📌 LIN-Update: COVID-19

12. März 2020

🔗Aktuelle Informationen aus Lingen (Ems) und dem Umland zu COVID-19-Krise auf meiner Spezial-Unterseite.

Schlag ins Gesicht

28. November 2020

Über den „höchsten Weihnachtsbaum Niedersachsens“, der „sonst in England“ (OB Krone) jetzt aber auf dem Marktplatz glitzert, wird in unserer Stadt kontrovers diskutiert. Und seit gestern auch darüber, dass unverhofft unten im Verkaufsstand des Baumes jetzt Crepes, gebrannte Mandeln und andere Süßwaren verkauft werden.

Thies Eis kommentierte das gestern Abend auf Facebook so:

Immer auf die Kleinen, oder wie sieht das aus, Stadt Lingen (Ems)?
Seit über 92 Jahren sind wir mit unserem Betrieb durchgängig(!) in Lingen ansässig. Gut, wir sind kein Großunternehmen, aber muss so etwas wirklich sein?
Erst die Absage des Weihnachtsmarktes in Lingen, den wir seit nunmehr 36 Jahren – also seit in Lingen ein Weihnachtsmarkt etabliert wurde – mit unserer Waffelbude beschicken, und dem wir stets die Treue gehalten haben (wobei die Absage in Hinblick auf Corona an dieser Stelle vollkommen nachvollziehbar ist); dann die Absage für unseren Waffelstand vor dem Lookentor, mit dem wir ebenfalls seit Jahrzehnten in der Vorweihnachtszeit in der Lingener Fußgängerzone präsent sind, mit der Begründung, dass die verantwortlichen Gremien der Stadt Lingen mit Absage des Weihnachtsmarktes auch entschieden haben, dass keine anderen Verkaufsstände in der Lingener Innenstadt für die Vorweihnachtszeit zugelassen werden.
Somit für uns zunächst einmal ein kompletter Wegfall des Wintergeschäftes und sämtlicher Einnahmen.
Und dann gebt ihr den Raum, in dem „größten portablen Weihnachtsbaum“ der auf dem Marktplatz aufgestellt wurde, einen Verkauf von Crêpes, gebrannten Mandeln und Süßwaren betreiben zu lassen?
Wie auch für uns, ist das mit Sicherheit für viele der langjährigen Beschicker des Lingener Weihnachtsmarktes, ein Schlag ins Gesicht.
Erst alles absagen und dann auf einmal so? – der Gedanke dazu mag ja schön sein, den Leuten über die Vorweihnachtszeit den Zugang zu weihnachtlichen Leckereien zu ermöglichen, aber dann wäre es doch vor allem in Hinblick auf die Situation mit Corona besser gewesen, dass man Stände in der Stadt verteilt und nicht alles auf einen zentralen Punkt konzentriert, oder? – und dass man dabei auf ortsansässige Betriebe bzw. Beschicker des Weihnachtsmarktes zurückgreift, die es in Zeiten von Corona eh schon schwer genug haben über die Runden zu kommen und in eine unsichere Zukunft blicken, wäre doch auch eine gute Überlegung, so bleiben die Steuereinnahmen wenigstens im Lingener Stadtsäckel und uns wäre ein bisschen Perspektive gegeben worden.
Wir jedenfalls sind von diesen Vorgängen maßlos enttäuscht, seit uns heute erreicht hat, dass auf dem Marktplatz Crêpes, heiße Mandeln, etc. verkauft werden.
Darf auch gerne geteilt werden.
Beschlossen wurde im Verwaltungsausschuss unserer Stadt:
Aufgrund der Corona-Umstände wird auf die Durchführung eines Weihnachtsmarktes mit Verkaufsbuden, Fahrgeschäften und Veranstaltungen verzichtet. Stattdessen soll ein „Weihnachtliches Lingen“ mit einer festlich geschmückten Innenstadt in weihnachtlicher Atmosphäre stattfinden.
Dazu diese Hintergrundinformation:
1. Grundsätzlich: Die Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen legt in § 10 fest: Geschlossen sind „Messen, Kongresse, gewerbliche Ausstellungen, Spezialmärkte, Weihnachtsmärkte, Jahrmärkte und ähnliche Veranstaltungen, ausgenommen Wochenmärkte“. Genauso gilt dies auch in allen anderen Bundesländern. Ein klassischer Weihnachtsmarkt war/ist also nicht möglich und das ist angesichts der Corona-Pandemie auch richtig.
2. Ein Verkauf unter „Niedersachsens größten Weihnachtsbaum“ ist im zuständigen Verwaltungsausschuss der Stadt (VA) weder mitgeteilt noch beschlossen worden. Es sollte ein Blickfang (kostenlos) aufgestellt werden, und es war keine Rede von einem Verkaufsstand. Im Gegenteil erklärte der OB, ein gastronomisches Angebot sei damit nicht verbunden.
3. Ich für die BN und die SPD konnten uns im VA nicht mit dem Vorschlag durchsetzen, _einzelne_ Verkaufsstände oder Karussells im Stadtzentrum zu genehmigen. Da hätte in der Tat zB Thies Eis, der sich auf FB zu recht beklagt, gut hineingepasst; dass auch seine traditionelle Waffelbude vor dem Lookentor nicht genehmigt wird, war überhaupt kein Gegenstand der Diskussion.
4. Die CDU hat im VA jedenfalls festgelegt, dass die Innenstadt zwar besonders festlich geschmückt werden solle, das Aufstellen von Verkaufsbuden oder Fahrgeschäften aber zu unterbleiben habe. Auch der Vertreter der Grünen hat dem zugestimmt.
5. Die SPD und ich für unsere BN haben uns bei der Abstimmung am 3. November im VA enthalten. Weil wir grundsätzlich für mehr Angebote wie Verkaufsbuden oder Karussells im Stadtzentrum waren und sind, aber zugleich auch die Absage des traditionellen Weihnachtsmarktes für richtig halten – ganz abgesehen davon, dass die Corona-Verordnung des Landes sie vorschreibt.
Eine solche Enthaltung wird übrigens bei der Abstimmung formal nicht mitgezählt. Daher also das „einstimmig“, auf das der LWT in dem von @Meik Seiler wiedergegebenen Posting abhebt – wie ich finde, etwas fälschlich.
6. Bei aller Debatte das Wichtigste: Achtet auf die AHA-Regeln und bleibt gesund. 
Und jetzt meine Frage an die CDU-Stadtratsfraktion: Ist das alles so von euch geplant, wie es jetzt geschieht?
(Foto: Screenshot LWT Lingen)

