Heute ist Welt-Aids-Tag

1. Dezember 2018

https://www.welt-aids-tag.de/aktion-2018/Noch immer werden viele Menschen mit HIV aufgrund ihrer Infektion diskriminiert – in der Familie, im Freundeskreis, im Job, in der Freizeit und sogar im Gesundheitswesen.

Diskriminierung tut weh – und macht krank. So berichten immer wieder Menschen mit HIV, dass sie aus Angst vor Diskriminierung keine ärztliche Hilfe gesucht haben, obwohl es nötig war. Menschen mit HIV leiden außerdem häufiger unter Depressionen, die ebenfalls oft unbehandelt bleiben.

Ausgrenzung behindert aber auch die HIV- und AIDS-Prävention. So kann Angst vor Diskriminierung etwa dazu führen, dass HIV-Testangebote nicht genutzt werden. Statt eine Infektion früh zu behandeln und so die Chance auf ein langes Leben mit HIV zu nutzen, kann HIV dann unbemerkt die Gesundheit schwer schädigen. Unbehandelt bleibt HIV außerdem übertragbar.

Mit der Kernbotschaft „Stopp Diskriminierung von Menschen mit HIV“ regt die diesjährige Gemeinschafts-Aktion des Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) die Betrachterinnen und Betrachter dazu an, ihre eigenen Denk- und Verhaltensweisen gegenüber HIV-Positiven und mögliche Vorurteile aus dem eigenen Kopf zu streichen. Damit Menschen mit und ohne HIV im Alltag ganz entspannt zusammenleben können.

(Quelle)

Betriebsratswahlen 2018

6. März 2018


“Seit dem 1. März und noch bis zum 31. Mai 2018 finden in ganz Deutschland Betriebsratswahlen statt. In zehntausenden Betrieben wählen die Beschäftigten ihre Vertreterinnen und Vertreter in den Betriebsrat. Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber – und sorgt für Mitbestimmung und Demokratie im Betrieb.” So der DGB auf seiner Sonderseite zur Betriebsratswahl 2018 externer Link.

DGB Vorstand Annelie Buntenbach nahm zu einem neuen Problem stellung, mit dem die Arbeitnehmervertretungen heute konfrontiert sind: Rechte Kandidaten/innen bei der Betriebsratswahl 2018. Bei ihnen ist „nur die Fassade sozial“ (Buntenbach). Sie sagt:

„… Sehr fraglich ist, ob ihnen dies in vielen Betrieben gelingt. Dennoch nehmen der DGB und die Einzelgewerkschaften die Versuche ernst. In den Betrieben arbeiten Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur oder Religion zusammen. Unsere Betriebsräte, von denen viele selbst einen Migrationshintergrund haben, setzen sich solidarisch für alle Beschäftigten ein.

Wir werden im Betrieb nicht denen das Feld überlassen, die mit rassistischen und nationalistischen Parolen auf eine Spaltung der Belegschaft aus sind. Die extreme Rechte ist ja auch per se gewerkschaftsfeindlich. Neu ist das Phänomen nicht. Es gibt seit einigen Jahren vereinzelt Betriebsräte, die keiner DGB-Gewerkschaft angehören, die zum Teil aber auch in der nationalen und internationalen Naziszene vernetzt sind.

Vor dem Hintergrund der Erfolge der AfD haben solche Leute aufgrund der momentanen öffentlichen Diskussion ein viel größeres Gewicht, als sie es in der Realität im Betrieb haben. Ich sehe nicht, dass die Arbeitnehmervereinigungen der AfD oder die „Ein Prozent“-Bewegung über eine nennenswerte Verankerung in den Betrieben verfügen. Vielfach sind es Einzelpersonen, die ein Medienhype nach oben gespült hat, die aber nur über eine sehr schmale Anhängerschaft verfügen.

Professionell sind sie nicht bei der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen, aber bei der Aufwertung ihrer Person in den Medien. (…) Je stärker wir im Betrieb und in der Gesellschaft selbst Themen und Initiativen setzen können, desto weniger Raum bleibt der AfD, um Sogkraft zu entwickeln. Wenn sich z.B. bei einer beabsichtigten Standortschließung wie jetzt bei Siemens in Görlitz die IG Metall so schnell und klar an die Spitze stellt, hat das die größten Erfolgschancen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, gleichzeitig bleibt dann kein Platz für angebliche „Interessenvertreter“ (Ost)Deutscher von rechts außen, um Zorn und Angst auf ihre Mühlen zu lenken.

