USA wollen Kinder zwischen 4 und 6 impfen – Ende 2021 oder Anfang 2022

„Kinder zwischen vier und sechs Jahren in den USA werden voraussichtlich Ende dieses Jahres oder im ersten Quartal 2022 Covid-19-Impfungen erhalten können“, sagte Dr. Anthony Fauci, der landesweit führende Experte für Infektionskrankheiten, auf einer Veranstaltung am Mittwoch.

Die USA haben Anfang dieses Monats bereits den Weg für die Verwendung des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer-BioNTech bei Jugendlichen ab 12 Jahren frei gemacht.

Fauci bemerkte auch die Notwendigkeit einer Covid-19-Booster-Nachimpfung „innerhalb eines Jahres oder so“ nach Erhalt der ersten Vollimpfung: „Ich denke, wir werden mit ziemlicher Sicherheit irgendwann innerhalb eines Jahres nach Erhalt des primären Impfung einen Booster benötigen, da der Infektionsschutz gegen das Coronavirus nicht lebenslang ist, ähnlich wie bei Masern“, sagte er.

Der Vorstandsvorsitzende von Pfizer, Albert Bourla, sagte auf derselben Veranstaltung, dass nach 8 bis 12 Monaten wahrscheinlich Booster-Shots erforderlich sind. Im April hatte Bourla CNBC-Patienten mitgeteilt, dass sie „wahrscheinlich“ innerhalb von 12 Monaten eine dritte Auffrischungsdosis von Covid-19-Impfstoffen benötigen werden.

Andere Wissenschaftler stellen jedoch die Notwendigkeit von Covid-19-Booster-Aufnahmen in Frage, weil bisher keine Daten vorliegen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Fauci ergönzte, dass bei der Gewährleistung der Impfstoffgerechtigkeit erhebliche Fortschritte erzielt wurden, und betonte, dass die Aufnahmen an solchen Standorten verfügbar sein müssten, die für Minderheiten leicht zugänglich sind. (Quelle: The Guardian, 19.05.21)


Spelle: Landmaschinenfabrik Krone impft seit heute selbst

Der Landmaschinen-Hersteller Krone hat am heutigen Mittwoch sein betriebliches Impfprogramm gestartet. Auf dem Werksgelände in Spelle wurden zunächst 250 Beschäftigte aus der Produktion mit AstraZeneca geimpft.

Später sollen nach und nach auch die anderen rund 1.200 Mitarbeitenden des Betriebs geimpft werden, sagte Firmenchef Bernard Krone dem NDR in Niedersachsen. Im Anschluss plane man, auf Wunsch zusätzlich den Familienangehörigen der Krone-Beschäftigten eine Impfung anzubieten. Auch umliegende Nachbarbetriebe könnten die bestehende Impfstruktur seines Unternehmens gerne anfragen, so Krone.

Der Landmaschinenhersteller hat auf seinem Betriebsgelände ein kleines Impfzentrum aufgebaut. Auszubildende helfen den Impfwilligen bei der Anmeldung, der Betriebsarzt führt die Vorgespräche. In sechs Kabinen wird dann geimpft. Dafür seien nach Unternehmensangaben Betriebssanitäter eigens geschult worden.

Der Landmaschinen-Hersteller ist kein Teil des Modellversuchs betrieblicher Impfungen in Niedersachsen, wie etwa Sartorius in Göttingen oder die Salzgitter AG. Bei Krone hat man das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen. Die Betriebsärzte, die auch niedergelassene Ärzte seien, hätten sich um nicht abgerufene AstraZeneca-Impfdosen bemüht und seien dabei erfolgreich gewesen. Bereits im Winter seien für die geplante Impfaktion 10.000 Einwegspritzen besorgt worden.

Eigentlich hatte das Unternehmen vor, gleich zum Auftakt 400 Mitarbeitende zu impfen – aber die dafür benötigten Impfdosen wurden nicht geliefert. Firmenchef Bernard Krone hofft nun auf bis zu 800 Dosen ab der kommenden Woche. Dann soll die Impfaktion auch auf den Krone-Standort Werlte (Landkreis Emsland) ausgeweitet werden.

Später sollen nach und nach auch die anderen rund 1.200 Mitarbeitenden des Betriebs geimpft werden, sagte Firmenchef Bernard Krone dem NDR in Niedersachsen. Im Anschluss plane man, auf Wunsch zusätzlich den Familienangehörigen der Krone-Beschäftigten eine Impfung anzubieten. Auch umliegende Nachbarbetriebe könnten die bestehende Impfstruktur seines Unternehmens gerne anfragen, so Krone.

Der Landmaschinenhersteller hat auf seinem Betriebsgelände ein kleines Impfzentrum aufgebaut. Auszubildende helfen den Impfwilligen bei der Anmeldung, der Betriebsarzt führt die Vorgespräche. In sechs Kabinen wird dann geimpft. Dafür seien nach Unternehmensangaben Betriebssanitäter eigens geschult worden.

Der Landmaschinen-Hersteller ist kein Teil des Modellversuchs betrieblicher Impfungen in Niedersachsen, wie etwa Sartorius in Göttingen oder die Salzgitter AG. Bei Krone hat man das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen. Die Betriebsärzte, die auch niedergelassene Ärzte seien, hätten „sich um nicht abgerufene AstraZeneca-Impfdosen bemüht und seien dabei erfolgreich“ gewesen. Bereits im Winter seien für die geplante Impfaktion 10.000 Einwegspritzen besorgt worden.

„Eigentlich“ hatte das Unternehmen vor, gleich zum Auftakt 400 Mitarbeiter:innen zu impfen – aber die dafür benötigten Impfdosen wurden nicht geliefert. Firmenchef Bernard Krone hofft nun auf bis zu 800 Dosen ab der kommenden Woche. Dann soll die Impfaktion auch auf den Krone-Standort Werlte (Landkreis Emsland) ausgeweitet werden. (Quelle: NDR, 19.05.2021)


Nieders. Landesregierung findet private Kontrollen ganz ok

Der umstrittene Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes bei Kontrollen von Schlachthof-Mitarbeitern in Sögel (Landkreis Emsland) ist nach Auffassung der Landesregierung nicht zu beanstanden. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag hervor. Der Sicherheitsdienst des Unternehmens Weidemark übernehme keine hoheitlichen Aufgaben wie Polizei und Ordnungsamt, sondern unterstütze „lediglich“ die Behörden. Folglich gebe es keine Bedenken gegen den Einsatz auch außerhalb des Schlachthof-Geländes, teilte die Landesregierung mit.

Die Grünen sind mit der Antwort dagegen nicht ganz zufrieden. Es sei verwirrend, wenn die firmeneigenen Sicherheitsleute auch weiterhin parallel zur Polizei die Corona-Regeln in Sögel kontrollieren könnten, sagte der Landtagsabgeordnete Volker Bajus. (Quelle: NDR, 19.05.21)


Niedersachsen: Inzidenz jetzt unter 50

Eine Sieben-Tages-Inzidenz von 50 gilt als „magische Grenze“ für Lockerungen. Entscheidend sind aber die Werte der Landkreise und kreisfreien Städten – und die aktuelle Corona-Verordnung des Landes.

Die Corona-Zahlen im Land sinken weiter. Das ist die gute Nachricht. Zum ersten Mal seit Monaten liegt kein Landkreis über der Marke von 100 und die landesweite Inzidenz liegt erstmals wieder unter 50. Und nun kommt die schlechte Nachricht: Weitere Lockerungen gibt es trotzdem erst einmal nicht, das hat Regierungssprecherin Anke Pörksen heute noch einmal klar gemacht. Man befinde sich weiter in einem Zwischenstadium, in dem man erst schauen müsse, wohin sich die Zahlen weiter bewegten. Die nächsten Lockerungen gemäß Stufenplan soll es demnach – wie geplant- erst Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni geben – egal ob ein Landkreis schon früher einen Wert von unter 50 erreicht.

Wenn die neue Corona-Verordnung Ende Mai oder Anfang Juni in Kraft tritt, macht ein Inzidenzwert von unter 50 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt einen großen Unterschied: Dann ist unter anderem der Präsenzunterricht in der Schule mit voller Klassenstärke wieder möglich, es darf ohne Corona-Test eingekauft und mit Corona-Test in Restaurant-Innenräumen gegessen werden.

Allerdings gilt derzeit bereits eine andere „magische Zahl“: die 35. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt stabil unter 35, können die Verantwortlichen vor Ort entscheiden, ob sie Treffen von bis zu zehn Personen zulassen. Diese dürfen aus höchstens drei Haushalten stammen. Das Landesgesundheitsamt muss aber zustimmen. Der Landkreis Friesland nutzt diese Möglichkeit schon seit Anfang des Monats, in der Stadt Wilhelmshaven dürfen sich seit heute mehr Menschen treffen, im Landkreis Uelzen gelten die gelockerten Kontaktbeschränkungen ab morgen. Sollte der Wert allerdings wieder über 35 steigen, gelten wieder die bisherigen Regeln, wie ein Sprecher mitteilte – und zwar automatisch, ohne neue Verfügung.

Die Region Hannover ist davon noch etwas entfernt. Allerdings gilt die Region ab heute nicht mehr als Hochinzidenzkommune weil der Sieben-Tage-Inzidenzwert seit fünf Werktagen unter 100 liegt. Damit gilt nun nicht mehr die „Bundesnotbremse“, sondern die niedersächsische Corona-Verordnung. Ab morgen gibt es unter anderem keine Ausgangssperre mehr, ein Haushalt darf sich mit zwei Personen eines anderen Haushalts treffen, Außengastronomie und Geschäfte dürfen für Geimpfte, Genesene und Negativ-Getestete öffnen.

Einen anderen Lockerungsschritt hat das Land bereits eher unfreiwillig vollzogen: Das Oberverwaltungsgericht (OVG) hat am Dienstag die sogenannte Landeskinderregelung gekippt, nach der bisher nur niedersächsische Gäste Urlaub zwischen Küste und Harz machen durften. Es handle sich um eine Ungleichbehandlung, die aus Infektionsschutzgründen nicht notwendig sei, entschied das OVG. Über Pfingsten sind damit unter anderem Übernachtungen in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen erlaubt. Urlauber müssen aber entweder geimpft oder genesen sein oder ein negatives Testergebnis vorlegen können. Andere Bundesländer wie Bayern wollen Urlaub bei stabilen Inzidenzzahlen ebenfalls sehr bald wieder ermöglichen. (Quelle: NDR, 19.05.21)


Betriebsärzte müssen sich bei Bestellung von Impfstoff beeilen

Betriebsärzte müssen einem Medienbericht zufolge schon Ende dieser Woche ihre Bestellungen für Covid-19-Impfstoffe abgeben, wenn sie sich gleich nach Öffnung der Kampagne im Juni daran beteiligen wollen. Das sähen die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums und des Arbeitgeberverbands BDA vor, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ/Donnerstagausgabe).

Der neuen Impfverordnung zufolge könnten die Werksärzte vom 7. Juni an die Belegschaft ihres jeweiligen Unternehmens impfen. Aus einer Handreichung des BDA gehe hervor, dass dafür zunächst nur das Vakzin des Herstellers BioNTech/Pfizer zur Verfügung steht. Auch die Menge sei auf 804 Dosen je Arzt in der ersten Impfwoche begrenzt. (Quelle: TSP, 19ö.05.21)


RKI: „Indische Variante“ mit Anteil von zwei Prozent

Bei der Verbreitung der als besorgniserregend eingestuften Coronavirus-Varianten in Deutschland hat es mehrere leichte Verschiebungen gegeben. Nach einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch ist die schon länger dominierende Variante B.1.1.7 mit einem Anteil von nun 87 Prozent an den untersuchten Proben im Vergleich zu den Vorwochen leicht zurückgegangen. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 3. bis 9. Mai. Zeitweise hatte diese deutlich ansteckendere, zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante mehr als 90 Prozent ausgemacht.

Die in Indien entdeckte Variante B.1.617 wird laut Bericht in Deutschland zunehmend nachgewiesen, aber auf weiterhin niedrigem Niveau: Das RKI schreibt von einem geringen Anteil von 2 Prozent, in der Woche zuvor waren es 1,5 Prozent. Sie ist in mehrere Untervarianten aufgespalten. Insgesamt sei der Anteil von B.1.617 geringer als in Großbritannien, wo die Variante aktuell in etwa 6 Prozent der untersuchten Proben gefunden werde, heißt es.

Nach wochenlang unauffällig niedrigen Werten hat hingegen die südafrikanische Variante B.1.351 etwas zugelegt, von einem auf drei Prozent. Erklärungsansätze dafür waren nicht angegeben. Die in Brasilien zirkulierende Variante P.1 bleibt laut Bericht sehr selten, mit einem Anteil von 0,3 Prozent.

Besondere Aufmerksamkeit erfordere der seit etwa Mitte April stark steigende Anteil von Nachweisen der indischen Untervariante B.1.617.2, heißt es im Bericht. Genau diese verbreitet zunehmend auch in Großbritannien. Es gibt laut RKI epidemiologische Hinweise darauf, dass diese Untervariante eine erhöhte Übertragbarkeit aufweist. Diese besorgniserregende Untervariante und ihre Verbreitung stünden unter besonderer Beobachtung, auch wenn die absolute Anzahl der Nachweise in der untersuchten Woche in Deutschland weiterhin im zweistelligen Bereich liege.

Das RKI weist darauf hin, dass die Gesamtzahl der ans Institut übermittelten Gesamtgenomsequenzen im Vergleich zu den Vorwochen gesunken sei. Da noch mit Nachmeldungen gerechnet werde, könnten sich die Variantenanteile nachträglich ändern. (Quelle: RKI, 19.05.21)


Berlin verbietet Querdenker-Demos zu Pfingsten

Die Berliner Polizei hat die Querdenken-Demonstrationen am Samstag und am Sonntag in Berlin verboten. Das sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwochabend dem Tagesspiegel.

Am Samstag wollten die Teilnehmer (16.000 waren angekündigt worden) auf vier verschiedenen Routen durch die Stadt zum großen Stern ziehen. Am Sonntag war eine Versammlung zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule geplant.

Begründet werden die Verbote damit, dass sich die Teilnehmer wie in der Vergangenheit aller Erfahrung nach nicht an die geltenden Schutzregeln in der Corona-Pandemie halten. Dadurch bestehe die Gefahr vermehrter Corona-Infektionen unter dem Demonstrationsteilnehmern – und damit eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung.

Die Polizei hatte mit ähnlichen Verboten bereits in der Vergangenheit mehrfach vor den Gerichten Erfolg gehabt. Es ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass sich die Querdenker von den Verboten abhalten lassen.

Das hat sich in mehreren deutschen Städten gezeigt – in April waren Querdenker zuletzt im April trotz verboten auf die Straße gegangen. Für die Polizei dürfte es daher bei einem Großeinsatz bleiben.

Neben den großen Versammlungen am Samstag und Sonntag sind nach Auskunft der Polizei auch kleinere Kundgebungen am Montag verboten worden: Am Potsdamer Platz, hier waren 1000 Menschen angemeldet, außerdem am Alexanderplatz mit 600 angemeldeten Teilnehmern. Ebenso nicht stattfinden darf eine Kundgebung die jeden Montag vor dem Brandenburger Tor (Platz des 18. März) angemeldet ist. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Nur drei Prozent in Lateinamerika voll geimpft

In Lateinamerika und der Karibik gibt es nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho) „eklatante Lücken“ beim Zugang zu Coronavirus-Impfstoffen. Nur drei Prozent der mehr als 650 Millionen Einwohner der Region seien bisher vollständig geimpft, sagte Paho-Direktorin Carissa Etienne am Mittwoch. Sie rief in einer Online-Pressekonferenz dazu auf, die übermäßige Abhängigkeit von Importen essenziellen Medizinbedarfs durch eine verstärkte Herstellung vor Ort zu mindern.

Lediglich vier Prozent medizinischer Produkte, die bisher während der Pandemie in der Region benutzt worden seien, stammten aus der Region. In Brasilien, Argentinien und Mexiko werden bereits Impfstoffe wie die von Astrazeneca und Cansino in begrenztem Umfang hergestellt oder abgefüllt. In Kuba werden derzeit zwei einheimische Impfstoffe in der letzten Phase klinischer Studien getestet.

Nach monatelangen Verzögerungen – weil Produkte, die für die abschließende Beschichtung und Abfüllung in Mexiko gebraucht wurden, fehlten – soll kommende Woche die erste Million in Argentinien und Mexiko hergestellten Dosen des Astrazeneca-Vakzins fertig sein. Das teilte der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard am Mittwoch mit.

Die beiden Länder hatten bereits vergangenen August angekündigt, mindestens 150 Millionen Dosen des vom britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca und der Universität Oxford entwickelten Impfstoffs gemeinsam zu produzieren und damit Lateinamerika – abgesehen von Brasilien – zu versorgen. In Argentinien wird auch bereits das russische Präparat Sputnik V hergestellt – das soll bald ebenfalls in Mexiko geschehen. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Britische Studie soll Effektivität von dritter Impfung prüfen

Mit einer neuen Studie wollen britische Forscher die Effektivität einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus prüfen. Dabei sollen insgesamt sieben verschiedene Impfstoffe getestet werden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch in London ankündigte. Die ersten Ergebnisse werden im September erwartet. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler Klarheit für ein von Herbst an geplantes Auffrischungsprogramm. Damit solle den am stärksten gefährdeten Menschen über den Winter der bestmögliche Schutz garantiert werden.

Die 2886 Probanden erhielten den Impfstoff frühestens zehn bis zwölf Wochen nach der zweiten Dosis, betonte das Ministerium. Dabei könnten Teilnehmer auch einen anderen Impfstoff erhalten als den, den sie bei den ersten beiden Impfungen bekommen haben. Der Start der Studie ist bereits für Anfang Juni geplant, dann will Minister Hancock seine G7-Kollegen zu einem persönlichen Treffen in der Stadt Oxford empfangen. Experten der Universität Oxford hatten gemeinsam mit dem Pharmakonzern Astrazeneca einen Impfstoff entwickelt.

„Wir werden alles tun, um dieses Land vor Pandemien und anderen Bedrohungen unserer Gesundheit zukunftssicher zu machen“, sagte Hancock. Die Daten dieser Studie könnten dazu beitragen, die Pläne für das Auffrischungsprogramm im Laufe dieses Jahres zu gestalten. (Quelle: TSP, 19.05.21)


CDC: Mehr als 125 Millionen US-Bürger vollständig geimpft

In den USA sind inzwischen mehr als 125 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien 349 Millionen Dosen ausgeliefert und etwa 277 Millionen verabreicht worden. Rund 159 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Serbien will Tschechien 100.000 Corona-Impfstoffdosen schenken

Serbien will dem EU-Mitgliedstaat Tschechien nach Angaben aus Prag 100.000 Corona-Impfstoffdosen mit dem Pfizer-Biontech-Wirkstoff kostenlos überlassen. Das sei ein „unglaubliches Geschenk“, schrieb der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis am Mittwoch bei Twitter. Zuvor hatte er den serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic zum Abschluss eines dreitägigen Besuchs in Prag empfangen.

Am Dienstag hatte sich der tschechische Präsident Milos Zeman bei Vucic persönlich für die Nato-Luftangriffe auf Serbien im Jahr 1999 entschuldigt. Die Nato führte die Militärschläge durch, um den Kosovokrieg zu beenden. Die völkerrechtliche Bewertung des Einsatzes ist umstritten, da er nicht durch ein UN-Mandat gedeckt war.

Nach einem Bericht des Nachrichtenportals Seznamzpravy.cz wartet Tschechien immer noch auf die Lieferung von rund 80.000 Impfstoff-Dosen, die Slowenien, Österreich und Ungarn dem Land aus Solidarität schenken wollten. Sie würden nun bis Ende Juni erwartet, hieß es. Tschechien hatte einen Kompromissvorschlag zur solidarischen Verteilung von Impfstoff in der EU abgelehnt und war bei der anschließenden Umverteilung selbst außen vor geblieben.

In dem Land mit knapp elf Millionen Einwohnern sind inzwischen knapp 4,3 Millionen einzelne Impfstoff-Dosen verabreicht worden. Mehr als 1,1 Millionen Menschen sind vollständig geimpft. Die Corona-Lage hat sich sehr gebessert: Innerhalb von sieben Tagen wurden zuletzt 63 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Corona-Spürhunde spüren Infizierte laut Studie zu 97 Prozent auf

Eine wissenschaftliche Studie zu Corona-Spürhunden hat nach Angaben der Autoren „sehr Erfolg versprechende“ Ergebnisse gebracht. Die Tiere spürten demnach 97 Prozent der Infizierten über ihren Geruch auf, wie die Pariser Forscher am Mittwoch mitteilten. Etwas schwerer taten sich die Hunde mit den negativ Getesteten: Sie erkannten sie nur zu 91 Prozent.

Die Wissenschaftler – darunter Humanmediziner wie Tierärzte – ließen 335 Probanden im Alter von sechs bis 76 Jahren mit PCR-Tests untersuchen. Von ihnen hatten sich 109 mit dem Coronavirus infiziert. Anschließend wurden alle Teilnehmer gebeten, zwei Minuten lang eine Kompresse in eine Achselhöhle zu drücken, um den Schweiß aufzunehmen. Den Spürhunden wurden dann die Kompressen zum Schnüffeln vorgelegt, direkten Kontakt mit den Probanden hatten sie nicht.

Die Autoren sprachen von „hervorragenden Ergebnissen“. „Sie ermöglichen den wissenschaftlichen Nachweis, dass Hunde die Geruchsspur von Covid-19 entdecken können“, erklärte die Pariser Krankenhausgesellschaft AP-HP, die an der Studie beteiligt war. Nach ihren Angaben handelt es sich um „die erste solche Untersuchung auf internationalem Niveau“.

Dass Hunde Krankheiten aufspüren können, ist bereits länger bekannt. Die Fähigkeiten von Corona-Spürhunden wurden zwischenzeitlich auch bei der Bundeswehr getestet, das Projekt wurde nach Medienberichten aber eingestellt. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Neues EU-Siegel für sicheren Tourismus in Corona-Zeiten

Sicher reisen trotz Corona: Ein neues europäisches Sicherheitslabel für Hotels soll bei Touristen Vertrauen schaffen. Die EU-Staaten können dieses Zertifikat an touristische Einrichtungen vergeben, die entsprechende Vorgaben zu Gesundheit und Sicherheit einhalten, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Das Label ist freiwillig.

Das Siegel wurde gemeinsam von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und dem Europäische Komitee für Normung (CEN) entwickelt. Es werde den Unternehmen helfen, die Sicherheit vor der Sommersaison zu gewährleisten und so das Vertrauen von Reisenden, Anwohnern und Beschäftigten in den Tourismussektor zu stärken, sagte der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton.

Im März hatte die Kommission das Komitee aufgefordert, diese Vorgaben zu entwickeln, um der Tourismusbranche vor dem Sommer eine konkrete Handreichung und den Touristen Sicherheit zu geben. „Nach unzähligen Lockdowns, Grenzschließungen etc. hilft das Zertifikat vielleicht etwas Normalität wiederherzustellen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der sozialdemokratischen Europafraktion Ismail Ertug. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Druck im Streit um Details bei EU-Impfzertifikat steigt

Einen Tag vor der womöglich letzten Gesprächsrunde der Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten um ein EU-Impfzertifikat erhöhen beide Seiten den Druck. „Wir werden nicht um jeden Preis zustimmen“, sagte der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) am Mittwoch. Er betonte jedoch auch, dass es eine Annäherung gegeben habe.

Ein EU-Diplomat sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn es aufgrund der destruktiven Blockadehaltung des Europäischen Parlaments keine rasche Lösung geben kann, wird es bald eine Lösung ohne das Europäische Parlament geben müssen.“

Bereits im Juni soll das europaweite Impfzertifikat an den Start gehen. Das Zertifikat soll ein fälschungssicherer Nachweis für eine Corona-Impfung, einen frischen Test oder eine überstandene Covid-Erkrankung sein. Ziel ist einfacheres Reisen in Europa.

Gestritten wird unter anderem noch darüber, welche konkreten Erleichterungen mit dem Zertifikat verbunden sein sollen, ob jedes EU-Land diese wie bisher selbst festlegen kann und wie man etwa mit nationalen Notfallzulassungen für den russischen Impfstoff Sputnik V und das Chinesische Vakzin Sinopharm umgehen soll.(Quelle: TSP, 19.05.21)


„Mehr Impfstoff und längerer Betrieb der Impfzentren“

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) will beim Bund einen längeren Betrieb der Impfzentren sowie aufgestockte Impfstocklieferungen an die Zentren durchsetzen. Die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände sähen den guten Fortschritt der Impfkampagne gehemmt, wenn die Impfzentren wie vom Bund angekündigt zum 30. September geschlossen werden und die Impfstoffmengen an die Zentren gedeckelt bleiben, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Mittwoch mit. Nach Plan des Bundes sollen die Impfungen ab dem Herbst ausschließlich über Arztpraxen vorgenommen werden.

Eine Schließung der Impfzentren dürfe erst dann erfolgen, wenn die Impfungen in allen Teilen der Gesellschaft und im ländlichen Raum weit fortgeschritten sind und von den Arztpraxen unkompliziert bewältigt werden können, sagte Ministerin Behrens. „Deswegen werde ich mich bei der nächsten Konferenz der Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister am 16. Juni beim Bund für die Stärkung der Impfzentren einsetzen.“ Außerdem werde sie den Bund bitten, den Impfzentren für die Impfungen von Wahlhelfern ein Sonderkontingent an Impfstoff zuzuweisen.

Während die Impfstofflieferungen grundsätzlich steigen, sieht der Bund bislang keine Erhöhung der wöchentlichen Lieferung von 230 000 Dosen an die 52 niedersächsischen Impfzentren vor. Für den Präsidenten des Niedersächsischen Landkreistages, Klaus Wiswe, ist es unverantwortlich, in der derzeitigen Lage die Möglichkeiten der Impfzentren nicht voll auszuschöpfen. Viele Menschen ständen auf der Warteliste für eine Impfung und in den Impfzentren gebe es die Kapazität, schneller beim Impfen voran zu kommen.

Mehr Flexibilität bei der Zuweisung der Impfstoffmengen an Impfzentren und Ärzte verlangte der Präsident des Niedersächsischen Städtetages, Ulrich Mädge. Um beispielsweise in Stadtteilen mit sozialen Problemen Impfaktionen zu organisieren, werde zusätzlicher Impfstoff in den Impfzentren benötigt. (Foto: CC s. Archiv v. 9.3.21; Quelle: GN, 19.05.21)


Knapp 3000 Fälle von „indischer“ Corona-Variante in Großbritannien

Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante breitet sich in Großbritannien rasch aus. Es gebe 2967 bestätigte Fälle im Land, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch im Unterhaus in London. Das ist ein deutlicher Sprung von 28 Prozent im Vergleich zum Montag, als die Regierung 2323 Fälle gemeldet hatte.

Betroffen sind vor allem mehrere Städte in Mittelengland, aber auch der Westlondoner Bezirk Hounslow sowie die schottische Großstadt Glasgow. Hancock kündigte in diesen Gegenden mehr Corona-Tests und Testzentren an. Zudem soll dort die Impfkampagne forciert werden.

Premierminister Boris Johnson hatte eingeräumt, dass wegen der Ausbreitung der Variante B.1.617.2 die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Restriktionen im größten Landesteil England verschoben werden könnte.

Die Regierung betont, bisher gebe es keine Hinweise, dass Impfstoffe nicht gegen die „indische“ Variante schützen. Bisher haben mehr als 70 Prozent der Erwachsenen eine erste Dosis erhalten, fast 40 Prozent – 20,8 Millionen Menschen – sind demnach komplett geimpft. Bis Ende Juli soll allen Erwachsenen eine erste Impfung angeboten werden. (Quelle: TSP, 19.05.21)


„Jugend musiziert“ erstmals als Videowettbewerb

Das renommierteste Förderprojekt für den Musik-Nachwuchs in Deutschland, „Jugend musiziert“, wird erstmals seit der Erstauflage 1964 als Videowettbewerb ausgetragen. Grund ist die Corona-Pandemie. Von Donnerstag bis 26. Mai werden in Bremen und Bremerhaven 140 Juroren, aufgeteilt auf 31 Gremien, insgesamt 1730 Videos mit den Aufführungen der Solo- und Duo-Kategorien beurteilen. Um den digitalen Wettbewerb mitverfolgen zu können, geht vom 22. bis 26. Mai dem Youtube-Kanal von „Jugend musiziert“ das Programm „JumuTV“ auf Sendung.

„JumuTV“ beginnt am 22. Mai (18 Uhr) mit dem Live-Stream des Begrüßungskonzerts der Bremer Philharmoniker aus dem Bremer Konzerthaus Glocke. Täglich werden auf dem Kanal nach Veranstalterangaben unter anderem die Ergebnisse live bekanntgegeben und Ausschnitte aus Wertungsvideos herausragender Preisträgerinnen und Preisträger des laufenden Wettbewerbs gezeigt. Zudem gibt es zahlreiche Seminare und Interviews. Knapp eine Million Kinder und Jugendliche haben in den 58 Jahren seines Bestehens beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ mitgemacht. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Zahl der täglichen Corona-Impfungen im Wochenvergleich niedriger

Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen ist im Vergleich zur Vorwoche deutlich gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 10.45 Uhr) wurden am Dienstag 828.213 Menschen immunisiert – in der Vorwoche waren es mehr als eine Million. Auch die am Dienstag gemeldeten Zahlen waren niedriger als die Impfzahlen eine Woche zuvor. Gestiegen ist hingegen der Anteil der Zweitimpfungen: Bei 40 Prozent der Impfungen handelte es sich am Dienstag um die jeweils zweite Injektion. Damit sind laut den Angaben bisher 38,1 Prozent (31,7 Millionen) der Deutschen mindestens einmal und 11,9 Prozent (9,9 Millionen) vollständig geimpft.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 42,4 Prozent. Sachsen liegt mit 33 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. (Quelle: TSP, 19.05.21)



Malawi vernichtet knapp 20.000 Dosen des Astrazeneca Corona-Impfstoffs

Malawi hat fast 20 000 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Astra Zeneca zerstört. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Das Land im südlichen Afrika habe 102 000 Dosen des Impfstoffs von der Beschaffungskommission der Afrikanischen Union (Avatt) erhalten, sagte Gesundheitsministerin Khumbize Chiponda der Deutschen Presse-Agentur. Davon seien 19 610 Dosen abgelaufen, bevor sie verabreicht werden konnten, so Chiponda.

Malawi, ein von Armut betroffenes Land mit knapp 20 Millionen Einwohnern, hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums insgesamt rund 335 000 Dosen des Astra Zeneca Präparats verabreicht. Das Land hat mehr als 34 000 Corona-Fälle gemeldet, von denen 1153 Patienten verstorben sind. (Quelle: TSP, 19.05.21)



„Mia san mia“ – München geht rechtlich gegen Dubai-„Oktoberfest“ vor

Die Stadt München geht rechtlich gegen Veranstalter eines in Dubai geplanten „Oktoberfests“ vor. Unter dem Motto „Oktoberfest goes Dubai“ werde der unzutreffende Eindruck erweckt, das Oktoberfest ziehe in diesem Jahr nach der erneuten corona-bedingten Absage in München nach Dubai um, teilte das Wirtschaftsreferat am Mittwoch mit. Die Stadt verlange von den Organisatoren eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, in der sie sich bereiterklären, nicht mehr mit dem Oktoberfest München für ihr Event zu werben.

Die Veranstalter setzten gezielt die Assoziation zum originalen Münchner Oktoberfest ein, erläuterte die Stadt weiter. Der Erfolg dieser Strategie sei durch eine Vielzahl von Beiträgen in den Medien dokumentiert. Es wirke, als werde das Münchner Oktoberfest 2021 ersatzweise in Dubai veranstaltet oder als sei es vom Emirat Dubai als Ganzes in die Wüste geholt worden.

„Es ist aus Sicht der Landeshauptstadt München erschreckend, dass Dritte die Absage zum Anlass nehmen, sich selbst zu bereichern, indem sie den weltweiten guten Ruf des Oktoberfests ausnutzen und suggerieren, dass eine Verbindung zwischen dem Original und der Veranstaltung in Dubai bestehe“, sagte der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU). „Es ist daher im öffentlichen Interesse, dass die Stadt gegen solche unlauteren und rechtswidrigen Verhaltensweisen rechtliche Schritte einleitet. Ziel unseres rechtlichen Vorgehens ist es, den weltweit guten Ruf des Münchner Oktoberfestes zu schützen.“ (Plkat ds ausgefallenen Oktoberfest 2020; Quelle: Preußischer TSP, 19. 05. 2021 )


Polen schließt Covid-Notkrankenhaus im Warschauer Nationalstadion

Polen will sein Covid-Notkrankenhaus im Warschauer Nationalstadion schließen. Am Sonntag werde der letzte Patient entlassen, sagte der Impfbeauftragte der Regierung, Michal Dworczyk, am Dienstag in Warschau.

Das provisorische Spital war im Oktober 2020 eingerichtet worden. Nach Regierungsangaben war es das erste Versorgungszentrum dieser Art, das in Polen während der Pandemie entstand. Insgesamt 1800 Covid-Patienten seien dort behandelt worden, sagte Dworczyk. Später diente das Notkrankenhaus auch als Impfzentrum, mehr als eine Viertelmillion Impfungen wurden dort verabreicht. Nun wird der Betrieb vorerst eingestellt, die medizinische Infrastruktur soll aber zunächst im Stadion bleiben.

Die Infektionszahlen in Deutschlands Nachbarland sind zuletzt deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Dienstag kamen innerhalb von 24 Stunden 2344 Neuinfektionen hinzu, 329 weitere Erkrankte starben. Rund 16,4 Millionen Menschen des 38-Millionen-Einwohnerlands haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Vollständig geimpft sind rund 4,8 Millionen Menschen. Polen hat knapp 38 Millionen Einwohner. (TSP, 19. 05. 2021 )


NRW: Schüler sollen ab Ende Mai wieder in den Präsenzunterricht

In Nordrhein-Westfalen sollen bei stabilen Inzidenz-Zahlen wieder alle Schüler in den Präsenzunterricht zurückkehren. Ab dem 31. Mai würden alle Schüler landesweit wieder Präsenzunterricht erhalten, sagt Ministerpräsident Armin Laschet im Landtag. Voraussetzung sei eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100. „Betreuung und Bildung brauchen Präsenz“, sagt Laschet. Jetzt schlage „die Stunde der Kinder und Jugendlichen“, sagt Schulministerin Yvonne Gebauer. (TSP, 19. 05. 2021 )


Ungarn verlängert Corona-Notstand

Ungarn verlängert den Corona-Notstand offiziell bis zur neuen Sitzungsperiode des Parlaments im Herbst. Das beschloss die Volksvertretung in Budapest am Dienstag auf Antrag der rechtsnationalen Regierung von Viktor Orban. Das Notstandsgesetz schafft den Rahmen dafür, dass die Regierung Verordnungen erlassen darf, die unter normalen Umständen vom Parlament gebilligt werden müssten.

Die Regierung begründete die Maßnahme damit, dass sichergestellt werde, dass bereits geltende Verordnungen mit Ablauf des aktuellen Notstands am 22. Mai nicht ungültig werden. Die Opposition wiederum beanstandete, dass die Regierung den mit der Pandemie begründeten Notstand für Verordnungen missbrauche, die nichts mit der Seuchenbekämpfung zu tun hätten.

In Ungarn ist die Corona-Ansteckungsdynamik bedeutend zurückgegangen, die 14-Tage-Inzidenz war aber zuletzt mit 193,66 Fällen pro 100 000 Einwohner die höchste in der EU. 4,7 Millionen Ungarn wurden bisher gegen Corona geimpft, 2,7 Millionen davon bereits mit der zweiten Dosis – bei einer Gesamtbevölkerung von knapp zehn Millionen. In Ungarn werden auch die von der EU nicht zugelassenen Vakzine Sputnik aus Russland und Sinopharm aus China verimpft. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Macron stößt mit einem Kaffee auf die neue „Freiheit“ an

Kaffee statt Champagner: Mit einem Espresso hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch auf die Wiedereröffnung der Außengastronomie in seinem Land angestoßen. Vor der wöchentlichen Kabinettsrunde zur Corona-Pandemie gönnte sich der 43-Jährige zusammen mit Regierungschef Jean Castex ein Tässchen auf einer Pariser Café-Terrasse unweit des Elysée-Palastes. Macron sprach von einem „kleinen Moment der wiedergewonnenen Freiheit, den wir uns alle verdient haben“.

Cafés, Restaurants und Bars in Frankreich konnten am Mittwoch erstmals seit fast sieben Monaten wieder ihre Terrassen öffnen. Macron sagte, die seit Wochen rückläufigen Corona-Infektionszahlen gingen „in die richtige Richtung“. Er rief die Franzosen dennoch auf, „vorsichtig zu bleiben“, um das Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankreich ist unter 150 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gesunken und ist damit nur noch halb so hoch wie noch vor drei Wochen.

„Wenn wir weiter zusammenstehen, die Impfungen fortsetzen und uns wie disziplinierte Bürgerinnen und Bürger verhalten, werden wir weitere Fortschritte machen“, zeigte sich Macron überzeugt. Nach seinem Auftritt in dem Café, der von einigen Fernsehsendern live übertragen wurde, kehrte der Staatschef zu Fuß in den Elysée-Palast zurück – gerade rechtzeitig vor einem Regenschauer. (Foto: pixabay; Quelle: TSP, 19.05.21)


Niedersachsen: Aufhebung der Priorisierung ab 7. Juni

Am Dienstag hat das Land angekündigt, die Impf-Priorisierung ab 7. Juni aufzuheben. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bekräftigte am Mittwoch gegenüber dem NDR in Niedersachsen die Entscheidung.

Es sei eine „wirklich schwierige Abwägung“ und es gebe auch Gründe, die dagegen sprächen, sagte Weil. Aber: „Es sind jetzt so viele Menschen in der Priorisierung, dass es immer schwieriger wird, vernünftig abzugrenzen.“ Zudem erwarte das Land „sehr, sehr viel Impfstoff“, so Weil. „Unter dem Strich glaube ich, dass es auf dieser Grundlage tatsächlich an der Zeit ist, die Priorisierung aufzuheben.“ Dies werde auch zu Teilen aus der Ärzteschaft seit Wochen gefordert.

Niedersachsens Ministerpräsident geht zudem davon aus, dass „eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung“ bis Ende Juni eine Erstimpfung bekommen haben wird. Derzeit seien etwa 40 Prozent der Niedersächsinnen und Niedersachsen mindestens einmal immunisiert. „Im Juli sollte dann tatsächlich für alle Menschen, die sich impfen lassen wollen, der Impfstoff im Land sein“, sagte Weil. Er gehe allerdings derzeit nicht davon aus, dass Erstgeimpfte die gleichen Erleichterungen erhalten wie vollständig geimpfte Menschen. „Ich möchte an dieser Stelle vorsichtig sein“, sagte Weil. Er setze auf einen Maßnahmen-Mix, um „ein hohes Schutzniveau erreichen zu können“. (Foto: CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: NDR, 19.05.21)


Die Hälfte der jungen Menschen rechnet mit Corona-Nachteilen

51 Prozent der unter 30-Jährigen rechnen einer Befragung zufolge wegen der Pandemie mit Nachteilen im Berufsleben. Wie die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung „Generation Corona“ der Krankenversicherung pronova BKK ergab, wurde bisher jedem vierten 16- bis 29-Jährigen ein Studienplatz, ein neuer Job oder ein Praktikum durch die Corona-Folgen genommen. Zudem befürchtet die Hälfte der Befragten, dass die während der Pandemie gemachten Abschlüsse nicht so anerkannt werden wie die vorherigen.

Jeder achte Befragte gab an, seinen Arbeitsplatz in den vergangenen zwölf Monaten verloren zu haben und nannte als Grund die Corona-Krise. Unter jungen Eltern berichtete jeder Fünfte von einem Jobverlust. Unter den jungen Menschen im freiwilligen sozialen Jahr, im Praktikum oder in der Wartezeit auf eine Ausbildung oder ein Studium gaben sogar 24 Prozent an, ihre Jobs verloren zu haben. Zudem konnten 33 Prozent der Studierenden ihre Arbeit während oder nach dem Studium nicht antreten.

Auch Orientierungsmöglichkeiten fielen den Angaben zufolge für viele junge Menschen weg: 14 Prozent der Befragten und 25 Prozent der Studierenden mussten vor der Pandemie geplante Auslandsaufenthalte aufgeben. 55 Prozent der Schülerinnen und Schüler bemängelten, dass ihnen durch den Wegfall von Praktika und Schnupperangeboten die Möglichkeit genommen worden sei, sich vor einer Berufswahl zu orientieren.

Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 29 Jahren im März und April 2021 online befragt (Quelle: TSP, 19.05.21)


Mehrheit der Deutschen für Aufhebung der Impfpriorisierung

Fast zwei Drittel der Deutschen findet die ab Anfang Juni geplante Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung einer Umfrage zufolge gut. 65 Prozent der Befragten befürworten den Schritt, 18 Prozent lehnen ihn ab, wie am Mittwoch aus einer Mitteilung des Meinungsforschungsinstitut YouGov hervorging. Die weiteren Befragten machten keine Angabe. Besonders unter jungen Erwachsenen sei die Zahl der Befürworter groß, teilte YouGov mit.

Ab 7. Juni soll es in Deutschland keine Priorisierungsgruppen für die Corona-Impfungen mehr geben, unabhängig von der Art des Impfstoffs. In einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern soll das schon früher gelten.

Bisher wurden in Deutschland in Impfzentren und Praxen 41,5 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht. Mindestens eine Erstimpfung haben laut aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instiuts vom Mittwoch (Stand 10:45 Uhr) mehr als 38 Prozent der Menschen in Deutschland erhalten. Vollständig geimpft sind 11,9 Prozent. (Quelle: TSP, 19.05.21)



Tourismusbeauftragter für dauerhafte Mehrwertsteuer-Senkung in der Gastronomie

Im Kampf gegen die Folgen der Pandemie fordert der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie bei Speisen von 19 auf sieben Prozent. „Wir haben die Tourismusbranche von Anfang an unterstützt, zum Beispiel durch einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie. Dieser muss langfristig entfristet werden“, sagt der CDU-Politiker im Interview von Merkur.de.
Der in der Corona-Krise gesenkte Mehrwertsteuersatz für Speisen in Restaurants, Wirtshäusern und Cafés gilt derzeit befristet bis Ende 2022. Zudem sprach sich Bareiß für eine rasche Öffnung auch für Gäste aus nicht-europäischen Ländern aus. Dazu plädierte er für weltweit einheitliche Standards bei Covid-19-Tests und digitalen Impfausweisen. „Ein Corona-Test, der in Malaysia, Brasilien oder bei uns gemacht wird, muss dieselben Kriterien erfüllen. Es wäre zudem hilfreich, wenn es einen global anerkannten Corona-Impfpass gibt.“ (Quelle TSP, 19.05.21)



Kampagne für Aussetzung der Corona-Patente gestartet

Hilfswerke und politische Initiativen haben eine Kampagne zur Aufhebung des Schutzes geistiger Eigentumsrechte auf Impfstoffe, Medikamente und andere medizinische Güter zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie gestartet. Unter dem Motto „Sign! – Mensch vor Patent“ soll der politische Druck auf Bundesregierung und Europäische Union erhöht werden, erklärte Anne Jung von medico international in Frankfurt am Main.

Die etwa 20 Organisationen wollen, dass sich Deutschland und die EU dem Vorschlag von mehr als 100 Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Welthandelsorganisation (WTO) anschließen. Dieser sieht einen einen „Waiver“ (Verzichtserklärung) im Rahmen des Trips-Abkommens zum Schutz geistigen Eigentums vor. Vor kurzem hatte auch die US-Regierung die zeitweise Freigabe von Patenten auf Corona-Impfstoffe befürwortet. Die nächste Verhandlungsrunde bei der WTO ist für den 8. Juni geplant.

Patente dienten vor allem den Interessen der Pharmaindustrie, argumentiert das Bündnis der an der Kampagne beteiligten Organisationen, darunter „Ärzte der Welt“, Buko Pharmakampagne, IPPNW Deutsche Sektion und Attac. Patente seien eine große Barriere bei der Ausweitung von Produktionsstandorten und steigerten die Kosten für dringend benötigte Gesundheitsgüter. Ein Aussetzen der Patente könnte einen bedeutsamen Beitrag zur Eindämmung der größten Gesundheitskrise der letzten 100 Jahre leisten, weil in der Folge dezentraler, schneller und kostengünstiger Impfstoffe produziert werden könnten. (Quelle TSP, 19.05.21)


EU-Staaten wollen Geimpfte wieder einreisen lassen

Die EU-Staaten wollen vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte aus aller Welt wieder einreisen lassen. Die zu Beginn der Pandemie verhängten Einschränkungen für nicht zwingend notwendige Einreisen sollen nach einer Einigung der EU-Botschafter vom Mittwoch aufgehoben werden, wie die Deutsche Presse-Agentur in Brüssel von mehreren EU-Diplomaten erfuhr. Dies solle dann gelten, wenn die EU-Staaten einen Impfnachweis auch für das Reisen innerhalb der EU akzeptierten.

Zudem sollen künftig auch wieder mehr Menschen unabhängig von der Impfung einreisen können. Derzeit ist die Einreise von Touristen ohne zwingenden Grund nur aus sieben Ländern problemlos möglich, in denen die Viruslage gut ist. Die Kriterien dafür werden nun gelockert. Ausnahmen gelten bereits etwa für Familienmitglieder, Diplomaten oder medizinisches Personal.

Zu Beginn der Pandemie hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island auf einen weitgehenden Einreisestopp für nicht zwingend notwendige Reisen geeinigt. Rechtlich bindend ist dies jedoch nicht. Die Entscheidung vom Mittwoch muss noch formell von den EU-Staaten bestätigt werden. (Quelle TSP, 19.05.21)


Hausärzte wehren sich gegen administrative Belastungen durch digitalen Impfpass

Der Verband der niedergelassenen Ärzte will administrative Aufgaben bei der Einführung eines neuen digitalen Corona-Impfpasses lediglich für die Stammpatienten von Praxen übernehmen. Eine Übertragung des Impfnachweises für alle sonstigen geimpften Bürger komme nicht in Frage, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch. „Die Arztpraxen sind keine Bürgerämter.“

Auch die Übernahme der Dienstleistung für praxiseigene Patienten sei an die Erwartung gekoppelt, dass eine einfache technische Lösung samt Anbindung an die bereits existierende Praxissoftware bereitgestellt werde, betonte Gassen. „Das muss mit ein oder zwei Klicks zu erledigen sein.“ Die Impfkampagne werden ohnehin schon durch zu viel Bürokratie gebremst. Sollte die Politik die Ärzte zur Übertragung von Impfnachweisen für alle verpflichten, würden sich viele Mediziner aus der Immunisierungskampagne zurückziehen.

Bei dem geplanten digitalen Impfpass handle es sich letztlich um ein Reisedokument, ergänzte Gassen. Dieser sei keine medizinische Akte. (Quelle TSP, 19.05.21)


Thüringen als einziges Bundesland mit Inzidenz über 100

Thüringen ist in Deutschland das einzige Bundesland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Institutes vom Mittwoch hervor. Demnach lag die Inzidenz im Freistaat am Mittwoch bei 115,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche.

Alle anderen Länder liegen bereits unter der 100er-Schwelle, auch Sachsen, das am Dienstag noch darüber gelegen hatte. Doch auch in Thüringen geht das Infektionsgeschehen kontinuierlich zurück: Die Inzidenz hatte dort am Dienstag noch bei 118,5 gelegen.

Inzwischen haben mit Stand vom Mittwoch acht Landkreise und kreisfreie Städte in Thüringen den Schritt unter die 100er-Marke geschafft. Sie gilt als wichtiger Grenzwert für Lockerungen. In Weimar etwa kann voraussichtlich bereits am Donnerstag die Außengastronomie öffnen. Voraussetzung dafür wird eine Terminbuchung sein. Die Städte Erfurt und Jena könnten am Mittwoch folgen. Auch Camping und das Buchen von Ferienwohnungen oder -häuser soll dann wieder möglich sein. (Quelle TSP, 19.05.21)


Indische Variante doch weniger ansteckend?

Die indische Virus-Mutante ist einem britischen Experten zufolge nicht in dem Maße ansteckend wie zunächst befürchtet. Sie sei immer noch um ein Vielfaches ansteckender als andere Varianten, sagt Neil Ferguson, Epidemiologe am Imperial College London im BBC Radio. Jüngste Daten zeigten jedoch, dass das etwas abgenommen habe. Die derzeit verfügbaren Impfstoffe würden auch bei dieser Mutante gegen einen schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 schützen. Aber auch bei Geimpften sei die Wahrscheinlichkeit der Verbreitung höher. Ferguson schränkt allerdings ein, dass es für eine verlässliche Einschätzung noch weit mehr Daten brauche. (Quelle TSP, 19.05.21)


Sorge vor Infektion am Arbeitsplatz bleibt hoch

Die Sorge vor einer Corona-Infektion am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg ist trotz sinkender Inzidenzzahlen unter Beschäftigten weiterhin hoch. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung äußerten sich in der ersten Maihälfte 32 Prozent der Befragten besorgt über eine mögliche Ansteckung. Gegenüber dem Vormonat April ist das nur ein geringfügiger Rückgang um zwei Prozentpunkte. Besonders betroffen sind dabei Menschen mit geringem Einkommen.

„Soziale Ungleichheit hat die Corona-Krise in Deutschland stark geprägt“, erklärte die Expertin für Verteilungsfragen am WSI, Aline Zucco. So gaben Geringverdiener, also Menschen im untersten Fünftel der Lohnverteilung, zu 43 Prozent an, sich Sorgen um eine mögliche Corona-Infektion zu machen. Menschen im obersten Fünftel äußerten eine solche Sorge nur zu 23 Prozent. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 23,7 (gestern: 23,8)
Meppen: 93,5 (96,3)
Papenburg:: 23,8 (26,5)


Karliczek: Impfungen für Kindern werden noch dauern

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek dämpft die Erwartungen an schnelle Impfungen von Kindern. „Das wird noch etwas länger dauern, weil das eine Frage der Dosis ist. Kinder reagieren in der Regel stärker auf Impfstoffe als Erwachsene“, sagt die CDU-Politikerin den Sendern RTL und ntv. Deshalb sei sie auch vorsichtig bei dem Thema Präsenzunterricht in Schulen. „Wir werden die Teststrategie beibehalten müssen, wir werden das Maskentragen beibehalten müssen, je mehr Menschen geimpft sind, umso sicherer ist das Schulgeschehen für die Kleineren.“ (Quelle: TSP, 19.05.21)


Unternehmen können Hilfen aus Härtefallfonds beantragen

Unternehmen können ab sofort Anträge auf Corona-Hilfen aus dem 1,5 Milliarden Euro schweren Härtefallfonds stellen. Das sagt ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Gelder sind gedacht für Firmen, die bislang bei anderen Programmen durch das Raster gefallen sind. Anträge könnten in allen Bundesländern gestellt werden, so der Sprecher. „Die Entscheidung, ob eine solche Härte vorliegt, treffen die Länder in eigener Regie.“ (Quelle: TSP, 19.05.21)


Österreich öffnet Hotels, Restaurants und Kinos

Im Zeichen deutlich sinkender Corona-Zahlen kehrt in Österreich das öffentliche Leben zurück. Am Mittwoch öffnen nach mehrmonatigem Lockdown Lokale und Hotels, dürfen Theater und Kinos wieder Besucher empfangen und Kunden auch Sportstätten und Fitnessstudios aufsuchen. Voraussetzung für die Nutzung all dieser Einrichtungen ist, dass die Gäste entweder negativ auf das Coronavirus getestet sind, von einer Covid-Erkrankung genesen sind oder eine Impfung haben.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bezeichnete den Tag als „Startpunkt für unseren Kampf zurück zur Normalität.“ Die Ausgangslage für die Öffnungen sei noch besser als erwartet. „Die Kurve der Corona-Infizierten zeigt steil nach unten, die Kurve der Geimpften steil nach oben“, so Kurz über die aktuelle Entwicklung.

Für die Einreise nach Österreich entfällt für die Deutschen die Quarantänepflicht, allerdings muss zumindest ein Test mit negativem Ergebnis gemacht worden sein. In Österreich waren in den meisten Bundesländern schon seit Anfang Februar der Handel und viele Dienstleister geöffnet. ((Quelle: TSP, 19.05.21)


Brauereien füllen Bier wieder in Fässern ab

Mit Blick auf den Neustart der Gastronomie füllen die Brauereien wieder Bier in Fässern ab. „Die Brauereien sind gut vorbereitet auf das Wiederanlaufen der Gastronomie“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. Die Fassbierabfüllungen seien vor etwa ein, zwei Wochen angelaufen. Die Gastronomen und der Getränkefachgroßhandel orderten allerdings in den meisten Fällen verständlicherweise noch sehr zögerlich. „Der Fassbiermarkt läuft mit gebremsten Schaum“, beschreibt Eichele. Die Gastronomen hätten Monate der Schließung hinter sich, erhebliche Mengen Getränke und Lebensmittel mussten vernichtet werden – eine beispiellose Krise.

„Wir sind weit entfernt von einem planbaren verlässlichen Rückweg zur Normalität. Wir sind nach wie vor in einer Zeit voller Ungewissheit“, unterstrich Eichele. Der Fassbiermarkt sei vollkommen zum Erliegen gekommen mit dem Beginn des zweiten Corona-Lockdowns im Herbst. Die Anlagen seien dann praktisch über mehr als sechs Monate nicht gelaufen. Es habe nur vereinzelt Abfüllungen in „homöopathischen Mengen“ gegeben – Kleinstmengen oder Exportchargen. „Die Anlagen standen still, der Markt lag am Boden“, verdeutlicht Eichele. Die Braubranche hatte zwar Zuwächse beim Absatz von Flaschenbier verzeichnet. Das konnte aber die Rückgänge bei Fassbier nach früheren Angaben nicht ausgleichen. (Foto: CC s. Archiv v. 3.4.10; Quelle: TSP, 19.05.21)


Olympia: IOC-Präsident Bach bietet Japan medizinisches Personal an

Der Präsident des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC), Thomas Bach, hat Japan medizinisches Personal für die in zwei Monaten geplanten Olympischen Spiele und die Paralympics in Tokio angeboten. Das IOC habe dem japanischen Organisationskomitee zusätzliches medizinisches Personal als Teil der nationalen Delegationen angeboten, um den medizinischen Betrieb und „die strikte Implementierung der Covid-19-Maßnahmen im Olympischen Dorf und den Wettkampfstätten zu unterstützen“, sagte Bach am Mittwoch zum Auftakt einer dreitägigen letzten Sitzung der IOC-Koordinierungskommission.

Japans Organisationschefin Seiko Hashimoto begrüßte Bachs Angebot. Man werde jetzt besprechen, wie dies umgesetzt werden könne. In Japan mehrten sich zuletzt die Rufe nach Absage der Spiele. So erklärte der Ärzteverband in Tokio, Krankenhäuser hätten keine Kapazitäten mehr. „Wir halten es für die richtige Wahl, ein Ereignis abzusagen, das die Anzahl der Infektionen und Todesfälle erhöhen könnte“, heißt es in einem Brief an Bach und Japans Verantwortliche. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Weniger Kleinunternehmen gegründet

Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie sind im ersten Quartal 2021 in Deutschland weniger Kleinunternehmen gegründet worden als ein Jahr zuvor. Die Zahl ging um 11,5 Prozent auf rund 34.500 zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der neuen Nebenerwerbsbetriebe deutlich um 29,4 Prozent auf 94 900. Unter anderem gab es viele neue Post- und Kurierdienstleister.

Und auch bei Betrieben von größerer wirtschaftlicher Bedeutung wurden mehr Gründungen angemeldet als ein Jahr zuvor, nämlich rund 34.000 oder 5,9 Prozent mehr als im ersten Quartal 2020. Von größerer wirtschaftlicher Bedeutung gehen die Statistiker aus, wenn beispielsweise Arbeitnehmer eingestellt werden, der Chef einen Handwerksbrief besitzt oder ein Betrieb durch eine juristische Person gegründet wird. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Montgomery: Hausärzte sind überfordert

Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sieht die Hausärzte durch die angekündigte Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung überfordert. Nun seien auch die Bürger gefragt, nicht alle auf einmal und sofort in den Praxen anzurufen, sagte er am Mittwoch im Deutschlandfunk. Grundsätzlich sehe er aber die Aufhebung der Priorisierung positiv: Teilweise wollten Personen auch nicht geimpft werden. Deshalb müsse der Rest der Gesellschaft nicht darauf warten, dass alle geimpft seien, die nach der Reihenfolge eigentlich vor ihnen dran wären. Das zentrale Problem sei indes nicht die Impfpriorisierung, sondern der Mangel an Impfstof

Montgomery bemängelte zudem den langsamen Fortschritt bei der Digitalisierung von Impfnachweisen. Inzwischen gebe es in Deutschland eine Debatte, in der man mehr über den Missbrauch von digitialen Instrumenten rede als über ihren sinnvollen Gebrauch, sagte er. (Foto: CC s. Archiv v. 19.5.20; Quelle: TSP, 19.05.21)


Indien meldet weltweit höchste Zahl Corona-Toter an einem Tag

Indien hat mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Corona an einem Tag gemeldet als je ein anderes Land während der Pandemie. In den vergangenen 24 Stunden wurden 4529 Menschen registriert, die in dem Land an oder mit Corona gestorben sind, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch zeigen. Nach Daten der Johns Hopkins Universität im US-amerikanischen Baltimore hat bislang kein Land so viele Corona-Todesfälle an einem Tag registriert. Demnach hielten die USA mit 4475 Fällen am 12. Januar 2021 den bisherigen Rekord.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Todeszahlen in Indien noch deutlich höher sein dürften. Zurzeit breitet sich die Pandemie zunehmend auf dem Land aus, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt, aber die Gesundheitsversorgung schlecht ist und es deutliche weniger Corona-Testmöglichkeiten gibt. Viele Menschen sterben zu Hause. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Emlichheimer Firmen lassen Belegschaften impfen

Die Firmen Landschafts- und Gartenbau Oldekamp und Nüsse Kabel- und Rohrleitungsbau in Emlichheim wollen in einer gemeinsamen Aktion am Freitag, 4. Juni, ihre insgesamt rund 70 Mitarbeiter impfen lassen. „Unsere beiden Unternehmen haben denselben Betriebsarzt, mit dem wir bereits seit Mitte Mai über einen Impftermin sprechen“, berichtet Michael Klümper aus dem Bauleitungsteam der Firma Oldekamp. „Seinen Angaben nach hat er für das avisierte Datum ausreichend Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca bestellt und eine Lieferung zugesichert bekommen.“ Die Impfungen sollen vor Ort in den jeweiligen Firmen vorgenommen werden. (Quelle: GN, 19.05.21)


Grafschafter Zahlen

Die Bundesnotbremse für die Grafschaft Bentheim kann gelöst werden. Mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 43 liegt die Grafschaft laut des Robert-Koch-Institus den fünften Werktag in Folge unter der kritischen 100-Marke. Damit können Lockerungen der geltenden Corona-Regeln des Bundes beschlossen werden. Laut GN-Informationen erarbeitet der Corona-Stab des Landkreises zurzeit eine neue Allgemeinverfügung, die am Freitag in Kraft treten soll.
Für Mittwoch meldet das Kreishaus lediglich fünf Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.208. „Enthalten in der Gesamtzahl sind ebenfalls zwei Fälle, die der Statistik rückwirkend zugeordnet werden mussten“, heißt es dazu im Kreisaus. Als genesen gelten 4.954 Grafschafter. Das sind 26 Genesene mehr als noch am Dienstag. Aktuell sind dem Kreishaus 135 Infektionen (Dienstag: 157) bekannt. Aus dem Dashboard geht auch hervor, dass es einen weiteren Todesfall zu beklagen gibt, der im Zusammenhang mit Covid-19-Infektion genannt wird. Damit steigt die Zahl dieser Todesfälle auf 119. In Quarantäne befinden sich 421 Grafschafter.

Am Dienstag sind 135 aktuelle Corona-Fälle in der Grafschaft bekannt, 32 (-8) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 19.05.21)


Giffey: Müssen auch über Regelbetrieb in Schulen reden

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fordert Gespräche über eine Rückkehr zum Schul-Regelbetrieb. „Wir müssen jetzt gucken, dass die Kinder Schritt für Schritt in die Normalität zurückkehren können. Und wenn wir über Außengastronomie reden, dann müssen wir genauso darüber reden, wie kommen wir jetzt wieder zu einem vollen Regelbetrieb zurück“, sagte die SPD-Politikerin am Dienstagabend in der RBB-Sendung „Wir müssen reden!“. Notwendige Instrumente dafür seien „Schützen, Testen, Impfen“ – also auch die Impfung von Eltern und Fachkräften, die mit Kindern in Kontakt sind. „Denn sie schützen die Kinder „wie ein Kokon““, sagte Giffey.

Giffey warnte indes vor einer sozialen Schere bei den Impfungen: „Denn wir sehen ganz deutlich, dass in den sozialen Brennpunkten die Auswirkungen natürlich stärker sind, dass die Menschen nicht so aufgeklärt sind über das Impfen, und deswegen ist es so wichtig, dass wir eben auch ganz stark darauf achten, dass in den Gebieten, die so große soziale Schwierigkeiten haben, eben auch das Impfen ermöglicht wird.“ (Foto: CC s. Archiv v.21.10.20; Quelle: TSP, 19.05.21)


Virologin Ciesek:
„Die Pandemie wird erst beendet sein, wenn sie weltweit beendet wird“

Die indische Variante des Coronavirus kann nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek die Wirkung der Impfung schwächen, ihren Schutz aber nicht ausschalten. Die inzwischen schon in Dutzenden Ländern kursierende Mutante B.1.617 hatte in Deutschland zuletzt einen Anteil von weniger als 2 Prozent, allerdings mit steigender Tendenz.

„Die Varianten aus Indien haben einen leichten Immun-Escape, also eine leicht verminderte Wirksamkeit“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. Was man beobachte, sei „eine leichte Einschränkung, aber kein vollständiges Versagen der Impfungen“.