Ikea.cz

27. November 2020

Wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit überbieten sich große Unternehmen auch in diesem Jahr wieder mit emotionalen Weihnachtsfilmen und -kampagnen. Dabei wird ein anderes Problem eher vernachlässigt, das zu keiner Jahreszeit so groß ist, wie zu den Feiertagen: häusliche Gewalt. Mit Ikea sensibilisiert jetzt eine große Marke mit einem verstörenden Kurzfilm für das Thema – wenn auch nur im tschechischen Markt. Erst einmal.

V IKEA usilujeme o vytváření lepšího každodenního života pro co nejvíce lidí a zároveň jsme přesvědčeni, že domov má být bezpečným místem pro každého. Proto jsem se rozhodli v období následujících dvou let poskytovat podporu ženám ohroženým domácím násilí.

Přečtěte si více o této problematice na https://www.ikea.cz/zabezpecnydomov

[Wir bei IKEA bemühen uns, so vielen Menschen wie möglich einen besseren Alltag zu ermöglichen, und sind gleichzeitig davon überzeugt, dass das Zuhause ein sicherer Ort für alle sein sollte. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, Frauen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind, in den nächsten zwei Jahren zu unterstützen. Weitere Informationen zu diesem Problem finden Sie unter https://www.ikea.cz/zabezpecnydomov%5D

(Quelle: Horizont.Net)

 

steigende Zahl

26. November 2020

Die taz fordert, den CoViD-19-Toten ein Gesicht zu geben. Sie beklagt die steigende Zahl an Corona-Toten: Zuletzt sind in Deutschland mehr als 400 Menschen innerhalb eines Tages an CoViD-19 gestorben. Die taz fragt: „Woran liegt es, dass niemand ihre Geschichten erzählt?

