📌 LIN-Update: COVID-19

12. März 2020

🔗Aktuelle Informationen aus Lingen (Ems) und dem Umland zu COVID-19-Krise auf meiner Spezial-Unterseite.

rechte Trolle

25. September 2020

Sie erinnern sich noch an die WDR-„Umweltsau„, bei der eine Satire Anfang des Jahres durch unser aller virtuelles Dorf getrieben wurde? Dazu gibt es jetzt aufschlussreiche Neuigkeiten:

Erich Maria Remarque

25. September 2020

Auf Erich Maria Remarque ist Deutschland längst stolz – auf ihn, den US-amerikanischen Staatsbürger, der viel in der Schweiz lebte. 1964 erhielt Remarque die Justus-Möser-Medaille seiner Geburtsstadt Osnabrück, 1967 das Große Bundesverdienstkreuz. 1968 wurde Remarque als Mitglied in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Insbesondere diese Ehrung soll den 70-Jährigen sehr gefreut haben. Seit Längerem immer wieder schwer krank starb der Schriftsteller heute vor 50 Jahren am 25. September 1970 in einer Klinik im schweizerischen Locarno.

Der NDR würdigt diesen großen Deutschen:

„Als 18-Jähriger muss Erich Paul Remark zum Militär. Nach kurzer Ausbildung kämpft er im Ersten Weltkrieg als Rekrut an der Westfront. Sehr bald wird er von Granatsplittern schwer verwundet, liegt lange im Lazarett – und intensiviert dort sein Schreiben. „Den wahren Schrecken des Krieges lernt man erst im Lazarett kennen“, formuliert er später in seinem Anti-Kriegsroman „Im Westen nichts Neues“, mit dem er als Erich Maria Remarque berühmt wird.

Als Erich Paul Remark kommt der Schriftsteller am 22. Juni 1898 in Osnabrück als Sohn des Buchbinders Remark auf die Welt. Diese Tatsache, die 30 Jahre später aus politischen Gründen bestritten wird, ist durch eine Geburtsurkunde der Stadt belegt. Er besucht er die Schule, danach das katholische Lehrerseminar. Im Jahr 1916 erscheint sein erster Text „Von den Freuden und Mühen der Jugendwehr“.

Als der Krieg zu Ende ist, absolviert er seine Lehrerprüfung und beginnt in Lohne bei Lingen als Volksschullehrer zu arbeiten, unterrichtet einige Wochen in Klein Berßen, schließlich einen Monat lang in Nahne bei Osnabrück. Aber der Beruf ist nicht das Richtige für ihn. Er quittiert den Schuldienst, hält sich mit Jobs über Wasser, schreibt Gedichte und Kurzgeschichten und veröffentlicht Theater- und Konzertkritiken bei der „Osnabrücker Tages-Zeitung“. In dieser Zeit experimentiert er mit Künstlernamen. Er sieht den Ursprung seines Namens Remark bei französischen Vorfahren und entscheidet sich irgendwann – auch in Anlehnung an den Schriftsteller Rainer Maria Rilke – für Erich Maria Remarque. 1920 erscheint sein erster Roman „Die Traumbude“…“

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Teure kalte Luft

24. September 2020

Es gibt immer noch gesamtgesellschaftliche Probleme, von denen man bislang gar nichts ahnte. Zum Beispiel die Frage, ob der Grundpreis für verpacktes Speiseeis aus dem Supermarkt nach Volumen oder Gewicht bemessen werden sollte. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nämlich festgestellt, dass viele Hersteller das Eis kräftig mit Luft aufschlagen.

Offiziell geschieht dies, um das Eis cremiger zu machen. Allerdings steht auch der Verdacht im Raum, dass die Hersteller so kalte Luft teuer verkaufen. Der tatsächliche Eisanteil bei einschlägigen Produkten soll bei gleichem Volumen zwischen 477 und 870 Gramm schwanken. Die Idee ist nun, dass die Hersteller den Grundpreis nach dem Gewicht angeben müssen.

