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RKI: B.117-Variante hat Anteil von fast 90% erreicht

Die zuerst in Großbritannien entdeckte, sehr ansteckende Corona-Variante B.1.1.7 hat einen Anteil von 88 Prozent in Deutschland erreicht. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochabend mit Verweis auf Tests der vergangenen Woche (22.-28. März) mit. Ihr Anteil sei kontinuierlich gestiegen. Die Verbreitung der Variante sei besorgniserregend, weil sie „nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten.“ Es sei daher mit weiter steigenden Covid-Fällen in Kliniken zu rechnen.

Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und der Infektionen durch B 1.1.7. werde zu einer „deutlich ansteigenden“ Anzahl von Covid-19-Patienten in Kliniken führen. Alle in Deutschland verfügbaren Impfstoffe schützten nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7 und auch vor schweren Erkrankungen durch zwei andere Varianten, schreibt das RKI.

Diese beiden Virusvarianten spielen laut RKI derzeit in Deutschland kaum eine Rolle: Die in Südafrika verbreitete Variante B.1.351 sei in 0,8 Prozent der darauf untersuchten positiven Proben nachgewiesen worden, die stark in Brasilien zirkulierende Variante P.1 sogar nur in 0,1 Prozent. Beide Varianten können den Antikörpern des Immunsystems ein Stück weit entweichen. Ihr Anteil sei so niedrig, weil es in Deutschland keine Bevölkerungsimmunität gebe, hatte der Berliner Virologe Christian Drosten kürzlich in einem NDR-Podcast erklärt. „Diese Varianten kommen nur dann hoch, wenn wir in der Bevölkerung schon eine Immunität haben. Sonst profitieren die nicht von ihren Mutationen.“ Auch Drosten zufolge schützen die Impfstoffe jedoch in beiden Fällen vor einem schweren Covid-19-Verlauf. (Quelle: FAZ, 31.03.21)


Niedersachsen: Fußballsaison der Amateure beendet

Die Fußballsaison der Amateure in Niedersachsen ist wegen der Coronavirus-Pandemie beendet. Der Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) einigte sich in einer Videositzung am Mittwochabend darauf, die seit Anfang November 2020 coronabedingt unterbrochene Spielzeit 2020/21 mit sofortiger Wirkung abzubrechen und zu annullieren.
Die Entscheidung betrifft alle Alters- und Spielkassen auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene, wie der NFV mitteilte. In den Ligen, für die der Verband in Niedersachsen alleine zuständig ist, wird es keine Auf- und Absteiger geben. Was eine mögliche Saisonfortsetzung in der Regionalliga Nord angeht, ist noch keine Entscheidung gefallen.

„Wir haben unsere Entscheidung schweren Herzens getroffen“, sagte NFV-Präsident Günter Distelrath. „Aufgrund der staatlichen Verfügungslage, die den Lockdown zunächst bis zum 18. April verlängert hat, sowie den perspektivischen politischen Aussagen erachten wir eine rechtzeitige Aufnahme eines uneingeschränkten Mannschaftstrainings und Spielbetriebs für nicht mehr realistisch.“

Zu den Pokalwettbewerben sagt Distelrath: „Die Teilnehmer am DFB-Pokal sollen, sofern es die Verfügungslage zulässt, sportlich ermittelt werden. Andernfalls kommt auch hier eine alternative Entscheidungsfindung in Betracht. Gleiches gilt für den Pokal auf Kreis- und Bezirksebene.“ (Quelle: GN, 31.03.21)




 

Frankreich weitet Lockdown aufs ganze Land aus
Schulen für drei Wochen geschlossen

In Frankreich kündigt Präsident Emmanuel Macron eine Ausweitung von bestimmten Lockdown-Maßnahmen auf das gesamte Land an. Die Neuerung tritt am Samstag in Kraft für mindestens einen Monat. Bislang galten die Regelungen nur im Großraum Paris und einigen anderen Regionen. „Wir werden die Kontrolle verlieren, wenn wir jetzt nichts tun“, sagt Macron in einer Fernsehansprache.

Die Schulen im ganzen Land sollen für drei Wochen geschlossen werden. Es ist das erste Mal im laufenden Schuljahr, dass in Frankreich die Schulen wegen Corona geschlossen werden. Außerdem werden Beschränkungen für Bürger und Geschäfte, die bereits in weiten
Teilen gelten, aufs ganze Land ausgeweitet.

Die Corona-Situation in Frankreich hat sich noch einmal deutlich verschärft. Vor allem Krankenhäuser im Großraum Paris schlugen massiv Alarm, weil die Intensivstationen überfüllt sind. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag landesweit zuletzt bei gut 375. Deutschland hatte Frankreich vergangene Woche als Hochinzidenzgebiet eingestuft und die Einreisebestimmungen verschärft. (Quelle: TSP, 31.03.21)


Italien beschließt Impfpflicht für Medizin-Beschäftigte

In Italien müssen sich alle Beschäftigten im Gesundheitswesen gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies sieht eine Verordnung des Kabinetts vor. Die Pflicht schließt auch Apotheker ein. Wer sich weigert, kann ohne Lohnfortzahlung für den Rest des Jahres vom Dienst suspendiert Quelle: TSP, 31.03.21)


Neuer Höchstwert in der Türkei: Mehr als 39.000 Neuinfektionen

Die Türkei meldet mit 39.302 Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Die Zahl der bestätigten Todesfälle in Verbindung mit dem Virus stieg binnen 24 Stunden zudem um 152 auf 31.537, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums am Mittwoch weiter hervorgeht. Die Regierung hatte Anfang des Monats die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gelockert, was wieder zu einem Anstieg der Fälle führte. Am Montag zog Präsident Recep Tayyip Erdogan aber die Reißleine und kündigte eine Verschärfung der Maßnahmen an. Unter anderem soll es während des islamischen Fastenmonats Ramadan, der Mitte April beginnt, eine Rückkehr zu den landesweiten Ausgangsbeschränkungen am Wochenende kommen. (Quelle: TSP, 31.03.21)


Osten Österreichs geht in mehrtägigen Lockdown

Teile Österreichs gehen am Donnerstag wieder in einen Lockdown. Betroffen sind die Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland im Osten der Alpenrepublik. Dort grassiert besonders stark die britische Corona-Variante. Die Auslastung der Intensivbetten in den Kliniken ist hoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in den drei Bundesländern zwischen 280 und 340. Österreichweit haben sich in den vergangenen sieben Tagen etwa 260 Menschen pro 100 000 Einwohner nachweislich mit dem Virus angesteckt.

Die Maßnahme gilt in den drei betroffenen Bundesländern bis zum 10. April. Bis auf die üblichen Ausnahmen für den täglichen Bedarf müssen alle Läden schließen. Auch Museen und Zoos dürfen nicht mehr besucht werden. Obendrein herrschen ganztägig Ausgangsbeschränkungen. Dabei ist auch die Erholung im Freien ein triftiger Grund, die Wohnung zu verlassen. Gottesdienste sind unter Einhaltung sehr strenger Hygieneregeln erlaubt. Für den Rest des Landes gibt es keine Verschärfungen. Hier bleiben Läden zum Beispiel am Karfreitag auf. (Quelle: TSP, 31.03.21)



Grafschaft Bentheim beendet Impfungen bei Lehrern

Entscheidungen und Vorhaben, die morgens noch gelten, können nachmittags bereits überholt sein. Diese Erfahrung machten auch die Grafschafter Pädagogen und Erzieher, die sich am Mittwoch in der Realschule von Bad Bentheim sowie im Konzert- und Theatersaal in Nordhorn impfen lassen wollten. Gleiches gilt für die Mobilen Teams des Impfzentrums in Nordhorn, die zu diesem Zwecke eingesetzt waren. Zahlreiche Spritzen waren bereits aufgezogen und gesetzt, als am späten Dienstag die Nachricht eintraf, dass das Astrazeneca-Vaczin nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll.

Der Landkreis hat daraufhin zunächst alle geplanten Impftermine der Mobilen Teams für die nächsten Tage eingestellt. Pressesprecherin Ramona Tyben auf GN-Anfrage: „Zunächst sind die Impfungen bei den Berufsgruppen der Lehrer, Erzieher sowie der Eingliederungshilfe ausgesetzt. Wir versuchen, die Termine so schnell wie möglich nachzuholen. Alles hängt aber davon ab, wie schnell wir einen alternativen Impfstoff erhalten. Die Berufsgruppen werden dann mit Biontech und Moderna geimpft.“

Ursprünglich sollten bis Mitte April 2400 LehrerInnen und ErzieherInnen im Landkreis eine Impfung erhalten. In Wietmarschen ist die vor-Ort-Maßnahme bereits abgeschlossen. Wie der Zeitplan weitergehen wird – und mit welchem Impfstoff – wird man jetzt abwarten müssen. (Quelle: GN, 31.03.21)


USA: Covid-19 dritthäufigste Todesursache im Jahr 2020

In den USA war Covid-19 im vergangenen Jahr die dritthäufigste Todesursache nach Herzerkrankungen und Krebs. Besonders hoch sei die Sterblichkeitsrate bei über 85-jährigen Corona-Patienten gewesen, teilt die US-Seuchenbehörde CDC mit. In der Altersgruppe habe es 120.648 Todesfälle gegeben. Ingesamt seien 377.883 Menschen in den USA in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Verglichen mit dem Vorjahr sei die Sterblichkeitsrate insgesamt um 16 Prozent auf 3,35 Millionen Menschen geklettert. Die Zunahme liege vor allem an den Covid-19-Todesfällen, die einen Anstieg von 11,3 Prozent ausmachten (Quelle: TSP, 31.03.21)


Curevac: Wir kommen Anfang Juni ’21

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac geht weiter davon aus, dass sein Corona-Impfstoff Anfang Juni auf den Markt kommt. Er sei zuversichtlich, rechtzeitig eine Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zu erhalten, so dass in zwei Monaten mit den Curevac-Impfungen begonnen werden könne, sagte Unternehmenschef Franz-Werner Haas der „Stuttgarter Zeitung“.

Es sei schwer, einen genauen Zeitpunkt zu benennen, weil es in der sogenannte Phase-3-Studie mit 35.000 Probanden eine bestimmte Anzahl von Erkrankten geben müsse, bevor sie ausgewertet werden könne. Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Krupp, hatte kürzlich gesagt, er rechne mit einer Impfung mit dem Curevac-Vakzin in der zweiten Jahreshälfte. Der Curevac-Impfstoff ist nach Biontech das zweite Vakzin aus deutscher Fertigung. Er basiert wie Biontech auf der sogenannten mRNA-Technologie.

Curevac steht dem Bericht zufolge zu seiner Zusage, der Europäischen Union die vertraglich zugesagten 225 Millionen Impfdosen zu liefern. Insgesamt plant das Tübinger Unternehmen in diesem Jahr die Herstellung von 300 Millionen Impfdosen und hat dazu einen Produktionsverbund mit mehreren Unternehmen aufgebaut, unter anderem mit Bayer. Im kommenden Jahr solle so eine Milliarde Impfstoffdosen hergestellt werden. (Quelle: FAZ, 31.03.21)


Urteil: Belgien muss Corona-Einschränkungen binnen 30 Tagen aufheben

Belgien muss nach einem Gerichtsurteil innerhalb von 30 Tagen alle Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zurücknehmen oder eine ausreichende Rechtsgrundlage dafür schaffen. Dies entschied ein Gericht der Hauptstadt Brüssel in erster Instanz nach einer Klage der Liga für Menschenrechte. Innenministerin Annelies Verlinden kündigte am Mittwochabend an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Die Liga für Menschenrechte hatte den belgischen Staat vor einigen Wochen verklagt, weil die Entscheidungen per ministeriellen Erlassen während der Corona-Pandemie keine Rechtsgrundlage hätten. Das Urteil sieht nun eine Strafe von 5000 Euro täglich – maximal 200 000 Euro – vor, falls es nicht umgesetzt wird. Das Gericht forderte ein Pandemie-Gesetz. Die bestehenden Einschränkungen bleiben aber zunächst bestehen. Die Regierung arbeitet derzeit an einem solchen Gesetz, das das Parlament stärker einbinden soll.

Derzeit gelten im Land strenge Corona-Regeln. Belgierinnen und Belgier dürfen nur mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts engen Kontakt haben. Im Freien dürfen sich vier Personen mit Maske treffen. Shoppen geht nur mit Termin. Restaurants, Kneipen und Cafés sind ohnehin seit Monaten geschlossen. Im ganzen Land gilt schon lange eine nächtliche Ausgangssperre. Zudem darf man ohne triftigen Grund weder nach Belgien ein- noch aus dem Land ausreisen (Quelle: TSP, 31.03.21)


Finnland zieht Lockdown-Plan wegen Verfassungsbedenken zurück

Die finnische Regierung hat Pläne für verschärfte Ausgangsbeschränkungen in der Hauptstadt Helsinki und weiteren Städten zur Eindämmung des Coronavirus wegen verfassungsrechtlichen Bedenken zurückgezogen. Der Entscheidung vorausgegangen war eine Erklärung des Verfassungsrechtsausschusses, der den Vorschlag als zu vage und nicht verfassungskonform eingestuft hatte. „Aufgrund der Stellungnahme des Ausschusses hat die Regierung entschieden, dass wir den Vorschlag zurückziehen müssen“, teilt Ministerpräsidentin Sanna Marin auf Twitter mit. (Quelle: TSP, 31.03.21)


Forsa-Umfrage: Deutsche vertrauen Sputnik V mehr als Astrazeneca

iner RTL-Forsa-Umfrage zufolge würde sich eine knappe Mehrheit (51 Prozent) der Impfwilligen in Deutschland mit dem Wirkstoff von AstraZeneca impfen lassen, sobald dies möglich ist. Ablehnen würden im Moment 44 Prozent der Befragten ein Impfangebot mit Astrazeneca, skeptischer sind dabei Frauen: Während 60 Prozent der Männer sich mit Astrazeneca impfen lassen würden, sind es nur 40 Prozent der Frauen.

Den Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder Politiker mit Astrazeneca impfen zu lassen, um das Vertrauen und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, unterstützen 63 Prozent der Befragten, 28 Prozent sind dagegen,

Die Umfrage ergab ferner, dass sich 57 Prozent aller Befragten mit dem russischen Wirkstoff Sputnik V impfen lassen würden, der bislang noch nicht in der EU und in Deutschland zugelassen ist. 30 Prozent würden sich nicht damit impfen lassen. Das Vertrauen in den Impfstoff ist bei den Ostdeutschen größer als im Westen: Während sich 69 Prozent der befragten Ostdeutschen mit dem Wirkstoff impfen lassen würden, wären dazu nur 55 Prozent der westdeutschen Befragten bereit. (Quelle: TSP, 31.03.21)


Mainzer Bischof: Lockdown führt zu seelischen Verletzungen

Die Folgen des Lockdown werden nach Worten des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf unterschätzt. Seelische Verletzungen von Kindern und Jugendlichen seien mindestens genauso wichtig wie die Frage nach Inzidenzwerten, sagte Kohlgraf am Mittwoch laut vorabveröffentlichten Mitteilung im Interview der Woche des Deutschlandfunks.

Zugleich kritisierte Kohlgraf Menschenbilder, die den Menschen rein technisch und als biologisch funktionierende Maschine beschreiben. Man könne bei einem Menschen nicht Ersatzteile austauschen „wie bei einem kaputten Auto“, so der Bischof. Solche Menschenbilder würden vor allem Kranke und Schwache gefährden. In der Corona-Pandemie beobachte er, dass das Menschenbild oft auf körperliche Gesundheit reduziert werde. Es gebe aber noch „andere Dimensionen des Mensch-Seins“ (Quelle: TSP, 31.03.21)


Chinesische Impfstoffhersteller erfüllen Anforderungen der WHO

Die chinesischen Impfstoffhersteller Sinopharm und Sinovac erfüllen mit ihren Covid-19-Vakzinen nach Angaben der WHO die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation. Das gehe aus Informationen hervor, die die Unternehmen in der vergangenen Woche bei einem Treffen vorgelegt hätten. Das bedeute eine Wirksamkeit von ungefähr 50 Prozent und vorzugsweise nahe oder über 70 Prozent, hieß es von der WHO. Vorläufigen Studiendaten zufolge ist für den Sinopharm-Impfstoff bislang eine Wirksamkeit von 79,34 Prozent bekannt, die Wirksamkeitsdaten für das Sinovac-Mittel schwanken zwischen 50,65 und 83,5 Prozent. (Quelle: TSP, 31.03.21)


Rheinland-Pfalz: Shopping auch noch bei Inzidenz von über 200

Rheinland-Pfalz will auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 weiterhin Einkaufen ermöglichen. Buchhandlungen, Baumärkte, Blumengeschäfte, Gärtnereien, und Gartenbaumärkte dürfen dann aber nur noch im Rahmen des Einzel-Terminshoppings öffnen, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilt. Nach vorheriger Vereinbarung sollen dann Einzeltermine vergeben werden, bei denen ausschließlich Personen aus demselben Hausstand gleichzeitig Zutritt gewährt wird. Es gelte die Pflicht zur Kontakterfassung. Bei Friseuren werden die bestehenden Regelungen um eine Corona-Testpflicht ergänzt. Sport im Freien ist dann zudem nur noch alleine oder mit Personen des eigenen Hausstandes erlaubt. Diese Regelung trete am Donnerstag in Kraft und dürfe erst aufgehoben werden, wenn die Inzidenz des Landkreises oder der kreisfreien Stadt mindestens sieben Tage in Folge unter 200 gelegen habe. (Quelle: TSP, 31.03.21)


Thüringen will gleichzeitig Verschärfen und Öffnen

Thüringen kombiniert Kontaktverschärfungen mit Öffnungsschritten. Tagespflegeinrichtungen sollen öffnen können, wenn in einem Kreis die Inzidenz stabil unter 200 liegt, teilt das Gesundheitsministerium mit. Ab dem 10. April sollen Zoos, Tierparks und botanischen Gärten unter freiem Himmel bei einer Kontaktnachverfolgung geöffnet werden. Körpernahe Dienstleistungen werden nicht verboten, aber Kunden müssen einen Negativtest vorweisen, wenn sie die Schutzmaske abnehmen müssen. Thüringen weist laut RKI am Mittwoch eine Tagesinzidenz von 242,5 aus – den höchsten Wert unter den Bundesländern. (Quelle: TSP, 31.03.21)


Daniel Günther wirft Kretschmann und Söder Effekthascherei vor

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat einen Vorstoß seiner Amtskollegen Markus Söder (CSU/Bayern)) und Winfried Kretschmann (Grüne/Baden-Württemberg) für einen härteren Corona-Kurs zurückgewiesen. „Im Norden wird gehandelt, im Süden werden Briefe geschrieben“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Kiel. „Wir haben bereits regelmäßige Tests als Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht für die Zeit nach den Ferien eingeführt, die Herren Söder und Kretschmann wollen darüber reden.“

Es sei jetzt nicht die Zeit für Effekthascherei, sondern für konsequentes und verantwortungsvolles Handeln, meinte Günther. „Die Kollegen sollten jetzt nicht die Nerven verlieren, sondern die verabredeten Regeln in ihren eigenen Ländern umsetzen.“

Er reagierte auf einen gemeinsamen Brief Söders und Kretschmanns an die Regierungschefs der 14 anderen Länder. Beide fordern darin eine strikte Anti-Corona-Politik mit einer konsequenten Umsetzung der Notbremse in Hotspots, auch mit nächtlichen Ausgangsbeschränkungen. Zudem plädieren sie für eine Corona-Testpflicht an den Schulen nach den Osterferien. Diese Pflicht hat Schleswig-Holstein am Mittwoch verkündet. Der Norden hat die niedrigste Corona-Inzidenz in Deutschland.

„Die dritte Welle rollt seit einigen Wochen unerbittlich über das Land. Die Lage ist ernst, ernster als viele glauben“, heißt es in dem Brief Söders und Kretschmanns, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. „Getragen von einem einheitlichen Geist gilt es jetzt, die Notbremse ohne weiteres Überlegen und Zögern konsequent umzusetzen“, steht in dem Schreiben. „Hierzu gehören nächtliche Ausgangsbeschränkungen und adäquate Kontaktbeschränkungen bei einer Inzidenz über 100 sowie eine konsequente FFP2-Maskenpflicht und Tests.“ (Quelle: TSP, 31.03.21)


Österreich bestellt Sputnik V

Österreich wird Bundeskanzler Sebastian Kurz zufolge vermutlich bereits in der kommenden Woche den russischen Sputnik-Impfstoff bestellen. „Wir sind auf den letzten Metern“, sagt Kurz nach einem Treffen mit dem russischen Botschafter. „Eine Bestellung von Sputnik kann wahrscheinlich schon nächste Woche erfolgen.“ Dann würde Österreich noch im April 300.000 Dosen, im Mai 500.000 Dosen und 200.000 Dosen Anfang Juni erhalten. (Quelle: TSP, 31.03.21)


Schweden verlängert Corona-Maßnahmen

Schweden verlängert aufgrund hoher und steigender Neuinfektionszahlen die Beschränkungen für Restaurants, Kneipen und Cafés. Die Lokale müssen damit unter anderem weiter um 20.30 Uhr schließen, dürfen danach aber weiter Essen und Getränke zum Mitnehmen anbieten, wie Regierungschef Stefan Löfven am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekanntgab. Die Beschränkungen der Besucher- und Kundenanzahl in Einkaufspassagen, Geschäften und Fitnessstudios gelten ebenfalls länger. „Damit wir einen normalen Alltag bekommen, müssen wir die Infektionsausbreitung herunterbringen“, sagte Löfven. „Es darf keine großen Osterfeiern geben.“

Die Maßnahmen wären planmäßig am 11. April ausgelaufen. Schweden hat seit Mitte Februar aber einen kontinuierlichen Anstieg seiner Neuinfektionszahlen erlebt, sie lagen zuletzt etwa dreimal so hoch wie in Deutschland. Die Entwicklung gehe in die falsche Richtung, weshalb die Maßnahmen noch eine Weile beibehalten werden müssten, sagte Sozialministerin Lena Hallengren. Die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten plant, dass die Maßnahmen nun vorläufig bis zum 3. Mai weiter gelten werden. (Quelle: TSP, 31.03.21)


EMA: Keine Einschränkung bei Anwendung von Astrazeneca

Anders als Deutschland rät die EU-Arzneimittelbehörde EMA vorerst nicht zu Einschränkungen bei der Anwendung des Corona-Impfstoffs von Astra-Zeneca.

Nach dem jetzigen wissenschaftlichen Stand gibt es keine Belege, die dafür sprechen, die Verwendung dieses Impfstoffs in irgendeiner Bevölkerungsgruppe zu beschränken.

Das sagte EMA-Chefin Emer Cooke am Mittwoch. Die Überprüfung von neuen Hinweisen auf die Gefahr spezieller seltener Blutgerinnsel im Gehirn laufe aber noch. Eine aktualisierte Empfehlung der EMA sei für die Sitzung ihres Sicherheitsausschusses vom 6. bis 9. April zu erwarten. In Deutschland wird dieser Impfstoff seit Dienstag nur noch für Menschen ab 60 Jahren uneingeschränkt empfohlen. Diese Entscheidung obliege den deutschen Behörden, sagte Cooke.

Nach Angaben der EMA wurden in der gesamten Europäischen Wirtschaftszone EEA bis 22. März 44 Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn gemeldet – bei einer Gesamtzahl von 9,2 Millionen Impfungen mit Astra-Zeneca. Die in Deutschland registrierten Fälle seien nicht alle in der Zahl enthalten. In der EEA seien 14 Todesfälle registriert worden, aber nicht alle im Zusammenhang mit Gerinnseln im Gehirn, sagte Cooke.

EMA-Experte Peter Arlett wies darauf hin, dass Astra-Zeneca im Januar, Februar und Anfang März besonders häufig an Frauen verimpft worden sei. „Es gibt ein Verhältnis von etwa zwei zu eins – Frauen gegenüber Männern – und es waren tatsächlich häufig jüngere Frauen“, sagte Arlett.

Im direkten Vergleich zu anderen in der EU verwendeten Impfstoffen wurden nach Cookes Worten bei Astra-Zeneca mehr Zwischenfälle gemeldet: Es waren 4,8 Fälle je eine Million Fälle; beim Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer waren es 0,2 Fälle je eine Million Fälle und bei Moderna statistisch 0,0 Fälle – allerdings wurde dieser Impfstoff viel seltener verwendet, wie Cooke sagte. Geimpften riet die EMA, auf die entfernte Möglichkeit der sehr seltenen Blutgerinnsel zu achten. Bei entsprechenden Symptome sollten sie sofort medizinischen Rat einholen, hieß es weiter.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht weiterhin eine positive Indikation für den Einsatz des Astra-Zeneca-Impfstoffes. Das Risiko-Nutzen-Verhältnis „spricht stark für seine Anwendung“, sagt Alejandro Cravioto, Vorsitzender der SAGE-Impf-Expertenkommission der WHO. Viele Staaten hätten Warnsysteme für Zwischenfälle im Einsatz und hätten keine Probleme gemeldet. (Quelle: FAZ, 31.03.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim sinkt weiterhin langsam. Das Nieders. Landesgesundheitsamt beziffert die Inzidenz am Mittwoch auf 79,5. Am Dienstag lag der Wert noch bei 88,9, am Montag bei 90,4.

Die Kreisverwaltung verzeichnete am Mittwoch nur fünf Neuinfektionen mit dem Coronavirus für die Grafschaft. Seit Beginn der Pandemie sind 4096 Corona-Fälle bekanntgeworden, teilt der Landkreis mit. Als genesen gelten 3803 Grafschafter. In häuslicher Quarantäne befinden sich 586 Grafschafter (Dienstag: 586). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 107.

Der Landkreis verzeichnet am Mittwoch 186 aktuell Infizierte, 66 (-12) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 31.03.21)



(31.03.21)


Zur Arbeitslosigkeit in Corona-Zeiten

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im März gegenüber Februar etwas zurückgegangen. Allerdings sind aktuell fast 500.000 mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. In Norddeutschland ist die Entwicklung ähnlich.

2,827 Millionen Menschen suchen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) derzeit bundesweit einen Job. Das sind rund 77.000 weniger als im Februar. BA-Chef Detlef Scheele erklärte, trotz der Frühjahrsbelebung zeige der deutsche Arbeitsmarkt weiter „sehr deutliche Spuren“ der nun seit einem Jahr andauernden Krise durch die Corona-Pandemie. Das mache sich etwa bei der Kurzarbeit bemerkbar. In Norddeutschland entwickelten sich die Arbeitslosenzahlen ähnlich wie im Bund: Im Vergleich zum Februar sanken sie überall leicht – liegen aber deutlich höher als vor einem Jahr.

In Niedersachsen sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Februar um 7.778 auf 261.259. Die Quote ging leicht zurück auf 6,0 Prozent. „Darin zeigt sich vor allem die übliche Frühjahrsbelebung, die ohne Corona kräftiger ausfallen würde“, sagte Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. Betriebe würden durchaus Personal einstellen, aber verhaltener als in normalen Jahren. „Erfreulich ist, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bisher keine größeren Entlassungen gegeben hat.“ Gegenüber März 2020 ist die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen aber deutlich gestiegen: Aktuell suchen 41.000 Menschen mehr einen neuen Job als im vergangenen Jahr. (Quelle: NDR, 31.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch, 31. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.362 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden elf weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.848. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 196.605 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt leicht und liegt aktuell bei 119,0 Fällen je 100.000 Einwohnern (am Tag zuvor lag sie bei 120,8). (Quelle: NDR, 31.03.21)


Meyer Werft baut Schiff für japanischen Konzern

Die Meyer Werft hat einen Neubauauftrag für ein Kreuzfahrtschiff an Land gezogen. Ein japanischer Großkonzern hat bei den Papenburgern ein Luxusschiff bestellt.

Damit ist dem Schiffsbauer nach NDR Informationen als weltweit erster Werft seit der Corona-Pandemie ein Vertragsabschluss für einen Neubau gelungen. Der Neubauauftrag sei keine Kehrtwende aus der schwierigen Lage der Meyer Werft, aber er sei ein positives Signal, so Juniorchef Jan Meyer.

Der japanische Großkonzern NYK bestellt zum ersten Mal ein Schiff in Papenburg. Die Werft hat damit einen neuen Kunden gewonnen und sich gegen eine weltweite Konkurrenz durchgesetzt. Dafür habe die Werft beim Preis Zugeständnisse gemacht, so Meyer. Das bestellte Kreuzfahrtschiff ist mit rund 400 Kabinen vergleichsweise klein. Es soll mit Flüssigerdgas betrieben und im Jahr 2025 abgeliefert werden. Zeitgleich steht bislang ein weiteres größeres Schiff in den Auftragsbüchern. Die Werft ist damit aber weitem nicht ausgelastet. Um die Krise infolge der Pandemie zu überstehen, muss die Werft rund 1,3 Milliarden Euro einsparen. Derzeit verhandelt das Unternehmen mit dem Betriebsrat über ein Zukunftskonzept – dabei steht auch ein Stellenabbau zur Diskussion. (Quelle: NDR, 31.03.21)


BA-Chef Scheele empfiehlt Rückkehr zu strengerem Lockdown

Auch der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, spricht sich für eine Rückkehr zu einem strikteren Lockdown in Verbindung mit Ausgangssperren aus. „Es deutet sich zurzeit an, dass es unendlich lange dauert, bis wir aus diesem schleichenden Lockdown rauskommen“, sagt Scheele bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen in Nürnberg. „Das hilft keinem. Es wäre wahrscheinlich besser, kurz und hart einzugreifen, um dann zu starten.“ Es gelte zu verhindern, dass die Einschränkungen auf das Verarbeitende Gewerbe übergriffen. Er wünsche sich „wieder einen etwas größeren Einfluss“ der Virologen auf politische Entscheidungen. „Dass sie das nicht hatten, hat mit dazu geführt, dass diese dritte Welle so zu Buche schlägt wie sie zu Buche schlägt.“ (Quelle: Tagesschau, 31.03.21)


„Vaxzevria“: AstraZeneca benennt CoViDImpfstoff um

Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen AstraZeneca vermarktet seinen Coronavirus-Impfstoff in der EU künftig unter dem Namen Vaxzevria. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Der neue Name sei von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigt worden. Bislang ist das Präparat unter dem Namen Covid-19 Vaccine AstraZeneca bekannt. „Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant“, so die Mitteilung.
(Quelle: Tagesschau, 31.03.21)



Überblick am Morgen

  • Die USA zeigten sich am Dienstag wie andere Staaten besorgt über einen von der WHO herausgegebenen Bericht über die Ursprünge des Coronavirus in China, wobei Vorwürfe laut wurden, Peking habe den Ermittlern keinen angemessenen Zugang gewährt.
  • Ecuadors Gesundheitssystem ist aufgrund eines Anstiegs in Covid-Fällen stark belastet, und einige Krankenhäuser in der Hauptstadt Quito arbeiten über die Kapazitäten zur Behandlung von Patienten hinaus.
  • Griechenland meldete am Dienstag 4.340 neue Coronavirus-Fälle, die höchste tägliche Zahl.
  • Ein Team der Weltgesundheitsorganisation WHO, das die Ursprünge des neuen Coronavirus in China untersuchte, hatte Probleme beim Zugriff auf Rohdaten an, sagte der Chef des Gesundheitsamtes.
  • Die Ständige Impfkommission Deutschlands (Stiko) hat empfohlen, niemandem unter 60 Jahren Oxford / AstraZeneca-Impfstoffe zu verabreichen.
  • Laut einer neuen Studie erhielten in Kanada die Bewohner der kanadischen Pflegeheime während der ersten Welle der Pandemie keine ausreichende medizinische Versorgung.
  • In den Niederlanden nahmen die neuen Covid-Fälle trotz Lockdowns zum siebten Mal in Folge zu, teilten die Gesundheitsbehörden zuvor mit.
  • Die Zahl der Menschen in Schweden, die aufgrund einer Covid-19-Infektion eine Intensivstation benötigen, stieg im Vergleich zur letzten Woche um 9%.
  • Die Berliner Krankenhäuser Charité und Vivantes werden nach weiteren Berichten über eine seltene Hirnbluterkrankung keine weiblichen Mitarbeiter unter 55 Jahren mehr mit AstraZeneca-Impfstoff impfen. Sie hörten auch auf, Frauen bis 55 Jahren mit der Vakzine zu impfen. (Quelle: The Guardian, 31.03.21)

Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 17.051 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 249 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI 15.813 Neuinfektionen und 248 Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 132,3 und damit etwas unter dem Niveau des Vortags (135,2). Den höchsten Wert weist weiterhin Thüringen mit einem Wert von 242,4 auf, den niedrigsten Schleswig-Holstein mit 71,8. Daneben liegt nur das Saarland (81,4) unter der kritischen Marke von 100. Alle anderen Bundesländer befinden sich – mit Ausnahme Thüringens – über 100.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.808.873 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.521.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion gestorben sind, stieg auf 76.342.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 1,01 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(Quelle: RKI, 31.03.21)


Brasilien mit Tageshöchstwert

Inmitten einer Regierungskrise und einer außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie hat Brasilien erneut einen Tageshöchstwert bei den Corona-Toten registriert. 3780 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in den vergangenen 24 Stunden meldete das Gesundheitsministerium. Am Dienstag vergangener Woche hatte Brasilien erstmals mehr als 3000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. Insgesamt sind 317.646 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, mehr als 12,6 Millionen Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Nur in den USA sind die Zahlen höher. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.(Quelle: Tagesschau, 31.03.21)


Amtsärzte fordern konsequenten Lockdown und konkrete Strategien

Die deutschen Amtsärzte fordern in der Debatte um Maßnahmen gegen die dritte Corona-Infektionswelle einen harten Lockdown. „Die Impfungen werden diese dritte Welle in den kommenden Wochen noch nicht brechen können“, sagt die Vorsitzendes des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, der Zeitung „Rheinische Post“. Nur mit einem konsequenten Lockdown seien daher die Ansteckungszahlen zu drücken. „Parallel müssen wir konkrete Konzepte entwickeln, wie mit einer vernünftigen Test- und Impfstrategie und Apps zur digitalen Kontaktpersonenverfolgung wie der Luca-App Lockerungen möglich sind – aber erst, wenn die Fallzahlen unten sind.“ Zu dieser Strategie gehöre auch, genau zu erklären, wie Menschen und Institutionen vorgehen sollen, wenn ein Schnelltest eine Infektion mit SARS-CoV-2 anzeigt. „Der lapidare Hinweis ‚Melden Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder Gesundheitsamt‘ reicht nicht aus und lässt viele hilflos zurück.“(Quelle: Tagesschau, 31.03.21)


„Kontrollfunktion bei AstraZeneca hat funktioniert“

Die Auswirkungen der geänderten Empfehlung für den AstraZeneca-Impfstoff sind dem Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, zufolge schwer abzusehen. „Es kann sein, dass dadurch Vertrauen schwindet“, sagte Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es könne aber auch das Gegenteil bewirken. In jedem Fall habe die Kontrollfunktion des Paul-Ehrlich-Instituts gut funktioniert. „Sie haben mehr als 30 besorgniserregende Fälle registriert, es wurde intensiv geprüft und Alarm geschlagen, und jetzt reagiert man darauf. Das sollte eigentlich vertrauensbildend sein.“ (Quelle: Tagesschau, 31.03.21)


Niedersachsen: immer mehr Kommunen mit Ausgangssperre

Viele Hochinzidenzkommunen in Niedersachsen haben inzwischen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung angeordnet. Mancherorts gilt sie bereits, andernorts kommt sie noch. Ein Überblick.

Der Landkreis Oldenburg hat für die Gemeinden Großenkneten, Wardenburg und die Stadt Wildeshausen eine Ausgangssperre verhängt. In Wildeshausen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag bei 387. Bürgerinnen und Bürger dürfen ab Donnerstagabend zwischen 21 und 5 Uhr nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen und Häuser verlassen, wie der Landkreis am Dienstag mitteilte.

Als „triftige Gründe“ führt die Landesverordnung „insbesondere“, also nicht abschließend folgende Punkte auf: eine notwendige medizinische, psychosoziale oder veterinärmedizinische Behandlung, die Wahrnehmung einer beruflichen Tätigkeit, den Besuch von Gottesdiensten und ähnlichen religiösen Veranstaltungen sowie den Besuch naher Angehöriger, wenn diese von Behinderung betroffen oder pflegebedürftig sind.

In Stadt und Landkreis Osnabrück gilt bereits einen Tag früher, also ab Mittwoch, eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Außerdem soll nach Angaben der Behörden die Maskenpflicht verschärft werden. Überall dort, wo bislang eine Alltagsmaske ausreichend war, muss nun eine medizinische Maske getragen werden. Dort, wo medizinische Masken Pflicht waren, dürfen jetzt nur noch FFP2-Masken aufgesetzt werden. Auch wer zusammen in einem Auto sitzt und nicht zum selben Haushalt gehört, muss eine FFP2-Maske tragen. Darüber hinaus müssen Menschen, deren Schnell- oder Selbsttest eine Corona-Infektion anzeigt, sofort einen PCR-Test machen und sich in häusliche Quarantäne begeben, bis ein negativer PCR-Test vorliegt.

Bereits seit Dienstagabend dürfen die Menschen im Landkreis Peine ihr Zuhause zwischen 21 und 5 Uhr nicht mehr verlassen. Laut Landesgesundheitsamt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz dort aktuell bei knapp 170. Der Landkreis hatte sich für das Modellprojekt des Landes beworben. Sollte Peine ausgewählt werden, dürfte die Inzidenz nicht über 200 steigen – denn dann müsste das Projekt beendet werden.

Im Landkreis Celle gilt die Ausgangssperre ebenfalls seit Dienstagabend – allerdings nicht im gesamten Kreisgebiet: Betroffen sind die Städte Celle und Bergen sowie die Gemeinde Wietze und die Samtgemeinde Flotwedel. Bis zum 13. April dürfen die Bürger dort zwischen 21 und 5 Uhr ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Es sei ein diffuses, vorrangig durch private Kontakte getragenes Infektionsgeschehen zu beobachten – insbesondere in diesen Kommunen, hieß es am Montagabend. Die Tendenz sei besorgniserregend, die Intensivkapazitäten im Celler Krankenhaus seien bereits zu mehr als 90 Prozent erschöpft. Auch im Landkreis Wesermarsch gilt in den meisten Gemeinden seit Dienstagabend eine nächtliche Ausgangsbeschränkung.

Im Landkreis Cloppenburg soll ab Mittwoch die nächtliche Ausgangssperre gelten. Auch dort dürfen die Menschen in der Zeit zwischen 21 Uhr am Abend und 5 Uhr am Morgen ihre Häuser und Wohnungen ohne triftigen Grund nicht mehr verlassen. Gleiches gilt für den Landkreis Emsland, wo der 150-Wert schon seit mehr als einer Woche überschritten wird. Besonders hoch sind die Infektionszahlen in Papenburg. Deshalb hat der Landkreis Emsland dort am Sonntag eine Testwoche gestartet.

In der Region Hannover tritt ab Donnerstag eine zwölftägige nächtliche Ausgangssperre in Kraft. Anders als in den anderen Kommunen beginnt sie erst um 22 Uhr und endet, wie überall, um 5 Uhr. Ausnahmen soll es auch hier für „triftige Gründe“ geben. Außerdem soll die Regelung zur Maskenpflicht im öffentlichen Raum im gesamten Regionsgebiet erweitert werden. Der genaue Umfang werde derzeit geprüft.

Weitere Landkreise und kreisfreie Städte dürften angesichts zunehmender Infektionszahlen bald folgen. In der seit Montag gültigen Corona-Verordnung für Niedersachsen heißt es: Wird die Sieben-Tage-Inzidenz von 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, „soll die örtlich zuständige Behörde die Ausgangsbeschränkung“ anordnen, wenn diese davon ausgeht, dass der Inzidenzwert dauerhaft überschritten wird.

Der Krisenstab im Landkreis Gifhorn will am Mittwoch über eine Ausgangssperre entscheiden. Am Dienstag hatte die Kommune die 150er-Inzidenz bereits zum vierten Mal in Folge überschritten – und zwar deutlich. (Quelle: NDR, 3003.21)


Astrazeneca: Wie geht’s weiter?

Zuerst gab es eine Impfempfehlung des Astra-Zeneca-Vakzins nur für Jüngere. Jetzt sollen in der Regel nur noch die Über-60-Jährigen diesen Impfstoff erhalten. Was hat es mit der Empfehlung auf sich? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Eigentlich sollten die Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astra-Zeneca endlich Fahrt aufnehmen – aber nun kommt erstmal eine vorsorgliche Bremse. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen am Dienstag, dass das Präparat in der Regel nur noch Menschen ab 60 gespritzt werden soll – außer, jüngere wollen es nach Klärung mit dem Arzt auf eigenes Risiko. Dabei gab es mit dem Mittel des britisch-schwedischen Herstellers schon einiges Hin und Her: zugelassen, dann eingeschränkt, wieder erweitert, ausgesetzt, wiederaufgenommen. Die „Impfkampagne“ wird nun nicht einfacher.

Was ist das Problem?
Wieder geht es um Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen gemeldet wurden. Erst Mitte März hatte die Bundesregierung alle Astra-Zeneca-Impfungen nach einer Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ausgesetzt – wie mehrere andere Länder auch. Nach abermaligen Prüfungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) gaben Bund und Länder nach vier Tagen Pause dann wieder grünes Licht – aber verbunden mit neuen Warnhinweisen für Ärzte und Patienten auf das Thrombose-Risiko.

Worum geht es genau?
Es gibt Verdachtsfälle für eine spezielle Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen (Sinusvenenthrombosen) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie). Das Paul-Ehrlich-Institut, das solche Meldungen sammelt, konstatiert in seinem Sicherheitsbericht „eine auffällige Häufung“ in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit Astra-Zeneca.

Wie viele Verdachtsfälle gibt es bislang?
Dem Institut wurden bis Montagmittag 31 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca gemeldet. In 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet. In neun Fällen war der Ausgang tödlich.

Was weiß man über diese Verdachtsfälle?
Mit Ausnahme zweier Fälle betrafen alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt. Laut Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden bis einschließlich Montag 2,7 Millionen Erstdosen und 767 Zweitdosen von Astra-Zeneca verimpft.

Wie häufig ist diese Komplikation?
Gemeldet wurde dem Paul-Ehrlich-Institut etwa ein Fall pro 100.000 Astra-Zeneca-Impfungen (Stand 19. März). Das ist wenig, aber dennoch häufiger als zu erwarten wäre, denn in der Normalbevölkerung ist es noch seltener: „Diese sehr seltene Gerinnungsstörung trat unter den Geimpften häufiger auf, als es zahlenmäßig aufgrund der Seltenheit dieser Gerinnungsstörung ohne Impfung zu erwarten wäre.“

Wie entstehen solche Thrombosen?
Andreas Greinacher von der Universitätsmedizin Greifswald zufolge könnten in seltenen Einzelfällen über die Immunantwort des Körpers die Blutplättchen aktiviert werden. Auch andere Forscher vermuten, dass die Bildung der Gerinnsel über eine starke Immunantwort und dabei entstehende Antikörper, die an die Blutplättchen andocken und diese aktivieren, laufen könnte.

Ist die Impfung die Ursache?
„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht klar, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung und den Berichten über Immunthrombozytopenie gibt“, heißt es beim PEI. Bisher gebe es keinen Nachweis, dass das Auftreten dieser Gerinnungsstörungen durch den Impfstoff verursacht wurde. Es würden aber weitere Untersuchungen durchgeführt, um das aufzuklären.

Wie haben die Behörden die Sache bislang beurteilt?
Für die Europäische Behörde EMA sind die Vorteile des Vakzins deutlich größer als die Risiken. Es wurde aber beschlossen, zu diesen sehr seltenen Ereignissen einen Warnhinweis in die Fach- und Gebrauchsinformationen aufzunehmen.

Wieso gibt es keine Klagen aus anderen Ländern?
Dem Paul-Ehrlich-Institut zufolge werden mehr Verdachtsfälle nach Astra-Zeneca gemeldet als für die anderen Impfstoff-Produkte. Daraus könne man aber „nicht zwangsläufig auf eine höhere Reaktogenität des Impfstoffes geschlossen werden“, berichtet das Institut. Die erhöhte Melderate könne „auch mit der erhöhten medialen Aufmerksamkeit“ zusammenhängen.

Wie es in Großbritannien, wo viel Astra-Zeneca eingesetzt wird?
In Großbritannien sind laut Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) bis Mitte März vier Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten, keine davon soll tödlich verlaufen sein. Insgesamt sind bereits Millionen Menschen mit dem Impfstoff geimpft worden. Mehr als 30 Millionen Menschen in Großbritannien haben mittlerweile eine erste Dosis erhalten – entweder Biontech oder Astra-Zeneca. Da die Impfkampagne schon weit vorangeschritten ist, werden zurzeit 50- bis 59-Jährige geimpft. Großbritannien hatte zu keinem Zeitpunkt die Impfungen mit Astra-Zeneca pausiert. Angesichts der großen Zahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise aufträten, gebe es keinen Anlass für einen Stopp, so die MHRA.

Welche Rolle spielt die Altersgruppe?
Bei den Altersempfehlungen für Astra-Zeneca gab es schon Änderungen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte das Mittel zuerst nur für Menschen unter 65 empfohlen – wegen mangelnder Studiendaten für Ältere. Etwas später wurde dies aber aufgehoben und die Impfung für alle ab 18 empfohlen. Im Licht der jüngsten Fälle entschied das Gremium nun, das Mittel erst ab 60 Jahren zu empfehlen – und die Gesundheitsminister folgten dem. Wegen der Stiko-Empfehlung bekamen Ältere bisher eher Biontech/Pfizer, Jüngere eher Astra-Zeneca – darunter Pflegekräfte, Lehrkräfte und Erzieherinnen. Nun könnte das geändert werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war es wichtig, die Wirksamkeit des Impfstoffs hervorzuheben. Der Impfstoff sei „sehr wirksam, gerade auch bei den Älteren“, sagte er und bezog sich dabei auf Studien aus Schottland bzw. Großbritannien.

Wie geht es weiter?
Die Auswirkungen für den Fortschritt der Corona-Impfungen und das Vertrauen sind noch unklar. Astra-Zeneca spielt eine wichtige Rolle, auch für die nach Ostern angestrebte stärkere Einbeziehung der Arztpraxen. Die Länder sollen nun aber auch schon 60- bis 69-Jährige zu Astra-Zeneca-Impfungen einladen können. Generell sind derzeit – bezogen auf das Alter – erst noch die über 70-Jährigen an der Reihe. Im ganzen Jahr werden mehr als 56 Millionen Dosen erwartet. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte: „Damit die Impfkampagne endlich Fahrt aufnehmen kann, müssen Impfwillige die Wahlfreiheit bei den Seren erhalten.“ Doch damit dürfe nicht die ethische Reihenfolge beim Impfangebot aufgegeben werden. „Sonst kommen immobile, schwerst kranke und pflegebedürftige Menschen unter die Räder.“
(Quelle: FAZ, 30.03.21)


Niedersachsen: Augen zu und Modellversuch

Nach Ostern sollen erste Kommunen in Modellversuchen Lockerungen mithilfe der Luca-App und Schnelltests erproben. Unterdessen gibt es eine neue Entscheidung zum AstraZeneca-Impfstoff.

„Es geht uns darum, Erkenntnisse zu gewinnen, die von der Rechtsprechung zu Recht eingefordert werden“, sagte Niedersachsens Vize-Krisenstabschefin Claudia Schröder am Dienstag in Hannover bei der wöchentlichen Pressekonferenz. Anträge für Modellregionen können die Landkreise demnach noch bis Mittwochabend einreichen. Schröder rechnet mit mehreren Hundert Bewerbungen. Am Karsamstag soll dann die Entscheidung fallen und die Kommunen zeitnah informiert werden. Dabei sollen sowohl Ober-, Mittel- und Unterzentren im ganzen Land ausgewählt werden. Geplant sind dreiwöchige Versuchsphasen, die die Kommunen innerhalb von zwei Wochen auswerten sollen, so Schröder weiter.

Die mit der aktualisierten Corona-Verordnung einhergehenden nächtlichen Ausgangssperren ab Inzidenzwerten über 150 begründete die stellvertretende Krisenstabsleiterin mit dem Freizeitverhalten der Menschen. „Die Überlegung die der Ausgangsbeschränkung zugrunde liegt, ist schlicht die, dass es ein zunehmendes Infektionsgeschehen im privaten Bereich gibt“, sagte Schröder. „Beim Kaffeetrinken am Nachmittag ist das Infektionsrisiko wahrscheinlich deutlich geringer als beim Kartenspielen am Abend in geselliger Runde – insbesondere, wenn dann Alkohol im Spiel ist.“ Einige Kommunen haben bereits Ausgangssperren umgesetzt, weitere dürften in den kommenden Tagen folgen. Fast überall in Niedersachsen steigen derzeit die Inzidenzwerte.

Unterdessen haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstagabend beschlossen, dass in der Regel nur noch Menschen ab 60 Jahren den Impfstoff von AstraZeneca erhalten sollen. Diese Altersbeschränkung hatte zuvor die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen. Jüngere Personen aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 sollen sich laut dem Gesundheitsminister-Beschluss „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ aber auch weiterhin damit impfen lassen können.Hintergrund ist, dass sich bei einer geringen Zahl geimpfter Personen seltene Hirnvenenthrombosen gebildet hatten. Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen aufgetreten, die jünger als 60 Jahre waren. Noch keine Empfehlung hat die Stiko zu den Zweitimpfungen der Personen abgegeben, die bereits die erste AstraZeneca-Impfung erhalten hatten. Bis Ende April will die Stiko dazu eine Empfehlung abgeben. Entsprechend dem empfohlenen Mindestabstand von zwölf Wochen zwischen beiden Impfungen seien die ersten Zweitimpfungen Anfang Mai vorgesehen. (Quelle: NDR, 30.03.21)


Ausgangssperre im Emsland – Was heißt das für Grafschafter & Co.?

Aufgrund des hohen Infektionsgeschehens gilt ab Mittwoch, 31. März, im Landkreis Emsland eine nächtliche Ausgangssperre. Im Zuge der am Montag in Kraft getretene Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen hatte der Landkreis Emsland verschärfte Kontaktbeschränkungen für das gesamte Kreisgebiet verfügt, darunter Ausgangsbeschränkungen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens.

Was bedeutet dies für Grafschafter auf der Durchfahrt durch den benachbarten Landkreis oder mit einem Arbeitsplatz im Emsland? Gilt die Ausgangssperre auch für Grafschafter?

Ja, auch Grafschafter und andere Auswärtige müssen sich an die Ausgangssperre im Emsland halten und dürfen sich im Zeitraum von 21 Uhr bis 5 Uhr nicht in der Öffentlichkeit aufhalten. Das gilt auch für touristische Aufenthalte oder Besuche von Freunden und Bekannten. Wer sich im Kreisgebiet aufhält, muss dieses entweder bis 21 Uhr verlassen haben oder dort übernachten.

Gibt es Ausnahmen?
Eine Ausnahme besteht bei Vorliegen eines „triftigen Grundes“, insbesondere bei einer notwendigen medizinischen, psychosozialen oder veterinärmedizinischen Behandlung. Doch auch Grafschafter, die ihren Beruf im Emsland ausüben, dürfen dies trotz Ausgangsbeschränkung. „Arbeit ist für Emsländer wie Auswärtige ein triftiger Grund und entbindet insofern von der Ausgangssperre“, heißt es dazu vom Landkreis Emsland. Auch Besuche von Gottesdiensten und ähnlichen religiösen Veranstaltungen sowie Besuche naher Angehöriger, die von Behinderung betroffen oder pflegebedürftig sind, können wahrgenommen werden. Reisen innerhalb des Landkreises Emsland und tagestouristische Ausflüge stellen jedoch keine triftigen Gründe dar.

Darf das Emsland durchfahren werden?
Auf dem Weg kann ein Gebiet mit Ausgangssperre ohne Aufenthalt durchfahren werden, erklärt ein Landkreissprecher auf GN-Anfrage. „Allerdings muss in dem Fall durchaus mit einer Kontrolle durch die örtlichen Ordnungskräfte gerechnet werden, in der plausibel das ledigliche Passieren der Region erklärt werden muss.“ Das Land Niedersachsen lege daher nahe, an dieser Stelle einen entsprechenden Umweg in Kauf zu nehmen.

Für wie lange gilt die Ausgangssperre im Emsland?
Das ist noch nicht bekannt: „Die Ausgangssperre gilt bis auf Weiteres ab Mittwoch“, heißt es auf Nachfrage beim Landkreis Emsland. (Quelle: GN, 30.03.21)


Grafschaft Bentheim impft 2.400 Lehrkräfte

„Ich bin auch ein Bad Bentheimer Jung‘“, lächelt Professor Dr. Gerhard Pott sein Gegenüber an. Der Ärztliche Leiter des Grafschafter Impfzentrums ist inzwischen Routinier bei den Patientengesprächen. Und so bricht er auch bei seinem Einsatz mit dem Mobilen Impfteam am Dienstagmorgen in der Obergrafschaft schnell den Bann. 120 Grundschullehrer sowie Erzieher werden bis zum Nachmittag in der Realschule geimpft. Weitere rund 130 sind es parallel in Gildehaus. Am Mittwoch folgt ein weiterer Durchgang mit rund 130 impfwilligen Lehrern und Kita-Mitarbeitern in der Realschule. „Die Bereitschaft ist groß“, stellt Organisator Holger Berg erfreut fest. „Es sind nur Einzelfälle, die aus persönlichen Gründen abgesagt haben.“

Schon kurz vor 9 Uhr bildet sich eine abstandskonforme Warteschlange vor den Türen der Realschul-Aula. Die Mitarbeiter des DRK-Teams bereiten drinnen Tische, Stühle, Gesprächs- und Impfmöglichkeiten vor. Professor Pott sichtet noch einmal seine Unterlagen und kontrolliert das medizinische Gerät. „Die meisten Fragen werden von den Patienten zu den möglichen Nebenwirkungen gestellt“, berichtet er. „Die Mehrzahl der Grafschafter ist froh, dass es die Impfungen gibt und sie stellen den Schutz dadurch für sich und für die anderen an die erste Stelle“, sagt er. Regelmäßig informiere er sich beim Paul-Ehrlich-Institut über die neuesten Erkenntnisse hinsichtlich des eingesetzten Vakzins, um diese im Patientengespräch weiterzugeben. „Bei Astrazeneca reden wir zudem nicht nur in der Theorie über den Impfstoff, wir lassen uns auch selbst damit immunisieren. Meine Kinder – allesamt Mediziner – sind beispielsweise damit geimpft“, gibt er preis.

Für die meisten Menschen, die sich an diesem Tag die Spritze setzen lassen, „wäre ein anderer Hersteller zwar sicherlich lieber, wenn sie die Wahl hätten. Aber besser eine Impfung erhalten, anstatt sich möglicherweise mit dem Coronavirus anzustecken und unter Umständen als Beatmungspatient auf der Intensivstation zu liegen“, lautet hier die fast einhellige Meinung. Auch der Konzert- und Theatersaal (KTS) in Nordhorn ist zu einem Impfzentrum für die Berufsgruppen der Lehrer an Grund- und Förderschulen sowie die Mitarbeiter der Kindertageseinrichtungen umfunktioniert worden. „Als wir im Dezember mit den Impfungen gestartet sind, gab es noch viele Skeptiker und Gegner“, berichtet eine DRK-Mitarbeiterin. Inzwischen, so hat sie bei ihren Einsätzen regelmäßig miterlebt, seien „die Leute froh, dass überhaupt geimpft wird. Einige sagen im Nachgang, die Symptome und Nebenwirkungen seien vergleichbar mit denen bei der Grippeschutzimpfung.“

Insgesamt erhalten bis Mitte April 2400 Lehrer und Erzieher im Landkreis Grafschaft Bentheim eine Impfung. In Wietmarschen ist die vor-Ort-Maßnahme bereits abgeschlossen. Im KTS sind unter anderem am Mittwoch und am Karfreitag sowie am Dienstag und Mittwoch nach Ostern die Mobilen Teams aus jeweils einem Arzt (für die Aufklärungsgespräche) und den DRK-Mitarbeitern im Einsatz. (Quelle: GN. 30.03.21)


Gesundheitsminister: Astrazeneca mit neuen Einschränkungen

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern ab Mittwoch nur noch für Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Grund seien weitere Fälle von „Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca“, heißt es in dem Beschluss, der dem Tagesspiegel vorliegt.

„Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben“, sollen nun vorrangig mit Astrazeneca geimpft werden. „Den Ländern steht es frei, bereits jetzt auch die 60-69Jährigen für diesen Impfstoff mit in ihre Impfkampagne einzubeziehen. Dies gibt die Möglichkeit, diese besonders gefährdete und zahlenmäßig große Altersgruppe angesichts der wachsenden 3. Welle nun schneller zu impfen“.

Aber auch der Einsatz unterhalb dieser Altersgrenze von 60 Jahren bleibt „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse und Entscheidung der impfwilligen Person nach sorgfältiger Aufklärung möglich.“

Das heißt, wer das Risiko selbst trägt, kann sich damit auch impfen lassen. Wenn Menschen unter 60 sich gemeinsam mit einem impfenden Mediziner für Astrazeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen.

In einer kurzfristig angesetzten Schaltkonferenz informierte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder darüber. Im Anschluss erklärte sie in einer Pressekonferenz, es gebe Erkenntnisse, die „wir nicht ignorieren können.“

Impfen sei aktuell das wichtigste Mittel. Zum Glück gebe es mehrere Impfstoffe. „Wir müssen dem Impfstoff vertrauen können. Vertrauen entsteht aus dem Wissen, dass jedem Verdacht nachgegangen wird. Dafür stehen Bund und Länder ein.“

Die Entscheidung von Dienstag habe Folgen für die Impfkampagne. Es müssten Veränderungen an Lieferplänen, bei den mobilen Teams und den Hausärzten vorgenommen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte: „Es ist ohne Frage ein Rückschlag.“ Nun könnten die über 60-Jährigen aber schneller geimpft werden. „Die Älteren in dieser wachsenden dritten Welle zu schützen, ist wichtig.“ Er bat diese Gruppe ausdrücklich, sich impfen zu lassen. Der Impfstoff sei gerade auch bei Älteren sehr wirksam. „Impfen ist fast immer die bessere Entscheidung.“

Auf die Frage, ob Merkel sich denn jetzt auch impfen lasse, schließlich sei sie über 60, antwortete die Kanzlerin: „Die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, ist für mich näher gerückt.“ Es komme jetzt aber darauf an, wie das Land Berlin die neue Situation umsetze. Spahn bekräftigte zugleich das Versprechen, trotz der neuen Lage jedem Bundesbürger im Sommer ein Impfangebot machen zu können.

Der Streit zwischen Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Pandemie ist nach Aussage von Kanzlerin Angela Merkel noch nicht geschlichtet. „Der Prozess des Nachdenkens ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Merkel in Berlin. Es sei aber immer am besten, wenn Bund und Länder zusammenarbeiteten. Und es gelte, „alles zu tun, um diese Welle so schnell wie möglich zu brechen“.

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Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine entsprechende Altersbeschränkung für Astrazeneca empfohlen. Grundlage seien derzeit verfügbare Daten zum Auftreten „seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“. Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten, teilte das beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Gremium mit.

Dabei geht es um Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen gemeldet wurden.

Zuvor hatte Berlin Corona-Impfungen mit Astrazeneca für Patienten unter 60 Jahren vorsorglich ausgesetzt. Das gab Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am frühen Nachmittag bekannt. Sie verwies auf neue Daten über etwaige Nebenwirkungen des Impfstoffs. Auch Brandenburg setzte die Impfungen für unter 60-Jährige am Dienstag aus. Die Stadt München zog nach eigenen Angaben kurz darauf nach. Am frühen Abend hatte auch das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium einen sofortigen Impfstopp für Astrazeneca für Männer und Frauen unter 60 Jahren erlassen.

(Quelle: TSP, 30.03.21)



Drosten: Ohne Lockdown geht es wohl nicht

In der neuen Folge des NDR Info Podcasts Coronavirus-Update erklärt der Virologe Christian Drosten, warum die „Holzhammer“-Methode immer noch als Gebot der Stunde erscheint. Die Nachweisquote für die britische Virusvariante erreicht über 90 Prozent.

Lockdown und Lockerungen, Notbremsen und Modellprojekte. Inmitten der dritten Welle der Coronavirus-Pandemie droht vielen Menschen die Orientierung verloren zu gehen. Fakt ist: Die Zahl der Neuinfektionen steigt, die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreichte am Dienstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bundesweit 135,2 Fälle. Wie aber geht es weiter nach dem Osterruhe-Fiasko bei den Bund-Länder-Beratungen? „Natürlich können wir die dritte Welle aufhalten – die Frage ist, mit welchen Maßnahmen und zu welchem Preis“, sagt Drosten in der neuen Podcast-Folge. „Ich glaube, es wird nicht ohne einen neuen Lockdown gehen, um die Dynamik noch einmal zu verzögern.“

Das Mittel eines Lockdowns – strenger Corona-Regeln mit weitreichenden Schließungen und Kontakteinschränkungen – bezeichnete Drosten als „Holzhammer“-Methode, die wir immer noch bräuchten, weil in einer Mixtur aus irreführenden Debatten mit sich „immer weiter von wissenschaftlichen Befunden entfernenden Argumenten“ und einer „schier undurchdringlichen Bürokratie bei der Umsetzung von Maßnahmen“ wertvolle Zeit vergeudet worden sei. Zeit, in der bessere Werkzeuge für die Pandemiebekämpfung hätten entwickelt werden können. Die Impfung größerer Bevölkerungsanteile und die effiziente Anwendung von Tests zählt der Wissenschaftler dazu. Jedoch müssten diese zunächst ihre Wirksamkeit entfalten und dürften nicht „eingepreist“ werden wie Gewinnerwartungen bei Investoren an der Börse. „Man kann nicht die Zukunft einpreisen bei einer Pandemie“, sagte Drosten. „Man muss eigentlich auf der Basis dessen agieren, was man vor ein paar Wochen erreicht hat – und vor ein paar Wochen hatten wir noch nicht viel erreicht.“

Ein Punkt, an dem sich die gesellschaftliche Debatte derzeit entflamme, sei die Wahrnehmung von Entwicklungen in der Pandemie. Es werde häufig, auch von Politikern, damit argumentiert, dass die Zustimmung für die Corona-Maßnahmen abnehme. Das entspreche jedoch nicht den Umfragewerten. So sagen die aktuellen Daten der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer, dass 26 Prozent der Befragten die geltenden Corona-Maßnahmen für übertrieben halten, 31 Prozent halten sie für gerade richtig, für 36 Prozent müssten die Maßnahmen sogar härter ausfallen. Drosten kritisiert, dass nach der Veröffentlichung dieser Erhebung zunächst der Fokus darauf gelegt worden sei, dass die „gerade richtig“-Gruppe im Vergleich zum vorangegangenen Umfrage-Zeitraum 24 Prozentpunkte verloren hat, nicht aber, dass 18 Prozentpunkte davon sich der Meinung „Maßnahmen müssten härter ausfallen“ angeschlossen haben.

Druck, der womöglich mit dazu geführt hat, dass nach der Ministerpräsidentenkonferenz vom 22. März im ganzen Land Modellprojekte und -versuche nach dem Vorbild von Tübingen und Rostock vorangetrieben werden. Drosten sieht daher mitten in der dritten Welle die Gefahr, dass die Bevölkerung eine falsche Vorstellung davon bekomme, was die Optionen im Umgang mit der Pandemie seien. „Keines der Modellprojekte hat bis jetzt bewiesen, dass das funktioniert.“ Positive Effekte könnten sein, dass man eine gewisse Testfrequenz realisieren oder wirtschaftliche Effekte durch vorsichtige Öffnungen erzielen könnte. Dafür müsse man Erfolgs- und Abbruchkriterien definieren und Kontrollregionen heranziehen, die im gleichen Zeitraum auf Lockerungen verzichten, sowie Evaluations- und Anschlusspläne vorlegen, wie man mit den Ergebnissen umgehen wolle.

Für das Infektionsgeschehen sagt Drosten einen weiteren Anstieg der Inzidenzwerte in den kommenden Wochen voraus. Die dritte Welle habe sogar früher begonnen, als Modellierungen das berechnet hatten. Daher dürfe man auch hier nicht die Zukunft einpreisen und schon mit steigenden Impfquoten argumentieren. Nach wie vor gebe es nun mal Probleme mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen.

In Berichten über eine in Indien grassierende, sogenannte Doppel-Mutation sieht Drosten keinen Grund zur Beunruhigung. Die Variante trage keine Kreuzung zweier Mutationen, wie mitunter behauptet, sondern zwei gemeinsam auftretende Mutationsmerkmale. Andere Varianten haben sogar drei oder vier solcher Merkmale. „Es ist relativ wahrscheinlich, dass auch dieses eine Mutante mit einem leichten Immun-Escape ist“, sagte Drosten. Einen solchen Selektionsdruck wie in Indien gebe es in Deutschland aber derzeit nicht. Mit der nächsten Impfstoff-Generation könne man vermutlich mit wenig Aufwand die meisten Immun-Escape-Mutanten, die weltweit entstehen, erfassen. Drosten rechnet damit, dass bereits im Herbst Update-Impfstoffe auf den Markt kommen, mit denen man vor allem Risikopatienten nachimmunisieren könnte.

