Frankreich: 50.000 Neuinfektionen, 256 weitere Tote

In Frankreich sind innerhalb von 24 Stunden 49.215 Neuinfektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Am Donnerstag waren es noch 47.637 Fälle innerhalb eines Tages gewesen.

256 Menschen starben an den Folgen einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl der Todesopfer stieg damit auf 36.565 Menschen.


„Stationärer Charakter“
Verwaltungsgericht Karlsruhe hebt Maskengebot bei Querdenker-Demo auf: 

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Auflage des Maskengebots bei einer Querdenker-Demo am Samstag aufgehoben. Dem Antrag der Organisatorin der Demo gegen die Auflage der Stadt Karlsruhe habe das Gericht stattgegeben, teilte ein Sprecher des Gerichts mit. Die Teilnehmer müssten sich somit nicht an die Auflage halten.

Die Vorgabe der baden-württembergischen Stadt greift aus Sicht des Gerichts zu stark in die Versammlungsfreiheit ein. Mit der konsequenten Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern gebe es ein ebenso geeignetes Mittel um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus wirksam zu reduzieren, hieß es zur Begründung.

Durch den „stationären Charakter“ und die Teilnehmerzahl von 500 gehe das Gericht davon aus, dass die Abstände einzuhalten sind. Zudem bestehe für die Stadt Karlsruhe die Möglichkeit, kurzfristig weitere Auflagen zu erlassen, sollten sich die Teilnehmer nicht an das Abstandsgebot halten. (VG Karlsruhe, Az. 3 K 4416/290) (Quelle: TSP, 30.10.20)


Mehr als 31.000 Neuinfektionen in Italien

Italien meldet 31.084 neue Infektionen, so viele wie nie zuvor an einem Tag. Die Zahl der Todesfälle beträgt 199 nach 217 am Vortag, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Regierung hatte Anfang der Woche verschärfte Schutzmaßnahmen wie die Schließung aller Lokale um 18 Uhr abends gestartet. Kinos und Theater sind seit Montag zu.

Nach Medienberichten berät die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte bereits über weitere Verschärfungen der Vorschriften. Zahlreiche Experten mahnten am Freitag, dass die Infektionskurve schnell abgeflacht werden müsse. Der zuständige Sonderkommissar der Regierung, Domenico Arcuri, sagte, noch gebe es ausreichend Intensivbetten für die Behandlung von Covid-19-Patienten. (Quelle: KStA, 30.10.20)


Spahn: Ab November digitale Einreiseanmeldungen in Deutschland

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sollen in Deutschland laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im November digitale Einreiseanmeldungen eingeführt werden. „Wir werden jetzt in Deutschland im November endlich beginnen mit der digitalen Einreiseanmeldung“, sagte Spahn am Freitag nach einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister. Bisher habe es für Reisende aus Risikogebieten Papieraussteigekarten im Flugverkehr gegeben.

Die EU-Gesundheitskommissarion Stella Kyriakides sagte dazu, dass es bisher in elf EU-Staaten solche digitalen Formate gebe. Diese sind auch unter dem englischen Namen Passenger Locator Form (PLF) bekannt und sollen helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen. Auf die Kritik, weshalb die Einführung in Deutschland so lange dauere, entgegnete Spahn, es brauche Zeit, alle 27 EU-Staaten auf eine Linie zu bekommen, und es sei auch eine technische Herausforderung. (Quelle TSP, 30.10.20)


Niedersachsen: Landtagsdebatte über Corona-Politik

Im Niedersächsischen Landtag haben sich die Fraktionen heute in einer Sondersitzung zu der Corona-Krisen-Strategie der Landesregierung geäußert. Kritik kam vor allem von den Grünen und der FDP.

In zwei Punkten waren sich die Regierungs-Fraktionen von SPD und CDU und die Oppositions-Fraktionen von Grünen und FDP einig: Die derzeitige Infektionslage sei ernst und erfordere ein konsequentes Handeln. Auch dass anders als im Frühjahr die Schulen und Kindertagesstätten so lange wie möglich geöffnet bleiben, halten alle Fraktionen für wichtig und notwendig. Uneins waren sie sich jedoch in der generellen Strategie der Krisenbekämpfung.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Julia Willie Hamburg, forderte, die Schwachen stärker in den Fokus zu nehmen und soziale Härten abzufedern. „Noch immer haben wir hier viel zu wenig Antworten, damit die Menschen, die der Lockdown besonders hart trifft, nicht durch das Raster fallen.“ Entschädigungsleistungen für Kulturschaffende, Gastronomie- und Hotelbetriebe seien zwar richtig, aber zu bürokratisch.  Sie forderte die Landesregierung auf, das Parlament sowie Verbände und die Öffentlichkeit stärker mit einzubeziehen.

Die FDP warf der Landesregierung vor, die Lehren aus den vergangenen Monaten mit der Pandemie nicht gezogen zu haben und stattdessen die gleiche „allgemeine Herangehensweise“ wie im Frühjahr zu Rate zu ziehen. Der FDP-Fraktionschef Birkner forderte die Landesregierung auf, im Bereich des eigenen Verantwortungsbereichs nachzujustieren, wie etwa bei der Schülerbeförderung. So sei es absurd, dass in der Schule Kohorten gebildet werden, während die Schulbusse überfüllt seien und kein Abstand gewährleistet sei. Auch er forderte eine stärkere Einbindung des Parlaments.

CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer sagte, dass die neuen Maßnahmen nicht die einzige Antwort auf die Pandemie sein können. Er plädierte dafür, dass sich die Politik auf die Verweigerer konzentrieren muss. „Bevor wir über weitere Verbote und weitere Beschränkungen nachdenken, müssen wir uns mit denjenigen beschäftigen, denen alles egal ist, die sich um gar nichts scheren, was wir hier formulieren“, sagte Toepffer.

Für schärfere Kontrollen sprach sich auch SPD-Fraktionschefin Johanne Modder aus. „Das erwarten auch die Menschen, die sich an alle Regeln und Auflagen halten“, sagte sie. Nur eine Minderheit verhalte sich leichtsinnig. Sie erinnerte daran, dass es bei den neuen Maßnahmen darum geht, die Gesundheit der Bürger zu schützen, das Gesundheitssystem stabil zu halten und Leben zu retten. „Bei aller Kritik darf dieses Ziel nie aus den Augen verloren werden“, appellierte sie an das Parlament. „Wir befinden uns mitten in der zweiten Welle und wir müssen diese Welle brechen“, sagte Modder. Die bisherigen Maßnahmen hätten nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt.

Die fraktionslosen Abgeordneten der AfD übten in ihren jeweils 90-sekündigen Redebeiträgen scharfe Kritik am Vorgehen der Landesregierung. „Die Eingriffe gehen zu weit und sind nutzlos, die muss man hinterfragen“, sagte die bisherige Fraktionsvorsitzende Dana Guth. Noch einen Schritt weiter ging Stefan Henze. Er behauptete, das Land werde von einer kleinen Gruppe per Verordnung regiert. „Das sind Merkmale von Diktaturen.“ Nach dem Bruch der AfD-Landtagsfraktion im September haben die Abgeordneten der Partei nur noch ein eingeschränktes Rederecht im Parlament. (Quelle: NDR, 30.10.20)


Die Freitag-Zahlen aus der Grafschaft Bentheim

Zu den bisherigen Covid-19-Infizierten in der Grafschaft Bentheim sind am Freitag (Meldezeit: 9 Uhr) 36 weitere Fälle hinzugekommen, teilt die Kreisverwaltung mit. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 900. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt bei 21. In Quarantäne befinden sich laut Landkreis am Freitag 1243 Personen. Als genesen gelten 472 Grafschafter. Der Inzidenzwert beträgt nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) 141,4.
Aktuell sind 407 Menschen an CoViD-19 infiziert. (Quelle: GN, 30.10.20)


Flughafen Düsseldorf schließt Terminal B

Der Düsseldorfer Flughafen reagiert auf den drastisch gesunkenen Flugverkehr und schließt vom 3. November an das Terminal B. An Nordrhein-Westfalens größtem Flughafen werden alle Passagiere künftig über die Flugsteige A und C abgefertigt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Flughafenkreisen erfuhr. Ob und wann wieder alle drei Terminals in Betrieb genommen werden, ist unklar. Die Flugsteige B und C waren bereits in der ersten Corona-Welle von Mitte März bis zum Juni geschlossen worden, als der Flugverkehr praktisch zum Erliegen gekommen war. (Quelle: WDR, 30.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 35.445 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (30. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 1.550. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 747 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern sechs weitere Todesfälle gegeben. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner steigt damit im Landesdurchschnitt auf 79,5. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 23.712 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter und liegt nun bei 66,94 Prozent. (Quelle: NDR, 30.10.20)


November: Flixbus und Flixtrain stellen Betrieb ein

Der Fernreise-Anbieter Flixbus stellt aufgrund der neuen Corona-Auflagen seinen Betrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab 3. November vorübergehend ein. Auch Flixtrain wird von Dienstag an vorläufig nicht mehr fahren, teilte das Unternehmen FlixMobility mit. Der Mitgründer und Geschäftsführer, André Schwämmlein, verwies in der „Welt am Sonntag“ auf die von der Politik gewünschten Reiseeinschränkungen. „Deswegen fahren wir unseren Bus- und Zugbetrieb jetzt im November auch komplett runter in der Hoffnung, an Weihnachten mit Flixbus für unsere Kunden im Einsatz sein zu können. Flixtrain macht vorübergehend Winterpause.“ Schon im Frühjahr hatte das Unternehmen angesichts der Corona-Beschränkungen vorübergehend keine Fahrten mehr angeboten.

(Quelle: ARD, 30.10.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 30.10.2020, 08.30 Uhr

Im Emsland steigen die Infektionszahlen unverändert und besonders stark weiter. In den letzten 24 Stunden wurden im Landkreis 92 weitere Neuinfektionen festgestellt – eine so hohe Zahl binnen 24 Stunden gab es noch nie in der Pandemie. Die Zahl der als genesen Geltenden stieg ebenfalls, jedoch deutlich geringer auf jetzt insgesamt 1.284 Genesene (+32).

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.782 (+92); daraus ergibt sich ein Quotient pro 100.000 von 546,6. Aktuell sind im Emsland jetzt 471 (+60) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Das sind 43% mehr als vor einer Woche; am 23.10. waren akut 332 erkrankt.

Trotz der gestiegenen Infektionszahlen sind unverändert 1.600 EmsländerInnen in Quarantäne. 

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser auch heute 7 (+/-0)  CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; zwei von ihnen werden beatmet. Zum Vergleich: In der Grafschaft Bentheim werden gegenwärtig 7 (-1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, vier von ihnen werden invasiv beatmet.

In Lingen (Ems) liegt die Gesamtzahl der Infizierten seit Pandemieausbruch bei jetzt 213 (+14) Menschen. Auch dieser Zuwachs ist der bislang höchste. 168 (+2) von ihnen gelten als genesen. 4 Menschen aus Lingen (Ems) sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt für die Stadt zu aktuell 55 (+12) Erkrankten – der höchste Wert in der Pandemie.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 52 27 1 24
Einheitsgemeinde Emsbüren 34 32 0 2
Samtgemeinde Freren 74 52 9 13
Einheitsgemeinde Geeste 52 38 0 14
Stadt Haren (Ems) 152 110 1 41
Stadt Haselünne 109 80 0 29
Samtgemeinde Herzlake 34 22 0 12
Samtgemeinde Lathen 66 39 0 27
Samtgemeinde Lengerich 34 25 1 8
Stadt Lingen (Ems) 227 (+14) 168 (+2) 4 55 (+12)
Stadt Meppen 241 190 5 46
Samtgemeinde Nordhümmling 52 34 0 18
Stadt Papenburg 150 120 2 28
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 6 3 0 3
Einheitsgemeinde Salzbergen 31 22 0 9
Samtgemeinde Sögel 245 178 0 67
Samtgemeinde Spelle 22 20 1 1
Einheitsgemeinde Twist 50 40 2 8
Samtgemeinde Werlte 151 84 1 66
 Gesamt* 1782 (+92) 1284 (+32) 27 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 471 (+60)

(30.10.20)


USA: Mehr als 90.000 positive Tests binnen 24 Stunden

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages hat in den USA kurz vor der Präsidentenwahl einen neuen Höchststand erreicht. Am Donnerstag wurden 91.295 Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Freitag hervorgeht. Das sind rund 10.000 mehr als noch am Vortag.

Damit kletterte die Zahl der neuen Corona-Fälle pro Tag kurz vor der Präsidentenwahl erstmals über die Schwelle von 90.000. Der bisherige Tagesrekord in den USA war am 23. Oktober mit 84.169 Fällen gemeldet worden. Weltweit hält Indien mit 97.894 Infektionen den Höchstwert für registrierte neue Corona-Fälle an einem einzelnen Tag.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,95 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 228.000 Menschen starben bislang – mehr als in jedem anderen Land der Welt. Allein am Donnerstag wurden der JHU zufolge 971 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Wie die „Washington Post“ berichtete, nehmen die Neuinfektionen auch in den „Swing States“ zu, also jenen besonders hart umkämpften Bundesstaaten, die bei der Präsidentenwahl nächste Woche entscheidend sein könnten. In diesen Staaten habe der wöchentliche Durchschnitt an neuen Fällen in den vergangenen zwei Wochen um etwa 45 Prozent zugenommen. Iowa, Michigan, Minnesota und Pennsylvania hätten Rekorde verzeichnet, auch in Florida und Georgia steige die Anzahl wieder. (Quelle: TSP, 30.10.20)


Schon heute Abend: Teil-Lockdown in Augsburg und Rosenheim 

Augsburg und Rosenheim ziehen den für kommende Woche in Deutschland geplanten Teil-Lockdown auf diesen Freitagabend vor. In Augsburg, mit rund 300.000 Einwohnern Bayerns drittgrößte Stadt, sowie in der ebenfalls kreisfreien oberbayerischen Stadt Rosenheim gelten die in dem Bund-Länder-Beschluss festgelegten Schutzmaßnahmen bereits ab 21.00 Uhr. Im Rest Bayerns werden erst am Montag Gastronomie und Tourismus sowie Freizeitangebote runtergefahren. Nächste Woche sind im Freistaat Herbstferien. Die Schulen und Kitas sollen erst danach wieder öffnen. (Quelle: TSP, 30.10.20)


Unions-Haushaltsexperte: Geld für Überbrückungshilfe ist da

Der Haushaltsexperte der Unionsfraktion, Eckhardt Rehberg, hat betont, dass für die Überbrückungshilfe für Unternehmen während des Teil-Lockdowns im November keine neuen Schulden nötig sind. Diese zehn Milliarden Euro Überbrückungshilfe seien kein zusätzliches Geld, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“.

Im zweiten Nachtragshaushalt seien für Überbrückungsprogramme für Unternehmen 25 Milliarden Euro vorgesehen worden. „Davon sind noch gute 20 Milliarden vorhanden“, sagte Rehberg.

(Foto: CC s. Archiv v. 1.8.19; Quelle: Tagesschau, 30.10.20)


Deutschland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitag erstmals mehr als 18.000 Neuinfektionen an einem Tag. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI 18.681 nachgewiesene Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden.

Am Donnerstag waren es noch 16.774. Seit Ausbruch der Seuche wurden damit insgesamt 499.694 Infektionen registriert. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, stieg um 77 auf insgesamt 10.349.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. Allerdings ist auch die Quote der positiven Tests, ein wichtiger Indikator für das Infektionsgeschehen in einem Land, in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Laut RKI-Lagebricht betrug die Positivrate in der Woche vom 19. bis 25. Oktober bei 1,36Millionen Tests 5,62 Prozent, eine Woche zuvor lag sie bei 3,62 und für die Zeit vom 5. bis 11. Oktober bei 2,51 Prozent. In diesen beiden Wochen gab es je 1,2 Millionen Tests.

Im Kampf gegen die Infektionswelle wird im November das öffentliche Leben in der Bundesrepublik drastisch eingeschränkt. Darauf hatten sich am Mittwoch Bund und Länder geeinigt. (Quelle: RKI, 30.10.20)


Trump: „Nie wieder!“

US-Präsident Donald Trump hat ungeachtet weiter steigender Coronavirus-Infektionen neue weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA ausgeschlossen. „Wir werden nie wieder einen Lockdown machen“, verkündete Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Tampa im Bundesstaat Florida. Er nahm dabei auch ausdrücklich Bezug auf die in Deutschland und Frankreich angekündigten Einschränkungen.

Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA zuletzt wieder auf rund 79.000 an einem Tag angestiegen war, beharrt Trump weiterhin darauf, dass man bald über den Berg sein werde. Er verweist darauf, dass bald wirksame Arzneimittel wie Antikörper-Medikamente sowie Impfstoffe verfügbar sein würden. Experten auch aus Trumps Regierung warnen allerdings, dass bis dahin noch Monate vergehen dürften. Deshalb setzten sie sich unter anderem für das Tragen von Masken ein.
(Foto: CC s. Archiv v. 20.04.2; Quelle: Tagesschau, 30.10.20)


CoViD-19-Ausbrüche in Altenheimen in Werlte und Syke

Die Zahl der Corona-Fälle in Altenheimen in Niedersachsen nimmt weiter zu. In Einrichtungen in Weyhe (Landkreis Diepholz) und in Werlte (Landkreis Emsland) hat sich das Virus ausgebreitet.

In Weyhe wurden 22 Bewohner sowie fünf Mitarbeiter positiv getestet. Das geht aus den am Donnerstag vom Landkreis veröffentlichten Ergebnissen eines Reihentests hervor. Der Test war notwendig geworden, nachdem Anfang der Woche ein Covid-19-Fall in dem Heim aufgetreten war.

Auch im St. Raphael-Stift, einem Seniorenheim in Werlte, ist die Zahl der Infizierten gestiegen. 17 Bewohner sowie zwei Mitarbeiter wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Ein Bewohner, der an einer Vorerkrankung litt, starb an den Folgen der Infektion, sagte die Geschäftsführerin der Einrichtung. Fünf infizierte Bewohner der Einrichtung in Werlte werden derzeit im Krankenhaus behandelt. Zu ihrem Gesundheitszustand will sich das Altenheim nicht äußern, berichtet der NDR.

Am Sonntag war der erste Fall im betroffenen St. Raphael-Stift bekannt geworden. Das Gesundheitsamt ordnete darauf Tests für alle Bewohner und Beschäftigte an. Die noch ausstehenden Ergebnisse sollen am Freitag vorliegen. Insgesamt leben in dem Werlter Alten- und Pflegeheim 56 Senioren, die Einrichtung hat 98 Mitarbeiter. Alle Senioren des betroffenen Wohnbereichs stehen seit Sonntag unter Quarantäne. Das gilt auch für zehn Mitarbeiter, die Kontakt zu den Infizierten hatten. Zudem gilt ein Betretungsverbot für die gesamte Einrichtung.

Wie das Virus in das Heim in Werlte hinein getragen werden konnte, ist unklar. Laut Schulte kommen neben Angehörigen und Mitarbeitern auch externe Dienstleister wie Friseure und Fußpflegedienste in Frage. Zudem würden die Bewohner auch das Heim verlassen und „am Leben teilnehmen“, so Schulte. (Quelle: NDR, 29.10.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Spanien erreicht in seinen täglichen Corona-Infektionen einen neuen Rekord und verzeichnet am Donnerstag weitere 23.580 Infektionen. Laut Daten des Gesundheitsministeriums beläuft sich die Gesamtzahl inzwischen auf 1.136.503. Die Regierung beschloss eine sechsmonatige Verlängerung des Ausnahmezustands, die es den 17 spanischen Regionalregierungen ermöglicht, die Mobilität einzuschränken, Ausgangssperren zu verhängen und ihre Grenzen zu anderen Regionen zu schließen.
  • Frankreich wird die Bewegung im Freien einschränken und die Arbeit von zu Hause aus nach den neuen Sperrregeln, die um Mitternacht in Kraft treten, zur Pflicht machen. Die Menschen werden ab sofort nur für bestimmte, wesentliche Zwecke ihre eigenen Häuser verlassen dürfen. So versucht Spanien, den CoViD-19-Ausbruch zu bremsen, von dem Präsident Emmanuel Macron sagte, dass er Gefahr läuft, außer Kontrolle zu geraten.
  • Italien verzeichnete in den letzten 24 Stunden einen Rekord von 26.831 neuen CoViD-19-Infektionen. Dies ist der höchste tägliche Anstieg der Coronavirus-Fälle seit Beginn der Pandemie. Aufgrund neuer Einschränkungen müssen Bars und Restaurants um 18 Uhr schließen;  Kinos, Theater, Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen vollständig geschlossen sein.
    Vier von zehn engen Kontakten von Personen, die in England positiv auf Covid-19 getestet wurden, werden von Test and Trace immer noch nicht erreicht, während gleichzeitig die höchste wöchentliche Anzahl positiver Fälle verzeichnet wurde. Insgesamt 126.065 Personen wurden in England  in der Woche bis zum 21. Oktober positiv auf Covid-19 getestet. Dies entspricht einem Anstieg von 23% in positiven Fällen gegenüber der Vorwoche und ist die höchste wöchentliche Zahl seit dem Start von Test and Trace am Ende von Mai.
  • Das Vereinigte Königreich meldete innerhalb von 28 Tagen nach dem positiven Test weitere 280 Todesfälle durch Coronavirus. Mindestens 23.065 Personen wurden mit Covid-19 positiv getestet, während 1404 Personen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Zahl der Patienten mit Covid-19 in Krankenhäusern in Nottinghamshire übersteigt laut dem Direktor für öffentliche Gesundheit des County Council den ersten Wellenpeak um etwa 40%.
  • Die katalanische Regionalregierung in Barcelona kündigte ein 15-tägiges Einreise- oder Ausreiseverbot an und erklärte, sie müsse ihr Krankenhauswesen vor Überlastung schützen. Katalonien hat bereits einige der härtesten Maßnahmen des Landes getroffen, darunter eine 15-tägige Schließung von Bars und Restaurants, die ebenfalls verlängert wird.
  • Österreich gibt am Samstag strengere Beschränkungen bekannt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Donnerstag. Zuvor war die tägliche Zahl neuer Fälle auf mehr als 4.000 und damit auf einen neuen Rekord gestiegen.
  • Schweden registrierte 2.820 neue Coronavirus-Fälle, den höchsten Zuwachs seit Beginn der Pandemie und die dritte Rekordzahl innerhalb weniger Tage. Die  schwedischen Krankenhäuser spüren die Belastung, zunehmend, nachdem die Zahl der pflegebedürftigen Patienten mit CoViD-19 in dem skandinavischen Land in der vergangenen Woche -nach einem Anstieg der registrierten Infektionen um fast 80%- um etwa 60% gestiegen ist.
  • Die Covid-19-Pandemie hat in England ein „kritisches“ Stadium erreicht. Die Prävalenz hat sich seit letztem Monat verdoppelt, wobei der schnellste Anstieg im Süden zu verzeichnen ist, wo die R-Zahl über 2 gestiegen ist. Wissenschaftler wanen jetzt, dass die derzeitigen Maßnahmen – einschließlich Verboten von Millionen für das Mischen von Haushalten und die Schließung von Pubs – nicht funktionieren und dringend neue Maßnahmen erforderlich sind, um einen starken Anstieg von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen zu vermeiden.
  • Ein Coronavirus-Stamm, der im Juni in Spanien aufgetreten ist, hat sich in ganz Europa verbreitet und macht nun einen großen Teil der Infektionen in mehreren Ländern aus. Die Forscher betonten die Rolle des Reisens bei der Pandemie und die Notwendigkeit, Mutationen zu verfolgen.

Rio sagt Straßenkarneval ab

Nach der Verschiebung des weltberühmten Karnevals im Sambodrom hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wegen der Corona-Pandemie den Straßenkarneval abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal „G1“. Demnach hätten Vertreter von Karnevalsgruppen, die städtische Tourismusagentur Riotur und Spezialisten für Gesundheit und öffentliche Sicherheit die Absage nach einer Online-Besprechung festgelegt. Dem Bericht zufolge waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine Veranstaltung von der Größe des Straßenkarnevals von Rio in der Corona-Pandemie weder sinnvoll noch sicher ist.

In diesem Jahr hatte der Karneval in Rio laut „G1“ unter Berufung auf Riotur allein in vier Tagen mehr als drei Millionen Menschen auf die Straße gelockt. Ende September hatte Rio bereits die Umzüge im Sambodrom verschoben, die im Februar stattfinden sollten.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien die meisten Infektionen mit dem Coronavirus – es sind über 5,4 Millionen. Mehr als 158.000 Menschen sind in dem größten Land Lateinamerikas im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die Stadt Rio registrierte mehr als 118.000 Infizierte, über 12.000 Patienten sind bislang gestorben. (Quelle: Tagesschau, 29.10.20)


Forsa-Umfrage: 50 Prozent halten Maßnahmen für angemessen

Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL Deutschland halten 50 Prozent der Befragten die von der Politik beschlossenen Maßnahmen zu Eindämmung der Corona-Pandemie für angemessen. 16 Prozent der Bundesbürger gehen sie nicht weit genug. 33 Prozent gehen die Maßnahmen zu weit. Die größte Akzeptanz findet mit 65 Prozent die Schließung von Sportstätten, die geringste mit 39 Prozent die Schließung von gastronomischen Betrieben. (Quelle: RTL, 29.10.20)


Freitag in Niedersachsen: Landtag debattiert Lockdown in Sondersitzung

Der Landtag in Hannover wird am Freitagmittag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die neuen Corona-Regeln zu beraten. „Im Mittelpunkt der Debatten sollen die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des derzeit hochdynamischen Infektionsgeschehens im Zusammenhang mit Covid-19 stehen“, teilte der Landtag am Donnerstag mit. Auf der Tagesordnung stehen außerdem zwei Dringliche Anfragen der Fraktion der Grünen sowie der FDP. Die Sitzung beginnt um 12.30 Uhr – NDR.de zeigt sie im Livestream.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat eine Regierungserklärung angekündigt – gut zwei Stunden sind dafür und für die Debatte der Abgeordneten vorgesehen. Die FDP-Fraktion hatte die Sondersitzung gefordert; die übrigen Fraktionen schlossen sich dem Wunsch an. Am Freitag wird außerdem die neue Corona-Verordnung des Landes mit den verschärften Regeln vorgestellt.

Die Verabschiedung eines Corona-Gesetzes ist nicht geplant, obwohl die Landesregierung mehrfach mit ihren Corona-Verordnungen gescheitert war. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hatte neue Regelungen mehrfach aufgehoben, u.a. das sog. Beherbergungsverbot und zuletzt die Sperrstunde.

In Niedersachsen hat die Zahl der Neuinfektionen unterdessen einen neuen Höchststand erreicht. Von den 45 Landkreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen gelten inzwischen 19 als sogenannte Hotspots. Das Land will den Kommunen nun bis zu 1.200 Landesbeamte zur Kontaktnachverfolgung zur Verfügung stellen. (Quelle: NDR, 29.10.20)


Überblick am Abend

  • Laut Nachrichtenagentur Reuters sind die weltweiten Coronavirus-Fälle am Mittwoch um mehr als 500.000 gestiegen, erneut ein Rekordanstieg an einem Tag, an dem die Länder auf der Nordhalbkugel der Erde steigende Fälle melden. Die weltweiten täglichen Covid-19-Fälle haben in weniger als zwei Wochen um fast 25% zugenommen. Erst am vergangenen Freitag waren zum ersten Mal 400.000  Fälle in 24 Stunden gemeldet worden.
  • Die meisten westlichen Länder und Teile Lateinamerikas haben in den letzten Wochen die höchsten Tagesschwankungen gemeldet. Mit Ausnahme der USA haben viele Regierungen verstärkt Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu bringen.
  • Die weltweite Coronavirus-Zahl liegt bei 44,7 Millionen Fällen und etwa 1,17 Millionen Todesfällen.
  • Europa, Nordamerika und Lateinamerika machen über 66% der weltweiten Fälle und über 76% der weltweiten Todesfälle aus.
  • In Europa haben sich die täglichen Neuinfektionen  in den letzten zwei Wochen verdoppelt; am Mittwoch wurden erstmals mehr als 250.000 Fälle gemeldet. Europa hat bisher etwa 9,5 Millionen Fälle und etwa 261.000 Todesfälle gemeldet.
  • Frankreich meldete am Sonntag erstmals einen neuen Tagesrekord von mehr als 50.000 Infektionen.
  • Die USA haben am letzten Freitag ihren täglichen Rekord für neue Coronavirus-Infektionen gebrochen, als sie kurz vor ihren Präsidentschaftswahlen am Dienstag 84.169 neue Fälle aufgrund von Ausbrüchen in praktisch allen Teilen des Landes meldeten. Das Land meldet durchschnittlich 75.000 Fälle pro Tag, und die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 könnte bis Februar 500.000 überschreiten, sofern nicht fast alle Amerikaner Gesichtsmasken tragen, sagten Forscher.
  • Laut einer Reuters-Bilanz hat Asien am Samstag 10 Millionen Infektionen überschritten, wobei vor allem die Unfektionsfälle in Indien weiter zunehmen.
  • Der indische Premierminister Narendra Modi versprach jetzt, jedem der 1,3 Milliarden Menschen in Indien einen erfolgreichen Impfstoff zur Verfügung zu stellen, und Indien bereitet eine Datenbank aller staatlichen und privaten Gesundheitspersonal vor, um die Impfungen zu beschleunigen, sobald sie verfügbar sind.
  • Im Nahen Osten meldet der Iran laut staatlichem Fernsehen alle drei Minuten einen Todesfall. (Quelle: The Guardian, 29.10.20)

Münsterland: Landrätekonferenz in Borken

Die Oktober-Konferenz der Landräte des Münsterlandes hat am gestrigen Mittwoch in Borken stattgefunden. Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker als Gastgeber hieß dazu Regierungspräsidentin Dorothee Feller, seine Amtskollegen Dr. Olaf Gericke (Warendorf), Dr. Christian Schulze Pellengahr (Coesfeld) und Dr. Martin Sommer (Steinfurt) sowie Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Dr. Martin Klein (Hauptgeschäftsführer des Landkreistages NRW) willkommen. Im Mittelpunkt des Treffens standen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie (Hinweis: Das Treffen fand zeitlich vor der am gleichen Tage anberaumten Besprechung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit den Regierungschefs der Bundesländer statt).

Die Konferenzteilnehmer zeigten sich sehr besorgt über den drastischen Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Tagen. Angesichts dessen seien zusätzliche Maßnahmen zwingend erforderlich, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Damit die verschärften Schutzvorgaben greifen, müsse es eine entsprechende Akzeptanz in der Bevölkerung dafür geben. Dafür wolle man sich mit Nachdruck stark machen, hieß es. Weitere Themen der Konferenz waren die Verteilung der avisierten Corona-Schnelltests sowie die Verbesserung der Kommunikation zwischen Testlaboren, Hausärzten, getesteten Personen und Gesundheitsämtern. Hier setze man auf stärkere Digitalisierung. So könnten durch entsprechende Nutzung der „Corona-App“ die Meldewege deutlich verkürzt werden, insbesondere bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen.

Der Datenschutz dürfe die hierzu bestehenden Optionen nicht zu sehr einschränken, schließlich gehe es darum, gesundheitliche Gefahren für die Bevölkerung zu bekämpfen, heißt es von Seiten der Landräte. Mit einem Erfahrungsaustausch über die in den Münsterlandkreisen und in der Stadt Münster bislang getroffenen Maßnahmen schloss dann die Konferenz. (Quelle: MZ, 29.10.20)


Niedersachsen: OVG kippt Sperrstunde in Niedersachsen

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat vorläufig die nächtliche Sperrstunde für Gastronomen und das Verbot für einen Außer-Haus-Verkauf von Alkohol gekippt.

Das teilte das Gericht in Lüneburg am Donnerstag mit. Es gab mit seinem Beschluss der Klage einer Gastwirtin aus Delmenhorst statt. Deren Argumentation: Die Sperrzeit und das Außer-Haus-Verkaufsverbot seien keine notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen – Gaststätten hätten nach den Feststellungen des Robert Koch-Instituts keinen wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen. Deren zeitweise Schließung würde Zusammenkünfte und Feiern in private Bereiche abdrängen, die ein deutlich höheres Infektionsrisiko aufwiesen.

Die konkrete Ausgestaltung der Regelungen zur Sperrstunde und zum Verbot des Außer-Haus-Verkaufs von Alkohol durch gastronomische Betriebe stellten „keine notwendigen infektionsrechtlichen Schutzmaßnahmen“ dar, teilte das Gericht weiter mit. Auch mit Blick auf den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter der Gastronomiebetriebe sei die Verordnung nicht schlüssig begründet worden.

Der 13. Senat betonte zwar, dass eine Sperrzeit und auch ein Alkohol-Außer-Haus-Verkaufsverbot grundsätzlich geeignete Mittel sein könnten, einen Beitrag zur effektiven Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus zu leisten. Doch: „Der Verordnungsgeber habe für den Senat nicht nachvollziehbar erklären können, warum gerade der Aufenthalt in Gastronomiebetrieben zwischen 23 Uhr und 6 Uhr sowie der ganztägige Außer-Haus-Verkauf alkoholischer Getränke ein erhöhtes Infektionsrisiko mit sich brächten“, hieß es vom Gericht. (OVG Niedersachsen, Beschl. v. 29.10.2020, Az. 13 MN 393/20).)

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) lehnte es gleichzeitig in einem Eilbeschluss ab, die Regelungen in der bayerischen Corona-Verordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen. Das Gericht begründete dies mit dem sich verstärkenden pandemischen Geschehen (Beschl. v. 29.10.2020, Az. 20 NE 20.2360).

Auch das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hat die Sperrstunden für Gaststätten und Bars in Risikogebieten in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Die Regel der Landesregierung in der seit dem 17. Oktober gültigen Corona-Schutzverordnung sei rechtmäßig, wie das OVG am Montag mitteilte. Das Verbot des Alkoholverkaufs zwischen 23.00 und 6.00 Uhr diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die Sperrstunden leisteten einen Beitrag zur Kontaktreduzierung, heißt es in der Begründung des OVG. Der Beschluss ist nicht anfechtbar (Beschl. v. 26.10.20, Az. 13 B 1581/20.NE).

(Quellen: NDR, LTO; 29.10.20)


Auch Museen müssen schließen

Mit den neuen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie müssen auch die Museen in Deutschland schließen. Darauf verständigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Kulturminister der Länder in einer Konferenzschaltung.

Zunächst war die Situation für Museen unklar, weil sie in der Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten nicht ausdrücklich erwähnt sind. Danach müssen Kultureinrichtungen wie Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos im November für einen Monat zubleiben.

Der Probenbetrieb darf weitergehen, legten die Kulturminister nun fest. Damit soll ermöglicht werden, dass der Spielbetrieb im Dezember auch wieder aufgenommen werden kann. Offen bleiben dürfen nach den Informationen Bibliotheken, Archive und Musikschulen. (Quelle: ARD, 29.10.20)


Deutschland erreicht Zahl von einer halben Million Infizierten

Im Laufe des morgigen Freitags wird Deutschland die Zahl von 500.000 Corona-Infizierten seit Ausbruch der Pandemie erreichen. Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts waren heute um Mitternacht rund 481.000 Menschen infiziert. Der Ticker der Johns-Hopkins-Universität meldete heute Mittag etwa 487.000 Infizierte. Angesichts der gegenwärtigen täglichen Infektionszahlenwird die halbe Million morgen überschriften werden. (Quelle: RKI, JHU, 29.10.20)


Iran Zahlen

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle im Iran ist um 8.293 auf 596.941 gestoegen, teilte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Donnerstag mit. In den letzten 24 Stunden waren 399 Todesfälle zu beklagen. Sprecherin Sima Sadat Lari sagte, dass die Gesamtzahl aller CoViD-19-Todesopfer in dem am stärksten betroffenen Land des Nahen Ostens bei 34.113 liegt.

(Quelle: The Guardian, 29.10.20)


Schweiz bei fast 10.000 Neuinfektionen am Tag

Auch in der Schweiz stecken sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus an. Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Neuinfektionen klettert auf 9386 und erreicht damit einen neuen Höchststand. Gestern waren es 8616 Personen. Weitere 287 Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Aus Angst vor einer Überlastung der Intensivstationen hatte die Regierung in Bern am Mittwoch neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens angekündigt. Hinsichtlich der Neuansteckungen ist die Schweiz eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

(Quelle: ARD, 29.10.20)


Lockdown für nordgriechische Städte Thessaloniki, Serres und Rodopi

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat die griechische Regierung einen Lockdown für die Städte Thessaloniki, Serres und Rodopi im Norden Griechenlands angeordnet. Die Maßnahmen ähneln jenen in Deutschland; so sollen Kinder weite zur Schule gehen, aber Versammlungen sind verboten und Restaurants müssen geschlossen bleiben.

Griechenland war im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher verhältnismäßig schwach von Corona betroffen, doch in den vergangenen Wochen schnellten die Zahlen in die Höhe. Dennoch erziele man bisher bessere Ergebnisse als andere Länder, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. „Ich würde sagen, dass wir rund zwei bis drei Wochen hinter der Entwicklung zurückbleiben, die andere europäische Länder derzeit erleben.“ Am Freitag will die Regierung weitere Maßnahmen verkünden. (Quelle: Tagesschau, 29.10.20)


Coronafälle: Keine Hotspots in Münster

Seit Februar haben sich in Münster mittlerweile weit über 1600 Münsteraner mit dem Coronavirus infiziert. Gibt es in der Gesamtschau Stadtgebiete, in denen sich das Virus besonders stark unter den Bewohnern ausbreiten konnte?

Diese nach Daten des Gesundheitsamtes der Stadt anhand der Meldeadressen mit den entsprechenden Postleitzahlen von 1603 Infizierten erstellte Karte lässt keine Rückschlüsse auf echte Hotspots zu. Nur die Bewohner des allerdings auch an Wohnadressen eher armen Stadtzentrums (Postleitzahl 48143) trugen zu einem signifikant geringen Anteil der Corona-Ansteckungen bei. Dagegen haben sich in den westlichen innenstadtnahen Stadtteilen Gievenbeck und Mecklenbeck seit Beginn der Pandemie leicht überdurchschnittlich viele Bewohner angesteckt. (Quelle MZ, 29.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 29.10.2020, 09.00 Uhr

Die Zahlen steigen weiter, und sie steigen stark. In den letzten 24 Stunden wurden im Landkreis 60 weitere Neuinfektionenfestgestellt, und es ist ein weiterer emsländischer CoViD-19-Erkrankter aus Werlte gestorben. Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 1.252 Genesene (+20).

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.690 (+60); daraus ergibt sich ein Quotient pro 100.000 von 518,4. Aktuell sind im Emsland jetzt 411 (+39) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Das sind

wiederum Fragen wirft auch die heutige Mitteilung des Landkreises, nachdem nun plötzlich, statt 420 am Montag, 1.200 vorgestern, gestern dann 1.500  sind heute 1.600 EmsländerInnen in Quarantäne (+100).  Bei 60 Neuinfektionen sind dies nur rd. 1,6 Menschen in Quarantäne pro Neuinfiziertem. Eine so geringe Zahl, dass sie Fragen aufwirft.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser auch heute 7 (-2)  CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; zwei von ihnen werden beatmet. Zum Vergleich: In der Grafschaft Bentheim werden gegenwärtig acht CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, vier werden invasiv beatmet.

In Lingen (Ems) liegt die Gesamtzahl der Infizierten seit Pandemieausbruch bei jetzt 213 (+ 6) Menschen. 166 (+5) von ihnen gelten als genesen. 4 Menschen aus Lingen (Ems) sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt zu aktuell 43 (+1) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 44 26 1 17
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 32 0 0
Samtgemeinde Freren 68 51 9 8
Einheitsgemeinde Geeste 52 38 0 14
Stadt Haren (Ems) 141 107 1 33
Stadt Haselünne 105 79 0 26
Samtgemeinde Herzlake 31 22 0 9
Samtgemeinde Lathen 60 37 0 23
Samtgemeinde Lengerich 34 25 1 8
Stadt Lingen (Ems) 213 166 4 43
Stadt Meppen 238 180 5 53
Samtgemeinde Nordhümmling 48 34 0 14
Stadt Papenburg 148 119 2 27
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 6 2 0 4
Einheitsgemeinde Salzbergen 27 22 0 5
Samtgemeinde Sögel 235 176 0 59
Samtgemeinde Spelle 22 18 1 3
Einheitsgemeinde Twist 49 39 2 8
Samtgemeinde Werlte 137 79 1 57
 Gesamt* 1690 (+60) 1252 (+20) 27 (+1)  
Aktuelle Covid-19-Fälle  411 (+41)

(29.10.20)


Deutschland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet erstmalig mehr als 16 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – und den zweiten Tag infolge einen neuen Höchstwert bei den Neuansteckungen. Am Donnerstagmorgen wies die Website des RKI 16 774 neue Corona-Fälle aus. Das sind 1810 mehr als am Vortag, als die Zahl der Neuinfektionen auf 14 964 binnen 24 Stunden beziffert wurde. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11 287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10 000 überschritten.

Die jetzigen Neuinfektions-Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion stieg im Vergleich zum Mittwoch um 89 auf 10 272. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie bundesweit 481 013 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Das RKI schätzt, dass etwa 339 200 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Durchschnitt etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. (Quelle: RKI, 29.10.20)


Corona erreicht Südsee

Das Coronavirus erreicht zunehmend auch die malerische Südsee. Die Marshallinseln im Pazifik haben ihre ersten Covid-19-Fälle bestätigt und damit den Status des Archipels als eine der wenigen Nationen der Welt beendet, die virenfrei bleiben.

Die Marshalls-Regierung hat mitgeteilt, dass zwei Mitarbeiter einer Garnison der US-Armee auf dem Kwajalein-Atoll nach ihrer Ankunft auf einem Militärflug von Hawaii am Dienstag positiv auf Coronavirus getestet wurden. Es betonte, dass das Paar – eine 35-jährige Frau und ein 46-jähriger Mann – während ihrer Zeit auf den Marshalls keinen Kontakt zur lokalen Bevölkerung hatte.

„Wir können der Öffentlichkeit versichern, dass es sich um streng grenzüberschreitende Fälle handelt, die entdeckt wurden, während sich diese Personen in Quarantäne befanden, wo sie bis zu diesem Zeitpunkt verbleiben“, sagte Chefsekretär Kino Kabua. Die Marshalls, eine Gruppe von Inseln und Atollen etwa auf halber Strecke zwischen Australien und Hawaii, hatten Anfang März ihre Grenzen geschlossen, um das Coronavirus fernzuhalten.

Mehrere pazifischen Inseln wollten sich trotz der ökonomischen Kosten schnell isolieren, da sie aufgrund ihrer schlechten Gesundheitsinfrastruktur besonders anfällig für die Pandemie waren. Infolgedessen wird angenommen, dass die abgelegenen Inselstaaten und -gebiete Kiribati, Mikronesien, Nauru, Palau, Samoa (Foto), Tonga, Tuvalu und Vanuatu immer noch frei von dem Virus sind.

Die Inselgruppe der Salomonen hatten Anfang des Monats ihren Virenfreie-Status verloren.

(Foto: pixabay; Quelle: The Guardian, 29.10.20)


RKI war Ziel von Hackerangriff

Das Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten in Deutschland wurde am Mittwoch erneut von Hackern angegriffen, Tage nachdem seine Zentrale am Wochenende bei einem Brandanschlag beschädigt worden war, teilte das Bundesinnenministerium mit.

Laut Nachrichtenagentur Reuters hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die deutsche Behörde für Cybersicherheit, einen verteilten Denial-of-Service-Angriff auf der Website der Behörde festgestellt. Er folgte einem ähnlichen Cyber-Angriff am 22. Oktober.

Obwohl die meisten Deutschen die Bemühungen zur Eindämmung der Pandemie unterstützen, protestiert dagegen eine Minderheit, darunter Anti-Impf-Aktivisten, Verschwörungstheoretiker und die rechtsextreme Politik.

Die deutsche Gesundheitsinfrastruktur ist einer zunehmenden Bedrohung aus dem Internet ausgesetzt, so das Ministerium. Krankenhausmitarbeiter werden von irreführenden Phishing-Mails angegriffen, die sie dazu verleiten sollen, Systemkennwörter weiterzugeben. (Quelle: The Guardian, 28.10.20)


Frankreich: Lockdown bis 1. Dezember

Wegen der massiv gestiegenen Corona-Fallzahlen geht Frankreich erstmals seit dem Frühjahr wieder in einen landesweiten Lockdown. Er beginnt an diesem Freitag und gilt vorerst bis zum 1. Dezember, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache ankündigte.

Anders als im Frühjahr sollen die Schulen unter strengen Hygiene-Auflagen offen bleiben. Auch die Wirtschaft solle „weder zum Stillstand kommen noch zusammenbrechen“, betonte Macron. Restaurants, Bars und alle nicht unentbehrlichen Geschäfte müssen ab Freitag allerdings für vorerst zwei Wochen schließen, wie Macron in seiner rund 20-minütigen Ansprache ausführte. Danach soll die Maßnahme neu bewertet werden.

Die Bürger sollen ihre Häuser nur noch aus zwingenden Gründen verlassen, etwa für die Arbeit, zum Einkaufen oder für einen Arzttermin. Private Treffen sollen auf die Kernfamilie beschränkt bleiben. (Quelle: KStA, 28.10.20)


Schweiz: Einschränkungen des sozialen Lebens

Die Schweiz schränkt zum Donnerstag das soziale Leben ein. Bars und Restaurants müssen dann abends um 23 Uhr schließen. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt, wie der Bundesrat erklärte. Tanzlokale werden völlig geschlossen, die Maskenpflicht wird ausgedehnt.

Einreisende müssen aber nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet kommen, das binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner mindestens 60 Coronavirus-Fälle mehr als die Schweiz ausweist. (Quelle: KStA, 28.10.20)


Münsterland-Zahlen

Im Münsterland sind nach Angaben der Kreise und der Stadt Münster (Mittwoch, 28. Oktober; 16:30 Uhr) aktuell 1.860 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert (Dienstag: 1.762). Seit Dienstag gab es 190 Neuinfektionen und 91 Gesundungen.
Von den insgesamt 9.314 (Dienstag: 9.124) mit dem SARS-CoV-2-Virus infizierten Patienten gelten am Mittwoch demnach 7.257 (7.166) als gesundet. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 197 (196).
Die von der Stadt Münster und den Münsterland-Kreisen aktuell gemeldeten Zahlen (Vergleichswerte in Klammern vom Vortag):
Münster: Neuinfizierte 31, Infizierte gesamt 1.654 (1.623), davon gesundet 1.310 (1.298), verstorben 15 (15), aktuell infiziert 329 (310); die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 85,3 (75,5)
Kreis Borken: Neuinfizierte 52, Infizierte gesamt 2100 (2..048), davon gesundet 1.492 (1.473), verstorben 45 (45), aktuell infiziert 563 (530); die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 78,4 (80,0) – (Hinweis: Der Kreis hat durch Nachmeldungen leicht verändert Vortageszahlen gemeldet)
Kreis Coesfeld: Neuinfizierte 16, Infizierte gesamt 1.303 (1287), davon gesundet 1.108 (1.081), verstorben 21, aktuell infiziert 174 (185); die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 60,7 (60,2)
Kreis Steinfurt: Neuinfizierte 64, Infizierte gesamt 2.571 (2.507), davon gesundet 2040 (2.020), verstorben 94 (94), aktuell infiziert 437 (393); die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 75,9 (64,1)
Kreis Warendorf: Neuinfizierte 27, Infizierte gesamt 1.686 (1.659), davon gesundet 1.307 (1.294), verstorben 22 (21), aktuell infiziert 357 (344); die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 94,3 (97,9) (Grafik CC s. Archiv v. 14.4.20; Quelle: Münstersche Zeitung, 28.10.20)


Kanada erreicht 10.000 Covid-Todesfälle

Kanada erreichte am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) einen traurigen Meilenstein und verzeichnete landesweit mehr als 10.000 Todesfälle durch CoViD-19.

„Was wir durchleben, ist eine schreckliche nationale Tragödie. Familien haben Angehörige verloren, wurden durch diese Tragödien am Boden zerstört, und wir müssen wissen, dass weitere Tragödien bevorstehen “, sagte der Premierminister Justin Trudeau am Dienstag, Stunden bevor sein Gesundheitsamt 10.001 Todesfälle auflistete.

Nach Ansicht von Experten dürfte aber die tatsächliche Zahl deutlich höher sein, da CoViD-19-Tests nicht an allen Menschen durchgeführt wurden, die in den ersten Wochen der Pandemie starben.

Die Provinz Quebec mit 8,5 Millionen Einwohnern war mit 6.172 Todesfällen die am stärksten betroffene Region des Landes. Wenn es ein Land wäre, so Globe and Mail, würde die Covid-19-Sterblichkeitsrate von 717 pro Million Einwohner zu den höchsten der Welt gehören.

Mit 3.103 Todesfällen im benachbarten Ontario haben die beiden Provinzen 90% aller Todesfälle Kanadas verzeichnet.

Fast drei Viertel der Todesfälle des Landes waren Einwohner, die älter als 80 Jahre sind, doppelt so viel wie in anderen Industrieländern. Die überwiegende Mehrheit dieser Todesfälle ereignete sich in Pflegeheimen, in denen die Situation im Sommer so schlimm wurde, dass das Militär entsandt wurde, um bei der Verwaltung einiger Einrichtungen zu helfen.

Während die Sterblichkeitsrate des Landes seit dem Sommer gesunken ist, befürchten Experten, dass sich eine neue Welle von Ausbrüchen in Pflegeheimen als problematisch erweisen könnte. Mit 26.422 aktiven Fällen haben die Provinzen in den letzten Wochen neue Beschränkungen eingeführt, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. „Dies wird ein harter Winter“, sagte Trudeau und setzte drastisch hinzu: „Pandemie ist scheiße.“
(Quelle: KStA, 28.10.20)


UN: Mehr als 5.000 Corona-Infektionen weltweit

Bei den Vereinten Nationen hat es seit Beginn der Pandemie weltweit bislang mehr als 5000 Corona-Fälle gegeben. Mindestens 5.325 Infektionen mit dem Virus seien bislang verzeichnet worden, sagte ein UN-Sprecher in New York. 64 Menschen im Dienst der UN seien bislang nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. In der Hauptverwaltung der UN in New York habe es bislang mindestens 130 Fälle gegeben. Die Vereinten Nationen haben weltweit mehrere Zehntausend Mitarbeiter, dazu kommen die Mitarbeiter und Beteiligten der Unterorganisationen. (Quelle: Tagesschau, 28.10.20)


Biden verspricht Verzicht auf „falsche Versprechen“ zu Pandemie

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat im Wahlkampf einen Verzicht auf „falsche Versprechen“ zu einem Ende der Coronavirus-Pandemie in Aussicht gestellt. Er versprach, der Wissenschaft Priorität einzuräumen. Biden sagte, der Umgang von Trump mit dem Coronavirus sei eine „Beleidigung“ für dessen Opfer. „Selbst wenn ich gewinne, wird es sehr viel harte Arbeit brauchen, um diese Pandemie zu beenden“, sagte Biden an seinem Wohnort Wilmington im Bundesstaat Delaware. (Quelle: Tagesschau, 28.10.20)


Deutsche Bischofskonferenz begrüßt Corona-Beschlüsse

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Beschlüsse der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten begrüßt. „Die Maßnahmen sind notwendig und gleichzeitig brauchen wir ein Höchstmaß an Eigenverantwortung und Solidarität“, erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, kurz nach Bekanntwerden der Beschlüsse. „Wir sind den politisch Verantwortlichen dankbar für ihren Einsatz“, so Bätzing.

Der Limburger Bischof rief dazu auf, sich angesichts der Pandemie vorsichtig zu verhalten und das neue Regelwerk auch im kirchlichen Bereich zu beachten. „Wir müssen alle Kräfte nutzen, um auch einen Blick auf die besonders von den Maßnahmen Betroffenen zu richten, denn viele Menschen wird dies wirtschaftlich und existenziell betreffen.“

Bätzing begrüßte, dass in dem Regelwerk die ausdrücklich zu schützenden Gruppen in Kranken- und Pflegeeinrichtungen gerade hinsichtlich möglicher Kontakte, Besuche und seelsorglicher Bedarfe berücksichtigt worden seien. „Außerdem bin ich dankbar, dass Gottesdienste unter Einhaltung der geltenden Hygieneauflagen weiter stattfinden können.“
(Quelle: Tagesschau, 28.10.20)


Niedersachsen: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) appelliert
„An den neuen Regelungen orientieren!“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich am Mittwochabend zu den Berliner Beschlüssen geäußert. Er appellierte dabei, sich jetzt schon an den neuen Regelungen zu orientieren. „Wir hoffen auf eine Trendwende in zwei Wochen“, so Weil. Er forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, alle persönlichen Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. „Wir sind in Niedersachsen keine Insel“, sagte Weil im NDR mit Blick auf Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Bremen. „Die Infektionszahlen steigen und steigen. Das darf nicht so weitergehen, sonst haben wir die Pandemie nicht unter Kontrolle. Das müssen wir unter allen Umständen vermeiden.“ Das Land will den kreisfreien Städten und Landkreisen dazu bis zu 1.200 Beamte zur Kontaktnachverfolgung von Infizierten zur Verfügung zu stellen.

Die neuen Regelungen legen fest, dass Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden offen und auch Gottesdienste erlaubt bleiben. „Neben dem Schutz von Leben und Gesundheit bei immer mehr Menschen ist es unser vordringlicher Wunsch, so lange wie irgend möglich Krippen, Kitas und Schulen im Präsenzbetrieb zu halten und den größten Teil der Wirtschaftsunternehmen weiterlaufen zu lassen“, sagte Weil.

Der Niedersächsische Landtag wird wohl noch am Freitag dieser Wochein einer Sondersitzung über die neuen Einschränkungen beraten. Eine entsprechende Forderung der FDP fand die Unterstützung der übrigen Landtagsfraktionen. Die Verabschiedung eines Gesetzes ist aber offenbar nicht geplant.

(Video-Livestream: Ab 31.00 Minuten, bitte;
Foto: Stephan Weil; Henning Scheffen Photography; Quelle: NDR, 28.10.20)


Dehoga Niedersachsen droht mit Klage

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte bereits vor dem Treffen deutlich gemacht, in welcher prekären Lage sich viele Betriebe befinden. Ein Drittel werde den Winter möglicherweise nicht überstehen, hieß es. Der Dehoga-Landesverband Niedersachsen hat eine Klage angekündigt, falls es zu einem erneuten pauschalen Lockdown für die Gastronomie kommen sollte, wie der NDR berichtet. Die Gastronomie sei nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung, so Dehoga-Vizepräsidentin Birgit Kolb-Binder. Wenn Kneipen und Restaurants schließen müssten, würden die Menschen zu Hause feiern – unbeaufsichtigt. (Quelle: 28.10.20)


DOSB bedauert Beschlüsse und fordert Finanzhilfen für Sport

Der Deutsche Olympische Sportbund hat mit Sorge auf die bevorstehenden Corona-Beschränkungen und das temporäre Verbot im Freizeit- und Amateurbereich reagiert. „Der DOSB bedauert sehr, dass dieser temporäre Lockdown inklusive eines Verbots des Amateursports offenbar nötig geworden ist. Wir tragen diese Maßnahme jedoch verantwortungsbewusst trotz der negativen Effekte für den Sport grundsätzlich solidarisch mit“, wurde DOSB-Präsident Alfons Hörmann in einer Mitteilung des Dachverbandes zitiert. Dies falle nicht leicht, weil sich bereits sichtbare und für viele noch unsichtbare Corona-Schäden „durch diese pauschale Maßnahme der Politik nochmals deutlich verstärken“.

Hörmann kritisierte, dass der „generelle Lockdown nicht die vielfältigen und erfolgreichen Aktivitäten des Sports“ berücksichtige, „der durch ein hohes Maß an Disziplin und mit der konsequenten Umsetzung von Hygiene-Konzepten erreicht hat, dass der Sport nachweislich kein Infektionstreiber ist.“ Zugleich begrüße der DOSB, dass „der Profi- und Spitzensport nicht ausgesetzt wird“. Um finanzielle Folgen für Vereine und Verbände abzumildern, forderte Hörmann „im Bereich der angekündigten Nothilfen, dass der Sport in seiner ganzen Vielfalt unproblematisch daran teilhaben kann“. (Quelle: ARD, 28.10.20)


DFL: Zweifelsohne, aber die Anordnung von Geisterspielen ist bedauerlich

Die Deutsche Fußball Liga hat die Anordnung von Geisterspielen im November wegen steigender Corona-Zahlen als „bedauerlich“ bezeichnet. Fans und Clubs hätten in den vergangenen Wochen, „wo immer möglich, Hygiene- und Abstandsregeln nahezu ausnahmslos diszipliniert umgesetzt und sind damit ihrer Verantwortung gerecht geworden“, teilte die DFL mit. Zuvor hatten Bund und Länder beschlossen, dass ab kommender Woche im Profisport nur noch Spiele ohne Zuschauer ausgerichtet werden dürfen. Die Regelung gilt vorerst für den November.

„Zweifelsohne erfordert die sich zuspitzende Pandemie-Lage zusätzliche Anstrengungen in allen Lebensbereichen“, schrieb die DFL, verwies aber auch auf die „mit großem Aufwand“ erstellten Hygienekonzepte für die Bundesliga und 2. Bundesliga „zum effektiven Schutz von Stadion-Zuschauern“, die mit den zuständigen Behörden vor Ort abgestimmt gewesen seien.

(Quelle: Sportschau, 28.10.20)


Wirtschaftsverbände kritisieren heutige Corona-Beschlüsse

Wirtschaftsverbände haben die von Bund und Ländern beschlossenen massiven Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise kritisiert. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer erklärte: „Es ist gut, dass Bund und Länder einen pauschalen Wirtschafts-Lockdown erkennbar vermeiden wollten, gleichwohl ist das nicht durchgängig gelungen und ein harter und bitterer Tag für viele Handwerksbetriebe.“

Die großen Anstrengungen und Investitionen vieler Betriebe in den vergangenen Monaten, mit ausgeklügelten Hygienekonzepten Kunden und Mitarbeiter zu schützen, hätten mehr Anerkennung verdient. „Manche Handwerksbereiche sind teils unmittelbar, teils mittelbar von den nun anstehenden Schließungen substanziell betroffen.“ Der nun vereinbarte Teil-Lockdown treffe die Betriebe besonders, die durch den ersten Lockdown bereits massiv angeschlagen seien. Entscheidend sei daher, dass das angekündigte zusätzliche Unterstützungspaket „zeitnah festgelegt werde; der Bund plant Finanzhilfen von bis zu 10 Milliarden Euro.

Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland werden viele Handelsunternehmen auf die zugesagte staatliche Hilfe angewiesen sein. Positiv sei, dass in den Geschäften nun statt ursprünglich vom Bund geplant einem Kunden pro 25 Quadratmeter, zumindest ein Kunde pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen sein solle. „Der faktische Lockdown gefährdet jedoch viele Einzelhändler in der Innenstadt.“ (Quelle: ARD, 28.10.20)


Mailänder Opernhaus Scala wird Hotspot

Das Coronavirus hat das renommierte Mailänder Opernhaus La Scala erreicht. Bisher wurden 18 SängerInnen und neun Musikerinnen positiv auf CoViD-19  getestet, sagte ein Offizieller.

Alle Mitglieder des Chors befanden sich zusammen mit den Bläsern des Orchesters in Quarantäne, während das Theater auf Ergebnisse von Tests anderer Mitarbeiter wartete. „Alle Proben sind ausgesetzt“, sagte Paolo Puglisi, Gewerkschaftsvertreter an der Scala, gegenüber Reportern.

Das Opernhaus war erst im Juli wiedereröffnet worden, nachdem es zuvor während der ersten CoViD-19.Welle für vier Monate geschlossen war.

Diese Woche wurden die Vorstellungen aufgrund eines am Sonntag erlassenen Regierungsdekrets erneut ausgesetzt, mit dem Theater und Kinos in ganz Italien geschlossen wurden, um das Wiederaufleben von Infektionen einzudämmen.

Die Schließung soll am 24. November auslaufen. Paolo Puglisi sagte, die Musiker und Sänger hätten gehofft, dass das Opernhaus  seine traditionelle Vorstellung zum Beginn der neuen Spielzeit am 7. Dezember, einem Höhepunkt des italienischen Kulturlebens, aufzuführen.

Mailand und die umliegende Lombardei sind besonders stark vom Virus betroffen und haben am Mittwoch einen Rekord von 7.558 Neuerkrankungen registriert. Das nächste am schlimmsten betroffene Gebiet in Italien war das benachbarte Piemont mit 2.827 Fällen. (Quelle: The Guardian, 28.10.20)


CoViD-19 Todesopfer aus Altenwohnzentrum in Nordhorn

Der mit dem Coronavirus infizierte Bewohner des AWO Altenwohnzentrums (AWZ) an der Veldhauser Straße in Nordhorn ist gestorben. Das teilt der AWO Bezirksverband Weser-Ems am Mittwoch mit. Der Mann hatte in der vergangenen Woche starke Erkältungssymptome gezeigt und musste daraufhin in ein Krankenhaus gebracht werden. Dort wurde er positiv auf Covid-19 getestet. „Der Gesundheitszustand des über 60-jährigen und mehrfach vorerkrankten Patienten hatte sich in den vergangenen Tagen verschlechtert“, berichtet die AWO.
Im AWZ Nordhorn habe man die traurige Nachricht mit großer Betroffenheit aufgenommen. „Wir sind erschüttert und trauern um unseren ehemaligen Bewohner, unser großes Mitgefühl gilt den Angehörigen“, sagt Einrichtungsleiterin Gerlinde Gosink.

Wo sich die Person mit Corona angesteckt haben könnte, sei derzeit noch unklar. „Daher klärt das Gesundheitsamt weitere mögliche Infektionswege ab – da der Betroffene in einer inklusiven Werkstatt arbeitete, zu der er täglich mit dem Taxi gebracht wurde“, heißt es in der Pressemitteilung. Nun werden weitere Bewohner aus anderen Wohnbereichen auf das Virus getestet.

Nach Bekanntwerden der Infektion des Mannes sind bereits 40 Bewohner des betreffenden Wohnbereichs auf das Coronavirus getestet worden. Bei sieben Bewohnern ist eine Infektion nachgewiesen worden. „Die betreffenden Personen zeigen bisher keine Symptome und es geht ihnen zum jetzigen Zeitpunkt gut. Alle weiteren Testergebnisse waren negativ“, teilt die AWO mit. (Quelle: GN, 28.10.20)


Italien-Zahlen

Italien hat in den letzten 24 Stunden 24.991 neue Coronavirus-Infektionen registriert – gegenüber 21.994 am Vortag. Das teilte das Gesundheitsministerium in Rom am Mittwoch mit. Die heutige Zahl ist ein Rekordhoch. Vor allem die Fälle in der Lombardei sind stark angestiegen.

Die Behörden meldeten außerdem 205 Todesfälle im Zusammenhang mit CoViD-19 im Vergleich zu 221 am Tag zuvor.

In Italien sind insgesamt 37.905 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben, 589.766 Fälle von CoViD-19 wurden insgesamt registriert. (Quelle: The Guardian, 28.10.20)


Merkel gibt Regierungserklärung zur Corona-Krise ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt morgen im Bundestag eine Regierungserklärung zur Corona-Krise ab. Im Mittelpunkt dürften die Bund-Länder-Beschlüsse von heute stehen. Debatten dürfte es in diesem Zusammenhang um die Einbeziehung des Parlament in die Entscheidung über Corona-Schutzmaßnahmen geben. (Quelle: ARD, 28.10.20)


Habeck: Gewonnene Zeit jetzt auch wirklich nutzen

Grünen-Chef Robert Habeck hat die Bundesregierung aufgefordert, den Teil-Lockdown im November zur Vorbereitung auf die kommenden Monate mit der Corona-Pandemie zu nutzen. „Es rächt sich jetzt bitter, dass die letzten acht Monate nicht besser genutzt wurden, dass wir nicht besser vorbereitet sind für die dunkle, kalte Jahreszeit“, sagte Habeck in Berlin, nachdem Bund und Länder befristete, aber deutliche Einschränkungen beschlossen hatten.

„Wir müssen wissen, wie wir über den Winter, über den Herbst kommen“, sagte Habeck, die Politik auf Zuruf müsse enden. „Die Gereiztheit in der Gesellschaft wird immer größer, es droht eine gesellschaftliche Zerreißprobe, in Teilen haben wir die schon.“ Die Grünen trügen die „absolut bittere Maßnahmen“ im Kern „notgedrungen“ mit, sagte Habeck. Für Menschen, die für Betriebe und Veranstaltungen Hygienekonzepte entwickelt und deren Güte bestätigt bekommen hätten, müssten die Entscheidungen aber „wie Hohn klingen“. Den Plan von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), die Schleierfahndung zu intensivieren, um Verstöße von Reisenden gegen Corona-Bestimmungen festzustellen, lehnen die Grünen ab. (Foto: Robrt Habeck CC s. Archiv v. 30.11.2916; Quelle: Tagesschau, 28.0.20)


GEW fordert nach neuen Beschlüssen „Schutz für Lehrer“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Offenhaltung von Schulen und Kitas einen besseren Schutz der Beschäftigten. Ein „Weiter so“ dürfe es nicht geben, hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. „Wenn offene Schulen und Kitas höchste Priorität aus sozialen Gründen haben sollen, müssen Lehrkräfte und Erzieherinnen besonders geschützt werden.“

„Die GEW schlägt vor, dem Rat des Robert Koch-Instituts zu folgen und in der Schule in kleineren Gruppen zu unterrichten“, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe. Sie forderte einen Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht ab der fünften Klasse, wenn der sogenannte Inzidenzwert die Marke von 50 erreicht. Zusätzlich müsse gesichert sein, dass in den Klassenzimmern regelmäßig und konsequent gelüftet werde.
(Quelle: PM GEW, 28.10.20)


125. Boston-Marathon 2021 vom Frühjahr in den Herbst verschoben


Neue Rekordzahlen in Portugal, Litauen und Serbien

Die Generaldirektion Gesundheit hat in Portugal 3.960 Neuinfektionsfälle verzeichnet, ein weiterer neuer Höchststand. Es gab auch weitere 24 Todesfälle im Land, hieß es. Die neuesten Zahlen wurden in vielen portugiesischen Medien veröffentlicht.

Wie Regierungszahlen zeigen, ist auch in Litauen ein Rekord an Neuinfektionen aufgestellt worden:  776 neue Fälle wurden ermittelt. Litauen gehörte während des ersten Ausbruchs zu den am wenigsten betroffenen Ländern in Europa, verzeichnete jedoch seit Anfang September einen starken Anstieg der Fälle. In dem südlichsten der drei baltischen Staaten leben knapp 2,8 Millionen Menschen.

Auch aus Serbien werden neue Höchstzahlen an Infektionen gemeldet. Es waren 1.328 in den letzten 24 Stunden – sowie 5 neue Todesfälle.
(Quelle: The Guardian, 28.10.20)


AfD zeigt sich empört

Mit Ablehnung und Empörung hat die AfD auf die von Bund und Ländern beschlossenen neuen Corona-Einschränkungen reagiert. „Es ist alles völlig überzogen“, sagte die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Alice Weidel, in Berlin. „Wir müssen lernen mit Corona zu leben“, fügte sie hinzu.

Der Co-Vorsitzende Alexander Gauland kritisierte, dass erneut weitreichende Kontaktbeschränkungen und die Schließung von Gastronomiebetrieben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit den Ministerpräsidenten vereinbart wurden. „Wir haben inzwischen eine Art Kriegskabinett“, sagte Gauland. Er habe das Gefühl, der Bundestag sei nur noch dazu da, um „das gefälligst abzunicken“. (Quelle: Tagesschau, 28.10.20)


Überblick: Infektions- und Todeszahlen in Europa

• 23 Tote in Kroatien, ein Rekord, und 2.378 Neuinfektionen, nahe bei dem Tagesrekord von 2.421.

• 1.586 Fälle und 36 Tote in Bosnien und Herzegowina.

• 2.569 Fälle in Bulgarien, ein Tagesrekord, und 25 Tote.

• 125 Fälle in Estland, ein Tagesrekord. Estlands Rate gehört zu den niedrigsten in Europa.

• 5.343 Fälle und 107 Tote in Rumänien.

• 18.820 Infektionen in Polen, ein Tagesrekord, und 236 Tote.

• 15.663 Infektionen in der Tschechischen Republik, ein Tagesrekord.

• 14.964 Infektionen in Deutschland, ein Tagesrekord und 85 Tote.

• 8.616 Infektionen in der Schweiz, ein Tagesrekord.

• 2.605 Infektionen in Slowenien, ein Tagesrekord.

• 346 Tote in Russland, ein Tagesrekord, und 16.202 Infektionen.

• 165 Tote in der Ukraine, ein Tagesrekord, und 7.474 Infektionen.
(QuelleThe Guardian, 28.10.20)



Das gilt in ganz Deutschland ab Montag, 2. November

Angesichts drastisch gestiegener Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder beschlossen, mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg die Situation in den Griff zu bekommen. Dies geschehe, um eine akute nationale Gesundheitsnotlage zu verhindern, wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Konferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch sagte. Die Maßnahmen sollen bereits vom 2. November an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten – sie gelten bundesweit.

