100 Tage – I

12. Januar 2011

100-Tage-Bilanz von Lingens Oberbürgermeister
von Carsten Ehrbar (NDR)

Der ehemalige Oberstudienrat Dieter Krone ist seit gut drei Monaten Verwaltungschef von Lingen. Ende September ist der parteilose Dieter Krone überraschend zum neuen Oberbürgermeister von Lingen gewählt worden. In der Stichwahl hatte er sich damals gegen Hans-Josef Leinweber von der CDU durchgesetzt. Heute ist der 47-jährige Oberstudienrat genau 100 Tage im Amt. Zeit für eine Zwischenbilanz im Gespräch mit NDR.de-Autor Carsten Ehrbar.

NDR.de: Herr Krone, vom Musiklehrer zum Verwaltungschef: wie haben Sie die ersten 100 Tage Ihrer Amtszeit als Oberbürgermeister von Lingen erlebt?

Dieter Krone: Das ist schon eine sehr spannende Angelegenheit, wenn man vom Schuldienst in den Verwaltungsdienst kommt. Am Anfang war es für mich schon ungewohnt, verwaltungstechnisch zu denken. Aber mit Hilfe der wirklich guten Mitarbeiter hier in der Verwaltung hat es dann doch ganz gut funktioniert. Gerade in den letzten Wochen habe ich mich dann doch schneller als gedacht eingelebt und denke jetzt auch schon verwaltungstechnisch. Man weiß, welche Vorlagen zu machen sind und in welche Ausschüsse das Ganze geht. Also, alles in allem eine nicht so große Umgewöhnung, wie man zu Beginn vielleicht gedacht hatte.

NDR.de: Was war für Sie denn bisher die größte Herausforderung im neuen Amt?

Dieter Krone: Das war natürlich die Aufgabe, die Bürger und auch den Rat mitzunehmen. Beispielsweise ist die Emsland-Arena ja ein großes Projekt, was ja schon seit mehreren Jahren hier in Lingen diskutiert wird. Da war jetzt eine Entscheidung zu treffen, weil öffentliche Fördergelder sonst abgelaufen wären. Da habe ich gemerkt: ich kann nicht nur Verwaltungschef sein, sondern muss auch politisch aktiv werden und eine gewisse Zielrichtung vorgeben.

NDR.de: Wo wollen Sie in Zukunft für die Stadt Lingen besondere Akzente setzen? Was muss sich ändern?

Dieter Krone: Ich möchte vor allem die komplette Bürgerschaft mitnehmen. Also wirklich offen sagen, was wir wollen und warum wir etwas wollen. Die Informationen sollen nicht gefiltert gegeben werden, sondern für alle zugänglich gemacht werden.

NDR.de: Sie wollen mehr Bürgerbeteiligung, haben aber unlängst die Bürgerfragestunde zugunsten eines Bürgerbuches abgeschafft. Ist Ihnen der persönliche Kontakt zu den Bürgern nicht so wichtig?

Dieter Krone: Genau das Gegenteil ist der Fall, denn in diesem Bürgerbuch ist es ja entscheidend, dass Dinge schnell erledigt werden. Ich kann ja nicht mit jedem Einzelnen reden. Es sind ja sehr viele Anfragen von Bürgern, die ein Problem haben. Und die sollen natürlich schnell eine Rückmeldung bekommen. Bei Bürgerversammlungen und normalen Gesprächen suche ich dagegen den persönlichen Kontakt. So habe ich beispielsweise beim Bürgerempfang viele, viele interessante Gespräche geführt und auch einiges mitgenommen.

-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-

Ok, aber 100 Tage im Amt sind erst am 16.01.2011 verstrichen. Dieser Blog rechnet ab 8. 10.2010 – dem Tag des Amtsantritts und der Vereidigung des neuen OB Dieter Krone.