Berichte aus Großbritannien, wonach sich Altenheimbewohner trotz vollständiger Impfung mit dieser Variante neu angesteckt haben, beunruhigen Ciesek nicht allzu sehr: Kein Impfschutz wirke vollständig, gerade bei Älteren mit schlechterem Immunsystem. Reinfektionen seien nicht verwunderlich. „Das Wichtige ist, dass diese Menschen nicht schwer erkranken.“

Wie es global weitergehe, wenn mit sinkenden Inzidenzen der weltweite Tourismus zurückkehre, bleibe abzuwarten, sagte Ciesek. „Wir sehen ja gerade in Indien und auch in anderen Ländern wie Brasilien, dass dort neue Varianten entstehen, die dann wieder mit nach Deutschland gebracht werden und hier auch wieder zu einer Gefährdung führen können.“

Auch wenn sich die Lage in Deutschland und Europa entspanne, dürfe man darüber den Rest der Welt nicht vergessen, mahnte Ciesek. „Wir sitzen nicht in einer Glaskugel, sondern sind eine Welt. Deswegen wird die Pandemie auch erst beendet sein, wenn sie weltweit beendet wird.“ Die reichen Länder hätten auch eine Verantwortung, „aber viele denken nur in ihrem Radius“. Sie wünsche sich, dass die Welt nach dem Ende der Pandemie „wirklich versucht, daraus zu lernen und zwar nicht nur vor Ort, sondern auch weltweit“. (Quelle: NDR, 19.05.21)


DGB-Chef Hoffmann: Testlücken in Unternehmen schließen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat Unternehmen ohne Corona-Tests für ihre Beschäftigten aufgefordert, die Testlücken zu schließen. Bei den Unternehmen, die keine Tests anböten, müsse mehr passieren, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann. „Es sind Betriebe ohne Tarifbindung oder Betriebsrat, in denen die Arbeitnehmer unzureichend geschützt sind.“

In der zweiten Aprilhälfte haben 77 Prozent der Betriebe ihren Beschäftigten Tests angeboten, wie eine zwischen dem 19. und dem 30. April durchgeführte repräsentative Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Im Zeitraum vom 22. März bis zum 8. April 2021 – also vor Einführung der Testangebotspflicht – war es ein knappes Drittel der Betriebe.

Hoffmann sagte, das Engagement des überwiegenden Teils der Wirtschaft bei der Pandemiebekämpfung sei positiv. „Die meisten Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Tests und viele wollen bei der Impfkampagne mitmachen.“ Doch zu viele böten noch nicht mindestens einen Test pro Woche an.

Laut IAB-Erhebung planen 12 Prozent der Betriebe ohne Test ein Testangebot an die Beschäftigten. Aktuell böten nahezu alle Großbetriebe ihren Beschäftigten Tests an. Bei Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten sei dies zu rund drei Vierteln der Fall. Das verbleibende Viertel dieser Kleinstbetriebe gibt zur Hälfte an, das Angebot von Tests zu planen, die andere Hälfte bietet weder Tests an noch gibt es entsprechende Planungen, wie das IAB feststellte. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Lauterbach fordert vor Ende der Priorisierung Angebot an Risikogruppen

SPD-Gesundheitsexperte pocht vor der Aufhebung der Impf-Priorisierung auf einen Fokus auf Risikogruppen. „Ab dem 7. Juni sind die Voraussetzungen für die Aufhebung der Impf-Priorisierung wahrscheinlich gegeben“, sagt Lauterbach der Zeitung „Rheinische Post“. „Allerdings sollte die Priorisierung bis zu diesem Zeitpunkt unbedingt eingehalten werden.“ Es ginge darum, möglichst viele noch nicht Geimpfte Risikoträger zu erreichen.
(Foto CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: RP, 19.05.21)


Handelsverband befürchtet bis zu 120.000 Geschäftsaufgaben

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert einen Hilfsfonds, um dem Sterben der Innenstädte entgegenzuwirken. „Durch die Krise könnten bis zu 120.000 Geschäfte wegfallen, es droht vielerorts ein Anstieg der Leerstände. Dem muss massiv entgegengesteuert werden“, sagt der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir brauchen einen Innenstadtfonds in Höhe von jährlich 500 Millionen Euro, der es den Städten und Kommunen ermöglicht, ihre aktuelle Lage zu analysieren und individuelle Konzepte zu erstellen.“ Aktuell würden rund 300.000 Einzelhändler etwa 450.000 Läden betreiben. Durch die Lockdowns hätten deutlich mehr Menschen online eingekauft. Einer Umfrage des Zahlungsdienstleisters Klarna zufolge wollen 70 Prozent der Deutschen auch im kommenden Jahr den Großteil ihrer Einkäufe online erledigen, berichten die Funke-Zeitungen. (Quelle: TSP, 19.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch, 19. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 746 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurde laut RKI innerhalb eines Tages 24 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.515. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 253.319 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 49,9 Fälle je 100.000 Einwohner (56,3 am Vortag). (Quelle: NDR, 19.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.040 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand der RKI-Fallzahlenseite von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 14 909 Ansteckungen gelegen, in dem Datensatz waren allerdings Nachmeldungen aus Brandenburg enthalten. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab das RKI am Mittwochmorgen mit bundesweit 72,8 an (Vortag: 79,5; Vorwoche: 107,8).

Aufgrund von Feier- und Brückentagen wie in der vergangenen Woche suchen dem RKI zufolge weniger Personen einen Arzt auf, wodurch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die Gesundheitsämter gemeldet werden. Laut dem Labor-Verband ALM ging die Zahl der Labortests im Vergleich zu den Vorwochen deutlich zurück: Vom 10. bis 16. Mai seien etwa 933 000 PCR-Tests erfasst worden, rund 160.000 weniger als in der Woche zuvor, hieß es am Dienstag vom Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM). Es ist denkbar, dass die stark gesunkene Zahl an Tests zum Rückgang der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz beigetragen hat.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 268 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.614.095 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.340.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 86.665 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagabend bei 0,73 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 73 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 19.05.21)


Insgesamt fast 440.000 Corona-Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 75.445 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf über 15,7 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 2513 auf 439.050 zu. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Indischer Impfstoff-Produzent: Exportstopp könnte bis Ende des Jahres dauern

Ein wichtiger indischer Produzent von Corona-Impfstoff hat angedeutet, dass die geplante Belieferung ärmerer Länder noch monatelang ausgesetzt bleibt. Das Serum Institute of India (SII) gab am Dienstag bekannt, dass Exporte angesichts der massiven Corona-Welle im eigenen Land hoffentlich „bis Ende dieses Jahres“ wieder anlaufen können. Der Ausfall betrifft die Covax-Initiative, die ursprünglich alleine bis Mai 110 Millionen SII-Dosen erwartet hatte, um damit ärmere Länder zu versorgen.

SII produziert in Lizenz Astrazeneca-Impfstoff. Seit März beansprucht Indien die Dosen für sich. Die vertraglich vereinbarten Ausfuhren wurden gestoppt. Covax steht nicht zuletzt deshalb vor einem großen Beschaffungsproblem. Die globale Impfallianz Gavi, die das Covax-Projekt managt, stehe in engem Kontakt mit SII und mit der Regierung in Neu Delhi, sagte ein Gavi-Sprecher am Dienstagabend in Genf. Man hoffe weiterhin, „dass Lieferungen in reduzierter Form im dritten Quartal fortgesetzt werden könnten.“ (Quelle: TSP, 18.05.21)


ESC am Samstag in Rotterdam

Für die Fans des Eurovision Song Contest (ESC) ist das fast zweijährige Warten vorbei: Nach der Corona-Zwangspause im vergangenen Jahr begann am Dienstagabend mit dem ersten Halbfinale in der Ahoy-Arena in Rotterdam die 65. Ausgabe des weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerbs. Der Sieger des ESC-Finales von 2019, der Niederländer Duncan Laurence, durfte die Halbfinalshow außer Konkurrenz eröffnen. Zur Show waren auch Zuschauer vor Ort in der Halle zugelassen.

Im Halbfinale sollten 16 Länder für zehn Plätze im Finale am Samstag gegeneinander antreten. Darunter mit der Sängerin Destiny aus Malta auch eine der Favoritinnen der Wettbüros. Destiny sollte als Letzte singen – den Auftakt machte die Gruppe The Roop aus Litauen.

The Roop hätte auch beim im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagten ESC-Finale teilgenommen. Einige der insgesamt 39 Teilnehmerländer schickten ihre für das vergangene Jahr vorgesehenen Starter – andere wie Deutschland nominierten neue Musiker. Für Deutschland singt der Hamburger Jendrik im ESC-Finale am Samstag, Deutschland muss sich als einer der fünf großen Geldgeber nicht für das Finale qualifizieren. (Quelle: FAZ, 18.05.21)


Bereits Hunderttausende Zwölf- bis 15-Jährige in USA geimpft

In den USA sind in der vergangenen Woche nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC rund 600.000 Kinder im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren gegen Corona geimpft worden, nachdem die Aufsichtsbehörden das Vakzin von Pfizer und BioNTech für diese Altergruppe freigegeben haben.

Insgesamt seien bereits mehr als vier Millionen Menschen unter 17 geimpft worden, führt CDC-Direktorin Rochelle Walensky weiter aus. Der Top-Immunologe Anthony Fauci sagt, er gehe davon aus, dass bis Ende des Jahres in den USA ausreichend Daten vorlägen, um Kinder jeden Alters impfen zu können. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Zahl der Corona-Todesfälle in den USA auf niedrigstem Stand seit März 2020

In den USA ist die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle auf den niedrigsten Stand seit März vergangenen Jahres gesunken. Im Durchschnitt seien in der vergangenen Woche 546 Menschen pro Tag an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag mit. Auch die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag mit rund 17.700 Fällen so niedrig wie seit Juni nicht mehr.

„Die Impfstoffe haben zu einem dramatischen Rückgang der Fälle, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle geführt“, sagte Andy Slavitt, Corona-Berater des Weißen Hauses. „Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie sind die Fälle in allen 50 Staaten zurückgegangen. Wir gewinnen den Kampf gegen das Virus“, betonte er. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Kleinkinder aus EU-Staaten dürfen ohne Corona-Tests nach Bulgarien

Das Urlaubsland Bulgarien erlaubt ab diesem Mittwoch die Einreise von Kindern im Alter bis fünf Jahren aus EU-Staaten ohne Corona-Test. Die Verordnung von Interims-Gesundheitsminister Stojtscho Kazarow vom Dienstag gilt auch für die Einreise von Kindern unter anderem aus den Schengen-Staaten, Großbritannien und Nordirland, den USA, Israel sowie mehreren Balkanstaaten.

Gleichzeitig wurde die Einreise von Personen aus Corona- Hochinzidenzländern unter anderem aus Indien, Bangladesch, Nepal und Myanmar sowie Brasilien und zahlreichen afrikanischen Staaten vorübergehend untersagt. Ausgenommen von dieser Regelung sind Bulgaren sowie Staatsbürger der Hochinzidenzländer mit Aufenthaltsrecht in Bulgarien, für die aber nach der Einreise eine zehntägige Quarantänepflicht gilt. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Französische Cafés und Restaurants öffnen Außenbereiche

Nach einem deutlichen Absinken der Corona-Infektionszahlen in Frankreich lockert das Land seine Auflagen am Dienstag weiter: Erstmals seit sechseinhalb Monaten dürfen Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen. Zudem öffnen auch „nicht essenzielle“ Geschäfte und Kaufhäuser, ebenso wie Museen, Kinos und Theater.

Die nächtliche Ausgangssperre gilt ab Mittwoch in ganz Frankreich erst ab 21 Uhr und damit zwei Stunden später als bisher. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankreich ist stark rückläufig, zuletzt lag sie bei 140. Vor drei Wochen war sie noch mehr als doppelt so hoch. In Frankreich haben inzwischen gut 20 Millionen Bürger mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten, das entspricht knapp einem Drittel der Bevölkerung. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Lettland lockert weiter vorsichtig Corona-Beschränkungen

Lettland lockert wegen sinkender Corona-Neuinfektionen weiter vorsichtig die geltenden Beschränkungen. In dem baltischen EU-Land dürfen unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln nun auch wieder Geschäfte in Einkaufszentren öffnen, die über einen direkten Zugang von der Straße oder einen separaten Eingang verfügen. Dies beschloss die Regierung in Riga am Dienstag.

Weiter können sich künftig bis zu 20 statt bislang 10 Personen für Unterricht oder Gruppenaktivitäten wie Sport im Freien versammeln. In Innenräumen wie etwa Büros dürfen sich bis zu 20 Personen ohne Maske treffen, sofern sie geimpft oder von Corona genesen sind.

In Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern wurden seit Beginn der Pandemie fast 129.000 Corona-Fälle registriert. Mehr als 2200 Menschen starben an dem Virus. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Indische Corona-Varinate bei Hochhaus-Bewohnerin in NRW nachgewiesen

Im nordrhein-westfälischen Velbert bei Düsseldorf ist die als besonders ansteckend geltende indische Coronavirus-Variante bei der Bewohnerin eines Hochhausblocks nachgewiesen worden. Das teilt der Gesundheitsdezernent im Kreis Mettmann, Marcus Kowalczyk, vor Ort mit. Die Frau sei zunächst positiv auf Covid-19 getestet worden, eine routinemäßige Nachtestung habe eine Woche darauf eine Infektion mit der Virus-Mutation ergeben.

Zwei Hochhäuser mit Dutzenden Bewohnern wurden unter Quarantäne gestellt. Tests bei 19 Personen aus vier Familien seien bereits positiv ausgefallen, wobei aber noch nicht klar sei, ob es sich auch hier um die indische Mutation handle. Das werde noch überprüft. Sollten darüber hinaus weitere Krankheitsfälle auftreten, würden auch diese „auf die Variante getestet, was dann leider wieder fünf bis sieben Tage dauert“, sagt Kowalczyk. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Bund und Länder reden am 27. Mai über Impfung Kinder

Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten wollen am 27. Mai erneut über die Impfkampagnen reden. Dann soll auch die Frage geklärt werden, wie und wo man Kinder über zwölf Jahren nach einer Freigabe des Impfstoffes BioNTech durch die EU impfen soll, sagt Merkel nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Spahn will Werbung für Schnelltests erlauben

Gesundheitsminister Jens Spahn will Werbung für die Ausführung von Corona-Schnelltests legalisieren. Das geht aus einer Formulierungshilfe für einen Änderungsantrag zum Infektionsschutzgesetz hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Die Neuregelung soll sicherstellen, dass etwa Praxen und Apotheken, die mit Schildern auf ein Angebot für kostenlose „Bürgertests“ werben, nicht gegen das Heilmittelwerbegesetz verstoßen. (Foto CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 18.05.21)


Weitere Genehmigung für mehr Biontech-Impfstoffproduktion in Marburg

Das Regierungspräsidium Gießen hat dem Mainzer Unternehmen Biontech eine weitere Genehmigung für die Produktion des Corona-Impfstoffes im mittelhessischen Marburg erteilt. Man habe den geplanten Anpassungen der Produktionskapazität in dem dortigen Werk zugestimmt, teilte die Behörde am Dienstag mit. Dies sei für das Unternehmen „ein wichtiger Schritt, um die geplante Jahreskapazität von bis zu einer Milliarde Impfstoffdosen am Standort Marburg planmäßig zu produzieren“.

Das Regierungspräsidium hatte bereits Mitte Januar den Umbau einer bestehenden Produktionsanlage für die zusätzliche Herstellung von Covid-19-Impfstoff genehmigt, wie die Behörde erläuterte. Nun habe man auch nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz grünes Licht gegeben.

Die Firma Biontech – die mit dem US-Konzern Pfizer zusammenarbeitet – stellt seit wenigen Monaten Corona-Impfstoff in Marburg her. Das Werk hatten die Mainzer zuvor vom Pharmakonzern Novartis übernommen. Geplant ist, in Mittelhessen noch in diesem Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des Impfstoffs zu produzieren. Mit vollständigem Betrieb können dort nach Unternehmensangaben jährlich bis zu einer Milliarde Dosen hergestellt werden. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Pariser Hilfsgipfel will 100-Milliarden-Paket für Afrika

Internationale Geldgeber wollen mit Milliardenhilfen die Wirtschaft Afrikas nach der Corona-Pandemie ankurbeln. Über den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington könnten auch dank der Solidarität reicher Länder rund 100 Milliarden US-Dollar (rund 82,3 Milliarden Euro) mobilisiert werden. Das kündigte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Dienstag in Paris am Rande einer Afrika-Hilfskonferenz an. „Wachstum und Stabilität in Afrika bedeuten Wohlstand und Stabilität in Europa“, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa.

„Afrika ist einer der am wenigsten geimpften Kontinente der Welt – ein wirtschaftlicher und sozialer Notstand“, sagte Macron. Es gebe insgesamt einen Finanzierungsbedarf bis 2025 von geschätzt 285 Milliarden Dollar. Der 43-Jährige versammelte im Schatten des Eiffelturms zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen. Andere nahmen per Videoschalte teil. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen oder EU-Ratspräsident Charles Michel zählten zu den Teilnehmern.

„Wir müssen zu der starken Entwicklung zurückkehren, die Afrika vor Covid hatte“, forderte Georgiewa. Für den Weltwährungsfonds bedeute das, auch zu außergewöhnlichen Maßnahmen zu greifen. Afrika sei „sehr hart“ von der Pandemie getroffen worden – vor allem auch mit Blick auf die Wirtschaft, sagte der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi.

Um beim Weltwährungsfonds auf eine Summe von 100 Milliarden Dollar zu kommen, sollen nach den Worten von Georgiewa sogenannte Sonderziehungsrechte des Fonds von reichen Ländern nach Afrika weitergeleitet werden. Sonderziehungsrechte sind die Reservewährung des IWF. Erst im März hatte Georgiewa eine Erhöhung der finanziellen Schlagkraft der Organisation um 650 Milliarden Dollar vorgeschlagen. „Wir setzen uns dafür ein, dass die reichsten Länder ihre Sonderziehungsrechte an die ärmsten Länder, insbesondere in Afrika, umverteilen können, damit aus den 33 Milliarden von heute 100 Milliarden werden“, sagte Macron.

Für die reicheren Länder, die ausreichend Währungsreserven und Zugang zum Kapitalmarkt haben, sind Sonderziehungsrechte kaum von Bedeutung. Für ärmere Länder würden Finanzmittel für andere Zwecke frei, etwa zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie.

Zur Unterstützung des demokratischen Übergangs im ostafrikanischen Sudan hatte Macron bereits am Montag angekündigt, Frankreich wolle die gesamten bilateralen Schulden von fast fünf Milliarden US-Dollar streichen. (d(Quelle: TSP, 18.05.21)


Tausende Gegner von Corona-Maßnahmen in Berlin erwartet

Berlin blickt einem demonstrationsreichen Pfingstwochenende entgegen. Unter anderem haben Kritiker der Corona-Maßnahmen zu mehreren Demonstrationen aufgerufen, wie eine Polizeisprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag auf Anfrage sagte. So sei für Samstag unter dem Motto „Für Frieden Freiheit und Grundrechte“ eine Sternfahrt aus vier Richtungen hin zur Straße des 17. Juni angemeldet. Diese sei mit 16.000 angemeldeten Teilnehmern die größte Demonstration an diesem Tag.

Zudem sind demnach weitere Demonstrationen gegen die Corona-Politik mit deutlich weniger Teilnehmern angemeldet. Auch Gegendemonstrationen seien geplant.

Insgesamt sind laut Versammlungsbehörde bislang allein für Samstag und Pfingstsonntag rund 50 Demonstrationen, Aufzüge oder Kundgebungen mit verschiedenen Anliegen und politischen Forderungen in Berlin angemeldet. Die Polizei richte sich auf ein demonstrationsstarkes Wochenende ein, erklärte die Sprecherin. Zur Zahl der Einsatzkräfte wollte sie sich noch nicht äußern. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Ungarn verlängert Corona-Notstand

Ungarn verlängert den Corona-Notstand offiziell bis zur neuen Sitzungsperiode des Parlaments im Herbst. Das beschloss die Volksvertretung auf Antrag der rechtsnationalen Regierung von Viktor Orbán. Das Notstandsgesetz schafft den Rahmen dafür, dass die Regierung Verordnungen erlassen darf, die unter normalen Umständen vom Parlament gebilligt werden müssten.

Die Regierung begründete die Maßnahme damit, dass sichergestellt werde, dass bereits geltende Verordnungen mit Ablauf des aktuellen Notstands am 22. Mai nicht ungültig werden. Die Opposition wiederum beanstandete, dass die Regierung den mit der Pandemie begründeten Notstand für Verordnungen missbrauche, die nichts mit der Seuchenbekämpfung zu tun hätten.

In Ungarn ist die Ansteckungsdynamik bedeutend zurückgegangen, die 14-Tage-Inzidenz war aber zuletzt mit 193,66 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die höchste in der EU. 5,7 Millionen Ungarn wurden bisher gegen Corona geimpft, 2,7 Millionen davon bereits mit der zweiten Dosis – bei einer Gesamtbevölkerung von knapp zehn Millionen. In Ungarn werden auch die von der EU nicht zugelassenen Vakzine Sputnik V aus Russland und Sinopharm aus China verimpft. (Quelle: ZEIT, 18.05.2021)


Thailand erwägt vorzeitige Entlassung von Häftlingen

Wegen der massiven Ausbreitung des Virus in thailändischen Gefängnissen denken die Behörden über eine frühzeitige Entlassung von etwa 50.000 Häftlingen nach. Das wären 16 Prozent der insgesamt 311.000 Inhaftierten. „Wenn wir nicht genug Impfstoffe bekommen oder wenn wir die Ausbreitung nicht schnell eindämmen können, müssen wir überlegen, die Anzahl der Gefangenen durch vorzeitige Freilassung zu verringern“, sagte Justizminister Somsak Thepsuthin. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Sie sind bereits inhaftiert. Sie sollten nicht noch mehr leiden müssen. Seit Wochen meldet das südostasiatische Land, das lange als Vorzeigestaat in der Bekämpfung der Pandemie galt, steigende Corona-Zahlen. In den meist völlig überfüllten Haftanstalten breitet sich das Virus aber derzeit so stark aus, dass es außer Kontrolle zu geraten droht. Am Montag hatten die Behörden die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie verzeichnet. 70 Prozent der rund 9.600 gemeldeten neuen Fälle wurden in Gefängnissen speziell in der Hauptstadt Bangkok und im nördlichen Chiang Mai verzeichnet. (Foto: Bangkok Klong Prem Central Prison, wikipedia; Quelle: ZEIT, 18.05.2021)


Grafschaft Bentheim: Corona-Genesene erhalten Ausweis vom Landkreis

Rund 6.000 Menschen im Landkreis Grafschaft Bentheim bekommen in den nächsten Tagen einen Corona-Ausweis vom Landkreis. Damit wird ihnen bescheinigt, dass sie innerhalb der vergangenen sechs Monate mit dem Virus infiziert waren und inzwischen wieder gesund sind. Das heißt, dass sie zum Beispiel wieder Geschäfte betreten können, ohne vorher auf das Virus getestet zu werden. Auch werden Genesene wie Geimpfte bei den Kontakt-Regeln nicht mitgezählt. (Quelle: GN, 18.05.21)


Corona-Krise schlägt sich mit Verzögerung bei Banken nieder

Die Corona-Krise wird die Banken nach Ansicht der Finanzaufsicht BaFin noch eine Weile beschäftigen. „Wir müssen davon ausgehen, dass nicht alle von der Pandemie gebeutelten Unternehmen der Realwirtschaft wieder gesunden“, sagte BaFin-Exekutivdirektor Raimund Röseler bei der Jahres-Pressekonferenz am Dienstag. „Der tatsächliche Wertberichtigungsbedarf der Institute wird sich erst zeigen, wenn die staatlichen Hilfsprogramme ausgelaufen sind und das Insolvenzrecht wieder in vollem Umfang greift.“ Mit welchen Verzögerungen sich das bei den Banken niederschlagen werde, sei kaum abzusehen.

Zahlreiche Häuser wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank haben im ersten Quartal deutlich weniger Risikovorsorge gebildet für faule Kredite als zum Jahresstart 2020 oder haben sie sogar zum Teil aufgelöst, was sich positiv im Ergebnis niederschlägt. Durch die Fortschritte beim Impfen gibt es erste Öffnungen im Tourismus, Einzelhandel und in der Gastronomie und die konjunkturellen Aussicht sind besser als zu Beginn der Pandemie vor über einem Jahr. (Quelle ZEIT, 18.05.21)


Schwierige Verhandlungen über EU-Impfzertifikat erwartet

Die Positionen liegen weit auseinander, die Verhandlungen über das geplante europäische Impfzertifikat könnten schwierig werden. Vor den am Abend beginnenden Gesprächen mit den EU-Staaten gebe es „noch viele offene Fragen“, sagte etwa die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel der Nachrichtenagentur AFP. Derzeit gehe sie von einem „offenem Ende“ aus. Auch Vertreterinnen und Vertreter der EU-Regierungen zeigten sich vorsichtig und verwiesen auf weitere mögliche Verhandlungen im Laufe der Woche.

Der digitale Nachweis soll neben Angaben zu Impfungen auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten. Umstritten sind die Forderungen nach kostenlosen Tests für die Bürger und nach dem Ausschluss nicht in der EU zugelassener Impfstoffe. Darüber hinaus will das Parlament erreichen, dass für nachweislich Geimpfte oder negativ Getestete bei Grenzübertritten innerhalb der EU keine Quarantäne- oder Testpflichten mehr gelten dürfen.

Die EU-Staaten wollen sich dies hingegen nicht vorschreiben lassen und verweisen darauf, dass sie etwa beim Auftreten aggressiverer Virusvarianten handlungsfähig bleiben müssen. Einige Länder fordern wegen des hohen Aufwands zudem eine Übergangszeit von sechs Wochen, in der auch noch bisherige Impfnachweise gelten sollen.

Geplant ist ein Start bis Ende Juni, um das Reisen während der Sommerferienzeit zu erleichtern. (Quelle ZEIT, 18.05.21)


Heimathaus Twist bereitet sich auf „Zeit nach Corona“ vor

Im legendären Heimathaus in Twist, das wegen seiner Blues-Konzerte bundesweit bekannt ist, ruht wegen Corona weiter der Betrieb. Hinter den Kulissen aber wird rege am Neustart nach der Pandemie gearbeitet.

Seit März 2020 gab es keine Veranstaltungen. Im Frühjahr 2020 sagten Vereinschef Heiner Reinert und seine Mitstreiter das geplante Festival „More (Moor) Music“ ab. Der damals genannte Ersatztermin Mitte Mai war allerdings auch nicht zu halten, wie das Heimathaus bereits Mitte April verkündete. Nun soll das dreitägige Spektakel im Zirkuszelt am Heimathaus vom 9. bis 12. September 2021 (Donnerstag bis Sonntag) stattfinden. „Wenn es die Vorschriften zulassen“, betont Reinert auf Anfrage. Angesichts des Fortschritts bei den Impfungen und den derzeit sinkenden Inzidenzzahlen ist der 73-Jährige optimistisch. Er selbst werde im Juni die zweite Impfung erhalten und „damit vollständig immunisiert sein“ gegen das Virus.

Gespräche mit acht Bands aus den Bereichen Rock, Pop, Blues und Folk seien in den vergangenen Tagen geführt worden. „Alle Verträge sind fertig, wir brauchen jetzt nur noch die richtige Entwicklung bei der Pandemie“, so Reinert. Geplant seien je eine Band am Donnerstag und Sonntag abends und je drei Bands am Freitag und Samstag. Eine endgültige Entscheidung soll im Juni fallen. Die Veranstalter hoffen auf ein Fassungsvermögen im Zirkuszelt von 500 Personen, 300 auf einer Tribüne sitzend und 200 stehend.

Mit „sehr hoher Wahrscheinlichkeit“, so der Vereinsvorsitzende, werde überdies im Dezember der normale Konzertbetrieb wieder anlaufen. Auch hierfür seien die Gespräche mit potenziellen Bands und Künstlern aufgenommen worden. (Quelle: NOZ/GN, 18.05.21)


Dänemark öffnet alles außer Diskotheken

In Dänemark fallen weitere Corona-Einschränkungen weg. Ab Freitag werden innerhalb des Landes so gut wie alle bislang noch geschlossenen Einrichtungen wieder geöffnet – außer Nachtclubs und Diskotheken. Darauf einigte sich die dänische Regierung in der Nacht zum Dienstag mit einer breiten Mehrheit der Parlamentsparteien in Kopenhagen. Voraussetzung für die Öffnungen sind Abstandsregeln und vielerorts auch das Vorzeigen des Corona-Passes, mit dem man in Dänemark negative Corona-Tests, Impfungen und überstandene Infektionen nachweisen kann.

Restaurants, Bars, Fitnessstudios und viele andere Einrichtungen sind bereits in vorherigen Lockerungsphasen geöffnet worden. Der Großteil der dänischen Schüler ist schon seit längerem zurück im Präsenzunterricht. Nun können auch Studierende komplett in die Universitäten zurückkehren, das Gleiche gilt für Abend- und Musikschulen. Auch die seit Monaten geschlossenen Saunas, Badelandschaften und Innenbereiche von Zoos und Vergnügungsparks dürfen wieder öffnen, weitere Sport-, Freizeit-, und Vereinsaktivitäten sind wieder möglich. Die Arbeit im Homeoffice wird zudem in drei Phasen zurückgefahren, so dass alle Däninnen und Dänen bis zum 1. August zurück an ihrem Arbeitsplatz sein können.

Das Versammlungsverbot wird für Veranstaltungen in Innenbereichen von maximal 25 auf 50 und unter freiem Himmel von 75 auf 100 Teilnehmer angehoben. Darüber hinaus einigten sich Regierung und Parteien darauf, die Vorschriften für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und des Vorzeigen des Corona-Passes nach und nach auslaufen zu lassen – dazu soll im Juni ein Plan vorgelegt werden.

Dänemarks Corona-Zahlen sind zuletzt im Zuge der Lockerungen gestiegen, befinden sich aber weiterhin auf einem verhältnismäßig niedrigen und relativ stabilen Niveau. Die Neuinfektionszahl lag auf die Bevölkerung gerechnet bei den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC weiter unterhalb der deutschen Inzidenz. (Quelle TSP, 18.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Dienstag, 18. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 238 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurde laut RKI innerhalb eines Tages 17 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.491. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 252.575 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 56,3 Fälle je 100.000 Einwohner (59,1 am Vortag). (Quele: NDR, 18.05.21)


Indien exportiert Impfstoffe erst wieder ab Oktober

Indien wird Regierungskreisen zufolge frühestens ab Oktober wieder Impfstoffe exportieren. Die Dosen sollten zunächst in Indien selbst verabreicht werden, sagen drei mit den Überlegungen vertraute Regierungsvertreter. Der Exportstopp gilt somit länger als zunächst gedacht und trifft insbesondere die weltweite Covax-Initiative, mit der ärmere Länder wie Bangladesch, Nepal oder afrikanische Staaten mit Impfstoff versorgt werden sollen. Das besonders heftig von einer zweiten Welle getroffene Indien hatte die Ausfuhr im April ausgesetzt. Das Serum Institute of India, der weltweit größte Hersteller von Vakzinen, hatte mit einer Wiederaufnahme im Juni gerechnet. (Quelle TSP, 18.05.21)


Niedersachsen: OVG stoppt Landeskinder-Urlaub

Auch auswärtige Touristen dürfen ab sofort in Niedersachsen übernachten. Der 13. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat mit Eilbeschluss vom heutigen Tag den entsprechenden § 8 Abs. 2 Satz 1 1. Halbsatz der Niedersächsischen Corona-Verordnung (im Folgenden: Corona-VO) vorläufig außer Vollzug gesetzt (Az.: 13 MN 260/21).

Das Verbot trage „nur wenig zur Eindämmung“ der Corona-Infektionslage bei, da Tagestouristen aus anderen Ländern auch bisher schon nach Niedersachsen kommen könnten, hieß es in einem Eilbeschluss des Gerichts vom Dienstag. Es handle sich um eine Ungleichbehandlung, die aus Infektionsschutzgründen nicht notwendig sei, entschied das OVG in dem von einem Urlauber aus Nordrhein-Westfalen angestrengten Eilverfahren. Die Regelung ist mit sofortiger Wirkung außer Kraft gesetzt. (Quelle: NDR, PM OVG, 18.05.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 23,8 (23,8)
Meppen: 96,3 (99,1)
Papenburg:: 26,5 (26,5)


Landesweite Schulschließungen in Taiwan

Taiwan reagiert mit landesweiten Schulschließungen auf einen Anstieg der Fallzahlen. Von Mittwoch bis Ende kommender Woche sollen alle Schüler zu Hause online unterrichtet werden, wie die Regierung ankündigt. Für den Inselstaat ist das ein außergewöhnlicher Eingriff, denn bis zuletzt galt dort das Infektionsgeschehen als weitestgehend unter Kontrolle. Dies änderte sich aber vor kurzem. Vergangene Woche wurden fast 1000 Ansteckungen im Inland neu registriert. Seit Start der Pandemie waren es insgesamt nur 2260. 14 Menschen starben bislang, die positiv getestet wurden. Gesundheitsminister Chen Shih Chung sagt, meist handele es sich um milde Krankheitsverläufe. (Quelle TSP, 18.05.21)


Ärzteverband in Tokio fordert Absage der Olympischen Spiele

Der Ärzteverband in Tokio plädiert wegen der Corona-Pandemie für eine Absage der Olympischen Sommerspiele. Die Krankenhäuser der japanischen Hauptstadt hätten nahezu keine Kapazität mehr, teilt der Verband mit, der etwa 6000 Ärztinnen und Ärzte vertritt. „Wir rufen die Regierung dringend auf, das Internationale Olympische Komitee davon zu überzeugen, dass das Abhalten der Spiele schwierig ist und es zu dem Schluss kommen sollte, sie abzusagen“, heißt es in einem Brief an Ministerpräsident Yoshihide Suga. Wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen hatte die japanische Regierung den Notstand unter anderem in Tokio bis zum 31. Mai verlängert. Die Spiele sollen vom 23. Juli bis 8. August in der Hauptstadt stattfinden. Sie wurden wegen der Pandemie bereits um ein Jahr verschoben. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Dienstag lediglich zwei bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5201, als genesen gelten derweil 4928 Grafschafter.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes liegt mit 54 weiter deutlich unter der kritischen 100-Marke. Bleibt der Wert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100, sollen die Einschränkungen der sogenannten Bundes-Notbremse nicht mehr greifen und stattdessen die Regeln der niedersächsischen Landesverordnung gelten. In der Grafschaft wäre das bei anhaltend niedriger Inzidenz am morgigen Mittwoch, 19. Mai, der Fall. Erlässt der Landkreis eine entsprechende Allgemeinverfügung, träte diese jedoch frühestens zwei Tage später am Freitag in Kraft.

In Quarantäne befinden sich am Dienstag 426 Menschen, am Vortag waren es noch 484. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 118.

Bis einschließlich Freitag, 14. Mai 2021, wurden nach Angaben des Landkreises in der Grafschaft 49.277 Impfungen durchgeführt. Davon waren 37.113 Erstimpfungen und 12.164 Zweitimpfungen. Nicht enthalten sind Impfungen, die durch Hausärzte durchgeführt wurden.

Von den 157 aktuellen Corona-Fällen in der Grafschaft entfallen 40 (+1) auf Nrdhorn. (Quelle: GN, 18.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4209 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen von Dienstagmorgen hervor, die den Stand der RKI-Fallzahlenseite von 08.11 Uhr wiedergeben.
Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6125 Ansteckungen gelegen, in dem Datensatz fehlten allerdings die Fallzahlen aus Brandenburg. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 79,5 an (Vortag: 83,1; Vorwoche: 115,4).

Aufgrund des vergangenen Himmelfahrt-Wochenendes sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Montag. „Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 221 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 283 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3 603 055 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 86 381 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagabend bei 0,77 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 77 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 18.05.21)


Kein höheres Infektions-Risiko für Zugbegleiter

Arbeiten und Reisen in Fernzügen ist in Corona-Zeiten laut einer neuen Studie offenbar weniger gefährlich als teilweise befürchtet. Das ist das Ergebnis einer Langzeituntersuchung der Deutschen Bahn Fernverkehr und der Charité Research Organisation (CRO), die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Demnach sind DB-Mitarbeiter mit intensivem Kundenkontakt in den Zügen keinem signifikant höheren Corona-Risiko ausgesetzt als DB-Beschäftigte ohne diesen Kundenkontakt. Verglichen wurden nicht nur die Infektionswerte vom Bordservice-Personal, Lokführern sowie Instandhaltern, sondern auch deren Zahlen mit dem allgemeinen Infektionsgeschehen in Deutschland. Die Studie kommt dabei zu dem Schluss, „dass das Infektionsgeschehen der DB Fernverkehr AG nicht von der allgemeinen bundesweiten Infektionsdynamik abweicht“ – was auch Rückschlüsse für die Gefährdung der Zugreisenden zulässt. Die Deutsche Bahn hatte stets argumentiert, dass vor allem die Frischluftzufuhr in den Wagen und die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken das Risiko für Passagiere minimiere.

Untersucht wurden zwischen dem 24. Februar und 02. März 2021 insgesamt 1037 Beschäftigte. Zuvor hatte es bereits zwei vorangehende Testreihen im Juni/Juli 2020 und im Oktober 2020 gegeben. (Quelle: TSP, 18.05.21)


RKI heute 8.30 Uhr


DGKJ für schnelle Schul- und Kitaöffnungen

Kinder- und Jugendmediziner fordern schnelle Schul- und Kitaöffnungen. „Schulen öffnen, Kitas öffnen – natürlich gemäß den geltenden Leitlinien und mit angemessenen Testungen. Jetzt ist es an der Zeit, das Ruder herumzureißen“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der Zeitung Rheinische Post (Dienstag). „Wir sehen die dringende Notwendigkeit, dass sich Menschen, die sich noch nicht impfen lassen können, keine Nachteile davon haben dürfen. Es ist absolut notwendig, selbst wenn Jugendliche in den höheren Jahrgängen geimpft werden können, für Kinder im Grundschulalter, aber auch in mittleren Jahrgängen wieder ein normales soziales Leben zu ermöglichen, damit sie sich normal entwickeln können.“

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisierte „die politische Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen“ während der Pandemie scharf. „Kinder und Jugendliche wurden in der Pandemie von Anfang an massiv vernachlässigt. In der ersten Phase waren die pauschalen Einschränkungen wie Schul- und Kitaschließungen noch nachvollziehbar. Aber inzwischen haben wir gelernt, dass Kinder die Infektion deutlich weniger weitertragen und selbst deutlich seltener erkranken als Erwachsene“, sagte BVKJ-Sprecher Jakob Maske der Rheinischen Post. „Es gibt psychiatrische Erkrankungen in einem Ausmaß, wie wir es noch nie erlebt haben. Die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll, dort findet eine Triage statt. Wer nicht suizidgefährdet ist und „nur“ eine Depression hat, wird gar nicht mehr aufgenommen.“

Der Deutsche Lehrerverband hält eine Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 50 für empfehlenswert. „Wir haben ja bereits jetzt nur noch wenige Landkreise oberhalb der 165er Inzidenz, die für reinen Distanzunterricht ausschlaggebend ist“, sagte ihr Präsident Heinz-Peter Meidinger der Zeitung. Unterhalb der 100er Inzidenz könnten Länder vollständigen Präsenzunterricht anordnen. „Unsere Auffassung ist allerdings, dass man sich bei vollständigem Präsenzunterricht ohne Abstandsregelung an der Empfehlung des RKI (Inzidenz 50) orientieren sollte, solange viele Lehrkräfte und fast alle Kinder noch nicht geimpft sind“. Für das nächste Schuljahr zeigte sich Meidinger „recht optimistisch, dass da deutlich mehr Normalität in den Schulbetrieb zurückkehrt und bei fortschreitenden Impfungen die Inzidenzen niedrig gehalten werden können“. (Quelle: FAZ, 18.05.21)


Weniger Neuinfektionen in Indien

In Indien sinkt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter. Das Gesundheitsministerium meldet 263.533 neue Ansteckungen. Das sind etwa 18.000 weniger als am Vortag, als die Zahl erstmals seit dem 21. April wieder unter die Schwelle von 300.000 gefallen war. Zwischenzeitlich hatte es sogar Tage mit mehr als 400.000 Neuinfektionen gegeben. Allerdings registrierten die Behörden binnen eines Tages mit 4329 weiteren Todesfällen in Verbindung mit dem Virus so viele wie noch nie. Damit stieg die Zahl der Toten auf mehr als 278.000. Mit insgesamt mehr als 25,2 Millionen bestätigten Ansteckungen weist Indien nach den USA weltweit die meisten Infektionen auf. Einige Experten befürchten aber, dass die tatsächlichen Zahlen fünf- bis zehnmal höher liegen könnten. Das Gesundheitssystem des südasiatischen Landes ist überlastet und wird mit internationaler Hilfe unterstützt. (Quelle: TSP, 18.05.21)


Dennoch wie geplant:
25 Corona-Fälle bei River Plate vor Superclásico

Einen Tag vor dem Superclásico gegen Boca Juniors sind 25 Spieler und Mitarbeiter des argentinischen Fußballvereins River Plate positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handelt sich unter anderen um den kolumbianischen Torjäger Rafael Borré, den chilenischen Nationalspieler Paulo Díaz und drei der vier Torhüter. Das Viertelfinalspiel im Ligapokal gegen den Erzrivalen soll nach ersten Informationen dennoch wie geplant am Sonntag im Bombonera-Stadion von Boca Juniors stattfinden.
Argentinien erlebte in den vergangenen Wochen einen Anstieg der Corona-Zahlen. Mit rund 70
.000 Corona-Toten bei einer Bevölkerung von etwa 45 Millionen Menschen liegt das Land nach offiziellen Zahlen weltweit an 25. Stelle bei der Anzahl der Todesfälle pro Einwohner. (Quelle: TSP, FAZ, 18.05.21)


Keine „Reiseblase“ zwischen Hongkong und Singapur

Die Einrichtung einer sogenannten Reiseblase zwischen Hongkong und Singapur erweist sich als schwierig. Bereits zum zweiten Mal musste der Plan, quarantänefreie Flugreisen zwischen den beiden asiatischen Metropolen zu ermöglichen, kurz vor dem geplanten Beginn auf Eis gelegt werden.

Begründet wurde die Entscheidung mit der Entwicklung der Infektionszahlen, die in Singapur in den vergangenen Tagen stark angestiegen waren.

Die Reiseblase hätte eigentlich schon im vergangenen November starten sollen, war aber bereits da kurzfristig abgesagt worden, weil Hongkong damals wieder mehr Corona-Fälle verzeichnet hatte. (Quelle: FAZ, 18.05.21)


Stiko erweitert Impfempfehlung für Schwangere

Vor dem Hintergrund eines erhöhten Risikos für schwere Verläufe von Covid-19 bei Schwangeren erweitert die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung. „Es ist ein Signal an die Politik, aber auch an die betreuenden Frauenärzte, dass man Schwangeren eine Impfung nach individueller Prüfung großzügig empfehlen kann“, sagt Stiko-Mitglied Dr. Marianne Röbl-Mathieu, die die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vertritt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Schwangere könnten ein entsprechendes Schreiben beim Hausarzt oder im Impfzentrum vorzeigen, wenn der Frauenarzt die Impfung nicht selbst vornehme. Nach Ansicht von Röbl-Mathieu fallen Schwangere wie ihre Kontaktpersonen in Priorisierungsgruppe 2. (Quelle: FAZ, 18.05.21)


Einziges Labor für Corona-Tests im Gazastreifen nach Luftangriff „außer Betrieb“

Nach einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist nach Angaben der dortigen Behörden das einzige Labor zur Auswertung von Corona-Tests in dem Palästinensergebiet außer Betrieb. Wie das Gesundheitsministerium der Hamas mitteilte, befand sich das Labor in einer Klinik im Stadtviertel al-Rimal in Gaza, die bei dem Angriff teilweise zerstört worden sei.

Auch das Gesundheitsministerium selbst und ein Büro der Hilfsorganisation Roter Halbmond aus Katar wurden den Angaben zufolge bei dem Angriff getroffen. Wie der Vize-Gesundheitsminister der Hamas, Jussef Abu al-Risch, sagte, habe es auch einige Verletzte beim medizinischen Personal gegeben.

Vor der Eskalation der Gewalt im Nahost-Konflikt vor einer Woche waren im Gazastreifen jede Woche rund 1.600 Menschen auf das Coronavirus getestet worden. Fast jeder dritte Test fiel positiv aus. Damit wurde im Gazastreifen eine der höchsten Positivraten weltweit verzeichnet.

Insgesamt haben sich im Gazastreifen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher rund 103.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. 930 Infizierte starben. Das Palästinensergebiet erhielt nach WHO-Angaben für seine zwei Millionen Bewohner bisher 122.000 Impfdosen, von denen mehr als die Hälfte noch nicht verimpft wurden. (Quelle: FAZ, 18.05.21)


Hausärzte bekomme Ende Mai Impfstoff von Johnson & Johnson

In der letzten Maiwoche sollen die Hausärzte in Deutschland erstmal Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten. „Der Bund wird für die Woche vom 25. bis 30. Mai rund 1,6 Millionen Dosen von Biontech, etwas mehr als 500.000 Dosen von Johnson & Johnson und voraussichtlich 600.000 von Astrazeneca bereitstellen“, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB) den Praxen in einer Mitteilung mit, über die die „Rheinischen Post“ berichtet. Der Impfstoff von Johnson & Johnson hat den Vorteil, dass er mit einer Dosis auskommt. (Quelle: TSP, 18.05.21)


USA zählen schon mehr als 274 Millionen Impfungen

Die USA haben nach Angaben der Seuchenbehörde CDC bereits mehr als 274 Millionen Impfungen vorgenommen. Über 157,8 Millionen Amerikaner seien mindestens einmal geimpft worden, bei knapp 124 Millionen Menschen seien die Impfungen sogar vollständig abgeschlossen. Die CDC-Zählung umfasst die Zweidosen-Vakzine von Moderna und BioNTech/Pfizer sowie den Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson. (Quelle: TSP, 18.05.21)


US-Studie: Pfiuzer/Biotech und Moderna sind gegen B.1.617 und B.1.678 wirksam

Die Corona-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna sind laut einer US-Studie wohl auch gegen die zwei indischen Virus-Varianten B.1.617 und B.1.618 hoch wirksam. „Wir haben festgestellt, dass die Antikörper des Impfstoffs zwar ein wenig schwächer gegen die Varianten wirken, aber nicht so sehr, dass es unserer Auffassung nach große Auswirkungen auf die Schutzfähigkeit der Impfstoffe hätte“, sagte Nathaniel Landau, einer der Verfasser der Studie, der Nachrichtenagentur APF am Montag.

Die Studie der NYU Grossman School of Medicine und des NYU Langone Center wurde noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig voneinander begutachtet. Ohne ein solches Peer-Review-Verfahren zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität ist die Korrektheit der Studie noch ungeklärt und ihre Aussagekraft deshalb begrenzt.

Für ihre Studie entnahmen die Forscher geimpften Menschen Blutproben und setzten diese unter Laborbedingungen künstlich hergestellten Pseudoviruspartikeln aus. Dabei stellten die Wissenschaftler Landau zufolge fest, dass die Zahl der Antikörper bei den indischen Varianten geringer ausfiel. „Es gab aber genug, die funktionieren, so dass wir glauben, dass die Impfstoffe hochgradig schützen werden.“ (Quelle: FAZ, 17.05.21)



New-York-Marathon soll stattfinden

Anfang November findet traditionell immer ein großer Lauf in den USA statt: der New-York-Marathon. 2020 musste er wegen der Pandemie abgesagt werden, in diesem Jahr sollen die Läufer wieder starten dürfen.

Das Großereignis solle am 7. November stattfinden, ab dem 8. Juni könnten sich Teilnehmer registrieren, teilte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomomit. Allerdings dürfen wegen der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie in diesem Jahr nur 33.000 statt der üblichen rund 55.000 Menschen dabei sein. (Quelle: FAZ, 17.05,21)


Österreich erlaubt Einreise aus Deutschland ohne Quarantäne

Österreich erlaubt ab Mittwoch die Einreise aus Deutschland ohne Quarantäne. Das erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein mit Verweis auf eine neue Verordnung. Verpflichtend bleibe allerdings der Nachweis einer Impfung, Testung oder Genesung. „In vielen Staaten gehen die Infektionszahlen zurück, daher können wir parallel zu den Öffnungsschritten im Land auch Erleichterungen bei der Einreise nach Österreich umsetzen“, sagte Mückstein. Als Impfnachweis würden die Impfstoffe anerkannt, die von der EU-Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen worden seien oder den entsprechenden Prozess der Weltgesundheitsorganisation erfolgreich durchlaufen hätten.

Die Quarantäne bei Einreise entfällt auch für Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Schweiz, Tschechien und Ungarn. Für Regionen mit Virusvarianten oder Hochinzidenzgebiete würden weiterhin strengere Regeln gelten. Falls ein Test nicht vorgelegt werden könne, müsse dieser innerhalb von 24 Stunden in Österreich gemacht werden. Vor jeder Einreise sei weiter eine elektronische Registrierung nötig.
(Quelle; TSP, 17. 05. 2021)


Corona-Mutante breitet sich in Großbritannien weiter aus

Die zunächst in Indien entdeckte Variante des Coronavirus B.1.617 breitet sich in Großbritannien weiter aus. Es gebe landesweit 2.323 bestätigte Fälle, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag im Parlament. Das sind gut 1.000 mehr als noch am 12. Mai. Vor allem die mittelenglischen Städte Bolton und Blackburn sind betroffen. Es gebe Hinweise, dass die Variante ansteckender sei als die bisher bekannten Formen. Aber der Umfang sei noch unbekannt. Hancock betonte, frühe Analysen legten nahe, dass die Impfungen gegen die Variante schützten.

Zwar werden in Bolton und Blackburn insgesamt 27 Menschen wegen der Variante in Kliniken behandelt. Diese Patienten seien aber nicht geimpft gewesen, sagte Hancock. „Impfungen retten Leben“, sagte Hancock und rief alle Menschen auf, sich eine Spritze geben zu lassen. In Bolton hatte am Wochenende großer Andrang auf Impfungen geherrscht. Bisher sind mehr als 20 Millionen Menschen in Großbritannien vollständig gegen das Virus geimpft, knapp ein Drittel der Bevölkerung. Von diesem Dienstag an dürfen alle über 37-Jährigen einen Termin machen.

Die Opposition gibt der Regierung die Schuld an der Ausbreitung der „indischen“ Variante. Sie habe wochenlang gezögert, Indien auf eine „rote Liste“ zu setzen, nur weil Premierminister Boris Johnson lange an einem letztlich doch abgesagten Besuch in dem südasiatischen Land festhielt, um ein Freihandelsabkommen zu verhandeln. In dieser Zeit seien etwa 20 000 Menschen aus Indien nach Großbritannien eingereist. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Erntehelfer kritisieren Betrieb

Bei einem Corona-Ausbruch auf dem Spargel- und Beerenhof der Thiermann Gartenbaubetrieb GmbH & Co. KG in Barnstorf, Landkreis Diepholz,haben sich zuletzt 130 Beschäftigte mit Covid-19 infiziert. Nun kritisieren die Erntehelfer das Infektions-Management des Unternehmens.

Mehrere Erntehelferinnen sind mit ihren Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen. Demnach heißt es unter anderem, der Betrieb aus Kirchdorf habe sie nicht ausreichend geschützt und zu spät getestet. Eine Erntehelferin berichtet der Deutschen Welle zufolge, dass sie erst zehn Tage nach dem ersten Ausbruch getestet worden sei. Die ersten Corona-Fälle auf dem Hof habe es ab dem 18. April gegeben. Beim Transport von den Unterkünften auf die Felder seien zudem keine Sicherheitsmaßnahmen eingehalten worden. Der Transport sei in Gruppen mit bis zu 50 Personen durchgeführt worden. Bei der Einteilung von Arbeitsgruppen sei nicht darauf geachtet worden, diejenigen zusammen arbeiten zu lassen, die auch zusammen wohnen.

Der Betreiber hat sich am Montag auf Anfrage des NDR in Niedersachsen nicht zu Details geäußert. Eine Unternehmenssprecherin verwies stattdessen auf ein Interview in der „Kreiszeitung“. Darin heißt es, dass eine unbestimmte Anzahl von Erntehelferinnen und Erntehlfern das Angebot von Schnelltests nicht angenommen hätten. Die Tests seien allen Mitarbeitenden zu Beginn der Erntesaison angeboten worden. Der Landkreis gab an, dass man bei dem Ausbruch zunächst von fünf Infektionen in zwei überschaubaren Arbeitsbereichen ausgegangen sei. Ende April habe es acht weitere positive Tests gegeben. Daraufhin habe man die Maßnahmen verschärft. (Quelle: NDR, 17.05.21)


Italien lockert nächtliches Ausgangsverbot – Ende im Juni erwartet

Italien lockert wegen sinkender Corona-Zahlen das nächtliche Ausgangsverbot und will es ab 21. Juni möglichst weitgehend beenden. Das berichteten offizielle Stellen in Rom nach einer Beratung der Regierung von Mario Draghi mit einem Gremium von Gesundheitsexperten am Montag. In den sogenannten Gelben Zonen Italiens mit moderatem Corona-Risiko solle der Beginn der Sperrstunde von jetzt 22 auf 23 Uhr verlegt werden. Sie geht aktuell bis 5 Uhr morgens.

Diese Maßnahme trete kurzfristig in Kraft, sobald sie per Dekret erlassen werde, hieß es. Ab 7. Juni dürfe man in dem Mittelmeerland eine weitere Stunde länger bis Mitternacht draußen bleiben. Für den 21. Juni stellte Rom die Abschaffung der Maßnahme in Aussicht, wenn die Infektionswerte es zulassen.

Auch im Sport fallen Corona-Beschränkungen. Vom 1. Juni an ist der Zugang zu Veranstaltungen im Freien wieder erlaubt. Ab dem 1. Juli dürfen 25 Prozent der Plätze in Stadien mit bis zu maximal 1000 Personen im Freien und 500 Personen in Hallen besetzt werden. Turnhallen öffnen ab dem 24. Mai, Hallenbäder ab dem 1. Juli.

Außerdem wurde bekannt, dass im Juni mehrere der 20 Regionen des Mittelmeerlandes als Weiße Zonen eingestuft werden sollen, in denen fast gar keine Corona-Beschränkungen mehr gelten. Das solle zu Beginn des Monats für Friaul-Julisch Venetien, Sardinien und Molise gelten. Später kämen Venetien, Ligurien und die Abruzzen dazu, hieß es. In den Weißen Zonen müssen die Menschen nur die Maskenpflicht einhalten und die Gesundheitsabstände beachten.

Italien befindet sich bei sinkenden Corona-Werten seit Wochen auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Derzeit sind alle Regionen bis auf das kleine Aostatal als Gelbe Zonen eingestuft. Das 60-Millionen-Einwohner-Land zählte am Montag weniger als 3500 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Biontech-Impfstoff darf einen Monat lang in Kühlschrank – Neuerung gilt ab sofort

Innerhalb des verlängerten Zeitraums ist der Transport der Durchstechflaschen demnach noch für maximal zwölf Stunden möglich. Ist der Impfstoff verdünnt, muss er wie bisher innerhalb von sechs Stunden verabreicht werden. Die erweiterte Lagerungsdauer gilt laut Unternehmen ab sofort für „alle derzeit verfügbaren und zukünftigen Chargen“.

Die EMA geht davon aus, dass die neue Lagerfrist die Planung und Logistik der Impfkampagnen in den EU-Mitgliedstaaten erleichtert. Unmittelbar nach der Zulassung des Biontech-Vakzins war dessen Kühlung und Lagerung noch deutlich aufwändiger gewesen. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Johnson & Johnson hinkt mit Lieferungen hinterher

Der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) hinkt bei den Lieferungen seines Corona-Impfstoffes in die EU hinterher. Von den 55 Millionen Dosen, die im zweiten Quartal geliefert werden sollen, sind bisher weniger als zehn Prozent tatsächlich angekommen. Die für die laufende Woche zugesagte Lieferung habe J&J um die Hälfte gekürzt und das mit zunehmenden Versorgungsproblemen mit Vorprodukten begründet, sagt ein EU-Insider nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters.

Einem Sprecher der EU-Kommission zufolge ist das aber nur eine vorübergehende Reduzierung, die später wieder aufgeholt werden soll. J&J peile nach wie vor die Lieferung von 55 Millionen Dosen im zweiten Quartal an. Der Konzern war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (Quelle: FAZ, 17. 05. 2021)


Neue Prioritäten bei Corona-Impfkampagne in Bulgarien

In Bulgarien sollen ältere und chronisch kranke Menschen nun vorrangig gegen das Coronavirus geimpft werden. Nur den von der bisherigen Impfgruppe vier erfassten Menschen soll jetzt an vier Wochentagen von den Hausärzten oder in Impfzentren ein Corona-Vakzin verabreicht werden. Die neue Priorisierung wurde von Interims-Gesundheitsminister Stojtscho Kazarow am Montag angeordnet. Dieser rief die Bulgaren auf, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen.

Nach dem Impfplan der bisherigen Regierung von Ex-Ministerpräsident Boiko Borissow wurden bisher drei andere Risiko-Gruppen vorrangig geimpft. Dazu gehörten unter anderem Klinikpersonal, Apotheker, Heiminsassen und Beschäftigte in lebenswichtigen Bereichen. Bislang wurden in dem Balkanland mit einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Menschen 1,1 Millionen Impfdosen verabreicht.

An oder mit dem Coronavirus starben bis Montag insgesamt 17 259 Menschen. Bulgarien gehört zu den EU-Ländern mit der höchsten Corona-Sterblichkeit. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


USA wollen 20 Millionen zusätzliche Corona-Impfdosen ins Ausland schicken

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie werden die USA 20 Millionen zusätzliche Impfdosen in andere Länder schicken. Die in den USA zugelassenen Vakzine sollten bis Ende Juni ausgeliefert werden, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Montag. Damit haben die USA Lieferungen von insgesamt 80 Millionen Impfeinheiten ins Ausland zugesagt.

Das Weiße Haus hatte Ende April angekündigt, 60 Millionen Corona-Impfdosen des Herstellers Astrazeneca an andere Länder abgeben zu wollen. Das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns ist in den USA bislang nicht zugelassen. Im Einsatz sind dagegen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson.

In den USA hat die Impfkampagne rasche Fortschritte gemacht. Inzwischen haben rund 60 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten, rund 47 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind vollständig geimpft. In zahlreichen Schwellen- und Entwicklungsländern kommen die Impfungen dagegen nur langsam voran. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Kroos positiv auf Corona getestet – kein Einsatz beim Saisonabschluss

Fußball-Nationalspieler Toni Kroos von Real Madrid ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte sein Verein am Montag mit. Der 31-Jährige ist schon seit Freitag in Quarantäne, weil sich eine seiner Kontaktpersonen mit Corona angesteckt hatte. Um wen es sich dabei handelte, teilte Real nicht mit.

Der Mittelfeldspieler fehlt Real damit in der entscheidenden Phase des Titelrennens in Spanien. Real liegt vor dem abschließenden Spieltag der Primera División auf Rang zwei, zwei Punkte hinter Lokalrivale Atlético. Letzter Gegner ist am Samstag der FC Villarreal. Atlético spielt zur gleichen Zeit gegen Real Valladolid. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Hunderte Corona-Tote: Brasiliens Gefängnisse extrem überfüllt

Die Zahl der Häftlinge sinkt, aber die Gefängnisse in Brasilien sind auch in der Corona-Pandemie extrem überfüllt. Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten Gewaltmonitor hervor, den die Mediengruppe Globo regelmäßig gemeinsam mit der Universität von São Paulo und dem Forum für öffentliche Sicherheit erstellt. Demnach sitzen in den Gefängnissen des südamerikanischen Landes derzeit rund 688.000 Gefangene ein. Im vergangenen Jahr saßen rund 710.000 Gefangene ein.

Es ist das erste Mal, dass die Zahl der Gefangenen von einem Jahr auf das andere sinkt, seit das Nachrichtenportal „G1“ im Jahr 2014 mit der Erhebung begann. Zudem wurde Platz für mehr als 17.000 weitere Häftlinge geschaffen. Die Gefängnisse haben allerdings weiter nur eine Gesamtkapazität für 441.000 Insassen. Der Anteil derjenigen, die ohne Gerichtsverfahren einsitzen, ist nach dieser Erhebung von 31,2 Prozent auf 31,7 Prozent gestiegen.

Mit der Pandemie hat sich die Situation in den Haftanstalten verschlimmert. „Es gab eine Zeit, in der die überwiegende Mehrheit der Gefangenen Symptome zeigte, die mit Covid-19 zusammenhängen“, hieß es bei „G1“ unter Berufung auf einen Inspektionsbericht. Sie seien jedoch nicht medizinisch oder nur mit schmerzlindernden Medikamenten versorgt oder geschlagen worden. Insgesamt rund 450 Häftlinge und Gefängnis-Angestellte starben demnach im Zusammenhang mit Covid-19.

Brasilien ist nach den USA und China das Land mit der höchsten Zahl an Gefangenen weltweit. Viele Haftanstalten werden von Gangs kontrolliert. Immer wieder kommt es auch hinter Gittern zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden mit zahlreichen Toten. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro hat angekündigt, hart gegen die mächtigen Verbrechersyndikate vorgehen zu wollen. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Bund und Länder heben Impfpriorisierung auf

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland soll nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab dem 7. Juni keine Priorisierung mit einer festgelegten Reihenfolge mehr gelten. Die Gesundheitsminister einigten sich darauf, so Spahn. „Damit sind alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren“, heißt es in einem Beschlussentwurf des Bundes für Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder am Montag. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Ab 7. Juni solle die Priorisierung bundesweit in Arztpraxen und den regionalen Impfzentren entfallen, heißt es in dem Vorschlag. Zugleich wird betont, dass aufgrund der aktuell erwarteten Liefermengen nicht gleich alle Impfwilligen bereits im Laufe des Juni geimpft werden könnten. „Die Impfkampagne wird wie angekündigt bis zum Ende des Sommers fortgesetzt werden müssen.“

Außerdem seien in den drei Wochen bis zum 7. Juni noch mindestens 15 Millionen Erst- und Zweitimpfungen vorgesehen. Spahn hatte mehrfach deutlich gemacht, dass vor einer völligen Freigabe zunächst noch die dritte und letzte Prioritätsgruppe zum Zuge kommen soll. Dazu gehören neben über 60-Jährigen etwa Supermarktverkäuferinnen, Busfahrer, Justizbeamte und Lehrkräfte in weiterführenden Schulen.

Ebenfalls ab 7. Juni sollen dem Vorschlag zufolge auch Betriebs- und Privatärzte routinemäßig in die Impfungen einbezogen werden. Für sie soll von Beginn an keine Priorisierung gelten. Generell sollen noch im Rahmen der Priorisierung vereinbarte Termine für Erst- und Zweitimpfungen von der Impf-Freigabe unberührt bleiben. ((Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Spahn begrüßt Debatte über mögliche Impfempfehlung bei Kindern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Debatte über eine mögliche Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen begrüßt. „Ich finde es wichtig, dass es diese Debatte gibt“, sagte Spahn am Montag in Berlin. Dies sei dann auch eine Entscheidungsgrundlage für die Eltern und Jugendlichen. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will im Mai über die Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer ab zwölf Jahren entscheiden. Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hatte eine genaue Prüfung vor einer möglichen Impfempfehlung angekündigt.

Spahn erläuterte, es gebe eine Diskussion darüber, ob und in welchem Umfang es eine Empfehlung zur Impfung von 12- bis 18-Jährigen geben solle. Die erwartete Zulassung solle die Impfung möglich machen. Über die Frage einer Empfehlung sei damit noch nicht entschieden. Die Frage des individuellen Nutzens stelle sich für jemanden, der 15 oder 20 Jahre alt sei, anders dar als für einen 80-Jährigen. Aber Impfungen hätten auch Auswirkungen auf die Pandemie, sagte Spahn unter Verweis auf das Infektionsgeschehen bei den Jüngeren.