Treffen von nur noch zwei Haushalten
Den Beschlüssen zufolge wird ein gemeinsamer Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen aus zwei Hausständen mit maximal zehn Personen gestattet. Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden sanktioniert werden.

Keine Veranstaltungen, kein Freizeitsport bis Ende November
Außerdem werden Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend verboten. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks und Spielhallen vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Auch der Amateur- und Freizeitsportbetrieb wird weitestgehend untersagt – Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen schließen. Profisport wird im November nur noch ohne Zuschauer zugelassen. Das gilt auch für die Fußball-Bundesliga.

Gastronomie wird geschlossen
Auch Gastronomiebetriebe, Bars, Klubs, Diskotheken und Kneipen müssen vom 2. November an für den restlichen Monat schließen. Davon ausgenommen werden soll die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen dürfen geöffnet bleiben. Geschlossen werden ebenfalls Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und Bordelle. Friseure sollen dagegen geöffnet bleiben.

Neue „Nothilfen“ für Unternehmen angekündigt
Um den wirtschaftlichen Schaden der Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind, abzufedern, sollen mit neuen „Nothilfen“ bis zu 75 Prozent der Umsatzausfälle erstattet werden. Die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Touristische Übernachtungsangebote verboten
Die Bürger werden aufgefordert, auf private Reisen und tagestouristische Ausflüge zu verzichten: Touristische Übernachtungsangebote sind im Inland im November sogar verboten. Übernachtungen darf es nur noch für notwendige Zwecke wie etwa zwingende Dienstreisen geben.

Schulen, Kitas und Einzelhandel bleiben geöffnet
Schulen und Kindergärten sollen dagegen trotz der stark steigenden Corona-Zahlen auch im November unter Auflagen verlässlich geöffnet bleiben. Auch der Groß- und Einzelhandel bleibt im November geöffnet – allerdings darf sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten – in der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen. Andere Unternehmen sind eindringlich aufgefordert, Heimarbeit zu ermöglichen – wo immer dies umsetzbar ist.

Gottesdienste unter Hygieneauflagen erlaubt
Gottesdienste sollen nach den Worten von Merkel weiterhin erlaubt sein. Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden. Laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sind Eingriffe in die Religions- und Versammlungsfreiheit besonders sensibel.
(Quelle: NDR, 28.10.20)


Scholz plant Ersatz von Umsatzausfällen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht nach einem „Bild“-Bericht Entschädigungen für Umsatzausfälle der von Einschränkungen betroffenen Unternehmen in Milliardenhöhe vor. In den laufenden Beratungen von Bund und Ländern habe Scholz vorgeschlagen, kleineren Betrieben bis zu 75 Prozent ihrer Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat zu ersetzen. Größere Betriebe sollten bis zu 70 Prozent erhalten. Es solle keine besonderen Nachweispflichten geben. Die Kosten habe Scholz auf sieben bis zehn Milliarden Euro für vier Wochen beziffert. (Foto: pixabay; Quelle: Tagesschau, 28.10.20)


Grafschaft Bentheim: Die Zahlen

Zu den bisherigen Covid-19-Infizierten in der Grafschaft sind am Mittwoch (Meldezeit: 9 Uhr) 54 weitere Fälle hinzugekommen. Aktuell sind 366 Menschen in der benchbarten Grafschaft Bentheim infiziert, teilt die Kreisverwaltung mit. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Infektion beträgt bisher 20. In Quarantäne befinden sich am Mittwoch 1.087 Personen. Der Inzidenzwert beträgt nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) 137,8.
Sieben der neuen Fälle haben nach Angaben des Landkreises mit einem Infektionsgeschehen in einer Nordhorner Alteneinrichtung zu tun, weitere Fälle gehen vor allem auf familiäre Zusammenkünfte oder Feiern zurück. Vergangene Woche war ein Bewohner des AWO Altenwohnzentrums in Nordhorn positiv auf Corona getestet worden.

Acht Grafschafter/innen werden stationär intensivbehandelt, drei davon beatmet.

Seit Beginn der Pandemie zählt die Kreisverwaltung insgesamt 829 nachgewiesene Infektionen. 443 Grafschafter gelten inzwischen wieder als genesen. (Quelle: GN, 28.10.20)


Altmaier: Kontakte müssen um die Hälfte reduziert werden

Zur Eindämmung der Pandemie müssen nach Worten von Wirtschaftsminister Peter Altmaier die sozialen Kontakte deutlich reduziert werden. „Und zwar nicht um 10 oder 15 Prozent, sondern in einer Größenordnung, die in Richtung der Hälfte oder noch darüberhinaus geht“, sagt er bei einer Befragung im Bundestag mit Blick auf laufende Beratungen von Bund und Ländern. „Dazu werden umfangreiche Maßnahmen notwendig sein.“ (Quelle Tagesschau, 28.10.20)


Landkreis Emsland:  Stopp für Freizeit- und Schulsport bis Ende November 

Das Corona-Infektionsgeschehen hat den Landkreis Emsland dazu veranlasst, mit einer weiteren Allgemeinverfügung den Sport im Emsland deutlich einzuschränken und zwar auch in den allgemein- und berufsbildenden Schulen. Dies geschieht „aus infektiologischen Gründen halten wir Kontakt- und Mannschaftssportarten in geschlossenen Räumen derzeit für problematisch. Gleiches gilt insbesondere für Umkleidekabinen und Duschbereiche, deshalb sehen wir hier insgesamt kurzfristigen Handlungsbedarf“, sagte Landrat Marc-André Burgdorf (CDU).

Mit der heutigen Allgemeinverfügung sind Kontakt- und Mannschaftssportarten, die in geschlossenen Räumen stattfinden, im Landkreis Emsland erneut untersagt. Außerdem ist die Nutzung von Umkleidekabinen und Duschräumen in Sportanlagen aufgrund der räumlichen Enge und höheren Verweildauer für den Vereins- und Breitensport grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme bilden hier aber die Schwimmbäder.

Da im Bereich des Schulsports nicht auf eine Nutzung von Umkleiden verzichtet werden kann, wird überdies der praktische Sport- und Schwimmunterricht für alle allgemein- und berufsbildenden Schulen untersagt. Ausgenommen sind Kursgruppen der Schuljahrgänge 12 und 13, die sich in der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen zum Erwerb des Abiturs im Fach Sport befinden.

„Auch wenn auf Landes- und Bundesebene in Kürze vielleicht weitreichende Beschränkungen u.a. zum Sport erfolgen werden, sehen wir derzeit eine Regelungslücke, die wir hiermit für das Emsland kurzfristig schließen. Angesichts der aktuellen Unsicherheit bei allen Beteiligten, der stark steigenden Fallzahlen und im Sinne des Infektionsschutzes halten wir diese Vorgehensweise für unumgänglich“, so der Landrat. Die Allgemeinverfügung ist vorerst bis einschließlich 29.11.2020 gültig. (Quelle: PM LK EL, 28.10.20)



Boeing streicht Tausende weitere Stellen

Der US-Luftfahrtriese Boeing plant den Abbau zahlreicher weiterer Jobs. Vorstandschef Dave Calhoun teilte der Belegschaft mit, dass die Mitarbeiterzahl bis Ende 2021 wohl auf rund 130.000 reduziert werden müsse. Anfang 2020 hatte Boeing noch ungefähr 160.000 Beschäftigte.

Der stark unter der Corona-Krise und dem Debakel um den Unglücksjet 737 Max leidende Konzern hatte in den Vorquartalen bereits drastische Stellenstreichungen angekündigt. Zunächst war die Rede von zehn Prozent der Belegschaft, vor drei Monaten hieß es dann, dass bis zum Jahresende rund 19.000 Mitarbeiter den Konzern verlassen würden. Damals warnte Calhoun bereits vor möglichen weiteren Einschnitten. (Quelle: ARD, 28.10.20)


Europa: !.000 Corona-Tote am Tag

Die Anzahl der Corona-Toten hat in Europa nach Aussage eines Experten drastisch zugenommen. „Letzte Woche lag die Zahl um ein Drittel höher als in der Vorwoche, das bedeutet, dass rund 1000 Menschen jeden Tag an Covid sterben“, sagte Peter Piot, Sonderberater der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Bekämpfung des Coronavirus.

„Die Lage ist sehr ernst und sie droht, noch schlimmer zu werden, wenn wir nicht dringende und drastische Maßnahmen ergreifen“, fügte er hinzu. Piot forderte, dass noch viel mehr Menschen in Europa einen Mund-Nasen-Schutz tragen. „Wir müssen bei rund 95 Prozent statt jetzt 60 Prozent ankommen; das kann Hunderttausende Leben retten, wenn wir das tun“, so Piot. (Quelle: ARD, 28.10.20)


Ministerpräsidenten fordern Bundestagsbeschluss

Vor den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten kommt -meldet die Tagesschau- „aus den Reihen der Länderchefs“ die Forderung nach einem Bundestagsbeschluss für einen möglichen neuen Lockdown. Laut der Nachrichtenagentur AFP könne ein Rückhalt durch das Parlament beispielsweise in Form einer fraktionsübergreifenden Entschließung erfolgen.

Die Vorschlag des Bundes für die Beratungen mit den Ländern sieht vor, dass „Gastronomiebetriebe sowie Bars, Klubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen“ im November geschlossen werden sollen.

Die Vorlage sieht zudem vor, touristische Übernachtungen im Inland zu verbieten und Freizeiteinrichtungen wie Theater, Kinos, und Fitnessstudios für vier Wochen zu schließen. Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sollen die Bürger ihre privaten Kontakte auf ein „absolut nötiges Minimum“ reduzieren.

Das Bundeskabinett hat weitere Sonderregelungen für die Zeit der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht. Die Bundesregierung kann dem am Mittwoch gebilligten Entwurf für ein drittes Gesetz zum Bevölkerungsschutz zufolge Impfprogramme vorbereiten. Die Reiseregelungen für Risikogebiete werden verschärft. Berufstätige Eltern sollen künftig auch dann eine Lohnentschädigung erhalten, wenn sie ein unter Quarantäne stehendes Kind betreuen.

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angestrebte, allgemeine Verlängerung seiner Sonderbefugnisse über den 31. März 2021 hinaus ist nicht vorgesehen. Sie war am Widerstand der SPD gescheitert. Dem Gesetz muss auch der Bundesrat zustimmen. Es soll im Dezember in Kraft treten. Im März und im Mai waren bereits zwei Mal die Sonderbefugnisse der Bundesregierung für die Zeit der Krise erweitert worden.

(Quelle: Tagesschau, 28.10.20)


Schweizer Zahlen

In der Schweiz schießen die Coronavirus-Fallzahlen in die Höhe. Innerhalb eines Tages wurden dem Gesundheitsamt 8616 neue Covid-Infektionen gemeldet – ein neuer Höchststand. 149 weitere Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, 24 starben in Zusammenhang mit der Seuche. Am Nachmittag will die Schweizer Regierung über schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie informieren. (Quelle: SWR, 28.10.20)


Kabinett billigt weitere Sonderbefugnisse der Gesundheitsminister

Das Bundeskabinett hat weitere Sonderregelungen für die Zeit der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht. Die Bundesregierung kann dem am Mittwoch gebilligten Entwurf für ein drittes Gesetz zum Bevölkerungsschutz zufolge Impfprogramme vorbereiten. Die Reiseregelungen für Risikogebiete werden verschärft. Berufstätige Eltern sollen künftig auch dann eine Lohnentschädigung erhalten, wenn sie ein unter Quarantäne stehendes Kind betreuen.

Im März und im Mai waren bereits zwei Mal die Sonderbefugnisse der Bundesregierung für die Zeit der Krise erweitert worden, damit  die Regierung in der Corona-Pandemie schnell reagieren kann. Oberstes Ziel bleibe, Infektionsketten zu durchbrechen und das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen.

Rückkehrern aus Risikogebieten kann künftig eine digitale Einreiseanmeldung verordnet werden, um es den Behörden zu erleichtern, die anschließende Quarantäne zu überwachen. Eine Entschädigung für den Verdienstausfall soll ausgeschlossen werden, wenn die Reise in ein Risikogebiet vermeidbar war.

Testungen und Impfungen gegen das Covid-19-Virus sollen dem Entwurf zufolge auch Menschen erhalten können, die nicht krankenversichert sind. Wer die Kosten übernimmt, bestimmt das Bundesgesundheitsministerium.
(Quelle: ARD, 28.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 32.629 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (28. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 1.059. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 735 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern zwei weitere Todesfälle gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 22.733 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter und liegt nun bei 69.7 Prozent. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt damit im Landesdurchschnitt bei 66,6.
(Quelle: NDR, 28.10.20)


Schausteller: Zukunft der Volksfeste bedroht

Der Deutsche Schaustellerbund hält die Zukunft der Volksfeste in Deutschland für gefährdet. Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg forderte gezielte staatliche Hilfen für die mehr als 5.000 Schaustellerfamilien. Die staatlichen Überbrückungshilfen reichten nicht aus. Durch den reihenweisen Ausfall der Weihnachtsmärkte fehlten der Branche weitere 20 bis 30 Prozent der Einnahmen, so Hakelberg. Das gesamte Jahr über seien bereits 9750 Volksfeste ausgefallen. (Quelle: SWR, 28.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 28.10.2020, 09.00 Uhr

In den letzten 24 Stunden wurden im Landkreis 55 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Es ist kein weiterer CoViD-19-Erkrankter im Emsland  gestorben. Die Zahl der als genesen Geltenden ist auf jetzt insgesamt 1.232 Genesene (+38) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.630 (+55); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 500. Aktuell sind im Emsland jetzt 350 (+18) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt.

Wundersam ist neuerlich die heutige Mitteilung des Landkreises, nachdem nun plötzlich, statt 420 vorgestern, 1.200 gestern, inzwischen nun 1.500 EmsländerInnen in Quarantäne (+300) sind. Das darf man weiter als Chaos bezeichnen.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 7 (-2)  CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; zwei von ihnen werden beatmet.

In Lingen (Ems) liegt die Gesamtzahl der Infizierten jetzt bei 207 (+ 4) verblieben. 161 (+5) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 42 (-1) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 40 26 1 13
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 32 0 0
Samtgemeinde Freren 67 51 9 7
Einheitsgemeinde Geeste 48 37 0 11
Stadt Haren (Ems) 136 107 1 28
Stadt Haselünne 101 76 0 25
Samtgemeinde Herzlake 30 22 0 8
Samtgemeinde Lathen 52 37 0 15
Samtgemeinde Lengerich 34 24 1 9
Stadt Lingen (Ems) 207 161 4 42
Stadt Meppen 234 176 5 53
Samtgemeinde Nordhümmling 47 33 0 14
Stadt Papenburg 145 116 2 27
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 6 2 0 4
Einheitsgemeinde Salzbergen 27 22 0 5
Samtgemeinde Sögel 228 174 0 54
Samtgemeinde Spelle 21 18 1 2
Einheitsgemeinde Twist 49 39 2 8
Samtgemeinde Werlte 126 79 0 47
 Gesamt* 1630 (+55) 1232 (+38) 26 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 372 (+17)

(28.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen 14.964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet – das ist ein Rekord seit Beginn der Pandemie. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl bei 7595 gelegen. Am Samstag war mit 14 714 Neuinfektionen der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland verzeichnet worden.

Die Werte sind mit denen aus dem Frühjahr allerdings nur bedingt vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland wurde auf der Homepage des RKI zunächst nicht aktualisiert. Am Dienstag lag sie bei 449.275. Die Zahl der Todesfälle wurde ebenfalls nicht aktualisiert, sie lag mit Stand Dienstag bei 10.098.

Die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag bundesweit am Dienstag bei 87. In der Woche zuvor (20.10.) hatte das RKI eine Inzidenz von 48,6 Fällen gemeldet. Nach RKI-Angaben haben rund 70 Prozent der Kreise eine Inzidenz von über 50, acht Kreise liegen nach diesen Angaben sogar bei über 200. (Quelle: RKI, rki, 28.10.20)


Robert Habeck: 1.200 Euro Unternehmerlohn

Um die Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen, fordert Grünen-Chef Robert Habeck einen sogenannten Unternehmerlohn in Höhe von 1200 Euro für die Solo-Selbstständigen in der Branche. „Es geht um eine Millionen Jobs. Wir müssen jetzt handeln, sonst wird es nach Corona einen großen Teil der Kulturschaffenden nicht mehr geben“, sagte Habeck vor einer für Mittwoch in Berlin geplanten Demo der Branche.

Diese Gruppe falle bei den Hilfen bisher durchs Raster. „Dieser Unternehmerlohn sollte pauschal und rückwirkend gezahlt werden“, forderte Habeck. Förderbeträge und der Maximalbetrag für mittlere Unternehmen müssten angehoben werden. (Quelle: Tagesschau, 28.10.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Französische Intensivstationen erreichen ohne neue Maßnahmen in zwei Wochen ihre Kapazitätsgrenze und damit das gleiche Niveau wie auf dem Höhepunkt der ersten Welle im April, sagte ein Regierungssprecher in Frankreich.
  • Fast 200 Flughäfen in Großbritannien und Europa könnten aufgrund des Zusammenbruchs des Flugverkehrs pleite gehen. Der Airports Council International Europe, der Flughafenbetreiber vertritt, schätzt, dass 193 der 740 Verkehrsflughäfen in Europa „in den kommenden Monaten insolvent werden, wenn sich der Passagierverkehr zum Jahresende nicht wieder erholt“.
  • In Kanada hat Premierminister Justin Trudeau einen  „harten Winter“ voraus gesagt und hinzugesetzt: „Pandemie ist scheiße“. Während eine zweite Welle von Covid-19-Infektionen einen Großteil des Landes erfasst, bezeichnete Trudeau die Pandemie als eine schreckliche nationale Tragödie in einer seltenen Demonstration von Emotionen und Frustration des Politikers.
  • US-Coronavirus-Fälle nehmen im Mittleren Westen weiter zu, als Trump im Wahlkampf dort auftritt. Trump reiste zu einer Kundgebung nach Michigan und plante, am selben Tag an Veranstaltungen in Wisconsin und Nebraska teilzunehmen, bei einem Blitzbesuch vor den Wahlen in drei Bundesstaaten, in denen die Fälle am stärksten zunehmen.
    (Quelle: The Guardian, 28.10.20)

Obama vs. Trump

Barack Obama hat Donald Trump bei einer Wahlkampfkundgebung in Florida verspottet. mwegen der Beschwerden des Präsidenten über die Medien, die die nationale Coronavirus-Krise genau berichteten.

Der 44. Präsident hat kürzlich den traditionellen Anstand aufgegeben, mit dem ein ehemaliger Präsident es unterlässt, seinen Nachfolger öffentlich zu kritisieren, und hatte den 45. Präsidenten in jüngsten Reden wegen seiner Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie heftig kritisiert.

Bei einer Drive-In-Kundgebung für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden in Orlando (Florida), nahm Obama am Dienstag kein Blatt vor der Mund, und verknüpfte seinen Spott über Trump mit Empörung.

„Er sagte bei einer seiner Kundgebungen „Covid, Covid, Covid“, und er beschwerte sich, dass die Leute sich zu sehr auf Covid konzentrieren. Er ist eifersüchtig auf Covids Medienberichterstattung “, sagte Obama mit gespielter Ungläubigkeit, und die Menge lachte.

Bei einer Kundgebung am Samstag in North Carolina hatte Trump die von Obama zitierten Sätze gesagt und sich darüber beklagt, dass die Medien dem Coronavirus zu viel Aufmerksamkeit schenkten. Dabei behauptete Trump auch, die Rekordzahlen seien übertrieben und hatte versucht, die Sterblichkeitsraten herunterzuspielen

Obama: „Wenn er sich von Anfang an auf Covid konzentriert hätte, würden die CoViD-Fälle in diesen Wochen nicht im ganzen Land Rekordhöhen erreichen, und das Weiße Haus würde nicht zum zweiten Mal in einem Monat zum Hotspot.“.

Die US-Seuchenzentren CDC gaben am Dienstag 63.589 bekannte Neuinfektionen und 483 weitere Todesfälle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt knapp 8,7 Millionen Infektionen und 225.084 Tote verzeichnet. (Quellen: The Guardian, ARD, 27.10.20)


Insgesamt fast 158.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete 29.787 Neuinfektionen. Damit ist die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 5,4 Millionen gestiegen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 549 auf fast 158.000 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. (Quelle: ARD, 27.10.20)


Hessens Regierungschef Bouffier: „Lage dramatischer, als viele glauben“

„Harte Entscheidungen“ hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch für die Bund-Länder-Schalte zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie angekündigt. „Die Lage ist weit dramatischer als viele glauben“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochausgabe).

„Bei uns laufen die Betten zu. Schon heute gehen wir an die Grenzen. Wir werden für Deutschland einiges beschließen, was weh tut und nicht schön ist.“ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde außerdem am Donnerstag im Bundestag eine Rede halten, „die keine Fragen mehr offen lassen wird“. (Quelle: TSP, 27.10.20)


Spanien meldet höchste Zahl an Toten seit Monaten

In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Binnen 24 Stunden seien aus den Regionen insgesamt 267 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit.

Die höchste Werte waren in Spanien Ende März und Anfang April mit zum Teil deutlich mehr als 900 Toten innerhalb eines Tages registriert worden. Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 belief sich auf 35.298. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte unterdessen um 18.418 auf gut 1,1 Millionen. (Quelle: ARD, 27.10.20)


Ministerpräsidentin Dreyer fordert „effektiven Wellenbrecher“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat sich vor der Schalte der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel für einen „effektiven Wellenbrecher“ im Kampf gegen die stark steigenden Corona-Infektionen ausgesprochen. „Wir müssen einen Weg finden, wie wir Kontaktvermeidungen schaffen, ohne Kitas, Schulen und das Wirtschaftsleben zu schließen“, sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. Bund und Länder beraten am Mittwoch in einer Videoschalte über schärfere Einschränkungen.

„Wir können heute nicht mehr einzelne konkrete Ausbruchsgeschehen lokalisieren“, sagte Dreyer. „Das Virus breitet sich wieder rasant aus.“ Es gelte daher inzwischen wieder: „flatten the curve“ (die Kurve abflachen). „Wir brauchen deswegen einen effektiven Wellenbrecher“, sagte die Ministerpräsidentin ohne aber schon konkrete Maßnahmen zu nennen. (Quelle: Tagesschau, 27.10.20)


Frankreich wohl vor einmonatigen Lockdown

Die französische Regierung prüft einem Medienbericht zufolge angesichts der steigenden Fallzahlen einen einmonatigen Lockdown. Dieser könne ab Mitternacht am Donnerstag gelten, berichtet der Sender BFM TV. Allerdings würden die Einschränkungen in diesem Fall flexibler sein als die im März verhängten. Präsident Emmanuel Macron soll sich am Mittwoch in einer Fernsehansprache an das Volk wenden. (Quelle: ARD, 27.10.20)


Bushido mit Coronavirus infiziert

Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert. „Auch wenn ich alle Vorgaben sehr ernst genommen habe, habe ich heute einen positiven Corona-Test erhalten“, teilte der 42-Jährige auf seinem Instagram-Kanal mit. Er habe Symptome, schrieb er in einer Story auf seinem Account. „Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen“, so der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt.

(Quelle: Tagesschau, 27.10.20)


Stephan Weil: Weitere Einschränkungen nötig

Vor dem Gespräch zwischen Kanzlerin Merkel und den Länderchefs am Mittwoch hält Ministerpräsident Stephan Weil weitere Einschränkungen für nötig.

Die zwischenzeitlich ergriffenen Maßnahmen zeigten keinerlei Bremsspuren bei den Infektionen, sagte der niedersächsische Ministerpräsident. Deswegen seien weitere Schritte nötig. Die Regeln sollten aber möglichst einheitlich sein. Der Präsenzbetrieb in Kitas und Schulen sowie das Weiterarbeiten in möglichst vielen Branchen müssten so lang wie möglich aufrecht erhalten werden, so Weil. Außerdem müssten Engpässe in der Krankenhausversorgung verhindert werden.

Laut Medienberichten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits im Vorfeld der Video-Konferenz angeregt, alle Gastronomiebetriebe zu schließen, damit die Corona-Infektionszahlen nicht weiter so stark steigen. Der Branchenverband Dehoga machte vor dem Treffen aber deutlich, in welcher prekären Lage sich viele Betriebe befinden. Ein Drittel -also etwa 80.000- werde den Winter möglicherweise nicht überstehen, heißt es. Der Dehoga-Landesverband Niedersachsen hat eine Klage angekündigt, falls es zu einem erneuten pauschalen Lockdown für die Gastronomie kommen sollte. Die Gastronomie sei nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung, so Dehoga-Vizepräsidentin Birgit Kolb-Binder. Wenn Kneipen und Restaurants schließen müssten, würden die Menschen zu Hause feiern – unbeaufsichtigt, so Kolb-Binder.

Matthias Brümmer von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) plädiert ebenfalls dafür, lokal zu entscheiden. „Warum müssen in Wittmund die Kneipen schließen, wenn das Virus sich im Landkreis Cloppenburg ausbreitet“, sagte Brümmer. Menschen, die sich jetzt immer noch nicht an die Regeln hielten, gefährdeten Tausende Arbeitsplätze in Deutschland. (Quelle: NDR, 27.10.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Frankreich meldet 523 neue Todesfälle, die höchste tägliche Zahl an Todesopfern seit April. Reuters berichtet, dass die Zahl der Todesopfer am Dienstag die täglich gemeldeten Todesfälle im Krankenhaus und 235 Todesfälle in Altersheimen in den letzten vier Tagen umfasste. Das Land hat in den letzten 24 Stunden 1.194 neue Coronavirus-Patienten im Krankenhaus und 148 Personen auf der Intensivstation registriert.
  • Angela Merkel warnt davor, dass das Gesundheitssystem in Deutschland einen kollabieren könnte. Die Kanzlerin hat hochrangige Gespräche anberaumt, um über neue Beschränkungen zu entscheiden, um die zweite Welle der Pandemie zu brechen. Merkel sagte in der CDU/CSU-Fraktion, dass sich die Zahl gegenwärtig der Neuerkrankungen alle sieben bis acht Tage verdoppelt, die Zahl der belegten Intensivbetten alle zehn Tage. Die Zahl der Neuinfektionen mit Coronaviren in Deutschland dürfte bis Ende der Woche 20.000 pro Tag erreichen, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstagabend.
  • In Algerien wurde Präsident Abdelmadjid Tebboune ins Krankenhaus eingeliefert. Tebboune war zuvor aufgrund des Kontakts mit Fällen von COVID-19 bereits in Quarantäne. Das Büro des Präsidenten erklärte, dass er weiterhin vom Krankenhaus aus arbeiten werde.
  • Italien verzeichnete am Dienstag 221 Todesfälle durch Coronaviren – die höchste tägliche Zahl seit dem 15. Mai – und 21.944 Neuinfektionen. Die am schlimmsten betroffenen Regionen sind die Lombardei -wo über 5.000 neue Fälle bestätigt wurden-, Kampanien im Süden und das Piemont.
  • Schweden registrierte 1.870 neue Coronainfektionen, die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Der Anstieg ist vergleichbar mit einem Höchststand von 1.698 täglichen Fällen, die Ende Juni verzeichnet wurden. Die Gesundheitsbehörden des Landes haben angegeben, dass der Höhepunkt im Frühjahr wahrscheinlich viel höher war, aber aufgrund fehlender Tests nicht verzeichnet wurde.
  • In Spanien werden in derWeinregion La Rioja Restaurants und Bars für einen Monat geschlossen. Dies ist der jüngste Versuch, die zweite Welle der Pandemie in Spanien einzudämmen; seit Sonntag gibt es eine landesweite Ausgangssperre, während eine wachsende Anzahl von Regionen den Menschen das Betreten oder Verlassen ihres Bereichs untersagt hat.
  • In Großbritannien starben an Covid-19 61.000. Die Gesamtzahl der von den drei statistischen Ämtern in England und Wales, Schottland und Nordirland registrierten Todesfälle beträgt jetzt 59.927. Aktuellere Zahlen der britischen Regierung zeigen jedoch, dass innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Test 1.189 Todesfälle aufgetreten sind, seit die Zahlen in jeder Nation registriert wurden. Dies erhöht die Zahl der Todesfälle in den vier Ländern Großbritanniens auf 61.116. (Quelle: The Guardian, 27.10.20)

Bayern: 600 Krankenhaus-Mitarbeiter in Quarantäne

Nach mehreren Dutzend Corona-Fällen im Schongauer Krankenhaus in Bayern müssen alle 600 Mitarbeiter für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Es gebe zudem einen Besuch- und Aufnahmestopp für das Krankenhaus, sagte eine Kliniksprecherin. 38 Kollegen seien positiv getestet, die restlichen seien negativ und könnten zur Arbeit kommen, um die Patienten weiter zu versorgen. Allerdings müssten sie zuhause bis zum 7. November Quarantäne einhalten, auch gegenüber Familienangehörigen und Freunden.

17 Patienten, die ursprünglich wegen anderer Krankheiten im Krankenhaus Schongau behandelt wurden, sind positiv getestet und werden auf der Isolierstation versorgt. Die Ursache ist unklar. Es kommen sowohl Mitarbeiter als auch Besucher in Frage. (Quelle: BR, 27.10.20)


Bulgarien verschärft Maßnahmen

Nach einem Rekordanstieg der Neuinfektionen verschärft Bulgarien die Maßnahmen. Ab Donnerstag müssen etwa Nachtclubs schließen, Schulen und Universitäten sollen zwei Wochen lang nur online unterrichten. Bei öffentlichen Sportveranstaltungen sind bis Mitte November keine Zuschauer erlaubt. In Restaurants dürfen höchstens sechs Personen an einem Tisch sitzen. Das Land mit etwa sieben Millionen Einwohnern hatte zuvor 2243 Neuinfektionen bekanntgegeben. (Quelle: Tagesschau, 27.10.20)


Keine Weihnachtsmärkte in Oldenburg und Osnabrück

In Niedersachsen wird es wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr weniger Weihnachtsmärkte geben. Der Osnabrücker Weihnachtsmarkt und der Lamberti-Markt in Oldenburg sind bereits abgesagt worden.

Man könne weder sicherstellen, dass die Besucher den Abstand einhalten, noch könne man Kontakte nachverfolgen, so ein Oldenburger Stadtsprecher. Es sei ein Schlag für die Kirmesbeschicker, sagte der Präsident der Oldenburger Schausteller, Michael Hempen. Dabei hätten die mobilen Freizeitparks in Vechta, Oldenburg, Papenburg und Emden gezeigt, dass es möglich sei. „Wenn Oldenburg schon absagt, werden viele andere auch absagen“, heißt es vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund.

Die Stadt Osnabrück hat am Dienstagvormittag ebenfalls bekannt gegeben, dass ihr Weihnachtsmarkt nicht stattfinden wird. Die Stadt werde allerdings die seit Anfang Oktober laufende Aktion „Schausteller in der City“ ausweiten und bis zum 23. Dezember verlängern. Der Schaustellerverband Weser-Ems begrüßte die Entscheidung. Die Absage sei zwar ein Schlag. Aber es wäre schlimmer, den Weihnachtsmarkt aufzubauen und zu einem späteren Zeitpunkt abzubrechen, so der Vorsitzende Bernhard Kracke. Seit dem 3. Oktober sind bereits als Ausgleich für den ebenfalls abgesagten Jahrmarkt rund 25 Karussells und Buden in der Innenstadt aufgestellt. Das Angebot soll nun auf bis zu 45 Stände erweitert werden.

Weihnachtsmarkt-Veranstalter in anderen Städten zögerten noch und warteten auf ein Hygienekonzept des Wirtschaftsministeriums, das bis Ende Oktober fertiggestellt werden soll, so der Städte- und Gemeindebund. Darin soll unter anderem festgelegt werden, ob beispielsweise Glühwein auf den Weihnachtsmärkten verkauft werden darf. Die Weihnachtsmärkte in Braunschweig, Goslar, Lüneburg, Bremen und Hannover sollen – Stand Dienstag – stattfinden. Allerdings sollen sie kleiner und dezentraler werden. Die Veranstalter behalten sich aber Absagen vor. In Lingen berät am kommenden Dienstag der Verwaltungsausschuss die Frage.

Ein Aus für die Weihnachtsmärkte wäre katastrophal für das Weihnachtsgeschäft in den Innenstädten, so der Sprecher des Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek. Die Händler müssten dann mit Einbußen von bis zu 50 Prozent rechnen. Auf dem Land werde es definitiv deutlich weniger Weihnachtsmärkte geben. Viele seien ehrenamtlich organisiert, das wolle niemand verantworten, so Bullerdiek. (Quelle: NDR, 27.10.20)


FIFA-Präsident Gianni Infantino ist positiv

FIFA-Präsident Gianni Infantino ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Chef des Fußball-Weltverbandes weise leichte Symptome auf, teilte die FIFA mit. Infantino habe sich in Selbstisolierung begeben und soll nun mindestens zehn Tage lang in Quarantäne bleiben. Der 50 Jahre alte Schweizer hatte demnach heute die Bestätigung für seine Infektion erhalten.

(Quelle: Tagesschau, 27.10.20)


CLP: Corona-Ausbruch auf Intensivstation

lopNach dem Corona-Ausbruch auf der Intensivstation des St. Josefs-Hospitals in Cloppenburg sind weitere acht Personen positiv auf das Virus getestet worden. Der Geschäftsführer der Klinik geht davon aus, dass der Betrieb auf der Station in den kommenden Tagen dennoch aufrechterhalten werden kann. In den vergangenen Tagen war bereits bei acht Mitarbeitern und einem Patienten eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Mittlerweile liegen die Testergebnisse für alle Patienten und insgesamt 120 Mitarbeiter der Station vor. Zur Sicherheit soll es am Donnerstag noch einen zweiten Test geben. (Quelle: NDR, 27.10.20)


Naturschützer gegen Kreuzfahrten im Wattenmeer

Naturschützer haben sich gegen Kreuzfahrten im Wattenmeer ausgesprochen. Wegen der Einschränkungen durch die Pandemie suchten große Reedereien nach neuen Zielen in der näheren europäischen Umgebung, sagte Katharina Weinberg, Naturschutzreferentin der Schutzstation Wattenmeer. „Offenbar rückt jetzt auch der Nationalpark Wattenmeer mit seinen Inseln und Halligen zunehmend in den Fokus.“ Erste Touren habe es bereits gegeben, weitere würden beworben.

„Kreuzfahrttourismus ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell“, sagte Dennis Schaper, Stationsleiter der Schutzstation Wattenmeer auf Sylt. Die Schiffe führen überwiegend noch mit Schweröl und hätten selbst mit Katalysatoren oder Alternativtreibstoffen eine schlechte CO2-Bilanz. „Dazu kommen die Auswirkungen auf Inseln und Halligen, die jetzt schon von touristischen Aktivitäten überlastet sind. Da bedarf es keiner zusätzlichen Tagesgäste.“ (Quelle: NDR, 27.10.20)


Oldenburg: Oberbürgermeister infiziert

Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Coronavirus infiziert. Ein Schnelltest habe ein positives Ergebnis geliefert, teilte die Stadt Oldenburg am Dienstag mit. Das Ergebnis des PCR-Standard-Tests stehe aber noch aus. Krogmann zeige milde Erkältungssymptome, hieß es. Die Amtsgeschäfte führe er von zu Hause aus weiter. (Quelle: NDR, 27.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 31.570 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (27. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 616. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 733 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern einen neuen Todesfall gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 22.308 der bislang gemeldeten Fälle. Quote sinkt damit weiter und liegt nun bei 70,7 Prozent. Die 7-Tagesinzidenz pro 100.000 Einwohner liegt damit im Landesdurchschnitt bei 60,7. (Quelle: NDR, 27.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 27.10.2020, 09.00 Uhr

In den letzten 24 Stunden wurden im Landkreis 41 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Aber es ist kein weiterer CoViD-19-Erkrankter im Emsland  gestorben. Die Zahl der als genesen Geltenden ist auf jetzt insgesamt 1.194 Genesene (+36) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.575 (+41); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 470,1. Aktuell sind im Emsland jetzt 350 (+18) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt.

Wundersam ist die heutige Mitteilung des Landkreises, nachdem nun plötzlich, statt 420 Personen gestern, über Nacht 1.200 EmsländerInnen in Quarantäne (+780) sind. Das darf man als Chaos bezeichnen.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 9 (+3)  CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; zwei von ihnen werden beatmet.

In Lingen (Ems) ist die Gesamtzahl der Infizierten bei 203 (+/-0) verblieben. 156 (+4) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 43 (+11) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 38 26 1 11
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 32 0 0
Samtgemeinde Freren 65 51 9 5
Einheitsgemeinde Geeste 44 37 0 7
Stadt Haren (Ems) 129 106 1 22
Stadt Haselünne 96 75 0 21
Samtgemeinde Herzlake 30 21 0 9
Samtgemeinde Lathen 51 33 0 18
Samtgemeinde Lengerich 33 24 1 8
Stadt Lingen (Ems) 203 156 4 43
Stadt Meppen 228 170 5 53
Samtgemeinde Nordhümmling 47 33 0 14
Stadt Papenburg 140 113 2 25
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 6 2 0 4
Einheitsgemeinde Salzbergen 26 21 0 5
Samtgemeinde Sögel 222 161 0 61
Samtgemeinde Spelle 22 18 1 3
Einheitsgemeinde Twist 46 38 2 6
Samtgemeinde Werlte 117 77 0 40
 Gesamt* 1575 (+41) 1194 (+36) 26 (+(-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 355 (+5)

Mexiko-Zahlen

Das mexikanische Gesundheitsministerium meldete am Montag 4.166 weitere Fälle des neuartigen Coronavirus und 247 weitere Todesfälle im Land. Damit stieg die offizielle Zahl der Fälle auf 895.326 und die Zahl der Todesopfer auf 89.171

Verantwortliche im Gesundheitswesen räumten erneut ein, dass die tatsächliche Anzahl infizierter Menschen wahrscheinlich deutlich höher ist als die bestätigten Fälle. Am Sonntag hieß es aus dem Gesundheitsministerium, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer durch Covid-19 um 50.000 höher sein könnte.

(Quelle: The Guardian, 27.10.20)


WHO warnt vor Überlastung der Intensivstationen

Angesichts rapide steigender Zahlen von Infektionen mit dem Coronavirus hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika gewarnt. „Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz in Genf am Montag. An einigen Orten füllten sich die Intensivstationen schnell.

Angesichts des starken Anstiegs der Fallzahlen warnen auch deutsche Intensivmediziner vor Engpässen bei der Versorgung von Covid-19-Patienten; denn es fehle  Pflegepersonal. „Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens. Es gebe inzwischen „ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten“. Das allein helfe aber nicht weiter, „wenn wir kein Personal haben, um die Patienten zu versorgen“. Grob geschätzt fehlten bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachkräfte für die Intensivpflege, so Janssens.

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, rechnet damit, dass der Personalmangel in den Krankenhäusern bald massiv zutage tritt. „Sechs bis neun Prozent der Infizierten von heute werden in zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden müssen“, prognostizierte Johna. „Pro schwer krankem Covid-Patienten auf der Intensivstation wird eigentlich eine Pflegekraft benötigt“, sagte sie.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, bezeichnete den Engpass beim Pflegepersonal ebenfalls als „die zentrale Herausforderung, wenn die Patientenzahlen steigen“. Die Kliniken müssten dann Personal umbesetzen und sich wie im Frühjahr auf die Versorgung von dringenden Fällen konzentrieren, sagte Gaß den Funke-Blättern. „Wir werden uns auf Wartezeiten bei der Regelversorgung ebenso einstellen müssen, wie auf die Verlegung von Patienten aus hoch belasteten Standorten in entferntere Krankenhäuser“, sagte Gaß. (Quelle: TSP, ARD, 27.10.20)


Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen sowie Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Hunderte Menschen gingen am Montagabend in Turin und Mailand gegen die Beschränkungen auf die Straße, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten.

Zuvor war es bereits am Freitagabend in Neapel und am Samstagabend in Rom zu Gewalt bei Anti-Corona-Demonstrationen gekommen. Grund für die Proteste sind unter anderem neue Maßnahmen der Regierung.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet.

Italien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 540.000 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 37.000 Menschen starben bisher in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. (Quelle: TSP, 27.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl noch bei 6.868 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 449.275 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 42 auf insgesamt 10.098. Das RKI schätzt, dass rund 326.700 Menschen inzwischen genesen sind. (Quelle: RKI, 27.10.20)


Spanien: Mehr als 50.000 Neuinfektionen

In Spanien sind über das Wochenende mehr als 50.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Mit den 52.188 neu registrierten Ansteckungen erhöht sich die Gesamtzahl der Fälle auf fast 1,1 Millionen, wie das Gesundheitsministerium meldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 erhöhte sich demnach um 279 auf 35.031.

Am Sonntag war in Spanien der Notstand ausgerufen worden, womit überall mit Ausnahme der Kanarischen Inseln nächtliche Ausgangssperren verhängt werden können. Doch schon am Montag erntete die Regierung dafür Kritik von der Opposition. Wissenschaftler halten die Maßnahmen für nicht ausreichend und einige Spanier laufen gegen die Ausgangssperren Sturm. (Quelle: TSP, 26.10.20)


Uni Münster doch vor reinem Online-Semester

Die Westfälische Wilhelms Universität  hat vor dem anstehenden Vorlesungsstart ein Drei-Stufen-Modell in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen vorgestellt. Noch letzte Woche hieß es, die Universität werde in Stufe eins – Präsenzlehre mit Einschränkungen – starten. Doch aufgrund der stark gestiegenen Infektionszahlen steht den rund 45.000 Studierenden ein weiteres reines Online-Semester bevor. (Quelle: MZ, 26.10.20)


WHO sorgt sich um Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Europa im Rückstand bei der Bekämpfung der Pandemie. Benötigt werde nun „eine ernsthafte Beschleunigung“ der Maßnahmen, sagte die hochrangige WHO-Vertreterin Maria van Kerkhove in einem Online-Briefing. Es gebe immer noch die Hoffnung, dass Europa landesweite Lockdowns vermeiden könne.

Dem WHO-Direktor für medizinische Notfälle, Michael Ryan, macht die Situation in Europa ebenfalls Sorge: „Es steht außer Frage, dass die europäische Region im Moment ein Epizentrum für die Krankheit ist.“ Allein in der vergangenen Woche entfielen 46 Prozent der weltweiten Corona-Neuinfektionen und fast ein Drittel der Todesfälle auf den europäischen Kontinent.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Genf, es sei gefährlich, jetzt bei der Virusbekämpfung „aufzugeben“. Es habe sich nach monatelangem Kampf gegen das Virus ein gewisses Maß an „Pandemiemüdigkeit“ eingestellt. „Aber wir dürfen nicht aufgeben.“ Durch schnelles Handeln könne das Virus eingedämmt werden. (Quelle: DIE ZEIT, 26.10.20)


Tschechien verhängt nächtliche Ausgangssperre

Die Regierung in Tschechien verhängt wegen der stark steigenden Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangssperre. Von Mittwoch an dürfen die Bürgerinnen und Bürger zwischen 21 Uhr und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht mehr verlassen. Die bisherigen Maßnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung am Abend.

Eine weitere Maßnahme sieht vor, dass die noch geöffneten Geschäfte wie Supermärkte ab 20 Uhr und sonntags schließen müssen, ausgenommen sind etwa Tankstellen oder Apotheken. Bereits seit eineinhalb Wochen sind die Menschen aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen von den Ausgangsbeschränkungen wie den Weg zur Arbeit, Sport und Einkaufen. In Tschechien gilt seit Anfang Oktober der Notstand. Er ermöglicht es der Regierung, die Bürgerrechte einzuschränken.

Tschechien mit seinen knapp 10,7 Millionen Einwohnern ist aktuell besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Innerhalb von 14 Tagen steckten sich nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC 1.284,4 Menschen je 100.000 Einwohner an. Das war der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. (Quelle: DIE ZEIT, 26.10.20)


Emsland-Fußball: Spielbetrieb bis Ende der Winterpause ausgesetzt

Der Vorstand des Kreisfußballverbandes Emsland hat entschieden, ab sofort den gesamten Spielbetrieb im Fußball auf Kreisebene auszusetzen. Das betrifft alle Pflicht- und Freundschaftsspiele im Bereich der Senioren, Altherren, Frauen sowie Juniorinnen und Junioren und hat zunächst Gültigkeit bis zum Ende der Winterpause.

Die Spiele werden durch die zuständige Spielinstanz zentral abgesetzt, so dass die jeweiligen gegnerischen Mannschaften und Schiedsrichter nicht informiert werden müssen. Selbstverständlich geht beim NFV-Kreisverband damit die klare Erwartung einher, dass seitens der Vereine sichergestellt wird, dass ab sofort weder Kabinen noch Duschräume mehr genutzt werden.

Einige Hintergründe, die zu dieser weitreichenden Entscheidung geführt haben: Vorweg ist völlig klar, dass die Gesundheit aller absolut im Vordergrund steht, und der Fußball in diesen Zeiten ganz sicher nicht das Wichtigste ist. Klar muss auch sein, dass durch diese Absage lediglich das Risiko auf dem Platz ausgeschlossen werden kann, wenngleich das Risiko einer Infizierung beim Spiel auf dem Platz nach herrschender Meinung sowieso als sehr gering eingestuft wird.

Mögliche höhere Risiken im Rahmen von Fußballspielen liegen aber in folgenden Bereichen: gemeinsame Autofahrten, gemeinsame Nutzung von Kabinen und Duschen (die i. d. R. auch noch schlecht bzw. gar nicht belüftet werden können) sowie vor allem auch die „Feierlichkeiten“ nach einem Spiel. Auf diese Bereiche hat der NFV-Kreisvorstand allerdings keinen Einfluss. Wenn also die Spiele entfallen und das Training unter Nutzung der Kabinen und Duschen fortgesetzt wird (was bisher von mehreren Vereinen bestätigt wurde), hätte man nur eine sehr geringe Risikominimierung erreicht.

Um es auch klar zu benennen: Über diese Bereiche können nur die Kommunen oder die Vereine verfügen bzw. mittels behördlicher Verfügung auch das Land Niedersachsen oder der Landkreis Emsland – mit letzterem ist der Kreisvorstand in regelmäßigen und vertrauensvollen Gesprächen, um jeweils eine auf die aktuelle Situation angepasste Lösung zu finden.

Die Entwicklungen der letzten Tage bzgl. des rapiden Anstiegs der Infektionszahlen lassen ein weiteres Abwarten und Fortführen des Spielbetriebes nicht mehr zu. Daher der dringende Appell des NFV-Kreisvorstandes: „Sofern ein Trainingsbetrieb weitergeführt werden soll, tragt bitte Sorge, dass die Kabinen und Duschen nicht genutzt werden – diese effektive Maßnahme zur Eindämmung von Risiken wurde bisher u. W. kaum durch die Vereine (ggfls. in Abstimmung mit den Kommunen) umgesetzt. Also nutzt hier bitte die Handlungsmöglichkeiten, die ihr habt “.

Eine Entscheidung über die Bezirks-, Landes- und Oberliga ist in den zuständigen Fußballverband-Gremien bisher nicht gefallen. (Quelle: NFV-EL, 26.10.20)


Osnabrück: Gastronom darf in Sperrstunde öffnen

Das Verwaltungsgericht Osnabrück (Foto lks) hat dem Eilantrag eines Osnabrücker Gaststättenbetreibers gegen die in der niedersächsischen Corona-Verordnung geregelte Sperrstunde stattgegeben. Er darf seine Gaststätte deshalb vorläufig auch in der Zeit von 23.00 bis 6.00 Uhr öffnen, wie das Gericht mitteilte. Für andere Gastwirte gelte dies jedoch nicht, da es sich nicht um eine Entscheidung in einem vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) zu führenden Normenkontrollverfahren handele.

Der Gastronom hatte sich mit seinem Eilantrag konkret gegen die Sperrzeit gewandt, die ab einer Inzidenz von 35 oder mehr Fällen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen eingreift. Er argumentierte, dass die Regelung seine grundgesetzlich geschützte Berufsausübungsfreiheit unverhältnismäßig einschränke.

Aus den von der Kammer ausgewerteten Daten des Robert-Koch-Instituts habe sich bislang nicht abgezeichnet oder sei gar belegt, dass es in Gastronomiebetrieben mit entsprechendem Hygienekonzept zu einem nennenswerten Anstieg der Infektionszahlen gekommen sei, hieß es in der Begründung. Vielmehr komme dem Infektionsumfeld „Speisestätten“ nur eine untergeordnete Bedeutung im Vergleich zu Fallhäufungen im Zusammenhang mit größeren (privaten) Feiern zu.

(VG Osnabrück, Beschl. v. 26.10.2020, Az. 3 B 75/20 und 3 B 76/20)

(Foto: VG Osnabrück CC s. Archiv 19.01.18; Quelle: Tagesschau, 26.10.20)
update:
Derweil hat das Oberverwaltungsgericht in Münster am Montag die dortige Sperrstunden-Verordnung des Bundeslandes NRW bestätigt.


BILD: Merkel plant Lockdown-light

Bundeskanzlerin Angela Merkel plant laut einem Bericht der „Bild“ eine Art „Lockdown Light“. Dabei sollen Schulen und Kitas außer in Regionen mit katastrophal hohen Corona-Infektionszahlen geöffnet bleiben, wie die Zeitung am Montag ohne Nennung von Quellen berichtete. Auch Geschäfte dürften demnach mit Einschränkungen geöffnet bleiben. Dagegen wolle Merkel in der Gastronomie und bei Veranstaltungen „hart vorgehen“: Restaurants und Bars sollten schließen und Veranstaltungen verboten werden. Bereits bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch könnten sich die Kanzlerin und die 16 Länderchefs auf ein neues Lockdown-Modell einigen, schrieb „Bild“ weiter. (Quelle: TSP, 26.10.20)


USA: Mehr als 63.000 Neuinfektionen  – Trump spielt Gefahr erneut herunter

Die US-Seuchenzentren CDC geben weitere 63.195 Positiv-Tests und 380 neue Todesfälle bekannt. Damit wurden in den USA bislang insgesamt 8,6 Millionen Positiv-Tests und 224.601 Todesfälle verzeichnet.
US-Präsident Donald Trump spielte die Gefahr des Coronavirus unterdessen erneut herunter und warf den Medien vor, die Pandemie aus politischen Gründen aufzubauschen. Die Anzahl der Neuinfektionen steige nur, weil in den USA so viel getestet werde, erklärte Trump am Montag in einem Tweet. Er sprach von einer „Verschwörung der Fake News Medien“. Die „korrupten“ und falsch informierenden Medien schlachteten die Pandemie gezielt bis zur Wahl am 3. November aus, um ihm zu schaden, schrieb Trump. „Am 4. November wird sich das Thema völlig verändern.“ (Quelle: TSP, 26.10.20)
Die Anzahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist in den USA zuletzt auf rund 70.000 gestiegen. Der Anstieg ist damit deutlich schneller als jener der Tests. Experten warnen, dass die USA mit Beginn der kalten Jahreszeit vor einer neuen Corona-Welle stehen. (Quelle, TSP, 26.10.20)


Slowenen dürfen Wohnorte nicht mehr verlassen

In Slowenien dürfen die Bürger ab Dienstag ihre Wohnorte nicht mehr verlassen, um die Pandemie einzudämmen. Bereits am Montag wurden die Kontrollen an den Grenzen zu Österreich, Italien, Ungarn und Kroatien verstärkt und Einreisesperren für Menschen aus Risikogebieten in den Nachbarländern erlassen. Vor einer Woche hatte die Regierung in Ljubljana bereits eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 6 Uhr verhängt. Am Samstag mussten dann alle Einkaufszentren, Restaurants, Hotels und viele Geschäfte schließen. Auch Kindergärten, Grundschulen und Universitäten sind geschlossen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Land mit zwei Millionen Einwohnern war zuletzt stark gestiegen: um mehr als 9.800 in den vergangenen sieben Tagen. (Quelle: DIE ZEIT, 26.10.20)


170 Neuinfektionen am Wochenende im Kreis Steinfurt
Nur über das Wochenende meldet der Kreis also 170 Neuinfektionen – eine Zahl, die der Kreis noch nie erreichte. Der bisherige Rekordwert lag bei 77 Neuinfektionen (12. Oktober). Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus im Kreis Steinfurt liegt mit Stand von Montag (26. Oktober) bei 2451 (2281) – das entspricht rund 547 (510) Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. 2004 (1927) Personen hiervon sind wieder gesund.
Todesfälle nachweislich Infizierter gibt es im Kreis Steinfurt 94 (94), heißt es vom Kreis Steinfurt.
Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern (die sogenannte 7-Tage-Inzidenz) liegt am heutigen Tage bei 66 (38). Aktuell befinden sich 353 (260) Infizierte in der Isolierung, heißt es vom Kreis.(Quelle: MZ, 26.10.20)

EU reduziert Betrieb in Brüssel auf das Nötigste

Die Entwicklung der Infektionszahlen in Brüssel wirkt sich mehr und mehr auf den EU-Betrieb aus. Die Zahl der Treffen zwischen Vertretern der Mitgliedsstaaten wird auf das unbedingt erforderliche Maß zurückgefahren. Weil die zweite Welle der Pandemie die Stadt derzeit mit voller Härte treffe, müsse bei der Organisation von physischen Treffen noch vorsichtiger und mit noch größerer Umsicht vorgegangen werden, sagte ein Sprecher der deutschen Ratspräsidentschaft. Auch virtuelle Sitzungen würden mit Rücksicht auf die Ressourcen des Ratssekretariats und der Präsidentschaft auf Themen mit Priorität beschränkt.

So sollen nur noch solche Treffen persönlich stattfinden, die für das Funktionieren der EU oder zur Koordinierung der Covid-19-Krisenreaktion notwendig sind. Dazu gehören zum Beispiel auch die laufende Verhandlungen über das EU-Haushalts- und Wiederaufbaupaket. „Es ist praktisch ausgeschlossen, ohne persönliche Treffen und Kontakte eine Einigung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament zu finden“, sagte der Sprecher.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Allein in der Region Brüssel wurden zuletzt 1.770 Infektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen gemeldet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität hat Belgien mit 94 Corona-Toten pro 100.000 Einwohner eine der höchsten Todesraten weltweit.

Man kann sich einen angenehmeren Start in ein neues Amt vorstellen: Nach fast anderthalb Jahren Streit um die Regierungsbildung ist Alexander De Croo, 45 Jahre jung, seit 23 Tagen Regierungschef. Und muss sein Land jetzt durch die zweite Welle der Corona-Pandemie steuern. (Quelle: DIE ZEIT, 26.10.20)


Münsterland: So viele Infizierte wie noch nie

Aktuell sind im Münsterland .1692 Personen nachweislich am Coronavirus erkrankt (Montag, 26. Oktober; Stand 16.45 Uhr). Am Vortag waren es noch 1.510. Seit Sonntag gab es 324 Neuinfektionen und 142 Gesundungen. Damit ist der bisherige Rekordwert vom 5. April (1526) deutlich überschritten.

Von den insgesamt 8.940 (Sonntag: 8.616) mit dem SARS-CoV-2-Virus infizierten Patienten gelten am Montag demnach 7.055 (6913) als gesundet. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 193 (193).

Die von der Stadt Münster und den Münsterland-Kreisen am Montag gemeldeten Zahlen (Vergleichswerte in Klammern vom Vortag):

  • Münster: Neuinfizierte 32, Infizierte gesamt 1.569 (1.537), davon gesundet 1.269 (1.246), verstorben 15 (15), aktuell infiziert 285 (276); die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 68,2 (62,2) – Stand Montag (Vergleichswerte zu Sonntag)
  • Kreis Borken: Neuinfizierte 26, Infizierte gesamt 2.014 (1.988), davon gesundet 1.442 (1437), verstorben 42 (42), aktuell infiziert 530 (509); die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 62,2 (62,2) – Stand Montag (Vergleichswert zu Sonntag)
  • Kreis Coesfeld: Neuinfizierte 39, Infizierte gesamt 1.273 (1.243), davon gesundet 1.077 (1063), verstorben 21, aktuell infiziert 175 (150); die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 59,8 (52,2) – Stand Montag (Vergleichswerte zu Freitag)
  • Kreis Steinfurt: Neuinfizierte 170, Infizierte gesamt 2.451(2.281), davon gesundet 2004 (1.927), verstorben 94 (94), aktuell infiziert 353 (260); die 7-Tages-Inzidenzliegt bei 66 (32) – Stand Montag (Vergleichswert zu Freitag)
  • Kreis Warendorf: Neuinfizierte 57, Infizierte gesamt 1.633 (1.576), davon gesundet 1.263 (1.240), verstorben 21 (21), aktuell infiziert 349 (315); die 7-Tages-Inzidenzl iegt bei 96,5 (85,3) –
    [Stand Montag (Vergleichswerte zu Sonntag)](Quelle: MZ, 26.10.20)

Litauen: Weitere Kommunen unter Quarantäne

In Litauen stehen mittlerweile 21 der 60 Kommunen unter lokaler Quarantäne, nachdem die Maßnahme auf die drei größten Städte Vilnius, Kaunas und Klaipeda sowie fünf weitere Kommunen erweitert wurde. Dort gelten von Mittwoch bis zum 11. November Schutzvorschriften wie eine Maskenpflicht in nahezu allen öffentlichen Räumen sowie strengere Einschränkungen in Kultur-, Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportstätten.

An diesem Montag wurden laut den Behörden 766 positive Corona-Tests binnen 24 Stunden registriert, ein Rekordwert für das Land mit knapp drei Millionen Einwohnern. Der amtierende Gesundheitsminister Aurelijus Veryga will dem Kabinett bald vorschlagen, Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen und offenen Räumen zu untersagen. Professionelle Sportwettkämpfe sollen dann nur noch ohne Zuschauer stattfinden dürfen.

Der litauische Staatspräsident Gitanas Nauseda hat am Montag nach dem sonntäglichen Wahlsieg der oppositionellen Konservativen die Regierungsparteien dazu aufgerufen, in ihrem Kampf gegen die Pandemie nicht nachzulassen. Die Verantwortung für das Krisenmanagement müsse bis zum letzten Arbeitstag sichergestellt werden.
(Quelle: DIE ZEIT, TSP, 26.10.20)


Münster: Alle Weihnachtsmärkte abgesagt

Die Stadt Münster hat am Montag vor dem Hintergrund der erschreckend steigenden Fallzahlen an Corona-Infizierten die bereits befürworteten Weihnachtsmärkte in der Innenstadt abgesagt. Der Beschluss sei gemeinsam mit den Veranstaltern, die die Entscheidung einstimmig mittragen würden, in einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Montag getroffen worden.

„Die Infektionszahlen sind auch in Münster an den vergangenen Tagen so schnell und so stark gestiegen, dass wir darauf verantwortungsvoll reagieren müssen“, sagte der Leiter des städtischen Corona-Krisenstabs, Wolfgang Heuer. Weihnachtsmärkte seien unter diesen Umständen nicht möglich.

Die Weihnachtsmarktbetreiber übten nach einer städtischen Pressemitteilung keine Kritik an der städtischen Entscheidung. Der Sprecher des St.-Lamberti-Lichtermarktes, Bernd Kleimann, zeigte sich einverstanden mit der Entscheidung: „Es ist gut, dass wir jetzt Planungssicherheit haben. Besser jetzt, als erst in zwei Wochen. Ich bin mit der Entscheidung einverstanden.“

Auch Fred Mentik, Mitbetreiber des Giebelhüüskes-Marktes an der Überwasserkirche, schätzt die jetzt herrschende Klarheit: „Ich hoffe, dass die Maßnahme dazu beiträgt, dass wenigstens die Innenstadt während der Weihnachtszeit geöffnet bleiben kann.“
„ Ich hoffe, dass die Maßnahme dazu beiträgt, dass wenigstens die Innenstadt während der Weihnachtszeit geöffnet bleiben kann. “

Heuer betonte, dass sich Stadt und Veranstalter die Entscheidung nicht leicht gemacht hätten. Zum einen seien die Weihnachtsmärkte bei der Bevölkerung äußerst beliebt. Zum anderen sei die Not der Anbieter zu berücksichtigen gewesen, die wegen der Corona-Krise bereits das gesamte Jahr über kaum Umsätze erwirtschaften konnten. „Gleichwohl muss die Gesundheit der Bevölkerung Vorrang haben“, so Heuer. (Quelle: MZ, 26.10.20)


Norwegen: Reaktion  auf steigende Zahlen

Auch Norwegen verschärft seine Corona-Auflagen. Unter anderem müssen Arbeitskräfte aus Ländern, die die EU als Risikogebiete bezeichnet, bei einer Ankunft nach dem 31. Oktober für zehn Tage in Quarantäne. Damit wird eine Sonderregelung gestrichen.

Ab Mittwoch sollen die Norweger nicht mehr als fünf Gäste bei sich zu Hause begrüßen. Private Zusammenkünfte an öffentlichen Orten werden zugleich landesweit auf maximal 50 Teilnehmende begrenzt; bislang lag die Grenze bei 200.

Norwegen war bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen. In den vergangenen zwei Wochen gab es dort auf die Bevölkerung gerechnet nur etwa ein Viertel so viele Neuinfektionen wie in Deutschland. Inzwischen steigen die Zahlen, unter anderem auch bei den Älteren, wie Ministerpräsidentin Erna Stolberg betont. Es müsse deshalb mehr getan werden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Je mehr Einsatz man jetzt zeige, umso größer sei die Chance, normale Weihnachtsfeiertage im größeren Familienkreis verbringen zu können. Ziel sei es letztlich, noch strengere Maßnahmen zu vermeiden. Bildungsministerin Guri Melby unterstrich, dass alles dafür getan werden solle, Kindergärten und Schulen offen zu halten. (Quelle: DIE ZEIT, 26.10.20)


Weihnachtsmärkte in Prag werden abgesagt

Die traditionsreichen Weihnachtsmärkte im Prager Stadtzentrum fallen in diesem Jahr aus. Grund sei die Corona-Pandemie, teilte die Betreibergesellschaft Taiko in Absprache mit der Stadtverwaltung mit. Auf dem Altstädter Ring mit dem Rathaus wird demnach nur ein Baum für Weihnachtsatmosphäre sorgen. Es wird sich um eine 19 Meter hohe Fichte handeln, die derzeit noch auf einem Privatgrundstück nahe der tschechischen Hauptstadt steht. Der Baumschmuck soll angesichts der Lage schlicht ausfallen.

Die Entscheidung fiel einen Monat vor dem geplanten Beginn der Adventsmärkte. In früheren Jahren kamen im Dezember rund 700.000 Übernachtungsgäste in die Stadt, um die Winteratmosphäre an der Moldau zu genießen. Doch Tschechien ist aktuell besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Wegen der steigenden Infektionszahlen hat die deutsche Bundesregierung bereits vor Wochen für das ganze Land eine Reisewarnung ausgesprochen. (Quelle: DIE ZEIT, 26.10.20)


Schweiz: Regierung kündigt lang andauernde Einschränkungen an

Die Schweizer Regierung hat weitere und langfristige Schritte zur Eindämmung der Pandemie angekündigt. Innenminister Alain Berset sagte: „Was wir jetzt vorbereiten, wird für sehr lange halten müssen voraussichtlich. Wir entscheiden am Mittwoch für die nächsten Wochen und Monate.“ Die Schweiz gehöre in Europa derzeit zu den am schlimmsten betroffenen Ländern.

Seit Freitag haben sich in der Schweiz dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zufolge 17.440 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, im Schnitt jeweils 5.813 Personen in den letzten drei Tagen. Am Freitag war mit 6.634 ein neuer Höchststand an Ansteckungen gemeldet worden. Das BAG veröffentlicht die Zahlen von Montag bis Freitag täglich sowie für einen 72-stündigen Zeitraum am Wochenende. Insgesamt sind in der Schweiz seit Beginn der Pandemie 121.093 Personen positiv getestet worden, 1.914 sind an oder mit Covid-19 gestorben.

Deutschland hatte jüngst die Schweiz neben anderen Ländern zum Risikogebiet erklärt. (Quelle: DIE ZEIT, 26.10.20)


Österreichischer Kanzler: Land vor zweitem Lockdown

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat einen zweiten Lockdown in den Raum gestellt. Sollte es nicht gelingen, den aktuell starken Anstieg bei den Neuinfektionen zu stoppen, dann wäre das die Ultima Ratio, sagte Kurz. Kriterium dafür sei die Lage in den Kliniken. „Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird“, sagte der Regierungschef. In Österreich muss nach dem Gesetz zunächst der Zusammenbruch des Gesundheitssystems drohen, damit ein Lockdown möglich ist.

Jüngst hatte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch sehr zuversichtlich gezeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen ausreichen würden, die Entwicklung unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählt seit Sonntag eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Feiern in Innenräumen und von zwölf Menschen im Freien. Zuletzt waren in Österreich praktisch täglich Rekordwerte bei den Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Entwicklung ist aktuell deutlich schlechter als in Deutschland.


Belgien: der europäische Hotspot

Belgien meldet mit 18.217 neuen Ansteckungsfällen innerhalkb eines Tages einen weiteren Höchststand an Neuinfektionen.

Zum Vergleich: In Deutschland, das mehr als siebenmal so viele Einwohnerinnen und Einwohner wie Belgien hat, hatte das Robert Koch-Institut den bisher höchsten Tageswert am Samstag mit 14.714 gemeldet, worin Nachmeldungen enthalten sein könnten. Für Belgien bezifferte das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano die Zahl der durchschnittlichen Neuinfektionen pro Tag für den Zeitraum vom 16. bis 22. Oktober auf 12.491, ein Anstieg um 44 Prozent zur Vorwoche. Die 14-Tage-Inzidenz erreichte 1.288,7 Fälle pro 100.000 Einwohner, das ist eine Zunahme um 220 Prozent im Vergleich zu den beiden Wochen davor. In Belgien leben 11,5 Millionen Menschen.

Nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hat Belgien mit 94 Corona-Toten pro 100 000 Einwohner auch eine der höchsten Todesraten weltweit.

Im Kampf gegen die Pandemie traten am Montag in der Region Brüssel wiederum  verschärfte Regeln in Kraft. Dort gilt nun überall Maskenpflicht, die nächtliche Ausgangssperre beginnt bereits um 22 Uhr. Die flämische Regionalregierung will am Dienstagabend über noch weitergehende Maßnahmen beraten. (Quelle: TSP, 26.10.20)


China mit Dutzenden Neuinfektionen

In China sind am Wochenende Dutzende neue Corona-Fälle bekannt geworden. In der Stadt Kaschgar im nordwestlichen Landesteil Xinjiang wurden nach ARD-Informationen fast 140 Neuinfektionen registriert. In den Wochen zuvor hatte es im Ursprungsland der Corona-Pandemie nach offiziellen Angaben so gut wie keine lokalen Neuinfektionen gegeben.

Die Behörden von Xinjiang wollen bis morgen mehr als vier Millionen Menschen im Regierungsbezirk Kaschgar testen. Zahlreiche Flüge in und aus der Region wurden gestrichen. Zuerst nachgewiesen wurde der neue Ausbruch nach Medienberichten bei einer 17-jährigen Arbeiterin einer Textilfabrik. (Quelle: Tagesschau, 26.10.20)


Tschechien vor weiteren Corona-Einschränkungen

Trotz Ausgangsbeschränkungen bleiben die Corona-Neuinfektionen in Tschechien auf einem dramatisch hohen Niveau. Am Sonntag kamen 7301 bestätigte Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag bekanntgab. Das ist die höchste Zahl an einem Sonntag seit Beginn der Pandemie. An Wochenenden wird grundsätzlich weniger getestet. Die Zahl der seit März registrierten Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf mehr als 2200. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Regierungschef Andrej Babis schwor die Bevölkerung in einem Social-Media-Video auf weitere Einschränkungen und eine Verlängerung des Notstands ein. Diese Woche werde entscheidend sein. „Wenn kein Wunder geschieht, wird uns nichts anderes übrig bleiben, als die Maßnahmen noch zu verschärfen“, sagte der Multimilliardär. Viele hielten sich nicht an die Regeln.

Seit Donnerstag ist die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt. Zudem sind die Schulen sowie die meisten Geschäfte geschlossen. Ein Notkrankenhaus auf dem Prager Messegelände ist inzwischen einsatzbereit, teilte die Armee mit. (Quelle: ARD, 26.10.20)


Schulstart mit neuen Regeln – Niedersachsen empfiehlt Masken ab Klasse 5

Nach zwei Wochen Herbstferien kehren Schüler in mehreren Bundesländern zurück in den Unterricht – teils mit neuen Corona-Auflagen. So müssen Jungen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen ab der 5. Klasse auch im Unterricht wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht soll zunächst bis zu den Weihnachtsferien am 22. Dezember gelten.

Stoßlüften und bei Corona-Warnstufe Rot Maske tragen, heißt es ab sofort in Rheinland-Pfalz. Warnstufe Rot bedeutet mindestens 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Dann soll die Maskenpflicht auch auf den Unterricht ausgeweitet werden. Im Saarland ist diese bereits für alle Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse für zwei Wochen verpflichtend.

