📌 LIN-Update: COVID-19

12. März 2020

🔗Aktuelle Informationen aus Lingen (Ems) und dem Umland zu COVID-19-Krise auf meiner Spezial-Unterseite.

Kartoffeln

3. April 2020

Die beiden feinen Lingener Fachgeschäfte Kathy’s Wohnart und Prozellan Benner werden wohl neue Produkte in ihr Verkaufssortiment aufnehmen. Das werde ich ihnen dringend ans Herz legen.  Denn dann können sie wieder öffnen. Abgesehen davon, dass Kathy Hüllsieck schon immer Parfum und Körperpflegemittel („Hygieneartikel“) angeboten hat, wird sie künftig wohl Kartoffeln und Spargel  vom Biohof verkaufen, und Kaufmann Oliver Benner zwischen all den Pfannen, Töpfen und Küchenzubehör, Pastagrande-Nudeln aus Wietmarschen, Enkings Schwarzbrot und Settebernds Beschüte aus Emsbüren. Ich nehme an, dies wird mit einer Mitteilung an das städtische Gewerbeamt flankiert, man volle das Sortiment vergrößern. Dann nämlich können beide Einzelhändler aus der Lingen Burgstraße ihre Geschäfte wohl wieder öffnen. Das zeigen die letzten Tage.

Die Allgemeinverfügung des Landes Niedersachsen („zum Schutz der Bevölkerung“) wird sie schwerlich stoppen. Denn sie wird mehr und mehr zu einem Flickenteppich. Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) setzte die Öffnung von Baumärkten durch, um Kaufprozessionen in Baumärkte im benachbarten  NRW zu beenden. Inzwischen darf selbst wieder die Postenbörse geöffnet halten; dazu führte ein schlichter Brief des Firmeninhabers an den niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU); die Kommunen waren machtlos. Wir sehen:  Die großen Discounter und Supermärkte von Aldi, Edeka, Famila, Netto bis Rewe verkaufen ohne jede Scham und Zurückhaltung das ganze Warensortiment mit Hunderten Nonfood-Artikeln bis zu Fahrrädern und Fernsehapparaten. Es interessiert niemanden, schon gar nicht  die niedersächsische GroKo-Landesregierung, welche zerstörerische Wirkung diese Einseitigkeit auf den kleinen Einzelhändler hat – vor allem im Stadtzentrum. Wir erleben eine große Umverteilung.

Jede/r kann es sehen: Vorn im Discountermarkt mussten die Blumengeschäfte schließen; doch Blumen gibt es trotzdem zu kaufen, jetzt bloß hinter den Supermarktkassen vom Marktbetreiber. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen an diesen Großen, die kleinen Einzelhändler schauen in die Röhre. Das ist „bitter, hart und ungerecht“, sagte OB Krone gestern in einer Sitzung des Lingener Verwaltungsausschusses, und alle stimmten zu.

Wenn dem aber so ist, kommen jetzt eben Kartoffeln & Co. in den Einrichtungs- und Porzellan-Einzelhandel. 4-lagiges Klopappier als Hauptverkaufsartikel ginge sicher auch.


Foto: Giebel des Hist. Rathaus Lingen © milanpaul via flickr

alle durch

2. April 2020

 

völlig überzogen

2. April 2020

Im Landkreis Emsland dürfen wegen der Corona-Pandemie schon seit Wochen keine Touristen mehr übernachten. Doch jetzt versucht der Landkreis, das Aufenthaltsverbot auch auf jegliche Nutzung von Zweitwohnungen auszuweiten. Untersagt hat er per Allgemeinverfügung jede  Nutzung einer Nebenwohnung (sog. Zweitwohnung) ebenso wie die Nutzung von Wohnwagen, Wohnmobilen und Mobilheimen sowie ähnliche zum Wohnen oder Übernachten gedachte Räumlichkeiten. Ausgenommen vom Verbot sind nur Nutzungen aus zwingenden (!) beruflichen sowie aus ehe-, sorge- und betreuungsrechtlichen Gründen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Bewohner von Zweitwohnungen sollen also weg.

Der Grund in einer in weiten Teilen schwadronierenden Begründung:

Das Gesundheitssystem des Landkreises Emsland würde überfordert, wenn es für eine unbekannte möglichweise ständig wechselnde Anzahl eine Ne- benwohnung nutzende Personen Kapazitäten vorhalten müsste.