Schulkinder und junge Erwachsene sind von Corona-Neuinfektionen in Deutschland derzeit zwar überdurchschnittlich stark betroffen. Kinder und Jugendliche haben aber ein geringeres Risiko von schweren Verläufen von Covid-19. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen Krankenhausbehandlungen nötig waren. Langzeitfolgen (Long Covid) könnte nach Einschätzung von Wissenschaftlern bei Kindern zudem eher auftreten als die akute Erkrankung. Hinzu kommt das Risiko des sogenannten pädiatrischen Multisystem-Inflammationssyndroms (PIMS), eine möglicherweise Wochen nach der Infektion auftretende Krankheit. (Foto: CCs. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Eurowings-Flugbuchungen ziehen mit Covid-Impferfolgen stark an

Die Buchungen beim Lufthansa-Ferienflieger Eurowings sind mit wachsendem Impffortschritt und Reiseerleichterungen in der Corona-Krise zuletzt deutlich gestiegen. In den vergangenen Wochen hätten sich die Buchungen mehr als verdoppelt, erklärte Eurowings-Chef Jens Bischof am Montag. Bei begehrten Zielen wie Mallorca sei der Anstieg noch größer. An Spitzentagen zähle der Ferienflieger mehr als 50.000 Buchungen – im Vergleich zu rund 80.000 täglich im Vorkrisenjahr 2019. „Wir haben heute eindeutig Gewissheit, es ist das Ende des Tunnels“, sagte Bischof. Auch die Reiseveranstalter buchten größere Kontingente. „Man merkt, die Zuversicht kommt zurück.“

Eurowings habe derzeit 45 Flugzeuge in Betrieb, ergänzte Bischof. Das Ziel sei weiterhin, im Sommer 80 Maschinen abheben zu lassen. Doch das werde nach dem Rückschlag durch die dritte Corona-Infektionswelle jetzt einige Wochen länger dauern als ursprünglich geplant – also im August oder Anfang September erreicht. Privatreise und Urlaubsflüge seien das Segment, das sich am schnellsten erholt. Nach Einschätzung von Bischof wird das Vorkrisenniveau 2022 oder 2023 erreicht. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Laschet pocht auf schnelle Zulassung des Biontech-Impfstoffs für Kinder

CDU-Chef Armin Laschet pocht auf eine schnelle Zulassung des Biontech-Impfstoffe für Kinder durch die EU. Er erwarte dies noch für diesen Monat, sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident nach der digitalen Teilnahme von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an einer CDU-Präsidiumssitzung. Auf die Frage, wo die Kinder ab zwölf Jahren dann geimpft werden sollten, sagt der Unions-Kanzlerkandidat, man müsse „pragmatisch“ klären, ob dies in der Schule oder in Impfzentren sein solle. Der Hausärzte-Verband hatte beiden Möglichkeiten abgelehnt und dringt auf ein Impfen in den Praxen. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Steuerfreier Corona-Bonus bis März 2022 verlängert

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können maximal 1500 Euro als steuerfreien Corona-Bonus von ihrem Arbeitgeber erhalten. Die gute Nachricht: Das gilt jetzt bis zum 31. März 2022, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH). Bisher war die Regelung zum Corona-Bonus bis 30. Juni 2021 befristet.

Es bleibt aber bei der Höchstgrenze von 1500 Euro. Das heißt: Wer im Jahr 2020 bereits 1500 Euro als Corona-Bonus von seinem Arbeitgeber erhalten hat, kann 2021 oder 2022 nicht nochmals eine steuerfreie Auszahlung bekommen.

Hat ein Unternehmen seinen Beschäftigten 2020 einen Corona-Bonus von 1000 Euro gezahlt, kann jetzt bis zum 31. März 2022 nochmals ein Bonus von 500 Euro gewährt werden. Wurde 2020 kein Corona-Bonus gewährt, darf bis 31. März 2022 der Höchstbetrag ausgeschöpft werden. Wird der Bonus als Sachzuwendung geleistet, sollte der Arbeitnehmer den Zeitpunkt des Empfangs schriftlich bestätigen.

Wichtig zu wissen: Wer zwei oder mehr Dienstverhältnisse bei jeweils einem anderen Arbeitgeber hat, darf den Corona-Bonus von bis zu 1.500 Euro für jedes Dienstverhältnis erhalten, auch innerhalb eines Kalenderjahres. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


US-Universität schließt Impfverweigerin aus

Die University of Alabama-Birmingham (UAB) in den USA hat eine Studentin für das Herbstsemester ausgeschlossen, weil sie sich aus religiösen Gründen nicht gegen Corona impfen lassen will. Die Studentin argumentiert, die Bibel verbiete ihr, ihrem Körper chemische Stoffe zu injizieren, schreibt die „Christian Post“ (Sonntag Ortszeit). Sie legte der Hochschule ein Schreiben des „First Liberty Institute“ vor, in dem es heiße, die Frau habe das Recht, sich aus religiösen Gründen von der Impfpflicht befreien zu lassen.

Die Weigerung der Hochschule, die Befreiung nicht anzuerkennen, verstoße sowohl gegen Bundesrecht als auch gegen das Recht des Bundesstaates, kritisiert die Lobbygruppe. In den USA gab es zuletzt zahlreiche Impfverweigerungen aus religiösen Gründen, vor allem von evangelikalen Christen. (Quelle: TSP, 17. 05. 2021)


Mallorca verschiebt nächtliche Ausgangssperre

Angesichts sinkender Corona-Zahlen auf Mallorca soll die nächtliche Ausgangssperre von Sonntag an erst um Mitternacht beginnen. Eine Stunde mehr Zeit als bisher bleibt den Nachtschwärmern auf der bei Deutschen beliebte Urlaubsinsel damit. Regierungssprecher Iago Negueruela kündigte den Schritt am Montag in Palma an. Während der Ausgangssperre, die um 06.00 Uhr morgens endet, dürfen Einheimische wie Urlauber ihre Unterkunft nur aus triftigem Grund verlassen, etwa wegen Arbeit, eines Arztbesuches oder um zum Flughafen zu kommen.

Lockerungen gibt es auch bei den Bestimmungen zu privaten Treffen. Im Freien sind ab Sonntag dann Gruppen von bis zu acht Personen statt der bislang sechs erlaubt. In privaten Innenräumen bleibt es bei einer Obergrenze von höchstens sechs Personen, die dann aber künftig aus unterschiedlichen Haushalten kommen dürfen. (Quelle: FAZ, 17.05.21)


WHO plädiert für vorgezogene Impfstofflieferungen an Covax

Die Weltgesundheitsorganisation WHO plädiert für vorgezogene Lieferungen an die internationale Covax-Allianz für einen weltweit gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen. „Wir brauchen die Dosen jetzt und fordern (Impfstoffhersteller) auf, die Lieferungen so schnell wie möglich vorzuziehen“, sagt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das Programm ist stark von den AztraZeneca-Impfstoff-Exporten aus Indien abhängig. Viele dieser Dosen werden aber derzeit in Indien verwendet, da das Land schwer von der Pandemie betroffen ist. (Quelle: FAZ, 17.05.21)


Kassenärzte wollen keine Impfnachweise ausstellen

Deutschlands Kassenärzte wollen keine Impfnachweise für Millionen in Impfzentren geimpfte Bürgerinnen und Bürger ausstellen. „Es ist den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und deren Teams nicht zuzumuten, solche Nachweise nachträglich für Millionen bereits geimpfter Menschen auszustellen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Bisher wurden 40 Millionen Impfdosen verabreicht, davon knapp 30 Millionen in Impfzentren.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte: „Der Impfnachweis ist ein Reisedokument, kein medizinisches Dokument.“ Es sei nicht Aufgabe der Ärzte, solche Nachweise auszustellen. „Die Arztpraxis ist kein zweites Bürgeramt.“ Grundsätzlich sei man aber bereit, solche Nachweise für diejenigen auszustellen, die auch in der Praxis geimpft worden seien. Das müsse vergütet werden und dürfe nicht aufwendig sein.

Deutschland will gemeinsam mit der EU noch im Juni einen digitalen Corona-Impfnachweis einführen. Bei bereits vorher vollständig Geimpften soll der Impfstatus aus dem analogen Impfpass übertragen werden. Jedoch sind bereits gefälschte Impfpässe im Umlauf. Der gelbe Impfpass ist als international anerkanntes Dokument gültig. (Quelle: FAZ, 17.05.21)


WEF sagt Jahrestreffen ab

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) sagt sein Jahrestreffen 2021 ab. Die Organisation begründete den Entscheid mit den Auswirkungen des Coronavirus, das das Reisen erschwere. Der Anlass hätte in drei Monaten in Singapur stattfinden sollen. Stattdessen peile das WEF nun ein Jahrestreffen in der ersten Hälfte 2022 an. Der genaue Zeitpunkt und der Ort hingen von einer Lagebeurteilung im Sommer ab. (Quelle: FAZ, 17.05.21)


Griechenland will Tourismusbranche mit 400 Millionen Euro unterstützen

Griechenland will der angeschlagenen Tourismusbranche mit einem weiteren Finanzpaket von über 400 Millionen Euro unter die Arme greifen. Details sollten bekanntgegeben werden, sobald die Regierung ihre Pläne ausgearbeitet habe, sagt Finanzminister Christos Staikouras im Hörfunk. Erste Öffnungen im Tourismus gab es am Samstag. (Quelle: TSP, 17.051.21)


Mehr als 40 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland

Die Impfkampagne in Deutschland gewinnt weiter an Fahrt. Bis Montagmorgen wurden mehr als 40 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter bekanntgibt. Damit seien 30,7 Millionen oder 37 Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft. Mehr als 9,3 Millionen oder 11,2 Prozent hätten zwei Impfungen und somit den vollen Schutz. (Quelle: TSP, 17.051.21)


Tschechien öffnet Impfung für alle ab 40 Jahren

In Tschechien können sich seit Montag alle Menschen ab 40 Jahren für einen Corona-Impftermin registrieren. Zu Beginn in der Nacht führte der große Andrang für knapp eine Stunde zum Kollaps des Online-Anmeldesystems. Inzwischen laufe wieder alles normal, teilten die Betreiber mit. Ministerpräsident Andrej Babis hatte die Nachfrage mit einem Tweet selbst angeheizt: „Ihr seid eine starke Altersgruppe und ich hoffe, dass ihr die Registrierung im Sturm nehmt“, schrieb er kurz vor Mitternacht bei Twitter.

Zugleich warten mehr als 100.000 Senioren immer noch auf einen Impftermin bei ihrem Hausarzt. Die Impfzentren befinden sich fast ausschließlich in großen Städten. In Tschechien wurden nach offiziellen Angaben bereits mehr als 4,1 Millionen Einzeldosen verabreicht. Mehr als eine Million der knapp elf Millionen Einwohner ist vollständig geschützt. (Quelle: TSP, 17.051.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim ist am Montag wieder leicht angstiegen. Das Robert-Koch-Institut beziffert ihn auf 59,1. Am Samstag und Sonntag lag dieser Wert noch bei 55,4. Sollte der Inzidenzwert bis einschließlich Mittwoch unter der kritischen 100-Marke liegen, könnte die Kreisverwaltung die Bundesnotbremse lösen und Lockerungen der Corona-Regeln durchsetzen. Die Bundesnotbremse greift nicht mehr, wenn ein Landkreis fünf Tage infolge ein Inzidenzwert von unter 100 nachweist. Sonn- und Feiertage zählen dabei allerdings nicht, heißt es aus dem Kreishaus.

Acht Neuinfektionen meldet das Kreishaus am Montag. Damit steigt die Zahl der bisher bekannten Covid-19-Fälle auf 5199. Dem Gegenüber stehen 4919 Grafschafter, die inzwischen als Genesen gelten. Das sind 28 Genesene mehr als noch am Sonntag. Aktuell gibt es 62 Covid-19-Fälle im Landkreis. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 118. In Quarantäne befinden sich derzeit 484 Bürger, am Sonntag waren es noch 568.

Vo den aktuell 162 Covid-19-Fällen entfallen 39 (-7) auf die Stadt Nordhorn.

(Quelle: TSP, 17.051.21)


Ärzteverband warnt vor Aufhebung der Impfpriorisierung in Praxen

Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, hat vor der Aufhebung der Impfpriorisierung in Arztpraxen gewarnt. Dadurch gebe es nicht mehr Impfstoff, „sondern einfach noch mehr Menschen, die um ein knappes Gut konkurrieren“, sagte Johna am Montag im Deutschlandfunk. Wer besonders drängele komme dadurch möglicherweise früher zum Zug, als Menschen, die besonders geschützt werden müssen. Schon jetzt fühlten sich viele niedergelassene Ärzte „wie die letzte Mauer“ bei der Impfstoffvergabe. In mehreren Bundesländern endet in dieser Woche die Priorisierung bei den Corona-Impfungen in Arztpraxen.

Die Impfpriorisierung habe nicht nur die Menschen vorgezogen, die ein Risiko hatten schwer zu erkranken – sondern habe auch Menschen mit einem geringeren Risiko eine Vorstellung davon gegeben, wann sie drankommen, sagte Johna. „Wenn ich jetzt gleichzeitig allen Menschen die Vorstellung gebe, sie könnten drankommen, gleichzeitig aber das Gut so knapp ist, dass das gar nicht möglich ist, führt das doch zu Frustration.“ (Quelle: TSP, 17.051.21)


Staat hat finanzielle Verluste „abgefedert“

Der Staat hat einen Großteil der finanziellen Verluste der Bundesbürger durch Corona ausgeglichen. Rund 80 Prozent des „Einkommensschocks“ seien abgefedert worden, schreiben die Autoren einer am Montag veröffentlichten Studie des Ifo-Instituts und des Joint Research Centers der Europäischen Kommission. Dabei hätten die Menschen quer durch alle Einkommensschichten ähnlich profitiert.

Laut Ifo haben unter anderem die Corona-Zuwendungen für Familien und die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes dazu beigetragen, die Bruttoerwerbseinkommen in Deutschland zu stabilisieren. Statt um knapp 5 Prozent sanken sie demnach nur um rund 0,8 Prozent. Zu den Corona-Sondermaßnahmen zählt das Institut unter anderem den Kinderbonus von 300 Euro und die Anhebung des steuerliche Entlastungsbetrags für Alleinerziehende auf 4008 Euro. (Quelle: TSP, 17.05.21)


Neuinfektionen in Indien sinken laut Behörden weiter – WHO skeptisch

In Indien sinkt die Zahl der Neuinfektionen nach offiziellen Angaben erstmals seit dem 21. April wieder unter die Marke von 300.000. Es habe zuletzt 281.386 neue Fälle gegeben, erklärt das Gesundheitsministerium. Zwischenzeitlich hatte es mehr als 400.000 binnen eines Tages gegeben. Die Zahl der Toten stieg um 4106 auf knapp 274.390. Der Chef-Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation WHO wurde indes in der Zeitung „Hindu“ mit den Worten zitiert, es gebe große Teile Indiens, in denen der Höhepunkt noch nicht überschritten sein dürfte. Einige Experten sagen, dass die tatsächlichen Zahlen fünf- bis zehnmal höher als offiziell erklärt liegen könnten. (Quelle: TSP, 17.05.21)


Bevölkerung auf dem Land unvorsichtiger?

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow weist auf ein Stadt-Land-Gefälle bei den Corona-Infektionszahlen hin. Es sei in Thüringen offensichtlich so, dass sich die Menschen auf dem Land unvorsichtiger verhielten, sagt der Linken-Politiker im ZDF. Die Infektionszahlen in den Städten seien niedriger, weil die Menschen dort stärker die Abstands- und Hygiene-Regeln beachteten. (Quelle: TSP, 17.05.21


Lokale Inzidenzahlen
Lingen: 23,8 (Freitag 29,2)
Meppen: 99,2 (Freitag 85,0)
Papenburg: 26,5 (Freitag 39,7)
Die Zahlen sind aus den offiziellen Einwohnerzahlen per 31.12.22019 errechnet, die auch das RKI zugrunde legt: Lingen(Ems) 54.708, Meppen 35.313, Papenburg 37.766. Unklar ist, ob die Zahl der Neuinfektionen zutreffen. Der Landkreis Emsland ist jüngst mehrfach mit hohen Nachmeldungen (+<20%) aufgefallen. Diese Nachmeldungen finden aber keinen Eingang in die offiziellen Statistiken; für das RKI sind die zuerst gemeldeten Zahle verbindlich…


Niedersachsen-Zahlen

Am Montag, 17. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 242 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurde laut RKI innerhalb eines Tages ein weiterer Todesfall registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.474. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 252.337 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt bleibt mit 59,1 Fällen je 100.000 Einwohner unverändert zum Vortag. (Quelle: NDR, 17.05.21)




Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5412 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6922 Ansteckungen gelegen. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Aufgrund des Feiertags am 13. Mai sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Sonntag. „Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 83,1 (Vortag: 83,1; Vorwoche: 119,1). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 64 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 54 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.598.846 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.300.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 86.160.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,82 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 17.05.21)


Auch im Homeoffice „gemeinsame Vertretung gegenüber Vorgesetzten“

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auch im Homeoffice nicht von gemeinsamer Vertretung gegenüber Vorgesetzten abgeschnitten sein. Nötig sei es, im geplanten Gesetz zur Modernisierung von Betriebsräten ein digitales Zugangsrecht für Arbeitnehmervertreter zu verankern, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das Gesetz wird derzeit im Sozialausschuss des Bundestags beraten und soll am Freitag im Plenum beschlossen werden. An diesem Montag findet eine Expertenanhörung statt.

„Nach der Eindämmung der Pandemie wird es aller Voraussicht nach weiter vermehrt Homeoffice geben“, sagte Hoffmann. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist es durch das Homeoffice und die oft rein digitale Kommunikation mit den Gewerkschaften zusätzlich erschwert, für eine wirksame Interessenvertretung zu sorgen“, sagte er. „Deshalb hätte das Betriebsrätemodernisierungsgesetz ein digitales Zugangangsrecht für Betriebsräte sicherstellen müssen – das wurde bislang leider versäumt.“ (Quelle: FAZ, 17.05.21)


Schleswig-Holstein „zum Vorbild nehmen“

Wenige Tage vor Pfingsten öffnet sich Schleswig-Holstein am Montag unter Auflagen für Touristen. Auch in weiteren Bereichen wird das öffentliche Leben in dem nördlichen Bundesland wieder hochgefahren. Lokale dürfen ihre Innenbereiche wieder öffnen, Ausflugsschiffe wieder Gäste an Bord nehmen.

Die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges, forderte die anderen Länder auf, sich das nördliche Bundesland zum Vorbild zu nehmen.

Bisher waren touristische Übernachtungen nur in vier Modellregionen von Schleswig-Holstein möglich. Das Bundesland weist bundesweit die niedrigste Corona-Ansteckungsrate auf. Am Sonntagabend gab das Gesundheitsministerium in Kiel die Sieben-Tages-Inzidenz je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 35,1 an.

Für die Öffnungen müssen Touristen aber Hygieneauflagen erfüllen wie das Tragen von Schutzmasken in bestimmten Situationen sowie negative Corona-Tests vor der Anreise und dann alle drei Tage. Beim Besuch von Lokalen ist ein negatives Testergebnis oder der Nachweis des Impfschutzes nötig. (Quelle: Spiegel, 17.05.21)


Unicef fordert Bereitstellung von mehr Impfdosen durch reiche Staaten

Reiche Staaten könnten der Covax-Initiative nach Ansicht des UN-Kinderhilfswerks Unicef mehr als 150 Millionen Impfdosen bereitstellen, ohne ihre eigenen Impfprogramme zu gefährden. Die sieben führenden Industrienationen (G7) und die EU könnten dazu beitragen, die weltweite Impflücke zu schließen, indem sie 20 Prozent ihrer Vorräte für Juni, Juli und August der Covax-Initiative für die weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen überließen, heißt es in einer am Montag von Unicef veröffentlichten Studie der britischen Firma Airfinity.

Dabei könnten die reichen Staaten noch immer ihre eigenen Impfprogramme wie geplant fortsetzen, betonte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. Im Juni findet in Großbritannien ein G7-Gipfel statt. Bis dahin fehlen dem Covax-Programm laut Unicef 190 Millionen Dosen. Dies liegt unter anderem an der dramatischen Corona-Lage in Indien, das eigentlich einen Großteil der Covax-Dosen produzieren und exportieren sollte, sie nun aber für die eigene Bevölkerung braucht. (Quelle: FAZ, 17.05.21)


Brasilien: Welle ungebrochen

Brasilien hat in den letzten 24 Stunden 40.941 weitere Coronavirus-Fälle offiziell registriert, zusammen mit 1.036 Todesfällen durch Covid-19, sagte das Gesundheitsministerium am Sonntag. Das südamerikanische Land hat nun 15,63 Millionen Fälle seit Ausbruch der Pandemie registriert. Die offizielle Zahl der Todesfälle liegt bei 435.751 – nach Daten des Ministeriums. (Quelle: FAZ, 16.05.21)


Saudi-Arabien: Keine Quarantäne bei Impfung mehr

Saudi-Arabien hat angekündigt, Reisende aus den meisten Ländern nicht mehr unter Quarantäne stellen zu wollen, wenn sie gegen Covid-19 geimpft worden sind. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Besucher aus 20 anderen Ländern, darunter die Vereinigten Staaten, Indien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate, dürfen jedoch weiterhin nicht in das Königreich einreisen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Menschen, die bereits an Covid-19 erkrankt waren und sich erholten, müssen dagegen ebenfalls nicht mehr in Hotels unter Quarantäne gestellt werden. Derzeit müssen noch alle Reisenden sieben bis 14 Tage in Quarantäne bleiben, je nachdem aus welchem Land sie kommen, und einen negativen PCR-Test vorweisen. (Quelle: FAZ, 16.05.21)


Hamburg öffnet Außengastronomie zu Pfingsten

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher will die Außengastronomie zu Pfingsten wieder öffnen. „Ja, ich werde das dem Senat vorschlagen am Dienstag“, sagt der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“. Hamburg sei „sehr, sehr gebremst im Infektionsgeschehen“. Die Stadt habe eine „außergewöhnlich stabile Lage“ bekommen. Deshalb könne man mit Vorsicht und kontrolliert solche Schritte gehen. Man könne einen Sommer erleben, der mindestens so sei wie 2020, und innerhalb Deutschlands reisen, fügte Tschentscher hinzu. Er mahnte aber auch: „Das sollten wir nicht riskieren, indem wir zu unvorsichtig werden.“

Am Sonntag kamen in Hamburg mit 102 Corona-Neuinfektionen deutlich weniger Fälle hinzu als noch vor einer Woche. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank nach Angaben der Gesundheitsbehörde von 55,7 auf 53,2. Vor einer Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 83,8 gelegen. (Quelle: FAZ, 16.05.21)


Großbritannien und Portugal lockern ihre Corona-Beschränkungen

Großbritannien und Portugal lockern am Montag ihre Corona-Restriktionen. In den meisten Teilen Großbritanniens dürfen sich die Menschen in geschlossenen Räumen wieder in Gruppen von bis zu sechs Menschen oder zwei Haushalten treffen. Restaurants und Pubs dürfen ihre Innenräume wieder öffnen, Museen und Sportstätten ihren Betrieb aufnehmen. Die Lockerungen treten in Kraft, obwohl im Vereinigten Königreich Sorgen wegen der Ausbreitung der besonders ansteckenden Coronavirus-Variante aus Indien bestehen.

Ab dieser Woche dürfen auch Theater und Kinos in England sowohl drinnen als auch draußen wieder Publikum empfangen – vorausgesetzt, sie nutzen nur die Hälfte ihrer eigentlichen Kapazitäten, um Abstand zu ermöglichen.

Portugal wiederum lockert seine Einreisebestimmungen für Reisende aus den meisten EU-Staaten. Menschen aus EU-Ländern, in denen die Corona-Infektionsrate bei unter 500 Fällen pro 100.000 Einwohnern im Zeitraum von 14 Tagen liegt, dürfen auch zu „nicht notwendigen“ Zwecken wieder einreisen. Für Einreisende gilt allerdings eine strikte Testpflicht. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Zahl der Todesfälle in Italien erstmals seit Oktober wieder unter 100

In Italien werden erstmals seit Oktober weniger als 100 neue Todesfälle an einem Tag verzeichnet. Die Zahl liegt bei 93 und die der Neuinfektionen bei 5753, ebenfalls ein Rückgang. (Quelle: TSP, 16.05.21)


App in Großbritannien soll Corona-Impfstatus für Reisen nachweisen

Ihren Impfstatus gegen Corona können Menschen in England von Montag an per App abrufen. Auf vielen Geräten funktionierte die Funktion sogar bereits am Wochenende. Die App ist nicht identisch mit der Corona-Warn-App, sondern dient unter anderem auch dazu, Termine beim Hausarzt zu vereinbaren oder die eigene Krankenakte einzusehen.

Nach Angaben des britischen Gesundheitsdienstes NHS soll der elektronische Impfpass auch für Reisen als Nachweis gegenüber ausländischen Behörden benutzt werden können. Unklar war jedoch zunächst, welche Länder die App als Impfnachweis akzeptieren.

Pläne für einen Einsatz der App im Inland sind aber in Großbritannien derzeit nicht mehr im Gespräch. Gedankenspiele der Regierung, die Vorlage des Impfnachweises beispielsweise als Voraussetzung für einen Pub-Besuch zu machen, waren auf großen Widerstand gestoßen. Sie wurden daher schnell wieder begraben.

In Großbritannien steht am Montag ein weiterer Öffnungsschritt der pandemiebedingten Maßnahmen an. Dann sind auch wieder Reisen ins Ausland zu touristischen Zwecken erlaubt. Ohne Quarantänepflicht bei der Rückkehr kommt derzeit aber von den EU-Ländern lediglich Portugal als Reiseziel infrage. Reisen in alle anderen EU-Staaten inklusive Deutschland sind mit Auflagen bei der Rückkehr verbunden. In England, Schottland und Wales dürfen unter anderem die Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen wieder Gäste empfangen. (dpa)

(Quelle: TSP, 16.05.21)


Studie: Hohe Wirksamkeit fünf Wochen nach erster Spritze

Einer aktuellen Studie aus Italien zufolge sinken bei gegen das Coronavirus Geimpften die Infektionszahlen binnen fünf Wochen nach der ersten Dosis massiv. In dieser Gruppe träten 35 Tage nach der Erstimpfung mit einem Vakzin von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca 80 Prozent weniger Infektionen auf, stellte das Nationale Institut für Gesundheit fest, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Die Zahl der Einweisungen in ein Krankenhaus sinke um 90 Prozent, die Zahl der Todesfälle um 95 Prozent. Das gelte für alle Altersgruppen sowie Männer und Frauen gleichermaßen. Die Forscher hatten in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium die Daten von 13,7 Millionen Geimpften in dem Land untersucht.

Seit dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland vor fast fünf Monaten ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen. Fast drei Viertel der Deutschen über 18 Jahre wollen sich nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur nun gegen das Coronavirus immunisieren lassen. 36 Prozent der Befragten haben sich schon mindestens einmal impfen lassen. Weitere 38 Prozent haben vor, das noch zu tun. Zusammen sind das 74 Prozent.

Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge haben Stand 14. Mai 5.194.283 Menschen in Deutschland eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten, 247.779 bekamen bereits die zweite Dosis. Bei Biontech/Pfizer sind es demnach 13.802.106 (Zweitimpfung 7.435.772) und bei Moderna 2.016.794 (649.731). Den Impfstoff von Johnson & Johnson, der nur einmal gespritzt werden muss, erhielten bisher 39.077 Menschen.

Vollständig geimpft sind nach RKI-Angaben bisher rund 8,8 Millionen Menschen (10,6 Prozent). Rund 29,9 Millionen Menschen haben eine Erstimpfung erhalten (35,9 Prozent). Datennachmeldungen sind bei den einzelnen Impfstoffen möglich und erklären etwaige Diskrepanzen.

(Quelle: TSP, 16.05.21)


Mexiko-Update

Das mexikanische Gesundheitsministerium hat offiziell 1.233 weitere bestätigte Fälle von Covid-19 und 53 neue Todesfälle gemeldet, was einer Gesamtzahl von 2.381.923 Infektionen und 220.437 Todesfällen entspricht.

Am vergangenen Sonntag waren es 1.175 Fälle und 57 Todesfälle.

Die Regierung hat angegeben, dass die tatsächliche Anzahl der Fälle wahrscheinlich erheblich höher ist, und separate kürzlich veröffentlichte Daten deuten darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer mindestens 60% über der bestätigten Zahl liegt. (Quelle: The Guardian, 16.05.21)


Algerien öffnet am 1. Juni die Grenzen – vorsichtig

Algerien wird am 1. Juni seine Luft- und Landgrenzen wieder öffnen, aber es werden strenge Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, teilte das Präsidialamt am Sonntag in einer von Reuters gemeldeten Erklärung mit.

Nur fünf Flüge pro Tag von und zu algerischen Flughäfen dürfen „unter strikter Einhaltung strenger Vorsichtsmaßnahmen“ durchgeführt werden, hieß es in einer Erklärung nach einer Kabinettssitzung unter Vorsitz von Präsident Abdelmadjid Tebboune.

Algerien schloss die Grenzen und stellte alle Flüge im März 2020 ein, als die Zahl der Covid-19-Infektionen zu steigen begann. Die Inlandsflüge wurden jedoch im Dezember letzten Jahres wieder aufgenommen.

Das nordafrikanische Land hat bisher 125.311 Coronavirus-Fälle registriert, darunter 3.374 Todesfälle. (Quelle: The Guardian, 16.05.21)


Trotz Corona: Disco-Test mit 2000 Menschen in Italien geplant

In Italien werden erstmals seit Oktober weniger als 100 neue Todesfälle an einem Tag verzeichnet. Die Zahl liegt bei 93 und die der Neuinfektionen bei 5753, ebenfalls ein Rückgang.

Das Land steht vor Lockerungen. Tanzen in der Disco soll trotz Corona wieder möglich werden: Der Verband der Disco-Betreiber startet zwei Versuche mit Großevents für Getestete und Geimpfte, um den Gesundheitsschutz bei den Veranstaltungen zu erproben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag.

Am 5. Juni soll ein Experiment in der süditalienischen Hafenstadt Gallipoli starten, wo 2000 Menschen unter freiem Himmel in der Disco „Praja“ feiern dürfen. Ein anderer Test sei in geschlossenen Räumen des Clubs „Fabric“ in Mailand geplant. Dafür wurde kein Datum genannt.

Wie der Verband der Unterhaltungsbetriebe Silb-Fipe weiter erläuterte, haben in Gallipoli in Apulien nur Tanzwütige Zutritt, die einen frischen Corona-Test oder ihren Impfpass vorzeigen können. Drinnen seien keine Sicherheitsabstände vorgeschrieben, aber die Gäste müssten Schutzmasken tragen. Beim Verlassen des Clubs würden erneut Corona-Tests vorgenommen.

Verbandschef Maurizio Pasca verwies auf Erfahrungen in Spanien, Holland und Großbritannien. „Wir arbeiten an den Gesundheitsvorschriften für die Wiedereröffnung von covid-freien Discos“, sagte er. Ausgelassene Tanzpartys, besonders in den Strandorten, gehören für junge Italiener zum Sommerleben dazu.

Italien befindet sich bei sinkenden Corona-Zahlen auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Es wurde erwartet, dass die Außen-Discos Mitte Juni wieder öffnen dürfen. Bisher gilt allerdings im ganzen Mittelmeerland ein nächtliches Ausgangsverbot, das um 22 Uhr startet. Für Montag waren Expertengespräche in Rom mit der Regierung geplant, bei denen es auch um eine Verschiebung der Sperrstunde – womöglich auf 23 Uhr – gehen sollte. Quelle: TSP, 16.05.21)


Neuer Höchststand bei Corona-Toten in Indien

Trotz einer leicht sinkender Zahl von neuen Corona-Infektionen ist die zweite Coronawelle in Indien noch nicht gebrochen. Mit 4077 Corona-Toten innerhalb von 24 Stunden verzeichneten Statistiker am Sonntag laut indischen Medienberichten einen neuen Höchststand. Insgesamt seien seit Beginn der Pandemie mehr als 270.000 Inder an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. Neu Delhi und andere besonders hart betroffene Städte hätten die Lockdown-Maßnahmen bis Ende Mai verlängert.

Während die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in den Städten den Angaben zufolge leicht rückläufig ist, steigt sie in den Vorstädten und ländlichen Gebieten. Dieser Trend sei auch schon in der ersten Coronawelle beobachtet worden, betonten Experten gegenüber der „Times of India“. Unterdessen starteten Behörden eine Kampagne gegen Fluss-Beisetzungen von Corona-Toten. Die indische Regierung bestätigte Medienberichte über Hunderte im Ganges treibender Leichen.

Die zweite Coronawelle in Indien begann im Februar. Sie setzt Krankenhäuser und medizinisches Personal massiv unter Druck. Ursachen für die Ausbreitung des Virus sind nach Ansicht von Fachleuten die besonders ansteckende Mutante B.1.617 sowie Massenkundgebungen in fünf Bundesstaaten, in denen Wahlen bevorstehen. Im April pilgerten zudem schätzungsweise 30 Millionen Hindus zum Kumbh-Mela-Fest in den Norden des Landes, um ein rituelles Bad in dem den Hindus heiligen Fluss Ganges zu nehmen.

Als weltgrößter Produzent von Impfstoffen hat Indien bislang 40,4 Millionen oder 2,9 Prozent seiner 1,3 Milliarden Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Gesundheitsminister Harsh Vardhan kündigte unlängst 516 Millionen weiterer Impfstoffdosen bis Juli an. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich knapp 25 Millionen Inder mit Corona. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Corona-Impfung in Niedersachsen: Weitere Berufsgruppen dran

Ab Montag können sich Mitarbeitende weiterer Berufsgruppen gegen Covid-19 impfen lassen. Das Land Niedersachsen öffnet die Impfgruppe der Priorität drei derzeit stufenweise.

Nun können sich unter anderem Beschäftigte von Supermärkten um Impftermine bemühen, ebenso Menschen, die in wichtigen Positionen etwa bei Polizei, Justiz, Verwaltungen und Hilfsorganisationen arbeiten. Dafür brauchen sie entsprechende Bescheinigungen ihrer Arbeitgeber, die sie im regionalen Impfzentrum beziehungsweise beim Arzt vorlegen müssen.

Wer kann sich ab Montag impfen lassen?

  • Mitarbeitende im Lebensmitteleinzelhandel
  • Mitglieder von Verfassungsorganen
  • in relevanter Position Tätige bei Verfassungsorganen, Regierungen, Verwaltungen, Polizei, Zoll, Katastrophenschutz, Technischem Hilfswerk, Hilfsorganisationen, Justiz und Rechtspflege, Medien- und Pressewesen
  • in relevanter Position Tätige bei Auslandsvertretungen, politischen Stiftungen oder Organisationen und bestimmten Einrichtungen mit Sitz in Deutschland

Allerdings ist Geduld gefragt. Denn nach Angaben des Gesundheitsministeriums standen am Freitag rund 580.000 Menschen auf der Warteliste des Landes – und diese dürfte sich zunächst weiter füllen. In Niedersachsen erhalten derzeit vorrangig Menschen ihre Zweitimpfung. Erstimpfungen finden laut Ministerium weiterhin statt, allerdings deutlich weniger als zuletzt. In den Arztpraxen sei die Nachfrage derzeit ebenfalls größer als das Angebot, heißt es von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

Für das Herunterfahren der Erstimpfungen gibt es heftige Kritik von Grünen und Liberalen im Landtag. Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg nannte das Vorgehen der rot-schwarzen Koalition einen „Skandal“. „Wie kann eine Landesregierung ihre Lockerungsstrategie im Parlament mit dem kräftigen Impffortschritt argumentieren und fast zeitgleich den Impfzentren mitteilen, dass sie Lieferschwierigkeiten haben und vorerst keine Erstimpfungen vornehmen können?“ Die Regierung müsse umgehend eine tragfähige und verlässliche Strategie entwickeln. Das sieht auch FDP-Gesundheitspolitikerin Susanne Schütz so: „Dass die Zweitimpfungen anstehen, ist schon lange klar.“ Warum die Landesregierung trotzdem noch vor Kurzem die Impfberechtigung für die Priorisierungsgruppe drei ausgerufen hat, sei nicht nachzuvollziehen. (Quelle: NDR, 16.05.21)


Göring-Eckardt warnt vor Rückschlägen in der Corona-Pandemie

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt warnt vor Rückschlägen in der Corona-Pandemie durch eine Reisewelle im Sommer und fordert daher zwei bundesweite Testwochen vor den Sommerferien für alle Regionen mit weiterhin hohen Coronazahlen.

„In diesen zwei Wochen sollen alle Menschen in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz über 50 Anspruch auf drei Selbsttests für zu Hause haben“, sagte Göring-Eckardt dem Tagesspiegel. Am besten sollten die Selbsttests direkt per Post zugesandt werden. Mit einem solchen Verfahren würden in Gegenden mit einer weiterhin hohen Infektionsraten Cluster entdeckt. „So kann die Inzidenz dort weiter gedrückt werden, bevor durch die Ferien die Mobilität auch innerhalb von Deutschland wieder steigt.“

Die auch dank des Impffortschritts erreichte hoffnungsvolle Entwicklung dürfe nicht verspielt werden, indem zu früh, zu unkontrolliert gehandelt werde. Es brauche daher innovative Instrumente und eine Gesamtstrategie, „um weitere Infektionen und zahlreiche Long-Covid-Fälle zu vermeiden und baldige, vor allem aber nachhaltige, Öffnungen zu ermöglichen.“

Diese Testwochen müssten eingebettet „in eine dringend nötige Gesamtstrategie mit einem bundesweit einheitlichen Stufenplan“, betonte Göring-Eckardt. Da Bund und Länder bisher keine Öffnungsstrategie für den Tourismus vereinbart hatten, gehen die Bundesländer nun eigene Schritte, Schleswig-Holstein öffnet landesweit Hotels und Ferienwohnung, Bayern ab Pfingsten.

Göring-Eckardt forderte zudem mehr proaktive Impfangeboten „mit mobilen Teams und Impfbussen in besonders betroffenen Stadteilen und Regionen und einem aktiven, lebensnahen Impfangebot an alle Kinder und Jugendlichen, sobald es einen für sie zugelassenen Impfstoff gibt“. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Lauterbach widerspricht Kretmscher-Forderung

Vollständig Geimpfte bekommen ihre Grundrechte zurück. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte sich am Samstag für eine schnellere Lockerung der Beschränkungen für Menschen ausgesprochen, die sich das Präparat von Astrazeneca verabreichen lassen und zwar bereits nach der ersten Impfung.

Kretschmer hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit Blick auf den Sommerurlaub gesagt, wer mit Astrazeneca geimpft werde, „sollte schon drei Wochen nach der ersten Dosis mehr Freiheiten bekommen“. Er berief sich dabei auf eine entsprechende Regelung in Österreich. „Der Schutz ist schon nach der ersten Astrazeneca-Impfung sehr gut“, sagte der CDU-Politiker.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat solchen Vorschlägen „für mehr Freiheiten für Menschen bereits nach der Erstimpfung“ jetzt eine klare Absage erteilt. „Dies ist medizinisch nicht haltbar und auch nicht sinnvoll“, sagte Lauterbach dem Berliner Tagesspiegel. „In englischen Daten hat sich der Schutz vor einer Infektion oder der Weitergabe des Coronavirus als relativ gering erwiesen. In England rückt man daher inzwischen auch wieder vom Zwölf-Wochen-Intervall ab und verabreicht die zweite Dosis nach acht Wochen“, sagte der Epidemiologe.

Lauterbach sagte, der Vorschlag sei „sicher gut gemeint. Aber aus meiner Sicht ist das zu riskant. Insbesondere die Gefahr, dass sich dadurch Mutationen verbreiten, wäre groß“, sagte der Mediziner. In England werde vermutet, dass die Verbreitung der indischen Variante B.1.617.2 damit zusammenhänge, dass viele Erstgeimpfte die Infektion bekommen hätten.

Auch aktuelle Studien aus Brasilien und den Seychellen hätten gezeigt, dass sich Mutationen über die Immunität Genesener und einmal Geimpfter hinwegsetzen. „Insbesondere Reisende wären in einer vulnerablen Phase einem nicht vertretbaren Risiko für eine Infektion besonders mit einer Virusmutation ausgesetzt“, sagte Lauterbach. „Wir sollten bei unserem eingeschlagenen Weg bleiben und Genesenen sowie zweifach Geimpften Privilegien geben. Österreich kann für Deutschland nicht der Maßstab sein.“

(Quelle: TSP, 16.05.21)


Wieder steigende Corona-Infektionszahlen in Moskau

In der russischen Hauptstadt Moskau wächst die Sorge vor wieder deutlich steigenden Corona-Infektionszahlen. In den vergangenen sieben Tagen habe es insgesamt etwa 20.000 neue Fälle gegeben – so viele wie seit Mitte Januar nicht mehr, meldete die Staatsagentur Tass am Sonntag. Gegenüber der Vorwoche seien das 17 Prozent mehr Infektionen gewesen.

Die russischen Behörden meldeten am Sonntag landesweit rund 8500 Neuinfektionen. Damit entfällt gut ein Drittel aller Fälle auf Europas größte Metropole. Nach den Mai-Feiertagen sind den Angaben nach zudem wieder mehr Menschen mit einer Corona-Erkrankung in Krankenhäuser eingeliefert worden – nach etwa 1000 pro Tag Ende April seien es nun bis zu 1300 neue Patienten.

Bürgermeister Sergej Sobjanin bezeichnete die Lage aber als insgesamt stabil. Im Staatsfernsehen rief er zu Impfungen auf. Dies sei nun auch in etwa 40 Parks in der Hauptstadt möglich. Neben Polikliniken werden Impfungen etwa in großen Einkaufszentren angeboten. Umfragen sehen aber eine große Impfmüdigkeit in Russland. In der Millionenstadt Moskau seien bereits mehr als 1,3 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, sagte Sobjanin. ((Quelle: TSP, 16.05.21)


Ausgangsbeschränkungen in Türkei auch nach Ende des Lockdowns

In der Türkei endet am Montagmorgen ein 17 Tage langer harter Lockdown – Ausgangbeschränkungen am Wochenende bleiben aber weiterhin bestehen. Auch Restaurants und Cafés sind weiter geschlossen und dürfen nur Lieferservice anbieten, wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte. Landesweit gelten zudem abendliche Ausgangssperren ab 21 Uhr. Reisen zwischen Städten sind außerhalb der Beschränkungen wieder möglich. Schulen bleiben vorerst geschlossen. Diese Regelungen gelten vorerst bis zum 1. Juni.

Touristen sind in der Türkei von Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Diese Regelung sowie ein Verbot von Verkauf von Alkohol während des Lockdowns hatten zu Unmut in der Bevölkerung geführt. Am Freitag war ein offizielles Werbevideo für Urlaub in der Türkei nach großer Empörung aus dem Netz genommen worden. Darin wurden unter anderem Mitarbeiter im türkischen Tourismussektor gezeigt, die Masken mit der Aufschrift „Enjoy, I’m vaccinated.“ („Genieß es, ich bin geimpft.“) Die Opposition bezeichnete das als Demütigung. Nutzer kritisierten, sie würden in ihrem Land als Bürger zweiter Klasse behandelt. Mitarbeiter im Tourismussektor werden in der Türkei bevorzugt geimpft.

In dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern haben rund 18 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Erstimpfung erhalten. Die Türkische Ärztevereinigung wirft der Regierung mangelnde Transparenz bei der Impfkampagne vor und fordert vor allem eine schnelle Impfung von Lehrpersonal.

Die tägliche Zahl der Neuinfektionen hatte Mitte April noch bei mehr als 60.000 Fällen gelegen und liegt inzwischen bei rund 11.000 Fällen täglich. Ärztevertreter kritisieren, dass auch weniger getestet wird. Insgesamt hat die Türkei seit Beginn der Pandemie rund 5,1 Millionen Corona-Infektionen und rund 44.500 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Belgien: Weniger Corona-Patienten in Krankenhäusern

Die Zahl der Corona-Patienten in belgischen Krankenhäusern hat in den vergangenen Wochen spürbar abgenommen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die amtlichen Corona-Zahlen. Vor drei Wochen waren die Krankenhäuser teils so voll, dass darum gebeten wurde, Corona-Patienten nach Deutschland zu verlegen. Nun hat sich die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern den Angaben zufolge um 16 Prozent im Vergleich zu Vorwoche verringert. Auf den Intensivstationen des Landes mit rund 11,5 Millionen Einwohnern sei ein Rückgang von zwölf Prozent verzeichnet worden. Zwischen dem 6. und 12. Mai wurden laut Belga im Schnitt 2634 Corona-Fälle pro Tag registriert, was einem Rückgang von ebenfalls zwölf Prozent im Vergleich zum vorherigen Sieben-Tage-Zeitraum entspreche. (Quelle: Tagesschau, 16.05.21)


160.000 Menschen beteiligten sich am digitalen Kirchentag

Zum Abschluss des 3. Ökumenischen Kirchentages haben sich die Organisatoren zufrieden mit der Resonanz gezeigt. An dem viertägigen Laienfest und seinen digitalen Angeboten hätten sich rund 160.000 Menschen beteiligt, sagte die evangelische Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg in Frankfurt am Main. Das sei eine „großartige Zahl“. Sie zeige, dass der Kirchentag die Themen angesprochen habe, die angesagt seien, und damit die Menschen „in der Fläche“ erreicht worden seien. Der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt am Main fand wegen der Corona-Pandemie überwiegend digital statt. Er wurde gemeinsam veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. (Quelle: Tagesschau, 16.05.21)


Umfrage: Mehrheit der Japaner für Olympia-Absage wegen Pandemie

Die Mehrheit der Japaner ist einer Umfrage zufolge weiter dafür, die Olympischen Spiele in Tokio wegen der Corona-Pandemie abzusagen. Dies befürworteten 59,7 Prozent der Befragten, wie am Sonntag aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo News hervorging. 25,2 Prozent der Japaner waren demnach dafür, die Spiele ohne Publikum abzuhalten. 12,6 Prozent meinten, das Event solle mit einer begrenzten Anzahl an Zuschauern stattfinden.

In früheren Umfragen war die kritische Mehrheit ähnlich groß – oder sogar noch deutlicher. 72 Prozent der Japaner hatten sich Mitte April laut Kyodo News für die Absage oder Verschiebung der Olympischen Spiele und Paralympics ausgesprochen. Erst am Freitag wurde der Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, eine Petition mit mehr als 350.000 Unterschriften überreicht: Der Schutz des Lebens der Menschen vor dem Coronavirus und nicht Olympia müsse oberste Priorität haben, wird darin gefordert. Ein für den 17. und 18. Mai geplanter Japan-Besuch von IOC-Chef Thomas Bach ist kürzlich wegen des Corona-Notstands verschoben worden.

Die Olympischen Spiele waren wegen der Corona-Krise bereits um ein Jahr verlegt worden, der Start ist nun für den 23. Juli geplant. Im Juni wollen Japans Olympia-Organisatoren und das Internationale Olympische Komitee (IOC) über die Anzahl zugelassener Zuschauer an den jeweiligen Austragungsorten entscheiden.

Unterdessen werden in Japan, das gegen eine vierte Corona-Welle kämpft, die Rufe nach einer Absage der Spiele lauter. In Tokio gilt seit Ende April der Corona-Notstand, der wegen der sich schnell ausbreitenden neuen Varianten des Virus am Sonntag auf neun weitere Präfekturen ausgeweitet wurde. Die Japaner klagen außerdem über ein langsames Fortschreiten der Impfkampagne. Seit Mitte Februar wurde erst knapp ein Prozent der etwa 125 Millionen zählenden Bevölkerung vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Bayern will Indien 100 Beatmungsgeräte liefern

>Bayern will Indien 100 medizinische Beatmungsgerät zur Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung stellen. Das kündigt Bayerns Ministerin für Internationales (!) , Melanie Huml, an. Die Geräte sollten voraussichtlich kommende Woche über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum für Bund und Länder (GMLZ) auf den Weg gebracht werden. Die Bundesregierung hat dem von der Pandemie besonders hart betroffenen Indien bereits 120 Beatmungsgeräte und andere medizinische Güter geliefert, weitere Bundesländer planen Hilfen.
(Quelle: TSP, 16.05.21)


China impft 12,4 Millionen – an einem Tag

China führte am 15. Mai rund 12,4 Millionen Impfungen gegen Covid-19 durch, wodurch sich die Gesamtzahl der Impfungen auf 392,99 Millionen erhöhte. Das teilte die Nationale Gesundheitskommission des Landes am Sonntag mit.

China meldete am 15. Mai offiziell 18 neue Fälle, gegenüber 14 Fällen am Tag zuvor. Die National Health Commission (NHC) sagte, dass 4 der neuen Fälle lokale Infektionen waren, sämtlich in Chinas nordöstlicher Provinz Liaoning. Der Rest stamme aus Übersee.

Am Freitag berichtete der NHC über Chinas erste lokale Übertragungen seit über drei Wochen, wobei ein Patient, der von Liaoning nach Anhui gereist war, als Quelle identifiziert wurde. Die Anzahl neuer asymptomatischer Fälle, die China nicht als bestätigte Fälle einstuft, wurde am Samstag um 19 Uhr registriert, nach 25 am Vortag.

Die Gesamtzahl der offiziell bestätigten Covid-Fälle auf dem chinesischen Festland liegt nun bei 90.847, während die Zahl der Todesopfer weiterhin 4.636 beträgt. (Quelle: The Guardian, 16.05.21)



Hunderte vor Feuer in größter Corona-Klinik der Philippinen gerettet

Bei einem Brand im größten Covid-19-Krankenhaus der Philippinen sind in der Nacht zum Sonntag Hunderte Patienten in Sicherheit gebracht worden. Rund 500 Menschen waren von der Rettungsaktion in der Hauptstadt Manila betroffen, darunter 156 Corona-Patienten, wie Hector Agadulin von der Brandschutzbehörde sagte. Verletzt wurde den Angaben nach niemand. Auf der vom Feuer betroffenen Etage seien keine Patienten gewesen. Viele Patienten kamen in anderen Kliniken unter. Dabei mussten Corona-Infizierte von den restlichen Patienten getrennt werden, um Ansteckungen zu verhindern, wie es hieß.

Seit Beginn der Pandemie wurden in dem südostasiatischen Inselstaat mit 108 Millionen Einwohnern mehr als 1,13 Millionen Corona-Fälle gemeldet, mehr als 19.000 Menschen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Verbindung mit Covid-19 gestorben. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Ein Mensch, eine Bahn: Freibäder öffnen mit Corona-Auflagen

Trotz kühler Temperaturen startet Niedersachsen so langsam in die Freibadsaison. Im Landkreis Lüneburg und in Hannover sind schon einige offen, drei Bäder in Wolfsburg folgten am Sonnabend.

Das Hallenbad Sandkamp, das VW-Bad in Wolfsburg und das Freibad Fallersleben haben nun ihre Türen geöffnet. Wie in Lüneburg und Hannover sind die Bedingungen wegen der Corona-Lage aber auch dort anders als sonst. Die interessierten Schwimmerinnen und Schwimmer müssen sich vorab einen Termin reservieren. Dafür gehört ihnen dann für eine Stunde je nach Größe des Bades eine 50-Meter Bahn – oder gleich ein halbes Becken. Dort schwimmen Gäste alleine, zu zweit oder mit Personen des eigenen Haushalts.

Mit ähnlichen Konzepten versuchen das Freibad Adendorf sowie das Ricklinger und das Lister Bad in Hannover, wieder einen Schwimmbetrieb möglich zu machen. Aus dem Lister Bad heißt es, die Nachfrage habe an den ersten zwei Tagen das Angebot deutlich überstiegen. Andere Freibäder in Niedersachsen – wie in Bramsche (Landkreis Osnabrück), in Göttingen und in Stelle im Landkreis Harburg – haben sich schon auf die neue Saison vorbereitet. Dort wartet man allerdings lieber noch auf ein generelles grünes Licht vom Land, bevor geöffnet wird. Die Betreiber hoffen auf einen Termin Ende Mai oder Anfang Juni. (Quelle: NDR, 16.05.21)


Steinmeier: Soziale Dimension der Corona-Pandemie im Auge behalten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, die soziale Dimension der Corona-Pandemie im Auge zu behalten. „Die sozialen Folgen des Virus werden nicht einfach so verschwinden, mit der letzten Impfung, der letzten Maßnahme“, sagte Steinmeier am Sonntag in einem Grußwort zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt. Nicht alles werde nach der Pandemie wieder so sein wie vorher. „Aber Familie und Freunde wieder zu treffen, einander wieder die Hände zu reichen, einander wieder zu umarmen, wieder Gottesdienste und Kirchentage zu feiern, wie wir sie kannten – all das wünschen wir uns wieder.“

Es gelte aber auch, die Wunden zu heilen, die Corona in der Gesellschaft geschlagen habe. „Wir haben erbittert gestritten – über Virus und Maskenpflicht, über Beschränkung und Lockerung, über Kita und Schule, über Impfstoffe und Impfreihenfolge“, sagte Steinmeier. „Bei vielen ist die Geduld erschöpft, die Nerven liegen blank. Freundschaften sind zerbrochen, Familien entzweit worden, tiefe Risse gehen durch unsere Gesellschaft.“ (Foto: CC s. Archiv v. 3.5.20; Quelle: FAZ, 16.05.21)


Überblick am Morgen

  • In England werden die Beschränkungen ab Montag erheblich gelockert. Der britische Premierminister Boris Johnson steht allerdings angesichts der Bedrohung durch die indische Variante B.1.617.2 unter zunehmendem Druck, die Lockerung der Covid-Regeln zu überprüfen. Seine eigenen Berater und unabhängige Gesundheitsexperten äußerten Befürchtungen, dass dies zu einem Anstieg der Krankenhauseinweisungen führen könnte, insbesondere bei jungen Erwachsenen, berichtet The Observer.
  • Unterdessen bereiten sich Tausende britischer Urlauber darauf vor, am Montag mit der Aufhebung des Verbots von Auslandsreisen in England und Wales ins Ausland zu verreisen. Reisebüros haben vor allem einen Anstieg der Nachfrage nach Reisen nach Portugal gemeldet, nachdem das Land auf der „grünen Liste“ für Reisen gesetzt wurde, berichtet PA Media. Zurückkehrende Reisende müssen bei ihrer Rückkehr damit nicht mehr in Quarantäne, sofern sie einen Test nach der Rückkehr ablegen. Die Billigfluglinie EasyJet hat 105.000 zusätzliche Sitzplätze bereit gestellt, während TUI sogar Langstrecken-Flugzeuge einsetzen will, um der Flut von reisenden nach Portugal Rechnung zu tragen. Nur rd. ein Dutzend Länder und Gebiete stehen auf der grünen Liste, aber die meisten sind entweder abgelegene Inseln oder erlauben ihrerseits britischen Touristen derzeit keinen Zutritt.
  • Lehrer, Schüler und Eltern in England haben die Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen für Coronaviren in den Schulen ab Montag mit einer Mischung aus Erleichterung und angesichts der Besorgnis über die indische Variante Bestürzung und Verwirrung begrüßt. Die Regierung hat angekündigt, dass Schüler in Schulen keine Gesichtsbedeckungen mehr tragen müssen. In einigen Gebieten im Norden Englands wird jedoch empfohlen, die Maßnahmen fortzusetzen, nachdem immer mehr Fälle der neuen Variante mit dem Namen B.1.617.2 aufgetreten sind.
  • In Deutschland stieg die Zahl der bestätigten Fälle um 8.500 auf 3.593.434, wie Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten am Sonntag zeigten. Die gemeldete Zahl der Todesopfer stieg um 71 auf 86.096.
  • Australien hält an seinen Plänen fest, erst ab Mitte nächsten Jahres die Grenzen wieder für den Rest der Welt zu öffnen, sagten Beamte am Sonntag und widersetzten sich dem zunehmenden Druck, die Schließung der internationalen Grenzen zu beenden. Im März 2020 schloss Australien seine Grenzen für Ausländer und Nichtansässige und erlaubt seitdem nur begrenzte internationale Ankünfte, hauptsächlich Bürger, die aus dem Ausland zurückkehren, berichtet Reuters.
  • Taiwan meldete am Sonntag 206 neue inländische Covid-19-Infektionen; die Insel hat mit einem Anstieg der Infektionen zu kämpfen.
    (Quelle: The Guardian, 16.05.21)

Homeoffice soll bleiben – sagen 81% der Arbeitenden

Vier von fünf Arbeitnehmern wollen einer Umfrage zufolge künftig zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen. In einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Erhebung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY äußerten 81 % aller Befragten, sie wollten in Zukunft nicht mehr an allen Wochentagen im Büro arbeiten. 38 % bevorzugen demnach wöchentlich drei bis vier, 36 % nur noch ein bis zwei Büroarbeitstage. 7 % gaben an, ausschließlich von zu Hause arbeiten zu wollen. Umgekehrt wollen 19 % der Befragten künftig nicht (mehr) aus dem Homeoffice arbeiten, wenn es nach ihnen geht.

Besonders groß ist der Wunsch nach flexibleren Modellen bei den 20- bis 30-Jährigen: In dieser Altersgruppe gaben 86 % an, einen Teil ihrer Arbeitszeit künftig aus dem Homeoffice erledigen zu wollen. Weniger ausgeprägt ist dieses Bedürfnis bei den 31- bis 40-Jährigen (77 %) sowie bei den 41- bis 50-Jährigen (78 %). Ältere sowie jüngere Arbeitnehmer wurden nicht befragt.

Perspektivisch rechnet eine deutliche Mehrheit damit, dass die Frage, von wo Arbeit erledigt wird, in der Berufswelt schon bald keine entscheidende Rolle mehr spielt. 84 % der Befragten stimmten der These zu, dass sie im Jahr 2030 vermutlich vollkommen ortsunabhängig arbeiten können. 78 % glauben, dass sie in zehn Jahren ihre Arbeitszeit sogar vollkommen flexibel einteilen können. Dass es im Jahr 2030 gar keine Firmengebäude mehr gibt, kann sich rund die Hälfte der Befragten vorstellen. Für den Fall, dass der Standort für die Ausübung der Arbeitstätigkeit künftig womöglich keine Rolle mehr spielt, erwägt ein Teil der Befragten, aufs Land zu ziehen (29 %) oder sogar vom liebsten Urlaubsort aus zu arbeiten (25 %).

Die Mehrzahl der Arbeitnehmer schöpft die Option auf Homeoffice bereits jetzt aus, wie einer Unternehmensbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab. Ende April arbeiteten danach drei von vier Beschäftigten daheim, wenn es die Tätigkeit erlaubt und ihr Arbeitgeber ihnen die Möglichkeit dazu einräumt. 28 % der Befragten arbeiteten demnach ausschließlich im Homeoffice, 47 % zumindest zum Teil. Der Erhebung zufolge ermöglichen fast die Hälfte der Betriebe (46 %) zumindest einem Teil ihrer Beschäftigten das Arbeiten zu Hause. (Quelle: FAZ, 16.05.21)


Kühlung vergessen: Oldenburg vernichtet Biontech-Impfstoff

Das Impfzentrum in Oldenburg hat 504 Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech vernichtet. Einem Mitarbeiter war vor dem Feiertag ein Fehler unterlaufen.

Der Mitarbeiter hatte nach Angaben der Stadtverwaltung am Tag vor Himmelfahrt vergessen, einen Karton mit Impfstoff in den Kühlschrank zu stellen. Passiert sei der „schwerwiegende Fehler“, als die Impfstoffe zum Auftauen vorbereitet worden waren. Dabei sei es versäumt worden, einen Karton mit 84 Flaschen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer aus dem Tiefkühlcontainer in den normalen Kühlschrank umzupacken. Der Karton blieb demnach eineinhalb Tage ungekühlt stehen. Das Vakzin kann bei Kühlschranktemperaturen etwa fünf Tage gelagert werden. Bei Zimmertemperatur ist es nur wenige Stunden haltbar.

Weil am Himmelfahrtstag nicht geimpft wurde, fiel der Fehler laut Stadtverwaltung erst am Freitag auf. Gemeldet worden sei er umgehend – und zwar vom selben Mitarbeiter, der den Impfkarton nicht in die Kühlung gelegt hatte. Der Leiter des Impfzentrums, Andreas Schiefbahn, bezeichnete es als „positiv“, dass sein Mitarbeiter nicht versucht habe, den Fehler zu verheimlichen. Die unbrauchbaren Dosen wurden demnach nicht verimpft und der Impfstoff umgehend vernichtet.

Aus dem Rathaus heißt es, Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) sei umgehend über den Vorfall informiert worden: „Gerade in der jetzigen Situation ist ein solches Versäumnis natürlich schwer verständlich“, sagte Krogmann. Aber, wo Menschen arbeiten, passierten auch Fehler. „Und wir haben Glück im Unglück“, so der Oberbürgermeister: Es hätten wegen der Panne keine Impftermine abgesagt werden müssen. Das Oldenburger Impfzentrum verfüge über ausreichend Impfstoff, um alle vergebenen Impftermine einhalten zu können.

Dennoch habe die Stadt den Vorfall bereits dem Krisenstab in Hannover und dem Niedersächsischen Sozialministerium gemeldet. Als Konsequenz aus dem Fehler würden die Abläufe im Impfzentrum nun noch einmal genau überprüft. Die Stadtverwaltung betonte gleichzeitig, dass dies der erste solche Zwischenfall im Oldenburger Impfzentrum sei. Bislang seien dort etwa 70.000 Impfdosen verabreicht worden. (Quelle: NDR, 16.05.21)


Fast drei Viertel wollen sich impfen lassen

Seit dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland vor fast fünf Monaten ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen. Fast drei Viertel der Deutschen über 18 Jahre wollen sich nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur nun gegen das Coronavirus immunisieren lassen. 36 Prozent der Befragten haben sich schon mindestens einmal impfen lassen. Weitere 38 Prozent haben vor, das noch zu tun. Zusammen sind das 74 Prozent.

Kurz vor Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden. 19 Prozent lehnten die Immunisierung damals ab, jetzt sind es nur noch 15 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist seit Ende Dezember von 16 auf 11 Prozent gesunken.

Die Bundesregierung wirbt dafür, dass sich möglichst viele Menschen in Deutschland immunisieren lassen. Damit soll eine sogenannte Herdenimmunität erreicht werden, die auch diejenigen vor Ansteckung schützt, die nicht geimpft sind. Nach unterschiedlichen Einschätzungen von Forschern ist dafür eine Impfquote zwischen 60 und 80 Prozent notwendig.

Nach offiziellen Angaben haben bis zum Samstag 30,4 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das sind 36,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Fußball-Fans feiern in Istanbul trotz Lockdown Besiktas-Meisterschaft

Trotz Lockdowns in der Türkei haben Fans des Istanbuler Clubs Besiktas die Meisterschaft ihres Vereins auf der Straße gefeiert. Fußball-Fans in Istanbul sangen, tanzten und hielten am Samstagabend Besiktas-Schals in die Fernsehkameras. Autos zogen hupend durch die Stadtviertel. Noch bis Montagmorgen gilt in der Türkei wegen der Pandemie ein Lockdown, die Menschen dürfen eigentlich nur tagsüber und aus dringenden Gründen auf die Straße.