In Niedersachsen und Bremen gibt es dagegen zum Schulstart keine generelle Maskenpflicht im Unterricht. Das Kultusministerium empfiehlt diese allerdings Mädchen und Jungen ab der 5. Klasse, wenn ihre Schule in einem Corona-Hotspot liegt. Das ist inzwischen in fast allen Landkreisen Niedersachsens der Fall.

Auch in Berlin und Brandenburg sind die Herbstferien vorbei. In der Hauptstadt müssen Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren eine Maske im Unterricht tragen. In Brandenburg gilt die Maskenpflicht in allen Bereichen der Schulen wie Fluren und Essenräumen, aber nicht im Unterricht und auf dem Pausenhof.

Neue Corona-Regeln gelten auch zum Schulstart in Sachsen-Anhalt. So sind unter anderem vorerst Klassenfahrten ins Ausland gestrichen, zudem muss in vielen Bereichen der Schulgebäude eine Maske getragen werden. (Quelle: Tagesschau, 26.10.20)


Dietmar Bartsch (Die Linke)  rechnet mit Absage des Linke-Parteitages

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch rechnet wegen der steigenden Corona-Zahlen nicht damit, dass der Parteitag der Linken wie geplant an diesem Freitag in Erfurt stattfinden kann. „Angesichts der Lage kann ich mir nicht vorstellen, dass der Parteitag normal zusammenkommt – auch nicht für einen Tag“, sagte Bartsch. Man müsse nun über andere Möglichkeiten nachdenken. Heute oder spätestens an diesem Dienstag werde über eine Absage entschieden.

Der Parteivorstand hatte am Wochenende beschlossen, den ursprünglich auf drei Tage angelegten Parteitag auf einen Tag zu verkürzen, aber auch eine kurzfristige Absage „angesichts des sehr dynamischen Infektionsgeschehens“ nicht ausgeschlossen. Die Linke will wie die CDU eine neue Führung wählen. Nach acht Jahren als Parteivorsitzende treten Katja Kipping und Bernd Riexinger nicht mehr an.

(Quelle: ARD, 26.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 26.10.2020, 09.00 Uhr

Über das Wochenende wurden 114 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Ein CoViD-19-Erkrankter ist gestorben. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 1.158 Genesene (+95) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.534 (+114); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 470,1. Aktuell sind im Emsland jetzt 350 (+18) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt.

Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur noch rund 420 Personen in Quarantäne (-310). Offensichtlich findet im  Emsland keine konsequente Zurückverfolgung von Infektionen und Ermittlung von Kontaktpersonen mehr statt.

Am Wochenende ist ein CoViD-19-Erkrankter aus Meppen gestorben. Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell sechs CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; zwei von ihnen werden beatmet.

In Lingen (Ems) ist die Gesamtzahl der Infizierten auf 203 (+19) gestiegen. 152 (+8) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 47 (+11) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 37 26 1 10
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 31 0 1
Samtgemeinde Freren 63 49 9 5
Einheitsgemeinde Geeste 43 35 0 8
Stadt Haren (Ems) 124 100 1 23
Stadt Haselünne 94 70 0 24
Samtgemeinde Herzlake 29 21 0 8
Samtgemeinde Lathen 49 33 0 16
Samtgemeinde Lengerich 33 24 1 8
Stadt Lingen (Ems) 203 (+19) 152 (+8) 4 47 (+11)
Stadt Meppen 221 163 5 53
Samtgemeinde Nordhümmling 41 31 0 10
Stadt Papenburg 137 112 2 23
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 3 1 0 2
Einheitsgemeinde Salzbergen 24 20 0 4
Samtgemeinde Sögel 217 158 0 59
Samtgemeinde Spelle 22 18 1 3
Einheitsgemeinde Twist 46 38 2 6
Samtgemeinde Werlte 116 76 0 40
 Gesamt* 1.534 (+114) 1.158 (+95) 26 (+1)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 350 (+18)

(26.10.20)


Russland-Zahlen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Russland ist nach Behördenangaben binnen 24 Stunden um 17.347 gestiegen. Davon wurden allein in Moskau 5.224 Fälle erfasst. Die Zahl der Todesfälle stieg um 219 auf insgesamt 26.269. (Quelle: The Guardian, 26.10.20)


Slowenien schränkt Bewegungsfreiheit weiter ein

Slowenien schränkt wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen die Bewegungsfreiheit seiner Bürger weiter ein. Ab Dienstag dürfen Einwohner die eigene Gemeinde ohne triftigen Grund nicht mehr verlassen, wie Ministerpräsident Janez Jansa mitteilte. Die Regelung gilt zunächst für sieben Tage. Sie könne von da an in jenen Regionen zurückgenommen werden, in denen die Ansteckungszahlen sinken, so Jansa.

Schon seit einer Woche sind Bewegungen zwischen den zwölf Regionen des Landes nicht mehr erlaubt. Ebenfalls seit einer Woche gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 6 Uhr. Seit dem Wochenende sind die meisten Geschäfte – außer etwa Lebensmittelläden – und Hotels geschlossen.

(Quelle Tagesschau, 26.10.20)


Deutschland-Zahlen –  Glatt verdoppelt

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 8.685 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird.

Die Infektionszahlen haben sich glatt verdoppelt; denn am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 4.325 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 437.866 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 24 auf insgesamt 10.056. Das RKI schätzt, dass rund 321.600 Menschen inzwischen genesen sind. (Quelle: RKI, 26.10.20)


Krankenhäuser im Emsland und der Grafschaft: CoViD-19-Fälle steigen deutlich 

Die intensivmedizinisch behandelten Fälle in den Krankenhäuser der beiden Nachbarkreise Emsland und Grafschaft Bentheim haben in den letzten Stunde deutlich zugenommen. Im Emsland werden aktuell 8, in der Grafschaft 7 CoViD-19-Petienten intensivmedizinisch behandelt. Jeweils zwei dieser Patienten werden in jedem Landkreis invasiv beatmet.
In der Grafschaft Bentheim sind nur noch vier von 30 Intensivplätzen unbelegt.

Im Landkreis Emsland sind noch 30 Betten frei; hier gibt die DIVI die Gesamtzahl aller  Intensivbetten mit 90 an. Das ist jetzt auch die Zahl der Wochenzeitung DIE ZEIT, die aber monatelang 99 Intensivbetten angegeben hatte…
(Quelle: DIVI, 26.10.20)


Fußball ruht in Hamburg und Bremen, viele Spiele an Ems und Vechte abgesagt

Im Hamburger Amateur-Fußballer ruht wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen der Ball. Zuvor hatte bereits der Bremer Fußball-Verband seinen Spielbetrieb vorerst abgesagt.

Wie der Hamburger Fußballverband (HFV) am Sonntagabend mitteilte, ist ab kommenden Freitag erst einmal Schluss. „Wie lange diese Unterbrechung der Saison gilt, wird je nach Verfügungslage entschieden“, hieß es in einer Verbandsmitteilung. Der vorübergehende Abbruch betrifft alle Alters- und Leistungsklassen innerhalb des HFV. Hintergrund ist die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie und die staatliche Verfügungslage im Kreis Pinneberg, wo ab Montag nur noch zehn Akteure gleichzeitig Sport treiben dürfen.

Der Kreis Pinneberg, in dem am Sonnabend die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro Tag auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten worden war, gehört zwar zu Schleswig-Holstein, die weit überwiegende Anzahl der Vereine ist aber Hamburger Verbänden angeschlossen. „Trainings- und Freundschaftsspiele sollen weiterhin dort, wo es die Lage erlaubt, möglich sein“, hieß es in der HFV-Mitteilung weiter. Über eine Fortführung der Saison und die Auswirkungen soll zeitnah in Video-Konferenzen entschieden werden.

Auch der Bremer Fußball-Verband setzt seinen Spielbetrieb vorerst für zwei Spieltage – also an diesem Wochenende und kommende Woche – aus und teilte mit: „Die zweite Welle der Corona-Pandemie schlägt mittlerweile leider auch im Bremer Amateurfußball voll durch. Die derzeit hohe Ansteckungsdynamik in Bremen hat dazu geführt, dass manche Spieler und Spielerinnen sich fernab des Spielfeldes ebenfalls infiziert haben oder aber als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.“ Der Fußball befinde sich nicht unter einer Schutzglocke. „Deshalb liegt es nun in der Verantwortung des Verbandes entsprechende Maßnahmen zu ziehen.“ Das weitere Vorgehen soll in der kommenden Woche mit allen Vereinen abgestimmt werden.

Auch an Ems und Vechte waren an diesem Wochenende zahlreiche Spiele coronabedingt abgesagt worden. Einzelne Vereine stoppten konsequent alle Wettkämpfe. Die Landesliga in Weser-Ems setzte komplett aus.  (Quelle: NDR, 26.10.20)


CDU-Bundesparteitag „in dieser Form“ abgesagt

Der für den 4. Dezember geplante Präsenzparteitag der CDU zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden wird in dieser Form nicht stattfinden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach gut fünfstündigen Beratungen der engsten Parteispitze in Berlin. Man habe einen Rahmen für das weitere Vorgehen besprochen, den Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer nun am Montag den CDU-Gremien vorstellen werde. (Quelle: ARD, 25.10.20)


Merkel warnt intern vor „sehr, sehr schweren Monaten“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erneut vor schwierigen Monaten wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus gewarnt. „Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor“, sagte die CDU-Politikerin Berichten der „Bild“ und des „Spiegel“ zufolge in einer Schaltkonferenz mit den CDU-Fraktionschefs der Bundesländer. Über die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche zeigte sich Merkel besorgt. Sie habe „kein so gutes Gefühl“, sagte die Kanzlerin demnach. „So kann es nicht weitergehen.“

Am Wochenende hatte Merkel die Bevölkerung erneut dazu aufgerufen, auf Reisen und Kontakte zu verzichten. „Das Gebot der Stunde heißt für uns alle: Kontakte reduzieren. Viel weniger Menschen treffen“, sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Videopodcast. (Quelle: ARD, 25.10.20)


Zusammenfassung zum Abend

  • Das Coronavirus-Dashboard der Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnete den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch bei der Zahl neuer bestätigter Fälle. Fast die Hälfte der neuen Fälle am Samstag wurde in Europa registriert, das mit 221.898 Fällen ein Tageshoch verzeichnete.
  • Ein Beamter der chinesischen Gesundheitskommission Xinjiang sagte, dass in der Region 137 neue Infektionsfälle entdeckt wurden. Alle neuen Fälle waren mit einer Bekleidungsfabrik verbunden.
  • In den USA wurden am Samstag 83.718 neue Infektionen gemeldet, was nahezu den am Freitag gemeldeten 83.757 Infektionen entspricht.
  • Die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle in den Niederlanden ist nach neu veröffentlichten offiziellen Daten innerhalb von 24 Stunden um mehr als 10.000 gestiegen.
  • Der US-Experte für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte der BBC, er erwarte Nachrichten darüber, ob ein Impfstoff bis Dezember sicher und wirksam ist, ergänzte jedoch, dass eine umfassende Einführung „bis zum zweiten oder dritten Quartal des [nächsten] Jahres“ unwahrscheinlich sei. Er räumte auch ein, dass Donald Trumps öffentliche Äußerungen zu mehreren Schlüsselthemen nicht „der Wissenschaft gefolgt“ waren.
  • In Indonesien meldete das Gesundheitsministerium 3.732 neue Coronavirus-Infektionen und 94 Todesfälle, was einer Gesamtzahl von 389.712 Fällen und 13.299 Todesfällen entspricht – der höchsten Gesamtzahl in Südostasien.
  • In Ungarn wurden am Sonntag 3.149 neue Fälle von Coronavirus gemeldet, die höchste Eintagesbilanz, und zum ersten Mal über 3.000.
  • Der brüderliche Orden der echten bärtigen Weihnachtsmänner in den USA sagte, er sei „äußerst enttäuscht“, nachdem die Trump-Regierung einen Vertrag zurückgezogen hatte, der den Weihnachtslegenden einen frühen Zugang zu einem Covid-19-Impfstoff als Gegenleistung für dessen Förderung bot…
    (Quelle: The Guardian, 25.10.20)

Frankreich: Mehr als 50.000, Italien mehr als 20.000 neue Corona-Infektionen

In Frankreich hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen erstmals die Marke von 50.000 überschritten. Die Behörden meldeten mit 52.010 einen neuen Höchststand. Zuvor lag dieser bei 45.422. In den vergangenen 24 Stunden seien zudem 116 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Auch in Italien nimmt die Zahl der Neuinfektionen weiter rasant zu. Mit 21.273 registrierten Fällen wird ein neuer Höchststand erreicht. In den vergangenen zwei Tagen waren es jeweils mehr als 19.000 neu gemeldete Ansteckungen, am Donnerstag noch gut 16.000. (Quelle: Tagesschau, 25.10.20)


Erneut mehr als 80.000 Neuinfektionen in den USA

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben der Seuchenschutzbehörden CDC binnen 24 Stunden um 83.851 gestiegen. Am Samstag waren es 82.929 gewesen, am Freitag 74.380 und am Donnerstag 63.656. Die Gesamtzahl in den USA liegt damit bei rund 8,55 Millionen. Die Zahl der Toten stieg um 828 auf 224.221. Die Zahlen der CDC können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen. (Quelle: TSP, 25.10.20)


Lufthansa schaltet auf „Wintermodus“ – Lage wie ein Lockdown

Die Lufthansa fährt in der wieder verschärften Corona-Krise neben dem Flugbetrieb auch ihre Verwaltung im Winter erneut massiv herunter. „Nach einem Sommer, der uns allen Anlass zur Hoffnung gegeben hat, befinden wir uns jetzt wieder in einer Situation, die in ihren Auswirkungen einem Lockdown gleichkommt“, hieß es in einer Mitteilung des Konzernvorstands an die Mitarbeiter vom Sonntag, die Reuters vorlag. „Daher ist es unumgänglich, den Geschäftsbetrieb im Winter 2020/21 noch weiter herunterzufahren und möglichst viele Bereiche ab Mitte Dezember in einen ‚Wintermodus‘ zu versetzen.“ Die Kosten müssten noch weiter gesenkt werden.

Inzwischen verliere die Airline-Gruppe mit einer halben Million Euro zwar nur noch halb so viel Geld in der Stunde wie zu Beginn der Krise. „An der Dramatik der Situation hat sich gleichwohl nichts geändert“, schrieben Vorstandschef Carsten Spohr und seine Kollegen an die Beschäftigten zum Auftakt des Winterflugplans. Vergangene Woche hatte die Lufthansa bereits bekanntgegeben, maximal 25 Prozent der Vorjahreskapazität statt der ursprünglich geplanten 50 Prozent anzubieten. Denn mit steigenden Infektionszahlen in Europa und Amerika, die zu Reisebeschränkungen und Quarantänepflicht führen, bricht die Nachfrage wieder ein.

Die Haupt-Airline Lufthansa und ihre Schwestergesellschaften Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels Airlines werden deshalb 125 Flugzeuge, die im Winter abheben sollten, erneut stilllegen. Das Managament schätzt demnach, dass die Passagierzahl mehr als 80 Prozent unter dem Vorjahreswert bleiben wird.

Ein Großteil der Verwaltungsmitarbeiter werde bis Ende Februar auf maximale Kurzarbeit gesetzt, ähnlich wie im Frühjahr, hieß es in dem Brief weiter. Das Lufthansa-Hauptquartier LAC am Frankfurter Flughafen werde bis auf wenige Arbeitsplätze geschlossen, andere Büros entmietet. Sämtliche Büroflächen sollen auf 30 Prozent reduziert werden.

Die Pandemie werde das Geschäft noch über Jahre belasten, erklärte der Vorstand weiter. „Gleichwohl sind wir fest entschlossen, mindestens 100.000 der heute 130.000 Arbeitsplätze der Lufthansa Group zu erhalten.“ Lufthansa-Chef Spohr hatte schon vor einigen Wochen erklärt, rund 27.000 Stellen müssten abgebaut werden. Verhandlungen mit den Gewerkschaften über Wege, durch Einkommensverzicht und Arbeitszeitreduzierung Jobs zu sichern, führten bisher kaum zu Ergebnissen. (Quelle; TSP, 25.10.20)


Bundespräsident Steinmeier wendet sich gegen „Impfstoffnationalismus“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Staatengemeinschaft im Kampf gegen Corona und besonders beim Thema Impfstoff zur Zusammenarbeit aufgerufen. „Wenn wir nach der Pandemie nicht in einer Welt leben wollen, in der der Grundsatz ‚Jeder gegen jeden, und jeder für sich‘ noch mehr Raum greift, dann brauchen wir die aufgeklärte Vernunft unserer Gesellschaften und unserer Regierungen“, sagte er in einer Videoansprache zur Eröffnung der Gesundheitskonferenz „World Health Summit“. Die Pandemie müsse mit einem Geist der Zusammenarbeit, nicht im Geist des „Impfstoffnationalismus“ überwunden werden.

Steinmeier rief zur Unterstützung der internationalen Impfinitiative Covax auf. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO getragene Initiative setzt sich für eine faire Verteilung der Mittel ein. (Quelle: CC s. Archiv v. 3.5.20; Quelle: Tagesschau, 25.10.20)


Großbritannien meldet fast 20.000 neue Fälle

Großbritannien meldet mit 19.790 Neuinfektionen einen etwas geringeren Anstieg als noch am Samstag, als über 23.012 neu registrierte Fälle berichtet worden war. Auch die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle liegt mit 151 unter dem Wert von Samstag (174). (Quelle: ARD, 25.10.20)


Italien: Sprecher von Mattarella und Conte erkrankt

In Italien haben sich sowohl der Sprecher von Staatspräsident Sergio Mattarella als auch der Sprecher von Ministerpräsident Giuseppe Conte mit dem Coronavirus angesteckt. Mattarellas Sprecher Giovanni Grasso sagte, er habe sich am Samstag testen lassen, nachdem er am Freitag eine hohe Temperatur festgestellt hatte. Am Sonntag habe er dann das positive Testergebnis erhalten, fühle sich aber relativ gut. Nach einem negativen Test vom Mittwoch habe er keinen direkten Kontakt mehr zum Präsidenten gehabt.

Conte-Sprecher Rocco Casalino sagte, er habe am späten Samstagabend von seinem positiven Corona-Testergebnis erfahren. Zuvor habe er „leichte Symptome“ verspürt. Am Dienstag sei er zum letzten Mal im Büro des Regierungschefs gewesen – mit Maske und Abstand zu anderen Menschen. Zuletzt sei er am Mittwoch negativ auf das Coronavirus getestet worden. (Quelle: ARD, 25.10.20)


Spanien: Ausnahmezustand

Zur Eindämmung der enorm steigenden Corona- Infektionszahlen hat die Regierung in Spanien erneut den nationalen Notstand ausgerufen und eine nächtliche Ausgehsperre angekündigt. Die Verhängung des sogenannten Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde am Sonntag bei einer außerordentlichen Kabinettssitzung in Madrid beschlossen. Das teilte Ministerpräsident Pedro Sánchez mit. Die Maßnahme trat noch am Abend mit der Veröffentlichung im spanischen Amtsblatt in Kraft.

Der Notstand gilt zunächst für zwei Wochen. Eine Verlängerung müsste vom Parlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung der Opposition gleich um sechs Monate bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte Sánchez. Der Chef der linken Minderheitsregierung betonte, die Ausrufung des Notstands sei von zehn der insgesamt 17 Regionen Spaniens, den sogenannten Autonomen Gemeinschaften, beantragt worden. „Spanien ist in einer extremen Lage“, sagte der Ministerpräsident.

Nur unter dem Notstand darf die Regierung die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken. Anders als beim Alarmzustand, der in Spanien wegen Corona zwischen dem 14. März und dem 20. Juni herrschte, wird diesmal keine totale Ausgangssperre, sondern nur ein nächtliches Ausgehverbot zwischen 23 Uhr und sechs Uhr morgens verhängt. Die Regionen bekommen aber Spielraum zur Ausgestaltung der Ausgehsperre und dürfen – je nach der speziellen Situation – den Beginn zwischen 22 und 24 Uhr und das Ende zwischen fünf und sieben Uhr ansetzen.

Die Anordnung gilt praktisch für das ganze Land. Ausgenommen sind nur die Kanaren. Die Urlaubsregion im Atlantik vor der Westküste Afrikas, die ebenso wie die Balearen samt Mallorca besonders stark vom Tourismus abhängt, hatte zuletzt das Virus wieder einigermaßen unter Kontrolle bekommen. Deutschland und Großbritannien hatten sie daher vor wenigen Tagen von der Liste der Risikogebiete gestrichen.

Nach Inkrafttreten des Notstandes kamen die ersten Mitteilungen der Regionen: Die Regionalregierung der Balearen gab bekannt, dass die nächtliche Ausgangssperre auf Mallorca und den restlichen Inseln bereits ab der Nacht zum Montag zwischen 23 und 6 Uhr gilt. Kantabrien im Norden des Landes beschloss unterdessen eine Ausgehsperre zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens. In Katalonien fängt die Ausgehsperre schon um 22 Uhr an – mit Blick auf den spanischen Lebensstil ein sehr früher Beginn.

Schon vor Ausrufung des Notstands hatten zwei Regionen, Valencia sowie Kastilien und León, in der Nacht zum Sonntag nächtliche Ausgehsperren in Kraft treten lassen. Im Rahmen des Notstands dürfen sich die Regionen außerdem ab sofort auf eigene Initiative abriegeln, ohne befürchten zu müssen, dass die Justiz diese Maßnahme kippt, und andere Einschränkungen beschließen. Im ganzen Land werden zudem bis auf weiteres Versammlungen von mehr als sechs Personen, die nicht im selben Haushalt leben, untersagt.

Spanien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Bisher wurden mehr als eine Million Infizierte registriert, knapp 35.000 Menschen starben mit Covid-19. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt bei 191,11 mit steigender Tendenz. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 68,4. (Quelle: SZ, 25.10.20)


Demo in Berlin beendet – Verstöße gegen Auflagen

Eine Versammlung gegen staatliche Corona-Beschränkungen in Berlin ist laut Polizei vom Anmelder beendet worden. Demonstranten hatten sich am Nachmittag vor dem Veranstaltungszentrum Kosmos in Berlin-Friedrichshain versammelt – dort sollte ursprünglich die Gesundheitskonferenz „Word Health Summit“ stattfinden.

Über Lautsprecher teilte die Polizei mit, der Veranstaltungsleiter habe die Veranstaltung beendet. Die Demonstranten reagierten mit Buhrufen und Pfiffen.

Zuvor hatten sich laut Polizei rund 2.000 Demonstranten auf dem Alexanderplatz versammelt. Weil weder der Mindestabstand zwischen den Teilnehmern noch die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes eingehalten worden seien, habe die Polizei einen Aufzug untersagt. Danach setzten sich den Angaben zufolge dennoch mehrere Hundert Teilnehmer in Bewegung. (Quelle: Tagesschau, 25.10.20)


Bulgarien: Regierungschef Borissow positiv getestet

Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow ist nach zwei negativen Coronavirus-Tests positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Das teilt er auf Facebook mit. Erst gestern war Borissows Quarantäne wegen Kontakten zu einem coronainfizierten Vizeminister aufgehoben worden.

Borissow schreibt, er habe bereits am Freitag alle Treffen und öffentliche Auftritte für die kommenden Tage aufgeschoben. Er beklagt ein „allgemeines Unwohlsein“, will aber „vorerst in Heimgenesung“ bleiben. (Quelle: MZ, 25.10.20)


Weiterer CoViD-19-Todesfall in der Grafschaft Bentheim

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Sonntag weitere 18 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus der Online-Übersicht, dem sogenannten Dashboard, über die CoViD-19-Fälle im Nachbarlandkreis hervor.

Im Zusammenhang mit einer CoVID-19-Erkrankung ist ein weiterer Todesfall verzeichnet, der zweite binnen weniger Tage; die Gesamtzahl liegt damit bei 20. In Quarantäne befinden sich aktuell 1102 Grafschafter. (Quelle: GN, 25.10.20)


VEC und CLP: Verstöße bei Gottesdiensten

Die Polizei hat in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta angesichts steigender Krankenzahlen die Einhaltung der Corona-Regeln in Gottesdiensten überprüft. Dabei stellten die Beamten bei einem Gottesdienst mit 50 Menschen in Damme (Landkreis Vechta) Verstöße fest, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der Mund-Nasen-Schutz wurde nicht getragen, die Abstandsregeln und das Hygienekonzept wurden nicht eingehalten und es wurden keine Kontaktlisten geführt. Die Anzahl der Gäste wurde reduziert, damit der Gottesdienst fortgeführt werden konnte. In anderen Überprüfungen stellte die Polizei keine Verstöße fest. Anlass der Überprüfungen war, dass Bürger in den beiden Landkreisen mehrfach der Polizei meldeten, dass mehrere Gottesdienste unter Nichtbeachtung der Corona-Regeln stattfinden würden. (Quelle: NDR, 25.10.20)


OECD: Aufschwung könnte schwächer ausfallen

Der für 2021 erhoffte Aufschwung der Weltwirtschaft könnte aus Sicht der Industrieländervereinigung OECD geringer ausfallen. „Weil wir mit einem sehr viel weniger klaren wirtschaftlichen Aufwärtstrend ins neue Jahr gehen als erwartet, mit weniger Power“, sagte Generalsekretär Ángel Gurría der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. In diesem Jahr werde der Wirtschaftseinbruch vermutlich noch gravierender als angenommen. Grund dafür seien die in vielen Ländern wieder stark steigenden Corona-Neuinfektionszahlen.

Noch Mitte September hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für 2021 einen Wiederanstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 5,0 Prozent prognostiziert – nach einem erwarteten Rückgang um 4,5 Prozent in diesem Jahr. (Quelle: OECD, 25.10.20)


Brandanschlag auf RKI

Unbekannte haben nach Angaben der Polizei ein Gebäude des Robert Koch-Instituts in Berlin attackiert. Gegen die Fassade seien in der Nacht Brandsätze geworfen worden, teilen die Ermittler mit. Es sei niemand verletzt worden. Gegen 02.40 Uhr hätten Sicherheitsmitarbeiter mehrere Personen entdeckt, die Flaschen geworfen hätten. „Dabei soll auch eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen sein. Die Flammen konnte der Mitarbeiter löschen“, heißt es im Polizeibericht.

Die Verdächtigen seien unerkannt entkommen. „Da eine politische Motivation bei der versuchten Brandstiftung geprüft wird, hat der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen“, teilt die Polizei mit. (Quelle: Tagesschau, 25.10.20)


Lauterbach: Kleinere Klassen, zeitgleichen Unterricht beenden

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, in den Schulen den zeitgleichen Unterricht für alle Schüler zu beenden. „Wenn wir nicht wollen, dass die Schulen mit regelmäßigem Schulausfall auch noch zu Hotspots werden, sollten die Schulklassen jetzt aufgeteilt werden in Vormittags- und Nachmittagsunterricht“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Generell fügte er hinzu, wenn es in den nächsten zwei bis drei Wochen nicht gelinge, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden es in wenigen Wochen harte Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr geben. „Die Einschränkungen, die jetzt beschlossen wurden, reichen leider nicht aus, um überfüllte Intensivstationen und einen deutlichen Anstieg der Todeszahlen im Dezember zu verhindern.“ (Quelle: BAMS, 25.10.20)


Viel Arbeit für Sicherheitsbehörden in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg

Polizei und Mitarbeiter der Stadt haben am Sonnabend in Delmenhorst viele Verstöße gegen Corona-Regeln geahndet. So wurde die Maskenpflicht nicht eingehalten und teilweise die Sperrstunde missachtet.

Die Angestellten eines Friseursalons trugen nach Angaben der Polizei keinen Mund-Nasen-Schutz, während sie Kontakt zu Kunden hatten. Auch sei keine Liste mit den Kontaktdaten der Kunden geführt worden. Mitarbeiter der Stadt Delmenhorst schlossen das Friseurgeschäft. Auch zwei Gastronomiebetrieb, die nach der Sperrzeit um 23 Uhr noch geöffnet hatten, wurden geschlossen. Zudem gab es 31 Verstöße gegen die Maskenpflicht. Gegen alle Betroffenen wurden laut Polizei Ordnungswidrigkeitsanzeigen eingeleitet. Delmenhorst überschreitet bereits seit Anfang Oktober deutlich den Grenzwert für Corona-Neuinfektionen von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Sonnabend hatte Delmenhorst landesweit mit Abstand die höchste Sieben-Tages-Inzidenz – sie lag bei 241,1 Neuinfektionen innerhalb einer Woche.

Auch im Landkreis Oldenburg stellte die Polizei Verstöße gegen die verschärften Corona-Regeln fest. So lösten die Beamten in Ganderkesee eine private Geburtstagsfeier mit neun Personen aus verschiedenen Haushalten auf. Auch in Wildeshausen beendeten sie eine private Party – dort hatten 17 Personen aus der Nachbarschaft zusammen gefeiert. Der Landkreis meldete am Sonnabend 93,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche – der Grenzwert von 50 wurde damit deutlich überschritten, weshalb sich unter anderem nur noch maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Oldenburgs Landrat Carsten Harings (parteilos) rief die Bürger zu einem verantwortungsvollen und sorgsamen Umgang mit den Regelungen auf. Derzeit gebe es viele einzelne Infektions-Ausbrüche, die den Aufwand der Kontaktnachverfolgung für das Gesundheitsamt erschwerten. „Wie schnell und umfangreich sich ein Ausbruchsgeschehen entwickeln kann, sieht man im Landkreis Cloppenburg“, mahnte Harings.

(Quelle: NDR, 25.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 30.459 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (25. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 836. Erfahrungsgemäß ist die veröffentlichte Zahl der Corona-Fälle am Wochenende geringer als in den Vortagen. Das steht im Zusammenhang damit, dass nicht alle regionalen Behörden ihre Zahlen an das Landesgesundheitsamt melden. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 731 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern drei neue Todesfälle gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 21.865 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 71,8 Prozent. (Quelle: NDR, 25.10.20)


Statt weißblau: München ist dunkelrot

In München ist in den vergangenen 24 Stunden die Zahl Corona-Infektionen weiter gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntagmorgen für München einen Wert von 100,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Damit hat die Landeshauptstadt die Marke von 100 überschritten, also die Stufe „dunkelrot“ auf der sog. Corona-Ampel des Freistaats erreicht. Damit greifen von morgen an automatisch die verschärften Corona-Regeln, die die bayerische Landesregierung für diese Stufe festgelegt hat und die Corona-Regeln noch einmal verschärft.

Die Sperrstunde in der Gastronomie wird auf 21 Uhr vorgezogen. Von diesem Zeitpunkt an gilt dann auch stadtweit ein Verbot, Alkohol zu verkaufen, sowie an mehreren, stark frequentierten Stellen öffentlich zu trinken. Außerdem werden zu Veranstaltungen nur noch 50 Zuschauer oder Teilnehmer zugelassen. (Quelle: SZ, 25.10.20)


11.176 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet – Glatt verdoppelt

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 11.176 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 429.181 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. (Stand: 25.10., 00.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10.032.

Damit hat sich die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche glatt verdoppelt, und wir erfahren, was exponentiell heißt. Denn vor genau einer Woche waren es noch 5.587 Neuinfektionen an einem Tag.  (Quelle: RKI, 25.10.20)


Brasilien-Zahlen

Brasilien hat in den letzten 24 Stunden 432 zusätzliche Todesfälle durch Coronaviren und 26.979 neue Fälle registriert, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Die südamerikanische Nation hat jetzt insgesamt 156.903 Todesfälle durch Coronaviren und 4.817.898 bestätigte Fälle registriert. (Quelle: The Guardian, 25.10.20)


Bürgermeister von Enschede: „Noch nie so krank gefühlt“

Der Enscheder Bürgermeister Onno van Veldhuizen (D’66) ist positiv auf das Coronavirus getestet. Der Bürgermeister und Vorsitzende der Twente Safety Region bleibt vorerst zu Hause. Stellvertreter übernehmen seine Aufgaben.

Am Wochenende des 17. und 18. Oktober erkältete sich van Veldhuizen und bekam Fieber. Aus diesem Grund ging er in häusliche Quarantäne. Ein erster Test am Montag führte zu einem negativen Ergebnis. Als sich aber die Symptome während der Woche verschlechterten, folgte ein zweiter Test, der die Infektion mit CoViD-19 bestätigte.

Van Veldhuizen ist inzwischen schwer an CoViD-19 erkrankt. „Nachdem ich zum ersten Mal getestet wurde, bekam ich eine Lungenentzündung und sehr hohes Fieber. Ich hatte nicht erwartet, dass ich als gesunder Mann in den 50ern so schnell und so hart getroffen werden könnte. Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals so krank gefühlt zu haben. “

Wo sich der Bürgermeister, der ein überzeugter Benutzer der Corona-App ist, mit dem Virus  infiziert hat, wird noch untersucht. Seit Freitag, bevor er krank wurde, hatte er nur wenige Kontakte außerhalb des Hauses. Das Risiko, dass van Veldhuizen das Virus weiter verbreitet hat, wird daher als gering angesehen.

Der Bürgermeister von Enschede forderte alle auf, aufmerksam auf ihren eigenen Körper zu hören und wachsam zu sein. „Ich spreche jetzt aus eigener Erfahrung: Unterschätzt das Virus nicht! “ Van Veldhuizen will zu Hause bleiben, bis er keine Symptome mehr zeigt und sich vollständig erholt hat.
(Foto: Onno van Veldhuizen/Twitter; Quelle: Tubantia, 25.10.20)


Kolumbien: Mehr als 1 Mio Infektionen

Als achtes Land der Welt hat Kolumbien mehr als eine Million Corona-Fälle registriert. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in dem südamerikanischen Land seit Beginn der Pandemie auf 1.007.711. Im Vergleich zum Vortag waren demnach knapp 8800 Neuinfektionen, rund 5700 Genesene und 198 Todesopfer zu der Statistik hinzugekommen.

Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 bei 30.000 – nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA sind das die elftmeisten weltweit. (Quelle: MZ, 25.10.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Italien meldete am Samstag einen Infektionsrekord von 19.644 neuen Coronavirus-Infektionen binnen 24 Stunden. Die Regierung zieht weitere Maßnahmen zur Begrenzung des Anstiegs in Betracht.
  • In Algerien ist Präsident Abdelmadjid Tebboune in die Selbstquarantäne gegangen, nachdem mehrere hochrangige Beamte Coronavirus-Symptome gezeigt haben.
  • Österreich hat einen Anstieg der Coronavirus-Fälle mit 3.614 Infektionen in den letzten 24 Stunden verzeichnet. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2.571 am Freitag.
  • Die Coronavirus-Neuinfektionen sind in Luxemburg um den Rekordwert von 862 gestiegen. Drei weitere Todesfälle wurden gemeldet. Das Land hat nur gut 600.000 Einwohner/innen.
  • Griechenland teilte am Samstag einen Rekord von 935 Neuinfektionen an, womit sich die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf 29.992 erhöhte.
  • Frankreich meldete am Samstag 45.422 neue Coronavirus-Fälle, verglichen mit 42.032 am Freitag. Das Land hat insgesamt 1.086.497 Fälle registriert.
  • In China läuft in der Region Xinjiang eine umfangreiche Untersuchung, nachdem am Samstag in der Stadt Kashgar ein asymptomatischer Coronavirus-Fall festgestellt wurde, teilte die staatliche Gesundheitskommission mit. Es ist der erste lokale Fall in der Region seit dem 15. August.
    (Quelle: The Guardian, 25.10.20)

„Ich hatte es, hier bin ich“

US-Präsident Donald Trump hat im Angesicht einer Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen die Gefahren durch das Virus heruntergespielt. „Ich hatte es, hier bin ich“, verkündete Trump in Anspielung auf seine Covid-19-Erkrankung bei einem Wahlkampfauftritt. „Und jetzt sagen sie, dass ich immun bin.“ Trump war unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Medikament behandelt worden, das er als „Heilmittel“ bezeichnete.

Bis Samstag starben unterdessen mehr als 224.000 Amerikaner an der Krankheit, in den letzten 24 Stunden 946 Menschen. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA an einem Tag stieg auf mehr als 83.000 – der bisher höchste Wert. Trump führte die Entwicklung darauf zurück, dass mehr als früher getestet werde. „Wenn wir halb so viel testen würden, wäre die Zahl halb so hoch.“ Überhaupt werde in den Medien ständig über das Virus geredet. Nach der Präsidentenwahl am 3. November werde man davon nichts mehr hören, behauptete Trump. (Quelle: ARD, 24.10.20)


800 Kulturschaffende demonstrieren in München

Hunderte Kulturschaffende demonstrierten am Samstag auf dem Münchner Königsplatz für den Erhalt der Arbeitsplätze und warnten, dass die Kultur „erstickt“. Drei ehemalige Kunstminister zeigten sich besorgt und verärgert über die aktuelle Corona-Politik. Der vierte, amtierende wurde ausgepfiffen

Die Veranstalterin und Initiatorin der Demo, Veronika Stross, ist freischaffende Bratschistin und spielt in mehreren Orchestern. Aufgeregt ist sie, verständlicherweise, denn bei vielen Kulturmachern geht’s um ihre Existenz: „Wir sind eigentlich kurz davor, dass die Kultur erstickt, stirbt. Ich sage das jetzt so dramatisch, aber es ist wirklich so. Wir müssen schauen, dass wir das aufhalten können.“

Nach Angaben der Polizei kamen insgesamt rund 800 Menschen, um auf die Not der Kulturschaffenden im Freistaat hinzuweisen. Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl auf gut 1.000. Mit dabei waren zahlreiche Prominente. Der Liedermacher Konstantin Wecker und der Kabarettist Gerhard Polt richteten sich per Videobotschaft an die Demonstranten.

Die Stimmung war friedlich. Alle Demo-Teilnehmer trugen Mund-Nasen-Schutz. Zu Beginn hatten sich die Veranstalter klar von Corona-Leugnern distanziert. „Die können gleich wieder heimgehen“, hatte Schauspieler und Kabarettist Roland Hefter auf der Bühne gesagt. Hefter betonte: „Kunst und Kultur sind systemrelevant. Ohne Kunst und Kultur geht alles kaputt.“ Er forderte, die finanzielle Unterstützung für Künstler müsse so sein, dass man nicht nur von seinen Ersparnissen leben müsse. (Quelle: BR, Süddeutsche, 24.10.20)


Frankfurt sagt Weihnachtsmarkt ab

Die Stadt Frankfurt am Main verschärft wegen des sprunghaften Anstiegs der Corona-Infektionen die Schutzmaßnahmen und hat auch den Weihnachtsmarkt abgesagt. Das hat der Verwaltungsstab der Stadt in einer kurzfristig angesetzten Sondersitzung beschlossen, wie die Pressestelle am Abend mitteilte.

Damit reagiert Frankfurt auf den hohen Inzidenzwert von gut 176. Das ist die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Zu den weiteren Maßnahmen gehört eine Ausweitung der Maskenpflicht. (Quelle: HR, 24.10.20)


Warschau: Polizei nimmt Anti-Corona-Demonstranten fest

Bei unangemeldeten Protesten gegen die geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die Polizei in Warschau nach eigenen Angaben mehr als 100 Demonstranten festgenommen. „Die Polizisten gehen entschlossen und effektiv vor. Bisher wurden zur Vorbeugung mehr als 120 Personen festgenommen“, teilte die Warschauer Polizei auf Twitter mit.

Dem TV-Nachrichtensender TVN24 bestätigte ein Polizeisprecher, die Ordnungshüter hätten auch Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt. Die teils rechtsgerichteten Demonstranten hatten sich offenbar an mehreren Orten der Stadt zugleich versammelt. (Quelle: Tagesschau, 24.10.20)


Frankreichs Parlament stimmt für Verlängerung von Notstand

Das französische Parlament hat für eine Verlängerung des Gesundheitsnotstands bis zum 16. Februar gestimmt. 71 Abgeordnete stimmten in erster Lesung für den umstrittenen Gesetzentwurf der Regierung, 35 Parlamentarier lehnten ihn ab. Am Mittwoch soll im Senat über das Vorhaben beraten werden, die abschließende Abstimmung ist für Anfang November geplant.

Der Gesundheitsnotstand gibt der Regierung die Möglichkeit, im Kampf gegen das Coronavirus Maßnahmen wie etwa Ausgangssperren oder Beschlagnahmungen im Schnellverfahren umzusetzen. Sie kann zudem rasche Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in der Krise beschließen. Der Gesundheitsnotstand war erstmals Ende März ausgerufen worden. Im Juli wurde er zunächst aufgehoben, Mitte Oktober setzte ihn die Regierung angesichts der massiv steigenden Corona-Zahlen per Dekret erneut in Kraft. (Quelle: Tagesschau, 24.10.20)


Neuinfektionen in Frankreich steigen auf Rekordhoch

Frankreich hat mehr als 45.000 Neuninfektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages haben sich laut Angaben der Gesundheitsbehörde 45.422 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sind so viele wie nie zuvor seit Ausbruch der Pandemie.

Am Freitag waren es noch 3.400 Fälle weniger. (Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


USA melden mit rd. 83.000 Neuinfektionen einen neuen Rekordwert

Erstmals seit Beginn der Pandemie haben die USA in nur 24 Stunden 82.929 Neuinfektionen registriert. Das hat die Seuchenschutzbehörden CDC mitgeteilt. 946 weitere Menschen seien verstorben.

Am Freitag lag die Zahl der Neuinfektionen laut Behördenangaben noch bei 74.380, am Donnerstag bei 63.656. Somit haben sich nun seit Ausbruch der Pandemie in den USA insgesamt 8,47 Millionen Menschen infiziert, 223.393 sind bisher verstorben – so viel wie in keinem anderen Land weltweit. (Quelle: ARD, 24.10.20)


Auch Österreich meldet neuen Tagesrekord an Neuinfektionen

Innerhalb eines Tages haben sich in Österreich 3.614 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, was erneut einem Rekordwert entspricht. Das haben das Innen- und Gesundheitsministerium am Samstag mitgeteilt.

Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben stieg laut Behördenangaben somit auf 172,1 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Am Tag zuvor waren noch 2.571 Neuinfektionen registriert worden.

Die Regierung hatte erst kürzlich die Einführung strikterer Maßnahmen beschlossen. Ab Sonntag wird unter anderem die Höchstzahl der erlaubten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei privaten Anlässen drinnen auf sechs und draußen auf zwölf beschränkt.

Auch die Maskenpflicht im öffentlichen Raum wird ausgeweitet. Bei Großveranstaltungen dürfen in geschlossenen Räumen nur noch 1.000 und unter freiem Himmel 1.500 Menschen zusammenkommen. Besonders betroffen sind die an Deutschland grenzenden österreichischen Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg. (Quelle: ZEIT, 24.10.20)


Kiew: Bürgermeister Vitali Klitschko infiziert

urz vor seiner möglichen Wiederwahl als Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat sich Vitali Klitschko mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte er in mehreren sozialen Netzwerken mit. „Freunde! Das Coronavirus hat im unpassendsten Moment zugeschlagen“, schrieb er in Hinblick auf den Wahlsonntag. Ihm gehe es demnach „gut“. Zwar habe er versucht, sich zu schützen, aber die Arbeit als Bürgermeister in Pandemiezeiten bedeute auch ein ständiges Risiko. Er sei regelmäßig getestet worden und werde nun aus der Selbstisolation weiter arbeiten, teilte Klitschko mit.

Am Sonntag sind in der Ukraine Kommunalwahlen. Rund 28,6 Millionen Ukrainer sind aufgerufen, neue Bürgermeister und Abgeordnete regionaler und örtlicher Parlamente zu bestimmen. Die Abstimmung wird wegen der stark steigenden Corona-Ansteckungszahlen unter strengen Hygienevorschriften organisiert. In Kiew mit seinen rund drei Millionen Einwohnern kandidieren neben Klitschko 19 weitere Mitbewerber für das Bürgermeisteramt. Der Ex-Boxweltmeister Klitschko gewann vor fünf Jahren erst in der zweiten Runde mit mehr als 64 Prozent der Stimmen.

In der Ukraine stiegen die Corona-Infektionszahlen ähnlich wie in anderen Ländern Europas zuletzt stark an. Am Samstag wurden mehr als 7.000 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet, darunter rund 560 in der Hauptstadt. Offiziell sind mehr als 330.000 Infektionen registriert worden. Mehr als 6.200 Menschen starben in der Ukraine seit März mit dem Virus.
(Foto Vitali Klitschko www.flickr.com/photos/eppofficial/12986633544/ Creative Commons Attribution 2.0 Generic; Quelle ZDF, 24.10.20)


Irans Staatsoberhaupt fordert harte Strafen

Wer in Iran gegen die Corona-Auflagen verstößt, soll streng bestraft werden. Das fordert jedenfalls Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Es müsse strengere Kontrollen im öffentlichen Raum geben, verlangte Chamenei am Samstag.

„Diejenigen, die massiv gegen die Regeln für den Gesundheitsschutz verstoßen, sollten hart bestraft werden“, sagt Chamenei, ohne Details zu nennen. Von Montag an gelten in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten neue Auflagen im Kampf gegen die Pandemie.

Iran ist stark vom Coronavirus betroffen: Offiziellen Angaben zufolge haben sich bereits mehr als eine halbe Million Menschen mit Covid-19 infiziert. Bislang gibt es 32.320 bestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit.

(Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Litauen und Lettland melden Rekord bei Neuinfektionen

Auch das Baltikum meldet einen Anstieg der Corona-Fälle. In Litauen und Lettland haben die Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge Rekordwerte erreicht. Litauen verzeichnet 474 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, in Lettland sind es 259 – so viele neue Fälle wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. In den beiden Ländern lagen die bisherigen Höchstwerte nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga zuvor bei 442 und 250.

Litauen und Lettland standen in der Corona-Krise bislang gut da. Die Infektionszahlen waren anfangs im internationalen Vergleich eher gering. Zuletzt haben sie aber teils deutlich zugenommen. Nach Angaben der EU-Gesundheits-Behörde ECDC lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen in Litauen zuletzt bei 119,7 – und damit leicht über dem entsprechenden deutschen Wert von 118,8. Lettland kam auf einen Wert von 88,6. Die Regierungen in Vilnius und Riga haben auf die ansteigenden Infektionszahlen mit neuen Corona-Schutzmaßnahmen reagiert. (Karte: Wikipedia; Quelle: ZEIT, 24.10.20)


Intensivpatienten innerhalb von zehn Tagen verdoppelt

Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Deutschland hat sich auf 1203 erhöht. Dies waren laut dem Intensivregister der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vom Samstag 82 mehr als am Vortag. Zehn Tage zuvor waren es mit 602 intensivmedizinisch behandelten Patientinnen und Patienten nur etwa halb so viele gewesen.

Von den aktuellen Intensiv-Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, werden demnach 533 invasiv beatmet, also durch eine Intubation. Zehn Tage zuvor waren es demnach 323 Patienten gewesen. Fälle von Atemunterstützung etwa durch eine Sauerstoffmaske sind nicht berücksichtigt.
Noch keinen Engpass gibt es den Angaben zufolge bei der Zahl der freien Intensivbetten, die mit 7937 angegeben wurde. Dazu gibt es eine Notfallreserve von 12.758 Intensivbetten, die innerhalb einer Woche zur Verfügung gestellt werden könnten. Allerdings gibt es einen Mangel an qualifizierten Pflegekräften.

In unserer Rehion gibt es inzwischen 11 Intensivpatienten,  vier in der Grafschaft Bentheim und sieen im Emsland.  (Quelle: TSP, 24.10.20)


Nach Corona-Fällen im Kirmespark in Rheine – Wer war da?

Dem Gesundheitsamt des Kreises Steinfurt sind mindestens drei Menschen bekannt geworden, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und sich am vergangenen Wochenende im Kirmespark an der Windthorststraße in Rheine aufgehalten haben.

Aus diesem Grund bittet der Kreis Steinfurt alle Bürgerinnen und Bürger, die am Freitag, 16. Oktober, 15.30 bis 18.30 Uhr, am Samstag, 17. Oktober, 18 bis 22 Uhr, und am Sonntag, 18. Oktober, 14 bis 18 Uhr, ebenfalls diesen Kirmespark besucht haben, bei Auftreten von Symptomen wie Fieber, trockener Husten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Gliederschmerzen ihren/einen Hausarzt aufzusuchen.

Wichtig sei, schon bei einer Terminvereinbarung darauf hinzuweisen, dass möglicherweise ein Kontakt zu einer Covid-19-positiv getesteten Person stattgefunden hat.

(Quelle: MünsterscheZeitung, 24.10.20)


30 neue Infektionsfälle am Samstag in der Grafschaft Bentheim

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Samstag weitere 30 Corona-Fälle. Damit sind 362 akute Infektionen in der Grafschaft festgestellt. Seit Beginn der Pandemie gab es im Nachbarkreis 732 bekannte Infektionen. 351 Menschen gelten inzwischen als genesen. 19 Menschen sind an CoViD-19 gestorben. In Quarantäne befinden sich 1015 Grafschafter.

Die aktuell 362 Corona-Infektionen teilen sich wie folgt auf:

Bad Bentheim: 20 Fälle – Emlichheim: 12 Fälle – Uelsen: 32 Fälle – Neuenhaus: 86 Fälle – Wietmarschen: 12 Fälle – Nordhorn: 149 Fälle – Schüttorf: 51 Fälle

Den aktuellen Inzidenzwert beziffert das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) mit 120,3. Dieser Wert sagt, wie viele Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gerechnet es in den vergangenen 7 Tagen gab. In seiner neuen Corona-Verordnung hat das Land Niedersachsen dazu festgelegt, dass für die Einschränkungen bei Überschreiten der Werte 35 und 50 die Angaben des NLGA entscheidend sind.

(Quelle: GN, 24.10.20)


Frohe Ostern in Aurich und Wittmund

In den Landkreisen Aurich und Wittmund werden heute die wegen Corona im Frühjahr ausgefallenen Osterfeuer nachgeholt. Noch bis 17 Uhr dürfen die liegengebliebenen Haufen abgebrannt werden. Allein im Landkreis Aurich wurden mehr als 1.000 Osterfeuer (!) angemeldet. Nach den Maßgaben der gültigen Corona-Verordnung dürfen jeweils nicht mehr als zehn Personen zusammenkommen.

An den Feuern gibt es auch Kritik: Die Auricher Ortsgruppe der Grünen befürchtet, dass viele den Termin nutzen, um Gartenabfälle zu verbrennen. Außerdem seien die zu Ostern vorbereiteten Feuerstellen mittlerweile Winterquartier zahlreicher Tiere geworden, die sich vor den Flammen kaum retten könnten.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aus dem Auricher Kreistag hatte vergeblich versucht, per Verwaltungsgericht die Feuer zu verbieten. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hatte einen Eilantrag abgelehnt. „Die Kreistagsfraktion war nicht antragsbefugt, da sie in diesem Fall kein subjektives Recht hat“, sagte ein Gerichtssprecher dazu am Freitagnachmittag. (Bild: Osterfeuer CC s. Archiv 30.05.15; Quelle:  NDR 24.10.20)


Galionsfigur der Erdogan-Gegner: Istanbuler Bürgermeister infiziert

Der Bürgermeister von Istanbul Ekrem İmamoğlu ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Politiker der wichtigsten türkischen Oppositionspartei CHP sagte in einem auf Twitter geposteten Video, er befinde sich jedoch im Krankenhaus auf dem Weg der Besserung. Am Freitagabend sei er mit hohem Fieber ins Krankenhaus gegangen. „Jetzt geht es mir eigentlich gut. Mein Fieber ist nicht schlimm (…) So Gott will, werde ich wieder gesund werden“, sagte der Bürgermeister.

Istanbul ist mit fast 16 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei. Dort sind bisher 40 Prozent der Coronavirus-Infektionen des Landes aufgetreten.

Seit März streiten sich İmamoğlu und die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan darüber, wie die Pandemie in Istanbul bekämpft werden kann. Gesundheitsminister Fahrettin Koca kritisierte, dass es in Istanbul fünfmal so viele Infektionsfälle gebe wie in der Hauptstadt Ankara. Koca hielt am Freitag in Istanbul ein Corona-Treffen ab, zu dem İmamoğlu nicht eingeladen war. Die CHP bezeichnete dies als Skandal.

Die Türkei hat seit März fast 358.000 Infektionsfälle und 9.658 Todesfälle verzeichnet. (Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Mehr als zehn Millionen Infektionen in Asien

Asien hat als zweite Region auf der Welt nach Lateinamerika die Marke von zehn Millionen Infektionen überschritten. Das sind rund ein Viertel der global registrierten 42,1 Millionen Ansteckungen, wie aus einer Reuters-Erhebung aus offiziellen Daten hervorgeht. Experten vermuten allerdings eine hohe Dunkelziffer. Der Anteil bei den Todesfällen liegt mit mehr als 163.000 bei rund 14 Prozent. In Asien besonders betroffen von der Pandemie sind Indien, Bangladesch, Indonesien und die Philippinen. China und Neuseeland haben das Virus dagegen eindämmen, Japan eine beschleunigte Ausbreitung verhindern können. Allerdings haben sich die Neuinfektionszahlen in Indien und Bangladesch zuletzt etwas abgeschwächt. (Bild: hist. Kupferstich CF Weiland Asien v. 1831 Leibniz-Institut für Länderkunde e.V., Leipzig CC-Zero, Quelle: TSP, 24.10.20)


Zwei Corona-Tote in Münster

In Münster sind in der vergangenen Woche zwei weitere Covid-19-Patient:innen gestorben, ein 88-jähriger Mann und eine 97-jährige Frau. Insgesamt gab es in der Stadt inzwischen 15 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.  Seit Donnerstag wurden nach einer Pressemitteilung der Stadt 61 Neuinfektionen gemeldet, damit sind aktuell 197 Münsteraner und Münsteranerinnen infiziert.

Bisher hatte Münster als eine der letzten Städte in Nordrhein-Westfalen immer noch unter der ersten Warnschwelle von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner/innen und Woche gelegen. Dieser Grenzwert wurde gestern deutlich überschritten und liegt inzwischen mit 49,2 knapp unter 50. Daraufhin hat die Stadt eine Allgemeinverfügung erlassen, die am Montag (0 Uhr) in Kraft tritt. Sie sieht verschiedene Verschärfungen der geltenden Corona-Vorschriften vor.

Wegen erheblicher Hygiene- und Sicherheitsmängel waren in der vergangenen Nacht zwei Gastronomie-Betriebe in der münsterischen Innenstadt bis auf Weiteres geschlossen worden. Der Kommunale Ordnungsdienst hatte in der Nacht zu Samstag in Innenstadt-Lokalen zahlreiche Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung fest. Daraufhin wurden das „Mocca D’or“ und das „Fiu“ an der Rothenburg mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres geschlossen. Festgestellt worden waren unter anderem fehlender Spuckschutz, nicht eingehaltener Mindestabstand, fehlerhafte Kontaktlisten, mangelhafte Luftzirkulation, keine Desinfektionen von Gebrauchsgegenständen sowie fehlende Desinfektionsmittel.
(Quelle. RUMS, MZ 24.10.20)


12 Regionen in NRW über Wert von 100

In Nordrhein-Westfalen liegt mittlerweile ein Dutzend Gebiete über der Schwelle von mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Den höchsten Wert weist mit 197,8 die Stadt Solingen auf, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Dahinter liegen der Kreis Düren mit 156,4 und die Stadt Duisburg mit 151,8. (Quelle: TSP, 24.10.20)


Mehr als 15.000 Neuinfektionen in Tschechien

Die Zahl der täglichen Corona-Infektionen in Tschechien ist trotz zahlreicher Schutzvorschriften am Freitag auf die Rekordmarke von 15.252 gestiegen. Zudem würden erstmals mehr als 5.000 Infizierte in Krankenhäusern behandelt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit stehe das Gesundheitssystem des Landes mit gut zehn Millionen Einwohnern unter Druck.

Insgesamt hat Tschechien mehr als 238.300 Corona-Infektionen registriert, davon mehr als 78.000 in den vergangenen sieben Tagen. 1.971 Infizierte sind gestorben. Die sogenannte Inzidenz, die die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, ist in den vergangenen zwei Wochen von knapp 42 auf gut 104 gestiegen.

Die Regierung versucht, unter anderem mit der Schließung von Schulen, Geschäften und Restaurants gegenzusteuern. Sportveranstaltungen und Treffen von mehr als zwei Personen sind verboten. Im Freien und selbst in Autos müssen Masken getragen werden.
Ein Mann überquert die fast menschenleere Karlsbrücke in Prag. Tschechien reagiert derzeit mit der Schließung von Schulen, Geschäften und Restaurants auf die stark steigenden Fallzahlen.

Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Tschechien bekommt auch Beatmungsgeräte aus einer gemeinsamen Reserve der Europäischen Union sowie aus den Niederlanden und Österreich. Damit werde einer Bitte Prags um 150 Geräte entsprochen, teilte EU-Krisenkommissar Janez Lenarcic am Samstag mit.(Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Twente: Mehr als 700 Neuinfektionen binnen eines Tages, sechs Todesfälle

In den letzten 24 Stunden wurden der niederländischen Behörde für Öffentliche Gesundheit und Umweltschutz  (RIVM) aus Twente 722 neue Coronainfektionen gemeldet. Sechs weitere Menschen starben an CoViD-19 Todesfälle in der Region, vier aus Enschede, je einer in Oldenzaal und Almelo.

Dies geht aus den Zahlen vom Freitag hervor: Die Zahl von 722 Neuinfektionen in 24 Stunden ist bei weitem die größte seit dem Auftreten des Virus in der Region. Allgemein wird erwartet, dass sich dies auch in den kommenden Tagen nicht ändern wird.

Die meisten neuen Infektionen gibt es in Enschede (181), während es gestern 95 neue Fälle gab. Von den kleineren Gemeinden fallen Dinkelland, Wierden und Hellendoorn negativ auf: In den letzten 24 Stunden wurden dort 52, 43 bzw. 39 Neuinfektionen gemeldet. In Oldenzaal wurden 43 positive Tests registriert.

(Quelle: Tubantia, 24.10.20).


15.432 Neuinfektionen binnen eines Tages in Belgien

Belgien meldet mit 15.432 Corona-Infektionen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert. Die Zahl sei für vorigen Dienstag (20. Oktober) registriert worden, meldete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano. Der vorherige Tageshöchstwert lag bei 12.969 (18. Oktober).

Belgien hat nur 11,5 Millionen Einwohner und registriert trotzdem höhere Zahlen bei Neuinfektionen als Deutschland mit rund 83 Millionen Menschen. Die EU-Seuchenbehörde ECDC meldete am Freitag für Belgien pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen rund 1.020 Neuinfektionen, für Deutschland mit rund 107 etwa ein Zehntel.

Die belgische Regierung hatte die Schließung von Kneipen und Restaurants, eine nächtliche Ausgangssperre, strikte Kontaktbeschränkungen und ein umfassendes Gebot für Arbeiten im Heimbüro verfügt, um einen kompletten Lockdown vorerst zu vermeiden.

Die Regionalregierung der Hauptstadtregion Brüssel will in Kürze über weitere Maßnahmen beraten. (Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Hotspot in Hildesheimer Senioren- und Pflegeheim 

Im Hildesheimer Senioren- und Pflegeheim Ernst-Kipker-Haus gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. 41 Bewohner sowie 14 Beschäftigte sind mit dem Coronavirus infiziert.

Laut Landkreis ist das der Stand von Donnerstagabend. Zwei Infizierte sind demnach im Krankenhaus, haben aber keine schweren Symptome. Nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die das Heim betreibt, ist bislang unklar, wie es zu dem Ausbruch kam. In dem Heim sind Besuche jetzt verboten. Über den Ausbruch hatte zuerst die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Wie eine Sprecherin des AWO-Bezirks Hannover sagte, hatte eine Bewohnerin mit leichten Erkältungssymptomen bereits am Montag von ihrem positiven Test erfahren. Vorsorglich seien dann alle 88 Heimbewohner sowie alle Beschäftigten inklusive des Pförtners getestet worden. In Hildesheim waren die Bewohner und Mitarbeiter der betroffenen Einrichtung vor dem Ausbruch nicht regelmäßig getestet worden.

Eine neue Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums ist am 15. Oktober in Kraft getreten. Sie ermöglicht Pflegeeinrichtungen und Kliniken, ihr Personal sowie Bewohnerinnen und Bewohner beziehungsweise Patienten regelmäßig auf Covid-19 zu testen. Die Pflegekammer Niedersachsen begrüßte die neue Verordnung.
(Quelle: NDR, 24.10.20)


Emsland-Zahlen im Durcheinander des Landes

 

Einen 7-Tages-Indizwert von 65,8 hat am Samstag das Niedersächsische Landesgesundheitsamt am Morgen für den Landkreis Emsland gemeldet. Der Wert liegt deutlich unter dem bisherigen Höchstwert von 92,7, der am Montag dieser Woche gemeldet wurde. 215 im Emsland lebende Menschen hatten sich in den letzten sieben Tagen infiziert. An anderer Stelle der heutigen Veröffentlichungen des Landes Niedersachsen heißt es, der 7-Tages-Indizwert betrage 63,3,und es habe 207 Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen gegeben.

 

Update:
Ähnlich sieht es auch für die benachbarte Grafschaft Bentheim aus. Hier schwanken die heutigen  Zahlen des 7-Tages-Inzidenz zwischen 133,6 und 120,3.

Das Datendurcheinander dieses Bundeslandes ist schon beeindruckend…

(Quelle: NLGA, 24.10.20)


Merkel: Gebot der Stunde ist „Kontakte reduzieren“

Angesichts von weiter steigenden Corona-Infektionszahlen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Deutschen erneut dazu aufgerufen, sich möglichst selten mit anderen Menschen zu treffen. Es gelte heute „noch dringender“ das, was sie vergangene Woche gesagt habe – und zwar „Wort für Wort“, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. Das Gebot der Stunde heiße „Kontakte reduzieren“, sagte die Kanzlerin.

An immer mehr Orten kämen die Gesundheitsämter mit der Rückverfolgung der Kontakte von Erkrankten nicht mehr hinterher, sagte die Kanzlerin. Wir seien aber nicht machtlos gegen das Virus. Das Verhalten aller Bürger entscheide, wie schnell und stark sich das Virus ausbreite. „Wenn wir uns alle daran halten, werden wir alle zusammen die gewaltige Herausforderung durch dieses Virus auch bestehen“ – dies sei ihre Grundüberzeugung, sagte Merkel.

Im Anschluss an ihre aktuelle Ansprache wurde der Video-Podcast von vergangener Woche mit dem Appell der Kanzlerin erneut abgespielt. Mit diesem ungewöhnlichen Schritt wolle die Kanzlerin unterstreichen, wie ernst die gegenwärtige Situation in der Corona-Pandemie sei, teilte die Bundesregierung mit.

Die Kanzlerin hatte bereits in ihrem Video-Podcast vom vergangenen Samstag dazu aufgerufen, alles zu tun, „damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet“. Dazu gehörten neben dem Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln das Tragen von Masken und die Reduzierung von Kontakten sowie der Verzicht auf nicht notwendige Reisen. Seitdem sind die Corona-Infektionszahlen weiter deutlich angestiegen auf zuletzt fast 15.000 innerhalb eines Tages. (Foto: CC s. Archiv v. 22.03.20; Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Indonesische Zahlen

Indonesien meldete am Samstag 4.070 neue Coronavirus-Infektionen, womit sich die Gesamtzahl der Fälle auf 385.980 erhöhte, wie offizielle Daten der Covid-19-Taskforce des Landes zeigten.

Es wurden auch 128 neue Todesfälle gemeldet, wodurch sich die Gesamtzahl der Todesfälle auf 13.205 erhöhte. Am Samstag haben sich 4.119 weitere Personen von dem Virus erholt, was einer Gesamtzahl von 309.219 Fällen entspricht. (Quelle: The Guardian, 24.10.20)


Polen: Präsident Duda positiv getestet

Der polnische Präsident Andrzej Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Er befindet sich in Quarantäne“, fühle sich aber gut, sagte Staatsminister Blazej Spychalski am Samstag.

„Der Präsident wurde gestern auf das Vorhandensein von Coronavirus getestet. Das Ergebnis war positiv. Dem Präsidenten geht es gut. Wir stehen in ständigem Kontakt mit den zuständigen medizinischen Diensten “, formulierte Spychalski auf Twitter.

Dudas Infektion kommt zu einer Zeit, als in Polen am Samstag neue Beschränkungen in Kraft treten, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Das Land ist mit einem steilen Anstieg der CoViD-19-Fälle konfrontiert. Die Neuinfektionen erreichten am Freitag einen Tagesrekord von 13.632 Fällen. Inzwischen dürfen sich nur noch maximal fünf Personen treffen, Präsenzunterricht an Schulen gibt es nur noch bis zur dritten Klasse, Restaurants dürfen Essen nur noch außer Haus verkaufen.

Der 48-jährige Duda spielt hauptsächlich eine repräsentative Rolle, hat jedoch die Befugnis, ein Veto gegen neue Gesetze einzulegen. Er war Kandidat der regierenden,  nationalistischen PiS-Partei (Partei für Recht und Gerechtigkeit).

(Quelle: The Guardian 24.10.20)


Musiker Samu Haber positiv getestet

Der finnische Musiker Samu Haber ist positiv auf Corona getestet worden. Er habe vor dem Auftritt in einer finnischen Fernsehshow einen Test machen müssen, der positiv ausgefallen sei, so der 44-Jährige. „Ich konnte es erst nicht glauben, weil ich keine Symptome habe und mich ganz normal fühle“, schrieb Haber am späten Freitagabend auf Instagram. Der Frontmann der Band Sunrise Avenue („Hollywood Hills„) hat sich in Quarantäne begeben und wartet „auf bessere Tage“.

Haber, der mit seiner Biografie „Forever Yours“ auf Platz eins der SPIEGEL-Bestsellerliste Sachbuch steht, ist derzeit als Coach bei der Castingshow „The Voice of Germany“ zu sehen. Haber sitzt in der aktuellen Staffel auf einem Doppelstuhl mit Rea Garvey – und einer Plexiglasscheibe dawischen.

Am Freitag standen in Berlin Aufzeichnungen an. Nach Angaben von ProSiebenSat.1 habe sich die Produktionsfirma noch am selben Tag mit dem örtlichen Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt. Die aktuellen Dreharbeiten zur Show habe man am Abend mit Genehmigung des Gesundheitsamts und unter strikter Einhaltung der angeordeten Maßnahmen ohne Samu Haber abgeschlossen, teilte ein Sprecher mit.
(Foto: Stefan Brending / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 deQuelle: SPIEGEL, 24.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 29.623 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (24. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 856.

Insgesamt sind beim NLGA bis heute 728 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern einen neuen Todesfall gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 21.581 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 72,9 Prozent.  (Quelle: NDR, 24.10.20)


USA-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages in den USA ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf über 80.000 gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete am Freitag 83.757 neue Fälle, rund 12.000 mehr als noch am Vortag.

Die Gesamtzahlen der Infektionen liegen generell über denen vom Frühjahr. Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie knapp 8,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 224.000 Menschen starben bislang in Zusammenhang mit einer Infektion – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

(Quelle: SPIEGEL, 24.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Zahl der neu registrierten Coronavirus-Infektionen hat am Samstag einen neuen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete 14.714 neue Fälle. Vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages noch bei 7.830.

Die neuen Fallzahlen sind aber wegen einer technischen Panne beim RKI nur bedingt mit den Vortagen vergleichbar: Wegen eines mehrstündigen Serverausfalls konnten am Donnerstag nicht alle Gesundheitsämter ihre Fallzahlen übermitteln. Diese sollten mit der Veröffentlichung der Daten am Samstagmorgen nachgereicht werden. Die neu gemeldeten Fälle umfassen deshalb mehr als das Infektionsgeschehen eines Tages.

Das RKI meldete auch weitere 49 Tote im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Die Gesamtzahl der Corona-Toten stieg demnach erstmals über die 10.000er-Marke. (Quelle: RKI, 24.10.20)


Olaf Scholz: Deutschland finanziell gerüstet für zweite Corona-Welle

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hält Deutschland weiter für finanziell gut gerüstet im Kampf gegen die ökonomischen Folgen der Corona-Krise. „Die Corona-Pandemie ist längst noch nicht besiegt, und wie erwartet verzeichnen wir jetzt im Herbst deutlich steigende Infektionszahlen“, sagte der SPD-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“.

„Die Lage ist ernst, und wir nehmen sie ernst.“ Bislang sei das Land recht gut durch die Krise gekommen – „auch, weil wir uns frühzeitig und entschlossen gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise gestemmt haben“. Auch mit Blick auf die kommenden Wochen betonte der Vizekanzler, „finanziell sind wir gut gerüstet, unsere Finanzkraft ist weiterhin sehr groß.“
(Foto: CC s. Archiv v. 16.05.20; Quelle: Tagesschau, 24.10.20)


Deutsche Krankenhäuser sehen sich für zweite Welle gut gerüstet

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, bezeichnet die aktuelle Corona-Situation trotz steigender Infektionszahlen als beherrschbar. „Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein“, sagte Baum dem „Mannheimer Morgen“. Zurzeit gebe es mehr als 8.000 freie Intensivbetten, wobei durch Verschieben von nicht notwendigen Behandlungen weitere 10.000 Betten frei gemacht werden könnten.