Bericht auf Spiegel Online

(Quelle: LawBlog/Udo Vetter)

„Meppen-Dalum“

23. September 2020

In Niedersachsen könnte es zu einem weiteren Prozess gegen einen ehemaligen KZ-Wächter kommen: Das Justizministerium­ in Hannover hat die Generalstaatsanwaltschaft in Celle mit den Ermittlungen gegen den 94-jährigen Karl Friedrich Berger beauftragt. Er soll als Wachposten im Außenlager des Konzen­trationslagers Neuengamme, das sich in „Meppen-Dalum“ -so die taz- befand, Beihilfe zum Mord an Gefangenen geleistet haben. Der Mann lebt seit 1959 in den USA, soll dort aber abgeschoben werden.

Berger war von Januar bis März 1945 Aufseher im Außenlager des KZ Neuengamme. Dort mussten die Gefangenen Strafarbeiten verrichten. Auch bewachte er die Häftlinge im März 1945 nach der Auflösung des Außenlagers während des Marsches nach Neuengamme. Während dieses Marsches sollen rund 70 Häftlinge gestorben sein.

„Der Vorwurf, Beihilfe zur Tötung von Gefangenen geleistet zu haben, bezieht sich insbesondere auf die Bewachung des Marsches zur Evakuierung der Nebenlager“, sagt der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Celle. Für seine Arbeit im KZ erhält B. bis heute eine Rente. Seinen Kriegsdienst verrichtete er ursprünglich bei der Marine.

Derzeit lebt der Mann noch im US-Bundesstaat Tennessee. Nach dem Krieg war er mit seiner Frau und seiner Tochter zunächst nach Kanada ausgewandert, 1959 dann weiter in die USA. In diesem März ordnete ein Gericht in Memphis seine Abschiebung an.

B. war erst in die USA ausgewandert, als eine Vergangenheit als NS-Verbrecher nicht mehr von den amerikanischen Behörden verfolgt wurden. Allerdings können mit einem 1978 eingeführten Bundesgesetz NS-Verbrecher neuerlich abgeschoben werden. Laut dem US-Justizministerium geschah dies seither mit 67 Personen.

Das US-amerikanische Justizministerium konnte den Dienst im KZ durch die Auswertung von Karteikarten nachweisen, auf denen seine Diensttätigkeiten notiert waren. Diese befanden sich 1945 auf den Schiffen Cap Arcona und Thielbek, auf die die KZ-Häftlinge des Neuengammer Außenlagers gebracht wurden, nachdem sie vor den vorrückenden Alliierten evakuiert worden waren. Aufgrund einer versehentlichen Bombardierung durch die Alliierten sanken sie in der Ostsee. Tausende Häftlinge starben.

Einige Jahre später wurden die Schiffe geborgen, die Karteikarte mit den Informationen über B. blieb erhalten. Durch zusätzliche Nachforschungen des U.S. Holocaust Memorial Museum konnten die Vorwürfe erhärtet werden.

Laut  Generalstaatsanwaltschaft ist unklar, wann es zu einer Abschiebung kommen wird. Ohnehin ist laut US-Medien über die Berufung Bergers noch nicht entschieden worden.

Ob es in Niedersachsen zu einem Verfahren kommt, ist auch angesichts des Alters von B. fraglich. Dabei dürfte es noch Monate dauern, ehe die Generalstaatsanwaltschaft im Fall Berger Anklage erhebt. „Wir sichten derzeit noch die vorliegenden Unterlagen“, sagt der Sprecher der Behörde.

(Foto: CC s. Arvhiv vom, 08.03.2020; Text: taz)

Critical Mass

23. September 2020

approve

22. September 2020

Genialer Wahlkampfspot.