Im Bezirk Eyüpsultan auf der asiatischen Seite der Stadt kam es auch zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften, wie die Tageszeitung „Cumhuriyet“ berichtete. Auf Videos war ein Gerangel zwischen Besiktas-Fans und sogenannten Stadtteilwächtern zu sehen. Die Hilfspolizisten gaben Warnschüsse in die Luft ab. Das Verhalten der Sicherheitskräfte sorgte in sozialen Medien für scharfe Kritik. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Sonntag, 16. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 623 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages vier weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.473. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 252.095 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI weiter auf 59,1 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 61,8). (Quelle: NDR, 16.05.21)


Grafschafter Zahlen

Weiter bei 55,4 – und damit am vierten Tag in Folge deutlich unter der kritischen Grenze von 100 – liegt der Inzidenzwert nach Robert-Koch-Institut für die Grafschaft Bentheim am Sonntag. Der Wert bleibt damit im Vergleich zu Samstag unverändert.
Am Sonntag weist das Dashboard auf der Internetseite der Grafschafter Kreisverwaltung acht neue Infektionen mit dem Coronavirus aus. Insgesamt haben sich nun seit Beginn der Pandemie 5.191 Grafschafter mit dem Virus angesteckt.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 118. Als genesen gelten am Sonntag 4.897 Grafschafter, am Samstag waren es noch 4863 (plus 34). In Quarantäne befinden sich 568 Bürger im Landkreis.

Von den aktuellen 176 Covid-19-Fälle entfallen 46 (-5) auf Nordhorn. (Quelle GN, 16.05.21)


Emsland-Zahlen

Am Wochenende und an Feiertagen gibt der Landkreis Emsland keine aktuellen Zahlen bekannt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht aber die Zahlen, die der Landkreis Emsland übermittelt hat.

Auf der RKI-Website wird die Anzahl der Gesamtinfizierten am heutigen Tage mit 12.363 angegeben. Am gestrigen Tag hat das Robert Koch Institut die Gesamtzahl der Infizierten mit 12.319 angegeben. Somit gab es rechnerisch 44 neue Infektion bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt damit bei 56,6. Somit ist der Inzidenzwert merklich gestiegen; gestern lag er bei 49,9. Ob diese Anzahl so bleibt und bestätigt wird, steht erst am Montag fest. Dann gibt der Landkreis erneut aktuelle Zahlen bekannt. (Quelle: Nordnews, 16.05.21)


Internationaler Museumstag heute meist nur digital

Heute feiern die Museen den Internationalen Museumstag. Bundesweit laden Hunderte Museen zum digitalen Entdecken ein und präsentieren ihre Sammlungen in 360-Grad-Rundgängen, digitalen Live-Führungen oder interaktiven Ausstellungen. Wo es die Situation rund um die Coronavirus-Pandemie zulässt, öffnen die Museen auch ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Bundesweit mehr als 600 Museen ermöglichen nach langer Zeit der Schließung mit über 1.500 Aktionen wieder das Museumserlebnis, den Austausch und die Begegnung vor Ort.

Die bundesweite Auftaktveranstaltung zum Internationalen Museumstag findet über einen digitalen Live-Stream aus dem Berend-Lehmann-Museum in Halberstadt statt.

In Niedersachsen beteiligen sich zahlreiche Häuser beim Museumstag. So gibt es zum Beispiel eine Online-Führung zur Varusschlacht, bei der eine Restauratorin live dem Rätsel des Kalkrieser Schienenpanzers auf den Grund geht. Die Unter- und Übertagewelt des Weltkulturerbes Rammelsberges wird im Netz in 360 Grad gezeigt.

Viele Häuser in Niedersachsen machen mit. Vom Rammelsberg bis zum Varusschlacht-Museum – und auch viele kleinere Museen. Im Emsland öffnet Schloss Clemenswerth in Sögel sogar seine Tore für diverse Führungen. Auf der schleswig-holsteinischen Nordseeinsel Föhr kann man zum Beispiel die Fotoausstellung „Made on Föhr“ im Museum Kunst der Westküste besuchen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern haben viele Museen geöffnet: Freien Eintritt gibt es beispielsweise ins Ernst-Moritz-Arndt-Museum in Garz oder auch in die Kunstsammlung Neubrandenburg.

Außerdem gibt es ein riesiges Angebot mit digitalen Live-Führungen, zum Beispiel durch die aktuelle Ausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg. Auch Lesungen werden angeboten – beispielsweise mit dem Schriftsteller Jan Decker, der den „Mösers Rückkehr“ geschrieben hat. Er liest daraus online, live aus dem Museumsquartier Osnabrück. Wer interessiert ist, kann sich für die Veranstaltung anmelden und erhält dann einen Link zum Stream.

Der vom Internationalen Museumsrat ICOM jährlich weltweit ausgerufene Tag macht auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen aufmerksam. In Deutschland wird der Museumstag in Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Museumsbund, ICOM Deutschland und den Museumsämtern und -verbänden der Länder umgesetzt.

Hier das Programm des Internationalen Museumstags (Quelle: NDR, 16.05.21)


Fast 24,7 Millionen Infektionsfälle in Indien

In Indien hat das Gesundheitsministerium 311.170 Infektionsfälle binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle steigt auf 24,68 Millionen. 4077 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt sind es damit 270.284 Tote. Die Dunkelziffer in dem Land mit seinen mehr als 1,36 Milliarden Einwohnern dürfte Experten zufolge aber deutlich höher sein. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8500 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.34 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.656 gelegen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Aufgrund des Feiertags am 13. Mai sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Samstagabend. „Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 83,1 (Vortag: 87,3; Vorwoche: 118,6). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 71 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 127 Tote gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 86.096.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 0,84 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 16.05.21)


Experte befürchtet depressiven Rückzug im Lockdown

Lockdown, Homeoffice und Einschränkungen können Menschen auf lange Sicht in Depressionen stürzen – noch aber ist die Lage besser als befürchtet. Stoßen Menschen an Grenzen, sei eine mögliche Folge der depressive Rückzug, sagte Dirk Heimann, Oberarzt des Behandlungszentrums für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum Bremerhaven. Dann könne sich der eigene Antrieb reduzieren, die Menschen schliefen schlechter und könnten sich schlechter konzentrieren.

Die gute Nachricht: Die Resilienz der Bevölkerung in Deutschland „ist höher als man denkt“, sagte Prof. Tillmann Krüger von der Medizinischen Hochschule Hannover. Resilienz beschreibt die Fähigkeit, mit Krisensituationen umzugehen. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Überblick zur Nacht

  • Indien versucht, die Praxis von Familien zu bekämpfen, die Leichen von Covid-19-Opfern in Flüsse zu werfen, berichteteReuters. In einer Verlautbarung der Zentralregierung wurde die Praxis zum ersten Mal offiziell anerkannt, nachdem Bilder in sozialen Medien die Öffentlichkeit schockiert hatten.
  • Großbritannien sagte, es reagiere „kühl“ und „ruhig“ auf die Coronavirus-Variante, die zuerst in Indien gefunden wurde und sich jetzt in einigen Teilen Englands stark verbreitet. Gesundheitsminister Edward Argar sagte, die Regierung habe die Auswirkungen der Variante im Blick, einschließlich der Übertragbarkeit.
  • Malaysia verzeichnet einen Höchststand von 44 Todesfällen im Zusammenhang mit Coronaviren, und die Fälle lagen den vierten Tag in Folge über 4.000. Die Gesamtzahl ist jetzt auf 466.000 mit 1.866 Todesfällen gestiegen.
  • China hat für die laufende Saison den Aufstieg auf den Mount Everest von tibetischer Seite ausgesetzt. Auf nepalesischer Seite sind Berichten zufolge CoViD-19-Fälle im Basislager aufgetaucht, die eine internationale Expedition veranlassten, den Aufstieg abzubrechen.
  • Taiwan erhöhte seine Covid-19-Alarmstufe für die Hauptstadt Taipeh und die Stadt New Taipei, was zu einem zweiwöchigen Verbot von Versammlungen sowie zur Schließung vieler Veranstaltungsorte führte.
  • Trinidad und Tobago hat den Ausnahmezustand erklärt, nachdem die Krankenhäuser aufgrund eines Anstiegs der Coronavirus-Fälle und einer Zunahme der Todesfälle ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben.
    (Quelle: The Guardian, 15.05.21)

Vitamin D doch nützlich bei Covid-19

Hilft Vitamin D bei Corona? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte diese Frage stets verneint. Doch nun macht die Behörde eine vorsichtige Kehrtwende und schreibt in einer Mitteilung. „Es gibt Hinweise darauf, dass ein unzureichender Vitamin D-Serumspiegel mit einem erhöhten Risiko für akute Atemwegsinfekte einhergeht. Dazu gehört auch die COVID-19-Erkrankung, für die die Datenlage aktuell noch unsicher ist.“ Führende irische Wissenschaftler hatten bereits Anfang April dazu aufgerufen, Vitamin D einzunehmen. Das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, sei bei einem Vitamin-D-Mangel erhöht. Für das BfR ist die Datenlage noch zu unsicher, um diesen Schluss zu ziehen. (Quelle: NDR, 15.05.21)


Nötiger Impf-Auffrischung in wenigen Monaten

Die Bürger in Deutschland müssen sich nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) wohl spätestens im nächsten Jahr erneut gegen das Coronavirus impfen lassen. „Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein“, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen.“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Immunität nach einer Impfung rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein, sagte er den Funke-Zeitungen.

Sollten sich in Deutschland Mutationen verbreiten, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht so stark wirksam seien, müsse man möglicherweise auch schon früher mit einem angepassten Impfstoff beginnen. Gegen die südafrikanische Variante etwa wirkten die Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht so gut. „Sollte sich diese Variante bei uns stark verbreiten, sollten die betroffenen Personen dann als erste besser immunisiert werden.“

Mertens wies darauf hin, dass die Hersteller nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen arbeiten, die gegen relevante derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Nach Angaben des Stiko-Chefs ist es zudem denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist.

Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könnte es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens. (Quelle: TSP, 16.05.21)


Demonstrationen gegen Corona-Schutzmaßnahmen im Norden

Mehrere Hundert Menschen haben heute im Norden gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Zu den Kundgebungen der sogenannten Querdenker-Szene in Kiel kamen ebenso wie zu verschiedenen Gegenveranstaltungen jeweils mehrere Hundert Teilnehmer, wie die Polizei berichtete. In Hamburg kamen statt der angemeldeten 600 Teilnehmer nach Angaben der Polizei nur rund 150 Menschen zu einer Veranstaltung gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf der Ludwig-Erhard-Straße. In der Nähe versammelten sich knapp 50 Gegendemonstranten. Die Veranstaltung sei friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei. (Quelle: NDR, 15.05.21)


Landrat will Fleisch- und Gemüsebranche mit Betriebsärzten impfen lassen

Nach mehreren Corona-Ausbrüchen in Niedersachsens Fleisch- und Gemüseindustrie fordert Vechtas Landrat Herbert Winkel (CDU) ein Impf-Pilotprojekt für die Fleischbranche sowie die Obst- und Gemüseanbauer. Der Landkreis möchte laut einem Bericht von NDR 1 Niedersachsen Betriebsärzte in die Unternehmen schicken und hat sich dafür bereits mehr als 13.000 Impfdosen von AstraZeneca gesichert. Das Sozialministerium Niedersachsen habe das jedoch untersagt, da bisher nur Haus- und Fachärzte impfberechtigt seien. Ganze Belegschaften in Praxen zu schicken, sei laut Winkel hingegen nicht praktikabel. (Quelle: NDR, 15.05.21)



Gesundheitsminister Spahn fordert europäisches Robert-Koch-Institut

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat als Konsequenz aus der Corona-Krise einen europäischen Mechanismus zur Verhinderung künftiger Pandemien gefordert. Außerdem müssten die Weltgesundheitsorganisation gestärkt und auf europäischer Ebene gemeinsame Institutionen „mit Mehrwert“ geschaffen werden, forderte Spahn am Samstag in Frankfurt am Main auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag. Als Beispiele nannte der Minister ein europäisches Institut zur Krankheitsüberwachung und -prävention, das so arbeite wie das Robert Koch-Institut in Berlin, sowie eine Agentur zur raschen Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen.

Bei einer Podiumsdiskussion zu einer „Europäischen sozialen Marktwirtschaft“ warnte Spahn zudem davor, das Soziale in der Marktwirtschaft überzubetonen. Auch Solidarität brauche wirtschaftliche Stärke. Die EU müsse produktiver werden, um die Solidarsysteme in den Mitgliedsstaaten auch nach dem Ausscheiden der Babyboomer aus dem Erwerbsleben ab 2030 finanzieren zu können.

Der württembergische evangelische Bischof Frank Otfried July und der Essener katholische Bischof Franz-Josef Overbeck mahnten ein stärkeres gemeinsames Handeln der Mitgliedsländer an. Die Pandemie habe deutlich gemacht, dass „wir alle in einem Boot sitzen“, sagte Overbeck, der auch Vizepräsident der Kommission der Bischofskonferenzen der EU ist.

July warnte vor nationalen Alleingängen und der Schließung von Grenzen wie zu Beginn der Pandemie. Mit Verweis auf die Klimakrise plädierte der Vorsitzende der Kommission für Europafragen der Evangelischen Kirche in Deutschland für den Einstieg in eine europäische sozial-ökologische Marktwirtschaft. Diese Idee sei in Ländern wie Frankreich oder Italien aber nicht zu vermitteln, wand die französische Publizistin Sylvie Goulard ein. „Das klingt total veraltet“, sagte sie. Stattdessen seien neue Konzepte gefragt. (Quelle: TSP, 15.05.21)


Scholz: Teil der Krisen-Kosten müssen Soli-Zahler tragen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will den noch übrig gebliebenen Solidaritätszuschlag zur Refinanzierung der Kosten der Corona-Pandemie beibehalten. Die Begleichung der in der Krise aufgenommenen Schulden werde im Wesentlichen durch Wachstum gelingen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Samstag beim 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main. Gleichzeitig könne es aber keine Steuerentlastungen für Menschen geben, die „sehr, sehr reich“ sind. Ein Beitrag der Solidarität werde benötigt, sagte Scholz und fügte hinzu: „Einen haben wir schon: Das ist der Soli.“

Der Solidaritätszuschlag, der ergänzend zur Einkommenssteuer gezahlt wird, wurde in dieser Wahlperiode weitgehend abgeschafft. Nur für hohe Einkommen wird der Zuschlag noch abgeführt. Der Soli sei für rund 90 Prozent abgeschafft worden, „aber die restlichen werden noch etwas für die Gemeinschaft leisten müssen“, sagte Scholz.

Ab 2026 müsse der Staat von den in der Corona-Pandemie aufgenommenen Krediten rund 18 Milliarden Euro zurückzahlen. „Das können nicht diejenigen zahlen, die wenig Geld verdienen“, sagte der Vize-Kanzler. Dies müssten diejenigen tragen, die beispielsweise heute den Soli noch zahlen.

Der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt am Main findet noch bis Sonntag unter dem Leitwort „schaut hin“ überwiegend digital statt. (Quelle: TSP, 15.05.21)


Massenuntersuchung – Erstimpfung senkt Infektionsrisiko drastisch

Die Infektionszahlen bei gegen das Coronavirus Geimpften sinken einer Studie aus Italien zufolge binnen fünf Wochen nach der ersten Dosis massiv. In dieser Gruppe träten 35 Tage nach der Erstimpfung mit einem Vakzin von Pfizer/Biontech, Moderna oder Astrazeneca 80 Prozent weniger Infektionen auf, stellte das Nationale Institut für Gesundheit fest.

Die Zahl der Einweisungen in ein Krankenhaus sinke um 90 Prozent, die Zahl der Todesfälle um 95 Prozent. Das gelte für alle Altersgruppen sowie Männer und Frauen gleichermaßen. Die Forscher hatten in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium die Daten von 13,7 Millionen Geimpften in dem Land untersucht. (Quelle: TSP, 15.05.21)


Gefälschte Impfdokumente – Kölner Polizei gründet Ermittlungsgruppe

Um Fälschungen in Impfpässen aufzuspüren und Fälscher zu überführen, hat die Kölner Polizei eine Ermittlungsgruppe mit Namen „Stempel“ eingerichtet. Das bestätigte eine Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Die „Kölnische Rundschau“ und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatten zuvor berichtet.

Demnach startete die dreiköpfige Gruppe am 7. Mai. „Wir wollen die Ermittlungen zusammenführen, um Tatzusammenhänge schneller zu erkennen“, sagte Kommissionsleiterin Nicole Gentner dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Derzeit gebe es neun laufende Verfahren – in erster Linie wegen des Verdachtes, gefälschte Impfdokumente hergestellt und angeboten zu haben.

Laut „Kölnischer Rundschau“ hatten Polizisten vor wenigen Tagen ein Auto routinemäßig kontrolliert und dort mehrere gefälschte Blanko-Impfpässe gefunden. Außerdem seien gefälschte Impfpässe mit dem Namen eines Kölner Arztes aufgetaucht, der dann Anzeige erstattet habe. (Quelle: TSP, 15.05.21)


SPD-Fraktionsvize Bas fordert Vorkehrungen für künftige Pandemien – Grünen-Politikerin Schulz-Asche: Lehren aus Corona ziehen

Fachpolitikerinnen von SPD und Grüne haben staatliche Vorkehrungen für den Fall künftiger Pandemien gefordert. „Corona wird sicher nicht die letzte Pandemie sein“, sagte SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Samstag. „Wir müssen daher auf künftige Pandemien gut vorbereitet sein.“ Erst nach einer Rückschau auf die Corona-Pandemie könne abschließend bewertet werden, wie diese Vorbereitung „am besten aussieht“.

„Dabei werden natürlich auch die Erfahrungen, die wir jetzt mit den Impfzentren machen, eine Rolle spielen“, sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin.

Die Berichterstatterin für Infektionsschutz der Grünen-Bundestagsfraktion, Kordula Schulz-Asche, teilte die Einschätzung, dass „auch zukünftig mit großer Wahrscheinlichkeit Pandemien“ eintreten könnten und dafür Vorbereitungen notwendig seien.

„Die Impfzentren waren und sind immer noch ein wichtiger Baustein auf dem Weg heraus aus der Krise“, sagte sie. „Bevor wir aber über eine generelle Beibehaltung der Strukturen sprechen, müssen wir mit einer dezidierten Evaluierung beginnen.“ Dazu gehöre auch eine Evaluierung der Corona-Impfkampagne. (Quelle: TSP, 15.05.21)


Deutsche dürfen wieder in Portugal Urlaub machen

Besucher aus Deutschland und aus anderen EU-Ländern mit einer relativ guten Corona-Lage dürfen ab Montag wieder auch zu touristischen Zwecken in Portugal einreisen. Die bisher geltenden Einreisebeschränkungen werden für Bürger aus EU-Staaten mit einer 14-Tage-Inzidenz von weniger als 500 nicht mehr verlängert, teilte das Innenministerium am Samstag in Lissabon mit. Die Lockerungen gelten auch für die assoziierten Mitglieder des Schengenraums Norwegen, Schweiz, Liechtenstein und Island sowie für Großbritannien. Alle Einreisenden über zwei Jahren müssen aber weiterhin einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Von dieser Lockerung für Einreisen auf dem Luft- oder Seeweg sind den Angaben zufolge Länder mit 500 oder mehr Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen ausgenommen. Dazu gehören Kroatien, Zypern, Litauen, die Niederlande und Schweden. Aus diesen EU-Ländern darf man noch mindestens bis Ende Mai nur mit triftigem Grund einreisen.

Der ehemalige Corona-Hotspot hat derzeit nach Island die niedrigsten Infektionswerte Europas. Der Ausnahmezustand zur Eindämmung der Pandemie ging am 1. Mai nach rund fünfeinhalb Monaten zu Ende. ((Quelle: TSP, 15.05.21)


Maas (SPD): Weg aus der Pandemie kann nur ein internationaler sein

Für Außenminister Heiko Maas (SPD) kann der Weg aus der Corona-Pandemie nur ein internationaler sein. „Jeder ist nur sicher, wenn wir alle sicher sind“, so Maas bei einem Forum des Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt. Nationalismus sei falsch.

Maas kritisierte, dass Russland und China anderen Staaten Impfstoffe nicht aus karitativen, sondern aus politischen Interessen anböten. Es gehe darum, den geopolitischen Einfluss zu erhöhen. Deutschland mache das nicht und unterstütze stattdessen Covax. Covax heißt eine Initiative, die weltweit einen gerechten Zugang zu Impfstoffen gewährleisten will.

Bewegt zeigte sich Maas nach eigenem Bekunden über die „Hilflosigkeit“, die bei der Schilderung der Corona-Situation anderer Teilnehmer des Forums zum Ausdruck gekommen sei. So schilderte der aus dem Bistum Münster stammende katholische Bischof Johannes Bahlmann, in seiner Diözese im Amazonas-Gebiet seien die Ärmsten besonders von den Folgen der Pandemie betroffen; oft hätten sie keinen Zugang zum Gesundheitssystem.
(Foto: CC s. Archiv v. 22.4.20; Quelle: FAZ, 15.05.21)


Hamburg: Ärztekammer warnt vor „zu großer Eile“ bei Impfung von Kindern
Niedersachsen: Ärztekammer will Jugendliche und Familien vorziehen

Schnell impfen – am besten auch Kinder und Jugendliche: Über dieses Ziel ist sich die Politik ziemlich einig. Die Hamburger Ärztekammer warnt jetzt aber vor zu großer Eile.

Hamburgs Ärztekammerpräsident Pedram Emami ist kein Impfskeptiker und von Corona-Leugnern hält er erst recht nichts. Das betont Emami ausdrücklich im Gespräch mit NDR 90,3. Trotzdem wirft er beim Thema Impfen von Kindern und Jugendlichen Fragen auf und geht auf Distanz zu allen, die sie jetzt ganz schnell impfen wollen.

Emami fragt: „Ist die Gefahr schwerer Krankheits-Verläufe in dieser Altersgruppe tatsächlich so hoch, dass der breite Schutz durch die Impfung für alle zwingend erforderlich ist?“. Außerdem solle untersucht werden, ob das Impfen von Kindern und Jugendlichen aus epidemiologischer Sicht erforderlich ist, um die Ausbreitung der Erkrankung in den anderen Altersgruppen zu vermeiden. Emami fordert also eine sehr genaue Abwägung von Nutzen und Risiko auf wissenschaftlicher Basis.

In den sozialen Medien schlägt ihm dafür Kritik entgegen: Was der Hamburger Ärztepräsident sage, sei Wasser auf die Mühlen von Impfgegnern – ein Vorwurf, den Emami scharf zurückweist. Vermutlich im Juni entscheidet die Europäische Arzneimittelagentur über die Zulassung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder ab dem 12. Lebensjahr. Dann sollen sie möglichst bald auch in Hamburg geimpft werden, wenn sie und ihre Eltern es wollen.

Zugleich fordert Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker, bei den Corona-Impfungen Jugendliche und junge Eltern vorzuziehen. Seit gut einem Jahr gebe es keinen ordentlichen Schulunterricht mehr, so Wenker in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Schülerinnen und Schüler hätten mit die größten Opfer in der Pandemie gebracht. Sie sollten beim Impfen vorgezogen werden.


Deutschland: 36,5% mit Erstimpfung

In Deutschland haben nun mehr als 30 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Damit sind 36,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag via Twitter mitteilte. Mehr als neun Millionen Menschen, und damit 10,9 Prozent der Bevölkerung, haben bereits den vollen Impfschutz. Bis Ende Mai soll ein starker Fokus auf die Zweitimpfungen gelegt werden. Laut Spahn wird bis Anfang Juni der relative Anteil der Zweitimpfungen an den täglichen Impfungen hoch sein. Danach steige der Anteil der Erstimpfungen wieder.
Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mehrere Bundesländer haben für die kommende Woche eine Aufhebung der Impfpriorisierung in Arztpraxen angekündigt. (Quelle: FAZ, 15.05.21)


Einige Fußball-Spiele in Spanien wieder vor Zuschauern

Im spanischen Fußball sind ab heute bei einigen Spielen wieder Zuschauer erlaubt. Als Bedingung nannte die Regierung eine 14-Tage-Inzidenz von höchstens 50, also 50 Neuinfektionen binnen 14 Tagen pro 100 000 Einwohner. Diese Bedingung wird derzeit allerdings nur von den Regionen Valencia und Balearen erreicht. Das erste Spiel vor Zuschauern seit Ausbruch der Pandemie ist heute Abend ein Heimspiel eines Zweitliga-Clubs aus der Region Valencia: Castellón gegen Ponferradina.

Es wird den Angaben zufolge eine maximale Auslastung von 30 Prozent gestattet sein, wobei höchstens 5000 Zuschauer zugelassen sein werden. Bei der Eingangskontrolle wird es Temperaturmessungen geben. Alle Fans müssen Schutzmaske tragen. Das Rauchen und der Verzehr von Speisen und Getränken ist strikt untersagt. Die Fans werden im Stadion nur Wasser trinken dürfen. Auch dürfen zunächst nur Anhänger der Heimclubs zum Spiel, um zu verhindern, dass Fans quer durchs Land reisen. Die Zulassung der Fans gilt für die erste und zweite Fußball-Liga sowie für die erste Basketball-Liga. (Quelle: Tagesschau, 15.05.21)


Offizielles Russland

Offiziell hat Russland in den letzten 24 Stunden 8.790 neue Coronavirus-Infektionen und 364 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren gemeldet.

9.462 Neuinfektionen waren es am Vortag, die höchste Anzahl neuer Fälle seit Ende März. (Quelle: The Guardian, 15.05.21)


DFL-Chef: 25 Prozent weniger Umsatz für Profi-Fußball-Clubs

Die deutschen Profi-Clubs müssen nach Einschätzung von DFL-Chef Christian Seifert durch die Corona-Pandemie deutliche Umsatz-Einbußen hinnehmen. „Die Bundesliga wird in Relation zur letzten Saison vor der Pandemie voraussichtlich etwa ein Viertel weniger Umsatz machen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der Hauptgrund seien die fehlenden Ticket-Einnahmen, die zuvor „im Schnitt etwa zwischen 13 und 15 Prozent der Einnahmen ausgemacht“ hätten, sagte der Chef der Deutschen Fußball Liga. „Dazu ist der Transfermarkt größtenteils zum Erliegen gekommen.“

Obwohl die DFL für ihr Hygienekonzept für die Rückkehr zum Spielbetrieb in der Krise viel Lob erhalten hatte, fühle er sich nicht als Gewinner, sagte der 52-Jährige. „Einige Effekte werden uns wirtschaftlich und viele Menschen auch psychisch noch lange beschäftigen.“ Er sei dennoch stolz, dass das Konzept einigen als Vorbild gedient habe. „Dass die US Open, die Formel 1, die NBA, die NFL sagen, sie hätten sich an den Deutschen orientiert. Aber natürlich haben wir trotzdem auch Fehler gemacht. Jeden Tag.“ (Quelle: TSP, 15.05.21)


DLRG: Sorge vor Coronafolgen zum Start der Badesaison

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) blickt nicht ohne Sorge auf die beginnende Badesaison an den Küsten und Binnengewässern. „Wir befürchten für die Sommersaison 2021 deutlich mehr Probleme und Zwischenfälle am und im Wasser als bereits in der Saison 2020“, sagte DLRG-Pressesprecher Achim Wiese. „Viele unterschätzen, wie viel Fitness verloren gegangen ist, wenn sie lange zu Hause sind und sich über einen langen Zeitraum nicht regelmäßig und ausreichend bewegen.“ Als Folge der Schwimmbadschließungen und fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten rechnet die DLRG sowohl mit einem weiteren Anstieg von Kinder, die nicht schwimmen können, als auch mit erhöhten Ertrinkungszahlen speziell in den Sommermonaten.

An Nord- und Ostsee startet die offizielle Badesaison, in der die Rettungsschwimmer ihre Posten beziehen, Mitte Mai. Die DLRG sorgt etwa in Schleswig-Holstein und Niedersachsen unter anderem an je rund 50 Stränden für sicheres Badevergnügen. Hinzu kommen Hunderte bewachte Badestellen an Binnengewässern. An anderen bewachten Stränden etwa entlang der Kieler Förde oder in Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern ist die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz. In Warnemünde ging die Saison bereits am Donnerstag los. (Quelle: TSP, 15.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Für Niedersachsen hat das Robert Koch-Institut (RKI) heute 659 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages zehn weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.469. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI weiter auf 61,8 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 68,3).

(Quelle: NDR, 15.05.21)


Grafschaft Bentheim meldet am Samstag: Keine Neuinfizierten

55,4 – das ist der Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim, die das Robert-Koch-Institut meldet. Damit ist der Wert im Vergleich zu Freitag deutlich gesunken, da lag er nämlich noch bei 80,2. Das Dashboard der Grafschafter Kresiverwaltung wies am Samstag keine neue Infektion mit dem Coronavirus aus.
So bleibt die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie bei 5183. Als genesen gelten am Freitag 4863 (Freitag: 4835). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 118. 655 Grafschafter befinden sich am Samstag in Quarantäne.

Von den aktuell230 Covid-19-Fälle entfallen auf Bad Bentheim 33 (-4), Emlichheim 33 (-9), Uelsen 20 (-5), Neuenhaus 21 (-1), Wietmarschen 30 (0) und Nordhorn 51 (-8).
(Quelle: GN, 15.05.21)


Emsland-Zahlen

Weiterhin verschweigt der Landkreis an Wochenenden die aktuellen Zahlen. Auf der Seite des Robert-Koch-Institut (RKI) wird die aktuelle Anzahl der Gesamt Infizierten am heutigen Tage mit 12.319 angegeben.Gestern hatte das RKI die Gesamtzahl der Infizierten mit 12.310 angegeben. Somit gab es rechnerisch lediglich 9 neue Infektionen bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt damit bei 49,9. Somit ist der Inzidenzwert erneut etwas gesunken. Nordnews schreibt: „Ob diese Anzahl so bleibt und bestätigt wird, können wir leider erst am Montag mitteilen. Dann wird der Landkreis erneut aktuelle Zahlen bekannt geben.“ (Quelle: Nordnews, 15.05.21)


326.000 Neuinfektionen und knapp 3.900 Tote in Indien

In Indien meldet das Gesundheitsministerium 326.098 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionsfälle steigt damit auf 24,37 Millionen. Das ist weltweit der zweithöchste Wert nach den USA. 3.890 weitere Menschen starben in Indien in Zusammenhang mit dem Virus, insgesamt sind es nun 266.207 Todesfälle. Allein in dieser Woche verzeichnen die Behörden 1,7 Millionen weitere Ansteckungsfälle und mehr als 20.000 Tote. Die Dunkelziffer in dem Land mit seinen mehr als 1,36 Milliarden Einwohnern dürfte Experten zufolge deutlich höher sein. (Quelle: TSP, 15.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7894 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.58 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Samstag vor einer Woche hatte der Wert bei 15.685 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 87,3 (Vortag: 96,5; Vorwoche: 121,5).

Aufgrund des Feiertags am 13. Mai sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Freitagabend. „Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 177 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 238 Tote. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 86.025.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 0,87 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 15.05.21)


Historikerin Schlotheuber: „Prophet“ Drosten deutet Krise stärker als Kirchen

Deutschlands Gesellschaft befindet sich nach Ansicht der Historikerin Eva Schlotheuber im stärksten Wandel seit Jahrzehnten. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte die Vorsitzende des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands: „Deutungshoheiten werden gegenwärtig neu ausgehandelt.“ Dies sei in der Bundesrepublik das letzte Mal in größerem Maßstab 1968 geschehen.

In diesem Zusammenhang sinke auch die Relevanz bisher prägender Akteure wie der Kirchen, ergänzte die Historikerin. Der Verlust ihrer Deutungsmacht sei zuletzt in der Corona-Krise offensichtlich geworden: „Die Kirche spielte hier keine wesentliche Rolle, aber die Sehnsucht nach Erklärung wurde auf andere Akteure projiziert – ein Christian Drosten als Prophet, wenn man so will.“ (Quelle: NOZ, 15.05.21)


Über die Indische Variante

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte am Dienstag, die indische Covid-19-Variante B.1.617.2 sei ein globales Problem. Einige Daten deuten darauf hin, dass die Variante im Vergleich zu anderen Stämmen eine „erhöhte Übertragbarkeit“ aufweist.

Außerhalb Indiens hat Großbritannien mit 1.587 Fällen die höchste Anzahl von Fällen der indischen Variante verzeichnet. Die USA, Singapur und Deutschland sind die einzigen anderen Länder, die laut der Gisaid-Initiative mehr als 100 Fälle der Variante B.1.617 + sequenziert haben.

Diese Zahlen sind nur die Anzahl der aufgezeichneten sequenzierten Fälle, und da die meisten globalen Fälle nicht sequenziert werden, werden diese Zahlen drastisch unter der tatsächlichen Anzahl der Fälle der Variante auf der ganzen Welt liege.

Es gibt auch nationale Unterschiede bei den Sequenzierungsraten. Großbritannien sequenziert einen großen Teil seiner positiven Covid-19-Fälle und verzeichnet daher eine höhere Anzahl von Varianten.

Auf allen Kontinenten wurden inzwischen Fälle der Variante registriert, wobei Asien bislang die höchste Gesamtzahl verzeichnete. Die europäischen Länder haben fast 2.000 Fälle der Variante in 21 Ländern sequenziert – die meisten davon in Großbritannien.Hier ist eine Zusammenfassung der Länder mit den höchsten Raten der indischen Variante.

USA
In den USA sind offiziell 486 Fälle der indischen Variante entdeckt, ungefähr die Hälfte davon in den letzten vier Wochen entdeckt. Ab dem 4. Mai ist sind Einreisen aus Indien mit Ausnahme legaler ständiger Einwohner, Ehepartner und enger Familienangehöriger von US-Bürgern die verboten. Trotz der Fälle mit Indien-Variante haben die USA die Beschränkungen für Coronaviren aufgrund ihres Impfprogramms weiter gelockert. Präsident Joe Biden kündigte am Donnerstag an, dass geimpfte Personen in den meisten Innen- und Außenbereichen keine Masken tragen müssen.

Singapur
Singapur hat 156 Fälle der Indien-Variante identifiziert, mehr als zwei Drittel innerhalb der letzten vier Wochen. Infolgedessen hat Singapur neue Beschränkungen eingeführt. Vom 16. Mai bis 13. Juni wurden Versammlungen und Hausbesucher von fünf auf zwei Personen reduziert, die Arbeiter wurden angewiesen, von zu Hause aus zu arbeiten, und das Essen im Innenbereich wurde eingestellt.

Deutschland
Deutschland hat 103 Fälle der indischen Variante entdeckt. In den letzten vier Wochen wurden mehr als 60% davon festgestellt.

Nach einem am Mittwoch vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Bericht ist der Anteil der Variante im Land „in den letzten Wochen stetig gestiegen ist“. Ende April führte Deutschland ein Reiseverbot aus Indien mit Ausnahme von Bürgern und Einwohnern ein.

Deutschland lockert weiterhin die Beschränkungen, und die Regierung teilte am Freitag mit, dass die Zahl der Infektionen pro 100.000 auf 96,5 gesunken sei, das erste Mal seit dem 20. März, dass sie unter 100 gefallen sei.

Australien
Australien hat 85 Fälle der indischen Variante entdeckt. Am Freitag führte das Land Coronavirus-Beschränkungen für New South Wales und den Großraum Sydney ein, die bis zum 17. Mai gelten sollen. Dazu gehören Verbote für mehr als 20 Personen, die sich in Privathäusern versammeln, und das obligatorische Tragen von Masken in allen öffentlichen Innenräumen.

Dänemark
Dänemark hat 39 Fälle der indischen Variante bestätigt, 11 in den letzten vier Wochen. Tyra Grove Krause, Direktorin des State Serum Institute, Dänemarks nationaler Agentur für Infektionskrankheiten, sagte, die Variante sei derzeit in Dänemark kein Grund zur Sorge. Seit dem 21. April stehen Bars, Cafés, Restaurants und andere Veranstaltungsorte allen offen, die ein negatives Testergebnis nach 72 Stunden vorweisen können oder geimpft wurden.
(Quelle: The Guardian, 14.05.21)


Brasilien-Update

Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 85.536 weitere bestätigte Fälle von Coronavirus sowie 2.211 Todesfälle. Das teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit.

Brasilien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 15,5 Millionen Corona-Infektionsfälle registriert; die offizielle Zahl der Todesopfer ist auf 432.628 gestiegen. (Quelle: The Guardian, 14.05.21)


Überblick am Abend

  • Frankreich hat am Freitag Bahrain, Kolumbien, Costa Rica und Uruguay in seine Liste der Länder aufgenommen, die als Hochrisikozonen gelten. Dies bedeutet, dass Personen, die aus diesen Ländern anreisen, bei ihrer Ankunft Quarantänemaßnahmen durchführen müssen.
  • Litauen spendet 200.000 Covid-19-Impfschüsse an ihre osteuropäischen Nachbarn, darunter 100.000 an die Ukraine, 15.000 an Georgien und 11.000 an Moldawien. Die restlichen 74.000 Aufnahmen werden später entschieden.
  • Die Aktien fallen, nachdem Singapur am Freitag seine strengen Richtlinien für Versammlungen und öffentliche Aktivitäten bekannt gab. In den letzten Wochen nahmen Infektionen zu und es bildeten sich neue Cluster.
  • Russland wird ab dem 25. Mai den regulären Flugverkehr zwischen Island, Malta, Mexiko, Portugal und Saudi-Arabien wieder aufnehmen, teilte das Coronavirus-Hauptquartier der Regierung mit.
  • Der russische Direktinvestitionsfonds (RDIF) erwartet, dass die zweite Charge seines Impfstoffs Sputnik V Covid-19 bis Ende der Woche nach Indien geliefert wird.
    Seit Beginn des Ausbruchs des Coronavirus sind mindestens 3.346.813 Menschen aufgrund einer von AFP aus offiziellen Quellen zusammengestellten Bilanz gestorben.
  • Urlauber aus Großbritannien dürfen ab Montag, 17. Mai ab Mitternacht nach Portugal einreisen. Reisende benötigen vor ihrem Flug einen nicht als drei Tage alten, negativen PCR-Test, um in das Land einreisen zu können.
  • Indiens Premierminister Narendra Modi sagte, er fühle den Schmerz aller Inder, die gegen die Pandemie kämpfen, nachdem sie wochenlang hauptsächlich öffentliche Kommentare zur tödlichen Coronavirus-Welle des Landes vermieden hatten.
  • Kanada plant die schrittweise Rückkehr zu Indoor-Sportarten und Familienfeiern, da immer mehr Menschen geimpft werden, berichtet Reuters. Kanada hat etwas mehr als der Hälfte seiner erwachsenen Bevölkerung eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs verabreicht, und das Land könnte die schlimmste seiner derzeitigen dritten Infektionswelle überstehen, sagte Theresa Tam, Chief Public Health Officer.
  • Der japanische Premierminister Yoshihide Suga sagte, dass der Ausnahmezustand in Japan aufgrund des raschen Anstiegs der Covid-19-Fälle in mehreren Regionen auf ein größeres Gebiet ausgedehnt wurde.
  • Eine internationale Bande von Cyberkriminalität steckt offenbar hinter einem bedeutenden Ransomware-Angriff auf Irlands Gesundheitsdienstleister, der am Freitag die Diagnosedienste einstellte und zur Absage von Arztterminen führte.
  • Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sagte, das zweite Jahr der Pandemie tödlicher als das erste sei, und Indien große Sorgen bereite.
  • Die Fluggesellschaft Delta Air Lines verlangt, dass alle Neueinstellungen in den USA gegen Covid-19 geimpft sind. Damit ist Delta Air Lines eines der ersten großen Unternehmen, das diese Anforderung stellt.
  • Italien hat die Quarantäneregeln für alle Reisenden aus der Europäischen Union, einschließlich Großbritannien und Israel,aufgehoben, teilten die Gesundheitsbehörden mit.
  • Die Slowakei beendet den Ausnahmezustand, nachdem die Coronavirus-Pandemie zurückgegangen ist.
  • Niederländische Touristen, die die spanischen Balearen und die Kanarischen Inseln besuchen, müssen auf ihrem Heimweg in die Niederlande keinen Coronavirus-Test mehr machen.
  • Deutschland hat Großbritannien aufgrund des Auftretens der hochinfektiösen, zuerst in Indien entdeckten Variante als Coronavirus-Risikoregion eingestuft.
  • Die Türkei wird die Corona-Beschränkungen lockern, sagte Präsident Erdogan heute. Das Land befindet sich seit zwei Wochen im Lockdown.
  • Frankreich wird bis Samstag mindestens eine Covid-19-Impfstoffinjektion an 20 Millionen Menschen verabreicht haben, sagte Gesundheitsminister Olivier Veran in einem Twitter-Feed. (Quelle: The Guardian, 14.05.21)

Spahn schlägt Rahmen für Öffnungen vor

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich beim weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie für einen Mix aus Zuversicht und Umsicht ausgesprochen und Empfehlungen für weitere Öffnungsschritte skizziert. „Es scheint gemeinsam zu gelingen, die dritte Welle zu brechen. Doch noch sind die Infektionszahlen zu hoch“, heißt es in einem Schreiben Spahns an seine Kolleginnen und Kollegen der Länder, über das zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet hatte. „Wenn zu viel zu schnell gelockert wird und die gegenseitige Vorsicht nachlässt, bestehen enorme Risiken für erneut stark steigende Infektionszahlen“, so der Minister. „Was es unbedingt zu vermeiden gilt, ist ein politischer Wettlauf der Lockerungen, zumal im Wahljahr.“ Es gehe nun darum, „eine Brücke über das zweite Quartal in den Sommer hinein zu bauen und abzusichern“. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner sollten private Treffen laut Spahn in den kommenden Wochen nur mit einem weiteren Haushalt und unter Berücksichtigung von Schutzmaßnahmen stattfinden. Weitere Öffnungen könne geben, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz für mehr als fünf aufeinander folgende Tage unter 50 fällt, sofern mindestens 28 Tage seit dem Unterschreiten der 100er-Inzidenz vergangen sind. (Foto CC s. Archiv am 21.10.20; Quelle: Tagesschau, 14.05.21)


Tschechien erkennt ausländische Impfnachweise an

Tschechien will fortan ausländische Corona-Impfnachweise aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowenien, Polen und der Slowakei anerkennen. Das sei eine Übergangslösung bis zur Einführung des geplanten digitalen EU-Corona-Passes, sagte Außenminister Jakub Kulhanek. Von der Regelung profitieren unter anderem Deutsche mit Wohnsitz in Tschechien und Geschäftsreisende. Für sie entfallen die strengen Test- und Quarantänepflichten bei der Einreise. Voraussetzung ist, dass die erste Impfung mindestens 22 Tage zurückliegt. Touristische Reisen ohne triftigen Grund sind nach derzeitigem Stand weiterhin nicht erlaubt. (Quelle: Tagesschau, 14.05.21)


Italien: Sieben-Tage-Inzidenz fällt unter 100

In Italien bessert sich die Corona-Lage weiter: Die Sieben-Tage-Inzidenz sank wie in Deutschland unter den Wert von 100, wie der Regierungsexperte Silvio Brusaferro berichtete. Die Behörden registrierten demnach etwa 96 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Drei Regionen hätten sogar die 50er-Marke unterschritten, sagte der Präsident des nationalen Gesundheitsinstituts. Von Montag an sollen nun alle Regionen mit Ausnahme des Aostatals im Norden zur Gelben Zone mit moderatem Virus-Risiko und geringen Corona-Sperren gehören. (Quelle: BR24, 14.05.21)


Bus-Anbieter Greyhound stellt alle Routen in Kanada ein

Der US-amerikanische Busanbieter Greyhound macht sein Kanada-Geschäft dicht. „Ein volles Jahr ohne Umsatz hat es leider unmöglich gemacht, den Betrieb fortzusetzen“, teilte das Unternehmen mit. Die Entscheidung trete mit sofortiger Wirkung in Kraft. In den USA ist der Greyhound-Bus längst eine Transport-Legende mit über 100 Jahren Geschichte, in denen die Firma das Land zwischen Pazifik und Atlantik zusammenbrachte.

In Kanada stellte das Unternehmen bereits 2018 seine Routen im Westen des Landes ein. Die Corona-Pandemie habe die Nachfrage nun auf den restlichen Strecken um 95 Prozent einbrechen lassen. Nur einzelne Fernverbindungen in die USA sollen noch angeboten werden. (Quelle: ARD, 14.05.21)



Großbritannien gilt wieder als Corona-Risikogebiet

Die Bundesregierung stuft Großbritannien trotz niedriger Infektionszahlen von Sonntag an wieder als Corona-Risikogebiet ein. Grund ist das zumindest eingeschränkte Vorkommen der zuerst in Indien festgestellten Virusvariante, wie das Robert Koch-Institut bekannt gab. Die Variante B.1.617.2 hat in Indien zu dramatischen Infektionszahlen beigetragen. Die Nachbarländer Sri Lanka und Nepal werden von der Bundesregierung nun ebenfalls hochgestuft: Sri Lanka wird zum Risikogebiet und Nepal zum Virusvariantengebiet erklärt, der höchsten Risikostufe, für die weitgehende Reisebeschränkungen gelten.
Vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft werden: Serbien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Estland, Ukraine, Jordanien, Libanon sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Wer von dort einreist, muss nicht mehr zwingend in Quarantäne, sondern kann stattdessen bei Einreise einen negativen Test vorweisen. Zudem werden die Kanarischen Inseln werden ganz von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. (Quelle: ARD, 14.05.21)


Ministerpräsident Weil besucht Impfzentrum in Nordhorn

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat am Freitag das Impfzentrum in Nordhorn besucht. War im Vorfeld noch über eine bevorstehende Schließung des Zentrums in der Grafschaft Bentheim spekuliert worden, so erklärte Weil nach dem Besuch, er könne sich einen Betrieb des Corona-Impfzentrums auch über den Spätsommer hinaus vorstellen. Das berichtet der NDR in Niedersachsen.
Im Rahmen seiner Stippvisite informierte sich Weil am Nordheimer Bahnhof auch über das Vorhaben der der Bentheimer Eisenbahn AG, die den Personenverkehr über Neuenhaus (Landkreis Grafschaft Bentheim) hinaus bis nach Coevorden in den Niederlanden verlängern möchte. (Quelle: NDR, 14.05.21)


Helgoland wieder Reiseziel

Reisen nach Helgoland wieder möglich Urlauber und Tagestouristen können von Montag an wieder nach Helgoland reisen. Wer ein negatives Testergebnis vorlege, könne wieder auf die einzige Hochseeinsel Deutschlands kommen – unabhängig davon, ob für einen oder mehrere Tage, teilte der zuständige Kreis Pinneberg mit. Übernachtungsgäste müssen den Angaben zufolge bei der Anreise ein negatives Testergebnis besitzen, das nicht älter als 24 Stunden (Antigen-Schnelltest) oder 48 Stunden (PCR-Test) sein darf. Außerdem ist spätestens alle 72 Stunden ein erneuter Test notwendig.(Quelle: ARD, 14.05.21)


Dänemark erleichtert Urlaubsreisen

Aus Dänemark ist wieder leichter Urlaub an verschiedenen beliebten Ferienzielen möglich. Inseln wie Mallorca, Ibiza, die Kanaren, die Azoren und auch ganz Malta wurden vom Außenministerium in Kopenhagen als sogenannte gelbe Regionen eingestuft. Das bedeutet, dass man nach der Rückkehr aus dem Urlaub nun nicht mehr in Corona-Quarantäne und zuvor auch keinen Test mehr machen muss. An der Einstufung Deutschlands ändert sich indes nichts. Die Bundesrepublik gilt für die Dänen weiter als orangefarbenes Land. Die bestehenden Test- und Quarantäneanforderungen nach der Einreise bleiben also bestehen. Es fällt aber der bislang notwendige triftige Einreisegrund – etwa der Besuch von nahen Verwandten oder Partnern – für Menschen aus EU- und Schengenländern weg. (Quelle: NDR, 14.05.21)


Moskau: Höchster Infektionsstand seit Januar

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Moskau hat den höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten erreicht. Wie die Behörden der russischen Hauptstadt mitteilten, wurden innerhalb eines Tages 3818 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. Dies ist die höchste Zahl seit Ende Januar. In ganz Russland wurde zuletzt mit 9462 Fällen die höchste Zahl von Neuinfektionen seit Ende März registriert. Außerdem zählten die Behörden landesweit 393 weitere Todesfälle binnen eines Tages. Die russischen Behörden fürchten, dass das Russland in den kommenden Wochen von einer neuen Ausbreitungswelle des Virus getroffenen werden könnte.

Präsident Wladimir Putin hatte daher zuletzt verstärkt für Corona-Impfungen geworben. Er möchte bis zum Herbst die sogenannte Herdenimmunität der russischen Bevölkerung erreichen – die Impfkampagne kommt jedoch nur schleppend voran. In einer russischen Erhebung vom April zeigten sich 62 Prozent der Befragten nicht bereit, sich mit dem russischen Corona-Vakzin Sputnik V impfen zu lassen. (Quelle: Tagesschau, 14.05.21)


Gesundheitsminister Spahn mit AstraZeneca geimpft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich von seinem Hausarzt gegen das Coronavirus impfen lassen. Der CDU-Politiker erhielt den Impfstoff der Firma AstraZeneca. Er habe sich nach einem Gespräch mit dem Arzt bewusst dafür entschieden, erklärte er nach Angaben eines Sprechers. Für den kompletten Schutz brauche Spahn nur eine Impfung, da er bereits eine Corona-Erkrankung durchgemacht habe, sagte der Sprecher weiter.
Gesundheitsminister Jens Spahn wird mit dem Präparat von AstraZeneca gegen das Coronavirus geimpft. | dpa
Gesundheitsminister Jens Spahn wird von seinem Hausarzt münsterländischen Legden mit dem Präparat von AstraZeneca geimpft. Dieses kann seit dem 6. Mai unabhängig von Prioritätsgruppen verabreicht werden. Bild: dpa
„Nach diesen langen Monaten der Pandemie fühlt es sich gut an, geimpft und damit geschützt zu sein. Alle bei uns zugelassenen Impfstoffe wirken sehr gut und sind sicher“, sagte Spahn. „Ich kann nur jedem empfehlen, der ein Impfangebot bekommt, sich auch impfen zu lassen.“ (Foto CC s. Archiv am 21.10.20; Quelle: Tagesschau, 14.05.21)


Bericht: Neue Finanzhilfen für Großunternehmen

Das Bundeswirtschaftsministerium plant weitere Finanzhilfen für Unternehmen. Wie der „Spiegel“ berichtet, werde aktuell eine neue Unterstützung für Unternehmen konzipiert, die aufgrund ihrer Größe bislang keinen ausreichenden Ausgleich für Schäden infolge der Corona-Krise erhalten haben. Denn die geltenden Regeln begrenzen die Unterstützung durch die Überbrückungshilfe III bisher auf zwölf Millionen Euro. Hotel- oder größere Einzelhandelsketten kommen über diese Schwelle indes schnell hinaus. Das Wirtschaftsministerium habe demnach nun einen Weg gefunden, um die Corona-Hilfen über eine spezielle Schadensausgleichsregelung im EU-Recht laufen zu lassen, mit der die Zwölf-Millionen-Grenze überschritten werden könne, berichtet der „Spiegel“. Voraussetzung für eine Unterstützung ist laut Bericht, dass das Unternehmen aufgrund des Lockdowns schließen musste. Touristikunternehmen, die wegen Reisewarnungen ihr Angebot streichen mussten, fallen demnach ebenfalls unter die Definition. Die Regelung solle rückwirkend auch für Verluste aus dem ersten Halbjahr 2021 gelten. (Quelle: Tagesschau, 14.05.21)


Berliner Senat relativiert Aufhebung der Priorisierung

Der Berliner Senat hat die Aufhebung der Priorisierung von Impfungen gegen das Coronavirus in Arztpraxen am Freitag relativiert. Haus- und Facharztpraxen dürften ab Montag nur von der vorgeschriebenen Reihenfolge abweichen, wenn sie ihre Impfdosen nicht für priorisierte Gruppen verbrauchen könnten, hieß es am Freitag. Das gelte auch für Impfungen durch Betriebsärzte. Zuvor hatte sich die Kassenärztliche Vereinigung Berlin massiv über den kurzfristigen Schwenk der Gesundheitsverwaltung zu einer Aufhebung der Priorisierung in Praxen beschwert. Sie kritisierte, dass dies bei begrenzten Impfstoffmengen in den Praxen falsche Erwartungen bei Bürgern wecken könne.

Bereits jetzt seien die Wartelisten mit priorisierten Berechtigten in den Haus- und Facharztpraxen lang, hieß es am Freitag von der KV. Bisher sind mehr als 400.000 Menschen in Berlin dort geimpft worden. Rund 2200 Berliner Praxen machen beim Impfprogramm mit. „Wir geben den Arztpraxen und Betriebsärztinnen und -ärzten mehr Flexibilität“, heißt es nun von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Vom Bund sei nennenswert mehr Impfstoff für Juni angekündigt. Bis dahin sollten Spielräume genutzt werden. In den Corona-Impfzentren würden die Impfungen weiterhin ausschließlich Personen der Prioritätsgruppen 1, 2 und 3 angeboten. (Quelle: FAZ, 14.05.21)


WHO fordert reiche Länder zu Impfspenden auf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat an reiche Staaten appelliert, Corona-Impfstoff an ärmere Länder zu spenden statt jetzt damit Kinder zu impfen. Derzeit stünden nur 0,3 Prozent des globalen Angebots an Impfstoffen Ländern mit niedrigem Einkommen zur Verfügung, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. In vielen Ländern seien noch nicht einmal medizinisches Personal und Pflegerinnen gegen Covid-19 geschützt.

„Ich verstehe, warum manche Länder ihre Kinder und Jugendlichen impfen wollen. Aber zu diesen Zeitpunkt bitte ich sie dringend, dies zu überdenken,“ sagte Tedros. Die Dosen sollten besser der Initiative Covax zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt, an dem die WHO führend beteiligt ist, hat eine gerechte globale Verteilung von Impfstoffen zum Ziel. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sprach sich am Freitag dafür aus, Kindern und Jugendlichen vorrangig ein Impfangebot zu machen, sobald der Impfstoff für diese Gruppe zugelassen ist. In den USA und in Kanada ist das Produkt von Pfizer/Biontech bereits ab zwölf Jahren zugelassen. (Quelle: FAZ, 14.05.21)


Großbritannien plant UN-Klimagipfel in Präsenz

Trotz der Corona-Pandemie plant Großbritannien, den UN-Klimagipfel im November in Glasgow regulär als Präsenzveranstaltung auszurichten. „Wir planen einen physischen Gipfel, bei dem die Sicherheit der Delegierten an erster Stelle stehen wird“, Gipfel-Präsident Alok Sharma.
Zuletzt hatte es wachsende Zweifel gegeben, dass der Gipfel vom 1. bis 12. November mit Delegierten aus 196 Ländern vor Ort in Glasgow stattfinden kann, während das Coronavirus wohl noch in vielen Teilen der Welt wüten wird. Der Wunsch der Regierungen und Verhandlungsführer auf der ganzen Welt sei es, den Gipfel nicht virtuell, sondern vor Ort abzuhalten, sagte Sharma bei einer Rede in Glasgow. Die Konferenz war ursprünglich im November 2020 geplant gewesen, musste aber wegen der Pandemie verschoben werden. (Quelle: FAZ 14.05.21)


Heil will Erleichterungen bei Kurzarbeit verlängern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will Erleichterungen für Firmen mit Kurzarbeit bis zum Jahresende verlängern. Handel, Gastronomie oder Veranstaltungsbranche litten nach wie vor sehr unter dem Lockdown, sagte der SPD-Politiker in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. „Ich will deshalb, dass wir die Möglichkeiten der Kurzarbeit in vollem Umfang bis zum Jahresende verlängern.“ Dazu habe er einen Verordnungsentwurf erarbeitet, den die Regierung gerade abstimme. Konkret geht es um Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden bei Kurzarbeit, die bis zum 30. Juni zu 100 Prozent vom Staat übernommen werden.

Diese Regelung will Heil verlängern. Ansonsten würde nur noch die Hälfte der Beiträge gezahlt. Heil hatte bereits erklärt, die Kurzarbeit sei für die Bundesagentur für Arbeit und den Bundeshaushalt zwar sehr teuer. Damit werde aber die „Rückkehr von Massenarbeitslosigkeit“ verhindert, die für Staat und Gesellschaft viel teurer wäre. Nach einer Schätzung des Wirtschaftsforschungsinstitutes Ifo waren im April noch 2,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit. (Foto: Sven Teschke, CC Attribution-Share Alike 3.0 Germany; Quelle: FAZ 14.05.21)


Dieburg: Skatepark von Splitt befreit

Unbekannte haben den Skatepark im hessischen Dieburg von Rollsplitt befreit. Die Stadt hatte die Sportanlage wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen zugeschüttet und damit bundesweite Reaktionen ausgelöst. Der Stadt kommt die Aktion nicht ungelegen, wie Bürgermeister Frank Haus der Nachrichtenagentur dpa sagte: Wegen sinkender Inzidenzen im Kreis müsse die Kommune den Platz ohnehin wieder freigeben. „Der Aufwand der Reinigung hat sich nun deutlich verringert“, sagte Haus. Man werde aber weiter die Einhaltung der Corona-Kontaktbeschränkungen kontrollieren. Die Kehraktion sei zwar nicht angemeldet gewesen, sagte Haus, die Stadt sei aber „aufgrund der deutlich gesunkenen Inzidenz und der damit einhergehenden Lockerungen ab dem kommenden Sonntag“ bewusst nicht eingeschritten.

(Quelle: FAZ 14.05.21)


Niedersachsen- Erstimpfung: Lange Wartelisten – Land beschwichtigt

Trotz des viel kritisierten Stopps für Erstimpfungen geht Niedersachsens Landesregierung davon aus, dass die meisten Termine wie geplant eingehalten werden. Die Kommunen rechnen mit längeren Wartezeiten.

„Wir rechnen nicht damit, dass großflächig Impfungen abgesagt werden müssen, die bereits terminiert und mit Impfstoff hinterlegt waren“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag. Allerdings verschiebe sich der Fokus wie angekündigt stärker auf die Zweitimpfungen. Kommende Woche soll es den Angaben zufolge landesweit nur 57.000 Erstimpfungen in den Impfzentren geben. Auf der Warteliste standen zuletzt jedoch bereits knapp 600.000 Menschen.

In vielen Kommunen sorgt die Priorisierung der Zweitimpfungen für Unverständnis. Der Landkreis Rotenburg (Wümme) beispielsweise teilte mit, in den nächsten Wochen lediglich 1.200 Dosen AstraZeneca für Erstimpfungen geliefert zu bekommen. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna dagegen dürften nur für Zweitimpfungen eingesetzt werden. Das habe zur Folge, dass die Warteliste mit rund 14.000 Personen nicht weiter abgearbeitet werden könne. Durch die Öffnung für Menschen aus der Gruppe mit der Priorität 3, die bis Ende Mai in drei Wellen erfolgt, werde die Liste sogar noch deutlich anwachsen. Alle Personen auf der Warteliste müssten sich daher auf eine längere Wartezeit einstellen.

„Die Anfragen, die beim Landkreis eintreffen, zeigen, dass viele Menschen ungeduldig werden und geimpft werden wollen“, sagte Landrat Hermann Luttmann (CDU). Es sei nicht zu verstehen, dass die gut funktionierenden Impfzentren, die mit voller Grundlast laufen könnten, weniger Impfstoff geliefert bekommen als die Haus- und Betriebsärzte. „Ich erwarte von Bund und Ländern eine gleichberechtigte Behandlung von Impfzentren, niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten, damit wir schnell weiter impfen können“, so Luttmann.

Ähnliche Töne kommen auch aus dem Landkreis Oldenburg, wo derzeit rund 9.500 Menschen auf der Warteliste stehen. „Die Situation ist mehr als ärgerlich, denn das Impfzentrum mit den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeitet hoch effizient. Es liegt nur an der Mangelversorgung mit Impfstoff“, sagte Landrat Carsten Harings (parteilos). Die Impfkampagne auf viele Fundamente zu stellen, sei zwar definitiv richtig, betonte Harings. Es dürfe aber nicht sein, wegen der Einbeziehung der Hausärzte die Auslastung der Impfzentren herunterzufahren. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen will Harings Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) auf die Problematik aufmerksam machen. In einem Brief bitten die Landräte und Oberbürgermeister eindringlich darum, dass das Land auf die Bundesregierung einwirkt und die ausreichende Versorgung mit Impfstoffen einfordert.

Die Landesregierung hatte nach dem schleppenden Start der Impfkampagne beschlossen, die Reserven für Zweitimpfungen zu verringern, um mit den Erstimpfungen schneller voranzukommen. Mittlerweile müssen jedoch nun erst viele Menschen ihre zweite Spritze bekommen, bevor wieder genügend Impfstoff für alle neuen Impfberechtigten da ist. Erst ab Anfang Juni sollen wieder verstärkt Erstimpfungen möglich sein, hieß es am Mittwoch. Die Opposition reagierte empört und sprach von einem „Impfdebakel“.

Die Impfzentren sollen derweil immer mehr von den Arztpraxen abgelöst werden. „Der Bund hat, als er die Impfzentren im letzten Jahr eingerichtet hat, ganz klar kommuniziert, dass das eine Einrichtung im Rahmen der Krisenbewältigung ist und die Impfzentren befristet tätig sein werden“, sagte die Ministeriumssprecherin. „Bis zum 30. September werden die Impfzentren vom Bund finanziert und auch mindestens so lange mit Impfstoff beliefert.“ Danach seien die Arztpraxen voraussichtlich in der Lage, die Impfkampagne allein zu übernehmen. Angesichts der Impfzahlen aus den Praxen sei nicht zu erwarten, dass die Frist für die Impfzentren noch weiter verlängert werde, so die Sprecherin. (Foto: CC s. Archiv v. 9.3.21; Quelle: NDR 14.05.21)


Schweden: Pro-Kopf-Sterblichkeit um ein Vielfaches höher als in Nachbarländern

Schweden hat seit Mittwoch 9.192 neue Coronavirus-Fälle registriert, wie die Statistiken der Gesundheitsbehörden am Freitag zeigten, berichtet Reuters.

Das 10-Millionen-Land verzeichnete acht weitere Todesfälle, insgesamt sind es damit 14.275.

Die Pro-Kopf-Sterblichkeitsrate in Schweden ist um ein Vielfaches höher als in den Nachbarländern, jedoch niedriger als in den meisten europäischen Ländern, in denen Sperren aufgetreten sind. (Quelle: The Guardian, 14.05.21)


Anhusten kostet

Nachdem sie bei einer Corona-Abstandskontrolle am Frankfurter Mainufer Polizisten absichtlich angehustet hat, ist eine Frau zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das berichtet die FAZ. Das Amtsgericht Frankfurt entschied am Freitag, dass die 30-Jährige insgesamt 1.440 Euro (120 Tagessätze á 12 Euro) zahlen muss. Das Gericht ging von einem tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte aus und erließ einen entsprechenden Strafbefehl, nachdem trotz ordnungsgemäßer Ladung lediglich der Verteidiger der Angeklagten erschienen war.