„Außerdem müssen nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden.“ Laut Baum werden derzeit 6.000 Patienten in Krankenhäusern wegen CoViD-19 behandelt, etwa 1.000 davon liegen auf der Intensivstation. „Die Kapazitäten werden noch lange reichen, ehe es bedenklich wird.“ Damit die Lage in den nächsten Wochen und Monaten aber nicht außer Kontrolle gerate, sei insgesamt sehr viel Vorsicht und Einsatzbereitschaft gefordert. (Quelle: TSP, 23.10.20)


Überblick zur Nacht

  • ECDC, die EU-Agentur für die Seuchenbekämpfung, hat gemeinsam mit Gesundheitspersonal in ganz Europa wegen des heftigen Anstieg der Coronavirus-Infektionen Alam geschlagen und die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte heute vor einem „exponentiellen“ Anstieg der Infektionsfälle. Mehrere Länder in Europa melden höhere Infektionsraten als während der ersten Pandemiewelle im März und April.
  • Spanien gibt an, inzwischen mehr als 3 Millionen Corona-Infektionen zu haben.
    Dänemark senkt die Grenze für öffentliche Versammlungen von 50 auf 10 Personen und verbietet den Verkauf von Alkohol nach 22 Uhr, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sagte Premierministerin Mette Frederiksen.
  • AstraZeneca hat die US-Studie mit seinem experimentellen Covid-19-Impfstoff nach Genehmigung durch die US-Aufsichtsbehörden wieder aufgenommen. Sie wurde am 6. September nach einem Bericht über eine schwere neurologische Erkrankung bei einem Teilnehmer unterbrochen, bei der es sich vermutlich um eine transversale Myelitis handelt.
  • Dr. Anthony Fauci, der US-Experte für Infektionskrankheiten, sagte, die Sitzungen der Coronavirus-Task Force des Weißen Hauses seien seltener geworden, obwohl die Corona-Infektionen in Dutzenden von US-Bundesstaaten zunehmen.
  • Covid-19 war die Haupttodesursache für 543 Moskauer/innen im September,. Das war ein Anstieg von 21% gegenüber dem Vormonat August, teilte das Gesundheitsamt der russischen Hauptstadt mit, in der sich das Coronavirus immer stärker ausbreitet ausbreitet.
  • Der Iran plant neue Beschränkungen. So sollen auch staatliche Bedienstete nur noch jeden zweiten Tag in der Hauptstadt Teheran arbeiten; am Freitag war ein Rekordanstieg bei Coronavirus-Fällen zu verzeichnen, bestätigte ein hochrangiger Beamter. Das iranische Gesundheitsministerium meldete in den letzten 24 Stunden 6.134 neue Fälle, womit sich die nationale Gesamtzahl auf 556.891 im am stärksten betroffenen Land des Nahen Ostens belief.
  • Die Türkei will neue Restriktionen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus prüfen, da der Ausbruch landesweit immer stärker wird, sagte Präsident Tayyip Erdoğan.
  • In Frankreich wird die zweite Welle von Coronaviren voraussichtlich schlimmer sein als die erste, sagte der Chef der Pariser öffentlichen Krankenhausgruppe AP-HP am Freitag, als erneut eine Rekordzahl an täglichen Infektionsfällen registriert wurde. Angesichts des schnell wachsenden Drucks auf Krankenhäuser hat Frankreich die Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr auf 46 Millionen Menschen ausgedehnt: Das ist mehr als zwei Drittel der Bevölkerung.
  • Italien registrierte 19.143 neue Coronavirus-Infektionen, ein Sprung von mehr als 3.000 bzw. rund 20% innerhalb der letzten 24 Stunden. Die nördliche Lombardei, die während der ersten Pandemiewelle am stärksten betroffene Region, verzeichnet fast 5.000 neue Fälle, während es in Kampanien im Süden 2.280 gab.
  • Bis Ende Februar nächsten Jahres könnten in den USA mehr als eine halbe Million Menschen an CoViD-19 sterben, aber nach Schätzungen einer Modellstudie könnten etwa 130.000 dieser Menschenleben gerettet werden, wenn alle US-Amerikaner/innen Masken trügen.
  • In Portugal müssen jetzt Gesichtsmasken in überfüllten Außenbereichen getragen werden, entschied das Parlament am Freitag, um den Anstieg der Coronavirus-Fälle einzudämmen. Die Maßnahme gilt mindestens für die nächsten 70 Tage und für alle Bewohner ab 10 Jahren. Auch draußen müssen Masken tragen, sofern kein physischer Abstand zu Personen gehalten werden kann. (Quelle: The Guardian, 23.10.20)

Gastronom gegen Sperrstunde

Ein Osnabrücker Gastronom wehrt sich vor Gericht gegen die Sperrstunden-Verordnungen der Stadt und des Landes. Der Unternehmer habe beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht am Freitag einen Normenkontrollantrag gegen das Land Niedersachsen eingereicht, teilte eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts Osnabrück mit.

Zuvor habe der Gaststättenbetreiber schon einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gegen die Sperrstunden-Anordnung der Stadt gestellt. Das Gericht gab diesem Eilantrag statt. Die Anordnung sei unverhältnismäßig. Die Öffnung von Gaststätten ab 23.00 Uhr sei aber dennoch weiterhin untersagt, hieß es in der Mitteilung des Gerichts. (Az.: 3 B 75/20)

Die Stadt hatte für die Zeit zwischen 23.00 und 6.00 Uhr eine Sperrstunde angeordnet, nachdem in Osnabrück am Mittwoch die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf mehr als 50 Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gestiegen war. Das Land setzte zum Freitag eine Verordnung in Kraft, die eine Sperrstunde in diesem Zeitraum schon bei 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner ermöglicht.

Der Kläger wandte sich mit einem weiteren Antrag an das Verwaltungsgericht auch gegen die Verordnung des Landes. Darüber will das Gericht in Osnabrück am Montag entscheiden. Bis dahin allerdings gelte die Sperrstunde, so das Gericht. (Mehr und Quelle: VG, 23.10.20)


Mehr als 1.500 Bundespolizisten in Quarantäne

Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen an die Mitarbeiter seiner Behörde appelliert, sich im privaten Bereich besser vor Ansteckung zu schützen. In einer Videobotschaft an die Polizeibeamten sagte er am Freitag, aktuell seien 136 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet.

1.574 Bundespolizisten befinden sich nach seinen Worten derzeit vorsorglich in Quarantäne. „Vermeidet Infektion, auch wegen möglicher Langzeitfolgen“, appellierte Romann an die Beamten. An diesem Wochenende hilft die Bundespolizei mit 500 Einsatzkräften in Berlin mit bei der Durchsetzung der Corona-Regeln. (Quelle: TSP, 23.10.20)


Mehr als 74.000 Neuinfektionen in den USA

Die US-Seuchenbehörde CDC meldet einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen um 74.380 auf 8,387 Millionen. Die Zahl der Toten steigt um 1009 auf 222.447. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.  (Quelle: TSP, 23.10.20)


Macron: Franzosen müssen „bis mindestens Sommer mit Corona leben“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, die Franzosen würden mindestens bis zum nächsten Sommer mit dem Coronavirus leben müssen. Er betont, es gebe keine Pläne, Abstriche bei den jüngst beschlossenen Ausgangssperren zu machen. Die Seuche könne nur durch Restrikionen gebremst werden. Es sei aber derzeit noch zu früh um zu sagen, ob Frankreich auf einen vollständigen oder teilweisen Lockdown zusteuere.
(Quell: TSP, 23.10.20)


Niederländische Patienten ins UKM geflogen

Am Freitagnachmittag sind zwei intensivpflichtige COVID-19-Patienten aus den Niederlanden per Helikopter zum Universitätsklinikum Münster verlegt worden. Damit unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen, das über rund fünf Mal so viele Intensivbetten verfügt wie die Niederlande, wie bereits im Frühjahr die Versorgung von schwerkranken COVID-19-Patienten aus dem Nachbarland.

Nach der Anfrage der niederländischen Regierung Ende September beim Land NRW und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sind bisher 87 Kliniken dem Aufruf des UKM gefolgt, freie Betten für niederländische Patienten zur Verfügung zu stellen. Nach Aufnahme der ersten beiden Patienten heute stehen aktuell noch 83 weitere Intensivbetten in NRW zur Verfügung. Mit der Koordination des Projekts wurde – wie bereits im Frühjahr – das UKM vom NRW-Gesundheitsministerium beauftragt.

Bisher sind für Samstag keine weiteren Patienten vom Nationalen Koordinierungszentrum für Patientenverteilung (LCPS) zum Transport nach NRW angekündigt. Aufgrund der hohen Infektionszahlen in den Niederlanden ist die Lage jedoch dynamisch und kann sich jederzeit ändern. (Quelle: WDR, 23.10.20)


Grafschaft Bentheim: Aktuell sechs Krankenhausbedienstete positiv getestet

17 Mitarbeiter der Euregio-Klinik in Nordhorn sind seit Beginn der Corona-Pandemie positiv auf das Virus getestet worden. Das teilte Klinik-Geschäftsführer Michael Kamp auf Anfrage der „Grafschafter Nachrichten“ (GN) mit und erläuterte der Zeitung: „Grundsätzlich wurden seit Beginn der Corona-Pandemie bis zum heutigen Freitag 425 Mitarbeiter abgestrichen. Hiervon konnte bei 17 Mitarbeitern Covid-19 bestätigt werden. Ein Großteil dieser Mitarbeiter ist zwischenzeitlich wieder genesen.“ Aktuell befänden sich noch sieben Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne, davon sechs labordiagnostisch bestätigte Fälle sowie eine Kontaktperson.

Kamp bestätigte auch, dass sich einzelne Patienten im Krankenhaus mit dem Coronavirus angesteckt haben, doch gleichzeitig betont er: „Wichtig ist, dass diese Infektionen in unterschiedlichen Bereichen der Klinik aufgetreten sind. Auch kann nie ausgeschlossen werden, ob der Patient, der zunächst bei der Aufnahme negativ war, nicht doch die Infektion bereits mit ins Haus gebracht hat.“ Per Definition zähle dieser Patient trotzdem als „nosokomiale Infektion“ – das heißt: Er hat sich im Krankenhaus infiziert.

Eine weitere Infektionsquelle könnten laut Kamp auch Besucher der Patienten sein: „Um hier eine größtmögliche Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter zu gewährleisten, haben wir uns für die Verschärfung der Besucherregelung ab Samstag entschieden.“ Ab dann sind – von Ausnahmen abgesehen – bis auf Weiteres keine Besuche mehr zugelassen. (Quelle: GN, 23.10.20)


Welche Corona-Regeln kassiert wurden

Immer wieder kippen deutsche Gerichte Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ein Überblick über die wichtigsten Beschlüsse – und wie sie begründet wurden. Ein Überblick auf der Seite der Tagesschau.

(Quelle: Tagesschau, 23.10.20)


Jetzt doch: OVG Schleswig  kippt Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht (OVG) hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein und setzte die Regelung in einem Eilverfahren außer Vollzug, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist.

Noch vor gut einer Woche hatte dasselbe OVG anders entschieden und einen Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland abgelehnt (Beschl. v. 15.10.2020, Az. 3 MR 45/20). Eine Familie aus dem Kreis Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) hatte auf Sylt Urlaub machen wollen und war vergeblich gegen die Landesverordnung mit dem Beherbergungsverbot vorgegangen. Der Senat beurteilte damals die für den Eilantrag maßgeblichen Erfolgsaussichten in der Hauptsache als offen. Insbesondere die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Regelung lasse sich „angesichts der äußerst knappen Frist“ nicht abschließend beantworten, hieß es in einer Gerichtsmitteilung. Die Folgenabwägung gehe daher zulasten der Familie aus. Dieselbe Familie war dann auch vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert (Beschl. v. 22.10.2020, Az. 1 BvQ 116/20); die Antragsteller, so dass Verfassungsgericht, hätten sich nicht mit der Ausnahmeregelung des negativen Corona-Tests auseinandergesetzt und insbesondere nicht dargelegt, warum ihnen ein Test nicht zumutbar sei. (mehr…)

Jetzt darf die Familie also doch nach Sylt…

(Quelle: TSP, NDR, LTO, 23.10.20)


Kritik an Corona-Behandlung in griechischem Flüchtlingslager

„Ärzte ohne Grenzen“ kritisiert die Situation für Corona-Infizierte im Flüchtlingslager Vathy auf der griechischen Insel Samos. Die Menschen seien in schmutzigen Containern eingesperrt, selbst Mütter mit Neugeborenen müssten auf dem Boden schlafen, manche Container hätten keine Toiletten, erklärte die Organisation am Freitag in Berlin.

Insgesamt ist, so die Organisation, „das Lager achtfach überbelegt und die Bewohner, darunter Schwangere, Gewaltopfer und psychisch Kranke, leben zwischen Ratten und Müll.“

Angesichts der Situation fordert die Hilfsorganisation von der griechischen Regierung, die „Bekämpfung der Pandemie in dem Lager massiv zu verbessern“. Risikopatienten müssten sofort aufs Festland gebracht werden, wo sie lebensrettende medizinische Hilfe erhalten können, „bevor es zu spät ist“. Alle Lagerbewohner müssten evakuiert werden.

Inzwischen seien mehr als 100 Menschen in dem Lager infiziert, die medizinische Versorgung sei völlig ungenügend, hieß es weiter. Insgesamt stünden für die 4.500 Bewohner nur zwei Militärärzte und drei Krankenpfleger bereit. „Ärzte ohne Grenzen“ selbst leiste außerhalb des Camps Hilfe. Mehrere Bewohner haben der Organisation zufolge angegeben, wegen der Bedingungen auf der Isolierstation würden sie sich im Falle einer Erkrankung nicht bei den Ärzten melden. (Quelle: Ärzte ohne Grenzen, 23.10.20)


Niedersachsen-Zahlen (mit Cloppenburg)

28.767 Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus sind bis heute – Freitag, 23.10.20, 9 Uhr – in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Insgesamt haben die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte 727 an Covid-19 Erkrankte dem NLGA als verstorben gemeldet.

Genesen sind in Niedersachsen nach einschlägiger Hochrechnung 21.179 der bislang gemeldeten laborbestätigten Fälle. Das entspricht einem Anteil von 74 Prozent.

In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 457 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt: Davon liegen 381 Erwachsene auf Normalstationen, 75 Erwachsene benötigen intensivmedizinische Behandlung. Auf den Intensivstationen müssen 48 Erwachsene beatmet werden, vier davon auf einem ECMO-Platz. Ein Kind wird aktuell auf einer Intensivstation behandelt.

Landesweit beträgt die 7-Tagesinzidenz 45,3.

NLGA: „Die heutigen Fallzahlen aus dem Landkreis Cloppenburg enthalten Fälle aus den letzten 4 Tagen, da ein technisches Übermittlungsproblem vor Ort erst gestern behoben werden konnte.“

4 Tage? Unfassbar! Haben die kein Telefon?
(Quelle: Niedersachsen.de, 23.10.20)


Lauterbach fordert Cluster-Aufarbeitung statt Einzelfall-Nachverfolgung

Um einen Kontrollverlust der Gesundheitsämter zu verhindern, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Abkehr von der Nachverfolgung sämtlicher Kontakte jedes Einzelfalls. „Ein Kontrollverlust ist nur noch abzuwenden, wenn wir sofort umsteuern: Weg von der Einzelfall-Nachverfolgung, hin zur retrospektiven Cluster-Aufarbeitung“, sagte Lauterbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Wenn Ämter nicht mehr jeden Fall verfolgten, werde Personal frei, um Clustermitglieder – also Mitglieder bestimmter Gruppen – zu kontaktieren. „Das Robert Koch-Institut muss jetzt endlich den Schalter umlegen.“ Konkret bedeute das, bei einem neuen Corona-Fall systematisch abzufragen, ob die Person in den fünf Tagen vor der Ansteckung zu einem bestimmten Zeitpunkt eng mit vielen anderen Menschen zusammen war.

Lauterbach meint damit beispielsweise in einer Schulklasse, bei einer Chorprobe, einer Feier oder in einer Pflegeeinrichtung.„Dann jagt man nicht allen Einzelkontakten der Person nach, sondern kontaktiert gezielt nur diejenigen, die an den Clustern beteiligt waren, also Mitschüler, Chormitglieder und so weiter.“ (Foto: Karl Lauterbach, CC s. Archiv v. 15.06.20; Quelle: NOZ, 23.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 23.10.2020, 09.00 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland i den letzten 24 Stunden: Seit gestern wurden 35 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 1.063 Genesene (+30) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.420 (+35); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 435,6. Aktuell sind im Emsland jetzt 332 (+3) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur noch rund 740 Personen in Quarantäne (-80); weil das lediglich gut zwei Personen pro akut Infiziertem sind, wirft diese Zahl Fragen auf – bspw. die, ob im Emsland keine konsequente Zurückverfolgung von Infektionen und Ermittlung von Kontaktpersonen geschieht.

Weiter gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell drei CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; ein Erkrankter wird intensivmedizinisch beatmet; in der Grafschaft Bentheim werden zzt. vier CoViD-19-kranke intensivmedizinisch betreut, einer wird beatmet; im Nachbarkreis war am Dienstag dieser Woche ein CoViD-19-Todesopfer zu beklagen.

In Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 184 (+1). Es sind 27 Infizierte mehr als vor einer Woche, was einer 7-Tages-Inzidenz von 45,4 entspricht. 144 (+/-0) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 36 (+1) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 31 22 1 8
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 30 0 2
Samtgemeinde Freren 59 47 9 3
Einheitsgemeinde Geeste 39 34 0 5
Stadt Haren (Ems) 115 94 1 20
Stadt Haselünne 86 64 0 22
Samtgemeinde Herzlake 23 21 0 2
Samtgemeinde Lathen 42 26 0 16
Samtgemeinde Lengerich 31 24 1 6
Stadt Lingen (Ems) 184 (+1) 144 (+/-0) 4 36 (+1)
Stadt Meppen 208 145 4 59
Samtgemeinde Nordhümmling 41 26 0 15
Stadt Papenburg 126 97 2 27
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 3 1 0 2
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 20 0 2
Samtgemeinde Sögel 209 146 0 63
Samtgemeinde Spelle 22 15 1 6
Einheitsgemeinde Twist 43 38 2 3
Samtgemeinde Werlte 104 69 0 35
 Gesamt* 1420 (+35) 1063 (+30) 25 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 332 (+5)

(23.10.20)


Indien-Zahlen

Indien verzeichnet 54.366 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit haben sich insgesamt knapp 7,8 Millionen Menschen in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Das ist weltweit nach den USA, die rund 8,3 Millionen Fälle zählen, der höchste Wert. Die Zahl der registrierten täglichen Neuinfektionen in Indien bleibt damit seit dem Höhepunkt im September rückläufig. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus starben, erhöhte sich um 690 auf 117.306. (Quelle: Tagesschau, 23.10.20)


Tschechien: Wieder mehr als 14.000 Neuinfektionen

 In Tschechien gibt es erneut mehr als 14.000 Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium meldete 14.151 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Das ist etwas weniger als am Vortag, als es mit 14.968 Neuinfektionen einen neuen Rekord gab. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg auf 223.065. In dem Land mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern breitet sich das neuartige Virus in Europa derzeit am schnellsten aus. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich binnen 24 Stunden um 55 und stieg mit zudem nachträglich gemeldeten Fällen auf 1.845. (Quelle: Tagesschau, 23.10.20)


Daimler hebt Prognose an

Mit einem starken dritten Quartal im Rücken traut sich der Autobauer Daimler für dieses Jahr nun wieder etwas mehr zu als bisher. Am Ende werde man zwar bei Absatz und Umsatz weiter unter dem Niveau des Vorjahres landen, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen werde nun aber in der gleichen Größenordnung ausfallen, teilte der Konzern mit.

Bisher war Daimler davon ausgegangen, aufgrund der massiven Folgen der Coronakrise überall unter dem 2019er-Wert zu bleiben. Nachdem die Krise Daimler im zweiten Quartal noch tief in die roten Zahlen gestürzt hatte, profitierte der Konzern im dritten Quartal nach eigenen Angaben von einer unerwartet schnellen Markterholung und zudem von seinen Maßnahmen für mehr Effizienz und Kostendisziplin. Mit 40,3 Milliarden Euro lag der Umsatz im dritten Quartal zwar um 7% unter dem des Vorjahresquartals. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 2,05 Milliarden Euro – das sind sogar 19 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Gewinn vor Zinsen und Steuern in Höhe von knapp 3,1 Milliarden Euro hatte Daimler schon vor einer Woche mitgeteilt.
(Quelle: Tagesschau, 23.10.20)


Corona-Fälle in Europa in zehn Tagen verdoppelt

Die Coronavirus-Infektionen in Europa haben sich einer Reuters-Zählung zufolge in den vergangenen zehn Tagen mehr als verdoppelt. Am Donnerstag stieg die Zahl der neuen Fälle in Europa erstmals über die Marke von 200.000. Am 12. Oktober war erstmals die Marke von 100.000 Fällen überschritten worden. Laut der Zählung beläuft sich die Zahl der Infektionen in Europa insgesamt auf 7,8 Millionen und 247.000 Tote. (Quelle: TSP, 23.10.20)


NRW: Fußballspiele wohl weiter ohne Fans

DaiDen Fußball-Bundesligisten und anderen Proficlubs in Nordrhein-Westfalen stehen weitere sog. Geisterspiele bevor. Bei „bundesweiten Teamsportwettbewerben“ sollen Zuschauer komplett ausgeschlossen werden, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Austragungsort bei mehr als 35 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt. Das stellte das NRW-Gesundheitsministerium klar, wie das ostwestfälische  „Westfalen-Blatt“ berichtet.

Bislang ließen die Behörden auch bei einem Inzidenzwert über 35 meist noch 300 Zuschauer zu den Spielen zu. Die Bezirksregierungen sollen nun die Einhaltung der Rechtsauffassung sicherstellen, teilte das Ministerium mit. Zuvor hatte es Irritationen um die Auslegung der NRW-Coronaschutzverordnung gegeben. Arminia Bielefeld durfte vergangenen Samstag gegen den FC Bayern München keine Fans ins Stadion lassen. Dagegen waren bei den Heimspielen des FC Schalke 04, 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach 300 Fans vor Ort. (Quelle: WDR, 23.10.20)


Einstieg am Morgen

  • In den USA haben sich Donald Trump und Joe Biden haben sich in der abschließenden Präsidentschaftswahldebatte über die Coronavirus-Pandemie gestritten. Der Präsident verteidigte seine Reaktion auf eine Pandemie, bei der bereits 223.000 Amerikaner ums Leben kamen. Trump sagte über die Pandemie: „Ich übernehme die volle Verantwortung. Es ist nicht meine Schuld, dass es hierher gekommen ist. Es ist Chinas Schuld. “ Biden argumentierte, Trump habe überhaupt „keinen klaren Plan“, um das Virus unter Kontrolle zu bringen.
  • Australien wird die Obergrenze für die Zahl der Bürger und ständigen Einwohner, die jede Woche nach Hause zurückkehren dürfen, leicht anheben, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag. In Australien gehen die lokalen Covid-19-Fälle nur langsam zurück, liegen aber inzwischen im einstelligen Bereich. Seit Juli hatte Australien die Anzahl der Menschen begrenzt, die jede Woche in ihr Haus zurückkehren dürfen. Um die Gefahr der CoViD-19-Verbreitung zu verringern, mussten sich die Einreisenden einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen.
  • Die US-amerikanische Food and Drug Administration hat Remdesivir, ein antivirales Arzneimittel, zugelassen, aber nur für Patienten, die einen Krankenhausaufenthalt benötigen. Das Medikament, das die kalifornische Gilead Sciences Inc Veklury herstellt, verkürzt laut einer Studie die Zeit bis zur Genesung von durchschnittlich 15 Tagen auf 10 Tage.
  • Die schlechte Reaktion der Trump-Regierung auf die Pandemie hat laut einer neuen Studie von Experten für Katastrophenvorsorge und öffentliche Gesundheit zu 130.000 bis 210.000 vermeidbaren Todesfällen geführt. Das Team errechnete vermeidbare Todesfälle, indem es schätzte, wie viele Menschen in anderen Ländern wie Japan und Südkorea gestorben wären, wenn sie dieselbe Bevölkerung wie die USA hätten, und diese Zahlen mit der US-Sterblichkeitsrate verglichen. (Quelle: The Guardian)

Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Standards für Pflegeheime

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat einheitliche Corona-Regeln des Bundesgesundheitsministeriums für Pflegeheime als überfällig kritisiert. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte, die Lage der 900.000 Pflegebedürftigen in den Heimen sei bedrückend.

„Sie sind die verletzlichste Gruppe in der Corona-Krise. Gleichzeitig sind sie aber auch die leiseste. (…) Und weil das so ist, müssen die Pflegebedürftigen schon seit über einem halben Jahr darauf warten, dass endlich Leitlinien entwickelt werden, die sie schützen und die Isolation verhindern.“ Brysch nannte die Schnelltest-Strategie der Bundesregierung eine Farce. „Die Kontingente reichen gerade mal für einen halben Monat, um die Altenpflegekräfte täglich zu testen. Von den Angehörigen, Hospiz-Begleitern, Therapeuten und Seelsorgern ganz zu schweigen.“

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hatte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ angekündigt, „deutlich vor Weihnachten“ eine Handreichung vorzulegen, „um dem Flickenteppich mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben“. Grund für seine Initiative ist die Angst Hunderttausender Pflegebedürftiger vor neuen Besuchsverboten in Heimen. „Diese Isolation, wie wir sie im Frühjahr hatten, darf es nicht noch einmal geben.“ (Quelle: ARD, 23.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat am zweiten Tag in Folge bei mehr als 11.000 gelegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden am Vortag 11.242 neue Ansteckungsfälle erfasst. Dies waren 45 weniger als am Mittwoch, als der bisherige Höchstwert bei den täglich verzeichneten Neuinfektionen mit dem Virus in Deutschland ermittelt worden war.

Seit gestern sind 49 Menschen in Deutschland an CoViD-19 gestorben. Die Zahl der mit dem Corona-Virus im Zusammenhang stehenden Todesfälle wuchs dadurch auf 9.954.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland erfassten Infektionsfälle stieg auf 403.291.Die Zahl der Genesenen lag den Angaben zufolge bei etwa 306.100. (Quelle: RKI, 23.10.20)


Neuer Höchststand bei Neuinfektionen in Italien

Italien hat binnen 24 Stunden mehr als 16 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten 16.079 neue Corona-Fälle. Einen Tag zuvor waren es knapp 15.200 gewesen, auch das war ein Rekordwert. Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich mehr als 465.700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Donnerstag um 136 auf 36 968. Italien hat rund 60 Millionen Einwohner. Besonders schwer getroffen ist wie schon bei der ersten Welle der Pandemie die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. 4125 der neuen Fälle wurden dort verzeichnet. (Quelle: ARD, 23.10.20)


Mehr als 10.000 CoViD-19-Tote

Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle in Deutschland verblieb im Sommer glücklicherweise lange im einstelligen Bereich. In den vergangenen Wochen blieb es dann lange niedrig zweistellig. Das hat sich jetzt geändert.

Die Zahl der Todesfälleim Zusammenhang mit dem Corona-Virusist in den vergangenen drei Tagen um 100 gestiegen. Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut43 neue Todesfälle, am Donnerstag dann 33 weitere und am Freitag noch einmal 24. Am Dienstag hatte die Zahl der Toten noch bei 13 gelegen.

Parallel meldete die Wochenzeitung DIE ZEIT am späten Donnerstagabend insgesamt 10.018 Tote. Das Hamburger Blatt veröffentlichte die jüngsten Zhlen der Johns-Hopkins-Universität. (Quelle: Focus, DIE ZEIT, 23.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Vor der Debatte mit Konkurrent Joe Biden ist US-Präsident Donald Trump negativ auf das Coronavirus getestet worden. Der Stabschef des Weißen Hauses sagte, der Präsident habe vor der zweiten und letzten Präsidentendebatte am Donnerstagabend einen negativen Test auf das Coronavirus durchgeführt.
  • Das Flaggschiff der EU, CoViD-19 Recovery Cash, wird später kommen. Die von der Pandemie am stärksten betroffenen Staaten müssen länger auf 750 Mrd. EUR warten, um ihre Volkswirtschaften wieder in Gang zu bringen, sagte ein hochrangiger Diplomat. Der Grund: Ein erneuter Anstieg der Infektionen bringt die Ökonomie auf dem Kontinent wieder zum Erliegen.
  • Supermärkte in Wales verkaufen während der Sperrung nur das Nötigste. Sie dürfen während der Sperrung von CoViD-19 keine Waren wie Kleidung und Hardware verkaufen, sagte der Premierminister Mark Drakeford. Damit sollen  gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleistet werden, da viele Einzelhändler gezwungen sein werden, ihre Läden zu schließen.
  • Griechenland wird in den am stärksten von Covid-19 betroffenen Gebieten, einschließlich Athen, eine Ausgangssperre verhängen. Der Premierminister Kyriakos Mitsotakis sagte, diese trete ab Samstag zwischen 12.30 Uhr und 5.00 Uhr an Orten mit hohem Risiko in Kraft.
  • Frankreich hat seine nächtlichen Ausgangssperren auf weitere Regionen ausgedehnt. Inzwischen sind davon zwei Drittel der französischen Bevölkerung betroffen. Der Premierminister Jean Castex sagte, die Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr werde ab Freitag um Mitternacht für sechs Wochen auf 38 Departements und einige überseeische Gebiete ausgedehnt.
    (Quelle: The Guardian, 23.10.20)

Grafschaft Bentheim: Anstieg von Krankenhauspatieten mit CoViD-19

Parallel zu den steigenden Corona-Infektionszahlen im Landkreis Grafschaft Bentheim vermeldet jetzt auch die zentrale Euregio-Klinik einen Anstieg von stationär behandlungsbedürftigen CoViD-19 Patienten. Waren es in der vergangenen Woche noch fünf Patienten, so befinden sich aktuell bereits zwanzig – überwiegend ältere – Patienten in dem Krankenhaus. Nach Angaben der Wochenzeitschrift DIE ZEIT  müssen vir von ihnen intensivmedizinisch versorgt werden.
Auch das Personal sei entsprechend vorbereitet und sensibilisiert. „Wenn man sich vor Augen führt, dass unsere Mitarbeiter wie in den Vormonaten der Pandemie wieder mit maximalem Einsatz die Versorgung der Corona-Patienten übernehmen, erfüllt einen das mit Stolz, so engagierte Mitarbeiter zu haben“,sagte Geschäftsführer Michael Kamp.

Die aktuelle Situation bringt noch weitere Einschränkungen mit sich. So werden die derzeit noch gültigen Besucherregelungen ab Samstag, 24. Oktober, verschärft. „Vor dem Hintergrund der regional in den letzten Tagen stark gestiegenen Zahlen an Neuinfektionen und der damit verbundenen Gefahr, dass Infektionen über Besucher ins Krankenhaus eingebracht werden könnten werden bis auf weiteres grundsätzlich keine Besuche mehr zugelassen. Es ist uns allerdings wichtig, weiterhin Ausnahmeregelungen für Besuche von intensivmedizinisch zu versorgende Patienten, Palliativpatienten oder Patienten im Bereich der Pädiatrie und Geburtshilfe zu ermöglichen. Entsprechende Regelungen sind individuell mit den jeweiligen Stationsleitungen abzustimmen“, erläutert der Geschäftsführer

Einschränkungen im Bereich der Notfallversorgung und der geplanten, nicht unbedingt medizinisch notwendigen Eingriffe sowohl von ambulanten als auch stationären Patienten sind derzeit noch nicht geplant und sollen möglichst vermieden werden, betont die Klinik-Leitung. Eine Besonderheit ergebe sich jedoch bei der Begleitung dieser Patienten. Sie sollten weiterhin möglichst allein kommen. Ausnahmen hiervon sollten im Vorfeld, bei der Terminvergabe, abgestimmt werden.

In der Euregio-Klinik sind bis zum heutigen Zeitpunkt rund 300 Covid-19 Patienten (sowohl labordiagnostisch bestätigte als auch Verdachtsfälle) behandelt worden. Eine labordiagnostische Bestätigung erfolgte bei 86 Patienten. (Quelle: GN, 23.10.20)


Vechta: Trauerfeier Ursache für sprunghaften Infektionsanstieg

Die sprunghaft angestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Vechta ist offenbar auf eine große jesidische Trauerfeier in Lohne zurückzuführen.

Wie viele Personen sich dort genau infiziert haben, ist derzeit noch unklar, aber etliche Gemeindemitglieder sollen betroffen sein. Im Landkreis Vechta wurden innerhalb von 24 Stunden insgesamt 66 Neuinfektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg dadurch von 108 auf über 138.

Ob sich die Trauernden an die Hygienemaßnahmen gehalten haben, kann der Landkreis Vechta bislang nicht sagen. Die jesidische Gemeinde versicherte allerdings, dass es eine Teilnehmerliste gebe, die dem Landkreis vorliege. Zuvor war angenommen worden, dass sich die Neuinfizierten bei der Trauerfeier für einen tödlich verunglückten Pastor der katholischen Gemeinde St. Gertrud angesteckt hatten. Diese Einschätzung hat der Landkreis aber mittlerweile revidiert.

Wegen der hohen Infektionszahlen gelten im Landkreis Vechta ab Freitag verschärfte Corona-Regeln. An Trauerfeiern und Hochzeiten dürfen dann nur noch maximal 25 Personen teilnehmen. (Quelle: NDR, 22.10.20)


Frankreich-Zahlen:
Mehr als 41.000 Neuinfektionen – Jede Minute ein neuer Klinik-Patient

Das Gesundheitsministerium in Frankreich meldet mit 41.622 Neuinfektionen die höchste bislang verzeichnete Zahl an einem Tag. Damit sind insgesamt 999.043 Fälle bekannt. Die Zahl der Todesfälle steigt um 162 auf 34.210.

Laut Gesundheitsminister Olivier Véran wird jede Minute in Frankreich ein neuer Corona-Patient in die Krankenhäuser des Landes eingeliefert. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Mi/Do-Zahlen in der Grafschaft Bentheim

Zu den bisherigen Fällen an CoViD-19-Infizierten in der Grafschaft Bentheim sind am Mittwoch 49 und am Donnerstag weitere 43 neue Fälle hinzugekommen. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 677.

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer CoVid-19-Erkrankung war bereits am Dienstag um einen neuen Fall auf 19 gestiegen.

In Quarantäne befinden sich 1089 Personen. Der Inzidenzwert beträgt laut Landkreisangaben 99,2. (Quelle: GN, 22.10.20)


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Zusammenfassung am Abend

  • Die Slowakei wird von Samstag bis 1. November einen teilweisen Lockdown verhängen, um die Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen einzudämmen, sagte der Premierminister Igor Matovic. Die Menschen dürfen ab dann nur zur Arbeit, zu wichtigen Einkäufen und Dienstleistungen sowie zu Ausflügen in die Natur in der Nähe ihres Zuhauses gehen.
  • Auch Griechenland verhängt für die  am stärksten von Covid-19 betroffenen Gebieten, einschließlich Athen, eine Ausgangssperre, die die Bewegung deutlich einschränkt. Der Premierminister Kyriakos Mitsotakis sagte, der Lockdown werde ab Samstag zwischen 12.30 Uhr und 5.00 Uhr an Orten mit hohem Risiko beginnen. Kozani und Kastoria, zwei Regionen in Nordgriechenland, ind dem höchsten Risiko ausgesetzt, und es wurden bereits regionale Sperrungen angekündigt, gefolgt von anderen Provinzen mit erhöhten Infektionszahlen in Nordgriechenland und der Region Attika.
  • Die Kanarischen Inseln, die Malediven, Dänemark und Mykonos wurden in die Liste der Reiseoptinen in England aufgenommen. Reisende von diesen Zielen müssen sich am Sonntag, den 25. Oktober, ab 4 Uhr morgens nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne begeben.
  • Frankreich erweitert eine nächtliche Ausgangssperre auf weitere Regionen, von denen 46 Millionen Menschen – zwei Drittel der französischen Bevölkerung – aufgrund der raschen Ausbreitung des Virus betroffen waren. Premierminister Jean Castex sagte, die Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr werde ab Freitag um Mitternacht für sechs Wochen auf 38 Departements sowie einige überseeische Gebiete ausgedehnt. Die Maßnahme kommt sechs Tage, nachdem Frankreich den Ausnahmezustand erklärt und in Paris und acht anderen Großstädten eine Ausgangssperre verhängt hat und nachdem die täglichen Neuinfektionen Rekordwerte erreicht haben.
  • Italien registrierte 16.079 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, die höchsten täglichen Fälle seit Beginn des Ausbruchs und lag über dem bisherigen Rekord von 15.199 am Mittwoch. Die Lombardei, die am stärksten betroffene Region, machte 4.125 der neuen Fälle aus, während das benachbarte Piemont mit 1.550 Neuinfektionen die zweitschlechteste war.
  • In Polen sind in den letzten 24 Stunden mehr als 12.100 Neuinfektionen und 170 neue CoViD-19-Todesfälle registriert worden.
  • Portugal verhängte einen Lockdown für drei im Norden des Landes gelegene Kommunen, um dort den Anstieg der Coronavirus-Fälle einzudämmen. Ab Freitag können rund 161.000 Einwohner in den Gemeinden Felgueiras, Lousada und Pacos de Ferreira nur noch das Haus verlassen, um zu arbeiten, zur Schule zu gehen oder andere wichtige Aktivitäten wie den Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten zu erledigen.
  • Zypern hat das Tragen von Gesichtsmasken in allen Bereichen angeordet und in zwei Distrikten, in denen die CoViD-19-Fälle stark zugenommen haben, eine Ausgangssperre verhängt. Gesundheitsminister Constantinos Ioannou sagte, die Verwendung von Masken sei jetzt in allen Außenbereichen obligatorisch, außer während des Trainings. Er kündigte auch eine Ausgangssperre von 23.00 bis 05.00 Uhr in den Distrikten Limassol und Paphos an, die von Freitag bis 9. November gilt.
  • Deutschland hat Reisewarnungen für beliebte Skigebiete in Österreich, Italien und der Schweiz bekanntgegeben, derweil es sich bemüht, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, da die Zahl der Neuinfektionen zum ersten Mal über 10.000 pro Tag stieg.
  • In Tschechien wird die Regierung das Parlament auffordern, die Notstandsbefugnisse zu erweitern, die derzeit am 3. November auslaufen sollen, sagte der Gesundheitsminister Roman Prymula.
  • Frankreich, Italien, Spanien, Dänemark, die Niederlande, Österreich, Kroatien, Slowenien und Bosnien haben heute Rekordzahlen bei Covid-19-Infektionen gemeldet.
    (Quelle The Guardian, 22.10.20)

Sozialministerin fordert Alten- und Pflegeheime auf, umsichtig vorzugehen

Alten- und Pflegeheimbewohner sollen bei steigenden Corona-Zahlen nicht automatisch unter Besuchsverboten leiden. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann(SPD)  rief die Heime dazu auf, umsichtig vorzugehen.

In der Corona-Verordnung des Landes sei ganz klar ein Recht auf Besuch verankert, sagte die SPD-Politikerin in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Dieses Recht könne nur eingeschränkt werden, wenn es triftige Gründe dafür gibt. Hohe Fallzahlen in einer Kommune seien nicht zwingend ein Grund für Einschränkungen. Seien die Infektionen lokal eingrenzbar, und etwa einem Schlachthof zuzuordnen, gebe es aus ihrer Sicht keinen Grund für Besuchseinschränkungen, sagte die Ministerin.

Anders sei es, wenn das Coronavirus in einer Kommune streue. Dann steige auch die Gefahr, dass es von außen in die Einrichtung getragen werde, so Reimann. In diesem Fall könnten höhere Schutzmaßnahmen durchaus angebracht sein. „Das ist ein sensibler Abwägungsprozess“, sagte die Ministerin. Bei den Entscheidungen gibt das Land den Heimen einen gewissen Spielraum. Allerdings dürfen die Besuchsrechte von Bewohnern nicht „unverhältnismäßig“ eingeschränkt werden. Wer mit einzelnen vor Ort getroffenen Entscheidungen nicht einverstanden sei, könne sich an das örtliche Gesundheitsamt wenden, sagte Reimann. (Quelle: NOZ, 22.10.20)


Altmaier will Überbrückungshilfen bis Mitte 2021 verlängern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Überbrückungshilfen für Selbstständige und mittelständische Unternehmen bis Mitte 2021 laufen lassen. Das Programm könne ab Januar für drei oder sechs Monate verlängert werden, er sei dabei für eine möglichst große Planungssicherheit für Betriebe, sagte der Politiker. Zur genauen Höhe der Hilfen in dieser Phase äußerte er sich nicht. Die große Koalition stimmt sich zu den Details derzeit ab. Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat aber bereits signalisiert, notwendige Hilfen auch nächstes Jahr zahlen zu wollen.

Altmaier sprach sich auch dafür aus, gegebenenfalls noch in diesem Jahr Änderungen vorzunehmen, etwa um einzelnen Branchen gesondert helfen zu können. Vor allem das Gastgewerbe fordert weitere Hilfen, da die Gastronomie sowie Hotels derzeit von den neuerlichen Beschränkungen besonders betroffen sind. So fordert etwa der Branchenverband Dehoga, die Fixkostenzuschüsse von derzeit maximal 50.000 Euro pro Unternehmen auf 250.000 Euro anzuheben.

Für die Überbrückungshilfen stehen derzeit knapp 25 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon wurden bislang allerdings erst 1,2 Milliarden Euro bewilligt. (Quelle: ZEIT, 22.10.20)


Klagen gegen Lockdown im Berchtesgadener Land

Gastronomen und andere Betroffene gehen gerichtlich gegen die strengen Corona-Maßnahmen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land vor. Beim Verwaltungsgericht München gingen mehrere Klagen und Eilanträge ein.

Unter andern wendet sich ein Gastronom im Eilverfahren gegen die Schließung seines Betriebes, wie ein Gerichtssprecher sagte. Ein weiterer Gastronomiebetrieb will erreichen, dass er entgegen der Allgemeinverfügung des Landratsamtes auch nach 20 Uhr Speisen zum Abholen oder zur Lieferung anbieten kann. In einem Eilverfahren will eine Schülerin aus Berchtesgaden erreichen, dass sie ihr Gymnasium in Traunstein besuchen kann.

Wegen der sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen mussten Hoteliers und Ferienwohnungsvermieter am Dienstag ihre Gäste mit Ausnahme von Geschäftsreisenden nach Hause schicken. Die Gastronomie bleibt geschlossen. Das Landratsamt hatte eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist im Landkreis vorerst bis zum 2. November nur noch mit triftigem Grund erlaubt. (Quelle: ZEIT, 22.10.20)


Obdachlos in der Pandemie

DlfKultur berichtet über Obdachlose in Corona-Zeiten:

Der Winter ist eine schwierige Jahreszeit für Obdachlose. Kommen Winter und Corona zusammen, wird die Lage für viele noch prekärer. Beispiel Köln: Hier sind ca 6.000 Menschen obdachlos und hier versuchen Hilfsvereine und die Sozialverwaltung, sich für die kommenden Monate zu rüsten.

„Guten Abend, möchten Sie noch Ketchup oder Brot dazu?“

Montagabend am Breslauer Platz in Köln, direkt hinter dem Hauptbahnhof. Der sogenannte Kältebus ist da, zusammen mit fünf Ehrenamtlichen der Organisation „Freunde der Kölner Straßen“. Immer montags und mittwochs geben sie direkt hinter dem großen Brunnen am Breslauer Platz, aus einem umgebauten Transporter heraus, wohnungslosen Menschen ein warmes Essen, Kleidung und ein offenes Ohr.

„Um neun Uhr gibt’s neue Schuhe, ja? Erst gibt’s jetzt Essen und um neun Uhr dann Kleider.“

Die Warteschlange am Bus ist lang

Rund 80 Obdachlose kommen hier regelmäßig vorbei, auch jetzt, wenige Minuten nach Ankunft des Busses, ist die Schlange der Wartenden schon mehr als 20 Meter lang. „Ich bin jetzt seit einem halben Jahr quasi obdachlos“, sagt dieser Mann mit Mütze und zerschlissenem Rucksack. Er ist wie alle anderen hier froh, dass der Bus weiter kommen darf, trotz steigender Corona-Zahlen.

„Corona ist mir egal, weil ich Hunger habe“, sagt diese Frau und lehnt sich etwas wankend an einen Mann an. Abstände werden unter den Wohnungslosen in der Schlange nicht immer eingehalten, aber die Helfer des Kölner Kältebusses achten darauf, dass zumindest jeder eine Maske trägt und sich die Hände desinfiziert.

„Gute Hilfe, dieser Bus, super Hilfe.“
„Das ist unheimlich wichtig.“
„Ist schon ne tolle Sache, auf jeden Fall.“
„Die Leute sind Engel, dass sie das geben, immer gutes Essen und immer schön warm.“

Die Hygieneregeln machen… [weiter bei DLFKultur, 22.10.20]


Schweden verschärft Regeln für Nachtclubs

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen führt die schwedische Regierung strengere Regeln für Nachtclubs ein. Die Zahl der Besucher wird auf 50 begrenzt. „Die Partys in den Nachtclubs sind jetzt vorbei“, sagt Ministerpräsident Stefan Löfven. Gleichzeitig lockert Schweden die Auflagen für Sportveranstaltungen und andere Events, bei denen die Zuschauer weit auseinander sitzen können. Ab dem 1. November dürften bis zu 300 Personen teilnehmen, bislang sind es maximal 50. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Dänemark schließt Grenze für deutsche Urlauber

Menschen aus Deutschland dürfen wegen der steigenden Corona-Neuinfektionszahlen ohne triftigen Einreisegrund nicht mehr nach Dänemark einreisen. Das teilte der dänische Außenminister Jeppe Kofod am Donnerstag mit. Die Maßnahme bedeutet unter anderem, dass deutsche Touristen nicht mehr ins Land kommen dürfen. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gelten diese Einreisebeschränkungen bereits seit Längerem. Für Einwohner Schleswig-Holsteins sollen Ausnahmen gelten.

Auch in Dänemark hat die Zahl der Neuinfektionen ein Rekordhoch erreicht. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 760 neue Fälle von Covid-19 registriert. Das teilte das Staatliche Seruminstitut mit. Virologen weisen aber darauf hin, dass die hohe Zahl nicht bedeuten muss, dass sich nun mehr Menschen infizieren als im Frühjahr, weil inzwischen sehr viel mehr getestet werde.

Die dänische Regierung hat angesichts der zunehmenden Neuinfektionen schärfere Maßnahmen in Aussicht gestellt. „Die nächsten zwei bis drei Tage werden entscheidend sein“, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Donnerstag. Er werde sich strengeren Beschränkungen oder Regeln nicht in den Weg stellen. Schon jetzt muss man in großen Teilen des öffentlichen Lebens in Dänemark einen Mundschutz tragen. Es gilt ein Versammlungsverbot von 50 Personen. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Massentest bei Neuenhauser Maschinenfabrik

Früher als erwartet liegen die Ergebnisse der Corona-Massentests bei der Neuenhauser Unternehmensgruppe vor. Demnach sind von den knapp 1100 getesteten Beschäftigten drei Personen positiv getestet worden. Das sind weniger als befürchtet. Die Firmenleitung sieht damit ihr Hygienekonzept bestätigt, mahnt aber zu weiter umsichtigem Verhalten. Die Testergebnisse seien nur eine Momentaufnahme.

Die Firmenleitung hatte auf die zahlreichen Neuinfektionen reagiert und alle rund 1100 Beschäftigten in Neuenhaus und Veldhausen zu freiwilligen Coronatests aufgefordert. Diese Massentests auf Kosten des Unternehmens wurden ab Montag von einem Dienstleister aus dem Münsterland vorgenommen. Seit Mittwochmittag liegen die Ergebnisse vor.

Demnach ergaben sich bei gut 670 Tests am Standort Neuenhaus drei neue Corona-Infektionen. Alle Betroffenen stammen aus der Grafschaft. Sie werden vom Gesundheitsamt weiter betreut, Angehörige und Kontaktpersonen gehen in Quarantäne. Im Zweigbetrieb Glüpker waren ebenfalls am Montag 385 Beschäftigte getestet worden. Dabei wurde keine einzige neue Corona-Infektion entdeckt.

Im Zweigbetrieb im emsländischen Dalum geht die Zahl der Infizierten unterdessen weiter zurück. Sie lag zuletzt bei 14 Betroffenen. In der Spitzenzeit hatte es dort mehr als 35 Coronafälle gegeben. Auch in Dalum begann am Mittwoch ein Massentest für alle 240 Beschäftigten. (Quelle: GN, 22.10.20)


WHO-Kooperation mit Wikipedia zu Corona-Informationen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Onlinelexikon Wikipedia wollen den Zugang zu verlässlichen Informationen über das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 erleichtern. Eine entsprechende Kooperation haben die WHO und die Wikimedia Foundation, die gemeinnützige Organisation hinter der Wikipedia, am Donnerstag in Genf vereinbart, wie beide Organisationen mitteilten.

Mit der Zusammenarbeit sollen vertrauenswürdige öffentliche Gesundheitsinformationen unter einer freien Creative-Commons-Lizenz verfügbar gemacht werden.

Künftig sollen Menschen auf der ganzen Welt über die digitale Wikipedia-Bibliothek einen Zugang zu Infografiken, Videos und anderen Informationen der WHO zur öffentlichen Gesundheit haben, erklärte Wikimedia. Die freie Lizenz ermögliche es auch, die Inhalte mit anderen ohne Beschränkungen teilen zu können. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Niedersachsen verschärft Regeln

Die neue niedersächsische Corona-Verordnung tritt am Freitag in Kraft. Sie sieht bei kritischen Inzidenzzahlen eine Verschärfung der Maskenpflicht in öffentlichem Raum sowie eine Sperrstunde vor.

Mehrere Stunden hat die Landesregierung am Donnerstag über eine neue Corona-Verordnung beraten – und unter anderem Vertreter der kommunalen Spitzenverbände angehört. Am Nachmittag meldete das Sozialministerium dann Vollzug. Die Regeln der neuen Corona-Verordnung gelten ab Freitag. Ursprünglich sollte bereits am Mittag eine Pressekonferenz zu der Verordnung stattfinden, diese fiel aufgrund laufender Gespräche jedoch aus.

Als ersten Punkt hat die Landesregierung die Maskenpflicht verschärft. Sie gilt nun ab einem Inzidenzwert von 35 – sprich: 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen – und zwar auch unter freiem Himmel, wenn ein Abstandhalten nicht gewährleistet ist. Es handele sich dabei um eine Empfehlung. Ab dem Inzidenzwert 50 ist die Regel verpflichtend. Landkreise und kreisfreie Städte legen die entsprechenden Orte in einer entsprechenden Allgemeinverfügung fest.

Folgende zusätzliche Einschränkungen sind vorgesehen: Es soll Sperrzeiten zwischen 23 und 6 Uhr geben, wenn eine Kommune über dem kritischen Inzidenzwert von 35 liegt. Steigt die Inzidenz sogar auf über 50, dürfen Gastronomiebetriebe zudem keine alkoholischen Getränke außer Haus verkaufen. Zudem setzt die Landesregierung bei Zusammenkünften im privaten und öffentlichen Raum auf verschärfte Kontaktbeschränkungen.

Kritik an den neuen Regelungen kam von der FDP. Der Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag, Stefan Birkner, sagte: „Auf mich wirkt einiges in dieser Verordnung mehr wie Aktionismus als wie eine durchdachte Strategie.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages ist erneut stark gestiegen. Allein in Niedersachsen wurden weitere 754 Menschen positiv getestet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit landesweit mittlerweile bei einem Wert von 40,5. (Quelle: NDR, 22.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 27.780 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (22. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 754. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 719 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern keine neuen Todesfälle gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 20.929 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 75,3 Prozent. Auch die Auslastung der Intensivstationen kommt wieder in den Fokus. (Quelle: NDR, 22.10.20)



Schweiz, Polen und fast ganz Österreich nun auch Risikogebiete

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat aufgrund der steigenden Neuinfektionen ganz Österreich bis auf Kärnten zum Risikogebiet erklärt. Die Reisewarnung gilt ab Samstag, teilt das RKI mit. Die Hauptstadt Wien sowie die Bundesländer Tirol und Vorarlberg standen bereits zuvor auf der roten Liste.

Das RKI weist zudem nun auch die Schweiz, Polen, Irland und große Teile Italiens als Risikogebiete aus .

Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Liste gestrichen.

(Quelle: RKI, 22.10.20)


Polen-Zahlen

Nach Angaben des polnischen Gesundheitsministeriums wurden in dem Nachbarland binnen 24 Stunden rund 12.100 neue Corona-Infektionen registriert. Hinzu kämen 168 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Ansteckung.

Damit haben sich seit Beginn der Pandemie der Zählung der Johns-Hopkins-Universität zufolge mehr als 202.500 Menschen in Polen mit dem Erreger angesteckt. Das Land zähle inzwischen mehr als 3.800 Corona-Tote. (Quelle: TSP, 22.10.20)


RKI-Präsident Wieler: „Lage sehr ernst“

Das Robert Koch-Institut hat während einer Pressekonferenz den Ernst der aktuellen Corona-Lage herausgestellt. „Es ist ein sehr dynamisches Geschehen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. „Die Fallzahlen steigen immer schneller.“ An diesem Donnerstag gebe es mit mehr als 11.000 Neuinfektionen die höchste bisher gemessene Zahl. Wieler fügte aber hinzu: „Derzeit haben wir noch die Chance, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.“ Voraussetzung dafür sei aber die konsequente Einhaltung der Hygieneregeln.

Es seien im Moment weiterhin eher jüngere Menschen von Infektionen betroffe, daher seien die Verläufe auch leichter. Aber auch mehr alte Patienten infizierten sich wieder, sagte Wieler. Aktuell befänden sich 943 Patienten auf Intensivstationen, diese Zahl habe sich in den vergangenen beiden Wochen verdoppelt. „Wir müssen davon ausgehen, dass auch die schweren Fälle wieder zunehmen und auch die Zahl der Toten steigt“, sagte Wieler.

Bild: Quelle: RKI
Der RKI-Präsident betonte mehrfach, dass vor allem von privaten Zusammenkünften momentan die größte Ansteckungsgefahr ausgehe. Eine Analyse des Infektionsumfeldes zeige das sehr deutlich, Ansteckungen im öffentlichen Nahverkehr oder auch in Hotels seien dagegen eher seltener. „Es kommt im privaten Umfeld zu immer mehr Ansteckungen“, sagte Wieler, etwa bei Familienfeiern in geschlossenen Räumen oder privaten Treffen. „Die Menschen stecken sich eben dort an und tragen das Virus weiter.“ Dabei wüssten laut einer Umfrage zwei von drei Menschen, dass das Risiko auf privaten Feiern besonders hoch sei.

„Die gute Nachricht ist, wir können selbst dazu beitragen, eine Ansteckung zu verhindern“, sagte Wieler. Man sollte Feiern, wenn es irgendwie geht, auch vermeiden und die Zahl der Personen möglichst klein halten, um viele Ansteckungen zu vermeiden. „Wir sind nicht machtlos“, sagte er. Es müssten sich mehr Menschen an die sogenannten AHA+L-Regeln halten. Wieler sah keine Veranlassung, die von Deutschland gefahrene Strategie gegen das Coronavirus zu ändern. Eindämmung, Schutz und Milderung seien die drei Pfeiler für ein erfolgreiches Vorgehen.

Der RKI-Präsident appellierte an die Gesundheitsämter, trotz der derzeitigen hohen Anforderungen an sie durchzuhalten. Die Überforderungen einiger Gesundheitsämter sei „ernst und besorgniserregend“, sagte Wieler. Aber man müsse jede Anstrengung auch unter diesen Umständen aufrechterhalten und dürfe nicht aufgeben.

Auf Frage wies Wieler darauf hin, dass in einigen anderen Ländern schon vor einigen Monaten die Kontaktnachverfolgung mit entsprechenden Folgen eingestellt worden sei, weil sie es nicht mehr geschafft hätten – etwa Schweden und Großbritannien. Das dürfe in Deutschland nicht passieren. Jede Nachverfolgung sei besser als keine. (Quelle: DIE ZEIT, 22.10.20)


Städtetag fordert mehr Bundestag

„Das Parlament schweigt mir einfach zu laut.“ Das sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags Helmut Dedy. Er glaubt, dass mehr Bundestagsdebatten die Akzeptanz für verschärfte Maßnahmen erhöhen würden. Es sei entscheidend, dass auf Bundesebene mit einer Stimme gesprochen werde, meint Dedy im ZDF-Morgenmagazin.

Die Kommunen konzentrierten sich darauf, Kontakte nachzuverfolgen und Regeln durchzusetzen. Bei der Nachverfolgung seien die Städte aber am Limit und zum Teil darüber hinaus. Die Kommunen bräuchten mehr Personal. „Was wir nicht schaffen, ist Akzeptanz bei den Menschen herzustellen“, sagt Dedy. (Quelle: DIE ZEIT, 22.10.20)


RKI: Ansteckungen im privaten Bereich nehmen zu

Der Aussage des Chefs des Robert Koch-Institutes, Lothar Wieler, zufolge nehmen die Infektionen in privaten Haushalten im Vergleich zum Frühjahr deutlich zu. Menschen würden sich vermehrt bei privaten Treffen anstecken und das Virus dann in den eigenen Haushalt tragen, sagte Wieler auf der RKI-Pressekonferenz.

Weiterhin würden sich im Vergleich zur sogenannten ersten Welle mehr jüngere Menschen infizieren. Daher habe auch die Zahl der leichteren Krankheitsverläufe zugenommen. (Quelle: PK RKI, 22.10.20)


Neustart in der Deutschen Eishockey Liga

Acht Monate nach dem Abbruch der vergangenen Saison nimmt die Deutsche Eishockey Liga mit einem Testturnier den Spielbetrieb wieder auf. Ab dem 11. November werden acht der 14 Clubs an dem Wettbewerb teilnehmen: In zwei Gruppen spielen die Krefeld Pinguine, die Düsseldorfer EG, die Grizzlys Wolfsburg, die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, Red Bull München, die Adler Mannheim, die Eisbären Berlin und die Schwenninger Wild Wings mit. Das Finale soll am 12. Dezember ausgetragen werden. (Quelle: Sportschau 22.10.20)


Spanien: Gesundheitsminister kündigt schärfere Maßnahmen

Aus Sicht des spanischen Gesundheitsministers Salvador Illa ist die derzeitige Corona-Lage in seinem Land bereits wieder „außer Kontrolle geraten“. Daher geht er davon aus, dass zeitnah wieder striktere Beschränkungen auf die Bevölkerung zukommen werden. (Quelle: Tagesschau, 22.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 22.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht kontinuierlich weiter. Seit gestern wurden 59 (!) weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 1.033 Genesene (+31) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.385 (+59); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 424,8. Aktuell sind im Emsland jetzt 327 (+28) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur rund 820 Personen in Quarantäne (+20); das sind lediglich gut zwei Personen pro akut Infiziertem. Diese Zahl lässt die Befürchtung zu, dass im Emsland keine konsequente Zurückverfolgung von Infektionen geschieht.

Weiter gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden zzt drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt, ebenso viele in der Grafschaft Bentheim.

In Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 183 (+7). Es sind 27 Infizierte mehr als vor einer Woche, was einer 7-Tages-Inzidenz von 49,1 entspricht. 144 (+6) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 35 (+1) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 29 22 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 27 0 5
Samtgemeinde Freren 58 47 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 39 31 0 8
Stadt Haren (Ems) 114 91 1 22
Stadt Haselünne 81 62 0 19
Samtgemeinde Herzlake 23 20 0 3
Samtgemeinde Lathen 39 26 0 13
Samtgemeinde Lengerich 29 24 1 4
Stadt Lingen (Ems) 183 (+7) 144 (+6) 4 35 (+1)
Stadt Meppen 199 139 4 56
Samtgemeinde Nordhümmling 40 23 0 17
Stadt Papenburg 125 97 2 26
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 18 0 4
Samtgemeinde Sögel 206 146 0 60
Samtgemeinde Spelle 21 15 1 5
Einheitsgemeinde Twist 42 36 2 4
Samtgemeinde Werlte 101 64 0 37
Gesamt* 1385 (+59) 1033 (+31) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 327 (+28)

KfW-Umfrage: In mittelständischen Firmen droht massiver Jobverlust

Die Corona-Krise reißt ein milliardenschweres Loch in die Kassen der mittelständischen Unternehmen bundesweit. In seinem Mittelstandspanel schätzt die staatliche Förderbank KfW, dass die Gewinne dieser Konzerne im gesamten Jahr 2020 im rund 545 Milliarden Euro einbrechen könnten. Die KfW zählt Firmen mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro jährlich zum Mittelstand.

Die finanziellen Einbußen könnten zu einem umfassenden Stellenabbau führen. Der Umfrage zufolge planen 16 Prozent der kleinen und mittleren Firmen in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, um Kosten zu senken. Insgesamt könnte die Zahl der beschäftigten um rund 3,3 Prozent abnehmen, was einem Verlust von fast 1,1 Millionen Arbeitsplätzen entsprechen würde. (Quelle: kfw, 22.10.20)


Osnabrück: Maskenpflicht

In Osnabrück greifen seit Mitternacht verschärfte Corona-Regeln. Ab sofort gilt in großen Teilen der Innenstadt sowie vor dem Bahnhof Maskenpflicht. Zudem müssen Gastronomen spätestens um 23 Uhr schließen. Die Sperrstunde geht bis 6 Uhr morgens. Die Regeln sollen vorerst für drei Wochen Bestand haben, teilte die Stadt mit. Der Krisenstab hat sie beschlossen, weil der Inzidenzwert in Osnabrück am Mittwoch die kritische Marke von 50 überschritten hatte. (Quelle: NDR, 22.10.20)


Coronazahlen steigen, Konsumlaune nimmt ab

Mit den steigenden Infektionszahlen wächst bei den Deutschen auch wieder die Sorge vor finanziellen Einschnitten durch die Corona-Pandemie. Das spiegelt sich auch in der Kauflaune der Bevölkerung wider, wie die Konsumklimastudie für Oktober des Forschungsunternehmen GfK aufzeigt. Für die Untersuchung wurden im Zeitraum vom 30. September bis zum 13. Oktober rund 2000 Verbraucher befragt.

Mit 74 Prozent sieht ein Großteil der Studienteilnehmer die Pandemie als eine große oder sogar sehr große Bedrohung an. Die Hälfte der Befragten macht sich demnach Sorgen vor persönlichen wirtschaftlichen Einschnitten, etwa beim Einkommen.

Rolf Bürkl vom GfK-Institut sprach zudem von einer wachsenden Angst vor einem weiteren bundesweiten Lockdown. „Die zum Teil kräftige Erholung der Stimmung vom Frühsommer dieses Jahres ist damit zum Stillstand gekommen und lässt das Konsumklima wieder abrutschen“, sagte Bürkl.

Als Folge prognostiziert das Unternehmen für November einen Rückgang um 1,4 Punkte auf minus 3,1 Zähler. (Quelle: Tagesschau, 22.10.20)


Knapp 7000 neue Fälle in der Ukraine

In den vergangenen 24 Stunden haben die Behörden in der Ukraine den bisher höchsten Wert an Neuinfektionen innerhalb eines solchen Zeitraums erfasst: Demnach haben sich binnen eines Tages 7053 Einwohner mit dem Erreger angesteckt.

Damit steigt die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in dem Land auf mehr als 320.000 Fälle an. Laut der Johns-Hopkins-Universität sind bislang fast 6100 Menschen in der Ukraine gestorben, die sich nachweislich mit dem Virus infiziert hatten.

(Quelle: Tagesschau, 22.10.20)


Wieder mehr als 40.000 Patienten in US-Kliniken

Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters steigt in den USA die Zahl der Coronavirus-Patienten in Krankenhäusern erstmalig seit August wieder auf über 40.000. Die Kliniken melden 40.264 Erkrankte, die stationär behandelt werden müssen. Das entspricht einem Anstieg der Patientenzahlen in den vergangenen vier Wochen um 36 Prozent.

Im Oktober meldeten 16 US-Bundesstaaten Rekordwerte an Krankenhauseinlieferungen wegen Covid-19, darunter Iowa, Kansas, Missouri, Nebraska, North und South Dakota sowie Wisconsin. Zur Bewertung des Pandemiegeschehens ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte eine feste Messgröße, da sie unabhängig von der Anzahl der Corona-Test ist. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Wieder Hamsterkäufe: Deutlich steigende Nachfrage nach Toilettenpapier

Die Deutschen decken sich angesichts steigender Corona-Infektionen amtlichen Zahlen zufolge wieder zunehmend mit Hygieneartikeln und bestimmten Lebensmitteln ein. Wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes ergab, war der Absatz von Toilettenpapier in der Woche vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020.

Die Verkaufszahlen von Desinfektionsmitteln lagen in der betrachteten Woche nach Angaben der Behörde vom Donnerstag um knapp drei Viertel und die von Seife um knapp zwei Drittel über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Auch die Nachfrage nach Mehl und Hefe zog nach Erkenntnissen der Statistiker wieder deutlich an.

Politiker und der Handel versichern immer wieder, die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs sei gesichert und appellieren an die Verbraucher, keine „Hamsterkäufe“ zu tätigen. Eine erneute Welle solcher Vorratskäufe wie im Frühjahr sehen große Handelsketten bislang nicht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur Anfang dieser Woche ergab. (Foto: CC s. Archiv v. 2.6.20; Quelle: TSP, 22.10.20)



Deutschland-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf 11.287 gestiegen. Das teilte das Robert Koch-Institut am Morgen mit. Der bisherige Rekordwert hatte bei 7.830 Infektionen gelegen.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland hat damit erstmals den Wert von 10.000 überschritten. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7.830 Neuinfektionen erreicht worden.

Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6.638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Mit Blick auf stetig steigende Fallzahlen will das Robert Koch-Institut im Laufe des Tages in einem Presse-Briefing im Online-Format zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland informieren. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte zuletzt den Ernst der Lage betont. „Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schreibt das RKI in seinem Lagebericht. „Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“ Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, das Lüften von Innenräumen und – wo geboten – eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Seit Anfang September schwankt die Zahl der Corona-Tests pro Woche zwischen 1,1 und 1,2 Millionen – mit ganz leicht steigender Tendenz. Die Positivenrate ist in der Zeit jedoch von 0,75 auf 3,63 Prozent gestiegen. Seit zwei Wochen steigt der Probenrückstau erneut an. Einige Labore wiesen auf Lieferschwierigkeiten für Arbeitsmaterialien hin.
(Quelle: RKI, 22.10.20)


Obama prangert „Inkompetenz“ beim Kampf gegen Corona an

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat der Regierung seines Nachfolgers Donald Trump bei der Eindämmung der Pandemie „Inkompetenz“ und das Verbreiten von Falschinformationen vorgeworfen. Viele Menschen in den USA hätten nicht sterben müssen, wenn auch nur „grundlegende“ Maßnahmen ergriffen worden wären, sagte der Demokrat bei einer Wahlkampfveranstaltung. Der Vergleich mit anderen Ländern wie dem Nachbarn Kanada zeige, dass die Zahl der Corona-Toten deutlich geringer hätte ausfallen können, sagte Obama im Bundesstaat Pennsylvania.

„Die Pandemie wäre für jeden Präsidenten schwierig gewesen“, räumte Obama ein. Das „Ausmaß der Inkompetenz und der Falschinformationen“ seitens der Regierung habe die Situation aber weiter verschlimmert. Obama nannte den Republikaner Trump dabei nicht namentlich, es schien aber klar, auf wen er damit abzielte. (Quelle: Tagesschau, 22.10.20)



CDU-Parteitag vor der Absage?

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hält offen, ob die CDU ihren Bundesparteitag wie geplant Anfang Dezember in Stuttgart abhalten wird. Ziemiak sagte: „Wir haben das Infektionsgeschehen permanent im Blick.“ Der Parteitag sei „keine Party“. Parteien spielten im Grundgesetz eine besondere Rolle. Die endgültige Entscheidung werde die CDU-Spitze am kommenden Montag treffen.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hält offen, ob die CDU ihren Bundesparteitag wie geplant Anfang Dezember in Stuttgart abhalten wird. Im Gespräch mit „Bild Live“ sagte Ziemiak: „Wir haben das Infektionsgeschehen permanent im Blick.“ Der Parteitag sei „keine Party“. Parteien spielten im Grundgesetz eine besondere Rolle. Die endgültige Entscheidung werde die CDU-Spitze am kommenden Montag treffen.

(Quelle: ARD, 21.10.20)


Landgericht Aurich: 10 Gastwirte klagen gegen Versicherungen

Ist der Corona-Shutdown im März eine Betriebsschließung, für deren Kosten Versicherungen aufkommen müssen? Das wollen zehn ostfriesische Gastronomen und Hoteliers am Landgericht Aurich klären.

Der Streitwert in den Verfahren liegt laut Gericht zwischen 5.000 und einer Million Euro, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Konkret gehe es um Versicherungen, die die Kläger für den Fall einer Betriebsschließung abgeschlossen hatten.