Sorgen bereitet Virologen und Epidemiologen nach wie vor die Virusvariante B.117 In Deutschland werde die als ansteckender geltende britische Variante inzwischen in über 90 Prozent der im Labor untersuchten Infektionsfälle nachgewiesen. Auch eine erhöhte krankmachende Wirkung ist für B.1.1.7 eindeutig nachgewiesen worden. „Wer diagnostiziert wird mit diesem Virus, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, ins Krankenhaus zu müssen und auch zu versterben“, sagte Drosten. (Quelle: NDR, 30.03.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim sinkt auch am Dienstag langsam. Das Landesgesundheitsamt beziffert die Inzidenz auf 88,9, am Montag lag der Wert noch bei 90,4, am Sonntag bei 97.
Wie in der Vergangenheit auch, ist die Zahl der neuen Corona-Fälle am Dienstag niedrig. Lediglich eine Neuinfektion meldet die Kreisverwaltung für die Grafschaft. Zu Wochenbeginn werden häufig weniger Infektionen bekannt, da am Wochenende weniger getestet wird. Seit Beginn der Pandemie sind 4091 Covid-19-Fälle bekanntgeworden, 3770 Menschen gelten inzwischen als genesen. In häuslicher Quarantäne befinden sich am Dienstag 586 Grafschafter (Montag: 658). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 107.

Aktuell zählt die Kreisverwaltung wie am Vortag 214 aktuell Infizierte, 74 (-1) davon entfalen auf Nordhorn. (Quelle: GN, 30.03.21)


Heute: Konferenz der Gesundheitsminister zu AstraZeneca

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Dienstagabend in einer Sondersitzung über den weiteren Umgang mit dem Impfstoff des Herstellers Astra-Zeneca beraten. Das kündigte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Mittag an. Die Ständige Impfkommission wolle wieder Empfehlung aussprechen. Außerdem werde eine aktuelle Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts erwartet, so Kalayci. In Deutschland waren nach Impfungen mit dem Präparat von Astra-Zeneca Hirnvenenthrombosen bei Frauen bekannt geworden. Das Land Berlin hat am Dienstag Impfungen mit dem Präparat bei Menschen unter 60 Jahren als Vorsichtsmaßnahme gestoppt. (Quelle: FAZ, 30.03.21)



Ausgebliebene Grippewelle lässt Todeszahl sinken

Das Ausbleiben einer Grippewelle hat die Todesfälle in Deutschland trotz Corona-Pandemie in der dritten Märzwoche deutlich unter den Schnitt der Vorjahre sinken lassen. In diesem Jahr starben vom 15. bis zum 21. März 18.807 Menschen, wie das Statistische Bundesamt nach einer Hochrechnung am Dienstag mitteilte. Dies seien 9 Prozent oder 1879 weniger als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der vier Vorjahre. Insgesamt seien seit Jahresanfang bis zum 21. März 232.936 Menschen gestorben. Diese Zahl liege drei Prozent über dem Durchschnitt des gleichen Zeitraum der Vorjahre. (Quelle: FAZ, 30.03.21)


Berlin verteilt FFP2-Masken an Bedürftige

Berlin verteilt kostenlos 1,6 Millionen FFP-2-Masken an Bedürftige. Wie Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Dienstag mitteilte, sollen sie an Menschen mit geringem Einkommen, an Obdachlose und Geflüchtete ausgegeben werden. Die Betroffenen bekommen die Masken demnach in Einrichtungen der Bezirke, der Wohnungslosenhilfe und in Einrichtungen des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). (Quelle: FAZ, 30.03.21)


Zweifel an Modell Tübingen

Nach Zweifeln an einem Erfolg des bundesweit beachteten Modellprojekts in Tübingen mit Öffnungsschritten und verstärkten Tests fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen Stopp dieser Versuche. „Sie geben das falsche Signal“, schrieb Lauterbach am Dienstag auf Twitter. Das Tübinger Projekt zeige, dass unsystematisches Testen mit Öffnungsstrategien die schwere dritte Corona-Welle nicht aufhalten werde. „„Testen statt Lockdown“ ist Wunschdenken, genau wie „Abnehmen durch Essen““, schrieb der SPD-Politiker.

( Quelle: FAZ, 30.03.21)


Niedersachsen: Über Ostern sind Impfzentren geschlossen

Die niedersächsischen Impfzentren können bei Bedarf auch über die Osterfeiertage impfen. Ob sie tatsächlich öffnen, hängt von der jeweils vorhandenen Impfstoffmenge ab.

Eine Sprecherin des Sozialministeriums sagte dem NDR in Niedersachsen, prinzipiell werde auch an Sonn- und Feiertagen gegen Corona geimpft, soweit dies erforderlich ist, um vorhandene Impfstoffdosen zu nutzen. Aus etlichen Impfzentren habe es aber bereits die Rückmeldung gegeben, dass der Betrieb über Ostern ruht, da die werktägliche Leistung ausreiche, um sämtliche Dosen zu verimpfen. Eine Öffnung an den Feiertagen mache in diesem Fall mangels Impfstoff keine Sinn. An welchen Zentren weitergeimpft wird, konnte die Sprecherin nicht sagen. Am Donnerstag werde sich zeigen, wo noch Impfstoff übrig ist, der über Ostern verabreicht werden muss.

Im größten niedersächsischen Impfzentrum in Hannover soll auf jeden Fall auch über die Feiertage geimpft werden. Das sagte ein Sprecher der Stadt gegenüber NDR.de. Der Betrieb unterscheide sich nicht von den sonstigen Tagen. Die Stadt Oldenburg dagegen teilte mit, dass das dortige Impfzentrum über Ostern geschlossen bleibt. Der vorhandene Impfstoff werde bereits vor Karfreitag verimpft. Ähnlich ist die Lage auch in Osnabrück. „Wir hätten gerne weitergeimpft, haben aber schlichtweg nicht genügend Dosen zur Verfügung“, sagte ein Sprecher. Und: Es mache keinen Sinn, Impfstoff aufzuheben, nur um ihn an dann den Feiertagen verabreichen zu können.

In der vergangenen Woche sind in Niedersachsen laut Sozialministerium insgesamt 215.600 Impfungen durchgeführt worden. Das sind im Schnitt knapp 31.000 pro Tag. Dafür entfielen allerdings lediglich 6.835 auf den Sonntag. Nach Ostern, wenn größere Lieferungen erwartet werden, sollen die Kapazitäten laut der Sprecherin dann sukzessive ausgebaut werden. (Quelle: NDR, 30.03.21)


Niedersachsen: Keine Tagestouristen an der Nordsee

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen schränken Kommunen an der niedersächsischen Nordseeküste vor den Osterfeiertagen den Zugang für Touristen radikal ein.

So hat die Gemeinde Butjadingen das Befahren und Betreten verschiedener öffentlicher Plätze für Personen, die weder ihren Wohnsitz noch eine Zweitwohnung in der Gemeinde haben, verboten. Dadurch soll eine Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden. Das Verbot erfolge in Abstimmung mit der Gemeinde, hieß es vonseiten des Landkreises Wesermarsch. Da auch umliegende Kommunen den Zugang für Touristen einschränken, soll so ein Ausweichen von Touristen nach Butjadingen verhindert werden.Auch die Quarantäneverordnung, die eine häusliche Quarantäne auf eigene Veranlassung ab Bekanntwerden eines positiven Befundes vorsieht, wird bis zum 31. Mai verlängert. Die betroffenen Personen müssen ihre Kontaktpersonen umgehend über das positive Testergebnis informieren. Außerdem erlässt der Landkreis Wesermarsch eine Allgemeinverfügung zum Tragen einer medizinischen Maske bei der gemeinsamen Nutzung von privaten Kraftfahrzeugen durch Personen aus verschiedenen Haushalten, einschließlich beruflicher Fahrgemeinschaften. Die Verfügung gilt zunächst bis zum 18. April.

In Cuxhaven galt schon im vergangenen Jahr folgende Regelung: Nur wer in der Stadt Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven wohnt, darf zu Ostern in Cuxhaven an den Strand. Tagestourismus ist damit untersagt. So haben Landrat Kai-Uwe Bielefeld (parteilos) und Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) jetzt auch für dieses Jahr entschieden. Die Grundlage dafür liefert die am Montag veröffentlichte Allgemeinverfügung des Landes Niedersachsen. Man wolle die vergleichsweise niedrigen Fallzahlen halten, sagte Santjer. Schon im vergangenen Frühjahr gab es in Cuxhaven Strandsperrungen für Auswärtige und Ordnungsdienste, die zusammen mit der Polizei, verstärkt auf den Promenaden kontrolliert haben. (Quelle: NDR, 30.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Dienstag, 30. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 859 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 22 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.837. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 195.243 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 120,8 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 119,2). (Quelle: NDR, 30.03.21)


 



Mediziner: Nächste Jahr neuer Impfstoff

Aufgrund der sich verbreitenden Virusvarianten gehen führende Mediziner davon aus, dass die Welt in einem Jahr oder weniger neue Impfstoffe zum Schutz vor Corona brauchen wird. Das geht aus einer Umfrage unter 77 Epidemiologen, Virologen und Spezialisten für Infektionskrankheiten aus 28 Ländern hervor. Urheber der Umfrage ist die „People’s Vaccine Alliance“, ein Zusammenschluss aus Amnesty International, Oxfam und UNAIDS. Zuerst hatte der „Guardian“ darüber berichtet.

Die derzeit eingesetzte erste Generation der Corona-Impfstoffe werde gegen neue Varianten unbrauchbar und benötige Modifizierungen, so die Mediziner. Zwei Drittel der 77 Forscher gehen davon aus, dass es weniger als ein Jahr bis dahin dauere, die Hälfte von ihnen glaubt sogar, dass es noch Ende des Jahres soweit sein wird. Ein Grund dafür sei die schleppende Durchimpfung der Weltbevölkerung. Die geringe Durchimpfung mache es den Forschern zufolge den Virusvarianten einfacher, überhaupt aufzutreten und sich anschließend weit auszubreiten.

„Es gibt jeden Tag neue Mutationen. Manchmal finden diese eine Nische, das sie beständiger macht als ihre Vorgänger. Sie können sich dann leichter verbreiten“, sagt Gregg Gonsalves, Epidemiologe der Yale-Universität. „Bevor wir nicht die ganze Welt geimpft haben, lasse wir das Feld offen für immer mehr Mutationen, die Varianten produzieren, die unsere bisherigen Impfstoffe umgehen können.“ (Quelle: TSP, 30.03.21)


Ifo-Institut: Arbeitsmarkt erholt sich trotz Lockdowns

Viele Unternehmen in Deutschland wollen trotz des Lockdowns neue Mitarbeiter einstellen. Vor allem die starke Industriekonjunktur motiviere Firmen zu ersten Neueinstellungen, vor allem in der Elektroindustrie, teilte das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mit. Das monatliche Ifo-Beschäftigungsbarometer ist auf 97,6 Punkte gestiegen, den höchsten Stand seit Februar 2020. Das Beschäftigungsbarometer beruht auf einer monatlichen Umfrage unter 9000 Unternehmen.

Demnach will auch die Dienstleistungsbranche Personal einstellen, getrieben von Logistikunternehmen und IT-Firmen. Der Einzelhandel jedoch baut laut Ifo weiter Mitarbeiter ab. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hingegen würden ihre persönliche Arbeitszeit gern reduzieren, wie die Münchner Wirtschaftsforscher separat mitteilten. Demnach arbeiten 50 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen mehr, als sie gern würden.

Das Ifo-Institut hat in einer Studie für die Bertelsmann-Stiftung Daten des Sozio-oekonomischen Panels und des Panels Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung ausgewertet, zweier Langzeitbefragungen. Sowohl Männer als auch Frauen würden demnach Lohnverzicht akzeptieren. Auf der anderen Seite würden aber auch 17 Prozent der weiblichen und 9 Prozent der männlichen Beschäftigten gern mehr arbeiten.


Brinkhaus fordert Zusammenhalt von Bund und Ländern

Nach der Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Vorgehen einiger Bundesländer in der Corona-Bekämpfung hat Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus eindringlich zum Zusammenhalt zwischen Bund und Ländern aufgerufen. Merkel habe richtigerweise angesprochen, dass die Maßnahmen nicht ausreichten, um das exponentielle Wachstum zu brechen und auch, dass der Bund mehr Kompetenzen erhalten könnte. Das würde er sich auch wünschen, sagte Brinkhaus am Montagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Richtig sei aber auch: „Das geht nur zusammen mit den Bundesländern.“
„Wir müssen jetzt gerade in der Krise zusammenhalten und nicht gegeneinander arbeiten“, mahnte der CDU-Politiker. Man müsse mehr tun, um die Pandemie einzudämmen, betonte der Fraktionschef. „Das geht nicht im Streit zwischen Bund und Ländern, weil ja alle guten Willens sind. Sondern es geht nur in einem Zusammen. Da muss jetzt jeder sein Ego zurückstellen. Da geht’s nicht um Wahlkampf. Da geht’s nicht um Parteiinteressen. Da geht’s auch nicht um persönliche Interessen. Sondern es geht um unser Land.“

Brinkhaus appellierte aber auch an die Menschen, selbst etwas zu tun, um die Infektionszahlen zu senken. Er fordere die Menschen dringend auf, Ostern zu Hause zu bleiben und auf private Kontakte so weit wie möglich zu verzichten. Merkel hatte in der ARD-Sendung „Anne Will“ am Sonntagabend Öffnungsstrategien einzelner Bundesländer kritisiert und angedeutet, dass der Bund mehr Kompetenzen in der Corona-Bekämpfung an sich ziehen könnte. (Quelle: TSP, 30.03.21)


Großbritannien will vor Impfstoff-Export erst alle Erwachsenen impfen

Großbritannien will erst alle Erwachsenen impfen, bevor Impfstoff an andere Länder abgegeben wird. Der Fokus müsse auf dem Schutz Großbritanniens liegen, sagt Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng dem Sender Sky News. Großbritannien wolle auch mit anderen Ländern zusammenarbeiten. Wenn es einen Überschuss an Impfstoffen gebe, könne damit anderen Ländern wie etwa Irland geholfen werden. „Aber es gibt derzeit keinen Überschuss, wir müssen immer noch Viele impfen.“ (Quelle: TSP, 30.03.21)



UKE-Intensivmediziner:
Sogar mit hartem Lockdown ist „Bremsweg mehrere Wochen lang“

Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, hat sich mit Blick auf die Infektionszahlen für einen harten Lockdown ausgesprochen. „Selbst mit diesen Beschränkungen, die jetzt ja noch gelten, kriegen wir das nicht in den Griff. Dieser Anstieg jeden Tag – der wird immer schlimmer“, sagte der Mediziner am Montagabend dem „Hamburg Journal“ im NDR Fernsehen. Sogar mit einem harten Lockdown werde der „Bremsweg mehrere Wochen lang“ sein. Er gehe auf Basis von Berechnungen davon aus, dass die Kliniken in den kommenden Wochen deutlich mehr Intensivpatienten behandeln werden müssen als in der zweiten Welle. „Daher sollte man wirklich sicherlich jetzt (…) absolute Kontaktsperre und Kontaktreduzierung durchsetzen. Das geht anscheinend nur mit einem Lockdown.“ (Quelle: TSP, 30.03.21)


Städtetagspräsident fordert harten Lockdown

Burkhard Jung, der Präsident des deutschen Städtetags, sieht angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen die Notwendigkeit eines harten Lockdowns. Es dürften keine falschen Hoffnungen geweckt werden, sagt der Leipziger Oberbürgermeister im ARD-Morgenmagazin. „Wir laufen sehenden Auges in eine Situation, die wir nicht mehr beherrschen könnten auf den Intensivstationen.“ Mangelnden Rückhalt für einen harten Lockdown fürchtet Jung nicht. Viele Menschen würden eine „klare Kante, einen klaren Schnitt“ akzeptieren, dann eine Öffnungsperspektive mit Tests, bis sich die Impfsituation verbessert habe. „Das wird Juni, Juli werden, so offen und ehrlich müssen wir miteinander sprechen.“

(Quelle: TSP, 30.03.21)


Günther: Bund hat seine Kompetenzen bereits genutzt

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sieht keine Notwendigkeit, den Kampf gegen die Pandemie stärker zu zentralisieren. Der Bund habe seine Kompetenzen bereits genutzt in Form des Infektionsschutzgesetzes und des Stufenplans, sagt der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Diese Regeln müssten transparent und konsequent umgesetzt werden. So habe Schleswig-Holstein am Montag in einigen Kreisen wegen hoher Infektionszahlen die Notbremse gezogen. Flächendeckend sei dies aber nicht geboten, da es beispielsweise in seinem Bundesland auch Gebiete mit Inzidenzen von unter 50 oder sogar unter 35 gebe. (Quelle: TSP, 30.03.21))


Stegner: „Impft, was Beine hat!“

Beim Impfen gegen das Coronavirus sollte aus Sicht des SPD-Politikers Ralf Stegner die Priorisierung nach bestimmten Gruppen entfallen. „Im Kern sollten wir jetzt sagen: Impft, was Beine hat!“, sagte der Kieler SPD-Fraktionschef. „Gebt den Impfstoff in die Arztpraxen und zu den Betriebsärzten – da geht das viel schneller.“ Zu ermitteln, ob jemand zum falschen Zeitpunkt geimpft wurde, koste unvertretbar viele Ressourcen. „Wir müssen Dampf machen, um mehr Impfstoff zu bekommen und zugleich bürokratische Hemmnisse abbauen.“

„Die Hausärzte wissen doch genau, wer von ihren Patienten besonders schnell rankommen muss“, so Stegner. Wäre Deutschland beim Impfen schneller, „müssten wir nicht über komplizierte Regeln für das Einkaufen oder die Gastronomie reden“. Wenn Anreize für Unternehmen dazu führen könnten, die Impfstoffproduktion anzukurbeln, sollte man diese Anreize auch schaffen. Zudem könnten Notzulassungen für Impfstoff wie von Curevac und Johnson & Johnson helfen.

Dies würde ja nicht bedeuten, fragwürdige Medikamente zuzulassen. „Wir haben bisher grob versagt beim Impfen“, urteilte Stegner. Der politischen Führung in Deutschland fehle nach einem Jahr Pandemie eine Strategie, sagte Stegner. Durch das Hin und Her bei Maßnahmen und das klägliche Bild der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz bestehe die Gefahr, dass Demokratiefeinde davon profitieren, wenn die Handlungsfähigkeit des Staates in Zweifel gerät.

(Quelle: TSP, 30.03.21)


Überblick am Morgen

  • Ein internationaler Expertenteam der WHO wird am Dienstag Einzelheiten zu den Ergebnissen hrer erkundungsmission nach China vorstellen, bei der sie festgestellt haben, dass Covid-19 wahrscheinlich über ein Zwischentier von einer Fledermaus an Menschen übertragen wurde; ein Laborleck haben sie so gut wie ausgeschlossen.
  • Kanada hat am Montag die Verwendung des Impfstoffs Oxford / AstraZeneca für Personen unter 55 Jahren wegen des seltenen Risikos von Blutgerinnseln ausgesetzt, bis eine neue Analyse der Vorteile und Risiken der Impfung auf der Grundlage von Alter und Geschlecht vorliegt.
  • Spaniens Coronavirus-Infektionsrate ist seit Freitag um mehr als 10 Punkte gestiegen, wobei 15.500 Neuinfektionen hinzukamen, wie die Daten des Gesundheitsministeriums am Montag zeigten; der allmähliche Anstieg der Ansteckung von den Tiefstständen Mitte März nimmt Fahrt auf.
  • Die Türkei verhängt im Ramadan strengere Maßnahmen gegen das Coronavirus und verweist auf die steigende Zahl von Hochrisikostädten im ganzen Land. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, dass während des Ramadan-Monats ein vollständiger Lockdown an den Wochenenden stattfinden soll, Restaurants nur für Außer-Haus-Lieferung oder zum Mitnehmen dienen werden und die landesweite Ausgangssperre von 21.00 bis 5.00 Uhr fortgesetzt werde.
  • Frankreich verzeichnete die höchste Zahl von CoViD-19-Patienten auf Intensivstationen seit der zweiten Sperrung im November; auch die Anzahl der Infizierten in Krankenhäusern stieg an einem Tag um über 600, der größte Sprung seit mehr als vier Monaten.
  • Angela Merkel hat mit einer Zentralisierung der deutschen Pandemiemaßnahmen gedroht, da sich mehrere Bundesländer trotz rasch steigender Infektionsraten weigern, einen Notbremsmechanismus zur Lockerung der Beschränkungen einzuführen. „Wir brauchen Maßnahmen in den Bundesländern“, sagte der deutsche Staatschef. „Wir müssen die entsprechenden Maßnahmen sehr ernst nehmen. Einige Staaten tun es; andere machen es noch nicht. “
  • Präsident Arif Alvi ist in Pakistan am Montag nach seiner ersten Impfstoffung positiv auf Covid-19 getestet, sagte er auf Twitter. Pakistan hat in mehreren Risikogebieten in der Hauptstadt Islamabad und anderswo im Land Lockdown-;aßnahmen ergriffen, nachdem die Positivitätsrate aufgrund von Coronavirus-Infektionen auf über 11% gestiegen war.
  • Äthiopien gab am Montag bekannt, dass es am Dienstag 300.000 Covid-19-Impfstoffdosen von Chinas staatlich unterstützter China National Pharmaceutical Group (Sinopharm) erhalten werde. Äthiopien hat Probleme, nachdem die Infektionen in der letzten Woche auf die höchste Anzahl neuer Fälle in Afrika angestiegen sind.
  • Großbritannien will keinen Überschuss an Covid-19-Impfstoffen mit anderen Ländern teilen, weiles diesen nicht habe. Man werde jedoch überlegen, wie ein künftiger Überschuss, falls vorhanden, geteilt werden kann, sagte der Sprecher von Premierminister Boris Johnson.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bekannt gegeben, dass ein lang erwarteter Bericht über die Ursprünge von Covid-19 nach einer Mission in China, bei der das Virus erstmals aufgetreten ist, am Dienstag veröffentlicht wird. Weitere Studien sind jedoch erforderlich. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: „Wie ich bereits sagte, liegen alle Hypothesen auf dem Tisch und rechtfertigen vollständige und weitere Studien.“
  • Saudi-Arabien will Menschen, die gegen Covid-19 geimpft wurden, ab dem 17. Mai die Teilnahme an Sportveranstaltungen in Stadien bei einer Auslastunh von 40% ermöglichen. Gesichtsmasken und soziale Distanzierung sind dabei erforderlich, sagte das Sportministerium. (Quelle: The Guardian, 30.03.21)

Testpflicht für Einreise per Flugzeug gilt

Für alle Flugpassagiere nach Deutschland greift von heute an eine generelle Testpflicht auf das Coronavirus. Dafür muss man bereits vor dem Start im Abflugland einen Test machen. Wer der Fluggesellschaft keinen Nachweis über ein negatives Ergebnis vorlegen kann, darf nicht in die Maschine einsteigen. Die von Bund und Ländern beschlossenen strengeren Vorgaben sollen vorerst bis einschließlich 12. Mai gelten. Laut Bundesregierung handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um eine Virus-Ausbreitung durch Urlaubsreisen zu vermeiden. Dies soll auch Passagiere in den Flugzeugen schützen. Fällt der Test positiv aus, muss man sich nach den örtlichen Vorschriften auf eigene Verantwortung in Quarantäne begeben. Schon bisher gab es Testpflichten für Reisende – aber nur bei der Rückkehr aus bestimmten Ländern mit hohen Ansteckungsrisiken, festgelegt nach einer einzelnen Einstufung durch die Bundesregierung. So muss man einen negativen Test vor der Einreise vorweisen, wenn man aus Hochinzidenzgebieten mit besonders vielen Infektionen und aus Gebieten mit neuen Virusvarianten kommt. (Quelle: NDR, 30.03.21)


WHO legt Bericht zu Ursprung des Coronavirus vor

Der Ursprung der Pandemie liegt aller Wahrscheinlichkeit nach im Tierreich. Diese These untermauert auch das Expertenteam, das im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Januar und Februar im chinesischen Wuhan war. Das Team beurteilt es im Abschlussbericht seiner Reise, der am Nachmittag in Genf veröffentlicht werden soll, als „wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich“, dass das Virus von einem Tier über einen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen ist. Die These, dass das Virus aus Versehen aus einem Viren-Labor entwich und sich verbreitete, gilt demnach als „extrem unwahrscheinlicher Weg“. Die drei Labore in Wuhan, die mit Coronaviren arbeiten, seien gut gemanagt und hätten keinerlei Fälle von Atemwegserkrankungen in den Wochen und Monaten vor Dezember 2019 verzeichnet, heißt es in dem Bericht. Nach ihren Angaben sei vor dem Ausbruch auch nicht mit diesen Viren gearbeitet worden. Nicht untersucht wurde die Hypothese einer absichtlichen Verbreitung oder absichtlichen Herstellung des Sars-Cov-2 zur Verbreitung, wie es weiter hieß. „Letzteres wurde von anderen Wissenschaftlern nach Analysen der Genome ausgeschlossen.“ (Quelle: NDR, 30.03.21)


Deutschland-Zahlen (unvollständig)

In Deutschland sind innerhalb eines Tages rund 9549 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) an diesem Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit. Das sind rund 2000 Fälle mehr als am Dienstag vergangener Woche.

Aufgrund technischer Problem sind die in der Zahl enthaltenen Fälle aus Baden-Württemberg nicht vollständig. Nachträgliche Korrekturen durch das RKI sind möglich.

Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöhte sich gegenüber dem Vortag leicht auf 135,2. Der Wert, welcher die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, stieg zuletzt stetig an, nachdem er im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war. Am Vortag lag er bei 134,4. Den führen Anstieg Experten auch auf die weite Verbreitung ansteckenderer Varianten zurück.

Das RKI meldete außerdem 180 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Vor einer Woche waren es 250 gewesen.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich den Angaben zufolge auf 2.791.822. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.507.900 an. Insgesamt 76.093 Infizierte starben. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,10 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 110 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 30.03.21)


Tschentscher und Ramelow in häuslicher Isolation

Nach einem Hinweis der Corona-Warn-App befinden sich Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow in Isolation. Der Hinweis stehe offenbar im Zusammenhang mit der Bundesratssitzung am Freitag, nach der zahlreiche Anwesende einen Hinweis erhalten hätten, teilte ein Sprecher in Hamburg mit.

Ramelow sagte, ein Amtsarzt habe ihm auferlegt, alle Kontakte zu unterbinden. Er verlasse derzeit nicht sein Grundstück und könne daher auch nicht an Landtagssitzungen teilnehmen. Auch seine Minister Benjamin-Immanuel Hoff und Dirk Adams vermeiden demnach wegen einer Meldung der Warn-App Kontakte. Ramelow will am Mittwoch einen PCR-Test machen lassen, um Gewissheit zu bekommen.

In Hamburg hätten sich neben Tschentscher auch Justizsenatorin Anna Gallina sowie die Außenbevollmächtigte des Senats beim Bund und der EU, Staatsrätin Almut Möller, in freiwillige häusliche Isolation begeben.

Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann begab sich am Montag nach einem Warnhinweis in häusliche Quarantäne. Bei Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und seinem Sprecher löste die App hingegen keinen Alarm aus. Beide hatten an der Sitzung in Berlin teilgenommen. Mehrere Corona-Tests seien seitdem bei Haseloff negativ verlaufen, sagte der Sprecher am Montagabend. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Proteste in Rumänien

In Rumänien haben am Montagabend Tausende Menschen gegen die angeordneten Corona-Vorsichtsmaßnahmen demonstriert. Proteste gab es in der Hauptstadt Bukarest und in mindestens 17 weiteren Städten. Die Menschen folgten einem Aufruf der neuen ultra-rechten Partei AUR, die seit der Wahl im Dezember 2020 auch im Parlament vertreten ist. Allgegenwärtig waren Parolen gegen eine „medizinische Diktatur“.

In Bukarest füllten Demonstranten den Platz vor dem Regierungssitz, wo sie Feuerwerkskörper entzündeten, wie der Sender „Digi24.ro“ berichtete. Im ostrumänischen Galati bewarfen Demonstranten Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax. In der Industriestadt Pitesti, 100 Kilometer nördlich von Bukarest, hätten Demonstranten auch Hassbotschaften gegen die in Rumänien lebenden ethnischen Ungarn gerufen, berichtete das Nachrichtenportal „g4media.ro“.

In Rumänien lag die 14-Tage-Inzidenz in der dritten Welle der Corona-Pandemie bei 363,68 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Intensivstationen sind, nach einer relativen Entlastung im Februar, wieder am Rande der Kapazitätsgrenze. In zahlreichen Orten herrschen ganztägige Ausgangsbeschränkungen. Je nach Inzidenz gelten lokal unterschiedlich härtere oder mildere Restriktionen. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Niedersachsen-Überblick: Ausgangssperren und mehr

Immer mehr Städte und Landkreise verhängen nächtliche Ausgangssperren. Diese Maßnahme sieht die Corona-Verordnung des Landes bei steigenden Infektionszahlen vor.

Wird die Sieben-Tage-Inzidenz von 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, „soll die örtlich zuständige Behörde die Ausgangsbeschränkung“ anordnen, heißt es in der seit Montag gültigen Verordnung für Niedersachsen. Das trifft aktuell auf acht Kommunen zu. Bislang hat sich erst ein Teil von ihnen dazu geäußert, wie er weiter vorgehen will.

In der Region Hannover tritt ab Donnerstag eine zwölftägige nächtliche Ausgangssperre in Kraft. Sie beginnt jeweils um 22 Uhr und endet um 5 Uhr. Ausnahmen soll es für „triftige Gründe“ geben. Darunter führt die Landesverordnung folgende Punkte auf: eine notwendige medizinische, psychosoziale oder veterinärmedizinische Behandlung, die Wahrnehmung einer beruflichen Tätigkeit, den Besuch von Gottesdiensten und ähnlichen religiösen Veranstaltungen sowie den Besuch naher Angehöriger, wenn diese von Behinderung betroffen oder pflegebedürftig sind. Außerdem soll die Regelung zur Maskenpflicht im öffentlichen Raum im gesamten Regionsgebiet erweitert werden, der genaue Umfang wird derzeit geprüft.

Im Landkreis Celle gilt die Ausgangssperre sogar schon von Montagabend an – allerdings nicht im gesamten Kreisgebiet: Betroffen sind die Städte Celle und Bergen sowie die Gemeinde Wietze und die Samtgemeinde Flotwedel. Bis zum 13. April dürfen die Bürger dort zwischen 21 und 5 Uhr ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Es sei ein diffuses, vorrangig durch private Kontakte getragenes Infektionsgeschehen zu beobachten – insbesondere in diesen Kommunen, hieß es am Montagabend. Die Tendenz sei besorgniserregend, die Intensivkapazitäten im Celler Krankenhaus bereits zu mehr als 90 Prozent erschöpft.

Im Landkreis Cloppenburg soll ab Mittwoch die nächtliche Ausgangssperre gelten. Ab dann dürfen die Menschen in der Zeit zwischen 21 Uhr am Abend und 5 Uhr am Morgen ihre Häuser und Wohnungen ohne triftigen Grund nicht mehr verlassen. Der Landkreis Cloppenburg überschreitet den 150er-Grenzwert seit mehr als einer Woche.

Der Landkreis Gifhorn hat die 150er-Inzidenz am Montag zum dritten Mal in Folge überschritten. Dort wird eine Ausgangssperre derzeit geprüft.

Im Landkreis Emsland, wo der Wert schon seit mehr als einer Woche überschritten wird, steht seit Montag fest: Ab Mittwoch gilt eine Ausgangssperre. Besonders hoch sind die Infektionszahlen in Papenburg; der Inzidenzwert dort nähert sich der 1.000er-Marke. Deshalb hat der Landkreis Emsland dort am Sonntag eine Testwoche gestartet. Auch im Landkreis Wesermarsch müssen sich die Menschen auf die Ausgangsbeschränkungen einstellen, vermutlich ab Mittwoch. Im Landkreis Peine dürfen die Menschen ab Dienstag ihr Zuhause von 21 bis 5 Uhr nicht mehr verlassen. Laut Landesgesundheitsamt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz dort bei knapp 170. Der Landkreis hatte sich für das Modellprojekt des Landes beworben. Sollte er dafür ausgewählt werden, würden Einzelhandel und Außengastronomie in der Peiner Innenstadt tagsüber öffnen – begleitet von vermehrten Tests und Kontrollen. Der Landkreis Oldenburg hat unterdessen erst an zwei Tagen in Folge den 150er-Grenzwert überschritten.

Seit mindestens drei Tagen liegt der Inzidenzwert in diesen Kommunen über 150 (Stand: Montag, 29. März): Cloppenburg (Landkreis), Emsland (Landkreis), Gifhorn (Landkreis), Leer (Landkreis), Osnabrück (Stadt), Peine (Landkreis), Salzgitter (Stadt), Wesermarsch (Landkreis)

Auch Kommunen, die an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten haben, müssen laut der geänderten Corona-Verordnung schärfere Maßnahmen verhängen. Demnach kann die zuständige Behörde das Betreten von öffentlichen Plätzen, Parkanlagen und ähnlichen Orten verbieten, das Tragen einer medizinischen Maske anordnen – auch für Mitfahrende in einem privaten Auto, wenn sie nicht zum selben Haushalt gehören. Desweiteren können die Behörden eine Testpflicht für bestimmte Bereiche oder Kontaktbeschränkungen anordnen. Auch Ausgangsbeschränkungen sind laut Verordnung ab einer Inzidenz von 100 möglich.

In Braunschweig liegt die Inzidenz seit Tagen konstant über dem Wert von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Dort sind seit Montag die Kindertagesstätten wieder geschlossen, lediglich Notbetreuung wird angeboten. Ein Hausstand darf sich nur noch mit maximal einer weiteren Person treffen. Außerdem ist das Terminshopping, also Einkaufen zu vorab reservierten Zeiten, wieder gestrichen. Es dürfen lediglich bestellte Waren an der Ladentür abgeholt werden.

Die Stadt Wolfsburg verschärft ab Dienstag die Regeln, weil dort der 100er-Grenzwert seit Donnerstag überschritten wird. Die gerade erst für Kunden mit Termin geöffneten Geschäfte bleiben dann wieder geschlossen. Zudem darf sich ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen. Der eingeschränkte Regelbetrieb in den Kitas wird dagegen aufrechterhalten.

Auch der Landkreis Harburg zieht die Notbremse. Hier liegt der Ansteckungswert seit rund einer Woche bei einer Inzidenz über 100. Geschäfte dürfen nur noch bestellte Waren herausgeben und gemeinsames Sporttreiben wird wieder stark eingeschränkt. Für die meisten Schülerinnen und Schüler gilt nach den Ferien voraussichtlich wieder ausschließlich Distanzunterricht, wenn der Inzidenzwert bis dahin nicht unter den Grenzwert von 100 fällt.

Im Laufe des Dienstags will sich der Landkreis Rotenburg äußern, ob auch dort wieder schärfere Corona-Maßnahmen gelten sollen. In dem Kreis schwankte der Inzidenzwert in den vergangenen Tagen um die 100er-Marke. Die Landkreise Hameln-Pyrmont und Wittmund liegen erst seit zwei Tagen über dem Inzidenzwert von 100.

Diese Kommunen liegen seit mindestens drei Tagen über dem Inzidenzwert von 100 (Stand: Montag, 29. März): Braunschweig (Stadt), Celle (Landkreis), Delmenhorst (Stadt), Emden (Stadt), Hannover (Region), Harburg (Landkreis), Hildesheim (Landkreis), Osnabrück (Landkreis), Rotenburg/Wümme (Landkreis), Schaumburg (Landkreis), Vechta (Landkreis), Wolfsburg (Stadt).

Inzwischen gibt es in Niedersachsen nur noch drei Landkreise, die unterhalb einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 liegen: Northeim, Goslar und Nienburg (Weser). Im Landkreis Goslar ist der Wert innerhalb der vergangenen sieben Tage allerdings deutlich gestiegen. Dort hatte er am Dienstag vergangener Woche noch bei 24,9 gelegen, nach einem kontinuierlichen Anstieg liegt er jetzt bei 45,5. Gesunken ist er dagegen in den vergangenen sieben Tagen im Landkreis Northeim, während er im Landkreis Nienburg nahezu stabil geblieben ist. (Quelle: NDR, 29.03.21)



Beschäftigungsverbot wegen Ignorieren von Vorgaben des Gesundheitsamts

In einer Seniorenresidenz in Porta Westfalica kam es zu einem Corona-Ausbruch. Die Chefin ignorierte allerdings mehrmals bewusst die Vorgaben des Gesundheitsamtes. Deshalb darf sie zunächst nicht mehr arbeiten, so das OVG NRW.

Die Leiterin eines Altenheims trifft nach einer Entscheidung des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) wegen der Missachtung der Corona-Regeln weiterhin ein Beschäftigungsverbot (Beschl. v. 24.03.2021, Az. 12 B 198/21). Die Frau habe ihre Vorbildfunktion nicht wahrgenommen und sich wiederholt über Regeln des Gesundheitsamtes des Kreises Minden-Lübbecke hinweggesetzt, teilte das Gericht am Montag mit.

In der Senioreneinrichtung war es im Dezember 2020 zu einem Corona-Ausbruch gekommen. 20 Heimbewohner und zehn Mitarbeiter wurden positiv getestet. Sieben Bewohner starben. Das Gesundheitsamt traf die als Einrichtungsleiterin und Pflegefachkraft beschäftigte Frau bei wiederholten Besuchen im Altenheim ohne Dienstkleidung an. Außerdem wurde die strikte Trennung des Pflegepersonals für die Wohnbereiche von Infizierten und Gesunden nicht eingehalten.

Daraufhin hatte der Kreis am 23. Januar 2021 die Weiterbeschäftigung der Frau untersagt. Dagegen hatte sich der Heimbetreiber in erster Instanz zunächst erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht (VG) Minden gewehrt. Das OVG hob die Eilentscheidung jetzt aber auf.

Nach Ansicht des Gerichts erweist sich das Beschäftigungsverbot für die Mitarbeiterin voraussichtlich als rechtmäßig. Sie habe ihre Vorbildfunktion als Leiterin der Einrichtung verletzt und ihre eigenen Regeln über die behördlichen Anordnungen gesetzt. Auch nach Erlass des Beschäftigungsverbotes war sie von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes in privater Kleidung im Dienst angetroffen worden.

Während ihrer Schicht hatte die Leiterin mehrmals zwischen den strikt getrennten Wohnbereichen für Covid-19-erkrankte und für gesunde Bewohner gewechselt. Diesen Wechsel habe sie nicht bestritten, sondern für notwendig und nicht gefahrbringend gehalten, so das OVG NRW.

Das Gericht führt weiter aus, auch eine von den Erfolgsaussichten der Hauptsache unabhängige Interessenabwägung falle zugunsten des öffentlichen Interesses an der strikten Einhaltung des hygienischen Standards durch das Pflegepersonal aus. Dies gelte insbesondere angesichts der Möglichkeit eines erneuten Ausbruchs und der gegenwärtigen Verbreitung hochansteckender Mutationen des Virus. Der Beschluss des OVG NRW ist unanfechtbar.
(Quelle, LTO, 29.03.21)


Steinfurt zieht Notbremse

as nordrhein-westfälische Landesgesundheitsministerium hat für den Kreis Steinfurt ab Dienstag die Corona-Notbremse angeordnet. Damit gelten die inzidenzbedingten Einschränkungen früher als angenommen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert lag am Montag bei 126,7. Der Kreis Steinfurt hat sich für eine Testoption entschieden und am Montag einen Antrag beim Land NRW gestellt. Damit dürfen auch „nicht-priveligierte“ Händler weiterhin „Click&Meet“, also das Einkaufen mit Terminvereinbarung, anbieten. Auch viele Dienstleistungen sind damit weiterhin möglich. Voraussetzung dafür ist, dass der Kunde einen tagesaktuellen, negativen Coronaschnelltest vorweisen kann.
Einkaufs-Tourismus vermeiden

„Der Entscheidung vorausgegangen waren lange Gespräche mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie mit der Kreispolitik“, teilte die Kreisverwaltung am Montagnachmittag mit. „Wir haben uns die Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht“, sagt Landrat Martin Sommer über den langwierigen Abwägungsprozess. Es gebe für beide Wege gewichtige Argumente. Letztlich ausschlaggebend für die Wahl der Testoption sei unter anderem die Vermeidung von Einkaufs-Tourismus gewesen, da die umliegenden nordrhein-westfälischen Kreise eine niedrigere 7-Tages-Inzidenz verzeichnen und daher bisher noch keine Öffnungen zurücknehmen mussten oder aber, wie der Kreis Borken, sich bereits für die Testoption entschieden haben.

Zudem erhofft sich der Landrat eine Aufhellung der Dunkelziffer an Corona-Infizierten durch häufigeres Testen. „Da sich der Großteil der bisher Infizierten im privaten Bereich angesteckt hat, kann sich eine höhere Zahl an Testungen wiederum positiv auswirken“, hofft der Landrat.

Ab Dienstag sind Kontakte nur zwischen einem Hausstand und maximal einer weiteren Person aus einem anderen Hausstand erlaubt. Kinder unter 14 werden nicht mitgerechnet. Eine Ausnahme gilt an Ostern (1.- 5. April): In diesem Zeitraum dürfen sich alternativ auch zwei Hausstände mit insgesamt maximal fünf Personen im öffentlichen Raum treffen. Kinder unter 14 sind auch hier nicht mitgerechnet.

Landrat Martin Sommer appelliert: „Damit wir an der Testoption festhalten können, müssen wir aber weiterhin vorsichtig sein und vor allem unsere privaten Kontakte auf das notwendige Minimum reduzieren und mit Schnelltests, Abstand und Maske sicherer gestalten.“

Auch für andere Kommunen in NRW gilt ab Dienstag die Notbremse. Betroffen sind die Stadt Bielefeld, der Kreis Gütersloh, der Hochsauerlandkreis, der Kreis Olpe und die Stadt Bottrop.
(Quelle: GN, 29.03.21)


Venezuela: Öl gegen Impfstoff

Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen sowie Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen den südamerikanischen Krisenstaat hat Venezuelas Präsident Nicolás Maduro einen Tausch von Erdöl gegen Corona-Impfstoff angeboten. „Venezuela hat die Öltanker, es hat die Kunden, die uns das Öl abkaufen, und es würde einen Teil seiner Produktion zur Verfügung stellen, um alle Impfstoffe zu garantieren, die Venezuela braucht“, sagte der autoritär regierende Maduro laut einer Mitteilung. Details des Plans führte er nicht aus.

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Aus Mangel an Devisen und wegen zahlreicher amerikanischer Sanktionen kann es kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Selbst Benzin ist in dem Land mit den größten Ölreserven der Welt Mangelware.

Maduros Ansicht nach hat das Land neben dem Tauschgeschäft nur eine weitere Möglichkeit, an Corona-Impfstoffe zu kommen: Es müsse erreichen, dass die Vereinigten Staaten und europäische Banken die für die Regierung per Sanktionen gesperrten Finanzmittel freigeben. Damit könnten dann bei der internationalen Covax-Initiative Impfstoffe bezahlt werden. Die via Covax angebotenen Astra-Zeneca-Dosen – 1,4 bis 2,4 Millionen Dosen waren für Venezuela vorgesehen – hat das Land allerdings abgelehnt. Zuvor hatten europäische Länder die Impfungen mit dem Präparat wegen gesundheitlicher Komplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gestoppt.

Nach offiziellen Angaben haben sich in Venezuela rund 156.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 1500 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften nicht zuletzt wegen fehlender Tests weit höher liegen. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Kreis Euskirchen stoppt Impfung mit AstraZeneca

Der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen hat am Montag die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astra-Zeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte 47-Jährige vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf „eine schwerwiegende Erkrankung“ einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astra-Zeneca gemeldet worden. Die 28 Jahre alte Patientin sei in einem stabilen Zustand und werde in einer Spezialklinik versorgt, so der Kreis in einer Mitteilung. Beide Frauen hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten.

„Der Kreis Euskirchen hat heute Mittag die Bezirksregierung und das NRW-Gesundheitsministerium über die neue Lage informiert und das Moratorium vermeldet. Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einen endgültigen Bewertung gekommen sind“, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor seien Rückfragen bei den übergeordneten Behörden damit beantwortet worden, dass das Paul-Ehrlich-Institut „die Vorgänge gewissenhaft prüfe, eine abschließende Stellungnahme jedoch nicht erfolgen könne“, so der Kreis. Landrat Markus Ramers (SPD) habe mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und seinem Staatssekretär telefoniert, „die sich persönlich für eine zeitnahe, abschließende Klärung durch die Fachleute einsetzen.“

Der Tod der Frau war dem Gesundheitsamt laut Kreis am vergangenen Freitag durch den verantwortlichen Arzt des regionalen Impfzentrums gemeldet worden, der die Informationen von der behandelnden Klinik erhalten hatte. Auch der neuerliche Fall sei von dem Arzt gemeldet worden, „nachdem er entsprechende Informationen von der behandelnden Klinik erhalten hatte.“ Die Impfungen mit Astra-Zeneca für Männer sowie für Frauen über 55 gehen ebenso wie geplant weiter wie die Impfungen mit dem Biontech-Vakzin. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Mexiko-Zahlen wesentlich höher

In Mexiko sind einem Regierungsbericht zufolge deutlich mehr Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben als bislang bekannt. Der am Wochenende veröffentlichte Bericht zur Übersterblichkeit im Land registrierte seit Beginn der Pandemie und bis zum 13. Februar insgesamt 294.287 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das sind rund 69 Prozent mehr als die von den Gesundheitsbehörden in dem Zeitraum gemeldeten 173.771 Fälle. Der erste Todesfall, den der neue Bericht einer Infektion mit dem Coronavirus zuschreibt, wurde demnach am 18. März 2020 registriert.

Der Bericht stützt sich auf Sterbeurkunden von Menschen, die nicht im Krankenhaus behandelt wurden. Die Zahlen stimmen mit einem Bericht der Statistikbehörde Inegi vom Januar überein. Damals meldete die Behörde, dass bis August 2020 in Mexiko 68 Prozent mehr Todesfälle zu verzeichnen seien, als ursprünglich gemeldet worden waren. Der Leiter der soziodemografischen Statistik bei Inegi, Edgar Vielma, hatte die deutlichen Unterschiede damit erklärt, dass viele Menschen nicht in Krankenhäusern, sondern zu Hause sterben. Addiert man die 294.287 Todesfälle aus dem Regierungsbericht mit den seit dem 13. Februar offiziell registrierten Corona-Toten, würde die Zahl der Toten bereits die Marke von 300.000 überschreiten. Offiziell hatte Mexiko erst am vergangenen Donnerstag die Marke von 200.000 Corona-Toten überschritten. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Keine Überraschung: Urlaubsreisen ins Ausland weiter möglich

Urlaubsreisen ins Ausland werden trotz der Corona-Pandemie auch weiterhin grundsätzlich möglich sein. Ein Regierungssprecher verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend auf die geltenden Bestimmungen für Reisende. „Eine darüber hinausgehende rechtliche Regelung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant“, fügte er hinzu. Ein von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilter Prüfauftrag zur möglichen Unterbindung touristischer Reisen gelte derzeit formal als abgeschlossen.

Angesichts der hitzigen Diskussion über Urlaub auf Mallorca hatte die Bundesregierung erwogen, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu unterbinden. Es könne doch nicht sein, dass man nicht in der Lage sei zu verhindern, dass Menschen nach Mallorca fliegen, aber in Flensburg ein 15-Kilometer-Bewegungsradius durchgesetzt werden könne, hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch bei ihren Beratungen mit den Ministerpräsidenten gesagt. Die zuständigen Ressorts wurden gebeten, die juristischen Möglichkeiten zu prüfen. In Belgien und Großbritannien gibt es Ausreiseverbote für touristische Zwecke.

Nachdem Mallorca am 14. März von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen wurde, boomen Urlaubsbuchungen für die Balearen-Insel. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wurde aufgehoben, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Damit wurde der Urlaub auf Mallorca wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


SV Meppen mit neuem Corona-Fall

Dem SV Meppen droht möglicherweise eine erneute Corona-Zwangspause. Wie der Fußball-Drittligist am Montag mitteilte, ist ein „Mitarbeiter“ des Clubs bereits am vergangenen Freitag positiv auf das Virus getestet worden.

Die nicht namentlich genannte Person zeige keine Symptome und habe sich in häusliche Quarantäne begeben, heißt es in der Mitteilung der Emsländer. Das zuständige Gesundheitsamt verfolge nun die Kontakte zurück. Von den Ergebnissen der Kontaktverfolgung hänge das weitere Vorgehen ab.

Das nächste Spiel des SVM ist am Ostersonntag (13 Uhr) bei Türkgücü München angesetzt.

Beim früheren Zweitligisten hatten sich im vergangenen November 13 Personen mit Corona infiziert. Teils klagten sie über schwere Symptome. Das Team musste sich daraufhin zwei Wochen in Quarantäne begeben. Drei Meppener Partien fielen in diesem Zeitraum aus und wurden später nachgeholt. Vor rund zwei Wochen hatte es zudem im Vorfeld der Begegnung bei Waldhof Mannheim (1:0) bei den Emsländern einen Corona-Verdachtsfall gegeben. Auswirkungen auf den Spielbetrieb hatte dieser seinerzeit jedoch nicht. (Quelle: NDR, 29.03.21)


Johnson & Johnson liefert ersten Impfstoff

Die ersten Lieferungen des vierten zugelassenen Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson für Deutschland sollen ab Mitte April kommen. In der Woche vom 12. April werden 256.800 Dosen erwartet, in der Woche vom 26. April weitere 444.000 Dosen, wie aus einer Lieferprognose des Herstellers hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichtete „Bild“ (Montag) darüber. Im Mai sollen 2,3 Millionen Dosen folgen, im Juni 7,1 Millionen, so dass im zweiten Quartal 10,1 Millionen Dosen zusammenkommen sollen.

Im dritten Quartal werden demnach 22 Millionen Dosen erwartet, im vierten Quartal dann noch 4,6 Millionen Dosen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson war am 11. März in der Europäischen Union zugelassen worden. Bei dem Präparat reicht eine Spritze, eine zweite Impfung ist nicht nötig. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Wer bekommt welchen Impfstoff und wie viel davon?

Nicht nur innerhalb der Länder ist das eine der großen Fragen. Von den derzeit weltweit verfügbaren Impfdosen haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO zehn Länder der Erde 76 Prozent gesichert. Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus kritisierte die Verteilung von Impfstoff am Montag in Genf und betonte, eine globale Krise brauche globale Antworten. „Die globale Lösung beginnt mit Solidarität.“

Auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat bei dem Besuch in Genf internationale Solidarität bei der gerechten Verteilung von Corona-Impfstoffen gefordert – und gleichzeitig offen gelassen, inwiefern sich Deutschland daran beteiligen wird. Er sprach unter anderem mit Tedros, der seine Bitte wiederholte, dass reiche Länder in den nächsten zwei Wochen Impfstoffdosen spenden, damit auch Gesundheitspersonal in ärmeren Ländern geimpft werden kann. Darauf ging Müller nicht ein. Auf die Nachfrage, ob er im Namen Deutschlands oder der EU eine Zusage gemacht habe, antwortete Müller, es sei wichtig, die Produktionskapazitäten auszubauen. In Deutschland seien acht Prozent der Bevölkerung geimpft, damit liege das Land allenfalls im Mittelfeld.

Er appellierte an alle Länder – und namentlich Amerika, China und Russland – mehr zu tun. Auch die EU müsse noch mehr tun. „Wir dürfen uns nicht auf uns selbst zurückziehen in den reichen Ländern“, sagte Müller. Mehr als 70 Prozent der Impfdosen, die zur Zeit zur Verfügung stehen, befänden sich in den zehn reichsten Ländern, sagte er. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Grafschafter- Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim sinkt weiter leicht. Das Landesgesundheitsamt beziffert ihn am Montag auf 90,4, am Sonntag lag der Wert noch bei 97.
Drei Neuinfektionen meldet das Kreishaus am Montag. Zu Wochenbeginn werden häufig weniger Infektionen bekannt, da am Wochenende weniger getestet wird. Aktuell zählt die Kreisverwaltung 214 aktuell Infizierte, Sonntag waren es noch 217. In häuslicher Quarantäne befinden sich am Montag 658 Grafschafter (Sonntag: 719)

Seit Beginn der Pandemie sind 4090 Covid-19-Fälle bekanntgeworden, 3769 Menschen gelten inzwischen als genesen. Das sind sechs Genesene mehr als noch am Sonntag. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 107.

Die Kreisverwaltung zählt 214 aktuell Infizierte in der Grafschaft, 79 (0) davon in Nordhorn.

(Quelle: GN, 29.03.21)


Studie: Impfstoffe wirken bereits nach der ersten Impfung

Die beiden in Großbritannien eingesetzten Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca verhindern bereits nach der ersten Dosis mehr als die Hälfte aller zu erwartenden Infektionen bei Pflegeheimbewohnern. Das geht aus einer Studie des University College London (UCL) hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Demnach verhindern beide Präparate vier Wochen nach einer ersten Impfdosis 56 Prozent der Infektionen mit dem Coronavirus. Eine Woche später betrage dieser Impfschutz bereits 62 Prozent, hieß es in einer Mitteilung.

Betrachtet wurden mehr als 10.000 Pflegeheimbewohner in England mit einem Durchschnittsalter von 86 Jahren. Dabei wurde verglichen, wieviele Infektionen in einer geimpften Gruppe im Vergleich zu einer ungeimpften Gruppe auftraten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine einzelne Impfdosis eine Schutzwirkung hat, die von der vierten bis mindestens zur siebten Woche nach der Impfung anhält“, sagte Laura Shallcross vom Institut for Health Informatics der Universität. Die Studie habe auch ergeben, dass die Impfstoffe wirksam gegen die höher ansteckende Variante B.1.1.7 seien, hieß es weiter. Es gebe zudem Hinweise, dass Infizierte, die zuvor geimpft wurden, weniger ansteckend seien. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Saarland will trotz Kritik lockern

Trotz Kritik hält das Saarland an seinem geplanten Modellprojekt für Lockerungen durch massenhaftes Testen fest. „Wir werden diese Strategie weiterverfolgen“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Montag. Es handele es sich „im Übrigen um eine sehr vorsichtige Strategie“, die ab dem 6. April schrittweise umgesetzt werden solle. „Wir sorgen mit dem Saarland-Modell dafür, dass Aktivitäten, die im Moment drinnen stattfinden, im Verborgenen, ins Freie kommen“, sagte er. Im Freien gebe es ein niedrigeres Risiko, sich zu infizieren. „Und wenn draußen im eigenen Garten zehn Personen zusammenkommen, oder auch in einem Biergarten sich hinsetzen mit einem negativen Test, ist das eben besser, als wenn man heute in den Kellern, sozusagen im Verborgenen und an der Verordnung vorbei, zusammenkommt“, sagte Hans.nDeswegen sei die Strategie „ein Beitrag dazu, die Infektionszahlen nach unten zu bringen und ein Beitrag zur Vorsicht in Deutschland“.

Das Saarland will ab 6. April Kinos, Theater, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen: Voraussetzung für Gäste, Besucher und Nutzer ist ein tagesaktueller negativer Schnelltest. Weitere Öffnungen könne es nach dem 18. April geben, hatte Hans zuvor angekündigt: In der Gastronomie, beim Ehrenamt, in den Schulen. Dafür, aber auch für die laschen Maßnahmen in beispielsweise Nordrhein-Westfalen, verteidigen sich die Ministerpräsidenten nach dem Talkshow-Auftritt der Bundeskanzlerin zunehmend. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


„Es kann so nicht weitergehen.“

Die CDU will nach Angaben des Parteichefs Armin Laschet künftig wieder Bund-Länder-Chefgespräche nur mit der Kanzlerin und den 16 Ministerpräsidenten und -präsidentinnen. „Es kann so nicht weitergehen“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Montag in Berlin nach einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums in Anspielung auf die letzte Ministerpräsidentenkonferenz. An dieser habe „die halbe Bundesregierung“ teilgenommen. Es sei dem Ernst der Lage in der Pandemie nicht angemessen, wenn dies als parteipolitische Veranstaltung betrachtet werde, sagte Laschet und stellte eine weitere Teilnahme von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) infrage. „Wenn der Vizekanzler als SPD-Vertreter dabei sein soll, ist das nicht das Format der MPK.“ Auch die Ministerpräsidenten brächten nicht ihre Stellvertreter mit.

„16 Regierungschefs und die Bundeskanzlerin – das hat im Jahr 2020 gut funktioniert. Die Bundeskanzlerin hat uns immer wieder zusammengeführt und zusammengehalten“, sagte der NRW-Ministerpräsident. „Wir sind gut durch das Jahr 2020 gekommen. Zu diesem guten Krisenmanagement müssen wir jetzt angesichts des Ernstes der Lage zurückkehren.“ Das jüngste Bund-Länder-Treffen sei ein „letzter Warnschuss“ gewesen, dass es kein „Weiter so“ geben könne. (Quelle: FAZ, 29.03.21)


Emsland und Grafschaft: 77 Verstöße gegen Allgemeinverfügungen

Auch an diesem Wochenende war die Polizei in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland unterwegs und ermittelten Verstöße gegen die Allgemeinverfügungen beider Landkreise.
Sowohl am Freitag als auch am Samstag und Sonntag lösten die Beamten dabei mehrere Treffen von Personengruppen auf.

Am Freitagnachmittag wurde der Polizei eine Feier von mehreren jungen Erwachsenen an der Schwimmhalle in Neuenhaus gemeldet. Die Polizisten stellten vor Ort circa 25 bis 30 Personen fest. Nach Erblicken des Streifenwagens flüchtete die Mehrzahl der Personen in unbekannte Richtung. Die Beamten nahmen die zurückgelassenen Wertgegenstände wie Handys und Taschen zur Eigentumssicherung mit zur Dienststelle.

In Papenburg wurde am Samstagnachmittag ein Treffen mit 15 Personen aus verschiedenen Haushalten an der Bürgermeister-Hettlage-Straße beendet. In der Nacht zu Sonntag wurde ein
Treffen in einem Gartenhaus von sechs Personen aus fünf Haushalten aufgelöst. Fünf der insgesamt 77 Ordnungswidrigkeitenanzeigen waren an diesem Wochenende auf Verstöße gegen die Ausgangssperre in Papenburg zurückzuführen. Die genannten Sachverhalte stellen eine Auswahl dar. Die jeweils Betroffenen müssen mit Strafen rechnen.
(Quelle: Nordnews, 29.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Montag, 29. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 496 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 5 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.815. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 194.384 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 119,2 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 118,0). (Quelle: DR, 29.03.21)


Ausgangssperre im Emsland

Der Landkreis Emsland hat am Montag angesichts der hohen Inzidenzzahl des Landkreises von 218,4 (Stand 29. März 2021) eine nächtliche Ausgangssperre im Emsland und weitere Einschränkungen angeordnet. Die Behörde bezog sich dazu auf die heute in Kraft getretene, geänderte Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. Demnach ist jeder Person das Verlassen des privaten Wohnbereichs in der Zeit von 21 Uhr bis 5 Uhr des Folgetags „ohne triftigen Grund“ untersagt. Übernachtungen in einem anderen Haushalt seien jedoch noch möglich.

Hintergrund der Ausgangssperre sei das derzeit hohe Infektionsgeschehen, das sich diffus im Kreisgebiet entwickelt habe und weitere Maßnahmen erforderlich mache. „Wir verzeichnen einen besorgniserregenden Anstieg der Fallzahlen im gesamten Emsland, daher haben wir uns dazu entschieden, noch weitergehende Schutzmaßnahmen für die Menschen im Emsland zu treffen – so wie es die Corona-Verordnung des Landes auch vorgibt“, begründet Landrat Marc-André Burgdorf diesen Schritt. „Es tut mir leid, dass dieses Mittel nun ergriffen werden muss, aber die hohen Fallzahlen lassen uns einfach keine andere Wahl“, sagt Burgdorf.

Die neue Landesverordnung schreibt eine Verschärfung der Maßnahmen bei einer 7-Tagesinzidenz von mehr als 150 vor, der Landkreis Emsland hatte am Sonntag sogar die 200er-Marke überschritten (211,7). Zwar seien dabei die Infektionszahlen in den Städten und Gemeinden unterschiedlich hoch, dennoch habe sich der Landkreis bewusst für kreisweite Regeln entschieden. „Wir stellen in fast allen emsländischen Städten, Gemeinden und Samtgemeinden ein hohes Infektionsgeschehen fest“, so der Landrat.
Zudem gebe es innerhalb der Kommunen zahlreiche Querverbindungen, etwa durch unterschiedliche Arbeits- und Wohnorte, so dass einheitliche Vorgaben für den gesamten Landkreis geboten sind. Die Anordnung einer Ausgangssperre von täglich 21 bis 5 Uhr sei geeignet, um eine weitere Ansteckung des Coronavirus insbesondere in den hochansteckenden Virusvarianten gerade im privaten und familiären Kontext zu verhindern. (Quelle: NOZ, PM LK, 29.03.21)


 


DeutschlandKreditversicherer rechnet

Trotz des verlängerten Lockdown rechnet der Kreditversicherer Euler Hermes in diesem Jahr nicht mit einem drastischen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Voraussichtlich werde die Zahl der Firmenpleiten lediglich um 6 Prozent steigen und damit weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019 bleiben, prognostizierte Euler Hermes in einer am Montag veröffentlichten Studie. Grund dafür sei die Verlängerung und Ausweitung der Maßnahmenpakete der Bundesregierung, die die Folgen der Covid-19-Pandemie für die Unternehmen teilweise abfederten.

Mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen rechnet der Kreditversicherer deshalb erst im Laufe des Jahres 2022. Dann dürften die Pleiten um rund 15 Prozent zunehmen, prognostizierte Euler Hermes. Damit stehe Deutschland im internationalen Vergleich aber gut da. Denn es bedeute, dass die Zahl der Insolvenzen auch 2022 nur um etwa vier Prozent höher liegen werde als im Vorkrisenjahr 2019. Dies entspreche in etwa dem Niveau von 2017. (Quelle: TSP, 29.03.21)


Deutschland-Zahlen

RKIDie Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9872 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 43 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7709 Neuinfektionen und 50 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Der Inzidenzwert ist demnach weiter gestiegen: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag am Montagmorgen bundesweit bei 134,4 – und damit erneut höher als am Vortag (129,7).

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,17 (Vortag 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 117 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Qulle: TSP, 29.03.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim liegt am zweiten Tag in Folge knapp unter 100. Das Nieders. Landesgesundheitsamt bezifferte den Wert am Sonntag auf 97. Wenn der Inzidenzwert drei Tage nach einander über 100 liegt, kann die Kreisverwaltung schärfere Corona-Regeln erlassen. Seit mehreren Wochen schwankt die Grafschaft um diesen Wert, bisher verzichtete die Verwaltungsspitze jedoch auf diese Möglichkeit.
Die Kreisverwaltung meldet am Sonntag 26 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das geht aus dem Corona-Dashboard hervor. Die Gesamtzahl der bisherigen Corona-Fälle steigt damit auf 4.087. 37.63 Menschen gelten inzwischen als genesen (Samstag: 3.730). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 107.

Die Kreisverwaltung zählt 217 aktuell Infizierte (Samstag: 224) in der Grafschaft; 79 (+5) und damit deutlich mehr als ein Drittel von ihnen lebt in Nordhorn. (Quelle: GN, 28.03.21)


Landkreis Emsland weiterhin ohne tagesaktuelle Zahlen

Am Wochenende und an Feiertagen gibt der Landkreis Emsland leider keine aktuellen Zahlen aus dem Landkreis Emsland mehr bekannt. Das Robert Koch Institut und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt veröffentlichen jedoch die Zahlen, die vom Landkreis übermittelt wurden. Diese Übersicht enthält keine Hinweise auf die einzelnen Kommunen.

Auf der Seite des Landes Niedersachsen wird die aktuelle Anzahl der insgesamt Infizierten am heutigen Tage mit 9.506 angegeben. Am gestrigen Tag hat das Landesgesundheitsamt die Gesamtzahl der Infizierten mit 9.385 angegeben. Somit gibt es rechnerisch 121 Neuinfektionen. Die 7-Tagesinzidenz liegt aktuell bei 211,7 Ob diese Anzahl so bleibt und bestätigt wird, weiß die Bevökerung des Landkreises erst am Montag mitteilen.

Zu den Zahlen im Vergleich muss noch folgendes erwähnt werden. Die Zahlen des Landkreises Emsland beziehen sich nur auf infzierte Personen, die im Emsland wohnen. Die Zahlen vom Robert Koch Institut und vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt beziehen sich auf generell gemeldete Zahlen. Somit kommt es immer wieder zu verschiedenen Zahlenangaben am Wochenende. Bei Rückfragen und auch Verbesserungsvorschlägen sind wir erreichbar unter Redaktion@NordNews.de. (Quelle: Nordnews, 28.03.21)


Meppen rechnet Kitagebühren taggenau ab

Im ersten Lockdown und seit Januar verzichtet die Stadt Meppen bereits auf die Kita-Gebühren, sofern eine Notbetreuung nicht in Anspruch genommen wird. Nunmehr wurde jüngst beschlossen, den Eltern einen weiteren Schritt entgegenzukommen und die während der Corona-Pandemie in Anspruch genommene Notbetreuung Tag genau abzurechnen.

Angesichts der Corona-Pandemie sind die Kindertagesstätten – mit Ausnahme einer Notbetreuung – aktuell geschlossen. Aus diesem Grund hatte der Verwaltungsausschuss der Stadt Meppen bereits vor ein paar Wochen entschieden, die Kita-Gebühren während in der Zeit der Schließung auszusetzen. Jüngster Beschluss des Gremiums geht nun noch einen Schritt weiter. „Die Belastungsgrenzen bei den Eltern sind erreicht. Mit dem neuen Berechnungsmodell können wir zumindest für eine weitere finanzielle Entlastung sorgen“, so Bürgermeister Helmut Knurbein.