Die Kontrolle war von den Beamten bereits im April vergangenen Jahres vorgenommen worden, nachdem sich vor allem junge Leute am Mainufer zusammengefunden hatten. Ein Polizist wurde bei dem Anhusten der Frau auch von Speichelpartikeln getroffen. Laut Gericht kann in Pandemie-Zeiten auch ein einfaches, aber bewusstes Anhusten eine Tätlichkeit im strafrechtlichen Sinne darstellen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
(Quelle: FAZ, 14.05.21)



Kein Party-Sommer auf Mallorca

Die Regierungschefin der Balearen, Francina Armengol, hat einem Party-Sommer auf Mallorca eine vorläufige Absage erteilt. „Erst mit einer höheren Impfrate können wir das Nachtleben wieder öffnen“, sagte Armengol gegenüber deutschen Medien „Durch zu schnelle Öffnungsschritte würden wir die großen Opfer, die unsere Bevölkerung bei der Bekämpfung der Pandemie erbracht hat, gefährden.“ Priorität habe jetzt der verantwortungsvolle Tourismus, sagte die Regierungschefin.

„Wir wünschen uns viele Familien, Sport-, Kultur- und Gastronomietouristen.“ Schwierig sei es hingegen mit Partyurlaub. „Das Nachtleben folgt später, wahrscheinlich nicht mehr in diesem Sommer“, stellte Armengol klar. Die Regierungschefin versprach grundsätzlich eine sichere Sommersaison 2021. „Unsere Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen Monaten große Opfer gebracht, um ein niedriges Infektionsgeschehen zu erreichen“, sagte sie. Seit sieben Tagen liege die Inzidenz unter 25. „Damit können wir die Sicherheit für die Touristen und die einheimische Bevölkerung garantieren.“ (Quelle: Tagesschau 14.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Freitag, 14. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 721 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 4 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.459. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 250.813 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI auf 68,3 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 74,3). (Quelle: NDR, 14.05.21)


Grafschafter Zahlen

Zum zweiten Tag infolge liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim am Freitag unter der kritischen 100-Marke. Das Robert-Koch-Institut beziffert ihn auf 80,2. Der Inzidenzwert muss jedoch insgesamt fünf Tage unter 100 liegen, damit weitere Lockerungen der Corona-Regeln in Kraft treten. Am Donnerstag lag der Inzidenzwert das erste Mal unter 100 nämlich bei 86,8.
Am Freitag meldete die Kreisverwaltung nun 24 Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

Aktuell sind dem Kreishaus 230 Infektionen bekannt. Seit Beginn der Pandemie sind 5.183 Covid-19-Fälle bestätigt worden. 4.835 Menschen gelten inzwischen als genesen. Das sind 39 Genesene mehr als noch am Donnerstag. Im Zusammenhang mit einer Infektion mit Covid-19 werden 118 Todesfälle genannt. 623 Grafschafter befinden sich zurzeit in Quarantäne.

Auf die sieben Grafschafter Kommunen verteilen sich die aktuellen 230 Covid-19-Fälle, 59 (-8) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 14.05.20)


Außenminister Maas schließt weitere Corona-Rückholaktion aus

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) schließt eine erneute Rückholaktion für gestrandete Urlauber wegen der Corona-Pandemie aus. „Wenn sich in bestimmten Ländern die Pandemielage verschlechtern sollte, darf das heute, im Jahr 2021, anders als noch im vergangenen Jahr, niemanden mehr überraschen“, sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Jeder einzelne habe Erfahrung mit dem Coronavirus gesammelt. „Auch die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften hatten Gelegenheit, sich auf die Situation einzustellen“, betonte der Minister. Die Menschen könnten sich aber weiterhin im Notfall immer auf die weltweit mehr als 200 deutschen Botschaften und Konsulate verlassen. „Wer strandet, dem wird mit Rat und Tat geholfen, bis die Heimreise gelingt“, versicherte Maas. (Foto CC s. Archiv v. 22.4.20; Quelle: Tagesschau, 14.05.21)


Lokale Inzidenzahlen
Lingen: 29,2 (29,3)
Meppen: 85,0 (87,8)
Papenburg: 39,7 (39,9)
Die Zahlen sind aus den offiziellen Einwohnerzahlen per 31.12.22019 errechnet, die auch das RKI zugrunde legt: Lingen(Ems) 54.708, Meppen 35.313, Papenburg 37.766. Unklar ist, ob die Zahlen zutreffen. Der Landkreis Emsland ist mehrfach mit hohen Nachmeldungen (+<20%) aufgefallen. Diese Nachmeldungen finden aber keinen Eingang in die offiziellen Statistiken; für das RKI sind die zuerst gemeldeten Zahle verbindlich…


ARD-DeutschlandTrend: Zwei Drittel mit Krisenmanagement unzufrieden

>Knapp zwei Drittel der Menschen in Deutschland sind laut DeutschlandTrend für das ARD-Morgenmagazin aktuell unzufrieden damit, wie die Politik die Corona-Maßnahmen begründet und erklärt. Allerdings hat sich der Anteil der Unzufriedenen gegenüber dem April verringert. 65 Prozent der Wahlberechtigten sind demnach unzufrieden damit, wie die Corona-Maßnahmen kommuniziert werden.

Im Vergleich zum April sind dies 7 Prozentpunkte weniger. Zufrieden mit der Erklärung und Begründung der Schritte sind 32 Prozent der Befragten, 5 Prozentpunkte mehr als im April. Gegenüber April von 15 auf 36 Prozent gestiegen ist die positive Bewertung der Impfkampagne. 62 Prozent sind mit dem Impfmanagement unzufrieden, 21 Prozentpunkte weniger als Anfang April. Die Bewertung der Impfkampagne hängt laut Umfrage stark vom Alter der Befragten ab. Bei den über 65-Jährigen stellt die Hälfte (50 Prozent) der Impfkampagne ein positives Zeugnis aus, bei den unter 65-Jährigen sind es nur etwa drei von zehn. (Quelle: ARD, 14.05.21)


Überblick am Morgen

  • Japan wird in drei weiteren Präfekturen, die von CoViD-19 schwer getroffen sind, den Ausnahmezustand erklären, sagte Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura am Freitag in einem überraschenden Schritt, der die wachsende Besorgnis über die Ausbreitung des Virus widerspiegelt.
  • Unterdessen stehen die britischen Behörden in Großbritannien zunehmend unter dem Druck, an den Corona-Hotspots sog. „Surge-Impfungen“ durchzuführen. Einige lokale Behörden drängen darauf, das Angebot an Impfungen auf alle Erwachsenen, auch junge Menschen ab 18, auszudehnen, um die Verbreitung einer Coronavirus-Variante zu stoppen.
  • USA: Voll geimpfte Amerikaner müssen in den meisten Fällen keine Maske mehr tragen, teilte das CDC am Donnerstag mit. Joe Biden nannte es „einen großartigen Tag für Amerika in unserem langen Kampf gegen das Coronavirus“.
  • Laut Angaben von Public Health England haben sich in der vergangenen Woche die Fälle einer zuerst in Indien aufgetretenen in Großbritannien mehr als verdoppelt. Die am Donnerstagabend veröffentlichten Zahlen zeigen, dass im Land 1.313 Fälle der Variante VOC-21APR-02 gibt, gegenüber 520 in der Vorwoche, festgestellt wurden.
    Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, dies sei eine besorgniserregende Variante. „Wir sind besorgt darüber“, sagte er, als er von Reportern gefragt wurde.
  • Die vier besorgniserregendsten Varianten wurden in praktisch allen Teilen Amerikas entdeckt, sagte ein Experte der Weltgesundheitsorganisation WHO.
  • Die Gesundheitsbehörden in Frankreich meldeten am Donnerstag 19.461 neue Covid-19-Fälle, was zum ersten Mal seit fast einem Jahr einem wöchentlichen Anstieg von weniger als zwei Prozent entspricht. Die Gesamtzahl der Krankenhausaufenthalte wegen CoViD-19 sank um 598 und ging den 10. Tag in Folge auf aktuell 23.656 zurück, den niedrigsten Stand seit dem 31. Oktober.
  • Die Philippinen werden einige Coronavirus-Beschränkungen in der Hauptstadt Manila und den nahe gelegenen Provinzen lockern, wobei die täglichen Infektionen weit unter dem Höchststand vor sechs Wochen liegen.
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Notfallanwendung des Pfizer-Biontech-Impfstoffs für Kinder genehmigt, teilte die Regierung mit.
  • Der spanische Premierminister Pedro Sánchez sagte, Spanien sei auf dem Weg zur Herdenimmunität und prognostizierte, dass bis Mitte August 33 Millionen Menschen geimpft werden.
  • Malaysia hat die höchste Anzahl neuer Coronavirus-Fälle seit mehr als drei Monaten gemeldet.
  • Ein Bericht über die Übersterblichkeit in Südafrika im vergangenen Jahr legt nahe, dass mehr als 133.000 Menschen im Land an Covid gestorben sind, weit mehr als die offizielle Zahl von fast 55.000. (Quelle: The Guardian, 14.05.21)

Deutschland-Zahlen

<img class=“alignleft size-full wp-image-53773″ src=“https://robertkoop.files.wordpress.com/2021/02/rki-e1614374318618.jpg&#8220; alt=““ width=“90″ height=“90″ /Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) erstmals seit dem 20. März wieder die Schwelle von 100 unterschritten. Nach Stand des RKI-Dashboards von 04.56 Uhr lag der Wert am Freitag bei 96,5. Am 20. März hatte sie bei 99,9 gelegen.

Am Vortag hatte das RKI die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 103,6 angegeben, am Freitag vor einer Woche mit 125,7. Einen Höchststand hatte die bundesweite Inzidenz während der dritten Welle am 26. April mit 169,3 erreicht. Der bisher höchste Inzidenz-Wert hatte bei 197,6 am 22. Dezember vergangenen Jahres gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.336 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 18.485 Neuansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 190 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 284 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3577.040 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.259.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.848.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,87, am Vortag hatte er bei Vortag 0,82 gelegen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 14.05.21)


Polizei-Bilanz in Niedersachsen: Kaum Verstöße am Vatertag

Die Appelle und Kontrollen haben sich offenbar ausgezahlt. Am Vatertag musste die Polizei in Niedersachsen nur in wenigen Fällen eingreifen.

„Es sieht recht ruhig aus, ein bisschen scheint Himmelfahrt diesmal auch auszufallen“, hieß es bereits am Nachmittag von der Polizeidirektion Hannover. Die Beamten zeigten an beliebten Zielen wie dem Maschsee verstärkt Präsenz, um sich das Verhalten von Ausflüglern anzusehen. „Große Vorfälle hatten wir nicht“, sagte ein Sprecher. Am Steinhuder Meer seien die Strände gegen Mittag zur Hälfte ausgelastet gewesen. Größere Ansammlungen von Menschen habe es aber nicht gegeben.

In und um Hannover mussten die Beamtinnen und Beamten allerdings einige Treffen auflösen: Auf dem Expo-Gelände hatten sich 14 Personen versammelt, in Laatzen wurden eine Gruppe von 16 Menschen angetroffen. Außerdem ging die Polizei einem Hinweis auf eine größere Zusammenkunft in der Nordstadt nach. Dort seien tatsächlich 20 Personen angetroffen worden, sagte ein Sprecher. Allerdings seien diese allesamt vollständig geimpft gewesen. In Hildesheim müssen ein Wirt und seine Gäste Strafe zahlen, weil 14 Personen an einem Tisch saßen.

In Braunschweig erteilte die Polizei mehrere Platzverweise, weil Ausflügler sich in Einzelfällen nicht an das Alkoholverbot im Prinz-Albrecht-Park und im Heidbergpark hielten. Keine Probleme gab es dagegen am Bullensee im Landkreis Rotenburg, wo Bollerwagen-Touren komplett verboten waren. Es sei ausgesprochen ruhig gewesen, sagte ein Sprecher. Diesen Eindruck teilte auch die Polizeidirektion Oldenburg. Die Beamten seien geradezu erstaunt darüber gewesen, wie friedlich es war.

In etlichen Kommunen in Niedersachsen waren vorab örtlich begrenzte Alkoholverbote erlassen worden. So verschärfte zum Beispiel die Gemeinde Wedemark (Region Hannover) die Regeln für die Brücke über die Große Beeke. Diese hatte sich in den vergangenen Jahren zum beliebten Treffpunkt von Heranwachsenden und jungen Erwachsenen entwickelt, die dort den Vatertag begingen. Die Samtgemeinde Uelsen in der Grafschaft Bentheim riet vom „Daudrappen“ ab – dem traditionellen morgendlichen Spaziergang über taubedeckte Wiesen, bei dem häufig viel Alkohol fließt. Verbotszonen gab es auch am Quendorfer See in Schüttorf und in der Lüneburger Heide am Inselsee in Scharnebeck (Landkreis Lüneburg).
(Quelle: NDR, 14.05.21)


CL-Finale in Porto statt in Istanbul

Das Endspiel der Champions League wird erneut nicht wie geplant in der türkischen Metropole Istanbul stattfinden. Stattdessen hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag das portugiesische Porto als neuen Austragungsort für das am 29. Mai vorgesehene Duell zwischen den englischen Klubs Manchester City und FC Chelsea präsentiert.

Gespielt wird im Estadio do Dragao, Schauplatz der Heimspiele des FC Porto und zahlreicher Spiele der EM 2004. Den Fanlagern beider Klubs werden jeweils 6000 Eintrittskarten zur Verfügung gestellt. „Es war keine Option, den Anhängern die Chance auf das Spiel zu nehmen. Deshalb bin ich zufrieden mit diesem Kompromiss“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Allerdings herrscht auch in Richtung Portugal bislang keine völlige Reisefreiheit für die englischen Fans. Diese müssten nach aktuellem Stand weniger als 24 Stunden im Land bleiben, negative Tests vorweisen und Kontakt zu Einheimischen vermeiden, nach Möglichkeit also eine Art „Blase“ bilden. Das bestätigte eine portugiesische Regierungssprecherin am Donnerstag. Möglicherweise ändern sich die Richtlinien bis zur Austragung des Spiels Ende Mai noch. (Quelle: FAZ, 13.05.21)


Lockerung in den USA: Geimpfte müssen drinnen keine Maske mehr tragen – meist.

Rückkehr der Normalität in den Vereinigten Staaten: In vielen Alltagssituationen müssen vollständig geimpfte Menschen keine Maske mehr tragen. Einige Ausnahmen gibt es aber, wie die zuständige Behörde CDC mitteilte.

ollständig gegen Corona geimpfte Menschen müssen in den USA einer Empfehlung der Gesundheitsbehörde CDC zufolge in vielen Innenräumen keine Masken mehr tragen. Sie müssen sich auch nicht mehr an die Abstandsgebote halten, erklärte Behördenchefin Rochelle Walensky am Donnerstag. „Wir haben uns alle nach diesem Moment gesehnt, in dem wir wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren können“, sagte Walensky bei einer Pressekonferenz. Die Ankündigung dürfte zum Beispiel auch die Rückkehr in Büros erleichtern. Das Tragen einer Maske ist demnach aber in Alltagssituationen, in denen Menschen sich dicht gedrängt aufhalten, wie etwa in Bussen, Flugzeugen, Krankenhäusern oder Flughäfen weiterhin gefordert.

Das CDC hatte zuletzt bereits erklärt, dass Geimpfte neuen Richtlinien zufolge in den meisten Situationen im Freien keine Maske mehr tragen müssen. Vollständig Geimpfte könnten damit beginnen, Dinge zu tun, die wegen des Ansteckungsrisikos bisher nicht erlaubt waren, sagte Walensky. Geimpfte dürften nun auch ohne Maske ins Kino, ins Fitnessstudio oder zum Friseur gehen. Auch der Besuch von Messen, das Singen in Chören und das Essen im Restaurant sei wieder ohne Maske möglich. Das Weiße Haus bezeichnete die Ankündigung umgehend als „große Neuigkeit“. Menschen gelten zwei Wochen nach der letzten Impfung als vollständig geimpft.

Walensky sagte, die neuen Richtlinien seien möglich, weil große Studien gezeigt hätten, dass die Impfungen extrem wirksam seien, selbst gegen Varianten des Coronavirus. In den USA sind inzwischen 45 Prozent der rund 260 Millionen Erwachsenen abschließend geimpft, wie CDC-Daten zeigen. Fast 60 Prozent haben mindestens die erste Impfung erhalten. Eingesetzt wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech /Pfizer, bei denen je zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson . Dieser entfaltet bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung.

(Quelle: FAZ, 13.05.21)


Krankenhausärzte warnen: Olympia unter Volldampf

Der Termin der Olympischen Spiele rückt näher. Die Skepsis in Japan ist hoch. Das IOC versucht, die Ängste zu zerstreuen, doch Ärzte behaupten: „Sichere Spiele sind unmöglich“. Die FAZ berichtet:

Wie ein Ozeandampfer stampft das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Richtung Tokio. „Wir bewegen uns mit Volldampf voran“, sagte am Mittwoch IOC-Sprecher Mark Adams bei einer virtuellen Pressekonferenz. Am 23. Juli soll die Eröffnungsfeier steigen. Dass Japans Bevölkerung seit Monaten mittels diverser Umfragen die Austragung der Spiele in diesem Sommer aus Angst vor Virus-Einschleppung massiv ablehnt, scheint das IOC nicht weiter zu beunruhigen. Kurz vor Beginn Olympischer Spiele gebe es immer einen Einbruch in der Zustimmung, sagte Adams – so als wäre an diesen Spielen irgendetwas wie immer. Wenn die Spiele erst einmal liefen, werde das japanische Volk noch stolz auf den historischen Moment sein.

Zu Wochenbeginn hatte ein Satz von Ministerpräsident Suga im japanischen Parlament den olympischen Optimismus erschüttert: „Ich habe die Spiele nie an erste Stelle gestellt. Meine Priorität war immer, das Leben und die Gesundheit der japanischen Bevölkerung zu schützen.“ Der Notstand wegen steigender Corona-Infektionen, einer niedrigen Impfrate (weniger als drei Prozent) und sich füllender Krankenhäuser wurde auch in Tokio bis 31. Mai verlängert. Eine Vereinigung japanischer Krankenhausärzte schrieb zuletzt in einer Stellungnahme an die Regierung: „Wir widersetzen uns entschieden, die Spiele in Tokio zu einer Zeit stattfinden zu lassen, in der die Menschen rund um die Welt gegen das Coronavirus kämpfen. Es ist in der Pandemie unmöglich, sichere und geschützte Spiele abzuhalten.“ (Quelle: FAZ, 13.05.21)


Griechenland lockert ab Freitag in einer Woche

Griechenland lockert ab Freitag zahlreiche Corona-Beschränkungen. Zusätzlich zur Aufhebung eines Reiseverbots innerhalb des Landes sollen auch Museen wieder öffnen dürfen. Zudem müssen Bürger künftig das Verlassen ihrer Wohnungen nicht mehr per SMS bei den Behörden anmelden. Wer auf eine der griechischen Inseln mit dem Schiff oder Flugzeug reist, muss aber einen Impfnachweis oder einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die dritte Welle der Corona-Pandemie hatte Griechenland besonders hart getroffen. Die Mehrheit der rund 10.000 Corona-Todesfälle entfiel auf die vergangenen Monate. Griechenland, dessen Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt, hat seine Impfkampagne vor der Sommersaison beschleunigt. Obwohl die Behörden weiterhin mehr als 2000 Neuinfektionen pro Tag registrieren und die Krankenhäuser ausgelastet sind, durften bereits am Montag alle Schulen wieder öffnen. (Quelle: FAZ, 13.05.21)


Seniorenheim Altenoythe (CLP): 22 Bewohnende mit Corona infiziert

In einer Senioreneinrichtung in der Gemeinde Friesoythe haben sich 22 Bewohnerinnen und Bewohner sowie drei Mitarbeitende mit Corona infiziert. Alle gelten laut Landkreis Cloppenburg als durchgeimpft.

Der Krankheitsverlauf sei durch die Impfungen abgemildert worden: Überwiegend seien bei den Infizierten im Ortsteil Altenoythe keine oder nur leichte Symptome aufgetreten, hieß es. Zwei infizierte Bewohner seien in den vergangenen Tagen allerdings verstorben. Ob die Coronavirus-Infektion die Todesursache war, ist dabei aber unklar. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen, denen wir unsere Anteilnahme aussprechen“, sagte Landrat Johann Wimberg (CDU) am Mittwoch.

Die Behörden wollen den gravierenden Ausbruch in der Senioreneinrichtung mit knapp 100 Bewohnenden und Pflegenden untersuchen. Das Gesundheitsamt stimmt sich den Angaben zufolge eng mit den Verantwortlichen des Heims und dem zuständigen Impfzentrum ab. Es werde geprüft, wer mit welchem Impfstoff geimpft worden sei, darüber hinaus sollen die Vakzin-Chargen nachverfolgt werden. Auch das Landesgesundheitsamt sei in die Prüfung einbezogen, hieß es weiter vom Landkreis. Die Daten sollen wissenschaftlich ausgewertet werden.
(Quelle: NDR, 13.05.21)



Sachsen hebt Impfpriorisierung auf

Sachsen hebt vom 24. Mai an die Impfpriorisierung für alle Corona-Impfstoffe komplett auf. Einen entsprechenden Bericht der „Ärzte Zeitung“ bestätigte das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage. Allerdings gilt das ausschließlich für die Praxen und nicht für die Impfzentren. Ende April hatte der Freistaat bereits die Impfreihenfolge für Astra-Zeneca beendet.

Am vergangenen Dienstag kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) dies auch für den Impfstoff von Johnson & Johnson an. Bereits ab kommendem Montag soll es in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin keine Priorisierung für Corona-Impfstoffe in Arztpraxen mehr geben. (Quelle: FAZ, 13.05.21)


Impfkampagne für Zwölf- bis 15-Jährige in den USA gestartet

Die USA haben damit begonnen, im großen Stil Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Landesweit konnten sich am Donnerstag Zwölf- bis 15-Jährige mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer impfen lassen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte die Impfungen für die rund 17 Millionen Kinder und Jugendlichen dieser Altersgruppe am Vorabend empfohlen.

„Obwohl die meisten Kinder mit Covid-19 nur milde oder gar keine Symptome haben, können einige Kinder schwer erkranken“, erklärte CDC-Chefin Rochelle Walensky. Es habe auch einige wenige Todesfälle in der Altersgruppe gegeben. Eine Impfung von Kindern und Jugendlichen werde den USA helfen, die Pandemie hinter sich zu lassen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte den Biontech-Pfizer-Impfstoff am Montag offiziell für Zwölf- bis 15-Jährige zugelassen. In der Europäischen Union prüft derzeit die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Dänemark beginnt mit Exhumierung von Nerz-Kadavern

In Dänemark ist mit der Exhumierung von unzähligen Kadavern von Nerzen begonnen worden, die im Zuge der Corona-Pandemie gekeult worden waren. Große Geräte und Lastwagen rückten am Donnerstag im Westen des Landes an, um die Tierkadaver aus zwei Massengräbern zu bergen und in eine Verbrennungsanlage zu bringen. In den Gräbern waren unzählige Nerze verscharrt worden, nachdem sie wegen der Entdeckung einer auf den Menschen übertragbaren Coronavirus-Mutante bei den Tieren gekeult worden waren.

Dänemark ist eigentlich das größte Exportland von Nerzen. Im November vergangenen Jahres hatte das Land allerdings eine Notschlachtung aller 15 Millionen Tiere angekündigt. Damit sollte die Verbreitung einer mutierten und auf den Menschen übertragbaren Form von Sars-CoV-2 verhindert werden. Die letzten Tiere wurden Anfang Februar gekeult. Die dänische Regierung hat zudem die Zucht von Nerzen bis Januar 2022 verboten. Den Züchtern soll mit Milliardenentschädigungen unter die Arme gegriffen werden. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Amazon (USA) zahlt neuen Mitarbeitern 100 Dollar für Impfnachweis

Amazon will neuen Mitarbeitern in den USA einen Bonus von 100 Dollar für einen Impfnachweis zahlen. Das teilt der weltgrößte Onlinehändler mit. Amazon hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, weitere 75.000 Mitarbeiter anzuheuern, um den großen Andrang von Kunden zu bewältigen. Dem US-Unternehmen wurde zudem vorgeworfen, in der Corona-Krise nicht genug für den Schutz der Mitarbeiter zu unternehmen. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Indien baut trotz Corona-Notlage prestigeträchtiges Parlament

Trotz der schweren Corona-Pandemie in Indien lässt die Regierung weiter an einem neuen Parlamentsgebäude und anderen administrativen Gebäuden bauen. Zwölf Oppositionsparteien kritisierten dafür in einem Schreiben Premierminister Narendra Modi und forderten ihn auf, das Projekt zu stoppen. Das Geld solle besser für die Beschaffung von Sauerstoff und Impfstoff verwendet werden.

Indien erlebt derzeit eine heftige zweite Corona-Welle, die die Krankenhäuser überlastet. In dem Brief forderten die Oppositionsparteien auch kostenloses Essen für Arme, Gratisimpfungen und ein Aus für die umstrittenen Gesetze zur Liberalisierung der Landwirtschaft, die Anfang des Jahres zu massiven Bauernprotesten geführt hatten.

Für die Regierung von Modi ist das 2,3 Milliarden-Euro-Projekt (200 Mrd Rupien) wichtig fürs Prestige: Es soll zur 75-Jahr-Feier der Unabhängigkeit der größten Demokratie der Welt 2022 fertig sein. Die Arbeiten gehen trotz eines Lockdowns weiter, während die meisten anderen Bauprojekte gestoppt sind. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Neue Einreiseregeln gelten ab heute

Für Urlaubsrückkehrer und andere Einreisende nach Deutschland gelten von diesem Donnerstag an bundesweit einheitliche Corona-Regeln. Für vollständig Geimpfte und Genesene fallen Vorgaben zu Quarantäne und Test-Erfordernissen weg – außer, man kommt aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Mutanten. Gemäß einer vom Kabinett beschlossenen Verordnung können auch Nicht-Geimpfte die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach Einreise vermeiden, wenn sie aus einem „Risikogebiet“ mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 kommen. Dafür müssen sie belegen, kürzlich negativ getestet worden zu sein. Möglich soll das auch durch Hochladen des Nachweises in der digitalen Einreiseanmeldung sein.

Die Regelung soll auch Reisen im Sommer in Europa erleichtern, etwa, wenn geimpfte Eltern zusammen mit nicht-geimpften Kindern reisen. Wie Reiseländer für deutsche Urlauber eingestuft werden, ist auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zu sehen. Zentraler Faktor für die Einstufung als „Risikogebiet“ sind mehr als 50 gemeldete Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Darüber hinaus gibt es „Hochinzidenzgebiete“ von einer Schwelle von 200 an sowie „Virusvariantengebiete“ mit neuen Mutanten. Während der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten soll es dabei bleiben, dass man die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzen kann. Rückkehrer aus Gebieten mit Virusvarianten müssen weiter für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, die nicht per Test verkürzt werden kann.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeigte sich mit Blick auf den Sommer zuversichtlich, richtete aber auch mahnend den Blick auf den Herbst. „Die Zahlen entwickeln sich sehr positiv. Einem entspannten Sommer mit deutlichen Lockerungen steht nichts mehr entgegen, wenn wir jetzt nicht unvorsichtig werden“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. „Um jedoch eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, müssen wir Vorkehrungen insbesondere für Reiserückkehrer treffen“, sagte er.

Mindestens 20 Prozent der Bevölkerung würden auf absehbare Zeit ohne Schutz sein, weil sie sich nicht impfen lassen können oder wollen. „Wir brauchen deswegen schon jetzt strenge Tests an den Flughäfen und eine Quarantäne der Reisenden, bis das Testergebnis vorliegt für diejenigen, die aus Mutationsgebieten kommen“, sagte der Lauterbach. (Foto: CCs. Archiv v. 15.6.20; Quelle FAZ, 13.05.21)


Krankenhäusern in Kolumbien droht der Kollaps

Nach tagelangen Protesten steht das Gesundheitssystem in Kolumbien angesichts der Corona-Pandemie vor dem Zusammenbruch. „Es muss mit aller Realität gesagt werden: die Ansteckungssituation in Bogota ist kritisch: fast einhundertprozentige Belegung der Intensivstation“, schrieb der kolumbianische Gesundheitsminister Fernando Ruiz am Mittwochabend auf Twitter. 500 Patienten müssten aus der Hauptstadt in andere Teile des Landes verlegt werden.

Seit zwei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen, teilweise von Gewalt überschatteten Protesten. Mindestens 42 Menschen sind nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle während der Protesttage ums Leben gekommen, 168 Personen werden vermisst. Zuerst demonstrierten Menschen gegen eine umstrittene, inzwischen zurückgenommene Steuerreform. Die meisten Demonstranten haben nun neue Ziele, wie den Widerstand gegen eine ebenfalls geplante Gesundheitsreform und den Einsatz für den brüchig gewordenen Friedensprozess.

Zugleich erlebt Kolumbien derzeit einen der schwersten Momente der Pandemie mit einer hohen Auslastung der Krankenhäuser. Mehr als 3 Millionen Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert, fast 80.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Tourismus-Messe in Spanien rechnet im Mai mit 100.000 Gästen

Die Internationale Tourismus-Messe Fitur in Spanien rechnet im Mai mit 100.000 Besuchern aus 60 Ländern. Wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten, soll es die erste Präsenzveranstaltung dieser Art im weltweiten Tourismussektor seit dem Beginn der Corona-Pandemie sein. Ziel sei es, die „Erholung des Tourismus zu fördern“, der etwa zwölf Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmache und für die Wirtschaft des Landes von „essentieller“ Bedeutung sei.

Spanien ist eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder in der EU. Mehr als 79.000 Menschen starben in Verbindung mit dem Coronavirus. Im Frühjahr 2020 hatte das Messegelände noch als Notfallkrankenhaus gedient. ((Quelle: TSP, 13.05.21)


Große Nachfrage nach elektronischem Impfnachweis in Thüringen

In Thüringen gibt es einen regelrechten Ansturm auf den elektronischen Nachweis für Impfungen. Seit dem Start der Abrufmöglichkeit habe es rund 60.000 Anfragen danach gegeben, sagte Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Nachweis in Gestalt eines PDF-Dokuments mit QR-Code kann seit Mittwochvormittag auf dem Terminvergabeportal „www.impfen-thueringen.de“ auf das Smartphone oder den PC heruntergeladen werden. Er enthält den Namen des Geimpften, den verabreichten Impfstoff und das Datum der beiden Einzelimpfungen. Auch der Papierausdruck ist möglich.

Den elektronischen Impfnachweis als Ergänzung zum Eintrag im gelben Impfausweis können all jene anfordern, die sich in den regionalen Impfstellen und den großen Impfzentren Thüringens gegen Covid-19 haben immunisieren lassen. Für in Arztpraxen Geimpfte ist dies noch nicht möglich. Zur Vorbereitung auf die in den nächsten Wochen erwartete bundesweite Impf-App testet Thüringen den elektronischen Nachweis in einem Pilotprojekt, an dem auch Brandenburg beteiligt ist. Das Zertifikat soll fälschungssicher sein. Es gilt nur in Verbindung mit dem Personalausweis. (Quelle: TSP, 13.05.21)


GB debattiert über langsameren Ausstieg aus Lockdown

Wegen der Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante in Großbritannien fordern Experten einen langsameren Ausstieg aus dem Lockdown als bisher geplant. Die Untervariante B.1617.2 dominiert nun in fünf der sechs Gebiete, wo zuletzt der höchste Anstieg von Neuinfektionen registriert wurde, wie die Zeitung „The Telegraph“ am Donnerstag berichtete. Landesweit gebe es mehr als 1700 Fälle, das ist dreimal mehr als der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) vorige Woche registriert hatte. Premierminister Boris Johnson zeigte sich „besorgt“.

„Wir wollen sicherstellen, dass wir jetzt überlegt und vorsichtig handeln“, sagte Johnson bei einem Besuch in Nordengland. „Es gibt eine Reihe von Dingen, die wir tun könnten, wir schließen nichts aus.“ Noch am Donnerstag sollte eine wissenschaftliche Beratungsgruppe der Regierung zusammenkommen. Expertin Christina Pagel vom University College London warnte, die von nächstem Montag an geplanten Corona-Lockerungen würden Öl ins Feuer gießen.

Vom 17. Mai an dürfen Restaurants und Pubs ihre Innenräume öffnen, Auslandsreisen sind – wenn auch nur in wenige Länder – wieder erlaubt, außerdem dürfen sich bis zu sechs Menschen oder zwei Haushalte in geschlossenen Räumen treffen. Johnson hatte die Lockerungen erst am Montag bestätigt. Ein Regierungssprecher betonte am Donnerstag, die Daten lieferten keine Hinweise darauf, dass die „Roadmap“ verschoben werden oder regional Einschränkungen eingeführt werden müssten. Die Lage werde aber genau beobachtet.

Zur Debatte steht auch, die Aufhebung aller Corona-Restriktionen, die Johnson für den 21. Juni anpeilt, vorerst nach hinten zu verschieben oder einige Maßnahmen auch über dieses Datum hinaus in Kraft zu lassen.(Quelle: TSP, 13.05.21)


Fußballprofi Rüdiger dankt Klinik in London: Social-Media-Kanäle für einen Tag

Als ein besonderes Dankeschön für ihren „extrem guten Job“ zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat Fußballprofi Antonio Rüdiger den Mitarbeitern des Chelsea-and-Westminster-Hospitals für einen Tag seine Social-Media-Kanäle zur Verfügung gestellt. Dies sei ein Zeichen seiner Anerkennung für die ausgezeichnete Arbeit des gesamten Personals in den vergangenen anderthalb Jahren, sagte der Abwehrspieler des Champions-League-Finalisten FC Chelsea in einer Instagram-Videobotschaft.

„Wir sind Toni außerordentlich dankbar für seine Unterstützung“, sagte Dominic Conlin, der Direktor der Londoner Klinik, in der jährlich 325 000 Patienten behandelt werden. „Es ist fantastisch, dass er ein Licht auf unser Krankenhaus wirft, auf die tägliche Arbeit und unser unglaubliches Personal“, meinte Conlin.

Das Krankenhaus liegt direkt neben der Stamford Bridge, der Heimspielstätte des FC Chelsea. Rüdiger hatte die Klinikmitarbeiter bereits am 3. März – an seinem 28. Geburtstag – überrascht: Der DFB-Nationalspieler spendierte hunderten Krankenschwestern und Ärzten ein großes Kuchen- und Getränkebuffet. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Thailand: 4800 Neuinfektionen – 2800 davon aus zwei Gefängnissen in Bangkok

Thailand hat seinen bislang höchsten Anstieg an Corona-Infektionen innerhalb eines Tages registriert – mehr als die Hälfte der Fälle wurden dabei aus zwei Gefängnissen in Bangkok gemeldet. Das Land verzeichnete am Donnerstag nach Angaben des Corona-Krisenzentrums einen Höchstwert von mehr als 4800 Neuinfektionen, davon mehr als 2800 Fälle in den Gefängnissen in der Hauptstadt. Dort sitzen zahlreiche prominente Demokratie-Aktivisten in Haft.

Der erste Fall war bekannt geworden, als eine Aktivistin mitteilte, sie sei fünf Tage nach ihrer Freilassung gegen Kaution positiv auf das Virus getestet worden. Ein Mitarbeiter der Strafvollzugsbehörde, Weerakit Harnpariphan, bestätigte, dass ein weiterer Aktivist in einem Bangkoker Gefängnis positiv auf Corona getestet wurde.

Der Aktivist Panupong „Mike“ Jadnok leide unter Asthma, erklärte sein Anwalt. Er habe daher einen Antrag für eine Freilassung seines Mandanten gegen Kaution gestellt. Derzeit befinde sich Panupong im Gefängniskrankenhaus. „Wenn das Gericht eine Untersuchung per Videokonferenz nicht zulässt und keine Freilassung gegen Kaution gewährt, wird Mike zurückkehren und mit der Corona-Pandemie im Gefängnis kämpfen müssen“, erklärte der Anwalt.

Panupong ist einer von mehr als 80 führenden Vertretern der pro-demokratischen Protestbewegung, die wegen Majestätsbeleidigung angeklagt wurden. Das Gesetz zählt zu den strengsten Verleumdungsgesetzen der Welt, es verbietet faktisch jede Kritik am thailändischen Königshaus. (Quelle: TSP, 13.05.21)


British Airways prüft Einsatz von Schnelltests

Die britische Fluggesellschaft British Airways setzt auf der Suche nach Wegen zu einer Normalisierung des Flugverkehrs Hoffnungen auf einen Corona-Schnelltest. Wie die Airline am Donnerstag mitteilte, sollen in einem ersten Versuch Crew-Mitgliedern nun Antigen-Tests angeboten werden. Die Ergebnisse würden dann mit denen der regelmäßig durchgeführten aufwendigeren Tests verglichen, hieß es weiter. Der Test könne eine Rolle bei der Rückkehr zum normalen Flugverkehr spielen, so die Fluggesellschaft. Ob und wann der eingesetzte Speichel-Test des Unternehmens Canary Global, der innerhalb von 25 Sekunden ein Ergebnis anzeigt, auch für Passagiere verfügbar sein soll, war zunächst unklar. Nach Angaben des Herstellers sind die Ergebnisse des Schnelltests ähnlich genau wie der als Maßstab geltende PCR-Test. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Grafschafter-Zahlen

Die Zahl der Covid-19-Fälle im Landkreis Grafschaft Bentheim ist weiter rückläufig. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist am Himmelfahrtstag laut Robert-Koch-Institut auf 86,8 gefallen und liegt damit nun deutlich unter der kritischen Marke von 100 und unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Am Vortag hatte der Inzidenzwert noch bei 102,1 gelegen. Der Höchstwert in diesem Jahr lag Ende April bei nahe 190, Ende vergangenen Jahres sogar bei über 230. Unter 100 hatte der Wert in der Grafschaft zuletzt vor genau einem Monat gelegen. Die niedersächsische Landesregierung hat am Montag einen Stufenplan für Lockerung der Corona-Beschränkungen beschlossen, der künftig bei einem stabilen Inzidenzwert von unter 100 gelten soll.
Aktuell sind im Landkreis 245 Infizierte erfasst. Am Donnerstag wurden 12 Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie gab es 5.159 bestätigte Infektionen. 4.796 von ihnen gelten mittlerweile als genesen, 118 starben. 644 Menschen in der Grafschaft befinden sich zurzeit in Quarantäne.

Von den 145 akut Erkrankten leben 67 (+1) in Nordhorn. (Quelle: GN, 13.05.21)


In NRW steigt die Nachfrage nach Astrazeneca

Der Apothekerverband Nordrhein stellt nach der Aufhebung der Priorisierung beim Impfstoff von Astrazeneca eine erhöhte Nachfrage fest. „Der Impfstoff von Astrazeneca wird so stark nachgefragt, dass die bereitgestellten Mengen nicht mehr ausreichen“, sagte Verbandschefs Thomas Preis der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Der Großhandel habe zum Teil die Bestellungen, die Ärzte über die Apotheken eingereicht hätten, um 80 Prozent reduzieren müssen. „Viele Ärzte sind sehr verärgert, denn bereits bestehende Impftermine müssen nun storniert werden“, betonte er.

Neben der Aufhebung der Priorisierung trage auch die mögliche Verkürzung der Zweitimpfung auf vier statt zwölf Wochen zur Nachfrage bei. Junge Menschen wollten etwa bei den anstehenden Lockerungen durch einen kompletten Impfschutz gut vorbereitet sein, sagte Preis. „Medizinisch gesehen wäre es besser, sich erst nach zwölf Wochen die Zweitimpfung geben zu lassen.“ Denn dann sei die Wirksamkeit höher. (Quelle: TSP, 13.05.21)


RKI: Anteil der indischen Virusvariante bei rund zwei Prozent

Auf sehr niedrigem Niveau beobachtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland einen wachsenden Anteil der in Indien entdeckten Corona-Variante. Die neu als besorgniserregend eingestufte Mutante B.1.617 sei bisher nur in wenigen Proben nachgewiesen, „aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an“, heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend. Ihr Anteil an den untersuchten Proben beträgt demnach weniger als zwei Prozent (Untervariante B.1617.1: 0,6 Prozent; B.1617.2: 0,9 Prozent). Das RKI betont, dass die absoluten Zahlen der Nachweise in der Woche vom 26. April bis 2. Mai lediglich im zweistelligen Bereich lägen: bei gut 30.

Bislang sei keine Abschwächung des hohen Anteils der in Großbritannien entdeckten, deutlich ansteckenderen Variante B.1.1.7 zu beobachten, schreibt das Institut weiter. Diese macht wie schon in den Vorwochen mehr als 90 Prozent der untersuchten Proben aus. Die ebenfalls als besorgniserregend eingestuften Varianten B.1.351 (Südafrika) und P.1 (Brasilien) spielen weiter eine untergeordnete Rolle: Laut RKI lag ihr Anteil in den vergangenen Wochen konstant bei 0 bis 1 Prozent beziehungsweise bei 0 bis 0,3 Prozent. In Deutschland wird nur ein kleiner Teil der Proben auf Varianten untersucht.

Die indische Variante wird seit kurzem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt: Die Einstufung solcher Varianten erlaube eine verstärkte Überwachung, „beispielsweise durch gezielte PCR-Untersuchung und Gesamtgenomsequenzierung im Rahmen der Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV)“.

Die indische Variante zeichnet sich laut RKI durch Mutationen aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden. Erste Daten aus Laborexperimenten deuteten jedoch darauf hin, dass die Wirksamkeit von Impfstoffen „nicht substanziell beeinträchtigt“ sei, heißt es. Zudem gebe es Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Zahl der neuen Todesfälle in den USA sinkt

Die Zahl der neuen Covid-19-Toten in den USA sinkt. Einer Reuters-Zählung zufolge starben zuletzt binnen 24 Stunden mindestens weitere 803 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus, am Vortag waren es 2114 gewesen. Die Zahl der Neuinfektionen stieg hingegen auf mindestens 39.061 von 32.570. Insgesamt sind damit in den USA mindestens 32,89 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, 585.459 sind in Zusammenhang damit gestorben. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Biden: Eltern sollen ihre Kinder impfen lassen

Nach der Freigabe des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes für zwölf- bis 15-Jährige in den USA ruft Präsident Joe Biden Eltern auf, ihr Kinder impfen zu lassen. Die Zulassung für diese Altersgruppe sei ein weiterer riesiger Schritt im Kampf gegen die Pandemie, sagte er.

(Quelle: TSP, 13.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Donnerstag, 13. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 1.216 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 15 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.455. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 250.092 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI auf 74,3 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 78,2). (Quelle: NDR, 13.05.21)



Emsland-Auswertung: Lingener Inzidenz liegt unter 35

Trotz des heutigen Feiertags veröffentlichte der Landkreis heute seine tägliche Statistik. Sie zeigt: Die lokalen Inzidenzen entwickeln sich unterschiedlich.

In Meppen steigen die Zahlen seit zwei Tagen wieder, während sie ich in den beiden anderen größeren Städten im Emsland weiter zurück entwickeln. In Meppen sind es heute 87,8 – gegenüber 76,5 gestern. In Papenburg beträgt die 7-Tage-Inzidenz heute 39,7 (gestern: 45,1) und in Lingen(Ems) 29,3 und damit erstmals unter dem im Infektionsschutzgesetz bestimmten, bedeutsamen Schwellenwert von 35.

Allerdings ist diese Zahl noch nicht die erforderlichen fünf Tage stabil. Außerdem gehört Lingen zum Landkreis Emsland und die lokalen Werte spielen daher keine Rolle sondern allein die doppelt so hohen Werte des gesamten Landkreises. Nicht erfolgreich war eine Initiative der unabhängigen Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“, dies künftig anders zu handhaben. Die nieders. Sozialministerin Daniela Behrends (SPD) hatte auf ein entsprechendes Schreiben der BN zu Wochenbeginn ablehnend geantwortet. Man wolle nicht die Kreisreform des Jahres 1977 rückgängig machen. (Quelle: BN, 13.05.21)


Auch Berlin hebt Priorisierung auf, hat aber wie überall nicht genug Impfstoff

Berlin will die Impfreihenfolge aufheben. Priorisierungen nach Alter, Vorerkrankung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe sollen ab Montag wegfallen. Zuvor hatten bereits Bayern, Brandenburg und Baden-Württemberg diesen Schritt angekündigt.

Nach dem Wegfall der Priorisierung kann sich prinzipiell jeder impfen lassen, der will. Allerdings – und das gilt für alle Bundesländer: Ab kommender Woche gibt es noch nicht genug Impfstoff für jeden.

Erst ab Juni sollen wöchentlich deutlich mehr Dosen zur Verfügung stehen. Von da an seien laut dem Magazin fünf bis sechs Millionen Impfdosen pro Woche für Praxen und Impfzentren angekündigt. Für die Hauptstadt gilt nach Informationen von „Business Insider“ dann, dass Hausärzte auch jenseits der Impfpriorisierung nach eigenem Ermessen Impfstoff an Patienten verabreichen dürfen. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Nebenwirkungen bei gemischter Impfung offenbar etwas häufiger

Wer zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bei seiner Erst- und Zweitimpfung erhält, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis. Das geht aus vorläufigen Daten einer Studie der Universität Oxford hervor, die am Donnerstag im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurden. Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen aber nicht, betonten die Wissenschaftler. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, könne noch nicht beurteilt werden. Daten dazu würden aber in den kommenden Monaten erwartet.

Untersucht wurden Fälle, bei denen im Abstand von vier Wochen entweder zuerst das Präparat von Astrazeneca verabreicht wurde und dann der Impfstoff von Biontech/Pfizer oder umgekehrt. In beiden Fällen war die Häufigkeit der leichten und moderaten Nebenwirkungen erhöht. „Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Vergabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausfällen am Tag nach der Impfung führt“, sagte Matthew Snape von der Uni Oxford, der die Studie leitet. Das sei etwa wichtig für die Planung von Impfungen bei Beschäftigten im Gesundheitsbereich.

Betrachtet wurden 830 Freiwillige im Alter von über 50 Jahren, die in vier Gruppen jeweils zwei Impfdosen gleicher Art und in unterschiedlicher Reihenfolge je zuerst das eine und dann das andere Präparat erhielten. Es sei möglich, dass die Nebenwirkungen bei jüngeren Menschen noch verbreiteter seien, hieß es in der Mitteilung weiter. Im April wurde die Studie um weitere Varianten mit den Impfstoffen Moderna und Novavax als Zweitdosis nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca oder Biontech/Pfizer erweitert – die Ergebnisse dazu stehen noch aus. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Indien verzeichnet fast 363.000 Neuinfektionen und 4120 Tote

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 362.727 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle steigt damit auf 23,7 Millionen. 4120 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus. Insgesamt sind es damit 258.317 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Nach den USA weist Indien weltweit die zweithöchste Infektionszahl auf. Die Dunkelziffer in dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen dürfte Experten zufolge aber deutlich höher sein. (Quelle: TSP, 13.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 17.419 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 21.953 Neuansteckungen gelegen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 103,6 (Vortag: 107,8; Vorwoche: 129,1).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 278 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 250 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.565.704 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.240.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.658.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,82 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 13.05.21)


Tag der Pflege: Fachkräftemangel in der Pflege verschärft sich dramatisch

Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie ist die Pflege weiter im Krisenmodus. Corona hat die seit Langem gärenden Probleme in der Branche unübersehbar zu Tage befördert.

Neben Personalmangel, Überarbeitung und Unterfinanzierung kommt eine wachsende seelische Belastung unter dem Eindruck der Corona-Pandemie hinzu. Schon zu Jahresbeginn hatte der Weltpflegeverband International Council of Nurses (ICN) von einem Massentrauma und einem regelrechten Exodus aus der Pflege gesprochen.

Tatsächlich hat die Pandemie Pflegekräfte nicht nur über die Maßen belastet. Sie hat unter ihnen auch viele Opfer gefordert. Nach aktuellen Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) haben sich seit Ausbruch der Pandemie bundesweit 65.558 Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen infiziert, 106 von ihnen sind an den Folgen gestorben (Stand 10.05.2021).

Verantwortung für Leben und Tod verteilt sich bekanntlich auf zu wenige Schultern: Es fehlt an Erholung, es fehlt an Wertschätzung – auch finanziell. Dabei handelt es sich hier offensichtlich nicht um einen Corona-Effekt. Der Fachkräftemangel ist ein seit Jahren bekanntes Phänomen. Aber die Pandemie hat öffentlichkeitswirksam verdeutlicht, wie eine ganze Berufsgruppe relativ geräuscharm über die Jahre am Limit gewirtschaftet hat. Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen, wie sich die Situation gerade zuspitzt. Auf Anfrage des NDR in Niedersachsen schreibt die Behörde. „Der Fachkräftemangel ist enorm. Der Markt ist komplett leergefegt. In der Kranken-/Gesundheitspflege hat sich die Situation im Corona-Jahr noch verschärft.“ Gleichzeitig sei die Zahl der in den deutschen Krankenhäusern beschäftigten Pflegekräfte im Corona-Jahr 2020 nach Auskunft der Arbeitsvermittler gestiegen. Im Oktober 2020 waren bundesweit rund 18.500 Kräfte mehr in den Kliniken beschäftigt als im gleichen Monat des Vorjahres.

Auch mit Blick auf Niedersachsen ist das eine interessante Entwicklung. In anderen Branchen in Niedersachsen stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Mitte 2019 bis Mitte 2020 insgesamt nur noch um 0,3 Prozent an, kam also fast zum Erliegen. In der Pflege dagegen, wuchs die Zahl der Beschäftigen immer weiter, um 3,0 Prozent in der Gesundheits-/Krankenpflege und 2,2 Prozent in der Altenpflege. „Die Pflegeberufe haben sich gegen den Trend positiv entwickelt“, sagte Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. „Der Beschäftigungsaufbau allein wäre ein Grund zur Freude, denn wir brauchen immer mehr gut ausgebildete Kräfte, die sich um alte und kranke Menschen kümmern. Die Kehrseite ist allerdings, dass sich der bestehende Fachkräftemangel in der Gesundheits- und Krankenpflege noch einmal verschärft hat“, so Pfeiffer.

So standen im April 2020 1.149 freien Stellen nur 514 Arbeitslose mit gleicher Qualifikation gegenüber. Ein Jahr später, im April 2021, gab es noch mehr freie Stellen, nämlich 1.571, aber nur noch 485 passende Arbeitssuchende. In der Altenpflege sind die Zahlen nahezu unverändert schlecht geblieben. Hier fehlen noch mehr Fachkräfte. So standen im vergangenen April 1.636 Stellen nur 307 Arbeitslose Pflegekräfte gegenüber. Eine klaffende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Dabei ist es nicht mehr nur schwierig, die Menschen in die Jobs zu bekommen. Es wird zunehmend schwerer, sie dort auch zu halten. Einer Studie der Bremer Universität zufolge beabsichtigt ein Drittel aller Pflegekräfte in Niedersachsen und Bremen, der Arbeit in der Pflege den Rücken zuzukehren. Ein weiteres Drittel wird in den kommenden zehn bis zwölf Jahren absehbar in Rente gehen.

Helge Engelke von der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) bestätigt, der Fachkräftemangel hat sich zur elementaren Herausforderung für die Krankenhäuser entwickelt. Die NKG setzt auf die Steigerung der Ausbildungszahlen. Mit der Ausbildungsallianz Niedersachsen hätten sich insgesamt 20 Verbände und Arbeitsgemeinschaften mit dem Ziel zusammengeschlossen, eine übergreifende, verlässliche und gemeinschaftliche Pflegeausbildung anzubieten und den Bedarf an Nachwuchskräften in den Pflegeberufen zu sichern.

Dass mehr Ausbildung den Fachkräftemangel ausbremsen kann, bezweifeln Branchenbeobachter allerdings. Bisher bricht nach Auskunft des Pflegeverbands DBfK ein Drittel der Azubis die Ausbildung ab. Das Problem liegt also offenbar nicht allein am Berufsimage sondern klar an den Arbeitsbedingungen. Zu wenig Geld, zu viel Belastung, unverlässliche Dienstpläne.

Für mehr monetäre Wertschätzung in der Altenpflege will sich auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) stark machen. „Wir haben hoch qualifizierte und engagierte Beschäftigte in der Pflege und genau das müssen sie auch in der Bezahlung spüren. Aus diesem Grund setze ich mich für tarifgerechte Löhne ein. Im Niedersächsischen Landtag wird derzeit die Neufassung des Niedersächsischen Pflegegesetzes beraten. Damit werden wir die Investitionskostenförderung an die Zahlung tarifgerechter Löhne verknüpfen.“ Pflegeeinrichtungen, die ihre Pflegekräfte bisher noch nicht tarifgerecht entlohnen, würden so motiviert, eine bessere Bezahlung ihrer Pflegekräfte mit den Kostenträgern zu verhandeln. Die Kostenträger seien gesetzlich zur Refinanzierung tariflicher Entlohnung verpflichtet. Mit dieser Regelung leiste Niedersachsen einen wichtigen Beitrag zur flächendeckenden Einführung tarifgerechter Löhne in Pflege, so Behrens. (Quelle: NDR, 13.05.21)


Niederlande: Weitere Lockerungen trotz hoher Inzidenz

Der niederländische Premier Mark Rutte hat weitere Lockerungen der Corona-Restriktionen in Aussicht gestellt. Voraussetzung sei allerdings, dass die Patientenzahlen in Krankenhäusern weiter deutlich sinken, sagte der Premier am Dienstag in Den Haag. Sollte das der Fall sein, dürfen Gaststätten draußen länger geöffnet sein und Fitnessclubs wieder öffnen. Die Regierung hält auch Sommerurlaub im Ausland für möglich.
Auch Prostituierte dürften dann wieder arbeiten. Die Lockerungen wurden auch für Schwimmbäder, Sporthallen, Freiluft- Kultureinrichtungen, Vergnügungsparks sowie Zoos angekündigt und sollen ab 19. Mai gelten. „Wir wollen so kurz vor dem Ziel nicht noch Fehler machen“, sagte Rutte. Eine endgültige Entscheidung werde in der nächsten Woche fallen.

Die Zahl der Neuinfektionen geht bisher nur schleppend zurück. In der vergangenen Woche wurden aber weniger Covid-19-Patienten in Krankenhäuser aufgenommen. Zur Zeit kommen in sieben Tagen 287 Infektionen auf 100 000 Einwohner. Das ist mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Rund 5 Millionen Bürger haben mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten.

Die ersten Lockerungen des strengen Lockdowns waren vor zwei Wochen in Kraft getreten. Seither dürfen Gaststätten im Außenbereich und Geschäfte unter Auflagen wieder Kunden empfangen. (Quelle: GN, 12.05.21)


Niedersachsen stoppt Erstimpfungen – Impfchaos geht weiter

Nachdem gut ein Drittel der Niedersachsen mindestens einmal gegen Corona geimpft sind, will das Land nun den Schwerpunkt auf Zweitimpfungen legen. Das sorgt für heftige Kritik.

Die bereits geimpften Menschen müssten nun zuerst ihre zweiten Impfungen erhalten, ehe die Erstimpfungen wieder in gewohntem Umfang fortgeführt werden könnten, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm, am Mittwoch in Hannover. „Es wird sich das Tempo etwas verlangsamen, es wird sich aber das Tempo der Zweitimpfungen erhöhen.“ Derzeit schließt sich das Zeitfenster für die Zweitimpfungen, weil der zweite Piks bei Biontech innerhalb von sechs Wochen erfolgen muss.

In welchem Umfang wegen des Rückstaus Impfzentren Termine für Erstimpfungen absagen mussten, konnte Grimm nicht beziffern. Eigentlich hätten die Impfzentren nur Termine in das Buchungsportal einstellen können, für die sie bereits Impfstoff fest in Aussicht hätten. „Wir müssen jetzt einen kleinen Puffer anlegen in den Impfzentren.“ Auf jeden Fall sei die Zweitimpfung gewährleistet, betonte Grimm. Neben den Impfzentren müssten sich auch die Arztpraxen nun vorübergehend auf Zweitimpfungen konzentrieren. „Das Verhältnis wird sich drastisch zugunsten der Zweitimpfung verschieben“, so Grimm weiter.

Das Impfzentrum in Oldenburg kündigte an, in dieser Woche vor allem Zweitimpfungen vorzunehmen. „In den nächsten Wochen stehen tatsächlich dann nur Zweitimpfungen an“, hieß es am Mittwoch. Die Belieferung mit Impfstoff bewege sich zurzeit leider nur auf einem mittleren Niveau, die Spitzenlast könne somit im Impfzentrum momentan nicht erreicht werden.

Ab Anfang Juni sollen dann wieder verstärkt Erstimpfungen möglich sein. Derzeit warten rund 590.000 Männer und Frauen dafür auf Listen. Niedersachsen soll im Mai insgesamt rund 240.000 Impfdosen pro Woche vom Bund bekommen. Landräte hatten zuvor kritisiert, dass Bund und Länder falsche Hoffnungen machten: Es würden immer mehr Gruppen zum Impfen eingeladen, obwohl der Impfstoff weiter knapp sei. Die Landesregierung wies das zurück – es handele sich um Mathematik, die Waage von Erst- und Zweitimpfungen pendele sich nun ein, erklärte ein Ministeriumssprecher. Zudem soll ab Juni weiterer Impfstoff kommen. Auch die niedergelassenen Ärzte sollen dann mehr Dosen bekommen.

Auch im Emsland werden die beiden Impfzentren in Papenburg und Lingen wegen fehlender Versorgung mit Impfstoff erst einmal schließen, in der grafschaft Bentheim tageweise.


Grafschafter Zahlen

Zu den bisherigen Fällen an mit COVID-19 Infizierten in der Grafschaft Bentheim sind am Mittwoch 20 neue Fälle hinzugekommen. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 5.149. Drei Todesfälle sind laut Kreishaus hinzugekommen, die Gesamtzahl der Todesfälle liegt damit bei 118.

In Quarantäne sind derzeit 655 Menschen. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes beträgt 102,1, am Montag und Dienstag lag er noch bei 107,2.

Aktuell erkrankt sind heute 277 GrafschafterInnen, 66 (-3) von ihnen in Nordhorn. (Quelle: GN, 12.05.21)


RKI warnt vor Ungeduld und zu frühen Öffnungen

Trotz bundesweit sinkender Inzidenz-Zahlen in der Pandemie hat das Robert Koch-Institut zur Geduld gemahnt und vor zu frühen Öffnungen gewarnt. „Bei aller Zuversicht dürfen wir bitte eines nicht vergessen: Diese Pandemie ist ja nicht vorbei“, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler. Es erkrankten nun vor allem die Jüngeren, darunter viele Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene. Und es gebe noch immer rund 1000 Todesfälle pro Woche. „Die Situation ist weiter ernst.“

Doch auch erfreuliche Fortschritte seien zu erkennen. „Die Inzidenzen sinken in allen Altersgruppen und in allen Bundesländern“, sagte Wieler. Sie nähern sich der Schwelle von 100. Ein Drittel der Bundesbürger habe inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten. Einer von zehn sei bereits vollständig geimpft – darunter vor allem die Älteren. „Die Impfquote allein reicht aber noch nicht aus“, betonte Wieler. Um die Pandemie zu beenden, müssten 80 Prozent der Bevölkerung die Infektion entweder durchgemacht haben oder geimpft sein. „Wenn wir zu früh öffnen, würde sich das Virus wieder verbreiten“. Deshalb sei es wichtig, alle Corona-Regeln wie Maske-Tragen, Abstandhalten und Lüften weiter zu beherzigen und Testangebote wahrzunehmen. (Quelle: ARD, 12.05.21)


Maas: Sommerurlaub in Italien auch für Nicht-Geimpfte wahrscheinlich

Bundesaußenminister Heiko Maas zeigt sich zuversichtlich, dass auch nicht-geimpfte Deutsche im Sommer in Italien ihren Urlaub verbringen können. Er gehe davon aus, dass dies mit entsprechenden Hygienekonzepten machbar sein werde, sagt der SPD-Politiker nach einem Gespräch mit dem italienischen Außenminister Luigi Di Maio. Italien als eines der beliebtesten deutschen Reiseziele habe daran natürlich ein hohes Interesse, ergänzt Maas. (Foto: Gardasee via pixabay Quelle: TSP, 12.05.2021)


Diese Corona-Regeln gelten für Urlaub in den Bundesländern

Die Möglichkeiten für Urlaub in Deutschland sind weiter begrenzt. In einem Land ist ab Samstag aber sogar wieder Innengastronomie geöffnet.

Entspannen im Strandkorb oder Wandern in den Bergen: Die Tage werden wärmer und mit Christi-Himmelfahrt und Pfingsten stehen für viele Menschen ein paar freie Tage vor der Tür. Viele sehnen sich nach Urlaub, doch in der Corona-Pandemie bleiben Möglichkeiten dazu weiterhin begrenzt. Erst im Sommer soll es sich richtig entspannen.

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreie Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen über 100, greifen dort ab dem übernächsten Tag bundeseinheitliche Maßnahmen: Restaurants und Hotels bleiben geschlossen. Für Regionen mit stabilen Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 entscheiden die Länder über die Corona-Maßnahmen. Mancherorts wird kräftig gelockert.

Was geht, zeigt der Überblick im Tagesspiegel.

(Quelle: TSP, 12.05.21)


„Wir haben die indische Variante am Anfang unterschätzt“

Gesundheitsexperte Lauterbach sieht die Ausbreitung der indischen Corona-Variante mit Sorge. Den Öffnungen in Deutschland soll sie aber nicht im Wege stehen.

Nachdem es aufgrund der schnell fortschreitenden Impfkampagne in den vergangenen Wochen fast ausschließlich gute Neuigkeiten aus Großbritannien gab, kommt nun mal wieder eine schlechte daher: Der Anteil der indischen Variante B.1.617 verdoppelt sich in Teilen des Landes und gefährdet den Öffnungsplan.

Am vergangenen Freitag bereits hatte die Gesundheitsbehörde Public Health England die Variante als „besorgniserregend“ eingestuft, am Montag zog die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt schon seit Wochen vor B.1.617. Doch was heißt das konkret für das Infektionsrisiko? Und wie groß ist die Gefahr, dass sich die Variante auch in Deutschland verbreitet?

„Das Hauptproblem ist, dass die indische Variante hochansteckend ist. Das sehen wir daran, dass sie sich in der Community ausbreitet und nicht nur einzeln aus Indien eingeschleppt wird“, sagt Lauterbach dem Tagesspiegel. „Wir haben die Variante am Anfang unterschätzt, weil davon auszugehen war, dass sie es nur aufgrund der Gegebenheiten in Indien so leicht hat und sich so massiv ausbreitet.“ (mehr und Quelle: TSP, 12.ß5.21; Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20)


Bericht: Deutsche Bahn verdoppelt Zahl der Sicherheitskräfte

Die Deutsche Bahn verdoppelt einem Medienbericht zufolge über das Himmelfahrtswochenende die Zahl der Sicherheitskräfte. Sie sollten angesichts des erwarteten zusätzlichen Fahrgäste für die Durchsetzung der Corona-Regeln sorgen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland vorab unter Berufung auf einen Sprecher. „Die zusätzlichen Mitarbeiter werden vor allem rund um die Ballungsräume und auf besonders nachgefragten Verbindungen Präsenz zeigen.“ Die Maßnahme solle auch für die Wochenenden zu Pfingsten und Fronleichnam gelten. (Quelle: TSP, 12.05.21)


28 schwere Thrombose-Fälle nach Impfung mit J&J-Impfstoff in den USA

Nach der Impfung von mehr als 8,7 Millionen Menschen mit dem Mittel von Johnson & Johnson (J&J) meldet die US-Seuchenbehörde CDC insgesamt 28 bekannte Fälle einer schweren Thrombose. Es handle sich um 22 Frauen und sechs Männer, drei der Betroffenen seien gestorben, heißt es in einer Präsentation. Die vorliegenden Erkenntnisse „deuten auf einen glaubwürdigen Zusammenhang“ zwischen dem als „TTS“ bezeichneten Thrombose-Syndrom und dem Impfstoff hin. Es scheine Parallelen zu den Vorfällen bei dem Astrazeneca-Mittel in Europa zu geben. Bei den Stoffen von Biontech/Pfizer und Moderna trete TTS offenbar nicht auf. (Quelle: TSP, 12.05.21)



Norwegen verimpft Astrazeneca nicht mehr

Norwegen will das Vakzin von Astrazeneca nicht mehr verimpfen. Das Land wolle die Immunisierung mit dem Impfstoff nicht wieder aufnehmen, sagt Ministerpräsidentin Erna Solberg. Die Regierung spende die Astrazeneca-Dosen womöglich an andere Länder. Eine Entscheidung, ob der Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J) überhaupt zum Einsatz komme, sei noch nicht getroffen worden. Eine von der Regierung ernannte Kommission hatte empfohlen, dass beide Impfstoffe wegen des Risikos von seltenen schädlichen Nebenwirkungen aus Norwegens Impfprogramm ausgeschlossen werden sollten. (Quelle: TSP, 12.05.21)


Baden-Württemberg lockert Auflagen: Innengastronomie möglich

Baden-Württemberg will schon von Samstag an unter bestimmten Bedingungen die Corona-Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit lockern. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf zum Beispiel die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen. Damit beendet die grün-schwarze Regierung die sieben Monate lange Zwangspause für die Gaststätten.