92-jährig

22. September 2020

Einen schnellen Blick auf ein neues Vodafone-Commercial:
Dass die Corona-Pandemie die Nachfrage nach digitaler Kommunikation dramatisch erhöht hat, ist kein Geheimnis. Seit heute macht Vodafone eine dieser unfreiwilligen Neukundinnen zur Heldin seiner neuen Kampagne. Mit der Geschichte der von einem realen Vorbild inspirierten Klavierlehrerin Zeldha will der Telekommunikationsanbieter zeigen, dass es am Ende nicht auf die Technik ankommt, sondern auf die Menschen, die diese nutzen.

In „Du machst den Unterschied“ (Produktion: Anorak) erzählt Vodafone eine Geschichte, durch die wahre Geschichte der 92-jährigen Klavierlehrerin Cornelia Vertenstein inspiriert ist, die ihren Unterricht während der Pandemie nicht einfach aussetzte, sondern über Face Time fortsetzte.

Spot und Realität weichen allerdings in einem entscheidenden Detail voneinander ab. Während die reale Klavierlehrerin aus Denver in den USA ihre Schüler am Ende bei einer virtuellen Schulaufführung per Zoom um sich versammelt, wird die fiktive Zeldha eines Tages von einem Klingeln an ihrer Wohnung überrascht. Vor ihrer Tür sind ihre Schüler versammelt, die gemeinsam den 70er-Jahre-Klassiker „Give a Little Bit“ singen.

Es ist aufschlussreich, dass sich Vodafone für diese Abstrahierung der realen Ereignisse entscheiden hat, obwohl diese doch eigentlich viel besser zum eigenen Nutzenversprechen gepasst hätten. Der Grund dürfte zum einen darin liegen, dass der Chor vor der Haustür filmisch effektiver den Moment emotionaler Nähe vermittelt…

(Quelle und Text: Horizont)

Klimastreik am Freitag

22. September 2020

Die Klimakrise macht keine Pause! Für entschlossenes Handeln gegen die Klima- und Artenkrise geht es mit Fridays for Future auf die Straßen! Komm zum globalen Klimastreik am 25. September 2020 – natürlich Corona-konform. Gegenwärtig gibt es -glaubt man der FFF-Website- in unserer Stadt Lingen (Ems) allerdings keinen Streik, sondern nur in Nordhorn (12 Uhr) und Papenburg (15 Uhr). Aber dies sollte vielleicht noch zu ändern sein

Globaler Klimastreik am 25.09. 

Nicht nur die Corona-Krise stellt uns vor nie dagewesene Herausforderungen, sondern erst recht die Klimakrise: Wälder leiden unter häufigen Dürreperioden und selbst die Arktis erreicht Hitzerekorde von bis zu 38 Grad. Hier gilt wie bei Corona: Die Bundesregierung muss auf die Wissenschaft hören und endlich handeln.

Diesen Herbst hat sie die beste Gelegenheit dazu: Beim EU-Gipfel im Oktober wird über die europäischen Klimaziele als Beitrag zum Pariser Klimaabkommen entschieden. Deutschland hat den Vorsitz und steht deshalb in der Verantwortung, dass die EU-Staaten beschließen, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent zu reduzieren.

Eine Kunstaktion zum letzten Klimastreik am 24. Aril 2020. - Foto: Fridays for FutureEine Kunstaktion zum letzten Klimastreik am 24. April 2020. – Foto: Fridays for Future

Macht mit bei den Klima-Demos von Fridays for Future zu beteiligen: Seid am 25.September beim Klimastreik dabei und trag euch schon jetzt auf der Streikenden-Karte unter www.klima-streik.org ein! Auf der Website könnt ihr euch über unser Demo-Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutz-Organisationen informieren. Nutzt die Hashtags #KeinGradWeiter und #FridaysForFuture für eure sozialen Netzwerke. Informiert eure Familien, Freund*innen und Nachbar*innen damit wir richtig viele werden! Gebraucht wirdeure Unterstützung online wie offline im gesamten Bundesgebiet!