Die zuletzt beschlossene Gebührenbefreiung galt monatsweise. Hintergrund: Sobald Eltern das Angebot der Notbetreuung in Anspruch nehmen, belegt ihr Kind diesen Platz in der Kita in Gänze. Der Platz in der Kita kann an den anderen Tagen nicht an ein anderes Kind vergeben werden. Dies gilt auch im Kita-Regelbetrieb. So werden Kinder auch unabhängig von Corona nicht immer an fünf Tagen pro Woche betreut. Aber auch dann müssen die Eltern die volle Kita-Gebühr zahlen. Dass immer für volle Monate gezahlt werden muss, ist in den Betreuungsverträgen festgeschrieben. Eine Ausnahme bildet hier lediglich das Platz-Sharing, welches aber nur in bestimmten Konstellationen möglich ist.

„Von diesem Passus werden wir in der aktuellen Situation abweichen und die Kita-Gebühr entsprechend der Inanspruchnahme, also Tag genau, abrechnen“, erklärt Bürgermeister Knurbein. Den Wegfall der Gebühren trägt die Stadt Meppen im Rahmen des Defizitausgleichs.

In Niedersachsen ist die Betreuung von Kindern ab dem dritten Lebensjahr seit dem 01.08.2018 grundsätzlich kostenlos. Lediglich für Randzeiten, wenn eine Betreuung über acht Stunden hinaus gewünscht ist, fallen Kosten an. Für die Betreuung in einer Krippe und in den Horten an den Grundschulen wird nach wie vor grundsätzlich eine Gebühr erhoben. (Quelle: meppen.de, 26.03.21)


Grüne werfen Regierung in Niedersachsen Verantwortungslosigkeit vor

Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg hat der niedersächsischen Landesregierung Verantwortungslosigkeit in der Corona-Krise vorgeworfen. Staatstragende Appelle und die Hoffnung, dass es besser wird, senkten die Infektionszahlen nicht, sagte Hamburg im Landtag in Hannover. (Foto) „Wo ist Ihr mehr an Infektionsschutz?“, rief Hamburg Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu. „Sie müssen die Notbremse ziehen.“ Stattdessen bediene Weil leere Versprechungen und kündige Modellversuche zur Öffnung des Handels in Hochinzidenzregionen an. „Sie fordern Öffnungsperspektiven, aber warum nicht erst mit einer Testoffensive die Zahlen senken?“ „Sie planen Öffnungen in Modellkommunen und haben keinen Plan B, wenn die Zahlen hochknallen“, sagte Hamburg. Die geplanten Modellversuche mit Öffnungsschritten gekoppelt an Schnelltests würden zu absurden Zuständen führen. „Warum können Kinder in Hochinzidenzkommunen künftig in Shoppingmalls einkaufen gehen, aber nicht in die Schule?“ (Quelle: NDR, 26.03.21)


Mehr als zehn Prozent der Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft

Etwas mehr als zehn Prozent der Menschen in Deutschland haben drei onate nach Beginn der Impfungen mindestens die erste Dosis der Corona-Impfung erhalten. Insgesamt seien mehr als zwölf Millionen Dosen verabreicht worden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die zweite Dosis haben 4,4 Prozent der Menschen bekommen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von heute Morgen hervorgeht. Im April werden 15 Millionen Impfdosen erwartet, sagte Spahn. Das seien mehr, als im ganzen ersten Quartal verimpft worden seien Quelle: NDR, 26.03.21)


Starker Anstieg der bestätigten Infektionen in Niedersachsen

Niedersachsen hat binnen 24 Stunden 2.213 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das ist ein starker Anstieg im Vergleich zu den Werten vom Donnerstag (1.802) und von vor einer Woche (1.580) – und der zweithöchste bislang registrierte Wert nach dem 7. Januar dieses Jahres (2.395). Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Angaben des Nieders. Landesgesundheitsamtes auf 111,2 Fälle pro 100.000 Einwohner (Donnerstag: 102,5; Vorwoche: 90,2). 22 Kreise und kreisfreie Städte liegen mittlerweile über der kritischen 100er-Marke, den höchsten Inzidenzwert hat der Landkreis Cloppenburg mit 206,2. Zwölf weitere Menschen sind im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. (Quelle: NDR, 26.03.21)



Deutscland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21.573 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 183 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI hervor.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.482 Neuinfektionen und 226 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 119,1 – und damit höher als am Vortag (113,3).

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.734.753 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.467.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 75.623.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,14 (Vortag 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 114 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 26.03.21)


 


Notbremse in Bremen

Im Bundesland Bremen treten wegen steigender Infektionsraten ab kommender Woche wieder schärfere Corona-Regeln in Kraft. „Wir müssen uns jetzt mit der Notbremse auseinandersetzen“, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) dem Landesparlament in einer Regierungserklärung. Das sogenannte Terminshopping werde ausgesetzt, die erst vor kurzem geöffneten Museen müssten wieder schließen, sagte Bovenschulte. In der Stadt Bremen war am Donnerstag ein Wert von 103,1 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen ermittelt worden. (Quelle: Tagesschau, 25.03.21)


Niedersachsens Schulen gehen in Osterferien – wie geht’s danach weiter?

In Niedersachsens Schulen geht es nach den Osterferien in geteilten Klassen mit Präsenzunterricht weiter. Überschreitet eine Kommune aber die Sieben-Tage-Inzidenz von 100, wird die Notbremse gezogen.

Liegt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen über dem Grenzwert, bedeutet das für die meisten Jahrgänge Unterricht im Szenario C – sie lernen also zu Hause. Andererseits können Kommunen, die an drei Tagen in Folge unter der 100er-Marke liegen, ins Szenario B wechseln – Präsenzunterricht im Wechselmodell. „Wo das Infektionsgeschehen niedrig ist, können vorsichtig mehr Angebote in Kitas und Schulen stattfinden. Wo die Lage angespannt ist, wird automatisch auf Distanzlernen und Notbetreuung umgestellt“, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).

Das gilt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100:

  • für alle Schülerinnen und Schüler gilt Präsenzunterricht im Wechselmodell (Szenario B)
  • außer in Grundschulen gilt auch am Sitzplatz eine Maskenpflicht
  • Schüler, die zur vulnerablen Gruppe gehören oder vulnerable Familienmitglieder haben, können von der Präsenzpflicht befreit werden
  • Kindertageseinrichtungen sind im eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder geöffnet, die Gruppen bleiben unter sich

Das gilt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100:

  • weiterhin Szenario B mit Präsenzpflicht an Grundschulen, Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung sowie in Abschlussklassen der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen
  • für alle anderen Schulen und Jahrgänge gilt Szenario C (Distanzlernen)
  • für die Kinder der Jahrgänge 1 bis 6 wird eine Notbetreuung angeboten
  • Kindertageseinrichtungen bieten eine Notbetreuung für maximal 50 Prozent der Kinder einer Gruppe an (Szenario C)
  • Angebote der Kindertagespflege können wegen der sehr kleinen Gruppengröße unabhängig von der Inzidenz stattfinden
  • Präsenzunterricht an Grundschulen, so lange es geht

Die Notbremse für Schulen und Kitas sei in Niedersachsen schon lange eingebaut, sagte Tonne. „Deshalb ist hier einstweilen kein Nachsteuern notwendig.“ Für die Jüngsten und die Schulabgängerinnen und -abgänger sei sichergestellt, dass sie weiterhin regelmäßig in die Schule gehen könnten. Ebenso sichergestellt sei die Notbetreuung in den Kitas. „Ich hoffe sehr, dass wir diese Möglichkeiten noch möglichst lange beibehalten können“, sagte Tonne.

Tests: Zweimal wöchentlich für SchülerInnen, Lehrkräfte und Kita-Personal

Weil die Inzidenz landesweit allerdings aktuell stark ansteigt, hat das Kultusministerium einige Sicherungsmaßnahmen geplant. So sollen nach den Osterferien alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zweimal pro Woche getestet werden. Auch im Kita-Bereich sollen die Beschäftigten zweimal pro Woche ein Test-Angebot erhalten. Entsprechende Gespräche mit den Trägerverbänden will das Kultusministerium „zeitnah aufnehmen“. Niedersachsen fordert zudem vom Bund, dass alle Lehrkräfte in die zweite Impfpriorität aufrücken und dies nicht nur für Personal an Grundschulen und Förderschulen gilt. Diesbezüglich werde Niedersachsen erneut eine Initiative in die Kultusministerkonferenz einbringen, heißt es aus dem Kultusministerium. (Quelle: NDR, 25.03.21)


Infektionsfall in Nationalmannschaft

Trotz des ersten Corona-Falls bei der deutschen Nationalmannschaft rollt der Fußball weiter.
Bis zum Donnerstag hatte es bei den zuvor acht Länderspielen während der Virus-Pandemie keinen positiven Test gegeben. Corona hat nun auch die scheinbar so sichere DFB-Blase erreicht. Für Hektik sehen die Verantwortlichen aber keinen Grund.

„Diese Nachricht ist natürlich so kurz vor dem Spiel bitter – für die Trainer und die gesamte Mannschaft“, sagte Oliver Bierhoff. Der DFB-Direktor verbreitete dennoch Zuversicht. „Wir sind guter Dinge, dass es bei diesem einzigen Fall bleiben wird, da wir bislang alle Hygienemaßnahmen sehr diszipliniert durchgeführt haben.“

Jonas Hofmann von Borussia Mönchengladbach wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Der Leipziger Marcel Halstenberg wurde vom Gesundheitsamt Düsseldorf muss als in heimische Quarantäne.

Bierhoff stufte den Ablauf und den Umgang mit dem ersten positiven Corona-Fall nicht als alarmierend ein. Die festgelegten Maßnahmen im Hygienekonzept, das wie bei der Bundesliga von DFB-Teamarzt Tim Meyer als Leiter der Taskforce Sportmedizin verantwortet wird, haben auch im nun eingetretenen Premierenfall dazu geführt, dass die Partie in der WM-Qualifikation gegen Island nicht abgesagt werden musste.

Direkt nach dem Bekanntwerden des positiven Testergebnisses bei Hofmann wenige Stunden vor dem geplanten Anpfiff des Island-Spiels hatte die medizinische Abteilung eine neue Reihe von Antigen-Schnelltests bei allen Spielern, dem Trainerstab und dem gesamten Betreuerteam vorgenommen. Alle Ergebnisse waren negativ. Nationalmannschaftssprecher Jens Grittner verwies auf vorbereitete Strategien für eine solche Situation: „Es gibt feste Abläufe und Abstimmungen. Es gibt keine Hektik. Das läuft unaufgeregt.“

Das Sicherheitssystem rund um das Team sei engmaschig und vor dem Jahresstart 2021 „sogar noch einmal verschärft“ worden. Bei der Anreise ins DFB-Quartier mussten alle Nationalspieler einen negativen Test vorweisen. Die Trainer und Betreuer waren vorab sogar zweimal getestet worden. Seit der Zusammenkunft gab es für jedes Mitglied in der Blase zwei weitere PCR-Tests sowie einen Antigen-Schnelltest.

Beim Essen gibt es feste Plätze mit Abstand. Im Mannschaftsbus und bei Meetings werden Masken getragen. „Die Sitzungen müssen wir in kleinen Gruppen machen. Wir müssen aufpassen, dass wir immer die gleiche Sitzordnung haben, dass – wenn mal was passiert – man das auch nachvollziehen kann“, berichtete Bundestrainer Joachim Löw.

Für die fünf aus England angereisten Profis um Ilkay Gündogan von Manchester City gab es sogar noch gesonderte Maßnahmen wie separate Essenstische und Fahrten in einem eigenen Kleinbus. Nur bei den Trainingseinheiten und dem Spiel selbst sind die Akteure auf dem Platz zusammen. „Hygiene, Abstand, all‘ das muss auch bei uns mit der größtmöglichen Disziplin gelebt werden. Das ist Vorschrift. Das macht natürlich den Umgang miteinander nicht so einfach“, schilderte Löw.

Natürlich hat die Situation auch Auswirkungen auf das Wirken des im Sommer scheidenden Bundestrainers. „Die Arbeit für die Trainer ist enorm schwer, von großer Unsicherheit geprägt“, erzählte Bierhoff. Löw weiß aber auch: „Wir müssen es so nehmen, wie es sich entwickelt.“ Einen hundertprozentigen Schutz gibt es wie in allen (Arbeits-)Bereichen der Gesellschaft gegen das Virus nicht. (Quelle: GN, 25.03.21)


NRW will nach Osterferien mit Wechselunterricht starten

Nordrhein-Westfalen plant an den Schulen nach den Osterferien zwei weitere Wochen mit Wechselunterricht. Zunächst bis zum 23. April sollten die Schüler abwechselnd im Klassenraum und zu Hause lernen, schrieb das Schulministerium am Donnerstag in einer Mail an die Schulen. In besonders von der Pandemie betroffenen Regionen sei auch ein kompletter Distanzunterricht möglich. Zuvor hatte der WDR berichtet. (Quelle: WDR, 25.03.21)


Impfungen für Kinder unter 12 im nächsten Jahr

Pfizer und Biontech geben den Beginn von Impfstoff-Tests bei Kindern unter zwölf Jahren bekannt. Die ersten Freiwilligen hätten ihre ersten Spritzen am Mittwoch erhalten, sagt eine Pfizer-Sprecherin. Daten könnten in der zweiten Jahreshälfte 2021 vorliegen in der Hoffnung, 2022 mit Massenimpfungen in der entsprechenden Altersgruppe beginnen zu können. Die jüngsten Teilnehmer sind sechs Monate alt. Moderna gab den Beginn von ähnlichen Test-Impfungen vergangene Woche bekannt. Bei Pfizer läuft bereits eine Studie für die Altersgruppe von zwölf bis 15 Jahren. Der Pharmakonzern hofft auf Daten daraus in den kommenden Wochen.
(Quelle: FAZ, 25.03.21)


Mehr Drogentote in der Pandemie

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist inmitten der Corona-Pandemie abermals deutlich gestiegen. Wegen des Konsums illegaler Substanzen starben im vergangenen Jahr 1581 Menschen, wie die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) am Donnerstag mitteilte. Das waren 183 gemeldete Fälle (13 Prozent) mehr als 2019, als es ebenfalls einen Anstieg gab, nachdem die Zahl der Toten 2018 annähernd konstant geblieben war. Häufigste Ursache waren weiterhin Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin. Sorgen bereiten auch Langzeitschädigungen, die zum Tod führen, und Drogen-Cocktails mit gemischten Substanzen. Corona-Beschränkungen erschweren teils wichtige Begleitungsangebote. (Quelle: FAZ, 25.03.21)


Baptistengemeinde in Lage (Lippe): Inzwischen mehr als 300 Infizierte

Die Zahl der Corona-Infizierten aus einer Baptistengemeinde in Lage im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe ist auf mehr als 300 geklettert. Inzwischen sei ein Großteil der mehr als 1100 seit dem Wochenende unter Quarantäne gesetzten Gemeindemitglieder getestet, sagte eine Sprecherin des Kreises. Demnach lagen am Donnerstag mehr als 980 Testergebnisse vor. Bislang sei weiter unklar, ob die Menschen sich bei Präsenzgottesdiensten oder im Familienverbund angesteckt hätten.

Unter anderem der Ausbruch in der Evangeliums-Christen Baptistengemeinde in Lage hat den Sieben-Tage-Inzidenz-Wert des Kreises seit der vergangenen Woche auf zuletzt 199,7 steigen lassen. Damit nimmt der Kreis landesweit nach dem Märkischen Kreis den landesweiten Spitzenplatz bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche ein. Seit diesem Donnerstag gelten daher verschärfte Regeln in Lippe. So wurden die Teilnehmerzahlen von Gottesdiensten weiter begrenzt; klettert der Inzidenzwert auf über 300, droht eine nächtliche Ausgangssperre. (Quelle: WDR, 25.03.21)


Virus erreicht Tesla-Baustelle

Die Corona-Pandemie hat auch die Baustelle für die geplante Fabrik des amerikanischen Elektroautobauers Tesla in Grünheide (Oder-Spree) erreicht. Eine „zweistellige“ Zahl an Mitarbeitern habe sich mit dem Coronavirus infiziert, teilte der Landkreis Oder-Spree am Donnerstag mit. Das zuständige Gesundheitsamt sei deshalb in engem Austausch mit Tesla. Zunächst hatte der „Tagesspiegel“ berichtet.

Dass eine der größten Baustellen in Deutschland bei einem sich gerade wieder beschleunigenden Pandemiegeschehen nicht außen vor bleibe, war zu erwarten, erklärte ein Sprecher des Landkreises. Tesla hat nach Angaben eines Brancheninsiders ein eigenes Testcenter auf der Baustelle eingerichtet und führt dort regelmäßige Testungen von Mitarbeitern durch. Zusätzlich gebe es umfangreiche Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Nach dpa-Informationen liegt die Zahl der Mitarbeiter im „niedrigen vierstelligen“ Bereich.

In der Autofabrik bei Berlin will Tesla nach bisherigen Plänen im Juli mit der Produktion von Fahrzeugen beginnen. In einer ersten Phase sind bis zu 500.000 Autos pro Jahr vorgesehen. Tesla-Chef Elon Musk will auf dem Gelände auch die weltgrößte Batteriefabrik errichten. (Quelle: FAZ, 25.03.21)


Uruguay: Hubschrauber verunglückt

In Uruguay ist ein Hubschrauber der Luftwaffe mit Corona-Impfstoff an Bord verunglückt. Nach technischen Problemen bei einem Flug von der Hauptstadt Montevideo nach Rocha im Südosten konnte der Pilot den Helikopter vom Typ Bell 212 am Donnerstag noch zu Boden bringen, dann ging die Maschine allerdings in Flammen auf. „Die gute Nachricht ist, dass die Soldaten der Luftwaffe, die verunglückten, als sie Impfungen nach Rocha brachten, außer Gefahr sind“, schrieb der Leiter des Präsidialamtes, Alvaro Delgado, auf Twitter.

Medienberichten zufolge waren zum Unglückszeitpunkt 180 Dosen des Impfstoffs des amerikanischen Herstellers Pfizer an Bord des Hubschraubers. Bislang kam Uruguay recht gut durch die Corona-Pandemie. In dem südamerikanischen Land haben sich rund 88.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 836 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Zuletzt stiegen die Infektionszahlen allerdings deutlich an. Die Regierung schloss daraufhin die Schulen und die Büros der öffentlichen Verwaltung. (Quelle: WDR, 25.03.21)


US-Präsident Biden will 100-Tage-Impfziel verdoppeln

Der amerikanische Präsident Joe Biden will dem Sender CNBC zufolge das Impfziel für seine ersten 100 Amtstage erhöhen: Statt ursprünglich 100 Millionen Impfungen in dieser Zeit sollen es 200 Millionen werden. Die amerikanische Seuchenbehörde CDC gab am Mittwoch knapp 130,5 Millionen vollzogene Impfungen bekannt bei 169 Millionen ausgelieferten Impfdosen. In den Vereinigten Staaten leben etwa 328 Millionen Menschen. (Quelle FAZ, 25.03.21)


Giffey besucht RKI

„Wir sehen, dass wir im Moment eine Entwicklung haben, bei der eben mehr auch kleinere Kinder erkranken. Das ist ernst zu nehmen“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstag bei einem Besuch am Robert-Koch-Institut, bei dem es um einen Austausch zu Corona-Ausbrüchen in Kitas ging. Ein Grund sei die ansteckendere Virusmutation. „Wir wollen durch eine gute Impfstrategie, die ja zunehmend auch die Kita-Erzieherinnen und Erzieher erreicht und durch ein gezieltes Testen auch in den Kitas den Schutz erhöhen“, ergänzte sie.

In Deutschland gibt es nach Giffeys Angaben mehr als drei Millionen Kita-Kinder. Ein Fokus auf das Testen sei mit kindgerechten Erklärungen auch bei den Kleinsten möglich, sagte sie. „Wer Kitas nicht schließen will, muss sie schützen“, ergänzte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der ebenfalls bei dem Termin anwesend war. (Quelle: FAZ, 25.03.21)


Hauptmann soll CDU verlassen

Wegen Bestechungsermittlungen und Durchsuchungen hat Thüringens CDU-Chef Christian Hirte den früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann zum Parteiaustritt aufgefordert. „Ich habe ihn gebeten, seinen Parteiaustritt zu erklären, um weiteren Schaden von der CDU abzuwenden“, sagte Hirte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Er habe sich diesbezüglich per Whatsapp-Nachricht und E-Mail an Hauptmann gewandt, weil dieser telefonisch nicht zu erreichen gewesen sei.

Gegen Hauptmann wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit von Mandatsträgern ermittelt. Beamte des Landeskriminalamtes durchsuchten am Donnerstag die ehemaligen Wahlkreisbüros des Politikers und mehrere CDU-Kreisgeschäftsstellen in Thüringen, wie die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Auch Hauptmanns Büro im Bundestag und seine Wohnräume in Thüringen und Brandenburg wurden durchsucht, außerdem eine Firma im Raum Frankfurt am Main. Sie soll dem Politiker Geld für die Vermittlung von Geschäften mit Corona-Schutzmasken gezahlt haben. Dabei gehe es um „einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag“, so die Ermittlungsbehörde.

Hirte sagte, er sei auch persönlich von Hauptmann enttäuscht. „Ich kenne Mark Hauptmann seit Ewigkeiten und bin daher enttäuscht, dass er mich und uns alle offenbar belogen hat“, sagte Hirte, betonte aber zugleich, dass er mit Blick auf die laufenden Ermittlungen die Vorgänge nicht abschließend beurteilen wolle. (Quelle: FAZ, 25.03.21)


EMA überprüft weiter seltene Thrombosefälle nach AstraZeneca-Impfung

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA setzt ihre Überprüfung sehr seltener Fälle von Thrombosen bei dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca fort. In diesem Zusammenhang werde die EMA am 29. März eine Expertengruppe einberufen, um zusätzliche Beiträge zu ihrer Bewertung einzuholen. Dazu gehören Experten etwa aus den Bereichen Hämatologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionskrankheiten und Virologie, aber auch zwei Vertreter der Öffentlichkeit, wie die EMA am Donnerstag mitteilte. Eine aktualisierte Empfehlung zu dem Impfstoff erwartet die Behörde zwischen dem 6. und 9.April. (Quelle: Tagesschau, 25.03.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim bewegt sich seit einigen Tagen um die 100-Marke. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes liegt der Wert am Donnerstag wieder leicht höher bei 100,6 (Mittwoch: 95,5). Darüber hinaus gibt es in der Grafschaft einen weiteren Todesfall in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung, das geht aus dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung hervor.
Laut Landkreis gibt es am Donnerstag 29 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 4016, als genesen gelten 3688 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich 669 Personen (Mittwoch: 657). Die Zahl der Todesfälle steigt auf 106. Die Kreisverwaltung meldet weiter 222 aktuell Infizierte in der Grafschaft, 67 (+5) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 25.03.21)


TUI-Chef verteidigt Oster-Urlaub auf Mallorca

TUI-Chef Fritz Joussen hat die Kritik an Reisen nach Mallorca mitten in der dritten Corona-Pandemiewelle zurückgewiesen. Das Problem sei der Ruf der beliebten Ferieninsel als Partyhochburg, dabei gebe es dort derzeit nur fünf Prozent Hotelbelegung. „Mallorca ist leer. Am Ballermann hat kein Laden auf“, sagte Joussen auf der virtuellen Hauptversammlung des Reisekonzerns am Donnerstag. Es gebe Sperrstunden und genaue Verhaltensmaßregeln. „Insofern erschließt sich mir nicht, dass es bei einem Infektionsgeschehen zwischen 20 und 30 bei sehr starken Restriktionen nicht möglich oder nicht verantwortlich möglich sein soll.“ Reisen sei ein freiheitliches Grundrecht und müsse bei niedriger Corona-Fallzahl möglich sein.

Der TUI-Chef hob hervor, dass der größte deutsche Reiseveranstalter mit Hygiene- und anderen Infektionsschutzmaßnahmen die Sicherheit seiner Gäste garantieren wolle. TUI appellierte an die Kunden, sich an die Regeln zu halten und einen Erholungsurlaub statt eines Partyurlaubs zu machen. Im vergangenen Jahr habe die Inzidenz bei den rund 2,5 Millionen TUI-Urlaubern gerade mal eins betragen, betonte Joussen. (Quelle: TSP, 25.03.21)


Corona: 62 Millionen EU-Bürger mindestens einmal geimpft

Von den knapp 450 Millionen EU-Bürgern sind inzwischen 62 Millionen mindestens einmal gegen Corona geimpft. 18,2 Millionen Menschen haben auch ihre zweite Dosis bekommen. Die Zahlen legte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag zum EU-Gipfel vor. Die EU-Staaten erhielten von den Pharmakonzernen bisher rund 88 Millionen Impfdosen. Zugleich gingen seit 1. Dezember 77 Millionen Dosen aus der EU in den Export.

Von den Ausfuhren erhielt allein Großbritannien 21 Millionen Dosen, davon eine Million vom Hersteller Astrazeneca und den Rest von Biontech/Pfizer, wie es ergänzend aus EU-Kreisen hieß. Die Exportzahlen sollen belegen, dass die EU viel zur Versorgung anderer Länder beigetragen hat. Seit 1. Februar gelten aber Exportkontrollen, die am Mittwoch verschärft wurden. „Zusammen werden wir sicherstellen, dass die Europäer ihren fairen Anteil an Impfstoffen bekommen“, schrieb von der Leyen auf Twitter.

Im ersten Quartal bis Ende März erwartet die EU nach von der Leyens Zahlen etwa 100 Millionen Impfdosen, davon allein 66 Millionen von Biontech/Pfizer. Der US-Hersteller Moderna ist mit 10 Millionen Impfdosen dabei. Astrazeneca soll 30 Millionen Dosen beisteuern – wobei der britisch-schwedische Hersteller ursprünglich 120 Millionen Dosen zugesagt hatte. Am Mittwoch hatte die EU-Kommission erklärt, noch sei Astrazeneca auch von den 30 Millionen weit entfernt.

Für das zweite Quartal haben Hersteller der EU den Zahlen zufolge 360 Millionen Impfdosen zugesagt. Davon sollen 200 Millionen von Biontech/Pfizer kommen, 35 Millionen von Moderna und 70 Millionen von Astrazeneca. Mit dabei sind die ersten 55 Millionen Dosen vom US-Hersteller Johnson & Johnson, dessen Impfstoff im Gegensatz zu den anderen nur einmal gegeben werden muss. (Quelle: TSP, 25.ß3.21)


Werden #COVID19-Impfstoffe – wie Grippe-Impfstoffe – regelmäßige Updates brauchen? Die Prognose von #CharitéBerlin-Forschenden mit Blick auf landläufige Coronaviren: Während der Pandemie ja, später sind sie wohl länger nutzbar. #CharitéVirology #DrexlerLab https://t.co/nAHwplDdHp pic.twitter.com/zrniHvBreB

— Charité – Universitätsmedizin Berlin (@ChariteBerlin) March 25, 2021

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Schweden verimpft Astrazeneca wieder bei über 65-Jährigen

Schweden will Astrazeneca bei über 65-Jährigen wieder verimpfen. Bei Jüngeren werde das Vakzin aber weiter ausgesetzt, teilt die Gesundheitsbehörde mit. Ein möglicher Zusammenhang mit Blutgerinnseln werde weiter geprüft. Binnen 24 Stunden seien 7706 Neuinfektionen registriert worden. 16 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Insgesamt verzeichnet das Land mit zehn Millionen Einwohnern 13.373 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. (Quelle: TSP, 25.03.21)


An Covid erkrankte französische Kulturministerin erhält Sauerstoff

Die französische Kulturministerin Roselyne Bachelot bekommt zur Behandlung ihrer Covid-19-Erkrankung Sauerstoff. Das twittert sie aus dem Krankenhaus. Die 74-Jährige war am Mittwoch nach Angaben ihres Ministeriums für ein paar Tage zur Beobachtung stationär aufgenommen worden. (Quelle: TSP, 25.03.21)


Schwesig: Kein Verständnis für angekündigte Lockerungen im Saarland

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sieht die angekündigten Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Saarland sehr kritisch. „Dafür habe ich kein Verständnis“, erklärte Schwesig am Donnerstag in Schwerin. „Solidarität ist keine Einbahnstraße.“ Das Saarland erhalte 80 000 zusätzliche Dosen Impfstoff, weil es dort die südafrikanische Mutation gebe. „Das ist auf die Einwohnerzahl gerechnet eine große Menge“, so Schwesig. „Wie sollen andere Länder ihren Bürgern erklären, dass sie keine zusätzlichen Impfstoff erhalten und diese Öffnungsschritte nicht gehen können?“

Das Saarland will die Corona-Maßnahmen nach Ostern in einem Modellprojekt weitreichend lockern: Vom 6. April an – dem Dienstag nach Ostern – sollen unter anderem Kinos, Theater, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussetzung sei ein negativer Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein dürfe, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag. (Foto: CC s. Archiv v. 14.2.21; Quelle: TSP, 25.03.21)


OVG bestätigt Schließung der Gastronomie und Berherbungsverbot

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat gestern Anträge gegen die Schließung der Gastronomie und gegen das Beherbergungsverbot abgelehnt.

Die Corona-bedingte Schließung von Restaurants und das Verbot touristischer Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen bleiben damit in Kraft, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Die Richter begründeten ihre Entscheidung unter anderem mit der Verschärfung der aktuellen Corona-Krise durch steigende Infektionszahlen. Zudem habe das Land die Maßnahmen nicht ausschließlich auf Basis des Inzidenzwertes getroffen, sondern weitere Parameter einbezogen. Diese Bewertung rechtfertige es, „auch weiterhin, infektionsschützende Maßnahmen grundsätzlich landesweit einheitlich zu ergreifen“, hieß es in einer Mitteilung des OVG.

Ein Restaurant- und ein Ferienpark-Betreiber aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg hatten Eilanträge eingereicht, weil sie die Schließung ihrer Betriebe als unverhältnismäßig ansehen. Sie kritisieren in den Schreiben, dass bei der Bewertung des Pandemiegeschehens nicht zwischen Inzidenzen, Krankenhausbelegungen und Betriebsweisen differenziert werde. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen (Dehoga) unterstützt die Gastronomen.

Das Gericht teilte allerdings mit, dass es geeignete Maßnahmen gebe, die Regeln abzumildern. Es sei nicht auszuschließen, so die Richter, dass für einzelne Tätigkeitsbereiche oder Gebiete mildere, aber „ähnlich effektive Mittel zur Verfügung stünden“. Sie führten dabei Hygienekonzepte, effektivere Kontaktnachverfolgung und die Umsetzung einer landesweiten Teststrategie an. (Beschl. v. 24.03.21; Az.: 13 MN 130/21 und  13 MN 129/21)


Corona-Krise beschert Bahn Verlust von 5,7 Milliarden Euro

Die Corona-Krise hat bei der Deutschen Bahn enorme finanzielle Schäden verursacht. Wie der Konzern am Donnerstag in Berlin mitteilte, schließt das Unternehmen das vergangene Jahr mit einem operativen Verlust von 2,9 Milliarden Euro ab, der Nachsteuerverlust summiert sich auf 5,7 Milliarden Euro. Der Umsatz des Konzerns sank gegenüber 2019 um 10,2 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro.

Deutlich zurück ging die Zahl der Fahrgäste: Insgesamt nutzten nach Konzernangaben europaweit 1,5 Milliarden Fahrgäste die Züge der Deutschen Bahn, das waren etwa 42 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach Jahren der Fahrgastrekorde reisten im DB-Fernverkehr demnach noch rund 81 Millionen Menschen – ein Minus von etwa 46 Prozent. Im Regionalverkehr sank die Zahl der Zugreisenden um gut 38 Prozent.

Im laufenden Jahr wird sich das Geschäft nach Einschätzung des Konzerns wieder verbessern, dennoch seien „erneut beträchtliche Verluste zu erwarten“. Ab 2022 rechne die Bahn wieder mit operativen Gewinnen. (AFP)


Niedersachsen-Zahlen

Am Donnerstag, 25. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.802 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 27 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.787. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 188.660 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 102,5 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 100,0). (Quelle: NDR, 25.03.21)


Niedersachsen plant Ausgangssperren statt Ruhetage

Nach der Absage des Oster-Lockdowns will Niedersachsen die Corona-Beschränkungen verschärfen. Geplant sind nächtliche Ausgangssperren bei hohen Inzidenzen und ein Ansammlungsverbot über die Feiertage.

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche soll die Ausgangssperre als eine Möglichkeit für verpflichtende Beschränkungen in die neue Corona-Verordnung aufgenommen werden, sagte der Chef der Staatskanzlei, Jörg Mielke, am Donnerstag. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 150 soll die nächtliche Ausgangssperre verpflichtend werden, allerdings nicht automatisch im gesamten Kreisgebiet.

Niedersachsen plant zudem über die Feiertage ein Ansammlungsverbot. Auch unter Einhaltung von Abständen sollen Personenansammlungen im Freien untersagt werden, um informelle Feierlichkeiten zu unterbinden. „Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit wird das so kommen“, sagte Mielke am Mittag. Ein Entwurf der neuen Corona-Verordnung soll am Nachmittag vorgelegt werden. Zu möglichen Beschränkungen bei Tagesausflügen über Ostern, die ebenfalls zur Diskussion stehen, sagte Mielke zunächst nichts.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) appelliert zudem an die Vernunft der Menschen. „Auf jede nicht unbedingt notwendige Mobilität und auf alle nicht notwendigen direkten Begegnungen mit Menschen jenseits des eigenen Haushalts muss bitte unbedingt verzichtet werden“, sagte Weil. „Wir müssen in Niedersachsen in den nächsten zwei Wochen das öffentliche Leben so weit wie irgend möglich herunterfahren, und zwar freiwillig und bitte auch über die staatlich angeordneten Maßnahmen hinaus.“

Am Freitag wird Weil in einer außerplanmäßigen Plenarsitzung des Landtags eine Regierungserklärung zum Thema „Niedersachsen in der dritten Welle“ halten. „Wir werden die Dinge nicht einfach laufen lassen können“, betonte der Ministerpräsident. „Die Lage, die uns dazu gebracht hat, eine Osterruhe ins Auge zu fassen, besteht unverändert fort.“

Nach der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verkündeten Kehrtwende beim geplanten Herunterfahren des öffentlichen Lebens über Ostern übernahm Weil auch persönlich Verantwortung. „Mir ist bewusst, dass damit bei den Bürgerinnen und Bürgern ein Vertrauensschaden entstanden ist, das tut mir sehr leid“, sagte der Ministerpräsident. Aber Fehlentscheidungen müssten zurückgenommen werden – das sei jetzt geschehen.

(Foto: CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: NDR, 25.03.21)


Niedersachsen will „auch über Ostern impfen“

Nach einem schleppenden Start bei den Corona-Impfungen hat Niedersachsen an Tempo zugelegt – und belegt nicht mehr den bundesweit letzten Platz. Die Impfzentren sollen auch an Ostern arbeiten.

„Wir haben die kommunalen Impfzentren angewiesen und darum gebeten, auch über die Feiertage weiter zu impfen“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Einige Zentren hätten dem Ministerium mitgeteilt, dass sie schauen müssten, wie sie das personell hinbekommen. Engpässe seien bislang aber nicht gemeldet worden.

Wie viele Menschen über die Osterfeiertage gegen das Coronavirus geimpft werden können, hängt laut Ministerium am Ende aber nach wie vor von der Menge des verfügbaren Impfstoffs ab. Deshalb lasse sich auch die genaue Kapazität an den Feiertagen noch nicht beziffern. Grundsätzlich könnten in den Impfzentren bis zu 240.000 Dosen pro Woche verimpft werden. Diese Spitzenlast sei bislang aber nicht erreicht worden, weil im ersten Quartal zu wenig Impfstoff vorhanden war. Zuletzt haben die 50 Impfzentren im Land rund 32.000 Impfungen pro Tag verabreicht. Nach Ostern sollen auch Hausärzte beim Impfen mit einsteigen. Für das zweite Quartal haben die Impfstoff-Hersteller deutlich größere Liefermengen zugesagt.

Mittlerweile sind hierzulande 9,2 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft – also fast jede zehnte Person. Damit liegt Niedersachsen mittlerweile vor Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Mit einer Impfquote von 11,4 Prozent ist derzeit das Saarland im bundesweiten Vergleich Spitzenreiter. Bei den Zweitimpfungen liegt Niedersachsen mit einem Anteil von 4,2 Prozent im bundesweiten Durchschnitt.

Die Einzelhändler in Niedersachsen sehen in den Impfungen den entscheidenden Faktor, damit Geschäfte wieder öffnen können. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack, kritisierte im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ einen zu langsamen Impffortschritt in Niedersachsen. „Wir kommen beim Impfen nicht richtig vorwärts, da müssen wir schneller und besser werden.“ Schnelltest-Konzepte für das Einkaufen in Innenstädten, wie sie nach Ostern in einigen Modellregionen eingeführt werden sollen, seien bestenfalls „für einzelne Regionen eine Option“. (Quelle: NDR, 25.03.21)


Lockdown für Helsinki

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin will einen Lockdown über die Hauptstadt Helsinki verhängen. Sie kündigte am Mittwoch einen Gesetzentwurf an, wonach es den Einwohnern von Helsinki und der südwestlichen Stadt Turku nur noch erlaubt wäre, das Haus für Lebensmitteleinkäufe, Schul- oder Arztbesuche zu verlassen. Der Text könnte dem Parlament bereits am Donnerstag vorgelegt werden.

Geplant ist, den Lockdown bis Mitte Mai zu verhängen. Auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes würde in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht. Die Polizei könnte die Bewegungen der Menschen überwachen und bei Verstößen Bußgelder verhängen. Diese Maßnahmen seien „zwingend notwendig“, um die Belastung der Krankenhäuser zu reduzieren, sagte Marin dem Sender Yle.

Bis vor kurzem hatte das nordische Land mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern eine der niedrigsten Covid-19-Inzidenzraten in ganz Europa, was zum Teil auf die niedrige Bevölkerungsdichte und die Einhaltung der Corona-Regeln durch die Finnen zurückzuführen war. Finnland hat seit Beginn der Pandemie 73.516 Corona-Fälle registriert. 811 Menschen starben an den Folgen der Infektionskrankheit. (Quelle: FAZ, 25.03.21)


Sozialverband dringt auf mehr Schutz für Arme

Mit Blick auf eine erhöhte Sterblichkeit dringt der Sozialverband VdK Deutschland auf besseren Infektionsschutz für Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind. „Es ist erschütternd, dass in sozial benachteiligten Regionen die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Corona-Infektionen im Dezember und Januar rund 50 bis 70 Prozent höher lag als in bessergestellten Gegenden“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Das habe mit beengteren Wohnverhältnissen und einem allgemein schlechteren Gesundheitszustand der Betroffenen zu tun.

Die Bundesregierung müsse sehr viel mehr zu deren Schutz tun, appellierte Bentele. Für Empfänger von Grundsicherung, Wohngeld und Kinderzuschlag forderte sie monatlich 100 Euro mehr, die ein wichtiger Beitrag etwa für Schutzmasken und Tests sein könnten. Ebenso sollte die Politik die richtigen Prioritäten setzen. „Nicht das Reisen sollte im Fokus stehen, sondern das schnellere Impfen und Testen.“ Dazu brauche es auch eine Testpflicht in Unternehmen, so die VdK-Präsidentin.

Mit Blick auf die Absage bestimmter Osterbeschränkungen durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Bentele, es sei „wichtiger denn je, dass politische Entscheidungen nachvollziehbar bleiben“. Ansonsten leide das Vertrauen in politisches Handeln, das wolle sie auf keinen Fall. Die VdK-Präsidentin bedauerte zugleich, „dass bei der Bekämpfung der Pandemie soziale Fragen und die Sorgen und Nöte der Menschen eher weniger gesehen werden“.  (Quelle: FAZ, 25.03.21)


Dertours: Enttäuscht über Fanausschluss bei Olympia

Der offizielle deutsche Ticketpartner für Olympia in Tokio ist enttäuscht über den Ausschluss ausländischer Fans von den Sommerspielen. „Wir bedauern diese Entwicklung sehr, zumal nach Verschiebung der Spiele in dieses Jahr rund 70 Prozent unserer Gäste auf 2021 umgebucht hatten“, teilte eine Sprecherin des Veranstalters Dertour der Deutschen Presse-Agentur mit. Für die Wettkämpfe in Tokio habe man ein Kontingent von 40 000 Tickets zur Verfügung gehabt, „zahlreiche Reisegäste“ hatten beim Unternehmen für Japan gebucht.

Bevor die Sommerspiele im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise auf 2021 verschoben worden waren, rechnete Dertour mit rund 2500 Gästen. Wegen der anhaltenden Pandemie entschieden die Olympia-Organisatoren am vergangenen Wochenende, keine Zuschauer und Athletenfamilien aus dem Ausland bei den Tokio-Spielen zuzulassen.

„Wir sind dabei, die Rückabwicklung vorzubereiten und warten noch auf detaillierte Informationen des Organisationskomitees“, sagte die Dertour-Sprecherin. Sobald Klarheit herrsche, werde man sich bei jedem einzelnen Kunden oder Reisebüro melden.

Die Olympia-Macher hatten versichert, dass die Kosten für die Eintrittskarten rückerstattet werden. Unklar ist jedoch, wer für die bereits gebuchten Hotels und Flüge aufkommen muss.
Mehrere offizielle Olympia-Ticketpartner hatten kurz vor der Entscheidung der Gastgeber noch vor einem Fan-Ausschluss gewarnt. Dieser könne für die Unternehmen ein Millionen-Risiko bedeuten und juristische Auseinandersetzungen zur Folge haben. (Quelle: FAZ, 25.03.21)


Bilanz: 95 % der Pflegeheimbewohner mind. ein Mal geimpft

Rund 95 Prozent der Pflegeheimbewohner haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bereits mindestens eine Corona-Impfung erhalten. 73 Prozent hätten schon beide Impfungen bekommen, teilte das RKI in seinem Lagebericht vom Mittwochabend mit. Es wertete Daten bis zum 23. März aus. Zu den Impfquoten der über 80-Jährigen liegen keine kompletten Daten vor.

Insgesamt hätten in Deutschland 7.93 Millionen Menschen eine erste und 3.51 Millionen auch die zweite Impfung erhalten. Die Impfquoten liegen damit für mindestens eine Impfung im Bundesdurchschnitt bei 9,5 Prozent, für beide bei 4,2 Prozent.

In den Bundesländern wird weiterhin mit unterschiedlichem Tempo geimpft: Die Quote für die erste Impfung reichte von 8,3 Prozent in Sachsen bis zu 11,4 Prozent im Saarland. Bei den Zweitimpfungen liegt die Spanne zwischen 3,5 Prozent in Brandenburg und 5,0 Prozent in Thüringen. Einige Bundesländer haben bereits angefangen, die Altersgruppe der über 70-Jährigen zu impfen. (Quelle: FAZ, 25.03.21)


Welche Regeln weiter gelten

Zwei Tage nach dem Bund-Länder-Treffen streicht die Bundesregierung die Ruhe-Regelung zu Ostern. Doch welche Regeln bleiben in Kraft? Und welche Verschärfungen gelten an den Feiertagen? Ein Überblick. Bis wann gilt der Lockdown? Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass der Lockdown bis vorerst zum 18. April verlängert wird. Im Beschluss wird dies mit dem „starken Infektionsgeschehen“ und einer „exponentiellen Dynamik“ begründet. Ohne die Maßnahmen wäre bereits im April eine Überlastung des Gesundheitswesens wahrscheinlich, heißt es. Die bereits im März vereinbarte Notbremse soll konsequent umgesetzt werden. Das heißt: Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei folgenden Tagen auf über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner treten die alten Regeln wieder in Kraft.

Die Bundesregierung über die aktuellen Corona-Maßnahmen bundesregierung.de
Welche Regeln gelten für Ostern? Der Vorschlag, Gründonnerstag und Ostersamstag zum Ruhetag zu erklären, ist vom Tisch. Trotzdem gilt vom 1. bis zum 5. April eine „Erweiterte Ruhezeit zu Ostern“. Das beinhaltet ein Verbot von Ansammlungen im öffentlichen Raum. Geöffnete Außengastronomie wird geschlossen.

Welche Kontaktbeschränkungen gelten?
Private Zusammenkünfte sind im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt. Die gleiche Begrenzung gilt auch bei Zusammenkünften im öffentlichen Raum. Überschreitet eine Region aber den Wert der sogenannten Notbremse, gelten wieder striktere Kontaktbeschränkungen: Dann dürfen die Angehörigen eines Haushaltes nur noch eine Person aus einem anderen Haushalt treffen. Dabei zählen dann Kinder unter 14 Jahren dazu. Auch hier beziehen die Regelungen Treffen in der Öffentlichkeit mit ein… (weiter und Quelle: Tagesschau, 24.03.31)


Merkel nennt Vertrauensfrage unnötig – die ganze Regierung stehe hinter ihr

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt die Forderung der Opposition ab, im Bundestag die Vertrauensfrage zu stellen. „Nein, das werde ich nicht tun“, sagte Merkel am Mittwochabend in der ARD. Dies sei nicht nötig. Sie habe heute um Verzeihung gebeten für den nun zurückgezogenen Vorschlag einer Ruheperiode an Ostern, die aber nur schwer umzusetzen sei. „Das ist, glaube ich, das Richtige, was zu tun ist. Ich habe ansonsten die Unterstützung der gesamten Bundesregierung und insofern auch des Parlamentes“, betonte die Kanzlerin. Deutschland stecke derzeit in der dritten Pandemiewelle. „Viel wichtiger ist, dass wir jetzt die dritte Welle in den Griff bekommen. Sie ist kompliziert. Das Virus ist aggressiver. Es ist infektiöser und es ist tödlicher“, sagte die Kanzlerin und betonte, dass man sich auch nach den Experten richten müsse: „Die Einzigen, die gestern zufrieden waren mit unseren Beschlüssen zu Ostern, das waren die Intensivmediziner.“

Merkel verteidigte auch die Ministerpräsidentenkonferenzen gegen Kritik der Opposition. Diese Begegnungen mit den 16 Länderchefs seien wichtig, weil das Infektionsschutzgesetz regele, dass die Länder für die Corona-Maßnahmen zuständig seien. „Damit Deutschland nicht ein vollständiger Flickenteppich ist, ist es schon sinnvoll, sich auf bestimmte Gemeinsamkeiten zu einigen“, sagte sie. „Aber die Voraussetzung ist natürlich, dass wir auch das gemeinsame gleiche Verständnis von der Pandemie haben“, fügte Merkel hinzu. Die letzte MPK war von einem Streit zwischen den Ministerpräsidenten geprägt, von denen einige trotz steigender Neuinfektionszahlen auf weiteren Öffnungen bestanden hatten. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Spendengelder retten Osnabrücker Zoo

Eins vorab: Dass Corona dem Osnabrücker Zoo die Bilanz für 2020 verhagelt hätte, kann man nicht gerade behaupten. Rein finanziell war es sogar alles andere als ein Seuchenjahr. Denn unterm Strich stehen deutlich mehr Einnahmen als Ausgaben, und auch der erwartete Besucherschwund infolge von Zwangsschließungen hielt sich in Grenzen. Was jeweils als Beleg für besonders gutes Krisenmanagement gelten darf. Wahr ist aber auch: Ohne die große Hilfe von außen, die dem Zoo in der Not zuteil wurde, sähen die Zahlen am Schölerberg viel schlechter aus. Wahrscheinlich wäre der größte Publikumsmagnet der Region dann längst ruiniert.

Der Zoo Osnabrück erzielte im ersten Jahr der Pandemie nach eigenen Angaben Erlöse in Höhe von 10,7 Millionen Euro. Das sind 900.000 Euro mehr als im Rekordjahr 2019. Das meiste Geld brachte wie immer der Ticketverkauf ein: Weit mehr als die Hälfte aller Gesamteinnahmen (58 Prozent) entfallen auf den Eintritt. Dem gegenüber stehen Aufwendungen in Höhe von 8,6 Millionen Euro (2019: 8,8 Millionen). Dickster Batzen hier: die Personalkosten (59 Prozent).

Zoopräsident Fritz Brickwedde berichtete bei der Bilanz-Pressekonferenz am Montag von „schlaflosen Nächten“, die insbesondere der erste Lockdown im Frühjahr 2020 „bei uns allen“ verursacht habe. Von Mitte März bis Anfang Mai musste der Zoo damals geschlossen bleiben – normalerweise Hauptsaison und damit wirtschaftlich unverzichtbar. Rechnet man den zweiten Lockdown hinzu, der im November begann und erst vor zwei Wochen endete, herrschte 2020 sogar vier Monate lang Besuchsverbot am Schölerberg. Insgesamt 1,9 Millionen Euro an Eintrittsgeldern seien dadurch im vergangenen Jahr verloren gegangen.

Geschäftsführer Andreas Busemann erklärte: „Wir haben mit Spendenaufrufen, Marketingaktionen und Merchandising gegen die Verluste gearbeitet.“ So zahlte sich der im Handumdrehen gestartete beziehungsweise ausgedehnte Verkauf etwa von Retter-Jahreskarten, Tierpatenschaften und allerlei Produkten mit „Zooretter“-Label unmittelbar aus.

Spenden für den Zoo addierten sich 2020 den Angaben zufolge auf 930.000 Euro – fast viereinhalb mal mehr als 2019. Allein 860.000 Euro flossen zwischen Beginn der Corona-Krise im März und Jahresende. Die Stadt Osnabrück verdoppelte den anrechenbaren Anteil um 585.000 Euro. Das Land Niedersachsen schoss 800.000 Euro zu. Macht zusammen ungefähr 2,3 Millionen Euro, was die Eintrittsgeld-Verluste infolge der Zwangsschließungen mehr als ausglich.

Im Vergleich zu 2019 gingen die Erlöse durch Eintrittsgelder (6,2 Millionen Euro) um 7,8 Prozent zurück. Und das, obwohl der Mai 2020 laut Busemann als „bester Monat aller Zeiten“ in die Statistik einfließt. Damals strömten die Menschen nur so in den Zoo, nachdem es ihnen wieder erlaubt worden war. Auch der Juli ließ die Kassen stärker klingeln als jeder Monat im Jahr zuvor.

Dennoch fiel die Gesamtbesucherzahl am Schölerberg erstmals seit 2013 wieder unter die Millionengrenze, wenngleich nur knapp. Schätzungsweise 950.000 Gäste kamen im vergangenen Jahr. Genau lasse sich das aus technischen Gründen nicht sagen, betonte der Geschäftsführer. Pro Jahreskarten-Inhaber rechne er aber mit vier Besuchen pro Jahr. Der Jahreskartenanteil habe sich gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent erhöht. Dagegen sei der Verkauf von Tageskarten aufgrund der Schließungen um 13 Prozent gesunken. (Quelle: GN, 24.03.21)


Österreich beschließt harten Lockdown für Wien und andere Regionen

Österreich verschärft angesichts einer drohenden Überlastung des Gesundheitswesens in der Hauptstadt Wien und in zwei anderen Bundesländern die Corona-Maßnahmen über Ostern. Von 1. bis 6. April wird das öffentlichen Leben herunter gefahren und alle nicht versorgungsnotwendigen Geschäfte geschlossen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Mittwochabend nach langen Verhandlungen mit den Landeschefs von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Körpernahe Dienstleister müssen wieder schließen und es gilt eine Ausgangsbeschränkung über den ganzen Tag. Schüler sollen nach den Osterferien erneut in den Fernunterricht wechseln. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Reisebranche: „Bundesregierung hat Kurs und Kompass verloren“

Die Reisebranche hat die Prüfung weiterer Einschränkungen der Reisefreiheit wegen der Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Mehr Rückwärtssalto geht nicht. Die Bundesregierung hat Kurs und Kompass verloren“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig am Mittwoch.

Die Bundesregierung hatte zuvor bekanntgegeben, dass sie prüfe, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland unterbunden werden können. Hintergrund der Diskussion ist der vorübergehende Buchungsboom für Mallorca nach der Streichung der Lieblingsinsel der Deutschen von der Liste der Corona-Risikogebiete am 14. März. Der Schritt erfolgte, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Damit ist der Urlaub auf Mallorca wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich.

Das führte zu einer Explosion der Buchungen bei den großen Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften, die hunderte zusätzliche Flüge für die Osterferien neu auflegten. Beim Bund-Länder-Treffen am Montag wurde allerdings entschieden, dass künftig für alle Flugpassagiere, die nach Deutschland einreisen, eine Testpflicht eingeführt werden soll.
(Quelle: TSP, 24.03.21)


Johnson warnt EU vor Exportstopp von Impfstoffen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die EU vor einem Exportstopp von Corona-Impfstoffen gewarnt. „Ich denke nicht, dass Blockaden von Impfstoffen oder Inhaltsstoffen für Impfstoffe sinnvoll sind“, sagte Johnson am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss in London. Der langfristige Schaden könne „sehr beträchtlich“ sein. Johnson betonte, darunter könne auch die Wirtschaft leiden. Unternehmen würden prüfen, „ob es sinnvoll ist, künftig Investitionen in Ländern zu tätigen, in denen willkürliche Blockaden verhängt werden.“

Die EU-Kommission hatte eine am 1. Februar eingeführte Exportkontrolle am Mittwoch noch verschärft. Herstellern, die EU-Verträge nicht erfüllen, kann die Ausfuhr untersagt werden.

In einer gemeinsamen Erklärung betonten Großbritannien und die EU-Kommission, sie setzten weiter auf Kooperation. „Wir sind alle mit derselben Pandemie konfrontiert, und die dritte Welle macht die Zusammenarbeit zwischen der EU und Großbritannien noch wichtiger“, heißt es darin. „Angesichts unserer gegenseitigen Abhängigkeit arbeiten wir an konkreten Schritten, die wir kurz-, mittel- und langfristig umsetzen können, um eine Win-win-Situation zu schaffen und die Impfstoffversorgung für unsere Bürger zu erweitern.“ (Quelle: TSP, 24.03.21)


Braun: Deutsche sollen Ostern wie Weihnachten feiern

Kanzleramtsminister Helge Braun fordert die Deutschen auf, über Ostern besonders vorsichtig zu sein und verweist auf das Verhalten zu Weihnachten. „Im Sommer wird durch das Impfen alles deutlich einfacher, aber eben noch nicht jetzt“, sagt er dem Sender RTL und dem Magazin „Stern“ laut redaktioneller Fassung. Das Testen helfe zwar, reiche aber allein nicht aus. „Darum wäre es sehr, sehr gut, wenn sich über Ostern alle sehr, sehr zurücknehmen und es ähnlich machen wie über Weihnachten.“ (Foto: CC s. Archiv v. 6.3.21; Quelle: TSP, 24.03.21)


SPD im Bundestag lehnt Verbot von Auslandsurlaub ab

Trotz stark steigender Corona-Infektionszahlen lehnt die SPD im Bundestag ein Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland ab. „Ein generelles Verbot von Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wird es mit der SPD-Fraktion nicht geben“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, am Mittwoch in Berlin. „Generell Reisen ins Ausland zu verbieten, geht über sinnvolle Schutzmaßnahmen hinaus, ist unverhältnismäßig und trägt zur weiteren Verunsicherung der Bevölkerung bei.“ Die SPD-Fraktion stehe für eine solche Beschränkung nicht zur Verfügung.

Schneider sagte: „Es ist richtig, dass es neben den Quarantäneregelungen nun auch eine Testpflicht für die Rückkehr aus dem Ausland geben soll, auch wenn es sich nicht um ein Risikogebiet handelt.“ Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts hatte bereits mitgeteilt, dass eine weltweite Reisewarnung wie zu Beginn der Pandemie im vergangenen Frühjahr bisher nicht geplant sei. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Weitere knapp sechs Milliarden Euro für Tests und Impfungen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll für den Kampf gegen die Corona-Pandemie weitere knapp sechs Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt einsetzen können. Der größte Teil diene zur Finanzierung der kostenlosen Schnelltests, die jeder seit 8. März regelmäßig in einem Testzentrum vor Ort in Anspruch nehmen kann, sagte der Unions-Haushaltsexperte Eckardt Rehberg (CDU) am Mittwoch.

Für Tests sind bis zu 3,3 Milliarden Euro vorgesehen, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums hervorgeht. Für die künftig auch in Praxen geplanten Impfungen sollen bis zu 1,5 Milliarden Euro für die Vergütung der Ärzte bereit stehen. Eine Milliarde Euro ist zudem zur Unterstützung von Kliniken vorgesehen. (Foto: Cc s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 24.03.21)


Intensivmediziner enttäuscht über Lockdown-Rücknahme

Intensiv-Mediziner zeigen sich enttäuscht über die Rücknahme des geplanten Oster-Lockdowns. Eine Osterpause hätte „sicherlich wieder einige Infektionen verhindern können, die jetzt unvermeidbar stattfinden werden“, sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. Er verweist dabei auf das gegenwärtige exponentielle Wachstum bei der Zahl der Intensivpatienten. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Astrazeneca lagert in Italien 29 Millionen Dosen Corona-Impfstoff.

Weil der Konzern mit seinen vertraglich zugesicherten Lieferungen an die Europäische Union massiv im Rückstand ist und Impfstoff in der EU überall fehlt, sorgte diese Nachricht der italienischen Zeitung „La Stampa“ für erheblichen Wirbel. Das britisch-schwedische Unternehmen versuchte schließlich, die Sache aufzuklären.

Zumindest ein Teil des Impfstoffs – 16 Millionen Dosen – solle in den nächsten Wochen an die EU geliefert werden, man warte auf die Freigabe durch die Qualitätskontrolle, erklärte der Hersteller. Die übrigen 13 Millionen Dosen sollten an die Initiative Covax gehen, die Impfstoff in ärmere Länder bringt. „Der Impfstoff wurde außerhalb der EU hergestellt und in das Agnani-Werk gebracht, um in Fläschchen abgefüllt zu werden“, erklärte Astrazeneca.

Zu dem Zeitpunkt hatten sich schon etliche Kritiker des Unternehmens zu Wort gemeldet, das nun zum x-ten Mal aus unterschiedlichen Gründen in den Schlagzeilen ist. Der CSU-Politiker Manfred Weber verlangte auf Twitter Aufklärung und meinte: „Das ist völlig inakzeptabel.“ Der CDU-Gesundheitsexperte Peter Liese erklärte, er sei „fassungslos“. Ein EU-Beamter in Brüssel äußerte sich zurückhaltender, stellte aber fest: „Ich kann mir keinen Grund denken, warum man in dieser Pandemielage Impfstoffe auf Halde legen würde.“

Dem hielt Astrazeneca entgegen: „Es ist nicht korrekt, dies als einen Vorrat zu bezeichnen. Der Prozess der Herstellung von Impfstoffen ist sehr komplex und zeitaufwendig. Insbesondere müssen die Impfstoffdosen auf die Freigabe durch die Qualitätskontrolle warten, nachdem die Abfüllung der Fläschchen abgeschlossen ist.“

Die Aufregung zeigt unter anderem, wie aufgerieben die Beziehung zwischen dem Pharmakonzern und der EU inzwischen ist. Beide hatten im August 2020 einen Vertrag über bis zu 400 Millionen Impfdosen geschlossen. Im ersten Quartal wollte Astrazeneca nach Brüsseler Angaben ursprünglich 120 Millionen Impfdosen an die EU liefern – und kürzte dies dann einseitig auf 30 Millionen. „Aber sie sind Stand heute noch nicht einmal in der Nähe dieser Zahl“, sagte EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis. Im zweiten Quartal stellt Astrazeneca nun offiziell 70 Millionen Dosen in Aussicht – statt der vereinbarten 180 Millionen.

EU-Vertreter werfen dem Konzern ständige Ausflüchte und undurchsichtige Angaben vor, warum die EU viel weniger bekommt als verabredet. Der Lieferrückstand von Astrazeneca ist einer der Gründe, warum die EU-Kommission am 1. Februar eine Exportkontrolle einführte und am Mittwoch sogar noch verschärfte. Herstellern, die EU-Verträge nicht erfüllen, kann die Ausfuhr untersagt werden. Astrazeneca ist bisher die einzige Firma, bei der dieses Möglichkeit einmal angewendet wurde: Italien stoppte 250.000 Impfdosen für Australien.

Nach dem „Fund“ der 29 Millionen Dosen in Italien lautete die These deshalb sofort, die Vakzine seien für den Export nach Großbritannien gedacht. So schrieb es „La Stampa“, die die Abläufe so schilderte: EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, inzwischen eine Art Impfstoff-Beauftragter von Kommissionschefin Ursula von der Leyen, habe Anfang März die Fabrik Halix im niederländischen Leiden besucht, die für Astrazeneca Corona-Impfstoff herstellt. Dort sei der Kommissar misstrauisch geworden. Er habe Italien unterrichtet, wo Astrazeneca Impfstoff abfüllen und verpacken lässt.

Bei einer Inspektion durch italienische Behörden seien dann in den Kühlkammern die 29 Millionen Dosen entdeckt worden. Die italienische Regierung bestätigte am Mittwoch, dass eine Anlage von Catalent in Anagni auf Bitten der EU-Kommission inspiziert wurde. Ziel der inspizierten Impfstoffe sei Belgien gewesen, hieß es aus Rom – was weitere Fragen aufwarf.

Astrazeneca hat auch und vor allem umfassende Lieferpflichten an Großbritannien, was seit Wochen für Spannungen zwischen Brüssel und London sorgt. Dabei geht es auch immer wieder um die Fabrik in Halix. Diese produziert nach Angaben der EU-Kommission seit geraumer Zeit. Sie hat aber bisher keine EU-Zulassung – nach Darstellung aus EU-Kreisen, weil das Unternehmen den Antrag nicht vorantrieb.

Die für die Zulassung der Anlage zuständige EU-Arzneimittelbehörde EMA wollte sich diese Woche auf dpa-Anfrage über Details des Verfahrens nicht äußern. In jedem Fall wird schon länger gerätselt, wie viel und für wen Halix produziert. Großbritannien hofft dem Vernehmen nach, den Großteil des dort hergestellten Impfstoffs zu bekommen. Die britische Regierung stellte jedoch klar, dass man keine Exporte aus dem Kontingent in Anagni erwarte. Astrazeneca betonte: „Es sind derzeit keine Exporte außer in Covax-Länder geplant.“

Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, man habe sich erstmal gefreut, „dass da offensichtlich 29 Millionen Dosen sind“. Und weiter: „Vielleicht gibt es jetzt die Möglichkeit, die Lieferungen deutlich aufzustocken.“ Nach der Erklärung von Astrazeneca sieht es so aus. Rom will dennoch die für den Gesundheitsschutz zuständigen Carabinieri nun alle ausgehenden Impfstoff-Partien in Anagni kontrollieren lassen. (Quelle: GN, 24.03.21)


Scholz sieht Deutschland finanziell gewappnet für Corona-Krise

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht Deutschland finanziell gewappnet für den weiteren Kampf gegen die Corona-Krise. „Wir nehmen die nötigen Mittel in die Hand, um die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Pandemie zu bewältigen“, sagte Scholz am Mittwoch bei der Vorlage der Eckwerte für den Bundeshaushalt 2022. Geplant sind neue Schulden in Milliardenhöhe. Dafür soll es erneut eine Ausnahme von der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse geben.

Die Hilfspolitik werde entschlossen fortgesetzt, sagte Scholz. Der Bund hatte milliardenschwere Hilfsprogramme beschlossen, um die Folgen der Pandemie für Jobs und Firmen abzufedern. Der Minister machte deutlich, Deutschland stehe finanziell gut da, um das Notwendige zu tun – auch im internationalen Vergleich. Sowohl die Kreditaufnahme als auch die Schuldenquote seien niedriger als erwartet. Die Schuldenquote werde geringer liegen als nach der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. (Foto: CC s. Archiv v. 16.5.20; Quelle: TSP, 24.03.21)


In Berlin beginnen am Freitag die Impfungen von Obdachlosen.

Nach der zwischenzeitlichen Verzögerung wegen des Astrazeneca-Stopps laufen in Berlin nun doch die Impfungen für Obdachlose an. Der offizielle Start ist für Freitag mit Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in der Notübernachtung in der Storkower Straße geplant. Wie der Senat am Mittwoch weiter mitteilte, hat die erste Impfeinrichtung für obdachlose Menschen bereits in dieser Woche ihre Arbeit begonnen. In den kommenden Tagen kämen weitere Einrichtungen hinzu.

Obdachlose gehören aufgrund ihrer Lebensumstände zu den besonders gefährdeten Personengruppen. Eigentlich hätten die Covid-19-Impfungen für obdachlose Menschen in Berlin bereits gestartet sein sollen. Die Impfungen sollen den Angaben zufolge in ausgewählten Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe stattfinden, sogenannten Impfinseln. Dort arbeitet demnach medizinisch geschultes Personal, das die mehrsprachige Impfberatung, die Durchführung der Impfung und die begleitende Betreuung übernehmen wird, hieß es. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Reformideen für Ministerpräsidentenkonferenz

Führende Politiker haben den Wunsch geäußert, die Corona-Gipfel-Treffen der Kanzlerin mit den Länderchefs künftig anders zu gestalten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich unter dem Eindruck der regelmäßigen Beratungen zur Corona-Pandemie für eine Reform der Ministerpräsidentenkonferenz ausgesprochen. So sei er beispielsweise sehr dafür zu haben, diese Sitzungen früher und nicht erst immer am Nachmittag zu beginnen, sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung im bayerischen Landtag in München. Ihm persönlich machten Nachtsitzungen nichts aus, dennoch sei es sinnvoll, das Zeitmanagement zu ändern. Zum einen wären die Entscheidungen der Regierungschefs von Bund und Ländern „besser kommunizierbar als nachts um drei“, zum anderen seien Rückfragen bei Experten in den Ministerien einfacher.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer will Lehren aus der Verwirrung um die inzwischen wieder zurückgenommene „Osterruhe“ ziehen. „Es wird keine MPK mehr geben, die bis 3 Uhr dauert“, sagte sie am Mittwoch in Mainz. „Das ist nicht mein Stil zu arbeiten.“ Sie fügte hinzu: „Um 3 Uhr morgens vernünftige Entscheidung zu treffen, ist eben auch eine Schwierigkeit.“

Auch Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) sagte Änderungen im Ablauf der Corona-Krisengipfel von Bund und Ländern zu. Die Schaltkonferenzen müssten künftig wieder besser geplant und inhaltlich vorbereitet werden, sagte er. Dies zeigten die Erfahrung vom Montag deutlich. Es müsse im Vorfeld eine „vernünftige Vorbereitung“ solcher Beratungen geben. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Bundesregierung will Reisen ins Ausland unterbinden

Die Bundesregierung prüft, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wegen der Corona-Pandemie vorübergehend unterbunden werden können. Es gebe einen entsprechenden Prüfauftrag, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

Im Beschluss der Bund-Länder-Runde von Montagnacht hatte es lediglich geheißen: „Bund und Länder appellieren weiterhin eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten – auch hinsichtlich der bevorstehenden Ostertage.“

Allerdings hatten die Mallorca-Urlauber für heftigen Streit in der Runde gesorgt. Niemandem sei zu erklären, dass Bürger in Mallorca urlauben dürften, aber im eigenen Bundesland nicht, hatten vor allem die Nord-Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern betont.