Solche Versicherungen seien nicht für eine Pandemie konzipiert, sagte eine Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Sie gelten in der Regel, wenn im Betrieb selbst versicherte Krankheiten wie Salmonellen oder Noroviren auftreten und das Unternehmen deshalb vom Staat geschlossen werde. Wenn Betriebe aus präventiven Gründen geschlossen werden, sei das nicht abgedeckt.

Auch das Landgericht Oldenburg beschäftigt sich vermehrt mit ähnlichen Klagen gegen Versicherungen. Vor einer Woche urteilte die Spezialkammer im Sinne der Versicherung, wie NDR 1 Niedersachsen weiter berichtet. In München dagegen bekam ein Gastwirt Recht. Kein Urteil sei richtungsweisend für andere Kläger, so der Pressesprecher des Landgerichts Oldenburg. Es komme im Einzelfall auf den genauen Wortlaut der Versicherungsbedingungen an. (Foto: CC s. Archiv 1.8.19; Quelle: NDR, 21.10.20)


Oxford und AstraZeneca setzen Impftests in Brasilien trotz Todesfall fort

Die brasilianische Testreihe der Universität Oxford und des Pharmaunternehmns AstraZeneca über ihren Impfstoffkandidaten wird nach dem Tod eines Freiwilligen fortgesetzt. Das teilte die Universität am Mittwoch mit. Eine unabhängige Überprüfung habe ergeben, dass keine Sicherheitsbedenken bestehen.

„Nach sorgfältiger Prüfung dieses Falls in Brasilien gab es keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der klinischen Studie, und die unabhängige Überprüfung zusätzlich zur brasilianischen Aufsichtsbehörde hat empfohlen, die Studie fortzusetzen“, sagte ein Sprecher der Universität in einer Erklärung.

Dem Fernsehsender „CNN Brasil“ zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio de Janeiro, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung „O Globo“ berichtete dagegen unter Berufung auf vertrauliche Quellen, die nicht genannt werden wollten, dass der betreffende Freiwillige nicht den Impfstoff, sondern -wie bei derartige Tests üblich- ein Placebo bekommen habe. Offiziell äußerten sich zu dieser Frage zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa.
(Quelle: The Guardian, 21.10.20)



Überblick am Abend

  • Die italienische Region Latium, in dren Mitte die Hauptstadt Rom liegt, wird ab Freitag von Mitternacht bis 5 Uhr morgens eine Ausgangssperre einführen, um die zunehmenden CoViD-19-Infektionen einzudämmen. Es sollen auch Einschränkungen für Schulen und Universitäten eingeführt werden. Die im Norden des Landes liegende Lombardei mit Mailand, die in der ersten Welle am härtesten getroffen wurde und am Mittwoch seit Beginn der Pandemie ihre höchste tägliche Zahl verzeichnete, kündigte eine ähnliche Ausgangssperre ab Donnerstag von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens an, und Kampanien im Süden wird alsbald nachziehen.
    Italien verzeichnete in den letzten 24 Stunden einen Rekord von 15.199 neuen Covid-19-Infektionen. Dies ist der höchste tägliche Anstieg der Coronavirus-Fälle seit Beginn der Pandemie.
  • Frankreich verzeichnete zum sechsten Mal innerhalb von 12 Tagen mehr als 25.000 Neuinfektionen. Die Regierung wird voraussichtlich eine Ausweitung der derzeit für Paris und acht weitere Großstädten geltenden Ausgangssperren bekannt geben. Mehrere weitere Regionen sind betroffen, sagte die Regierung am Mittwoch.
  • In Griechenland haben die Gesundheitsbehörden einen Lockdown für die im Norden gelegene Region Kastoria angekündigt, nachdem dort ein erhöhtes Corona-Risiko festgestellt wurde. Die Einschränkungen treten ab Freitag in Kraft. Das Land meldete am Mittwoch 865 neue Fälle von Covid-19, ein neuer Höchststand seit Ende Februar.
  • Spanien hat als erstes westeuropäisches Land eine Million Coronavirus-Fälle überschritten. Die Zentralregierung zieht eine Ausgangssperre in Betracht, obwohl politische Streitigkeiten die Bemühungen zur Bekämpfung der zweiten Coronawelle gefährden.
  • Das Vereinigte Königreich meldete am Mittwoch 26.688 neue Coronavirus-Fälle, wodurch die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen auf 789.229 erhöht wurde.
  • Russland plant bisher keine pauschalen Beschränkungen zur Eindämmung der CoViD-19-Pandemie, sagte der Präsident Wladimir Putin, obwohl das Land eine neue Tageshöchstzahl an CoViD-19-Toten meldete. Das Land müsse weiterhin testen, Sicherheitsmaßnahmen einhalten und Impfungen durchführen, sagte Putin.
  • Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Er hatte am Vormittag noch an einer Kabinettssitzung im Kanzleramt teilgenommen, doch andere Regierungsmitglieder müssen trotzdem nicht in Quarantäne, sagte ein Regierungssprecher.
  • Polen wird am Donnerstag neue Beschränkungen bekannt geben, nachdem sich die Zahl der Coronavirus-Infektionen in weniger als drei Wochen verdoppelt haben, möglicherweise einschließlich der Umstellung von Grundschülerb auf Homeschooling. Am Mittwoch meldete Polen einen Tagesrekord von 10.040 neuen Fällen, wodurch die Gesamtzahl von 200.000 überschritten wurde.
  • Die Niederlande erreichten mit mehr als 8.500 Infektionen einen neuen Tagesrekord für Neuinfektionen, knapp eine Woche nachdem die Regierung Maßnahmen zur teilweisen Sperrung einschließlich der Schließung von Bars und Restaurants verhängt hatte.
  • Schottland wird am Freitag ein fünfstufiges System von Coronavirus-Beschränkungen einführen, das teilweise das dreistufige Ampelkontrollsystem Englands widerspiegelt, nachdem Infektionen wie Todesfälle stark auf ein seit Mai nicht mehr gesehenes Niveau gestiegen sind.
  • Die Türkei erwägt erneut Maßnahmen zur Eindämmung der zunehmenden Coronavirus-Fälle einzuführen, z. B. Quarantäne für jüngere und ältere Menschen zu Hause oder allgemeine Ausgangssperren am Wochenende, was aber die wirtschaftliche Erholung nicht beeinträchtigen soll.
  • Der Iran meldete die höchste tägliche Neiinfektionszahl seit Februar. Das Landverzeichnete in den letzten 24 Stunden 5.616 neue Coronavirus-Fälle. Damit steig die nationale Zahl im am stärksten betroffenen Land des Nahen Ostens auf 545.286. Die Gesundheitsbehörden haben die Menschen aufgefordert, unnötige Reisen zu vermeiden und zu Hause zu bleiben, und davor gewarnt, dass die Krankenhäuser in Teheran und einigen anderen Großstädten von Patienten mit CoViD-19 überfüllt sind .
  • Die Tschechische Republik hat am Mittwoch die meisten Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe geschlossen und versucht, jegliche Bewegung auf wichtige Reisen wie Arbeits- und Arztbesuche zu beschränken. So soll das schnellste Wachstum Europas bei neuen Coronavirus-Infektionen eingedämmt werden. Das Land verzeichnete am Dienstag einen Rekordanstieg von 11.984 neuen Coronavirus-Infektionen, die bereits in den letzten Wochen stark zugenommen hatten. Der Gesundheitsminister sagte, das Gesundheitssystem werde bald an die Grenzen seiner Kapazität stoßen.
  • Personen, die in Irland Hauspartys veranstalten, können mit einer Geldstrafe von bis zu 1.000 € oder bis zu einem Monat Haft belegt werden, um die Einhaltung einer neuen CoViD-19-Sperren sicherzustellen. Die Regierung beschleunigt auch neue Gesetze, um der Polizei neue Befugnisse zu erteilen, vor Ort Geldstrafen für Verstöße gegen die neuen Beschränkungen zu kassieren. Die Regeln sollen am Donnerstag in Kraft treten.
  • Slowenien und Kroatien verzeichneten beide Rekordhochs bei Neuinfektionen. Diese Woche hat Slowenien eine Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr und einen 30-tägigen Ausnahmezustand eingeführt, um mit dem Coronavirus fertig zu werden, während Kroatien solche Maßnahmen noch nicht in Betracht zieht.
    (Quelle: The Guardian, 21.10.20)

Familienministerin Giffey negativ getestet

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) ist am späten Nachmittag negativ auf Corona getestet worden. Wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa sagte, handelte sich um einen Schnelltest. Ein weiterer werde folgen. Zuvor war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als erster Minister der Bundesregierung positiv getestet worden. Er hatte am Vormittag noch an der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt teilgenommen und dort am Rande auch mit Giffey gesprochen, wie Fotos zeigen.

Grund für den Test der Familienministerin sei aber vor allem die gemeinsame Pressekonferenz am vergangenen Freitag zur Lage der Kitas in der Pandemie gewesen, hieß es. Giffey hatte dabei sehr lange gemeinsam mit dem Gesundheitsminister auf dem Podium gesessen.
( Foto: Franziska Giffey von weldert via pixabay; Quelle: Tagesschau, 21.10.20)



Zahl der Infektionen in Spanien übersteigt eine Million

Spanien hat die Marke von einer Million Corona-Infektionen durchbrochen. Seit dem Beginn der Pandemie seien 1.005.295 Menschen in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das waren 16.973 mehr als am Vortag, ein neuer Tagesrekord.

Die Zahl von mehr als einer Million Infektionen ist der höchste Wert aller westeuropäischen Länder und weltweit Platz sechs. Nur die USA, Indien, Brasilien, Russland und Argentinien haben noch mehr Infizierte gemeldet.

Die Zahl der in Spanien mit Corona gestorbenen Menschen sei zudem seit dem Vortag um 156 auf nun 34.366 gestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 178 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit 51,3. (Quelle: ARD, 21.10.20)


Merkel wünscht Spahn rasche Genesung

Kanzlerin Angela Merkel hat dem mit dem Coronavirus infizierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) alles Gute und einen schnelle Genesung gewünscht. Spahn habe die Kanzlerin am Nachmittag persönlich von seiner Infektion informiert, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Spahn hat sich als erster Bundesminister mit dem Virus angesteckt. Am Vormittag hatte er noch an der wöchentlichen Kabinettssitzung teilgenommen.

Deren Teilnehmer/innen müssen übrigens laut einem Regierungssprecher nicht in Quarantäne. Auf Bildern von der Kabinettssitzung ist Spahn wie die anderen Kabinettsmitglieder mit einem Mund-Nasen-Schutz zu sehen. Am Tisch sind die Masken dann ab.

„Die Bedingungen im Bundeskanzleramt und insbesondere im Internationalen Konferenzsaal, in denen die wöchentlichen Kabinettssitzungen stattfinden, sind hinsichtlich des Infektionsschutzes besonders optimiert und vom Gesundheitsamt Berlin-Mitte fachlich überprüft worden“,

sagte der Sprecher weiter. Das Kabinett tagt dort an einem großen runden Tisch. Zwischen den Teilnehmern sind jeweils mehrere Plätze frei.
(Foto CC. s. Archiv vom 22.03.20; Quelle: ARD, 21.10.20)


AfD gegen Maskenpflicht im Parlament

Mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD-Fraktion im Bundestag wollen ab der kommenden Woche im Parlament keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Sie haben deshalb Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble über einen Anwalt eine Abmahnung mit der Aufforderung geschickt, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Demnach soll sich Schäuble damit verpflichten, die Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht wieder aufzuheben. Dem CDU-Politiker wird dafür eine Frist bis Freitag, 8 Uhr gesetzt.

Im Schreiben des Anwalts heißt es, Schäuble habe zwar im Bundestag das Hausrecht. Dieses erstrecke sich aber nicht auf die Frage, in welcher Bekleidung die Abgeordneten ihr Mandat ausübten. Alleine der Gesetzgeber wäre ermächtigt gewesen, eine Maskenpflicht in den Räumen des Parlaments verbindlich anzuordnen.

Die Bundestagsverwaltung bestätigte am Mittwoch den Eingang des Schreibens. Dieses werde jetzt vom Justiziariat geprüft, sagte ein Sprecher. Die von Schäuble angeordnete Maskenpflicht gilt seit dem 6. Oktober.
(Foto: CC Deutscher Bundestag; Quelle: Tagesschau, 21.10.20)


Schule in Niedersachsen: Ab Montag mit Präsenzunterricht

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hält an dem Ziel fest, nach den Herbstferien maximalen Präsenzunterricht anzubieten. Das sagte Tonne im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. Auch seien keine Einschränkungen des Kita-Betriebs geplant. Einschnitte wie im Frühjahr sollten im Bildungs- und Betreuungssystem erst an letzter Stelle stehen. Der Kultusminister machte aber auch (Überraschung) deutlich, dass die Corona-Lage beobachtet werde und Maßnahmen gegebenenfalls angepasst würden.

Hinweise zur Anwendung der niedersächsischen Corona-Verordnung, die am Donnerstag an die Kommunen verschickt wurde, sehen zum Beispiel zeitlich begrenztes Maskentragen im Unterricht vor. Ein weiterer Punkt sind mögliche Einschränkung oder das Verbot von Sportunterricht oder Ganztagsangeboten, wie es weiter in dem Schreiben heißt.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund begrüßte die Entscheidung, Schulen und Kitas möglichst offen zu halten. Sprecher Thorsten Bullerdiek bat Eltern um Verständnis, wenn nicht alles so laufen sollte wie vor der Corona-Krise. Beim Schülertransport etwa könne die Zahl der Busse und Fahrer „nicht weiter erhöht“ werden.

Der Landeselternrat sieht die Pläne des Ministers derweil kritisch. Regelmäßiges Lüften in den Klassenräumen und warme Kleidung für die Schüler könnten nach Angaben des Elternvertretergremiums nicht die Antwort auf die erneut steigenden Corona-Infektionszahlen sein.

Neben den Unterrichtsplänen unter aktuellen Corona-Bedingungen sollte am Donnerstagmittag ursprünglich auch die neue Corona-Verordnung vorgestellt werden. Dieser Teil der Pressekonferenz fällt „aus organisatorischen Gründen“ aus, wie eine Regierungssprecherin am Mittwochabend mitteilte. (Quelle: NDR, 21.10.20)


Krankenhäusern in Europa droht Überlastung

Die steigenden Zahlen von Coronavirus-Infektionen in Europa zwingen Krankenhäuser in mehreren Ländern in den Krisenmodus. So drohen die Gesundheitssysteme unter anderem in Belgien, Spanien, den Niederlanden und Tschechien an ihre Grenzen zu stoßen. Belgische Kliniken verschieben bereits nicht absolut notwendige Behandlungen auf einen späteren Zeitpunkt. Die niederländischen Gesundheitsbehörden warnen, dass bei weiter steigenden Zahlen von Covid-Patienten auf den Stationen bis Ende November Dreiviertel aller regulären Behandlungen eingestellt werden müssen. Ähnlich haben sich bereits die Behörden in Tschechien geäußert.

Noch sind Europas Krankenhäuser längst nicht so voll wie auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Krise vor sechs Monaten.

In Deutschland sind laut dem bundesweiten Krankenhausregister Divi mehr als 8.500 reguläre Intensivbetten frei. Zudem steht eine Notfallreserve von mehr als 12.500 weiteren Betten bereit. (Karte: CC s.Archiv v. 26.4.20; Quelle: Tagesschau, 21.10.20)


Neuer Höchststand bei Infektionen in Italien

Das Gesundheitsministerium in Rom hat mitgeteilt, dass in Italien mit mehr als 15.000 neuen Infektionen innerhalb von 24 Stunden ein Rekord registriert worden ist. 127 Menschen starben nach der Ansteckung mit dem Coronavirus. Das sind 89 mehr Todesfälle als am Dienstag.
(Quelle: ARD, 21.10.20)


Slowakei schließt Lockdown nicht mehr aus

Der slowakische Regierungschef Igor Matovic schließt nach einem Rekordzuwachs von 2202 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Lockdown für sein Land nicht mehr aus. Um einen ähnlich raschen Zuwachs der Fallzahlen wie im Nachbarland Tschechien zu verhindern, helfe womöglich nur mehr, „das ganze Land abzuriegeln“. Eine Entscheidung darüber solle der für Donnerstag einberufene nationale Corona-Krisenstab treffen. Ein Erfolg der von der Regierung geplanten Massentests aller über zehn Jahre alten Bewohner sei womöglich die letzte Chance, „dem tschechischen Szenario auszuweichen“, erklärte Matovic weiter.
(Quelle: Tagesschau, 21.10.20)


Niederlande: Neuinfektionen stark gestiegen

In den Niederlanden ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut stark angestiegen. 8.764 neue Fälle seien in 24 Stunden registriert worden, 589 mehr als am Vortag, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Mittwoch mit. Am Vortag hatte das Institut noch einen weniger steilen Anstieg festgestellt und auf eine Stabilisierung der Zahlen gehofft.

Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steigt, und es wurden mehr Todesfälle gemeldet. Insgesamt sind nun gesichert mehr als 6.800 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Ländern Europas. Zum Vergleich: In Deutschland mit fast fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt rund 7.600 Neu-Infektionen in 24 Stunden gemeldet worden. (Quelle: ARD, 21.10.20)


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn infiziert

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist am frühen Mittwochnachmittag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte sein Ministerium mit. Er ist damit der erste Bundesminister, der sich nachweislich infiziert hat. Spahn hatte am Vormittag noch an der Kabinettssitzung teilgenommen.

Spahn selbst sagte der „Bild“-Zeitung: „Ich befinde mich in häuslicher Isolation und habe bisher nur Erkältungssymptome entwickelt.“ Sein Sprecher Hanno Kautz sagte dem Blatt zur zeitlichen Abfolge: „Am Nachmittag hat er Erkältungssymptome bekommen und sich direkt testen lassen.“

Vom Ministerium hieß es weiter: „Alle Kontaktpersonen werden aktuell informiert.“ (Foto Maximilian König via CDUCSU-Bundestagsfraktion, Quelle: TSP, 21.10.20)


Emsland-Inzidenz und Grafschafter Wirrwarr

Der Inzidenzwert eines Landkreises gilt als wichtiger Gradmesser in der Corona-Krise. Dass der Corona-Grenzwert von 50 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner/innen binnen 7 Tagen dabei ein kritischer ist und für die Menschen deutliche Auswirkungen hat, ist inzwischen allgemein bekannt. Nachdem zeitweise ein Inzidenzwert von rund 80 erreicht war, geht der Indikator jetzt zurück. Am Mittwoch meldeten RKI und das Land Niedrsachsen nur noch 51,7/100.000.

Auch die Grafschaft Bentheim hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner gerechnet bereits am 10. Oktober überschritten. Aber wie hoch ist der aktuelle Inzidenzwert tatsächlich? Landkreis, Land und Robert-Koch-Institut veröffentlichen zum Teil deutlich unterschiedliche Zahlen. Die Grafschafter Nachrichten errechneten 110,8. Der Landkreis Grafschaft Bentheim teilte am Montag gg einen Wert von 71,4 mit. Das Land Niedersachsen nannte am Dienstag in seiner Übersicht für den genannten Zeitraum einen Wert von 86, das RKI hingegen einen Wert von 78.

(Quellen: RKI, DR, Niedersachsen, GN, 21.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 27.026 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (21. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 514. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 719 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern zwei neue Todesfälle gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 20.557 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 76,1 Prozent. Auch die Auslastung der Intensivstationen kommt wieder in den Fokus. (Quelle: NDR, 21.10.20)


Neuinfektionen: Osnabrück nähert sich kritischem Wert

Die Stadt Osnabrück hat den kritischen Corona-Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner fast erreicht. Laut Landesgesundheitsamt liegt die Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt Osnabrück bei 49 Fällen. Die städtischen Behörden meldeten heute Vormittag sogar bereits einen Inzidenzwert von 55,3. Die unterschiedlichen Zahlen ergeben sich aufgrund verschiedener Zählzeiträume. Ab einem Wert von 50 muss Osnabrück sich auf strengere Regeln etwa für private Treffen einstellen.

Der Landkreis Verden überschritt heute die 50er-Marke mit 66,4 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Damit haben aktuell acht Regionen in Niedersachsen sehr hohe Neuinfektionsfälle: Delmenhorst (205), Cloppenburg (126), Vechta (108,5) Northeim (103,6), Grafschaft Bentheim (89,7), Verden, Kreis Oldenburg (65,7) und das Emsland mit nur noch 51,7.

(Quelle: NDR, 21.10.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 21.10.2020, 09.15 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht kontinuierlich weiter. Seit gestern wurden 28 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 1.002 Genesene (+23) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.326 (+28); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 406,7. Aktuell sind im Emsland jetzt 299 (+5) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur rund 800 Personen in Quarantäne (-120); das sind nicht einmal drei pro akut Infiziertem.

Weiter gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden zzt drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt, ebenso viele in der Grafschaft Bentheim.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 176 (+1), was einer 7-Tages-Inzidenz von 61,8 entspricht. Die Stadt liegt damit nur unwesentlich unter dem 62,4-Durchschnitt des Landkreises; 138 (+4) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 34 (-3) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 28 22 1 5
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 27 0 5
Samtgemeinde Freren 58 47 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 39 31 0 8
Stadt Haren (Ems) 111 89 1 21
Stadt Haselünne 78 59 0 19
Samtgemeinde Herzlake 22 20 0 2
Samtgemeinde Lathen 38 25 0 13
Samtgemeinde Lengerich 26 23 1 2
Stadt Lingen (Ems) 176 138 4 34 (-3)
Stadt Meppen 184 131 4 49
Samtgemeinde Nordhümmling 38 21 0 17
Stadt Papenburg 116 97 2 17
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 18 0 4
Samtgemeinde Sögel 202 139 0 63
Samtgemeinde Spelle 20 15 1 4
Einheitsgemeinde Twist 41 36 2 3
Samtgemeinde Werlte 93 63 0 30
Gesamt* 1.326 (+28) 1.002 (+23) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 299 (+5)

Neuenhauser Maschinenfabrik mit Massentest

Nach dem großen Corona-Ausbruch in ihrem Produktionsbetrieb im emsländischen Dalum und zwölf bestätigten Corona-Fällen in Neuenhaus und Veldhausen greift die Neuenhauser-Firmengruppe zu drastischen Mitteln: Seit Montag ließ sie am Stammsitz in Neuenhaus sowie bei der Firma Glüpker in Veldhausen insgesamt gut 1100 Beschäftigte testen. „Wir wollen einen aktuellen Überblick über die Situation und wollen sicherstellen, dass unsere seit Monaten bewährten Sicherheitsstandards weiter greifen“, begründet Firmenvorstand Lutz Wolf die Massentests.

Im emsländischen Dalum (Gemeinde Geeste) hat die Neuenhauser Gruppe noch immer mit den Folgen eines Corona-Ausbruchs zu kämpfen. Dort wurden am Montag noch 15 Infizierte gezählt. Vor einer Woche war diese Zahl jedoch noch viel höher. Firmenvorstand Lutz Wolf: „Die Situation hat sich deutlich entspannt.“ Auch die 15 Infizierten seien schon längere Zeit zuhause. In Dalum arbeiten insgesamt 240 Beschäftigte, viele davon aus der Grafschaft. (Quelle: GN, 21.10.20)



Überblick am Morgen

  • Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und den Schutz von Krankheiten CDC haben festgestellt, dass in den USA in diesem Jahr 300.000 zusätzliche Todesfälle verzeichnet wurden – 66% davon sind auf die offizielle Zahl der Todesopfer bei Coronaviren von rund 220.000 zurückzuführen. Die Zahl sagt, wie viel mehr Todesfälle 2020 insgesamt im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres gemeldet wurden. Normalerweise sterben Anfang Februar und Ende September etwa 1,9 Millionen Menschen in den USA. In diesem Jahr sind es fast 2,2 Millionen – eine Steigerung von 14,5%. Die verbleibenden Todesfälle, schreibt die CDC, „liefern Informationen darüber, inwieweit CoViD-19-Todesfälle unbemerkt sein könnten“.
  • In Brasilien ist Gesundheitsminister Eduardo Pazuello ist mutmaßlich an CoViD-19 erkrankt. Das Ministerium sagte, Pazuello habe seit Dienstag Fieber und werde auf CoViD-19 getestet. Am Montag hatte der Minister eine öffentliche Veranstaltung mit Präsident Jair Bolsonaro verpasst. Pazuello hatte auch angekündigt, dass Brasilien den in China hergestellten CoronaVac-Impfstoff gegen Covid-19 in sein nationales Impfprogramm aufnehmen werde, trotz politischer und diplomatischer Auseinandersetzungen über die Verwendung.
  • Cathay Pacific Airways aus Hongkong kündigte am Mittwoch an, 5.900 Stellen abzubauen und die regionale Marke Cathay Dragon zu beenden, da die Nachfrage nachlässt. Die Umstrukturierung wird HK $ 2,2 Mrd. ($ 284 Mio.) kosten und die Fluggesellschaft wird auch Änderungen der Bedingungen in ihren Verträgen mit Kabinenpersonal und Piloten anstreben, teilte sie der Börse mit.
  • Ein staatseigener Arzneimittelhersteller in China richtet Produktionslinien ein, um eine Milliarde Dosen von zwei möglichen Impfstoffen zu liefern, die an 50.000 Menschen in 10 Ländern getestet werden, sagte der Vorsitzende des Unternehmens am Dienstag. Die Tests der SinoPharm Group seien „auf dem letzten Kilometer eines langen Marsches“, sagte der Vorsitzende Liu Jingzhen. Er gab allerdings keinen Hinweis darauf, wann Ergebnisse vorliegen werden.
  • Die Gesundheitsbehörden in Neuseeland verzeichneten am Mittwoch 25 neue Fälle von Covid-19 – die höchste Zahl an einem einzigen Tag seit vielen Wochen.
  • Spanien nähert sich im Verlauf der Pandemie bislang einer Million Infektionen. 988.322 hat die Johns Hopkins-Datenbank registriert. Damit wäre Spanien das erste europäische Land und das sechste Land weltweit, das die Millionenschwelle erreicht. Die Zahl der Todesopfer liegt bei über 34.000. (Quelle: The Guardian, 21.10.20)

Zur Einordnung der deutschen Zahlen


Ukraine-Zahlen

Die Regierung in der Ukraine meldet 6719 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. 141 weitere Menschen seien mit oder an dem Coronavirus gestorben. In beiden Fällen handelt es sich erneut um Rekordwerte. Insgesamt haben sich seit Ausbruch des Virus nachweislich 315.826 Menschen angesteckt, 5927 Menschen starben. (Quelle: Tagesschau, 21.10.20)


Australien: Fall von erneuter Corona-Infektion gemeldet

Die australischen Behörden haben den seltenen Fall einer erneuten Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Der einzige Fall im Bundesstaat Victoria vom Dienstag sei eine Person in Melbourne, die schon im Juli positiv auf das Virus getestet geworden sei, sagte Daniel Andrews, Premierminister von Victoria.

Experten hätten sich entschieden, den Fall als Wiederinfektion einzustufen, und nicht auf Überbleibsel des Virus der Infektion im Juli zu schieben, so Andrews. Dies sei aber eher als „eine Menge Vorsicht“ zu werten, und kein endgültiger Beweis.

In Victorias Hauptstadt Melbourne trat Anfang Juli eine strenge Ausgangsbeschränkung in Kraft, die ab dieser Woche langsam aufgehoben wird, da die täglichen Zahlen der Neuinfektionen niedrig sind. Anfang August erreichten die täglichen Fälle in Victoria mit 725 ihren Höhepunkt. Am Mittwoch registrierten die Behörden drei neue Fälle. (Quelle: The Guardian/Tagesschau, 21.10.20)


NRW: Zwei Drittel der Bewohner leben im Risikogebiet

In Nordrhein-Westfalen wohnen inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung in einem Corona-Risikogebiet. Rund 12 Millionen Einwohner leben in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Münster mit rund 315.300 Einwohnern war demnach die einzige größere Stadt, die mit 33 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tage unter dem kritischen Grenzwert von 50 blieb.

Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW hat knapp 18 Millionen Einwohner. Mehrere Regionen verzeichneten sogar mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche – darunter die Millionenstadt Köln mit einem Wert von 104,5. Dunkelrot auf der RKI-Karte waren auch Duisburg, Gelsenkirchen, die Städteregion Aachen und Wuppertal. Die höchsten Werte hatte die bergische Stadt Solingen mit rund 159.250 Einwohnern und einem Wert von 137,5 sowie Herne mit 133,6 und 156.450 Einwohnern. (Quelle: WDR, 21.10.20)


Tschechien mit enormen Zahlen

In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasch aus. Die Behörden melden 11.984 Neuinfektionen – so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 106 auf 1619.

Das Land, in dem 10,7 Millionen Menschen leben, hat einen der höchsten Infektionswerte je 100.000 Einwohnern in Europa. Die Regierung kommt am Morgen zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Corona-Krise zu beraten. Gesundheitsminister Roman Prymula hat angedeutet, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verschärft werden. (Quelle: ARD, 21.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 7.595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5.132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

„Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag. „Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“ Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Maske.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – sei im Bundesschnitt auf 48,6 gestiegen. In Berlin, Bremen, dem Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen liegt sie demnach deutlich, in Bayern leicht über dem bundesweiten Durchschnittswert.

Am schwersten betroffen in Deutschland ist demnach aktuell der Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern mit einer Inzidenz von 236. Dort gelten seit gestern strenge Ausgangsbeschränkungen, um die hohen Zahlen einzudämmen. Die höchsten Inzidenzwerte weisen derzeit außerdem Delmenhorst (212) und Berlin-Neukölln (156,6) auf.

Wie das RKI berichtet, werden Fallhäufungen insbesondere im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis sowie unter anderem in Alten- und Pflegeheimen beobachtet.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben inzwischen mindestens 380.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag insgesamt demnach bei 9.875. Die Zahl der Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 39. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 302.100 Genesene.

(Quelle: RKI, 21.10.20)


Angst vor zweitem Fall Berchtesgaden

Nach den Ausgangsbeschränkungen im coronabelasteten Kreis Berchtesgadener Land halten es Politiker und Kommunalvertreter für möglich, dass ähnliche Maßnahmen auch anderenorts nötig werden. Das hänge vom Infektionsgeschehen und dessen Eingrenzbarkeit ab, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstagabend im ZDF. „Das kann dann tatsächlich eben auch in anderen Bereichen lokal, regional zu entsprechenden Maßnahmen kommen. Das ist ja genau der Ansatz, den wir haben, nicht bundesweit einheitlich, sondern immer lageangepasst die Maßnahmen zu ergreifen. Und ich bin überzeugt, dann haben sie auch eine bessere Akzeptanz.“

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schloss das nicht aus. „Die Lage ist ernst, wir haben ein äußerst dynamisches Geschehen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte diesen Blättern: „Dinge wie in Berchtesgaden werden wir jetzt häufiger sehen. Wir können nur reagieren durch lokale Shutdowns, insofern sind die auch angemessen.“

Beim Städte- und Gemeindebund wird das auch für große Städte nicht ausgeschlossen. „Wenn die Zahlen so hochgehen, wie jetzt im Berchtesgadener Land, dann kann ich mir das – leider – auch in größeren Städten vorstellen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Bild“-Zeitung. Zwar sei der Verwaltungsaufwand zur Durchsetzung in Großstadtbezirken wie etwa Berlin-Neukölln „deutlich höher“, aber zu bewältigen.

Der bayerische Kreis Berchtesgaden liegt bei den Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 236 bundesweit mit Abstand an der Spitze. Erstmals seit dem Frühjahr ist das Verlassen der eigenen Wohnung dort seit Dienstag nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Schulen und Kitas wurden geschlossen. (Quelle: TSP, 21.10.20)


Bulgarischer Präsident in Quarantäne

Der bulgarische Präsident Rumen Radew muss sich nach Einschätzung des heimischen Gesundheitsministeriums in Selbstisolation begeben. Radew sei in Kontakt mit einem Militärvertreter gekommen, der später positiv auf Corona getestet worden sei, erklärt Gesundheitsminister Kostadin Angelow.

Radew habe am Dienstag nach einer abgebrochenen Reise nach Estland zwar ein negatives Testergebnis vorgelegt, es müsse aber noch ein zweiter Test abgewartet werden. Der Termin eines zweiten Tests sowie die voraussichtliche Dauer einer möglichen Quarantäne blieben zunächst unklar. Der Präsident selbst betont, er habe sich immer strikt an Regeln zum Gesundheitsschutz gehalten, sei bei bester Gesundheit und symptomfrei.

Im Laufe des Tages war auch bekannt geworden, dass in Bulgarien angesichts stark steigender Corona-Zahlen ab Donnerstag das Tragen von Schutzmasken auch im Freien wieder Pflicht ist.
(Quelle: SPIEGEL, 20.10.20)


Quelle der Ansteckungen nicht mehr aufzuklären

In jeder zweiten besonders von der Pandemie betroffenen Kommune in Deutschland können die Gesundheitsämter einem Medienbericht zufolge eine Mehrzahl der Ansteckungen nicht mehr auf ein Ausbruchsszenario zurückführen. Das ergab eine Umfrage der „Welt“ unter den 20 Kommunen, die zu Wochenbeginn die höchste Inzidenz aufwiesen. Aus besonders betroffenen Landkreisen und Städten heiße es, das Infektionsgeschehen sei diffus. Wo sich eine Person angesteckt habe, sei oft nicht nachzuvollziehen. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Anhaltender Husten: Melania Trump sagt Wahlkampfauftritt ab

First Lady Melania Trump hat den ersten Wahlkampfauftritt an der Seite von US-Präsident Donald Trump seit fast zwei Monaten abgesagt. Melania Trump leide unter einem „anhaltenden Husten“ und werde aus Vorsicht nicht reisen, teilte ihre Sprecherin Stephanie Grisham mit. Ihr gehe es nach ihrer Genesung von Covid-19 aber jeden Tag besser. Melania Trump sollte ihren Ehemann zu dessen Wahlkampfveranstaltung am Dienstagabend (Ortszeit) in Erie im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania begleiten. (Quelle: TSP, 20.10.20)


Frankreich-Zahlen

Frankreich registriert wieder deutlich mehr neue Infektionen mit dem Coronavirus. Das Gesundheitsministerium beziffert die bestätigten Ansteckungen der vergangenen 24 Stunden mit 20.468, nachdem es am Montag noch 13.243 waren. Allerdings sind die Zahlen am Montag tendenziell niedriger, weil am Sonntag weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle erreichte mit den Zahlen vom Dienstag 930.745. Wenn der gegenwärtige Trend anhält, könnte die Marke von einer Million noch vor dem Wochenende überschritten werden. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um 262 auf 33.885. (Quelle; ARD, 20.10.20)


Virologin Ciesek: Zwei Faktoren für Winter entscheidend

Wie gut Deutschland in der Corona-Pandemie durch den Winter kommt, hängt nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek vor allem von zwei Faktoren ab: „Das eine ist der öffentliche Gesundheitsdienst – wie klappt die Nachverfolgung“, sagte sie im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“: „Wenn die Gesundheitsämter das nicht mehr schaffen, dann führt das zu diesem berühmten Kipppunkt und die Dynamik der Verbreitung würde sich schlagartig ändern können.“

„Der andere wichtige Baustein ist natürlich die Kontaktbeschränkung – also unser Verhalten“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, die sich in dem Podcast wochenweise mit dem Berliner Virologen Christian Drosten abwechselt. „Wir machen es dem Gesundheitsamt viel schwerer, wenn wir viele Kontaktpersonen haben.“

Von dem inzwischen fast überall gekippten Beherbergungsverbot oder von Reisebeschränkungen hält Ciesek wenig. Mobilität einzuschränken sei „nicht wirklich sinnig“, da sich Virus ohnehin bereits überall verbreitet habe. (Quelle; ARD, 20.10.20)


USA-Zahlen

Binnen 24 Stunden sind in den USA 60.061 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt haben sich nach Angaben der Seuchenschutzbehörden CDC 8,189 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer stieg demnach um 513 auf 219.499. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden. (Quelle: CDC, 20.10.20)


Bayerns Nationalspieler Gnabry positiv auf Corona getestet

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry vom FC Bayern ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Rekordmeister am Abend bekannt. Dem 25-Jährigen „geht es gut“, hieß es in einer knappen Mitteilung der Münchner. Der Offensivspieler befinde sich in häuslicher Quarantäne und wird damit vorerst ausfallen. Gnabry ist der erste Spieler der Bayern, bei dem eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt wurde.

Beim Start in die Champions League am Mittwoch gegen Atlético Madrid wird Gnabry fehlen. Nach dem positiven Corona-Befund werden alle Spieler des FC Bayern erneut auf das Virus getestet. (Quelle: Spiegel, 20.10.20)


Niedersachsen für Aufschub des Castor-Transports

Niedersachsen will den für Anfang November geplanten Castor-Atomtransport durch Deutschland wegen der Corona-Pandemie erneut verschieben. In einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), „dass der Transport und die damit einhergehenden Einsatzmaßnahmen erneut verschoben werden“, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Das Innenministerium in Hannover bestätigte das Schreiben.

Die sechs rund 100 Tonnen schweren Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield sollten eigentlich bereits im Frühjahr per Schiff ins niedersächsische Nordenham und dann mit der Bahn weiter ins Atomkraftwerk im hessischen Biblis gebracht werden. Wegen der Corona-Krise wurde dies aber abgesagt.

Wegen der zu erwartenden Proteste haben die Landespolizeibehörden bereits Tausende Beamte eingeplant. Pistorius weist in seinem Brief an Seehofer daraufhin, dass der Einsatz von so vielen Polizisten trotz eines bereits geplanten Hygienekonzepts „erhöhte Infektionsrisiken für die Einsatzkräfte“ mit sich brächte. (Foto: Boris Pistoris CC s. Archiv v. 11.03.2013; Quelle: NDR 20.10.20)


Reisemesse CMT abgesagt

Die für Ende Januar 2021 geplante Suttgarter Reisemesse CMT (Caravaning, Motor, Touristik) fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Das bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Wann die Veranstaltung nachgeholt werden soll, steht noch nicht fest. „Es gibt Überlegungen, aber noch kein konkretes Datum“, sagte die Sprecherin.

Die CMT ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus. In diesem Jahr kamen rund 300.000 Besucher. (Quelle: SWR, 20.10.20)


Erneuter Corona-Ausbruch bei AZ Alkmaar

Nur zwei Tage vor dem Spiel gegen den SSC Neapel in der Europa League sind beim niederländischen Fußball-Club AZ Alkmaar erneut mehrere Corona-Infektionen festgestellt worden. Acht Spieler seien infiziert, teilte der Verein mit. Insgesamt liege die Zahl der Infizierten jetzt bei 13. Die Partie gegen Neapel soll aber wie geplant stattfinden. „Dieses Spiel findet statt, sagt auch die UEFA, es sei denn, die lokalen Behörden werden es verbieten“, schreibt der AZ Alkmaar auf seiner Internetseite. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Oberverwaltungsgericht Greifwald:
Kein Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern

Für Touristen aus inländischen Corona-Risikogebieten, die in Mecklenburg-Vorpommern Übernachtungen gebucht haben, gelten keine Beschränkungen mehr. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald gab Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten. Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Beherbergungsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit. Die Vorschriften zu Einreise und Aufenthalt von Beherbergungsgästen seien daher teilweise außer Vollzug gesetzt worden, der Beschluss des Gerichts sei unanfechtbar.

Damit dürfen künftig auch Urlaubsgäste aus Risikogebieten ohne vorherigen Corona-Test anreisen und müssen auch nicht in Quarantäne. Zuvor war dies per Ausnahme nur Schülern, Studenten, Berufspendlern, Abgeordneten oder nahen Verwandten erlaubt. (Quelle: NDR, 10.20.20)


Schweiz verdoppelt

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Schweiz hat sich innerhalb einer Woche verdoppelt. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl zähle die Schweiz damit doppelt so viele Neuansteckungen wie Italien, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG).

3008 neue Corona-Fälle in 24 Stunden wurden am Dienstag in der Schweiz und in Liechtenstein (gemeinsam rund 8,6 Millionen Einwohner) gemeldet. Zudem registrierte das BAG acht neue Todesfälle. Italien zählte jüngst um die 10.000 neue Fälle pro Tag bei rund 60 Millionen Einwohnern.

Der Anstieg werde sich nicht verlangsamen, bis die neuen Maßnahmen griffen, sagte Kuster. In der Schweiz gilt seit Montag ein Versammlungsverbot für mehr als 15 Menschen im öffentlichen Raum, die Maskenpflicht wurde auf öffentlich zugängliche Räume wie Geschäfte, Bahnhöfe und Haltestellen ausgedehnt. (Quelle: SWR, 20.10.20)


Mehr als 21.000 Neuinfektionen in Großbritannien

Großbritannien meldet 21.331 Neuinfektionen. Am Montag waren es noch 18.804. Die Zahl der Todesfälle liegt noch deutlicher über dem Vortageswert: Am Dienstag berichten die britischen Behörden von 241 verstorbenen Patienten, die innerhalb der 28 Tage vor ihrem Tod positiv getestet wurden. Am Montag galt dies für 80 Tote. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Niederlande mit neuem Höchstwert

In den Niederlanden sind bei den Gesundheitsbehörden 8182 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Das sind 170 mehr als am Vortag und ein neuer Höchstwert, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte. Die Niederlande gehören zu den Ländern in Europa, die von der zweiten Welle der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind. In der vergangenen Woche waren insgesamt 55.587 neue Infektionen gemeldet worden, 27 Prozent mehr als in der Vorwoche. In den Wochen zuvor waren Anstiege von rund 60 Prozent pro Woche verzeichnet worden. 6814 Menschen sind nachweislich an dem Virus gestorben. (Quelle: TSP, 20.10.20)


Lufthansa meldet 1,3 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal

Die von der Corona-Krise schwer getroffene Lufthansa hat im dritten Quartal erneut massive Verluste eingefahren. Von Juli bis September machte die Airline nach eigenen Angaben ein Minus von knapp 1,3 Milliarden Euro vor Steuern. Wegen der Ausweitung des Flugplans in den Sommermonaten Juli und August und erheblicher Kostensenkungen fielen die Verluste demnach aber geringer aus als im zweiten Quartal.

(Quelle: TSP, 20.10.20)


Region Hannover: Maskenpflicht in Büros und Betrieben

Ab Donnerstag gilt in Betrieben und in öffentlichen Gebäuden in der Region Hannover die Maskenpflicht: Mitarbeiter und Besucher müssen den Mund-Nasen-Schutz zwar nicht am Schreibtisch tragen, aber beispielsweise in Fluren, Treppenhäusern oder an Treffpunkten wie der Küche. Schulen und Kitas bleiben von der ausgeweiteten Maskenpflicht ausgenommen, wenn ein Hygienekonzept eingehalten wird.

Der Inzidenzwert der Region Hannover liegt derzeit bei 36,1 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Quelle: ARD, 20.10.20)


Russland meldet Höchstwert an Neuinfektionen

Auch in Russland steigt die Zahl der Corona-Fälle wieder an: Laut Behörden wurden in den vergangenen 24 Stunden mehr als 16.300 Neuinfektionen bestätigt – so viele wie noch nie zuvor binnen eines Tages. Allein in Moskau seien fast 5000 neue Fälle erfasst worden.

Damit haben sich bislang insgesamt mehr als 1,4 Millionen Menschen in ganz Russland mit dem Erreger angesteckt. Mehr als 24.630 Menschen starben, die zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Spanische Provinz Navarra macht wieder dicht

Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen in Spanien ruft die Provinz Navarra zum zweiten Mal einen Lockdown aus. Ein- und Ausreisen aus der Region sind nur noch mit triftigem Grund erlaubt, Restaurants und Hotels müssen schließen und Treffen im privaten Bereich werden auf Mitglieder eines Haushalts beschränkt.

Die Regelungen treten ab Donnerstag für vorerst 15 Tage in Kraft. Davon betroffen ist auch die weltberühmte Pilgerstrecke des Jakobsweges. Durch die Autonome Gemeinschaft Navarra führt ein Fünftel des Hauptjakobswegs von den Pyrenäen bis Santiago de Compostela.

(Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Das gesamte Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

Im gesamten Ruhrgebiet ist der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Zuletzt hatte auch die Stadt Oberhausen einen Wert von 52,7 gemeldet.

In Gelsenkirchen und Herne ist sogar die Marke von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten. Die im Rheinland gelegene Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Dort nahm die Sieben-Tage-Inzidenz von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu. (Foto: Kraftwerk im Ruhrgebiet via pixabay; Quelle: ZEIT, 20.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 20.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland verlangsamt sich. Seit gestern wurden 17 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 979 Genesene (+22) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.298 (+17); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 398,2. Aktuell sind im Emsland jetzt 294 (-5) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur rund 930 Personen in Quarantäne (+10); das sind nur etwa drei pro akut Infiziertem.

Noch immer gilt: Bisher gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden weiter drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt, ebenso viele in der Grafschaft Bentheim.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 175 (+6); unverändert gelten 134 (+2) als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 37 (+4) Erkrankten – auch heute die höchste Zahl seit dem Beginn der Pandemie.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 28 21 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 27 0 5
Samtgemeinde Freren 57 47 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 39 30 0 9
Stadt Haren (Ems) 109 87 1 21
Stadt Haselünne 72 55 0 17
Samtgemeinde Herzlake 22 20 0 2
Samtgemeinde Lathen 37 25 0 12
Samtgemeinde Lengerich 26 23 1 2
Stadt Lingen (Ems) 175 134 4 37
Stadt Meppen 179 127 4 48
Samtgemeinde Nordhümmling 38 19 0 19
Stadt Papenburg 114 96 2 16
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 17 0 5
Samtgemeinde Sögel 196 139 0 57
Samtgemeinde Spelle 20 15 1 4
Einheitsgemeinde Twist 41 34 2 5
Samtgemeinde Werlte 89 62 0 27
Gesamt* 1298 (+17) 979 (+22) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 294 (-5)

Trump: „Die Pandemie ist bald vorbei“

US-Präsident Donald Trump hat seinen Anhängern ein baldiges Ende der Pandemie in Aussicht gestellt. „Die Pandemie ist bald vorbei“, sagt Trump bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. Die Menschen hätten es satt, dass Medien wie der liberale Sender CNN nur noch über die Pandemie sprächen, sagt Trump unter dem Jubel seiner konservativen Anhänger. „Die Leute haben die Pandemie satt. Wissen Sie das? Sie haben die Pandemie satt“, sagt er.

Trumps Prognose eines baldigen Endes der Corona-Pandemie steht jedoch im Widerspruch zur Entwicklung im Land. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf rund 50.000 pro Tag, Tendenz steigend. In den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, gibt es Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge bereits 8,2 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Gut 220.000 Menschen starben nach einer Infektion – so viele wie in keinem anderen Land der Welt. (Quelle: ZDF, 20.10.20)



Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Morgen 6.868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4.122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373.167 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert.

Es gab 47 weitere Corona-Tote. Ende dieser Woche wird Deutschland die Schwelle von 10.000 CoViD-19-Opfern übersteigen; die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag insgesamt bei 9.836. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298.300 Genesene, viele von ihnen aber mit hartnäckigen Spätfolgen des Virus.

ps Und Nein, die Zahlen steigen nicht (nur), weil „wir mehr testen“…
(Quelle: RKI, ZDF, 20.10.20)


Discobetreiber: Maskenpflicht beim Tanzen denkbar

Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) fordert eine klare Öffnungsperspektive für Clubs – und kann sich dafür auch eine Maskenpflicht vorstellen. Auch Wegekonzept, Lüftung, gegebenenfalls bezahlbare Schnelltests – darüber wolle man mit der Politik diskutieren.

Die Jugend werde sich über die Wintermonate nicht einsperren lassen, sagt BDT-Geschäftsführer Stephan Büttner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Dann verlagern sich die Feiern in private Räumlichkeiten. Für das Infektionsgeschehen ist das gefährlicher als die Feier im Club.“

Zudem seien weitere Hilfen für die Branche notwendig. Dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angekündigt hat, die Überbrückungshilfen für die Veranstaltungsbranche verlängern zu wollen, sieht Büttner positiv. Die Fixkosten müssten aber zu 100 Prozent übernommen werden.
(Quelle: ZDF, 20.10.20)


Zulage 50 Euro! Und Seehofer so: „Honorieren, was Helden in der Krise leisten“:

Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht im Angebot der Arbeitgeberseite im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes eine Anerkennung der Arbeit von Beschäftigten in systemrelevanten Berufen. „Wir honorieren mit unserem Angebot, was die Helden in der Krise leisten“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gelte ein einfaches Prinzip: Je höher die Belastung, desto höher die Zulage. Nach Angaben des Innenministeriums können Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen durch den Arbeitgebervorschlag mit bis zu 1800 Euro mehr im Jahr rechnen.

So soll es eine neue „Pflegezulage“ von 50 Euro im Monat für Pflegekräfte geben, daneben eine höhere Zulage für Wechselschichten und eine höhere Zulage für Pflegekräfte auf Intensivstationen. Für Beschäftigte in der Intensivpflege, die alle drei Zulagen erhalten, ergibt sich dieser Rechnung zufolge ein monatliches Plus von 150 Euro. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Irland steht vor sechswöchigem Lockdown

In Irland beginnt ab Mittwoch um Mitternacht ein sechswöchiger Lockdown. Nicht wesentliche Geschäfte bleiben dann geschlossen, Restaurants können Essen nur noch zum Mitnehmen anbieten und die Bürger dürfen sich nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihren Wohnort aufhalten, kündigt Premierminister Micheal Martin an. Im Gegensatz zum ersten Lockdown zu Beginn des Ausbruchs blieben die Schulen und wichtige Gewerbe wie das Baugewerbe allerdings geöffnet. (Quelle: ARD, 20.10.20)


Argentinien verzeichnet mehr als eine Million Infektionen

Argentinien durchbricht als fünftes Land die Marke von einer Millionen Coronavirus-Fälle. Das Gesundheitsministerium meldet 1.002.662 nachgewiesene Infektionen, darunter 12.982 positive Testergebnisse in den vergangenen 24 Stunden. Weitere 451 Menschen seien an oder mit dem Virus gestorben. Auch die USA, Indien, Brasilien und Russland verzeichnen mehr als eine Millionen Fälle. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Frankreich: Über 2.000 Covid-Patienten auf Intensivstationen

Die Zahl der auf Intensivstationen befindlichen Menschen steigt in Frankreich stark an. 2.090 Intensivbetten sind derzeit mit Corona-Patienten belegt. Das sind 1.441 mehr als vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörden am Montag mitteilen. In den vergangenen 24 Stunden starben demnach 146 Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Zuletzt wurden im Mai mehr als 2.000 Menschen auf Intensivstationen behandelt. (Quelle: ZDF, 20.10.20)


Prävention: Bundesländer ignorieren RKI-Empfehlungen für Schulen

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, ab einem bestimmten Grenzwert Schulklassen zu teilen und die Maskenpflicht massiv auszuweiten. Die Länder setzen diese Maßnahmen allerdings kaum um.

Welche Rolle spielen Schulen bei der Corona-Pandemie? Diese Frage ist weiterhin nicht eindeutig geklärt. In verschiedenen Staaten werden steigende Infektionszahlen mit der Wiedereröffnung von Schulen in Zusammenhang gebracht. In Deutschland legte Familienministerin Franziska Giffey eine Studie vor, die das Gegenteil beweisen sollte.

Doch das Robert Koch-Institut will keine Entwarnung geben: „Ausbrüche in Schulen werden nach Wiedereröffnung der Bildungseinrichtungen in zunehmendem Ausmaß beobachtet“, schreibt das Institut in einem Papier mit Empfehlungen, das zuletzt am 12. Oktober aktualisiert wurde. Zwar könnten diese Ausbrüche „bislang gut kontrolliert werden“, doch das „Ausmaß einer Übertragung innerhalb der Schulen und von den Schulen in die Familien/Haushalte ist weitgehend unklar und Gegenstand der Forschung“. Zwar seien Schülerinnen und Schüler nicht „Treiber“ der Pandemie, aber „prinzipiell empfänglich für eine Infektion mit SARS-CoV-2 und können andere infizieren“.

Zudem empfiehlt das RKI, ab einem Wert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch im Unterricht. Und ab einem Wert von 50 sollten die Klassen geteilt und zeitversetzt unterrichtet werden, damit ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet bleibt.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert das Vorgehen der Länder, diese verharrten in Unverbindlichkeiten. „Die Länder machen, was sie wollen, es gibt kein einheitliches und verbindliches Agieren. Das führt an den Schulen zu Verunsicherung und uneinheitlichen Lösungen“, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.

GEW-Vertreterinnen forderten Präsenzunterricht in kleineren Gruppen, auch um solche Kinder besser fördern zu können, die in der Corona-Krise zu kurz gekommen seien. Dafür müssten beispielsweise Klassen geteilt werden – während ein Teil Unterricht habe, solle der Rest in der Schule betreut werden. (Quelle: ARD, 20.10.20)


Tschechien führt Maskenpflicht im Freien (wieder) ein

Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula bekannt. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht – neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren.

Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr. In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt stark angestiegen. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 858,6 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an – der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 1.500 Menschen in Verbindung mit einer CoViD-19-Erkrankung. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. (Quelle: Tagesschau, 19.10.20)


Zahl der Neuinfektionen in Frankreich steigt – mehr Tote

Aus Frankreich werden deutlich weniger Corona-Neuinfektionen als noch am Sonntag gemeldet, während aber die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit CoVID-19 stark angestiegen ist. Die Behörden teilen am Montag mit, in den vergangenen 24 Stunden seien 13.243 neue Ansteckungen registriert worden nach 29.837 am Sonntag und dem Rekord am Samstag von 32.427.

Die Zahlen von heute sind tendenziell niedriger, weil am Sonntag weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle erreichte zuletzt 910.277. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich nach den Angaben vom Montag um 146 auf 33.623, während am Sonntag noch 85 neue Todesfälle gemeldet worden waren. (Quelle: ARD, 19.10.20)


„Geräuschlose Verschiebung der Gesetzgebung“

Zur Debatte um die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung erklärte der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel im Interview mit den tagesthemen, es gebe in den letzten Wochen „eine fast geräuschlose Verschiebung der Gesetzgebung hin zum Verordnungswege“ bei den Regierungen in Bund, Ländern und Gemeinden. Das Parlament, das eigentlich der zentrale Ort der Demokratie und der Gesetzgebung sei „dabei weitestgehend außen vor gelassen“ worden.

Rasch zu entscheiden, so Herr Merkel, „heißt nicht grundsätzlich in informellen Gremien, wie das der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen“. Er kritisierte weiter, dass sich die Opposition „selbst entmündigt, selbst stilllegt“. Die Verantwortung der Opposition aber sei es, „alternative Vorschläge zu machen, zu diskutieren“. (Quelle: Tagesschau, 19.10.20)


Zusammenfassung am Abend

  • US-Präsident Donald Trump griff erneut seinen renommiertesten Experten für öffentliche Gesundheit an und rief Anthony Fauci in einem Anruf mit Kampagnenmitarbeitern als „Katastrophe“ an und behauptete, „die Menschen haben es satt, Fauci und all diese Idioten zu hören“, um Möglichkeiten zur Bekämpfung des Coronavirus zu erörtern.
  • Chinesische Gesundheitsbehörden, die einen kürzlich erfolgten Ausbruch von Covid-19 untersuchen, geben an, dass sie lebendes Coronavirus auf Tiefkühlverpackungen entdeckt haben. Dies deutet darauf hin, dass das Virus in kalten Lieferketten überleben kann.
  • Killerzellen in der Ebola-Immunitätsstudie könnten die Covid-Forschung unterstützen. Die Immunität gegen das tödliche Ebola-Virus könnte Jahre nach der Infektion andauern. Die weltweit längste Studie britischer und guineischer Wissenschaftler über Überlebende hat zu Ergebnissen geführt, die Auswirkungen auf die Erforschung der Covid-Immunität haben könnten.
  • Belgien verliert die Kontrolle über die zweite Welle der Coronavirus-Pandemie und steht kurz davor, von einem „Tsunami“ von Infektionen überwältigt zu werden, sagte der Gesundheitsminister des Landes.
  • Die tägliche Zahl der Todesopfer bei Coronaviren im Iran liegt bei 337. Der Iran verzeichnete einen starken Anstieg der Zahl der in den letzten 24 Stunden gemeldeten Todesfälle bei Coronaviren mit einem Anstieg von 252 auf einen neuen Rekord von 337.
  • Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) meldeten am Montag 8.128.524 Fälle des neuen Coronavirus in den USA, ein Anstieg von 47.035 gegenüber der vorherigen Zählung, berichtet Reuters. Die Zahl der Todesfälle stieg um 475 auf 218.986.
    (Quelle: The Guardian, 19.10.20)

WHO: Impfstart im Sommer 2021

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen.

Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hieß es. (Quelle: WHO, 19.10.20)


219.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind binnen 24 Stunden 47.035 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 8,128 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilte. Die Zahl der Todesopfer sei um 475 auf 218.986 gestiegen. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden. (Quelle: TSP, 19.10.20)



Polen richtet Feldlazarett im Nationalstadion ein

Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter am Montag mit. „Wir wollen, dass die ersten 500 Betten bereits vor Ende der Woche für Patienten verfügbar sind“, sagte der Kanzleichef des Premierministers, Michal Dworczyk, dem Sender Radio Zet.

Das Krankenhaus, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen, erklärte der Regierungsbeamte. Das Personal für die provisorische Klinik will die Regierung sowohl aus Warschau als auch von außerhalb rekrutieren. Außerdem soll es durch medizinische Kräfte aus Armee und Feuerwehr ergänzt werden.

Das Land verzeichnete in den vergangenen Wochen einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Am Samstag wurden mehr als 9.600, am Sonntag mehr als 8.500 Fälle gemeldet. Wenn sich das derzeitige Tempo nicht bremsen lasse, könnte die Zahl der bestätigten Neuinfektionen Anfang nächster Woche auf 15.000 bis 20.000 pro Tag steigen, warnte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Montag. (Quelle: TSP, 19.10.20)


Timmendorfer Strand 35 Beschäftigte infiziert – aber
„Gäste gehören zur Kategorie 2“

In dem wegen eines Corona-Ausbruchs gesperrten Hotel in Timmendorfer Strand haben sich deutlich mehr Beschäftigte mit dem Virus angesteckt als bisher bekannt.

Inzwischen sind fast alle Testergebnisse der rund 100 Mitarbeiter des Grand Hotel Seeschlösschen da. Die Zahl der Infizierten stieg von drei auf 35. Auf acht Resultate wird noch gewartet. Alle Beschäftigten sind seit vergangenen Sonnabend ohnehin in Quarantäne. Jetzt müssen die Behörden die Infektionsketten zurückverfolgen. Dazu werden mögliche Kontaktpersonen ermittelt und unter Umständen weitere Quarantänen angeordnet.

Am Sonnabend waren die Infektionen von drei Angestellten bekannt geworden, das Hotel wurde daraufhin geschlossen und alle Mitarbeiter mussten einen Test machen. Das Hotel wurde geräumt, die rund 200 Gäste mussten es verlassen. Sie müssen sich aber nicht isolieren. „Nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und den Festlegungen des Kreisgesundheitsamtes gehören die Gäste der Kategorie 2 an. Das heißt, sie haben nicht länger als 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt zu Mitarbeitern gehabt“, sagte Reinhard Sager (CDU), Landrat des Kreis Ostholstein. Er geht davon aus, dass die meisten Gäste abgereist seien. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein haben einige Gäste ihren Urlaub an der Ostsee in anderen Unterkünften fortgesetzt.

Laut dem Kreis Ostholstein hatten die drei zuerst Infizierten in unterschiedlichen Bereichen des Hauses gearbeitet. Hotelchefin Brigitte von Oven gab bereits am Wochenende an, dass die Infektionsketten nicht mehr nachverfolgt werden könnten. Da die Hygienemaßnahmen im Hotel streng gewesen seien, geht sie davon aus, dass sich die Mitarbeiter außerhalb des Hotels angesteckt haben. Wann das Seeschlösschen wieder öffnet, ist nicht bekannt. (Quelle: NDR, 19.10.20)


„Emsland-Fan“

Die Corona-Pandemie trifft auch die Sportvereine. Im Emsland sammelt die Sporthilfe seit 30 Jahren mit der Sport-Tombola Geld für die Sportlerinnen und Sportler. Wegen Corona fällt das auch im kommenden Jahr aus und eine Spendenaktion soll die Tombola ersetzen.

Mit dem Erlös von jährlich einer Viertelmillion Euro wurden bisher Förderprojekte für Talente unterstützt, auch im Behindertensport. Weil es als Losgewinne auch Eintrittskarten für Sport- und Kulturevents im Emsland, ist klar: Die Tombola muss wegen Corona ausfallen.

Der Meppener hatte eine neue Idee: Das Geld für die Sportvereine soll durch eine Spendenaktion zusammenkommen. Die Vereine selbst sammeln die Gelder in einer Art Wettbewerb. Sie behalten nicht nur die Hälfte des Geldes, sondern wer die meisten Spenden vorweisen kann, erhält auch einen Bonus.

Das Ganze läuft unter dem Titel „Emsland-Fan“. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Fan-Aufkleber für das Auto. Der Haselünner Schimmöller erwartet, dass viele Menschen bekennende Emsland-Fans sein wollen. „Man bekommt einen Aufkleber, ist Teil dieser Bewegung – man stärkt den Sportverein.“ Man gebe quasi seine Stimme für die Vielfalt des emsländischen Sports ab. Diese Vielfalt sei auch wichtig für die Attraktivität der Region. „Ich bin seit Jahren Emsland-Fan und hoffe, dass wir noch viele Emsland-Fans dazugewinnen.“ (Quelle: NDR, 19.10.20)


#BVBS04: Nur 300 Fans bei Revierderby in Dortmund erlaubt

Lediglich 300 Besucher dürfen am kommenden Samstagabend (18.30 Uhr) das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga im Stadion verfolgen. Wie der BVB am Montag mitteilte, habe das zuständige Dortmunder Gesundheitsamt aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen zum Schutz vor Neuinfektionen nicht mehr Zuschauer genehmigen können.

Die 300 Plätze werden nun unter den 35.000 Dauerkarteninhabern und Vereinsmitgliedern aus Nordrhein-Westfalen verlost, die sich um Eintrittskarten für das Revierderby beworben hatten. Bei den Heimspielen des BVB gegen Borussia Mönchengladbach und den SC Freiburg waren in dieser Saison zuvor noch 9.300 beziehungsweise 11.500 Fans zugelassen. (Quelle: BVB, 19.10.20)


Bayern verhängt Lockdown über Berchtesgadener Land

Bayern verhängt wegen der Ausbreitung der Pandemie im Landkreis Berchtesgadener Land einen Lockdown. „Das wird das härteste Protokoll sein, das man da anwenden muss“, sagte CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder nach einer Videokonferenz des Parteivorstands in Nürnberg. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten.

Im Kreis Berchtesgaden lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100. 000 Einwohner binnen sieben Tagen am Montag laut Robert Koch-Institut bei 252.
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Wörtlich sagte Söder, die Maßnahmen würden einem „Lockdown entsprechen“. Der Ministerpräsident kündigte an, dass öffentliche Leben dort werde nun heruntergefahren. „Anders geht es nicht“, betonte er. „Die Kontakte können dort nicht mehr verfolgt werden, also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden – was Veranstaltungen betrifft, was Kontakte nach draußen betrifft.“

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, sind aktuell rund 700 Personen im Landkreis in Quarantäne. 13 Covid-19-Patienten werden in Kliniken behandelt. Söder kündigte für ganz Bayern verstärkte Kontrollen der Coronaregeln an. Ordnungsbehörden sollten weniger gegen Parksünder, als gegen „Maskensünder“ vorgehen. (Quelle: Tsp, 19.10.20)


Belgien: Mehr als 12.000 Neuinfektionen

Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien hat an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Montag in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert. Zum Vergleich: In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) für diesen Tag 5.132 Corona-Neuinfektionen. Deutschland hat mehr als siebenmal so viele Einwohner wie Belgien.

Nach Angaben des Krisenzentrums ergibt sich für den Zeitraum 9. bis 15. Oktober in Belgien eine Zahl von durchschnittlich 7.876 Neuinfektionen pro Tag. Die Regierung des Elf-Millionen-Einwohner-Landes verfügte am Freitag, dass alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen müssen. Von Mitternacht bis 05.00 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Die Maßnahmen traten am Montag in Kraft.

Insgesamt gab es in Belgien nach offiziellen Zahlen seit Beginn der Pandemie 222.253 Coronafälle. An der Spitze liegen die Provinzen Brüssel, Antwerpen und Lüttich (Liège).

Insgesamt 10.413 Menschen sind in Belgien der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität zufolge bisher an oder mit Covid-19 gestorben. Das sind mehr als im viel größeren Deutschland (9789 nach RKI-Angaben, Stand Montag) und entspricht mehr als 90 Toten pro 100.000 Einwohner – nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität ist dies einer der höchsten Werte weltweit. (Quelle: TSP, 19.10.20)


Bad Essen: Inzwischen 6 Tote durch CoViD-19

Der massive Corona-Ausbruch im Vitalis Wohnpark im Kurort Bad Essen hat inzwischen sechs Todesopfer unter den Bewohnern gefordert. In den letzten drei Tagen sind drei weitere Bewohnerinnen und Bewohner des Vitalis Wohnpark Bad Essen im Alter von 79, 80 und 82 Jahren verstorben, teilte die Betreibergruppe am Sonntagnachmittag mit. Die Verantwortlichen hoffenallerdings, mit dem Wochenende den Höhepunkt der Infektion in ihrer Einrichtung überschritten zu haben. Weitere Ansteckungen sollen durch Antigen-Schnelltests frühzeitig entdeckt werden.

Zwei Bewohner sind nach Angaben des Heimbetreibers vollständig genesen und gelten wieder als Corona-negativ. Drei Bewohner werden nach wie vor im Krankenhaus betreut. Von den 129 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern infizierten sich inzwischen 27 mit dem COVID-19-Virus. Soweit die Einrichtung informiert ist, ist ihr Zustand stabil.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch in Bad Essen waren in dem kleinen Kurort zeitweise mehr Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert als im Stadtgebiet Osnabrück.

(Quelle: Hasepost, 19.10.20)


Niedersachsen über Grenzwert 35/100.000

Laufend rutschen zurzeit weitere Landkreise in Niedersachsen auf die Liste derer, die kritische Corona-Werte überschritten haben. Erstmals liegt das ganze Land über der ersten ernst zu nehmenden Schwelle.

In ganz Niedersachsen liegt der Inzidenzwert jetzt bei 35,1 und damit über der ersten kritischen Grenze von 35. Das teilte das Land am Montag mit. Zudem sind demnach in der Region Hannover in den vergangenen sieben Tagen 36,5 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden. Auch hier ist damit der erste kritische Wert überschritten. Heute will die Region mit den Bürgermeistern der Kommunen über Reaktionen beraten. „Im Fokus werden sicherlich eine erweiterte Maskenpflicht sowie Verstärkungen der Kontrollen vor Ort stehen“, so ein Sprecher. (Quelle: NDR, 19.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 19.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht weiter. Über das Wochenende wurden 91 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist seit gestern auch die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 957 Genesene (+61) deutlich gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt also 1.281 (+73); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 392,9. Aktuell sind im Emsland jetzt 299 (+14) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur rund 920 Personen in Quarantäne; das sind nur drei pro akut Infiziertem.

Noch immer gilt: Bisher gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut der Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt, übrigens ebenso viele in der Grafschaft Bentheim.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 169 (+10); unverändert gelten 132 (+4) als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 33 (+6) Erkrankten – die höchste Zahl seit dem Beginn der Pandemie.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 28 20 1 7
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 27 0 5
Samtgemeinde Freren 57 47 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 39 29 0 10
Stadt Haren (Ems) 109 86 1 22
Stadt Haselünne 71 54 0 17
Samtgemeinde Herzlake 22 20 0 2
Samtgemeinde Lathen 36 25 0 11
Samtgemeinde Lengerich 26 23 1 2
Stadt Lingen (Ems) 169 (+10) 132 (+4) 4 33 (+6)
Stadt Meppen 179 119 4 56
Samtgemeinde Nordhümmling 37 19 0 18
Stadt Papenburg 113 93 2 18
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 17 0 5
Samtgemeinde Sögel 194 139 0 55
Samtgemeinde Spelle 20 15 1 4
Einheitsgemeinde Twist 41 31 2 8
Samtgemeinde Werlte 84 60 0 24
Gesamt* 1281 (+73) 957 (+61) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 299

Zusammenfassung am Morgen

  • China ist die erste große Volkswirtschaft, die sich von der Covid-19-Pandemie erholt. Laut Regierungsdaten wuchs die chinesische Wirtschaft zwischen Juli und September um 4,9%. Die Expansion gegenüber dem Vorjahr ist allerdings etwas niedriger als die Erwartungen der Analysten, stellt jedoch eine deutliche Umkehrung gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres dar, als die Wirtschaft um 6,8% schrumpfte. Dies war Chinas erster Rückgang seit 1992, als die Beamten begannen, vierteljährliche BIP-Daten zu speichern.
  • Dr. Anthony Fauci sagte, er sei „absolut nicht“ überrascht, dass Donald Trump sich mit Coronavirus infiziert habe. In einem TV-Interview, das am Sonntag ausgestrahlt wurde, kurz bevor Trump eine Kundgebung in Nevada abhielt, sagte der führende US-Experte für Infektionskrankheiten und Mitglied der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses: „Ich hatte Angst, dass er krank werden würde, als ich ihn sah. Eine völlig prekäre Situation voller Menschen, ohne Trennung zwischen Menschen und fast niemandem, der eine Maske trägt. “
  • Bei seiner Kundgebung in Nevada behauptete Trump, die USA würden die Pandemie „abrunden“, eine häufige Behauptung bei seinen Auftritten, obwohl der wöchentliche Falldurchschnitt in 48 der 50 Bundesstaaten des Landes gestiegen sei. Am Freitag gab es die höchste 24-Stunden-Infektion seit Juli mit 68.000 neuen Fällen an einem Tag. Die USA haben 8,1 Millionen Fälle und fast 220.000 Todesfälle.
  • In der australischen Stadt Melbourne, die seit mehr als 100 Tagen im Lockdown-Modus ist, wurden jetzt die ersten Beschränkungen gelockert. Am Montag konnten Friseure, Hundepflegeunternehmen und Immobiliendienstleister wiedereröffnet. (Quelle: The Guardian, 19.10.20)

Slowenien verhängt erneut Corona-Notstand

Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Corona-Virus hat Slowenien am Montag erneut einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dies berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA in der Nacht zum Montag.