Allein in Deutschland gab es am Dienstag 410 Coronatote. Das ist die höchste Todeszahl seit Beginn der Coronakrise. Doch die Zahl ist alles andere als eine statistische Spitze. Am Vortag waren 259 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen, davor waren es 90, 138 und 254 Tote. Es ist, als würde jeden Tag ein Flugzeug über Deutschland abstürzen und alle Passagiere kämen um.

Doch anders als bei Flugzeugabstürzen pilgern keine Betroffenen zur Absturzstelle. Es gibt keine organisierten Trauerstunden, keine Schweigeminuten oder Gedenkgottesdienste. Medien erzählen keine Geschichten der Toten, geben ihnen kein Gesicht. Viele Medien melden nicht einmal täglich die Todeszahlen – anders als die Zahl der an Corona neu infizierten Menschen. Gleichgültigkeit? Oder Gewöhnung?

Oder liegt es daran, dass man sich an Toten, anders als an Infizierten, nicht mehr selbst anstecken kann? Liegt es daran, dass die Menschen nicht alle am gleichen Ort zu Tode kommen? Man muss lange auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts suchen, um Angaben zu finden, welche Gruppen unter den bislang fast 15.000 Coronatoten stärker vertreten sind. 85 Prozent von ihnen sind älter als 70 Jahre. Viele lebten in Großstädten. Unter den Bundesländern verzeichnet Bayern mit 3.500 die meisten Coronatoten. Eine Studie der Uni Bremen zeigt, dass rund die Hälfte der Toten zuletzt in Seniorenheimen gelebt hat. Das heißt auch, sie hatten eher wenige soziale Kontakte. Ist das ein Grund für die Gleichgültigkeit?

Zu Beginn der Coronakrise haben Medien durchaus gemeldet, dass Deutschland im Verhältnis zu anderen Staaten äußerst geringe Todeszahlen hatte – und nach Erklärungen dafür gesucht. Inzwischen sind die Todeszahlen hier in der weltweiten Normalität angekommen, falls man es „Normalität“ nennen darf. Nimmt man die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu an Sars-CoV-2 infizierten Menschen, liegt Deutschland in absoluten Zahlen weltweit auf Platz 9. Bei der Zahl der Toten ist es Platz 11. Aber niemand erzählt bisher ihre Geschichten.“

Danke, taz, für diesen Beitrag. Im Frühsommer hat DIE ZEIT ein Dossier über Corona-Opfer  veröffentlicht, in dem sie das Leben an CoViD-19 Verstorbener, auch des Rheiner Autokaufmann Andreas Senger, nachzeichnete. Meine erste Bitte damals und dann nochmal geäußerte Bitte an den Chef der „Lingener Tagespost“, gleiches zu tun, blieb unbeantwortet. Man kann das aber nachholen, Thomas Pertz…

„Adios, Pibe!“

25. November 2020

Diego Armando Maradona Franco (* 30. Oktober 1960 in Lanús; † 25. November 2020 in Tigre) war ein argentinischer Fußballspieler und -trainer. Mehr…

verantwortungslos

25. November 2020

Es reicht mir schon lange, wie die öffentlichen Verwaltungen die Zeitlupe zelebrieren und nahezu alle Projekte so langsam umsetzen, wie es sonst niemand täte oder könnte. Jetzt hat Landrat Marc- Andre Burgdorf (CDU) das eindrucksvoll unterstrichen und verkündet, die beiden geplanten Corona-Impfzentren im Landkreis nur an fünf Tagen in der Woche öffnen zu wollen. So als wenn auch Corona Freitagmittags in‘s Wochenende entschwände. Dieses selbstgerecht wirkende Verwaltungshandeln ist verantwortungslos, weil es Leben gefährdet. Es lässt mich nahezu platzen. Da half heute früh der Leserbrief des Jahres in der Lokalpresse. Danke nach Salzbergen!

verkaufsunoffen

25. November 2020

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster hat gestern vier verkaufsoffene Sonntage vor Weihnachten gestoppt, die das Land Nordrhein-Westfalen beschlossen hatte. Das Land wollte die Sonntagsöffnungen ausgerechnet mit dem Argument durchsetzen, dass verkaufsoffene Sonntage das Infektionsrisiko senken. Die Richter zerpflücken diese Sicht der Dinge ebenso deutlich, wie sie es vor einigen Tagen mit der Quarantänepflicht für Reiserückkehrer in Nordrhein-Westfalen getan haben.