Angela Merkel wollte sich auf diesen „kontaktarmen“ Urlaub im Inland nicht einlassen. Stattdessen folgte die Idee des Oster-Lockdowns, den die Kanzlerin am Mittwoch wieder abräumte.

In der Folge hatten die mehrere deutsche Fluggesellschaften erklärt, dass sie ihre Kunden vor der Rückreise mit Schnelltests testen wollten. Mallorca gilt laut RKI nicht mehr als Risikogebiet und hat eine deutlich niedrigere Inzidenz als viele Regionen in Deutschland. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Ministerpräsidenten springen Merkel zur Seite – Opposition fordert Konsequenzen
Kanzlerin Merkel hat den Stopp der Osterruhe auf sich genommen. Die Regierungschefs der Länder rechnen ihr das hoch an. FDP, Linke und AfD reicht das nicht. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Grafschafter Zahlen: Inzidenz unter 100

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim fällt am Mittwoch erstmals wieder unter die kritische 100-Marke. Das Landesgesundheitsamt beziffert den Wert auf 95,5. An den Inzidenzwert sind mögliche Verschärfungen und Lockerungen der Corona-Regeln gebunden. Fünf Tage in Folge lag der Inzidenzwert für die Grafschaft über der 100-Marke. Dennoch hatte sich die Kreisverwaltung am Dienstag dafür entschieden, die Grafschaft vorerst nicht zur Hochinzidenzkommune zu ernennen und somit keine strengeren Corona-Regeln zu erlassen. Jedoch hatte Landrat Uwe Fietzek auch betont, dass sich die Situation schnell ändern könnte.

Am Mittwoch meldet die Kreisverwaltung 18 weitere Covid-19-Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl auf 3987, als genesen gelten 3660 Menschen. Das sind acht Genesene mehr, als noch am Dienstag. In Quarantäne befinden sich laut Landkreis-Angaben 657 Grafschafter (Dienstag: 701). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 105.

Der Landkreis zählt am Mittwoch 222 (Dienstag: 212) aktuell Infizierte mit dem Coronavirus. 64 (+2) entfallen davon auf Nordhorn.


Merkel hält Vertrauensfrage für nicht nötig

Sowohl FDP-Chef Christian Lindner via Twitter als auch Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits im Vorfeld der Regierungsbefragung im Bundestag dazu gedrängt, die Vertrauensfrage zu stellen. Bartsch ergriff dann auch bei der Befragung das Wort und fragte Merkel, ob sie sich des Vertrauens der Union und der SPD sicher sei. Die Kanzlerin antwortete mit einem kurzen „Ja!“

Die #Bundeskanzlerin kann sich der geschlossenen Unterstützung ihrer Koalition nicht mehr sicher sein. Die #Vertrauensfrage im Deutschen Bundestag wäre ratsam, um die Handlungsfähigkeit der Regierung von Frau Merkel zu prüfen. CL

— Christian Lindner (@c_lindner) March 24, 2021

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(Quelle: TSP, 24.03.21)


Bremen: Tests an Schulen führen zu geringen Infektionsnachweisen

Tausende freiwillige Corona-Schnelltests an Bremer Schulen haben eine Handvoll Infektionen zutage gefördert. Seit 15. März seien etwa 20 000 Tests mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt worden und 4700 Tests mit Beschäftigten der Schulen, teilte die Bildungsbehörde am Mittwoch mit. Bei den Schülern hätten 13 Schnelltests eine Infektion angezeigt, die sich in 8 Fällen durch einen PCR-Test bestätigt habe. Bei den Beschäftigten gab es zwei positive Schnelltests, von denen sich einer hinterher als Infektion bestätigte.
Insgesamt haben die 181 Schulen in der Stadt Bremen etwa 74 000 Schülerinnen und Schüler. Sie können sich zweimal in der Woche mit Hilfe von Erwachsenen selbst mit den Antigen-Tests testen lassen. Nach Zahlen des Gesundheitsamts war am Mittwoch bei 59 Schülerinnen oder Schülern sowie bei 7 Schulbeschäftigten eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. An den Kitas waren 17 Kinder, 19 Erziehungskräfte und ein sonstiger Beschäftigter infiziert. (Quelle: GN , 24.03.21)


Polizei: Mann verübt Brandanschlag auf Rathaus aus Wut über Corona-Regeln

Aus Ärger über die Corona-Regeln soll ein 30-jähriger Mann einen Brandanschlag auf das Rathaus von Delmenhorst in Niedersachsen verübt haben. Das habe die erste Vernehmung des mutmaßlichen Täters ergeben, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Neben den Brandexperten der Polizei ermittele auch der für politische Kriminalität zuständige Staatsschutz. Auch andere Motive würden geprüft.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg werde im Lauf des Tages über eine Untersuchungshaft des Tatverdächtigen entscheiden. Den Angaben nach hatte der Mann am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr mehrere als Molotow-Cocktails präparierte Flaschen durch ein eingeschlagenes Fenster ins Rathaus geworfen. Zwei Zeugen hielten den Mann auf, bis die Polizei ihn festnahm.

Die Flammen konnten rasch gelöscht werden, nur ein Raum wurde beschädigt. Der 30-Jährige sei ersten Ermittlungen zufolge strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten, teilte die Polizei mit. Die Stadt Delmenhorst führe jedoch mehrere Bußgeldverfahren gegen ihn, da er gegen die Corona-Verordnung verstoßen haben soll. (Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Merkel verteidigt Bund-Länder-Runden

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Runden mit den Ländern als Steuerungsgremium in der Corona-Krise grundsätzlich gegen Kritik verteidigt. Es gebe sehr viele und sehr gute gemeinsam getragene Entscheidungen mit den Ministerpräsidenten, sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag. „Über die Verbesserung der Arbeitsweise (…) werden wir auch noch einmal miteinander reden.“ Dies sei in den Bund-Länder-Beratungen am Montag so besprochen worden. So wie im Parlament gebe es bei den Bundes- und Landesregierungen Sachverstand. „Das zeichnet unsere föderale Ordnung aus.“

Merkel hob zugleich die jeweilige Zuständigkeit des Bundes und der Länder im Krisenmanagement hervor. „Jede Ebene in der Demokratie hat ihre Verantwortung.“ Der Bund könne bei vielem unterstützen, aber nicht alles machen. „Die Verteilung von Selbsttests an Schulen gehört wirklich nicht zu den Aufgaben, die eine Bundesregierung leisten kann“, sagte die Kanzlerin und verwies auf die Länder und Kommunen.(Quelle: TSP, 24.03.21)


Merkel: Verwahre mich dagegen, ganze Gruppen zu verdächtigen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Berichte scharf zurückgewiesen, nach denen Migranten überproportional am Coronavirus erkranken und auf den Intensivstationen liegen. Sie „verwahre sich dagegen, ganze Gruppen von Menschen zu verdächtigen“, sagte Merkel am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag auf eine Frage des AfD-Abgeordneten Gottfried Curio. Das sei „vollkommen inakzeptabel“. Ein Generalverdacht helfe nicht weiter.

Die Bundesregierung informiere die Bevölkerung in mehreren Sprachen über die Pandemie, so Merkel. Curio hatte erklärt, Migranten lebten in einer Parallelgesellschaft und würden von der Bundesregierung nicht erreicht. Sie sorgten für Hotspots bei der Verbreitung des Coronavirus. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Scholz: Stopp der Osterruhe richtig

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat das Kippen der umstrittenen Osterruhe-Regelung als richtig bezeichnet. Die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verdiene jeden Respekt, sagte der Finanzminister am Mittwoch bei der Vorlage der Eckwerte der Regierung für den Bundeshaushalt 2022. Es gebe Momente in der Politik, in denen eine Entscheidung korrigiert werden müsse, auch wenn dies nicht leicht sei.

Es habe sich herausgestellt, dass eine solche Maßnahme nicht einfach umzusetzen sei. Eine Krise wie die Pandemie könne nur auf Basis von Vertrauen und Verlässlichkeit bewältigt werden, sagte Scholz. Deswegen dürften Fehler nicht häufiger passieren. Entscheidungen müssten gut und besser vorbereitet werden, bevor sie getroffen werden.

Scholz sagte weiter, richtig bleibe es, auf persönliche Kontakte weitgehend zu verzichten. Für den Fall steigender Inzidenzzahlen seien Maßnahmen vorgesehen. Merkel hatte nach heftiger Kritik entschieden, die geplante „Osterruhe“ zu stoppen und hatte dafür die Verantwortung übernommen. Merkel begründete den Verzicht mit zu vielen ungeklärten Fragen bei der Umsetzung. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Merkel begründet Stopp der Osterruhe mit zu vielen ungelösten Fragen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Verzicht auf die geplanten „Osterruhetage“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie mit zu vielen ungeklärten Fragen bei der Umsetzung begründet. Fragen von der Lohnfortzahlung bis zur Lage in Geschäften und Betrieben hätten aber in der Kürze der Zeit nicht so gelöst werden können, wie es nötig gewesen wäre. „Dieser Fehler ist einzig und allein mein Fehler“, erklärte Merkel am Mittwoch nach kurzfristig angesetzten Beratungen mit den Ministerpräsidenten. „Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung.“

Bund und Länder hatten in der Nacht zu Dienstag unter anderem einen verschärften Oster-Lockdown vom 1. bis 5. April beschlossen, um das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben stärker herunter zu fahren. Der Gründonnerstag und der Karsamstag sollten dafür zu Ruhetagen erklärt werden. Daran war aber massive Kritik laut geworden, es gab zudem große Verwirrung um die praktische Umsetzung. (Quelle: TSP, 24.03.21)


Beschlossene Ruhetage wieder kassiert

Die Bundesregierung hat die erst in der Nacht zu Dienstag beschlossenen „Ruhetage“ nach einer erneuten Beratung mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch wieder kassiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die geplante Osterruhe als Fehler. Die Idee, mit diesem verschärften Kurzzeit-Lockdown die aktuelle Infektionsdynamik der dritten Corona-Welle zu brechen, war vor allem vom Einzelhandel und der Tourismusbranche scharf kritisiert worden. Die Maßnahmen seien realitätsfern, hieß es von Unternehmerverbänden. Auch von wissenschaftlicher Seite gab es Zweifel, ob diese kurze Zeit reiche, der derzeit steigenden Infektionskurve das Tempo zu nehmen.

Leere Strandkörbe stehen bei trübem Wetter am Strand im Ortsteil Döse. Durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wird der Tourismus in Niedersachsen massiv beeinträchtigt. Die Strände der Stadt Cuxhaven dürfen derzeit lediglich von Einwohnern der Stadt oder dem Landkreis Cuxhaven genutzt werden.

Die ersten Beratungen von Bund und Ländern hatten sich über mehr als zwölf Stunden hingezogen. Ein Knackpunkt war der Urlaub in Deutschland. Unter anderem hatte sich Niedersachsen dafür stark gemacht. Am Ende gab es eine Absage. Offen ist aber noch, wie die Landesregierung die neue Corona-Verordnung im Detail ausgestaltet.

Auch wie mit den Kirchen verfahren wird, ist unklar. Zunächst hatte die Bundesregierung darauf gedrängt, dass die Gotteshäuser zu Ostern leer bleiben. Die katholische und die evangelische Kirche hatte dieser Vorstoß überrascht. Vertreter beider Kirchen hatten danach deutlich gemacht, dass man gedenke, am höchsten christlichen Feiertag Gottesdienste zu feiern. Ministerpräsident Stephan Weil hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass Gespräch mit den Kirchen zu suchen.

Nach Ostern will Niedersachsen das Infektionsgeschehen durch deutlich mehr Tests in den Griff bekommen, wie Weil erklärte. Laut Experten müssten 40 Prozent der Bevölkerung regelmäßig getestet werden. Dies erreiche man in Niedersachsen über die Schulen und die drei Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Hinzu komme die Gruppe der Bürger, die sich auf Kosten des Bundes testen lassen können, so Weil.

Ebenfalls nach Ostern soll laut Weil ein Modellprojekt in ausgewählten Kommunen im Land beginnen. Dort sollen zuvor negativ auf das Coronavirus getestete Menschen in Geschäften einkaufen gehen, in der Außengastronomie sitzen und Kulturveranstaltungen besuchen können. Kommunen mit einer Inzidenz von mehr als 200 seien ausgeschlossen. Schon im Sommer sollen sich alle Menschen, die dies möchten, impfen lassen können. Aufgrund der für April und die folgenden Monate angekündigten Impfstofflieferungen hält Weil dieses Ziel für realistisch.

Allgemein ist der Lockdown bis zum 18. April verlängert worden. In Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 soll die bereits am 3. März beschossene „Notbremsen“-Regelung angewendet werden. In diesem Fall dürften sich Mitglieder eines Haushalts nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen. Das Infektionsschutzgesetz soll in Kürze angepasst werden, eine neue Landesverordnung voraussichtlich aber kommende Woche in Kraft treten.( Foto. MP Stephan weil, CC s. Archiv v. 28.10.21;Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Bartsch: Merkel sollte Vertrauensfrage stellen

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat nach der Rücknahme der geplanten Corona-Osterruhe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu aufgefordert, im Bundestag die Vertrauensfrage zu stellen. „Wir haben inzwischen eine veritable Vertrauenskrise gegenüber der politischen Führung des Landes“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Konsequente Pandemiebekämpfung gehe nur, wenn die Kanzlerin das Vertrauen der Mehrheit des Parlaments genieße. „Sie sollte im Deutschen Bundestag die Vertrauensfrage stellen.“

Bartsch sprach von „Dilettantismus im Kanzleramt“. Statt die Krise zu lösen, mache die Bundesregierung in der Pandemiebekämpfung Fehler auf Fehler. Er fügte hinzu, es sei richtig, wenn unsinnige Fehler korrigiert würden. (Quelle: TSP, 24.03.21)


(24.03.21)


Selbsttests in der Grafschaft nicht unumstritten

Noch sind es – um mit Blick auf die Ostertage im Jargon zu bleiben – ungelegte Eier: Der Einsatz der Selbsttests für die Mädchen und Jungen an den Schulen. Denn bislang sind die Materialien in der Grafschaft Bentheim noch nicht angekommen. „Es sind deshalb lediglich Gedankenspiele, die wir bisher betreiben können. Es ist alles noch pure Theorie und nichts spruchreif“, sagt daher beispielsweise Holger Hans, Leiter der Hauptschule in Emlichheim zu den „Grafschafter Nachrichten“. „Wir müssen zunächst abwarten, welche der Tests überhaupt bei uns ankommen. Erst dann können wir überlegen, wie wir sie einsetzen. Grundsätzlich sollten die Schritte mit den Schülerinnen und Schülern kommuniziert werden.“

Kommunikation ist auch das zentrale Thema für Kai Schmidt, Rektor der Oberschule Uelsen. Er setzt auf eine kombinierte verbale und visuelle Information. „Sobald die Tests bei uns eingetroffen sind, werde ich gemeinsam mit einem Mediziner – also unter fachlicher Begleitung – ein Erklärvideo drehen. Im Stile der ‚Sendung mit der Maus‘. Wir werden die Anwendung sowie auch die Auslegung der Testergebnisse und die darauf folgenden Schritte möglichst kleinteilig und für alle verständlich erläutern. Transparenz ist in meinen Augen ein wesentlicher Faktor in diesem Zusammenhang.“ Er und sein Kollegium klären die Schüler zum einen auf, dass Selbsttests auch fehlerhaft sein können. Zum anderen sollen die Testkassetten bei der Lehrkraft abgegeben werden, „damit die Mitschüler die Ergebnisse möglichst nicht mit bekommen. Denn eine Diffamierung Einzelner gilt es auf jeden Fall zu vermeiden.“

Die meisten Pädagogen willen die Anwendung zunächst einmal selbst ausprobieren, um für die Praxis gewappnet zu sein. Etliche haben noch nie einen Selbsttest gemacht. Foto: Hille
Die meisten Pädagogen willen die Anwendung zunächst einmal selbst ausprobieren, um für die Praxis gewappnet zu sein. Etliche haben noch nie einen Selbsttest gemacht. Foto: Hille
Godehard Otterbeck, Leiter der Oberschule Schüttorf, „wird die Testkits zunächst von den Lehrern selbst ausprobieren lassen. Viele haben noch nie selbst so einen Test angewendet.“ Die grundsätzlichen Voraussetzungen für den Einsatz in den Klassen (Einmalhandtücher, Handschuhe, Müllbeutel, etc.) seien bereits geschaffen worden. Auch über die Fragen: Was geschieht mit einem Schüler, dessen Test positiv ausfällt? Wie begleiten wir ihn dann weiter? sei bereits intensiv diskutiert worden, so Otterbeck. „Wir würden denjenigen dann – von einer Lehrperson begleitet – in unseren geschützten und nicht einsehbaren Innenhof bringen. Dort besteht durch die Fenster Kontakt zum Lehrerzimmer und zur Verwaltung. Wir wollen niemanden alleine lassen.“ Noch allerdings, so gibt Godehard Otterbeck zu, „ist alles nur eine theoretische Planung.“ Wesentlich seien ihm und seinen Lehrerkollegen/innen immer wieder die Hinweise, dass ein positives Testergebnis keine endgültige Aussage über eine Infektion mit dem Virus treffe und dass hier erst ein PCR-Test schlüssige Aussagen zulasse.

Er habe, so der Schulleiter, von einigen Pädagogen auch schon die Aussage erhalten, dass sie im Grunde gar nicht bereit seien, diese Tests zu begleiten, da zahlreiche Details – etwa zur Haftung bei einer Verletzung – noch offen seien. „Ich wüsste nicht einmal, ob ich eine rechtliche Handhabe hätte, die Kollegen dazu zu zwingen. Da ist noch alles in der Schwebe“, erhofft sich Otterbeck baldige Antworten.

Viele Gedanken – auch ohne vorliegende Testausstattung – haben sich, so die GN, Simone Wipking, Leiterin der Realschule Bad Bentheim, „und ihr Team gemacht. ‚Wir sehen die Schwierigkeiten vor allem im emotionalen Bereich der Kinder‘, sagt Wipking. „Was macht es mit den Schülern, wenn sie sehen, dass plötzlich ein zweiter Strich auf der Testkassette auftaucht, der ein positives Ergebnis anzeigen soll?“ Die Realschule habe deshalb Namenskarten vorbereitet, die jeder Klassenlehrer auf seinem Pult liegen hat. Dort stellen die Mädchen und Jungen ihre Kassetten ab, der Pädagoge kann die Ergebnisse dann ohne Mit-Einsicht durch die Schüler erkennen. Anschließend würden die Ergebnisse mit den Einzelnen besprochen. „Sollte bei einem Kind eine positive Testreaktion erfolgen, wird es durch den Klassenlehrer zum Sekretariat begleitet. Dort gibt es einen vorbereiteten Raum, in dem die Kinder im Beisein der mit FFP2-Masken ausgestatteten Lehrer auf das Abholen durch die Eltern warten.“

Auch Wipking und ihr Kollegium betonen, dass es wichtig sei, die Kinder rund um die Selbsttests „gut im Blick zu haben und ihnen die Sorge zu nehmen, ein positiver Selbsttest sei ein Stigma und ganz furchtbar.“ In vielen Familien, so Wipkings Erfahrung, seien Corona und Tests ein Thema. Es werde intensiv besprochen und zähle inzwischen schon fast zur Normalität. Da, wo dies nicht der Fall sei, „wird die Diskussion in der Schule darüber dann sicherlich etwas schwieriger.“ Auch die Realschul-Pädagogen wollen vor dem Realeinsatz der Selbsttests in den Klassen erst einmal einen Probelauf mit Anwendungen bei den Erwachsenen durchführen. Möglichst mit Einsatz des Videos, das dazu in Uelsen entsteht. „Die Kontakte diesbezüglich sind geknüpft“, sagt Simone Wipking.

An Grundschulen werden die Laientests daheim von den Eltern durchgeführt. Das, so das Regionale Landesamt für Schule und Bildung Osnabrück „können Sie selbstständig und ohne medizinische Fachkenntnisse nach Anleitung des Herstellers mit ihrem Kind zu Hause vor dem Schulbesuch durchführen.“

In allen Testfälle – ob daheim oder in der Schule – gilt aber grundsätzlich: Ein positives Testergebnis ist zunächst erst einmal ein Verdachtsfall. Dieser sollte unbedingt mit einem PCR-Test abgeklärt werden. Für eine Terminvereinbarung sind Gesundheitsamt, Hausarzt oder ein Testzentrum zuständig. Dazu sollte auf jeden Fall telefonisch mit einem der drei ein Termin abgesprochen werden. (Quelle: GN, 24.03.21)


AstraZeneca informiert über Anzeichen einer Thrombose nach Impfung

Nach der Wiederaufnahme der Impfungen mit dem AstraZeneca-Mittel informiert der Hersteller Ärzte über mögliche Anzeichen einer Thrombose. In einem sogenannten Rote-Hand-Brief, der durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) verbreitet wird, werden unter anderem Blutergüsse an einer anderen Stelle als dem Einstich genannt. Solche Briefe enthalten wichtige Mitteilungen über Arzneimittel. Sie werden regelmäßig an Ärzte verschickt, um sie über neue Erkenntnisse zu informieren. In dem Brief heißt es, bei dem Covid-19-Vakzin von AstraZeneca überwiege der Nutzen die Risiken, „trotz eines möglichen Zusammenhangs mit sehr seltenen Thrombosen in Kombination mit einer Thrombozytopenie“. Das Gesundheitspersonal solle auf entsprechende Anzeichen und Symptome achten. Die Geimpften sollten gegebenenfalls angewiesen werden, sofort einen Arzt aufzusuchen. (Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Spätfolgen absichern: Arbeitnehmer sollten Corona-Infektionen melden

Wer sich während seiner beruflichen Tätigkeit mit dem Coronavirus ansteckt und an Covid-19 erkrankt, sollte dies nach Informationen der Bremer Arbeitnehmerkammer vorsorglich der Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse melden. Es gehe darum, Spätfolgen abzusichern, die derzeit noch schwer abzuschätzen seien, teilte die Kammer mit. Als Berufskrankheit anerkannt sei Covid-19 derzeit nur für Beschäftigte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege und in Laboren, da diese Tätigkeiten mit hohen Infektionsrisiken verbunden seien. „Voraussetzungen für eine Anerkennung als Berufskrankheit sind ein Kontakt mit einer nachgewiesen infizierten Person bei der Arbeit, dass Symptome aufgetreten sind und ein positiver PCR-Test vorliegt“, erläuterte Niklas Wellmann, Berater in der Berufskrankheitenberatung der Kammer. (Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


USA: Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt langsamer

In den USA hat sich das Tempo beim Rückgang der Corona-Neuinfektionen verlangsamt. Die Behörden meldeten für Dienstag insgesamt 51.587 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorging. Das waren knapp 2000 weniger als am gleichen Tag der Vorwoche mit 53.811.

Der bisherige Tagesrekord war am 2. Januar mit 300.416 neuen Infektionen binnen 24 Stunden registriert worden. Im Januar und Februar verzeichneten die Behörden im Wochenvergleich noch Rückgänge von mehreren Zehntausend Fällen. Die Zahl der neuen Todesfälle mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion lag am Dienstag bei 844. Eine Woche zuvor waren es noch 1165. Der bisherige Höchstwert wurde am 12. Januar mit rund 4.477 Toten verzeichnet. (Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Ramelow kritisiert Einstufung Mallorcas als Nicht-Risikogebiet

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Einstufung Mallorcas als Nicht-Risikogebiet für das Coronavirus und die Folgen dieser Entscheidung kritisiert. „Wir haben eine fatale Fehlentwicklung gehabt mit den Mallorcaflügen. Das hätte nicht passieren dürfen“, sagte Ramelow im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Er kritisierte, dass die Ferieninsel ohne vorherige Absprache mit den Ministerpräsidenten von der Liste der Risikogebiete genommen worden sei. Dadurch sei der Eindruck entstanden, dass es ungerecht sei, Hotels auf Mallorca zu öffnen, während sie beispielsweise in Schleswig-Holstein nicht öffnen dürften. „Das hat zu einer fatalen Kommunikationsproblematik geführt“, sagte Ramelow. Innerhalb der Bundesregierung sei nach der Entscheidung, Mallorca nicht mehr als Risikogebiet einzustufen, plötzlich Druck entstanden, „weil alle Menschen dachten, dass jetzt Urlaub angesagt ist“. (Foto 31.3.15 Archiv; Quelle Tagesschau, 24.03.21)


Intensivmediziner: „Es geht wieder los“

Die Zunahme der Corona-Neuinfektionen macht sich laut dem Intensivmediziner Gernot Marx auch wieder in den Krankenhäusern deutlich bemerkbar. In den vergangenen Tagen seien täglich Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten zu verzeichnen gewesen, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin der Universität Aachen im Interview des Deutschlandfunks. „Also etwas salopp gesagt: Es geht wieder los.“ (Quelle: WDR, 24.03.21)


Kirchen in Niedersachsen wollen an Präsenzgottesdiensten festhalten

Die christlichen Kirchen in Niedersachsen wollen trotz der anderslautenden Bitte von Bund und Ländern an Präsenzgottesdiensten zu Ostern festhalten. „Die Freiheit der Religionsausübung ist ein hohes Gut“, schreiben die Bischöfe der evangelischen und katholischen Kirchen in einer gemeinsamen Erklärung. Für viele Menschen komme sie im persönlichen Erleben des Gottesdienstes und der Atmosphäre des Kirchenraumes zum Ausdruck. „Im Sinne der Eigenverantwortlichkeit der Kirchen ist es unser Ziel, im Rahmen der bisherigen Regelungen der niedersächsischen Corona-Verordnung auch über Ostern Gottesdienste sowohl präsentisch als auch digital zu feiern.“
(Foto: Dom Osnabrück CC S. Archiv v. 18.11.2010 ; Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Lauterbach hätte sich härteren Lockdown gewünscht

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die geplante Osterruhe für dringend nötig, hätte sie sich aber noch härter und mit Ausgangssperre gewünscht. „Wir brauchen noch einmal einen Lockdown-Beschluss, den haben wir ja jetzt auch gefasst, ich hoffe, er wirkt ausreichend, ich hätte ihn früher gefasst und auch härter“, sagte Lauterbach im WDR. „Wir brauchen nochmal einen Lockdown, um das Tempo aus dieser B.1.1.7-Mutation rauszuholen. Das haben alle anderen auch nicht anders geschafft. Es gibt keinen dritten Weg.“ Es sei wissenschaftlich belegt, dass gegen eine dritte Welle mit der gefährlichen britischen Mutation nur Lockdowns mit Ausgangssperre funktionierten. „Daher hätte ich das sogar vorübergehend gemacht, bis wir die Tests überall in den Betrieben und in den Schulen verteilt haben und dort dann testen können, dann wäre die Ausgangssperre nicht mehr nötig gewesen.“ Dazu hätten aber viele andere Politiker gesagt, dass man das dem Bürger nicht zumuten könne. (Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Russische Pharmafirma will in Bayern Corona-Impfstoff produzieren 

Der russische Pharmakonzern R-Pharm will von Juni oder Juli an im bayerischen Illertissen den in Moskau entwickelten Corona-Impfstoff Sputnik V produzieren. „Wir unternehmen alle Anstrengungen, damit es im Sommer losgehen kann“, sagte R-Pharm-Manager Alexander Bykow der Nachrichtenagentur dpa. In Illertissen könnten monatlich Millionen Dosen produziert werden. „Wir haben die Ausrüstung schon dort und die Kader“, sagte Bykow. Die genaue Produktionskapazität nannte er nicht. Im Moment prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung des Präparats. (Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Löhne in Corona-Krise erstmals seit Jahren gesunken

Die Löhne der Menschen in Deutschland sind erstmals seit den Erhebungen 2007 nominal gesunken. Die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen fielen im Corona-Krisenjahr 2020 um 0,7 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Da zugleich die Verbraucherpreise um knapp 0,5 Prozent stiegen, blieb den Beschäftigten real 1,1 Prozent weniger Gehalt. Das war noch etwas weniger, als die Wiesbadener Statistiker zunächst geschätzt hatten. In der Statistik ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht berücksichtigt, das in der Corona-Krise für Millionen Erwerbstätige die Einkommensverluste zumindest abfederte. Die bezahlte Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten sank im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 deutlich um im Schnitt 2,9 Prozent. Den stärksten Rückgang gab es im Gastgewerbe mit minus 19,4 Prozent, gefolgt von der Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung mit minus 9,0 Prozent. Hingegen ging die Arbeitszeit in der Energieversorgung und der Finanz- sowie Versicherungsbranche kaum zurück (je minus 0,4 Prozent). (Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


IWF strebt Kapitalspritze von 650 Milliarden Dollar an

Der Internationale Währungsfonds schlägt vor, sein Kapital um 650 Milliarden Dollar zu erhöhen. Damit könnten in der Corona-Krise vor allem besonders arme Entwicklungsländer unterstützt werden, etwa beim Kauf von Impfstoffen, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. Die Bundesregierung hatte zuletzt bereits deutlich gemacht, einen solchen Schritt mittragen zu wollen. IWF-Chefin Georgiewa erklärte, mit dem Schritt würde die Erholung von der Corona-Krise verstärkt werden. Innerhalb des IWF gebe es eine breite Unterstützung dafür, die Reserven jetzt aufzustocken. Bis Juni solle ein formaler Vorschlag vorgelegt werden.(Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Göring-Eckardt: Keine Transparenz bei Bund-Länder-Treffen

Die Grüne-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat mehr Transparenz bei den Bund-Länder Treffen zu den Corona-Maßnahmen gefordert. Die Ministerpräsidenten-Konferenz sei ein Gremium „was hinter verschlossenen Türen tagt, dann bis morgens um drei da sitzt und dann gibt es ein Ergebnis, was müde vor Kameras präsentiert wird“, sagte Göring-Eckardt im ZDF-„Morgenmagazin“. Das führe nicht dazu, dass Menschen Vertrauen in die Verhandlungen hätten. Sie sähen nicht, wie der Prozess ablaufe. Sie wissen nicht „was waren die Argumente, wie ist man dahin gekommen?“, so Göring-Eckardt. Es sei zwar gut, dass die Beschlüsse zwischen Bund und Ländern besprochen werden, aber das solle öffentlicher und transparenter geschehen. (Quelle: ARD, 24.03.21)


Bayern verlangt Verlängerung und Ausweitung der Corona-Hilfen

Bayern fordert eine Verlängerung und Ausweitung der Corona-Hilfen. „Lockdown-Verlängerung und Fortführung der Überbrückungshilfe über Juni hinaus gehen Hand in Hand. Denn wer den Unternehmen weiter das Arbeiten verbietet, muss auch für die finanzielle Kompensation sorgen“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) dem Magazin „WirtschaftsWoche“. Die Bundesregierung stehe nun „ganz klar in der Pflicht“. Die Überbrückungshilfe müsse verlängert werden, „zumindest bis Ende September 2021“. Aiwanger verlangt, die Hilfen müssten zudem ausgeweitet werden auf Start-ups, die nach dem 30. April 2020 gegründet worden seien, und Kleinunternehmer, die die sogenannte Neustart-Hilfe des Bundes nicht beantragen könnten. „Damit diese Gruppe nicht leer ausgeht, brauchen wir für Personalgesellschaften einen fiktiven Unternehmerlohn im Sinne einer Betriebskostenpauschale.“ (Quelle: BR24, 24.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch, 24. März, hat das Nieders.- Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.583 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 22 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.760. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 186.858 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 100,0 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 96,8). (Quelle: NDR, 24.03.21)


Intensivmediziner – Impfungen machen sich bereits bemerkbar

Die deutschen Intensivmediziner registrieren nach Angaben ihres Verbandes Divi bereits Auswirkungen der Impfungen. Auf den Intensivstationen gebe es nur noch „sehr wenig“ Corona-Patienten im Alter von 80 Jahren, sagt Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), im Deutschlandfunk. Das sei deutlich zu sehen. „Die Impfungen scheinen wirklich zu wirken“, ergänzt Marx. „Wenn wir die über 65-Jährigen geimpft haben, werden wir einen Effekt deutlich merken.“
(Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


IW-Institut senkt Konjunkturprognose

Die IW-Forscher senken wegen der nicht abflauenden Corona-Pandemie ihre Konjunkturprognose für 2021 und rechnen nur mit einem stagnierenden Privatkonsum. Die deutsche Wirtschaft werde im laufenden Jahr um drei Prozent wachsen und 2022 um vier Prozent, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mitteilte. Im Dezember hatten die Kölner Ökonomen für 2021 noch ein Plus von vier Prozent veranschlagt. „Bisher haben die Lockdowns bereits 250 Milliarden Euro gekostet. Derzeit läuft ein Wettlauf zwischen Injektionen und Infektionen“, sagte IW-Direktor Michael Hüther. (Quelle: Tagesschau, 24.03.21)


Deutschland-Zahlen

In Deutschland sind innerhalb eines Tages knapp 16.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 15.813 neue Ansteckungsfälle registriert – 2387 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt den Angaben zufolge wie am Vortag bundesweit bei 108,1.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, welche die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, stieg zuletzt stetig an, nachdem sie im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war. Am Wochenende hatte der bundesweite Inzidenzwert die Marke von 100 überschritten.

Das RKI meldete am Mittwoch außerdem 248 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich den Angaben zufolge auf 2.690.523. Insgesamt 75.212 Infizierte starben. (Quelle: RKI, 24.03.21)


Brasilien meldet erstmals mehr als 3000 Corona-Tote in 24 Stunden

Als weltweit erst zweites Land hat Brasilien die Marke von 3000 an einem Tag erfassten Corona-Toten durchbrochen. 3251 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília innerhalb von 24 Stunden gestorben. Bisher hatten die Marke von 3000 Toten in diesem 24-Stunden-Zeitraum nur die USA überschritten. Insgesamt sind damit in Brasilien 298.676 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 82.493 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 12,1 Millionen stieg. Nur in den USA sind die Zahlen noch höher.
Einfache Kreuze mit Nummern stehen an Gräbern auf dem Friedhof von Iraja, im Norden von Rio de Janeiro (Brasilien). (Quelle: ARD, 24.03.21)


Seehofer übt Kritik an Gipfelbeschlüssen zu Oster-Gottesdiensten

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat scharfe Kritik an den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den Oster-Gottesdiensten geübt. „Es hat mich schon erstaunt, dass ausgerechnet Parteien, die das C im Namen führen, den Kirchen den Verzicht auf Gottesdienste nahelegen, noch dazu an Ostern“, sagte Seehofer der „Bild“-Zeitung. Es handle sich nicht um ein Verbot oder eine Forderung, Gottesdienste zu Ostern ausfallen zu lassen, sagte Seehofer. „Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Bitte handelt.“
(Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de; Quelle: ARD, 24.03.21)


Großbritannien will ab August Kinder impfen

Großbritannien will bereits im August mit dem Impfen von Kindern beginnen. Dies geht aus vorläufigen Plänen der Regierung hervor, schreibt die Zeitung „The Telegraph“. Das wäre Monate früher als erwartet, heißt es unter Berufung auf zwei an den Plänen beteiligte Personen. Grundlage sei dem Bericht zufolge die Ergebnisse einer Studie der Universität Oxford in Zusammenarbeit mit AstraZeneca mit 300 Probanden im Alter von 6 bis 17 Jahren, die im Juni oder Juli vorliegen sollen. 03:55 Uhr Mehrheit hält Corona-Beschlüsse für angemessen oder nicht weitreichend genug Knapp zwei Drittel der Deutschen halten die beim Bund-Länder-Gipfel beschlossenen Corona-Maßnahmen für angemessen oder sogar nicht weitreichend genug. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Sender RTL und ntv. Ähnlich wie nach der letzten Ministerpräsidentenkonferenz Anfang März findet eine Mehrheit der Befragten die Beschlüsse verwirrend. Angesichts der steigenden Infektionszahlen halten 32 Prozent der Bürger die Maßnahmen für angemessen, 31 Prozent für noch nicht weitreichend genug. Dass die aktuell beschlossenen Maßnahmen zu weit gingen, findet nur eine Minderheit (32 Prozent) der Bundesbürger. (Quelle: WDR, 24.03.21)


Grafschafter Zahlen

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim liegt nach Angaben des Landesgesundheitsamtes mit 106,4 am Dienstag weiter über der kritischen 100-Marke. An dem Sieben-Tage-Inzidenzwert sind mögliche Lockerungen und Verschärfungen der Corona-Regeln gebunden. Da die Grafschaft nun bereits zum fünften Mal infolge einen Inzidenzwert von über 100 aufweist, könnte die Kreisverwaltung strengere Corona-Regeln erlassen. Das geht aus der Verordnung des Landes Niedersachsen hervor. Diese räumt den Landkreisen jedoch auch einen gewissen Ermessensspielraum ein. Laut GN-Informationen ist heute im Laufe des Tages mit einer neuen Allgemeinverfügung der Kreisverwaltung für die Grafschaft zu rechnen.

Die Grafschaft verzeichnet laut Angaben des Landkreises am Dienstag drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuinfektionen liegt zu Wochenbeginn häufig sehr niedrig, da am Wochenende in der Regel weniger getestet und entsprechend weniger gemeldet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle steigt auf 3969, als genesen gelten 3.652 Menschen. In Quarantäne befinden sich laut Landkreis-Angaben 701 Menschen, am Vortag waren es noch 712. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 105.

Der Landkreis zählt am Dienstag 212 (Montag: 209) aktuell mit dem Coronavirus Infizierte, wie am Montag entfilen davon 62 auf Nordhorn. (Quelle: GN, 23.03.21)


Meyer Werft macht zwei Wochen lang Ruhetage

Der Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft wird nach einem Bericht der „Ostfriesen-Zeitung“ coronabedingt ab kommendem Montag zwei Wochen Produktionspause machen. Die geplante einwöchige Betriebspause nach Ostern werde nach vorne hin verlängert, berichtete die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf ein internes Schreiben an die Belegschaft in Papenburg.

Ein Firmensprecher sagte , dass die Werft in Gesprächen mit dem Gesundheitsamt des Kreises Emsland sei. Am Montagabend hatte das Unternehmen ohne Details mitgeteilt, man bereite sich auf „weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz“ vor. „Das auf uns immer stärker einprasselnde Infektionsgeschehen zeigt, dass wir uns mit weiteren Maßnahmen schützen müssen, obwohl wir bereits ein umfangreiches und sehr wirksames Pandemiekonzept verfolgen““, sagte Geschäftsführer Thomas Weigend.

Wegen einer hohen Infektionsrate gelten in Papenburg an der Ems seit dem 18. März nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Die Meyer-Werft ist größter Arbeitgeber am Ort. Sie schützt sich durch massenhafte Tests der Belegschaft und ein Hygienekonzept, zum Beispiel die Aufteilung der Werft in verschiedene Zonen. Trotzdem gibt es in der Stammbelegschaft und noch mehr unter Werkvertragsarbeitern immer wieder Corona-Infektionen. Viele Mitarbeiter müssen in Quarantäne. (Quelle: GN, 23.03.21)


Jugendliche: Einsamkeit und Zukunftsängste

Von Einsamkeit und Zukunftsängsten haben Jugendliche Forschern in der Corona-Krise berichtet. Besonders treffe dies auf junge Menschen zu, denen im Lockdown Orte und Räume fehlten, um „abzuhängen“ und sich auszutauschen, teilte die Frankfurter Goethe-Universität mit. „Für das psychosoziale Wohlbefinden sind offene Räume sogar wichtiger als das Ausüben von Hobbys wie Sport, Musik, Jugendarbeit oder gesellschaftliches Engagement etwa in Umweltverbänden“, erklärten die Forscher.

Sie haben mit Kollegen der Universität Hildesheim mehr als 7.000 junge Menschen im November vergangenen Jahres online befragt. Ein weiteres Ergebnis sei, dass sich finanzielle Sorgen durch die Corona-Krise in stärkerer emotionaler und psychischer Belastung ausdrückten. Die Betroffenen litten besonders oft unter Zukunftsängsten. Dieser Befund solle besonders ernst genommen werden, erklärte die Frankfurter Familienforscherin Johanna Wilmes: „In der jungen Generation manifestieren sich diese erlebten Ungleichheiten besonders nachhaltig. Wir wissen, dass Armutserfahrungen maßgeblich Bildungs- und Lernerfolge prägen.“

Die Ergebnisse dieser und einer vorangegangenen Befragung wurden online mit Jugendlichen diskutiert. Dabei kam die Forderung nach mehr Mitspracherecht und Verständnis für die Situation Jugendlicher in der Pandemie auf, wie die Universität berichtete. Die Jugendlichen schlugen vor, dass die Belastungen durch Corona in den Schulen thematisiert werden. Sie forderten zudem, in den Medien sollten Jugendliche nicht ausschließlich als Regelbrecher dargestellt werden. (Quelle: Tagesschau, 23.03.21)


Bereits jetzt liegen mehr als 3.100 Intensivpatienten mit #Covid_19 auf der Intensivstation. So starten wir in die dritte Welle auf dem Niveau des Hochpunktes der ersten – und das macht uns trotz aller Erfahrung nach einem Jahr #Pandemie als #Intensivmediziner schon große Sorgen. pic.twitter.com/kYMUb1E2dw

— DIVI e.V. (@DIVI_eV) March 23, 2021

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Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 7.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das Institut binnen eines Tages 5480 Neuinfektionen und 238 neue Todesfälle verzeichnet. Der Inzidenzwert ist demnach weiter gestiegen: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Morgen bundesweit bei 108,1 – und damit etwas höher als am Vortag (107,3).
(Quelle: RKI, 23.03.21)


Kanzleramtsminister bezieht Stellung

Nach den Beratungen der Ministerpräsidentinnen und -Präsidenten und der Kanzlerin zur weiteren Corona-Strategie hat Kanzleramstminister Helge Braun den über Ostern geplanten noch strengeren Lockdown begründet. „Wir haben gesehen, dass diese neue, britische Variante jetzt auch in Deutschland zum neuen Mehrheitsvirus geworden ist, sie macht mehr als 70 Prozent der Infektionen aus, und sie ist ansteckender und sie ist tödlicher“, so Braun im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Man müsse damit rechnen, dass diese dritte Welle heftiger werde als die vergangenen. „Deshalb ziehen wir sozusagen die Notbremse… und zusätzlich diese besondere Ruhezeit über Ostern, um das Infektionsgeschehen zu beruhigen“, erläuterte Braun. Urlaubsreisen über die Osterzeit sollten nach den Worten des Kanzleramtsministers völlig unterbleiben, gerade ins Ausland. Für die Zeit nach Ostern stellte Braun deutlich mehr Schnelltests und mehr Impfdosen auch für die Hausärzte in Aussicht. „Mitte Mai und im Juni werden wir eine hohe Geschwindigkeit beim Impfen haben, deshalb ist ja unser Ziel, im Sommer soll jeder sein Impfangebot gehabt haben, und dann können wir zur Normalität zurückkehren.“ (Quelle: RKI, 23.03.21)


Kritik der Veranstaltungswirtschaft

Auch die Veranstaltungswirtschaft kritisiert die Corona-Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels. Statt der in Aussicht gestellten weiteren Öffnungen rudere die Politik getrieben von Inzidenzen und kurzfristigen Handlungshorizonten zurück, erklärte der Fachverband Famab. Die vollmundig angekündigte Öffnungsstrategie ertrinke in einem Meer operativer Fehler. „Wir sind länger im Lockdown als jeder andere Sektor“, sagte Famab-Experte Jörn Huber. „Und unsere Produkte und Dienstleistungen lassen sich nun mal nicht zwischen zwei MPKs planen oder gar umsetzen.“ Die Branche brauche vor allen anderen nun endlich ein verbindliches Signal aus der Politik. Zudem müsse die Regierung endlich dafür sorgen, dass die finanziellen Rettungsmittel in dem Wirtschaftszweig ankämen. (Quelle: Tagesschau, 23.03.21)


Immobilienwirtschaft: Hilfen rasch auszahlen

Die Immobilienwirtschaft fordert eine rasche Auszahlung von zusätzlichen Corona-Hilfen. In wenigen Sätzen am Ende des Bund-Länder-Beschlusses seien „vage zusätzliche Hilfsprogramme erwähnt. Diese müssen nun zügig konkret ausgestaltet und unbürokratisch ausgezahlt werden“, sagt Andreas Mattner, Präsident des Spitzenverbandes Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er kritisiert zugleich die Gipfel-Debatte über die Reiserückkehrer. „Wie kann man stundenlang über Mallorca reden, wenn im Handel und in der Hotel-Branche täglich Existenzen zerstört werden“, sagt Mattner. „Statt alternative Strategien zu erörtern, wie sie in vielen Staaten der Welt erfolgreich gefahren werden, wurde über den Nebenkriegsschauplatz Mallorca heftig gestritten.“ (Quelle: Tagesschau, 23.03.21)


Handwerksverband fordert Lockerungen mit mehr Tests

Laut Handwerksverband ZDH bietet rund die Hälfte der Betriebe ihren Beschäftigten bereits Corona-Tests an oder plant dies zumindest zeitnah. „Bei den anderen scheitert es häufig nicht am Willen, sondern fehlenden Test-Kits“, so der Verband. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer warnt angesichts des erneut verlängerten Lockdowns, ein breitflächiger Kollaps der Firmen werde immer wahrscheinlicher. „Angesichts eines weiterhin fehlenden Planungshorizonts, dazu auch noch stockender oder unzureichender Überbrückungshilfen, werden viele Betriebe nicht überleben können.“ (Quelle: Tagesschau, 23.03.21)



Sachsen will Schulbetrieb ab 12. April ermöglichen

Sachsen will die Schulen ab dem 12. April wieder öffnen. Die Bedingungen für Präsenzunterricht werden derzeit diskutiert, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bei einer Videokonferenz der Regierung am Dienstagabend. Dabei sollen die für Lehrer und Schuler aller Schularten zwei Mal in der Woche vorgesehenen Tests helfen. „Dafür brauchen wir jeweils 1,2 Millionen Schnelltests, an der Beschaffung arbeiten wir.“ Piwarz sprach von einer Übergangslösung, bis man beim Impfen weiter und die Schulen dadurch sicher seien. Impfstoff werde wohl bis Mai „nicht so zur Verfügung stehen wie wir es brauchen“, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Laut Piwarz kommt es auch auf die Einhaltung der anderen Schutzmaßnahmen wie Maske und Abstand in den Schulen an, um flächendeckende Schließungen zu vermeiden. Der Chef der Sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, verwies auf die im Unterschied zu Ende 2020 höhere Infektionsdynamik. Die Inzidenz verdoppele sich innerhalb von zwei Wochen, das Durchschnittsalter der Corona-Patienten auf Stationen liege aktuell bei 58 Jahren. Nach seinen Angaben haben sich bisher sechs Prozent der sächsischen Bevölkerung mit Corona infiziert – und jeder 500. Sachse sei mit der Erkrankung gestorben. (Quelle: TSP, 23.04.21)


Aus technischen Gründen kann diese Seite erst am späten Abend des 24. März aktualisiert werden. Sorry und bleibt gesund. RK, 22.03.21.


Fluggesellschaften wollen Mallorca-Rückkehrer selbst auf Corona testen

Deutsche Fluggesellschaften wollen Mallorca-Rückkehrer selbst auf Corona testen. Das berichtete die „Bild“-Zeitung am Montagabend. Der Deutschen Presse-Agentur wurde dies in Regierungskreisen bestätigt. Die Zeitung nannte die Fluggesellschaften Tui, Condor, Eurowings und Lufthansa, die noch auf der Insel testen wollten. Es werde nun nach Örtlichkeiten gesucht, es gehe um bis zu 40.000 Rückkehrer zu Ostern. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe sich in den vergangenen Stunden massiv dafür eingesetzt, dass die Fluggesellschaften testen. (Quelle: TSP, 22.01.21)


Mallorca will Innenräume von Restaurants schließen

Wegen zuletzt wieder steigender Corona-Zahlen will die Regionalregierung Mallorcas die erst vor kurzem wieder geöffneten Innenräume von Cafés, Restaurants und Kneipen schließen. Die Maßnahme solle noch diese Woche umgesetzt werden, schrieb die deutschsprachige „Mallorca-Zeitung“ am Montag. Die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf den Balearen, zu denen Mallorca gehört, stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Montagabend auf 26,45. Vergangene Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch unter 20 gelegen. Im Vergleich zu Deutschland ist das ein immer noch relativ niedriger Wert.

Über das Wochenende wurden nach Behördenangaben fast 8000 Einreisende aus dem Ausland auf dem Flughafen der Insel kontrolliert, die meisten waren Urlauber aus Deutschland. Bei der Einreise muss ein negativer PCR-Test nicht älter als 72 Stunden vorgelegt werden. Insgesamt 121 Reisende, bei denen es Unstimmigkeiten mit ihrem Einreiseformular gab, seien einem zweiten Test unterzogen worden. Keiner davon sei positiv ausgefallen, schrieb die Zeitung. (Quelle: TSP,  22.03.21)


Hüther: „Die politische Führung ist die falsche.“

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat die politische Führung in der Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Wo sind wir denn? Sind wir in der Krise oder im Freizeitpark, wo jeder macht, was er will?“, sagte Michael Hüther am Montag bei „Bild live“. „Wenn wir in der Krise sind, dann muss man auch verdammt nochmal langsam in den Krisenmodus in der Politik hineinkommen.“

Hüther mahnte mit Blick auf die Beratungen von Bund und Ländern zu mehr Pragmatismus und Einigkeit bei der Bekämpfung der Pandemie. „Die politische Führung ist die falsche, die wir momentan im Lande haben“, sagte er. Die Krise müsse besser gesteuert werden. „Wir verzetteln uns, weil wir glauben, das muss oft, vielfach besprochen werden“, sagte Hüther. (Quelle: TSP, 22.03.21)



WHO: Impfen allein löst das Problem nicht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor Corona-Strategien, die hauptsächlich auf Impfungen setzen. Lockerungsschritte, gepaart mit noch niedrigen Impfraten und Corona-Müdigkeit, führten zu steigenden Neuinfektionen in Europa und anderen Regionen, sagten WHO-Vertreter am Montag in Genf. Der globale Anstieg werde in Europa zusätzlich durch ansteckendere Virusvarianten befeuert, sagte Maria Van Kerkhove, die oberste Corona-Expertin der UN-Behörde. „Das ist eine sehr gefährliche Kombination“, sagte sie.Die wöchentliche Zahl an Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 sei in der Vorwoche erstmals nach rund eineinhalb Monaten wieder leicht gestiegen, berichtete Van Kerkhove. Die globalen Infektionszahlen kletterten im Wochenvergleich um acht Prozent. In Europa waren es zwölf Prozent. Der amerikanische Kontinent und Afrika waren die einzigen Weltregionen mit leicht fallendem Trend.Alle hofften, dass Impfen allein das Problem löst, sagte WHO-Krisenkoordinator Mike Ryan. „Sorry, aber das tut es nicht“. Ryan betonte, dass Lockerungen nur mit sehr niedrigen Fallzahlen und sehr genauer Überwachung des Infektionsgeschehens erfolgreich seien. (Quelle: TSP, 22.03.21)

Bulgarien bietet Biontech Zusammenarbeit an

Bulgarien hat dem Gründer des Mainzer Corona-Impfstoff-Herstellers Biontech, Ugur Sahin, Zusammenarbeit bei der Herstellung von Impfstoffen angeboten. Wie die Regierung in Sofia mitteilte, habe Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow in einem Telefonat mit Sahin am Montag die „langjährige Tradition“ seines Landes bei der Herstellung von Arzneimitteln und Impfstoffen hervorgehoben.

Borissow habe danach Sahin eingeladen, Bulgarien zu besuchen, um sich vor Ort ein Bild von dem Unternehmen BulBio zur verschaffen, das dem Gesundheitsministerium gehört. Dort werden Arzneimittel und auch Tuberkulose-Impfstoff für den Export hergestellt. „Der Wendepunkt im Kampf mit Covid-19 ist die Schaffung von Impfungen“, sagte Borissow. (Quelle: TSP, 22.03.21)


Keine weiteren Verschärfungen in Österreich

Trotz einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von rund 240 verzichtet Österreich zunächst auf weitere Schrittein der Corona-Krise. Der bisherige Weg eines fast beispiellosen intensiven Testens werde noch ausgebaut, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nannte die millionenfachen Tests ein „innovatives Gegenprogramm“, um die Ausbreitung anders als mit Verschärfungen zu bekämpfen. Zur Bewertung der Lage werde gerade in den nächsten Monaten nicht nur der Inzidenzwert herangezogen, sondern vor allem auch die Auslastung auf den Intensivstationen und die Durchimpfungsquote der über 50-Jährigen, hieß es nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten.

Angesichts der besonders kritischen Lage auf den Intensivstationen in der Hauptstadt Wien wollen die Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland in dieser Woche zusammen mit dem Gesundheitsministerium über eigene Maßnahmen beraten. Sobald ein Bezirk eine Sieben-Tage-Inzidenz von 400 erreiche, solle es regional zu maßgeschneiderten Maßnahmen kommen. (Quelle: TSP, 22.03.21)


Emsland erklärt sich zur Hochinzidenzkommune

Der Landkreis Emsland ist aufgrund des tagelangen hohen Inzidenzwertes nun eine Hochinzidenzkommune. Das bedeutet, dass die Corona-Regeln im Emsland wieder verschärft werden. Das hat die emsländische Kreisverwaltung per Allgemeinverfügung am Montag erklärt und folgt damit am fünften Tag der Grenzwertüberschreitung der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. Auch die Grafschaft Bentheim hat in den vergangenen Tagen mehrfach den kritischen Inzidenzwert überschritten, bisher liegt dort jedoch noch keine Allgemeinverfügung vor.

Die Corona-Landesverordnung sieht vor, dass nunmehr eine „Corona-Notbremse“ aktiviert wird und strengere Vorgaben für das Emsland in Kraft treten. Die Allgemeinverfügung des Landkreises tritt am Mittwoch in Kraft.

Die Regeln im Überblick:

  • Private Treffen: Treffen sind nur mit dem eigenen Hausstand und höchstens einer weiteren Person erlaubt, Kinder unter sechs Jahren nicht eingerechnet.
  • Schule: Viele Einrichtungen müssen wieder schließen. Geöffnet bleiben Grundschulen sowie Förderschulen für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung, auch Abschlussklassen dürfen die Schule weiter besuchen. Für alle anderen gilt das Distanzlernen.
  • Kita: Die Kitas dürfen ab Mittwoch ebenfalls nur noch eine Notbetreuung mit maximal der Hälfte der Kinder anbieten.
  • Einzelhandel: Die Geschäfte müssen wieder schließen. Auch „Click & Meet“-Angebote sind verboten.
  • Sport: Training ist höchstens mit einer weiteren Person oder nur mit den Personen aus dem eigenen Haushalt zulässig. Für Kinder unter 14 Jahren ist die Sonderregel zur gemeinsamen Ausübung des Sports mit bis zu 20 Personen aufgehoben.
  • Kultur: Museen müssen wieder schließen.

„Ich weiß, wie sehr gerade die Kinder sich Normalität wünschen und ich kenne auch die Betreuungsproblematik für viele Eltern, aber der Mechanismus des Landes lässt keine Alternative zu“, bedauerte Landrat Burgdorf am Montag. Zurückgenommen werden die Verschärfungen, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz mindestens sieben Tage unter einem Wert von 100 liegt und auch diese Entwicklung von Dauer ist. Der Landkreis kann dann per Allgemeinverfügung bekanntgeben, ab welchem Tag das Emsland kein Hochinzidenzgebiet mehr ist und die Lockerungen wieder in Kraft treten. Für den Bereich Schule und Kita sieht das Land ein dreitägiges und dauerhaftes Sinken unter die 100er-Inzidenzgrenze vor, um entsprechende Öffnungsschritte wieder zuzulassen.

Seit Donnerstag hatte der Landkreis Emsland die 100-Marke überschritten und wird dies laut Kreisverwaltung vermutlich auch noch über einen längeren Zeitraum tun. „Das Land Niedersachsen lässt hier einen gewissen Ermessensspielraum. Daher haben wir uns ganz bewusst dazu entschieden, die Entwicklung des Wochenendes abzuwarten und insbesondere die regionale Verteilung der Infektionen zu beobachten“, erläuterte mutig Landrat Marc-André Burgdorf das Abwarten der Behörde. „Es ist aber mittlerweile nicht nur der Hotspot in Papenburg, der den Inzidenzwert treibt, vielmehr steigen die Fallzahlen im gesamten Kreisgebiet deutlich“, so Burgdorf weiter. Er bedauert, dass auf Grundlage der Corona-Verordnung bestehende Lockerungen ab Mittwoch wieder zurückgenommen werden müssen, die Erklärung zur Hochinzidenzkommune sei inzwischen aber „unumgänglich“.

„Bundesweit hat inzwischen schon fast die Hälfte der 401 Landkreise und kreisfreien Städte die 100er-Inzidenz überschritten, davon können wir uns leider nicht abkoppeln. Trotzdem tut es mir leid, dass jetzt wieder verschärfte Vorgaben im Emsland gelten, zumal wir an einigen Punkten des Landesmechanismus eine andere Gefährdungslage sehen und nicht jeden Schritt nachvollziehen können“, unterstrich Burgdorf

Laut Kreisverwaltung ist auch die Virusmutation B.1.1.7. für die hohen Fallzahlen verantwortlich. Es gebe größere und kleinere Ausbruchsgeschehen in Betrieben sowie parallel viele Infektionen im privaten Bereich. Für den Bereich Papenburg, das unter anderem ein größeres Ausbruchsgeschehen auf der Meyer Werft umfasst, hatte der Landkreis bereits Ende vergangener Woche Verschärfungen wie eine nächtliche Ausgangssperre verfügt. (quelle: GN, 22.03.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 22.03.2021, ? Uhr

Gemeldet wurden heute 250 Neuinfektionen seit Freitag durch die aus ihrem Wochenende zurückgekehrte Kreisverwaltung und außerdem zwei weitere CoViD-19-Todesfälle – beide lebten in der Samtgemeinde Nordhümmling. Die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn betrug damit heute früh 8.868 (+250). Gleichzeitig hat sich die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.873 Personen (+58) erhöht. In der Summe sind im Emsland folglich akut 848 (+190) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Der höchste Wert in der ganzen Pandemie.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen beträgt 2.053 (+330) Menschen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt heute damit bei 154,2 (=+504 Neuinfektionen); so meldet es das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert aktuell bei 105,0 (+144 Neuinfektionen in 7 Tagen).  Der Landeswert ist auf  96,7 gestiegen. 

Laut DIVI-Zahlen in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell 9 (-3) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 3 (-2) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim werden heute drei CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, ein/e Erkrankte/r wird invasiv beatmet.

In der Stadt Lingen (Ems) gab es keine Neuinfektionen, es bleibt bei 1.055 Menschen an CoviD-19 erkrankt (+42); das sind heute 42 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 76,5). 974 (+3) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 52 (+9) akut Erkrankten


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7709 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 50 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 6604 Neuinfektionen und 47 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Der Inzidenzwert ist demnach weiter gestiegen: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 107,3 – und damit etwas höher als am Vortag (103,9).

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.667.225 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.423.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74.714.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,22 (Vortag ebenfalls 1,22). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 122 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 22.03.21)


Brinkhaus fordert: „Notbremse konsequent und ohne Ausnahme umsetzen“

Vor den Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise hat sich Unionsfraktions-Chef Ralph Brinkhaus für einen absolut strikten Lockdown ausgesprochen. „Wir sind jetzt in der wahrscheinlich kritischsten Phase der Pandemie. Die Anfang März vereinbarte Notbremse muss deswegen konsequent und ohne Ausnahme umgesetzt werden“, forderte der CDU-Politiker am Montagmorgen. „Lockerungen auch im Osterreiseverkehr verbieten sich. Im Gegenteil: Die Lockdown-Maßnahmen müssen – so problematisch das auch ist – noch einmal erweitert werden. Ansonsten wird es für uns alle ein sehr schwerer Sommer.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder beraten am Nachmittag (14.00 Uhr) über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Angesichts der Vorlage aus dem Kanzleramt sieht Brinkhaus nun die Länder am Zug. Die Ministerpräsidenten stünden „in der Verantwortung, einen weiteren Anstieg der Zahlen und damit der Kranken und Toten zu verhindern“. (Quelle: TSP, 22.03.21)


Österreich entscheidet über Corona-Strategie

In Österreich berät die Regierung am Montag mit Experten und den Ministerpräsidenten über die weitere Corona-Strategie. Der ursprüngliche Plan der Koalition von konservativer ÖVP und Grünen, zu Ostern landesweit zumindest die Außengastronomie zu öffnen, scheint wegen der deutlich gestiegenen Infektionszahlen vom Tisch. Vielmehr könnte es angepasst an die Infektionslage zu regional unterschiedlichen Maßnahmen kommen.

Die Situation ist regional sehr unterschiedlich. So ist die Lage im westlichsten Bundesland Vorarlberg, wo seit einer Woche auch wieder die Gastronomie geöffnet hat, vergleichsweise entspannt. Dort beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz nur 62. Österreichweit liegt der Wert bei 235, in Deutschland haben sich zuletzt etwa 104 Menschen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit dem Virus angesteckt.

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat die von einem umfassenden Testkonzept begleitete Öffnung aller Geschäfte vor sechs Wochen mehrfach verteidigt. Die Infektionszahlen würden zwar linear, aber nicht exponentiell steigen. Außerdem habe dieser Schritt der Wirtschaft wichtige Impulse gegeben.

Die österreichische Testoffensive legt an Dynamik noch zu. So findet seit jüngstem in Schulen freitags ein dritter Test-Durchlauf binnen einer Woche statt. Damit steige die Zahl der Corona-Tests auf fast vier Millionen pro Woche, teilte die Regierung mit. Insgesamt leben in Österreich knapp neun Millionen Menschen. An den Tests beteiligten sich auch rund 1500 Unternehmen mit etwa 730.000 Mitarbeitern, hieß es.

„Die Tests ermöglichen uns, das Infektionsgeschehen so gut es geht zu kontrollieren“, sagte Kanzler Kurz. Das breite Testangebot sei auch eine Grundlage für den sogenannten Grünen Pass, mit dem Getestete ab April für einen bestimmten Zeitraum mehr Freiheiten bekommen sollen. (Quelle: TSP, 22.03.21)


Fast zwei Drittel unzufrieden mit Corona-Krisenmanagement

Ein Jahr nach den ersten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sind fast zwei Drittel der Deutschen unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigen sich 34 Prozent „sehr unzufrieden“ und weitere 31 Prozent „eher unzufrieden“ mit dem Agieren der Regierung in der Krise. Dagegen sind nur 4 Prozent „sehr zufrieden“ und 26 Prozent „eher zufrieden“. 5 Prozent machen keine Angaben.

Noch schlechtere Noten als das Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) insgesamt bekommt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Nur 24 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden, 69 dagegen unzufrieden.

Die Akzeptanz der Einschränkungen wie die Schließung von Geschäften, Restaurants und Schulen war während der ersten Corona-Welle noch sehr groß. In einer YouGov-Umfrage im April 2020 zeigten sich 67 Prozent eher oder sehr zufrieden mit dem Krisenmanagement der Regierung.

Zu Beginn der zweiten Welle im Oktober waren es nur noch 57 Prozent, Anfang Februar dann nur noch 50 und in der letzten Umfrage Ende Februar nur noch 48 Prozent. In den vergangenen drei Wochen hat sich die Akzeptanz der Regierungsmaßnahmen noch einmal deutlich verschlechtert. Jetzt bewerten nur noch 30 Prozent der Befragten das Krisenmanagement der Regierung eher oder sehr positiv.