Der Klimastreik ist darauf angewiesen, dass viele Leute mitmachen: Plakate aufhängen, Flyer auslegen, Posts auf Social-Media – wenn das Hunderte machen, erreichen wir Tausende. Mehr Infos hier!

Protestiert wird natürlich Corona-konform mit Alltagsmaske, Abstand und Anstand. Der NABU mobilisiert mit und hat deshalb gemeinsam mit dem ARD-Meteorologen Karsten Schwanke  ein Info-Video passend zum Thema „Corona vs. Klimakrise“ gedreht:

 

Es gab war eine künstlerische Überraschung: Einen Emmy für die in Hannover lebende Regisseurin (und Schauspielerin) Maria Schrader. Sie führte Regie in der kleinen Netflix-Serie Unorthodox. Mit der wunderbaren Shira Haas als Esther „Esty“ Shapiro. Hier einige Kostproben:

und mehr

Unorthodox“ handelt von einer jungen Frau, die ihr orthodoxes Leben in New York gegen eine Zukunft in Berlin tauscht; denn sie entflieht ihrer arrangierten Ehe und will sich selbst finden. Als sie die neue Freiheit zu genießen beginnt, holt sie ihr altes Leben und die Vergangenheit ein. Die Serie basiert auf Deborah Feldmans gleichnamigem.  autobiografischem Bestseller (ISBN: 978-3442715343: hier).

Guten Abend Herr Koop

21. September 2020

Das ist dann wohl ein Tiefpunkt: Der Umgang zwischen denen, die in Lingen qua Mehrheit das Sagen haben, und allen anderen. Der Anlass: Ein Mitglied der CDU-Stadtratsfraktion ist positiv auf CoVid-19 getestet worden; es hat sich offenbar bei einer Familienfeier angesteckt. Weil es das nicht wusste, nahm es an einer CDU-Klausurtagung im Ratssitzungssaal unserer Stadt teil. Zwei Tage später bekam er Infektionssymptome, und er ließ sich sofort testen. Wiederum zwei Tage später gab es das CoViD-19-Ergebnis.

Ausgesprochen großzügig -wie man es bei Fußballern und Schülern in der Region so gar nicht kennt- hat das Gesundheitsamt des Landkreises entschieden, dass nur diejenigen Sitzungsteilnehmer in Quarantäne mussten, die links und rechts direkt neben dem Infizierten saßen. Die anderen im Sitzungssaal können ihrer Wege gehen.

Als di Infektion bekannt und deutlich wurde, dass die CDU sie verbergen will, gab es eine heftige stadtratsinterne Debatte. Dabei verstieg sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Hilling sogar zu der Anweisung, seine E-Mails an mich dürften „Dritten“ nicht bekannt gegeben werden. Seht selbst:

Erste E-Mail von CDU-Fraktionschef Uwe Hilling am Dienstag um 22.34:27 h:

Guten Abend,
 
aufgrund eines Corona-Falles in der CDU-Fraktion beantrage ich im Namen der CDU-Stadtratsfraktion die Verschiebung der für Donnerstag, dem 17.09.2020 vorgesehenen VA-Sitzung. Es ist nicht möglich, eine ausreichende Anzahl an CDU-Vertretern zu entsenden, damit die Beschlussfähigkeit gewährleistet ist.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Hilling
CDU-Fraktionsvorsitzender

Weitere Informationen teilte er nicht mit. Weitere Informationen teilte auch der Oberbürgermeister nicht mit, der als Teilnehmer an der CDU-Sitzung genau wusste, um wen und was es geht.

Zuvor am Dienstagnachmittag hatte um 15 Uhr ein Arbeitskreis zur Vergabe des Ehrenamtspreises getagt und ab 16 Uhr der Umweltausschuss. Die Teilnehmer/innen, die nicht der CDU angehörten, wurden nicht über die Infektion und die Quarantäne informiert; für Uwe Hilling war aber offenbar erst einmal wichtig, keine „ausreichende Anzahl an CDU-Vertretern … entsenden“ zu können.