Um in der Auseinandersetzung mit extrem Rechten und Rassismus zu bestehen, ist nicht allein die demokratische Haltung wichtig, sondern auch die Kenntnis von Argumentationslinien, Akteuren und Vorgehensweisen. Wir müssen immer wieder deutlich machen, dass an den Forderungen von AfD und rechten Betriebsräten gar nichts sozial ist – außer der Fassade. (…) Angebote gibt es hier in Form von Materialien, Workshops, Beratung von DGB und Gewerkschaften, DGB-Bildungswerk und entsprechenden Projekten…“ [Interview mit Annelie Buntenbach aus  Forum Migration März 2018]

Siehe dazu darüber hinaus das Dossier zu den Betriebsratswahlen bei Labournet.

Vor allem:

  • Betriebsratswahl 2018 – Basiswissen, Arbeitshilfen, Rechtsprechung.
    Alles für die rechtssichere und fehlerfreie Betriebsratswahl 2018: Hier findet der Wahlvorstand wissenswertes zu Wahlverfahren, Fristen und Wahlanfechtung.
    Sonderseite beim Bund-Verlag externer Link

(Foto: Annelie Buntenbach; © DGB/Simone M. Neumann)

ändert sich

17. Dezember 2017

Was ändert sich mit dem 1. Januar 2018? Auch zum kommenden Jahreswechsel treten zahlreiche Neuerungen in den Bereichen Hartz IV, Rente, Mutterschutz, Ost-West-Angleich uvam ein. Das Gewerkschaftsforum Dortmund hat alle wesentlichen Änderungen im Sozialrecht in dieser Zusammenstellung aufgelistet.

Inhalt:
Reform des Mutterschutzes
Betriebliche Altersversorgung
Entgeltgleichheit fördern
Mindestlohn für alle Branchen
Erwerbsminderungsrente erhöht sich
Reform des Schwerbehindertenrechts
Zusatzbeträge zur Krankenversicherung sinken
Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung
Rechengröße West/Ost
Steuerfreibeträge steigen
Kindergeld 2018
Kinderzuschlag
Hartz IV- Satz erhöht sich
Rentenangleichung Ost-West

Für das Jahr 2018 findet am 9. September der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ statt. Das Motto nimmt Bezug auf das Europäische Kulturerbejahr 2018 „ECHY“, das in Deutschland unter dem Leitwort „Sharing Heritage“ steht, schreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auf ihrer Facebook-Präsenz.

Nun meine Frage, an die Leser dieses kleinen Blogs, welche Orte sehen Sie beim Tag des offenen Denkmals in oder rund um Lingen? Welche Gebäude und Plätze laden ein auf eine Spurensuche der europäischer Einflüsse in unseren emsländischen Denkmalen?

Ausführliche Informationen zu „Entdecken, was uns verbindet“ gibt es dann ab November auf www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Leeuwarden!

12. September 2013

Ich bin wirklich beeindruckt. Das friesische Leeuwarden [ˈleːu̯ˌʋɑrdə(n)] hat sich gegen starke Konkurrenz durchgesetzt und ist Europas Kultuhauptstadt 2018. Die Siegerstadt mit knapp 100.000 Einwohnern im strukturschwachen Friesland gelegen überzeugte die international besetzte Jury mit ihrem Motto „Gemeinschaftssinn“ und einem alternativen Konzept. NiederlandeNet schreibt:

Leeuwarden
Die nordniederländische Stadt Leeuwarden wird neben der maltesischen Hauptstadt Valetta im Jahr 2018 den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen. Dies wurde Ende vergangener Woche von der niederländischen Kulturministerin Jet Bussemaker (PvdA) in Amsterdam bekanntgegeben. Die Niederlande und Malte durften für das Jahr 2018 turnusgemäß eine Stadt als Kulturhauptstadt bestimmen.

Ministerin Bussemaker verkündete die zuvor durch eine international besetzte Auswahljury getroffene Entscheidung am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit. In den Tagen zuvor hatten sich die 13 unabhängigen Kulturexperten – sechs davon aus den Niederlanden und sieben aus EU-Institutionen – alle drei niederländischen Kandidatenstädte angeschaut. Neben dem Sieger Leeuwarden hatten sich auch die Städte Eindhoven und Maastricht – letztere gemeinsam mit der umliegenden Euregio Maas-Rhein mit zwölf Partnerstädten aus Deutschland und Belgien – für das Rennen um die Kulturhauptstadt 2018 beworben.