Die Unzufriedenheit überwiegt inzwischen bei den Wählern aller im Bundestag vertretenen Parteien. Besonders stark ist sie unter den Anhängern der AfD (86 Prozent), der Linken (76 Prozent) und der FDP (73 Prozent). Dahinter folgen die Wähler der SPD (63 Prozent) der Grünen (62 Prozent) und der CDU/CSU (51 Prozent). (Quelle: TSP, 22.03.21)


Intensivmediziner fordern strengeren Lockdown und Kontaktverbote

Die deutschen Intensivmediziner pochen vor den Beratungen der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einen strengeren Lockdown mit Verschärfungen des Kontaktverbots. „Ich erwarte von den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin, dass sie sich an diesem Montag auf bundesweit einheitliche und ganz einfache Verschärfungen einigen“, sagt Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (Divi), laut Vorabbericht der Zeitung „Rheinische Post“. Es sei entscheidend, dass alle Länder dieselben Maßnahmen umsetzen und diese leicht zu verstehen sind. Er fordert eine Rückkehr zu einem strengeren Lockdown wie Anfang März und die Schließung von Schulen und Kitas bis ausreichende Testmöglichkeiten vorliegen sowie Kontaktmöglichkeiten „massiv“ zu beschränken. Das derzeitige Tempo der Ansteckungen werde ansonsten „im April bis Mai für eine Überlastung der Intensivstationen sorgen“. (Quelle: TSP, 22.03.21)


Lehrerverband – Festhalten an Präsenzunterricht ist nicht verantwortbar

Der Deutsche Lehrerverband wehrt sich angesichts der hohen Inzidenzzahlen gegen das Festhalten am Präsenzunterricht. „Wenn es den Bundesländern ernst damit gewesen wäre, Schulen trotz stark steigender Inzidenzzahlen offen zu halten, hätte man dafür sorgen müssen, dass jetzt Lehrkräfte geimpft und Schulen mit Schnelltests in ausreichender Zahl ausgestattet sind. Davon sind wir aber an 9 von 10 Schulen noch meilenweit entfernt“, sagte der Präsident des Verbandes, Heinz-Peter Meidinger, gegenüber der „Rheinische Post“ . Er habe daher kein Verständnis für den Vorstoß der Kultusministerkonferenz, weiter am Präsenzunterricht festzuhalten, wenn die Inzidenzen über 100 klettern. Das sei mit Blick auf die Infektionsgefahr nicht verantwortbar. (Quelle: TSP, 22.03.21)


Städtetag ruft Bund und Länder vor Corona-Gipfel zur Geschlossenheit auf

Der Deutsche Städtetag hat Bund und Länder vor ihrem Corona-Gipfel am Montag zur Geschlossenheit aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten sollten „mit einer Stimme sprechen und auch so handeln“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.

„Das Schlimmste ist die Kakophonie nach einem solchen Gipfel, wenn jedes Bundesland seinen eigenen Weg geht – obwohl es doch eine gemeinsame Grundlinie geben sollte“, betonte der SPD-Politiker. „Wir verlieren die Menschen, wenn wir nicht zurückkehren zu klaren Botschaften und nachvollziehbaren Entscheidungen.“

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) forderte einheitliche Regeln. „Das bundesweite Durcheinander unterschiedlicher Corona-Maßnahmen muss ein Ende haben“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der „Bild“-Zeitung (Montagsausgabe). Er sprach sich dafür aus, die Entscheidungen nicht in erster Linie von der Inzidenzzahl abhängig zu machen. „Wir müssen die Inzidenzzahl hinter uns lassen und Aspekte wie die höhere Testquote und die Auslastung der Intensivbetten einbeziehen.“ Es sei Zeit für „einfache Regeln“ und „eine einheitliche und evidenzbasierte Öffnungsstrategie“. (AFP)

Das Kanzleramt will den Corona-Lockdown über Ostern hinweg bis zum 18. April verlängern, wie aus einer Beschlussvorlage hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorlag. Zudem soll demnach die Lockerungs-Notbremse in Regionen mit besonders vielen Neuinfektionen konsequent umgesetzt werden. Dieser Mechanismus sieht vor, dass wieder schärfere Einschränkungen in Kraft treten, sobald in einem Land oder einer Region der Inzidenzwert drei Tage über 100 liegt. (Quelle: TSP, 22.03.21)


Wieder 3000 – Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen steigt

Nach den ersten vorsichtigen Lockerungen in der Pandemie ist die Zahl der Corona-Patienten auf Deutschlands Intensivstationen wieder angestiegen. Mit mehr als 3000 belegten Betten liegt die Belastung im Moment erneut so hoch wie zu den Spitzenzeiten in der ersten Welle im Frühjahr 2020. Das geht aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor.

„Wir starten jetzt auf den Intensivstationen in die dritte Welle und das auf einem sehr hohem Niveau. Davor hatten wir bereits Ende Februar gewarnt und das bereitet uns große Sorgen“, sagte Divi-Präsident Gernot Marx. Nach Divi-Daten wurden am Sonntag 3056 Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen behandelt. „Wir erwarten in den nächsten Wochen einen rasanten Anstieg der Patienten, da die Welle der Intensivpatienten immer zwei bis drei Wochen der Infektionswelle nachrollt“, ergänzte er. Es lasse sich daher erst für die Zeit ab Mitte April etwas an den Zahlen ändern.

Bei Inzidenzen um die 200 Infektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner prognostizieren Notfallmediziner für Anfang Mai rund 5000 Covid-Patienten auf Intensivstationen. Das wären fast so viele wie auf dem Höhepunkt der zweiten Welle Anfang Januar und könnte viele Kliniken erneut schwer belasten.

Die gute Nachricht: Kommt keine neue gefährlichere Mutante hinzu und geht das Impfen weiter gut voran, könnte die Pandemie nach der aktuellen Prognose im August für die Notfall-Stationen der Kliniken so gut wie ausgestanden sein.(Quelle: TSP, 22.03.21)


Niedersachsen: Ministerpräsident Weil – dritte Welle brandgefährlich

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die dritte Corona-Welle als brandgefährlich bezeichnet und um Verständnis für die Rücknahme von Lockdown-Lockerungen geworben. „Die Situation ist ernst“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Zahl der Neuinfektionen wieder zu drücken, werde dieses Mal weit schwieriger als im Frühjahr oder Herbst, warnte er. „Die dritte Welle wird durch ansteckendere Virusmutationen getrieben und trifft auf eine Corona-müde Bevölkerung – das macht sie so brandgefährlich.“

Für Lockerungen sieht Weil keinen Spielraum: „In dieser brisanten Situation stur den Öffnungsplan abzuarbeiten, wäre verantwortungslos“, betonte er. Stattdessen müssten Öffnungsschritte zurückgenommen werden, wenn die Inzidenz über 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 7 Tagen steige. „Niedersachsen wird die beschlossene Notbremse ziehen, und ich rate allen, das auch zu tun“, sagte Weil. (Quelle: TSP, 22.03.21)


Brasilien mit großen Zuwächsen

Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden weitere 47.774 bestätigte Fälle von Covid-19 sowie 1.290 Todesfälle, teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Sonntag mit.

Die Tageszahlen liegen höher am letzten Sonntagen, als das Land 43.812 Infektionen und 1.127 Todesfälle meldete.

Nach den offiziellen Zahlen des Ministeriums hat Brasilien seit Beginn der Pandemie fast 12 Millionen Fälle registriert, während die offizielle Zahl der Todesopfer bei 294.042 liegt. (Quelle: The Guardian, 22.03.21)


Beschlussentwurf für Kanzlerin/MP-Konferenz liegt vor

Bund und Länder wollen über Ostern kaum Reisen erlauben. Dies geht aus dem Entwurf für eine Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Spitzenberatungen am Montag hervor, der der F.A.Z. am Sonntag vorlag. In dem Entwurf wird erwogen, den Bürgerinnen und Bürgern Ferienreisen nach dem Prinzip des „kontaktarmen Urlaubs“ im jeweils eigenen Bundesland zu ermöglichen. Voraussetzung seien die „Beachtung der geltenden Kontaktbeschränkungen, strenge Hygieneauflagen und der Umsetzung eines Testregimes“.

Dies umfasse Beherbergungen und Übernachtungen, „bei denen eigene sanitäre Anlagen genutzt und Essen über Selbstversorgung organisiert werden kann. Dies trifft für Apartments und Ferienwohnungen oder für Wohnwagen und Wohnmobile auf entsprechenden Stellplätzen und Campingplätzen zu.“

Dieser Passus in dem Entwurf ist in eckige Klammern gesetzt – dies deutet darauf hin, dass hier noch Abstimmungsbedarf zwischen Bund und Ländern besteht.

Abstimmungsbedarf besteht außerdem bei der Frage, ob bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 nächtliche Ausgangsbeschränkungen verhängt werden sollen, „sofern dem nicht gewichtige Gründe entgegenstehen.“ Auch die Schließung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen bei einer Inzidenz über 100 wird erwogen, „soweit ein zweimaliger Corona-Test pro Woche für Erziehungs- und Lehrkräfte sowie alle Schüler und betreuten Kinder in Präsenz nicht sichergestellt ist.“ Ab einer Inzidenz von 200 sind mögliche Schließungen unabhängig von Testungen vorgesehen.

Die bereits beschlossenen Corona-Maßnahmen sollen laut dem Entwurf bis zum 18. April verlängert werden. Der Entwurf muss noch mit den Ländern abgestimmt werden; am Montag wollen dann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten Beschlüsse zur weiteren Corona-Politik fassen. Die nächsten Beratungen sollen dann laut Beschlussvorlage am 12. April stattfinden.

Generelle neue Öffnungsschritte sieht der Entwurf nicht vor – er verweist vielmehr auf das „wiederum starke Infektionsgeschehen und eine exponentielle Dynamik“. Allerdings solle es Ländern und Regionen ermöglicht werden, „zeitlich befristete Modellprojekte“ zu starten, um „mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen“.

Dabei sollten sie die „Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung eines konsequenten Testregimes“ untersuchen. „Zentrale Bedingungen dabei sind negative Testergebnisse als Zugangskriterium, IT-gestützte Prozesse zur Kontaktverfolgung und gegebenenfalls auch zum Testnachweis, räumliche Abgrenzbarkeit auf der kommunalen Ebene und eine enge Rückkopplung an den Öffentlichen Gesundheitsdienst“, heißt es in der Vorlage.

Das Kanzleramt schlägt in der Vorlage zudem ein „Sonderprogramm des Bundes“ für den Tourismus und verwandte Bereiche vor, das über die bisherigen Hilfsprogramme hinausreichen soll. Dieses Sonderprogramm könnte dann gestartet werden, wenn „die epidemiologische Lage eine wirtschaftlich relevante Öffnung zu Ostern nicht möglich machen“ sollte, wie es in der Vorlage heißt. (Quelle: FAZ, 21.03.21)


Auch Kinder können schwer an den Folgen des #Coronavirus erkranken. Das neuartige „Pims“-Syndrom bereitet Medizinern Sorgen. ⬇️https://t.co/T3By15MpsU

— WDR aktuell (@WDRaktuell) March 21, 2021

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Klar gibt es #mehr #Corona-Fälle, da mehr getestet wird. Wenn es mehr… https://t.co/B662UveDWh

— Robert Koop (@RobertsBlog) March 21, 2021

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Belgien hält am Lockdown fest

Belgien hält bis nach Ostern an seinen strikten Reisebeschränkungen fest. Nicht notwendige Reisen bleiben bis 18. April untersagt, wie aus einer am Sonntag vom Innenministerium veröffentlichten Verordnung hervorgeht. Ab dem 19. April dürften Belgier demnach wieder in andere EU-Länder reisen, ergänzte die „Brussels Times“. Davon werde aber dringend abgeraten.

Erst am Freitag hatte die Regierung wegen steigender Corona-Zahlen Lockerungen verschoben, die eigentlich für Anfang April geplant waren. Ursprünglich sollten dann wieder Veranstaltungen und Gottesdienste mit maximal 50 Personen mit Masken im Freien stattfinden. Lockerungen für Amateursportler und Vergnügungsparks fallen ebenfalls vorerst aus. (Quelle: FAZ, 21.03.21)


Testpflicht für Rückkehrer aus dem Ausland

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben am Tag vor dem Bund-Länder-Gipfel eine Test- und Quarantänepflicht für Auslandsreisen ins Gespräch gebracht.

„Ich glaube so ein ungeschützter Reiseverkehr geht nicht“, sagt Müller, der derzeit auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, in der ARD mit Blick auf das Oster-Reisen. Es sei für die Menschen unverständlich, dass in Deutschland nicht gereist werden solle, aber nach Mallorca dies möglich sei.

Zudem müsse man im Kampf gegen die Pandemie nicht nur an Schließung von Schulen denken, sondern auch über regelmäßige Pflichttests für Arbeitnehmer in Firmen nachdenken. Söder sagt, es müsse dringend „eine Testpflicht und Quarantäne für Mallorca geben“. (Quelle: FAZ, 21.03.21)


Türkei: Mehr als 30 Millionen Fälle, mehr als 30.000 Tote – offiziell

Laut Nachrichtenagentur Reuters hat die Türkei am Sonntag weitere 20.428 Fälle gemeldet, womit die Zahl der seit Beginn der Pandemie offiziell registrierten Infektionen die 3 Millionen-Grenze überschritten hat.

Das Land meldete gleichzeitig am Sonntag weitere 102 Todesfälle – das erste Mal seit Anfang Februar, dass die tägliche Zahl über 100 gestiegen ist. Die Zahl der Todesopfer liegt jetzt bei 30.061. Seit Beginn des Ausbruchs des Landes wurden insgesamt 3.013.122 Infektionen registriert. (Quelle: The Guardian, 21.03.21)


Kuba: Impfstoffkandidat Soberana 02 in letzter Phase klinischer Studie

Kuba wird im Rahmen der letzten Phase seiner klinischen Studie 150.000 Schlüsselkräfte mit seiner Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 impfen. Das teilten die kubanischen Behörden heute mit. Laut nachrichtenagentur Reuters erhalten „MitarbeiterInnen an vorderster Front“, einschließlich des Gesundheitspersonals, ab Montag Soberana 02, Kubas führenden Impfstoffkandidaten.

Soberana 02 befand sich in den letzten drei Wochen in der letzten Phase der Studie, an der 44.000 Freiwillige aus der kubanischen Gesellschaft  beteiligt waren.

„Kuba könnte 150.000 Menschen sofort gegen COVID-19 immunisieren, da die Phase-3-Studie mit diesem Impfstoff zeigt, dass er sehr sicher ist“, twitterte Außenhandels- und Investitionsminister Rodrigo Malmierca.

Aprobado por @cubacecmed ensayo de intervención con #Soberana02. 150 mil cubanos podrán ser inmunizados de inmediato contra #COVID19. El ensayo clínico fase III está demostrando que esta vacuna es muy segura. #SomosCuba #CubaViva #CubaSalva @MINCEX_CUBA pic.twitter.com/8vqTYL74cB

— Rodrigo Malmierca Díaz (@R_Malmierca) March 21, 2021

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(Quelle: The Guardian, 21.03.21)


Ostwestfalen: 90 Infektionen in Baptistengemeinde

In einer Baptistengemeinde in Lage im Kreis Lippe hat es binnen kurzer Zeit rund 90 bestätigte Corona-Fälle gegeben. Alle 1100 Gemeindemitglieder sollten getestet werden und befinden sich in Quarantäne, wie der Kreis in Detmold mitteilte. Die große Zahl an Neuinfektionen sei bis zum Wochenende festgestellt worden, woraufhin die Testung von allen Gemeindemitgliedern angeordnet worden sei. Ob die Infektionen bei Präsenzgottesdiensten oder im Familienverbund entstanden seien, lasse sich noch nicht mit Sicherheit sagen. 800 der 1.100 Tests stehen noch aus. Es werde davon ausgegangen, dass die Zahl der Neuinfektionen noch deutlich steigen werde.
(Quelle: WDR, 21.03.21)


Indien: Höchste Zahl an Neuinfektionen seit November

In Indien hat das Gesundheitsministerium 43.846 bestätigte Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet – so viele wie seit Mitte November nicht mehr. In mehreren Teilen des Landes traten neue Beschränkungen in Kraft. Mehr als die Hälfte der Neuinfektionen wurden im Bundesstaat Maharashtra registriert, in dem auch die Finanzmetropole Mumbai liegt. In einigen Bezirken gilt dort ein Lockdown bis Ende des Monats. In Mumbai selbst soll es an belebten Orten verpflichtende Tests geben. Laut dem Ministerium meldeten auch sieben andere indische Bundesstaaten eine Erhöhung der Infektionszahlen gegenüber der vergangenen Woche, teilweise seien deshalb wieder Restaurants und Schulen geschlossen worden. (Quelle: Tagesschau, 21.03.21)


Immer noch: Küstenländer wollen „kontaktarmen“ Osterurlaub ermöglichen

Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen werben für einen „kontaktarmen“ Osterurlaub im jeweils eigenen Bundesland. Dort solle Urlaub in Einrichtungen mit Selbstversorgung und eigenen sanitären Anlagen möglich sein, heißt es in einer Mitteilung – etwa in einer Ferienwohnung, einem Ferienhaus, einem Campingwagen oder einem Wohnmobil. Für die angrenzenden Stadtstaaten seien gesonderte Regelungen zu treffen. Voraussetzung für einen solchen Urlaubsaufenthalt im eigenen Land ist den drei Ländern zufolge ein negativer PoC-Antigen-Test kurz vor der Anreise. Weitere Bedingungen wie Hygienekonzepte und Kapazitätsbeschränkungen seien auf Landesebene zu treffen. Die Küstenländer wollen ihren Vorschlag am Montag bei den Bund-Länder-Beratungen einbringen.
(Quelle: Tagesschau, 21.03.21)


Flensburg sagt wegen Corona Bombenentschärfung ab

Die Stadt Flensburg hat wegen erneut steigender Corona-Zahlen eine für kommenden Samstag geplante Bombenentschärfung abgesagt. Dies sei in Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst so entschieden worden, teilte die Stadt mit. Nach zwischenzeitlichem Rückgang näherte sich Flensburg am Wochenende wieder der Sieben-Tage-Inzidenz von 100. „Bei der Entscheidung haben wir neben der Inzidenzzahl auch die Zahl der Mutationen sowie die Situation in den Krankenhäusern im Blick, mit denen wir uns eng abstimmen“, erläuterte Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD). „Alle drei Werte zeigen, dass eine Bombenentschärfung, bei der viele Menschen gemeinsam in Notunterkünften ausharren müssten, in der aktuellen Entwicklung, die sich über das Wochenende leider verschärft hat, nicht zu verantworten ist.“ (Quelle: NDR, 21.03.21)


Europäische Städte planen Schweigeminute am Mittwoch

In vielen Städten Europas soll es am Mittwoch eine gemeinsame Schweigeminute für die Corona-Opfer geben. Das kündigte der Verband Eurocities an, in dem rund 200 Städte aus knapp 40 Ländern zusammengeschlossen sind. „Europa braucht einen gemeinsamen Augenblick des Gedenkens“, erläuterte der Präsident des Verbandes, Dario Nardella, der Bürgermeister der italienischen Stadt Florenz ist. Dazu soll am 24. März um zwölf Uhr mittags eine Minute lang geschwiegen werden. Aus Deutschland sind in dem Verband unter anderem Berlin, Dresden, Düsseldorf, Essen, Hamburg, München und Stuttgart dabei. Nardella sagte, es gehe darum, die Toten zu betrauern und an die Menschen zu denken, die unter den Folgen der Pandemie litten. Wie ein Sprecher erläuterte, wollen die Bürgermeister mit der Schweigeminute auch unterstreichen, dass die Pandemie eine grenzüberschreitende Krise ausgelöst habe. Dazu soll es auf YouTube auch einen Livestream geben. (Quelle: Tagesschau, 21.03.21)


Chile: Immer mehr Fälle

Trotz großer Fortschritte bei der Impfkampagne in Chile steigen dort die Zahlen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Wochenende gibt es in dem 19-Millionen-Einwohner-Land aktuell etwa 48.000 aktive Fälle – mehr als jemals zuvor. Insgesamt haben sich in Chile etwa eine Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 30.000 Patienten starben. Die hohe Zahl an Neuinfektionen könnte mit dem verwendeten Impfstoff zusammenhängen.

Zum Einsatz kommt vor allem das Produkt des chinesischen Herstellers Sinovac. Der Impfstoff verhindert zwar schwere Verläufe, allerdings liegt der Schutz gegen eine Ansteckung nach einer brasilianischen Studie nur bei etwas über 50 Prozent. Die chilenische Impfkampagne hingegen gilt als Erfolgsgeschichte. Mehr als fünf Millionen Menschen haben dort bereits mindestens eine Impfdosis erhalten. Geimpft wird nach einem recht einfachen Priorisierungsplan ohne komplizierte (Quelle: Tagesschau, 21.03.21)


(1) Lockdown muss eigentlich verlängert und verschärft werden. Schon vor den Lockerungen am 3 März wirkte er zu schwach. Gelungen ist ein Lockdown gegen B117 bisher nie ohne Ausgangssperren. Will man diese verhindern braucht man endlich eine Teststrategie https://t.co/CbdcQRjC8J

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) March 21, 2021

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Überblick am Nachmittag

  • Großbritannien verimpfte am Samstag 873.784 Impfdosen, ein Tagesrekord den zwiten Tag in Folge, teilte die britische Regierung mit. „Diese Mammut-Teamleistung zeigt das Beste aus Großbritannien“, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock.
  • Der britische Verteidigungsminister hat angedeutet, dass die Beschränkungen für Auslandsreisen auf den Sommer ausgedehnt werden könnten. Ben Wallace sagte: „Wir können nicht taub und blind sein für das, was außerhalb des Vereinigten Königreichs vor sich geht“, als er vor dem Risiko warnte, neue Virusmutanten  zu importieren.
  • EU-Kommissarin Mairead McGuinness will eine Blockade von Impfstoffexporten nach Großbritannien nicht ausschließen. Sie sagte: „Alles ist auf dem Tisch … Die europäischen Bürger werden wütend und verärgert darüber, dass die Einführung des Impfstoffs nicht so schnell erfolgt ist, wie wir es erwartet hatten.“
  • Deutschland erwägt, alle aus dem Ausland zurückkehrenden Personen einer Quarantäne sowie zwingenden Coronatests zu unterziehen, nachdem die Infektionsraten über das Niveau gestiegen sind, von dem die Behörden sagen, dass die Krankenhäuser überlastet sein werden. Das Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten gab an, dass die Zahl der Fälle pro 100.000 Einwohner pro Woche jetzt bei 103,9 und damit über der 100-Schwelle lag, bei der Intensivstationen bereits in naher Zukunft nicht mehr mithalten können.
  • Der Verkehrsminister der von Houthi-Rebellen kontrollierten Regierung des Jemen, Zakaria al-Shami, ist am Sonntag nach Angaben aus offiziellen kreisen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.
    Shami war zusammen mit Premierminister Abdulaziz bin Habtour und anderen ebenfalls infizierten Beamten im Krankenhaus der von Houthi kontrollierten Hauptstadt Sanaa behandelt worden. (Quelle: The Duardian, 21.03.21)

Corona-Schutzausrüstung: Unternehmen von Jens Spahns Ehemann verkaufte Masken an Gesundheitsministerium https://t.co/ljJAN6NTgF pic.twitter.com/0gPl6a17Fy

— SPIEGEL Ticker (@SPIEGEL_alles) March 21, 2021

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(21.03.21)


Rostocker OB verlangt mehr Corona-Hilfen

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen fordert vom Bund und vom Land Mecklenburg-Vorpommern mehr Hilfen für alle vom Corona-Lockdown Betroffenen. „Öffnungen und Schließungen sind ein schwerer Prozess, aber es darf nicht sein, dass einzelne Unternehmen oder Menschen die Folgen der Pandemie allein tragen müssen“, schreibt der parteilose Politiker in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Hilfen für Unternehmer und für Arbeitnehmer, die seit Monaten ohne Einnahmen oder mit Kurzarbeitergeld auskommen müssten, müssten dringend sofort erhöht und langfristig ermöglicht werden.

„Die Inzidenz darf künftig nicht als einziges Kriterium für Maßnahmen herhalten“, so Madsen. Kommunen könnten mit Pilotprojekten neue Strategien und Wissen generieren. «Wir alle können so besser verstehen, wo sich Menschen infizieren, wie sich die Infektionen ausbreiten und welche Alternativen wir im Handeln haben.“ (Quelle: NDR, 21.03.21)


Forscher warnen vor schwerer dritter Corona-Welle

Die dritte Welle der Corona-Pandemie könnte Forschern zufolge wesentlich schlimmer werden als die zweite, falls nicht weitere Maßnahmen wie Schnelltests ausgebaut werden. Grund sei die hohe Übertragbarkeit der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7. Ungeschützte Kontakte in Innenräumen trügen derzeit „dramatisch“ zum Infektionsgeschehen bei, schreibt ein Team um den Mobilitätsforscher Kai Nagel von der Technischen Universität Berlin im Modus-Covid-Bericht. Corona-Infektionen erfolgten maßgeblich im eigenen Haushalt, bei privaten Besuchen, auf der Arbeit und in Schulen. Die Forscher nutzen für ihre Modelle Daten von Berlin und Umgebung. Die Ergebnisse seien jedoch auf ganz Deutschland übertragbar, erläuterte Nagel mit Verweis auf seine Untersuchungen in weiteren Städten. „Unsere Simulationen zeigen, dass selbst mit den Restriktionen vom Januar die dritte Welle höhere Inzidenzen aufweisen wird als die zweite“, schreibt das Team. (Quelle: Tagesschau, 21.03.21)


Großbritannien warnt EU vor AstraZeneca-Exportstopp

Die britische Regierung hat die EU vor einem Exportverbot für den Corona-Impfstoff von AstraZeneca gewarnt. Ein Ausfuhrverbot für in der EU produziertes Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers wäre „kontraproduktiv“, da die Produktion von Impfstoffen nur über Zusammenarbeit gelinge, sagte Verteidigungsminister Ben Wallace dem Sender Sky News. Wallace warnte Brüssel in diesem Zusammenhang auch vor einem weltweiten Imageverlust. „Wenn Verträge und Verpflichtungen gebrochen werden, dann ist dies eine sehr schädliche Sache für einen Handelsblock, der stolz ist auf Rechtsstaatlichkeit“, sagte Wallace. Ein Exportstopp für Impfstoffe würde die Möglichkeiten für die europäische Impfkampagne schmälern, zudem seien andere Staaten weltweit von Einschränkungen betroffen. Dies würde einen „Reputationsschaden“ der EU nach sich ziehen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuvor AstraZeneca mit einem Exportverbot gedroht, sollte der Pharmakonzern nicht zuerst seine vertraglichen Lieferpflichten gegenüber der EU erfüllen.
(Quelle: Tagesschau, 21.03.21)


Dortmund: Polizei verbietet Demo von Impfgegnern

Die Polizei Dortmund hat eine für heute angekündigte Versammlung von Impfgegnern verboten. Die Ereignisse in Kassel sowie Verstöße bei vorherigen Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen in Dresden und Berlin haben zu der Entscheidung geführt, wie die Polizei mitteilte. Der Beschluss werde unter anderem mit dem gewaltsamen Vorgehen von Protestierenden in Kassel gegen Polizeibeamte und Gegendemonstranten begründet. Die Geschehnisse ließen darauf schließen, dass eine friedliche Meinungsäußerung nicht das Ziel der Bewegung sei, erklärte die Polizei. Auch geht sie davon aus, dass aktuelle Hygienemaßnahmen nicht eingehalten würden. (Quelle: Tagesschau, 21.03.21)


Philippinen von Corona-Welle erfasst

Die Philippinen werden von einer neuen Corona-Welle erfasst. Am Sonntag verzeichnete die Statistik für den südostasiatischen Inselstaat mit 7.999 Covid-19-Infektionen innerhalb eines Tages einen neuen Rekord seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr. Die Gesamtzahl der seitdem gemeldeten Infektionen liegt jetzt bei 656.056 Fällen, von denen 562.484 als genesen gelten; 12.930 Philippiner verstarben bisher im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Philippinen sind damit nach Indonesien das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land in der Region.

In der Hauptstadt Manila soll das öffentliche und religiöse Leben nun weitgehend heruntergefahren werden. Die katholische Bischofskonferenz sagte laut Medienberichten für die vorösterliche Karwoche sämtliche Prozessionen ab. In Manilas historischem Viertel Intramuros, in dem die Bischofskonferenz und andere katholische Institutionen ihren Sitz haben, wurde nach dem Corona-Tod eines Priesters die Kirche San Augustin geschlossen. Die zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtete Kirche ist das älteste aus Stein erbaute Gotteshaus der mehrheitlich katholischen Philippinen.

In den Bistümern Novaliches und Cubao im Großraum Manila bleiben wegen Corona sämtliche Kirchen zu. Mediziner warnen, dass die Krankenhäuser in Manila in der ersten Aprilwoche an ihre Kapazitätsgrenze stoßen könnten. (Quelle: FAZ. 21.03.21)


Konzeptpapier der Bundesregierung sieht Testpflicht für Unternehmen vo

Die Bundesregierung will einem Konzeptpapier zufolge die Firmen beim Infektionsschutz stärker in die Pflicht nehmen. Wo die Arbeit im Homeoffice nicht möglich sei, müssten Tests von den Unternehmen angeboten werden, heißt es im Beschlussentwurf des Bundes für das Treffen mit den Minsterpräsidenten am Montag. „Diese sollen pro Woche das Angebot von mindestens zwei Schnelltests umfassen. Die Bundesregierung wird hierfür die entsprechenden Regelungen bis Ende März erlassen und einen Rahmen schaffen, auf dessen Basis die Arbeitgeber entsprechende Testbescheinigungen ausstellen.“ (Quelle: TSP, 21.03.21)


DiVI-Zahlen aus der Region

Laut DIVI-Zahlen in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell werden 8 CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; drei von ihnen werden invasiv beatmet.

Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim werden zwei CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, einer von diesen wird invasiv beatmet. Im Kreis Steinfurt (NRW) werden 9 CoViD-19-Erkrankte intensivmeidizinsch versorgt, zwei werden beatmet.

Die Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)! ist eine private Organisation. In ihrem Intensivregister werden tagesaktuelle intensivmedizinische Behandlungskapazitäten und die tagesaktuellen Fallzahlen zu COVID-19-Patient*innen auf Intensivstationen erfasst. Die Daten dazu werden in den zugelassenen Krankenhaus-Standorten, die Intensivbetten zur Akutbehandlung führen, erhoben. Intensivmedizinisches Fachpersonal gibt täglich Meldungen für ihren Meldebereich eines Krankenhaus-Standortes ab. (Quelle: divi, 21.03.21)


Merkel will Lockdown

Die Corona-Zahlen steigen rasant, nun entscheiden Bund und Länder an diesem Montag über das weitere Vorgehen. Eine erste Beschlussvorlage gibt Einblick in die Vorstellungen des Kanzleramts.

Danach strebt das Bundeskanzleramt eine Fortsetzung des derzeitigen Corona-Lockdowns bis in den April hinein an. Ein exaktes Datum für das Ende der Maßnahmen ist darin aber nicht enthalten. Der Entwurf muss noch mit den Ländern abgestimmt werden; am Montag wollen dann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten Beschlüsse zur weiteren Corona-Politik fassen.

In dem Papier wird erneut die „Notbremse“ für das Erreichen eines Inzidenzwerts von 100 festgelegt. Dann sollen die Kontaktbeschränkungen wieder auf einen Haushalt plus eine weitere Person verschärft werden. Auf diese Regel hatten sich Bund und Länder bereits beim letzten Gipfel geeinigt. Einige Bundesländer halten sich bislang aber nicht daran.

Generelle neue Öffnungsschritte sieht der Entwurf nicht vor – er verweist vielmehr auf das „wiederum starke Infektionsgeschehen und eine exponentielle Dynamik“. Allerdings solle es Ländern und Regionen ermöglicht werden, „zeitlich befristete Modellprojekte“ zu starten, um „mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen“.

Dabei sollten sie die „Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung eines konsequenten Testregimes“ untersuchen. „Zentrale Bedingungen dabei sind negative Testergebnisse als Zugangskriterium, IT-gestützte Prozesse zur Kontaktverfolgung und gegebenenfalls auch zum Testnachweis, räumliche Abgrenzbarkeit auf der kommunalen Ebene und eine enge Rückkopplung an den Öffentlichen Gesundheitsdienst“, heißt es in der Vorlage.

Unternehmen sollen dem Entwurf zufolge verpflichtet werden, ihren Mitarbeitern zwei Schnelltests pro Woche zur Verfügung zu stellen. Eine entsprechende Regelung soll bis Ende März erlassen werden.

Gegebene Zustimmung für Podigee verwaltenMehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen
In dem Entwurf wird zudem erwogen, den Bürgerinnen und Bürgern Ferienreisen nach dem Prinzip des „kontaktarmen Urlaubs“ im jeweils eigenen Bundesland zu ermöglichen. Voraussetzung seien die „Beachtung der geltenden Kontaktbeschränkungen, strenge Hygieneauflagen und die Umsetzung eines Testregimes“. Dieser Passus in dem Entwurf ist in eckige Klammern gesetzt – dies deutet darauf hin, dass hier noch Abstimmungsbedarf zwischen Bund und Ländern besteht.

Die Bundesregierung will dem Entwurf zufolge außerdem eine Test- und Quarantänepflicht für alle Auslandsreisenden und damit auch für Mallorca-Urlauber einführen. „Reisen, insbesondere Urlaubsreisen ins Ausland müssen daher unabhängig von Inzidenzen im Zielland mit einer epidemiologisch gebotenen Quarantäne und einer Testpflicht vor Rückreise und bei Einreise in die Bundesrepublik Deutschland verbunden sein“, heißt es in dem Papier.

Das Kanzleramt schlägt in der Vorlage zudem ein „Sonderprogramm des Bundes“ für den Tourismus und verwandte Bereiche vor, das über die bisherigen Hilfsprogramme hinausreichen soll. Dieses Sonderprogramm könnte dann gestartet werden, wenn „die epidemiologische Lage eine wirtschaftlich relevante Öffnung zu Ostern nicht möglich machen“ sollte, wie es in der Vorlage heißt. (Quelle: t-online.de, 21.01.21)


Überblick am Morgen

  • Die Zahl der Menschen auf Intensivstationen mit Covid-19 in französischen Krankenhäusern ist um 66 auf 4.353 gestiegen, ein neues Hoch in 2021, berichtete das Gesundheitsministerium am Samstag.
  • Das Serum Institute of India (SII) hat Brasilien, Saudi-Arabien und Marokko mitgeteilt, dass sich die weitere Lieferung des AstraZeneca-Impfstoffs aufgrund der steigenden Nachfrage im Inland verzögern wird.
  • Der saudi-arabische staatliche Ölriese Aramco meldete am Sonntag einen Rückgang des Nettogewinns um 44,4% im Jahr 2020, der durch niedrigere Rohölpreise und verkaufte Mengen sowie schwächere Raffineriemargen verursacht wurde; die Coronavirus-Pandemie hatte die Nachfrage gedrückt.
  • Großbritannien teilte am Samstag mit, dass die Hälfte der Erwachsenen des Landes mindestens eine Dosis Covid-Impfstoff erhalten hat. Bis Ende Juli sollen alle über 18-Jährigen erreicht werden. Der staatliche Nationale Gesundheitsdienst NHS hat nach neuesten Regierungsstatistiken 26,9 Millionen Menschen oder 51% der erwachsenen Bevölkerung geimpft.
  • England stellt neuen Impfrekord auf. Eine Rekordzahl von Menschen erhielt am Freitag ihren Covid-19-Impfstoff mit 711.156 Dosen, die der britischen Öffentlichkeit verabreicht wurden. Davon wurden 636.219 in England verabreicht – die höchste tägliche Menge seit Beginn des NHS-Impfprogramms, so NHS England.
  • Führender Präsidentschaftskandidat der Opposition in der Republik Kongo, der vor den Wahlen mit Covid ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der führende Präsidentschaftskandidat der Opposition in der Republik Kongo wurde mit Sauerstoff in einem privaten Krankenhaus beatmet, nachdem bei ihm Covid-19 diagnostiziert worden war..
    In Miami (Florida) ist eine nächtliche Ausgngssperre von 20.00 bis 06.00 Uhr verhängt worden, die sofort wirksam wird. Grund sind die zahlreichen Spring Break-Feiern bei denen  Restaurants zerstört werden, sich die Feiernden auf den Straßen prügeln und zu Tausenden ohne Masken oder soziale Distanzierung feiern.
    (Quelle: The Guardian, 21.03.21)

Emsland: Inzidenzwert steigt auf 147,1

Der Landkreis Emsland hat die kritische Inzidenz-Marke von 100 heute zum vierten Mal in Folge überschritten. Nach 121,7 am Donnerstag und 116,2 am Freitag lag die Inzidenz am Samstag bei 129,1. Am Sonntag stieg der Inzidenwert im Landkreis Emsland besonders stark auf 147,1.

Weil die Kreisverwaltung Wochenende feiert, ist niht bekannt, wo die stark steigenden Zahlen verortet sind.   (Quelle: GN, 21.03.21)


Grafschaft Bentheim: Corona-Zahlen

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim liegt laut Angaben des Landesgesundheitsamtes mit 100,6 am Sonntag bereits zum dritten Mal in Folge über der kritischen 100-Marke. Damit könnten in der kommenden Woche strengere Corona-Maßnahmen folgen. Am Freitag lag der Wert bereits bei 110,8, am Samstag bei 107,9. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beschreibt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner gerechnet.

Die auch für die Grafschaft geltenden Lockerungen der Corona-Regeln hängen von der Entwicklung des Inzidenzwertes ab. Nach drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Inzidenz von mehr als 100, gilt die Grafschaft nun als Hochinzidenzkommune. Die aktuellen Corona-Regeln könnten nun wieder verschärft werden, sollte der Landkreis zu der Einschätzung kommen, dass der Wert anhält. Beispielsweise könnten Geschäfte und Einrichtungen erneut schließen müssen.

Das benachbarte Emsland hatte die kritische Marke bereits am Samstag zum dritten Mal überschritten. Nach 121,7 am Donnerstag und 116,2 am Freitag lag die Inzidenz am Samstag bei 129,1. Am Sonntag gibt es im Landkreis Emsland einen Inzidenzwert von 147,1.

Wie dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung zu entnehmen, verzeichnet die Grafschaft am Sonntag weitere 24 Neuinfektionen, die Gesamtzahl der Corona-Fälle steigt dadurch auf 3954. Als genesen gelten derweil 3639 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich laut Landkreis-Angaben 707 Menschen, am Samstag waren es 675. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 104. Der Landkreis zählt am Sonntag weiterhin 211 aktuell Infizierte mit dem Coronavirus, 60 (+5) davon in Nordhorn.  (Quelle: GN, 21.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Sonntag, 21. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.193 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 3 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.723. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 184.184 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 94,9 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 93,3).
Weil viele Gesundheitsämter am Wochenende nur eingeschränkt besetzt sind, sind die Zahlen weniger aussagekräftig als nötig. (Quelle: NDR, 21.03.21)


TUI goes Mallorca

Der größte Reisekonzern Tui fliegt ab heute (Sonntag) nach langer Zwangspause die ersten Urlauber aus Deutschland nach Mallorca. Das vorläufige Ende der Beschränkungen für mehrere Ferienregionen in Spanien und das Auslaufen der Reisewarnung für die Balearen machen dies möglich – unter anderem können Touristen nun auf eine Quarantänephase nach ihrer Rückkehr verzichten. Andere Fluggesellschaften wie Eurowings fliegen bereits schon seit einigen Tagen von Deutschland aus wieder nach Mallorca.

Bei Tuifly soll nun die erste Maschine am Sonntag um 10.20 Uhr am Firmensitz in Hannover-Langenhagen zu der Insel starten. Direkt danach folgt eine weitere um 11.00 Uhr. Von Düsseldorf und Frankfurt bietet Tuifly ebenfalls je zwei Verbindungen an. Ein zusätzliches Flugzeug hebt in Stuttgart ab.

Tui zieht mit den Flügen den Beginn seiner Ostersaison auf Mallorca um etwa eine Woche vor. Zum 26. März soll auch München als Abflughafen hinzukommen. Die Hotels wurden seit Tagen vorbereitet und das zuvor geplante Angebot ausgeweitet. Zuletzt hatte das Unternehmen starke Buchungen gemeldet: „Es gibt eine deutliche Nachfrage für die neuaufgelegten Reisen.“ Die Rede war von einer Verdoppelung gegenüber dem März 2019, also dem Vergleichszeitraum vor der Corona-Krise. (Quelle: FAZ, 21.03.21)


Deutschland-Zahlen

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 13.733 neue Corona-Infektionen. Außerdem wurden 99 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Am Sonntag vor einer Woche waren es noch 10.790 gemeldete Neuinfektionen und 70 registrierte Todesfälle an einem Tag gewesen. Sonntags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Seit dem Beginn der Pandemie haben sich nach Angaben des RKI 2.659.516 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infiziert. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74.664.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,22 (Vortag 1,18). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 122 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 21.0.21)


Protest an der deutsch-französischen Grenze gegen Tests

Hunderte Menschen haben an der deutsch-französischen Grenze gegen die verschärften Corona-Regeln bei der Einreise nach Deutschland protestiert. Sie forderten ein Ende der Testpflicht für Pendler, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstagabend aus Sarreguemines (Saargemünd) im Département Moselle berichtete. Laut Polizei habe es 600 Teilnehmer gegeben, laut Organisatoren 1000.

Mit der Einstufung des Verwaltungsbezirks Moselle als sogenanntes Virusvariantengebiet gelten die strengeren Regeln seit Anfang des Monats. Menschen aus dem Département müssen bei der Einreise in das angrenzende Rheinland-Pfalz und das Saarland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein Schnelltest ist dabei ausreichend. Dies gilt auch für Pendler.

Die Bundespolizei kontrolliert nach früheren Angaben die verschärfte Testpflicht stichprobenartig im Grenzgebiet an die Region Moselle in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Täglich pendeln rund 16.000 Menschen von Moselle ins Saarland. (Quelle: TSP, 20.03.21)


Händler fordern „pragmatischeren“ Coronakurs

In der Coronapandemie haben große Handelsketten vor einer Rücknahme der begrenzten, erst seit kurzem gültigen Einkaufsmöglichkeiten gewarnt. In einem gemeinsamen Schreiben von elf Einzelhändlern – darunter Tedi, Kik, Takko, Ernsting’s family, Butlers und Thalia – heißt es, dem Handel dürfe nicht die Verantwortung für das steigende Inzidenz-Geschehen zugeschoben werden. Das Gegenteil sei der Fall, wie man am Beispiel Hannover und Thüringen sehe: „Dort sind die Inzidenzen in den letzten Tagen deutlich gestiegen – ohne dass der Einzelhandel geöffnet hat.“

Das Schreiben ist an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und an die Ministerpräsidenten der Bundesländer gerichtet, die an diesem Montag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Bei ihrem vorigen Treffen Anfang März, bei dem die leichten Lockerungen samt Shopping nach Termin (Click & Meet) ermöglicht wurden, war festgehalten worden, dass man bei einer Wocheninzidenz von 100 generell wieder schärfer vorgehen wolle – wie genau, könnte am Montag festgelegt werden. Es ist aber noch offen, ob Verschärfungen kommen. Klar scheint nur, dass angesichts steigender Infektionszahlen nicht weiter gelockert wird.

Die Firmen sehen sich in Coronazeiten unfair behandelt. „Der Handel bringt große Opfer und wird dafür nicht einmal adäquat kompensiert. Für unsere Branche bedeutet dies ein Geschäfts- und Unternehmenssterben auf Raten.“ Dies habe schlimme Folgen für die Innenstädte. (Quelle: TSP, 20.03.21)


Corona-Demonstration in Amsterdam mit Wasserwerfern aufgelöst

In Amsterdam hat die Polizei am Samstag Teilnehmer einer nicht genehmigten Protestkundgebung gegen Corona-Vorschriften mit Wasserwerfern vom zentralen Platz vor dem Reichsmuseum vertrieben. Wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete, wurden rund 1000 Demonstranten am Rand des historischen Grachtenviertels von Einsatzkräften eingekesselt, viele von ihnen wurden dann mit Bussen zu Gegenden am Stadtrand gebracht. Zuvor seien Schutzmasken an sie verteilt worden. Über Festnahmen gab es zunächst keine Angaben.

In den Niederlanden gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Protestaktionen gegen Corona-Maßnahmen, bei denen es teilweise zu gewalttätigen Übergriffen kam. Derweil ist auch in den Niederlanden die Zahl der täglichen Neuinfektionen erneut gestiegen – allein von Freitagmorgen bis Samstagmorgen seien 7668 neue Corona-Fälle registriert worden, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Das sei die höchste Zahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages (Quelle: TSP, 20.03.21)


Griechenland verteilt ab April kostenlose Selbsttests

Griechenland will ab April kostenlose Selbsttests an alle Bürgerinnen und Bürger abgeben. Jede Person mit einer Sozialversicherungsnummer solle sich in einer Apotheke vier Tests pro Monat abholen können, teilt das Büro des Ministerpräsidenten mit. Positive Tests müssten dann an die Behörden gemeldet werden. Man sei das erste Land in Europa, das solche Selbsttests so leicht verfügbar mache und kostenlos ausgebe, so die Regierung. (Quelle: TSP, 20.03.21)


Für Nicht-Japaner wird #Olympia nur im TV stattfinden, denn wegen der #Corona-Krise dürfen keine #Zuschauer aus dem Ausland dabeisein. Die #UEFA will mit der #EM2021 einen anderen Weg gehen.#Tokio | #EM2020 | #FußballEM https://t.co/HuGgHbTyQu

— ZDF Sport (@ZDFsport) March 20, 2021

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Dortmunder OB muss Schulen offen halten

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) hat die von der CDU geführte Landesregierung ein weiteres Mal dafür kritisiert, dass diese auch seinen erneuten Antrag zur Schließung der Schulen und KiTas nicht entsprochen hat. „Die wenigen Präsenztage jetzt vor Ostern erhöhen die Gefahr der Ansteckungsbeschleunigung in den Familien, von einer Teststrategie ist nichts zu sehen“, teilte er auf Twitter mit. „Es ist eine absurde Situation. Wir sehen genau, was auf uns zukommt. Aber handeln dürfen wir nicht. Es ist in etwa so, als würden wir auf eine Mauer zurasen, die Mauer ist bereits sichtbar! Bremsen ist nicht vorgesehen, denn diese LandReg will die freie Fahrt nicht gefährden.“

1/1 Das Gesundheitsministerium hat uns mitgeteilt, dass unserem erneuten Antrag zur Schließung der Schulen und KiTas nicht entsprochen wird. Ich bedaure diese Entscheidung sehr.

— Thomas Westphal (@TWestphalDo) March 20, 2021

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Bedenkenlos

<Gut 200 Politiker haben laut einer Medienumfrage beteuert, dass sie sich bedenkenlos den Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca spritzen lassen würden. So erklärte etwa Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) dem Nachrichtenportal Watson, alle zugelassenen Impfstoffe seien wirksam und sicher. Sobald er an der Reihe sei, werde er sich deshalb impfen lassen – „gerne auch mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca“.

Das Präparat kann nach einem vorsorglichen Impfstopp nun wieder eingesetzt werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte dies am Donnerstag befürwortet, es soll aber ein neuer Warnhinweis dazukommen. Dabei geht es um seltene Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen.

Ähnlich wie Braun äußerten sich dem Bericht zufolge Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), sowie die Regierungschefs von Berlin, Hamburg, Brandenburg und Hessen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel würde sich mit Astra-Zeneca impfen lassen, wie sie am Freitagabend sagte. Sie fügte hinzu: „Ich möchte aber warten, bis ich dran bin.“

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte: „Die Bundesregierung reiht sich ein. Wir lassen uns impfen, wenn wir dran sind. Ich würde mich auch mit Astra-Zeneca impfen lassen. Die Sicherheit zu haben, nicht mehr an Covid-19 sterben zu müssen, ist doch ein gutes Gefühl.“ Auch Umweltministerin Svenja Schulze, Arbeitsminister Hubertus Heil sowie Justizministerin Christine Lambrecht (alle SPD) beteuerten, sie würden das Astra-Zeneca-Präparat gerne verabreicht bekommen, wenn sie an der Reihe sind. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


London: Dutzende Festnahmen von Demonstranten

Bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen sind in London dutzende Menschen festgenommen worden. Tausende Demonstranten marschierten am Samstag vom Hyde Park durch das Zentrum der britischen Hauptstadt. Nach dem Ende des Protestmarsches kehrten rund 100 Demonstranten in den Hyde Park zurück, lieferten sich Handgemenge mit Polizisten und bewarfen die Beamten mit Flaschen und Dosen. Bis zum Abend wurden nach Polizeiangaben 33 Menschen festgenommen, die meisten wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen.

Die derzeitigen Corona-Maßnahmen in England gelten seit Anfang Januar. Seither hat sich die Lage auch dank der erfolgreichen Impfkampagne deutlich verbessert und Premierminister Boris Johnson hat eine Lockerung der Auflagen in Aussicht gestellt. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


Rio sperrt seine Strände

Wegen der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie in Brasilien sind die weltberühmten Strände der Millionenmetropole Rio de Janeiro für Badegäste gesperrt worden. Vor den Stränden von Copacabana, Ipanema und Barra da Tijuca bezogen am Samstag Polizisten Stellung, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.
„Dies ist die Zeit, um zu Hause zu bleiben“, sagte Bürgermeister Eduardo Paes. „Das Voranschreiten der Pandemie bringt uns in eine schwierige Lage. Entweder wir sind uns dessen bewusst und respektieren das Leben, oder wir werden in den kommenden Tagen eine unbeherrschbare Situation erleben.“ Für die kommende Woche kündigte Paes weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie an.

Brasilien ist nach den Vereinigten Staaten das von der Pandemie am stärksten betroffene Land der Welt. Im größten Staat Lateinamerikas wurden zuletzt über 90.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden vermeldet, pro Tag sterben rund 3000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.

Laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha gaben 79 Prozent der Brasilianer an, dass die Pandemie außer Kontrolle geraten sei. Präsident Jair Bolsonaro hatte das Coronavirus immer wieder verharmlost und sich gegen weitreichende Schutzmaßnahmen gesperrt. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


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Der Rückstau der gelieferten, aber noch nicht verimpften #Corona-Vakzindosen liegt bei 3,47 Millionen.

Das entspricht 25% der Lieferungen.@welt pic.twitter.com/dZhVm3yCqL

— Olaf Gersemann (@OlafGersemann) March 20, 2021

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AstraZeneca: Probleme in Dänemark

In Dänemark sind bei zwei Krankenhausmitarbeitern nach einer Astra-Zeneca-Impfung Behördenangaben zufolge Blutgerinnsel und Hirnblutungen aufgetreten. Eine der betroffenen Personen sei gestorben, teilt die für öffentliche Kliniken in Kopenhagen zuständige Behörde mit. Beide Krankenhausmitarbeiter seien weniger als 14 Tage nach ihrer Impfung krank geworden.
Die dänische Arzneimittelaufsicht bestätigt, dass ihr zwei schwere Fälle gemeldet worden seien. Details nennt sie nicht. Impfungen mit dem Astra-Zeneca-Vakzin sind in Dänemark weiterhin ausgesetzt. In Deutschland ist das Mittel nach einer mehrtägigen Unterbrechung wieder freigegeben. Die Europäische Arzneimittelagentur Ema hatte zuvor mitgeteilt, sie sehe den Impfstoff weiter als sicher an. Zwar könne ein Zusammenhang zwischen einer Impfung und sehr seltenen Blutgerinnseln im Gehirn nicht definitiv ausgeschlossen werden. Man sei jedoch weiterhin der Ansicht, dass die Vorteile des Vakzins die Risiken überwiegen. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


Kassel: Demo gegen Corona-Einschränkungen läuft aus dem Ruder

Bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Kassel ist es zu massiven Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei gekommen. Laut Polizei waren mehrere tausend Menschen in der Innenstadt unterwegs und missachteten bei einem nicht angemeldeten Demonstrationszug die Anweisungen der Behörden. Es kam zu Festnahmen und dem Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken, als die sogenannten Querdenker versuchten, eine Polizeikette zu durchbrechen. Es kam auch zu Rangeleien mit Gegendemonstranten. Zu der Demonstration hatten Veranstalter unter dem Motto „Freie Bürger Kassel – Grundrechte und Demokratie“ aufgerufen und bis zu 17.500 Teilnehmer angekündigt.

Demonstriert werden darf aber laut Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) vom Freitag nur auf dem Messegelände Schwanenwiese mit bis zu 5000 Teilnehmern und dem angrenzenden Platz der Deutschen Einheit mit maximal 1000 Menschen. Es gelten weitere Auflagen wie das Tragen einer medizinischen Maske als auch ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den einzelnen Teilnehmern.

Die nordhessische Stadt hatte die Versammlungen wegen der zuletzt steigenden Zahl von Corona-Infektionen zunächst verboten. Es sei außerdem davon auszugehen, dass vor allem Mitglieder der sogenannten Querdenker-Szene kämen, weshalb nach Erfahrungen in Kassel und anderswo nicht auszuschließen sei, dass coronabedingte Auflagen missachtet würden, hatte die Stadt argumentiert. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


Emsland: Inzidenzwert bei 129,1

Mit 129,1  liegt der Corona-Inzidenzwert für das Emsland am heutigen Samstag, 20. März weit über der in der Corona-Verordnung gezogenen Grenze von 100. Damit müssen die Lockerungen von Anfang März zurückgenommen werden „Wenn wir in den kommenden Tagen ebenfalls mit der Inzidenz bei 100 oder darüber liegen, müssen wir eine Einschätzung vornehmen, ob diese Entwicklung dauerhaft ist“, hatte Landrat Marc-André Burgdorf (CDU) am Freitag gesagt. Mit Blick auf das dynamische Geschehen, bei dem sich Anfang dieser Woche die Inzidenz nur einmal nach unten (knapp unter 100 am Dienstag) bewegt habe, „werden wir in den kommenden Tagen die Situation gen im Blick behalten und eine Abwägung vornehmen müssen, ob wir weitere Maßnahmen über Papenburg hinausgehend treffen werden“, so Burgdorf.
Der Landrat spielt damit auf die Allgemeinverfügung seiner Verwaltung an, die ab dem 20. März für Papenburg greift, das inzwischen einen Inzidenzwert von knapp 400 hat. Aufgrund der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen dort hatte der Landkreis am Donnerstag eine dreiwöchige nächtliche Ausgangssperre über die Kanalstadt verhängt. Weitere Einschränkungen gibt es außerdem für Einzelhandel, Schulen und Sport. Die Maßnahmen sind zunächst bis einschließlich Sonntag, 11. April, befristet.
Wie bereits seit Monaten veröffentlichte der Landkreis die Inzidenzwerte auch an diesem Wochenende nicht.  Die verantwortlichen Verwaltungsmitarbeiter befinden sich im Wochenende. Mit Blick darauf, dass ggf am Montag massive einschränkungen drohen, darf man dies für unverantwortlich halten. (Quelle: NOZ, 20.03.21)


Russland-Zahlen offiziell

Russland meldete am Samstag offiziell 9.632 neue Coronavirus-Fälle, darunter 1.728 in Moskau. Dadurch erhöhte sich die nationale Fallzahl seit Beginn der Pandemie auf 4.447.570.

Die Coronavirus-Task Force der Regierung gab an, dass in den letzten 24 Stunden 392 Menschen an Corona gestorben waren, was die Zahl der Todesopfer auf 94.569 erhöhte.

Am Freitag hatte Russland 9.612 Neuinfektionen und vor einer Woche 9.808 gemeldet. Am Dienstag bestätigte Russland, die ersten beiden Fälle der südafrikanischen Coronavirus-Variante im Land identifiziert zu haben. (Quelle: The Guardian, 20.03.21)


Hans vs. Schwesig: „Können über Ostern (nicht) in Urlaub fahren“

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hanswarnt vor größeren Reisen zum Osterfest. „Wir können die Kontaktbeschränkungen nicht weiter aufheben. Wir können über Ostern nicht in den Urlaub fahren oder im großen Stil mit der Familie zusammenkommen“, sagte der CDU-Politiker dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. „Ich habe großes Verständnis für Reiselust, aber wir setzen aufs Spiel, dass wir die Pandemie vor dem Sommer in den Griff bekommen.“ Es gebe bei den Infektionszahlen nach wie vor ein exponentielles Wachstum: „Und wenn das erst einmal in Gang kommt, sind viele unserer bis dahin erreichten Erfolge wieder verspielt.“

Trotz steigender Infektionszahlen hält dagegen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Osterurlaub in der engeren Umgebung nicht für ausgeschlossen. „Wir sollten zumindest darüber sprechen, ob es Möglichkeiten für einen kontaktfreien Urlaub im eigenen Bundesland gibt“, sagte die SPD-Politikerin. „Viele Menschen verstehen nicht, dass es Möglichkeiten für den Osterurlaub auf Mallorca gibt, aber zuhause nicht einmal eine Ferienwohnung im eigenen Bundesland angemietet werden kann.“ Die Tourismusbranche hatte bereits deutlich gemacht, dass sie weitergehende Öffnungen auch von Hotels und Pensionen erwarte. (Quelle: Tagesschau, 20.03.21)


Mehrere Corona-Fälle in Trumps Privatclub

Das durch den früheren US-Präsidenten Donald Trump bekannt gewordene Resort Mar-a-Lago in Florida hat wegen mehrerer Corona-Fälle in der Belegschaft Teile der Anlage geschlossen. Das berichteten verschiedene US-Medien. In das luxuriöse Anwesen in Palm Beach hatte sich Trump nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus zurückgezogen. Da einige Mitarbeiter kürzlich positiv auf das Virus getestet worden sind, seien der Beach Club und der noble Dinnersaal vorübergehend dichtgemacht worden, heißt es den Berichten zufolge in einer Rundmail des Managements an Clubmitglieder. Laut Infektionsschutzregeln müssen Gäste jederzeit Gesichtsmasken tragen, außer beim Essen und Trinken. Trump habe am vergangenen Wochenende dort an einer Großveranstaltungen für Spendenzwecke teilgenommen, berichtet die „Washington Post“. Dabei habe er Fotos zufolge – wie die meisten Gäste – keinen Mund-Nasen-Schutz getragen. (Quelle: Tagesschau, 20.03.21)


China: Geimpfter Krankenhausmitarbeiter an CoViD-19 erkrankt

Chinas erster lokaler Coronavirus-Fall seit Februar war ein Mitarbeiter eines Krankenhauses, der zwischen Ende Januar und Anfang Februar zweifach geimpft worden war. Das berichten staatliche Medien.

Die mit ihrem Nachnamen Liu identifizierte Patientin arbeitete seit dem 4. März im Infektionsbereich eines Krankenhauses in der Stadt Xian und war hauptsächlich für die Entnahme von Proben von unter Quarantäne gestellten Personen für Coronavirus-Tests verantwortlich, berichtete die Health Times , Bestandteil der offiziellen Parteizeitung „People’s Daily“  am Samstag.

China hatte den Fall am Donnerstag gemeldet. Es  war der erste lokal übertragene Infektionsfall des Landes seit dem 14. Februar. Die Health Times zitierte eine Expertengruppe der Provinz Shaanxi, in der sich die Stadt Xian befindet, und sagte, Liu sei infiziert worden, nachdem er im Quarantänebereich des Krankenhauses versehentlich ausgesetzt worden war.

Zeng Guang, ehemaliger Chefepidemiologe des chinesischen Zentrums für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten, sagte laut Health Times, dass die Schutzrate des eigenen  Impfstoffs „nicht 100%“ und „relativ sicher“ und nicht „absolut sicher“ sei; aber die Öffentlichkeit sollte nicht an inländischen Impfstoffen aufgrund dieses Einzelfalles zweifeln.

„Die Wirksamkeitsrate von inländischen Impfstoffen bei der Vorbeugung schwerer Fälle in China beträgt mehr als 90% und die Gesamtschutzrate mehr als 70%“, sagte Zeng und fügte hinzu, dass Krankenhäuser zur Behandlung von Coronaviren eben Hochrisikobereiche sind, in denen auch bei geimpftem medizinischen Personal nicht die Möglichkeit einer Infektion ausgeschlossen werden kann.

China hat bekanntlich seine eigenen Impfstoffe entwickelt.  Zeng gab allerdings nicht an, welchen Impfstoff Liu erhalten hatte. 33 Mitarbeiter, die mit dem erkrankten Liu im Quarantänebereich arbeiteten, hatten negative Nukleinsäuretestergebnisse und wurden zentral medizinisch isoliert und beobachtet. (Quelle: The Guardian, 20.03.21)


Abkassieren trotz Corona: Kommunen erstatten keine Zweitwohnungssteuer

Während des ersten Lockdowns in der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 durften Ferienhaus- und Ferienwohnungsbesitzer ihr Domizil nicht nutzen. Steuererleichterungen für diesen Zeitraum sind deshalb aber bislang nicht geplant, anders als etwa in einigen Gemeinden in Schleswig-Holstein. Vor allem Städte und Gemeinden an der Nordseeküste sowie einige Orte im Harz erheben Zweitwohnungssteuer, wie aus einer Aufstellung des Steuerzahlerbundes Niedersachsen und Bremen hervorgeht.

Abseits der Urlaubsregionen setzen laut Steuerzahlerbund auch alle niedersächsischen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern auf die Zweitwohnungssteuer – mit Ausnahme von Göttingen und Oldenburg. Wie hoch die Steuer ist, legt die Kommune fest. (Quelle: NDR, 20.03.21)


Umfrage: 44 % wollen sich nach Corona „etwas gönnen“

Fast die Hälfte der Verbraucher in Deutschland (44 Prozent) will sich nach einer Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey nach einem Abflauen der Corona-Pandemie etwas gönnen. Bei den unter 25-jährigen Konsumenten liegt der Anteil sogar bei über 60 Prozent, wie aus der Umfrage weiter hervorgeht. Ganz oben auf der Liste der ins Auge gefassten „Verwöhn-Aktivitäten“ liegen demnach Reisen und der Besuch von Restaurants oder Bars.

„Wir sehen, dass die Konsumenten nach wie vor in einer Art Wartehaltung verharren. Sicherheit ist ihnen weiterhin wichtig, und die große Mehrheit hält sich an die Regeln. Aber die Sehnsucht nach geselligen Erlebnissen mit Familie und Freunden und die Lust, sich etwas zu gönnen, ist groß“, sagt McKinsey-Experte Jesko Perrey.

Die Aktivitäten, nach denen sich die Deutschen der Umfrage zufolge am meisten sehnen, sind Treffen mit Freunden (53 Prozent), Restaurant-und Bar-Besuche (40 Prozent) sowie Zusammenkünfte mit der Familie (38 Prozent).

Trotz Virus-Varianten, Lockdown und Verzögerungen beim Impfen zeigen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland im europäischen Vergleich McKinsey zufolge insgesamt optimistisch. Jeder Vierte glaubt demnach, dass sich die deutsche Wirtschaft in zwei bis drei Monaten wieder erholt. Weitere 60 Prozent erwarteten, dass es sechs bis zwölf Monate dauern werde. Nur 17 Prozent rechneten damit, dass die Covid-19-Pandemie die Wirtschaft dauerhaft belasten werde. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


Grafschaft Bentheim: Die Zahlen

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim liegt laut Angaben des Nieders. Landesgesundheitsamtes mit 107,9 am Samstag weiter über der kritischen 100-Marke. Es ist damit der zweite Tag in Folge, am Freitag lag der Wert bereits bei 110,8. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beschreibt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner gerechnet. Die auch für die Grafschaft geltenden Lockerungen der Corona-Regeln hängen von der Entwicklung des Inzidenzwertes ab. Überschreitet er an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Marke von 100, gilt die Grafschaft als Hochinzidenzkommune. Dann könnten die Corona-Regeln wieder verschärft werden, sollte der Landkreis zu der Einschätzung kommen, dass der Wert anhält. Beispielsweise müssten Geschäfte und Einrichtungen erneut schließen.
Emsland zum dritten Mal über Inzidenz von 100

Der Landkreis Emsland hat die kritische Marke am Samstag bereits zum dritten Mal überschritten. Nach 121,7 am Donnerstag und 116,2 am Freitag liegt die Inzidenz am Samstag bei 129,1.

Wie dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung zu entnehmen, verzeichnet die Grafschaft am Samstag 27 Neuinfektionen, die Gesamtzahl der Corona-Fälle steigt damit auf 3930. Als genesen gelten 3620 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich laut Landkreis-Angaben 175 Menschen, am Vortag waren es noch 633. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 104. Der Landkreis zählt am Samstag weiterhin 206 aktuell Infizierte mit dem Coronavirus, wovon 55 (+1) auf Nordhorn entfallen.
(Quelle: GN, 20.03.21)


Niedersachsen: Tonne hält Corona-Selbsttests an Schulen für praktikabel

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat Bedenken von Lehrerverbänden wegen der Corona-Selbsttests an Schulen zurückgewiesen. Der Philologenverband hatte professionelle Teams für die Tests gefordert.

„Ich habe mich sehr gewundert, dass einige Funktionäre aus den Bildungsverbänden die Selbsttests schon kritisieren, bevor sie auch nur einen einzigen Test ausprobiert haben“, sagte Minister Grant Hendrik Tonne der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Schule noch sicherer und den Kindern ein gutes Angebot zu machen, müsse im Interesse aller sein, sagte der SPD-Politiker.

Lehrerinnen und Lehrer seien für die Testung von Schülern nicht geschult, hatte der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, gesagt. Ohne Schutzkleidung bestehe außerdem eine erhöhte gesundheitliche Gefahr. Es sei unrealistisch, dass Lehrkräfte die Testung nur anleiten sollten, vor allem bei jüngeren Schülerinnen und Schülern. Zudem seien auch die Fragen ungeklärt, was haftungsrechtlich passiere, wenn Tests in den Schulen nicht sachgemäß vorgenommen werden, ein Fehler bei der Dokumentation auftrete oder Schüler sich verletzen, kritisierte der Verband.

Tonne sagte der NOZ, dass sich die Lehrkräfte keine Sorgen machen müssten. Sie testeten die Kinder nicht und hafteten auch nicht dafür. Medizinische Vorbildung sei ebenso wenig nötig wie weiteres Personal. „Die reflexhafte Forderung nach derlei Dingen scheint mir auch nicht von der Mehrheit der Lehrkräfte getragen zu sein“, sagte der Minister.

