernd zurücknehme- es soll das polizeiliche Spezialfahrzeug etwas ausgelastet bleiben…

Schönes Wochenende.

Schilda

17. Mai 2009

30.rheinenordZu den autofahrerunfreundlichsten Autobahnauf- und Autobahnabfahrten im Westen zählt diejenige mit dem Namen „Rheine-Nord“ an der A 30. Aus allen Richtungen Staus und stinkend-tuckernde Pkw vor drei hintereinander gepflanzten Ampeln, die durch zwei Kreisverkehre und eine andere Nordzufahrt überflüssig würden, falls man an zuständiger Stelle nachdächte. Das zeigt bereits, dass die Intelligenz der verantwortlichen Beamten deutlich ausbaufähig ist.  

Jetzt gibt es dies:  
Man nähert sich als A30-Autofahrer aus dem Osten und erreicht die Abfahrt Rheine-Kanalhafen, dann die Abfahrt Rheine und dann als dritte Abfahrt Rheinebindestrichnord. Drei Mal Rheine, also man kann es wirklich nicht übersehen und nicht daran vorbeifahren.
Allerdings haben nun unverhofft die beamteten Herrschaften den einzigen Schilda-Hinweis auf Lingen verschwinden lassen. Schon beim Aufstellen der Abfahrtschilder hatten die Experten einst „Lingen“ vergessen und mussten es später  nachkleben. Und jetzt ist Lingen wieder weg. Die Folge: Menschen ohne Navi bzw. Ortsfremde, die nicht wissen, dass man nur von hier aus Lingen direkt über die Bundesstraße 70  erreicht, finden sich orientierungslos irgendwo westlich der Ems wieder. Um dies zu unterstützen, ist das einst Hinzugeklebte blau überklebt. Es darf gerätselt werden, warum.

Immerhin erfahren alle, dass es hier neben Rheinebindestrichnord ab nach Steinfurt und Spelle und Holsterfeld geht. Auf Lingen wird  erst wieder am Ende der Autobahnausfahrt an der Straßenampel hingewiesen, weil ja nun doch die Schilder an der Bundesstraße 70 den Knotenpunkt Lingen nicht weglassen können. 

Das ist noch ignoranter als die peinliche Ausschilderung durch die A31-Verantwortlichen. Dort gibt es bekanntlich für Nord-Süd-Fahrer die Autobahnabfahrt Wietmarschen, die in Schwartenpohl liegt. An ihr fehlt -nur 10km vor der Lingener Stadtgrenze- jeder Hinweis auf unsere Emsmetropole, weil ja, so einst der besorgte Altenlingener Ortsrat, aufgrund eines solchen Schildes immer mehr Autofahrer über den malträtierten Altenlingener Forstweg fahren würden – so die Begründung. Autofahrer, die sich nicht auskennen, werden deshalb doppelt soweit über die A31-Abfahrt Lingen, die in Lohne liegt, geleitet.  Die anderen und die mit Navi fahren trotzdem ab und -geschätzt- zwei bis vier am Tag anschließend auch über den Altenlingener Forstweg. Dort können sie dann bekanntlich weitere Beiträge umweltgerechter Lokalpolitik in Augenschein nehmen.