Personen, die sich derzeit in ihrem Zweitwohnsitz im Landkreis Emsland befinden, fordert der Landkreis mit Landrat Marc-Andre Burgdorf (CDU) an der Spitze knallhart auf, „spätestens bis einschließlich, 03.04.2020″ die Rückreise anzutreten“. Hej Leute, Ihr werdet rausgeworfen. Also bitte, Herr Landrat!

  • Derzeit ist gar nicht festzustellen, dass das Nutzungsverbot von Zweitwohnungen und Mobilheimen zur Verhinderung der Virusverbreitung erforderlich ist; denn entgegen der Behauptung des Landkreises drängt es sich keinesfalls auf, dass das emsländische Gesundheitssystem mit seinen acht Krankenhäusern und Hunderten Ärzten wegen einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch Zweitwohnungsnutzer kollabiert. Das unterscheidet unseren 300.000-plus-Landkreis von einer kleinen ostfriesischen Insel. Auch trägt die weitere Behauptung nicht, dass es hier ein „hoch beanspruchtes Gesundheitssystem vor Ort“ gibt. Das nämlich gibt es in diesen Tagen überall in Deutschland.
  • Noch ein weiterer Punkt: Ich stelle mir vor, dass ältere Menschen hier deshalb Zweitwohnungen haben und nutzen, um dem Stress, dem Lärm, Dreck und der Enge an ihrem Hauptwohnort zB in einer Ruhrgebietsgroßstadt aus dem Wege zu gehen. Sie haben sich hierhin zurückgezogen und warten das Abklingen der Corona-Pandemie ab. Warum, bitte schön, sollen sie jetzt zurück in ihre Großstädte fahren, die allesamt in Deutschland Hotspots des COVID-19-Virus sind? Das ist keine gute, vor allem keine solidarische Idee sondern etwas, was die „ausgewiesenen“ Zweitwohnungsnutzer bloß einem unnötigen Risiko aussetzt.
  • Und schließlich: Man stelle sich mal vor, wenn die großen Städte und Ballungszentren ähnlich allgemeinverfügten und dann von dort alle Zweitwohnungsnutzer aus dem Emsland ins Emsland zurückkämen. Was dann? Wer will das? Das bundesdeutsche Melderecht zum Anknüpfungspunkt für Gesundheitspolitik zu machen, scheint mir reichlich daneben.

Die neue Allgemeinverfügung Nr. 10 des Landkreises Emsland ist also höchstens gut gemeint, aber auf jeden Fall schlecht gemacht und vor allem völlig unverhältnismäßig. Man kann zwar das Motiv verstehen, nämlich die medizinischen Kapazitäten nicht zu schwächen. Ein Zusammenhang zwischen einem funktionierenden Gesundheitssystem und der Nutzung von Zweitwohnungen etc. ist aber weder in der Allgemeinverfügung selbst noch in der Presseerklärung des Landrats dazu aufgezeigt. Es gibt ihn auch gar nicht. Betroffene sollten sich wehren und darauf hinweisen, dass das Emsland nicht mit Wangerooge oder Juist gleichzusetzen ist.

Der Kreisverwaltung sei derweil ins Stammbuch geschrieben: Gerade in schwierigen Zeiten der Krise muss sich eine Verwaltung an Recht, Gesetz und vor allem die Grundrechte halten. Dazu zählen die Freizügigkeit und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Das jetzige Projekt tut dies nicht. Daher muss es um des Rechtsstaats willen sofort beendet werden. Die Allgemeinverfügung Nr. 10 gehört daher in den Papierkorb. Geschreddert. 


Update vom 2. April:

Am heutigen Donnerstag hat der Landkreis seine frisch gestrickte Allgemeinverfügung Nr. 10 ein kleines Bisschen korrigiert: Student*innen sind jetzt davon ausgenommen. Da freute sich die Tochter des Lingener OB, die ihren Erstwohnsitz in Hannover und den Zweitwohnsitz im elterlichen Lingen hat. Sie hätte ohne die Korrektur gen Hannover abreisen müssen. Nun darf sie bleiben. Bloß steht in der unterkomplexen Allgemeinverfügung etwas anderes...

Endlich. Mit Zustimmung des Pfarrers der Bonifatius-Kirche und bei Stimmenthaltung mehrerer Mitglieder des Kirchenvorstandes der zentralen katholischen Lingener Gemeinde hat unsere Stadt Lingen (Ems) eines der originellsten Lingener der letzten 60 Jahre gedacht. Zwar muss der Stadtrat die Ehrung noch förmlich beschließen. Doch weil er aus bekannten Gründen zurzeit nicht tagt, sind die neuen Namensschilder bereits seit gestern angebracht; Hauseigner Robert Blanke persönlich schraubte sie an seine Burgstraßen-Ostwand: Das Areal vor der Bonifatiuskirche zwischen Haupteingang und Burgstraße trägt künftig den Namen von Rudi Gels. Es wirkt wie der Namensgeber durch bodenständige, heimatbezogene Eleganz und heißt ab jetzt Rudi-Gels-Platz.