Unmittelbare Konsequenzen hat dieser Schritt vorerst keine. Er bildet aber die Grundlage dafür, dass die Behörden auch lokal abgestufte neue Maßnahmen und Einschränkungen anordnen können. Ein erster Corona-Notstand war in dem EU-Land vom 12. März bis Ende Mai verhängt worden.

Bereits seit letztem Freitag gilt ein teilweiser Lockdown. In neun von zwölf Regionen dürfen die Bewohner ihre jeweilige Region nicht verlassen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie etwa Fahrten zum Arbeitsplatz. Außerdem trat am Montag ein Plan in Kraft, dass Schüler ab der 6. Schulstufe nur noch im Fernunterricht unterrichtet werden.

In Slowenien wurden am Sonntag 726 und am Samstag 897 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit hat sich die Zahl der aktiven Fälle in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land binnen einer Woche nahezu verdoppelt. Die Anzahl der Infizierten der letzten 14 Tage pro 100.000 Einwohner wurde am Sonntag mit 317 angegeben.

Seit Beginn der Pandemie im März haben sich nach offiziellen Angaben 13.151 Menschen mit dem Virus Sar-CoV-2 angesteckt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 187 von ihnen starben an den Folgen einer Corona-Erkrankung. (Quele: TSP, 19.10.20)


Zur Einordnung der heutigen RKI-Zahlen


RKI meldet 4.325 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4.325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, weil am Wochenende nicht alle deutschen Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2.467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

12 weitere Menschen starben an CoViD-19 – eine gegenüber dem Sommer deutlich erhöhte Todeszahl. (Quelle: RKI, 19.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Die Gesamtzahl der Corona- Infektionen weltweit nähert sich erstaunlichen 40 Millionen Fällen. Derzeit meldet die Johns-Hopkins-Universität 39,8 Millionen.
  • In den USA verzeichnet fast jeder der 50 US-Bundesstaaten einen Anstieg der durchschnittlichen Anzahl der in der letzten Woche gemeldeten Fälle. Nur zwei US-Bundesstaaten, Vermont und Missouri, haben einen Rückgang ihrer Durchschnittswerte gemeldet.
  • In Italien erhalten die Bürgermeister neue Corona-Befugnisse. Sie können bei Bedarf in ihren Städten Ausgangssperren ab 21.00 Uhr verhängen, um ein Wiederaufleben des Coronavirus einzudämmen.
  • In Südafrika sind Gesundheitsminister Zweli Mkhize und seine Frau positiv auf Covid-19 getestet, teilte sein Büro am Sonntag mit: „Ich bin jetzt zu Hause in Quarantäne und meine Frau und ich bleiben optimistisch, dass wir uns vollständig von diesem Virus erholen werden“, sagte Mkhize in einer Erklärung. Südafrika meldete am Samstag 1.928 neue Fälle, was zu einer Gesamtzahl von etwas mehr als 700.000 führte. 18.408 Südafrikaner sind an CoViD-19 gestorben.
  • In Slowenien hat der Premierminister via Twitter angekündigt, dass am Montag ein 30-Tage-Lockdown ausgerufen wird und strengere Maßnahmen auf nationaler Ebene verhängt werden müssen.
  • Twitter hat einen „irreführenden“ Tweet eines führenden US-amerikanischen Beraters des US-Präsidenten wegen Verstoßes gegen seine Covid-19-Informationsrichtlinie entfernt.
  • Laut einer AFP-Bilanz, die auf offiziellen Quellen basiert, sind in Europa inzwischen mehr als 250.000 Menschen durch das Coronavirus gestorben.
  • Italien meldete in den letzten 24 Stunden einen Rekordwert von 11.705 neuen Coronavirus-Fällen, so das Gesundheitsministerium gegenüber dem vorherigen Höchststand von 10.925 am Samstag.
  • Nach Angaben der britischen Regierung gab es in Großbritannien weitere 16.982 im Labor bestätigte Coronavirus-Fälle und 67 weitere Todesfälle. Der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, hat an die Regierung in London geschrieben und sie aufgefordert, einen „fairen finanziellen Rahmen“ für lokale Sperren zu schaffen.
  • Die Schweiz verstärkt ihre Maßnahmen zur Bekämpfung von CoViD-19. Morgen treten neue Beschränkungen in Kraft, darunter das obligatorische Tragen von Masken in Innenräumen und eine Beschränkung auf öffentliche Versammlungen auf 15 Personen.
  • Saeb Erekat, eine hochrangige Persönlichkeit der Palestine Liberation Organization (PLO), wurde mit CoViD-19 ins Krankenhaus eingeliefert.
  • Die Zahl der Todesfälle im Iran durch CoViD-19 übersteigt jetzt 30.000. Das Gesundheitsministerium des Landes gab an, dass die Gesamtzahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie nun 30.123 beträgt. (Quelle: The Guardian, 19.10.20)

Niedersachsen: Infektionszahlen steigen massiv

Laufend rutschen weitere Landkreise in Niedersachsen auf die Liste derer, die kritische Corona-Werte überschritten haben. Nun gehört auch der bevölkerungsreichste Landkreis dazu.

In der Region Hannover sind in den vergangenen sieben Tagen 38,7 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden. Das teilte das Land am Sonntag mit. Damit ist der erste kritische Wert, der bei 35 liegt, überschritten. Am Montag will die Region mit den Bürgermeistern der Kommunen über Reaktionen beraten. „Im Fokus werden sicherlich eine erweiterte Maskenpflicht sowie Verstärkungen der Kontrollen vor Ort stehen“, so ein Sprecher.

Von der größeren Risiko-Schwelle, nämlich einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50, ist die Region Hannover zugleich ein gutes Stück entfernt – noch. Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten scheint sich jedoch eine neue Entwicklung abzuzeichnen: Die Infektionsrate geht auch dort stetig nach oben, wo es keine konkreten größeren Ausbruchsgeschehen gegeben hat – etwa in einem Schlachtbetrieb oder einer Pflegeeinrichtung.

Genauso sieht es in Delmenhorst aus. Die Stadt hatte am Sonnabend eine alarmierende Zahl vermeldet: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf fast 200 gestiegen. Auch dort kann dies nicht auf einen speziellen Betrieb oder eine Veranstaltung zurückgeführt werden. „In Delmenhorst sind bei den Infektionszahlen laut Gesundheitsamt keine besonderen lokalen Zuordnungen festzustellen“, teilte die Stadt mit. „Es gibt also keine ‚Infektionsherde‘ wie etwa größere Feiern.“

Eine ganze Reihe von Gebieten hat die Warnschwelle von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bereits hinter sich gelassen. Im Landkreis Cloppenburg liegt der Wert bei weit mehr als 100, im Landkreis Northeim ist die 100 ebenfalls überschritten. Bei über 50 lag die Inzidenz laut Land am Sonntag in den Landkreisen Emsland, Grafschaft Bentheim, Osnabrück und Vechta. Diese gelten damit als Risikogebiete. Den niedrigeren Risikowert von 35 überstiegen die Landkreise Celle, Oldenburg, Verden, die Stadt Osnabrück und, wie erwähnt, die Region Hannover.

„Wir sehen einen Anstieg von Erkrankungen, wir sehen auch eine Veränderung im Altersdurchschnitt“, sagte Gérard Krause, Leitender Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, am Sonntag im NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. „Die älteren Altersgruppen sind jetzt mehr betroffen als noch vor zwei Monaten. Das ist das, was wirklich Sorge bereitet.“

Das Land Niedersachsen insgesamt kratzt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 34,2 am Sonntag an der 35er-Marke. „Der generelle Anstieg der Infektionszahlen ist wirklich besorgniserregend“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). Die Regeln sollen laut Ministerium in Kürze verschärft werden. Niedersachsens Landesregierung hatte zuletzt mehrfach betont, dass eine zweite Schließung von Geschäften und Betrieben wegen der schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen unbedingt vermieden werden soll. Wenn möglich, ziehe er stets die „mildere“ Variante vor, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der „Welt“ (Montagausgabe).

„Lieber Sperrstunde als wieder geschlossene Kneipen und Restaurants“, findet Weil, der auch das Beherbergungsverbot als mildes Mittel begrüßt hätte – das aber wurde vom Gericht gekippt. Wenn das passiert, „landen wir ganz automatisch bei härteren Maßnahmen. Die haben dann natürlich auch eine stärkere Wirkung, inklusive wesentlich größerer Nebenwirkungen“, sagte Weil der Zeitung. Die Sperrstunde steht auch auf der Kippe, in Berlin hat sie bereits einem Gerichtsbeschluss nicht standgehalten.

Nach Bund-Länder-Beratungen, neuen Corona-Regeln, die man erst mal verstehen muss, und Diskussionen über Flickenteppiche fand Weil jetzt unmissverständliche Worte. „Wir werden die Sperrstunde, wie alle anderen Ergebnisse der Berliner Konferenz, in Niedersachsen Punkt für Punkt umsetzen und im Zweifel auch in die nötigen Gerichtsverfahren gehen“, sagte er der „Welt“. „Sperrstunden sind ein wesentlich milderes Mittel als die Schließung von Restaurants und Lokalen. Die wollen wir nicht. Und ich hoffe sehr, dass wir am Ende nicht genau zu diesen Schließungen gezwungen sind.“ Außerdem werde das Land die erlaubte Zahl der Teilnehmer bei Privatfeiern senken.
(Quelle: NDR, 19.10.20)


Italien verschärft Vorschriften erneut

Italien verschärft zum dritten Mal in weniger als zwei Wochen die Vorschriften zum Coronaschutz. Wegen steil steigender Ansteckungskurven schränkt die Regierung die Gastronomie weiter ein. Ministerpräsident Giuseppe Conte rief die Italiener zu „maximaler Vorsicht“ auf, um sich und ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen.

Nach den neuen Vorschriften dürfen in Lokalen höchstens sechs Menschen am Tisch sitzen, wie Conte sagte. Die Sperrstunde für Restaurants und Bars mit Tischservice bleibe bei Mitternacht. Lokale ohne Sitzplätze müssten jedoch nach 18 Uhr den Service einstellen.

Bürgermeister werden ermuntert, beliebte Plätze abends zu schließen, auf denen sich viele Leute treffen. Büros sollen die Arbeit zu Hause forcieren. Das Dekret selbst werde in Kürze präsentiert. (Quelle: BR24, 18.10.20)



Diskussion über Präsenz-Parteitag der CDU

Innerhalb der CDU gibt es angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen Medienberichten zufolge Zweifel am Präsenzformat für den Bundesparteitag im Dezember. „Es ist politisch nicht zu vermitteln, dass wir uns zu einem Parteitag treffen, während der Rest des Landes zu Hause bleiben muss“, zitiert das „Handelsblatt“ ein Mitglied des Parteipräsidiums. Demnach gilt es derzeit als realistische Variante, den Parteitag digital abzuhalten und den neuen Parteivorsitzenden samt Vorstand per Briefwahl zu bestimmen.

Auch nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa gibt es im CDU-Vorstand Stimmen, die eine parallele Wahl an zehn oder mehr Standorten in Deutschland für möglich halten, während die Parteispitze mit den Kandidaten an einem Ort zusammenkommen könnte. Die Bewerbungsreden müssten dann per Videokonferenz live an den anderen Standorten zu sehen sein. Zugleich gibt es Bedenken, ob ein solches Verfahren rechtssicher sein kann.

Auf Nachfrage der Agentur Reuters sagte eine Parteisprecherin: „Wir planen nach wie vor mit einem Parteitag in Präsenz in Stuttgart.“ Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus versicherte im „Tagesspiegel“, es gebe ein „sehr gutes Hygienekonzept“. Momentan ist das noch tragfähig. „Und wenn wir die Pandemie im Griff behalten, wird es auch im Dezember noch tragen“, fügte er hinzu. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


USA-Zahlen

In den USA gibt es binnen eines Tages offiziell 53.157 Neuinfektionen. Damit meldet die US-Seuchenschutzbehörde CDC insgesamt knapp 8,1 Millionen Infektionen. Die Zahl der Toten steigt um 593 auf 218.511.

(Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


EU treibt Verknüpfung der Corona-Apps voran

Die Europäische Kommission gibt für den Aufbau einer EU-weiten Corona-Warn-Plattform nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ rund 13 Millionen Euro aus dem Notfallfonds ESI frei. Die Plattform soll ermöglichen, die bisher strikt getrennten nationalen Corona-Warn-Apps grenzüberschreitend zu nutzen.

Sieben Millionen Euro fließen demnach bis Anfang 2021 für Entwicklung und Installation an die Konzerne SAP und Deutsche Telekom, rund drei Millionen Euro sind bis Ende 2021 für die Wartung vorgesehen. Zusätzliche drei Millionen Euro liegen im Topf als Entwicklungskostenzuschüsse an EU-Länder bereit, die ihre Apps an die Warnplattform anschließen wollen. (Quelle: ARD, 18.10.20)


Bayern: Mehr als die Hälfte aller Landkreise von verschärften Corona-Regeln betroffenWegen der steigenden Infektionszahlen gelten die verschärften Corona-Maßnahmen in Bayern ab Montag bereits für einen Großteil des Freistaats. Die Corona-Ampel des bayerischen Gesundheitsministeriums zeigt mittlerweile für mehr als die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte die gelbe Frühwarnstufe beziehungsweise die rote Warnstufe an.

In stark betroffenen Gebieten gilt in Bayern seit Samstag ein ausgeweitetes Gebot für das Tragen von Masken oder Sperrstunden in der Gastronomie. Außerdem dürfen sich nur Bewohner und Bewohnerinnen zweier Haushalte oder maximal zehn Personen treffen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen dürfen sich dann nur noch zwei Hausstände oder maximal fünf Personen treffen.

Die Regeln gelten überall dort, wo die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in sieben Tagen den Wert 35 beziehungsweise 50 übersteigt.

Das betraf am Sonntag bereits 24 Städte und Kreise. Hinzu kamen 28 weitere, die den Frühwarnwert von mehr als 35 überschritten hatten. Insgesamt gibt es 71 Kreise und 25 kreisfreie Städte in Bayern. (Quelle: DIE ZEUT, 18.10.20)


Frankreich meldet knapp 30.000 Neuinfektionen

In Frankreich haben die gemeldeten Fälle von Corona-Infektionen innerhalb eines Tages erneut um etwa 30.000 zugenommen. Sie seien um 29.837 auf insgesamt 897.034 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Weitere 85 Personen seien an oder mit dem Virus gestorben. Die Gesamtzahl der Toten in Frankreich beträgt 33.477.

Um den rasanten Anstieg der Fälle zu bremsen, gilt in mehreren französischen Großstädten seit diesem Wochenende eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Bundespräsident Steinmeier erneut negativ getestet

Auch ein zweiter Corona-Test bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ ausgefallen, wie eine Sprecherin am Sonntag mitteilte. Steinmeier hatte sich in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Virus getestet worden war.
Die häusliche Isolation solle aber erst nach Absprache mit dem Gesundheitsamt aufgehoben werden, so die Sprecherin.
(Quelle: ARD, 18.10.20)


Italien: 20 Abgeordnete infiziert

Im Abgeordnetenhaus in Rom häufen sich die Corona-Fälle. Nach einer Zählung der Zeitung „Il Messaggero“ wurden bis Samstag 20 Parlamentarier und Parlamentarierinnen der größeren der zwei Kammern in Rom positiv auf das Virus getestet. Hinzu kommen Medienberichten zufolge weitere Personen, die vorsorglich in Quarantäne sind.

Zeitungen schrieben unter Berufung auf Abgeordnete, dass es in der kommenden Woche keine Abstimmungen in der Kammer geben solle. Trotzdem gehe die politische Arbeit mit Debatten und Ausschusstagungen weiter, hieß es. „Die Demokratie darf in einem so komplizierten Moment nicht ausgesetzt werden“, zitierte die Nachrichtenagentur Adnkronos die Politikerin Mariastella Gelmini von der Oppositionspartei Forza Italia. Italien mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern registrierte am Samstag fast 11.000 Neuinfektionen mit Corona innerhalb von 24 Stunden. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Karliczek will Prämie für Azubi-Übernahme verlängern

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will die Corona-Übernahmeprämien für Azubis aus insolventen Betrieben um ein halbes Jahr bis Ende 2021 verlängern. Da das Insolvenzrecht derzeit wegen der Pandemie teilweise ausgesetzt ist, sei es auch „sinnvoll, diese Ausbildungsprämien bis zum Ende des nächsten Jahres zu verlängern“, sagte Karliczek dem „Handelsblatt“. „Denn erst nach dem Auslaufen der Insolvenzrecht-Sonderregelungen wird sich zeigen, wie viele Auszubildende einen neuen Ausbilder brauchen, um ihre Ausbildung sicher beenden zu können.“

Die Prämie von 3000 Euro für kleine und mittlere Unternehmen soll dafür sorgen, dass mehr Auszubildende aus Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig werden, ihre Lehre in einem anderen Betrieb fortsetzen können. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Prag: Gewalttätige Fan-Protest gegen Corona-Maßnahmen

Mehr als 2000 Fußball- und Eishockeyfans haben in Prag gegen die Corona-Einschränkungen im Sport protestiert. Dabei sei die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bei Demonstrationen von 500 Menschen überschritten worden, teilte die Polizei mit. Die Veranstalter beendeten die Versammlung im Stadtzentrum nach rund einer Stunde.

Anschließend kam es zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Hooligans und den Sicherheitskräften. Rauchbomben und Feuerwerkskörper wurden gezündet. Bei Personenkontrollen wurden nach Angaben der Polizei unter anderem Schlagstöcke und Schusswaffen sichergestellt. Mehr als ein Dutzend Personen wurden festgenommen. Derweil rief Ministerpräsident Andrej Babis die Menschen erneut auf, wenn möglich zu Hause zu bleiben. Die Regierung hatte ab dem 12. Oktober für zunächst zwei Wochen alle Sportveranstaltungen untersagt. Der Fußball-Ligabetrieb wurde daraufhin unterbrochen. Ausnahmen gelten nur für internationale Wettkämpfe.

(Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Polen: 10 Bischöfe infiziert

Die Pandemie trifft auch die katholischen Bischöfe in Polen: Binnen einer Woche sind zehn Bischöfe positiv auf das Coronavirus getestet worden. Unter ihnen ist nach Angaben seiner Erzdiözese Posen (Poznan) auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki.

Ebenfalls infiziert haben sich zwei der drei Posener Weihbischöfe und mehrere Mitarbeiter der Kurie in der westpolnischen Stadt, hieß es. Gadecki setzt demnach seine vor mehreren Tagen begonnene häusliche Quarantäne fort. „Er ist geschwächt, fühlt sich aber gut“, so das Erzbistum. Der emeritierte Weihbischof von Gnesen (Gniezno) wurde als einziger an Covid-19 erkrankter Bischof in eine Klinik eingeliefert. (Quelle: ARD, 18.10.20)


Basketball: Erstes Pokalspiel von Alba Berlin abgesetzt

Das erste Gruppenspiel im deutschen Basketball-Pokal von Titelverteidiger Alba Berlin ist wegen eines positiven Corona-Tests bei einem Spieler des Hauptstadtclubs abgesetzt worden. Über das weitere Vorgehen für die eigentlich heute (18.00 Uhr) geplante Partie gegen die Basketball Löwen Braunschweig in Bonn werde zu gegebener Zeit informiert, teilte die Liga weiter mit. Mit der Entscheidung wolle man der „übergeordneten gesundheitlichen Verantwortung“ gerecht werden. Damit wird der nationale Spielbetrieb bereits am zweiten Tag des Pokals von der Coronavirus-Pandemie beeinflusst. (Quelle: Sportschau, 18.10.20)


Schweiz verschärft Maßnahmen

Die Schweiz verschärft ihre Corona-Maßnahmen. Von Montag an seien Versammlungen von mehr als 15 Menschen auf öffentlichen Plätzen untersagt, teilt die Regierung nach einer Sondersitzung mit. In allen öffentlichen Gebäuden müssten Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden. Die Pflicht, eine solche Maske im öffentlichen Personenverkehr zu tragen, wird auf Bahnhöfe, Flughäfen sowie Bus- und Straßenbahnhaltestellen ausgeweitet. Dies gilt auch für Geschäfte, Schulen, Kirchen und Kinos. Am Freitag hatte das Land, in dem 8,6 Millionen Menschen leben, mit 3105 die bislang höchste Zahl an Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. (Quelle: ARD, 18.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 25.835 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 18. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 382. Von Freitag auf Sonnabend lag diese Zahl noch bei 554. Der langsamere Anstieg hängt – wie in der Vergangenheit – mit dem Wochenende zusammen, an dem nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das Landesgesundheitsamt melden


📌Emsland heute: 42 Neuinfektionen – 7-Tage-Inzidenz: 70,0.

Auch heute verschweigt der Landkreis Emsland „seinen“ Bürgerinnen und Bürgern die aktuellen Infektionszahlen der letzten 24 Stunden. Der Landkreis hat sie aber in der Summe bis 9 Uhr heute früh dem Landesgesundheitsamt (NLGA) Niedersachsen gemeldet. Also findet man:

Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden im Emsland weitere 42 Neuinfektionen festgestellt, wodurch die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn auf 1.257 angestiegen ist. Die Gesamtinzidenzzahl beträgt damit laut NLGA 384,5.

In den letzten sieben Tagen haben sich 229 Bewohner neu infiziert, was zu einer entsprechenden Inzidenzzahl von 70,0 führt.

Die Wochenzeitschrift DIE ZEIT gibt heute Nachmittag 227 Erkrankte innerhalb der letzten 7 Tage an und 248 akut Kranke. Die Zeitung nennt eine etwas geringere 7-Tages-Inzidenz von 69,4 an. Es gibt noch einmal eine gute Nachricht: keine weiteren Toten. Laut DIVI werden allerdings drei Patienten in den emsländischen Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelt, übrigens auch zwei Patienten in der Grafschaft Bentheim; 48 der 101 Intensivbetten im Landkreis Emsland sind aktuell nicht belegt. (Quelle: Niedersachsen.de, ZEIT, DIVI, 18,10.20)


Deutlich mehr CoViD-19-Tote in Deutschland


„Wear a mask, wear a mask… is this really much to ask??? Lyrics by Noah Lindquist Performed by Noah Lindquist and Ashley Young Based on „Be Our Guest“ from Disney’s BEAUTY AND THE BEAST by Alan Menken and Howard Ashman.
Enjoy, and WEAR A MASK!“



Aida Cruises startet wieder

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat nach Corona-bedingt siebenmonatiger Unterbrechung das Reisegeschäft wieder aufgenommen. Die „AIDAblu“ legte am Sonnabend im italienischen Civitavecchia zu einer siebentägigen Kreuzfahrt entlang der Westküste bis Sizilien und zurück zu einer Kreuzfahrt ab. Mehrere Landgänge sind geplant, unter anderem in Neapel, Palermo und Rom geplant. Aufgrund der Corona-Schutzvorkehrungen sei das Schiff aber nur mit 1.000 Passagieren und damit weniger als zur Hälfte belegt, so ein Sprecher der Reederei. Die Reise stehe bis Mitte Dezember noch mehrmals auf dem Programm, die Nachfrage sei groß. Anfang November solle eine Tour mit der „AIDAmar“ rund um die Kanarischen Inseln starten.

Die Reederei hat laut Sprecher Hansjörg Kunze zuvor zusammen mit den Behörden „ein Corona-Sicherheitspaket“ entwickelt. So sei ein Covid-19-PCR-Test mit negativem Testergebnis, welcher nicht älter als drei Tage sein dürfe, Voraussetzung für den Reiseantritt. Vor dem Einstieg werde zudem kontaktlos die Temperatur gemessen. Bei Gästen, die sich vor Reisebeginn in einem Corona-Risikogebiet aufhielten, werde im Hafenterminal ein weiterer Covid-19-Test gemacht. Zudem gelten den Angaben zufolge in den Bordrestaurants die gleichen Sicherheitsstandards wie an Land. Bei Landgängen blieben die Passagiere zusammen. Wer sich von der Gruppe entferne, dem könne der Zugang zum Schiff verwehrt werden, erklärte Kunze.

Die Rostocker Reederei hatte im März die Reisen auf ihren 14 Schiffen eingestellt. Michael Thamm, Chef der Costa Gruppe, zu der Costa Crociere und Aida Cruises gehören, bezifferte die Verluste für sein Unternehmen auf 1,5 Milliarden Euro. Der deutsche Geschäftsführer des internationalen Branchenverbands Clia, Helge Grammerstorf, schätzt die Verluste der gesamten Branche auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. (Foto: CC s. Archiv v. 07.04.20; Quelle: NDR, 18.10.20)


Russland-Zahlen

Die russischen Behörden haben 15.099 bestätigte Corona-Neuansteckungen verzeichnet. Damit haben sich in Russland bisher insgesamt fast 1,4 Millionen Menschen infiziert. 185 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden im Zusammenhang mit Virus gestorben. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Margot Käßmann:
Beerdigungen ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl möglich machen

„Meine Erfahrung ist, dass eine im besten Sinne gute Beerdigungsfeier den Abschied erleichtert“, schreibt die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in ihrer Kolumne in „Bild am Sonntag“. Beileidsbekundungen am Grab seien besonders wichtig und sollten möglich sein. Denn es tue den Trauernden gut, wenn Menschen da seien, die sie nicht alleine ließen. Beerdigungen kommt nach Käßmanns Ansicht eine gesonderte Rolle zu: „Taufen, Konfirmationen, Trauungen lassen sich nachholen. Eine Beerdigung nicht.“

Derzeit gilt laut niedersächsischer Corona-Verordnung: Kirchliche Feiern sind unabhängig von der Zahl der Teilnehmenden erlaubt, wenn ein Hygienekonzept vorliegt. Dies beinhaltet etwa die Reinigung von Oberflächen, das Achten auf den Mindestabstand zwischen den Teilnehmenden und ausreichendes Lüften. Zwar ist die Personenzahl damit nicht generell begrenzt, aber „es dürfen nur so viele Menschen in eine Kirche, dass die Gläubigen jeweils 1,5 Meter Abstand voneinander einhalten können“, teilt das Land mit. Religiöse Feiern unter freiem Himmel können eine Alternative sein, heißt es auch vom Land. „Es ist jedoch auch für eine solche Zusammenkunft ein Hygienekonzept aufzustellen und es sind die Abstandsregeln einzuhalten.“

Während der ersten Phase der Coronavirus-Pandemie mit umfassenden Kontaktbeschränkungen war auch die Zahl der Teilnehmer bei Beerdigungen begrenzt worden. Momentan breitet sich das Virus in Niedersachsen noch stärker aus als im Frühjahr. Die Zahl der Neuinfektionen erreicht ständig neue Höchststände. Schärfere Maßnahmen, gegebenenfalls auch landesweit, werden diskutiert, damit die Ausbreitung nicht außer Kontrolle gerät.

(Quelle: NDR, 18.10.20)


Studie: Coronavirus überlebt länger auf der Haut als Grippevirus

Das Coronavirus kann laut einer Studie japanischer Forscher fünf Mal so lange auf Haut eines Menschen überleben wie das Grippevirus. Demnach bleibt SARS-CoV-2 bis zu neun Stunden aktiv, während Influenza-A nur knapp zwei Stunden überlebt. Das Risiko einer Infektion könne durch regelmäßiges Händewaschen reduziert werden, wie es auch von der WHO empfohlen wird. Beide Virenarten könnten zudem durch Ethanol, das in Handdesinfektionsmitteln verwendet wird, innerhalb von 15 Sekunden abgetötet werden. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


(18.10.20)


Corona in Deutschland: Verdopplungszeit sinkt auf 10 Tage


Deutschland-Zahlen

In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages mehr 5.587 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet worden.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland registrierten Infektionsfälle stieg demnach auf 361.974, die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle auf 9.777 – zehn mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 290.000.

Am Wochenende fallen die Zahlen stets niedriger aus als während der Woche, da die Gesundheitsämter dann oft nicht alle Daten an das RKI übermitteln. Im Vergleich zu den 3.483 Infektionen am Sonntag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7.830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. (Quelle: RKI, 18.10.20)


Mexiko: Offiziell fast 5500 neue Infektionsfälle

In Mexiko ist die Zahl der bestätigten Infektionen um 5447 auf 847.108 gestiegen. In dem lateinamerikanischen Land starben am Samstag nach einer Infektion 355 Menschen. Damit steigt die Zahl der Pandemie-Opfer auf 86.059. (Quelle: ARD, 18.10.20)


Meldungen aus der Nacht

  • Österreich, Slowenien und Ungarn haben alle einen Anstieg der Fälle angekündigt – in Slowenien trat am Samstag das obligatorische Tragen von Masken im öffentlichen Außenbereich in Kraft.
  • Die Zahl der Todesopfer im Iran hat die Marke von 30.000 überschritten, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit.
  • Saudi-Arabien erlaubt zum ersten Mal seit sieben Monaten in einer der heiligsten religiösen Stätten des Islam, der Al-Haram-Moschee in Mekka, zu beten, berichtete das staatliche Fernsehen am frühen Sonntag.
  • Neuseeland, das das Virus zweimal eliminiert hatte, meldete seinen ersten neuen lokalen Infektionsfall seit 22 Tagen.
  • Die französische Überseegebiet Wallis und Futuna im Südpazifik verzeichnet seinen ersten Corona-fall in der gesamte Pandemie. (Quelle: The Guardian, 18.10.20)

Lauterbach rechnet mit lokalen Shutdowns

Bei einer weiterhin so schnellen Ausbreitung des Coronavirus rechnet SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach mit lokalen Shutdowns in Deutschland.

„Es ist ganz simpel: Der R-Wert liegt bei etwa 1,3. Wenn wir den nicht runter bekommen, steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden. Dann kommen lokale Shutdowns“,

sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die auch R-Wert genannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. Laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts von Samstagabend lag der R-Wert bei 1,40. „Das exponentielle Wachstum hat eine solche Kraft – da würde jedem einleuchten, dass nichts mehr stattfinden kann“, so Lauterbach weiter. „Dann würde auch die Wirtschaft einbrechen.“ Im Kampf gegen das Virus zählt der Politiker auf das Verhalten der Menschen – weniger auf die Eindämmungsmaßnahmen:

Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält. Das ist wichtiger als einzelne Maßnahmen. Viele Auflagen lassen sich ohnehin schwer überprüfen.

(Foto: Lauterbach CC s. Archiv v. 15.06.20; Quelle: ARD, 18.10.20)


New York geht gegen Hochzeit mit mehr als 10.000 Teilnehmern vor

Behörden des US-Bundesstaats New York sind gegen eine geplante Hochzeit mit möglicherweise mehr als 10.000 Teilnehmern vorgegangen. „Es war eine große Hochzeit geplant, die die Versammlungsregeln verletzt hätte“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Einer Mitarbeiterin zufolge habe eine Untersuchung herausgefunden, dass die Feier am Montag im Viertel Williamsburg in Brooklyn stattfinden sollte. Die Veranstaltung sei per Verfügung ausdrücklich untersagt worden. Die städtischen Behörden seien alarmiert, so Cuomo. „Ich bin sicher, die haben Leute, die das beobachten.“ (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Mehr als eine 500 Mio Euro Soforthilfen zurückgezahlt

Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer haben Corona-Soforthilfen in Höhe von mehr als 500 Mio Euro an den Staat zurückgezahlt. Das ergab eine Nachfrage der „Welt am Sonntag“ bei den Bundesländern.

Demnach gaben Soforthilfe-Empfänger bis zum 30. September mehr als 560 Millionen Euro ungerechtfertigt gezahlter Zuschüsse zurück. Auf den ersten drei Plätzen liegen Nordrhein-Westfalen mit 170 Millionen Euro, Berlin mit 143 Millionen Euro und Bayern mit 107 Millionen Euro. Die Angaben beziehen sich sowohl auf das Soforthilfeprogramm des Bundes als auch auf die entsprechenden Programme der Länder.

13,8 Milliarden Euro wurden im Rahmen des Bundesprogramms bislang insgesamt an Antragssteller verteilt. Das Programm ist am 31. Mai ausgelaufen, daher gibt es nur noch geringe Änderungen bei den Antrags- und Bewilligungszahlen. (Quelle: Wams, 18.10.20)


(18.10.20)


Israel lockert Corona-Bschränkungen

Israel will einige Corona-Beschränkungen ab Sonntag in einer ersten Phase der Reduzierung der im letzten Monat verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der steigenden Coronavirus-Infektionsraten lockern.

„Wir werden das dieses Mal vorsichtig machen, so wie die Experten des Gesundheitsministeriums es vorschlagen“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Samstagabend gegenüber Medienvertretern.

Die Lockerung einiger Regeln, die seit dem 18. September im Rahmen einer zweiten Sperrung in sechs Monaten gegen die Pandemie in Kraft sind, wurde am Donnerstag von der Netanjahu-Regierung beschlossen, vorausgesetzt die Zahl neuer Infektionen beträgt nicht mehr als 2.000 pro Tag.

Am Freitag gab es nach offiziellen Angaben 1.695 neue Fälle, also deutlich weniger als die rund 8.000 bis 9.000 pro Tag Ende September, berichtet Agence France-Presse. „Wenn alle die Regeln befolgen, bin ich sicher, dass es funktionieren wird“, fügte der Premierminister hinzu. Die Aufhebung der Beschränkungen soll in mehreren Phasen bis Februar 2021 geschehen.

Israel, ein Land mit nur etwa neun Millionen Einwohnern, hat nach den am Freitag veröffentlichten Daten 301.896 Coronavirus-Fälle registriert, darunter 2.141 Todesfälle.

Eine wichtige Maßnahme, die am Sonntag aufgehoben werden soll, ist die Ausgangsbeschränkung für Personen, die sich nicht mehr als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernen dürfen. Diese Regel löste bei vielen Israelis Wut aus, die behaupteten, sie sei bloß dazu gedacht, politische Proteste gegen Netanjahu einzudämmen.

Außerdem werden Kindergärten sowie Strände und Nationalparks wiedereröffnet. Die Israelis können auch wieder Freunde oder Verwandte besuchen, solange nicht mehr als 10 Personen in Gebäuden und 20 außerhalb zusammenkommen.

In einigen Hotspots, vor allem in Gebieten mit einer hohen ultraorthodoxen Bevölkerung, in denen die Infektionen nach Angaben der Behörden weiterhin hoch sind, werden die Restriktionen jedoch bis mindestens Mittwoch um Mitternacht bestehen bleiben.

Update:

Tausende Israelis haben erneut gegen den wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu demonstriert. Nach Aufhebung von Restriktionen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollten, versammelten sich auch in Jerusalem wieder Tausende Demonstranten. Der Regierungschef steht auch wegen seines Corona-Krisenmanagements massiv in der Kritik.
(Quellen: The Guardian, ZDF, 17.10.20)


Mecklenburg-Vorpommern lockert

Die Schweriner Landesregierung lockert die bislang strengen Regeln für Urlauber aus deutschen Corona-Risikogebieten. Die lange Quarantäne entfällt. Künftig reicht ein Test anstatt zwei. Mecklenburg-Vorpommern hat damit seinen harten Kurs beim sogenannten Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten aufgegeben. Allerdings sollen die neuen Regeln erst am kommenden Mittwoch in Kraft treten.

Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts in Greifswald einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche heute auf einen Kompromiss. Für Urlauber im Nordosten reicht von kommendem Mittwoch an ein negativer Corona-Test aus, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die bislang zusätzlich geforderte Quarantäne von mindestens fünf Tagen und ein folgender zweiter Test entfallen. Damit gleiche das Land seine Regeln an die in Schleswig-Holstein geltenden an, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Sonnabend.

Die Quarantänepflicht für Urlauber galt bislang nur in Mecklenburg-Vorpommern. Diese Regelung war bundesweit am strengsten und hatte für massive Kritik gesorgt. Die Ministerpräsidentin hatte angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen lange Zeit auf dem Sonderweg bestanden, lenkte nun aber angesichts abschlägiger Gerichtsentscheidungen zum Beherbergungsverbot in einer Reihe anderer Bundesländer ein. Schon nach dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am vergangenen Mittwoch hatte Schwesig Lockerungen in Aussicht gestellt, aber Bedingungen daran geknüpft.

Touristen aus Risikogebieten müssen bei der Anreise aber weiterhin einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Die Regelung für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten ändert sich auch nicht. Auch Tagestouristen aus Risikogebieten dürfen nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen.

Beim Oberverwaltungsgericht in Greifswald waren in der vergangenen Woche drei Eilanträge gegen die Landesverordnung eingereicht worden. Ursprünglich wollte das Gericht darüber in der kommenden Woche entscheiden. Ob die Anträge möglicherweise zurückgezogen werden, war zunächst unklar. Nach Einschätzung der Tourismuswirtschaft kamen die bislang in Mecklenburg-Vorpommern geltenden Einreisebestimmungen für Besucher aus Corona-Hotspots einem Beherbergungsverbot gleich.

Der Landestourismusverband und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband begrüßten die Kursänderung des Landes. Sie hatten die bisherige Regelung scharf kritisiert. Die Branche, die nach dem coronabedingten vollständigen Reisestopp im Frühjahr im Nordosten in der Sommersaison wieder im Aufwind war, musste im Herbst einen Rückschlag hinnehmen. Der Landestourismusverband sprach von Einbußen von bis zu 30 Prozent. Das entspreche erwarteten Einnahmen von bis zu 80 Millionen Euro, mit denen die Hoteliers fest gerechnet hatten. Außerdem sei es für die einzelnen Betreiber von Unterkünften schwierig, alle neuen Risikogebiete im Blick zu behalten und entsprechende Urlauber gar nicht erst anreisen zu lassen. So fielen Touristen insbesondere aus Berlin weg, weil in der Bundeshauptstadt zu Beginn der Herbstferien die Infektionszahlen die kritische Marke von 50 neuen Ansteckungen je 100.000 Einwohnern in einer Woche überstiegen. Auch aus anderen Risikogebieten Deutschlands blieben Urlauber trotz Vorbuchungen weg.

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten gilt nur noch in wenigen Bundesländern. In den meisten wurde es ausgesetzt oder war gar nicht eingeführt worden. In Hamburg müssen Touristen aus deutschen Risikogebieten schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in einem deutschen Risikogebiet aufgehalten haben. Ansonsten müssen sie einen Negativtest vorlegen. In Sachsen-Anhalt gilt dieselbe Regelung wie für Touristen aus ausländischen Corona-Risikogebieten, es sei denn, sie können einen maximal zwei Tage alten Negativtest vorlegen. Gleiches gilt für Schleswig-Holstein.

(Quelle: NDR, 17.10.20)


Überblick am Abend

  • Die weltweiten Fälle Coronainfektionen übertrafen am späten Freitag zum ersten Mal die Tageszahl von 400.000, ein Rekordanstieg zu einer zeit, in der ein Großteil Europas neue Beschränkungen zur Eindämmung des Ausbruchs einführt.
  • Europa, das den ersten Anstieg von Infektionen erfolgreich gedämpft hat, hat sich in den letzten Wochen zum neuen Coronavirus-Epizentrum entwickelt und meldete in der vergangenen Woche durchschnittlich 140.000 Fälle pro Tag. Als Region meldet Europa täglich mehr Fälle als Indien, Brasilien und die USA zusammen. Laut einer Reuters-Analyse stammten von 100 weltweit gemeldeten Infektionen 34 aus europäischen Ländern.Der Kontinent meldet derzeit etwa alle neun Tage eine Million Neuinfektionen und hat seit Beginn der Pandemie mehr als 6,3 Millionen Fälle gemeldet. Die fünf Länder Großbritannien, Frankreich, Russland, die Niederlande und Spanien machten dabei in dieser Woche etwa die Hälfte der neuen Fälle in Europa aus.
  • Frankreich meldet mit 19.425 Infektionen durchschnittlich pro Tag den höchsten 7-Tage-Durchschnitt der Neuerkrankungen in Europa, gefolgt von Großbritannien, Russland, Spanien und den Niederlanden in der Liste der am schlimmsten betroffenen europäischen Länder.
  • Mehrere europäische Länder schließen Schulen, stornieren nicht zwingend notwendige Operationen und engagieren Medizinstudenten, da die betreffenden Länder vor einem Wiederaufleben von CoViD-19 stehen.
  • Russland bringt Schüler zum Online-Lernen und Nordirland schließt Schulen für zwei Wochen und Restaurants für vier Wochen.
  • In Spanien haben die katalanischen Behörden angeordnet, dass alle Bars, Gaststätten und Restaurants für 15 Tage geschlossen werden, und auch die Anzahl der Personen, die in Geschäften zugelassen sind, begrenzt wird.
  • Die Tschechische Republik hat auch die Schulen auf Homeschooling umgestellt und plant, Tausende von Medizinstudenten einzusetzen. Krankenhäuser kürzen nicht dringende medizinische eingriffe, um Betten freizugeben.
  • In Polen warnen die Gesundheitsbehörden, dass das Land kurz vor einer Katastrophe stehe, nachdem in dieser Woche ein Rekord von 6.526 neuen Coronavirus-Infektionen und 116 Todesfällen gemeldet wurden. Polen bereitet die Notausbildung von Krankenschwestern vor und erwägt, Feldkrankenhäuser zu eröffnen.
  • Lateinamerika ist mit etwa 27% aller CoViD-19-Fälle die am stärksten betroffene Region, gefolgt von Asien, Nordamerika und Europa.
  • Indien meldet diesen Monat weniger Fälle als im September mit durchschnittlich 69.000 Fällen pro Tag. Die Infektionszahlen sind in den letzten drei Wochen um mehr als 20.000 gesunken, was einem Rückgang von 22% gegenüber dem vorherigen Höchststand entspricht. Indien meldete am 13. Oktober 55.342 Fälle, den niedrigsten täglichen Anstieg seit dem 18. August.
  • In den USA, in denen weltweit die meisten Fälle und Todesfälle zu verzeichnen sind, nehmen die Neuinfektionen zusammen mit den am meisten hospitalisierten Covid-19-Patienten hingegen seit Anfang September zu. (Quelle: The Guardian, 17.10.20)

Frankreich-Zahlen

Frankreich meldet einen Rekord bei den Neuinfektionen. Am Samstag habe es 32.427 neue Fälle gegeben, gibt das Gesundheitsministerium bekannt. Insgesamt zählt das Land seit Beginn der Pandemie 867.197 Infektionen. Die Zahl der Toten steigt am Samstag um 90 auf 33.392. (Quelle SPIEGEL, 17.10.20)


Emsland heute: 30 Neuinfektionen – 7-Tage-Inzidenz: 68,2.

Tausende Menschen aus dem Emsland schauen täglich auf die Website des Landkreises, um dort Informationen über die Corona-Fallzahlen zu finden. Der Landkreis verschweigt diese schon mal und wirkt damit wie ein bockiger kleiner Junge, der sich die Nase nicht putzen lassen will. Im Gegensatz zum vergangenen Wochenende finden sich heute jedenfalls keine aktuellen Infektionszahlen der letzten 24 Stunden auf http://www.emsland.de. Der Landkreis hat sie also nicht seinen Emsländerinnen und Emsländern bekannt gegeben, aber ihre Summe bis 9 Uhr heute früh dem Landesgesundheitsamt (NLGA) Niedersachsen gemeldet. Also findet man – auch dort allerdings erst nach einigem Suchen– dies:

Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden im Emsland weitere 30 Neuinfektionen festgestellt, wodurch die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn auf 1.215 angestiegen ist. Die Gesamtinzidenzzahl beträgt damit laut NLGA 371,6. In den letzten sieben Tagen haben sich 223 Bewohner neu infiziert, was zu einer entsprechenden Inzidenzzahl von 68,2 führt.

Die Wochenzeitschrift DIE ZEIT gibt heute Nachmittag 217 Erkrankte innerhalb der letzten 7 Tage an und nennt eine etwas geringere 7-Tages-Inzidenz von 66,4 an. Es gibt -eine gute Nachricht- keine weiteren Toten. Laut DIVI werden allerdings drei Patienten in den emsländischen Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelt; 47 der 101 Intensivbetten im Landkreis sind aktuell nicht belegt.

(Quelle: NLGA, DIE ZEIT, DIVI, 17.10.20)


Slowenien gibt Nachverfolgung von Corona-Kontakten auf

Das kleine Slowenien gibt „wegen Überlastung“ die Corona-Kontaktnachverfolgung auf. Die Gesundheitsbehörden des Landes seien nicht mehr in der Lage, allen Kontakten von Infizierten nachzugehen, teilte das Institut für öffentliche Gesundheit mit. In einer Erklärung wurden die betroffenen Bürger aufgefordert, ihre Kontakte selbst zu informieren.

Das Zwei-Millionen-Einwohnerland zählte in den vergangenen 24 Stunden 900 neue Infektionsfälle. Dies entspricht einer Verdoppelung binnen einer Woche. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 180 Menschen in Slowenien nach einer Coronavirus-Infektion, rund 12.000 Infektionsfälle wurden registriert. (Quelle: Tagesschau, 17.10.20)


Österreich verzeichnet Rekordwert bei Neuinfektionen

In Österreich ist erneut eine Rekordzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Samstag 1.747 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Der bisher höchste Tageswert war am Donnerstag mit 1.552 Fällen gemeldet worden.

Die Fallzahlen sind seit Anfang September stetig gestiegen – damals lagen sie noch bei unter 400 pro Tag. Die österreichische Regierung will am Montag mit Vertretern der neun Bundesländer über neue Schutzmaßnahmen beraten.

(Quelle: Tagesschau, 17.10.20)


Corona im Winter: Schwere Zeiten für Obdachlose

Nach Einschätzung der Landesarmutskonferenz Niedersachsen wird die Zahl der Obdachlosen in nächster Zeit steigen. Das Gremium fordert, nicht ausgelastete Hotels und Unterkünfte anzumieten.

Steigende Infektionszahlen, sinkende Temperaturen – Menschen ohne Wohnung stehen vor einem harten Winter. „Für Obdachlose wird es ganz bitter werden“, glaubt Klaus-Dieter Gleitze, Geschäftsführer der niedersächsischen Landesarmutskonferenz. „Es steht zu befürchten, dass bei massiv steigenden Infektionszahlen die Hilfsangebote reduziert werden – auch aus Schutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Das gelte auch auf privater Ebene. Für Wohnungslose, die bislang bei Freunden und Verwandten schlafen durften, könnte diese Option wegen erhöhter Ansteckungsgefahr wegfallen. Zudem sei zu befürchten, dass Menschen mit wenig Einkommen ihre Wohnungen im Winter verlieren, so Gleitze.

Klaus-Dieter Gleitze fordert rasches Handeln. „Bald kommen die ersten Nächte mit Frost.“ Man könne die schwierige Situation für die Obdachlosen entschärfen, wenn man Hotels und leer stehende Unterkünfte anmiete. Hilfsinitiativen stehen vor der Herausforderung, die Hygieneregeln durchzusetzen – allen voran den Mindestabstand. Man benötigt schlichtweg mehr Platz. „Bei uns funktioniert es relativ gut“, sagte Harald Bremer, Geschäftsführer des Karl-Lemmermann-Hauses in Hannover. Doch die Probleme seien absehbar, sobald es kälter und regnerischer werde. „Drinnen wird es immer schwieriger mit dem Abstand“, so Bremer. (Quelle: NDR, 17.10.20)


Delmenhorst mit 7-Tage-Inzidenz von knapp 200

In Delmenhorst hat es in den vergangenen sieben Tagen 196,3 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben. Das hat die Stadt mitgeteilt und –überraschend– hinzugesetzt: „Delmenhorst bleibt damit Risikogebiet.“ . Auf den drastischen Anstieg – der höchste in ganz Deutschland – folgen weitere Einschränkungen.

Am Sonntag fallen demnach sämtliche Gottesdienste und Sportveranstaltungen in Delmenhorst aus. Zuvor war bereits die Maskenpflicht erweitert worden. Der Regelbetrieb in Kitas wurde eingeschränkt und Zuschauer bei Sportveranstaltungen untersagt. Schon am Montag will die Stadt in einer Pressekonferenz „über die Lage informieren“. (Quelle: NDR, 17.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 25.453 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 17. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 554. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 711 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: drei mehr als gestern. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 19.861 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 78 Prozent. Auch die Auslastung der Intensivstationen kommt wieder in den Fokus. (Quelle: NDR, 17.10.20)


Frankreich: Infektionsgeschehen außer Kontrolle

Das Infektionsgeschehen in Frankreich ist außer Kontrolle: In Paris und acht weiteren Corona-Hotspots dürfen die Bürger nun ihre Häuser zwischen 21.00 Uhr und sechs Uhr morgens nicht mehr verlassen. Frankreich meldete am Freitagabend mehr als 25.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, am Vortag waren es sogar mehr als 30.000 gewesen. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Freitag um 122 auf insgesamt 33.303 seit Beginn der Pandemie. Die neuen Ausgangssperren sind in Frankreich die härteste Maßnahme seit Ende des landesweiten Lockdowns am 11. Mai.

In der Hauptstadt waren am Vorabend der Maßnahme, die um Mitternacht in Kraft trat, noch zahlreiche Menschen unterwegs. Gegen 22 Uhr am Freitag waren die Terrassen der noch geöffneten Brasserien und Restaurants auf dem Platz der Republik in Paris noch gut gefüllt. „Wir werden es so lange wie möglich auskosten“, sagte ein 19-jähriger Student in Begleitung von vier Freunden. „Wir gehen ins Restaurant, machen eine Tour durch die Bars und einen kleinen Spaziergang.“

Ausnahmen etwa für den Kultursektor lehnte Premierminister Jean Castex am Freitag ab. „Jeder muss ab 21.00 Uhr zuhause sein“, sagte Regierungschef Castex zu den neuen Ausgangssperren für die Ballungsräume Paris, Marseille, Lyon, Lille, Rouen, Saint-Etienne, Grenoble, Toulouse und Montpellier. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, dies komme die Wirtschaft weniger teuer zu stehen als ein landesweiter Lockdown.

Das Pariser Innenministerium veröffentlichte am Freitagabend ein Formular, das jeder ausgefüllt bei sich tragen soll, der während der Ausgangssperre vor die Tür muss. Folgende Ausnahmen können unter anderem darauf angeben werden: Arbeitsweg, medizinische Notfälle, Pflege von Angehörigen oder Betreuung von Kindern oder Weg zum Flughafen oder Bahnhof für Langstreckenreisen. Auch das Gassigehen mit dem Hund ist erlaubt – allerdings nur im Radius von einem Kilometer zur Wohnung.

Die strengen Regelungen erinnern an das Frühjahr. Damals gab es in ganz Frankreich sehr strenge Ausgangsbeschränkungen. Auch damals durfte man nur aus triftigem Grund vor die Tür – etwa zum Einkaufen. Spaziergänge waren zeitlich begrenzt und auch nur im Radius von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt. Die Menschen mussten all das ebenfalls mit einem Formular dokumentieren. Parks und Strände wurden damals geschlossen.

Wer sich nun nicht an die neuen Beschränkungen hält, muss 135 Euro Strafe zahlen – für Wiederholungstäter können Tausende Euro fällig werden. 12.000 Polizisten sollen die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot hatte zuvor Ausnahmen für Kinos, Theater und Konzertsäle als denkbar bezeichnet und damit Hoffnungen geweckt. Die Kultureinrichtungen müssen in den betroffenen Städten nun aber ebenso um 21.00 Uhr schließen wie Restaurants. (Quelle: TSP, 17.10.20)


Abreisen: Hotel in Timmendorfer Strand geschlossen

Drei Mitarbeiter eines Hotels in Timmendorfer Strand sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Hotel wurde geschlossen, und alle 200 Gäste des Grand Hotel Seeschlösschen müssen abreisen.

Die betroffenen Mitarbeiter haben nach Angaben des Kreises Ostholstein alle in unterschiedlichen Bereichen des Hauses gearbeitet. Deshalb sei eine Ausbreitung unter der gesamten Belegschaft nicht auszuschließen.

Mehr als 100 Beschäftigte des Hotels müssen in Quarantäne – sie gelten laut Kreisverwaltung als sog. Kontaktpersonen der Kategorie 1. Das heißt, sie hatten intensiven Kontakt mit den Infizierten. Sie alle werden jetzt auf das Coronavirus getestet – die Ergebnisse sollen in ein paar Tagen vorliegen. Auch ihre Familien müssen mit einer Quarantäne rechnen.

Das Gesundheitsamt des Kreises Ostholstein hat das Hotel geschlossen – rund 200 Gäste müssen abreisen. Sie wurden als Kontaktpersonen der Kategorie 2 eingestuft. Das bedeutet, sie hatten keinen direkten Kontakt mit den infizierten Personen. Sie dürfen sich freiwillig testen lassen und sollen in den kommenden Tagen auf Symptome einer möglichen Infektion achten. In Quarantäne müssen sie nicht. (Quelle: NDR, 17.10.20)


UK-Zahlen

In Großbritannien sind nach Regierungsangaben an nur einem Tag 150 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das sind so viele wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Am Freitag waren noch 136 Todesfälle registriert worden. Zudem wurden 16.171 nachgewiesene Neuinfektionen registriert nach 15.650 am Freitag. (Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


Italien verschärft Schutzmaßnahmen

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen haben die Behörden der norditalienischen Region Lombardei eine Sperrstunde für Bars und Restaurants ab Mitternacht eingeführt. Die neuen Maßnahmen sehen auch ein Verbot für den Verkauf von Speisen zum Mitnehmen und für Alkohol ab 18.00 Uhr vor. Es dürfen keine Amateursport-Events mehr stattfinden. Die Maßnahmen gelten ab Samstag und zunächst bis zum 6. November.

Betreiber von Bars dürfen den Maßnahmen zufolge ab 18.00 Uhr nur noch Kunden bedienen, die an einem Tisch sitzen. Menschen in Altersheimen dürfen von ihren Angehörigen nur noch besucht werden, wenn diese eine Genehmigung der Gesundheitsbehörden vorweisen können. Die neuen Regelungen sollen von der Polizei überwacht werden.

Italien hat am Freitag die Grenze von 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden überschritten. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region des Landes. In der vergangenen Woche hatte die italienische Regierung eine Maskenpflicht im Freien verhängt und den Ausnahmezustand bis zum 31. Januar verlängert.

Italienischen Medienberichten zufolge erwägt Ministerpräsident Giuseppe Conte auch, eine nächtliche Ausgangssperre ähnlich wie in einer Reihe von Städten in Frankreich einzuführen. (Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


Belgien: Außenministerin positiv getestet

Nach dem österreichischen Außenminister hat sich jetzt auch die belgische Außenministerin mit dem Coronavirus infiziert. Sophie Wilmes twitterte, sie sei positiv getestet worden, teilt sie per Twitter mit. Vermutlich sei die Ansteckung innerhalb ihrer Familie erfolgt. Bereits am Freitag erklärte sie, sie werde sich selbst isolieren, weil es einen Verdacht auf Covid-19-Symptome gebe. Wilmes hatte am 12. Oktober an Gesprächen mit den anderen EU-Außenministern in Luxemburg teilgenommen.

(Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


Polen mit Rekordzahlen

Trotz Corona-Auflagen ist in Polen die Anzahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Virus auf einen Rekordwert gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen 9622 Fälle hinzu, wie am Samstag aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag hatte das Ministerium bekannt gegeben, dass die Anzahl der täglich registrierten Neuinfektionen erstmals die Marke von 8000 überschritten habe.

Insgesamt verzeichnete Polen bisher 167.230 bestätigte Infektionen und 3524 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner.
(Quelle: ZDF, 17.10.20)


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Quarantäne

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben. Wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin mitteilte, ist ein Personenschützer des Staatsoberhauptes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Steinmeiers erster Test fiel negativ aus.

Der Polizeibeamte des Bundeskriminalamtes ist eine Kontaktperson ersten Grades. Steinmeier habe sich nun selbst einem Corona-Test unterzogen, das erste Ergebnis liege aber noch nicht vor, sagte die Sprecherin am Samstagnachmittag.

Ende März hatte sich auch Kanzlerin Angela Merkel vorsorglich für knapp zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt mit einem infizierten Arzt hatte. In dieser Zeit hatte sie drei Corona-Tests machen lassen, die jedoch alle negativ waren.

Der Bundespräsident wollte an diesem Sonntagmorgen zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse eigentlich den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche an den Inder Amatyra Sen verleihen.

(Foto: Bundespräsident Steinmeier; CC s. Archiv v. 03.05.; Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


Deutschland zur Aufnahme von Corona-Patienten aus EU-Staaten bereit

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat mit Blick auf die stark steigenden Fallzahlen bekräftigt, dass Deutschland dazu bereit ist, Corona-Patienten aus anderen EU-Staaten aufzunehmen. „Wenn es bei unseren Nachbarn in der Versorgung von Corona-Patienten Engpässe gibt, bieten wir natürlich schnell Hilfe an, wie unsere Kapazitäten dies erlauben“, sagte Maas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Über das neue Frühwarnsystem könne das inzwischen viel besser europäisch koordiniert werden als im Frühjahr. „Auf diese Solidarität setze ich, wenn es ein schwieriger Herbst wird“, sagte der SPD-Politiker weiter.

(Quelle: Tagesschau, 17.10.20)


7 Monate Pandemie: Niedersachsen handelt.

(17.10.20)


Fast übersehen: Die Berliner Corona-Masken-Kampagne mit Mittelfinger

Das hatte ich fast übersehen: Der „erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske“ verschwindet, aber die Kampagne von Senatswirtschaftsverwaltung und „Visit Berlin“ zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit wird fortgesetzt. Das sagte Christian Tänzler, der Sprecher der Tourismus-Marketingorganisation, am Mittwoch.

Ohnehin sei das Motiv, das eine ältere Frau mit Maske und ihren erhobenen (Mittel-)Finger zeigt, nur für den einmaligen Einsatz in Tagesspiegel und „Bild“-Zeitung gedacht gewesen – man habe versucht, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen und auch hartnäckige Zielgruppen zu erreichen, „und das ist uns gelungen“.

Nachtrag:
Ein (fraktionsloser) Abgeordneter des Berliner Abgeordnetenhauses, den seine ehedem liberalen Frationskolleg/innen ausgeschlossen haben, hat nun gar Anzeige wegen des vom Berliner Senat verbreiteten Motivs „Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske“ erstattet und Strafantrag wegen „aller in Frage kommender Delikte, auch gegen einen etwaigen Anstifter“ gestellt. Er sieht einen Angriff auf die „Menschenwürde“ und „sowohl den Anfangsverdacht einer strafbaren Volksverhetzung als auch eines Ehrverletzungsdelikts“. Der Knall hallt heftig nach.
(Quelle: Horizont, TSP, 17.10.20)


Iran beklagt mehr als 30.000 Corona-Tote

Die Anzahl der Corona-Toten hat in Iran nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Schwelle von 30.000 überstiegen. Binnen 24 Stunden seien 253 Tote registriert worden; die Sterbefälle hätten damit 30.123 erreicht, sagte die Ministeriumssprecherin Sima Lari am Samstag. Gleichzeitig sei die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar auf 526 490 gestiegen, sagte sie laut der Nachrichtenagentur IRNA.

Der drastische Anstieg der Fallzahlen hat zu kritischen Engpässen bei der medizinischen Versorgung der Corona-Patienten in Iran geführt. Nach Einschätzung des Corona-Krisenstabs spiegeln die Zahlen außerdem nur die Testergebnisse wider, und es könnte weitaus mehr Corona-Tote und Infizierte im Land geben. Iran hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland, wo nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Zahl der Infektionen aktuell bei mindestens 356.387 und die der Toten bei 9767 liegt.
(Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


NRW: 70.000 Einwohner/innen in Quarantäne

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) derzeit rund 70.000 Menschen wegen Corona in Quarantäne. Trotz Personallücken in den Gesundheitsämtern seien die nötigen Tests und Nachverfolgungen der Infektionsketten grundsätzlich aber gewährleistet, sagte er am Samstag im Deutschlandfunk.

NRW teste rund 350.000 Menschen pro Woche auf eine Infizierung mit dem Coronavirus – möglich seien derzeit sogar 400.000 pro Woche. Das Gesundheitssystem habe noch „sehr viele Kapazitäten“ zur Versorgung Infizierter – auch in der Intensivmedizin. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands leben rund 18 Millionen Menschen. (Quelle: DLF, 17.10.20)


Mehr als 62.200 Neuinfektionen in Indien

In Indien sind laut Gesundheitsministerium 62.212 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden. Nach den USA verzeichnet das Land mit 7,43 Millionen die weltweit zweithöchste Zahl an nachgewiesenen Ansteckungsfällen. Insgesamt starben rund 113.000 Menschen mit oder an dem Virus. Die Zahl der aktiv Infizierten sei erstmals seit 6 Wochen unter 800.000 gesunken.

(Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


ADAC sagt Hauptversammlung ab

Der Autofahrerclub ADAC hat seine für Ende November geplante Hauptversammlung wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Nach Angaben des Verbandes hatte das Präsidium gestern eine entsprechende Entscheidung getroffen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus und der damit einhergehenden Verschärfung der Kontakt- und Reisebeschränkungen könne das Treffen bedauerlicherweise nicht stattfinden, sagte ADAC-Präsident August Markl.

Die jährlich tagende Hauptversammlung ist das oberste Organ des ADAC. Die Abstimmungen zur Feststellung des Jahresabschlusses 2019, zur Entlastung des Präsidiums sowie zum Wirtschaftsplan 2020 sollen nun im Umlaufverfahren stattfinden. (Quelle: Tagesschau, 17.10.20)


Österreichs Außenminister infiziert

Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte eine Sprecherin seines Ministeriums. Der 51jährige Schallenberg sei symptomfrei. Er habe am Mittwoch an der Kabinettssitzung teilgenommen. Alle Regierungsmitglieder hätten dabei Masken getragen, als Vorsichtsmaßnahme würden sie aber ebenfalls getestet.

Möglicherweise war der parteilose Schallenberg bereits am Montag infiziert gewesen. An dem Tag hatte er ebenso wie Bundesaußenminister Heiko Maas an einem EU-Treffen in Luxemburg teilgenommen. (Quelle: ARD, 17.10.20)


Niederlande: Gezellig soll es sein

Das Coronavirus schlägt in der zweiten Welle hart in den Niederlanden zu – und die Niederländer machen Party. Während die Abgeordneten der 2. Kammer in Den Haag am Mittwochabend über die düstere Realität debattierten, grölten, tranken und tanzten Hunderte in Partyzelten direkt gegenüber.

Ähnliche Szenen wurden auch aus anderen Städten gemeldet. Wohl ein letzter Tanz, bevor Kneipen, Cafés und Restaurants für mindestens vier Wochen schließen mussten. Das Verhalten passt zu den Niederländern, die den Wert des Lebens gerne daran messen, wie „gezellig“ es ist. Kaum war der erste „intelligente Lockdown“ am 1. Juni vorbei, ging das normale Leben wieder voll weiter. Keine Masken, keine Kontrollen, aber dichtes Gedränge in Geschäften und Kneipen. Super-Gezellig.

Seither griff das Coronavirus in Windeseile um sich. Binnen 24 Stunden wurden am Freitag zuletzt knapp 8.000 Neuinfektionen gemeldet – in einem Land mit gut 17 Millionen Einwohnern. Bedrohlich ist die Lage auch längst in Krankenhäusern und auf Intensivstationen. Dort liegen bereits so viele CoViD-19-Patienten, dass die normale Pflege für andere Patienten abgebaut wird.

Alle Alarmsignale stehen auf Rot. Die Lage sei bedrohlicher als im Frühjahr, sagte der Amsterdamer Virologe Hans Zaaijer der Zeitung „De Telegraaf“. „Wir befinden uns im Vorlauf einer Katastrophe.“

Um die abzuwenden, verhängte die Regierung von Premier Mark Rutte jetzt den „Teil-Lockdown“. Unter anderem Gaststätten sind geschlossen und eine Maskenpflicht wird eingeführt.

Die Gesichtsmasken wurden zum Symbol für die wankelmütige Politik. Der rechtsliberale Premier hält sie für Unsinn. „Masken bringen nichts.“ Doch zu Beginn der Woche erschien er auf einmal selbst mit einem „maskertje“, einem „Mäskchen“, wie er fast liebevoll sagte. Ein Signal für die Bürger: Jetzt wird es ernst.

Die Niederländern lasse sich nun einmal nicht gerne etwas vorschreiben. Den Mangel an Disziplin beklagt auch Andreas Voss, Professor für Infektionsprävention in Nijmegen und Regierungsberater. „Die Leute sollten endlich die Regeln befolgen“. Der Mikrobiologe sieht einen wesentlichen Unterschied zu seinen deutschen Landsleuten. „Dort wird weniger über die Maßnahmen diskutiert und werden die Richtlinien besser befolgt.“

„Wir alle haben es nicht gut gemacht“, gibt der Premier zu. Doch inzwischen wird seine Regierung auch verantwortlich dafür gemacht, dass die Dinge so aus dem Ruder laufen konnten. Die linke Opposition wirft dem Kabinett Systemfehler und Führungsschwäche vor.

Schon das Testen funktioniert nicht – trotz aller Versprechen. Die Gesundheitsämter haben viel zu wenig Mitarbeiter und die Labors erschreckend wenig Kapazitäten. Sie sind auch damit überfordert, Kontaktpersonen aufzuspüren und so die Quelle einer Infektion zu finden. Das soll jeder selbst machen. Die im März angekündigte Corona-App wurde erst sieben Monate später, in der vergangenen Woche eingeführt.

Auch die Kapazität der Krankenhäuser reicht nicht. Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es rund 1.150 Betten auf Intensivstationen. Im Vergleich: Allein in NRW, das eine ähnliche Einwohnerzahl hat, gibt es über 6.000 – fünfmal so viele. Deutsche Kliniken haben bereits angeboten, wie im Frühjahr wieder Covid-19-Patienten aus dem Nachbarland aufzunehmen. Das Schlimmste will das Land nun in einer Kraftanstrengung verhindern. Für mindestens vier Wochen liegt das soziale Leben weitgehend still. Der Tanz mit dem Virus ist vorbei – zumindest erst einmal. (Quelle: GN, 17.10.20)


Ukraine ebenfalls mit neuen Höchstzahlen

Die Ukraine verzeichnet eine Rekordzahl von 6.410 Corona-Neuinfektionen. 109 Patienten seien in den vergangenen 24 Stunden verstorben, teilt der Nationale Sicherheitsrat mit. Auch dies ist ein Höchstwert. Mit 5.992 Neuinfektionen hatte die Ukraine bereits am Freitag einen neuen Rekord gemeldet. Insgesamt verzeichnet das Land 293.641 bestätigte Ansteckungen und 5.517 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie. (Quelle: ARD, 17.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Infektionszahlen in Deutschland erreichen immer neue Höchstwerte. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den dritten Tag in Folge einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Demnach wurden 7.830 neue Infektionsfälle gemeldet. Das sind rund 500 mehr als beim gestrigen Höchstwert und so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am vergangenen Samstag (10.10.) hatte der Wert noch bei 4.721 gelegen.

