Während gerade im Lingener Emslandstadion der jahrzehntelang gehütete Rasen das Public-viewing-Zeitliche segnet (und -ich vermute- hinterher natürlich kein Rollrasen verlegt wird) will ich mich noch vor dem ersten Anstoß der bundesdeutschen Fußballer um diejenigen Leser kümmern, die nichts mit Fußball im Sinn haben. 

Die nächsten vier Wochen werden hart für diese Nicht-Fußballfans. Wie und mit welchen Fußballphrasen können sie sich aber trotzdem nicht blamieren und  trotzdem mitdisuktieren? Richtig! Es gibt da Schlüsselaussagen, die immer passen. Das etwas andere Fußball-Magazin  11Freunde hat die wesentlichsten von ihnen zusammengestellt:

»Turniermannschaft«

Du sitzt mit deinen fußballbegeisterten Freunden in einer Kneipe und zwangsläufig stellt jemand die Frage nach den WM-Favoriten. Gleich wird irgendjemand Deutschland erwähnen. Du wartest kurz die Gegenrede ab und lässt dann beiläufig das Wort »Turniermannschaft« fallen. Echte Könner ordern danach mit einem kurzen Handzeichen routiniert eine Runde Bier.

»Für mich einer der Geheimfavoriten«

Geht es in einer Diskussion gerade mal nicht um Frankreich, Brasilien, Deutschland, Spanien oder Argentinien (diese bezeichnet man nämlich als Favoriten), dann einfach mal einen Geheimfavoriten droppen. Das Land ist eigentlich egal. Blöd nur, dass man dazu eine kleine Begründung liefern sollte. Tipp: Einfach was mit Mentalität, Zusammenhalt und einem unterschätzten Premier-League-Spieler zusammendichten.

»In dieser Gruppe kann jeder jeden schlagen«

Sollte jemand in deiner Umgebung einen Satz beginnen mit: »In Gruppe H hat ja…« grätscht du mit dieser Phrase in Kniehöhe dazwischen. Hierbei ist es völlig egal, welche Teams in dieser Gruppe sind, denn: »Die kochen auch nur mit Wasser.« Auch diese Phrase unbedingt verwenden. Immer.

»Es gibt keine Kleinen mehr«

Dringend zu empfehlen bei Außenseitersiegen. Spätestens seit dem Karriereende von Philipp Lahm immer passend.

»Hier gibt es keinen S…“

[weiter bei 11Freunde!]

 

ps Eigener Nachtrag:

„Das war eine andere deutsche Mannschaft“

 

Fock off

10. Mai 2016

MFockHelden der Unterklasse heißt die ausgesprochen beliebte Rubrik des Fußballmagazins 11Freunde, das bekanntlich der komplette Gegenentwurf zum Traditionsmagazin Kicker ist. Und jetzt hat es ein Akteur des ASV Altenlingen bravourös und unangefochten  in die Online-Ausgabe von 11Freunde geschafft. Lies selbst:

Fock off
Die schnellste rote Karte aller Zeiten soll der walisische Amateur-Fußballer Lee Todd im Jahr 2000 erhalten haben. Nach nur zwei Sekunden. Weil er auf den offenbar sehr lauten Anpfiff des Schiedsrichters zu sagen wusste: »Fuck me, that was loud.« Dagegen nimmt sich der Platzverweis von Marcel Fock, den er am Wochenende im Einsatz für seinen ASV Altenlingen 1965 kassierte, geradezu als Ewigkeit aus. Epische 15 Sekunden gingen bis zum Platzverweis ins Land.

Doch damit allein war es nicht getan, wie fupa.net zu berichten weiß: »Fock wollte per Grätsche einen Ball von der Linie kratzen, bekam die Kugel jedoch im Liegen an den Arm, sodass Rot und Strafstoß die bittere, aber folgerichtige Entscheidung war.« Immerhin kassierte auch der Gegner aus Papenburg und keine fünf Minuten später einen Platzverweis. Siegte dann dennoch mit 7:0. Aus Altenlingener Sicht nicht gerade ein Tag zur Wiedervorlage.