Der Juryvorsitzende Manfred Gaulhofer sprach nach Bekanntgabe des Gewinners von einer einstimmigen, aber schwierigen Entscheidung: „Alle drei Städte waren sehr überzeugend.“ Den Ausschlag für Leeuwarden habe der innovative Ansatz gegeben, mit dem die Stadt ihre Pläne in der Bewerbung präsentierte. Das komplette Gutachten der Jury wird voraussichtlich Ende September präsentiert werden. Der Titel der „Kulturhauptstadt Europa“ soll den Zweck erfüllen, „Reichtum und Vielfalt der europäischen Kulturen zu zeigen“ und Städten die Möglichkeit einräumen, sich selbst einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die offizielle Ernennung der friesländischen Stadt Leeuwarden durch den EU-Ministerrat wird im Mai kommenden Jahres stattfinden.

Die Freude über die Ernennung war in und um Leeuwarden überschwänglich. Wie die Presseagentur Novum meldete, reagierten die offiziellen Vertreter der Stadt in den lokalen Medien sehr ausgelassen auf die Nachricht. Sie betonten dabei, dass ihre Stadt eine kulturelle Hauptstadt für alle sein wird: „Man wird einander reicher machen. Wir werden es für die Niederlande, nicht nur für Friesland“, so ein Stadtvertreter. Die für Kultur zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou sagte in ihrer Laudatio: „Ich gratuliere Leeuwarden zu diesem Erfolg. [und] bin überzeugt, dass Leeuwarden ein spannendes Veranstaltungsprogramm mit einer starken europäischen Komponente aufstellt, das Besucher aus der ganzen Welt anlocken wird. Außerdem wird der Titel Leeuwarden und der umliegenden Region auch langfristig spürbare kulturelle, wirtschaftliche und soziale Vorteile bringen, wie dies bereits bei den bisherigen Kulturhauptstädten Europas der Fall war.“

Entscheidend für die Auswahl zur Europäischen Kulturhauptstadt sind eine Reihe von Kriterien, die das Europäische Parlament und der Rat festgelegt haben: „Hierzu gehört, dass die Bewerberstädte ein Kulturprogramm mit einer starken europäischen Dimension aufstellen und die in der Stadt, in der umliegenden Region und im ganzen Land lebenden Bürgerinnen und Bürger einbeziehen sollen. Außerdem muss das Programm nachwirken und langfristig zur kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt beitragen.“ Die europäische Dimension muss dabei in der Auswahl von Themen sowie der Art und Weise, wie die Veranstaltungen organisiert werden, widerspiegeln. Kulturschaffende aus verschiedenen EU-Ländern sollen dazu zusammenarbeiten.

Für viele Beobachter war die Wahl von Leeuwarden ( Stadtwappen lks) eine Überraschung. die Hauptstadt der Provinz Friesland ging von allen drei Bewerberstädten mit dem geringsten Budget (56 Mio. Euro) ins Rennen. Eindhoven (140 Mio.) und Maastricht (80 Mio.) waren finanziell viel stärker aufgestellt. Eindhoven versuchte, sich als Stadt der Zukunft aufzustellen, Maastricht stellte Leeuwarden.Wappenvor allem seine Verbundenheit mit Europa heraus. Leeuwarden wählte einen anderen Ansatz und stellte heraus, dass es aktuell mit einer hohen Arbeitslosigkeit und einer großen Zahl von Einwohnern mit niedriger Bildung zu kämpfen hat. Die Stadt bezeichnete sich selbst so auch als Underdog. In der Bewerbung schrieb man, dass die Stadt mit ihrem Bewerbungsmotto „Minskiep“ – friesisch für „Gemeinschaftssinn“ – den Schwerpunkt auf Kultur im weitesten Sinne legen will. Die Themen der Veranstaltungen lauten Wasser, Land und Horizont.

Leeuwarden wird 2018 nach Amsterdam (1987) und Rotterdam (2001) die dritte niederländische Stadt sein, welche den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen darf. In diesem Jahr sind das slowakische Košice und das französische Marseille Kulturhauptstadt, im kommenden Jahr werden es Umeå in Schweden und die lettische Hauptstadt Riga sein. Für Deutschland waren zuletzt Essen und das Ruhrgebiet im Jahr 2010 zur Kulturhauptstadt nominiert.

(Quelle/entnommen bei: NiederlandNet Foto:Hindrik Sijens/cc-by-nc-sa)