Im Südwesten liegen derzeit zwölf Kreise unter 100 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Baden-Württemberg sei bei der Öffnung der Innengastronomie bundesweiter Vorreiter, hieß es. In Schleswig-Holstein sollen ab Montag Corona-Regeln gelockert werden, vor allem im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und in der Freizeit.

In Mecklenburg-Vorpommern darf die Gastronomie von Pfingstsonntag (23. Mai) an wieder öffnen – außen und innen. Die Neufassung der Corona-Verordnung in Baden-Württemberg soll an diesem Donnerstagabend verkündet werden. Der Plan der Regierung sieht weiter vor, in den Kreisen mit niedrigen Inzidenzen Hotels und Pensionen wieder öffnen zu lassen – auch Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden. (Quelle: TSP, 12.05.21)


Lauterbach kritisiert Aufhebung der Impfpriosierung in Arztpraxen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert Bundesländer, in denen die Impfpriorisierung in Arztpraxen ab Montag aufgehoben werden soll. „Ich kann den Vorstoß von Bayern und Baden-Württemberg nicht verstehen. Die Impfpriorisierung in Arztpraxen sollte beibehalten werden, so wie es NRW jetzt auch gesagt hat“, sagt Lauterbach dem Tagesspiegel am Mittwoch. „Sie ist ja schon für die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson aufgehoben, das genügt. Mit der Priorisierung können wir die vulnerablen Gruppen am besten schützen.“
(Foto : CC s. Archiv v. 15.6.20;(Quelle: TSP, 12.05.21)


Regierung erleichtert das Reisen in Europa

Im Zuge rückläufiger Corona-Zahlen erleichtert die Bundesregierung das Reisen in Europa. Das Kabinett billigte am Mittwoch die neue Einreiseverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die insbesondere Hürden für den Urlaub von Familien abbaut. Eltern müssen demnach geimpft sein, Kinder hingegen nicht. Zusätzlich erleichtert werden soll das Reisen durch den neuen digitalen Impfpass der Europäischen Union, der in einigen Wochen kommen soll.

Geimpfte und Genesene brauchen mit der neuen Verordnung bei Einreisen keinen Test mehr und müssen auch nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt aber nicht bei der Ankunft aus einem Virusvariantengebiet. Laut der Vorlage soll die Neuregelung bereits am Donnerstag in Kraft treten. Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, können sich der neuen Verordnung zufolge freitesten, wenn sie aus einem Risikogebiet einreisen.

Dafür reicht ein Antigentest, der nicht älter ist als 48 Stunden ist – oder ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Bei Einreisen aus Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Hochinzidenzgebiet einstuft, ist das Freitesten erst nach fünf Tagen möglich.

Für Flugreisende aus dem Ausland gilt weiter die bisherige Testpflicht, wie Spahn weiter sagte. Der Test müsse vor dem Boarding vorgelegt werden. Die Verordnung ziele auf Impfstoffe ab, die in der EU zugelassen sind, sagte Spahn. Ob auch andere Vakzine berücksichtigt werden sollen, müsse geprüft werden.

Erleichtert werden soll das Reisen innerhalb der Europäischen Union durch den derzeit in Vorbereitung befindlichen digitalen Impfpass. Er soll in einigen Wochen zur Verfügung stehen, wie Spahn betonte: „Wir starten in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals.“ Diese beginne Anfang kommender Woche und ende Ende Juni. Die Union setze mit dem digitalen Impfpass einen „weltweiten Maßstab Für den digitalen Impfnachweis soll es eine neue App geben, aber auch die Corona-App wird dafür genutzt werden können. Die Geimpften bekommen dafür einen QR-Code, der eingescannt werden kann. Wer noch vor dem Start des Systems geimpft wird, soll den QR-Code in ausgedruckter Form zugeschickt bekommen. (Quelle: TSP, 12.05.21)


Projekt „Kunst fürs Klo“: 210.000 Unterstützung für Clubs und Bars gesammelt

Das Corona-Hilfsprojekt „Kunst fürs Klo“ hat mehr als 210 000 Euro für notleidende Clubs und Bars auf St. Pauli gesammelt. „Mit so einem Erfolg haben wir nicht gerechnet“, sagte Initiator René Piroth der Deutschen Presse-Agentur.
Zusammen mit seinen ehemaligen Mitbewohnern Stefan Schoder und Anne Stein hat der 38-Jährige originelle Klosprüche auf den Toiletten der Bars fotografiert, die Bilder am Computer bearbeitet und in einer Druckerei zum Selbstkostenpreis drucken lassen.

Mittlerweile beteiligen sich mehr als 60 Hamburger Bars an dem Projekt. Der Erlös aus dem Verkauf der Fotoprints geht direkt an die Locations. (Quelle: TSP, 12.05.21)


Weitere Lockerungen in der Schweiz

Die Schweiz will die Coronaschutzmaßnahmen weiter lockern. Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionszahlen sinkt, deshalb sollen womöglich schon Ende Mai die Restaurant-Innenräume wieder genutzt werden dürfen, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgab. Seit Mitte April sind bereits die Terrassen geöffnet. Voraussetzung ist, dass die Impfkampagne in hohem Tempo weitergeht und sich die Infektionslage nicht verschlechtert. Die definitive Entscheidung soll nach Pfingsten fallen.

Womöglich sollen dann auch Thermalbäder und Wellnesseinrichtungen wieder öffnen. Dort müsste zwar Abstand eingehalten werden, Kundinnen und Kunden könnten sich dort nach den jetzigen Vorschlägen aber ohne Maske aufhalten. Die Regierung will auch mehr Studenten an Universitäten in die Hörsäle lassen und die Homeoffice-Pflicht für Betriebe, die viel testen, in eine Empfehlung umwandeln. Ende Mai soll auch entschieden werden, ob wie geplant ab Juli Großveranstaltungen wie Open-Air-Feste mit bis zu 3000 Besuchern, ab September mit bis zu 10 000 Besuchern erlaubt werden.

Nach der Öffnung der Geschäfte Anfang März war die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen anfangs noch leicht gestiegen. Seit April ist sie aber rückläufig, obwohl am 19. April Restaurantterrassen und Freizeiteinrichtungen wieder auf gingen. Am Mittwoch lag die binnen 14 Tagen gemeldete Zahl der Neuinfektionen bei 235 pro 100 000 Einwohner. Die Schweizer Behörden veröffentlichen eine Sieben-Tage-Inzidenz nur einmal pro Woche. (Quelle: TSP, 12.05.21)


Spanien hofft auf 45 Millionen Touristen

Spanien erwartet dieses Jahr bis zu 45 Millionen ausländische Touristen. Das wäre mehr als die Hälfte des vor Ausbruch der Pandemie erreichten Niveaus, sagte Tourismusministerin Reyes Maroto am Mittwoch. „Spanien wird bereit sein, sich der Welt sehr bald wieder zu öffnen“, sagte Maroto. „Internationale Touristen können jetzt mit der Planung ihres Spanien-Urlaubs beginnen.“

Spanien war vor Ausbruch der Pandemie nach Frankreich das am zweithäufigsten besuchte Land der Welt. Wegen Corona brach die Zahl der ausländischen Touristen im vergangenen Jahr um 80 Prozent ein, nachdem 2019 noch 83,5 Millionen Besucher gezählt worden waren. Angesichts der Impffortschritte in Ländern wie den USA, Deutschland und Großbritannien hoffen tourismusabhängige Nationen wie Spanien, zumindest einen Teil der wirtschaftlich wichtigen Sommersaison zu retten.

Maroto sagte, dass Spanien ein Ampelsystem für Touristenbesuche einführen werde: Ländern mit niedrigen Infektionsraten werden mit grün klassifiziert, jene mit einem höheren Risiko orange oder rot. Ein EU-weites Impfpass-System, das im Juni in Kraft treten soll, werde nur für Reisende aus Ländern mit höherem Risiko erforderlich sein, sagte Maroto. (Quelle: TSP, 12.05.21)



Schweden: Corona-Maßnahmen bleiben bis zum 1. Juni in Kraft

Die in Schweden geltenden Corona-Maßnahmen werden angesichts vergleichsweise hoher Neuinfektionszahlen bis zum 1. Juni verlängert. Das gab Ministerpräsident Stefan Löfven am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt. Auch wenn man auf nationaler Ebene einen Rückgang der Infektionszahlen sehe, befänden sich diese nach wie vor auf einem hohen Niveau. Ursprünglich waren Lockerungen für den 17. Mai angedacht gewesen.

Schweden hat in der Corona-Krise einen vielbeachteten Sonderweg gewählt. Die Skandinavier entschieden sich zu weniger strikten Beschränkungen und setzten mehr auf Empfehlungen und Appelle an die Vernunft der Bürger. Dennoch sind auch in Schweden bestimmte Maßnahmen eingeführt worden, darunter eine Teilnehmerobergrenze für Veranstaltungen und Zusammenkünfte von maximal acht Personen.

Schaut man auf die Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, dann hat Schweden auf die Bevölkerung heruntergerechnet weiter eine der höchsten Neuinfektionszahlen in der EU. In der letzten April- und der ersten Mai-Woche stand die 14-Tages-Inzidenz demnach bei rund 558 Fällen pro 100.000 Einwohner, verglichen mit gut 274 in Deutschland. (Quelle: TSP, 12.05.21)


NRW will beim Impfen vorerst an Priorisierung festhalten

Nordrhein-Westfalen will Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zufolge zunächst an der Reihenfolge bei Corona-Impfungen festhalten. „Wir wollten bei dem Fahrplan bleiben“, sagt Laumann. In der Priorisierungsgruppe drei befänden sich bereits weite Teile der Bevölkerung. Wenn die Betriebsärzte aber Impfstoff erhielten, sehe die Lage anders aus.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen in Gebieten mit niedrigen Inzidenzen allerdings gelockert werden. Die Außengastronomie könne ab dem 15. Mai in Gebieten mit einer Inzidenz unter 100 wieder öffnen, sagt Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Auch für den Einzelhandel solle es Lockerungen geben. Bei einer Inzidenz unter 50 dürften auch Messen wieder öffnen. (Quelle: TSP, 12.05.21)


Berlin impft Geflüchtete jetzt mit Biontech

Die Bewohnerinnen und Bewohner in den Berliner Flüchtlingseinrichtungen werden seit Mittwoch von mobilen Impfteams mit dem Impfstoff von Biontech geimpft. Das teilte die Senatssozialverwaltung mit. Die Berliner Impfkampagne für Obdachlose und Geflüchtete war am Montag kurzzeitig gestoppt worden, weil die Ständige Impfkommission empfohlen hatte, den Impfstoff von Johnson & Johnson künftig nur noch bei Menschen ab 60 Jahren einzusetzen.

Die Impfkampagne werde durch mehrsprachige Informationsvideos begleitet, die das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) erstellt hat, erklärte die Senatssozialverwaltung. Zudem klärten Ärztinnen und Ärzte der Charité sowie Mitarbeitende des Familienplanungszentrums Balance und des Runden Tisches Geflüchtete Frauen vor Ort in den Unterkünften über den Impfstoff auf.

Die mobilen Impfteams kommen laut Senatsverwaltung auch in Behinderten- und Obdachlosen-Einrichtungen zum Einsatz. Aktuell würden etwa 800 Impfungen pro Tag an Menschen mit Behinderungen verabreicht. In der letzten Aprilwoche seien bereits etwa 3000 obdachlose Menschen in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und in Tagestreffs geimpft worden. (Quelle: TSP, 12.05.21)


Experten: WHO und Regierung zu langsam reagiert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Regierungen in aller Welt haben im vergangenen Jahr zu langsam auf erste Alarmzeichen einer möglichen Gesundheitsbedrohung reagiert. Dieses Fazit zieht eine von der WHO bestellte unabhängige Expertenkommission in einem in Genf vorgelegten Bericht. „Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass das System, wie es zurzeit besteht, nicht geeignet ist zu verhindern, dass sich mit einem neuen und hochansteckenden Erreger, der jeden Augenblick auftauchen könnte, eine Pandemie entwickelt“, heißt es in dem Bericht. Die Expertinnen und Experten legen zahlreiche Empfehlungen vor, wie die Welt sich besser auf eine neue Bedrohung einstellen kann. Darunter ist ein Milliardenfonds, den reiche Länder finanzieren sollen, um Vorkehrungen gegen eine neue Pandemie treffen zu können. (Quelle: ARD, 12.05.21)


300 Millionen Euro für Entwicklung von Medikamenten

Der Bund stellt weitere 300 Millionen Euro für die Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 bereit. Mit dem nun aufgelegten Förderprogramm sollten die finale Testphase solcher Medikamente unterstützt und auch der Aufbau der Herstellungskapazitäten der Medikamente in Deutschland unterstützt werden, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in Berlin. Sie wolle aber Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch dämpfen. Es sei außerdem auch nicht davon auszugehen, dass es „eine Wunderpille“ geben könne, sagte Karliczek. (Quelle: ARD, 12.05.21)


Auch Bayern gibt alle Corona-Impfstoffe in Arztpraxen frei

Bayern will ab kommendem Montag die Priorisierungen für alle Corona-Impfstoffe bei Hausärzten aufheben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach Angaben von Teilnehmern in einer Rede bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in München an. In den Impfzentren soll es demnach aber bei dem bisherigen Verfahren mit Priorisierungen bleiben. dieselbe Entscheidung hatte am Morgen bereits Baden-Württemberg bekannt gegeben. (Quelle: BR24, 12.05.21)


Weitere Milliardenhilfe für ÖPNV

Busse und Bahnen in Deutschland sollen wegen der Einnahmeausfälle in der Corona-Krise eine weitere Milliardenhilfe bekommen. Das Bundeskabinett brachte einen Entwurf auf den Weg, der für dieses Jahr nochmals eine Milliarde Euro vorsieht. Verkehrsminister Andreas Scheuer sagte, der umweltfreundliche öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) könne damit leistungsfähig und zuverlässig am Laufen gehalten werden. Der Gesetzentwurf kann nun von den Koalitionsfraktionen in den Bundestag eingebracht werden.

Im vergangenen Jahr hatte der Bund bereits 2,5 Milliarden Euro zusätzlich für den Nahverkehr bereitgestellt – über die jährlichen Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen. Damit können Länder und Verkehrsverbünde Verkehrsangebote bestellen. Die Länder haben zugesagt, in gleicher Höhe wie der Bund Finanzhilfen für den ÖPNV bereitzustellen. (Quelle: Tagesschau, 12.05.21)


30 Mio. Euro für ehrenamtliche Kinder- und Jugendprogramme

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt erhält vom Bund 30 Millionen Euro, um das ehrenamtliche Engagement für Kinder, Jugendliche und Familien zu stärken. Das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ solle Vereinen und Initiativen vor Ort helfen, die durch die Corona-Pandemie entstandenen Lernrückstände abzubauen und die frühkindliche Bildung zu stärken, teilte die Stiftung mit. Damit würden außerdem Ferienfreizeiten und außerschulische Angebote gefördert. Viele Angebote in Vereinen und Initiativen konnten während der Corona-Pandemie nicht oder nur eingeschränkt aufrechterhalten werden. „Wir müssen alle miteinander dafür Sorge tragen, dass unsere Vereins- und Verbandslandschaft auch nach Corona so bunt und vielfältig bleibt, wie wir sie kannten“, sagte Stiftungsvorstand Jan Holze. Die zusätzlichen Mittel seien ein wichtiger Baustein dafür. Für das ehrenamtliche Engagement vor Ort werde die Stiftung in den kommenden Wochen konkrete Unterstützungsangebote entwickeln. (Quelle: Tagesschau, 12.05.21)


Baden-Württemberg hebt Priorisierung in Hausarztpraxen auf

Die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe soll in Hausarztpraxen in Baden-Württemberg aufgehoben werden. Das haben das Sozialministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg gemeinsam beschlossen. Wie das Ministerium dem SWR mitteilte, soll die Regelung ab dem kommenden Montag gelten. Dann könnten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte also theoretisch alle Personen über 16 beziehungsweise 18 Jahren impfen, sofern Impfstoff verfügbar ist. Zugleich werde in den Impfzentren die gesamte in der Corona-Impfverordnung aufgeführte Prioritätengruppe 3 geöffnet, hieß es weiter. Dazu zählen auch diejenigen, die aus beruflichen Gründen eine Impfberechtigung erhalten. (Quelle: SWR, 12.05.21)


Weitere Corona-Ausnahmen für Künstler

Die Bundesregierung will mit einer weiteren Ausnahmeregelung selbstständigen Kulturschaffenden durch die Corona-Pandemie helfen. Das Kabinett billigte einen Gesetzesvorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), wonach Künstler übergangsweise deutlich mehr Geld als sonst mit nicht-künstlerischer Tätigkeit verdienen dürfen, ohne ihren Versicherungsschutz in der Künstlersozialkasse (KSK) zu verlieren. Die Verdienstgrenze für selbstständige, nicht künstlerische Arbeit, die normalerweise wie für Minijobs bei 450 Euro liegt, wird bis Ende 2021 auf 1.300 Euro pro Monat angehoben. Bis zu diesem Betrag soll der Kranken- und Pflegeversicherungsschutz über die Künstlersozialkasse bestehen bleiben, den die Kulturschaffenden andernfalls verlören.
Die Künstlersozialkasse erhält außerdem 2022 zur finanziellen Stabilisierung einen Bundeszuschuss von 84,5 Millionen Euro, um fehlende Einnahmen auszugleichen. Kultureinrichtungen müssen eine prozentuale Abgabe an die Künstlersozialkasse zahlen. Weil ihre Einnahmen wegbrechen, zahlen sie seit Beginn der Pandemie auch entsprechend wenig in die KSK ein. (Quelle: Tagesschau, 12.05.21)


Nauru vermeldet „Weltrekord“: Alle Erwachsenen gegen Corona geimpft

Die kleine Pazifik-Insel Nauru hat nach eigenen Angaben als erstes Land der Welt allen Erwachsenen eine Impfdosis gegen das Coronavirus verabreicht. „Die Corona-Taskforce freut sich über diesen Weltrekord und dankt allen Einwohnern für ihren Beitrag, Nauru frei von Corona zu halten“, erklärte die Regierung. Im Laufe eines Monats erhielten den Angaben zufolge 7392 Menschen eine erste AstraZeneca-Impfung. Das entspricht sogar 108 Prozent der eigenen Staatsbürger – auch Ausländer vor Ort wurden mitgeimpft. Mitte Juli sollen alle Bewohner ihre zweite Impfdosis erhalten.

Nauru gehört zu den wenigen Ländern der Welt, in denen bisher keine Fälle des Coronavirus registriert wurden. Damit das so bleibt, soll weiter regelmäßig getestet werden. Nauru erhielt seine Impfdosen im Zuge des internationalen Covax-Programms, das für eine faire Vakzin-Verteilung auf der Welt sorgen will. (Quelle: Tagesschau, 12.05.21)


Bundesregierung beschließt neue Einreiseverordnung

Im Zuge rückläufiger Corona-Zahlen erleichtert die Bundesregierung das Reisen in Europa. Sie verabschiedete heute nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters eine neue Einreiseverordnung. Nach der Vorlage dürfen demnach Geimpfte, Genesene und negativ Getestete nach Deutschland einreisen und müssen nicht mehr in Quarantäne. Wenn eine Person aber aus einem Hochrisiko- oder Mutationsgebiet kommt, muss sie sich demnach weiterhin in Quarantäne begeben. Zudem gelten als geimpft nur diejenigen, die mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Vakzin geimpft sind. Das sind derzeit die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson.(Quelle: Tagesschau, 12.05.21)


EU-Kommission hebt Konjunkturprognose an

Die europäische Wirtschaft wird nach Einschätzung der EU-Kommission dieses und kommendes Jahr schneller wachsen als zuletzt erwartet. Mit Blick auf Impferfolge und Lockerungen nach der Corona-Krise hob die Brüsseler Behörde ihre Konjunkturprognose deutlich an. In den 27 EU-Staaten erwartet sie für 2021 nun 4,2 Prozent Wachstum, in den 19 Staaten der Eurozone 4,3 Prozent. Für 2022 wird sowohl für die EU als auch für die Eurozone ein Plus von 4,4 Prozent vorhergesagt. Noch Mitte Februar setzte Kommission schwächere Werte an. Damals hieß es, die Wirtschaftsleistung in der in der EU werde dieses Jahr um 3,7 Prozent steigen und in der Eurozone um 3,8 Prozent.

Für 2022 wurden 3,9 Prozent Wachstum für die EU und 3,8 Prozent für die Eurozone prognostiziert. „Der Schatten von Covid-19 hebt sich langsam von der europäischen Wirtschaft“, erklärte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Die beispiellose Finanzhilfe bleibe aber zur Unterstützung von Unternehmen und Arbeitnehmern weiter wichtig. Die Defizite und die Verschuldung würden deshalb dieses Jahr auf einen Höhepunkt steigen, bevor sie wieder abnähmen.(Quelle: Tagesschau, 12.05.21)



Lokale Inzidenzen in den Städten:
Lingen(Ems) 38,4 (gestern: 43,9)
Meppen 76,5 (70,8)
Papenburg 45,1 (50,3)


Welthungerhilfe: Corona bedeutet Rückschlag im Kampf gegen Hunger

Die Corona-Pandemie bedeutet nach Ansicht der Welthungerhilfe einen Rückschlag für viele Entwicklungserfolge. Das gelte auch für den Kampf gegen den Hunger, sagte Geschäftsführer Mathias Mogge. Auch in armen Ländern seien zahlreiche Menschen an den Folgen von Corona gestorben, betonte Mogge. Fatale Folgen hätten die mit der Pandemie verbundenen „ökonomischen Schocks“, so Mogge. „Gerade die vulnerabelsten Menschen, die von der Hand in den Mund leben, sind von Corona massiv beeinträchtigt.“ Den Betreffenden habe die Pandemie letzten Endes die Lebensgrundlage entzogen. (Quelle: Tagesschau 12.05.21)


Ärzteverbände gegen Aufhebung der Impfpriorisierung

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes haben sich dafür ausgesprochen, Corona-Impfstoffe auch weiterhin gemäß der Priorisierung zu verabreichen. „Ich halte es für falsch, die Impfpriorisierung jetzt schon komplett preiszugeben“, sagte Marburger-Bund-Chefin Susanne Johna der „Rheinischen Post“. „Es sind ja noch gar nicht alle Personen mit Vorerkrankungen und erhöhtem Risiko geimpft. Die sollten auch in den Impfzentren noch Vorrang haben.“ Bund und Länder dürften bei ihren Entscheidungen nicht der Devise „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ Vorschub leisten. Dann hätten die „Schwächeren, die am wenigsten drängeln, am Ende das Nachsehen.“ Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, sagte der „Rheinischen Post“: „So lange eine Knappheit an Impfstoffdosen besteht, ist die Priorisierung für die Hausärztinnen und Hausärzte eine wichtige Leitlinie, um besonders gefährdete Patientinnen und Patienten schnell auszumachen und frühzeitig zu schützen.“ (Quelle: Tagesschau 12.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 14.909 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 18.034 Neuansteckungen gelegen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 107,8 (Vortag: 115,4; Vorwoche: 132,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 268 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 285 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.548.285 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.220.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.380.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,83 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(Quelle: RKI, 12.05.21)



Drosten: Ablehnung der Corona-Impfung ist Entscheidung für Infektion

Der Virologe Christian Drosten schätzt, dass die Bevölkerung in Deutschland ungefähr in den kommenden eineinhalb Jahren immun gegen das Coronavirus wird. Jeder werde immun werden, durch die Impfung oder durch natürliche Infektion, sagte der Wissenschaftler der Charité Berlin im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info) am Dienstag. „Dieses Virus wird endemisch werden, das wird nicht weggehen. Und wer sich jetzt beispielsweise aktiv dagegen entscheidet, sich impfen zu lassen, der wird sich unweigerlich infizieren.“ Dagegen könne man nichts tun, da die Maßnahmen mit der Zeit immer weiter zurückgefahren würden.

Danach zirkuliere das Virus in der Bevölkerung, zum Beispiel unbemerkt im Rachen von Geimpften und bei kleineren Kindern, die noch nicht geimpft werden können. „Das Virus wird unerkannterweise unter einer Decke des Immunschutzes sich weiter verbreiten. Und dann trifft es immer auch auf Leute, die nicht immunisiert sind durch eine Impfung, die voll empfänglich sind.“

Auch im kommenden Winter wird es daher nach Einschätzung des Virologen noch Covid-19-Fälle auf Intensivstationen geben. Er glaube, dass „diejenigen, die sich aktiv gegen die Impfung entscheiden, die müssen wissen, dass sie sich damit auch aktiv für die natürliche Infektion entscheiden. Ohne jede Wertung“, sagte Drosten. Es sei eine freie Entscheidung. (Quelle: FAZ, 11.05.21)


Setzt Niedersachsen Erstimpfungen mit Biontech und Moderna aus?

In den kommenden Wochen wird es in niedersächsischen Impfzentren offenbar keine Erstimpfungen mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna geben.

Das berichtet zumindest die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) und beruft sich dabei auf ein Schreiben vom Gesundheitsministerium an die Impfzentren. Der Grund sind dem Bericht zufolge die unregelmäßigen Lieferungen des Bundes.

Die sogenannten mRNA-Impfstoffe könnten nur für Zweitimpfungen zur Verfügung gestellt werden, teilt das Ministerium demnach in seinem Schreiben mit. Es müssten entsprechende Bestände gebildet werden, „um auch im Juni alle dann anstehenden Zweitimpfungen sicher beliefern zu können“, heißt es.

Bereits vergebene Termine müssten dem Bericht zufolge storniert werden. „Die Kommunen fürchten nun, dass Impfwillige, die auf den Wartelisten stehen, noch länger warten müssen“, heißt es weiter. Das Blatt zitiert das Ministerium, wonach es sich um einen normalen Vorgang handele. Wenn über Wochen nur erstgeimpft werde, dann müsse irgendwann auch der vorhandene Impfstoff für die Zweitimpfungen verwendet werden, schreibt die HAZ weiter. (Quelle: NDR, 11.05.21)


EU exportierte rund 200 Millionen Dosen Impfstoff

Die Europäische Union (EU) hat rund 200 Millionen Dosen Corona-Impfstoff exportiert. Das gab der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, in einem Tweet bekannt. Die EU sei zwar offen für neue Solidaritätsvorschläge. Die Priorität sei aber, die Impfstoffproduktion in der EU zu erhöhen. Außerdem sollten andere Länder die Exporte von Impfstoffen und deren Bestandteilen freigeben. Im April hatte Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, dass die EU rund 37 Millionen mehr Impfdosen gegen das Coronavirus exportiert als ihre Mitgliedsstaaten erhalten habe. (Quelle: ARD, 11.05.21)


Präsident Biden: Viele Länder bitten die USA um Corona-Impfstoff

Dutzende Länder haben die USA nach den Worten von Präsident Joe Biden um Hilfe bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff gebeten. Etwa „40 Prozent“ der Staats- und Regierungschefs riefen deswegen an, sagte Biden in einer Videokonferenz mit Gouverneuren mehrerer US-Bundesstaaten. „Sie fragen: ‚können wir helfen?‘ und wir werden es versuchen“, versprach Biden. Die USA könnten künftig wesentlich mehr Impfstoff produzieren und diesen anderen Ländern zur Verfügung stellen, gab sich Biden zuversichtlich. Biden betonte, die Regierung habe bereits zugestimmt, rund 60 Millionen Dosen des Impfstoffs AstraZeneca abzugeben, sobald diese die nötige Genehmigung erhalten. Ein Teil der Dosen soll an Indien abgegeben werden. Zudem hat Washington insgesamt bereits rund vier Millionen Dosen an die Nachbarn Mexiko und Kanada abgegeben.

Der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca ist in den USA noch nicht zugelassen. Die US-Regierung hat sich aber ausreichend Impfstoff gesichert, um die Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen schon ab dem Sommer komplett versorgen zu können. (Quelle: Tagesschau, 11.05.21)


EMA will über Pfizer/Biontech für Kinder ab 12 noch im Mai entscheiden

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) will noch im Mai über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren entscheiden. Das teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam auf dpa-Anfrage mit. Das Verfahren könne angesichts von Fortschritten bei der Bewertung beschleunigt werden und Ende des Monats abgeschlossen sein.

EMA-Chefin Emer Cooke hatte im „Handelsblatt“ gesagt, dass die Behörde Daten zur Wirkung des Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige erhalte. „Wir haben am 30. April mit der Prüfung begonnen.“ Sie nannte Juni als Ziel für die Zulassung. „Wir versuchen, ob wir dies bis Ende Mai beschleunigen können.“

Zuvor hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Präparat des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen. (Quelle: FAZ, 11.05.21)


Spahns Gesundheitsministerium widerspricht Scholz

Das Gesundheitsministerium hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz widersprochen, dass sich Union und SPD auf ein gemeinsames Vorgehen zur Verbesserung der Löhne in der Altenpflege geeinigt hätten. Die Details würden erst noch besprochen, sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage. Es gebe keine Einigung in der Ressortabstimmung. Das Vorhaben sei am Mittwoch nicht im Kabinett. Gesundheitsminister Jens Spahn und Arbeitsminister Hubertus Heil hatten sich beide für Verbesserungen bei der Bezahlung von Pflegekräften eingesetzt. Damit die Kosten aber nicht auf die Pflegebedürftigen und ihre Familien durchschlagen, hatte Spahn beim Finanzminister dabei 2,6 Milliarden Euro Bundeszuschuss für die Pflegeversicherung für 2022 beantragt. (Quelle: ARD, 11.05.21)


Niederlande kündigen weitere Lockerungen an

Der niederländische Premier Mark Rutte hat weitere Lockerungen der Corona-Restriktionen in Aussicht gestellt. Voraussetzung sei allerdings, dass die Patientenzahlen in Krankenhäusern weiter deutlich sinken, sagte der Premier. Sollte das der Fall sein, dürfen Gaststätten draußen länger geöffnet sein und Fitnessclubs wieder öffnen. Die Regierung hält auch Sommerurlaub im Ausland für möglich. Auch Prostituierte dürften dann wieder arbeiten. Die Lockerungen wurden auch für Schwimmbäder, Sporthallen, Freiluft- Kultureinrichtungen, Vergnügungsparks sowie Zoos angekündigt und sollen ab 19. Mai gelten. „Wir wollen so kurz vor dem Ziel nicht noch Fehler machen“, sagte Rutte. Eine endgültige Entscheidung werde in der nächsten Woche fallen. (Quelle: Tagesschau, 11.05.21)


Frankreich: Nationalversammlung stimmt gegen Corona-Gesundheitspass

Frankreichs Nationalversammlung hat überraschend gegen die Einführung eines Corona-Gesundheitspasses gestimmt. Am Abend votierten 108 Abgeordnete gegen den entsprechenden Artikel des Gesetzentwurfs für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Gesundheitsnotstand, 103 stimmten dafür. Das Nein ist den Abgeordneten der Fraktionen Mouvement Démocrate (MoDem) zu verdanken, die in der Versammlung eigentlich die Partei von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, La République en Marche (LREM), unterstützt. „Wir hatten rote Linien vorgegeben“, sagte der MoDem-Abgeordnete Philippe Latombe. Es habe aber keinen Dialog und kein Zuhören gegeben. Deshalb habe die Fraktion einstimmig gegen den Artikel gestimmt. In dem ersten Artikel des Gesetzesentwurfs, gegen den nun votiert wurde, waren auch weitere Details zu den Befugnissen des Premiers für nächtliche Ausgangssperren geregelt. Die Regierung kann nun noch eine zweite Beratung beantragen. (Quelle: WDR, 11.05.21)


Belgien will im Sommer zum normalen Leben zurück

Belgien will im Sommer nach und nach zu einem normaleren Leben zurückkehren. Dazu stellte Ministerpräsident Alexander De Croo am Dienstag in Brüssel einen „Sommerplan“ mit Etappen vor. Zunächst sollen Cafés und Restaurants ihre Gäste vom 9. Juni an auch in Innenräumen wieder bedienen dürfen. Gleichzeitig dürfen Kinos, Theater, Casinos oder Fitnessstudios wieder öffnen, wie De Croo sagte. Bereits seit Samstag sind nach mehr als sechsmonatiger Zwangspause die Außenbereiche der Gastronomie wieder offen.

Die Entscheidung vom Dienstag sieht zudem vor, dass Belgier vom 9. Juni an wieder vier statt zwei Personen privat ohne Abstands- und Maskengebot in Innenräumen treffen dürfen. Veranstaltungen sollen im Freien mit 400, in geschlossenen Räumen mit 200 Menschen erlaubt sein. Ab Ende Juli sollen im Freien bereits wieder Veranstaltungen mit 5000 Menschen möglich sein, vom 13. August an sogar noch größere Ereignisse. Die Besucher müssen dann gegen das Coronavirus geimpft oder negativ getestet sein. Bereits Anfang Juli könnte die Pflicht zum Homeoffice fallen. Alle Öffnungsschritte sind an die Lage auf den Intensivstationen und den Fortschritt beim Impfen geknüpft.

Die Corona-Fallzahlen in Belgien sind rückläufig, aber deutlich höher als in Deutschland. In den vergangenen zwei Wochen steckten sich nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde im Schnitt 364 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an – ein Rückgang um 15 Prozent. Zugleich ist inzwischen fast jeder dritte Belgier mindestens einmal gegen das Virus geimpft. (Quelle: FAZ, 11.05.21)


Österreich: Deutschland soll das Land von der Risiko-Liste streichen

Kurz vor den Pfingstferien soll aus der Sicht von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz die Alpenrepublik von der deutschen Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen werden. „Was ich hoffe ist, dass die Quarantäne-Regelungen bald aufgehoben werden“, sagte Kurz am Dienstag am Rande des Ludwig-Erhard-Gipfels in München der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei ja durchaus argumentierbar, so Kurz weiter, dass es Quarantäne-Regeln brauche, wenn auf der einen Seite der Grenze die Ansteckungen zehn oder 20 mal so hoch seien wie auf der anderen Seite der Grenze. „Aber wenn die Ansteckungszahlen ungefähr gleich sind oder in einem Nachbarland sogar niedriger sind als im eigenen Land, dann ist dies schwer argumentierbar.“

Kurz betonte, er vertraue darauf, dass die Bundesregierung hier „faktenbasiert“ entscheidet. Die Infektionszahlen in Österreich sind landesweit mit einer Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) von 95,1 inzwischen deutlich niedriger als in Deutschland (115,4, Stand Dienstag).(Quelle: FAZ, 11.05.21)


Spahn warnt vor Leichtsinn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor Leichtsinn bei den Corona-Öffnungen gewarnt. Erstmals seit rund zwei Wochen sank die Zahl der Kreise mit hohen Inzidenzen nicht mehr weiter ab. 248 von 412 Kreisen liegen laut dem jüngsten Tagesbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) über der Notbremsen-Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das waren 6 mehr als am Vortag. Spahn rief die Menschen in Deutschland dazu auf, die Inzidenz weiter gemeinsam zu senken.

„Die dritte Welle ist gebrochen“, sagte Spahn am Dienstag im Deutschlandfunk. „Aber sie ist noch nicht unten.“ Übermut sei fehl am Platz. „Sonst holt uns das viel zu schnell wieder ein. Das hat man in anderen Ländern auf der Welt schon gesehen.“ Zuversicht sei aber angebracht. Auch könne zum Beispiel die Außengastronomie in bestimmten Bereichen geöffnet werden – „wenn man unter 100 ist“.

Bundesweit sank die Inzidenz laut RKI in einem Tag von 119,1 auf 115,4. Vor einer Woche waren es 141,4. Die höchsten Werte haben Thüringen (175,1), Sachsen (167,6) und Baden-Württemberg (140,6), die niedrigsten Schleswig-Holstein (50,2), Hamburg (72,9) und Brandenburg (83,2). Die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen der Notbremse dürften laut Gesetz nur fallen, wenn in einem Kreis oder einer Stadt die Inzidenz an fünf Werktagen hintereinander 100 unterschreitet. Binnen eines Tages gab es 6125 gemeldete Corona-Neuinfektionen. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: FAZ, 11.05.21)


Niedersachsen: Zentraler Termin für Landtagsabgeordnete und Personal

Den Abgeordneten und Beschäftigten des niedersächsischen Landtags wird zentral eine Corona-Impfung angeboten. Als Personen mit erhöhter Priorität können Parlamentarier, Beschäftigte der Landtagsverwaltung sowie Mitarbeiter der Fraktionen sich für eine Erstimpfung am 17. oder 21. Mai melden, teilte der Landtag am Dienstag mit. Ein Team des Impfzentrums Hannover nehme die Impfung in den Räumlichkeiten des Landtags vor – und sechs Wochen später dann die Zweitimpfung. Es gehe darum, die Funktionsfähigkeit des Parlaments sicherzustellen, sagte Landtagspräsidentin Gabriele Andretta.
Sehr genau nimmt es der Landtag bei der zentralen Impfaktion, was die Teilnahme von Ministerinnen und Ministern angeht. Insofern diese über ein Landtagsmandat verfügen, können diese bei der zentralen Aktion die schützende Spritze erhalten. Die übrigen sind zwar ebenfalls ab dem 17. Mai impfberechtigt, müssen sich aber anderwärtig um einen Impftermin kümmern. Dies betrifft Europaministerin Birgit Honé (SPD), Justizministerin Barbara Havliza (CDU), Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). (Quelle: GN, 11.05.21)


Steinmeier bittet Muslime um Verständnis

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bat zum Ende des Ramadans die Muslime in Deutschland um Verständnis dafür, dass sie das traditionelle Fastenbrechen coronabedingt abermals nur im kleinen Kreis feiern können. „Es ist bitter, dass dieses Miteinander zum Ende des Ramadan nun das zweite Jahr in Folge nur unter den Einschränkungen möglich ist, die uns die Pandemie auferlegt“, sagte Steinmeier in einer Videobotschaft zum Abschluss des Fastenmonats am Mittwoch.

(Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: FAZ, 11.05.21)


Vor der Urlaubssaison: Griechenland impft alle Inselbewohner

Vor dem Beginn der Urlaubssaison beschleunigt Griechenland sein Corona-Impfprogramm für Inselbewohner. Bis Ende Juni sollten sämtliche dauerhaften Bewohner der griechischen Inseln geimpft sein, sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in einer Videokonferenz mit Regionalgouverneuren. Bislang konnten sich bereits die Bewohner von 32 kleineren Inseln impfen lassen, 36 größere Inseln sollen innerhalb der nächsten drei Wochen folgen, die 19 größten Inseln kommen zum Schluss.

Die Regierung in Athen versucht, den Reiseverkehr trotz der Corona-Krise wieder anzukurbeln. Seit Anfang April hat Griechenland schrittweise mit der Öffnung von Einzelhandel und Außengastronomie begonnen. Das Land verzeichnet nach wie vor mehr als 2000 Coronainfektionen und Dutzende Todesfälle pro Tag, am schwersten betroffen ist die Hauptstadt Athen. Die Krankenhäuser sind weiterhin stark ausgelastet. (Quelle: Tagesschau, 11.05.21)


WHO prüft Berichte über positive Tests bei Geimpften

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft Berichte, wonach auf den Seychellen etwa 37 Prozent der positiven Tests von komplett Geimpften stammen. Die Daten würden ausgewertet, teilte eine WHO-Sprecherin per E-Mail mit. Auf den Seychellen leben weniger als 100.000 Menschen, von denen fast 60 Prozent komplett geimpft sind. Regierungsdaten vom Montag zufolge haben 57 Prozent von ihnen das Mittel von Sinopharm erhalten und 43 Prozent von Astrazeneca. (Quelle: Tagesschau, 11.05.21)


Verfassungsschutz: Rechtsextreme nutzten systematisch Corona-Proteste

Rechtsextreme Gruppierungen haben laut dem Berliner Verfassungsschutz im vergangenen Jahr systematisch die Proteste der Corona-Kritiker instrumentalisiert. Insbesondere die zunehmende Verbreitung und Akzeptanz von Verschwörungserzählungen in Zeiten der Corona-Pandemie seien beunruhigend, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) zur Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2020. „Verfassungsfeinde – vor allem Rechtsextremisten und Reichsbürger – haben im vergangenen Jahr nichts unversucht gelassen, diese Ausnahmesituation für sich zu nutzen.“

Die Corona-Pandemie habe sich als „Belastungsprobe für den gesellschaftlichen Zusammenhang erwiesen“. Geisel forderte eine stärkere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Verbreitung von Verschwörungserzählungen. Ausnahmslos alle in Berlin aktiven rechtsextremistischen Gruppierungen hätten sich den Corona-Protesten angeschlossen und in diversen Internetkanälen ihre Kritik an den Corona-Maßnahmen mit „Verschwörungserzählungen, antisemitischer und rassistischer Propaganda“ vermischt. Dem Thema Verschwörungserzählungen widmet sich ein Sonderkapitel des aktuellen Verfassungsschutzberichts. (Quelle: Tagesschau, 11.05.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert der Grafschaft Bentheim ist am Dienstag nach Angaben des Robert-Koch Institutes mit 107,2 unverändert zum Wert vom Montag. Davor war die Inzidenz über mehrere Tage gesunken: Am Sonntag lag sie noch bei 121,8. Die Kreisverwaltung meldet für Dienstag neun Neuinfektionen mit dem Coronavirus, das geht aus dem Dashboard für den Landkreis hervor.

Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5129, als genesen gelten derweil 4704 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich 687 Menschen, am Montag waren es noch 729. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 115.

Bis einschließlich Freitag, 7. Mai, wurden in der Grafschaft Bentheim 45.972 Impfungen durchgeführt, teilt der Landkreis mit. Davon waren 35.594 Erstimpfungen und 10.378 Zweitimpfungen. Nicht enthalten sind Impfungen, die durch Hausärzte durchgeführt wurden.

Das Kreishaus verzeichnet am Dienstag 310 aktuelle Corona-Fälle (Montag: 312) in der Grafschaft, 69 (0) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 11.05.21)


Hauptsacheverfahren EU vs. AstraZeneca

Im Rechtsstreit um Lieferrückstände von AstraZeneca bei Corona-Impfstoff führt die EU-Kommission nun offiziell ein zweites Gerichtsverfahren gegen den britisch-schwedischen Hersteller. Nach dem bereits laufenden Eilverfahren gehe es in einem Hauptsacheverfahren ab 24. September um die genaue rechtliche Prüfung von Vertragspflichten und möglicher Verstöße, teilte ein Kommissionssprecher am Dienstag mit.

Zweck beider Verfahren sei jedoch derselbe: Die EU wolle bei AstraZeneca die Lieferung der vertraglich zugesagten Impfstoffdosen durchsetzen. Konkret gehe es zunächst um 90 Millionen Dosen Corona-Impfstoff: Das Unternehmen habe im ersten Quartal an die EU 30 Millionen Impfdosen geliefert statt der zugesicherten 120 Millionen. Letztlich seien Zwangsgelder denkbar, sagte der Sprecher. Im Eilverfahren will die Kommission aber zunächst eine einstweilige Anordnung erwirken, die ihre vertraglichen Ansprüche festhält. Darüber wird am 26. Mai vor einem Gericht in Brüssel verhandelt. (Quelle: FAZ, 11.05.21)


Polizei bereitet sich auf Vatertag vor

Am Donnerstag ist Himmelfahrt – traditionell ein Tag, an dem viele Menschen unterwegs sind. Wegen Corona warnt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) vor zu leichtfertigem Verhalten.

Zwar hätten viele Kommunen mit sinkenden Infektionszahlen die bestehenden Regelungen bereits entschärft oder stünden kurz davor, sagte Pistorius. Zugleich gelten die infektionsschutzrechtlichen Beschränkungen weiter. „Himmelfahrt fällt jetzt genau in diese Zeit, wo es auf uns alle noch einmal ankommt“, sagte der Minister.

Auch wenn die Vatertags-Touren für viele dazugehörten: „Mit dieser Perspektive wäre es grob fährlässig, quasi am Bollerwagen die in Aussicht stehenden Lockerungen zu verstolpern, weil die bestehenden Regelungen missachtet werden und die Inzidenzzahlen in spätestens zwei Wochen wieder steigen.“ Deshalb werde die Polizei an diesem Tag präsent sein, vor allem an beliebten Ausflugszielen, um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu kontrollieren.

Einige Kommunen in Niedersachsen haben bereits örtlich begrenze Alkoholverbote erlassen. So verschärft zum Beispiel die Gemeinde Wedemark (Region Hannover) Regeln für die Brücke über die Große Beeke. Diese hatte sich in den vergangenen Jahren zum beliebten Treffpunkt von Heranwachsenden und jungen Erwachsenen entwickelt, die dort den Vatertag begingen. Gemeinsames Feiern ist auch am Badestrand „Weiße Düne“ und am Surfstrand „Weißer Berg“ in Mardorf am Steinhuder Meer verboten. In Hannover werden die Behörden vor allem den Maschpark im Auge behalten. (Quelle: NDR, 11.05.21)


Weil im Landtag: „Haben die dritte Corona-Welle überwunden“

Niedersachsens Ministerpräsident Weil hat im Landtag eine Regierungserklärung zum Thema Corona gehalten. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es in den nächsten Monaten weitere Lockerungen geben kann.

Der SPD-Politiker sagte, dass die beste Nachricht sei, dass „wir die dritte Corona-Welle überwunden haben“. Diese Aussage Anfang Mai treffen zu können, ohne damit irgendwo Überraschung auszulösen, sei keine Selbstverständlichkeit. Vor sechs Wochen habe es sehr ernsthafte Befürchtungen gegeben, Deutschland stehe bei der Pandemiebekämpfung vor dem Kontrollverlust. „Dieses Schreckens-Szenario ist nicht eingetreten“, sagte Weil.

In Niedersachsen sei es gelungen, die Infektionszahlen so zu begrenzen, dass die Sieben-Tage-Inzidenz weit unter dem Bundesdurchschnitt geblieben sei. Dadurch habe es keine Überlastung des Gesundheitswesens gegeben. Weil bezeichnete dieses Ergebnis als Gemeinschaftsleistung aller Bürgerinnen und Bürger. In den vergangenen 14 Tagen seien die Infektionszahlen im Landesdurchschnitt deutlich gesunken. Gleichwohl gebe es im Land weiterhin große regionale Unterschiede bei der Inzidenz in den einzelnen kreisfreien Städten und Landkreisen.

Durch die sinkenden Infektionszahlen sind laut Weil in den Kommunen Spielräume für Lockerungen entstanden. Sie seien entweder aus der Notbremse herausgewachsen oder hätten sich niemals in dieser Stufe befunden. Die Landesregierung habe immer wieder betont, sehr konsequent beim Infektionsschutz sein zu wollen, aber auch bewusst Möglichkeiten für Lockerungen zu nutzen. Dieser Zeitpunkt sei jetzt gekommen, so der Regierungschef.

Gleichwohl mahnte der SPD-Politiker zur Vorsicht, weil das Virus nach wie vor in der Gesellschaft präsent sei. Man befinde sich weiterhin mitten in der Pandemie und Rückfälle wolle man vermeiden – gerade auch im Hinblick auf viele Branche, die nach dem monatelangen Lockdown auf Öffnungsschritte warteten. Für diese Betriebe wäre es wohl die schlimmste Erfahrung, nach einer kurzen Freude gleich wieder in eine längere Schließung zurückgeworfen zu werden, machte Weil im Landtag deutlich.

Man werde deshalb am Anfang zunächst nur vorsichtige Öffnungsschritte machen, sagte Weil. An den Plänen der Landesregierung hatte es aus der Wirtschaft zuvor bereits Kritik gegeben. Laut Weil soll es Schritt für Schritt in Richtung Normalität gehen. Dabei spielen Tests eine zentrale Rolle. Man wolle damit Sicherheit im Einzelfall schaffen. Mit der Maskenpflicht ergänzten die Tests das Sicherungssystem. Dadurch könnten Infektionen früher erkannt und Infektionsketten früher unterbrochen werden. Außerdem erhalte man einen guten Überblick über die Infektionslage. Zudem wachse die Zahl der Geimpften in Niedersachsen immer weiter. Im Hinblick darauf sagte Weil, dass es in diesem Punkt nicht um eine Neid- sondern eine Gerechtigkeitsdiskussion gehe.

Deshalb komme den Tests eine so wichtige Bedeutung zu, weil sie einen Teil dieses Dilemmas lösen könnten, indem es auch mehr Freiheiten für negativ-getestete Menschen gäbe. „Die Testpolitik ist der beste Weg, die Unterschiede zwischen den Geimpften und den Genesenen einerseits und allen anderen andererseits so gering wie möglich zu halten“, sagte Weil. Im Hinblick auf die Schulen bezeichnete Weil die Teststrategie als Erfolg. Das Land habe in den vergangenen Wochen mehr als 4,2 Millionen Tests an die Schulen herausgegeben. Dadurch seien etwas mehr als 1.400 Infektionen aufgespürt worden.

Neben den Schulen, die ein wichtiges Testfeld seien, nehme man auch die Arbeitswelt in den Blick. Dort wolle man gemeinsam mit den Sozialpartnern die Anreize für kontrollierte Tests erhöhen. Wer solche Testangebote wahrnehme, könne ein negatives Testergebnis auch für andere Angebote nutzen – beispielsweise zum Besuch von Geschäften oder Restaurants. Auch dort sollten nach Weils Worten Tests angeboten werden. Dann gebe es – vorausgesetzt die Infektionszahlen entwickelten sich weiterhin positiv – mehr Möglichkeiten zu weiteren Öffnungsschritten.

Das betreffe auch den Tourismus. Bei entsprechenden Inzidenzen könnten im Sommer auch wieder Gäste aus anderen Regionen in Niedersachsen Urlaub machen. Weil rechnet damit, dass dies im Juni möglich sein könnte. In den vergangenen zwei Monaten sei viel geschehen, sodass der niedersächsische Stufenplan hätte überarbeitet werden müssen. Durch die Bundesnotbremse seien Landesregelungen über einem Inzidenzwert von 100 entfallen. Auf dieser Grundlage habe man sich für ein dreistufiges System entschieden – bis 35, bis 50 und bis 100. Die letztgenannte Stufe sei bereits Teil der Verordnung, die seit Montag in Kraft ist. „Mit den nächsten Verordnungen werden wir dann auch den Übergang in die Stufe 2 – bis 50 – und die Stufe 1 – bis 35 – regeln“, so Weil. Man wolle möglichst eine vollständige Kongruenz zwischen Stufenplan und Verordnung herstellen – auch um Missverständnissen vorzubeugen.

Laut Weil ist noch unklar, ob man sich bereits in der Schlusskurve der Pandemie befinde oder sogar schon auf der Zielgeraden. Wichtig sei, dass man jetzt nicht stolpern dürfe. Weil gab sich zuversichtlich, dass es dann ein ganz guter Sommer für die Niedersachsen werden könne. (Quelle: NDR, 11.05.21)


Norwegen investiert aus Öl-Einnahmen

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, investiert Norwegen einen deutlich höheren Anteil seiner Öl-Einnahmen als bislang geplant. Ein am Dienstag vorgestellter Nachtragshaushalt sieht Ausgaben in Höhe von umgerechnet 40 Milliarden Euro aus dem Öl-Geschäft vor – knapp neun Milliarden Euro mehr als im ursprünglichen Haushaltsentwurf vom Oktober. Der Anstieg sei hauptsächlich durch „außergewöhnliche wirtschaftliche Unterstützungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie“ begründet, erklärte das Finanzministerium in Oslo. Die norwegischen Öl-Einnahmen fließen in einen staatlichen Vermögensfonds.

Die Regierung darf üblicherweise bis zu drei Prozent des Fonds-Werts in ihren Haushalt stecken. In diesem Jahr werden es den neuesten Zahlen zufolge 3,7 Prozent sein. In Norwegen wird im September ein neues Parlament gewählt. Die konservative Regierung unter Ministerpräsidentin Erna Solberg kämpft dabei um eine Mehrheit. (Quelle: FAZ, 11.05.21)


Sterblichkeitsraten Tschechien und Deutschland

März dieses Jahres sind in Tschechien so viele Menschen gestorben wie in keinem anderen Monat seit 1947. Das teilte ein Sprecher der Statistikbehörde CSU am Dienstag mit. Nach vorläufigen Angaben waren rund 16.000 Todesfälle zu beklagen. Das waren rund 60 Prozent mehr als im Schnitt der Monate März der Jahre 2015 bis 2019. Gemessen an der Bevölkerung war die Region um Usti (Aussig) an der Grenze zu Sachsen am stärksten betroffen.

Auch Deutschland sind im April 2021 nach Angaben des Statistischen Bundesamts mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Laut Hochrechnungen der Behörde gab es insgesamt 80.866 Todesfälle, das sind drei Prozent oder 2357 Fälle mehr als im Schnitt der Jahre 2017 bis 2020 für diesen Monat. In der 17. Kalenderwoche (26. April bis 2. Mai) lagen die Sterbefallzahlen demnach fünf Prozent oder 952 Fälle über dem Vierjahresdurchschnitt für diese Woche. Für die einzelnen Bundesländer liegen den Statistikern Zahlen bis einschließlich der 14. Kalenderwoche (5. bis 11. April) vor. In diesem Zeitraum hätten die Sterbefallzahlen in Thüringen mit einem Plus von 17 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 gelegen. (Quelle: FAZ, 11.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Dienstag, 11. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 465 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 17 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.427. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 247.888 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI leicht auf 84,3 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 84,6). (Quelle: NDR, 11.05.21)


Lokale Inzidenzen:
Lingen(Ems) 43,9 (gestern: 47,5)
Meppen 70,8 (70,8)
Papenburg 50,3 (53,0)


Urlaub wird teurer

Wer in diesem Jahr noch einen Urlaub plant, muss dafür teilweise tiefer in die Tasche greifen. Auswertungen der beiden Online-Portale „Holidu“ und „billiger-mietwagen.de“ von rund drei Millionen Suchanfragen im Internet ergaben, dass sowohl in Deutschland als auch in beliebten Urlaubsreisen die Preise für eine Ferienwohnung oder einen Mietwagen im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich angestiegen sind. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Laut „Holidu“ liegen die Kosten für Ferienwohnungen in Deutschland um bis zu 30 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Preise für Mietwagen stiegen laut der Analysen um bis zu 20 Prozent gegenüber 2019 an.

Auch in anderen Ländern wird der Urlaub demnach teurer: In Frankreich seien Mietwagen und Ferienwohnungen nun 14 beziehungsweise 32 Prozent teurer, in Großbritannien sogar 35 und 55 Prozent. In den USA seien die Preise für Leihautos und Ferienwohnungen jeweils um rund 20 Prozent angestiegen, in Mexiko um bis zu 56 Prozent. Ein anderes Bild ergibt sich dem Bericht zufolge für Reisen nach Portugal: Hier kosten Mietwagen derzeit im Schnitt rund 20 Prozent und Ferienwohnungen rund zehn Prozent weniger. In der Türkei sei der Preisunterschied mit 30 Prozent günstigeren Leihwagen und 15 Prozent billigeren Mietappartements noch größer. (Quelle: Tagesschau, 11.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6125 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 7534 Neuansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 283 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 315 Tote gewesen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 115,4. Am Vortag hatte sie bei 119,1, in der Vorwoche bei 141,4 gelegen. Jedes zweite Bundesland befindet sich unter der kritischen Marke von 100. Thüringen ist nicht mehr das am stärksten betroffene Bundesland. Sachsen führt mit 167,6 nunmehr das Feld an. Schleswig-Holstein verzeichnet den niedrigsten Wert mit 50,2. Auf Ebene der Landkreise bzw. kreisfreie Städte wurde keine Inzidenz über 300 verzeichnet. Der Landkreis Hildburghausen, der deutschlandweit den höchsten aufweist, steht bei 283,2.

Seit dem 26.12.20 wurden laut Zählung des RKI insgesamt 35.079.739 Impfungen verabreicht. Insgesamt haben 32,8 Prozent der Bevölkerung mindestens eine der zwei notwendigen Impfungen gegen COVID-19 bekommen (Impfstoffe von AstraZeneca, BioNTech, Moderna). 9,4 Prozent wurden bereits vollständig gegen COVID-19 geimpft (zweite Dosis mit einem Impfstoff von AstraZeneca, BioNTech, Moderna oder eine Dosis mit dem Impfstoff von Janssen bzw. eine einzelne Dosis bei COVID-19-Genesenen).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.533.376 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.196.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.112.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(Quelle: RKI, 11.05.21)


FDA sagt OK zu Biontech-Impfstoff für 12-16jährige

Die US-amerikanische Food and Drug Administration hat am Montag die Verwendung des Pfizer-BioNTech Covid-19-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige in den USA genehmigt. Dies wird als weiterer bedeutsamer Schritt auf dem Weg der USA aus der Pandemie heraus gewertet und ist auch ein Segen für Millionen US-Familien, die auf eine Rückkehr zur Normalität hoffen.

Die Genehmigung beendet Wochen, in denen sich viele Eltern mit der Frage auseinandergesetzt hatten, wie sie klar kommen sollen, wenn in einem Haushalt nur sie als Erwachsenen geimpft sind. Es beseitigt zugleich ein Hindernis für die Wiedereröffnung von Schulen, indem es die Gefahr der Übertragung in Klassenzimmern verringert, und bietet mehr der fast 17 Millionen Kinder in dieser Altersgruppe die Möglichkeit, an Sommercamps, Übernachtungen und anderen Aktivitäten teilzunehmen.

„Das sind großartige Neuigkeiten“, sagte Dr. Kristin Oliver, Kinderärztin und Impfstoffexpertin am Mount Sinai Hospital in New York. „Es scheint, als hätten wir lange darauf gewartet, Kinder in dieser Altersgruppe zu schützen.“ Der Pfizer-BioNTech-Impfstoff steht bereits allen über 16 Jahren zur Verfügung.

Die Freigabe des F.D.A. ist allerdings nicht die letzte Hürde. Der beratender Ausschuss der CDC wird voraussichtlich in Kürze zusammentreten, um die Daten zu überprüfen und Empfehlungen für die Verwendung des Impfstoffs bei 12- bis 15-Jährigen abzugeben. (Quelle: The Guardian, 11.05.21)


Brasilien-Zahlen

Brasilien verzeichnete 25.200 bestätigte Covid-19-Neuinfekttionen in den letzten 24 Stunden und weitere 889 Todesfälle, berichtete das Gesundheitsministerium.

Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in Lateinamerikas größtem Land hatte inzwischen 15.209.990 und die offizielle Zahl der Todesopfer 423.229 erreicht. (Quelle: The Guardian, 11.05.21)



Indien: Dutzende mutmaßliche Corona-Tote am Ufer des Ganges gefunden

Im Norden Indiens sind zahlreiche Leichen an den Ufern des Ganges angespült worden, bei denen es sich mutmaßlich um Corona-Tote handelt. Rund 40 Leichen wurden im Bezirk Buxar nahe der Grenze zwischen den Bundesstaaten Bihar und Uttar Pradesh entdeckt, zwei der ärmsten Regionen des Landes, wie ein Behördensprecher mitteilte. Sie sollten nun begraben oder eingeäschert werden. In Medienberichten war von bis zu hundert Leichen die Rede. Die Corona-Pandemie hat mit großer Geschwindigkeit Indiens ländliche Regionen erfasst. Örtliche Gesundheitseinrichtungen, Krematorien und Friedhöfe sind mit der Situation überfordert. Einheimische sagten der Nachrichtenagentur AFP, vermutlich seien die Toten wegen der überfüllten Krematorien in den Fluss geworfen worden. Möglicherweise hätten sich die Hinterbliebenen auch das Holz für einen Scheiterhaufen nicht leisten können. In Indien sterben derzeit täglich rund 4000 Menschen durch das Coronavirus. Die Gesamtzahl der Todesopfer beläuft sich auf fast 250.000. Experten vermuten, dass die Zahlen wesentlich höher sind. (Foto: Ganges/pixabay; Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Erste Lockerungen zu Pfingsten

Am Pfingstwochenende dürfen in bayerischen Regionen mit stabilen Corona-Zahlen Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze und auch Jugendherbergen wieder für Touristen öffnen. Gleiches gilt für Seilbahnen, die Fluss- und Seenschifffahrt, touristische Bahn- und Busverkehre, Städte- und Gästeführungen im Freien sowie die Außenbereiche von medizinischen Thermen.

Die Bürger in NRW können sich darauf einstellen, an Pfingsten in einem Außenbereich eines Cafés oder Restaurants sitzen zu dürfen. Auf die Frage, ob er für die Öffnung der Außengastronomie in Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 zu Pfingsten sei, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Montag in Düsseldorf: „Das hielte ich für einen guten Weg.“ Bisher war eine Gastro-Öffnung in dem Bundesland nur im Rahmen von „Modellkommunen“ vorgesehen.

Auch in Brandenburg stehen die Chancen auf Öffnungen für Gaststätten und Tourismus ab Pfingsten nicht schlecht. Die Zahl neuer Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ging weiter zurück, aber nur leicht von rund 89 auf rund 88, wie das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mitteilte.

Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben ihre Außengastronomie bereits wieder geöffnet – zumindest in Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von Neuninfektionen pro 100.000 Einwohnern unter 100. Am Dienstag wollen zudem Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz weitere Lockerungen für Gastronomie und Tourismus beschließen. (Quelle: FAZ, 10.05.21)


Mailänder Scala öffnet

Das Mailänder Opernhaus La Scala öffnete am Montagabend seine Türen für ein eingeschränktes Publikum und weckte die Hoffnung auf eine allmähliche Wiederaufnahme des kulturellen Lebens in Italien nach fast sieben Monaten Schließung aufgrund der Covid-19-Pandemie.

Italien hatte im vergangenen Oktober alle Theater und Konzertsäle geschlossen, um nach dem Sommer ein Wiederaufleben der Pandemie zu verhindern. Angesichts sinkender Fallzahlen und Todesfälle prüft das Land aktuell die Sperrmaßnahmen, und plant auch, die Quarantänebeschränkungen für Reisende, die aus europäischen Ländern, Großbritannien und Israel anreisen, bereits Mitte Mai aufzuheben.