Keine Frage, Marcel Fock -der für diese unglückliche rote Karte fast schon gnadenhalber nur ein Spiel gesperrt wurde- ist „ein  Guter“. Ohne ihn stünde der ASV nicht im Mittelfeld der Bezirksliga Weser-Ems. Und jetzt ist er auch noch bundesweit gut bekannt – ausgerechnet wegen einer roten Blitzkarte.

 

(Foto: ASV Altenlingen)

 

11 FREUNDE live

20. September 2015

11 Freunde11 FREUNDE live
Köster & Kirschneck lesen vor und zeigen Filme

Meppen, Aula Windthorst-Gymnasium
Samstag, 26.09.2015 – 20 Uhr (Einlass 19 Uhr)
Karten 15 Euro VVK

„Das beste Fußballmagazin Deutschlands“ lobt der Tagesspiegel, und der Spiegel findet „Die schönste Fußballprosa der Republik“. Beide meinen 11FREUNDE, das Magazin für Fußballkultur aus Berlin. Seit dem Jahr 2000 bereichert es die hiesige Fußballszene mit Reportagen und Interviews jenseits von drögen Tabellen und Statistiken. Vor allem aber hat 11FREUNDE eines: unschlagbaren Humor. Mal werden die neuesten Beziehungen von Lothar Matthäus seziert, mal Freud uns Leid als Fan eines Amateurvereins nacherzählt. Und eben dieser Humor geht seit 2005 auf Lesereise.

Chefredakteur Philipp Köster und Chef vom Dienst Jens Kirschneck bereisen mit Texten und Filmen das Land. Die beiden freundlichen Fußballfanatiker berichten von Telefonaten mit Lothar Matthäus, Begegnungen mit Franz Beckenbauer oder verregneten Auswärtsfahrten nach Rostock. Dazu gibt es rasante Filme von vergurkten Interviews am Spielfeldrand und popelnden Bundestrainern.

Anfang 2013 machten Köster und Kirschneck mit ihrer Lesereise erstmals in Meppen Station. 330 Zuschauer im bereits Wochen zuvor ausverkauften Kossehof erlebten einen höchst vergnüglichen und bis heute auch für Nicht-„Fußballexperten“ unvergessenen Abend. Zum zehnjährigen Jubiläum ihrer Lesereise gastieren die 11FREUNDE-Redakteure erneut und mit vielen neuen Texten, Geschichten und Filmen im Gepäck in der emsländischen Kreisstadt.

(Quelle)

Keeper

2. August 2013

20130801-135446.jpgEr kommt aus Schepsdorf und spielte im Hampden Park in Glasgow Champions League, die er mit dem FC Bayern München gewann. Profifußballer Stefan Wessels ist inzwischen in die Region zurückgekehrt und sprach jetzt über Karriere, Krisen und Kahn mit dem Fußballmagazin 11Freunde – bekanntlich der Gegenentwurf zum DFB-zentrierten Kicker. Dabei äußert er Verständnis für den „Ich-bin-jetzt-mal-weg“-Reaktionsfrust von Berufskollegen Michael Rensing und erlöst mit seinem letzten Satz alle Lingener Lokalpatrioten von ihren schlimmsten Befürchtungen. Das Interview führte Tobias Ahrens (11Freunde).

„Mit 20 Jahren war Stefan Wessels der jüngste deutsche Keeper, der bis dato in der Champions League debütierte. Mittlerweile trainiert er die Torhüter des SV Meppen. Wir sprachen mit ihm über Trainingseinheiten mit Oliver Kahn, den TuS Lingen und David Moyes.

Stefan Wessels, nach Stationen beim FC Bayern, 1. FC Köln und FC Everton sind Sie mittlerweile beim SV Meppen gelandet. Zum Karriereende verkommen Sie also nun zum Torfkicker?
Nein, verkommen werden…..“
[weiter auf der Seite von 11Freunde]

(Foto: (c) Stefan Wessels)