Oldenburger Filmfest startet

13. September 2020

Am 16. September startet in Oldenburg das Internationale Filmfest – als erstes in Norddeutschland unter Coronabedingungen. Der rote Teppich wird in Wohnzimmern ausgerollt – nicht nur symbolisch, sondern ganz real, berichtet die taz. Aufwendige Galas mit Hunderten festlich gekleideten Gästen wird es weder zur Eröffnung des diesjährigen Oldenburger Filmfestes geben noch zum Abschluss oder der Präsentation der Ehrengäste – nicht in Zeiten von Corona. Aber Festivalleiter Torsten Neumann hatte eine Idee, wie sich trotzdem zumindest ein wenig festliche Stimmung schaffen lassen könnte: Ganz normale Oldenburger*innen konnten sich darum bewerben, ihre Wohnzimmer für Galavorstellungen zur Verfügung zu stellen.

So wird nun etwa die Eröffnungsgala am kommenden Mittwoch in einem Privathaushalt stattfinden, von einem Kamerateam aufgenommen und live „ausgestrahlt“ auf der On-Demand-Plattform Pantaflix – für alle, die vorher ein digitales Ticket erworben haben. Neumann wird feierlich dieses 27. Festival eröffnen, ein paar prominente Gäste werden mit ihm und den Gastgeber*innen mit Sekt anstoßen, und dann wird „Puppy Love“ gezeigt.

Zwei Tage später läuft der Film des kanadischen Regisseurs Michael Maxxis dann auch noch mal auf einer großen Leinwand. Die kleine Eröffnungsgala aber gibt es nur online: In den Kinos wird dieses Jahr nicht gefeiert. Wie viel Festivalatmosphäre lässt sich retten unter den Bedingungen der Pandemie?

Alle 45 Filme im Programm werden je einmal in einem der drei Festivalkinos aufgeführt. In den großen, zum temporären Kino umgebauten Saal der Oldenburger „Kulturetage“ passen dann immerhin rund 100 Zuschauer*innen. Und es werden sogar ein paar Gäste anreisen, um ihre Filme persönlich vorzustellen. Aber noch mehr bleiben zuhause und werden für Einführungen oder Gespräche per Videolink zugeschaltet.

[mehr bei der taz]

Abi ’99

10. September 2009

Was hat der Spielfilm „Must Love Death“ – mit Lingen zu tun? Der Film feierte im Juli in Kanada Premiere, und ich lese über ihn:

„Nur wenigen deutschen Filmemachern gelingt mit ihrem Debütwerk direkt der Sprung über den großen Teich. Auch wenn Andreas Schaap das ersehnte Ziel (Hollywood) noch um einige tausend Meilen verfehlt, feiert sein Regiedebüt doch beim FanTasia Film Festival in Montreal Weltpremiere, das vom 09. bis zum 27. Juli 2009 abgehalten wird. Must Love Death, so der Titel dieser Horror-Komödie, entstand in Zusammenarbeit mit Anna Wendt Filmproduktion und der HFF Hochschule für Film und Fernsehen ‚Konrad Wolf‘ in Potsdam-Babelsberg und erzählt folgende Handlung:
Enttäuscht von der Liebe, sieht Norman den einzigen Ausweg in seinem Selbstmord. Zu diesem Zweck verabredet er sich mit einer Gruppe Gleichgesinnter, die sich jedoch schnell als skrupellose Killer entpuppen, die nur auf ein williges Opfer gewartet haben. Es folgt ein komödiantischer und makabrer Kampf gegen den Tod.“

Für mich ist das, was ich da sehe, gewöhnungsbedürftig, und auch ich habe nicht die geringste Ahnung, was ich hiervon halten soll. Aber der Produzent des Filmes, Fabian Winkelmann, muss hier erwähnt werden; die Film-Idee stammt nämlich von ihm und dem aus Oldenburg stammenden Regisseur Andreas Schaab. Beide sind Absolventen der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, haben das Drehbuch zusammen geschrieben und das gesamte Projekt gewuppt. Der 89-Minuten-Spielfilm ist ungewöhnlich für den Abschlussfilm einer deutschen Filmhochschule; denn er wurde komplett auf englisch mit Muttersprachlern gedreht, und er wurde nicht hauptsächlich durch die Hochschule, sondern extern finanziert. „Must Love Death“ ist beileibe kein typisch deutscher Kunstfilm, sondern eine „romantic horror comedy“ – Popcornkino statt schwerer Kost!
Zurück zur Eingangsfrage, deren Antwort Sie längst ahnen:
Produzent Fabian Winkelmann ist Lingener. Anfang 1980 hier geboren hat er ’99 ’00 (wenn Steffen  recht hat) am Lingener Gymnasium Johanneum sein Abi gemacht. Dort war er zuvor Koordinator und Gründungsmitglied des RadiJOHs, das gerade schwer um’s Überleben kämpft, wie ich höre.
Chapeau, Fabian!

Nachtrag:
Ein paar Fotos:
http://www.flickr.com/photos/mustlovedeath/

Bei Facebook bekommt man einen guten Überblick, wie und wo der Film bisher gelaufen ist:
http://www.facebook.com/pages/Must-Love-Death/124035578974?ref=nf

Twitter:
twitter.com/mustlovedeath

Deutschlandpremiere von „Must Love Death“ ist beim 16. Filmfest in Oldenburg am Donnerstag, 17. September um 22.45 im Oldenburger CinemaxX, Stau 79-85, 26122 Oldenburg. Eintrittskarten gibt es hier.