„Selbsttests sind etwas Neues. Neues will gelernt und geübt sein“, sagte Tonne. Neben dem Elternhaus sei dafür kein Ort besser zum Üben geeignet als die Schule. Der Minister warb daher für die Teilnahme an den Tests. Am Montag soll die Erprobungsphase beginnen, nach Ostern dann die regulären wöchentlichen Tests. Die bis dahin gemachten Erfahrungen wolle man umfänglich auswerten, so Tonne. (Quelle: NDR, 20.03.21)


Prost! Rheinland-Pfalz will Montag Außengastronomie öffnen

In Rheinland-Pfalz soll ab Montag die Außengastronomie unter bestimmten Voraussetzungen in Regionen wieder öffnen dürfen, in denen die Inzidenz nicht 100 überschreitet. Es handle sich um „ein wichtiges Signal an die Gastronomie, die seit November geschlossen ist“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Wir sind aber auch der Überzeugung, dass es besser ist, die Menschen können bei schönem Wetter mit Abstand und Hygienekonzept Kaffee oder Eis im Gartenlokal genießen, statt einen ’Coffee to go’ im Gedränge.“

Voraussetzung ist unter anderem ein gültiger negativer Schnelltest für Besucher. Der gemeinsame Besuch ist für maximal fünf Personen aus höchstens zwei Hausständen erlaubt und es besteht für Gäste und Personal eine Maskenpflicht. Eine Bewirtung darf ausschließlich am Tisch mit festem Sitzplatz erfolgen. Kontakte müssen erfasst werden und der Zutritt muss über eine Vorausbuchung gesteuert werden. Sollte die Inzidenz über 100 steigen, „greift die Notbremse“. Jedenfalls ist es so beschlossen. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Sonnabend, 20. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.419 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 26 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.720. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 182.988 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 93,3 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 90,2). (Quelle: NDR, 20.03.21)


Studie: Sars-CoV-2 existiert möglicherweise seit Oktober 2019

Der Corona-Erreger Sars-CoV-2 hat einer Studie zufolge möglicherweise bereits Monate vor den ersten öffentlich bekannt gewordenen Krankheitsfällen existiert. US-Forscher kombinierten dafür mehrere Methoden zu einer Modellrechnung, die den Zeitraum zwischen Mitte Oktober und Mitte November 2019 als Rahmen für das erste Auftreten von Sars-CoV-2 festlegt.

Die Wissenschaftler der University of California in San Diego und der University of Arizona präsentieren ihre Ergebnisse im Fachblatt „Science“. Der erste größere Ausbruch des Coronavirus wird zwar mit einem Fischmarkt im chinesischen Wuhan gegen Ende Dezember 2019 in Verbindung gebracht. „Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dieses Markt-Cluster den Beginn der Pandemie markiert hat, da Covid-19-Fälle ab Anfang Dezember keine Verbindung zum Markt hatten“, schreiben die Forscher.

Zur Bestimmung des ersten Auftauchens des Erregers berechneten sie unter anderem aus den Mutationen mehrerer Sars-CoV-2-Viren rückwirkend den Ursprungszeitraum. Dabei betonen die Experten auch den scheinbar deutlichen Einfluss von sogenannten Superspreader-Events mit einer großen Anzahl von Ansteckungen mit dem Coronavirus, durch die die Epidemie an Fahrt aufgenommen haben könnte.(Quelle: Tagesschau, 20.03.21)


Niedersachsen: Impfungen bei Hausärzten direkt nach Ostern – Zäher Anfang

Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen sollen direkt nach Ostern in ihren Praxen an der Corona-Impfkampagne teilnehmen. Das teilte Ministerpräsident Stephan Weil mit.

Die Hausarztpraxen in Niedersachsen werden direkt nach Ostern ab dem 5. April in die Schutzimpfungen gegen eine Corona-Infektion integriert. „Das ist ein echter Fortschritt, der am Anfang noch klein ausfällt, aber in den nächsten Wochen und Monaten die Impfkampagne wesentlich beschleunigen wird“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach dem Impf-Gipfel von Bund und Ländern am Freitagabend. In einer Telefon-Konferenz hatte man sich zuvor geeinigt, dass die Hausärzte in Deutschland unmittelbar nach Ostern in die Schutzimpfungen gegen das Corona-Virus einsteigen sollen.

Anfangs werde die Menge an Impfstoff, die den einzelnen Arztpraxen zur Verfügung stehe, noch überschaubar sein, räumte Weil ein. In den Praxen sollten zunächst ältere Menschen geimpft werden, die bis jetzt durch die Impfzentren nicht gut erreicht werden konnten. „Ich freue mich darüber, dass damit eine weitere besonders verletzliche Gruppe unserer Gesellschaft hoffentlich möglichst schnell geschützt werden kann“, so Weil.

Allerdings werden die einzelnen Hausarztpraxen zunächst nur kleine Mengen Impfstoff erhalten – etwa 20 Impfdosen pro Woche, heißt es in dem Beschluss vom Freitag. Umgerechnet auf rund 50.000 Hausärzte in Deutschland geht es demnach insgesamt um rund eine Million Impfdosen, die den Praxen zur Verfügung gestellt werden könnten. In der letzten Aprilwoche sollen dann jedoch schon fast 3,2 Millionen Impfdosen an Hausarztpraxen geliefert werden können. (Quelle: NDR, 20.03.21)


Deutschland-Zahlen: 99,9

Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 16 033 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 207 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstagmorgen hervorgeht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI bundesweit bei 99,9 – und damit etwas höher als am Vortag (95,6). Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Am Samstag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 12 674 neue Fälle und 239 neue Todesfälle registriert. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden, er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI 2 645 783 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74 565.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,18 (Vortag 1,12). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 20.03.21)


Corona: Ärztekammer ermitteln wegen falscher Atteste

Bundesweit gehen die Landesärztekammern Hunderten Hinweisen nach, dass Ärzte im Zusammenhang mit der Pandemie gegen Berufsrecht oder Infektionsschutzverordnungen verstoßen haben sollen. Das geht aus einer Umfrage der dpa hervor. Nach Angaben der Landesärztekammern können sich allerdings mehrere Hinweise auf gleiche Ärzte beziehen, weshalb es sich angesichts von insgesamt mehr als 500.000 Ärzten in Deutschland um Einzelfälle handle.

Bei den Hinweisen geht es etwa um Beschwerden gegen Ärzte, die falsche Atteste ausstellen, um Gegner der Corona-Maßnahmen von der Maskenpflicht zu befreien. In den Berufsordnungen der Länder ist klar geregelt: Ob einer Person ein Mund-Nasen-Schutzes unzumutbar ist, muss immer mit Sorgfalt geprüft und im Einzelfall entschieden werden. „Das Ausstellen eines Blanko-Attests ohne vorheriges Arztgespräch entspricht nicht der ärztlichen Sorgfaltspflicht“, so die Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Die Hinweise beziehen sich aber nicht nur auf sogenannte Gefälligkeitsatteste, sondern auch auf die Missachtung der Hygieneregeln in Arztpraxen oder auf kritische Äußerungen zur Pandemiegefahr. Die Ärztekammer Bremen teilt mit: „Solange sich Ärzte als Privatperson zur Corona-Pandemie äußern, sind Äußerungen im Rahmen der für alle Bürger geltenden Meinungsfreiheit zulässig. Wenn sich Ärzte unter Hinweis auf berufliche Stellung und Expertise äußern, haben sie die Vorschriften der ärztlichen Berufsordnung einzuhalten.“ (Quelle: FAZ, 20.03.21)


Von der Leyen „verschärft die Tonlage“ gegen AstraZeneca

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verschärft die Tonlage gegenüber dem Pharmaunternehmen Astra-Zeneca wegen der Kürzung der vereinbarten Impfstoff-Lieferungen. „Wir haben die Möglichkeit, einen geplanten Export zu verbieten. Das ist die Botschaft an Astra-Zeneca: Du erfüllst erst deinen Vertrag gegenüber Europa, bevor du beginnst, in andere Länder zu liefern“, sagte von der Leyen den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Sie warf dem Unternehmen vor, im ersten Quartal nur 30 Prozent der vereinbarten Menge geliefert zu haben. Dass die EU-Kommission neue Exportauflagen für knappen Impfstoff erwägt, hatte von der Leyen bereits am Mittwoch erklärt. Am Freitag dann hatte sie mitgeteilt, dass dem Hersteller ein förmliches Schreiben wegen der Lieferschwierigkeiten geschickt wurde. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


„Praxen dürfen nicht Resterampe werden“

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hält die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zur Impfung in Hausarzt-Praxen für unzureichend. „Die Praxen dürfen nicht zur Resterampe werden, wenn bei den Impfzentren was übrig ist,“ sagte Weigeldt am Freitagabend. Er kritisierte demnach die vorrangige Belieferung der Impfzentren mit Vakzinen.

Auch den auf den 5. April vorgezogenen Impf-Start in den Hausarztpraxen hält Weigeldt für zu spät. „Warum nicht jetzt sofort? Wir könnten direkt loslegen. Wir Hausärzte sind rund 50.000 kleine Impfzentren, die bisher einfach außen vor gelassen wurden. Die Impfzentren arbeiten seit Dezember, ich seit 1983.“

Patientenschützer kritisieren unterdessen die von Bund und Ländern beschlossene Lockerung der Impfreihenfolge in den Hausarztpraxen. Wenn jetzt „auf mehr Flexibilität, weniger Starrheit und vorgezogene Impfungen in Hotspots“ gesetzt werden, werde damit „die lebensrettende Impfpriorisierung für die Schwächsten zu Grabe getragen“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. Die Einbeziehung der Hausarztpraxen könne zu einer Verschärfung der Ungleichbehandlung führen. „Deswegen muss fest geregelt werden, dass die Hausärzte in den nächsten Monaten allein den über 70-Jährigen ein Impfangebot machen dürfen“, sagte Brysch. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn müsse dies verbindlich klarstellen. (Quelle: FAZ, 20.03.21)


AstraZeneca und die Gerinnsel im Kopf

Gerinnsel im Kopf sind wohl eine seltene Immunreaktion auf die AstraZeneca-Impfung. Ein Spezialist für Blutgerinnung erklärt, wie sie entstehen – und was dagegen hilft. Die Hirnvenenthrombosen bei einzelnen Geimpften, weswegen der Impfstoff von AstraZeneca einige Tage nicht verabreicht wurde, können offenbar infolge der Corona-Impfung entstehen. Ein Forscherteam der Uni Greifswald habe das entdeckt und herausgefunden, wie sie im Ernstfall behandelbar ist. Weil die Nebenwirkung bei extrem wenigen Menschen auftritt, wird die AstraZeneca-Impfung weiter eingesetzt. Robert Klamroth, Spezialist für Gefäßkrankheiten und Blutgerinnung. Er ist Chefarzt für Innere Medizin (Angiologie und Hämostaseologie) am Berliner Vivantes-Klinikum im Friedrichshain und Vize-Vorsitzender der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung. Klamroth erklärt in einem ZEIT-Interview die seltenen Gerinnsel, die mit klassischen Thrombosen wenig gemein haben.

„ZEIT ONLINE: Herr Klamroth, gerade noch hieß es, der Zusammenhang sei unklar. Nun verkündeten Fachkollegen von Ihnen auf einer Pressekonferenz, dass die Impfung der Firma AstraZeneca ganz bestimmte Gerinnsel im Gehirn auslösen kann. Und noch dazu, wie. Um welche Art von Gerinnseln geht es?

Robert Klamroth: Das ist ganz wichtig: Es handelt sich hier nicht um normale Thrombosen, also zum Beispiel solche in den Beinvenen. Es gibt keinen Hinweis, dass solche Gefäßverstopfungen nach Impfungen häufiger auftreten als in der Allgemeinbevölkerung. Das hat die Europäische Arzneimittelagentur, die Ema, am Donnerstag noch einmal klargemacht. Wir sprechen hier von zerebralen Sinusthrombosen, also sehr seltenen Gerinnseln in großen Blutgefäßen des Gehirns. Der häufig genutzte Begriff Sinusvenenthrombose ist nicht ganz korrekt, weil die Sinus bereits die Venen des Gehirns sind. Als Anfang der Woche bekannt wurde, dass es davon eine gewisse Häufung unter Geimpften gibt, hat uns als Experten das sofort hellhörig gemacht.

ZEIT ONLINE: Warum?
Klamroth: Erst einmal war auffällig, dass in Deutschland…“
(mehr und Quelle: DIE ZEIT, 19.03.21)


Mexiko: Todeszahl nähert sich 200.000

Mexiko verzeichnete am Freitag weitere 613 Todesfälle durch Coronaviren, was nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Zahl der Todesopfer im Land auf 197.219 erhöht.

Nach den Daten des Ministeriums wurden außerdem weitere 5.722 Neuinfektionen bestätigt. Die Gesamtzahl beträgt damit insgesamt 2.187.910 Fälle. Die mexikanische Regierung weist weiter daraufhin, dass die tatsächliche Anzahl infizierter Menschen wahrscheinlich erheblich höher ist als die bestätigten Fälle. (Quelle: The Guardian, 19.03.21)


Corona: Inzidenzwert in Papenburg kratzt an 400er-Marke

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Papenburg ist erneut massiv gestiegen. Am Donnerstagabend lag sie laut Landkreis Emsland bei 399,1. Für die Stadt gilt ab Sonnabend eine nächtliche Ausgangssperre.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen hat von Mittwoch auf Donnerstag noch einen deutlichen Sprung gemacht. Nach Angaben des Landkreises lag der Inzidenzwert am Mittwochmorgen noch bei 268,7. Nach wie vor handele es sich um ein „diffuses Geschehen“, einzelne Hotspots seien nicht auszumachen.

Der Landkreis hat bereits am Donnerstag entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Ab Sonnabend dürfen Menschen in Papenburg zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens die Wohnung nur aus wichtigen Gründen verlassen. Auch Einzelhandel, Schulen und Freizeitsport sind wieder eingeschränkt. Die neuen Regeln sollen bis Sonntag, 11. April, gelten.

Der Landkreis Emsland hat die jetzt beschlossenen Maßnahmen nach eigenen Angaben mit Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) abgestimmt. Er hatte die Einwohnerinnen und Einwohner mehrfach ermahnt, die Corona-Regeln streng zu befolgen. In Papenburg hat die Meyer Werft seit Anfang März rund 100 Corona-Fälle bei der Stammbelegschaft und Zulieferern gemeldet – dort sind die Tests ausgeweitet worden. Aber auch andere Betriebe in Papenburg sind betroffen. Wegen des diffusen Infektionsgeschehens hat der Landkreis nun regional die Notbremse gezogen.

Die Meyer Werft hat unterdessen angekündigt, die Arbeitszeiten der Stammbelegschaft für vier Wochen auf sechs Stunden am Tag zu reduzieren. Betriebsrat Nico Bloem forderte in einer Videobotschaft an die Belegschaft engmaschige flächendeckende Corona-Tests für alle Beschäftigten auf der Werft sowie für die Mitarbeitenden von Subunternehmen. (Quelle: NDR, 19.03.21)


Inzidenz bald über 200?
Osnabrück erwägt Ausgangssperre

Wegen des hohen Inzidenzwertes erwägt die Stadt Osnabrück eine nächtliche Ausgangssperre. Der Krisenstab rechne damit, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in den kommenden Tagen die Schwelle von 200 Fällen pro 100.000 Einwohner überschreiten werde, teilte die Stadt am Freitag mit. „Deshalb ist auch eine nächtliche Ausgangssperre ein Mittel, das die Stadt umsetzen wird, wenn die Inzidenz-Zahlen in den kommenden Tagen weiterhin so steigen wie zuletzt“, hieß es. Katharina Pötter, die Leiterin des Corona-Krisenstabes, sagte in einer Videobotschaft, dass sich immer mehr junge Menschen in Osnabrück mit dem Corona-Virus infizierten, der Altersdurchschnitt bei den Neuinfizierten liege aktuell bei 33 Jahren. (Quelle: NDR, 19.03.21)


Niedersachsen: OVG hebt wesentliche Teile der Corona-Verordnung auf

Nur fünf Personen beim Treffen von zwei Haushalten, Zoos dicht – so geht es nicht, meint das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg. Am Freitag hat es gleich mehrere Corona-Maßnahmen kassiert.

Zwei Antragsteller und eine Antragstellerin hatten mehrere Regeln, die zur Eindämmung der Pandemie in der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen festgehalten wurden, juristisch infrage gestellt. Den drei Anträgen gab das Gericht recht.

Unter anderem sahen es die Lüneburger Richter als unverhältnismäßig an, dass sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Für größere Hausstände und Familien mit mehreren älteren Kindern hieße dies, dass jegliche Treffen mit Außenstehenden ausgeschlossen seien. Darüber hinaus stehe die in der Verordnung festgelegte Regelung im Widerspruch zu der Regelung für Hochinzidenzkommunen. Dort darf sich ein kompletter Haushalt – auch wenn dieser aus mehr als vier Personen besteht – mit einer weiteren haushaltsfremden Person treffen.

Ab sofort gibt es laut dem OVG-Beschluss auch in Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 keine Obergrenze mehr für die Anzahl der Personen bei einem Treffen. Allerdings gilt weiterhin, dass sich nur die Personen aus maximal zwei Haushalten treffen dürfen. Den Antrag hatte ein Familienvater gestellt, der gemeinsam mit seiner Ehefrau und drei Kindern, die älter als 14 Jahre sind, in einem Haushalt lebt.

Darüber hinaus verfügte das Gericht, dass Zoos und Tierparks auch in Kommunen mit Inzidenzen über 100 wieder öffnen dürfen. Zur Begründung hieß es, das Infektionsrisiko im Freien sei gering und könne durch eine begrenzte Besucherzahl reguliert werden. Die Zoos in Osnabrück und Hannover reagierten umgehend: Beide öffnen ab Sonnabend wieder ihre Tore, in Hannover gilt das allerdings zunächst nur für Jahreskartenbesitzer.

Ebenfalls wieder erlaubt ist jetzt Einzelmusikunterricht. Das OVG erkannte in diesem Verbot in der Corona-Verordnung einen Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz. „Zwischen dem untersagten Einzelmusikunterricht und den erlaubten Kontakten im privaten Bereich bestünden keine Unterschiede von solcher Art und solchem Gewicht, die eine Ungleichbehandlung rechtfertigen könnten“, hieß es. Die drei Verbotsregelungen der Corona-Verordnung sind damit ab sofort außer Vollzug gesetzt. Dies gilt so lange, bis das Land die Verordnung gegebenenfalls an den entsprechenden Stellen anpasst. (Quelle: NDR, 19.03.21)


Polen jetzt Hochinzidenzgebiet – Erschwerte Einreise ab Sonntag

Das Robert Koch-Institut hat nun auch Polen als sogenanntes Hochinzidenzgebiet eingestuft. Ab Sonntag ist die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Nachbarland damit nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt.

Als Hochinzidenzgebiet werden die Länder und Regionen eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche über 200 liegt. Für Polen gibt es keinen amtlichen Inzidenzwert. Die absolute Zahl der Neuinfektionen an einem Tag lag am Freitag aber bei 25.998 und damit nur noch knapp unter dem Rekordwert von 27.875 aus dem November.

Auch Bulgarien, Zypern, Kuwait, Paraguay und Uruguay stehen ab Sonntag auf der Liste der Hochinzidenzgebiete. Für die bisherigen Virusvariantengebiete Großbritannien und Irland werden dagegen die Reisebeschränkungen deutlich gelockert.

Ganz aufgehoben wird die Quarantäne und die Testpflicht für ein weiteres beliebtes Urlaubsgebiet der Deutschen: Die portugiesische Algarve wird wie zuvor schon Mallorca und die anderen Balearen-Inseln von der Liste der Risikogebiete gestrichen. Allerdings dürfen die Hotels an der Algarve derzeit noch keine Touristen aufnehmen. Das bedeutet: Urlaub an den Stränden der portugiesischen Südküste ist anders als auf Mallorca weiterhin nicht möglich. (Quelle: ZEIT, 19.03.21)


In Berlin wird wieder Theater gespielt

Nach monatelanger Pause öffnen in Berlin die ersten Bühnen für ein Pilotprojekt. Den Auftakt machte das Berliner Ensemble. Das Publikum musste sich vorab in externen Zentren auf das Coronavirus testen lassen – nur mit negativem Ergebnis konnten Zuschauerinnen und Zuschauer das Theater betreten.

Auf dem Spielplan stand Panikherz. Die Inszenierung stammt von Intendant Oliver Reese, nach dem Buch von Benjamin von Stuckrad-Barre. Die Tickets für die Vorstellung waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Erwartet wurden rund 350 Besucher.

Auch andere Kultureinrichtungen öffnen im Rahmen des Projekts. An diesem Samstag ist ein Konzert der Berliner Philharmoniker vor rund 1.000 Besuchern geplant.

Vorgesehen sind insgesamt neun Veranstaltungen bis Anfang April. Die Erkenntnisse der Testdurchläufe würden gemeinsam ausgewertet und anderen Institutionen zur Verfügung gestellt, hatte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) angekündigt. (Quelle: ZEIT, 19.03.21)


Keine weiteren Lockerungen in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz wird es wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen keine weiteren landesweiten Öffnungsschritte geben. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einer Kabinettssitzung mit. Ab diesem Montag soll die Außengastronomie in bestimmten Regionen und unter strengen Auflagen aber erlaubt werden. In der nächsten Woche werde es dazu weitere Beratungen mit den Kommunen geben, sagte Dreyer.
(Quelle: ZEIT, 19.03.21)


Nur über 55-Jährige erhalten in Frankreich noch Astrazeneca

In Frankreich sollen nur noch Menschen im Alter über 55 Jahre den Impfstoff von Astrazeneca erhalten. Das empfahl die Gesundheitsbehörde (HAS) des Landes am Freitag in Paris. Grund für die Empfehlung sind Berichte über lebensgefährliche Blutgerinnsel nach Impfungen jüngerer Menschen.

Um das Vertrauen der Bevölkerung nach der zeitweisen Aussetzung des Astrazeneca-Impfstoffs wieder zu stärken, will sich der französische Ministerpräsident Jean Castex einem Medienbericht zufolge noch am Freitag das Vakzin verabreichen lassen. Castex werde mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns am frühen Nachmittag im Militärkrankenhaus Begin in der Nähe von Paris geimpft, berichtet der TV-Sender BFM. Castex hatte einen solchen Schritt am Donnerstag angekündigt, als die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Wiederaufnahme der Impfungen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff empfohlen hatte. (Quele TSP, 19.03.21)


Brasilien: Präsident Bolsonaro will Corona-Maßnahmen kippen

Auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Pandemie in Brasilien will der rechte Präsident Jair Bolsonaro die Maßnahmen einiger Bundesstaaten zur Eindämmung des Virus kippen. Die Regierung beantragte beim Obersten Gerichtshof, Dekrete des Bundesbezirks rund um die Hauptstadt Brasília, Bahia und Rio Grande do Sul beispielsweise zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit und nicht systemrelevanter Geschäftsaktivitäten zu kassieren, wie das Nachrichtenportal G1 am Freitag berichtete. Nach Einschätzung der Bundesregierung fehlt den Gouverneuren die Kompetenz für diese Entscheidungen.

Brasilien ist nach den USA das von der Pandemie am stärksten betroffene Land der Welt. Im größten Staat Lateinamerikas wurden zuletzt über 90 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden vermeldet, pro Tag sterben rund 3000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha gaben 79 Prozent der Brasilianer an, dass die Pandemie außer Kontrolle geraten ist. Präsident Bolsonaro hatte das Coronavirus immer wieder verharmlost und sich gegen weitreichende Schutzmaßnahmen gesperrt. (Quelle: TSP, 19.03.21)


KulturministerInnen wollen Spielräume für Kulturbetrieb nutzen

Die Kultusministerkonferenz hat sich nach einem virtuellen Treffen mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) darauf geeinigt, „alle gesundheitspolitisch vertretbaren Spielräume“ für den Kulturbetreib nutzen zu wollen. Sowohl bei Beschlüssen über Öffnungen als auch bei erneuten Schließungen müsse dem hohen gesellschaftlichen Rang der Kultur „angemessen Rechnung getragen werden“, hieß es. In Kultureinrichtungen gebe es sehr gute Hygienemaßnahmen, Lüftungsanlagen und „ein besonders diszipliniertes Publikum“.
(Quelle: ZEIT, 19.03.21)


Merkel will Notbremse für Deutschland ziehen

Die Bundeskanzlerin hat dafür plädiert, die bei ihrem letzten Treffen mit den Ministerpräsidenten vereinbarten Lockerungen wieder zurückzunehmen. Damals war eine sogenannte Notbremse beschlossen worden. Wenn die Inzidenz über 100 steigt, müssen Bundesländer demnach wieder dieselben Lockdown-Maßnahmen einführen, wie sie seit Mitte Dezember galten. „Ich hätte mir gewünscht, ohne Notbremse auskommen zu können“, sagte Angela Merkel im Anschluss an den Impfgipfel in Berlin. Doch die Infektionszahlen würden steigen – „wir sehen, dass die Situation sich sehr schwierig entwickelt“. Mehr dazu lesen Sie hier.

Vereinbart wurde bei dem Impfgipfel der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten zudem, dass Impfungen gegen Corona nach Ostern auch bei den Hausärzten möglich sein sollen. Vier Bundesländer mit Außengrenzen zu Frankreich und Tschechien sowie für das grenznahe Thüringen sollen zudem zusätzliche Impfdosen erhalten.

Merkel warb zudem um Vertrauen in den Impfstoff von AstraZeneca. In dieser Woche waren die Impfungen mit diesem Impfstoff zeitweise ausgesetzt worden, da es in wenigen Fällen zu Blutgerinnseln im Gehirn von Geimpften gekommen war. „Ja, ich würde mich mit AstraZeneca impfen lassen“, sagte Merkel.

Merkel führte aus, dass alle in der EU eingesetzten Corona-Impfstoffe eine bedingte Zulassung hätten. „Im Laufe dieser bedingten Zulassung sammeln wir zum ersten Mal Erfahrungen, was passiert, wenn dieser Impfstoff für Millionen von Menschen angewandt wird“, fügte die Kanzlerin hinzu. Dass die Bundesregierung mit möglichen Impfnebenwirkungen „nicht hinterm Berg“ halte, schaffe „Vertrauen“ in die Impfkampagne. (Quelle: ZEIT, 19.03.21)


Euskirchen: Party zum 18. Geburtstag endet mit Polizeieinsatz

Mit einem größeren Polizeieinsatz endete bereits am Donnerstagabend eine Geburtstagsparty mit etwa 70 Teilnehmern. Keiner der Gäste habe sich an die Corona-Schutzverordnung gehalten, berichtete die Kreispolizei Euskirchen am Freitag. Mehr als die Hälfte der Feiernden sei geflohen, als ein Streifenwagen eintraf.

Gastgeber soll ein 44-Jähriger gewesen sein, der laut der Polizei angab, dass man gerade den 18. Geburtstag seiner Tochter feiere. Als er drohte, Gäste gegen die Polizisten aufzuwiegeln, forderten die Beamten laut der Mitteilung Unterstützung an.

Als ein Mann Anordnungen der Polizei nicht folgte, wurde er mit Gewalt zu Boden gebracht. Er und der mutmaßliche Veranstalter erhielten Anzeigen. Beiden wurden Blutproben entnommen. Von weiteren 25 Partygästen nahmen die Beamten die Personalien auf. (Quelle: ZEIT, 19.03.21)


Grafschafter-Zahlen

Deutlich über der kritischen Marke von 100 liegt am Freitag der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim. Auf 110,8 beziffert das Landesgesundheitsamt diesen Wert, der über Lockerungen und Verschärfungen der Corona-Regeln entscheidet. Überschreitet er an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Marke von 100, gilt die Grafschaft als Hochinzidenzkommune. Gegebenenfalls müssten dann am Montag die Corona-Regeln im Landkreis wieder verschärft werden, beispielsweise müssten Geschäfte und Einrichtungen erneut schließen.
Die Kreisverwaltung meldet am Freitag 25 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit sind laut Landkreis zurzeit 206 Grafschafter aktuell mit dem Virus infiziert, am Donnerstag waren es 204. In Quarantäne befinden sich am Freitag 633 Grafschafter, das sind 50 mehr als noch am Donnerstag. „Insgesamt ist in dieser Woche in 80 Fällen eine Mutation der Coronavirus-Variante B 1.1.7 mit Ursprung in Großbritannien nachgewiesen worden“, berichtet die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung.

Seit Pandemiebeginn haben sich nachweislich 3903 Grafschafter infiziert, die Zahl der Genesenen steigt um 23 vom Donnerstag auf 3593. Es werden 104 Todesfälle beklagt, die im Zusammenhang mit dem Virus genannt werden.

Aktuell meldet die Grafschaft Bentheim 206 Fälle,von denen 54 (+3) auf Nordjhorn entfallen. (Quelle: GN, 19.03.21)


AstraZeneca: Greifswalder Forscher finden Thrombose-Ursache

Forscher der Unimedizin Greifswald haben die Ursache für Hirnthrombosen nach AstraZeneca-Impfung gefunden. Demnach löst das Vakzin bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus.

Die Forscher hatten sich eigenen Angaben zufolge direkt nach dem Impfstopp an das Paul-Ehrlich-Institut gewandt, das für die Zulassung und Überwachung von Impfstoffen in Deutschland verantwortlich ist. Den Ärzten wurden daraufhin Blutproben von sechs Thrombosepatienten zur Verfügung gestellt.

Bei der Untersuchung der Proben stellten die Forscher fest, dass der Impfstoff die Blutplättchen, also die Thrombozyten, aktiviert. Das passiert normalerweise im Körper nur bei einer Wundheilung, wenn das Blut gerinnt und die Wunde verschließt. Durch die Impfung werde bei einigen Patienten ein Mechanismus aktiviert, der zur Bildung von Blutgerinnseln im Gehirn führe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Betroffenen könne nun ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose hilft.

Die Unimedizin betonte, der Erfolg sei nur möglich gewesen durch die Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut und Ärzten aus Österreich – dort war eine Krankenschwester nach einer AstraZeneca-Impfung an einer Thrombose im Gehirn verstorben. Vorsorglich könne das Mittel gegen die Thrombosen allerdings nicht verabreicht werden. Eine Behandlung mit dem Wirkstoff sei nur nach der Bildung eines Blutgerinnsels möglich.

Die aktuelle Entdeckung ist nicht der erste Forschungserfolg der Greifswalder Unimediziner. Schon im Jahr 2011 hatten sie eine Behandlungsmöglichkeit gefunden, die vor allem in Norddeutschland aufgetretene EHEC-Epidemie zu stoppen. (Quelle: NDR, 19.03.21)


Eventim-Chef rechnet erst für den Winter wieder mit Konzerten in Deutschland

Laut Klaus-Peter Schulenberg, Chef der Veranstaltungsagentur Eventim, dürften Open-Air-Formate „maximal sehr vereinzelt“ stattfinden. „Veranstaltungen in Hallen sehe ich nicht vor dem vierten Quartal, wobei ich mich da nicht auf Anfang Oktober festlegen würde“, sagt Schulenberg in der kommenden Ausgabe des Spiegel.

Die Branche sei in einer schwierigen Lage, rund die Hälfte der privaten Spielstätten nachhaltig gefährdet. Es brauche eine schnellere Impfkampagne, zuverlässige Tests und moderne Technik wie in Großbritannien, wo es von Juni an wieder große Events geben solle. Man könne vom dortigen Premier Boris Johnson ja halten was man wolle, so Schulenberg, „aber das Impfmanagement hat er sehr gut gemacht. Das kann man von der EU nicht behaupten.“ (Quelle: ZEIT, 19.03.21)


(1) Niemand überbringt gerne schlechte Nachrichten. Auch ich nicht. Trotzdem: wir sind zurück im exponentiellen Wachstum, es ist kein Testeffekt, und ohne Lockdown wird es einfach nicht stoppen. So gibt es nur die Möglichkeit eines frühen, konsequenten und kurzen Lockdowns, oder https://t.co/IceTd8kasQ

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) March 19, 2021

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Niedersachsen-Zahlen

Am Freitag, 19. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.580 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 24 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.694. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 181.569 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 90,2 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 85,6). (Quelle: DR, 19.03.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 19.03.2021, ? Uhr

Gemeldet wurden heute 116 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden  durch die Kreisverwaltung aber kein weiterer CoViD-19-Todesfall. Die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn betrug heute 8.618 (+116). Gleichzeitig hat sich die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.815 Personen (+24) erhöht. In der Summe sind im Emsland folglich akut 658 (+91) Menschen an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen beträgt 1.723 (+1193) Menschen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt heute auf 116,2; so meldet es das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) . In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert aktuell bei 110,8 (+152 Neuinfektionen in 7 Tagen).  Der Landeswert ist auf  90,2 gestiegen. 

Laut DIVI-Zahlen in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell 12 (-1) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 5 (-1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim wird heute nur ein/e CoVid-19-Erkrankte/r intensivmedizinisch versorgt (-1).

In der Stadt Lingen (Ems) gab es keine Neuinfektionen, es bleibt bei 1.039 Menschen an CoviD-19 erkrankt (+12); das sind heute 30 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 67,4). 971 (+3) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 52 (+9) akut Erkrankten.

(19.03.21)


Trotz des #Corona-Lockdowns, trotz der Impfungen:

Die Zuwachsraten im Vorwochenvergleich liegen

– bei den aktiven Fällen mit 21% auf dem höchsten Niveau seit dem 13. November

– beim 7-Tage-Schnitt mit 33% auf dem höchsten Niveau seit dem 3. November

😳@welt pic.twitter.com/yfoD93EplZ

— Olaf Gersemann (@OlafGersemann) March 19, 2021

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Corona: Virologen raten von Osterreisen ab

Wie alle Virologen rät aktuell auch der Essener Virologe Ulf Dittmer rät dazu, auf Urlaubsreisen rund um Ostern zu verzichten. „Über Ostern haben wir in den allermeisten Ländern außer Israel keine stabile Lage“, sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Essen der Deutschen Presse-Agentur. „Auch die Lage auf den Balearen halte ich nicht für stabil.“ Es könne auch dort schnell wieder in die andere Richtung gehen. „Ich würde es jetzt nicht tun über Ostern.“

Er sehe mehrere Risiken: „Dass man sich infiziert und dort ins Krankenhaus muss oder dass man von Gegenmaßnahmen wie Quarantäne betroffen ist oder wieder Flüge ausfallen“. Jeder solle sich genau überlegen, was er an Urlaub verantworten könne. Auch bei einem innerdeutschen Urlaub etwa in einer Ferienwohnung, gibt Dittmer (55) zu bedenken. „Virusverbreitung und Infektionszahlen haben etwas mit Mobilität zu tun. Und natürlich würde das die Mobilität erhöhen.“

Dittmer plädierte dafür, bei der Betrachtung der Corona-Lage neben der Wocheninzidenz stärker die Altersstruktur der Infizierten, die Zahl der Krankenhaus-Neuaufnahmen und die Impfquote der über 70-Jährigen einzubeziehen. Die Gesamtlage habe sich „klar geändert durch die Impfungen“, sagte Dittmer und verwies auf die Situation in Essen. So seien dort nach dem Impfstart mittlerweile deutlich weniger über 80-Jährige infiziert als in den ersten beiden Wellen.

„Es hat sich verschoben hin zu jüngeren Leuten, die häufig nicht schwer erkranken.“ Der Inzidenzwert sei im Begriff, sich von der Situation im Krankenhaus zu entkoppeln. Auch in der Uniklinik Essen sei die Zahl der Covid-19-Patienten zuletzt gesunken. Habe sie Anfang des Jahres noch bei über 130 gelegen, liege sie mittlerweile bei 50. Aktuell stagniere die Zahl jedoch. (Quelle: TSP, 19.03.21)


Deutschland-Zahlen

Wieder ist die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner stark angestiegen: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bundesweit bei 95,6. Am Donnerstag hatte sie noch bei 90, am Mittwoch bei 86,2 gelegen. Außerdem meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland binnen eines Tages 17.482 Corona-Neuinfektionen – das sind etwa 5000 mehr als vor genau einer Woche. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 226 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 12.834 Neuinfektionen und 252 neue Todesfälle verzeichnet. Vor vier Wochen, am 19. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 56,8 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stieg sie jedoch wieder an, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Personen zwischen 60 und 79 Jahren liegt aktuell bei 55, bei den über 80-Jährigen bei 56 Fällen pro 100.000 Einwohner. Demnach nimmt der Wert vor allem in den Altersgruppen unter 60 Jahren zu, Kinder eingeschlossen. Weiterhin gebe es derzeit ein „diffuse[s] Geschehen mit zahlreichen Häufungen insbesondere in privaten Haushalten, zunehmend auch in Kitas, Schulen und im beruflichen Umfeld“.

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.629.750 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.401.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74.358. (Quellen: RKI, FAZ, 19.03.21)


Biden organisiert 100 Mio Impfungen in 58 statt 100 Tagen

Seit dem Amtsantritt der neuen amerikanischen Regierung vor knapp zwei Monaten sind in den Vereinigten Staaten fast 100 Millionen Impfungen verabreicht worden. Bereits am Freitag werde diese Marke überschritten sein, sagte Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weißen Haus. „Damit liegen wir Wochen vor dem Zeitplan“, sagte Biden. Die Leben von Millionen Menschen seien dank der Impfung, „einer Dosis Hoffnung“, zum Besseren gewandelt worden.

Biden hatte bei seiner Vereidigung am 20. Januar versprochen, dass es in seinen ersten 100 Tagen im Amt mindestens 100 Millionen Impfungen geben sollte. Das Ziel werde nun bereits nach 58 Tagen erreicht, sagte er.

Seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember wurden in den Vereinigten Staaten, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC knapp 116 Millionen Dosen Corona-Impfstoff verabreicht. Gut 75 Millionen Menschen erhielten demnach mindestens eine Dosis, rund 41 Millionen gelten bereits als voll geimpft. In den Vereinigten Staaten wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Der Impfstoff des Herstellers Astra-Zeneca ist in den Vereinigten Staaten bislang nicht zugelassen.

Biden hat versprochen, schon bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen im Land zu haben. Spätestens ab 1. Mai sollen alle Bundesstaaten zudem die Vereinbarung von Impfterminen für alle Bürger ermöglichen, die mindestens 16 Jahre alt sind. Bislang werden bei der Terminvergabe meist noch Risikogruppen bevorzugt. (Quelle: FAZ, 18.03.21)


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— Malte Kreutzfeldt (@MKreutzfeldt) March 18, 2021

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Hansa Rostock: Zuschauer im Profifußball

Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock darf zum Spiel gegen den Halleschen FC 777 Zuschauer ins Stadion lassen. Das entschied die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstagabend in einer Sondersitzung. Die Zuschauer für das Spiel am Samstag (14.00 Uhr) müssen in Rostock lebende Dauerkartenbesitzer oder von Hansa-Partnerfirmen sein.

Vor den Stadiontoren werden Schnelltests durchgeführt, auf den Rängen herrscht Masken- und Abstandspflicht. In Kombination mit Tests und Hygieneregeln sollen die Zuschauer in Rostock die App „Luca“ nutzen, die im Falle einer Infektion eine unkomplizierte Nachverfolgung der Kontakte ermöglicht.

Die Begegnung wird das erste Spiel mit Zuschauern im deutschen Profi-Fußball seit dem 1. November 2020 sein. Damals verfolgten 450 Zuschauer das 3:4 des Karlsruher SC gegen den SV Darmstadt 98 in der 2. Bundesliga. Nun ermöglicht die niedrige Sieben-Tage-Inzidenz Rostocks, sie lag am Donnerstag bei weniger als 25 Infektionen pro 100.000 Einwohner, eine Rückkehr. (Quelle: FAZ, 18.03.21)


Überblick am Abend

  • Der AstraZeneca Coronavirus-Impfstoff ist „sicher und wirksam“ und seine Vorteile überwiegen die Risiken, teilte  die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Abend mit. Mane werde  jedoch weiterhin mögliche Zusammenhänge zwischen dem Schuss und einer sehr seltenen Blutgerinnungsstörung untersuchen.
  • Nach der EMA- Überprüfung werden Spanien, Portugal, die Niederlande, Deutschland, Italien, Frankreich, Lettland, Litauen und Zypern die Verimpfung des AstraZeneca-Impfstoffs wieder aufnehmen. Irland kündigte für morgen seine Entscheidungen, während Schweden mitteilte, erst nächste Woche öffentlich Stellung zu nehmen, nachdem es zuvor „die Situation analysiert“ habe.
  • In der Zwischenzeit wird die EU ein formelles Schreiben an AstraZeneca senden, um ihren Streit um die Impfstoffversorgung beizulegen, als sich herausstellte, dass die Regierungen in Paris, Berlin und Rom die Drohung der EU unterstützten, die Impfstoffexporte in Länder zu stoppen, die nicht ihrerseits auch in ihren Ländern produzierten Impfstoff lieferten, einschließlich Großbritannien.
  • Mehrere französische Departements, einschließlich der Region Ile-de-France um Paris, gehen ab morgen erneut für vier Wochen in den Lockdown. Die Schulen bleiben allerdings geöffnet und die Einschränkungen wird weniger streng sein als bei früheren landesweiten Sperren. Das teilte Frankreichs Premierminister Jean Castex mit.
  • In der Ukraine wird die Hauptstadt Kiew ab dem Samstag, 20. März drei Wochen lang in einen strikten Lockdown gehen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.
  • Bulgarien schließt ab Montag, 22. März, für 10 Tage Schulen, Restaurants und Einkaufszentren, um die zunehmenden Covid-19-Infektionen einzudämmen und den Druck auf seine Krankenhäuser zu verringern.
  • Der Leiter eines Teams der Weltgesundheitsorganisation WHO, das mit chinesischen Kollegen zusammenarbeitet, um einen lang erwarteten Bericht über Covids Herkunft zu erstellen, hat anerkannt, dass seine Autoren „Druck“ ausgesetzt sein könnten. Er bestand jedoch darauf, dass der Schlussbericht die einstimmige Genehmigung aller Wissenschaftsexperten des Teams erhalten werde.
  • Mehrere deutschen Ministerpräsidenten haben die EU aufgefordert, die Überprüfung des russischen Impfstoffs Sputnik V zu beschleunigen und sicherzustellen, dass er nach seiner Genehmigung effizient im gesamten Block eingeführt werden kann. (Quelle: The Guardian, 18.03.21)

Kreuzfahrtanbieter AIDA versucht Saisonstart auf Kanaren

Das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises unternimmt am Sonnabend einen erneuten Versuch zur Wiederaufnahme seiner Reisen. Die „AIDAperla“ steche um 22 Uhr von Las Palmas auf Gran Canaria in See, sagte AIDA-Sprecher Hansjörg Kunze. Das Schiff starte dann zu siebentägigen Fahrten rund um die Kanarischen Inseln. Die Inselgruppe sei seit vielen Monaten eine der wenigen Urlaubsziele Europas mit niedrigen Coronavirus-Inzidenzwerten. Die klaren Regelungen der spanischen Regierung für sicheres Reisen deckten sich mit den Präventionsmaßnahmen bei AIDA. AIDA musste in den vergangenen Monaten mehrfach den Neustart verschieben. (Quelle: NDR, 18.03.21)


Schwesig und Weil offen für Einsatz von Sputnik V

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigt sich offen für Impfungen mit dem russischen Impfstoff Sputnik V. „Entscheidend ist nicht, wo ein Impfstoff herkommt, sondern ob er wirksam und sicher ist. Wenn Sputnik diese Kriterien erfüllt, dann sollten wir diesen Impfstoff einsetzen“, sagte Schwesig der „Rheinischen Post“. Mit Blick auf den morgigen Impfgipfel von Bund und Ländern forderte sie „klare Ansagen“ der Bundesregierung über die Fortsetzung der Impfkampagne in Deutschland.

Unterstützung bekommt Schwesig von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Weil sagte heute mit Bezug auf die Impfkampagne: „Wir müssen jetzt so schnell wie möglich vorankommen. Und da erwarte ich von der Europäischen Union, auch von der Bundesregierung, dass man wirklich alle Impfstoffe vorurteilsfrei prüft und möglichst schnell auch an den Markt bringt, wo immer das vertretbar ist. (…) Ich denke da beispielsweise an den Impfstoff Sputnik, der jetzt schon in einzelnen europäischen Ländern verimpft wird. Und da ist natürlich die Frage zu stellen, warum geht das nicht bei uns?“ (Quelle: NDR, 18.03.21)


Unterstützt auch der Bund Braunschweiger Covid-19-Medikament?

In Braunschweig wird zurzeit ein Medikament entwickelt, das Patienten helfen soll, die bereits schwer an Covid-19 erkrankt sind. Solch ein Präparat ist noch nicht auf dem Markt verfügbar, so der Hersteller Corat Therapeutics. Im April soll die klinische Studie beginnen, am Jahresende könnte dann die Marktreife erreicht sein. Bis es so weit ist, benötigt das Unternehmen aber noch etwa 50 Millionen Euro. Niedersachsen hat bereits Geld gegeben, nun hofft Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auf Unterstützung vom Bund. (Quelle: NDR, 18.03.21)


Hamburg: Schulbehörde untersagt Nutzung von FFP2-Masken des Bundes

Die Schulbehörde der Hansestadt Hamburg hat die Nutzung der vom Bund zur Verfügung gestellten KN95-Masken für das Schulpersonal untersagt. Grund sei der unzureichende Qualitätsstandard der rund 300.000 Corona-Schutzmasken, heißt es in einem Schreiben der Behörde an die Schulen, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nachdem das Bundesgesundheitsministerium noch im Januar mitgeteilt habe, „dass diese Masken in einem mehrstufigen Verfahren geprüft wurden, hat die Bundesregierung nun zu unserer Überraschung kurzfristig den KN95-Masken aus ihren eigenen Lieferungen die Zulassung als medizinische Maske entzogen.“ Neben den KN95-Masken hätten die Schulen in den am Montag zu Ende gegangenen Ferien 300.000 sogenannte OP-Masken erhalten, sodass der Fall zwar sehr ärgerlich sei, aber nichts daran ändere, dass Hamburgs Schulen aktuell versorgt sind, hieß es in der Behörde.

(Quelle: NDR, 18.03.21)


Niedersachsen: Corona-Ausbruch in psychiatrischer Klinik

In einer psychiatrischen Klinik in der Region Hannover hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie die Region heute mitteilte, stellte das Gesundheitsamt im Klinikum Wahrendorff im östlich von Hannover gelegenen Sehnde 74 Corona-Fälle fest, darunter 18 beim Personal. Auch in einer Einrichtung der Lebenshilfe in Peine-Burgdorf wurden 65 Fälle registriert, 28 davon beim Personal. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. Die Sieben-Tages-Inzidenz für die Region Hannover lag heute laut Nieders. Landesgesundheitsamt bei 130,4.
(Quelle: NDR, 18.03.21)


Inzidenz über 200: Ausgangssperre in Papenburg

Der Landkreis Emsland hat wegen hoher Corona-Inzidenzwerte für die Stadt Papenburg eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Sie gilt ab Sonnabend. Die Menschen in Papenburg dürfen dann zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens die Wohnung nur aus wichtigen Gründen verlassen. Auch Einzelhandel, Schulen und Freizeitsport sind wieder eingeschränkt. Grund sind die anhaltend hohen Inzidenzwerte von fast 300 in Papenburg. Die neuen Regeln sollen bis Sonntag, 11. April, gelten.

Der Landkreis Emsland hat die jetzt beschlossenen Maßnahmen nach eigenen Angaben mit Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) abgestimmt. Er hatte die Einwohnerinnen und Einwohner mehrfach ermahnt, die Corona-Regeln streng zu befolgen. In Papenburg hat die Meyer Werft seit Anfang März rund 100 Corona-Fälle bei der Stammbelegschaft und Zuliefererbetrieben gemeldet – dort sind die Tests ausgeweitet worden. Aber auch andere Betriebe in Papenburg sind betroffen – der Landkreis spricht trotz der Meyer-Werft-Entwicklung von einem „diffusen Infektionsgeschehen“ und hat deshalb eine Notbremse für das nördlichste Gebiet des Kreises gezogen.

Unterdessen sind die genauen Inzidenzzahlen für den ganzen Landkreis Emsland am Donnerstag unklar. Wie das niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) mitteilte, konnte aufgrund technischer Probleme die Daten-Übermittlung mit mehr als 100 Fällen aus dem Landkreis Emsland nicht eingelesen werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis liege aber bei über 100 Neuinfektionen pro 100.0000 Einwohner. Am Mittwoch lag der Wert bei 99,1 und vor einer Woche, am 11. März, bei 77,7.

(Quelle: NDR, 18.03.21)


Sieben-Tage-Inzidenz in Bremen ist minimal gesunken

Im Land Bremen gab es innerhalb eines Tages 148 neue gemeldete Corona-Fälle. Das sind neun mehr als gestern und 79 mehr als am Vorwochentag. Die Inzidenz ist von gestern 85 auf jetzt 84,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche leicht gesunken. (Quelle: RB, 18.03.21)


Ab Freitag wieder Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin in Deutschland

Noch am Freitag sollen die Impfungen mit dem Corona-Vakzin Astrazenecas wieder beginnen. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstagabend mit. Spahn will noch am Donnerstag in Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) einen aktualisierten Aufklärungsbogen zur Impfung mit Astrazeneca fertigstellen. Dieser solle Impfwilligen zur Verfügung gestellt werden. Dort, wo dieser Bogen am Freitag noch nicht vorliege, solle mündlich aufgeklärt werden, so Spahn.

Auf den Beipackzetteln des Impfstoffs von Astrazeneca wird es ab Freitag einen Warnhinweis geben, dass in sehr seltenen Fällen Thrombosen und anderen Nebenwirkungen auftreten können. Spahn bezeichnete die Aussetzung als richtig, denn es gehe um zwar seltene, aber schwerwiegende Ereignisse. Der Minister betonte, die Bürger könnten darauf vertrauen, transparent informiert zu werden. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Frauen vor der Menopause nicht mit Astrazeneca impfen?

Nach der Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zum Fortsetzen der Corona-Impfungen mit Astrazeneca rät ein deutscher Infektiologe bei einer bestimmten Gruppe zum genauen Abwägen der Risiken. „Bei Frauen vor der Menopause, die ein sehr geringes Risiko für Covid-19-Komplikationen haben, sollte man derzeit überlegen, ob die Impfung mit Astrazeneca erfolgen sollte“, sagte Bernd Salzberger, Professor vom Uniklinikum Regensburg, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend. Für einen 80-jährigen Mann mit hohem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf hingegen sehe das Risiko-Nutzen-Verhältnis ganz anders aus in Anbetracht der dritten Welle. (Quelle: TSP, 18.03.21)


EMA: Impfung mit AstraZeneca ist sicher und wirksam

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat für die Nutzung des AstraZeneca-Impfstoffes eine Empfehlung ausgesprochen. „Die Impfung ist sicher und wirksam. Wir konnten keinen übermäßigen Anstieg von Blutgerinnseln feststellen“, sagte EMA-Geschäftsführerin Emer Cooke. Die EMA sei weiterhin der Ansicht, dass die Vorteile des Vakzins die Risiken überwögen.“

Es wird aber eine extra Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen“, sagte Cooke auf der Pressekonferenz in Amsterdam. Damit könnte die Impfung mit AstraZeneca wieder aufgenommen werden. Zuletzt war die Impfung mit AstraZeneca in Deutschland und anderen europäischen Ländern ausgesetzt worden, nachdem es einige Fälle von Hirnvenenthrombose nach der Impfung mit dem Vakzin gab. (Quelle: RB, 18.03.21)


Erster Kreis in NRW darf Unterricht wieder einschränken

In der Diskussion um Schulschließungen in Nordrhein-Westfalen in der dritten Corona-Welle hat die Landesregierung erstmals einem Kreis erlaubt, den Präsenzunterricht wieder einzuschränken. Im Kreis Düren kehren die weiterführenden Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen in der kommenden Woche zum Distanzunterricht zurück, wie der Kreis und die Staatskanzlei am Donnerstagabend mitteilten. Die Landesregierung habe einen entsprechenden Antrag des Kreises genehmigt.

Vorausgegangen waren zunächst vehement vom Land abgelehnte Forderungen aus mehreren Städten, angesichts steigender Infektionszahlen die Öffnungen der weiterführenden Schulen bis zu den Osterferien auszusetzen oder zurückzufahren. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Studie: Astrazeneca bietet keinen Schutz gegen südafrikanische Variante

Einer Studie zufolge, die jetzt im renommierten „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, bietet der Impfstoff von Astrazeneca keinen Schutz gegen eine leichte bis mittelschwere Infektion mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus. Schwere Fälle seien aufgrund der niedrigen Fallzahl in der Studie nicht zu beurteilen.

Die Variante macht in Deutschland laut RKI zurzeit ein Prozent der Fälle aus. Der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, bezeichnete das auf Twitter als einen Rückschlag.

Rückschlag für eine der wichtigsten Impfungen gegen #covid. Verhindert leider nicht leichte und moderate Infektionen bei Südafrikanischer Mutante. Schwere Verläufe sind aufgrund der Fallzahl nicht zu beurteilen aber Weiterentwicklung ist wichtig.| NEJM https://t.co/rfw4D8pV3S

— ECMO_Karagiannidis (@ECMOKaragianni1) March 18, 2021

https://platform.twitter.com/widgets.js

(Quelle: TSP, 18.03.21)


Lauterbach rechnet mit verzögertem Anstieg der Corona-Todeszahl

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet mit einem weiteren, wenn auch verzögerten Anstieg der Covid-19-Todesfälle. „Diejenigen, die sich heute infizieren, sterben im Durchschnitt erst in fünf Wochen. Viele über 80-Jährige sind mittlerweile geimpft und dadurch geschützt, jetzt liegt die Gefahr vor allem bei etwas jüngeren Menschen“, sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal watson am Donnerstag und ergänzte: „Die Behandlung am Beatmungsgerät dauert bei 50-Jährigen viel länger, falls der Patient doch stirbt. Ein über 80-Jähriger stirbt deutlich schneller, wenn er einen schweren Covid-19-Verlauf hat.“

Eine Weitergabe der derzeit gestoppten AstraZeneca-Impfdosen an jüngere Impfwillige lehnt Lauterbach ab. „Das Risiko der 80-Jährigen, an Covid-19 zu sterben, ist 600-mal so hoch wie das der 30-Jährigen. Es wäre deshalb vollkommen unsinnig, den Impfstoff jetzt – mitten in der dritten Welle der Pandemie – für Menschen mit 30 einzusetzen. Man würde sehr viele Todesfälle in Kauf nehmen, die vermeidbar wären“, sagte Lauterbach. Dies wäre höchstens sinnvoll, wenn die 80-Jährigen den Impfstoff nicht wollten. Davon könne aber keine Rede sein. (Foro: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 18.03.21)


Bayern vs. Niedersachsen
Keine weiteren Öffnungen in Bayern – Niedersachsen will testen

Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen wird es in Bayern am kommenden Montag keine weiteren Öffnungsschritte aus dem Lockdown geben. Theater, Kinos, Konzertsäle und die Außengastronomie müssen damit landesweit weiterhin geschlossen bleiben. Bis auf Weiteres werde das Einvernehmen zu weiteren Öffnungsschritten nicht erteilt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Zudem seien die nächsten Bund-Länder-Beratungen am kommenden Montag abzuwarten.

Ganz anders in Niedersachsen: Dort sollen Geschäfte in sog. „Modellkommunen ab Ende März wieder öffnen“ können. Darauf hat sich ein Sonder-Koalitionsausschuss am Donnerstag verständigt. Der Koalition schwebt vor, dass Kunden mit einem negativen Corona-Test Zutritt in sogenannte sichere Zonen haben können. Dort können sie dann Geschäfte unter Hygiene-Auflagen betreten. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte dem NDR Niedersachsen, es gebe in unserer Gesellschaft eine riesige Sehnsucht danach, allmählich normaler zu werden. Die Landesregierung werde auf die Kommunen zugehen und gemeinsam ein Konzept erarbeiten, kündigte Weil an. „Das kann von uns aus sehr zügig gehen. Für uns hat das Thema eine hohe Priorität.“

(Quellen: TSP, NDR, 18.03.21)


Grafschaft-Bentheim-Zahlen

Der Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim ist wieder unter die kritische Marke von 100 gefallen – wenn auch nur hauchdünn. Das Landesgesundheitsamt meldet für Donnerstag genau 99,9 Neuinfektionen auf 100.000 Grafschafter innerhalb einer Woche. Am Mittwoch hatte der Inzidenzwert noch bei 104,3 gelegen und war damit erstmals seit dem 6. März wieder über 100 gestiegen.
Die seit zehn Tagen auch für die Grafschaft geltenden Lockerungen der Corona-Regeln hängen von der Entwicklung des Inzidenzwertes ab. Überschreitet er an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Marke von 100, gilt die Grafschaft als Hochinzidenzkommune. Dann müssten die Corona-Regeln wieder verschärft werden, beispielsweise müssten Geschäfte und Einrichtungen erneut schließen.

Die Kreisverwaltung hat für Donnerstag in ihrem Internet-Dashboard 22 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der aktuell mit dem Coronavirus infizierten Grafschafter sinkt von 216 am Mittwoch auf 204 am Donnerstag. Insgesamt haben sich seit Pandemiebeginn 3878 Grafschafter infiziert, es werden weiterhin 104 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 gebracht. 3570 Bürger gelten als genesen. Die Zahl der Grafschafter, die sich in Quarantäne begeben mussten, ist im Vergleich zum Vortag um 20 auf 583 gestiegen.

Von den aktuellen 204 Fälle entfallen 51 (-4) auf Nordhorn.
(Quellen: GN, 18.03.21)


Inzidenzwert über 1000 in Landkreis Schwäbisch-Hall

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Kindergarten in Schrozberg (Landkreis Schwäbisch Hall) ist die kleine Gemeinde zu einem der bundesweit am stärksten belasteten Hotspots geworden. Die Sieben-Tage-Inzidenz schoss innerhalb weniger Tage auf einen vergleichbar astronomischen Wert von 1065,5 Fälle (Stand Mittwoch) pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 62 Neuinfektionen in der 5800 Einwohner-Kommune registriert, wie der Landkreis mitteilte.

In dem mittlerweile geschlossenen Kindergarten mit rund 60 Kindern waren Anfang der vergangenen Woche reihenweise Erzieherinnen erkrankt. Weitere Großausbrüche sind nach Angaben der Schrozberger Verwaltung nicht bekannt.

Auch Crailsheim (Landkreis Schwäbisch Hall) bleibt weiter stark belastet: Dort wurde die Inzidenz am Mittwochabend mit 521,2 angegeben, allerdings ist Crailsheim auch deutlich größer als Schrozberg. In der Stadt hatten Ausbrüche in Kindergärten und einer Unterkunft für Flüchtlinge sowie in mehreren Betrieben für den deutlichen Anstieg gesorgt. Der Landkreis Schwäbisch Hall gehört mit einer Inzidenz von 270,9 zu den Hotspot-Regionen in Deutschland. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Corona-Tote in Europa nähern sich der Million

Die Zahl der Corona-Toten in der Region Europa nähert sich laut der Weltgesundheitsorganisation WHO der Million. Mehr Menschen stürben jetzt im Zusammenhang mit Covid-19 als vor einem Jahr, teilte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Donnerstag in Kopenhagen mit.

Jeden Tag verlieren nach Kluges Angaben 20.000 Menschen ihr Leben in der WHO-Region, zu der 53 Länder gehören. In der vergangenen Woche sei die Marke von 900.000 Corona-Toten überschritten worden. In den vergangenen drei Wochen sei die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Region kontinuierlich angestiegen. Seit Beginn des Ausbruchs im vergangenen Jahr seien in Europa nahezu 42 Millionen Covid-19-Fälle erfasst worden. Derzeit seien Mitteleuropa, der Balkan und das Baltikum am stärksten von der Pandemie betroffen.

Der Regionaldirektor empfahl, den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca weiter zu verabreichen. Dadurch würden Leben gerettet. Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Nutzen des Vakzins größer als die Risiken. Die WHO untersuche das Astrazeneca-Präparat und dessen mögliche ernste Nebenwirkungen wie Thrombosen gründlich. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Donnerstag, 18. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.613 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 24 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.670. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 179.989 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 85,6 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 81,0). (Quelle: NDR, 18.03.21)


Emsland-Zahlen: Spoiler der Kreisverwaltung

*Aufgrund technischer Probleme führt das Land in seiner Übersicht heute die jüngsten Neufälle des Landkreises Emsland nicht auf, insofern ist der beim Land angegebene Inzidenzwert nicht korrekt. Tatsächlich liegt der Inzidenzwert im Emsland heute über 100, eine Aktualisierung kann landesseitig aber erst morgen erfolgen.

Ortsseitiger Zusatz durch mich:

Seit einigen Tagen sind die Fallzahlen-Veröffentlichungen des Landkreises Emsland noch weniger informativ. Der Messzeitpunkt wird verschwiegen und die nette Grafik ist -entgegen den gesetzlichen Anforderungen- nicht barrierefrei.

(Quelle: LK EL, BN, 18.03.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 18.03.2021, ? Uhr

Gemeldet wurden heute 83 Neuinfektionen durch die Kreisverwaltung und (Korrektur:) ein weiterer CoViD-19-Todesfall aus Sögel. Damit kam es zu dem befürchteten Anstieg auf mehr als 113 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn betrug heute 8.502 (+83). Gleichzeitig hat sich die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.791 Personen (+37) erhöht. In der Summe sind im Emsland folglich akut 566 (+45) Menschen an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen beträgt 1.604 (+173) Menschen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland errechne ich bei 327.000 Einwohner unseres Landkreises heute auf 113,1 (99,1) – ausgehend von 370 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen. In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert aktuell bei 99,9 (+137 Neuinfektionen in 7 Tagen).  Der Landeswert liegt übrigens bei 85,6. 

Laut DIVI-Zahlen in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell 13 (+3) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 6 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim wird heute nur ein/e CoVid-19-Erkrankte/r intensivmedizinisch versorgt (-1).

In der Stadt Lingen (Ems) gab es keine Neuinfektionen, es bleibt bei 1.027 Menschen an CoviD-19 erkrankt (+7); das sind heute 30 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 54,6). 963 (+2) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 43 (+5) akut Erkrankten.

(18.03.21)


Deutschland-Zahlen

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner hat erneut einen großen Sprung nach oben gemacht: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag bundesweit bei 90 – und damit erneut deutlich höher als am Vortag (86,2). Vor einer Woche (11.03.) hatte sie noch bei 69,1 gelegen. Einen Wert von 90 hatte es zuletzt am 2. Februar gegeben. Danach war die Inzidenz noch einige Zeit gesunken, ein Tiefstand wurde mit 56,8 am 19. Februar erreicht. Seither geht es mit dem Wert wieder merklich aufwärts.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 17.504 Corona-Neuinfektionen – gut 3.000 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 227 weitere Todesfälle verzeichnet. Das Infektionsgeschehen schlägt sich stets verzögert in den Todeszahlen nieder, weil zwischen Nachweis der Infektion und dem Tod häufig mehrere Wochen liegen. Die Daten geben den Stand von 09.40 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 14.356 Neuinfektionen und 321 neue Todesfälle verzeichnet.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,06 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 18.03.21)


Überblick am Morgen

  • Die Verzögerung des Winter-Lockdown in Großbritannien „verursachte bis zu 27.000 zusätzliche Covid-Todesfälle.“ Die Resolution Foundation Thinktank hat nach einer umfangreichen Untersuchung diese Zahl ermittelt und der bitischen Regierung einen „großen Fehler“ vorgeworfen, der für jede öffentliche Untersuchung des Umgangs Großbritanniens mit der Pandemie von zentraler Bedeutung sein sollte.
  • Die europäische Arzneimittelbehörde EMA steht unter zunehmendem Druck, Sicherheitsbedenken hinsichtlich des Impfstoffs von Oxford / AstraZeneca Covid auszuräumen, da Experten davor gewarnt haben, dass in erster Linie politische Entscheidungen in vielen Ländern, die Verwendung zu unterbrechen, die ohnehin schleppende Impfaktion in der EU ernsthaft verzögern könnten.
  • In Brasilien wurden erstmals 90.000 Neuinfektionen in 24 Stunden überschritten. In Brasilien wurden am Mittwoch beispiellose 90.303 neue Coronavirus-Fälle registriert, einen Tag nachdem das Land einen neuen Rekord an Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet hatte. Reuters berichtet, dass die Zahl der Infektionen jetzt insgesamt 11.693.838 beträgt. Die Zahl der Todesfälle stieg um 2.648, die zweithöchste Zahl nach dem am Dienstag gemeldeten Rekord und bringt in der  Summe 284.775.
  • Die ärmsten und am stärksten gefährdeten Länder werden nach Angaben der Vereinten Nationen die größten Verlierer eines Pandemie-Abschwungs sein, bei dem die Weltwirtschaft bis Ende des Jahres Verluste in Höhe von 10 Mrd. USD (7,2 Mrd. GBP) erleiden wird.
  • Japan hebt den Ausnahmezustand des Gebiets Tokio wie geplant am Sonntag auf. Das Beratungsgremium der japanischen Regierung zu Gegenmaßnahmen gegen das Coronavirus hat am Donnerstag einen entsprechenden Plan gebilligt; der Ausnahmezustand in der Region Tokio soll wie geplant am 21. März auslaufen, so Wirtschaftsminister Yasuhisa Nishimura.
  • Ältere Menschen, die sich von Covid erholt haben, können nicht davon ausgehen, dass sie gegen einen zweite Erkrankung immun sind. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die zugleich zeigt, dass die unter 65-Jährigen weniger anfällig für eine erneute Infektion sind.
  • Indien meldete am Donnerstag 35.871 neue Coronavirus-Fälle, die höchste Zahl seit mehr als drei Monaten, wobei 65% davon auf den am stärksten betroffenen Bundesstaat Maharashtra entfielen.
  • Tansanias Präsident John Magufuli, einer der bekanntesten Covid-19-Leugner Afrikas, ist nach zweiwöchiger Abwesenheit vom öffentlichen Leben gestorben, was zu Spekulationen führte, dass er sich die Krankheit zugezogen hatte. Magufulis Tod wurde am Mittwoch von der Vizepräsidentin des Landes, Samia Suluhu, mitgeteil, Sie sagte, der Präsident sei „an Herzversagen“ gestorben. Er war 61 Jahre alt.
  • Der britische Außenminister verlangte, die Drohung der EU, die Ausfuhr von Impfstoffen zu blockieren, müsse „geklärt werden“. Sie EU-Erklärung beeinträchtige  frühere Zusicherungen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen müsse sich erklären.
  • Laut Radio New Zealand könnten bis Ende April quarantänefreie Reisen von Neuseeland nach Australien möglich werden. Die Minister arbeiten an dem Vorschlag, der bereits am Montag dem Kabinett vorgelegt werden könnte. Der stellvertretende Premierminister Grant Robertson sagt, er sei „sehr optimistisch“, dass die Pläne möglich werden.
  • Taiwan könnte nach Angaben des Central Epidemic Command Center am kommenden Montag mit der Verwendung des AstraZeneca-Impfstoffs beginnen, nachdem Anfang dieses Monats eine erste Charge von fast 200.000 Dosen eingetroffen ist.
  • Chinesische Staatsmedien verstärken gerade Pekings Propaganda über die Ursprünge von Covid-19, bevor die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht werden. Liang Wannian, der im Januar die chinesische Seite der gemeinsamen WHO-Untersuchung leitete, teilte der Global Times mit, dass China vor dem 8. Dezember 2019 keine Beweise für das Virus gefunden hätte. (Quelle: The Guardian, 18.03.21)

Maskenverteilen nach dem Spahnmodell: „Gigantische Gewinne“

Die Fachabteilungen im Gesundheitsministerium waren nach Recherchen von WDR, NDR und SZ gegen die kostenlose Abgabe von FFP2-Masken durch Apotheken: Doch Gesundheitsminister Spahn setzte sich durch – und verschaffte Apotheken damit gigantische Gewinne.