Das nötige Zusatzschild fehlt noch, auch deshalb hier in meinem kleinen Blog meine Hommage an diesen Recken: Rudi Gels war nämlich tatsächlich einer jener unverwechselbaren Lingener -ja, ich sage-  Typen, die in den Jahren wuchsen, in denen Laxten und Darme noch bar ihres nivellierenden Einflusses waren. Auch ihm gelang nicht immer alles, auch nicht immer alles völlig gesetzestreu, weshalb er bisweilen in den Baulichkeiten Kaiserstraße 5 unterkommen  musste. Dort war er dann einer der wenigen, denen ein Ausflug auf das Dach von Haus 3 gelang, wo er seinen um die Einrichtung staunend versammelten -ich schätze 150- Fans zuwinkte, die ihm ein langgezogenes „Ruuuudiiii “ zuriefen – viele Jahre übrigens, bevor dies wegen eines anderen Rudi ein Schlachtruf in deutschen Fußballarenen wurde. Das waren genauso einzigartig-ungezogene Rudi-Gels-Momente wie seine konfrontativ-entschlossenen  Begegnungen mit den bundgekleidet-beamteten Ordnungshütern dieser Stadt in seinem Stammlokal VAT69. Wer erinnert sich nicht?! Und man mochte diesen Schlawiner irgendwie, selbst wenn man selbst versehentlich in seine forsch gestreckte Faust lief.

Im Früchtehaus Corbach bewegte er im morgendlichen Krafttraining manche Pflaumen- und Birnenkiste und respektierte meist deren stabile Konstruktion. Dabei war Rudi Gels im Grunde seines Herzens aber zutiefst antiautoritär;  wirkliche Autoritäten. hingegen respektierte der jetzt Ausgezeichnete. Nicht selten besuchte er beispielsweise montags in aller Frühe im Amtsgericht den langjährigen Schöffenrichter Josef Haakmann, ein Unvergessener der Lingener Richterszene, um ihn entschlossen-zaudernd mit dem Satz „Herr Haakmann, ich habe Scheiße gebaut“ schon im doppelten Sinne wirklich früh über neue berufliche Herausfordrungen in der Haakmann’schen Gerichtsabteilung in Kenntnis zu setzen.

„Ach, Rudi“, entgegnete Josef Haakmann ihm dann mit ruhigem Augenaufschlag und setzte hinzu „Es wird schon nicht so schlimm. Mal sehen, was überhaupt wird.“ Die beiden verstanden sich über Jahrzehnte; ihre Beziehung war tief und geradezu symbiotisch.

Wen Rudi ins Herz geschlossen hatte, belohnte er mit Einzigartigkeiten: Vor allem manche  Frauen seiner Heimatstadt wussten das zu schätzen, die er seinen buschigen Fuchsschwanz berühren und streicheln ließ, mit dem er seine Mofa-25 so überaus heimelig gestaltet hatte. Dann fuhr er mit ihnen auf dem Choppersitz seines motorisierten Mofa-Gefährts am Campingplatz in Schepsdorf in die untergehende Sonne.

Rudi, Du warst, jedenfalls in seinen spöten Jahren, ein toller Hecht, und es ist schön, dass deine Heimatstadt Deiner jetzt rund 10 Jahre nach Deinem Ableben gedenkt – gerade auf diese weise und hier, zwischen Amtsgericht und Bonifatiuskirche; so wird auch daran erinnert, dass und wie Du mit Deiner Mofa durch das Kirchenschiff fuhrst.

Lingen(Ems) ehrt den lieben Rudi Gels! Dass ich das noch erleben darf.


Nachtrag: Hat bitte jemand aus Lingen ein gutes Bild von Rudi – mit oder ohne Mofa? Das würde ich mir etwas kosten lassen. Bitte also ggf. eine persönliche E-Mail…

(Foto: RobertsBlog)

Für umme

31. März 2020


Coronavirus, Zeit füllen müssen, ohne in Depressionen zu versinken. Das Montreux Jazz Festival tut da aktuell etwas für uns und haut über 50 Streams ihrer Live-Aufnahmen so für nichts raus. Nicht ganz für nichts, denn sie wollen eine Registrierung. Nach dieser bekommt man dann dann die dortigen Auftritte von Johnny Cash, Nina Simone, Marvin Gaye, Wu Tang Clan, Alanis Morissette, RUN DMC… Da kann man schon mal ein paar Stunden verweilen. Ich fang mal mit Nina Simone an.