Die Zahl der insgesamt registrierten Infektionen stieg laut RKI auf 356.387. Außerdem wurden 33 weitere Todesfälle gemeldet. Damit starben inzwischen in Deutschland 9.767 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. (Quelle: RKI, 17.10.20)


Söder warnt vor Kontrollverlust bei Nachverfolgungen
Braun: „Noch mehr Helfer für Kontaktnachverfolgung“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte angesicht der steigenden Corona-Zahlen vor einem Versagen der Kontaktnachverfolgung. Wir stehen kurz vor einem Konrollverlust in einigen Region in Deutschland“, sagte der CSU-Chef der Passauer Neuen Presse. Das sei „hochgefährlich“. Wenn keine Nachverfolgung der Infektionen mehr möglich sei, so wie in den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Tschechien, müsse man die Kontakte generell begrenzen, erklärte Söder. „Das geht nur mit einem Lockdown oder ähnlichen strikten Maßnahmen.“

Kanzleramtschef Helge Braun kündigte an, noch mehr Helfer zur Unterstützung der Kommunen bei der Kontaktnachverfolgung zu mobilisieren. Neben dem Bundeswehrkontingent von bis zu 15.000 Soldaten schaue man auch, ob es weitere Personalreserven in der Bundesregierung und nachgeordneten Behörden gebe, sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post. Er habe zudem die Hoffnung, zur Kontaktnachverfolgung auch eine größere Zahl von Studierenden zu gewinnen. (Quelle: ARD, 17.10.20)


Grafschaft Bentheim mit 10 Neuinfektionen

Zehn weitere Corona-Fälle sind am Freitag in der Grafschaft Bentheim hinzugekommen. Das meldet der Landkreis. 1.127 Grafschafter befinden sich demnach in Quarantäne. Diese wird behördlich angeordnet, um zu verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet. Betroffen sind neben den Infizierten auch Kontaktpersonen.

Der Inzidenzwert beträgt nach Angaben des Landkreises 72,2. Dieser Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen es in den zurückliegenden sieben Tagen auf 100.000 Grafschafter bezogen, gab. Durch nachträglich eingegangene Meldungen und Korrekturen schwanke diese Zahl allerdings, erläuterte die Kreisverwaltung gegenüber den „Grafschafter Nachrichten“. Die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ hatte gestern mit 102,8 einen deutlich höheren Inzidenzwert veröffentlicht..

Seit Pandemiebeginn zählt der Landkreis 517 Corona-Fälle. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 18 Grafschafter gestorben. (Quelle: GN, DIE ZEIT 17.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Die Zahl der Coronavirus-Fälle in den USA seit Beginn der Pandemie hat inzwischen 8 Millionen überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden in den USA seit März mindestens 8.008.402 Fälle von Coronavirus bestätigt.
  • Belgien schließt am Montag alle Cafés und Restaurants für vier Wochen, um den sehr starken Anstieg der Coronavirus-Fälle zu bekämpfen.
  • In Südafrika überstiegen am Freitag die seit der ersten Infektion Anfang März offiziell festgestellten Coronavirus-Infektionen die Zahl von 700.000. Am Freitag wurden 2.019 neue Fälle identifiziert, insgesamt 700.203, teilte das Ministerium mit.
  • Italien hat innerhalb von 24 Stunden 10.010 Neuinfektionen registriert, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das ist die höchste tägliche Zahl seit Beginn der Pandemie, und sie liegt um 13% über dem vorherigen Hoch von 8.804 am Vortag.
  • Malta macht das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit verpflichtend und ordnet an, dass Clubs, Bars und Unterhaltungsstätten um 23 Uhr geschlossen werden, um die Verbreitung von Covid-19 zu verringern, sagte der Premierminister Robert Abela.
  • Die Tschechische Republik verzeichnete am Donnerstag 9.721 Neuinfektionen, am zweiten Tag in Folge die höchsten Tageszahlen. Das Land mit 10,7 Millionen Einwohnern verzeichnete damit den größten Anstieg neuer Fälle in Europa.
  • In Großbritannien kritisierte der britische Außenminister Dominic Raab russische Versuche, „die Suche zu behindern, einen sicheren Impfstoff zu finden“. Dominic Raab bewertete die Recherchen, Moskau habe versucht, Verwirrung und Zweifel über den in Großbritannien entwickelten Impfstoff zu säen, als „sehr ernst“.
  • Die Schulen in der italienischen Region Kampanien haben nur einen Monat nach der Wiedereröffnung erneut geschlossen. Wegen des enormen Anstiegs der Neuinfektionen ordneten die Behörden an, die Schulen würden bis Ende Oktober geschlossen bleiben. (Quelle: The Guardian, 17.10.20)

Osnabrück: Lehrerin scheitert mit Antrag gegen Corona-Quarantäne

Eine Lehrerin aus dem Landkreis Osnabrück muss weiter bis Mitte nächster Woche in Quarantäne bleiben. Das hat das Osnabrücker Verwaltungsgericht am Freitag entschieden und damit einen Eilantrag der Pädagogin abgelehnt.

Die Antragstellerin ist der Ansicht, die ihr gegenüber angeordnete Quarantäne sei rechtswidrig, weil sie nicht als ansteckungsverdächtig anzusehen sei. Sie habe sich stets an die geltenden Hygienevorgaben, wie das regelmäßige Lüften und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes gehalten und im Übrigen den notwendigen Abstand eingehalten. Einen so genannten face-to-face-Kontakt mit dem betroffenen Schüler habe es nicht gegeben. Zudem sei sie bei ihrer ersten Testung am 11. Oktober negativ auf das Corona-Virus getestet worden.

Die zuständige 3. Kammer des Verwaltungsgerichts hat den Antrag nach Durchführung einer Interessenabwägung abgelehnt. Die Absonderungsanordnung halte der rechtlichen Überprüfung stand. Sie finde ihre Rechtsgrundlage im Infektionsschutzgesetz, das auch regele, wann von einem Ansteckungsverdacht auszugehen sei. Unter Berücksichtigung der epidemiologischen Erkenntnisse zum Corona-Virus gehe die Kammer mit dem Landkreis davon aus, dass Personen, die engen Kontakt zu einer nachweislich mit dem Virus infizierten Person hatten, jedenfalls für die Dauer der Inkubationszeit, die bis zu 14 Tage betragen könne, als Ansteckungsverdächtige anzusehen sein dürften. Auch ein während der Inkubationszeit erfolgter Corona-Test mit negativem Ergebnis genüge voraussichtlich nicht, um den Ansteckungsverdacht auszuräumen, da ein Ausbruch der Krankheit gleichwohl noch möglich sei.

Dies gelte jedenfalls für Kontaktpersonen der Kategorie I im Sinne der Einstufung des Robert-Koch-Instituts, der auch die Antragstellerin zuzuordnen sei. Sie gehöre zur Gruppe der „Personen in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation mit einem bestätigten COVID-19-Fall unabhängig von der individuellen Risikoermittlung“. Deshalb greife der Einwand der Antragstellerin, sie habe keinen „face-to-face“-Kontakt mit dem infizierten Schüler gehabt und sich an die Hygienevorgaben gehalten, nicht durch.

Der Beschluss (Aktz. 3 B 72/20) ist noch nicht rechtskräftig; er kann binnen zwei Wochen nach Zustellung der Entscheidungsgründe mit der Beschwerde vor dem Nds. Oberverwaltungsgericht angefochten werden. (Foto: CC s. Archiv v. 19.01.2018; Quelle: NDR, PM VG OS, 16.10.20)


(16.10.20)


Acht Senatoren in Frankreich mit Corona infiziert

Im Sénat, dem französischen Oberhaus, sind acht Senatoren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Senat am Freitagabend mitteilte, waren 125 Senatoren getestet worden. Aus übereinstimmenden Quellen hieß es, ein Abgeordneter werde im Krankenhaus behandelt. Alle Kontakte wurden den Senatsangaben zufolge über die positiven Tests informiert.

Frankreich ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas. Zuletzt waren die Neuinfektionen nach oben geschnellt: Mit 30.621 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages wurde erneut eine Höchstzahl gemeldet. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt 33.125 seit Beginn der Pandemie. (Quelle: TSP, 16.10.20)


Über 400.000 registrierte Neuinfektionen an einem Tag

Mit mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages ist ein neuer Rekord seit Ausbruch der Pandemie registriert worden. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Zahlen am Freitag ergab, wurden am Donnerstag weltweit 404.758 Neuinfektionen und 6.086 Todesfälle in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Mit Stand vom Freitag sind seit Ausbruch der Pandemie weltweit 1,1 Millionen Infizierte gestorben.

Allein in Europa wurden am Donnerstag 150.000 Neuinfektionen registriert, so viel wie seit Beginn der Pandemie nicht. Die durchschnittliche Zahl der täglichen Infektionen innerhalb einer einzigen Woche sprang auf dem Kontinent sogar um 44 Prozent im Vergleich zur Vorwoche auf mehr als 121.000 Fälle an. (Foto: Pixabay; Quelle: TSP, 16.10.20)


US-Haushaltsdefizit beträgt wegen Corona jetzt rund 3.100.000.000.000 Dollar

In den USA hat sich das Haushaltsdefizit wegen der Corona-Konjunkturpakete im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht: Im Geschäftsjahr bis einschließlich September hat die US-Regierung 3,1 Billionen Dollar (2,65 Billionen Euro) Miese gemacht. Das Defizit für 2020 war damit um zwei Billionen höher als noch zu Jahresbeginn veranschlagt, wie das Finanzministerium am Freitag erklärte. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag noch 984 Milliarden Dollar betragen.

Um die schweren wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu bewältigen, hat der US-Kongress seit März bereits Konjunkturmaßnahmen im Volumen von rund drei Billionen Dollar beschlossen. Deswegen lagen die Ausgaben im abgelaufenen Haushaltsjahr mit 6,5 Billionen deutlich über den Einnahmen von 3,4 Billionen, wie das Ministerium mitteilte.

Die öffentliche Verschuldung der US-Regierung ist während der Amtszeit von Präsident Donald Trump trotz guter Wirtschaftslage deutlich gestiegen und liegt nun bei rund 21 Billionen Dollar. Das entspricht fast der ganzen jährlichen Wirtschaftsleistung der USA. (Quelle: TSP, 16.10.20)


Spanien-Zahlen

In Spanien sind 15.186 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt mit denen vom Frühjahr vergleichbar, weil inzwischen viel mehr getestet wird. Der Prozentsatz der positiv getesteten Personen ist mit über 11 Prozent hoch, wie das Gesundheitsministerium in Madrid weiter mitteilte. In Deutschland liegt er bei etwa 2,5 Prozent.

Auch bei den Todesfällen mit Covid-19 gab es einen starken Anstieg. Am Donnerstag waren es 140, am Freitag schon 222. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 133 angegeben. In Deutschland sind es derzeit 37.
(Quelle: ARD, 16.10.20)


Griechenland: Zahlen steigen

In Griechenland melden die Gesundheitsbehörden erstmals mehr als 500 Neuinfektionen an einem Tag. Von den 508 nachgewiesenen Ansteckungen entfallen allein 227 auf den Großraum Athen. Acht Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Griechenland ist bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. „Allerdings könnte sich das jeden Moment ändern, wenn wir uns nicht an die empfohlenen Maßnahmen halten“, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis nach dem EU-Gipfel.(Quelle: ARD, 16.10.20)


Erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen in Italien

Italien meldet erstmals mehr als 10.000 nachgewiesene Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden seien 10.010 Fälle registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das sind deutlich mehr als am Donnerstag mit rund 8800 neuen Ansteckungsfällen. Zudem seien 55 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Seit dem Ausbruch der Epidemie im Februar erlagen mehr als 36.400 Menschen in Italien dem Virus. Den Höhepunkt erreichten die Todeszahlen im März und April, als täglich mehr als 900 Menschen wegen der Epidemie verstarben. (Quelle: ARD, 16.10.20)


HH: Oberverwaltungsgericht bestätigt Beherbergungsverbot

Das Beherbergungsverbot in Hamburg bleibt vorerst bestehen. Einen Eilantrag dagegen lehnte das Oberverwaltungsgericht der Hansestadt am Abend in zweiter Instanz ab. Zuvor hatte bereits das Verwaltungsgericht den Antrag zurückgewiesen (Az. 6 E 4297/20). Gestellt hatte ihn laut Gericht ein Ehepaar aus Köln, das am Freitag anreisen wollte. Der Beschluss ist demnach nicht anfechtbar. Der Schutz des Lebens und der Gesundheit der Menschen in Hamburg seien bedeutsamer als das private Interesse der Antragsteller an einem Erholungsurlaub in Hamburg, begründete das Gericht die Entscheidung.

In der Hansestadt müssen Touristen laut einer Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in einem Landkreis aufgehalten haben, in dem -wie in Köln- der Warnwert von 50 pro 100.000 Einwohner überschritten wurde. Ansonsten müssen die Urlauber ein ärztliches Zeugnis vorliegen, dass es keine Anzeichen für eine Corona-Erkrankung gibt. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Berlin: Senat scheitert vorerst mit Sperrstunden-Widerspruch

Der Berliner Senat ist zunächst mit seinem Versuch gescheitert, die Sperrstunde in der Hauptstadt weiter flächendeckend durchzusetzen. Das teilte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg am Freitagabend mit. Der Senat hatte eine sogenannte Zwischenverfügung beantragt. Die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus.

Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass unter anderem Bars und Kneipen wieder nach 23.00 Uhr öffnen dürfen, jedoch weiterhin ab diesem Zeitpunkt keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen.

Gegen die Sperrstunde waren elf Gastronomen mit Eilanträgen vorgegangen. Nach ihrer Ansicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten von 23.00 bis 6.00 Uhr. Der Senat hob hervor, dass sich nur die elf Gastronomen auf den Beschluss berufen könnten. Der Hotel- und Gaststättenverband ging am Freitag aber davon aus, dass nun viele Wirte länger öffnen werden.

Der Senat hatte wegen der erheblich gestiegenen Infektionszahlen in der vergangenen Woche beschlossen, dass Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte zwischen 23.00 und 6.00 Uhr geschlossen bleiben müssen. Die entsprechende Verordnung war am vergangenen Wochenende in Kraft getreten. (Quelle: TSP, 16.10.20)


(16.10.20)


OVG BB: Kein Beherbergungsverbot mehr in Brandenburg

Das OVG Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg aufgehoben. Trotz steigender Corona-Zahlen sind damit noch ein paar Tage Herbstferien in der Uckermark oder im Umland von Berlin für Urlauber möglich.

Grünes Licht für Urlaub in Brandenburg: Am späten Freitag Abend hob das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg das Beherbergungsverbot für Gäste aus sogenannten Corona-Risikogebieten auf. Die Richter des 11. Senats kippten per einstweiliger Anordnung die am 8. Oktober erlassene Regelung, wonach es Betreibern von Beherbergungsstätten, Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen sowie privaten und gewerblichen Vermietern oder Verpächtern von Ferienwohnungen und -häusern untersagt war, Gäste aus Corona-Risikogebieten aufzunehmen.

Dies betraf Personen, die aus einem Landkreis, einer kreisfreien Stadt oder einem Stadtstaat der Bundesrepublik anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben, in dem oder in der in den sieben Tagen vor der Anreise mehr als 50 Neuinfektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus pro 100.000 Einwohner vorgelegen haben. Hierzu gehören unter anderem Bürger aus Berlin.

Ein Hotelbetrieb aus dem Landkreis Dahme-Spree sowie eine Vermieterin von Ferienwohnungen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hatten das Gericht agerufen. Sie machten geltend, dass die Brandenburger Regelung für sie zu erheblichen Einnahmeverlusten führe und ihre verfassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit verletze.

Der zuständige 11. Senat folgte im Ergebnis dieser Argumentation. Das Beherbergungsverbot sei voraussichtlich unverhältnismäßig. Das Maß, in dem es voraussichtlich zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beitrage, stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu dem Gewicht der daraus folgenden Einschränkungen der Berufsfreiheit der Antragsteller, aber auch der verfassungsrechtlich geschützten allgemeinen Handlungsfreiheit der Personen aus Risikogebieten, denen ein Übernachtungsaufenthalt oder Urlaub in Brandenburg verwehrt werde.

Das Infektionsgeschehen könne innerhalb der Beherbergungsbetriebe etwa durch ein Hygienekonzept deutlich verringert werden. Zudem würden Gäste in Hotelzimmern oder Ferienwohnungen im Allgemeinen allein oder gemeinsam mit Personen ihres eigenen Haushalts übernachten. Außerdem unterscheide sich der Besuch eines Hotelrestaurants nicht ersichtlich vom Besuch gastronomischer Einrichtungen außerhalb des Beherbergungsbetriebs, der nicht untersagt sei.

Das Gericht wies zudem darauf hin, dass die Brandenburger Verordnung auch Tagesbesuche aus Risikogebieten nicht ausschließe. So könnten schließlich Familien mit schulpflichtigen Kindern aus der Millionenstadt Berlin den ausgefallenen Urlaub in Brandenburg durch entsprechende Tagesausflüge kompensieren, dabei unterschiedliche Ziele ansteuern und das Infektionsrisiko in der Fläche noch breiter streuen. Zudem gebe es einen erheblichen Anteil von Pendlern zwischen Berlin und Brandenburg. Hinter die damit verbundene Gefahr des Einschleppens von Infektionen nach Brandenburg tritt die Infektionsgefahr, die mit der angegriffenen Regelung verhindert werden soll, nach Auffassung des Gerichts zurück.

Die Unverhältnismäßigkeit des Beherbergungsverbots entfalle auch nicht dadurch, dass sich potenzielle Gäste durch Vorlage eines negativen Coronatests von dem Verbot befreien lassen könnten. Zum einen seien solche Tests insbesondere für Familien mit mehreren Kindern mit erheblichen, möglicherweise abschreckenden Kosten verbunden. Zum anderen sei es angesichts der derzeitigen Auslastung der Testkapazitäten zweifelhaft, ob ein entsprechendes Testergebnis fristgerecht zu erhalten sei.

Im Übrigen habe auch das Robert-Koch-Institut bereits darauf hingewiesen, dass ein negativer Virus-Nachweis nur eine Momentaufnahme darstelle, die nicht zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen dürfe, und dass der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber die Belastungssituation der Labore weiter verschärft habe.

(Beschl. v. 16.10.2020, Az. 11 S 87/20, 11 S 88/20)
(Quelle PM OVG BB, 16.10.20)


Finnische Regierungschefin verlässt EU-Gipfel

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin hat den EU-Gipfel als Vorsichtsmaßnahme verlassen. Sie war in der vergangenen Woche mit einem Parlamentsabgeordneten zusammengetroffen, bei dem jetzt eine Corona-Infektion festgestellt wurde. Das teilte sie auf Twitter mit. Sie lässt sich dem Vernehmen nach vom schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven vertreten. (Quelle: TSP, 16.10.20)


Osnabrück: Polizei stellt Abendkasse in Shisha-Bar sicher

Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Auflagen hat die Polizei eine nächtliche Feier in einer Shisha-Bar in Osnabrück aufgelöst. Es sei zu lauter Musik getanzt worden, die Gäste hätten weder den Mindestabstand eingehalten noch Mund-Nasen-Bedeckungen getragen, teilte die Polizei heute mit. Auch beim Personal wurden Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt. Der Betreiber der Bar konnte kein Hygienekonzept vorlegen, die Besucherliste enthielt keine aktuellen Daten der Gäste. Die Beamten stellten die Personalien der Anwesenden fest und beschlagnahmten die Abendkasse mit etwa 2.300 Euro. Es gehe um eine „präventive Gewinnabschöpfung“, sagte eine Sprecherin. Über die Höhe eines Bußgeldes müsse die Stadt entscheiden. Wie viele Gäste anwesend waren, wurde nicht mitgeteilt.
(Quelle: NDR, 16.10.20)


WHO: Remdesivir kaum wirksam

Eigentlich sollte Remdesivir im Kampf gegen Ebola helfen – doch dann wurde das Medikament ausrangiert. Gleiches droht nun beim Einsatz gegen Covid-19. Die WHO stellt einem der wenigen Corona-Medikamente ein schlechtes Zeugnis aus.

Das als Corona-Medikament eingesetzte Mittel Remdesivir hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wenig Nutzen. Das geht aus Daten der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie hervor, die bislang aber nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen ist.

Auch andere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente haben demnach wenig oder gar keinen Nutzen gezeigt. (mehr und Quelle: ARD, 16.10.20)


Auch Landkreis Oldenburg gilt als Risikogebiet

Der Landkreis Oldenburg gilt seit heute als Corona-Risikogebiet. Der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche sei überschritten worden, teilte ein Kreissprecher mit. Demnach beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis 52,71. Ein Teil der Infektionen lässt sich dem Kreis zufolge der Fleisch- und Schlachtbranche zuordnen, andere Fälle seien diffus in der Bevölkerung gestreut. Als Regionen, die die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten, wies das Land heute auch die Landkreise Cloppenburg (90,8), Emsland (68,5), Grafschaft Bentheim (72,2), Northeim (64,3), Osnabrück (51,1) und Vechta (84,7) sowie die Stadt Delmenhorst (172,8) aus. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Niedersachsen will niederländische Patienten aufnehmen

In niedersächsischen Kliniken sollen schwer kranke Covid-19-Patienten aus den Niederlanden aufgenommen werden. Dazu sei Kontakt mit dem Nachbarland aufgenommen worden, so eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Hannover. Es gebe die grundsätzliche Bereitschaft, den von der zweiten Infektionswelle erheblich stärker getroffenen Niederlanden zu helfen. Um wie viele Patienten es gehen könnte und welche Kliniken für eine Aufnahme bereitstehen, sei noch nicht geklärt. Etliche Krankenhäuser in der Grenzregion kooperieren ohnehin miteinander.
Zuvor hatte auch NRW dasselbe Angebot an das westliche Nachbarland gemacht. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Verwaltungsgericht setzt Berliner Sperrstunde aus

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt in einem Eilverfahren ausgesetzt. Das sagte ein Gerichtssprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere Gastronomen hatten Eilanträge gegen die Verordnung eingereicht.

Insgesamt hatten sich nach Angaben von Rechtsanwalt Niko Härting rund ein Dutzend Berliner Bars und Clubs gegen die Sperrstunde gewandt. Sie kritisierten die Sperrstunde als unverhältnismäßig.

Aus ihrer Sicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten um 23 Uhr. Mit einer Sperrstunde für die Gastronomie werde erreicht, dass sich junge Menschen dann an anderen Orten träfen, für die keine Hygienekonzepte gelten, so die Argumentation.

Das Gericht dazu in einer Pressemitteilung:

Bei summarischer Prüfung sei … nicht ersichtlich, dass die Maßnahme für eine nennenswerte Bekämpfung des Infektionsgeschehens erforderlich sei. Nach den vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Daten hätten Gaststätten unter den bislang geltenden Schutz- und Hygienemaßnahmen keinen derart wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen gehabt, dass wegen der nunmehr zu verzeichnenden starken Zunahme von Neuinfektionen eine Sperrstunde als weitere Maßnahme erforderlich sei. Der Antragsgegner habe bereits mildere Mittel in Form von vielfältigen Schutz- und Hygienemaßnahmen und nunmehr auch eines Alkoholausschankverbots ergriffen, die für die Bekämpfung des von Gaststätten ausgehenden Infektionsrisikos bei einer prioritär gebotenen konsequenten Durchsetzung dieser Maßnahmen in gleicher Weise geeignet schienen.
Nach den Feststellungen des Robert Koch-Instituts seien aktuelle Fallhäufungen insbesondere im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis sowie u.a. in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, Gemeinschaftseinrichtungen, fleischverarbeitenden Betrieben und im Rahmen religiöser Veranstaltungen sowie in Verbindung mit Reisen bzw. Reiserückkehrern beobachtet worden. Es sei nicht nachvollziehbar, warum es infektionsschutzrechtlich gerechtfertigt sein solle, gastronomische Betriebe – die ansonsten geöffnet bleiben dürften – nach 23 Uhr zu schließen. Auch die Gefahr einer alkoholbedingten „Enthemmung“ nach 23 Uhr bestehe nicht, weil die Verordnung nunmehr ein von den Antragstellern nicht angegriffenes Alkoholausschankverbot nach diesem Zeitpunkt enthalte.

Gegen die Beschlüsse kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

(VG Berlin, Beschl. v. 15.10.20, Az.VG 14 L 422/20 und VG 14 L 424/20)
(Quellen: TSP, PM, 16.10.20)


NRW-SPD verschiebt Landesparteitag

Der eigentlich für den 14. November in Münster geplante Landesparteitag der nordrhein-westfälischen SPD wird wegen der Corona-Lage verschoben. Der Landesvorstand habe das einstimmig nach Vorschlag des Präsidiums so beschlossen, teilte die Partei am Freitagabend mit.

„Die Gesundheit geht jetzt vor. Der Landesverband wird zügig Möglichkeiten prüfen, in welcher Form ein Landesparteitag beispielsweise in digitaler Form oder mit Unterstützung durch Briefwahl stattfinden kann“, erklärten der Landesvorsitzende Sebastian Hartmann und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty, in einem gemeinsamen Statement. (Quelle: SP NRW, 16.10.20)


Bundesländer-News

Das ist heute bereits in den anderen Bundesländern außerhalb Norddeutschlands passiert:

  • In Bayern läuft das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots heute aus. Die Landesregierung verzichtet auf eine Verlängerung der Vorschrift. „Wir belassen es dabei“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur
  • In Berlin hat das Verwaltungsgericht die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde gekippt. Das sagte ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur
  • In Baden-Württemberg wird wegen der stark steigenden Infektionszahlen die Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen ab kommender Woche auch auf den Unterricht ausgeweitet. „Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von über 35“, teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums mit.
  • In Schleswig-Holstein hat das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Brennpunkten hat in Schleswig-Holstein Bestand. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig wies einen Eilantrag einer Familie aus Recklinghausen ab, die von heute an auf Sylt Urlaub machen wollte. Zur Begründung hieß es, das Interesse der Bevölkerung am Schutz vor dem Coronavirus sei höher zu gewichten als das Interesse der Familie „an einer touristischen Reise“. (Quelle: NDR, 16.10.20)

Niedersachsen schlachtet „am laufenden Band“ – auch sonntags

Auf Schlachthöfen in Niedersachsen darf einem Pressebericht zufolge künftig auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden. Nach Informationen der „Nordwest-Zeitung“ hat das Landwirtschaftsministerium eine Ausnahmegenehmigung auf den Weg gebracht. Mehrere Schlachthöfe mussten in den vergangenen Wochen vorübergehend schließen, weil sich viele Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert haben. Deshalb sollen pro Woche etwa 30.000 bis 40.000 Schweine nicht geschlachtet worden sein.

Hinsichtlich des zum Tönnies-Konzern zählenden Weidemark-Schlachthof im emsländischen Sögel wird allerdings gesagt, dass dieser -entgegen einer Verfügung des Landkreises Emsland- die Schlachtungen überhaupt nicht eingestellt hätte. Es liegt ohnehin nahe, dass der „Schweinestau“ auf die jetzt auch in Deutschland festgestellte Afrikanische Schweinepest zurückzuführen sei; die Volksrepublik China hatte daraufhin die (hohen) Importe von Schweinefleisch aus Deutschland untersagt. Die Existenzprobleme zahlreicher Schweinemäster sind offenbar auch darauf zurückzuführen, dass der Verkaufserlös für Schweinefleisch von 2 Euro/kg zu Jahresbeginn auf jetzt weniger als 1,30 Euro/kg gefallen ist. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Gute Nachricht: Finanzamt Bad Bentheim schließt
Schlechte: Nur für Publikumsverkehr

Das Finanzamt Bad Bentheim ist vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Infektionslage ab Montag,19. Oktober, für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen. Das teile die Behörde in einer Pressemitteilung mit. Eine telefonische Terminvergabe für persönliche Rücksprachen sei unter Telefon 05922 9700 möglich. „Zur Übermittlung von Steuererklärungen, Anträgen, Einsprüchen und Mitteilungen an das Finanzamt, empfehlen wir Ihnen, das Verfahren ELSTER (www.elster.de) zu verwenden. Selbstverständlich können Sie auch weiterhin Kontakt mit dem Finanzamt Bad Bentheim per Telefon, Telefax, Brief oder E-Mail aufnehmen. Bei einer Kontaktaufnahme per E-Mail bitten wir Sie, die Hinweise zum E-Mail-Verfahren sowie die aus Sicherheitsgründen bestehenden Einschränkungen zurzeit zu beachten“, heißt es in der Mitteilung. (Quelle: GN, 16.10.20)


So viele neue Corona-Fälle wie noch nie in Niedersachsen

In Niedersachsen sind binnen eines Tages so viele Corona-Neuinfektionen gemeldet worden wie bisher in der Pandemie noch nie: Die Behörden bestätigten 532 neue Corona-Fälle – gestern waren es 479 gewesen, am Mittwoch 441. Besonders deutlich stieg die Zahl der Infizierten demnach in der Region Hannover (+81), im Landkreis Northeim (+67) sowie in Cloppenburg (+51) an. Die Sieben-Tage-Inzidenz im gesamten Land Niedersachsen liegt bei 29,7. Sieben einzelnen Regionen überschreiten zurzeit den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche: Cloppenburg (90,8), Delmenhorst (172,8), Emsland (68,5), Grafschaft Bentheim (72,2), Northeim (64,3), Osnabrück (51,1) und Vechta (84,7). Die Zahl der aktiven Corona-Fälle stieg auf 4.587. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 16.10.2020, 10.00 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht weiter. In den letzten 24 Stunden wurden 29 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist seit gestern auch die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 896 Genesene (+39). deutlich gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt also 1.208 (+29); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 369,9. Aktuell sind im Emsland jetzt 285 (-10) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell nur rund 1.100 Personen in Quarantäne.

Noch immer gilt: Bisher gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut der Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 159 (+3); unverändert gelten 128 (+/-0) als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 27 (+3) Erkrankten – erneut die höchste Zahl seit dem Auftreten der Pandemie.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 26 18 1 7
Einheitsgemeinde Emsbüren 28 23 0 5
Samtgemeinde Freren 57 47 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 37 25 0 12
Stadt Haren (Ems) 101 81 1 19
Stadt Haselünne 65 51 0 14
Samtgemeinde Herzlake 21 20 0 1
Samtgemeinde Lathen 33 24 0 9
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 159 128 4 27
Stadt Meppen 160 109 4 47
Samtgemeinde Nordhümmling 37 16 0 21
Stadt Papenburg 108 84 2 22
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 17 0 5
Samtgemeinde Sögel 187 128 0 59
Samtgemeinde Spelle 17 15 1 1
Einheitsgemeinde Twist 41 30 2 9
Samtgemeinde Werlte 80 57 0 23
Gesamt* 1206 (+29) 896 (+39) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 285 (-10)

(16.10.20)


DIE ZEIT meldet über das Emsland (Stand 15.10.20)

230 bestätigte Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen = Inzidenz von 70,3

1.177 bestätigte Fälle seit Beginn der Pandemie (=360,0/100.000)
330 aktive Fälle (=100,9/100.000)

42 freie Intensivbetten (von 99 insgesamt)
3 CoViD-19-Patienten werden intensivmedizinisch versorgt

25 Menschen sind am Corona-Virus gestorben (=7,6/100.000)
822 Menschen gelten als genesen (=251,4/100.000)
(Quelle: DIE ZEIT, 16.10.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Die Zahl der weltweiten Corona-Todesfälle liegt heute Nacht nahe 1,1 Mio, und es ist wahrscheinlich, dass diese Zahl innerhalb der nächsten 24 Stunden überschritten wird. Die aktuelle Zahl der Johns-Hopkins-Universität beträgt 1.096.833, und weltweit werden täglich durchschnittlich mehr als 5.000 neue Todesfälle gemeldet.
  • In den USA erreichen laut Johns-Hopkins-Universitätdie Infektionen jetzt 8 Mio.
  • Die britische Hauptstadt London bereitet sich auf die Sperrungen der sog. Stufe 2 vor. Das bedeutet ein Verbot der Vermischung verschiedener Haushalte in Innenräumen, einschließlich in Pubs und Restaurants.
  • Die Times berichtet, dass Russland eine Desinformationskampagne gestartet hat, um Angst vor dem Coronavirus-Impfstoff zu verbreiten, den die Universität Oxford entwickelt. Bilder, Memes und Videoclips zeigen die in Großbritannien hergestellte Impfung als gefährlich.
  • In Australien hat der Ministerpräsident des Bundesstaates Victoria kündigt eine „deutliche“ Lockerung der Beschränkungen an und gab damit den Einwohnern Hoffnung, dass es nach nur zwei neuen Coronavirus-Fällen und ohne Todesfälle bald zu einer „signifikanten“ Lockerung der Beschränkungen kommen wird. Die Landeshauptstadt Melbourne ist seit 99 Tagen in irgendeiner Form im Lockdown-Modus, einschließlich 75 Tagen unter den höchsten Beschränkungen der sog. Stufe 4. Zum Vergleich: Wuhan in China war 76 Tage lang völlig gesperrt.
  • In Großbritannien befindet sich der staatliche National Health Service (NHS) in Gesprächen mit der British Medical Association und anderen, um die Einführung eines potenziellen Covid-19-Impfstoffs ab Dezember vorzubereiten, berichtete die Pulse-Website für Angehörige der Gesundheitsberufe am Donnerstag.
  • In Frankreich gab es gestern bei den Neuinfektionen ein 24-Stunden-Hoch von über 30.000. Die französischen Gesundheitsbehörden berichteten am Donnerstag, dass die Zahl der neuen täglichen Coronavirus-Infektionen zum ersten Mal seit Beginn der Epidemie über 30.000 gestiegen ist. In den letzten 24 Stunden wurden insgesamt 30.621 neue Covid-19-Infektionen durchgeführt.
  • Die WHO warnt vor dem Anstieg der Fälle in Europa „mit großer Sorge“. Auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen erklärte der Regionaldirektor der WHO für Europa, Hans Kluge, gegenüber Reportern, es sei an der Zeit, „die Maßnahmen zu verstärken“, da die steigenden Fallzahlen auf dem Kontinent zu „großer Sorge“ Anlass geben.
  • Spaniens kumulierte Zahl von Coronavirus-Infektionen stieg in den letzten Tagen leicht um über 13.300 auf 921.374, als Katalonien sich darauf vorbereitete, Bars und Restaurants zu schließen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.
    Das deutsche Außenministerium warnt wegen hoher Coronavirus-Infektionsraten vor hohen Reisen nach Frankreich, in die Niederlande, nach Malta und in die Slowakei.
  • Europa verzeichnet die höchste wöchentliche Anzahl neuer CoViD-19-Fälle, sagte die Weltgesundheitsorganisation und warnte davor, dass die täglichen Sterblichkeitsraten ohne wirksame Gegenmaßnahmen innerhalb von Monaten das Vier- oder Fünffache ihres April-Höchststandes erreichen könnten.
    (Quelle: The Guardian, 16.10.20)

„Kontrollverlust“

(16.10.20)


Deutschland-Zahlen mit „Allzeithoch“

Das Robert-Koch-Institut meldet mit 7.334 Neuinfektionen ein neues Allzeit-Hoch. Bereits am Donnerstag hatte das Institut mit 6.683 Infektionen einen Höchstwert erfasst. . Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen. (Quelle: RKI, 16.10.20)


Werden Sonderrechte für Gesundheitsminister Spahn verlängert?

Die große Koalition will nach einem Medienbericht im Eilverfahren die Sonderrechte für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Corona-Bekämpfung über den 31. März 2021 hinaus verlängern. Eine entsprechende Vorlage werde derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt, berichtete die „Rheinische Post“ vorab. Der Gesetzentwurf räume dem CDU-Politiker weitgehende Befugnisse ein. So dürfe Spahn eigenmächtig Verordnungen erlassen, soweit dies „zum Schutz der Bevölkerung vor einer Gefährdung durch schwerwiegende übertragbare Krankheiten erforderlich ist“. (Quelle Tagesschau, 16.10.20)


USA-Entwicklung

Immer mehr US-Bundesstaaten melden hohe Infektionszahlen. Neun weitere US-Bundesstaaten verzeichnen Höchststände bei den Neuinfektionen. Wisconsin etwa meldet 3.747 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. In einigen Gegenden des Bundesstaats sind nach Angaben der Behörden nur noch zehn Prozent der Intensivbetten in Kliniken frei. „Wir befinden uns an einem sehr kritischen Punkt“, erklärte Gouverneur Tony Evers.
US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden traten derweil in der Nacht zu Freitag bei konkurrierenden TV-Fragestunden mit Wählern. Trump wurde gleich zu Beginn der Sendung über seine CoViD-19-Erkrankung befragt. „Ich fühle mich gut“, sagt er. Fragen nach Coronatests beantwortet er dann nicht eindeutig. Insbesondere machte keine Angaben dazu, wann er vor seiner Corona-Erkrankung zuletzt negativ auf das Coronavirus getestet wurde. „Ich erinnere mich gar nicht daran“, sagt Trump. So bleibt weiter offen, wann Trump denn nun getestet worden ist und mit welchem Ergebnis.

Trumps unklare Antworten sind ein Kontrast zu der Offenheit, mit der Biden und seine Vizekandidatin Kamala Harris vor einigen Stunden ihre Testergebnisse veröffentlicht hatten.
Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden legte sich nicht auf eine verpflichtende Impfung gegen Covid-19 fest. Man sollte darüber sprechen, sagte Biden in Miami bei der TV-Fragestunde, bemerkte aber gleichzeitig, dass eine Verpflichtung schwierig durchzusetzen sei. Es hänge auch von der Verlässlichkeit ab. Wenn ein künftiger Impfstoff „eine sehr positive Wirkung“ habe, würde er selbst sich wahrscheinlich impfen lassen. (Quelle: ARD, 16.10.20)


Daimler meldet positives vorläufiges Ergebnis

Der Autokonzern Daimler hat trotz der Corona-Krise für das dritte Quartal 2020 ein positives vorläufiges Ergebnis gemeldet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern („Ebit“) liege bei 3,07 Milliarden Euro, erklärte das Unternehmen aus Stuttgart. Die Zahlen lägen über den Markterwartungen. Im zweiten Quartal hatte der Autohersteller aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie einen Verlust von 1,68 Milliarden Euro hinnehmen müssen. (Quelle: Tagesschau, 16.10.20)


China: Forscher ziehen erfolgreiche Zwischenbilanz bei Impfstoff

Einer der vielversprechendsten chinesischen Impfstoff-Kandidaten hat in Tests mit Menschen die Produktion von Antikörpern ausgelöst und ist bislang frei von Nebenwirkungen. Das berichten Forscher. Der Impfstoff „BBIBP-CorV“ ist vom Pekinger Institut für biologische Produkte entwickelt worden. Anerkannt wird er erst, wenn er erfolgreich die sogenannten Phase-III-Studien durchläuft. „BBIBP-CorV“ ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation einer von mindestens zehn Impfstoffen, die mit der „Phase-III“ begonnen haben.

(Quelle: Tagesschau, 16.10.20)


Brasilien- Zahlen

Brasilien hat in den letzten 24 Stunden weitere 713 Todesfälle durch das Coronavirus und 28.523 neue positive Fälle registriert. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) mit.

Das südamerikanische Land hat jetzt insgesamt 152.460 Todesfälle durch Coronaviren und insgesamt 5.169.386 bestätigte Fälle registriert. (Quelle: The Guardian, 16.10.20)


Schweiz: Jodel-Konzert für zu massivem Corona-Anstieg

In der Schweiz hat ein traditionelles Jodel-Konzert zu einem massiven Anstieg von Corona-Neuinfektionen geführt. An der Veranstaltung Ende September im ländlichen Kanton Schwyz nahmen laut Behörden rund 600 Menschen teil. Diese waren aufgerufen, Abstand zu halten; das Tragen einer Schutzmaske war jedoch nicht vorgeschrieben. Der Kanton gehört mittlerweile mit mehr als 1.230 Coronavirus-Fällen zu einem der Hotspots in Europa.

„Wir haben neun Tage nach den Aufführungen erfahren, dass sich mehrere Personen der Gruppe angesteckt haben“, sagte der Organisator Beat Hegner dem öffentlich-rechtlichen Sender RTS. Allein am Mittwoch wurden 94 Personen positiv getestet, doppelt so viele wie am Vortag. „Die Explosion der Fallzahlen in Schwyz ist eine der schlimmsten in ganz Europa“, erklärte Chefarzt Reto Nueesch.

Das überlastete Kantonskrankenhaus bat jetzt die Menschen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Versammlungen zu vermeiden. „Es gibt eine extrem hohe Rate positiver Tests“, sagte Krankenhausdirektorin Franziska Foellmi. Zuletzt hatten die Kantonsbehörden zwar die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus verstärkt, eine Maskenpflicht in Geschäften besteht aber nach wie vor nicht.

Jodeln gehört zu einer der Traditionen im Schweizer Alpenraum. Seit dem 19. Jahrhundert gilt das Jodeln unter anderem zusammen mit dem Bogenschießen als einer der Bausteine der gemeinsamen Identität zwischen den kulturell unterschiedlichen Regionen der Schweiz. Der uralte Gesangsstil wird außerdem im österreichischen Tirol sowie in Bergregionen Deutschlands praktiziert. (Quelle: TSP, 15.10.20)


(15.10.20)


Spanien-Zahlen

Spaniens Gesamtzahl neuer Coronavirus-Infektionen stieg in den letzten Tagen leicht um über 13.300 auf 921.374. Daten des Gesundheitsministeriums, die neue Fälle und Todesfälle in den letzten 24 Stunden umfassen und rückwirkend zur Gesamtzahl beitragen, zeigten auch, dass die Zahl der Todesopfer um 140 auf 33.553 gestiegen ist.

Dennoch ist die Zahl der täglichen Infektionen am Hotspot der Pandemie in Westeuropa nach Angaben des Gesundheitsministeriums von einem Höchststand von über 16.000 am 18. September etwas gesunken.

Der Gesundheitskoordinator der spanischen Regierung, Fernando Simon, sagte in einer Pressekonferenz:

„Spanien stabilisiert sich, aber die territorialen Unterschiede sind enorm. Wir müssen unbedingt wachsam bleiben. In keiner der Regionen haben wir die Inzidenzindikatoren, die wir gerne hätten.“


Beherbergungsverbot unwirksam – Urlaub in Niedersachsen weiterhin möglich

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt.

Nach Baden-Württemberg (VGH Mannheim, Beschl. v. 15.10.2020, Az. 1 S 3156/20 – der Beschluss liegt noch nicht im Wortlaut vor) hat damit auch in Niedersachsen das oberste Verwaltungsgericht des Landes das verordnete Beherbergungsverbot vorläufig aufgehoben. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht am Donnerstag in Lüneburg mit. Geklagt hatte ein Hotelier aus dem Harz. Hotels und Pensionen müssten sich „mit sofortiger Wirkung“ nicht mehr an die entsprechende Verordnung halten, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Urlaub in Niedersachsen ist damit wieder uneingeschränkt möglich.

Die Landesverordnung sei deshalb rechtswidrig, weil das Verbot nicht hinreichend bestimmt sei. So erfasse es Menschen „aus“ Risikogebieten, ohne dabei festzulegen, ob diese dort einen Wohnsitz haben müssten oder ob ein kurzer Aufenthalt genüge. Darüber hinaus stelle das Beherbergungsverbot in Niedersachsen keine infektionsschutzrechtliche Schutzmaßnahme dar und greife unangemessen in die vom Grundgesetz geschützte Berufsfreiheit der Betreiber von Beherbergungsbetrieben ein, urteilte das Gericht.

Das Verbot war erlassen worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Reisenden aus deutschen Regionen mit mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurden Urlaubsaufenthalte damit erschwert. Am Donnerstag standen 54 Regionen auf der Liste der betroffenen Gebiete. Zwar sah die Regelung eine Reihe von Ausnahmen vor, etwa nach Vorlage eines negativen Corona-Tests, dennoch sei es zweifelhaft, ob das Verbot geeignet und erforderlich sei, hieß es in der Urteilsbegründung.

Das Gesundheitsministerium in Niedersachsen teilte am Donnerstag zunächst mit, die Landesregierung nehme den Beschluss zur Kenntnis. Später erklärte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), man werde die Entscheidung des Gerichts analysieren und dann Konsequenzen ziehen. Der Regierungschef verteidigte das Beherbergungsverbot, das nötig geworden sei, weil andere Länder bei den Reise-Auflagen vorangegangen seien. Das Verbot sei nie Absicht gewesen: „Die Verhältnisse haben uns dazu gebracht“, so Weil. Aus Sicht der FDP im Landtag haben die Lüneburger Richter einen „peinlichen und schwerwiegenden“ Fehler der Landesregierung korrigiert.

Deutlich kommentierte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) das Urteil. Ein bundesweites, flächendeckendes Beherbergungsverbot sei „praktisch gescheitert“, sagte er NDR 1 Niedersachsen. „Ein Flickenteppich an Beherbergungsregeln nützt bei der Bewältigung der Pandemie wenig“, so der Minister weiter. In Sachsen und im Saarland hatten am Donnerstag die jeweiligen Landesregierungen angekündigt, ebenfalls auf ein Beherbergungsverbot verzichten zu wollen. Althusmann bat Gäste aus Hotspots, sie sollten prüfen, ob sie ihre Reise nicht verschieben könnten.

er Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Niedersachsen reagierte mit Erleichterung auf das Urteil. Der Dehoga-Geschäftsführer für den Bezirk Lüneburg, Hans-Georg Frieling, begrüßte den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts. Frieling sagte dem NDR in Niedersachsen, dass der Schaden im Hinblick auf die Herbstferien aber bereits beträchtlich sei. Trotzdem hoffe man, dass die Hotellerie die restlichen Urlaubstage für sich nutzen könne, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Rainer Balke. Ob der bereits entstandene Schaden noch kompensiert werden könne, wisse man nicht, so Balke. (OVG Nds., Beschl. v. 15.10.2020, Az.: 13 MN 371/20)

Update: Das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Brennpunkten hat in Schleswig-Holstein hingegen Bestand. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig wies den Eilantrag einer Familie aus Recklinghausen ab, die von heute an auf Sylt Urlaub machen wollte. Zur Begründung hieß es, das Interesse der Bevölkerung am Schutz vor dem Coronavirus sei höher zu gewichten als das Interesse der Familie an einer touristischen Reise.
(Quelle: NDR, lto, 15.10.20)


Verwaltungsgericht Minden : Isolation von Heimbewohnern ist rechtswidrig

In NRW müssen Pflegeheimbewohner isoliert werden, wenn nach einem „konkreten Anlass“ eine Corona-Infektion nicht ausgeschlossen werden kann. Was ein solcher sein soll, ist jedoch nicht definiert, weswegen das Gericht die Regelung kippte.

Die Bewohnerin eines Pflegeheims im Kreis Lippe darf wegen Corona nicht länger isoliert werden. Das Verwaltungsgericht (VG) Minden gab in einem Eilverfahren dem Antrag der Frau statt (Beschl. v. 14.10.2020, Az. 7 L 729/2). Gegen den Beschluss können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Die Frau klagt gegen eine Allgemeinverfügung des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums (CoronaAVPflegeundBesuch). In dieser Verfügung vom 31. August 2020 wird vorgegeben, dass Pflegebedürftige isoliert werden müssen, bei denen nach einem konkreten Anlass eine Corona-Infektion nicht ausgeschlossen werden kann.

Das VG Minden hat die aufschiebende Wirkung der gegen diese Regelung erhobenen Klage angeordnet. Die summarische Prüfung der entsprechenden Norm habe eine „offensichtliche Rechtswidrigkeit“ ergeben: Es fehle die Ermächtigungsgrundlage. Die vom Ministerium gewählte Generalermächtigung aus § 28 Abs. 1 Sätze 1 und 2 IfSG komme nicht in Betracht, da es spezialgesetzliche Regelungen in § 30 IfSG gebe.

Außerdem bemängelt das Gericht in seinem Beschluss, dass die Pflegeeinrichtung selbst entscheidet, wer isoliert wird – und nicht die zuständige Behörde. Eine derartige „Entkoppelung von einem behördlichen Entscheidungsprozess“ sei rechtswidrig. Auch sei die Formulierung „konkreter Anlass“ in der Verfügung zu ungenau, da die Allgemeinverfügung nicht enthalte, wann ein solcher vorliegt.

(Quelle: LTO, 15.10.20)


Überblick am Abend

  • Europa hat die höchste wöchentliche Anzahl neuer CoViD-19-Fälle verzeichnet, ermittelte die Weltgesundheitsorganisation WHO und warnte, dass die täglichen Sterblichkeitsraten ohne wirksame Gegenmaßnahmen „innerhalb von Monaten das Vier- oder Fünffache ihres April-Höchststandes“ erreichen könnten.
  • Mehr als die Hälfte der EU-Länder sowie Großbritanniens wurden am Donnerstag auf einer neuen Karte, die von der EU-Seuchenbekämpfungsbehörde ECDC herausgegeben wurde, um Entscheidungen über Reisebeschränkungen zu treffen, rot gekennzeichnet. Die Karte wurde herausgegeben, nachdem die EU-Mitgliedstaaten am Dienstag beschlossen hatten, ihre Vorgehensweise bei Reisebeschränkungen für andere Länder als Reaktion auf CoViD-19-Ausbrüche zu koordinieren.
  • Weil die Schweiz täglich ein Rekordhoch an Covid-19-Infektionen verzeichnet, warnte der eidgenössische Gesundheitsminister am Donnerstag davor, dass sich die Situation mit alarmierender Geschwindigkeit „verschlechtert“.
  • US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, er sei bereit, sein Angebot von 1,8 Billionen US-Dollar für ein Hilfspaket für CoViD-19 zu erhöhen, um einen Deal mit der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zu erzielen.
  • Die Coronavirus-Infektionen in Italien erreichten am Donnerstag 8.804, ein Anstieg um fast 1.500 gegenüber dem Vortag, während sich die Todesfälle auf 83 fast verdoppelten. In der Lombardei gab es über 2.000 neue Fälle, in Kampanien und im Piemont. Die Fälle in der Region Südkampanien, die von der ersten Welle der Pandemie relativ unversehrt blieben, überstiegen zum ersten Mal 1.000 an in 24 h.
  • Die Tschechische Republik wird mit dem Aufbau von Kapazitäten für die Behandlung Covid-19-Patienten außerhalb von Krankenhäusern beginnen, teilten die Behörden am Donnerstag mit; das Land ist mit der schnellsten Infektionsrate in Europa konfrontiert.
  • Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, teilte mir, dass sie mit sofortiger Wirkung in Selbstisolation geht, nachdem ein Mitglied ihres Stabes positiv auf CoViD-19 getestet wurde. (Quelle: The Guardian, 15.10.20)

RKI: Hamsterkäufe in französischem Grenzgebiet

Das französische Grenzgebiet zu Deutschland gilt erstmals seit Mitte Juni wieder als Corona-Risikogebiet. Die Bundesregierung stufte die Region Grand Est mit Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne als Risikozone ein, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Damit ist nun ganz Festland-Frankreich von dieser Einstufung betroffen, ab Samstag dürfte erneut eine Reisewarnung in Kraft treten.

Aus Furcht vor neuen Einreisebeschränkungen kam es in dem Grenzgebiet zwischen Straßburg und Kehl bereits vor der RKI-Mitteilung zu neuen Hamsterkäufen, wie AFP-Reporter berichteten. Auf der Europabrücke über den Rhein stauten sich Autos. In einigen Läden in Baden-Württemberg waren Toilettenpapier, Windeln und andere Hygieneprodukte ausverkauft. Franzosen schleppten säckeweise Zigaretten und Tabak nach Hause, die in Deutschland günstiger sind. (Quelle: TSP, 15.10.20)


Frankreich-Zahlen

Die französischen Gesundheitsbehörden teilten am Donnerstag mit, dass die Zahl der neuen täglichen Coronavirus-Infektionen zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie über 30.000 gestiegen ist.

In den letzten 24 Stunden gab es insgesamt 30.621 neue Covid-19-Infektionen, gegenüber 22.591 am Mittwoch, während die mit der Krankheit verbundenen Krankenhausaufenthalte und Todesfälle ebenfalls zunahmen.

Die Zahl der Menschen in Frankreich, die an Covid-19-Infektionen gestorben sind, stieg um 88 auf 33.125 gegenüber 104 am Mittwoch. Die kumulierte Anzahl der Fälle beträgt jetzt 809.684. Die Anzahl der Patienten auf der Intensivstation beträgt jetzt 1.750, ein Anstieg von 77 innerhalb von 24 Stunden. (Quelle: ARD, 15.10.20)



Ganz Niederlande jetzt Risikogebiet

Die Bundesregierung hat jetzt die ganzen Niederlande, das gesamte französische Grenzgebiet zu Deutschland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt.

Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte.

In Italien wird von Reisen nach Kampanien und Ligurien abgeraten. In der Schweiz kommen zu den Kantonen Genf und Waadt nun auch Fribourg, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zürich und Zug hinzu. Betroffen sind unter anderem auch Regionen in Polen, Slowenien, Ungarn, Großbritannien, Irland und Portugal.(Quelle: TSP, 15.10.20)


Außenminister Maas warnt vor neuerlichen Grenzschließungen

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) warnt vor neuen Grenzschließungen im Bemühen um eine Eindämmung der Corona-Pandemie. Maas sagte nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Polen und Frankreich in Paris, man habe damit im Frühjahr schlechte Erfahrungen gemacht. Es gebe viele Pendler zwischen diesen Ländern. Für die Menschen, die in den Regionen leben, seien offene Grenzen außerordentlich wichtig. Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Deutschland Grenzkontrollen eingeführt. Das führte teilweise zu chaotischen Zuständen. Grenzgänger, die im jeweils anderen Land arbeiteten, durften die Grenze zwar passieren – da ein Großteil der Übergänge aber geschlossen war, kam es zu langen Staus und Wartezeiten. Außerdem mussten die Menschen Ausgangsbescheinigungen und Nachweise über den Arbeits- oder Wohnort mit sich führen. (Foto Heiko Maas: CC s. Archiv v. 22.04.20; Quelle: TSP, 15.10.20)


Strikte Maskenpflicht und Sperrstunde in Bayern

Die Maskenpflicht in Bayern wird regional deutlich ausgeweitet, und zwar schon bei mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Nach einem Kabinettsbeschluss müssen in diesen Regionen dann überall dort Masken getragen werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen – etwa in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, in allen öffentlichen Gebäuden, aber auch auf Begegnungs- und Verkehrsflächen wie etwa in Fahrstühlen und in Eingangsbereichen von Hochhäusern.

In Regionen mit hohen Corona-Zahlen gelten zudem künftig strikte Sperrstunden in der Gastronomie. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen müssen Gaststätten um 23.00 Uhr schließen, zudem darf dann an Tankstellen kein Alkohol mehr verkauft werden, und es gilt dann ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 gelten die Sperrstunde und die beiden anderen Verbote schon ab 22.00 Uhr. (Quelle: TSP, 15.10.20)


2. Bundesliga: Spiel des VfL Osnabrück verlegt

Weil sich der Großteil des Kaders in Quarantäne befindet, fällt das für Sonntag angesetzte Spiel aus. Nachholtermin ist der 28. Oktober um 18.30 Uhr.

Die häusliche Quarantäne gilt noch bis zum 21. Oktober und war nach positiven Corona-Tests zweier Profis auf Anordnung des jeweiligen lokalen Gesundheitsamts angeordnet worden. Wegen der Wohnsitze der insgesamt 19 betroffenen Spieler waren es in diesem Fall gleich sieben verschiedene.

Laut Spielordnung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ist eine Absage möglich, sobald nicht mindestens 15 Spieler einsatzfähig sind – daher hatten die Niedersachsen die Absetzung des Heimspiels beantragt. Dem gab die DFL am Donnerstag statt. Vor der Entscheidung aus Frankfurt hatten elf verbliebene VfL-Fußballer den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen – darunter drei Torhüter und zwei Nachwuchsspieler. Einer der beiden positiv-getesteten Profis ist nach einem negativen Folgetest inzwischen aus der Quarantäne entlassen und durfte mittrainieren.

Das nächste Pflichtspiel für die Osnabrücker ist damit das Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim am 25. Oktober. Unklar ist allerdings, ob nicht auch diese Partie verlegt werden muss. Denn nach dem Ende der Quarantäne hätten die VfL-Profis lediglich vier Tage Zeit, den Fitness-Verlust durch die zweiwöchige Zwangspause aufzuholen – ein Wettbewerbsnachteil. Im Frühjahr hatte die DFL aus diesem Grund dem damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden eine zusätzliche Trainingswoche eingeräumt, bevor die Sachsen den Spielbetrieb wieder aufnahmen.

(Quelle: NDR, 15.10.20)


Corona-Ausbruch im Gefängnis in Vechta

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Vechta gibt es einen Corona-Ausbruch. Wie der Landkreis am Mittwoch mitteilte, sind gleich fünf Mitarbeiter der JVA positiv auf das Virus getestet worden. Das Gesundheitsamt werde daher am Donnerstag alle Mitarbeiter des Gefängnisses testen, offenbar aber nicht die Gefangenen, obwohl sie mit den Infizierten Kontakt gehabt haben dürfen. Eine Begründung für diese Aufteilung -sozusagen in Menschen erster und zweiter Klasse- teilte die Behörde in Vechta nicht mit.

Damit „die Insassen“ (NDR) nicht angesteckt werden, arbeiten alle Bediensteten der JVA den Angaben des Landkreises Vechta mit Schutzmasken und halten die Abstands- und Hygieneregeln streng ein.

Im Landkreis Vechta wird der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche derzeit überschritten. Laut Landkreis liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei 68,39. (Foto: CC s. Archiv v. 02.04.20; Quelle: NDR, 15.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 24.367 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 15. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 479. Besonders betroffen sind vor allem die in Weser-Ems gelegenen Landkreise. Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 709 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert und damit fünf mehr als am Vortrag. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 19.326 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote ist damit unter 80 Prozent aller Fälle gesunken (79,3 Prozent). (Quelle: NDR, 15.10.20)


Schicksale: Freitag der 13.

Es ist Freitag, der 13., als Jürgen Knese eine neue Lunge bekommt. Kurz nach der Transplantation erkrankt er an Covid-19. Die unglaubliche Geschichte einer Genesung:

Als Jürgen Knese im März in der Uniklinik Essen eine Spenderlunge transplantiert wird, befindet sich Deutschland mitten in der Corona-Pandemie. Auch Knese steckt sich an, höchstwahrscheinlich in der Klinik – und erkrankt einige Tage nach dem schweren Eingriff an Covid-19. Für den damals 66-Jährigen beginnen dramatische Wochen.

ZEIT ONLINE: Herr Knese, wäre Ihnen ein anderes Datum als Freitag, der 13. März, für Ihre Lungentransplantation lieber gewesen?

Jürgen Knese: Nein. Höchstens einige Wochen eher, denn dann hätte ich mit Corona nichts zu tun gehabt.

ZEIT ONLINE: Was war… [weiter bei der ZEIT, 15.10.20]


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 15.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht ungebremst weiter. In den letzten 24 Stunden sind 49 Personen als infiziert festgestellt worden. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.177 (+49); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 361,0. Insgesamt sind im Emsland jetzt 295 (+34) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 857 Genesene (+15). Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell nur rund 1.010 Personen in Quarantäne; eine Zahl, die ich bezweifele; denn das wären weniger als 4 pro Erkranktem – .

Noch immer gilt: Bisher gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 156 (+4) ; 128 (+/-0) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 24 (+4) Erkrankten – die höchste Zahl seit dem Auftreten der Pandemie und binnen sieben Tagen 11 zusätzliche Erkrankte.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 24 17 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 27 23 0 4
Samtgemeinde Freren 57 46 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 36 24 0 12
Stadt Haren (Ems) 99 80 1 18
Stadt Haselünne 64 49 0 15
Samtgemeinde Herzlake 21 20 0 1
Samtgemeinde Lathen 32 25 0 7
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 156 (+4) 128 (+/-0) 4 24 (+4)
Stadt Meppen 154 105 4 45
Samtgemeinde Nordhümmling 33 16 0 17
Stadt Papenburg 106 76 2 28
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 17 0 5
Samtgemeinde Sögel 182 109 0 73
Samtgemeinde Spelle 17 15 1 1
Einheitsgemeinde Twist 41 28 2 11
Samtgemeinde Werlte 79 56 0 23
Gesamt* 1177 (+49) 857 (+15) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 295 (+34)

(15.10.20)


Grafschaft Bentheim: 7 Mitarbeiter/innen im Jugendamt positiv getestet

Wie am Mittwoch bekannt wurde, sind sieben Mitarbeiter des Jugendamtes der Grafschaft Bentheim positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte der Landkreis auf GN-Anfrage. In Verbindung mit dem Infektionsgeschehen befänden sich derzeit 30 Personen seit Anfang vergangener Woche in Quarantäne.
Das Jugendamt führe seine Arbeit weiter, erklärte eine Sprecherin des Landkreises. Alle notwendigen Aufgabenbereiche, darunter auch mögliche Vor-Ort-Termine bei Familien, würden durch die verbleibenden Mitarbeiter aufgefangen. Insgesamt umfasse die Abteilung 49 Mitarbeiter. Kollegen in Quarantäne würden nach Möglichkeit im Homeoffice arbeiten. Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anderer Bereiche der Kreisverwaltung hätten die Corona-Fälle im Jugendamt nicht. Nach Aussage der Sprecherin gilt die Quarantäne noch bis Ende der Woche. Ab kommender Woche kehren die in Quarantäne befindliche Mitarbeiter zur Arbeit zurück. (Quelle: GN, 15.10.20)


Was können die neuen Corona-Schnelltests?

Heute soll die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte neue nationale Teststrategie in Kraft treten. Die neue Teststrategie des Gesundheitsministeriums setzt dabei auch auf rasche Antigentests. Im Zentrum stehen dabei Massentests in Alten- und Pflegeheimen sowie ähnlichen Einrichtungen. Neue Antigen-Schnelltests sollen nach einem Entwurf für die Strategie das Durchtesten von Gesundheitspersonal auf Sars-CoV-2 erleichtern und beschleunigen. Experten warnen vor falschen Ergebnissen durch Anwendungsfehler.

So soll beispielsweise ein Pflegeheim über ein bestimmtes Kontingent an Tests verfügen, das aus Mitteln der Krankenkassen bezahlt werden soll. Allerdings diskutieren auch weitere Bereiche, etwa die Veranstaltungsbranche oder Schulen, wie sie die Schnelltests nutzen können.

Bei Antigen-Schnelltests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, ist dafür aber oft schneller und günstiger: Ein Ergebnis ist nach 15 Minuten da, es wird mit 15 bis 17 Euro für Laborkosten plus 15 Euro Arztkosten gerechnet. Erste Antigen-Tests für die Anwendung durch medizinisches Fachpersonal sind in Deutschland bereits auf dem Markt. (mehr und Quelle: TSP, 15.10.20)


Landkreis Northeim mit Hotspot im „Glaubenszentrum“

Im Landkreis Northeim liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei 52,7. Allein im Glaubenszentrum Bad Gandersheim sind 53 Corona-Fälle festgestellt worden. Insgesamt waren 252 Mitarbeiter, Bewohner und Besucher des Zentrums getestet worden, nachdem zwei Personen Symptome einer Corona-Infektion gezeigt hatten. Wie der Landkreis am Mittwoch mitteilte, stehen bei 93 Getesteten die Ergebnisse noch aus. Das Glaubenszentrum Bad Gandersheim umfasst eine konfessionsübergreifende Bibelschule und ein Konferenzzentrum.

Seit Montag sind im Landkreis Northeim nach dessen Angaben 61 Corona-Neuinfektionen hinzugekommen. Weil der kritische Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche nun überschritten ist, verschärft der Landkreis die Corona-Regeln – davon ist insbesondere Bad Gandersheim betroffen. Im Landkreis dürfen sich auf privatem Gelände, egal ob drinnen oder draußen, nur noch maximal zehn Personen treffen. In öffentlichen Räumlichkeiten oder Restaurants sind bis zu 25 Personen erlaubt. In beiden Fällen müssen die Teilnehmer den Mindestabstand einhalten.

Für Bad Gandersheim sind außerdem folgende, bei Hotspots typische Konsequenzen angeordnet:

  • Verbot von Freizeit- und Vereinssport in öffentlichen und privaten Sportanlagen und -hallen. Diese werden geschlossen.
  • Maximal sechs Personen bei Zusammenkünften und Ansammlungen im öffentlichen Raum.
  • Maximal sechs Personen pro Tisch oder Tischeinheit in gastronomischen Betrieben.
  • Maskenpflicht beim Besuch eines Museums, einer Ausstellung oder einer Galerie.
  • Maskenpflicht bei Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen, Synagogen und bei Zusammenkünften anderer Glaubensgemeinschaften
  • Singen ist verboten.

Wenn die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Northeim wieder unter den Grenzwert sinkt, wird der Landkreis dies in einer erneuten Allgemeinverfügung bekannt geben, hieß es. Die neuen Regeln in Bad Gandersheim gelten zunächst bis zum 10. November.

update:
Insgesamt waren 252 Mitarbeiter, Bewohner und Besucher des Zentrums getestet worden, nachdem zwei Personen Symptome einer Corona-Infektion gezeigt hatten. Nach Informationen des NDR Niedersachsen liegen nun alle Testergebnisse vor: 123 Infektionen wurden nachgewiesen. Das Glaubenszentrum Bad Gandersheim umfasst eine konfessionsübergreifende Bibelschule und ein Konferenzzentrum. Im Landkreis Northeim ist die Sieben-Tages-Inzidenz auf 106,2 gesprungen. Ein Grund sind die zahlreichen Corona-Infizierte im sog. Glaubenszentrum Bad Gandersheim.

(Quelle: NDR, 15.10.20)


Städte- und Gemeindebund begrüßt gestrige Corona-Beschlüsse

Der Städte- und Gemeindebund begrüßt die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Die Fokussierung der Maßnahmen auf die Risikogebiete, die sogenannten Hotspots, ist richtig“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Donnerstag. Die verschärfte Maskenpflicht dort sowie die Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit und bei privaten Veranstaltungen mit entsprechender Festlegung der Teilnehmerzahlen könnten die notwendige Wirkung erzielen.

„Wir haben im Verlauf der Pandemie gelernt, dass es private Veranstaltungen und die Missachtung von Abstands-, Masken- und Hygienevorschriften sind, die das Infektionsgeschehen treiben“, sagte Landsberg. Dabei spiele der Alkohol und die damit verbundene Enthemmung und Gleichgültigkeit gegenüber bestehenden Regeln eine wichtige Rolle. Deshalb begrüßte Landsberg die vorgesehene Sperrstunde. „Das ist allemal besser, als wenn man am Ende – wie jetzt in den Niederlanden – Restaurants und Bars schließen muss“, argumentierte er. (Quelle: Tagesschau, 15.10.20)



Deutschland – Rekordzahl

Das Robert-Koch-Institut hat am Morgen mit 6.638 so viele Neuinfektionen an einem Tag gemeldet wie noch nie seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Bislang wurde der höchste Wert mit 6.294 Fällen am 28. März erfasst.

Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Morgen 6.638 Neuinfektionen – rund 1.500 mehr als am Mittwoch. Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden.

Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4.059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4000er-Marke überschritten worden.

Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober. In mehreren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an.

„Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden“, schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer „Freitestung“ habe die Situation weiter verschärft.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 341.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.710. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 284.600 Genesene. (Quelle: RKI, 15.10.20)


Argentinien mit starker Zunahme

Die Tageszeitung „La Nacion“ vermeldete für Argentinien unter Berufung auf offizielle Angaben weitere 14.932 Infektionen und 350 an Covid-19-Infektionen verstorbene Menschen. Mit nun rund 925.000 registrierten Infektionen gehört Argentinien zu den Ländern mit den meisten Infektionen weltweit und dürfte in dieser Woche Kolumbien auf Platz fünf ablösen.