Für den Apotheker Detlef Glass war der Dezember ein besonderer Monat. Der Pharmazeut besitzt in Berlin drei Apotheken. Das Geschäft läuft auch so gut, aber kurz vor Weihnachten bescherte ihm Gesundheitsminister Jens Spahn noch Einnahmen von 170.000 Euro. Denn Glass verteilte im Dezember, wie Apotheken bundesweit, FFP2-Masken gratis an Rentner. „Wir haben die Masken für ein Euro bis 1,50 Euro eingekauft“, sagt Glass. Der Bund kalkulierte aber mit einem Erstattungspreis von sechs Euro pro Maske. Die Rechnung sei „sehr gut aufgegangen“, sagt Glass. Oder, ein bisschen klarer formuliert: „Wir haben uns dumm und dämlich verdient.“ Die Verteilaktion der FFP2-Masken über Apotheken sollte, so verkündete es Spahn, den besonders Gefährdeten über die Weihnachtstage etwas Erleichterung verschaffen. Im Januar und Februar gab es in den Apotheken gegen Vorlage von Coupons weitere Gratis-Masken – eine Aktion, die den Steuerzahler am Ende mehr als zwei Milliarden Euro kosten dürfte. Dabei hatten sich Spahns Beamte frühzeitig gegen die Verteilaktion ausgesprochen. Das geht aus internen Unterlagen hervor, die NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) mit Hilfe des Informationsfreiheitsgesetzes erlangten. Sie zeigen, dass Spahn die Aktion gegen das Votum der Beamten persönlich durchsetzte.

Überteuerte Erstattung? Wie das BMG letztendlich auf die Summe von sechs Euro inklusive Mehrwertsteuer kam, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Es findet sich aber in den Unterlagen des Ministeriums eine „Preisprobenstichanalyse“, erstellt von den Wirtschaftsprüfern EY (Ernst & Young) , die das BMG bereits in der Beschaffung von Schutzausrüstung berieten. In den Unterlagen des Ministeriums befinden sich zwei Präsentationen, in denen EY-Berater die Preise verschiedener Maskentypen zu bestimmen Stichtagen aufbereitet haben. Die Quellen: Preisvergleichsportale wie etwa Idealo.de, geizhals.de, und restposten.de sowie Presseartikel. Auf durchschnittlich 4,29 Euro kamen die Berater Anfang Oktober und auf 1,22 im Großhandel in einer weiteren Preisermittlung vom 25. November. Die Differenz zwischen dem erhobenen möglichen Einkaufspreis von 1,22 und dem Erstattungspreis von 6 Euro erklärt das BMG damit, dass man die 4,29 Euro zu Grunde gelegt und dann noch Arbeitskosten der Apotheker pauschal hinzugefügt habe. EY äußert sich auf Anfrage „grundsätzlich nicht zu Beratungsmandaten“>

Ebenfalls am 25. November nahm Spahn an einer Videokonferenz unter anderem mit dem Apothekerverband teil. Schon damals soll der Preis von sechs Euro manchen sehr hoch vorgekommen sein. Ein Teilnehmer der Videokonferenz soll die Runde darauf aufmerksam gemacht haben, dass er selbst gerade fünf FFP2-Masken bei einer Drogeriemarktkette für 9,99 Euro gekauft hatte. Doch im Ministerium hielt man an den sechs Euro pro Maske für die Apotheker fest. Billigere Angebote ignoriert Tatsächlich planten Discounter im Dezember den Verkauf zertifizierter FFP2-Masken für einen Euro pro Stück. Die Drogeriekette dm etwa will dem Gesundheitsministerium sogar angeboten haben, als Abgabestelle für die Masken zu dienen, so dm-Chef Christoph Werner gegenüber WDR, NDR, und SZ.

Statt sechs Euro pro Maske hätte der Bund dafür nur etwas mehr als einen Euro bezahlen müssen, versichert der Drogerie-Boss. Ob sein Angebot eingegangen ist, will das BMG nicht bestätigen. Auch die Einkaufsgemeinschaft Clinicpartner, die für 500 Krankenhäuser und Pflegeheime Material beschafft, gibt an, im Oktober nur noch etwa 1,20 Euro pro FFP2-Maske bezahlt zu haben. Seit Sommer habe man dort keinen Masken-Engpass mehr wahrgenommen. Doch das Ministerium hatte offenbar weder die Abgabe über den Einzelhandel noch über große Sammelbestellungen geprüft. Auf Nachfrage sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, man habe sich für die Apotheken entschieden, weil aus der Gratisabgabe der Masken „erhebliche Anforderungen“ entstünden, besonders bei der Beschaffung, Qualitätsprüfung, Patientenberatung und sowie der Entgegenahme von Coupons. „Bei Paketdiensten und Discountern“ seien die Strukturen dafür „nicht bzw. nicht im selben Umfang“ vorhanden.

Stattdessen legten die Beamten einen komplizierten Weg fest: Die Abgabe von 15 Masken pro Person wurde in drei Phasen unterteilt. Im Dezember konnte jeder und jede über 60 Jahren drei Masken in der Apotheke gratis abholen. Der Bund ging davon aus, dass 27,3 Millionen Menschen in Deutschland anspruchsberechtigt seien: 491,4 Millionen Euro, die der Bund somit einfach an den Apothekerverband überwies, der das Geld wiederum an die Apotheken verteilte. Egal wie viele Masken sie abgaben, sie erhielten einen festen Anteil aus Bundesmitteln: Im Schnitt gab es mehr als 25.000 Euro für jede Apotheke in Deutschland. Danach folgten die Phasen zwei und drei, in denen Menschen, die Anspruch auf eine Maske hatten, zweimal sechs Gutscheine von ihrer Krankenkassen erhielten, die sie dann in den Apotheke einlösen konnten.

Das Drucken der fälschungssicheren Gutscheine durch die Bundesdruckerei schlug dabei mit zusätzlich rund 9,3 Millionen Euro zu Buche. Für die ersten sechs Masken erhielten die Apotheker weitere 36 Euro pro Person, für die zweiten sechs Masken 23,40 Euro. Ein Geldregen, mit dem sich auch viele Apotheker nicht wohl fühlen. Einige haben angekündigt, die Einnahmen oder Masken zu spenden. Andere Lösungen wären möglich gewesen „Wahrscheinlich wäre es einfacher gewesen, allen Bürgern Masken zuzusenden, dann wäre der Umstieg auf die FFP2-Maske effizienter gewesen, man hätte mehr Leute erreicht und es wäre nicht teurer gewesen“, kommentiert SPD-Gesundheitsheitsexperte Karl Lauterbach die Verteilaktion der Bundesregierung.

Und tatsächlich: Die Hansestadt Bremen etwa hat das ganze selbst viel effizienter organisiert: Hier erhielt die Post den Auftrag, innerhalb von zwei Wochen an alle 600.000 Bürger über 15 Jahre jeweils fünf Masken zu liefern – für einen Euro pro Maske.
(Quelle: Tagesschau, 18.03.21)


Ansprache des Papenburger Bürgermeisters – „Inzidenz von 290,6“

(Quelle: Stadt Papenburg, 18.03.21)


Frankreich meldet so viele Infektionen wie zuletzt im November

Frankreich hat binnen 24 Stunden mehr als 38.500 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet – so viele wie seit fast vier Monaten nicht mehr. Die französische Gesundheitsbehörde meldete am Mittwochabend 38.501 Neuinfektionen. Das war der höchste Wert seit November. Am Dienstag waren 29.975 Ansteckungsfälle verzeichnet worden. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 246 auf 91.427. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen ging leicht auf 4219 zurück.

Angesichts der Überlastung vieler französischer Krankenhäuser will sich Regierungschef Jean Castex am Donnerstag in Paris zu einer weiteren Verschärfung der Corona-Auflagen äußern. Geplant sind nach Regierungsangaben zusätzliche Maßnahmen im Großraum um Paris sowie in der nördlichen Region Hauts-de-France, die an Belgien grenzt. (Quelle: TSP, 18.03.21)


RKI-Zahlen noch nicht veröffentlicht

Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den neuen Coronavirus-Infektionen liegen noch nicht vor. Grüße an die deutsche Bürokratie. (18.03.21, 7.30Uhr)


Umfrage: Burnout-Gefahr deutlich gestiegen

Beschäftigte fühlen sich einer Umfrage zufolge in der Corona-Krise stärker belastet. 35 Prozent der Befragten hatten im Herbst das Gefühl, aufgrund von Arbeitsstress ausgebrannt zu sein, wie das Beratungsunternehmen Gallup ermittelte. In den beiden Vorjahren waren es 26 Prozent. Die Burnout-Gefahr sei deutlich gestiegen, erklärte Gallup-Experte Marco Nink zu den Zahlen, die am Donnerstag vorgestellt werden sollten.

Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nach der repräsentativen Umfrage zu einem Jobwechsel bereit. Nur noch 61 Prozent wollen ohne Wenn und Aber in einem Jahr noch bei ihrer derzeitigen Firma arbeiten. Im Vorjahr waren es 73 Prozent, davor 78 Prozent. Besonders wechselwillig sind laut Nink Menschen in Kurzarbeit. „Kurzarbeit geht einher mit einer Eintrübung des Vertrauensverhältnisses und einem kritischeren Bild vom Arbeitgeber.“

Gleichzeitig bekommen Unternehmen gute Noten für ihre Reaktion auf die Pandemie. Jeweils deutliche Mehrheiten der Befragten sind mit der Geschäftsführung zufrieden, sehen klare Maßnahmenpläne in Bezug auf Gesundheit und glauben, dass sich ihr Unternehmen für ihr Wohlergehen interessiere. „Die Corona-Krise polarisiert die Arbeitnehmerschaft in Deutschland“, sagte Nink. Unternehmen, die sich um ihre Beschäftigten als Mensch und nicht nur als reine Arbeitskraft gekümmert hätten, profitierten von einer hohen emotionalen Mitarbeiterbindung. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Im Grunde meines Herzens bin ich schlichtweg Live-Musiker. Coronabedingt konnten meine Combo – die Orthopädischen Strümpfe – und ich aber seit einem Jahr so gut wie gar nicht auftreten. Lange Rede, kurzer Sinn: Das führte zu einem gewissen körperlichen Verfall. Was ich sagen will: Ich bin durch Corona fett geworden.

Schlagersänger Guildo Horn


Drei von vier Corona-Infektionen mittlerweile mit Mutante B.1.1.7

In Deutschland breitet sich insbesondere die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Variante B.1.1.7 stark aus. Ihr Anteil betrage inzwischen 72 Prozent, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch. Sie werde also inzwischen in etwa drei von vier Proben gefunden. Das RKI stuft diese Entwicklung als besorgniserregend ein. Die Variante B.1.1.7 gilt als deutlich ansteckender als bisherige Formen, ersten Studien zufolge ist sie auch tödlicher.

Vor zwei Wochen hatte der Anteil von B.1.1.7 noch bei 46 Prozent gelegen. „Auf Grund des nun hohen Anteils von B.1.1.7 ist insgesamt weiter mit einem exponentiellen Anstieg der COVID-19 Fälle in Deutschland zu rechnen“, heißt es in dem RKI-Bericht. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Mehrfache Corona-Infektionen sind selten, aber möglich.

Mehrfache Corona-Infektionen sind selten, aber möglich. Zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte Studie in Dänemark, die nun in der Fachzeitschrift „The Lancet“ vorgestellt wurde. Bei älteren Menschen über 65 Jahren trete eine wiederholte Infektion allerdings häufiger auf als bei jüngeren. Eine Infektion mit dem Coronavirus böte den meisten Menschen in den Folgemonaten Schutz vor einer Neuansteckung.

Diese Erkenntnisse zeigen nach Ansicht der Forscher, dass Maßnahmen zum Schutz älterer Menschen, wie Abstandhalten, auch für diejenigen von grundlegender Bedeutung sind, die bereits Covid-19 gehabt haben. Ihre Analyse lege weiterhin nahe, dass auch Menschen geimpft werden sollten, die sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Auf den natürlichen Schutz lasse sich besonders bei den Älteren nicht vertrauen.

Die Autoren der Studie haben umfangreiche Daten analysiert, die in Dänemark im Rahmen einer nationalen Corona-Teststrategie gesammelt worden sind und die erste und zweite Corona-Welle umspannen. Mehr als vier Millionen Menschen sind 2020 beim nördlichsten deutschen Nachbarn mit kostenlosen PCR-Tests getestet worden; die Ergebnisse machen sich die Dänen auch zu Forschungszwecken zunutze. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Japan lockert

Zeitgleich mit dem Beginn der Kirschblüte hebt die japanische Regierung wie geplant den Corona-Ausnahmezustand im Raum Tokio zum 21. März auf. „Wir bitten unsere Bürger, weiterhin die grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern“, sagt Wirtschaftsminister Yasuhisa Nishimura. Der Ausnahmezustand gilt in der Hauptstadt Tokio und den benachbarten Präfekturen Kanagawa, Chiba und Saitama seit Anfang Januar. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Hausärzte wollen Astrazeneca-Impfstoff rasch in Praxen verabreichen

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will an diesem Donnerstag entscheiden, ob der Astrazeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus weiter verwendet werden soll. Sein Gebrauch war in Deutschland und anderen Ländern nach einigen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen ausgesetzt worden. Wie es nach der Bewertung durch die EMA weiter geht, wollen Bund und Länder am Freitag bei einem „Impfgipfel“ beraten.

Im Fall der Aufhebung des Impfstopps für das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers fordern Hausärzte, das Mittel rasch in ihren Praxen zu verabreichen. „Auch wenn sich zeigt, dass der Impfstoff für die meisten unbedenklich ist, wird es leider nicht gerade leicht werden, das Vertrauen wieder aufzubauen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Dies wird eines enormen Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient bedürfen.“ Im Impfzentrum werde das nicht möglich sein. Quelle: TSP, 18.03.21)


Lieber ins Gartenlokal mit Hygienekonzept als nach Mallorca.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wirbt dafür, Konzepte für Lockerungen der Corona-Auflagen in Modellregionen zu testen. Ein Jahr nach dem ersten Lockdown könne die Politik die Menschen „nicht für weitere Monate in ihre vier Wände verbannen“, sagte Dreyer der „Welt“. „Ich plädiere dafür, dass wir in Modellregionen stärker ausprobieren sollten, welche Möglichkeiten es zusätzlich gibt.“

Vor den nächsten Beratungen von Bund und Ländern am Montag riet Dreyer dazu, auf generelle Schließungen, aber auch auf pauschale Öffnungen zu verzichten. „Wir müssen differenziert vorgehen“, sagte die Ministerpräsidentin. „Denn wir sehen, dass sich Hotspots auch wieder zu Gebieten mit niedrigen Inzidenzen entwickeln können, wenn man konsequent vorgeht. Das macht Mut.“ Deswegen seien Lösungen notwendig, die „nicht nur schwarz/weiß oder auf/zu lauten“.

Dreyer will am Montag nach eigenen Angaben unter anderem über die Außengastronomie sprechen. „Ich will lieber, dass die Menschen bei uns Wandern und mit Abstand und Hygiene in ein Gartenlokal gehen können, statt für die Osterferien nach Mallorca zu fliegen und uns möglicherweise Infektionen einzuschleppen“, sagte die SPD-Politikerin. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Slowakei verlängert Notstand und verbietet Urlaubsreisen

Die slowakische Regierung hat am Mittwoch den schon seit 1. Oktober geltenden Notstand verlängert. Er wäre am Freitag (19. 3.) ausgelaufen, gilt nun aber weitere 40 Tage bis 28. April. Der Notstand erlaubt den Behörden unter anderem die Zwangsrekrutierung und -verlegung von Gesundheitspersonal sowie das Verhängen von Ausgangssperren. Die Opposition warf der Vier-Parteien-Koalition des populistisch-konservativen Ministerpräsidenten Igor Matovic vor, die Notstandsregeln zu missbrauchen, um Proteste zu verbieten.

Zugleich beschloss die Regierung ein Verbot von touristischen Auslandsreisen und verschärfte damit die bestehenden Ausgangsbeschränkungen. Das Kabinett reagierte damit auf Kritik an den bisherigen Notstandsregeln. Diese schränkten zwar die Bewegungsfreiheit im Inland stark ein, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, erlaubten aber Auslandsurlaube. Bei allen sieben bisher in der Slowakei bestätigten Fällen der sogenannten südafrikanischen Variante des Virus handelte es sich um Reiserückkehrer, zum Beispiel aus Tansania.

Die Slowakei verzeichnet seit Wochen mehr Corona-Tote im Verhältnis zur Bevölkerungszahl als jedes andere Land Europas. Die Regierung kann sich aber seit Monaten nicht auf eine klare Strategie zur Pandemiebekämpfung einigen und steht deshalb vor dem Zerfall. Zwei der vier Regierungsparteien drohten ultimativ mit dem Verlassen der Koalition, falls Matovic die Führung der Regierung nicht an einen anderen Politiker übergibt. Meinungsumfragen prophezeien der Koalition im Falle von Neuwahlen eine schwere Niederlage. (Quelle: TSP, 18.03.21)


Aerosol-Experte: Deutschland beim Masken-Tragen „Entwicklungsland“

Deutschland ist nach Einschätzung des Aerosol-Experten Gerhard Scheuch noch ein „Entwicklungsland“ beim Tragen von Masken. Das Mitglied der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) sagte, Mund-Nasen-Masken würden heute durch die Frage charakterisiert, wie gut ihr Material Viren zurückhalten könne. Das sei aber nur ein Parameter – wichtig sei auch der richtige Sitz. Nicht jede Maske passe jedem.

„Weil jedes Gesicht ist ein bisschen anders und Kinder haben kleinere Gesichter als wir Erwachsene. Da kann man nicht einfach so einem kleinen Kind so eine FFP2-Maske für einen Erwachsenen aufs Gesicht drücken. Dann ist das Ganze undicht“, sagte Scheuch bei einer digitalen Podiumsdiskussion. Deutschland sei zu Anfang der Corona-Pandemie noch nicht daran gewöhnt gewesen, mit Masken zu leben.

In ostasiatischen Ländern etwa sei das ganz anders. „Da sind wir halt etwas rückständig“, sagte Scheuch. „Deswegen sind wir da sicherlich Entwicklungsland. Und wir haben da Fehler gemacht.“ Aus seiner Sicht sei es etwa auch problematisch, die FFP2-Masken so zu propagieren, wie es geschehen sei. „Das ist ganz wichtig, dass man eben diese Masken richtig benutzt und nicht nur einfach die Masken ausgibt und den Leuten dann sagt: So, jetzt sieh mal zu, wie du damit zurechtkommst.“ (dpa)


Brasilien-Zahlen

Brasilien meldet 90.303 Neuinfektionen und damit so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Toten stieg um 2648, der zweithöchste Wert nach dem Rekord des Vortages. In dem Land mit 211 Millionen Einwohnern sind damit 11,7 Millionen Infektionen und 284.775 Todesfälle verzeichnet. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


Überblick am Abend

  • In Großbritannien wird die Menge der verfügbaren Impfstoffe ab Ende März aufgrund einer Angebotsreduzierung erheblich reduziert, heißt es in einem Brief an den staatlichen Gesundheitsdienst. Die National Health Service Trusts in England wurden von der Impfstoff-Task Force der britischen Regierung darüber informiert, dass ab dem 29. März „die Impfstoffversorgung erheblich reduziert“ wird, „was bedeutet, dass das Volumen für die ersten Dosen erheblich eingeschränkt wird“. Pfizer Inc teilte daraufhin mit, es sei auf dem richtigen Weg, seine Lieferziele für Covid-19-Impfstoffe in Großbritannien gemäß dem vereinbarten monatlichen Zeitplan zu erreichen.
  • Jen Psaki, Pressesprecherin des Weißen Hauses, sagte, die USA hätten Anfragen nach Covid-19-Impfstoffen aus Mexiko und Kanada erhalten und prüfe diese zunächst  sorgfältig.
  • Mexiko hat 6.455 neue bestätigte Fälle von Coronavirus und 789 zusätzliche Todesfälle registriert, berichtet Reuters. Dies bringt die Gesamtzahl im Land auf 2.175.462 Fälle und 195.908 Todesfälle, wie Daten des Gesundheitsministeriums am Mittwoch zeigten.
  • Der britische Außenminister Dominic Raab sagte am Mittwoch, dass die Drohung der Europäischen Kommission, die Ausfuhr von Covid-19-Impfstoffen zu verbieten, frühere Zusicherungen beeinträchtige. Er fügte hinzu, dass die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sich dazu erklären müsse.
  • Präsident Andrzej Duda hat angesichts der wachsenden Infektionen einen harten neuen landesweiten Lockdown in Polen  angekündigt. Der Gesundheitsminister des Landes sagte, dass Einkaufszentren, Theater, Kinos und Hotels ab Samstag schließen und die Schulen auf Online-Lernen umsteigen müssen.
  • Das Impfstoffsicherheitsgremium der Weltgesundheitsorganisation WHO sagte am Mittwoch, dass es die Vorteile des Impfstoffs AstraZeneca Covid-19 als weit überwiegend ansieht und empfiehlt, die Impfungen fortzusetzen.
  • Norwegen erlebt eine dritte Welle von Coronavirus-Infektionen, sagte Gesundheitsminister Bent Høie am Mittwoch. Ab dem 16. März traten in Oslo und in der gesamten Region Viken strengere Maßnahmen in Kraft, von denen laut Høie etwa 1,2 Millionen Einwohner betroffen sind, in der 82% der Coronavirus-Infektionen des Landes gebündelt sind. (Quelle: The Guardian, 17.03.21)

Tansanias Präsident John Magufuli ist gestorben

Tansanias Vizepräsidentin Samia Sulhu Hassan hat am Mittwoch den Tod von Präsident John Magufuli im staatlichen Fernsehen bekannt gegeben, berichtet die Nachrihtenagentur Reuters.

Oppositionspolitiker sagten Anfang dieser Woche, Magufuli sei an Covid-19 erkrankt und in einem ernsthaften Zustand zur Behandlung ins Ausland geflogen worden. Der Politiker wurde 61 Jahre alt. Er hatte sich in ganz Afrika einen Namen als Corona-Verharmloser gemacht. (Quelle The Guardian, 17.03.21)


Slowakei verlängert Notstand und verbietet Urlaubsreisen

Die slowakische Regierung hat den schon seit 1. Oktober geltenden Notstand verlängert. Er wäre am Freitag ausgelaufen, gilt aber nun weitere 40 Tage bis zum 28. April. Der Notstand erlaubt den Behörden unter anderem die Zwangsrekrutierung und -verlegung von Gesundheitspersonal sowie das Verhängen von Ausgangssperren. Die Opposition warf der Vier-Parteien-Koalition von Ministerpräsident Igor Matovic vor, die Notstandsregeln zu missbrauchen, um Proteste zu verbieten. Zugleich beschloss die Regierung ein Verbot von touristischen Auslandsreisen und verschärfte damit die bestehenden Ausgangsbeschränkungen. Das Kabinett reagierte damit auf Kritik an den bisherigen Notstandsregeln. Diese schränkten zwar die Bewegungsfreiheit im Inland stark ein, erlaubten aber Auslandsurlaube. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


Fußball-Drittligist Hansa Rostock darf auf Zuschauer hoffen

Fußball-Drittligist Hansa Rostock darf trotz bundesweit steigender Corona-Infektionszahlen als erster deutscher Proficlub nach etlichen Monaten wieder auf Fans bei einem Spiel hoffen. „Update zu einer möglichen Zuschauer-Rückkehr: Nach einem guten Gespräch zwischen unserem Vorstandsvorsitzenden, der Stadt und dem Land wird es morgen in Schwerin eine finale Entscheidung geben. Drückt die Daumen!“, twitterte der Verein am Mittwochabend.

Zuvor hatte die Landesregierung schon positive Signale gesendet. Sie werde vorgeschlagen, dass für das Heimspiel von Hansa am Samstag gegen den Halleschen FC 777 Zuschauer im 30.000 Zuschauer fassenden Ostseestadion zugelassen werden. Das hatte das Gesundheitsministerium in Schwerin nach den Beratungen mit Verantwortlichen der Hansestadt und dem Verein mitgeteilt. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Mexiko-Zahlen

Mexiko hat offiziell  6.455 neue bestätigte Fälle von Coronavirus und 789 zusätzliche Todesfälle gemeldet, berichtet Reuters. Dies bringt die Gesamtzahl im Land auf offihiell 2.175.462 Fälle und 195.908 Todesfälle.

Die Regierung sagt, dass die tatsächliche Anzahl infizierter Menschen wahrscheinlich erheblich höher ist als die bestätigten Fälle. (Quelle: The Guardian, 17.03.21)


Kieler Woche auf September verschoben

Wegen der weiterhin angespannten Corona-Lage wird die Kieler Woche erneut von Ende Juni auf September verschoben. „Mit dem Ausbau der Teststrategie und dem Fortschritt bei den Impfungen werden wir im September hoffentlich in einer Situation sein, in der eine Kieler Woche näher am „Original“ möglich sein wird“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Bereits 2020 hatte das Sommerfest erst im September und anders als gewohnt stattgefunden. Die Kieler Woche lebe“«von Spontaneität und besonderen Gemeinschaftserlebnissen“, sagte Kämpfer. Die Stadt könne wegen der Corona-Pandemie aber „auch nicht ausschließen, dass trotz der Verlegung doch noch eine Absage notwendig wird“. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) unterstützte die Entscheidung der Stadt zur Verschiebung. „Die Aussichten auf eine richtige Kieler Woche wachsen mit jedem weiteren Monat“, sagte der Regierungschef. „Dieses tolle Festival wird deshalb im September weit mehr bieten können als im Juni. Die Kieler Woche wird stattfinden. Das ist ein gutes Signal.“
Segelboote sammeln auf der Kieler Förde vor dem HDW-Werftkran. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


MP  Kretschmer: Öffnungsstrategie hat nicht funktioniert

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht keine Chancen für weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen. „Aus meiner Sicht ist der zweite und dritte Schritt vor dem ersten gemacht worden, was sich jetzt in Anbetracht der steigenden Zahlen bestätigt“, sagte Kretschmer der „Leipziger Volkszeitung“. Der öffentliche Druck aus der Bevölkerung und aus den Unternehmen sei zwar „mehr als nachvollziehbar“, die Öffnungsstrategie habe aber nicht funktioniert, zierte ihn das Blatt.

Demzufolge will Kretschmer bei der nächsten Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel darauf dringen, dass alle Bundesländer die Anfang März vereinbarte Notbremse umsetzen und in Corona-Hotspots die Lockerungen wieder zurücknehmen. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


Kreis Grafschaft Bentheim, Emsland, Leer wollen mehr Puffer-Impfstoff

Die Landkreise an der Grenze zu den Niederlanden fordern zusätzliche Impfdosen gegen das Coronavirus. Die Landkreise Grafschaft Bentheim, Emsland und Leer haben sich mit einem „eindringlichen Appell“ an den niedersächsischen Ministerpräsidenten und die Landesgesundheitsministerin gewendet. „Wir stehen vor der Problematik, dass die Inzidenzwerte sich auf der anderen Seite der Grenze auf einem deutlich höheren Niveau als bei uns bewegen.“

Den Landkreisen entlang der Grenze komme eine besondere Pufferfunktion zu, meinten die Landräte. Die Impfungen der Bevölkerung in Regionen mit erhöhten Inzidenzwerten würden sofort verstärkt der Ausbreitung des Virus entgegenwirken. „Ein schnelles und umfangreiches Impfen in den Grenzregionen liegt damit im gesamten Landesinteresse“, betonen die Landräte Uwe Fietzek (Grafschaft Bentheim), Marc-André Burgdorf Emsland) und Matthias Groote (Leer).

Reinhold Hilbers (CDU), niedersächsischer Finanzminister aus der Grafschaft, unterstützt die Landräte bei ihrem Appell: „Die Forderung der Landräte zusätzliche Impfdosen in die Grenzregion zu den Niederlanden – wie die Grafschaft Bentheim – zu liefern, unterstütze ich voll und ganz. Dazu habe ich bereits Gespräche mit meiner Kollegin Sozialministerin aufgenommen. Ich hoffe, dass die besonderen Belange der Grenzregion berücksichtigt werden können.“

Die Landräte verweisen dabei auf die Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder vom 3. März. Dort heißt es unter Ziffer 1:

„Durch den Eintrag aus hochbelasteten ausländischen Regionen sind einige der deutschen Grenzregionen sehr stark betroffen. Um ihnen eine sogenannte Ringimpfung zum Schutz der Bevölkerung und des Landesinneren möglich zu machen, wird die Impfverordnung so geändert, dass innerhalb der Kontingente des jeweiligen Bundeslandes dafür Impfstoffe prioritär genutzt werden können.“

Die Europäische Kommission habe außerdem am 10. März angekündigt, vier Millionen zusätzliche Dosen Impfstoff für den Einsatz in Hotspots, insbesondere Grenzregionen, zur Verfügung zu stellen. Auch die Länder Bayern und Nordrhein-Westfalen hätten jüngst angekündigt, zusätzliche Impfdosen in ihre Grenzregionen zu bringen. „Wir hoffen auf zeitnahe positive Antwort und natürlich auch auf zeitnahe Lieferung“, so die drei Landräte.
(Quelle: GN, 17.03.21)


Osnabrück: Shoppen mit Schnelltest

Die Stadt Osnabrück will ihre Geschäfte öffnen – trotz hoher Inzidenzwerte. Ein Konzept mit Corona-Schnelltests soll das möglich machen. Das Land will solche Lockerungs-Perspektiven prüfen.

Das für Mittwoch geplante Gespräch zwischen Vertretern der Stadt Osnabrück und dem Land Niedersachsen über ein mögliches Öffnen des Einzelhandels ist aber zunächst einmal verschoben worden. Das teilte die Leiterin des Osnabrücker Krisenstabs mit. Die Stadt schlägt vor, dass Menschen mit einem negativen Corona-Schnelltest die Läden betreten dürfen – vorausgesetzt, das Ergebnis ist nicht älter als zwölf Stunden. Auch für den Zoo kann sich die Stadt so eine Öffnung vorstellen. In Osnabrück liegt die Sieben-Tage-Inzidenz seit Freitag über dem Wert von 100, aktuell am Mittwoch sogar bei 152,5.

Die Landesregierung habe die Pläne Osnabrücks und anderer Kommunen mit großem Interesse entgegengenommen, hieß es aus der Staatskanzlei. In der kommenden Woche solle nach den Bund-Länder-Gesprächen, die am Montag stattfinden, über eine Fortschreibung der Corona-Verordnung beraten werden. „Dabei werden auch die Vorschläge aus Osnabrück und anderen Städten konstruktiv geprüft“, so die Staatskanzlei.

„Das ist ein interessanter Ansatz“, sagte auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch im Landtag zu dem Osnabrücker Vorstoß. Laut Vize-Regierungschef Bernd Althusmann (CDU) diskutiere die Koalition eine Öffnungsklausel, die sich auf Schnelltests stützt. Denkbar sei eine Experimentierklausel, so Althusmann.

FDP-Fraktionschef Stefan Birkner der CDU-Abgeordnete Volker Meyer kritisierten ebenfalls das starre Festhalten am Inzidenzwert als Grundlage für Lockerungen. Differenzierte Kriterien seien der richtige Weg, betonte Birkner. Meyer sagte, eine Gesamtbetrachtung könne zu Öffnungsperspektiven führen, damit die Niedersachsen nicht nur auf Mallorca, sondern auch im Harz, der Heide und an der Küste Urlaub machen könnten.

Die kommunalen Spitzenverbände riefen den Ministerpräsidenten zu einem Strategiewechsel in der Corona-Politik auf. Ziel sollten einfache, klare, wirksame und kontrollierbare Einschränkungen statt eines Verordnungswirrwarrs sein, hieß es in einem gemeinsamen Schreiben von Landkreistag, Städtetag und Städte- und Gemeindebund.

Die Gesundheitsministerin hingegen verteidigte im Landtag ihren Corona-Kurs: „Ein anderer Weg ist derzeit nicht möglich“, sagte Daniela Behrens (SPD) und verwies auf die Infektionslage. 80 Prozent der sofort einsetzbaren Intensivbetten seien bereits belegt. „Das Infektionsgeschehen wird nicht besser, weil wir eine andere Zahl zur Grundlage nehmen.“ (Quelle: NDR, 17.03.21)


Größter Impfstoffhersteller warnt vor „Rohmaterial-Nationalismus“

Der Chef des weltgrößten Impfstoffherstellers in Indien ist skeptisch, dass die UN-Impfintiative ihr Ziel zur Verteilung von zwei Milliarden Dosen in diesem Jahr erreichen wird. Es dürfte wohl einige Monate länger dauern, sagte der Chef des Serum Institutes, Adar Poonawalla, in einem Interview mit Bloomberg. Das Serum Institute ist einer der Hauptlieferanten für Covax, eine UN-Initiative, die auch dafür sorgen will, dass arme Länder Corona- Impfstoffe erhalten.

Poonawalla warnte zugleich vor einem „Rohmaterial-Nationalismus“. Den USA warf er vor, unter Anwendung eines Gesetzes aus Kriegszeiten die Ausfuhr von wichtigen Materialien für die Impfstoffproduktion zu untersagen, was die Herstellung der Vakzine im Ausland verlangsamen könnte. Die US-Regierung weist entsprechende Vorwürfe zurück. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Festnahmen bei Corona-Protest in Dublin

Bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen hat die Polizei in Dublin 16 Menschen festgenommen. Dutzende demonstrierten in der irischen Hauptstadt zumeist ohne Mund-Nasen-Masken unter anderem vor dem Gebäude des Senders RTÉ, wie örtliche Medien berichteten. Das waren aber deutlich weniger als die Behörden anlässlich des Feiertags St. Patrick’s Day erwartet hatten. In einem Park versammelten sich zudem mehrere Hundert Kritiker der scharfen Ausgangs- und Kontaktvorschriften. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot von etwa 2500 Sicherheitskräften präsent. Vor einem Monat hatten Protestierende in Dublin sich Handgemenge mit Beamten geliefert und die Polizei mit Feuerwerkskörpern attackiert. In der ganzen Stadt waren Polizisten unterwegs, um die Ausgangsvorschriften zu überwachen. (Quelle: TSP, 17.03.21)


VA Emirate: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung gegen Corona geimpft

In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat mehr als die Hälfte der Einwohner, die für eine Impfung infrage kommen, den Schutz gegen das Coronavirus erhalten. Bei älteren und chronisch kranken Menschen liege die Impfquote inzwischen bei 70 Prozent, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur WAM unter Berufung auf das Gesundheitsministerium am Mittwoch. Knapp sieben Millionen Impfdosen wurden demnach verabreicht.

In den Emiraten leben rund zehn Millionen Menschen. Neben den Staatsbürgern können sich auch ausländische Arbeitsmigranten impfen lassen. Sie machen den überwiegenden Teil der Bevölkerung aus. Kinder, stillende und schwangere Frauen dürfen sich hingegen nicht impfen lassen. Die Corona-Zahlen sind in dem Golfstaat weiterhin hoch. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch rund 2000 neue Fälle.

Spitzenreiter beim Tempo der Corona-Impfungen ist nach Informationen von Oxford-Forschern weiterhin Israel. Die Website „Our World in Data“, einem Projekt der Universität Oxford zusammen mit dem gemeinnützigen Global Change Data Lab, vergleicht verschiedene Staaten nach der Zahl der verabreichten Dosen pro 100 Einwohner. Dabei belegen die Emirate nach Israel Platz zwei, gefolgt von Großbritannien und Chile. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Deutschland: Anteil von Corona-Mutante auf 72 Prozent gestiegen

Die in Großbritannien entdeckte, ansteckendere und wohl auch gefährlichere Corona-Variante B.1.1.7 verdrängt andere Formen des Virus in Deutschland immer mehr. Ihr Anteil betrage inzwischen 72 Prozent, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie werde also inzwischen in etwa drei von vier Proben gefunden.

Vergangene Woche hatte das RKI noch von circa 55 Prozent B.1.1.7-Anteil gesprochen. Zu Beginn der RKI-Erhebung vor rund anderthalb Monaten lag der Anteil der Mutante noch bei sechs Prozent. Die rasche Zunahme war nach den Erfahrungen anderer Länder befürchtet worden. Aufgrund des nun hohen Anteils von B.1.1.7 sei weiter mit einem exponentiellen Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland zu rechnen, hieß es im RKI-Bericht. Der Anteil von 72 Prozent bezieht sich auf Nachtestungen mehrerer Laborverbünde auf

Unter anderem weil nicht alle auf Sars-CoV-2 testenden Labore teilnehmen und nur eine Teilmenge der positiven Proben untersucht wird, sei der Wert nicht sicher verallgemeinerbar, schränkt das RKI ein. Der Bericht stützt sich noch auf weitere Datenquellen: Blickt man zum Beispiel auf komplette Erbgutanalysen, die seltener durchgeführt werden, aber als eindeutiger Nachweis gelten, hat B.1.1.7 einen Anteil von rund 48 Prozent an den untersuchten Proben. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


Vewaltungsgericht Hamburg: Sonnenstudio darf öffnen

Das Verwaltungsgericht Hamburg erlaubt die Öffnung von Sonnenstudios unter Auflagen. Es habe dem Eilantrag einer Betreiberin teilweise stattgegeben, teilt der Senat mit. Zwar diene das in der Eindämmungsverordnung festgeschriebene Öffnungsverbot dem Zweck, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. „Es sei jedoch nicht ersichtlich, dass der durch das Verbot erfolgende Eingriff in die Berufsfreiheit der Antragstellerin derzeit erforderlich sei“, hieß es. Die Betreiberin dürfe ihr Studio öffnen „unter Beachtung strenger Auflagen, die über das Maß der für andere Dienstleistungen mit Körperkontakt geltenden Einschränkungen hinausgehen“. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


Niedersachsen startet Selbsttests an Schulen

Von Montag an sollen sich in Niedersachsen Schülerinnen und Schüler sowie Schulbeschäftigte selbst auf das Coronavirus testen können. Bis zum Donnerstag (18. März) sollen dazu die ersten 400.000 Testkits überwiegend an Schulen in Südniedersachsen ausgeliefert werden, teilte das Kultusministerium mit. Bis zu 1,2 Millionen Selbsttests sollten dann insgesamt in der kommenden Woche an die Schulen weitergeleitet werden, sofern die Lieferanten die Termine einhalten können.

In einer Erprobungswoche vor Ostern sollten sich Schülerinnen und Schüler unter pädagogischer Anleitung freiwillig testen können, hieß es. Dafür müssten auch entsprechende Einwilligungserklärungen vorliegen. Für Grundschulkinder sollten die Tests nicht in der Schule, sondern zu Hause stattfinden. Ein Informationspaket sei bereits an alle rund 3.000 niedersächsischen Schulen gegangen.

„Selbsttests sind eine Säule im Konzept, wieder mehr Normalität in Schule zulassen zu können“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Nach dem Ende der Osterferien soll es den Angaben zufolge Selbsttestungen für Schülerinnen und Schüler und an Schulen tätigen Personen regelmäßig einmal pro Woche kostenlos geben. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


WHO empfiehlt vorerst weiter Astrazeneca-Impfungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt vorerst weiter den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. „Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen“, teilte die Organisation am Mittwoch in Genf mit.

Astrazeneca ist der bislang wichtigste Impfstoff, auf den auch die gemeinsame Impfinitiative Covax unter dem Dach der WHO setzt. Sie hilft dabei, Länder in aller Welt mit Impfstoff zu versorgen.

Deutschland und zahlreiche andere Staaten haben die Impfung mit dem Astrazeneca-Stoff vorerst ausgesetzt, weil mehrere Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden.

Die WHO betont jetzt, dass eine Impfung gegen Covid-19 keine Krankheiten oder Todesfälle durch andere Ursachen reduziere. Thrombosen (Blutgerinnsel) passierten häufig. „Venöse Thromboembolien gehören zu den häufigsten Herz-Kreislauferkrankungen weltweit“, so die WHO.

Es sei Routine, mögliche Zwischenfälle bei Impfkampagnen zu registrieren und zu untersuchen. Das zeige, dass die Überwachungssysteme funktionierten. Zwischenfälle in zeitlicher Nähe zu einer Impfung bedeuteten aber nicht zwangsläufig, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen beidem bestehe.

Die WHO sei in ständigem Kontakt mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und andere Regulierungsbehörden über die Sicherheit von Covid-19-Impfstoffen. Der Impfrat, der die WHO zu Impfstoffsicherheit berät, prüfe zurzeit alle vorhandenen Studien und Angaben. Sobald dies abgeschlossen sei, werde die WHO erneut informieren.

Kate O’Brien, Leiterin der Impfabteilung bei der WHO, sagte, wenn Impfstoffe eine Notfallzulassung der WHO hätten, heiße dies, sie erfüllen alle gängigen Standards zur Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität. Astrazeneca hat neben dem Impfstoff von Biontech/Pfizer eine Notfallzulassung. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Inzidenz bei 400 – Frankreich will Maßnahmen im Großraum Paris verschärfen

Die französische Regierung will die Maßnahmen im Großraum Paris verschärfen. Auch in der Region Hauts-de-France nördlich der Hauptstadt seien „zusätzliche Maßnahmen“ geplant, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einem Kabinettstreffen unter Leitung von Präsident Emmanuel Macron. Im Gespräch sind verschärfte Ausgangsbeschränkungen. Die Details will Regierungschef Jean Castex am Donnerstagabend um 18.00 Uhr bei einer Pressekonferenz erläutern.

Die Hauptstadtregion Ile de France mit rund zwölf Millionen Einwohnern ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Deshalb lehnte Präsident Macron nach Einschätzung von Beobachtern bisher verschärfte Maßnahmen ab.

Nun aber schlagen viele Krankenhäuser wegen Überbelegung der Intensivstationen Alarm. Die Inzidenz ist im Pariser Großraum über die Marke von 400 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen, fast das Doppelte des landesweiten Schnitts. Macron wollte am Mittwochnachmittag kurzfristig ein Krankenhaus im Pariser Vorort Poissy besuchen.

An der Côte d’Azur und am Ärmelkanal hatte die Regierung in den vergangenen Wochen bereits Ausgangsbeschränkungen an Wochenenden verhängt, ähnliches könnte nun auch im Großraum Paris kommen. Derzeit sind die meisten Geschäfte und Schulen in Frankreich offen. Landesweit gilt aber eine nächtliche Sperrstunde ab 18.00 Uhr. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Uganda startet Schnelltest

Uganda startete am Mittwoch einen schnellen Covid-19-Antikörpertest, der teilweise von Frankreich finanziert wurde und von Entwicklern in Afrika südlich der Sahara vermarktet werden soll, wo die für umfangreiche Coronavirus-Tests erforderliche Laborinfrastruktur dünn ist.

Der Test, bei dem ein Fingerabdruck erforderlich ist, um Blut zu entnehmen, wurde von einem Team in Makerere, Ugandas ältester öffentlicher Universität, mit teilweiser Finanzierung durch die französische Botschaft entwickelt. Das ostafrikanische Land verfügt über langjährige Erfahrung mit Infektionskrankheiten wie HIV und Ebola, auf die es zurückgegriffen hat, um diagnostisches Fachwissen zu entwickeln.

„Dies ist ein Point-of-Care-Test, der in äquatorialen afrikanischen Dörfern, abgelegenen Gebieten, in denen es kein Labor, keinen Strom und keinen Experten gibt, verwendet werden kann“, sagte Misaki Wayengera, ein Forscher an der Abteilung für Pathologie von Makerere.

Die Kits erkennen zwei Antikörper, Immunglobulin M (IgM) und Immunglobulin G (IgG), die ausgelöst werden, wenn jemand mit Coronavirus infiziert ist. Die Uni in Makerere hat sich mit der lokalen Firma Astel Diagnostics Uganda, einem von der Weltgesundheitsorganisation zertifizierten Hersteller, zusammengetan, um eine erste Charge von 2.400 Tests durchzuführen. Wayengera sagte, sie seien in Gesprächen mit größeren Investoren über eine größere kommerzielle Produktion.

Das Kit, das von Ugandas staatlicher National Drugs Authority genehmigt wurde, hat eine Genauigkeitsrate von 70%, sagte er, aber die Forscher hoffen, diese letztendlich auf 90% zu erhöhen.

Obwohl Schnelltests als Schlüssel zur Bekämpfung von Covid-19 angesehen werden, haben arme Länder wie Uganda Schwierigkeiten, ein billiges und leicht verfügbares Point-of-Care-Diagnosewerkzeug für Massentests zu finden. Der Covid-19-Ausbruch in Uganda wurde mit insgesamt nur etwa 40.600 Fällen und 334 Todesfällen relativ mild gehalten. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Sieben Corona-Fälle im deutschen Leichtathletik-Team nach Hallen-EM

Im deutschen Leichtathletik-Team hat es nach der Rückkehr von der Hallen-Europameisterschaft im polnischen Torun sieben Corona-Fälle gegeben. Dies bestätigte das medizinische Kompetenzteam unter der Leitung des Verbandsarztes des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in einer Mitteilung. Es seien umfassende Maßnahmen eingeleitet worden, die Gesundheitsämter informiert und weitere Tests nach einem definierten Schema angeordnet worden.

Alle 48 Starter und 19 Betreuer, die vom 4. bis 7. März bei der Hallen-EM waren, wurden laut DLV über die Situation informiert. „Mittlerweile sind uns sieben positive Fälle bekannt. Wen es genau betrifft, unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht“, sagte DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska. „Die positiven Testergebnisse stammen ausschließlich von Corona-Nachkontrollen in Deutschland“. Die Testresultate des deutschen Teams vor der Anreise nach Polen, die beim Check-In in Torun und vor der Abreise aus Torun seien negativ gewesen.
(Quelle: TSP, 17.03.21)


Polen verhängt landesweiten Lockdown

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen verhängt Polen einen landesweiten Lockdown. Von Samstag an müssen Einkaufszentren, Hotels, Theater und Kinos wieder schließen, wie Gesundheitsminister Adam Niedzielski auf einer Pressekonferenz mitteilte. Das Land hat laut Angaben des Ministeriums mit 25.052 aktuellen Corona-Fällen die bislang höchste Tages-Fallzahl im laufenden Jahr erreicht. (Quelle: ARD, 17.03.21)


Grafschaft Bentheim

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim hat am Mittwoch die kritische 100-Marke überschritten. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes liegt der Wert bei 104,3 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner. Liegt der Wert einer Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, werden zuletzt eingeführte Lockerungen teilweise aufgehoben und die Maßnahmen auf Stand vor dem 8. März gesetzt. Es ist bislang der erste Tag mit einer Inzidenz von mehr als 100, seit Einführung dieser Regelung durch Bund und Länder.

In elf Regionen lag der Sieben-Tage-Wert über der Marke von 100, die entscheidend ist für Lockerungen. Am höchsten ist die Inzidenz weiterhin in der Stadt Salzgitter (219,6), gefolgt vom Landkreis Cloppenburg (155,8), der Stadt Osnabrück (152,5), den Landkreisen Peine (143,2) und Vechta (128,1), der Region Hannover (116,1) sowie den Landkreisen Leer (113,6), Celle (111,7), Wesermarsch, Holzminden (beide 105,0) und der Grafschaft mit 104,3.

Die Grafschafter Kreisverwaltung zählte am Mittwoch 33 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Fälle liegt damit bei 3.856, als genesen gelten 3.536 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich 563 Personen (Dienstag 496). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 104. Das vergleichsweise hohe Infektionsgeschehen in Schüttorf lässt sich laut Landkreis-Angaben nicht auf einen konkreten Hotspot zurückführen. Ferner musste am Dienstag eine Kita in Neuenhaus aufgrund von mehreren Corona-Fällen schließen.

Das Kreishaus meldet am Mittwoch 216 aktuell Infizierte (Dienstag 200), 55 davon in Nordhorn (+9). (Quelle: GN, 17.03.21)


EU-Binnenmarktkommissar schlägt Produktionshilfe für Sputnik V vor

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton hat Hilfe für die Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik V ins Spiel gebracht. „Sputnik ist wahrscheinlich ein gutes Vakzin, weil die Russen gute Wissenschaftler sind“, sagte Breton bei einer Pressekonferenz. Er habe keine Gründe, daran zu zweifeln. Die Kapazitäten in der EU würden derzeit genutzt, um genehmigte Impfstoffe zu produzieren. „Auf die eine oder andere Weise sollten wir wohl auch Russland helfen“, sagte er. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


Maas hält Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer „für alles andere als falsch“

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat sich offen gezeigt für eine Corona-Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer. Er halte diese „Idee für alles andere als falsch“, sagte Maas am Mittwoch. „Die Tatsache, dass rückkehrende Touristen getestet werden, liegt im Interesse aller.“ Das Robert Koch-Institut stuft das bei deutschen Touristen beliebte Mallorca seit kurzem nicht mehr als Risikogebiet ein, die Buchungszahlungen schnellten danach gerade für die Osterzeit in die Höhe.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) appellierte deshalb an die Bundesregierung, eine Testpflicht einzuführen. Maas rief Reiselustige in Deutschland zu Verantwortungsbewusstsein auf. Das Aufheben einer Reisewarnung sei nicht „gleichbedeutend mit einer Einladung, irgendwohin zu fahren“. „Jeder ist nach wie vor dazu aufgerufen, seinen Teil dazu beizutragen, dass wir uns nicht in eine exponentielle Entwicklung begeben“, sagte Maas.

„Natürlich gehört das Reisen auch zu den Tatbeständen, die die Kontakte vervielfachen. Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger damit sehr verantwortlich umgehen.“ Maas verteidigte zudem die Aufhebung der Reisewarnung als „zwangsläufig“. Die Definition von Risikogebieten oder Hochrisikogebieten sei durch feststehende Kriterien vorgegeben. Der Inzidenzwert auf Mallorca liege deutlich unter diesen Kriterien. (Foto: CC s. Archiv v. 22..4.20; Quelle: TSP, 17.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch, 17. März, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.120 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 26 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.646. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 178.376 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 81,0 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 79,3). (Quelle: NDR, 17.03.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 17.03.2021, 08:00 Uhr

Gemeldet wurden heute 69 Neuinfektionen durch die Kreisverwaltung und kein weiterer CoViD-19-Todesfall. Damit kam es nicht a zu dem befürchteten Anstieg auf >100. Die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn betrug  8.419 (+69). Gleichzeitig hat sich die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.754 Personen (+43 ) erhöht. In der Summe sind im Emsland folglich akut 521 (+16) Menschen an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen beträgt 1.431 (+51) Menschen.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Emsland laut NLGA aktuell bei 99,1. Das überzeugt nicht, weil sich nach nach den Zahlen des Landkreises 343 Menschen in 7 Tagen neuinfiziert haben; das Land legt seiner Inzidenzberechnung aber nur 324 aus dem Emland gemeldete Neuerkrankungen binnen 7 Tagen zugrunde. Bei 343 Neuinfizierten läge die 7-Tage-Inzidenz bei 104,9.  In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert aktuell bei 104,3 (+142 Neuinfektionen in 7 Tagen).  Der Landeswert liegt übrigens bei 81,0.

Laut DIVI-Zahlen in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell 10 (+2) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 6 (+2) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim werden auch heute nur zwei CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt (+1).

In der Stadt Lingen (Ems) gab es keine Neuinfektionen, es bleibt bei 1.020 Menschen an CoviD-19 erkrankt (+7); das sind heute 31 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 56,5). 966 (+5) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 38 (+25) akut Erkrankten.


Wegen Corona wieder dicht: Zoo Osnabrück bangt um Existenz

Auch der Osnabrücker Zoo muss wegen der noch immer hohen Corona-Inzidenz in der Stadt ab Mittwoch wieder seine Pforten zumachen. Und das nach nur einer Woche. Langsam gehe es auch ums wirtschaftliche Überleben, sagte der Präsident der Osnabrücker Zoogesellschaft, Fritz Brickwedde, laut NDR 1 Niedersachsen. Mit den Osterferien beginne eigentlich die besucherstärkste Zeit; dann würden auch Verluste aus dem Winter ausgeglichen und Rücklagen geschaffen. Derzeit sei der Zoo aber erneut auf Spenden angewiesen, um seine Kosten zu decken, so Brickwedde. (Quelle: NDR, 17.03.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 13.435 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Das sind deutlich mehr als die 9.146 Neuinfektionen, die vor genau einer Woche gemeldet worden waren. Damals hatten zwar die Angaben aus Hamburg gefehlt, diese bewegen sich pro Tag im dreistelligen Bereich. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) stieg wieder deutlich an: Sie lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 86,2 und damit höher als am Vortag (83,7). Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 249 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es – ohne die Daten aus Hamburg – 300 gewesen.

Vor vier Wochen, am 17. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 57,0 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stieg sie jedoch wieder an, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 1,06 (Vortag 1,15). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 17.03.21)


Dehoga kritisiert Bund

Die Kritik an der Tourismuspolitik der Bundesregierung reißt nicht ab, seit insbesondere die Balearen nicht mehr als Risikogebiet gelten und viele Auflagen für Urlaubsrückkehrer aufgegeben wurden. „Es ist für keinen Hotelier nachvollziehbar, warum man auf Mallorca Urlaub machen darf, aber nicht an der Ostsee oder Nordsee. Das kann niemand verstehen – und ich kann es auch niemandem erklären“, sagt die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch an der deutschen Küste gebe es zum Teil niedrige Inzidenzwerte. Die Branche habe keine Öffnungsperspektive bekommen, obwohl Hotels nicht als Pandemie-Treiber gelten. Die Wut, Verzweiflung und Existenzängste in der Hotellerie und Gastronomie wachsen nach ihren Worten „dramatisch“. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


Bund lehnt finanziellen Corona-Ausgleich für Kommunen für 2021 ab

Zwischen Bund und Kommunen bahnt sich ein harter Streit über einen Ausgleich für die in der Corona-Krise wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen an.

Nach einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion, lehnt der Bund einen erneuten Gewerbesteuerausgleich wie für das Jahr 2020 ab, wie die Zeitung „Augsburger Allgemeine“ unter Berufung auf das ihr vorliegende Schreiben berichtet. Der Ausgleich der Gewerbesteuermindereinahmen im vergangenen Jahr sei nur auf einer einmaligen Ausnahmeregelung im Grundgesetz erfolgt, heißt es. (Quelle: Tagesschau, 17.03.21)


Brasilien: Pandemie außer Kontrolle

Brasilien hat so viele Corona-Tote an einem Tag registriert wie nie zuvor. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Dienstagabend (Ortszeit) 2841 Covid-19-Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden. In der vergangenen Woche wurden erstmals mehr als 2.000 Corona-Tote an einem Tag erfasst.

Insgesamt sind damit in Brasilien 282.127 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 83.962 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 11,6 Millionen stieg. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland. „Pandemie außer Kontrolle“, schrieb das Nachrichtenportal „G1“. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Basketballerin Sabally hatte Corona-Infektion: „Echt umgehauen“

Die deutsche Basketball-Nationalspielerin Satou Sabally hat eine Corona-Infektion überstanden und spürt die Nachwirkungen noch immer. „Ich hatte Corona vor zwei Monaten oder so und ich habe keine Antikörper, ich könnte es wieder kriegen“, sagte die 22-Jährige im Podcast „Wunderbar Together“. Sie sei richtig krank gewesen. „Das hat mich echt umgehauen. Das war nicht normal.“

Sabally steht in der WNBA bei den Dallas Wings unter Vertrag und spielt in der Saisonpause der US-Liga derzeit in der Türkei für Fenerbahçe in Istanbul. Sie warnte vor einem leichtfertigen Umgang mit Corona. „Ich habe wirklich bis zu eineinhalb Monate damit gestruggelt, wach zu bleiben und im Training Energie zu haben. Und Husten. Ich hatte richtig lange Husten“, sagte sie in dem am Wochenende aufgezeichneten Gespräch. „Selbst jetzt noch habe ich immer noch an meiner Kondition zu arbeiten. Ich würde jedem raten, das ernst zu nehmen, vor allem Sportlern und Sportlerinnen. Ich weiß, wir denken halt immer, dass wir ein bisschen unantastbar sind und starke Körper haben.“

Infiziert habe sie sich durch ein Liga-Spiel in der Türkei. „Die anderen Leute waren negativ, als sie getestet worden sind und dann positiv nach unserem Spiel. Vier Tage oder fünf Tage danach waren wir alle krank. Das war schrecklich“, sagte sie. „Es war echt richtig krass. Von zwölf Leuten sind acht krank geworden und dann haben wir unsere zweite Mannschaft angesteckt, als wir wieder zurück sind“, berichtete Sabally. „Dann gab es die Nationalmannschaftspause, wo zwei Wochen sowieso Stopp war. Danach wurde wieder weitergespielt.“ (Foto: Pixabay, Quelle: TSP, 17.03.21)


Bund und Länder beraten über mögliche „Nachhilfe-Milliarde“

Wegen des massiven Schulausfalls in der Corona-Krise planen Bund und Länder ein umfangreiches Programm für Schüler, um entstandene Lernrückstände aufzuholen. Entsprechende Gespräche darüber laufen bereits länger, nach Angaben von Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) haben sich die SPD-geführten Bundesländer nun aber auf konkrete Eckpunkte verständigt.

„Die Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr fast die halbe Zeit die Schule nicht besuchen können. Wir sind uns angesichts des Ausfalls einig, dass gehandelt werden muss, damit keiner den Anschluss verliert“, sagte Rabe der Deutschen Presse-Agentur. Seinen Angaben zufolge könnte das Förderprogramm einen Umfang von einer Milliarde Euro haben. Das sei zumindest die „Arbeitshypothese“ zwischen Bund und Ländern. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Trump ruft Anhänger zu Corona-Impfung auf

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat seine Anhänger aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Er würde die Impfung empfehlen, sagte Trump am Dienstag dem Sender Fox News. „Ich würde sie vielen Leuten empfehlen, die sie nicht wollen, und viele dieser Leute haben offen gesagt für mich gestimmt.“ Der Impfstoff sei „großartig“ und „sicher“, betonte Trump.

Anders als die anderen noch lebenden Ex-US-Präsidenten hatte sich Trump bislang eher verhalten für die Impfkampagne ausgesprochen. Laut Umfragen sind aber besonders männliche Republikaner skeptisch gegenüber Corona-Impfungen. Die USA sind das weltweit am stärksten von der Pandemie betroffene Land. (Quelle: TSP, 17.03.21)


Drosten: „Wir brauchen diese Impfung“

Virologe Christian Drosten hat sich in seinem Podcast besorgt über eine dritte Corona-Welle gezeigt. Besonders die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 beschäftigt den Hochschullehrer an der Pariser Charité – ebenso wie die Entwicklungen um Astrazeneca.

Angesichts der beginnenden dritten Corona-Welle in Deutschland bedauert der Virologe Christian Drosten die Entwicklungen um Astrazeneca mit ausgesetzten Impfungen und knapperen Liefermengen. Im Moment solle man vor allem daran denken, „dass wir diese Impfung brauchen“, betonte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ (bei NDR-Info).

Die epidemiologische Lage sei momentan nicht gut in Deutschland. Die ansteckendere Virusvariante B117 nehme immer mehr überhand, ihr Anteil betrage inzwischen drei Viertel.

„Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum“, sagte der Virologe, auch mit Blick auf düstere Prognosen des Robert Koch-Instituts (RKI) von vor einigen Tagen zu einem befürchteten starken Anstieg der Neuinfektionszahlen. Die Situation werde sich dann im weiteren Verlauf „drastisch erschweren“ wegen der Mutante, erwartet Drosten. Besonders „brenzlig“ werde es für die weitestgehend noch ungeimpften Jahrgänge ab 50 Jahre. Diese Warnung hatte Drosten auch zuvor schon geäußert.

In Deutschland hatte das für die Impfstoffsicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca empfohlen. Nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium wurden in Deutschland bis Dienstagabend insgesamt acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet. Die Zahl der Fälle ist demnach statistisch signifikant höher als in der Bevölkerung ohne Impfung.

Vor einigen Tagen hatte Astrazeneca eine drastische Kürzung seiner Lieferungen in die Europäische Union angekündigt. Man beabsichtige, im ersten Halbjahr 100 Millionen Dosen in die EU-Staaten zu liefern, hieß es. Zuletzt war der Konzern noch von 220 Millionen Dosen bis zur Jahresmitte ausgegangen.

Über die Häufung der seltenen Thrombosen innerhalb kurzer Zeit sagte Drosten, das müsse man „natürlich ernst nehmen und anschauen“. Dazu gehöre unter anderem auch die Suche nach möglichen anderen Ursachen. Er wolle die Entscheidung nicht bewerten und habe auch keine Hintergrundinformationen, sagte Drosten. (Quelle: t-online.de, 16.03.21)


AstraZeneca: Erste EMA-Äußerungen sind „ermutigend“

Frankreich und Italien halten die ersten Äußerungen der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zum Astra-Zeneca-Impfstoff nach Angaben aus Paris für „ermutigend“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Premier Mario Draghi seien bereit, die Impfkampagnen mit dem Astrazeneca-Impfstoff sehr schnell wieder aufzunehmen, falls die zusätzliche Überprüfung durch die EMA positiv ausfalle, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Mitteilung nach einem Gespräch der Beiden, das der Élyséepalast in Paris verbreitete. Der Impfstopp sei eine „vorübergehende Vorsichtsmaßnahme“. Am Dienstagabend verkündete die EMA, dass sie mit den Untersuchungen weiter vorangeschritten sei und bestätigte ein Ergebnis für kommenden Donnerstag.

Nach dem Stopp der Corona-Impfungen mit dem Astra-Zeneca-Vakzin rechnet Italien vorerst trotzdem mit einer Verlangsamung in seiner Impfkampagne. Wie es aus Regierungskreisen am Dienstagabend hieß, gehe das Team um den Kommissar für den Corona-Notfall, Francesco Paolo Figliuolo, von rund 200.000 weniger Impfungen aus. Dabei wurde angenommen, dass die Verabreichung über insgesamt vier Tage ausgesetzt werde, hieß es weiter. (Quelle: FAZ, 16.03.21)


Überblick am Abend

  • Das schwedische Gesundheitsamt hat mitgeteilt, die Impfungen gegen Covid-19 mit dem Impfstoff von AstraZeneca erst einmal unterbrochen zu haben. Auch das lettische Gesundheitsamt kündigte am Dienstag eine „vorübergehende Aussetzung“ der Anwendung des AstraZeneca-Impfstoffs für bis zu zwei Wochen an.
  • In Frankreich hat der Chef des französischen Impfprogramms, Alain Fischer, mitgeteilt, die Entscheidung mehrerer EU-Länder, die Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff auszusetzen, sei eher auf die ungewöhnliche Art der gemeldeten Nebenwirkungen als auf deren Anzahl zurückzuführen.
  • Island will ab Donnerstag allen Besuchern, die einen Impfnachweis gegen Covid haben, Zutritt gewähren, teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit. Diese Änderung macht das nordische Land zu einer der ersten europäischen Nationen, die ihre Grenzen über den Schengen-Raum hinaus öffnen.
  • Der frühere britische Premierminister Tony Blair forderte die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, dafür zu sorgen, dass bahnbrechende künftige Impfstoffe keinen restriktiven Gesetzen zum Schutz des geistigen Eigentums unterliegen.
  • Laut einer AFP-Bilanz lag die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 in ganz Europa bei über 900.000. Von Januar bis Dezember 2020 gab es in den EU- und EFTA-Ländern mehr als 530.000 zusätzliche Todesfälle, verglichen mit der durchschnittlichen Zahl der Todesfälle im gleichen Zeitraum zwischen 2016 und 2019.
  • In Deutschland und Italien herrscht Durcheinander und Verwirrung, nachdem die Länder beschlossen haben, die Verwendung des Oxford-AstraZeneca Impfstoffs erst einmal zu stoppen. Impfzentren schlossen ihre Türen und Termine wurden abrupt abgesagt.
  • Die Zahl der Neuinfektionen mit Coronaviren in den Niederlanden stieg in den letzten sieben Tagen um 24%. Dies ist der größte wöchentliche Sprung seit Mitte Dezember, teilten die niederländischen Gesundheitsbehörden mit.
  • Restaurant- und Hotelmitarbeiter stellten Tische und Betten auf öffentlichen Plätzen in ganz Litauen auf und forderten die Regierung auf, die von der Pandemie betroffene Hotellerie stärker zu unterstützen (Quelle: The Guardian, 16.03.21)

Impfgipfel am Freitag?