Bei der Quarantäne war es die simple Erwägung, dass diese kaum Sinn macht, wenn das Infektionsrisiko im Reiseland nicht höher oder gar geringer ist als zu Hause. Auch hinsichtlich der verkaufsoffenen Sonntage reden die Richter nicht lange rum. Sie glauben schlicht nicht, dass verkaufsoffene Sonntage überhaupt geeignet sind, das Vorweihnachtsgeschäft zu entzerren. Vieles spreche eher dafür, dass die Sonntagsöffnung gerade in Ballungsgebieten für zusätzliche Einkaufsbummel genutzt werden – zumal andere Freizeitangebote wegen der Beschränkungen ja gerade rar gesät sind.

Näheres kann man in der aktuellen Pressemitteilung des Oberverwaltungsgerichts nachlesen.

(ein Beitrag aus Udo Vetters LawBlog)

Karl Dall ist tot

24. November 2020

Rezo

23. November 2020

Wenn Idioten deine Freiheit und Gesundheit gefährden… von Rezo (mit Altersbeschränkung)
In 18 Minuten knüpft sich Rezo die sogenannte „Querdenken“-Bewegung vor. Eben dieses diffuse Spektrum an einfachen Kritikern der politischen Pandemie-Maßnahmen, tatsächlichen Leugnern des Virus, Verschwörungsideologen und Rechtsextremen ist das Ziel von Rezo’s Kritik. Wer eine erneute „Zerstörung“ – diesmal der „Querdenker“ – erwartet, irrt.

Vielmehr behandelt die Analyse die Frage, warum es die sogenannten „Corona-Demonstrationen“ so weit bringen konnten und welche Rolle die ständige Grenzverschiebung seitens der „Querdenker“ dabei spielt. Das alles ist nicht neu und wurde in dutzenden Kommentaren und Meinungsbeiträgen der etablierten Medien bereits beleuchtet.

Lediglich die Form der formulierten Kritik Rezos ist eine andere und genau das dürfte auch die Intention des YouTubers sein. Denn die Zielgruppe des Videobloggers ist jung. Und so erklärt der 27-Jährige unterlegt mit Material diverser Demonstrationen recht anschaulich und in einfacher Sprache, was er von den Protesten der Corona-Bewegung hält.

Im Zentrum seiner Ausführungen stehen Politik und Polizei, die seiner Meinung nach Rechtsverstöße bei den zahlreichen Demonstrationen der „Querdenker“ viel zu lange geduldet haben. Konkret wird unter anderem der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) von Rezo angegangen, der bei einer Pressekonferenz nach den Ausschreitungen bei einer „Corona-Demo“ in Leipzig Anfang November von einem „weitgehend friedlichen Verlauf des Demonstrationsgeschehens“ sprach. 18 Minuten zum Reinschaun:

Ziemlich bis sehr gut.

22. November 2020

Krömer bei Gysi. Ziemlich bis sehr gut. Hört mal durch!

 

 

komplexes Thema

21. November 2020

Wir müssen noch einmal über die lokale Sicherheitskultur sprechen, die seit einigen Wochen in Form eines Polizeicontainers auf dem Marktplatz demonstriert wird.

Eigentlich sollte dieser Polizei-Container gar nicht unbedingt auf Lingens beschaulichen Marktplatz. Die Polizei soll, sagt meine Quelle, mit diesem zentralen Ort für ihren Container gar nicht geliebäugelt haben. Sie wollte -angesichts der Corona-Maßnahmen und der lokalen Feier-Szene- nur im Zentrum präsent sein. Den Container-Standort mitten auf dem Markt habe dann OB Dieter Krone aber selbst festgelegt – übrigens ohne irgendein Ratsgremium zu beteiligen. Wie immer öfter, hat er wohl nur die CDU-Spitzen von seiner Entscheidung informiert. Unter keinem (!) seiner Vorgänger hätte es so einen Alleingang gegeben.