Argentinien hatte auf den Ausbruch der Pandemie mit einem strengen wochenlangen Lockdown reagiert, der allerdings dazu führte, dass die Wirtschaft massiv einbrach und die Armutsrate deutlich anstieg. Trotzdem breitete sich das Virus nun massiv aus. Inzwischen sind fast 25.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Zuletzt gingen in Argentinien zehntausende Demonstranten gegen die Corona-Politik der Regierung von Präsident Alberto Fernandez auf die Straße. (Quelle: Tagesschau, 15.10.20)


Spanien überschreitet 900.000 Infektionen

Spanien hat als erstes Land der Europäischen Union die Marke von 900.000 Coronavirus-Infektionen überschritten. Seit Beginn der Pandemie seien mehr als 908.000 Infektionen registriert worden, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit. Spanien hat knapp 45 Millionen Einwohner. In Frankreich mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern wurden bisher 750.000 Infektionen registriert. Die genaue Zahl der registrierten Fälle hängt auch damit zusammen, wie viel getestet wird. In Spanien wurden offiziellen Angaben zufolge mehr als 33.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert. Gesundheitsexperten glauben, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, jedoch nicht ausreichend getestet wird. (Quelle: ARD, 15.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Frankreich hat als jüngstes europäische Land seine Coronavirus-Maßnahmen verschärft, den öffentlichen Gesundheitsnotstand erklärte und Paris sowie acht anderen Städten eine Ausgangssperre auferlegt. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte die Ausgangssperre für rund 20 Millionen Menschen in Paris, Rouen, Lille, St. Etienne, Lyon, Grenoble, Montpellier, Marseille und Toulouse an. Sie gilt ab Samstag zwischen 21.00 und 6.00 Uhr und bleibt mindestens vier Wochen in Kraft. Wer gegen die Ausgangssperre verstößt, wird mit einer Geldstrafe von 135 Euro belegt.
  • Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte strengere Maßnahmen für Versammlungen und das Tragen von Gesichtsmasken in Deutschland an. Sie forderte junge Menschen auf, ihren Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu leisten, nachdem private Parteien wiederholt für lokalisierte Ausbrüche in deutschen Städten verantwortlich gemacht wurden.
  • Spanien wird nach einem Anstieg der Fälle für die nächsten 15 Tage alle Bars und Restaurants in ganz Katalonien schließen, nachdem das iberische Land mit fast 900.000 Infektionsfällen und mehr als 33.000 Todesfällen eine der höchsten Infektionsraten in Europa bekämpft. Alle Bars und Restaurants in der Region sind ab Donnerstagabend zwei Wochen lang auf bloßen Imbiss- und Lieferservice beschränkt. Weitere Beschränkungen gibt es für Geschäfte und Märkte, Turnhallen, Kinos und Theater sowie Kinderspielplätze. Die strengen Maßnahmen wurden getroffen, nachdem binnen weniger Tage die wöchentliche Gesamtzahl der Fälle von 7.000 auf 11.000 gestiegen ist.
  • In den Niederlanden sind ebenfalls Maßnahmen in Kraft getreten, darunter Beschränkungen des Alkoholverkaufs, der Schließung von Gaststätten und neue Maskenpflichten.
  • Ab Donnerstag werden auch in Portugal strenge Maßnahmen eingeführt, nachdem das Land in einigen Fällen einen neuen Infektionsrekord gemeldet hat. Die Versammlungen sind auf fünf Personen begrenzt. Hochzeiten und Taufen können von maximal 50 Personen besucht werden, Universitätsfeiern sind verboten. Bußgelder für Unternehmen, die die Vorschriften nicht einhalten, werden von einer Obergrenze von 5.000 auf 10.000 Euro verdoppelt. Premierminister Antonio Costa wird dem Parlament auch vorschlagen, Gesichtsmasken in überfüllten Außenbereichen obligatorisch zu machen und die Rückverfolgungs-App StayAway CoViD der Regierung für eigene Mitarbeiter obligatorisch zu verwenden.
  • Nordirland kündigte eine vierwöchige Schließung von Pubs und Restaurants an. Die Regionalregierung kündigte an, die Beschränkungen für gesellschaftliche Zusammenkünfte zu verschärfen, um den steigenden Fallzahlen entgegenzuwirken. Die Infektionsraten „müssen jetzt gesenkt werden, sonst werden wir sehr bald an einem sehr schwierigen Ort sein“, sagte die Premierministerin Arlene Foster.
  • Irland kündigte Premierminister Micheal Martin eine Reihe neuer Maßnahmen ​​entlang der Grenze zu Nordirland an, darunter die Schließung nicht wesentlicher Einzelhandelsgeschäfte, Fitnessstudios, Schwimmbäder und Freizeitzentren. Die Kreise Donegal, Monaghan und Cavan sind auf Stufe 4 ihres fünfstufigen Rahmens von Covid-19-Beschränkungen angekommen und haben fast alle Besuche im ganzen Land verboten.
  • Der Iran kündigte neue Reisebeschränkungen für Teheran und vier weitere Großstädte an, nachdem es neue Eintageshochs sowohl bei CoViD-19-Todesfällen als auch bei Neuinfektionen gegeben hatte.
  • Die Zahl der Todesopfer im Irak seit Beginn der Pandemie hat die Marke von 10.000 Menschen überschritten. (Quelle: The Guardian, 15.10.20)

Corona in Italien: Fast 6.000 neue Fälle – Regierung reagiert

Um dem Corona*-Infektionsgeschehen entgegenzuwirken, hat die italienische Regierung neue Maßnahmen umgesetzt. In einem am Dienstag publizierten Dekret heißt es, private Feiern an „Örtlichkeiten drinnen und draußen“ seien verboten. Feierlichkeiten nach Zeremonien, etwa Hochzeiten und Beerdigungen, müssten auf 30 Teilnehmer beschränkt werden. Tanzlokale blieben zu. Außerdem empfiehlt die Regierung den rund 60 Millionen Bürgern, daheim auf alle Abendessen und andere Treffen mit mehr als sechs Gästen aus anderen Haushalten zu verzichten.

Bei der rechten Opposition Italiens und in sozialen Netzwerken ist die Änderung auf starke Kritik gestoßen. Auf Twitter griffen Nutzer zu Hashtags wie „#Stasi“ und „#Orwell“, um gegen die nach ihrer Meinung zu starken Eingriffe ins Privatleben zu protestieren. Die Kritiker zogen so Vergleiche zu Spitzelpraktiken der früheren DDR-Geheimpolizei Stasi und zum Roman „1984“ des Autors George Orwell über einen Überwachungsstaat.

Bei der rechten Opposition Italiens und in sozialen Netzwerken ist die Änderung auf starke Kritik gestoßen. Auf Twitter griffen Nutzer zu Hashtags wie „#Stasi“ und „#Orwell“, um gegen die nach ihrer Meinung zu starken Eingriffe ins Privatleben zu protestieren. Die Kritiker zogen so Vergleiche zu Spitzelpraktiken der früheren DDR-Geheimpolizei Stasi und zum Roman „1984“ des Autors George Orwell über einen Überwachungsstaat. (Quelle: FR, 15.10.20)


Brasilien-Zahlen

Brasilien hat in den letzten 24 Stunden weitere 749 Todesfälle durch Coronaviren und 27.235 neue Fälle registriert, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Das Land hat jetzt insgesamt 151.747 Todesfälle registriert, die zweithöchste Zahl weltweit, und insgesamt 5.140.863 bestätigte Fälle. (Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Staatsrechtler Battis fordert: Entscheidungen gehören in die Parlamente

Einer der prominentesten deutschen Staatsrechtler, der emeritierte Professor an der Berliner Humboldt-Universität Ulrich Battis, hat am Mittwochabend in der „Aktuellen Stunde“ im WDR-Fernsehen gefordert, die Corona-Regeln nicht länger nur durch Verordnungen festzulegen.
Die Krise dauere nun schon so lange an und die Maßnahmen gingen so weit, dass sich damit die Parlamente und nich die Ministerialverwaltung befassen müssten. Diese seien auch der richtige Ort, um Konflikte auszutragen, statt das nur auf der Straße zu belassen. Battis wies zugleich darauf hin, dass Kanzlerin Angela Merkel nichts zu entscheiden habe, sondern lediglich moderieren könne. Der Infektionsschutz sei Sache der Länder und Kommunen. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Grafschaft Bentheim – Die Zahlen
Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am heutigen Mittwoch zehn neue Corona-Fälle. Damit gibt es im Nachbarkreis aktuell 197 akute Infektionsfälle und zwar in

Bad Bentheim: 8 Infektionen
Emlichheim: 12 Infektionen
Uelsen: 17 Infektionen
Neuenhaus: 54 Infektionen
Wietmarschen: 17 Infektionen
Nordhorn: 69 Infektionen
Schüttorf: 20 Infektionen

In Quarantäne befinden sich 986 Grafschafter. Der 7-Tage-Inzidenzwert liegt bei 84,6. Seit Beginn der Pandemie haben sich 488 Menschenin der Grafschaft mit dem corona-Virus infiziert, 18 sind daran gestorben

(Quelle: GN, 14.10.20)


Merkel: „Deswegen ist meine Unruhe mit dem heutigen Tag noch nicht weg“.

Am Abend, als Merkel die Gipfel-Ergebnisse kurz vor 22.30 Uhr präsentierte, betonte die Bundeskanzlerin das Ziel von Bund und Ländern, eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern. „Wir sind in einer Phase der Pandemie, die ernst ist“, sagte sie. Man stehe an einem entscheidenden Punkt.

Merkel appellierte an die Bürger, in dieser „entscheidenden und kritischen Phase“, dass alle mitmachten und die Regeln befolgten. „Wir müssen uns dem Virus nicht ergeben, sondern können dagegen ankämpfen“, sagte sie.

Merkel lobte die Beschlüsse, „die ich ausdrücklich sehr gut finde“. Das hatte zwischendurch anders geklungen. Als die ersten Ergebnisse des Gipfels am früheren Abend bekannt wurden, hieß es, die Kanzlerin sei unzufrieden. „Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden“, sagte Merkel der dpa zufolge nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern des Gipfels.

Davon war vor der Presse nicht mehr die Rede. Merkel sagte allerdings, es müsse sich zeigen, ob die beschlossenen Maßnahmen ausreichten. „Deswegen ist meine Unruhe mit dem heutigen Tag noch nicht weg“, sagte Merkel.

(Quelle: TSP, 14.10.20)


Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels im Kanzleramt:

  • Ergänzende Maskenpflicht: Nach dem Beschlusspapier soll es dort, wo die Infektionszahlen steigen, und spätestens bei einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche eine „ergänzende Maskenpflicht“ geben, „wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen“. Das könnte dann auch für Fußgängerzonen gelten. Von 50 Neuinfektionen an wird die Pflicht zum Maskentragen erweitert.
  • Beschränkung bei Treffen und Feiern: Ebenfalls schon beim Erreichen des Werts von 35 Neuinfektionen soll die Teilnehmerzahl bei Feiern im Familien- und Freundeskreis auf 25 in der Öffentlichkeit und auf 15 in Privaträumen begrenzt werden. Ab 50 Neuinfektionen soll sie dann bundesweit auf zehn Personen im öffentlichen Raum und auf zehn Personen aus zwei Hausständen im privaten Raum reduziert werden. Dann soll auch generell eine Kontaktbeschränkung auf maximal zehn Personen in der Öffentlichkeit gelten.
  • Sperrstunde und Alkoholverbot: Bund und Länder empfehlen dort, wo die Infektionszahlen kontinuierlich steigen und insbesondere bei steigenden Infektionszahlen oberhalb einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche eine Sperrstunde in der Gastronomie einzuführen sowie zusätzliche Auflagen und Kontrollen. Von 50 Neuinfektionen an gibt es eine verbindliche Sperrstunde um 23 Uhr einschließlich eines generellen Abgabeverbots von Alkohol.
  • Frist von zehn Tagen: Sind durch diese Maßnahmen die Infektionen nach zehn Tagen noch nicht eingedämmt, wird nochmals verschärft. Im ersten Schritt gibt es Kontaktbeschränkungen, die den Aufenthalt im öffentlichen Raum und privat auf fünf Personen reduziert. Für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen muss dann ein Hygienekonzept vorgelegt werden. (Quelle: TSP, 14.10.20)

Einigung von Bund und Ländern

Um auf die steigenden Infektionszahlen zu reagieren, haben sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel auf weitreichende Kontaktbeschränkungen geeinigt. Kanzlerin Merkel warnt vor einer „Jahrhundert-Herausforderung“.

Bund und Länder haben sich angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen auf „erhebliche Einschränkungen“ bei Kontakten verständigt. Dies teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach mehr als achtstündigen Beratungen mit den 16 Länderchefs im Kanzleramt mit. Eine Einigung im Streit um die Beherbergungsverbote konnte die Runde nicht erzielen, die Entscheidung wurde vertagt: Dies stelle sie „noch nicht ganz zufrieden“, sagte Merkel.

Laut dem Beschluss sollen bereits bei mehr als 35 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Bislang galt der Wert von 50 als kritische Grenze. Demnach soll dort, wo die Infektionszahlen steigen oder 35 Neuinfektionen überschritten werden, eine ergänzende Maskenpflicht im öffentlichen Raum eingeführt werden. Darüber hinaus empfehlen Bund und Länder in diesem Fall eine Sperrstunde in der Gastronomie sowie zusätzliche Auflagen und Kontrollen einzuführen.

Zudem solle die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen dann weiter begrenzt werden. „Bei steigenden Infektionszahlen und spätestens ab einer Inzidenz von 35 soll eine Teilnehmerbegrenzung bei 25 Teilnehmern im öffentlichen und 15 Teilnehmern im privaten Raum gelten“, heißt es im gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern. Wird die Schwelle von 50 Neuinfektionen überschritten, soll eine weitere Verschärfung greifen. Dann sollen höchstens noch zehn Menschen an Feiern im öffentlichen Raum teilnehmen dürfen. Im privaten Raum wäre die Teilnehmerzahl auf zehn Menschen aus höchstens zwei Hausständen begrenzt.

In der Frage der Beherbergungsverbote konnte sich die Spitzenrunde nicht auf eine einheitliche Regelung verständigen. Bis zum Ende der Herbstferien am 8. November sollen deshalb die Bundesländer wie bisher in Eigenregie entscheiden, wie sie mit den Beherbergungsverboten umgehen. Dies sei „ein Teil des Beschlusses, der mich noch nicht ganz zufrieden stellt“, sagte Merkel. „Da müssen wir weiter arbeiten.“ An die Bürger ergehe aber der „dringende Aufruf“, von „nicht notwendigen Reisen abzusehen“. Im November solle dann ein neuer Anlauf für eine Vereinheitlichung der Beherbergungsregeln genommen werden.
(Quelle: Tagesschau, 14.10.20)


Nächtliche Ausgangssperre in Paris und anderen Städten

Wegen der massiv steigenden Corona-Zahlen verhängt Frankreich erstmals seit dem Frühjahr wieder Ausgangssperren. In Paris und acht weiteren Großstädten dürfen die Bürger ab dem Wochenende zwischen 21 Uhr abends und sechs Uhr morgens das Haus nicht mehr verlassen, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend im Fernsehen ankündigte.

Wer während der nächtlichen Ausgangsbeschränkung auf den Straßen unterwegs sei, müsse einen guten Grund dafür haben, sagt Macron. Anderenfalls sei mit einer Strafe von 135 Euro zu rechnen. Während der Ausgangsbeschränkung dürften keine Restaurants oder Freunde besucht werden. Ein dringend notwendiger Ausgang sei aber erlaubt. Reisen zwischen den französischen Regionen sowie der öffentliche Personenverkehr seien nicht beschränkt.

Die Lage ist Macron zufolge besorgniserregend. „Wir haben die Kontrolle nicht verloren“, betont er. „Wir müssen reagieren.“ Die zweite Infektionswelle sei anders als die erste, denn sie breite sich im ganzen Land aus.

Derweil registrieren die französischen Gesundheitsbehörden 22.591 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Es ist das dritte Mal in sechs Tagen, dass das Gesundheitsministerium einen Wert über 22.000 mitteilt. Insgesamt seien 779.063 Infektionsfälle verzeichnet worden. Die Zahl der Todesfälle in Kranken- und Pflegeheimen sei um 104 auf 33.037 gestiegen. Damit ist Frankreich weltweit das neunte Land weltweit, das mehr als 33.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen hat. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Frankreich führt Gesundheitsnotstand wieder ein

Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Die Pandemie sei eine gesundheitliche Katastrophe, die aufgrund ihrer Art und Schwere die Gesundheit der Bevölkerung gefährde, hieß es. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen auch Ausgangssperren gehören können.

Der Gesundheitsnotstand war Ende März für das ganze Land ausgerufen worden. Er wurde dann Anfang Mai bis zum 10. Juli verlängert. Die Mitte-Regierung hat mit dem Notstand die Möglichkeit, Beschlüsse schnell per Verordnung umzusetzen. Im Frühjahr galten in ganz Frankreich strenge Ausgangsbeschränkungen, die auch polizeilich überwacht wurden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte sich am Abend in einem TV-Interview äußern. Es wurde erwartet, dass er weitere Beschränkungen ankündigt.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Wochenende annähernd 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet – das war ein Rekord.

In mehreren französischen Metropolen, darunter Paris, Lille oder Lyon, gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. Bars sind geschlossen, in Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Turnhallen und Schwimmbäder sind weitgehend geschlossen.

Besonders die Situation in der Hauptstadt bereitet große Sorge. Dort steigt die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen immer weiter an. Frankreich ist stark von der Covid-19-Pandemie betroffen, es starben bisher rund 33.000 Menschen.

(Quelle: TSP, 14.10.20)


Fast 20.000 Neuinfektionen an einem Tag in Großbritannien

Knapp 20.000 Menschen in Großbritannien haben sich innerhalb von 24 Stunden nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das entspricht einem Anstieg von etwa 2500 im Vergleich zum Vortag. 137 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben, wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten. Besonders stark betroffen von der Pandemie sind der Norden Englands, Nordirland, Schottland und Teile von Wales. Die tatsächliche Zahl der Neu-Infektionen dürfte aber noch höher liegen, da nicht genügend Tests zur Verfügung stehen. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Grafschaft Bentheim: Zwei Hotpots treiben Infektionen in die Höhe

Weitere 21 Mitarbeiter sind nach Angaben von Gerrit Vrielink, Geschäftsführer der Zwieback- und Keksfabrik Borggreve in Neuenhaus, am Mittwochmorgen als mit dem Coronavirus infiziert gemeldet worden. Das Unternehmen hatte auf eigene Veranlassung am Montag ein Institut aus Köln mit den umfangreichen Tests von 170 Mitarbeitern beauftragt, nachdem bereits 30 Mitarbeiter zuvor als infiziert eingestuft worden waren. Somit sind jetzt bislang 51 Betroffene bekannt.

Borggreve ist mit seiner Produktion aktuell geschlossen, die Maschinen stehen mitten in der Herbst- und Weihnachtssaison still. Wann sie wieder angefahren werden dürfen, könne er derzeit nicht absehen, berichtete der Geschäftsführer: „Darüber werden jetzt die zuständigen Stellen in den Behörden entscheiden.“

Der Corona-Ausbruch bei Borggreve hat dazu beigetragen, dass die Fallzahlen in der Grafschaft in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen sind. Der Inzidenzwert der letzten 7 Tage hat inzwischen die Zahl 100 überstiegen und ist nach einer Statistik der Wochenzeitschrift DIE ZEIT heute deutschlandweit der vierthöchste Wert überhaupt.

Auch bei einem Corona-Ausbruch in der Firma Neuenhauser Maschinenbau im emsländischen Geeste-Dalum wurden rund 30 Grafschafter infiziert.
(Quelle: GN, 14.10.20)


Youtube entfernt Videos mit falschen Informationen zu Corona-Impfstoffen

Die Videoplattform YouTube hat angekündigt, Videos zu löschen, in denen Behauptungen über CoViD-19-Impfstoffe aufgestellt werden, die „dem Experten-Konsens der nationalen Gesundheitsbehörden oder der Weltgesundheitsorganisation widersprechen“.

Die Video-Sharing-Website, die dem US-amerikanischen Technologiekonzern Alphabet gehört, zu dem auch die Google-Suchmaschine zählt, gab heute bekannt, dass sie ihre „CoViD-19-Richtlinie für medizinische Fehlinformationen“ entsprechend erweitert.

In einer Erklärung sagte YouTube:

Ein Covid-19-Impfstoff könnte unmittelbar bevorstehen. Daher stellen wir sicher, dass wir über die richtigen Richtlinien verfügen, um Fehlinformationen im Zusammenhang mit einem Covid-19-Impfstoff von der Plattform entfernen zu können.

Die erweiterte Richtlinie zu medizinischen Fehlinformationen von Covid-19 enthält spezifische Informationen, aus denen hervorgeht, dass Inhalte, die Angaben zu Covid-19-Impfungen enthalten, die dem Konsens der örtlichen Gesundheitsbehörden oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widersprechen, von YouTube entfernt werden.

Die Art der Behauptungen, die zensiert würden, beinhaltete Vorschläge, dass „der Impfstoff Menschen töten oder Unfruchtbarkeit verursachen wird“ oder dass „Mikrochips in Menschen implantiert werden, die den Impfstoff erhalten“.

In seiner Erklärung sagte YouTube, dass es seit Anfang Februar bereits mehr als 200.000 Videos „im Zusammenhang mit gefährlichen oder irreführenden Covid-19-Informationen“ entfernt habe, einschließlich Inhalten, die „die Existenz oder Übertragung von Covid-19 bestreiten“ und Menschen davon abhalten, medizinische Hilfe zu suchen oder fördert „medizinisch unbegründete Methoden“ oder dass „die Wirksamkeit der von der WHO / lokalen Gesundheitsbehörde empfohlenen Leitlinien zu sozialer Distanzierung und Selbstisolation ausdrücklich bestritten wird“.

(Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Ab 8. November: Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten

Die neue Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten soll ab dem 8. November gelten. Die Details regelt eine Musterquarantäneverordnung, die das Bundeskabinett heute verabschiedete und die eine „gemeinsame Arbeitshilfe für alle Länder“ darstellen soll, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Die konkrete Umsetzung liegt bei den Bundesländern, Reisende müssen deren jeweilige Regeln beachten.

Ursprünglich sollten die Neuerungen schon zum 15. Oktober kommen. Wer sich in den zehn Tagen vor der Einreise in einem als Risikogebiet eingestuften Land oder einer solchen Region aufgehalten hat, muss ab dem 8. November laut Seibert bei seiner Rückkehr unverzüglich für zehn Tage in Quarantäne gehen. Zudem muss er sich beim Gesundheitsamt melden.

Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann frühestens am fünften Tag nach der Einreise einen Coronavirus-Test machen lassen. Wenn das Ergebnis negativ ist, endet die Pflicht zur Quarantäne. In jedem Fall ist das Gesundheitsamt über das Ergebnis zu informieren. Wenn der Test negativ ausfällt, aber innerhalb von zehn Tagen Symptome auftreten, müssen Betroffene einen weiteren Test machen. (Quelle: Tagesschau, 14.10.20)


Diakonie fordert „pandemiefeste Kältehilfe“

Die Diakonie fordert einen verlässlichen Infektions- und Kälteschutz für Wohnungslose während der Corona-Pandemie. Hilfseinrichtungen müssten in diesem Jahr die Menschen nicht nur vor Kälte schützen, sondern im Ernstfall auch Isolations- und Quarantänemöglichkeiten bieten, sagte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie in Deutschland, in Berlin. „Dafür sind zusätzliche Unterkünfte, mehr Personal und die entsprechende Ausrüstung notwendig“, erklärte sie. Dies sei nur mit zusätzlichen finanziellen Mitteln zu leisten. (Quelle: Diakonie, 14.10.20)


Flüchtlingslager in Griechenland unter Quarantäne

Nach der Ansteckung von mindestens 30 Menschen mit dem Coronavirus ist das Flüchtlingslager von Vial auf der Insel Chios in Griechenland bis zum 21. Oktober unter Quarantäne gestellt worden. Dies teilte das griechische Migrationsministerium mit. Bereits im August war das Lager vorübergehend unter Quarantäne gestellt worden.

Im Lager von Vial leben gut 3200 Menschen, die das Lager nun vorerst nicht mehr verlassen dürfen. Nur eine geringe Zahl von Angestellten darf es noch betreten. Es werden umfangreiche gesundheitliche Kontrollen durchgeführt, wie das Migrationsministerium in Athen mitteilte. (Quelle: Diakonie, 14.10.20)


Na also: Nachfrage nach Klopapier steigt

Vor dem Hintergrund steigender Corona-Neuinfektionen geht in Deutschland auch wieder die Nachfrage nach Toilettenpapier nach oben. „Aktuell verzeichnen wir in unseren Filialen erstmals wieder einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten, darunter auch Toilettenpapier“, erklärte der Discounter Aldi Süd gegenüber der „Wirtschaftswoche“. „In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir vereinzelt eine leicht erhöhte Nachfrage in unserem Hygienesortiment“, bestätigte demnach Wettbewerber Lidl. Handelsketten wie Rewe, dm und Kaufland konnten bislang allerdings noch keine Veränderungen im Kaufverhalten ihrer Kunden feststellen.

Zu Beginn der Corona-Krise waren die Umsätze mit Toilettenpapier in Drogerien und größeren Supermärkten rasant in die Höhe geschnellt. In der zweiten Märzwoche etwa lag der Umsatz laut Marktforschern mehr als doppelt so hoch wie in der Vergleichswoche 2019. Danach ging es jedoch steil bergab mit der Nachfrage, ehe sich die Zahlen im Juli wieder stabilisierten. Sprecher von Aldi wie Lidl betonten laut „Wirtschaftswoche“, dass es für Hamsterkäufe keinen Anlass gebe. „Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate beobachten wir Nachfrageschwankungen sehr genau, um etwaige Lieferengpässe vermeiden zu können“, hieß es. (Foto: s. Archiv 02.06.20; Text: Tagesschau, 14.10.20)


Niedersachsen gibt zehn Millionen Euro für Kulturschaffende und -häuser

Mit zehn Millionen Euro will das Land Niedersachsen Künstler und Kulturhäuser während der Corona-Pandemie unterstützen. Die Mittel sollen an Kulturschaffende fließen, die auch finanzielle Hilfen über das Corona-Maßnahmenpaket des Bundes beantragen wollen, wie das Wissenschaftsministerium in Hannover mitteilte. Um von den bundesweiten Förderprogrammen zu profitieren, müssen Hilfesuchende in der Regel einen finanziellen Anteil selbst erbringen. Die Mittel aus dem Landeshaushalt sollten ihnen nun bei dieser Kofinanzierung helfen, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU).

„Unser Ziel ist, dass insbesondere kleine und mittelgroße Kultureinrichtungen sowie Künstlerinnen und Künstler den Weg zurück ins kulturelle Leben finden.“ Kulturhäuser könnten die Fördergelder zum Beispiel in neue Lüftungsanlagen, Umbauarbeiten und andere Vorkehrungen zum Schutz vor dem Coronavirus investieren, erläuterte der Minister. Alle niedersächsischen Künstlerinnen und Künstler könnten sich um die Förderung bewerben.

(Quelle: Tagesschau, 14.10.20)


Große Teile Westafrikas vor Hungersnot

Große Teile Westafrikas stehen aufgrund der Coronavirus-Pandemie vor einer „Hungersnot“, warnt die NGO Save the Children.

Die Zahl der Kinder in Mauretanien, Niger, Nigeria und im Tschad, die dringend humanitäre Hilfe benötigen, um zu essen und in der Schule zu bleiben, ist seit Beginn der Coronavirus-Pandemie um 60% gestiegen. Basierend auf den Ergebnissen einer „haushaltswirtschaftlichen Analyse“, die zwischen Mai und Juli in allen vier Ländern durchgeführt wurde, schätzte die Organisation, dass 4,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren Hilfe benötigen, verglichen mit etwa 3 Millionen vor dem Ausbruch.

In Mauretanien ist der Bedarf an Nahrungsmittelhilfe um 460% gestiegen, in Niger um 201% und im Tschad um 155%, sagte Save the Children.

Mateo Caprotti, Programmdirektor für Save the Children in West- und Zentralafrika:

„Fast fünf Millionen Kinder unter 14 Jahren haben wohl nicht genug Nahrung, um ihren täglichen Ernährungsbedarf zu decken, weil ihre Familien aufgrund der Pandemie Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen.

In diesen Situationen wird die Ausbildung der Kinder oft zum Opfer. Millionen Familien in ganz Westafrika sind gezwungen, schwierige Entscheidungen über den Kauf von Lebensmitteln oder die Bezahlung von Gesundheits- oder Bildungsleistungen zu treffen, da sie sich nicht mehr alle leisten können. Covid-19 drückt eine bereits gefährdete Bevölkerung zusammen. Es ist wichtig, dass wir sie nicht vergessen.“

Die Region steht jetzt vor einer Hungersnot. Ohne lebensrettende Behandlung könnten viele Tausende an vollständig vermeidbaren und behandelbaren Ursachen sterben.

Wie in jedem Notfall tragen Kinder dabei die Hauptlast, und Millionen haben jetzt Schwierigkeiten, Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung, Bildung und anderen sozialen Diensten zu erhalten, die ernsthaft gestört wurden.“

(Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Telefonische Krankschreibung kommt wieder

Telefonische Krankschreibungen beim Arzt wegen Erkältungsbeschwerden sollen bis Jahresende wieder umfangreicher möglich gemacht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigteeinen entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen für Donnerstag an. Das Gremium ist mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen besetzt. „Wir wollen natürlich mögliche Infektionen im Gesundheitswesen selbst und in der Arztpraxis bei Grippe sowie bei Corona vermeiden“, sagte Spahn. (Foto: CC s. Archiv vom 25.03.20; Quelle: Spiegel, 14.10.20)


Katalonien schließt Bars und Restaurants

Die katalanische Regierung hat nach weiteren einem Anstieg der Fälle angekündigt, ab Donnerstagabend alle Bars und Restaurants in der Region für zwei Wochen auf Imbiss- und Lieferservice zu beschränken, meldet der Guardian. Der Einschnitt kommt, nachdem die wöchentliche Gesamtzahl der Fälle in Katalonien innerhalb weniger Tage von 7.000 auf 11.000 gestiegen ist.

„Dies ist eine schmerzhafte Maßnahme, und das wissen wir“, sagte der amtierende Regionalpräsident Pere Aragonès. „Aber es ist eine notwendige Maßnahme, und wir müssen jetzt handeln.“ Die Alternative, fügte Aragonès hinzu, wären noch strengere Maßnahmen.

„Wir müssen mit absolutem Engagement handeln“, sagte er. „Wir brauchen eine enorme kollektive Anstrengung, die auf individuellen Anstrengungen zur Änderung oder alltäglichen Gewohnheiten beruht, damit wir diese sozialen Räume wieder öffnen können.“ (Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Schweiz: Neue Höchstzahl bei den täglichen Infektionen

Die Schweiz verzeichnete in den letzten 24 Stunden mit 2.823 Neuerkrankungen den höchsten Anstieg der Coronavirus-Infektionen an einem Tag – fast doppelt so viele wie am Vortag.

Die Zahl ist der jüngste Höhepunkt in einer neuen Welle von Infektionsfällen in der Alpennation, und dies einen Tag vor einem „Krisengipfel“ des Coronavirus-Notfalls, an dem festgelegt werden soll, wie ein zweiter Shotdown vermieden werden kann.

Bisher gab es in der Schweiz insgesamt 68.704 im Labor bestätigte Fälle des Coronavirus; 5.167 Menschen wurden wegen CoViD-19 im Krankenhaus behandelt; 1.816 Menschen sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden an den Coronaviren gestorben.
(Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Niedersachsen: Lage trotz hoher C-Zahlen in den Kliniken „noch entspannt“

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt auch in Niedersachsen weiter an. Bislang zeichnet sich aber kein Notstand bei der Versorgung von Covid-19-Patienten in Krankenhäusern ab.

Die Kliniken haben nach Angaben des Sozialministeriums ausreichend Betten zur Verfügung. Die Lage sei „weiterhin sehr gut“, sagte eine Sprecherin. Aktuell gibt es 1.645 freie Isolationsplätze auf den Normalstationen der Krankenhäuser. Auf den Intensivstationen sind 388 Betten frei.

Von den derzeit 319 mit dem Coronavirus infizierten Patienten in Krankenhäusern wird der überwiegende Teil, nämlich 263, auf einer Normalstation behandelt. 48 Menschen benötigen derzeit einen Platz auf einer Intensivstation. 23 Betroffene werden künstlich beatmet. Kinder sind nach wie vor bei den Corona-Krankenhauspatienten deutlich in der Minderheit, sieben sind momentan in Krankenhäusern. Eines wird intensivmedizinisch versorgt. Ob sie Vorerkrankungen haben, konnte das Sozialministerium nicht sagen.

Knapp sind die Ressourcen dagegen vielerorts bei den Gesundheitsämtern – vor allem in den Kommunen im Westen des Landes, die als Hotspots gelten. 50 Helfer des Robert-Koch-Instituts unterstützen die Behörden beim Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus, außerdem sind in Niedersachsen 50 Soldaten der Bundeswehr im Einsatz. Sie unterstützen bei der Kontaktnachverfolgung. (Quelle: NDR, 14.10.20)


Jeder Dritte in NRW lebt in einem Risikogebiet

In Nordrhein-Westfalen lebt inzwischen jeder Dritte in einem Corona-Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut überschritten am Mittwoch neun Großstädte und vier Kreise mit mehr als 5,6 Millionen Einwohnern die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Zusätzlich meldete die Städteregion Aachen mit gut 557.000 Einwohnern einen entsprechenden Warnwert von 57,6.

Demnach leben fast 6,2 Millionen Menschen in Risikogebieten innerhalb des Landes NRW mit insgesamt knapp 18 Millionen Einwohnern. Zu den Risikogebieten gehören die Millionenstadt Köln, die Landeshauptstadt Düsseldorf, Essen, Duisburg oder auch Herne mit dem am Mittwoch landesweit höchsten Wert von 95,2.

Zu den seit Tagen betroffenen Kreisen Unna und Recklinghausen kamen neu die Kreise Mettmann und Olpe hinzu. Für das gesamte bevölkerungsreichste Bundesland wies das RKI einen Wert von 41,49 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche aus. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Gastgewerbe fordert: Weg mit dem Beherbergungsverbot

Das Gastgewerbe fordert vor dem Krisentreffen von Bund und Ländern: „Beherbergungsverbote müssen vom Tisch“. Sie seien als Mittel zur Pandemiebekämpfung nicht erforderlich, unangemessen und entsprächen nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick.

Beherbergungsverbote sorgten für Frust bei den Gästen, die ihren Urlaub nicht antreten könnten, eine Stornierungswelle in den Hotels und einen drastischen Rückgang bei Neubuchungen. „Die Frage, wer für den Schaden aufkommt, ist unklar.“ Branchenvertreter hätten bereits erste Klagen eingereicht. Seit März sei kein relevantes Infektionsgeschehen in deutschen Hotels oder Pensionen bekanntgeworden. „Reisen innerhalb Deutschlands sind keine Pandemietreiber.“ (Quelle ZDF, 14.10.20)


Bundesregierung passt Verdienstausfallentschädigungen an

Die Große Koalition plant zusätzliche Möglichkeiten der Entschädigung bei Verdienstausfällen für Eltern, die ihre Kinder wegen Corona zu Hause betreuen müssen. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten soll es dagegen keine Entschädigung mehr geben. Das geht aus einer sogenannten Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen des Bundestages zu weiteren Änderungen des Infektionsschutzgesetzes hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

So solle künftig ein Entschädigungsanspruch auch für einzelne Eltern in Betracht kommen, die ein Kind zu Hause betreuen müssen, weil das Gesundheitsamt ihren Nachwuchs unter Quarantäne gestellt hat. Bisher sah die Regelung eine Entschädigung vor, wenn Schulen oder Kitas behördlich geschlossen wurden und keine anderweitige Betreuung möglich war. Eltern, die dann nicht zur Arbeit können, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. (Quelle: Tagesschau, 14.10.20)


Tagesspiegel
meldet „die Details der Beschlussvorlage für das Bund-Länder-Treffen“

Bund und Länder wollen offenbar in den Herbst- und Wintermonaten einen niedrigeren Schwellenwert bei Corona-Infektionen beschließen, von dem an schärfere Maßnahmen zur Einhegung des Virus umgesetzt werden müssen. Nach Informationen des Tagesspiegels bleibt es z

war grundsätzlich bei dem Wert von 50 Infektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen als genereller bundesweiter Vorgabe für zusätzliches Handeln der Behörden.

Ergänzende Maskenpflicht
Doch sollen bestimmte Maßnahmen schon von einem Wert von 35 Infektionen angreifen. So soll dann in eine „ergänzende Maskenpflicht eingeführt werden, und zwar dort, „wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen“, wie es in einer Vorlage heißt, auf deren Basis sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten am Nachmittag auf ein möglichst gemeinsames und einheitliches Vorgehen verständigen wollen.

Sperrstunde der Gastronomie
Zudem soll es dann auch eine einheitliche Sperrstunde in der Gastronomie allgemein geben. Bars und Clubs werden geschlossen. Eine Uhrzeit wurde vorab noch nicht festgelegt – in Berlin gilt derzeit eine Sperrstunde ab 23 Uhr, CSU-Chef Markus Söder hat am Dienstag 22 Uhr vorgeschlagen.

Teilnehmerzahl von Feiern und Veranstaltungen
Zudem soll es ab dem 35er-Wert dazu dazu kommen, dass bei öffentlichen Veranstaltungen eine Teilnehmerbegrenzung verbindlich ist. Auch hier ist bisher keine Zahl beschlossen. „Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.“ Auch für private Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis sollen dann eine Obergrenze greifen.

Kontaktbeschränkungen
Weitergehende Einschnitte wie zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf eine bestimmte Personenzahl sollen dann wie bisher ab 50 Infektionen greifen. Greifen diese Maßnahmen binnen zehn Tagen nicht, soll es noch schärfere Bestimmungen geben können.

Beherbergungsverbot
Zu dem umstrittenen Beherbergungsverbot ist vorerst kein Beschluss absehbar. Doch werden alle Bürger aufgefordert, in den kommenden Monaten „nicht erforderliche innerdeutsche Reisen in Gebiete und aus Gebieten heraus, welche die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage übersteigen, zu vermeiden“. Zudem soll daran erinnert werden, dass in der Mehrheit der Bundesländer die Beherbergung für Reisende aus Hotspots einen negativen Test voraussetzt.
(Quelle: TSP, 14.10.20)


Gesundheitsministerium Reimann für Homeoffice

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) rief Firmen auf, Mitarbeiter in der Corona-Krise vermehrt ins Homeoffice zu schicken. Kontakte sollen so weit wie möglich begrenzt werden.

Im Frühjahr, als das Coronavirus die Gesellschaft in den Stillstand zwang, gab es für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter einen Lichtblick: das sogenannte Homeoffice. Vielerorts wurde so die Kurzarbeit umgangen, Aufträge blieben erhalten, Menschen in Lohn und Brot – auch wenn es für Eltern mit Kita- oder Schulkindern sicher kein großer Spaß war. Nun ist Niedersachsen offenbar wieder an einem Punkt angekommen, an dem es vor etwas mehr als einem halben Jahr schon mal war. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hat Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermehrt in die Heimarbeit zu schicken.

Was die Gesundheitsministerin damit bezweckt, ist klar: Pendler sollen – wenn möglich – zu Hause bleiben, Kontakte am Arbeitsplatz minimiert, Infektionsrisiken gesenkt werden. „Die Pandemie ist noch nicht bezwungen. Die Zahlen der Neuinfektionen der letzten Tage sprechen eine klare Sprache“, sagte Reimann. Sie lobte das Konzept Homeoffice und appellierte, „die guten Erfahrungen der letzten Monate mit der mobilen Arbeit weiter zu nutzen“. (Quelle: NDR, 14.10.20)


Russland meldet Rekord an Neuinfektionen

Russland meldet einen Rekord an Neuinfektionen. Binnen der letzten 24 Stunden gibt es 14.231 weitere Coronavirus-Fälle. Die Gesamtzahl der Infektionen steigt damit auf 1,34 Millionen. Weitere 239 Menschen starben, wodurch sich die Zahl der Todesfälle auf 23.205 erhöht. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Polen-Zahlen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 6000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 6526 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (1188), wie das polnische Gesundheitsministerium mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 116 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 3217 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Auswärtigen Amt in Berlin noch nicht ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft wurde. (Quelle: ARD, 14.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 23.888 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 14. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 441.Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 704 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert und damit zwei mehr als am Vortrag. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 19.096 der bislang gemeldeten Fälle (etwa 80 Prozent aller Fälle). (Quelle: NDR, 14.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 14.10.2020, 10.00 Uhr

Der starke Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht weiter. In den letzten 24 Stunden sind 34 Personen als infiziert festgestellt worden. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.128 (+34); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 346,0. Insgesamt sind im Emsland jetzt 261 (+28) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt; die Wochenzeitschrift DIE ZEIT meldet parallel heute („in Echtzeit“) übrigens eine um 70 Erkrankte höhere Zahl von 331 Erkrankten im Emsland.

Vier Patienten werden wegen CoViD-19 nach den Angaben des Wochenzeitschrift DIE ZEIT in den 99 Intensivbetten in den Krankenhäusern des Emslands behandelt.

Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 842 Genesene (+6). Es befinden sich aktuell nur rund 1.090 Personen (=<5/Erkranktem) in Quarantäne. Bisher gibt es keine weiteren CoViD-19-Toten im Emsland.

In Lingen (Ems) beträgt die Gesamtzahl der Infizierten 152 (+1) ; 128 (+/-0) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 20 (+1) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 22 17 1 4
Einheitsgemeinde Emsbüren 27 22 0 5
Samtgemeinde Freren 56 46 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 32 24 0 8
Stadt Haren (Ems) 98 79 1 18
Stadt Haselünne 58 49 0 9
Samtgemeinde Herzlake 21 20 0 1
Samtgemeinde Lathen 32 25 0 7
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 152 128 4 20
Stadt Meppen 150 102 4 44
Samtgemeinde Nordhümmling 30 16 0 14
Stadt Papenburg 99 76 2 21
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 20 17 0 3
Samtgemeinde Sögel 176 100 0 76
Samtgemeinde Spelle 16 15 1 0
Einheitsgemeinde Twist 39 27 2 10
Samtgemeinde Werlte 74 56 0 18
Gesamt* 1128 (+34) 842(+6) 25
Aktuelle Covid-19-Fälle 261 (+28)

(14.10.20)


Drosten: Jetzt ein „sehr schnelles Geschehen“ –
Ältere können nicht komplett abgeschirmt werden

Der Virologe Christian Drosten hat sich deutlich gegen die Idee ausgesprochen, sich in der Corona-Pandemie nur auf den Schutz von Älteren und anderen Risikogruppen zu konzentrieren, während der Rest der Gesellschaft zum Alltag zurückkehrt. Zum einen könne es nicht gelingen, die Älteren komplett abzuschirmen, sagte der Charité-Wissenschaftler in der aktuellen Folge seines Podcasts „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Zum anderen gebe es auch in den jüngeren Altersgruppen nicht so wenige Risikopatienten.

Ließe man das Virus in den jüngeren Altersgruppen durchlaufen, gäbe es viele Infektionen auf einmal und man komme auch da an die Belastungsgrenze der Medizin, sagte Drosten. Dabei gehe es dann aber um einen Patiententyp mit anderer gesellschaftlicher Wahrnehmung: „Da würden eben junge Familien auch den Familienvater verlieren oder auch die Mutter.“ Das sei „eine ganz andere Konsequenz und das kann man einfach so nicht durchlaufen lassen“, erläuterte der Virologe. Hintergrund ist ein offener Brief von drei Wissenschaftlern aus den USA und Großbritannien, die sich gegen bevölkerungsweite Maßnahmen aussprechen – auch andere Experten widersprachen ihnen bereits.

Daneben verlieh Drosten seiner Forderung nach einheitlichen Regeln in der Corona-Pandemie Nachdruck: Das Virus werde sich immer weiter geografisch verteilen, dementsprechend hätten im Laufe der Zeit lokale Maßnahmen „immer weniger Durchgriff“, sagte er. Umso wichtiger sei es jetzt schon, „allgemeingültige Maßgaben zu formulieren“ und den Ereignissen damit nicht hinterherzulaufen. Man habe im Land jetzt ein doch „sehr schnelles Geschehen“. Selbst im theoretischen Fall eines absoluten Lockdowns stiegen die Fallzahlen noch ein oder zwei Wochen, erläuterte der Virologe. Die Menschen, die nächste Woche als infiziert gemeldet werden, hätten sich ja jetzt schon infiziert.

Drosten appellierte erneut an die Menschen – neben dem Einhalten der Aha-Regeln – ein sogenanntes Cluster-Kontakttagebuch zu führen. Man solle sich fragen: „Wo war ich heute, wo es mir eigentlich nicht ganz geheuer war?“. Es geht etwa um Treffen mit einer Gruppe in einem geschlossenen Raum, ohne ausreichend Abstand, zum Beispiel im Restaurant oder im Beruf. Dies soll unter anderem helfen, im Fall einer Infektion die Situation ausfindig zu machen, in der man sich wahrscheinlich angesteckt hat – wie womöglich auch andere Teilnehmer.

Oft könnten sich Menschen an solche Gefährdungssituationen vor sieben bis zehn Tagen nicht erinnern, so Drosten. In den Meldestatistiken gewinne man den Eindruck, die Infektionen kämen aus Familienfeiern und Haushalten. In mehr als der Hälfte der Fälle sei die Quelle der Ansteckung allerdings nicht aufklärbar, sagte er. Von den Aufzeichnungen verspricht er sich auch eine Sensibilisierung der Menschen, solche Situationen zu vermeiden. „Denn es ist ja auch nicht so, dass Politiker jede kleine Situation im Alltag regulieren können und am besten noch separat pro Bundesland“, sagte er.
(Quelle: NDR, 14.10.20)



Überbrückungshilfen vor Verlängerung

Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet offenbar neue Hilfen für Unternehmen vor, die besonders von der Pandemie getroffen sind. Nach einem Bericht der „Funke Mediengruppe“ sollen unter anderem laufende Überbrückungshilfen um ein halbes Jahr und damit bis kommenden Sommer verlängert werden. Davon profitieren sollen vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Veranstaltungsbranche sowie die Messe- und Ausstellungswirtschaft. (Quelle. Tagesschau, 14.10.20)


Deutschland-Zahlen: Über 5.000 Neuinfektionen – 40 weitere CoViD-19-Tote

5.132 Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland gemeldet. Das sind rund 1.000 Fälle mehr als noch am Vortag. Den letzten Höchstwert seit April hatte es am Samstag mit 4.721 neu nachgewiesenen Fällen gegeben. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI noch 2.828 Neuinfektionen mitgeteilt. Die hohen Zahlen lassen sich auch auf die vermehrt durchgeführten Tests zurückführen.
Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle binnen 24 Stunden in Deutschland erhöhte sich auf 334.585.
Bei den Todesfällen verzeichnet das RKI einen Anstieg von 40 – gegenüber 13 tags zuvor.. Die Gesamtzahl der Todesfälle erhöht sich demnach auf 9.677. (Quelle: RKI, 14.10.20)


NRW verbietet Swingerclubs

Die Corona-Pandemie hat auch kuriose Folgen: NRW verbietet ab sofort Swingerclubs. In der gestern veröffentlichten neuen NRW-Coronaschutz-Verordnung wurde ein Passus erweitert, der bisher nur Tanzlokale betraf. Wörtlich heißt es dort nun: „Der Betrieb von Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen ist untersagt. Dies gilt auch für Swingerclubs und ähnliche Einrichtungen.“

Bis vor kurzem waren auch Bordelle zwangsweise geschlossen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte das Verbot Anfang September gekippt, die Regierung hatte daraufhin etliche Regeln für Prostituierte und ihre Kunden in die Hygienevorschriften der Coronaschutz-Verordnung aufgenommen. Sogenannte Swingerclubs, bei denen Partnertausch ohne Bezahlung stattfindet, wurden dadurch nicht erfasst. (Quelle: WDR, 14.10.20)


Auch Chef der Bundesärztekammer gegen Beherbergungsverbot

Vor den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder heute Mittag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise hat sich auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zum Thema Beherbergungsverbote geäußert, Diese hält er für ein untaugliches Mittel zur Eindämmung des Virus. Solche Regelungen seien „ungeeignet, das Pandemiegeschehen einzugrenzen“, sagt Reinhardt den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.
So habe sich etwa „die Infektionsdynamik trotz des sehr intensiven innerdeutschen Reiseverkehrs in diesem Sommer kaum beschleunigt“. Zum anderen führen die unterschiedlichen Verbotsregeln zu Verunsicherung und Verwirrung bei den Menschen. (Quelle: ARD, 14.10.20)


Neues zur Nacht

  • Der britische Labour-Chef Keir Starmer forderte die Regierung auf, in England einen nationale Lockdown von mindestens zwei Wochen zu verhängen, nachdem die Zahl der CoViD-19-Todesopfer auf ein Viermonatshoch angestiegen ist. Der Oppositionsführer sagte, Premierminister Boris Johnson habe „die Kontrolle über das Virus verloren“ und müsse dringend Maßnahmen ergreifen, um im Oktober eine nahezu vollständige Abschaltung im ganzen Land zu verhängen. Die g Ganze Geschichte hier (engl.).
  • In Polen ist Premierminister Mateusz Morawiecki negativ auf CoViD-19 getestet worden. Er ging aber in Quarantäne, nachdem er am Freitag Kontakt mit einer Person hatte, die positiv getestet wurde. Ein Regierungssprecher sagte, der Premierminister habe keine Coronavirus-Symptome und erfülle seine Pflichten weiterhin.
    (Quelle: The Guardian, 14.10.20)

Grafschaft Bentheim mit Inzidenzwert von 70,7

Zu den bisherigen Fällen an CoViD-19 Infizierten in der Grafschaft Bentheim sind am Dienstag 57 neue Fälle hinzugekommen. Akut infiziert sind damit 187 Grafschafter. Die Gesamtzahl aller Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 478. Todesfälle gab es bisher 18. In Quarantäne befinden sich 981 Personen. Der Inzidenzwert liegt bei 70,7.

Ein großer Teil der Neuinfektionen hängt mit dem Infektionsgeschehen in der Firma Borggreve in Neuenhaus zusammen. Auch die Neuenhauser Maschinenfabrik ist mit der Niederlassung in Dalum ein Hotspot; von 240 Mitarbeitern dort sind 29 infiziert. Die Daten – auch auf Gemeindeebene – können dem Dashboard unter dem diesem Link entnommen werden. (Quelle: GN, 14.10.20)


Verwaltungsgericht: Kinder gefährdeter Eltern müssen zur Schule

Schüler, deren Eltern zur Corona-Risikogruppe gehören, haben nicht automatisch Anspruch darauf, vom Präsenzunterricht befreit zu werden. Das hat das Verwaltungsgericht Braunschweig entschieden. Wenn an der Schule noch keine weitergehende Maßnahme zum Infektionsschutz angeordnet wurde, etwa wegen eines Corona-Falls bei einem Schüler, dürfe die Schule die Befreiung ablehnen.

Im konkreten Fall ging es um zwei Geschwister, die in die 9. und 12. Klasse eines Braunschweiger Gymnasiums gehen. Ihre Eltern hatten der Schule ein ärztliches Attest vorgelegt, demzufolge sie zur Risikogruppe gehören. Die Schule hatte die Befreiung unter Berufung auf eine Vorschrift des Kultusministeriums abgelehnt. Diese Vorschrift sei rechtlich nicht zu beanstanden, entschied das Gericht. Zudem habe die Schule schon eine Reihe von Corona-Schutzmaßnahmen umgesetzt. Gegen diese Entscheidung ist Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg möglich. (Quelle: VG Braunschweig, Aktenzeichen 6 B 187/20; 13.10.20)


Belgien: Medienberichten zufolge 600 Infizierte an Universität

600 Studierende haben sich auf dem Uni-Campus der belgischen Stadt Ottignies-Louvain-la-Neuve nach Medienberichten mit dem Coronavirus infiziert. Das entspricht einem Anteil von zwei Prozent der dort eingeschriebenen Studierenden, wie der Fernsehsender VRT bereits am Montag berichtete.

„Wir haben viel getan, um die Studierenden für die Folgen ihres Verhaltens zu sensibilisieren, aber dennoch hat es nicht geholfen“, sagte der Vize-Direktor der Universität, Philippe Hiligsmann, VRT. Die Mitarbeiterin der Universität Anne-Sophie Masureel betonte zudem, dass die Studierenden sich in den Hörsälen an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht hielten. Masureel vermutet, dass es vor allem in der Freizeit der Studierenden zu Ansteckungen gekommen sei.

Seit Dienstag gilt wegen hoher Infektionszahlen in der Region nahe der Hauptstadt Brüssel für 15 Tage eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 1.00 und 6.00 Uhr. Ausnahmen gelten unter anderem aus dringenden medizinischen Gründen und für tägliche Arbeitswege.

Allgemein gelten auf dem Campus eine Reihe von Sicherheits- und Hygieneregeln. So darf beispielsweise in Cafeterien nur eigenes Geschirr benutzt werden und bei Lehrveranstaltungen gilt eine Maskenpflicht. (Quelle: TSP, 13.10.20)


Golf: Der Weltranglistenerste ist positiv getestet

Der Weltranglistenerste Dustin Johnson hat sich aus dem CJ Cup dieser Woche zurückgezogen, nachdem er positiv auf CoviD-19 getestet hatte. Das teilte die PGA Tour in am Dienstag mit.

Der 36-jährige Amerikaner, der zuletzt bei den US Open im September antrat, teilte den Tourbeamten mit, dass er Symptome habe, und wurde am Wochenende getestet, der zu seinem Rückzug aus dem Las Vegas-Event führte, nachdem er begonnen hatte, sich selbst zu isolieren.

„Klar bin ich sehr enttäuscht“, sagte Johnson. „Ich habe mich sehr auf diese Woche gefreut, werde aber alles tun, um so schnell wie möglich zurückzukehren.“
(Foto: Pixabay; Quelle: The Guardian, 13.10.20)


(13.10.20)


Twente: 317 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden

In den letzten 24 Stunden wurden in Twente 317 neue Coronainfektionen gemeldet. Dies geht aus Zahlen hervor, die das RIVM am Dienstagnachmittag veröffentlicht hat. Zum ersten Mal übersteigt die tägliche Gesamtzahl in der niederländischen Grenzregion damit 300. Sechs Krankenhauseinweisungen und ein neuer Todesfall wurden ebenfalls registriert.

Mit einer Flut von Maßnahmen wird das niederländische Kabinett das gesellschaftliche Leben in den nächsten vier Wochen noch stärker verlangsamen. Es hat die Gastronomie geschlossen, alle Veranstaltungen verboten und den Sport für Erwachsene wie Kinder eingeschränkt. Für die Bildungseinrichtungen wird sich nichts ändern.

Die Schließung der Gastronomie sei „katastrophal“, sagt der Vorsitzende Berto Mulder von Koninklijke Horeca Nederland, Abteilung Hengelo. „Den Unternehmern geht das Geld aus. Wenn es kein neues Support-Paket gibt, stoppen sie entweder oder gehen bankrott. “

Trotz des allgemeinen Verbots von Teamsport, in der die Distanz von 1,5 Metern nicht möglich ist, darf in den niederländischen Profiligen Eredivisie und der Kitchen Champion Division weiterhin Fußball gespielt werden. Die Fans bleiben vorerst ausgeschlossen.

(Quelle: Tubantia, 13.10.20)


New Yorker Philharmoniker setzen gesamte Saison aus

Zum ersten Mal in seiner knapp 180-jährigen Geschichte hat das Orchester der New Yorker Philharmoniker für die komplette Saison sämtliche Konzerte abgesagt. Voraussichtlich sollen bis Mitte Juni des kommenden Jahres keine Konzerte mehr stattfinden.

Die Konzerthalle der Philharmoniker in Manhattan ist aufgrund der Pandemie seit März geschlossen. Ursprünglich hatte das Orchester gehofft, bereits im Januar 2021 wieder auftreten zu können. Zur Überbrückung der Zeit versuchen sich die Philharmoniker mit Online-Konzerten und kleineren Auftritten an öffentlichen Orten in New York zu behelfen. (Quelle: Tagesschau, 13.10.20)


Impfstoff: EU soll mehr als eine Milliarde Euro für Remdesivir zahlen

Die Europäische Union zahlt dem US-Biotechkonzern Gilead einem Insider zufolge mehr als eine Milliarde Euro für die Lieferung von bis zu 500.000 Dosen Remdesivir in den kommenden sechs Monaten. Der vereinbarte und bisher nicht bekannt gegebene Preis für einen Behandlungszyklus betrage 2.070 Euro, erfuhr die seriöse britische Nachrichtenagentur Reuters „von einer mit der Sache vertrauten Person“.

Die Europäische Kommission hatte in der vergangenen Woche mit Gilead einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 500.000 Dosen Remdesivir, das zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt wird, unterzeichnet. (Quelle: ZDF, 13.10.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Niederländische Bars und Restaurants müssen wegen der neuen Coronavirus-Fälle schließen, um den Anstieg zu stoppen. Die Regierung der Niederlande kündigte am Dienstag die neuen Maßnahmen an, nachdem die Zahl der neuen Infektionsfälle in dem Nachbarland in den letzten Wochen um insgesamt knapp 44.000 Neuinfektionen bis auf den heutigen Tagesrekord von fast 7.400 gestiegen sind.
  • Auch Italien kündigt neue Beschränkungen an. Der italienische Premierminister Giuseppe Conte verkündete neue Beschränkungen für Versammlungen, Restaurants, Sport- und Schulaktivitäten, um den Anstieg neuartiger Coronavirus-Infektionen zu verlangsamen.
  • Großbritannien meldet heute 143 neue Todesfälle durch CoViD-19, die höchste tägliche Zahl seit Juni. Damit summiert sich die Zahl der Todesfälle in Großbritannien auf 43.018. Am Dienstag kamen in Großbritannien weitere 17.234 bestätigte Fälle von Coronavirus hinzu. Die Gesamtzahl aller Fälle in Großbritannien beträgt 634.920.
  • Cristiano Ronaldo wurde positiv auf Coronavirus getestet. Der 35-Jährige soll „gut, ohne Symptome und isoliert“ sein. Vor dem Spiel Portugals am Mittwoch in der Nationsleague gegen Schweden wurden im Kader des Landes keine weiteren positiven Tests gemeldet.
  • Die russische Aufsichtsbehörde haben die Genehmigung für einen Versuch mit dem umstrittenen Impfstoff Sputnik V CoViD-19 an Personen über 60 Jahren erteilt. Im August genehmigte Russland den Impfstoff zur Verwendung nach weniger als zwei Monaten menschlicher Tests, einschließlich einer Dosis, die einer der Töchter von Wladimir Putin verabreicht worden sein soll .
  • In den Krankenhäusern in Paris könnten bereits nächste Woche bis zu 90% der Intensivbetten mit CoViD-19-Patienten gefüllt sein. Die Warnung kam vom Chef des nationalen Gesundheitssystems, während sich Frankreich auf neue Maßnahmen vorbereitete, um einen Corona-Anstieg zu verlangsamen.
  • Die Regierung in Irland bot am Dienstag denjenigen mehr Unterstützung an, die am stärksten von einigen der härtesten CoViD-19-Beschränkungen Europas betroffen waren. Das nationale Konjunkturpaket wurde von Reuters als „in der Geschichte des Staates beispiellos“ beschrieben.
  • In Russland teilte am Dienstag das Coronavirus-Krisenzentrum des Landes mit, dass in den letzten 24 Stunden 13.868 neue Fälle gemeldet wurden, was die Gesamtzahl der Infektionen auf 1.326.178 erhöht. (Quelle: The Guardian, 13.10.20)

Weiterer Corona-Fall beim deutschen Verfassungsschutz

Nach Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang wurde ein weiterer Spitzenbeamter des Verfassungsschutzes positiv auf das Coronavirus getestet. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). Zunächst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet. Sowohl Haldenwang als auch der betroffene Beamte führen ihre Amtsgeschäfte demnach von zu Hause aus weiter. (Quelle: Tagesschau, 13.10.20)


Frankfurt bittet Bundeswehr um Hilfe

Wegen der Zunahme an Corona-Fällen geraten die Gesundheitsämter in Frankfurt am Main an ihre Grenzen. Darum sollen ab morgen 60 Soldaten der Bundeswehr dabei helfen, mögliche Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln, wie die hessenschau berichtet. (Quelle: HR, 13.10.20)


Münsterland: Zahlen steigen

Im Münsterland ist die Zahl der amtlich bestätigten Corona-Infizierten (Stand 13.10.2020, 12.10 Uhr) seit gestern um 86 Fälle gestiegen. Damit wurden seit Beginn der Pandemie jetzt insgesamt 7.046 Fälle durch Tests nachgewiesen.
Akut infiziert sind derzeit 681 Menschen, das sind 29 mehr als am Montag. Als genesen gelten 6.174 – 57 mehr als am Montag. Bei der so genannten Sieben-Tage-Inzidenz (der Anzahl der gemeldeten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner) hat der Kreis Warendorf mit 36,0 den höchsten Wert im Münsterland und damit den Warn-Richtwert von 35 überschritten. Auch im Kreis Steinfurt liegt der Wert inzwischen über 30/100.000.
Münsterlandweit sind bislang 191 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben.
(Quelle: WDR, 13.10.20)


Niederlande kündigen Teil-Lockdown an

Ab Mittwoch Abend treten in den Niederlanden deutlich striktere Corona-Auflagen in Kraft. Das kündigte heute Regierungschef Mark Rutte (VVD) an.

Bars und Restaurants sollen wieder schließen. Nach 20 Uhr abends darf demnach kein Alkohol mehr verkauft werden. Jedem Haushalt sei es lediglich erlaubt, pro Tag maximal drei Gäste zu empfangen. Rutte zufolge sollen die Regelungen vorerst für vier Wochen gelten, möglicherweise könnten sie aber auch noch verlängert werden.

(Quelle: ARD. 13.10.20)


Landkeis Osnabrück: Eine weitere Tote in Pflegeheim in Bad Essen

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim in Bad Essen (Landkreis Osnabrück) sind 15 weitere Personen positiv getestet worden. Zudem starb eine weitere infizierte Bewohnerin.

Bei den positiv getesteten Personen handelt es sich nach Angaben des Landkreises um Mitarbeiter, Besucher und Kontaktpersonen von bereits infizierten Mitarbeitern. Damit seien nun insgesamt 30 Bewohner und 19 Mitarbeiter des Wohnparks positiv getestet worden, heißt es. Drei Ergebnisse stehen noch aus.

In der vergangenen Woche war bereits bei 29 Bewohnern und 13 Mitarbeitern das Virus nachgewiesen und die Wohnanlage daraufhin unter Quarantäne gestellt worden. Eine 85-jährige Bewohnerin war im Krankenhaus verstorben. Der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück hatte gemeinsam mit der Gemeinde Bad Essen und den Johannitern daraufhin am Sonntag an der Oberschule in Bad Essen ein ambulantes Testzentrum eingerichtet, um bei Besuchern der Anlage und noch nicht getestete Mitarbeitern Abstriche nehmen zu können.

Außerdem wurden Kontaktpersonen getestet, die angegeben hatten, engen Umgang mit infizierten Mitarbeitern des Altenheims beziehungsweise mit infizierten Bewohnern gehabt zu haben. Dazu gehörten beispielsweise Friseure und Ärzte sowie Freunde und Angehörige, die etwa mit Bewohnern außerhalb der Wohnanlage spazieren gegangen waren.

Der Gesundheitsdienst hat zudem angekündigt, Bewohner und Mitarbeiter am Mittwoch erneut auf das Virus zu testen. Die Ergebnisse werden dann Ende der Woche erwartet. (Quelle: NDR, 13.10.20)


(13.10.20)


Kanada ist das offizielle Partnerland der Frankfurter Buchmesse 2020.

(13.10.20)


Mehr als 100.000 Corona-Fälle in Schweden

Schweden übertrifft die Zahl von 100.000 Infizierten. In den letzten vier Tagen seien 2.203 Neuinfektionen registriert worden, teilt die Gesundheitsbehörde mit. Seit Beginn der Pandemie gibt es damit in Schweden, dass sich gegen einen Lockdown entschieden hat, 100.654 bestätigte Infektionen.

Fünf weitere Personen starben seit Freitag an oder mit dem Virus, insgesamt 5899. Die Sterberate in Bezug auf Corona ist in Schweden um einiges höher als in anderen nordischen Ländern, aber niedriger als besonders hart getroffene Länder wie Spanien, Italien oder Großbritannien. (Quelle: TSP, 13.10.20)


Studie: Kinderbetreuung in Corona-Zeiten meist von Mutter geschultert

Auch bei einer ähnlichen beruflichen Belastung haben während des Corona-Lockdowns im Frühjahr meist die Mütter die Kinderbetreuung geschultert. Eine Studie des Nationalen Bildungspanels zeigt zudem, dass fast ein Drittel der älteren Schulkinder um die 14 Jahre sich überwiegend selbst überlassen blieb. Was dies mit Blick auf die Herausforderungen des Homeschoolings für Folgen habe, müsse in weiteren Untersuchungen analysiert werden, teilte das am Bamberger Leibniz-Institut für Bildungsverläufe beheimate Bildungspanel mit.

Das Zusammenspiel von Kinderbetreuung und Beruf habe ab Mitte März für mehr als vier Millionen berufstätige Eltern aufgrund von pandemiebedingten Schul- und Kitaschließungen schlagartig nicht mehr funktioniert, erläuterten die Forscher. „Bei allen untersuchten Familien betreuten Mütter ihre Kita- oder Schulkinder während der Pandemie häufiger alleine als Väter.“ Die Väter beteiligten sich zwar auch an der Kinderbetreuung – häufig aber nur gemeinsam mit der Mutter oder unterstützt von Dritten. (Quelle: ZDF, 13.10.20)


Weltwirtschaft etwas weniger durch Corona-Krise betroffen

Die Weltwirtschaft dürfte den Corona-Schock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. In diesem Jahr sei mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um etwa 4,4 Prozent zu rechnen, hieß es in einer neuen IWF-Prognose. Damit hob der Währungsfonds seine Vorhersage vom Juni um 0,8 Prozentpunkte an. „Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus“, erklärte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath.

Dank beispielloser Konjunkturhilfen und geldpolitischer Unterstützung hätten die großen Volkswirtschaften die Folgen der Corona-Krise im zweiten Quartal besser bewältigt als angenommen, so Gopinath. Eine Wiederholung einer „Finanzkatastrophe“ wie während der letzten großen Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 habe dadurch bislang verhindert werden können. Allerdings bleibt der Ausblick trübe. Die Erholung ab kommendem Jahr werde „langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle“ sein, betonte der Währungsfonds.

(Quelle: ARD, 13.10.20)


Impfstoff: Pharmakonzern Johnson & Johnson unterbricht Tests

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat seine Covid-19-Impfstoffstudie wegen einer „ungeklärten Krankheit“ bei einem Teilnehmer abgebrochen. Das bestätigte am Dienstag das Unternehmen. Unklar ist, ob dem Patienten ein Placebo oder der experimentelle Impfstoff verabreicht wurde, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Studien, die so groß sind wie die, die Johnson & Johnson mit 60.000 Patienten durchführt, vorübergehend unterbrochen werden.

Angesichts der Tatsache, dass mehrere Pharmaunternehmen um die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs kämpfen, der durch die Operation Warp Speed ​​unterstützt wird, werden die Bemühungen der US-Regierung, die Entwicklung zu beschleunigen, von Politikern und Amerikanern genau beobachtet.

„Wir haben die weiteren Impfungen in all unseren klinischen Studien mit COVID-19-Impfstoffkandidaten vorübergehend unterbrochen“, gab Johnson & Johnson in einer Erklärung bekannt. „Nach unseren Richtlinien wird die Krankheit des Teilnehmers überprüft und bewertet.“

Johnson & Johnson hat die Art der Krankheit, die den Prozess zum Erliegen gebracht hat, nicht offengelegt und in einer Erklärung festgestellt: „Wir müssen die Privatsphäre dieses Teilnehmers respektieren. Wir erfahren aber mehr über die Krankheit dieses Teilnehmers, und es ist wichtig, alle Fakten zu kennen, bevor wir zusätzliche Informationen weitergeben“, heißt es in der Erklärung weiter. Die Krankheit wird jetzt genau untersucht.

Die Johnson & Johnson-Studie, die Anfang nächsten Jahres zu Ergebnissen führen sollte, ist eine von vier Impfstoffstudien im fortgeschrittensten Stadium der Phase 3 und eine von sechs in den USA getesteten Coronavirus-Impfstoffen. Impfstoffversuche von Pfizer und Moderna in Phase 3 werden fortgesetzt und werden voraussichtlich in diesem Jahr zu Ergebnissen führen. Während die von Moderna und Pfizer entwickelten Impfstoffe zwei Impfungen erfordern würden, würden Johnson & Johnsons nur eine benötigen.

(Quelle: The Guardian, 13.10.20)


Russland: Rekordzahl an neuen Positiv-Tests und Todesfällen

In Russland steigt die Zahl der Positiv-Tests nach offiziellen Angaben um den Rekordwert von 13.868 auf insgesamt mehr als 1,32 Millionen. In den vergangenen 24 Stunden starben 244 Menschen, die positiv getestet worden waren. Auch dies ist ein Höchstwert seit Beginn der Zählung. Die Zahl der Todesfälle steigt damit auf 22.966. (Quelle: TSP, 13.10.20)


EU-Minister einigen sich auf „Ampel“-System für Reisevorgaben

Die EU will den Mitgliedsländern zu einheitlichen Reisevorgaben in der Corona-Krise verhelfen. Die Europaminister der Staaten billigten ein „Ampel“-System, mit dem künftig ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen verhindert werden soll.
Ungehinderter Reiseverkehr soll demzufolge für Menschen aus als „grün“ eingestuften Regionen gelten, für die vergleichsweise geringe Ansteckungsquoten festgestellt wurden. Für Regionen mit mittlerem („orange“) oder hohem („rot“) Risiko sollen die Regierungen „geeignete“ Maßnahmen festlegen. Das könnten etwa Quarantäne- oder Testverpflichtungen sein.

Die 27 Mitgliedstaaten sollen der europäischen Seuchenaufsichtsbehörde Daten zur Quote der neuen Positiv-Tests im Verhältnis zu 100.000 Einwohnern in den vergangenen zwei Wochen liefern sowie zur Anzahl der Tests und der Positivrate in der vergangenen Woche. Daraus soll die Behörde dann eine mit den drei Farben unterlegte Übersicht erstellen. Die EU-Kommission ruft die Staaten dazu auf, sich auf einheitliche Vorgaben zu verständigen. (Quelle: TSP, 13.10.20)



RKI heute zum Nordwesten


Corona in Altenheim: Vier weitere Tote in Neu Wulmstorf

In Neu Wulmstorf sind in der vergangenen Woche vier Bewohner eines Alten- und Pflegeheims nach einer Corona-Infektion gestorben. Die Verstorbenen waren zwischen 80 und 93 Jahre alt. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle in dem Heim im Landkrei