Meine Antwort am nächsten Tag im Wortlaut war:

Hallo Uwe,

auf deine gestrige, knapp gehaltene E-Mail haben wir einige Informationsfragen:
Nach unserer Kenntnis ist der Kollege … an CoViD-19 erkrankt. Zunächst wünschen wir ihm alles Gute und baldige Genesung. Um dein Anliegen einzuordnen, muss festgestellt werden, wer Kontaktperson 1. Grades im Sinne der RKI-Zuordnung zu … war:
Uns ist nicht bekannt, ob Kollege … an der CDU-Fraktionssitzung am Montagabend (14.09.) teilgenommen hat. War dies der Fall? Jedenfalls hat er am vergangenen Freitag (11.09.) an einer „Klausurtagung“ eurer Fraktion zum Nachtragshaushalt teilgenommen; soweit hier bekannt, war er damals bereits infiziert. Anwesend waren bei der nach unserer Kenntnis längeren Sitzung, die in einem Saal stattfand, auch der OB und der erste Stadtrat sowie die Kämmerin.
Alle Mitglieder der CDU-Fraktion, der OB und die beiden Dezernenten sind wegen der Freitag-Sitzung damit grundsätzlich erst einmal Kontaktpersonen 1. Grades gemäß RKI-Einstufung. Sie müssen sich folglich für 14 Tag einer häuslichen Absonderung (Quarantäne) unterziehen. Wir hören, dass seit heute einige negative Corona-Testungen vorliegen; doch ein solcher negativer Corona-Test ändert die Absonderungsregel nicht. Vor einigen Tagen ist ein Amateurfußballspieler der 1. Mannschaft  des ASV Altenlingen Kontaktperson 1. Grades zu einem infizierten Fußballspieler der 2. Mannschaft gewesen. Selbstverständlich muss er sich -trotz negativen Coronatests- als Kontaktperson 1. Grades für 14 Tage häuslich absondern. Wir sehen nicht, dass dies für die Mitglieder der CDU-Fraktion anders gehandhabt werden sollte bzw. kann.
Uns ist auch bekannt, dass einzelne CDU-Fraktionsmitglieder nicht an den Sitzungen teilgenommen haben, die einen Sitz oder eine Vertretung im VA haben, bspw. Thomas Brümmer. Sie können daher an der morgigen VA-Sitzung teilnehmen, auch wenn andere VA-Vertreter der CDU in Absonderung sind.
Der VA ist beschlussfähig, wenn die Mehrheit seiner Mitglieder anwesend ist. Mitglieder sind 10 gewählte Ratsvertreter, der OB und -mit beratender Stimme- der FDP-Kollege Beeck bzw. sein Vertreter Dirk Meyer sowie lt. Hauptsatzung die drei städt. Wahlbeamten. Das sind 15 Personen; die Mehrheit sind also 8 Personen. Nach unserer Kenntnis sind alle fünf Vertreter der Minderheitsfraktionen und Wahlbeamter Lothar Schreinemacher an der Anwesenheit nicht gehindert. Es fehlen dann zwei Mitglieder eurer Fraktion zur Beschlussfähigkeit. Wir fragen dich, ob unter den 12 CDU-Kollegen, die einen Sitz oder Vertretersitz im VA haben, neben Thomas Brümmer alle anderen ausfallen. Wenn dies nicht der Fall ist, ist der VA beschlussfähig, wenn zwei Mitglieder eurer Fraktion anwesend sind. Ist das möglich?
Wir würden dies begrüßen, und wir können insoweit mitteilen, dass wir in dieser schwierigen Zeit uneingeschränkt bereit sind, die kommunale Selbstverwaltung sicherzustellen, also die anstehenden Ausschussbeschlüsse im VA zu genehmigen – wie bspw. die des Wirtschafts- und Grundstücksausschusses u.a. mit der Grundstücksvergabe für ein Baugebiet in Holthausen-Biene –  und auch sonst notwendige Entscheidungen zu treffen.
Sollten eure Fraktionsvertreter beantragen, bestimmte Beschlüsse zu vertagen, würden wir als Die BürgerNahen dies grundsätzlich unterstützen, und wir nehmen an, dass auch die anderen Fraktionen so handeln werden. Nichts anderes als diese konstruktiv-demokratische Haltung ist angemessen. Wie verbleiben wir? Wir warten auf deine Antwort und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
Die BürgerNahen – Stadtratsfraktion
Robert Koop, Vors.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Hilling teilte am selben Abend mit:
Guten Tag,
aufgrund neuer Erkenntnisse wird der unten aufgeführte Antrag der CDU-Fraktion zurückgenommen. Die VA-Sitzung kann stattfinden.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Hilling
CDU-Fraktionsvorsitzender
PS. Eine Weitergabe dieser Mail an Dritte oder einer Veröffentlichung in sonstiger Weise wird ausdrücklich widersprochen.
Die neuen Erkenntnisse waren die negativen Testergebnisse, die aber angesichts der Infektionszeiten bedeutungslos sind. Um 22.22 h traf bei mir dann eine Antwort-Mail von Uwe Hilling mit einer wenig freundlichen Anrede und dem bereits bekannten Abschluss ein:
Guten Abend Herr Koop, guten Abend liebe Kolleginnen und Kollegen,