1.) Go to stingray.com/FREEMJF1M
2.) Enter the code FREEMJF1M
3.) Find all the Montreux Jazz Festival concerts here: stingray.com/MJF

[Gefunden bei @Das_Kfmw]

Coronavirus Rhapsody

30. März 2020

Nichts zu lachen in diesen tagen, Leute. Aber die Parodie, die seit einigen Tagen auf YouTube rauf und runter gehört wird, beschreibt Sänger Adrian Grimes als einen Versuch, „etwas Humor einzubringen, um durch die COVID-19-Krise zu kommen“.

Er sagt: „Ich möchte betonen, dass ich weiß, woher diese Leute kommen. Meine Frau arbeitet im Gesundheitswesen, und ich habe zwei kleine Kinder; ich weiß sehr gut, wie sich dieses Virus auf meine Familie auswirken könnte. Ich hoffe jedoch, dass ich selbst unter diesen Umständen, sollten sie auftreten, immer noch in der Lage sein werde, meinen Sinn für Humor zu bewahren, und viele Kommentare von Menschen, die bereits vom Coronavirus betroffen sind, haben mir gezeigt, wie sehr sie dies schätzen.“

Murder Most Foul

30. März 2020

Wann, wenn nicht in diesen Tagen, hört man sich 17 Minuten lange, rezitativartige Songs an?

„Mit einem einzigen neuen Song beerdigt Bob Dylan die USA. Das 17-minütige „Murder Most Foul“ könnte den letzten großen Moment des ultimativen Popkünstlers markieren.“ So schrieb’s die ZEIT am Freitag, und dem ist nichts hinzuzufügen, allenfalls dies.

Bleibt gesund in dieser Woche, liebe Leser*innen!

ps Statt einer Rezension:

Creative Tradition:
Y
ou know, I’m sitting here in Ireland during the covid-19 shutdown thinking: thank god for folk songs. By coincidence, Bob Dylan’s name is trending on twitter. I think the worst. But then, a miracle. A new song! But, it’s actually more of an opus. At first I think, 17 minutes on JFK – a bit much. But this is perfect. I’m lucky to have heard this on the day it was released. Went I’m sad, I think how lucky I have been to been alive while Bob Dylan was writing songs. Thanks for this, thanks for not giving up on us. On the truth.“

stayhomesavelifes

29. März 2020

Die Metropolen rund um den Globus sind aktuell im Covid-19 Lockdown-Modus. Da der Tourismus nahezu komplett pausiert ist sind auch die Tourismus-Hotspots wie leergefegt. Der Youtube User BlckL hat einen Zusammenschnitt der Live-Webcams der bekanntesten Touripots erstellt und das Ergebnis ist nicht nur ziemlich sehenswert, sondern vergleichbare Bilder wird es sicherlich auch so schnell nicht wieder geben.

(Danke an Urbanshit)

#bleibzuhause

28. März 2020

Mehr auf meiner Sonderseite

bald ändern

27. März 2020

Bisher können Kunden die Deutsche Telekom auf unterschiedlichem Weg erreichen, wenn sie Fragen haben: Per E-Mail, Kontaktformular oder telefonisch: Das aber soll sich im April ändern. 

Die Deutsche Telekom will mehrere ihrer E-Mail-Servieadressen für den Kundenkontakt ab dem 21. April abschalten. Das berichtet „Caschys Blog“.

Demnach sollen künftig Anfragen, die das Bonner Unternehmen bisher über die E-Mail-Postfächer info@telekom.de, kundenservice.festnetz@telekom.de und kundenservice.mobilfunk@telekom.de erreichen, nicht mehr bearbeitet werden. Nutzer erhalten stattdessen eine automatisierte Antwort mit der Bitte, über einen anderen Kanal Kontakt aufzunehmen.

Zur Verfügung stehen dafür neben dem Telekom-Chat ein Kontaktformular auf der Webseite, ein Rückrufservice, eine Telekom-Community und das Telekom-Kundencenter.

Für die E-Mail-Kommunikation will die Telekom dann auf dynamische Adressen setzen, deren Gültigkeit nach einer gewissen Zeit erlöscht. Kunden können nur einmal und nur innerhalb von 28 Tagen auf die E-Mail antworten. Für alle weiteren Nachfragen und Anliegen muss erneut das Kontaktformular verwendet werden.