In der abgelaufenen Woche versuchte die lokale CDU dann schon wieder, die sachliche Kritik an dem Bild, das unsere Stadt jetzt ihren Besuchern vermittelt, als unbegründet darzustellen und Krone natürlich auch. Die CDU nutzte dazu eine Sitzung des stets nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschusses der Stadt -bekanntlich nach dem Rat das höchste Beschlussgremium unserer Kommune. Die Container-Kritik deutete sie bewusst fälschlich zu einer Kritik an der Polizei um und behauptete außerdem, „alle Bürger“, mit denen sie gesprochen habe, hätten sich positiv geäußert. Man kümmere sich eben „auch um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger“;  OB Krone stimmte dem zu.

Ich habe der Einschätzung widersprochen und darauf hingewiesen, dass es ohne jeden sachlichen Grund nicht richtig sei, unbegründete, subjektive Gefühle zum Maßstab einer solchen kommunalen Entscheidung zu machen und im konkreten Fall damit gar den gegenteiligen Effekt zu erzielen. Noch vor einem Monat habe die Polizei im Stadtrat bei der Vorstellung der Lingener Kriminalitätsstatistik objektiv eine sichere Stadt Lingen nachgewiesen. Dem laufe das jetzt erzeugte Bild völlig zuwider; es erzeuge bei den Menschen erst das, was es zu bekämpfen vorgebe: ein Unsicherheitsgefühl. Wer wolle sich schon in einem solchen, offenbar gefährlichen Stadtzentrum aufhalten oder unterwegs sein, wo man sogar einen Container aufstellt, damit die Polizei sofort eingreifen kann? Daher sei der Container für das Stadtzentrum einfach nur schädlich.

Eine höhere Polizeipräsenz und nicht einmal schwer bewaffnete Einsatzkräfte führen in der Tat gar nicht dazu, dass sich BürgerInnen sicherer fühlen. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Besuchern des Weihnachtsmarkts am Berliner Breitscheidplatz Ende 2019, wie Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik ganz aktuell dem Tagesspiegel in einem Interview erklärte.

Entscheidend für das Sicherheitsempfinden sei vielmehr, ob der letzte Kontakt der Bürger mit der Polizei positiv oder negativ empfunden werde. Hatten Bürger also bei einer Polizei-Kontrolle oder auf einer Demonstration einen Kontakt mit Beamten, an sie sich im positiven erinnern, steigt auch ihr Sicherheitsgefühl, mit dem sie sich durch die Stadt bewegen.

„Man kann also nicht nur an der Stellschraube drehen, mit mehr Polizisten fühlen sich alle auf der Straße sicherer“, sagte Slowik zu der in Berlin erscheinenden Zeitung. „Das funktioniert so nicht.“ Auch die technische Ausstattung der Polizei spielt laut Berlins Polizeipräsidentin eine Rolle. Wenn Polizisten eine Maschinenpistole tragen, sinke die gefühlte Sicherheit. Die Menschen hätten dann den Eindruck, dass die Lage unsicher sei.

Berlins Polizeipräsidentin hatte in einem Interview mit „Zeit Online“ Ende 2018 erklärt, dass sie sich auch für die gefühlte Sicherheit der Bürger verantwortlich fühle. Sie sagte dem Tagesspiegel nun, dass die Polizei inzwischen untersuche, inwiefern Polizeipräsenz das Sicherheitsgefühl verändert. „Das ist ein sehr komplexes Thema.“

Und da sind wir neben dem vermittelten Unsicherheitsbild dann beispielsweise auch wieder bei diesen polizeilichen Abkassier-Fahrradkontrollen, bei denen beispielsweise auf völlig leeren sonntäglichen Straßen Radfahrer anhalten und wegen einer Ordnungswidrigkeit abkassieren, hinter ihnen herbrüllen, um sie zu stoppen, und ähnliches praktizieren, was Menschen bloß aus unserem Stadtzentrum vertreibt. Dies alles in seine undemokratischen „Ich-bin-OB-Entscheidungen“ einzubinden, ist aber wohl zu komplex für diesen ausgebildeten Musiklehrer…

 

ps Die Lingener Container-Wochen sind übrigens bis Weihnachten verlängert…