Mit freundlichen Grüßen
Uwe Hilling, CDU-Fraktionsvorsitzender

ps.: Eine Weitergabe dieser Mail an Dritte oder eine sonstige Veröffentlichung in den sozialen Medien ist nicht zulässig.

Natürlich habe ich jede E-Mail von Uwe Hilling an meine Fraktionskollegen weitergeleitet. Vom Vorsitzenden einer anderen Ratsfraktion lass ich mir nämlich nicht verbieten, unsere BN-Fraktionskollegen zu informieren.
Bis jetzt unbeantwortet ist übrigens meine, tags darauf im Verwaltungsausschuss gestellte Frage, welches Mitglied der CDU-Fraktion denn als Kontaktperson 1. Grades des Infizierten unter Quarantäne steht und ob einer von ihnen an den beiden Dienstag-Sitzungen teilgenommen hat. Statt dessen warfen CDU-Vertreter uns Vertretern der Minderheitsfraktionen vor, dass sie ja bei Uwe Hilling hätten anrufen können.
Bemerkenswert: Auch Oberbürgermeister Krone lehnte es ab, meine Frage zu beantworten. Schlussfolgerung: Ihm sind die Ratsmitglieder, die nicht der CDU angehören, sowie ihre gesundheitliche und persönliche Belange und deren Kontakte mit Dritten offenbar gleichgültig. Das ist ein nie gekannter Tiefpunkt des Umgangs miteinander im Lingener Stadtrat. Es liegt nahe, dass sich diese Missachtung auf die Arbeit der städtischen Gremien auswirkt und auswirken muss. Dies ist die politische Dimension der menschlichen Unverschämtheit.
Genauso bemerkenswert ist es, dass auch die Lingener Tagespost, die Ems-Vechte-Welle und der regionale NDR nicht über die Infektion eines führenden CDU-Ratsmitglieds berichten, obwohl inzwischen vier Personen an CoViD-19 erkrankt sind, die an besagter Familienfeier im Stadtteil Brögbern teilgenommen hatten. Allein EmsTV veröffentlichte die erste E-Mail von Uwe Hilling, jedoch auch nicht mehr.
Bitte zieht aus alledem eure eigenen Schlussfolgerungen und -vor allem- habt eine schöne, gesunde Woche.