Reuters berichtet über den Abend in der Scala: „Mit Masken ausgestattete Mitglieder des Orchesters unter der Leitung von Riccardo Chailly und der Chor führten Arien von Giuseppe Verdi, Richard Wagner und anderen weltbekannten Komponisten in einem fast leeren Saal auf. Fast 500 Personen mit FFP2-Masken konnten dem Konzert aus den Logen folgen.

Das Konzert erinnerte auch an den 75. Jahrestag der Wiedereröffnung des Mailänder Opernhauses nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. „Es war eine Art Wiedererlangung dessen, was wir vor der Pandemie hatten. Wenn ich heute Abend hier bin, bekomme ich Gänsehaut “, sagte die 47-jährige Juwelierin Andrea Sangalli.

Da sich die Situation in der nördlichen Lombardei um Mailand, einem der am stärksten von der Pandemie am stärksten betroffenen Gebiete Italiens, allmählich verbessert, wird die Scala voraussichtlich in diesem Monat ihre neue Saison vorstellen.

Am Dienstag wird Regisseur Riccardo Muti ein Konzert mit den Wiener Philharmonikern leiten. (Quelle: The Guardian, 10.05.21)


Frankreichs Premier: Sind dabei, Corona-Krise dauerhaft zu überwinden

Frankreichs Premier Jean Castex hat die Regeln für die geplanten Corona-Lockerungen Mitte Mai präzisiert. In den Außenbereichen der Restaurants und Cafés werde es eine Begrenzung auf 50 Prozent der Kapazität geben, kündigte er in einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“ an. Es seien maximal sechs Personen pro Tisch erlaubt. Im Kino oder bei einer Live-Veranstaltung dürfe nur jeder dritte Platz besetzt werden, pro Saal gelte eine Obergrenze von 800 Menschen. „Ich sage es in aller Deutlichkeit: Wir sind endlich dabei, diese Gesundheitskrise dauerhaft zu überwinden“, sagte Castex.

Die Lockerungen müssten nun schrittweise erfolgen und alle müssten sich weiter an die Spielregeln halten. „Ich möchte klarstellen, dass ich mir diese Regeln nicht aus dem Hut gezogen habe, sie sind das Ergebnis zahlreicher Beratungen und stützen sich auf die Einschätzung des Hohen Rates für Gesundheit“, reagierte Castex auf die Frage nach Kritik an den Lockerungen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte zuletzt die weitreichenden Öffnungen verkündet. So dürfen am 19. Mai die Außenbereiche von Restaurants sowie Kultureinrichtungen und Geschäfte wieder öffnen.

Die abendliche Ausgangssperre wird von aktuell 19.00 Uhr auf 21.00 Uhr nach hinten verlegt. Im Juni folgen dann weitere Schritte. In Frankreich verbessert sich die Corona-Lage aktuell deutlich. Landesweit wurden zuletzt 183 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gezählt – der Wert sinkt seit Wochen kontinuierlich. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Corona: Stimmungslage verbessert sich

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online zufolge war die Stimmung seit vier Monaten nicht mehr so gut wie jetzt. Auf die Frage, ob Deutschland gut durch die Corona-Pandemie kommen werde, gaben 56 Prozent eine optimistische Einschätzung, knapp 29 Prozent eine pessimistische. Etwa 15 Prozent sind unentschieden.

Die Stimmungslage in Deutschland hat in den vergangenen 14 Monaten – seit Beginn der Corona-Pandemie – teils deutliche Schwankungen erlebt. Erkennbar ist, dass das Barometer dabei vor allem dem Infektionsgeschehen folgte. Berge und Täler der Stimmungskurve verliefen im Rhythmus fast genau mit dem Steigen und Fallen der Coronazahlen.

Bis in den Herbst 2020 überwog bei einer großen Mehrheit der Bundesbürger die Erwartung, dass Deutschland diese Krise gut meistern wird. Anfang Oktober jedoch, mit dem Ausbruch der zweiten Welle, setzte ein Abwärtstrend ein, der mehrere Monate anhalten sollte. Nur kurzzeitig wurde er unterbrochen, als sich im November die Virusausbreitung verlangsamte. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz dann wieder anstieg und kurz vor Weihnachten den bisherigen Höchststand in Deutschland erreichte, ging auch die Stimmung nochmals herunter. (Quelle: t-online.de, 10.05.21)


Überblick am Abend

  • Deutschland hat allen Erwachsenen den Zugang zu den Coronavirus-Impfstoffen von Johnson & Johnson eröffnet und damit das Prioritätssystem aufgehoben, das festlegt, wer zuerst die Stöße erhält.
  • Die Regierung in Malaysia hat angekündigt, als Reaktion auf die zunehmenden Fälle von Coronaviren eine nationale Sperrung zu verhängen.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die erstmals in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 als eine „Variante von globaler Bedeutung “ eingestuft. Die Mutattion hat drei Varianten, von denen B.1.617.2 am schnellsten wächst.
  • Mehr als 15 Millionen Menschen in England haben nach den neuesten Daten von NHS England zwei Dosen Covid-19-Impfstoff erhalten und sind vollständig geimpft.
  • Impfungen bieten laut der aktuellen Analyse des Ergebnisses des englischen Impfprogramms ein hohes Maß an Schutz gegen Krankenhausaufenthalte und den Tod durch Covid-19.
  • Nepal hat die höchste tägliche Anzahl an Coronavirus-Fällen verzeichnet und 9.127 Neuinfektionen registriert. Es kämpft darum, seine zweite Welle zu brechen.
  • In England wurden am Montag keine Covid-Todesfälle innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Covid-Test gemeldet – zum ersten Mal seit dem 30. Juli letzten Jahres. Am Montag wurden auch in Schottland oder Nordirland keine derartigen Todesfälle gemeldet, nur in Wales vier Todesfälle.
    (Quelle: The Guardian, 10.05.21)

Griechenland-Zahlen

Griechenland hat 1.904 Neuinfektionen und 60 weitere Todesfälle durch Coronaviren gemeldet, da das Land die Beschränkungen lockert und sich auf die Wiedereröffnung seiner Tourismusbranche freut.

Damit steigt die Zahl der Todesopfer des Landes auf 11.089, während die Zahl der Infektionsfälle bei 363.904 erreicht. Insgesamt werden 732 Erkrankte auf Intensivstationen maschinell beatmet.

Die Schulen in Griechenland wurden am Montag zum ersten Mal seit Monaten wieder für den Präsenzunterricht geöffnet. (Quelle: The Guardian, 10.05.21)


Mehr als ein Drittel in den USA komplett geimpft

In den USA sind der Seuchenbehörde CDC zufolge inzwischen 115,5 Millionen Menschen komplett geimpft und damit mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Es seien insgesamt 261,6 Millionen Dosen verimpft worden, hieß es weiter. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


EMA-Chefin gegen Patentfreigabe für Impfstoffe

In der Diskussion um eine mögliche Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe hat sich die Chefin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), Emer Cooke, gegen diese Idee ausgesprochen. Das löse die akuten Probleme nicht und schaffe kein Umfeld für Innovationen, denen die Vakzine zu verdanken seien, sagte Cooke im Interview mit dem „Handelsblatt“ und weiteren europäischen Medien. Dagegen sei alles hilfreich, was zur Produktion und zur internationalen Kooperation beitrage. US-Präsident Joe Biden hatte vor kurzem die Diskussion um Patentfreigabe angestoßen.

Dies wird aber vor allem in der EU abgelehnt. Mit Skepsis reagierte Cooke auf die Diskussion um ein Ende der Restriktionen und volle Freiheit für Geimpfte. „Ich weiß, dass man nicht einfach sagen kann: ‚Wenn du zwei Impfungen hattest, kannst du dich frei bewegen'“, sagte die EMA-Chefin. „Wenn wir es (Covid) am Anfang ernst genug genommen hätten, wären wir vielleicht in einer anderen Situation. Ich möchte also nicht, dass wir den gleichen Fehler noch einmal machen.“ Sie schloss zudem eine rasche Rückkehr zur Normalität aus. „Wir müssen wachsam bleiben und mehr lernen darüber, wie wir mit dem Virus umgehen, was auch immer das neue normale Leben sein wird.“ (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


NovaVax arbeitet an Doppelimpfstoff gegen Coronavirus und Grippe
Das US-Biotech-Unternehmen NovaVax arbeitet an einem Doppelimpfstoff gegen das Coronavirus und die saisonale Grippe. Tierversuche hätten „positive“ Ergebnisse erbracht, erklärte das Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Maryland. Demnach entwickelten Hamster und Frettchen, die das Vakzin mit den beiden Impfstoffkandidaten NVX-CoV2373 und Nanoflu verabreicht bekamen, Antikörper gegen das Coronavirus und gegen Grippeviren. Die beiden Impfstoffkandidaten werden derzeit in getrennten klinischen Versuchen mit Menschen getestet, sind aber noch nicht zugelassen.

Das Corona-Vakzin zeigte bei einer Phase-3-Studie in Großbritannien eine hundertprozentige Wirksamkeit gegen schwere Verläufe von Covid-19 sowie eine Wirksamkeit von 96,4 Prozent bei leichten, moderaten und schweren Krankheitsverläufen bei der herkömmlichen Virusvariante. Deutlich niedriger war der Schutz allerdings vor leichten und moderaten Krankheitsverläufen bei der südafrikanischen Variante. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Seehofer positiv getestet

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Minister sei am Montag positiv auf das Virus getestet worden und befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, teilte sein Sprecher Steve Alter mit. Er habe derzeit keine Krankheitssymptome.
Seine Termine für diese Woche seien abgesagt. Seehofer hatte in der vergangenen Woche unter anderem an einer Sitzung des Bundeskabinetts teilgenommen. Am Dienstag präsentierte er in Berlin bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, aktuelle Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität. Wo sich Seehofer angesteckt hat, ist bislang nicht bekannt.

Der CSU-Politiker war am 14. April erstmalig gegen Covid-19 geimpft worden. Er sei aufgrund seines Alters und seiner Vorerkrankungen berechtigt gewesen, sagte der 71-Jährige am Tag darauf. Ihm wurde das Präparat von Biontech/Pfizer verabreicht.

Seehofer hatte 2002 eine Herzmuskelentzündung erlitten, die ihn fast das Leben kostete. Jahre später sagte er in einem Interview: „Die Krankheit war für mich eine Lehre, sie beeinflusst meine Lebensführung stark.“

Anfang April hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, Seehofer habe einen Appell von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an die älteren Kabinettskollegen, sich mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen zu lassen, zurückgewiesen. „Ich lasse mich nicht bevormunden“, sagte er demnach zu „Bild“.

In sozialen Medien hatte es Kritik an dieser Entscheidung gegeben – auch weil andere ältere Mitglieder des Kabinetts sich für eine Impfung mit Astrazeneca entschieden. Seehofer erklärte seine Haltung so: „Es kann jeder zu jedem Impfstoff seine persönliche Ansicht haben. Ich habe seit meiner Zeit als Gesundheitsminister zu Sicherheit bei Arzneimitteln eine bestimmte Einstellung, und die habe ich bis zum heutigen Tage.“

Auf die Frage, ob er eine Wahl verschiedener Vakzine gehabt habe, sagte Seehofer, dort, wo er sich habe impfen lassen, habe lediglich der Impfstoff von Biontech zur Verfügung gestanden. Eine Auswahl habe er nicht vorgefunden. Astrazeneca wird in Deutschland nur noch für die über 60-Jährigen empfohlen. Der Einsatz für Jüngere bleibt nach ärztlichem Ermessen bei Menschen ohne höheres Blutgerinnsel-Risiko freiwillig möglich.

Im vergangenen Oktober hatte sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als erstes Mitglied der Bundesregierung mit Corona infiziert. Das Kabinett ging damals unter Verweis auf die bei den Sitzungen eingehaltenen Hygiene- und Abstandsregeln nicht in Quarantäne. (Quelle: GN, 10.05.21)


AfD-Klage gegen Ausgangssperre in Hamburg vor Gericht erfolgreich

Das Hamburger Verwaltungsgericht hat einer Klage der AfD gegen die in der Hansestadt geltende nächtliche Ausgangssperre im Eilverfahren stattgegeben. Demnach brauchen die vier Kläger keine Sanktionen zu befürchten, wenn sie sich mit einem höchstens zwölf Stunden alten negativen Corona-Testergebnis nach draußen begeben, wie ein Gerichtssprecher erklärte. Die Begründung für die Entscheidung lag zunächst noch nicht vor. Der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, betonte, dass die Entscheidung nur für die vier Kläger gelte.

Er kündigte an, dass die Stadt Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen werde. Das Urteil gilt bis dahin gleichwohl, wie der Gerichtssprecher erklärte. Am Vormittag hatte Sozial- und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard bereits angekündigt, dass der Senat die seit Anfang April geltende Ausgangsbeschränkung ab Mittwoch aufheben werde.
(Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


England: Bis zu 10.000 Zuschauer ab 17. Mai in den Stadien

In englischen Stadien dürfen bei größeren Sportveranstaltungen vom 17. Mai an wieder mehrere tausend Zuschauer teilnehmen. Premierminister Boris Johnson bestätigte in London die geplanten Öffnungsschritte, die neben gelockerten Kontaktbeschränkungen Neustarts in vielen Bereichen umfassen.

Die Infektionslage in Großbritannien hat sich in den vergangenen Monaten deutlich entspannt, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund 21. Johnsons Weg aus dem Lockdown sieht für diese Lockerungsphase in den größten Outdoor-Sportstätten, in denen Abstandhalten möglich ist, bis zu 10.000 Zuschauer vor. Die letzten beiden Spieltage der Premier League können somit nach langer Zeit wieder vor einem großen Publikum stattfinden. Medienberichten zufolge könnten sogar pro Spiel bis zu 500 auswärtige Fans erlaubt sein.
(Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Klagen über zunehmende Zahl vorgetäuschter Impfberechtigungen

Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich mit falschen Angaben eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Die SWR-Sendung „Report Mainz“ berichtete von mehreren tausend Fällen. Allein das Hamburger Impfzentrum meldete demnach zuletzt sogar 2000 Vordrängler in einer Woche. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht. In München würden bis zu 350 Vordrängler in der Woche erwischt, in Saarbrücken bis zu 140. Report Mainz hatte bei den Impfzentren der Landeshauptstädte nachgefragt, allerdings erfassen nicht alle Zahlen zu Impfvordränglern. Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, sagte der Redaktion: „Die Stimmung wird aggressiver. Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen.“

Die Recherchen zeigen demnach, dass die Impfbetrüger sich oft als höher priorisierte Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren ausgeben. Denn eine pflegebedürftige Person etwa kann zwei Kontaktpersonen benennen, die vorrangig geimpft werden. In einem der SWR-Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht junge und gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


EU gegen AstraZeneca erneut vor Gericht
Die EU-Kommission will erneut juristisch gegen AstraZeneca wegen verspäteter Impfstoff-Lieferungen vorgehen. Der Fall soll am Dienstag vor Gericht gebracht werden, wie ein Sprecher der Behörde mitteilt. Die Europäische Union könnte damit möglicherweise finanzielle Strafen verhängen, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Im April sei es darum gegangen, die Impfstoff-Lieferungen des schwedisch-britischen Pharmakonzerns zu beschleunigen. Diesmal würden die eigentlichen Argumente geprüft. Laut einem EU-Vertreter hat AstraZeneca bis zum 7. Mai knapp 50 Millionen Impfstoffdosen geliefert. Diese Zahl sollte ursprünglich bereits im Januar erreicht werden.
(Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


WHO: Indische Variante „besorgniserregend“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die zuerst in Indien nachgewiesene Virus-Mutation B.1.617 als Variante ein, die weltweit Anlass zur Sorge gibt. „Es liegen Informationen vor, die auf eine erhöhte Übertragbarkeit hinweisen“, sagte die WHO-Expertin Maria Van Kerkhove. Dies müsse jedoch noch weiter erforscht werden. Die WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan ergänzt, dass Impfstoffe, Behandlungen und Tests alle auch bei dieser Variante funktionierten. Bislang hatte die UN-Behörde in Genf nur die sogenannten britischen, südafrikanischen und brasilianischen Mutationen als „besorgniserregende Varianten“ bezeichnet.
(Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Grafschaft Bentheim stoppt Impfung mit Johnson&Johnson

Mit dem Vakzin von Johnson & Johnson sollten ab heute (Montag) die Pädagogen der weiterführenden Schulen in der Grafschaft Bentheim durch die mobilen Teams geimpft werden. So die Ankündigung des Landkreises am Freitag. Die politischen Entscheidungen haben diese Pläne dann kurzfristig am Vormittag überholt.
Bis zum Buchstaben „H“ seien die Impfungen bei den Lehrern der GBS gekommen, bevor sie dann abgebrochen worden seien, berichtet eine Leserin. Hintergrund war die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), den Impfstoff nur noch an Bürger ab 60 Jahren zu verimpfen. Gleichzeitig hob Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Priorisierung für das Johnson & Johnson-Präparat auf. Was Grafschafter Pädagogen besonders ärgerte: Einige hatte wegen der Schulimpfung Impftermine beim Hausarzt abgesagt.

Nach Aussage von Ramona Tyben, Sprecherin beim Landkreis in Nordhorn, hätten die Impfteams, da es am Morgen noch keine Stiko-Empfehlung gab, im KTS (Konzert- und Theatersaal) mit den Impfungen der Lehrkräfte von Nordhorner Schulen zunächst begonnen: „Gegen kurz vor 10 Uhr kam der Erlass, dass Johnson & Johnson nur für Personen über 60 Jahren empfohlen wird.Laut GMK-Beschluss und Erlass des Sozialministeriums sind in den Impfzentren nur noch Personen über 60 Jahre mit dem Impfstoff zu impfen. Da diese Vorgaben keinen Handlungsspielraum lassen, wurden diese um kurz nach 10 Uhr – nach Absprache zwischen ärztlicher und organisatorischer Leitung – umgesetzt und das Impfen im KTS abgebrochen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 25 Lehrkräfte/Mitarbeiter geimpft.“In der laufenden Woche waren weitere Termine für „Schulimpfungen“ in Nordhorn und Uelsen angedacht. Diese Termine werden ebenfalls abgesagt. Tyben: „Sobald bekannt ist, wann die nächste Impfstofflieferung ankommt, werden neue Termine mit einem mRNA-Impfstoff koordiniert.“

In dem Erlass wurde ebenfalls festgelegt, dass Impfzentren nun nicht mehr mit Johnson & Johnson beliefert werden. Dieser Impfstoff sei nur noch für die Hausarztpraxen angedacht. In den Praxen könne nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoabschätzung eine Impfung weiterhin an unter 60-Jährige erfolgen. (Quelle: GN, 10.05.21)


Impftermin via sofort-impfen.de

Nach zähem Beginn nimmt die Impfkampagne in Deutschland seit einigen Wochen Fahrt auf. Bereits ein Drittel der Deutschen hat mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Doch noch immer gibt es nicht genug Impfstoff für alle Impfwilligen. Auch einen Termin zu ergattern, ist vielerorts schwierig. Vor allem diejenigen, die sich bei Hausärzten auf einer Warteliste eingetragen haben, warten oft vergeblich auf einen Anruf.

Eine neue Plattform verspricht nun, dieses Problem zu lösen. Auf der am Donnerstag online gestellten Website sofort-impfen.de können sich Impfwillige und Ärzte vernetzen, um die Terminvergabe zu beschleunigen. Außerdem sollen so Impfdosen, die aufgrund von nicht wahrgenommenen Terminen verfallen würden, effizienter genutzt werden.

Um schneller an einen Impftermin zu kommen, müssen sich Interessierte auf der Website sofort-impfen.de mit Postleitzahl und E-Mail-Adresse registrieren und werden anschließend in eine Warteliste eingetragen. Weitere Informationen müssen nicht angegeben werden. Gleichzeitig erhalten alle registrierten Arztpraxen Zugang zu einer Terminverwaltung. Sobald ein Arzt in der Nähe eines Nutzers Impfdosen übrig hat, wird der Interessierte per E-Mail darüber informiert. Auch der jeweilige Impfstoff soll dabei genannt werden.

Ist der Nutzer mit dem vorgeschlagenen Zeitpunkt und dem Impfstoff einverstanden, kann der Termin direkt gebucht werden. Der zweite Termin wird nach der ersten Spritze dann direkt in der Praxis vereinbart. Sollte man in der Zwischenzeit schon anderweitig einen Termin gefunden haben, kann man sich einfach von der Warteliste streichen lassen.

(Quelle: t-online,+.de, 10.05.21)


Berlinale hält an Sommerfestival fest

Die Berlinale hält an ihren Plänen fest, im Sommer trotz Pandemie ein Filmfestival zu organisieren. Die Ausgabe im Juni soll wie angekündigt draußen stattfinden, teilten die Organisatoren mit. Wegen der Pandemie hatte die Festivalleitung diesmal umplanen müssen. Die Berlinale wurde auf zwei Termine geteilt: Im März hatte ein digitaler Branchentreff stattgefunden, im zweiten Schritt sollen vom 9. bis 20. Juni nun Filme fürs Publikum gezeigt werden. Geplant sind Veranstaltungen an 16 Orten, darunter der Berliner Museumsinsel. Das Sommerfestival soll dort auch eröffnet werden. Für den 13. Juni ist die Preisverleihung geplant, die Preisträger waren bereits bekanntgegeben worden. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Biontech-Umsatz bei über 12 Milliarden Euro

Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech erwartet aktuell einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro mit seinem Covid-19-Impfstoff. Die Umsatzprognose basiere auf den derzeit unterzeichneten Lieferverträgen über rund 1,8 Milliarden Impfdosen für 2021. Im Zusammenhang mit weiteren Verträgen für Lieferungen im Jahr 2021 würden zusätzliche Umsätze erwartet, teilte Biontech am Montag mit. Zudem seien erste Verträge für 2022 und darüber hinaus geschlossen worden. Insgesamt rechnet Biontech nun bis Ende des Jahres mit einer Produktionskapazität von drei Milliarden Dosen sowie mehr als drei Milliarden Dosen im Jahr 2022.

Im ersten Quartal setzte das Unternehmen dank des Impfstoffs-Geschäfts 2,05 Milliarden Euro um nach 27,7 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn betrug rund 1,13 Milliarden Euro nach einem Verlust von 53,4 Millionen vor Jahresfrist. (Quelle: FAZ, 10.05.21)


Kliniken: Bessere Prognose für Covid-19-Verlauf möglich

Künftig können Kliniken möglicherweise schon frühzeitig ermitteln, wie schwer eine Covid-19-Erkrankung verlaufen wird. Ein Forschungsteam des Hamburger Uni-Klinikums Eppendorf (UKE) hat gemeinsam mit der Uniklinik Aachen zwei sogenannte Biomarker identifiziert, die Auskunft über die Schwere einer Covid-19-Erkrankung geben können, wie das UKE mitteilte. Die Biomarker werden aus dem Blut der Patienten gewonnen. Bei 31 Patientinnen und Patienten wurde dies bereits erfolgreich getestet. In einer großen Untersuchung sollen die Ergebnisse der Pilotstudie nun bestätigt werden. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Indien: 366.000 Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfizierten ist im derzeit besonders von der Pandemie heimgesuchten Indien erstmals seit mehreren Tagen wieder unter die Marke von 400.000 gefallen. Für Sonntag meldete das Gesundheitsministerium 366.161 neue Fälle – allerdings wurde nach Angaben von Experten am Wochenende auch weniger getestet. Auch die Zahl der Todesfälle blieb im selben Zeitraum von 24 Stunden mit 3.754 unter den mehr als 4000, die an den beiden Vortagen gemeldet worden waren. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Schleswig-Holstein übernimmt von Dänemark 55.000 AstraZeneca-Dosen

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat von Dänemark 55.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca entgegengenommen, die das Königreich derzeit nicht in Anspruch nimmt. „Das ist ein Tag der großen Freude“, sagte der CDU-Politiker am Grenzübergang Ellund. Schleswig-Holstein wird den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers später zurückerstatten. Bis spätestens 7. Juli werde dies geschehen, sagte Günther. Dänemark hat den Einsatz dieses Präparates momentan ausgesetzt. 12:22 Uhr Lolli-Tests in allen Grund- und Förderschulen in NRW Nordrhein-Westfalen führt heute als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests mit anschließender Laborauswertung flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen.(Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Impfstatistik: 1/3 vs. 1/10

>Ein Drittel der Deutschen mindestens einmal geimpft Die Impfstellen in Deutschland haben mittlerweile insgesamt mehr als 35 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht. Das geht aus neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor (Stand: 10. Mai, 11.30 Uhr). Davon seien etwas weniger als 27,3 Millionen bei Erstimpfungen und weitere gut 7,8 Millionen bei Zweitimpfungen verabreicht worden. In Deutschland haben laut RKI damit 32,8 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Steinmeier: In Bildung investieren

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu Investitionen in Schulen und Bildung in und nach der Corona-Pandemie aufgerufen. Engagierte Schulleitungen, tolle Lehrkräfte und wegweisende Ideen reichten nicht aus, sagte er am Montag bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 20/21 Spezial. „Damit Schulen sich entwickeln, ihre Schülerinnen und Schüler wirksam fördern und negative Folgen der Schließungen abmildern können, brauchen sie jetzt die Unterstützung von Gesellschaft und Politik. Sie brauchen jetzt Aufmerksamkeit, Engagement, und auch Geld.“ Die Bekämpfung der Pandemie lasse die öffentliche Verschuldung steigen, sagte Steinmeier. „Der Kassensturz wird kommen – aber an Bildung dürfen wir nicht sparen.“

Mit dem Deutschen Schulpreis 20/21 Spezial der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung in Zusammenarbeit mit der ARD und der „Zeit“-Verlagsgruppe wurden die besten während der Corona-Pandemie entstandenen Schulkonzepte ausgezeichnet. Der Preis wurde in sieben Kategorien wie „Bildungsgerechtigkeit fördern“, „digitale Lösungen umsetzen“ oder „selbstorganisiertes Lernen ermöglichen“ verliehen. Die sieben ausgezeichneten Schulen aus Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhielten jeweils 10.000 Euro. Elf weitere Schulen erhielten einen Anerkennungspreis in Höhe von je 5.000 Euro.

(Foto CC s. Archiv v. 3.5.20; Quelle: FAZ, 10.05.21)


Norwegen will keine Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson

Eine von der norwegischen Regierung berufene Kommission hat dazu geraten, die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson aufgrund von seltenen Nebenwirkungen nicht in das nationale Impfprogramm aufzunehmen. Menschen, die sich freiwillig mit den Vakzinen impfen lassen möchten, soll dies aber gestattet sein.

Seit dem 11. März wurden Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca gestoppt, nachdem Thrombosefälle bekannt wurden. Mitte April riet das Folkehelseinstituttet, eine Gesundheitsbehörde des Landes, bereits, von dem Impfstoff keinen Gebrauch mehr zu machen, die norwegische Regierung wollte aber weitere Einschätzungen abwarten.

Norwegens Gesundheitsminister Bent Hoeie kündigte nun an, die Empfehlung der Kommission und der Gesundheitsbehörde als Grundlage für Entscheidung über die Impfstoffe zu nutzen.(Quelle: FAZ, 10.05.21)


Olympische Spiele: Bach sagt Inspektionsbesuch ab

Ein in diesem Monat geplanter Japan-Besuch von IOC-Chef Thomas Bach vor den Olympischen Spielen in Tokio ist wegen des Corona-Notstands in Japan verschoben worden. Das gaben die japanischen Organisatoren am Montag bekannt. „Angesichts der Verlängerung des Ausnahmezustands in der vergangenen Woche und verschiedener Umstände wurde der für den 17. und 18. Mai geplante Besuch des IOC-Präsidenten Bach in Japan verschoben“, heißt es in einer Stellungnahme. Man werde die Corona-Situation in Japan und andere relevante Faktoren weiter beobachten und Bachs Besuch „so bald wie möglich“ neu arrangieren. Japan hat den Notstand für Tokio und weitere Regionen wegen steigender Infektionen bis 31. Mai verlängert.

Medienberichten zufolge hatte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees geplant, in Hiroshima an einer Zeremonie während des Fackellaufs teilzunehmen. Zudem seien Treffen mit Ministerpräsident Yoshihide Suga, Olympia-Organisationschefin Seiko Hashimoto und Tokios Gouverneurin Yuriko Koike vorgesehen gewesen. Das IOC hatte dazu gesagt, Termine für einen Japan-Besuch Bachs seien nicht fixiert. Der 67-Jährige war zuletzt im November nach Tokio gereist und hatte sich dort mit Suga und Vertretern des Organisationskomitees getroffen. (Quelle: FAZ, 10.05.21)


Thüringen startet „Testlauf für elektronischen Impfnachweis“

Thüringen startet einen Testlauf zum elektronischen Nachweis für Corona-Impfungen. Ein elektronisches Impfzertifikat soll von Mittwoch (12. Mai) an über das Terminvergabeportal „www.impfen-thueringen.de“ abrufbar sein, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) am Montag mitteilte. Dies betreffe all jene Menschen, die sich in den regionalen Impfstellen und den großen Impfzentren des Landes gegen Covid-19 immunisieren lassen, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz. Das Zertifikat könne per QR-Code auf dem Smartphone ausgelesen werden, es lasse sich aber auch ausdrucken. Thüringen testet den elektronischen Impfnachweis in einem Pilotprojekt, an dem auch Brandenburg beteiligt ist. (Quelle: FAZ, 10.05.21)


Corona-Folgen: Jährlich 1000 Milliarden Dollar in G7-Staaten nötig

Deutschland und die anderen G7-Industrieländer müssen einer Studie zufolge bis 2030 jährlich gemeinsam eine Billion Dollar investieren, um eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung von der Corona-Pandemie zu gewährleisten. Notwendig sein ein „globales Investitionsprogramm für die Erholung, den Wiederaufbau und die Transformation“, heißt es in dem Bericht des Wirtschaftswissenschaftlers Nicholas Stern von der London School of Economics. Dieser war vom britischen Premierminister Boris Johnson vor dem Gipfel der G7-Staats- und Regierungschefs vom 11. bis 13. Juni in Cornwall angefordert worden.

„Während der Großteil der Investitionen in den privaten Sektor fließen wird, werden öffentliche Investitionen in der Anfangszeit eine Schlüsselrolle spielen müssen, insbesondere für eine nachhaltige Infrastruktur“, schrieb Stern. 2020 war die Weltwirtschaft wegen der Corona-Krise in eine Rezession gestürzt, befindet sich in diesem Jahr aber auch wegen der Impffortschritte im Aufwind. Zu den G7 gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich und Italien. (Quelle: FAZ, 10.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Montag, 10. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 406 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes.

Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages vier weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.410.

Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 247.422 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt laut RKI leicht auf 84,6 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 83,4). (Quelle: NDR, 10.05.21)


NRW mit Lollitests

Nordrhein-Westfalen führt am Montag als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests mit anschließender Laborauswertung flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen.

„Die Lolli-Tests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken und Infektionsketten von vornherein in Schulen zu unterbrechen“, hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gesagt. Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Schülerinnen und Schüler auf dem Teststäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen müssen. Die Proben werden in PCR-Testverfahren von Laboren untersucht. Täglich soll es NRW-weit insgesamt rund 35.000 Pooltestungen geben. Zwölf Labore sollen sich darum kümmern. (Quelle: FAZ, 10.05.21)


Grafschafter Zahlen

Der Inzidenzwert sinkt auch im Nachbarkreis weiter. Auf 107,2 beziffert das Robert-Koch-Institut den Sieben-Tage-Inzidenzwert am Montag für die Grafschaft Bentheim. Am Sonntag lag er noch bei 121,8. Dazu meldet das Kreishaus am Montag drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle steigt damit auf 5120. Indes gelten weitere 45 Grafschafter als genesen. Insgesamt liegt die Zahl der Genesen bei 4693. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Infektion liegt weiter bei 115. In Quarantäne befinden sich derzeit 729 Bürger, am Sonntag waren es noch 783.
Das Kreishaus verzeichnet am Montag 312 aktuelle Corona-Fälle (Sonntag: 354), 69 /-19) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 10.05.21)


Lokale Inzidenzen:

Lingen (Ems): 47,5
Meppen: 70,8
Papenburg: 53,0


Öffentlich besoldete Ärzte warnen vor „Überlastung“

Wegen der vielen nötigen Auffrischungsimpfungen befürchten die Amtsärzte, dass das Impfsystem in Deutschland im Sommer mächtig unter Druck geraten könnte. Die Chefin des Bundesverbands der Amtsärzte, Ute Teichert, sagte der „Rheinischen Post“, ab Ende Juni oder Anfang Juli müsse in Deutschland nachgeimpft werden – zusätzlich zu den laufenden Erst- und Zweitimpfungen. „Von Seiten der Politik höre ich diesbezüglich aber keinerlei Vorschläge, wie das organisiert werden sollte. Es scheint vielmehr, als liefe sie planlos in eine solche Situation hinein.“

Teichert verwies darauf, dass Studien davon ausgehen, dass Nachimpfungen nach sechs Monaten fällig werden. Andere Länder wie England seien schon dabei, sich darauf vorzubereiten. Die Situation in Deutschland sei auch deshalb so besorgniserregend, weil es parallel die Kinderimpfungen als eine weitere Herausforderung geben werde. „Die sollen im Sommer kommen. Zwar erst einmal nur mit einer Impfstoffzulassung für die Zwölf- bis  Fünfzehnjährigen. Wenn es danach möglicherweise ab dem Herbst auch noch Impfungen von noch deutlich Jüngeren geben sollte, wird der Druck aus der Bevölkerung deutlich zunehmen, dass wir mit den Kindern und Jugendlichen endlich beginnen“, warnte Teichert. Eine Lösung könnte ihrer Ansicht nach sein, wenn sich die Politik dazu durchringe, die Kitas und Schulen bei der Impfung gezielt einzubeziehen. Sie forderte zudem, die Impfzentren auch über den September hinaus zu betreiben. (Quelle: Tagesschau, 10.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6.922 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen von diesem Montagmorgen hervor. Vor einer Woche hatte der Wert bei 9.160 Neuansteckungen gelegen. An Montagen sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 54 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 84 Tote gewesen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 119,1 (Vortag: 118,6; Vorwoche: 146,9).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.527.251 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.175.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84 829.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagnachmittag bei 0,90 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 10.05.21)


In Japan wächst die Kritik an den Olympischen Spielen

Japans politisch unter Druck stehender Regierungschef Yoshihide Suga will die Olympischen Spiele in Tokio trotz scharfer Kritik durchziehen. „Wir werden unser Bestes tun, um das Leben und die Gesundheit der Menschen zu schützen und ein sicheres Sportfest zu realisieren“, sagte Suga am Montag im Parlament.

Er reagierte damit auf Forderungen der Opposition, die Spiele nochmals zu verschieben oder gleich ganz abzusagen. Vergangene Woche sah Suga sich gezwungen, den Corona-Notstand für die Olympia-Stadt Tokio weniger als drei Monate vor Beginn der Sommerspiele abermals zu verlängern, bis 31. Mai.

Eine an IOC-Präsident Thomas Bach und Suga gerichtete Online-Petition zur Absage der Olympischen Spiele wurde bereits von mehr als 315.000 Menschen unterzeichnet. Sie trägt die zentrale Forderung im Titel: „Sagen Sie die Olympischen Spiele in Tokio ab, um unser Leben zu schützen“.

Japans Olympia-Macher, für die es um Gesichtswahrung und viel Geld geht, und das Internationale Olympische Komitee haben jedoch immer wieder betont, dass die Spiele wie geplant und für alle „sicher“ veranstaltet werden. (Quelle: FAZ, 10.05.21)


Führende Mediziner zuversichtlich

Führende Intensivmediziner haben sich zuversichtlich zu den sinkenden Infektionszahlen und der abnehmenden Zahl von Intensivpatienten geäußert. „Wir befinden uns auf einer abschüssigen Zielgeraden. Die dritte Welle ist gebrochen“, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

„Die Situation auf den Intensivstationen wird sich bezogen auf die Covid-Patienten mit voraussichtlich 1000 Patienten Ende Juni entspannt haben.“ Als Grund für die positive Entwicklung sieht Karagiannidis neben den aktuellen Maßnahmen vor allem das Voranschreiten der Impfung der über 50-Jährigen. „Wenn diese Gruppe einen Impfschutz hat, ist der Spuk vorbei. Die Zahl der ganz jungen Intensivpatienten ist insgesamt niedrig“, sagte Karagiannidis, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) ist.

Er forderte jedoch besondere Vorsichtsmaßnahmen für Flugreisende aus weiter entfernten Ländern, um das Einschleppen von Virus-Varianten zu unterbinden. „Um diesen Erfolg nicht zu gefährden, sind strenge Kontrollen von Reiserückkehrern aus Ländern außerhalb Europas entscheidend. Sie sollten in den Ferien an den Flughäfen einen PCR- und einen Schnelltest machen müssen“, sagte Karagiannidis. „Ist der Schnelltest negativ, könnten sie zunächst nach Hause fahren und wären bei einem positiven PCR-Test schnell zu erreichen. Das brauchen wir, um die Ausbreitung möglicherweise gefährlicher Mutationen in Deutschland einzudämmen“, so der Mediziner. (Quelle: FAZ, 10.05.21)


Erster Todesfall in Laos

Das südostasiatische Laos hat am Sonntag den allerersten Corona-Todesfall gemeldet. Eine 53 Jahre alte Vietnamesin sei an Covid-19 gestorben, berichtete die Staatszeitung „Vientiane Times“. Die Vietnamesin arbeitete demnach in einem Karaoke-Club in der Hauptstadt Vientiane und litt an Vorerkrankungen. Das völlig isolierte kommunistische Land schien von der Pandemie bislang verschont worden zu sein.

Im vergangenen Monat war erstmals ein größerer Ausbruch gemeldet worden, der mutmaßlich auf den Kontakt eines Einheimischen mit Thailändern zurückzuführen war sowie auf Arbeiter, die aus Thailand zurückkehrten – das derzeit die dritte Corona-Welle erlebt. Gab es bis Anfang April nur 49 Infektionsfälle, stieg die Zahl in Laos inzwischen auf 1300. Das völlig verarmte Laos ist eines der am wenigsten entwickelten Länder Südostasiens. Experten vermuten, dass die niedrigen Coronazahlen auf fehlende Tests zurückzuführen sind. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


Drosten: „Sommer kann ganz gut werden“

Angesichts der sinkenden Corona-Zahlen hat Top-Virologe Christian Drosten den Bundesbürgern für den Sommer Mut gemacht: „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland“, sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF-„heute journal“. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte allerdings davor, sich jetzt täuschen zu lassen, auch wenn die dritte Corona-Welle unter Kontrolle scheine. Die Kommunen forderten einen klaren Öffnungsfahrplan von Bund und Ländern.

Drosten zeigte sich ungewöhnlich zuversichtlich angesichts der Entwicklungen. „Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmalig Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind.“ Die aktuelle Entspannung sei indes „wahrscheinlich“ noch auf verantwortungsbewusstes Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen.

Gleichzeitig warnte der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité vor zu früher Euphorie. Deutschland sei noch nicht so weit wie andere Länder, sagte Drosten. „Wir müssen länger warten, weil wir noch nicht so weit sind mit unserem Impffortschritt.“ Sobald eine Impfquote wie in Großbritannien erreicht werde, könne gerade im Außenbereich wieder vieles zugelassen werden. (Quelle: ZDF, 09.05.21)


CL-Finale nach London?

Die britische Regierung ist mit der Europäischen Fußball-Union UEFA in Gesprächen über die Verlegung des Champions-League-Finals von der Türkei nach Großbritannien. „Es gibt heikle Verhandlungen, die im Moment im Gange sind“, sagte der britsche Vize-Premierminister Michael Gove am Sonntag. „Ich bin mir sicher, dass die Fans in Großbritannien es liebend gerne sehen würden, dass das Finale hier in Großbritannien gespielt würde.“ Auf Anfrage wollte sich die UEFA nicht offiziell dazu und einem möglichen Zeitplan äußern. Zuletzt hatte der Kontinentalverband erklärt, „etwas Zeit“ zu brauchen, „um über das Thema nachzudenken“.

Sollte das Endspiel verlegt werden, wäre das Londoner Wembley-Stadion die logische Wahl als Spielstätte. Im Finale am 29. Mai stehen sich die Premier-League-Clubs FC Chelsea und Manchester City gegenüber. Wegen der Corona-Lage in der Türkei hat die britische Regierung das Land auf eine rote Liste gesetzt und Fans bereits gewarnt, nicht zum Finale nach Istanbul zu fliegen. Wer aus der Türkei nach Großbritannien einreist, muss sich auf eigene Kosten zur Quarantäne in ein Corona-Hotel begeben. Die UEFA hatte zuletzt gehofft, dass einige Zuschauer zum Finale zugelassen werden. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


Kanaren jetzt ohne Ausgangssperre

Die bei Deutschen beliebten Ferieninseln der Kanaren dürfen ihre nächtliche Ausgangssperre nach dem Ende des Corona-Notstandes in Spanien nicht aufrechterhalten. Dies hat das Oberste Landesgericht entschieden, wie die Nachrichtenagentur Europa Press am Sonntag berichtete. Zur Begründung hieß es, die Behörden verfügten über alternative Maßnahmen, um Infektionen während der Nachtstunden zu unterbinden.

Die regionale Regierung der Inselgruppe im Atlantik vor der Küste Westafrikas hatte die Ausgehsperre aufrechterhalten wollen, die bis Mitternacht am Samstag in ganz Spanien während des sechsmonatigen Corona-Notstandes gegolten hatte. Das Auswärtige Amt in Berlin stuft die Inselgruppe weiter als Risikogebiet ein. Von touristischen Reisen dorthin wird abgeraten.

Die linke Zentralregierung hatte das Notstandsgesetz nicht verlängern wollen, obwohl in Teilen Spaniens die Corona-Zahlen immer noch relativ hoch sind. Über die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus entscheiden jetzt wieder die Regionalregierungen. Das letzte Wort sollen die Gerichte haben, die sich darüber aber bereits beschwerten, weil sie damit eine Aufgabe der Politik übernehmen müssten und eine Überlastung befürchten. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


USA am Wendepunkt?

Die amerikanische Regierung sieht das Land in der Corona-Pandemie am Wendepunkt. „Ich würde sagen, dass wir die Kurve kriegen“, sagt der Corona-Koordinator des US-Präsidialamts, Jeff Zients, im Sender CNN. Die Aufgabe sei es nun, das Vertrauen in Impfstoffe weiter zu stärken und genügend Amerikaner zu impfen. Dadurch könne die Ausbreitung des Virus und seiner Varianten gebremst werden. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


Berlin: Hunderte auf illegaler Party

Eine illegale Party von mehr als 300 Menschen in einem ehemaligen Krankenhaus in Berlin-Buch ist von der Polizei aufgelöst worden. Jemand hatte am Sonntagmorgen die Beamten informiert, dass mehrere Menschen den Zaun zum Gelände überstiegen, wie die Polizei mitteilte. Als die Beamten eintrafen, lief in den Kellerräumen des ehemaligen Krankenhauses trotz Corona-Pandemie bei lauter Musik eine Feier. Die Einsatzkräfte forderten Verstärkung an. Ehe diese eintraf, hatten schon etwa 150 Feiernde die Party verlassen. Von weiteren 157 Teilnehmern wurde die Identität festgestellt. Gegen sie wurden Anzeigen wegen Verstößen gegen den Infektionsschutz und die Ausgangsbeschränkungen, aber auch wegen Hausfriedensbruchs gefertigt. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


<Italien lockert

Wegen sinkender Corona-Zahlen geht Italien in eine Woche mit weiteren Lockerungen bei den Gesundheitsbeschränkungen. Von Montag an gibt es keine sogenannten Roten Zonen mit scharfen Sperren mehr. Am Sonntag war das kleine Aostatal im Norden noch als Hochrisikogebiet eingestuft. Außerdem dürfen nach dem Lockerungsfahrplan der Regierung am 15. Mai die Schwimmbäder wieder öffnen.

Europäische Urlauber sollen ebenfalls Mitte Mai ohne die bisherige Kurz-Quarantäne einreisen können. Das hatte Außenminister Luigi Di Maio am Samstag auf Facebook angekündigt. Für EU-Bürger, Briten und Reisende aus Israel soll es dann reichen, dass sie entweder negativ getestet, voll geimpft oder von Covid-19 genesen sind. Die genauen Vorschriften und Daten müssen noch festgeschrieben werden. Bisher benötigen Italien-Besucher aus der EU in der Regel einen negativen Test vor der Reise, müssen im Land fünf Tage in Quarantäne und dann einen zweiten Corona-Test machen.

Außerdem prüft Rom nach Medienberichten, wie lange das nächtliche Ausgangsverbot von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr noch bestehen bleibt. Vermutlich wird es nicht ganz abgeschafft, sondern startet künftig erst um 23.00 Uhr oder um Mitternacht. In sogenannten Gelben Zonen mit wenig Corona-Risiko ist Außengastronomie bereits wieder erlaubt. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


GB: Ein Drittel vollständig geimpft

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Großbritannien einen symbolischen Meilenstein erreicht. Ein Drittel der Erwachsenen sei nun vollständig geimpft, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Etwa 17,7 Millionen Menschen erhielten die für den vollen Schutz als notwendig erachteten zwei Spritzen. Die vier Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland liegen dabei etwa gleichauf. Eine erste Impfung bekamen bisher 35,4 Millionen.

Großbritannien ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Mit oder an Covid-19 sind etwa 150.000 Menschen gestorben. Mittlerweile hat die Regierung aber zahlreiche Corona-Maßnahmen auch wegen des Erfolgs der Impfkampagne wieder aufgehoben. Die Zahl der Neuinfektionen stagniert auf niedrigem Niveau. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 20,5.(Quelle: FAZ, 09.05.21)


Israel erstmals seit 14 Monaten wenger als 1.000 aktive Corona-Fälle

Erstmals seit März 2020 gibt es in Israel nach Angaben des Gesundheitsministers weniger als 1000 aktive Corona-Fälle. Auf dem Höhepunkt der Pandemie seien es noch mehr als 70.000 gewesen, teilte Minister Juli Edelstein am Sonntag bei Twitter mit. Seit einer Woche betrage die Zahl der Schwerkranken außerdem weniger als 100. Ende Januar gab es noch rund 1200 schwerkranke Covid-Patienten in Israel.

Auch die Zahl der Neuinfektionen bewege sich seit längerem nur noch im zweistelligen Bereich, schrieb Edelstein zudem. Er wertete dies als Ergebnis der erfolgreichen Corona-Impfkampagne in Israel. Am Sonntag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 17 neue Fälle gemeldet worden. Nur 0,2 Prozent von mehr als 11.500 Tests fielen demnach positiv aus. Angesichts der niedrigen Infektionszahlen sind die meisten Corona-Beschränkungen in Israel inzwischen wieder aufgehoben worden. Auch in öffentlichen Innenräumen könnte die Maskenpflicht bald fallen.(Quelle: FAZ, 09.05.21)


Rumänien impft auf dem „Dracula-Schloss“

Corona-Piks vor gruseliger Kulisse: Um möglichst viele Menschen zu einer Corona-Impfung zu bewegen, lassen sich die rumänischen Behörden einiges einfallen. Auch auf dem „Dracula-Schloss“ Bran können sich Besucher das Vakzin verabreichen lassen. Am Wochenende standen deshalb hunderte Menschen vor der Burg in den Karpaten Schlange. „Ich bin gekommen, um das Schloss mit meiner Familie zu besichtigen und als ich den Aushang gesehen habe, habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mich impfen lassen“, sagte der 39 Jahre alte Liviu Necula.

Wer sich wie Necula traute, erhielt ein Zertifikat, das ihm „Kühnheit und Verantwortungsbewusstsein“ bescheinigte, sowie eine kostenlose Führung durch die Folterkammer. Die Aktion richte sich vor allem an Touristen, aber auch an Einheimische und Angestellte des Schlosses, erklärte Marketingdirektor Alexandru Priscu. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


NRW: AstraZeneca-Freigabe wirkt sich nicht auf Impfzentren aus

Die Freigabe der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren ohne Priorisierung hat keine Auswirkungen auf die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen. Darauf hat das Landesgesundheitsministerium am Sonntag hingewiesen. Das Land erhalte momentan keinen AstraZeneca-Impfstoff für Erstimpfungen in den Impfzentren. Personen unter 60 Jahren könnten sich unabhängig von ihrer Priorisierung in Arztpraxen mit AstraZeneca impfen lassen. Voraussetzung sei eine individuelle Risikoanalyse und die sorgfältige Aufklärung durch den Arzt oder die Ärztin.

Mit dem Arzt könne auch eine Verkürzung der Frist bis zur zweiten Impfung auf bis zu vier Wochen vereinbart werden. Auch für Personen, die vom Arzt bereits mit AstraZeneca geimpft wurden, sei das möglich. In den Impfzentren könnten bereits vereinbarte Zweitimpfungstermine aufgrund des damit verbundenen organisatorischen Aufwands aber nicht nach vorne gezogen werden. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte die Empfehlung für das Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung mit AstraZeneca auf den Zeitraum von vier bis zwölf Wochen ausgeweitet. Das NRW-Gesundheitsministerium weist allerdings darauf hin, dass die Wirksamkeit umso höher ist, desto länger der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis ist.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte, dass auch bei vermehrten Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte die Impfzentren weiter notwendig seien. „Diese werden nun schwerpunktmäßig Menschen impfen, die aufgrund ihres Berufs ein Impfangebot erhalten“, sagte er laut Mitteilung. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


Moderna: Auffrischungsimpfung schützt gut gegen Coronavirus-Varianten

Eine Auffrischungsdosis des Corona-Impfstoffs von Moderna mit der Bezeichnung mRNA-1273.351 wirkt ersten Daten des US-Unternehmens zufolge gut gegen Coronavirus-Varianten. Das Unternehmen veröffentlichte unter der Woche erste Zwischenergebnisse aus einer laufenden Phase-II-Studie zu zwei verschiedenen sogenannten Booster-Dosen, die nach der vollständigen Immunisierung verabreicht werden.

Das Unternehmen testet einerseits die Wirksamkeit einer Auffrischimpfung seines bereits in vielen Ländern der Welt zugelassenen Impfstoffs mRNA-1273. Darüber hinaus hat Moderna auf Basis der zuerst in Südafrika entdeckten Virusvariante B.1.351 noch eine weitere Booster-Dosis entwickelt: mRNA-1273.351.

Beide hätten die Entwicklung von Antikörpern gegen diese Virusvariante und die zuerst in Brasilien entdeckte Virusvariante P1 bewirkt – die neu entwickelte Booster-Variante in Hinblick auf B.1.351 sogar noch deutlicher. Zudem seien beide Auffrischimpfungen gut vertragen worden. Ein Preprint zu der Studie will das Unternehmen demnächst veröffentlichen.
„Unsere mRNA-Plattform ermöglicht die schnelle Entwicklung von Impfstoffkandidaten für wichtige Virusvarianten“, sagt Stéphane Bancel, Chief Executive Officer bei Moderna laut einer Mitteilung. „So können wir möglicherweise in Zukunft Impfstoffe schneller an neue Varianten anpassen.“

In der laufenden Phase-II-Studie zu den Booster-Impfungen werden an 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern drei unterschiedliche Booster-Strategien getestet. Einer Gruppe wurde mit dem auf Basis der in Südafrika entdeckten Variante entwickelten Impfstoff geimpft (mRNA-1273.351). Eine zweite erhielt eine Auffrischimpfung mit dem ursprünglichen Impfstoff, der bereits für die ersten beiden Dosen verwendet wird (mRNA-1273). Die dritte Gruppe erhielt eine Booster-Impfung, die jeweils zu 50 Prozent aus mRNA-1273.351 und mRNA-1273 besteht.

In der Studie wurden zunächst die Antikörpertiter, also die Menge der Antikörper der Probandinnen und Probanden nach der ersten Impfserie getestet. Dabei beobachteten die Forscher, dass 37 der 40 Teilnehmenden sechs bis acht Monate nach der zweiten Impfdosis noch ausreichend neutralisierende Antikörper gegen den Wildtyp von Sars-CoV-2 hatten. Die Titer gegen die Varianten B.1.351 und P1 waren jedoch sehr viel geringer.

Zwei Wochen nach der Booster-Impfung stiegen die Antikörpertiter sowohl gegen den Wildtyp als auch gegen die beiden Varianten bei allen Teilnehmenden wieder stark an. Dabei scheint vor allem die neu entwickelte Booster-Impfung mRNA-1273.351 eine gute Immunantwort hervorzurufen. In der Studie seien die üblichen Impfnebenwirkungen aufgetreten, Kopfschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle oder Müdigkeit. (Quelle: Spiegel, 09.05.21)


Niedersachsen: Tausende Schüler kehren zurück – Lehrerverbände kritisieren

Tausende Schüler kehren am Montag nach langer Zeit des Distanzlernens an die Schulen zurück. Lehrer- und Schulleiter befürchten eine Zunahmen von Corona-Infektionen – und fordern mehr Hilfe vom Land.

Florian Reetz vom Landesschülerrat freut sich auf die Rückkehr zurück in den normalen Schulalltag. „Wir alle sehnen uns nach Präsenzunterricht.“ Viele Schüler hätten ihre Schulen monatelange nicht von innen gesehen. Natürlich müsse immer zwischen Sicherheit und Freiheit abgewogen werde, aber die Schüler bräuchten das soziale Miteinander. Das Land hat entschieden, den Grenz-Inzidenzwert für Distanzlernen von 100 auf 165 hochzusetzen.

Der Niedersächsische Schulleiterverband hingegen warnt vor einem drohenden Mehr-Aufwand. Wenn wieder mehr Schüler im Unterricht seien, gebe es auch wieder mehr Corona-Fälle und mehr Kontakte müssten wieder nachverfolgt werden, sagt die stellvertretende Vorsitzende Katharina Badenhop. Sie fordert vom Land, die Schulleiter noch besser zu unterstützen.

Der Vorsitzende der Lehrer-Gewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE), Franz-Josef Meyer, warnt vor einem Schnellschuss. Vieles müsse erst organisiert werden, zum Beispiel der Transport der Schüler. Er rät Schulen dazu, die kurze Himmelfahrts-Schulwoche als Übergang zu nutzen, um den Neustart zu planen. Meyer erwartet vom Land zudem, alle Schulbeschäftigten möglichst schnell durchzuimpfen. Das Kultusministerium hatte am Freitag dazu aktuelle Zahlen veröffentlicht. Demnach wurden bislang fast 90 Prozent der Grundschullehrkräfte mindestens einmal geimpft, jedoch nur 45 Prozent der Lehrkräfte aller Schulformen.

Der Philologenverband, der vor allem die Gymnasiallehrer vertritt, findet, es müsse noch mehr in den Schulen getestet werden: am besten nicht zweimal sondern dreimal die Woche, solange, bis auch Kinder und Jugendliche geimpft werden könnten. Auch der Landeselternrat ist skeptisch. Wenn der Grenzwert angehoben werde, müssten auch die Sicherheitsstandards erhöht werden, was aber nicht geschehe. Der Infektionsschutz in den Schulen sei unzureichend. Dadurch werde nur begünstigt, dass sich weiter Virusmutationen entwickelten. (Quelle: NDR, 09.05.21)




EU verlängert AstraZeneca-Vertrag nicht

Die EU wird Impfstoff-Lieferverträge mit AstraZeneca nicht über Juni hinaus verlängern. Das gab Binnenmarktkommissar Thierry Breton bekannt.

Die EU-Kommission befindet sich in einem Rechtsstreit mit dem Unternehmen wegen Lieferverzögerungen. Mitten in diesem Rechtsstreit verzichtet jetzt die EU-Kommission vorerst auf eine Verlängerung des Liefervertrags. „Wir haben den Auftrag über den Juni hinaus nicht verlängert“, sagte Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Sonntag. Er schlug die Tür für neue Lieferverträge aber nicht zu. „Wir werden sehen, was passiert“, sagte er. Breton fügte hinzu, dass das Covid-Mittel von AstraZeneca „ein sehr guter Impfstoff“ sei. D

Der Kommissar deutete zugleich an, dass die Kosten für Impfstoffe der zweiten Generation durch den zusätzlichen Forschungsaufwand und mögliche Änderungen an den industriellen Anlagen steigen könnten. Die EU-Kommission hat mit den Partnern Pfizer und Biontech einen Vertrag über zusätzlich bis zu 1,8 Milliarden Dosen ihres Corona-Impfstoffs geschlossen, der bis 2023 gelten soll. „Es kann sein, dass es ein wenig zusätzliche Kosten gibt“, sagte Breton dem Radiosender „France Inter“. Die Behörden würden sich dazu zu gegebener Zeit äußern.
(Quelle: FAZ, 09.05.21)



SPD will Impfstoff-Produktion ankurbeln

In der SPD gibt es Stimmen, die Produktion von Impfstoffen notfalls durch Zwangslizenzierungen anzukurbeln. „Eine Steigerung der Produktion ist möglich, wenn Impfstoffentwickler freiwillig kooperieren, freie Produktionskapazitäten zur Verfügung stellen, Lizenzen mit anderen Herstellern teilen und sich bereit erklären, die notwendige Technologie zu transferieren“, heißt es in einem Initiativantrag für den Parteitag in Berlin. „Wo die freiwillige Lizenzierung nicht ausreicht, ist von der Möglichkeit der Zwangslizenzierung Gebrauch zu machen.“ In dem Antrage werden die Europäische Union und die USA dazu aufgerufen, in dieser Frage an einem Strang zu ziehen. „Ein transatlantischer Konsens in dieser Frage wird maßgeblich dazu beitragen, dass das Instrument der Zwangslizenzierung dann auch erfolgreich angedroht oder genutzt werden kann.“ (Quelle: ARD, 09.05.21)


Papst plädiert für Aussetzung von Impfstoff-Patenten

In der Debatte über die Freigabe von Patenten für Impfstoffe hat Papst Franziskus mehr internationale Solidarität gefordert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche plädierte in einer am Samstagabend vom Vatikan veröffentlichten Video-Botschaft dafür, die „Gesetze des Marktes oder des geistigen Eigentums“ nicht über die „Gesetze der Liebe und der Gesundheit der Menschheit“ zu stellen. Der 84-Jährige äußerte sich anlässlich des virtuellen US-Benefizkonzerts „Vax Live“. (Foto: CC s. Archiv v. 25.12.21; Quelle: Tagesschau, 09.05.21)


Göring-Eckardt kritisiert zu geringe Hilfe für Arme

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat der Bundesregierung vorgeworfen, in der Krise zu wenig den Armen zu helfen. „Union und SPD haben beim Pandemieschutz der Bürgerinnen und Bürger eine soziale Schieflage entstehen lassen“, sagte Göring-Eckardt der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ mit Blick auf die höhere Infektionsgefahr und das höhere Sterberisiko für arme Menschen in der Pandemie.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, sagte am Sonntag: „Wir haben in der Extremsituation der Pandemie nicht immer so prompt reagiert, wie man sich das hätte wünschen können.“ (Quelle: Tagesschau, 09.05.21)


Schauspieler Volker Bruch rechtfertigt #allesdichtmachen

Der Schauspieler Volker Bruch und seine Kolleginnen Miriam Stein, Nina Gummich und Karoline Teska haben die umstrittene Video-Aktion #allesdichtmachen verteidigt. „Unser Ziel war, die Kritik an den Corona-Maßnahmen aus dieser als extremistisch gebrandmarkten Ecke zu holen“, sagte Bruch der „Welt am Sonntag“. Es gebe Leute, „die sich jetzt trauen, etwas zu sagen, weil wir das getan haben. Aber zugleich versucht man, uns zu kriminalisieren und in eine undemokratische Ecke zu schieben“, ergänzte der 41-Jährige, der in der Serie „Babylon Berlin“ den Kommissar Gereon Rath spielt.

Die Protest-Aktion gegen die Corona-Politik in Deutschland hatte Ende April Empörung ausgelöst. Den Beteiligten wurden unter anderem fehlende Empathie und Zynismus vorgeworfen. An der Kampagne hatten sich mehr als 50 Schauspieler und Schauspielerinnen beteiligt, von denen sich später mehrere davon distanzierten. Zu Berichten, er habe einen Mitgliedsantrag bei der Partei „Die Basis“ gestellt, sagte Bruch, er finde den „basisdemokratischen Ansatz“ der Partei interessant. Grundsätzlich sei eine Parteizugehörigkeit aber „etwas sehr Persönliches“, ihn habe die „öffentliche Skandalisierung“ gewundert. In der „Basis“ engagieren sich einige der bekanntesten Mitglieder der „Querdenken“-Bewegung. Impfungen gegen das Coronavirus bezeichnet die Partei als „Genmanipulation“.
(Quelle: FAZ, 09.05.21)


Brüssel: Tausende feirn Ende derAusgangssperren

Tausende junge Leute haben in Brüssel das Ende der nächtlichen Corona-Ausgangssperre gefeiert – bis die Polizei in der Nacht zum Sonntag einschritt und zwei Plätze räumte. Wie belgische Medien berichteten, war in sozialen Netzwerken zu einem Flashmob auf dem beliebten Platz Flagey im Viertel Ixelles aufgerufen worden. Die Menschen kamen am Samstagabend in Massen zum Flagey und dem nahen Platz Sainte-Croix. Sie feierten dicht gedrängt, viele ohne Masken.

Die Polizei beobachtete die Feier zunächst stundenlang, wie Sprecher Olivier Slosse der Nachrichtenagentur Belga sagte. Gegen 01.30 Uhr begannen die Beamten den Angaben zufolge dann aber mit der Räumung. Zu diesem Zeitpunkt waren dort noch etwa 500 Menschen unterwegs. Dabei setzte die Polizei auch einen Wasserwerfer ein. Slosse sagte, einige Wurfgeschosse seien gegen die Polizei geflogen.

In Brüssel galt seit dem 19. Oktober für knapp sieben Monate eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 06.00 Uhr. Auch die Terrassen von Cafés und Restaurants dürfen wieder öffnen. Doch gilt weiter ein nächtliches Alkoholverbot. Nach 22.00 Uhr dürfen offiziell nicht mehr als drei Personen auf öffentlichen Plätzen zusammenkommen.
(Quelle: FAZ, 09.05.21)


Grafschafter Zahlen

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim liegt nach Angaben des Robert-Koch Institutes (RKI) am Sonntag bei 121,8, das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Am Samstag betrug der Wert noch 140. Neun Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldet das Kreishaus am Sonntag.

Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.117, demgegenüber stehen 4.648 Genesene. In Quarantäne befinden sich 783 Grafschafter, am Vortag waren es noch 811. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 115. Aktuell werden kaut DIVI-Register vier Patienten intensivmedizinisch in den Grafschafter Krankenhäusern wegen CoViD-19 behandelt, drei davon werden invasiv beatmet.
Das Kreishaus verzeichnet am Sonntag 354 aktuell Infizierte (Samstag: 367), 88 (-2) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 09.05.21)


Indien: Coronavirus tötet zwei Hockey-Olympiasieger

Zwei Hockey-Olympiasieger aus Indien sind am Samstag an den Folgen des Coronavirus gestorben. Wie die Familien von Ravindra Pal Singh (60) und Maharaj Krishan Kaushik (66) mitteilten, verstarben die beiden Goldmedaillengewinner von Moskau 1980 nur wenige Stunden nacheinander. Beide lagen in Krankenhäusern an Beatmungsgeräten.

Kaushik hatte die indischen Hockey-Herren außerdem als Trainer zur Goldmedaille bei den Asian Games 1998 geführt. Singh, der wie Kaushik zum Team des bislang letzten indischen Olympiasieges im Hockey zählte, nahm zudem an den Sommerspielen 1984 in Los Angeles teil. „Sein Beitrag zum indischen Sport wird immer in Erinnerung bleiben“, sagte Sportminister Kiren Rijuju.

Indien wird derzeit schwer von der Corona-Krise getroffen, am Samstag stiegen die täglichen Todeszahlen erstmals über einen Wert von 4.000 an. Es herrscht vor allem ein großer Mangel an Sauerstoff für die Beatmungsgeräte.
(Quelle: FAZ, 09.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Sonntag, 9. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 932 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 2 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.406. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 247.016 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI auf 83,4 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 85,7). (Quelle: NDR, 09.05.21)


Emsland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die aktuelle Anzahl der Gesamt Infizierten am heutigen Sonntag mit 12.175. Am gestrigen Tag hatte das RKI die Gesamtzahl der Infizierten mit 12126 genannt. Somit gab es aufgrund der Meldung der Kreisverwaltung rechnerisch 49 neue Infektionen bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt damit bei 68,2. Der Inzidenzwert ist damit gestiegen. Ob diese Anzahl so bleibt und bestätigt wird, kann erst am Montag ermittelt werden. Dann wird der Landkreis erneut aktuelle Zahlen bekannt geben und es kann auch herausgefunden werden, ob die gemeldeten Zahlen zutrafen.
Die divi meldete am Sonntag sieben intensivmedizinisch behandelte Erkrankte in den emsländischen Krankenhäusern, von denen vier invasiv beatmet werden. (Quelle: RKI, 09.05.21)


Justizministerin: Impfpass fälschen ist strafbar

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht warnt angesichts Lockerungen für Corona-Geimpfte und Genesene davor, Impfausweise zu fälschen oder gefälschte Dokumente zu nutzen. „Wer dies tut, setzt andere der Gefahr einer schweren Erkrankung aus und verhindert eine wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie“, sagte die SPD-Politikerin der Zeitung Welt am Sonntag. „Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die mit empfindlicher Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe geahndet werden kann.“ Das gelte nicht nur für die Fälscher, sondern auch für diejenigen, die die gefälschten Dokumente gebrauchten.

„Auch wer das echte Dokument eines anderen als sein eigenes ausgibt, macht sich strafbar“, mahnte sie. „Ich bin sicher, dass hier genau hingeschaut wird. Wer täuscht, fliegt schneller auf als er denkt und riskiert ein Strafverfahren.“ Lambrecht sagte, das geplante digitale Impfzertifikat müsse gerade mit Blick auf die anstehende Urlaubssaison „schnellstmöglich“ kommen. „Wir müssen dabei sicherstellen, dass die Übertragung von gefälschten Impfnachweisen auf das elektronische Zertifikat verhindert wird und die Taten zur Anzeige gebracht werden.“ Die Freigabe für die Übertragung soll es nach ihren Worten deshalb dort geben, wo auch geimpft worden sei.(Foto: CC s. Archiv v. 22.8.19; Quelle: FAZ, 09.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12.656 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert bei 16.290 gelegen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 118,6 (Vortag: 121,5; Vorwoche: 146,5). Die Inzidenz geht seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich zurück.

>Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 127 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 110 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.520.329 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.159.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.775.
Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 118,6. Am Vortag hatte sie bei 121,5, in der Vorwoche 146,5 gelegen. Die Inzidenz geht seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich zurück. In den Bundesländern geht die Inzidenz teilweise deutlich zurück. Am höchsten liegt sie weiterhin in Thüringen mit 180, am niedrigsten in Schleswig-Holstein mit genau 50. Die Hälfte der 16 Bundesländer weist einen Wert von weniger als 100 aus. Auf dem RKI-Dashboard können Sie alle Zahlen nachschauen, ebenso auf unserer Übersichtsseite zur Corona-Pandemie. (Quelle: rki, 09.05.21)


Indien wieder mehr als 400.000 Neuinfektionen

Indien hat den vierten Tag in Folge mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der offiziell bestätigten Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 403.738 auf 22,3 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Experten befürchten jedoch eine weitaus höhere Dunkelziffer.
Erst am Freitag war mit mehr als 414.000 Neuinfektionen ein Höchstwert verzeichnet worden. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus erhöhte sich um 4092 auf 242.362.(Quelle: FAZ, 09.05.21)


Corona-Zeit: Kardinal zollt zum Muttertag den Eltern Respekt

Zum Muttertag zollt der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Eltern in der Corona-Krise Respekt. Seit Monaten arbeiteten Mütter und Väter im Homeoffice und kümmerten sich gleichzeitig um die Kinder zuhause, wobei sie auch plötzlich Lehrkräfte seien, sagte Woelki dem Kölner Portal domradio.de am Sonntag. „Mütter und Väter leisten wirklich Großartiges.“

Noch belastender sei die Situation für Alleinerziehende. „Wie die das machen, bewundere ich sowieso.“ Unter dieser großen Belastung sei es gut, sich bewusst zu werden, wie wertvoll eine Mutter sei und ihr zu danken. „Den Vätern auch – aber die haben dafür ja noch mal einen eigenen Tag.“ (Quelle: FAZ, 09.05.21)


Italien öffnet für Touristen

Italien strebt für Mitte Mai eine Aufhebung der Quarantäne-Pflicht für Reisende aus der EU, aus Israel und Großbritannien an. Wie Außenminister Luigi di Maio am Samstag mitteilte, sollen Reisende aus diesen Ländern, die geimpft sind, genesen sind oder einen negativen Corona-Test vorlegen, von der Quarantäne-Pflicht befreit werden. Die derzeitigen Quarantäne-Bestimmungen gelten bis zum 15. Mai.

Italien lockert seit Ende April allmählich seine Corona-Auflagen. Bars und Restaurants dürfen Gäste inzwischen wieder draußen bewirten. Am Samstag wurden in Italien 10.000 Corona-Neuinfektionen sowie 224 Todesfälle registriert. Insgesamt hat Italien 122.000 Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verzeichnet, gemessen an der Bevölkerungszahl die höchste Rate unter den EU-Staaten.

Vor der Ankündigung seines Außenministers hatte Regierungschef Mario Draghi beim EU-Sozialgipfel im portugiesischen Porto erklärt, bei den Öffnungsschritten müsse vernünftig vorgegangen werden, „das heißt, wir müssen das Risiko, das wir eingehen, kalkulieren“.

Italien zählt zu den beliebtesten Reisezielen der Welt, der Einbruch bei den Tourismus-Einnahmen hat die Wirtschaft des Landes hart getroffen. In den Jahren 2019/2020 ging die Zahl der Besucher um mehr als 60 Prozent zurück. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


Ethikratsvorsitzende Buyx : Jüngere Generation doppelt benachteiligt

Durch die jüngste Aufhebung von Corona-Auflagen für Geimpfte und Genesene sieht der Deutsche Ethikrat die jüngere Generation „doppelt im Nachteil“. Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studierende seien „nicht geschützt und dürfen weniger“, sagte die Ethikratsvorsitzende Alena Buyx den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

„Geimpfte dagegen haben den doppelten Vorteil: Sie sind geschützt und dürfen mehr. Wir haben also ein echtes Solidaritäts- und Gerechtigkeitsproblem in unserer Gesellschaft und wir erleben eine soziale Spannung“, sagte Buyx. Es müsse darauf geachtet werden, dass „die Spannung nicht zur Spaltung wird“. Buyx betonte, die ungleiche Belastung der jüngeren Generation werde in vielerlei Hinsicht deutlich.

„Die ökonomische und mentale Belastung steigt, die psychischen Folgen sind erheblich. Es gibt Bildungsverluste und Lernrückstände, und viel Leben ist verpasst worden.“

Auch in Familien werde es zu Problemen kommen: Eltern seien künftig mitunter schon geimpft, die Kinder aber noch nicht. Das führe etwa dazu, dass Kinder im Urlaub in Quarantäne müssten, Eltern aber nicht. „Es wird also unterschiedliche Freiheiten geben“, sagte Buyx.

Die Ethikratsvorsitzende richtete an die Politik die Forderung, „dass sie diese temporär ungerechte Situation ernst nimmt, anspricht und gestaltet“. Es brauche Angebote für diejenigen, „die ungeimpft weniger Freiheiten haben“.

Insgesamt forderte Buyx „mehr sichtbare Wertschätzung den Jüngeren gegenüber“. Die jüngere Generation habe sich in den zurückliegenden Monaten der Pandemie „für die Alten und Schwachen hintenangestellt“. (Quelle: FAZ, 09.05.21)


Hamburg: Fehlerhafte E-Mails führen zu langen Schlangen vor Impfzentrum

Eine Panne bei der Terminvergabe hat im Impfzentrum an den Messehallen am Sonnabend lange Schlangen verursacht. Grund waren fehlerhafte E-Mails.

Durch einen Systemfehler sind am Sonnabend etwa 1.000 Menschen wegen einer Erinnerungsmail zu früh zu ihrer Zweitimpfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca eingeladen worden, sagt der Ärztliche Leiter des Impfzentrums Dirk Heinrich zu NDR 90,3. Nämlich schon nach neun, statt nach 12 Wochen.

„Entscheidend ist der Termin, den alle Impflinge im Impfzentrum bekommen, nicht eine E-Mail, die einen früheren Termin verkündet. Dies ist auch für den heutigen Sonntag ganz wichtig. Alle, die einen zweiten Impftermin haben, sollen den Termin so wahrnehmen, wie er auch vergeben wurde“, sagte Heinrich. Eine Erinnerungsmail aus dem System 116117 die einen früheren Termin für den heutigen Sonntag verkündet, sollte dagegen unbeachtet bleiben. „Die Impflinge sind alle für den Termin in 12 Wochen bei AstraZeneca eingeplant“, so Heinrich.

Weil eben auch für Sonntag noch falsche Erinnerungsmails verschickt wurden, kann es aber am Impfzentrum nochmal voll werden. Weggeschickt wurde am Sonnabend aber keiner, der oder die eine Impfberechtigtung hatte. Wer wollte, hat die zweite Impfung dann auch bekommen.

Die Überbuchung hat allerdings unfreiwillig für einen Rekord gesorgt. Erstmals sind an nur einem Tag mehr als 10.000 Menschen in den Messehallen geimpft worden.

(Quelle: NDR, 08.05.21)


Lockerungsverordnung in Kraft

Vollständig gegen das Coronavirus geimpfte oder von der Krankheit genesene Menschen haben in Deutschland ab Sonntag wieder mehr Freiheiten. Eine von Bundestag und Bundesrat in dieser Woche beschlossene Verordnung tritt dann in Kraft. Für die Geimpften und Genesenen entfallen damit Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, sie werden zudem Menschen mit negativem Testergebnis gleichgestellt.

Vollständig Geimpfte und Genesene brauchen fortan keinen negativen Test mehr, wenn sie zum Beispiel einkaufen oder zum Friseur gehen oder einen botanischen Garten besuchen. Wer geimpft oder genesen ist, kann sich zudem im privaten Rahmen ohne Einschränkungen treffen. Auch Ausgangsbeschränkungen gelten für sie nicht mehr. Die Erleichterungen gelten 14 Tage nach der vollständigen Impfung.

(Quelle: FAZ, 08.05.21)


Spanien beendet Ausnahmezustand

In Spanien endet am Sonntag der landesweite Ausnahmezustand, womit der Kampf gegen das Coronavirus nach Ansicht einiger Regionalregierungen erschwert wird. Gesundheitsexperten befürchten unter anderem, dass die Zahl der Reisen im Land und damit die Gefahr der Ausbreitung des Coronavirus deutlich zunehmen werden. Der Ausnahmezustand war von der Zentralregierung im Oktober ausgerufen worden, als die Zahl der täglichen Neuinfektionen stetig stieg. Zuletzt gingen diese deutlich zurück.

Der Ausnahmezustand gab den Regionalbehörden den rechtlichen Rahmen, um beispielsweise nächtliche Ausgangssperren und Reiseverbote zwischen den Regionen zu verhängen. Ab Sonntag können solche Maßnahmen nur noch ergriffen werden, wenn ein lokales Gericht vorher zustimmt. Einige Regionen haben bereits für Fakten gesorgt: So sicherten sich die Behörden auf den Balearen am Donnerstag die richterliche Zustimmung für die Aufrechterhaltung der nächtlichen Ausgangssperre.

(Quelle: FAZ, 08.05.21)


USA: Nachfrage nach Impfungen lässt nach

Vor dem Hintergrund schwindender Nachfrage nach Corona-Impfungen haben zahlreiche US-Staaten ihre Vakzinbestellungen bei der Regierung in Washington zurückgefahren. Sie baten um die Belieferung mit einem Bruchteil der Menge, die eigentlich für sie vorgesehen war. Allein in dieser Woche bleiben damit Hunderttausende Impfdosen liegen. Die Bundesregierung stellt den einzelnen Staaten Impfstoff je nach Einwohnerzahl zur Verfügung. Die Staaten entscheiden dann wöchentlich selbst, wie viele Dosen sie davon bestellen. Zu Beginn der Impfkampagne bestellten die Staaten regelmäßig ihr volles Kontingent und forderten sogar mehr, inzwischen fahren sie die Bestellmenge zurück. Mehr als 150 Millionen Amerikaner, etwa 57 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, sind inzwischen mindestens einmal geimpft. Die Regierung von Präsident Joe Biden bemüht sich darum, auch den Rest des Landes noch von einer Impfung zu überzeugen. (Quelle: ARD, 08.05.21)I


Impfzertifikat zum vereinfachten Reisen kommt „wohl pünktlich“

Das Grüne Impfzertifikat zum vereinfachten Reisen in Europa kann nach Erwartung von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen pünktlich im Juni starten. Die technischen und rechtlichen Vorbereitungen lägen im Plan, sagte von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Porto. Geplant sei ein fälschungssicherer Nachweis einer Corona-Impfung, einer überstandenen Covid-Erkrankung oder eines negativen Tests.

Die Kommissionschefin bekräftigte zudem, dass bis Juli genug Impfstoff zur Verfügung stehen werde, um 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu immunisieren. Bisher hätten fast 160 Millionen Europäer eine erste Impfdosis bekommen, sagte sie. Um im Sommer auch den Tourismus wieder zu ermöglichen, sei die Impfung der Schlüssel. (Quelle: ARD, 08.05.21)I


Merkel lehnt Freigabe von Impfstoff-Patenten ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach dem EU-Gipfel klar gegen eine Aufweichung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe ausgesprochen. „Ich habe hier noch einmal deutlich gemacht, dass ich nicht glaube, dass die Freigabe von Patenten die Lösung ist, um mehr Menschen Impfstoff zur Verfügung zu stellen“, sagte sie. Sie glaube, „dass wir die Kreativität und die Innovationskraft der Unternehmen brauchen.“ Dazu gehöre der Patentschutz. Seit Tagen tobt eine politische Debatte um die Lockerung der Rechte am geistigen Eigentum, die ärmere Länder seit langem fordern und die US-Präsident Joe Biden diese Woche überraschend unterstützte. (Foto: CC s. Archiv v. 18.3.21; Quelle: Tagesschau, 08.05.21)



Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Samstag 33 Neuinfektionen mit dem Coronavirus, 12 davon in Nordhorn. Das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.108. Als genesen gelten mittlerweile 4.626 Menschen. In Quarantäne befinden sich 823 Grafschafter, am Freitag waren es noch 811. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes liegt bei 140. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegen weiter bei 115.
Das Kreishaus verzeichnet am Samstag 367 aktuell Infizierte (Freitag: 375), 90 (+2) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 08.05.21)


Corona in Niedersachsen: Landkreis Vechta setzt auf Impfbus

Im Kampf gegen die corona-Pandemie setzt der Landkreis Vechta auf einen Impfbus. Das Team verimpft den Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson, der nur einmal gespritzt werden muss. Da Menschen in Gemeinschaftsunterkünften wie Obdachlosenheimen und Flüchtlingsunterkünften auf engem Raum zusammenleben, haben sie ein erhöhtes Infektionsrisiko. Der Impfbus soll auch bei Sammelunterkünften von ausländischen Arbeitskräften halten.

Wie ein Sprecher des Landkreises Vechta sagte, stehen für die Aktion 1.000 Impfdosen bereit. Die Verwaltung rechnet damit, dass der Impfbus zwei bis drei Wochen im Einsatz sein wird. Am Samstag sollen demnach rund 90 Frauen und Männer geimpft werden. Um die Einrichtungen auszuwählen und die Menschen angemessen anzusprechen, arbeitet die Kreisverwaltung mit den Städten, den Gemeinden und dem Caritas-Sozialwerk zusammen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkünfte werden vorher über das Angebot informiert. „Die Zielgruppe der Impf-Aktion muss häufig in der jeweiligen Muttersprache über die Notwendigkeit einer Impfung, die eingesetzten Impfstoffe und mögliche Impfreaktionen informiert werden, bevor ein Impfarzt die offizielle Aufklärung durchführen kann“, teilte der Landkreis mit.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von aktuell von 168,1 (Stand 8.Mai) gehört der Landkreis Vechta noch immer zu den sogenannten Corona-Hotspots in Niedersachsen. Wegen der hohen Inzidenz greift die „Bundes-Notbremse“, so gilt zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr eine Ausgangssperre. Ein Haushalt darf sich höchstens mit einer weiteren Person treffen – zuzüglich zugehörige Kinder bis 14 Jahre. (Quelle: NDR, 08.05.21)


Emsland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die aktuelle Gesamtzahl der Infizierten am heutigen Samstag mit 12.126 an – nach 12.090 am Freitag. Rechnerisch und offiziell gab es damit 36>Neuinfektionen bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt damit bei 63,0, etwas niedriger als die 67,0 vom Freitag. Ob diese Zahle+ so bleibt und bestätigt wird, steht leider erst am Montag fest. Dann gibt der Landkreis Emsland die aktuellen Zahlen bekannt und korrigiert ggf seine Meldungen der Vortage. (Quelle: RKI,08.05.21)


Lauterbach: Befristetes Aussetzen aller Patente

Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, spricht sich in der Debatte um Lockerungen des Patentschutzes von Corona-Impfstoffen für Lizenzproduktionen in anderen Ländern aus. „Anders als Teile der Bundesregierung bin ich der festen Überzeugung, dass es jetzt ein befristetes Aussetzen aller Patente für Corona-Impfstoffe braucht“, sagte der Politiker der Zeitung Rheinische Post. Das befristete Aussetzen der Patente sei als humanitäre Pflicht dringend geboten, weil sonst Impfstoffe aus den USA oder Europa nicht schnell genug in Indien sowie afrikanischen und südamerikanischen Ländern ankämen. (Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: RP, 08.05.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 15.685 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Am Samstag vor einer Woche hatte der Wert bei 18.935 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 121,5 Am Vortag lag der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert bei 125,7, vor einer Woche bei 148,6.

Nach wie vor liegen die Sieben-Tage-Inzidenzen in folgenden Bundesländern über der bundesweiten Gesamtinzidenz: Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hiervon liegen insbesondere Sachsen und Thüringen deutlich über dem bundesweiten Wert.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 238 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 232 Tote. Nach dem jüngsten Lagebericht des RKI befanden sich zuletzt 4.669 COVID-19-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.507.673 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.147 .00 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.648.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,91 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 08.05.21)



„Jugendliche zeitnah impfen“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert von der Bundesregierung, Jugendliche jetzt zeitnah zu impfen. „Solange noch nicht genügend Impfstoff vorhanden ist, sollten wir die Jugendlichen in die dritte Priorisierungsgruppe aufnehmen, um eine zügige Durchimpfung zu erreichen“, sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wegen sinkender Infektionszahlen habe die Öffnung von Schulen, Hochschulen und Ausbildungsstätten Priorität. Der Ärztepräsident wies außerdem darauf hin, dass das Vakzin von Biontech/Pfizer bereits eine EU-Zulassung für 16- und 17-Jährige habe. (Quelle: FAZ. 08.05.21)



New York: Noch immer 750 CoViD-19-Tote in Kühllastern

Im vergangenen Frühjahr starben in New York so viele Menschen an Covid-19, dass nicht alle Toten sofort bestattet werden konnten. Die Leichname wurden in Kühllaster verladen – und viele liegen noch immer dort.

Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie in New York gingen Bilder von Kühltransportern für Tausende Leichen um die Welt. Ein Jahr später liegen noch immer 750 Covid-Tote in den Lastern, wie das Büro des höchsten Gerichtsmediziners der US-Ostküstenmetropole am Freitag auf Anfrage bestätigte.

Die Kühltrucks seien seiner Zeit für die Langzeitnutzung eingerichtet worden, um sicherzustellen, dass Familien ihre Angehörigen in Ruhe beerdigen können. „Mit Sensibilität und Mitgefühl arbeiten wir während ihrer Trauerzeit weiterhin von Fall zu Fall mit einzelnen Familien zusammen“, teilte Sprecher Mark Desire mit.

Der Sprecher bestätigte damit entsprechende Medienberichte über die Lastwagen, die auf einem Parkplatz in Brooklyn stehen. In den kommenden Wochen und Monaten sollen sie demnach nach und nach geleert werden. Im Frühjahr 2020 waren die Covid-Todeszahlen in New York auf Hunderte pro Tag gestiegen und hatten die Kapazitäten der Stadt weit überstiegen.

Die Großstadt setzte daraufhin die Transporter an Krankenhäusern ein – die Bilder wurden zum Symbol des Corona-Ausbruchs in der Millionen-Metropole. Viele Tote wurden anonym auf einer Insel im East River beerdigt. Mittlerweile hat sich die Lage in New York klar verbessert: Dank sinkender Infektionen und einer voranschreitenden Impf-Kampagne will die Metropole noch im Mai fast alle Beschränkungen für seine Bürger aufheben. (Quelle: FAZ, 08.05.21)



Schweinfurt verbietet Demonstration

Die Stadt Schweinfurt hat eine für Samstag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit mehreren Tausend Teilnehmern untersagt. Begründet wird das Verbot mit einer Gefahrenprognose des bayerischen Innenministeriums. Diese fuße auf neuen polizeilichen Erkenntnissen zum Veranstalter der Versammlung und falle weitaus brisanter aus, als bislang bekannt, teilten Stadt und Polizei in der Nacht zum Samstag mit.

In Anbetracht der hohen Infektionszahlen sei die Demonstration mit großem Unmut aufgenommen worden, wird Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) in der Mitteilung zitiert. Über einige Corona-Regeln lasse sich sicherlich diskutieren. Man lasse aber nicht zu, dass rechtsgerichtete und gewaltbereite Gruppierungen die aktuelle Situation nutzen, um sich in Schweinfurt auszubreiten.

Die Polizei will das Verbot den Angaben nach konsequent durchsetzen und Widerstand nicht tolerieren. Dazu werde man mit starken Kräften im Einsatz sein. Die Beamten appellierten an alle Menschen, die an der Demo teilnehmen wollten, erst gar nicht in die unterfränkische Stadt zu reisen.

Ein Aktionsbündnis hatte die Versammlung unter dem Motto „Wahrheit, Freiheit, Demokratie“ angemeldet. Die Stadt hatte die Teilnehmerzahl daraufhin am Mittwoch auf 3400 Menschen begrenzt sowie diverse weitere Auflagen erlassen. Die Veranstalter stellten dagegen einen Eilantrag, den das Verwaltungsgericht Würzburg am Freitag ablehnte. (Quelle: FAZ, 08.05.21)


Mexiko lockert ohne Impfungen

Mexiko-Stadt hebt weitere Corona-Beschränkungen im öffentlichen Leben auf, obwohl nur wenige Bewohner bisher gegen das Virus geimpft sind. Die Stadt – eine der größten der Welt, mit rund neun Millionen Einwohnern im Kerngebiet und etwa 22 Millionen im Großraum – geht ab kommender Woche zum ersten Mal in der Pandemie nach dem dort geltenden Ampelsystem von orange auf gelb über, wie Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum am Freitag mitteilte. Unter anderem dürfen somit ab Montag Geschäfte und Kinos bis zu 40 Prozent ausgelastet werden. Ab der Woche darauf sollen Unterhaltungsveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen in geschlossenen Räumen wieder möglich sein, eine Woche später auch Kinderfeiern mit höchstens 50 Teilnehmern – sofern es für jeden mindestens neun Quadratmeter Platz gibt.

Das nordamerikanische Land hat die viertmeisten registrierten Corona-Toten weltweit. Offiziell wurden dort bisher gut 218.000 Todesfälle bestätigt. Zuletzt kamen etwa 250 neue Todesopfer pro Tag hinzu. Es wird in Mexiko allerdings äußerst wenig auf das Coronavirus getestet. Bei knapp 330.000 Todesfällen bis Mitte März bestand nach Zahlen der Regierung ein Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19. Ausgangsbeschränkungen hat es nicht gegeben. Auch dürfen Besucher aus dem Ausland einreisen, ohne einen negativen Corona-Test vorzuweisen. (Quelle: FAZ, 08.05.21)


WHO: Kinder erst später impfen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Regierungen aufgefordert, Kinder erst dann gegen das Coronavirus zu impfen, wenn weltweit alle älteren und gefährdete Menschen Immunschutz erhalten haben. Vorrangiges Ziel müsse es sein, alle Länder mit Impfstoff für die Risikogruppen zu versorgen, sagte die Leiterin der Immunisierungs-Abteilung der WHO, Kate O’Brien, am Freitag. Erst dann sollten Gruppen mit viel geringerem Risiko, an Covid-19 zu erkranken, geimpft werden. (Quelle: FAZ, 07.05.21)


Von der Leyen fordert USA zum Export von Corona-Impfstoffen auf

Die EU-Kommission fordert die USA und andere Länder mit einer großen Corona-Impfstoffproduktion auf, ihre Vakzine zu exportieren. Die Diskussion über eine Aufhebung des Patentschutzes für Impfstoffe würde auf kurze und mittlere Sicht nicht die Probleme lösen, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen bei einer Pressekonferenz zum EU-Gipfel in Porto. Schnell helfen könnten nur eine höhere Produktion, die Beiseitigung von Exportschranken und das Teilen bereits bestellter Impfstoffe.

Von der Leyen bekräftigte, sie sei „offen“ für eine Diskussion über den Vorschlag der USA, die Patente für Impfstoffe auszusetzen. Wenn diese aber geführt werde, müsse sie mit einer „eine 360-Grad-Sicht“ erfolgen und alle Aspekte berücksichtigen, „weil wir Impfstoffe für die gesamte Welt brauchen“. Sie betonte, Europa habe bereits damit begonnen, seine Impfstoff-Bestände zu teilen.

Von der Leyen verwies auf eine Lieferung von 650.000 Dosen an die Westbalkan-Staaten. Darüber hinaus sei Europa „die einzige demokratische Region der Welt, die im großen Umfang exportiert“, sagte die Kommissionschefin. Rund die Hälfte aller in der EU hergestellten Impfstoffe würden ausgeführt. Sie forderte andere Länder auf, dem Beispiel zu folgen. (Quelle: TSP, 07.05.21)


Strände und Strandbars dürfen in Griechenland wieder öffnen

Die griechische Regierung hat den Corona-Fahrplan für die nächsten Wochen und den Startschuss für den Tourismus am 15. Mai vorgelegt. Bereits ab Samstag dürfen Strandbars und bewirtschaftete Strände mit ihren Strandliegen öffnen. Ab Montag öffnen alle Schulen. Am 14. Mai sollen dann Museen wieder zugänglich sein, am 21. Mai die Open-Air-Kinos und ab 28. Mai die Amphitheater des Landes. Vergangenen Montag hatte bereits die Außengastronomie erstmals nach gut sechs Monaten wieder geöffnet.

Alle Öffnungen sind mit Auflagen verbunden. So müssen die Schüler immer montags und donnerstags einen negativen Selbsttest vorlegen, den sie gratis erhalten. In Tavernen gilt Abstand zwischen den Tischen und es dürfen maximal sechs Personen an einem Tisch Platz nehmen. Einrichtungen wie Open-Air-Kinos und Amphitheater dürfen nur die Hälfte ihrer Plätze besetzen. Und weiterhin gilt im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 5 Uhr. Die griechische Gesundheitsbehörde hatte am Freitag binnen 24 Stunden 2691 neue Corona-Fälle registriert. (Quelle: TSP, 07.05.21)


Corona-Situation in Italien verbessert sich weiter

Die Corona-Infektionslage in Italien verbessert sich weiter. Im wöchentlichen Corona-Lagebericht sprachen die Experten des Gesundheitsministeriums am Freitag von einer weiter langsam sinkenden Infektionskurve. Demnach lag der aktuell berechnete 7-Tage-Inzidenzwert bis einschließlich Donnerstag bei durchschnittlich 123 Fällen je 100-000 Einwohnern nach 148 in der Vorwoche.

Der R-Wert, der angibt wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, wurde für den zuletzt berechneten Zeitraum bis Ende April mit etwa 0,89 angegeben und sank ebenfalls. Den Statistiken zufolge lagen alle italienischen Regionen mit Ausnahme der süditalienischen Adria-Region Molise unter der R-Wert-Schwelle von 1, die ein Abklingen der Pandemie signalisiert. Ein Großteil des Landes ist bereits in die sogenannte Gelbe Zone eingeteilt. Dort haben Theater, Kinos und Museen unter speziellen Corona-Auflagen wieder offen und Bars sowie Restaurants dürfen bis zum Ausgangsverbot um 22 Uhr draußen Gäste bedienen. (Quelle: TSP, 07.05.21)


Zahl der schweren Thrombosefälle nach Astrazeneca-Impfung gestiegen

Die Zahl der schweren Thrombosefälle nach einer Impfung mit dem Coronavirus-Vakzin von AstraZeneca ist einem Bericht zufolge weiter gestiegen. Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf den neuen Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts schreiben, seien bis zum 30. April 67 Fälle gemeldet worden. Vierzehn Personen seien gestorben. Bei den meisten Fällen habe es sich um Sinusvenenthrombosen gehandelt. (Quelle: TSP, 07.05.21)


GN melden: Johnson & Johnson-Vakzine ab Montag in der Grafschaft

Ab Montag wird in der Grafschaft mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft. Das bestätigte Landkreis-Sprecherin Ramona Tyben auf Anfrage der GN. Empfänger des Vakzins sind Lehrkräfte aus der Sekundarstufe I und II. Sie werden durch die Mobilen Teams aufgesucht. Der Vorteil des Johnson & Johnson Präparates ist, dass damit nur eine einzige Impfung erforderlich ist.

Auch was den Einsatz der anderen Impfstoffe anbetrifft, nimmt die Nachfrage enorm an Fahrt auf. Nachdem AstraZeneca am Donnerstag vom Bundesgesundheitsministerium für alle Altersgruppen (ab 18 Jahren) frei gegeben worden ist, stehen die Telefone bei den Allgemeinmedizinern in der Grafschaft nicht mehr still. „Die Resonanz ist enorm“, so Dr. Markus Kirschner, Kreisstellensprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen für den Landkreis Grafschaft Bentheim. „Bereits die vergangene Woche hat die Praxis-Mitarbeitenden stark herausgefordert.“ Die Impfstofflieferung sei für diese sowie die nächste Woche deutlich angestiegen. Kirschner: „Wir haben im Landkreis inzwischen fast 10.000 Dosen verimpft.“

Trotz Zunahme des Impftempos liege die Quote der Geimpften momentan erst bei 30 Prozent. Kirschner: „Die Gruppe, die jetzt noch eine Impfung erhalten muss, ist also groß.“

(Quelle: GN, 07.05.21)


Briten dürfen ab Mitte Mai wieder ins Ausland reisen

Die Briten dürfen ab 17. Mai wieder ins Ausland reisen. Allerdings stehen nur zwölf Länder auf der Liste der Ziele, für die Großbritannien keine Quarantäneregelungen vorsieht. Wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag sagte, können die Briten ohne Einschränkungen unter anderem nach Portugal, Israel, Neuseeland, Australien und Singapur reisen, aber nicht ins beliebte Reiseländer wie Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und die USA. Alle drei Wochen solle die Liste überarbeitet werden. Reisende müssen allerdings zwei Tests machen: einen vor der Rückreise nach Großbritannien, einen weiteren innerhalb von zwei Tagen danach. (Quelle: TSP, 07.05.21)


WHO erteilt Notfallzulassung für chinesischen Impfstoff

Als erste chinesische Firma erhält Sinopharm eine Notfallzulassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ihren Corona-Impfstoff. Die Entscheidung teilte die WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf mit. Damit können UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen. China hat dem internationalen UN-Impfprogramm Covax, auf das sich viele ärmere Länder verlassen, im Februar bereits zehn Millionen Dosen versprochen.

Der unabhängige Beraterstab SAGE habe den Impfstoff für Menschen über 18 Jahre freigegeben, sagte Tedros. Es seien zwei Dosen für den vollen Impfschutz nötig. Die Wirksamkeit gibt SAGE mit 79 Prozent an.

Für die EU, die USA und andere Länder mit Regulierungsbehörden hat die Notfallzulassung der WHO keine Bedeutung. Sie prüfen Wirkstoffe selbst und entscheiden über eine Zulassung. Aber Länder, die keine Kapazitäten für eigene wissenschaftlichen Prüfungen haben, nutzen die WHO-Qualitätsprüfung als Grundlage für ihre eigene Zulassung.

(Quelle: TSP, 07.05.21)


Ab Sonntag keine Testpflicht vor Einreise nach Polen

Polen wird am Sonntag auf der Corona-Risikoliste der Bundesregierung vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet heruntergestuft. Damit entfällt die Corona-Testpflicht vor der Einreise auf dem Landweg. Es reicht dann wieder, wenn man sich bis zu 48 Stunden nach der Einreise testen lässt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Polen-Beauftragter der Bundesregierung, zeigte sich erfreut über die kommenden Erleichterungen.

„Trotz einiger Probleme in der praktischen Umsetzung, die ich für die Betroffenen sehr bedaure, ist es uns und Polen in den vergangenen Wochen gut gelungen, den Grenzverkehr offen zu halten“, teilte Woidke am Freitag mit. „Unser Ziel war und ist Grenzschließungen, wie noch letztes Jahr, unbedingt zu verhindern. Das muss auch künftig gelten.“ Er freue sich, wenn mit weiter sinkenden Corona-Inzidenzwerten das gute nachbarschaftliche und freundschaftliche Miteinander möglichst bald wieder auflebe. (Quelle: TSP, 07.05.21)


Niedersachsen ändert Corona-Test-Regeln: Kritik bleibt

Nach Protesten aus Einzelhandel, Tourismus und Gastronomie will die niedersächsische Landesregierung beim Corona-Test-Konzept mehr möglich machen. Den Branchen geht das aber nicht weit genug.

Für das Einkaufen soll künftig neben einem qualifizierten Test auch ein unter Aufsicht vorgenommener Test im Geschäft oder vom Arbeitgeber für den Besuch eines Ladens ausreichen. Dennoch spricht der Handelsverband Harz-Heide von einer Katastrophe für den Einzelhandel. Die Regelungen verunsicherten die Kundinnen und Kunden, sodass viele wahrscheinlich ganz auf das Einkaufen verzichten würden, heißt es von dem Verband.

Auch für die Gastronomie soll künftig die Regel gelten: Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht ein aktuelles negatives Testergebnis. Auch hier reicht ein negativer Selbsttest, der zu Hause gemacht wurde, nicht aus. Wer essen gehen möchte, kann aber vor Ort unter Aufsicht des Personals einen Schnelltest machen. Restaurant-Betreiber sollen dann das negative Ergebnis schriftlich bestätigen. Der Kreisverband Lüneburg des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) hält das für zu kompliziert. Unklar sei unter anderem, wie ein Gast eine Genesung nachweisen könne.

In Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und Ferienwohnungen sollen die Gäste einen Test bei der Anreise machen und dann zwei weitere Tests pro Woche. Die Marketinggesellschaft Lüneburger Heide begrüßt zwar, dass künftig doch nicht jeden Tag getestet werden soll. Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch kritisierte aber, dass die Regierung an der „Landeskinder“-Regel festhält, weshalb Hoteliers und Ferienhausbesitzer vielen Gästen aus anderen Bundesländern absagen müssten, die bereits gebucht hatten.

Carola Schmidt vom Harzer Tourismusverband gibt zu bedenken, dass es in vielen kleinen Orten gar kein Testzentrum gibt. Außerdem wollten sich die Gäste im Urlaub erholen und nicht den ganzen Tag für neue Tests unterwegs sein. Zudem sei der Aufwand für die Betriebe enorm groß, die Tests zu kontrollieren. Die Staatskanzlei mahnt jedoch zur Vorsicht: Wenn zu früh zu weit gelockert wird und es eine vierte Welle geben sollte, gefährde das auch den Sommer-Tourismus. (Quelle: NDR, 07.05.21)


Fahrraddemo für Schulöffnungen im Landkreis Vechta

Eltern im Landkreis Vechta kämpfen dafür, dass ihre Kinder wieder in die Schule dürfen. Zu einer Fahrrad-Demonstration in der Innenstadt erwarten die Veranstalter am Freitagnachmittag rund 500 Teilnehmer.

Wegen der hohen Corona-Inzidenz lernen viele Kinder seit Monaten nur zu Hause. Die Eltern fordern, dass die Schulen zum Beispiel durch Luftfilter virensicher gemacht werden. Der Landkreis Vechta hat mit 197,5 die landesweit höchste 7-Tage-Inzidenz. (Quelle: NDR, 07.05.21)


Grafschaft Bentheim: Zu wenig Impfstoff

Das Impfzentrum in der Grafschaft Bentheim muss in der kommenden Woche voraussichtlich tageweise schließen. Der Grund: Es fehlt Impfstoff. Die Lieferungen würden regelmäßig kleiner ausfallen als geplant, so Landrat Uwe Fietzek (parteilos). Er kritisiert Berichte und Erlasse des Landes Niedersachsen, nach denen Impfstoffkapazitäten erhöht würden.
Auch der Diepholzer Landrat Cord Bockhop (CDU) beklagt: Man habe jetzt schon in der zweiten Woche statt der versprochenen 6.500 Impfdosen nur 4.000 erhalten. Er fürchte, in der kommenden Woche bereits vereinbarte Termine wieder absagen zu müssen. (Quelle: NDR, 07.05.21)


Britische Gesundheitsbehörde stuft Variante B.1.617 als besorgniserregend ein

Die aus Indien bekannte Coronavariante B.1.617 breitet sich in Großbritannien. Wie Spiegel online berichtet, gibt es zunehmend Hinweise auf lokale Ausbrüche. Deshalb stufte sie die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) jetzt als „besorgniserregend“ ein.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich die erstmals in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 inzwischen in mehr als zehn Länder ausgebreitet. Die zuerst in Indien entdeckte Coronavirus-Variante ist inzwischen bereits in mindestens 17 Ländern nachgewiesen worden. Die meisten der Nachweise außerhalb Indiens stammen demnach aus Großbritannien, den USA und Singapur. In Deutschland wurde B.1.617 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts „bislang nur vereinzelt“ nachgewiesen.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer dürfte nach erster Einschätzung der beiden Unternehmen auch gegen die indische Virusvariante wirken. Biontech-Chef Ugur Sahin sagte vergangene Woche in Berlin, die entsprechenden Tests liefen zwar noch, aber er sei „zuversichtlich“, dass das Biontech/Pfizer-Vakzin auch gegen B.1.617 wirke. (Quelle: TSP, 07.05.21)


Kochsalzlösung geimpft: Polizei prüft auch politisches Motiv

Sechs Menschen haben im Impfzentrum in Schortens (Kreis Friesland) statt Impfstoff Kochsalzlösung bekommen. Die Polizei prüft auch ein politisches Motiv: Die Mitarbeiterin hatte zuvor Corona-kritische Texte geteilt.

Der Vorfall hatte sich im April im Impfzentrum im Stadtteil Roffhausen ereignet. Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland ermittelt wegen eines möglichen Körperverletzungsdeliktes gegen die Frau. Das Verfahren habe das Fachkommissariat für politisch motivierte Kriminalität übernommen, heißt es. „Da der Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus immer wieder Gegenstand politischer Diskussionen ist, sollen die Ermittlungen auch den Aspekt einer etwaigen politischen Motivation nicht unberücksichtigt lassen“, teilte die Polizeiinspektion schriftlich mit.

Laut Polizei haben die Ermittlungen ergeben, dass die Beschuldigte einzelne Beiträge in sozialen Netzwerken offen und kommentarlos geteilt hat, in denen die Corona-Maßnahmen der Regierung kritisch thematisiert wurden. Weitere Anhaltspunkte für eine möglicherweise politisch motivierte Tat gebe es bisher aber nicht, so die Beamten.

Demnach gehen die Ermittler derzeit weiter davon aus, dass die Frau mit der Tat vertuschen wollte, dass ihr eine Impfstoff-Ampulle mit sechs Biontech-Dosen heruntergefallen war. Die Beschuldigte habe offenbar aus Angst gehandelt, nach längerer Arbeitslosigkeit einen gerade angetretenen Job wieder zu verlieren, heißt es. Die Mitarbeiterin hatte den Vorfall gestanden. Sie war daraufhin entlassen worden. Um herauszufinden, welche Personen die Kochsalzlösung statt des Impfstoffes bekommen haben, sind 118 Menschen auf Antikörper getestet worden. Das Ergebnis steht noch aus.(Quelle: NDR, 07.05.21)


Grafschafter-Zahlen

Die Tendenz setzt sich fort: Der Sieben-Tage-Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim sinkt am Freitag nach Angaben des Robert-Koch Institutes weiter auf 136,3. Am Donnerstag lag der Wert noch bei 141,4.
Die Kreisverwaltung meldet derweil 34 Neuinfektionen am Freitag. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5075. Der Zahl stehen mittlerweile 4585 Genesene gegenüber. In Quarantäne befinden sich 811 Grafschafter, am Vortag waren es 799. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 115.

Das Kreishaus verzeichnet am Freitag 375 aktuell Infizierte (Donnerstag: 380), wovon 78 (-1) auf Nordhorn entfallen. (Quelle: GN, 07.05.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Freitag, 7. Mai, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 1.475 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes.

Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 18 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.386. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 244.980 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI leicht auf 89,3 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 89,9). (Quelle: NDR, 07.05.21)


Verbot des Gelben Sterns

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung hat Städte und Kommunen aufgefordert, bei Demonstrationen das Tragen eines gelben Sterns zu untersagen. „Wenn Menschen sich auf Demonstrationen sogenannte Judensterne anheften und damit Vergleiche ziehen, die den Holocaust relativieren, sollte dagegen mit den Möglichkeiten des Ordnungsrechts vorgegangen werden“, sagte Felix Klein der Zeitung Tagesspiegel (Freitagsausgabe).

Auf Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen hatten Teilnehmer wiederholt einen gelben Stern mit der Aufschrift „ungeimpft“ getragen und damit ihre Situation mit der Verfolgung von Juden in der Zeit des Nationalsozialismus gleichgesetzt.

Der Regierungsbeauftragte verwies auf die Stadt München, die in den Auflagen für die Kundgebungen das Tragen eines gelben Sterns verboten hatte. „Ich hoffe, dass sich weitere Städte dem Beispiel Münchens anschließen“, sagte Klein der Zeitung.

Angesichts der deutlich gestiegenen Zahl judenfeindlicher Straftaten rief Klein in der Zeitung dazu auf, im Alltag gegen Antisemitismus einzuschreiten. „Die Gleichgültigkeit ist unser größter Feind“, sagte der Beauftragte. „Wir brauchen eine wachsame, wehrhafte, mutige Zivilgesellschaft.“ Der Staat allein könne es nicht richten. (Quelle: FAZ, 07.05.21)




Überblick am Morgen

  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am Donnerstag vor einer weiteren Welle von Covid-19-Infektionen in Afrika aufgrund verzögerter Impfstoffversorgung, langsamer Einführung und neuer Mutanten gewarnt. Das afrikanische Büro der UN-Agentur sagte, der Kontinent müsse den Rest der Welt in Bezug auf die Einführung von Impfstoffen einholen.
  • Indien meldete am Freitag einen 24h-Anstieg von 414.188 Neuinfektionen; die Todesfälle durch Covid-19 stiegen im selben Zeitraum nach Angaben des Gesundheitsministeriums um 3.915 an.
    Indiens Gesamtzahl an Coronavirus-Infektionen liegt jetzt bei 21,49 Millionen, die Gesamtzahl der Todesfälle bei 234.083.
  • <Dänemark hat verbunden mit einem „Corona-Pass“ weitere Covid-Beschränkungen gelockert. Turnhallen, Theater und Kinos wurden am Donnerstag im Rahmen des Covid-19-„Entspannungsprogramms“ des Landes eröffnet.
  • Die Unterstützung für die Befreiung von Impfpatenten wächst trotz des deutschen Widerstands weltweit.
  • Der englische Mediziner Prof. Chris Whitty sagte, es sei unwahrscheinlich, dass Covid-19 jemals ausgerottet werde; die Aussichten für die Pandemie seien mittelfristig „ziemlich düster“.
  • Die USA haben aktuell 251.973.752 Dosen Covid-19-Impfstoffe verabreicht und 324.610.185 Dosen verteilt, teilten die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) am Donnerstag mit.
  • Brasilien registriert 73.380 neue Coronavirus-Fälle, wodurch die Gesamtzahl der bestätigten Fälle die 15-Millionen-Marke überschreitet. (Quelle: The Guardian, 07.05.21)

Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:10 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.329 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 125,7. Am Vortag lag er bei 129,1, in der Vorwoche bei 153,4.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 306 Tote.

Nach dem jüngsten Lagebericht des RKI liegen die Sieben-Tage-Inzidenzen in allen Bundesländern unter 200. Die bundesweite Gesamtinzidenz überschreiten Baden-Württemberg (155,3), Hessen (128,6), Nordrhein-Westfalen (138,3), Sachsen (184,3) und Sachsen-Anhalt (128,9). Thüringen, das über viele Wochen deutlich über der Marke von 200 lag, ist nun erstmals darunter gefallen und weist eine Inzidenz von 198,0 auf. Am anderen Ende liegt Schleswig-Holstein mit 53,8.

Aktuell weisen 395 Kreise eine hohe Sieben-Tage-Inzidenz von über 50 auf. Die Inzidenz liegt in 272 Kreisen bei über 100 Fällen, davon in 14 Kreisen bei über 250 Fällen je 100.000 Einwohner.Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Personen zwischen 60 und 79 Jahre liegt aktuell bei 75 und bei Personen über 80 Jahre bei 51 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die hohen bundesweiten Fallzahlen werden durch zumeist diffuse Geschehen mit zahlreichen Häufungen insbesondere in Haushalten, im beruflichen Umfeld sowie in Kitas und Horteinrichtungen verursacht, heißt es beim RKI.

Demnach zählt das Institut seit Beginn der Pandemie 3.491.988 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.128.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.410.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,88 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(Quelle: RKI, 07.05.21)


Island ändert

Auf Island sind am Freitag neue Regeln für die Einreise in Kraft getreten. Gemäß dem neuen System werden die Kriterien geändert, inwieweit Länder als Hochrisikogebiete betrachtet werden: Neben der 14-Tages-Inzidenz schauen die Isländer nun auch darauf, wie hoch der prozentuale Anteil an positiven Corona-Tests an der gesamten Testmenge ist.

Deutschland sowie fast 150 weitere Länder und Gebiete gelten laut Auflistung der isländischen Regierung ab jetzt als Hochrisikogebiete. Für deutsche Island-Urlauber ohne Corona-Impfung oder überstandene Infektion bedeutet das, dass für sie Quarantäne in einer dafür vorgesehenen Einrichtung wie einem Quarantänehotel vorgeschrieben ist. Wie Reisende aus 129 anderen Staaten sowie von den spanischen Inseln können Deutsche aber eine Ausnahme davon beantragen. Darin müssen sie vor Reiseantritt hinreichend aufzeigen, dass sie auch in einer von ihnen gewählten Bleibe alle Quarantäneregeln erfüllen werden.

In 17 weiteren Ländern ist die Infektionslage nach isländischer Beurteilung so schlecht, dass Reisende von dort keine Ausnahmen erhalten. Die Auflistung gilt zunächst bis zum 24. Mai. Reisende aus Grönland und von den Färöer-Inseln sind von den Maßnahmen komplett ausgenommen.

Island mit seinen nur knapp 360.000 Einwohnern hat europaweit die auf die Bevölkerungszahl gerechnet mit Abstand geringsten Neuinfektionszahlen. Die 14-Tages-Inzidenz lag zuletzt bei etwa 30. (Quelle: FAZ, 07.05.21)


Italien will seine kleinen Inseln coronafrei bekommen

Vor der nahenden Urlaubssaison will Italien die Bevölkerung seiner kleinen Mittelmeerinseln coronafrei bekommen. Ab Freitag sollen Massenimpfungen gegen Covid-19 auf Capraia, südwestlich der toskanischen Stadt Livorno, und den Äolischen Inseln, nordwestlich der sizilianischen Stadt Messina, beginnen, wie aus dem Plan des außerordentlichen Kommissars für den Corona-Notfall hervorgeht. Insgesamt will die Regierung Menschen auf etwa dreißig dieser kleineren Inseln impfen.

Wie auf Capraia, wo nur etwa 330 Menschen leben, sind die Bewohnerzahlen vieler dieser Inseln und auch die örtlichen Gesundheitseinrichtungen klein. Außerdem sind die oft beliebten Urlaubsziele schwer zu erreichen. Ziel ist es deshalb, möglichst wenige Impfstoff-Lieferungen dorthin unternehmen zu müssen, wie der Corona-Kommissar weiter mitteilte. Unterstützt werden die Einsätze vom Militär und der Zivilschutzbehörde.

Größere Inseln wie Capri sind bereits weiter in der Impfkampagne. Dort sind nach Berichten der Nachrichtenagentur Ansa beinahe 80 Prozent der über 16-Jährigen immunisiert. Um die Impfung für alle Altersgruppen auf Inseln wie Capri oder Ischia hatte es zuvor immer wieder Streit gegeben. Urlaubsgegenden auf dem Festland sahen sich mit Blick auf den Tourismus benachteiligt, wenn die Inseln vor ihnen als coronafrei gelten würden.
Italien peilt den 2. Juni für den offiziellen Start der Sommersaison an. Wie genau die Regelungen für Einreisende, auch für Geimpfte, im Juni aussehen werden, ist noch nicht ganz klar. Grundsätzlich ist Urlaub in Italien möglich, aber bei der Einreise fordert das Land weiterhin eine Quarantäne von fünf Tagen. Zusätzlich gilt eine mehrfache Testpflicht – mit PCR-Test oder einem Antigen-Schnelltest vor und nach der Einreise. Diese Reglung läuft bis Mitte Mai. (Quelle: FAZ, 07.05.21)


„Auf St. Pauli brennt noch Licht…“

Der Musiker Jan Delay (45) hat seine Fans aufgerufen, Corona-Regeln einzuhalten, damit es bald wieder Leben auf den Bühnen und in den Clubs geben kann. Am Donnerstagabend stand er erstmals seit eineinhalb Jahren wieder auf der Bühne. In dem per Live-Stream übertragenen Konzert sang er auch sein Lied „St. Pauli“, in dem es heißt: „Auf St. Pauli brennt noch Licht, da ist noch lange noch nicht Schicht“.

Danach sagte der Musiker, der mit Band in einem Club in dem berühmten Hamburger Viertel spielte, zu den Fans an den Bildschirmen:

„Ja eigentlich brennt auf St. Pauli überhaupt kein Licht mehr. Und das ist ganz schlimm, ganz traurig und ganz beschissen. … Im Moment ist es absolutes Grauen für alle Leute, die auf St. Pauli arbeiten, sowieso alle Clubs, alle Konzerthäuser. Deshalb: Masken tragen, Abstand halten, Impfen lassen – damit es bald wieder losgehen kann.“

(Quelle: FAZ, 07.05.21)


Frankreich-Update

Frankreich hat in den letzten 24 Stunden 21.712 neue Coronavirus-Fälle und 219 Todesfälle gemeldet.

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in Frankreich ging im selben Zeitraum um 171 auf 5.231 zurück. Dies war der größte Rückgang innerhalb eines Tages seit einem Jahr, wie die Daten des Gesundheitsministeriums am Donnerstag belegten.

Die Gesamtzahl der im Krankenhaus befindlichen Personen ging am zweiten Tag in Folge um mehr als 700 auf 26.985 zurück. Die Zahl ist in den letzten drei Tagen um 1.965 gesunken, eine Skala, die im letzten November nicht gesehen wurde. (Quelle: the Guardian, 06.05.21)


Patentfreigabe: Berlin dagegen

Die Bundesregierung steht einer Freigabe von Impfstoff-Patenten skeptisch gegenüber. „Der Schutz von geistigem Eigentum ist Quelle von Innovation und muss es auch in Zukunft bleiben“, sagte eine Regierungssprecherin der „Süddeutschen Zeitung“ am Donnerstag. Der limitierende Faktor bei der Herstellung von Impfstoffen seien die Produktionskapazitäten und die hohen Qualitätsstandards, nicht die Patente an sich. Die Bundesregierung arbeite in vielerlei Hinsicht daran, „wie wir innerhalb Deutschlands und innerhalb der Europäischen Union, aber auch weltweit die Kapazitäten für die Produktion verbessern können und dies tun auch die betroffenen Unternehmen“, so die Sprecherin.

Die amerikanische Regierung hatte vorgeschlagen, dass der Patentschutz von Pharmafirmen auf ihre Corona-Impfstoffe vorübergehend entfallen soll. Hersteller in aller Welt könnten dann die Impfstoffe produzieren, ohne Lizenzgebühren an die Unternehmen zu zahlen, die die Mittel entwickelt haben. Die Pharmafirmen lehnen den Vorschlag ab.

Auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kritisierte den Vorstoß aus Washington. „Nur ein Patent freizugeben, sorgt noch für keine einzige zusätzliche Impfdose“, sagte er dem „Spiegel“. „Das Patent allein reicht nicht. Man muss auch wissen, wie produziert werden soll.“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) blieb zunächst vage. „Die ganze Welt mit Impfstoff zu versorgen, ist der einzig nachhaltige Weg aus dieser Pandemie“, sagte er. Entscheidend seien vor allem der weitere Ausbau von Produktionsstätten und mehr Exporte aus Ländern, in denen produziert werde. Dagegen zeigte sich Außenminister Heiko Maas offener für eine Aufweichung des Patentschutzes. „Wenn das ein Weg ist, der dazu beitragen kann, dass mehr Menschen schneller mit Impfstoffen versorgt werden, dann ist das eine Frage, der wir uns stellen müssen“, sagte der SPD-Politiker. (Quelle: FAZ, 06.05.21)


Papst und Kardinalsrat beraten online über Corona-Krise

Papst Franziskus und sein Kardinalsrat sind am Donnerstag zu einer virtuellen Konferenz zusammengetroffen. Wie der Vatikan am Abend mitteilte, waren die Kardinäle Oscar Rodriguez Maradiaga (Tegucigalpa), Reinhard Marx (München), Sean Patrick O’Malley (Boston), Oswald Gracias (Bombay) und Fridolin Ambongo Besungu (Kinshasa) zugeschaltet. Der Papst nahm von seiner Residenz Santa Marta aus an der Sitzung teil. Als vatikanische Vertreter waren außerdem Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Kurienkardinal Giuseppe Bertello mit dabei.

Die Geistlichen tauschten sich den Angaben zufolge über die Folgen der Corona-Krise in den jeweiligen Ländern aus. Zudem wurde erneut über die geplante Kurienreform beraten. Diesmal seien mögliche rechtliche Auswirkungen der in Arbeit befindlichen Apostolischen Konstitution erörtert worden. Sie trägt den Arbeitstitel „Praedicate evangelium“ (Verkündet das Evangelium) und soll die Kurienordnung „Pastor bonus“ Johannes Pauls II. von 1988 ersetzen. Das nächste Treffen des Kardinalsrats ist für Juni geplant. (Quelle: TSP, 06.05.21)


Corona-Impfstoff: Priorisierung für AstraZeneca aufgehoben
Impf-Aktionen in Osnabrück und Bersenbrück

Mit AstraZeneca kann sich jetzt bundesweit jeder Erwachsene impfen lassen, der das möchte. Die Gesundheitsminister von Bund und Länder haben für das Vakzin die Priorisierung aufgehoben.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte bereits vor Bekanntgabe der Entscheidung gesagt, dass sie diese Freigabe begrüßen würde. Große Vorräte von AstraZeneca lagerten allerdings nicht in Niedersachsen. Im Moment seien etwa 35.000 Dosen vorhanden, sagte Behrens am Donnerstagvormittag in der Landespressekonferenz. Bei der Akzeptanz des Impfstoffes gebe es keine Probleme, betonte sie.

Mitte April hatte sich Niedersachsen noch gegen eine Freigabe des Vakzins ausgesprochen. Das Gesundheitsministerium begründete dies damals mit Verweis auf zu viele Menschen aus den Prioritätsgruppen 1 und 2, die geimpft werden könnten. Zuvor hatte das Ministerium angegeben, dass AstraZeneca im Mai und Juni nur etwa ein Viertel der Impfstoffe ausmache, die nach Niedersachsen geliefert werden sollen. Der größte Teil kommt demnach von Biontech.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Donnerstag die Aufhebung der Priorisierung für AstraZeneca angekündigt. Dies soll gelten, sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. „Das heißt, dass beim Impfen in den Arztpraxen die Ärzte entscheiden, wer jetzt wann mit dem Impfen dran ist“, sagte Spahn.

Eine Osnabrücker Arztpraxis startet am Freitag im Stadtteil Schinkel eine große Impf-Aktion. An vier Tagen bieten die Mediziner 3.000 Impftermine an: Menschen, die 60 Jahre oder älter sind, können sich über eine Internetseite für die Aktion anmelden. Verimpft wird der Wirkstoff von AstraZeneca. Termine soll es von Freitag bis Sonntag in der Gesamtschule Schinkel in Osnabrück geben. An Himmelfahrt in der kommenden Woche ist ein weiterer Aktionstag in Bersenbrück geplant.

Das Angebot richtet sich nach Angaben der Organisatoren allerdings nicht nur an Menschen aus Stadt und Landkreis Osnabrück. Auch andere Impfwillige können sich anmelden.

(Quelle: NDR, 06.05.21)


Tourismus: Branche protestiert mit Laken gegen neue Regeln

Mit einem Aktionstag stellen sich Hoteliers, Vermieter von Ferienwohnungen und Campingplatzbetreiber gegen die neuen Regeln der Landesregierung zum Tourismus. TUI erwartet aber einen „starken Sommer“.

Die neue Nieders. Landesverordnung sieht ab Montag, 10. Mai unter anderem ein umfangreiches Testkonzept für das Beherbergen von Feriengästen und Urlaubern vor. Die Anforderungen seien zu hoch, findet die Branche – und protestiert mit einem Aktionstag: Rund 25.000 Betriebe waren von den Tourismusverbänden des Landes für diesen Donnerstag aufgerufen für die Initiative „Wir zeigen Flagge“, weiße Bettlaken oder Tischdecken aus den Fenstern zu hängen. Symbolisch soll so das Land aufgefordert werden, die Regeln dringend zu überarbeiten. Vertreterinnen und Vertreter der Verbände trafen dazu auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in Hannover.

Die Branche hält die neuen Regeln für unpraktikabel und realitätsfern. Unter anderem verlange das Land tägliche Tests von Besuchenden von Campingplätzen, Jugendherbergen und Hotels, sehe dafür aber keine Selbsttests vor. Für dieses Konzept gebe es zu wenig Test-Stationen, so die Tourismusverbände. Sie fordern, auch vor Zeugen gemachte Selbsttests gelten zu lassen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Regel, dass vorerst nur Niedersachsen in ihrem Bundesland Urlaub machen dürfen. Das sei unwirtschaftlich, so die Unternehmen, denn bis zu 90 Prozent der für die kommenden Wochenenden angemeldeten Personen seien auswärtige Gäste. Es sei egal, ob der Gast aus Bayern, Brandenburg oder Niedersachsen komme, wenn regelmäßig getestet werde.

Der Reisekonzern TUI sieht die geplanten stufenweisen Lockerungen hingegen positiv. Sie könnten noch rechtzeitig für eine stabile Sommersaison auch im Inland kommen, sagt Nicole Sohnrey, bei der TUI unter anderem für Auto- und Städtereisen zuständig. „Insbesondere in den Küstenregionen und in den Bergen wird es einen Run auf Urlaubshotels geben“, glaubt Sohnrey. Für die inländischen Ziele werde aus derzeitiger Sicht ein „starker Sommer“ erwartet. Wichtigste Urlaubsgegend dürfte zwar wieder die Ostseeküste werden. Aber auch das Interesse an Ferien in Ostfriesland ist laut TUI hoch. (Quelle: NDR, 06.05.21)


Corona-Impfstoff von Moderna bei Jugendlichen zu 96 Prozent wirksam

Der Corona-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Moderna hat laut ersten Studienergebnissen bei Jugendlichen eine Wirksamkeit von 96 Prozent. Die Studienteilnehmer im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren hätten das Vakzin grundsätzlich gut vertragen, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. „Bislang wurden keine ernsthaften Sicherheitsbedenken identifiziert.“

An der Studie nahmen 3235 Jugendliche teil, von denen zwei Drittel den Impfstoff und ein Drittel ein Placebo erhielten. Im Verlauf der Studie seien zwölf Teilnehmer ab einem Zeitpunkt zwei Wochen nach der ersten Impfdosis an Covid-19 erkrankt, erklärte Moderna.

Das Moderna-Vakzin ist derzeit unter anderem in Europa und in den USA ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen. Der Impfstoff der Allianz Biontech/Pfizer ist bereits ab einem Alter von 16 Jahren genehmigt, die Unternehmen haben zudem Anträge auf eine Zulassung ab zwölf Jahren gestellt. Kanada ließ den Biontech/Pfizer-Impfstoff am Mittwoch als erstes Land weltweit für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zu. (Quelle: TSP, 06.05.21)


Niedersachsen vergibt Impftermine für Prioritätsgruppe 3

Ab Montag, 10. Mai sollen in drei Stufen weitere Menschen der Priorisierungsgruppe 3 Impftermine bekommen. Außerdem gibt es Modellprojekte in fünf großen Betrieben.

Wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Donnerstag in der Landespressekonferenz mitteilte, sollen sich ab Montag alle Personen ab 60 Jahren, Vorerkrankte und Menschen mit prekären Wohnverhältnissen anmelden können. Eine Woche später wird der Kreis der Berechtigten um Beschäftigte des Lebensmittel-Einzelhandels sowie um Mitarbeitende von Verwaltung, Polizei und Justiz erweitert. In einem dritten Öffnungsschritt am 31. Mai sollen dann auch Wahlhelfende und Beschäftigte der sogenannten kritischen Infrastruktur Termine bekommen. Dazu gehören zum Beispiel Mitarbeitende von Apotheken, aus dem Bereich Transport und Verkehr sowie der Pharmaindustrie. Seit Mai können sich in Niedersachsen aus der Priorisierungsgruppe 3 bereits Lehrkräfte an weiterführenden Schulen, Feuerwehrleute und Beschäftigte der Jugendhilfe für eine Impfung anmelden. Laut Behrens soll die Impfpriorisierung dann voraussichtlich im Juni komplett aufgehoben werden.

Trotz der weiteren Öffnu