Der kurzfristig abgesagte Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird wohl noch in dieser Woche nachgeholt. Die Telefonkonferenz mit den Regierungschefs der Bundesländer werde zeitnah stattfinden – „möglicherweise schon am Freitag“, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dann dürfte auch die Einschätzung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zur Sicherheit des Impfstoffs von Astrazeneca vorliegen. (Quelle: FAZ, 16.03.21)


Sachsen erleichtert die Einreiseregeln für Menschen aus Tschechien

Der Freistaat folge damit den Vorgaben des Bundes und den aktuellen Regeln in Bayern, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in Dresden. Sie machte zugleich deutlich, dass sie angesichts der neuen Regeln Bedenken wegen steigender Infektionszahlen gerade in den Grenzregionen hat. Voraussetzung ist allerdings ein täglicher negativer Corona-Test, der ab Mittwoch Pflicht ist. Arbeitgeber müssen die Tests zur Verfügung stellen.

Die neue Quarantäne-Verordnung sieht vor, dass mehr Menschen aus Tschechien nach Sachsen reisen können, ohne sich in Quarantäne zu begeben. Das gilt nicht mehr nur etwa für Beschäftigte im Gesundheitswesen, sondern für alle, die zur „Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe unabdingbar“ sind. Das ist durch eine amtliche Bescheinigung nachzuweisen. Nun dürfen etwa Lehrer und pädagogische Fachkräfte in Kitas ohne Quarantäne einreisen, ab 20. März Schüler und Kita-Kinder. Letztere müssen sich nicht testen lassen. Auch für Familien wird der Grenzübertritt erleichtert. (Quelle: FAZ, 16.03.21)


Ab April: Johnson & Johnson produziert in Dessau

Die Produktion des Corona-Impfstoffs vom amerikanischen Pharmakonzern Johnson & Johnson in Dessau soll im April beginnen. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits, sagte ein Sprecher der Firma IDT Biologika am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Es werde drei bis vier Wochen dauern, bis IDT in der Stadt in Sachsen-Anhalt die ersten Ampullen mit dem Impfstoff befüllen könne. IDT hatte die Kooperation am Montag angekündigt. Die Firma soll das Präparat in Dessau in Ampullen abfüllen und verpacken.

Entwickelt wurde der Impfstoff von der Johnson-&-Johnson-Tochter Janssen. Die belgische Firma bestätigte die Kooperation mit IDT am Dienstag, wollte aber keine Details zum Zeitplan und den Produktionsmengen mitteilen. Die Firma habe ein globales Netz an Produktionsstätten aufgebaut, um den Impfstoff möglichst schnell weltweit anbieten zu können, sagte eine Sprecherin der dpa.

Dessau und IDT spielen damit bereits beim zweiten von derzeit vier in der EU zugelassenen Impfstoffen eine wichtige Rolle: Der britisch-schwedische Impfstoffhersteller Astra-Zeneca baut derzeit mit IDT eine Anlage mit Bioreaktoren auf, in denen ab kommendem Jahr monatlich mehrere Millionen Impfdosen abgefüllt werden sollen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist der vierte Corona-Impfstoff, den die EU zugelassen hat. Anders als die Wirkstoffe von Moderna, Astra-Zeneca und Biontech muss er für den vollen Impfschutz nur einmal verabreicht werden. (Quelle: FAZ, 16.03.21)


Erste US-Bundesstaaten impfen ab 16 Jahre

Nach dem amerikanischen Bundesstaat Alaska dürfen sich seit Dienstag auch in Mississippi alle Bewohner ab 16 Jahren gegen Corona impfen lassen. Der Bundesstaat Ohio wiederum kündigte an, dies ab der letzten Märzwoche zu ermöglichen. „Es ist ein moralischer Imperativ, so schnell wie möglich alle Bürger Ohios zu impfen, die geimpft werden wollen“, erklärte Gouverneur Mike DeWine am Dienstag über Twitter. Die Impfstoff-Lieferungen stiegen nun rasant und nachhaltig an, schrieb er. In Ohio leben rund 12 Millionen Menschen.

Ohio Vaccine Eligibility Update https://t.co/DMf31Btmdb

— Fulton Co Health Dep (@FCHDOhio) March 16, 2021

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Kinderärzte gegen Selbsttests

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in NRW (BVKJ) hat sich gegen Selbsttests von Schülern im Klassenzimmer ausgesprochen. „Viele Kinder sind damit überfordert – und die Fehleranfälligkeit dieser Tests ist ohnehin groß“, sagte die Landesvorsitzende Christiane Thiele der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ laut Vorabmeldung. Thiele forderte stattdessen, in den Schulen das geschulte Personal einzusetzen, das zurzeit bereits auch Lehrer zweimal wöchentlich teste. Auch könne die Bundeswehr zur Unterstützung der Schulen herangezogen werden, um die Schüler vor Unterrichtsbeginn zu testen. Am sinnvollsten sei es, die Kinder täglich zu testen, so Thiele.

Das NRW-Schulministerium hatte angekündigt, dass bis zu den Osterferien nur ein Selbsttest pro Schüler ausgeliefert wird. Der freiwillige Test soll zu Beginn des Unterrichts im Klassenzimmer gemacht werden. (Quelle: FAZ, 16.03.21)


Niedersachsen: OVG hält Ladenschließungen

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat in zwei Eilbeschlüssen Anträge von Geschäftsbetreibern abgelehnt: Sie wollten ihre Baumärkte (Az.: 13 MN 70/21) sowie von Bekleidungsgeschäften (Az.: 13 MN 103/21)  wieder öffnen.

Das Gericht in Lüneburg erklärte die grundsätzliche Schließung für rechtens. Die Beschlüsse sind nicht anfechtbar. Aus Sicht der Antragsteller – einer Baumarktkette und der Betreiberin mehrerer Modeläden – ist die pauschale Schließung unverhältnismäßig, auch unter Berücksichtigung der Ausnahmen wie Termin-Shopping und Außer-Haus-Verkauf. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Verkaufsflächen sei das Infektionsrisiko gering. Durch Hygienekonzepte werde es zudem weiter reduziert.

Nach Auffassung der Richter überwiegt jedoch derzeit noch das Interesse an der Vermeidung von Infektions-, Erkrankungs- und Todesfällen. Die Öffnung der Geschäfte könnte diese Risiken demnach erhöhen, ebenso wie die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems. Die Corona-Verordnung des Landes sei darüber hinaus zeitlich befristet. Das stelle sicher, dass sie fortlaufend an aktuelle Entwicklungen der Pandemie angepasst werden müsse.

Auch ein Antrag, der die Vermietung einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses zu touristischen Zwecken betraf, scheiterte vor dem OVG. Dieser Beschluss fiel am 10. März und ist nach Angaben des Gerichts ebenfalls unanfechtbar. Neu eingegangen sind zum Wochenanfang Anträge auf Öffnung von Hotels und Restaurants. (Quelle: NDR, 16.ß3.21)


EMA’s safety committee (#PRAC) has made further progress on the investigation of #COVID19vaccine AstraZeneca and thromboembolic events. It will conclude and issue any necessary recommendations for further action on Thursday, 18 March. https://t.co/oE5U9eMwCt

— EU Medicines Agency (@EMA_News) March 16, 2021

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Österreich impft gegen südafrikanische Corona-Variante 

Die erste Phase einer regionalen Massenimpfung gegen die südafrikanische Corona-Variante ist in Österreich mit einer hohen Beteiligung zu Ende gegangen. „Schwaz ist die erste europäische Region, die durchgeimpft ist“, erklärte Tirols Landeschef Günther Platter am Dienstag. Von 64.000 infrage kommenden Personen hätten 46.000 eine Injektion erhalten, berichtete er. Das entspricht einer Rate von 72 Prozent.

Am vorigen Donnerstag war die Aktion als europäisches Pilotprojekt angelaufen, um die ansteckendere Virus-Variante zurückzudrängen. Mit Hilfe der EU wurden dazu 100.000 Dosen Impfstoff geliefert. Die Massenimmunisierung wird auch wissenschaftlich ausgewertet, um die Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Impfstoffes gegen die Südafrika-Mutante zu untersuchen.

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle, die in Tirol mit dieser Variante infiziert sind, lag am Dienstag bei 66 von landesweit 1.764 aktiven Fällen. Die 7-Tage-Inzidenz lag in Tirol zuletzt bei 153, unter dem österreichweiten Wert von knapp 208. (Quelle: FAZ, 16.03.21)


Verdi: Tägliche Schnelltests im Einzelhandel

Verdi setzt sich für tägliche Corona-Schnelltests der Beschäftigten im Einzelhandel ein. Auch müssten die Betriebsräte bei Wiedereröffnungen von Geschäften einbezogen werden, fordert die Gewerkschaft. „Die Zutrittskontrollen sind in vielen Bereichen immer noch unzureichend, die Hygienewartungen der Klimaanlagen häufig intransparent, die Durchsetzung der Maskenpflicht halbherzig“, beklagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.(Quelle: FAZ, 16.03.21)


Mannheim schließt alle Kitas

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen bei Kindern schließt die Stadt Mannheim als einzige Kommune in Baden-Württemberg ab diesem Mittwoch alle Kitas. Sie sollen bis zum 1. April dichtmachen, wie die Stadt mitteilte. „Da wir eine Häufung von Infektionen in Kitas beobachten können, müssen wir hierauf reagieren und die Infektionsketten unterbrechen – auch wenn wir großes Verständnis für die Situation der Eltern und Kinder haben“, sagte Familienbürgermeister Dirk Grunert. Bereits jetzt seien sechs Einrichtungen geschlossen. Überdies gilt seit Dienstag eine Maskenpflicht an Grundschulen. Die Sieben-Tage Inzidenz lag am Dienstag bei 116,2.

Seit den Sommerferien vergangenen Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt im ganzen Südwesten 348 Ausbrüche in Schulen mit 1694 Infektionen übermittelt sowie 319 Ausbrüche in Kitas mit 2012 Infektionen, hierunter ist ein Todesfall eines Beschäftigten. (Quelle: FAZ, 16.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Dienstag, 16. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 407 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 22 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.620. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 177.256 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 79,3 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 79,1). (Quelle: NDR, 16.03.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 16.03.2021, 08:00 Uhr

Der Landkreis präsentiert heute eine andere Grafik auf seiner Fallzahlen-Seite. Sie hat den Nachteil, dass sie unübersichtlicher ist und vermutlich auch sein soll. Beispielsweise nennt sie nicht mehr die Tageszeit, zu dem die Zahlen erfasst sind.

Gemeldet wurden heute lediglich 20 Neuinfektionen durch die Kreisverwaltung und kein weiterer CoViD-19-Todesfall. Damit kam es nicht am dritten Tag nacheinander zu dem befürchteten Anstieg auf >100. Die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn betrug  8.350 (+20). Gleichzeitig hat sich die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.711 Personen (+51 ) erhöht. In der Summe sind im Emsland folglich akut 495 (-31) Menschen an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen beträgt 1.380 Menschen.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Emsland laut NLGA aktuell bei 91,8. Das ist wohl  angreifbar, weil nach den Zahlen des Landkreises 316 Menschen in 7 Tagen neuinfiziert sind; das Land legt seiner Inzidenzberechnung aber nur 300 Neuerkrankungen binnen 7 Tagen zugrunde. Bei 316 Neuinfizierten läge die 7-Tage-Inzidenz bei 96,6.  In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert weiter ein Stück niedriger als im Emsland; er beträgt 86 (+118 Neuinfektionen in 7 Tagen).  Der Landeswert liegt übrigens bei 79,3.

Laut DIVI-Zahlen in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell 8 (-3) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim werden heute zwei CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt (+1).

In der Stadt Lingen (Ems) gab es keine Neuinfektionen, es bleibt bei 1.013 Menschen an CoviD-19 erkrankt (+/-0); das sind heute 24 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 43,8). 961 (+5) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 36 (-5) akut Erkrankten.


Corona-Krise bremst Güterumschlag

Die Virus-Pandemie hat den Warenhandel an deutschen Seehäfen 2020 gedrückt. Insgesamt wurden 275,7 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen und damit 6,4 Prozent weniger als im Jahr davor, wie das Statistische Bundesamtmitteilte. Dabei ging der Versand ins Ausland mit 1,4 Prozent deutlich weniger stark zurück als die empfangene Gütermenge (-9,2 Minus). Auch der für den Seeverkehr wichtige Containerumschlag entwickelte sich 2020 rückläufig und lag mit 14 Millionen Standardcontainer (TEU Twenty-foot-Equivalent-Unit) rund 6,9 Prozent unter dem Vorjahr. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigten den Seeverkehr deutlich. Der Güterumschlag ging im ersten Quartal – und damit noch vor den ersten größeren Corona-Beschränkungen – moderat zurück (-3,6 Prozent).

In den Monaten April bis Juli 2020 gab es dann zweistellige Rückgänge. Ab August 2020 flachte das Minus jeweils ab und mit November drehte der Güterumschlag der Seeschifffahrt im Vorjahresvergleich dann erstmals ins Plus (+3,7 Prozent). Für das gesamte vierte Quartal 2020 verbuchten die Seehäfen 2,8 Prozent mehr Güterumschlag. Die deutschen Seehäfen waren unterschiedlich stark betroffen. Der Güterumschlag 2020 des bedeutendsten deutschen Standorts Hamburg (109,2 Millionen Tonnen) ging mit 6,8 Prozent stärker zurück als der in Bremerhaven (46,6 Millionen Tonnen, -2,1 Prozent) und Wilhelmshaven (22,8 Millionen Tonnen, -1,2 Prozent). Rostock verzeichnete ein leichtes Plus (20,1 Millionen Tonnen, +0,7 Prozent).


Weniger Beschäftigte in der deutschen Industrie

Die deutsche Industrie beschäftigt wegen der Corona-Krise deutlich weniger Mitarbeiter. Ende Januar waren rund 5,4 Millionen Menschen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten tätig. Das seien knapp 161.000 oder 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat Dezember gab es ein Minus um 0,7 Prozent.


Deutschland-Zahlen

RKI meldet 5.480 Neuinfektionen  in Deutschland. Hinzu kommen 238 neue Corona-Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.581.329 nachgewiesene Infektionen dem Virus. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt damit auf 73.656. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 83,7 (Vortag 82,9). Vor vier Wochen, am 16. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 59 gelegen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,15 (Vortag 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 115 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stieg sie jedoch wieder an, was an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen dürfte. (Quelle: RKI, 16.03.21)


Nächste Expertenwarnung vor Lockerungen

Der RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sieht das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder in einem exponentiellem Wachstum und hat die Lockdown-Lockerungen scharf kritisiert. Bei der Entwicklung der Fallzahlen und Inzidenzen gebe es derzeit im Wesentlichen einen Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, sagt der Experte vom Robert Koch-Institut in der ARD.

„Wir sind genau in der Flanke der dritten Welle. Da gibt es gar nichts mehr zu diskutieren.“ In diese Flanke herein sei gelockert worden und das habe dieses exponentielle Wachstum beschleunigt, das es bereits durch die neue britische Virusvariante B117 gegeben habe. Deutschland gehe nun „voll in das exponentielle Wachstum“ rein. „Das ist total irrational gewesen, hier zu lockern. Das befeuert nur dieses exponentielle Wachstum.“ (Foto: RKI/pixabay; Quelle: FAZ, 16.03.21)


Giffey fordert mehr Schnelltests an Schulen und Kitas

Angesichts der stark steigenden Zahlen von Corona-Neuinfizierten hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mehr Schnelltests in Kitas und Schulen gefordert. Ziel müsse es sein, den wieder angelaufenen Kita- und Schulbetrieb so weit wie möglich aufrecht zu erhalten, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Das geht aber nur, wenn das Testen vor dem Besuch von Kitas und Schulen ausgeweitet wird, um mehr Sicherheit für alle zu gewährleisten, Infektionsketten zu unterbrechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.“

Kinder, Jugendliche und das Personal müssten sich ein- bis zweimal pro Woche testen können. Giffey verwies zudem auf die Option, Schulkinder auch dann zu Hause zu lassen, wenn Präsenzunterricht in der Schule angeboten wird. So könne die Aussetzung der Präsenzpflicht Eltern die Möglichkeit geben, eigenverantwortlich zu entscheiden, ob sie die Kinder in die Schule schicken oder zuhause lassen wollten.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte Giffey, die Frage, wann und wie Kitas und Schulen oder außerschulische Angebote wieder schrittweise in einen Alltag zurückkehren könnten, sei entscheidend. „Ein stufenweises und am Infektionsgeschehen orientiertes Vorgehen ist deshalb wichtig – nach der Devise: Öffnen, aber sicher.“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte, es fehle der Corona-Politik von Bund und Ländern auch nach einem Jahr noch an Konstanz. Bis heute gebe es keine bundesweiten Stufenpläne, in welcher Situation welche Maßnahmen gelten, wann Präsenz-, Wechsel- und Fernunterricht griffen. (Quelle: TSP, 16.03.21)


Bund-Länder-Telefonkonferenz wird wohl verschoben

Nach der Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astra-Zeneca soll die für Mittwochabend geplante Telefonkonferenz von Bund und Ländern zum Impfen voraussichtlich verschoben werden. Es sei davon auszugehen, dass die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag zum weiteren Vorgehen bei dem Impfstoff abgewartet werde, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Montagabend aus mit den Vorgängen befassten Kreisen. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Überblick am Abend

  • Frankreich, Italien, Portugal, Slowenien und Zypern kündigten an, die Impfungen mit dem Impfstoff Oxford / AstraZeneca vorerst einzustellen, bis eine Bewertung durch die EU-Arzneimittelbehörde vorliegt. Spanien ergänzte später, es werde die Verwendung des AZ-Impfstoffs für mindestens zwei Wochen einstellen.
  • Die Vorteile des Impfstoffs von Oxford / AstraZeneca bei der Verhütung von Covid überwiegen die Risiken von Nebenwirkungen, heißt es in einer Erklärung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, dass es keinen nachgewiesenen Zusammenhang mit Blutgerinnseln gibt und dass Menschen nicht in Panik geraten sollten.
  • In Estland ist Premierminister Kaja Kallas hat positiv auf Covid-19 getestet worden, fühlt sich aber gut, sagte eine Regierungssprecherin des baltischen Landes.
  • Brasilien hat mit Pfizer Inc einen Vertrag über den Kauf von 100 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs unterzeichnet, teilte die Nachrichtenagentur  Reuters mit.
  • Die Ergebnisse der US-amerikanischen Covid-19-Impfstoffstudie von AstraZeneca Plc werden von unabhängigen Experten überprüft; die Notfallgenehmigung könnte in etwa einem Monat erfolgen, sagte ein US-Spitzenbeamter gegenüber Reuters.
  • Ein Experte der Weltgesundheitsorganisation WHO sagte am Montag, dass in der vergangenen Woche die Zahl der Covid-Fälle weltweit um 11% gestiegen sei.
  • Die Türkei hat innerhalb von 24 Stunden offiziell 15.503 neue Covid-19-Fälle registriert. Dies ist der höchste 24-Stunden-Wert in diesem Jahr, wie Daten des Gesundheitsministeriums in Ankara belegen.
    (Quelle: The Guardian, 15.03.21)

Osnabrück verschärft Maßnahmen

Weil der Inzidenzwert seit Tagen über 100 liegt, sollen in Osnabrück ab Mittwoch wieder schärfere Corona-Regeln gelten. Salzgitter nähert sich unterdessen mit großen Schritten der 200.

Mehr als 100 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner und das seit vergangenen Freitag: In einer Allgemeinverfügung, die am Dienstag herausgegeben werden soll, will die Stadt Osnabrück festhalten, welche Regel deshalb nun greifen. Nach der Verordnung des Landes Niedersachsen müssen Einzelhandel, Zoo und Kultureinrichtungen wieder schließen.

Die Stadt will sich damit aber nicht abfinden und hofft auf ein Entgegenkommen des Landes. Wie eine Sprecherin am Montag mitteilte, geben mehr als zwei Drittel der Infizierten an, dass sie wissen, bei wem sie sich vermutlich angesteckt haben. „All das deutet darauf hin, dass sich viele Menschen im privaten Umfeld infizieren, nicht jedoch im Einzelhandel, der ja bis Anfang vergangener Woche geschlossen war“, sagte Katharina Pötter, Leiterin des Corona-Krisenstabes Osnabrück. Sie fordert daher, den Einzelhandel unter Anwendung einer Teststrategie trotz der steigenden Zahlen wieder zu öffnen. Menschen mit tagesaktuellem negativen Schnelltest sollten demnach einkaufen gehen dürfen. So solle ein Einkaufstourismus im Landkreis vermieden werden. Außerdem plädierte Pötter für eine Öffnung des Zoos. Er hatte vor rund einer Woche wieder geöffnet.

Den höchsten Anzahl an Neuinfektionen verzeichnet in Niedersachsen derzeit die Stadt Salzgitter. Seit Tagen steigt der Inzidenzwert dort rasant. Die Stadt nähert sich dem Wert von 200. Der Landkreis Lüneburg musste Lockerungen wegen gestiegener Zahlen wieder zurücknehmen. (Quelle: NDR, 15.03.21)


EMA: Sondersitzung wegen Astrazeneca am Donnerstag

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will auf einer Sondersitzung am Donnerstag die vorliegenden Informationen über den Astrazeneca-Impfstoff bewerten. Zurzeit sei man weiter der Überzeugung, dass die Vorteile von Astrazeneca bei der Verhinderung einer Corona-Infektion mit der Gefahr eines tödlichen Verlaufs größer seien als das Risiko durch Nebenwirkungen.

Der Beratungsausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trifft sich am Dienstag, um über den Astrazeneca-Impfstoff zu diskutieren. Das teilt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit. Er erklärt ferner, das Überwachungssystem funktioniere.

Inzwischen hat auch Spanien de Impfung mit Astrazeneca erst einmal ausgesetzt.

(Quelle: TSP, 15.03.21)


Lonza startet Moderna

Der Schweizer Pharma-Auftragshersteller Lonza kann die Produktion des Coronavirus-Impfstoffs der amerikanischen Biotechnologiefirma Moderna hochfahren. Die Aufsichtsbehörde Swissmedic hat die Betriebsbewilligung für weitere Produktionslinien im Lonza-Werk Visp im Kanton Wallis erteilt. Auf insgesamt drei Produktionslinien soll pro Jahr Wirkstoff für 300 Millionen Impfdosen hergestellt werden. Der Impfstoff wird dann von der spanischen Laboratorios Farmaceuticos ROVI in Madrid fertiggestellt, abgefüllt und ausgeliefert. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Lauterbach hält Aussetzung für falsch

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es für falsch, dass nun auch in Deutschland die Impfungen mit Astra-Zenca-Impfdosen ausgesetzt werden. „Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler“, twittert Lauterbach. „Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden 3. Welle wären die Erstimpfungen mit dem Astra-Zeneca Impfstoff Lebensretter.“ (Quelle: Twitter, 15.03.21)


#AstraZenaca 41 schwere allergische Reaktionen bei 5 Mio Dosen, Wahrscheinlichkeit = 0,00082%.

In Deutschland gab es bislang insgesamt elf Thrombose-Fälle bei rund 1,2 Millionen Impfungen mit Astrazeneca

1 Toter weltweit durch die Nebenwirkung bisher
2,6 Mio Tote durch Corona pic.twitter.com/biuCtJvzPz

— Miki (@MikiGermany) March 15, 2021

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Deutschland setzt Astrazeneca-Imfstoff aus

Nach Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen sind die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca nun auch in Deutschland vorsorglich ausgesetzt. Die Bundesregierung folge damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag mit. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig.

Die Entscheidung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Und allen ist die Tragweite dieser Entscheidung bewusst“, so Spahn. „Es ist eine fachliche Entscheidung, keine politische. Daher folge ich der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts“, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, „ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken“, teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums weiter mit.

Die Bundesregierung hatte zunächst auf eine Aussetzung der Astra-Zeneca-Impfungen verzichtet, nachdem am Donnerstag Dänemark diesen Schritt gegangen war. Kopenhagen hatte auf mehrere Fälle von schweren Blutgerinnseln nach Impfungen mit dem Vakzin verwiesen. Es folgten Norwegen, Island sowie die EU-Länder Bulgarien, Irland und am Sonntagabend dann auch die Niederlande. Österreich, Estland, Lettland, Litauen und Luxemburg setzten die Nutzung von einer bestimmten Astra-Zeneca-Charge aus, Italien und Rumänien stoppten die Nutzung einer anderen Charge.

Der britisch-schwedische Hersteller betonte allerdings, die Analyse von mehr als zehn Millionen Fällen habe „keinerlei Beweis für ein erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie oder Thrombose“ ergeben. Mitentwickler Andrew Pollard, Leiter der Oxford Vaccine Group, erklärte am Montag, es gebe „sehr beruhigende Beweise“, dass das Vakzin in Großbritannien – bislang sein Haupteinsatzgebiet in Europa – nicht zu einer Zunahme von Blutgerinnseln geführt habe. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Niedersachsen: NLGA erwartet Inzidenz von 100

Die Corona-Lage in Niedersachsen spitzt sich wieder zu: Innerhalb einer Woche ist die landesweite Inzidenz von 64,7 auf 79,1 gestiegen. Krankenhäuser könnten schnell an die Kapazitätsgrenze kommen.

„Die Zahlen steigen – noch nicht schnell -, aber die Tendenz geht ganz eindeutig wieder nach oben“, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, auf der vorgezogenen wöchentlichen Corona-Pressekonferenz am Montag. Modellierungen des Landesgesundheitsamtes (NLGA) zufolge erreiche die landesweite Inzidenz bis Ostern wieder die 100-Marke. Auch werde die Zahl der Landkreise und kreisfreien Städte, die diesen Grenzwert überschreiten und damit zur Hochinzidenzkommune werden, weiter zunehmen, so Schröder.

„Die Lage ist schon ernst“, sagte Schröder. Die Auslastung der Krankenhäuser bewege sich aktuell auf einem hohen Niveau. Noch sei sie nicht dramatisch, „aber wir haben nach oben nicht mehr viel Luft“. Bis sich die Zahl der Neuinfektionen in den Krankenhäusern niederschlage, vergingen etwa vier Wochen. Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte, dass inzwischen auch mehr junge Menschen auf die Intensivstationen kommen. Diese „sterben glücklicherweise nicht so schnell wie ältere Patienten“, aber sie lägen für längere Zeit an den Beatmungsplätzen. Es sei deshalb nicht ausgeschlossen, „dass wir nicht doch irgendwann Schwierigkeiten bekommen“, so Pörksen.

Eine Chance für Osterurlaub in Niedersachsen sieht die Regierungssprecherin kaum. „Die Situation sieht nicht so aus, als ob wir das realisieren können“, sagte sie. Auch warnte sie vor den Gefahren eines kurzfristigen Urlaubs auf Mallorca. Wer jetzt dorthin fliege, müsse sich über das hohe Risiko bewusst sein. Zwar sei die Inzidenz auf der spanischen Insel aktuell niedriger als in Niedersachsen, aber dort würden sich Menschen aus ganz Deutschland und Europa treffen – und es bestehe die Gefahr, dass sich Infektionen verbreiten. „Diesem Risiko müsste man sich nicht aussetzen“, sagte Pörksen. Es sei absehbar, dass sich die Pandemie dem Ende nähere und vielleicht könne der ein oder andere den Wunsch nach einer Fernreise noch zurückstellen.

Ein großes Problem sei, dass derzeit niemand, der aus Mallorca zurückkehre in Quarantäne müsse. Es seien nicht einmal Testungen an Flughäfen vorgesehen. „Man holt sich da sehenden Auges ein richtiges Problem ins Land“, sagte Pörksen. Schröder erklärte, dass viele Menschen nicht am Urlaubsort krank würden, sondern auf der Rückreise und zu Hause andere anstecken und das Virus weiterverbreiten.

Die Bundesregierung hatte am Freitag entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufzuheben. Ein niedersächsischer Alleingang im Umgang mit Reiserückkehrern in Bezug auf Tests und eine Quarantäne ergebe keinen Sinn, sagten Schröder und Pörksen. Niedersachsen werde deshalb beim Bund noch einmal anfragen, wie die Sicherheit von Reiserückkehrern geregelt werden könne. (Quelle: NDR, 15.03.21)


Osnabrücker Niedersachsen-Chaos

Inzidenz und Regelwerk verwirren Kitas und Eltern in Osnabrück: Am Freitag war der Wert auf über 100 gestiegen und die Stadt ordnete an, dass Kitas sofort wieder in die Notbetreuung wechseln müssten.

Am Sonnabend stellte das Land aber klar, dass die Verschärfung erst greife, wenn die Inzidenz drei Tage in Folge über 100 liegt – und zwar erst am übernächsten Werktag, in diesem Fall also Dienstag. Somit haben zahlreiche Eltern am Sonntag von ihren Betreuungseinrichtungen erfahren, dass am Montag in der Stadt noch regulärer Kitabetrieb herrscht.

Die Inzidenz ist in Osnabrück über das Wochenende noch weiter gestiegen. Auch Schulen sollen daher nicht wie geplant in den Wechselunterricht starten. Auch der Landkreis Emsland liegt über dem kritischen Wert von 100 Infizierten pro 100.000 Einwohner. Der Landkreis Osnabrück und die Grafschaft Bentheim liegen hingegen unter der Schwelle.

Seit dem 8. März gelten in einigen Bereichen leicht entschärfte Regeln, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz weniger als 100 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner beträgt. Das haben Bund und Länder in ihrer Videokonferenz am 4. März entschieden. So dürfen sich bei einem Inzidenzwert von unter 100 wieder bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt.

(Quelle: NDR, 15.03.21)


Position der Bundesschülerkonferenz

Die Bundesschülerkonferenz hat die weiteren Schulöffnungen in mehreren Bundesländern begrüßt, gleichzeitig aber das Fehlen von Schnelltests kritisiert. Man halte die Schulöffnungen aus der Bildungsperspektive für einen sehr wichtigen Schritt, hieß es am Montag in einer Mitteilung. „Allerdings bereiten die noch immer fehlenden Strukturen große Sorgen, Schnelltests sind noch immer nicht an allen Schulen.“

Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, sagte, die ersten Schritte der Öffnungen seien ein enorm wichtiges Signal für alle, die durch die Pandemie ohnehin schon auf der Strecke geblieben seien. Er verwies aber auch auf die Corona-Zahlen. „Ich bin zutiefst enttäuscht und wütend, dass die Länder noch immer an den Schnelltests scheitern.“ (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Pirmasens widersetzt sich Inzidenz-Regel

Markus Zwick ist Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens. Obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in der rheinland-pfälzischen Stadt seit mehr als drei Tagen über 100 liegt, bleiben Geschäfte weiter geöffnet. Auch auf eine nächtliche Ausgangssperre verzichtet die Stadt. Pirmasens weicht damit von der Corona-Strategie des Landes ab.

Herr Zwick, die rheinland-pfälzische Corona-Verordnung sieht bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 eine „Notbremse“ vor. Ihre Stadt hält sich nicht daran – ist das kein Rechtsbruch?
Nein, in der Verordnung steht, dass in diesem Fall zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Das haben wir getan. Es gelten strengere Regeln wie eine Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum und beim Einkaufen, die Geschäfte bleiben aber weiter geöffnet. Ich habe der Landesregierung meine Gründe erläutert und bin auf Verständnis gestoßen.

Was hat Sie zu der Entscheidung gebracht, die Geschäfte offen zu lassen?
Die hohe Inzidenz in Pirmasens ist auf Ausbrüche in Kindergärten zurückzuführen, vor allem eine Einrichtung war betroffen. Dadurch ist die Zahl an Neuinfektionen am vergangenen Mittwoch sprunghaft angestiegen. Die Geschäfte waren da erst zwei Tage lang offen, sie hatten keinen Einfluss auf die Infektionen. Deshalb macht es auch keinen Sinn, sie zu schließen.

Die Inzidenz allein ist als Richtwert nicht zielführend, wenn gute Gründe dagegen sprechen. Das akzeptieren die Menschen nicht.

Sie setzen sich aber über die Forderung der Bundesregierung nach Schießung des Einzelhandels ab Inzidenzwert 100 hinweg.

Ja, weil wir glauben, dass es nicht rechtmäßig ist. Im Saarland gab es dazu ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts, dass Geschäfte unter Auflagen öffnen dürfen. Uns hätten Klagen von Händlern erwartet.

Sie wollen Beschränkungen nicht nur von der Inzidenz abhängig machen. Ein weiteres Kriterium ist die Auslastung der Krankenhäuser. Wie stark sind die momentan belegt?
Von 16 Plätzen auf der Intensivstation in Pirmasens ist momentan nur ein Bett belegt. Vor Weihnachten war das anders. Da lag die Inzidenz bei 200 und die Klinken waren überlastet. Momentan ist die Situation eher unproblematisch. Es sind mehr junge Menschen mit milden Verläufen infiziert. Nach dem Ausbruch im Kindergarten konnte das Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen ausfindig machen und isolieren. Die Lage kann sich aber ändern. Dann werden strengere Maßnahmen nötig.

Sind Sie in Kontakt mit Bürgermeister:innen – wollen andere Ihrem Beispiel folgen?
Landräte und Bürgermeister, mit denen ich gesprochen habe, sehen das ähnlich. Das Land sollte den Rahmen für Öffnungen vorgeben. Was im Einzelnen sinnvoll ist, muss vor Ort entschieden werden.

Führt das nicht zu einem Flickenteppich an Regeln, wenn jede Gemeinde macht, was sie will?
Ganz im Gegenteil. Hätten wir jetzt die Geschäfte geschlossen, fahren die Menschen 20 Kilometer weiter in eine Stadt mit Inzidenz 20. Dort sind die Geschäfte geöffnet. In anderen Orten im Landkreis mit Inzidenzen zwischen 50 und 100 ist wiederum Shoppen mit Terminvergabe möglich. Da ist es doch besser, wir stimmen uns ab.

Die Inzidenz in Pirmasens liegt bei 154,1 – das ist Höchstwert in Rheinland-Pfalz. Ab wann halten Sie es für notwendig, die Notbremse doch noch zu ziehen?
Ich bin nicht gegen strenge Maßnahmen. Sie sollen nur sinnvoll sein. Sollten sich wieder mehr Menschen bei privaten Partys anstecken, werden wir eine nächtliche Ausgangssperre in Erwägung ziehen. Aber nicht nach einem Ausbruch im Kindergarten.
Ich plädiere dafür, weitere Kriterien wie die Auslastung der Kliniken, die Art des Infektionsgeschehens und den Impffortschritt zu berücksichtigen. So können wir je nach Situation angemessen reagieren. Das verstehen die Menschen besser als einen starren Automatismus nach Inzidenz. (Quelle: TSP, 15.03.21)


WHO prüft Astrazeneca-Berichte

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft Berichte im Zusammenhang mit der Sicherheit des Impfstoffs von Astra-Zeneca. Bislang lägen keine Hinweise darauf vor, dass es eine Verbindung zwischen dem Vakzin und gesundheitlichen Beeinträchtigungen gebe, teilt WHO-Sprecher Christian Lindmeier in einer Erklärung an Reuters mit.
„Es ist wichtig, dass die Impfkampagnen fortgesetzt werden, um Leben zu retten.“
Es sei normal bei so großangelegten Impfkampagnen, dass Länder auf unerwünschte Nebenwirkungen hinwiesen. Dies bedeute aber nicht, dass sie auch tatsächlich durch den Impfstoff verursacht wurden. Sobald die WHO umfassende Erkenntnisse habe, werde die Öffentlichkeit ebenso darüber informiert wie über – derzeit eher unwahrscheinliche – Änderungen an den derzeitigen Empfehlungen. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Niedersachsen: Weil widerspricht Althusmann

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lehnt den Vorstoß von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zum Abrücken vom Inzidenzwert als alleinigem Kriterium für Corona-Lockerungen ab.

„Der Ministerpräsident hat sich bereits wiederholt gänzlich anders geäußert“, erklärte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Montag in Hannover. „Die Infektionslage ist angespannt: Der R-Wert liegt zumeist über eins, die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen steigt bundesweit stark, auch in Niedersachsen.“ Das Grundproblem ist und bleibe die Zahl der Infektionen, die durch den Inzidenzwert abgebildet wird, so die Sprecherin.

Der Wirtschaftsminister, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, hatte sich zuvor gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) dafür ausgesprochen, den Inzidenzwert zu einem „gewichteten Risikowert“ weiterzuentwickeln. Dabei könnte laut Althusmann etwa die Frage nach der Belegung und Kapazität der Krankenhäuser, der Alterserkrankungen und der regionalen Entwicklungen mit regionalen Hotspots einfließen. „Wenn es nach mir ginge, würde ich das Robert Koch-Institut beauftragen, einen solchen gewichteten Risikowert zu ermitteln, sodass wir mittelfristig eine Perspektive bekommen, wie wir mit der Epidemie umgehen und leben können.“

Althusmann sagte, dass es nachvollziehbar sein müsse, welche Freiheiten aus welchen Gründen eingeschränkt werden. „Es ist für die Niedersachsen kaum erklärbar, dass sie jetzt nach Mallorca fliegen, aber nicht im eigenen Land reisen können“, sagte er der Zeitung. 

Rund zwei Wochen vor den Osterferien in den meisten Bundesländern ist Urlaub auf Mallorca und in anderen Regionen Spaniens, Portugals und Dänemarks wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich. Die Hotels in Deutschland sind dagegen mindestens noch bis zum 28. März geschlossen. Wie es weitergeht, soll erst am 22. März von Bund und Ländern entschieden werden.

Vertreter der Tourismusbranche in Niedersachsen hoffen bisher, dass sie in den Osterferien wieder Gäste empfangen können – doch das ist abhängig von den Inzidenzwerten. (Quelle: NDR, 15.03.21)


Grafschafter Zahlen 

Der Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim ist am Montag von 90,4 auf 85,3 gefallen. Im benachbarten Emsland liegt er nach Angaben des Landesgesundheitsamts mit 100,6 weiter knapp über der kritischen Marke von 100.

Nach Angaben der Kreisverwaltung sind für die Grafschaft am Wochenende 70 neue Corona-Fälle hinzugekommen (Samstag: 31, Sonntag: 33, Montag: 6). Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3822. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt weiterhin bei 104; es waren also übers Wochenende keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu verzeichnen. In Quarantäne befinden sich derzeit 532 Grafschafter (Sonntag: 657).

Die Zahl der Neuinfektionen liegt zu Wochenbeginn häufig sehr niedrig, da am Wochenende in der Regel weniger getestet und entsprechend weniger gemeldet wird.

Aktuell sind 196  (Sonntag: 204) GrafschafterInnen erkrankt, 45 (-9) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 15.03.21)


Kein Automatismus bei „Notbremse“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sieht keinen „Automatismus“, dass bei steigenden Infektionszahlen Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden. Man müsse jeweils sehen in Landkreisen, was die Gründe für einen Anstieg der Infektionszahlen seien – das könne etwa in Grenzgebieten anders sein als in anderen Landkreisen. Deshalb könnten sich die Antworten unterscheiden. Die Kreise seien aufgefordert, den von Bund und Ländern vereinbarten Notfallmechanismus „pragmatisch umzusetzen“. (Quelle: TSP, 15.03.21)


Augustfehn: Ermittlungen nach Corona-Ausbruch in Pflegeheim

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg untersucht die Hintergründe des Corona-Ausbruchs in einem Pflegeheim in Augustfehn (Landkreis Ammerland). Nach sechs Todesfällen in Zusammenhang mit Corona-Erkrankungen in dem Pflegeheim ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg jetzt „wegen fahrlässiger Tötung“. Mehr als 40 Bewohnerinnen und Bewohner und mehr als 20 Pflegekräfte hatten sich infiziert. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, waren Vorwürfe bekannt geworden, dass infizierte Mitarbeitende angeblich zum Dienst verpflichtet worden seien. Der Betreiber – die Azurit-Gruppe – will sich nicht äußern. Gemeindebürgermeister Matthias Huber (SPD) wirft dem Konzern vor, dass Pflegeheim führungslos seinem Schicksal zu überlassen. (Quelle: 15.03.21)


Berlin beginnt mit Impfen von Obdachlosen

Berlin startet am Mittwoch mit den Covid-19-Impfungen für obdachlose Menschen. Aufgrund ihrer Lebensumstände würden obdachlose Menschen zu den besonders vulnerablen Personengruppen gehören, kündigte die Senatssozialverwaltung am Montag in der Bundeshauptstadt an. Deswegen seien Menschen, die in Obdachlosenunterkünften leben oder dort tätig sind, in der Impfschutzverordnung der Bundesregierung in Gruppe 2 (hohe Priorität) aufgelistet.

Die Impfungen finden nach Angaben der Senatsverwaltung in ausgewählten Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, sogenannten Impfinseln, statt. Dort stehe medizinisch geschultes Personal bereit, dass die mehrsprachige Impfberatung, die Durchführung der Impfung und die begleitende Betreuung übernehme. Organisiert wird das Impfen der Obdach- und Wohnungslosen von der Senatssozialverwaltung gemeinsam mit den sozialen Trägern und Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe. (Quelle: TSP, 15.03.21)


Bundesregierung mahnt zur Rücknahme von Öffnungsschritten
und rät von vermeidbaren Reisen ab

Die Bundesregierung mahnt Landkreise, in denen die Inzidenz drei Tage lang über der eingezogenen „Notbremse“ von 100 liegt, zur Rücknahme der Öffnungsschritte. Regierungssprecher Steffen Seibert verweist diesbezüglich auf den Bund-Länder-Beschluss vom 3. März. Die Zahl der Neuinfektionen steige derzeit wieder an, „wir müssen entsprechend handeln“, sagt Seibert. Es gebe derzeit „eine schwierige Entwicklung“, das Robert-Koch-Institut spreche von einem „diffusen Infektionsgeschehen“. Auch die Zahl der Intensivpatienten gehe derzeit nicht weiter zurück. „Das sind keine guten Nachrichten.“

Auch nach der Entscheidung, Mallorca nicht mehr als Risikogebiet zu listen, rät die Bundesregierung grundsätzlich von touristischen Reisen ab. „Das Fehlen einer Reisewarnung ist keine Einladung zum Reisen“, sagt eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Regierungssprecher Steffen Seibert betont: „Wir raten weiterhin von jeder nicht notwendigen, jeder vermeidbaren Reise ab.“ (Quelölele: TSP, 15.03.21)


Astrazeneca: Niederlande prüfen Komplikationen

In den Niederlanden liegen nach Angaben eines Arzneimittel-Aufsichtsinstituts zehn Berichte vor, wonach nach Impfungen mit dem Vakzin von Astra-Zeneca nennenswerte Nebenwirkungen aufgetreten sind. Dazu zählten mögliche Thrombose- oder Embolie-Fälle, teilt das Pharmakovigilanz-Zentrum Lareb mit. In keinem der zehn Fälle sei aber eine verringerte Zahl an Blutplättchen beobachtet worden, wie dies aus Dänemark und Norwegen gemeldet worden seien. Die Niederlande haben wie einige andere Länder Impfungen mit dem Vakzin von Astra-Zeneca vorerst ausgesetzt. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Intensivmediziner fordern sofortige Rückkehr zu Lockdown

Angesichts steigender Corona-Zahlen fordern Deutschlands Intensivärzte eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. „Von den Daten, die wir jetzt haben und sehen und mit dem Durchsetzen der britischen Mutante würden wir sehr stark dafür plädieren, jetzt sofort wieder in einen Lockdown zu gehen, um einfach eine starke dritte Welle zu verhindern“, sagte der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, am Montag im rbb-Sender Radioeins. DIVI ist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Karagiannidis sagte, er hoffe sehr, dass die Länder die beschlossene Notbremse eines Inzidenzwerts von 100 durchsetzen. Bund und Länder hatten eine Rückkehr in den Lockdown vereinbart, wenn in einer Region die Zahl der Neuinfektionen wieder die Marke von 100 pro 100 000 Einwohnern in 7 Tagen erreicht. „Ansonsten würden wir jetzt noch einmal 5000, 6000 Patienten auf der Intensivstation sehen“, sagte Karagiannidis. „Man sieht sehr deutlich, dass wir sehr schnell jetzt wieder in steigende Intensivzahlen geraten werden, sofern wir dem Virus jetzt die Möglichkeit dazu geben.“ Derzeit sind rund 2800 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung.

„Wir gewinnen auch nicht viel, wenn wir jetzt die nächsten ein, zwei Wochen offen lassen, weil wir ganz schnell auf einem hohen Niveau ankommen und es auf dem hohen Niveau doppelt so schwierig sein wird, von den Zahlen wieder herunter zu kommen“, sagte Karagiannidis. Wichtig sei es, nun die über 50- und über 60-Jährigen schnell zu impfen. Dann würden auch weniger Menschen mit Covid-19 schwer krank.

Die Belastung für das Personal auf den Intensivstationen sei bis heute ohne Unterbrechung sehr hoch und steige nun wieder weiter. Es gelte, sich in den Sommer zu retten, sagte Karagiannidis, der selbst Arzt an einer Kölner Lungenklinik ist.
(Quelle: TSP, 15.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Montag, 15. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 415 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 3 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.598. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 176.849 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 79,1 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 76,8). (Quelle: NDR, 15.03.21)


Die #Corona-Zahlen steigen seit Tagen. Um die #DritteWelle zu bekämpfen, soll ab einer landesweiten Inzidenz von 100 eigentlich die Notbremse gezogen werden. Aber das NRW-Gesundheitsministerium (@MAGS_NRW) sträubt sich. https://t.co/spsDo6EcaZ

— WDR aktuell (@WDRaktuell) March 15, 2021

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Südkorea: Testpflicht für AusländerInnen

Südkoreas bevölkerungsreichste Provinz startet mit Coronavirus-Tests für alle Ausländer. Vor den Testzentren bildeten sich lange Schlangen mit Hunderten Menschen. Betroffen sind nach Behörden-Angaben 85.000 Menschen. In sozialen Netzwerken werden Beschwerden laut, da oftmals die Abstandsregeln kaum eingehalten werden können. Zudem gibt es Vorwürfe der Ausländerfeindlichkeit. „Es fühlt sich an als wären wir das Problem wegen des Coronavirus“, schreibt ein Brite, der seit zehn Jahren in Südkorea lebt. Das Zentrum zur Bekämpfung von Seuchen wies die Vorwürfe zurück. Es gehe nicht um Diskriminierung. Die Zahl der Infektionen unter Ausländern sei aber ein hohes Risiko. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Sputnik V wird künftig auch in Deutschland produziert

Russland hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung über die Produktion seines Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland geschlossen. Auch mit Unternehmen in anderen EU-Ländern wie Frankreich und Spanien gebe es entsprechende Abkommen, hieß es am Montag in einer Erklärung der russischen Impfstoff-Entwickler. Sputnik V ist derzeit in der Europäischen Union (EU) noch nicht zugelassen, die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat aber bereits ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung des Vakzins gestartet.(Quelle: FAZ, 15.03.21)


Dänemark: Ursachenforschung nach Tod geimpfter Frau

Bei der Dänin, die nach einer Impfung mit dem Mittel von Astra-Zeneca an einem Blutgerinnsel gestorben ist, sind nach Angaben der dänischen Arzneimittelbehörde „höchst ungewöhnliche“ Symptome aufgetreten. Die 60-Jährige habe eine niedrige Anzahl an Blutplättchen gehabt, Blutgerinnsel in kleinen und großen Gefäßen sowie Blutungen. Dänemark hatte vergangene Woche wie einige andere Länder erklärt, die Anwendung des Astra-Zeneca-Vakzins vorerst auszusetzen. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Köln: Inzidenz  wieder über 100

In Köln liegt die Corona-Inzidenzzahl nun wieder über 100. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag stieg die Sieben-Tage-Inzidenz für die Millionenstadt auf 100,7. Ein Sprecher von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, man wolle nun erst einmal abwarten, ob der Wert in den nächsten Tagen stabil und signifikant über der Marke bleibe.

Wenn das der Fall sein sollte, wolle die Stadt Mitte der Woche Kontakt mit der Landesregierung aufnehmen. Möglicherweise sei dann mit weiteren Maßnahmen zu rechnen. Dabei könne es gegebenenfalls aber auch um eine angepasste Test- und Impfstrategie gehen. Denkbar ist zum Beispiel, dass in mehr Bereichen als bisher negative Schnelltests vorgelegt werden müssen. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 15.03.2021, 08:00 Uhr

Gemeldet wird über das Wochenende eine hohe Zahl von Neuinfektionen durch den Landkreis Emsland aber kein weiterer CoViD-19-Todesfall. Die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn beträgt heute um 8 Uhr 8.330 (+158!). Gleichzeitig hat sich die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.660 Personen (+72 ) erhöht. In der Summe sind im Emsland folglich akut 526 (+86) Menschen an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen steht bei 1.332 (1.347); offenbar sind trotz der erheblich gestiegenen Infektionen wegen des Wochenendes keine entsprechenden zusätzlichen Quarantänemaßnahmen umgesetzt worden.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Emsland laut NLGA aktuell bei 100,3 (= +329 Neuinfizierte in 7 Tagen), was klar über dem Landesdurchschnitt von 79,1 liegt. In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert weiter niedriger als im Emsland; er beträgt 85,3 (+117 Neuinfektionen in 7 Tagen).  

Laut DIVI-Zahlen in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell 8 (-3) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim werden heute zwei CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt (+1).

In der Stadt Lingen (Ems) sind aktuell mehr als 1.013 Menschen an CoviD-19 erkrankt (+11); das sind heute 25 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 45,7). 956 (+5) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 41 (+6) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 291 262 2 27
Einheitsgemeinde Emsbüren 205 178 0 27
Samtgemeinde Freren 417 395 15 7
Einheitsgemeinde Geeste 275 268 2 5
Stadt Haren (Ems) 482 443 2 37
Stadt Haselünne 358 348 5 5
Samtgemeinde Herzlake 262 257 4 1
Samtgemeinde Lathen 383 367 1 15
Samtgemeinde Lengerich 176 154 2 20
Stadt Lingen (Ems) 1013 956 16 41
Stadt Meppen 832 788 23 21
Samtgemeinde Nordhümmling 327 310 2 15
Stadt Papenburg 1348 1153 29 166
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 105 88 2 15
Einheitsgemeinde Salzbergen 146 132 3 11
Samtgemeinde Sögel 588 527 3 58
Samtgemeinde Spelle 396 353 14 29
Einheitsgemeinde Twist 161 157 2 2
Samtgemeinde Werlte 565 524 17 24
 Gesamt* 8.330 (+158 seit 12.03.) 7.660 (+72 seit 12.03.) 144 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 526 (+86)

(15.03.21)


Israel: Mehr als 6.000 CoViD-19-Tote

Die Zahl der Corona-Toten in Israel hat die Marke von 6000 überstiegen. Wie das Gesundheitsministerium in der Nacht auf Montag mitteilte, starben seit Beginn der Pandemie 6011 Menschen in Verbindung mit dem Virus. Zum Jahreswechsel hatte die Zahl der Toten etwa 3400 betragen, Anfang Februar waren 5000 verzeichnet worden.

In dem Mittelmeerstaat mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern hatte kurz vor Weihnachten eine Impfkampagne begonnen, die zu den erfolgreichsten weltweit gehört. In den vergangenen Wochen gingen die Zahlen der Schwerkranken und der Neuinfektionen deutlich zurück. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Corona-Wahlrückblick

Sowohl die niedrige Beteiligung als auch der hohe Anteil an Briefwahlstimmen bei der Landtagswahl am Sonntag in Rheinland-Pfalz sind nach Einschätzung des Landeswahlleiters deutliche Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Zahl der Nichtwähler stieg um etwa 203.500 Menschen. Die Wahlbeteiligung von 64,4 Prozent blieb um sechs Prozentpunkte hinter der Landtagswahl 2016 zurück. Nur bei den Wahlen von 2001 bis 2011 war die Beteiligung noch geringer.
Fast zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler – 65,9 Prozent – machten diesmal von der Briefwahl Gebrauch. Das waren rund doppelt so viele wie bei der Landtagswahl 2016 (30,6 Prozent). (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Niederlande vor Parlamentswahlen in Coronazeiten

Unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie haben in den Niederlanden am Montagmorgen die Parlamentswahlen begonnen. Rund 13 Millionen Bürger sind aufgerufen, die 150 Abgeordneten der Zweiten Kammer zu wählen. Wegen der Pandemie wird die Parlamentswahl zum ersten Mal an insgesamt drei Tagen stattfinden. Hauptwahltag ist der Mittwoch.
Am Montag und Dienstag sollen vorwiegend diejenigen ihre Stimme abgeben, die besonders wegen einer Corona-Infektion gefährdet sind. Dann sind erst knapp 20 Prozent der Wahllokale geöffnet. Erstmals war auch Briefwahl für im Land wohnende Bürger ab 70 Jahre gestattet.
In allen Wahllokalen gelten strenge Schutzbestimmungen. So werden Tische, Kabinen und andere Objekte regelmäßig desinfiziert. In einigen Kommunen bekommt jeder Wähler einen eigenen Rotstift – damit machen die niederländischen Wähler traditionell ihr Kreuz auf dem Wahlzettel. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Lauterbach ruft zu Verzicht auf Reisen zu Ostern auf

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, an Ostern möglichst auf Reisen zu verzichten. „Reisen sollten an Ostern möglichst nicht unternommen werden, erst recht keine Flugreisen“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Montag. Er forderte Bund und Länder zu konkreten Regelungen für die bevorstehenden Feiertage auf. „Wir werden Konzepte wie an Weihnachten brauchen, damit Familientreffen an Ostern nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen“, sagte Lauterbach weiter. (Quelle: TSP, 15.03.21)


Niedersachsen:
Ü70 ist dran – Portal war schon seit Freitag freigeschaltet „zur Testzwecken“

Von dieser Woche an informiert die niedersächsische Landesregierung alle Menschen ab 70 Jahren darüber, dass sie einen Impftermin vereinbaren können. Das Land versucht, den Andrang zu entzerren.

Insgesamt gehören in Niedersachsen rund drei Millionen Menschen zur zweiten Impfpriorität. Über das Impfportal des Landes Niedersachsen und die Telefonhotline des Landes unter der Telefonnummer (0800) 99 88 665 können sich nun unter anderem alle Personen ab 70 Jahren, Menschen mit Krebs oder Lungenkrankheiten, mit Trisomie 21 oder pflegende Angehörige um einen Termin bemühen.

Um den Andrang bei der Terminvergabe zu entzerren, schreibt die Landesregierung die Impfberechtigten „gestaffel“t an. So sollen in dieser Woche nur Menschen eine Einladung erhalten, die 77, 78 oder 79 Jahre alt sind, in der Woche danach dann die Gruppe der 76-, 75- und 74-Jährigen, in der dritten Woche die Personen zwischen 70 und 73 Jahren. Allerdings kann bereits ab sofort jeder aus der impfberechtigten Gruppe einen Termin vereinbaren – der Brief vom Land ist dafür nicht notwendig.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag fürchten, dass Frust vorprogrammiert ist, weil nur die wenigsten auf das Einladungsschreiben warten würden – zumal das mit den Briefen für die Über-80-Jährigen nicht gut geklappt hat. Aus der Gruppe der Menschen ab 80 Jahren haben unterdessen noch nicht alle einen Impftermin. Deshalb sollen freie Termine zuerst an diese Impfberechtigten auf der Warteliste gehen.

Erste Termin-Anfragen für Impfberechtigte der Priorisierungsgruppe zwei wurden bereits am Freitag aufgenommen. Die zeitweilige Freischaltung des Online-Portals sowie der Telefon-Hotline für die Gruppe erfolge seit Freitag „testweise“, behauptete eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums NDR.de. Wer dabei bereits einen Termin vereinbaren konnte, hatte Glück.

>Die Impfungen sollen dann beginnen, wenn alle Personen aus der ersten Priorisierungsgruppe ihre Impfung erhalten haben. Dies wird voraussichtlich Ende März der Fall sein, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Freitag. In einigen Regionen könne das aber auch schon früher der Fall sein. Chronisch kranke Personen werden von ihren Krankenkassen angeschrieben und können sich nach Erhalt der Bestätigung anmelden. Behrens kündigte an, dass die Zahl der Impfteams von 120 auf 200 aufgestockt werden soll, um die Anfragen bewältigen zu können. Außerdem wurde die Hotline auf zunächst 500 Mitarbeitende erweitert und soll bis Monatsende 800 Mitarbeitende haben.

Laut Behrens sollen ab Mitte April die Hausärzte flächendeckend mit in die Impfungen einbezogen werden. Sie betonte aber, dass vorerst weiterhin die Termine in den Impfzentren Priorität haben. „Wir müssen die Zentren und die niedergelassenen Ärzte klug miteinander verbinden“, sagte die Ministerin. „Ansonsten droht Chaos.“ Die niedergelassenen Ärzte sollen sich zunächst vor allem um chronisch kranke und nicht mobile Personen kümmern. Den Impfstoff erhalten sie nicht über die Impfzentren, sondern über den Apotheken-Großhandel.

Die Hausärzte seien ein wichtiger Baustein, um alle Menschen in Niedersachsen möglichst schnell gegen Corona zu impfen, sagte Behrens. Wie die Grippeschutz-Impfungen gezeigt hätten, könnten in den Praxen wöchentlich theoretisch bis zu 800.000 Personen geimpft werden. Zusammen mit den Impfzentren seien so rund vier Millionen Impfungen pro Monat möglich. Abhängig sei dies aber natürlich vom Umfang der Impfstofflieferungen. Behrens kündigte an, dass Niedersachsen im April mindestens 180.000 Impfdosen pro Woche erhalten soll. Sollten darüber hinaus weitere Dosen geliefert werden, würden diese über den regulären Medikamenten-Großhandel für Hausärzte bestellbar gemacht werden. Um den Impfstoff schnell verimpfen zu können, sollen die 52 Zentren künftig auch an Sonn- und Feiertagen öffnen. „Wenn alles perfekt läuft, könnten wir in rund drei Monaten mit den Impfungen durch sein“, so die neue Gesundheitsministerin – und fügte schnell hinzu: „Ob das so kommt, bleibt aber abzuwarten.“ (Quelle: NDR, 15.03.21)


Überblick am Morgen

  • AstraZeneca sieht „keine Hinweise“ auf ein Blutgerinnselrisiko. AstraZeneca Plc sagte am Sonntag, eine Überprüfung der Sicherheitsdaten von Personen, die mit dem Covid-Impfstoff geimpft wurden, habe keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel ergeben.
  • Die Niederlande haben die Verwendung des AstraZeneca-Impfstoffs ausgesetzt und die Absage von 43.000 Terminen erzwungen. Die niederländischen Gesundheitsbehörden sind dadurch gezwungen sein, 43.000 Impftermine abzusagen, da die Regierung beschlossen hat, die Verwendung des Astrazeneca-Coronavirus-Impfstoffs für mindestens zwei Wochen einzustellen, berichtete die Nachrichtenagentur ANP am Sonntag.
  • Die internationalen Waffenlieferungen blieben im Zeitraum 2016-2020 unverändert und endeten mehr als ein Jahrzehnt der Zunahme, teilte das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) in einem Bericht am Montagmorgen mit. Während die Pandemie die Volkswirtschaften auf der ganzen Welt zum Erliegen gebracht und viele Länder in tiefe Rezessionen getrieben hat, sagte Sipri, es sei allerdings für Vorhersagen zu früh, ob sich die Verlangsamung der Waffenlieferungen voraussichtlich fortsetzen werde.
  • In vielen Städten und Provinzstädten Jordaniens ist es zu Protesten gegen die Coronavirus-Beschränkungen der Regierung gekommen, einen Tag nachdem in einem öffentlichen Krankenhaus der Sauerstoff ausgegangen war und mindestens sechs Covid-Patienten ums Leben gekommen waren.
  • Die australische Labour Party sagt, die Regierung müsse Papua Neuguinea bei einem alarmierenden Ausbruch mit Covid-Impfstoffen versorgen. Labour forderte die australische Regierung auft, der Nachbarinsel medizinische Nothilfe zu leisten, einschließlich der Bereitstellung von Dosen des Covid-Impfstoffs für das Gesundheitspersonal in PNG, weil die Zahl von Fällen in der pazifischen Nation eskaliert.
  • Singapur und Australien diskutieren eine mögliche „Flugreiseblase“, um künftig Quarantäne zu vermeiden, um die Grenzen wieder zu öffnen, die wegen der Coronavirus-Krise fast ein Jahr lang geschlossen sind.
  • Japan denkt darüber nach, die Zuschauerzahl bei den verschobenen Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio aufgrund des Coronavirus-Risikos auf die Hälfte der Veranstaltungskapazität zu beschränken, teilte die Zeitung Sankei am Sonntag mit. Für große Veranstaltungsorte könnte das Limit 20.000 betragen, nur wenn sich die Situation verbessert, könnten mehr Zuschauer zugelassen werden, hieß es

(Quelle: The Guardian, 15.03.21)


25.000 Ermittlungsverfahren wegen Coronahilfen-Betrugs

Bei den Staatsanwaltschaften in Deutschland sind im vergangenen Jahr laut einer Umfrage insgesamt mehr als 25.000 Verfahren wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen und anderer Delikte im Zusammenhang mit der Pandemie aufgelaufen. Das berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Richterbundes (DRB) bei Landesjustizverwaltungen und Staatsanwaltschaften der Länder. „Es dürfte mindestens bis Ende dieses Jahres dauern, ehe Polizei, Staatsanwaltschaft und Strafgerichte die teilweise komplexen Verdachtsfälle abgearbeitet haben“, sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn dem RND.

Mit mehr als 10.000 Verfahren verzeichneten die Ermittler in Nordrhein-Westfalen demnach die höchsten Fallzahlen. Etwa die Hälfte davon betreffe Verdachtsfälle von Subventionsbetrug. In Berlin seien im vergangenen Jahr die zweitmeisten Verfahren wegen mutmaßlich erschlichener Soforthilfen und anderer Delikte mit Pandemie-Bezug aufgelaufen. Die Staatsanwaltschaft hätten hier von März bis Dezember 2020 rund 5500 Fälle erreicht, in etwa einem Drittel gehe es um Subventionsbetrug.

Teilweise versuchten demnach offenbar organisierte Banden, Fördergeld aus den verschiedenen Corona-Hilfstöpfen abzugreifen. Neben missbräuchlichen Anträgen auf Corona-Hilfen beschäftigten andere Betrugsmaschen wie Verkäufe gefälschter Schutzmasken, Medikamente oder Impfstoffe bundesweit die Ermittler. Auch das Ausspähen von Kreditkartendaten auf gefälschten Internetseiten, Trickbetrügereien gegenüber älteren Menschen und Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz kommen laut Umfrage immer wieder vor. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Astrazeneca: Auch Niederlande setzen aus

Nach Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen setzen auch die Niederlande die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Astra-Zeneca aus. Die Verwendung des Vakzins werde für zwei Wochen gestoppt, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. Die Arzneimittelbehörde habe diese „Vorsichtsmaßnahme“ auf Grundlage neuer Informationen empfohlen. Es würden nun weitere Untersuchungen vorgenommen.

„Die entscheidende Frage ist, ob die Beschwerden nach oder wegen der Impfung auftraten“, erklärte Gesundheitsminister Hugo de Jonge. In den Niederlanden sei bislang kein Fall bekannt, bei dem es zu schwereren Nebenwirkungen gekommen sei. Der Minister empfahl jedoch allen Geimpften, die nach einer Injektion des Astrazeneca-Vakzins unerwartete Symptome entwickeln, einen Arzt zu kontaktieren.

Zuerst hatte Dänemark am Donnerstag die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers ausgesetzt. Die dänische Gesundheitsbehörde verwies auf Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften. Es sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gebe. Seither verkündeten auch Norwegen, Island, Bulgarien und zuletzt Irland die Aussetzung der Impfungen mit Astra-Zeneca. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


DLV: Sorge übersteigende Infektionszahlen

Der Deutsche Lehrerverband sieht mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen bei Kinder und- Jugendlichen, warnt aber vor abermaligen Schulschließungen. Stattdessen müsse es eine verbindliche Teststrategie bei Schülern geben und müssten die Lehrkräfte an allen Schulen sofort geimpft werden.

Es sei zu überlegen, ob regelmäßige Schnell- bzw. Selbsttestung – wie in Österreich praktiziert und in Sachsen geplant – als verbindliche Voraussetzung festgeschrieben werden sollte, ohne die ein Besuch des Präsenzunterrichts nicht möglich sei: „Bundesländer, die auch bei regionalen Inzidenzen über 150 Präsenzunterricht ohne Mindestabstand und die erwähnten zusätzlichen Gesundheitsschutzmaßnahmen anordnen, handeln verantwortungslos“, sagt Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Rheinischen Post.

Außerdem sollten alle schlecht belüftbaren Unterrichtsräume mit Raumluftfilteranlagen ausgestattet werden, forderte Meidinger: „Ich halte es für skandalös, dass die von einigen Bundesländern für die Anschaffung von Raumluftfilteranlagen bereitgestellten hohen Zuschüsse immer noch nur teilweise abgerufen worden sind, weil die Schulträger, also in der Regel die Kommunen, nicht bereit sind, ihren Eigenanteil daran zu leisten.“

Darüber hinaus brauche es eine „qualifizierte Maskenpflicht“, also mindestens chirurgische Masken für alle Schülerinnen und Schüler auch während des Unterrichts. Es gebe immer noch Bundesländer, die überhaupt keine Maskenpflicht etwa an Grundschulen verlangten, kritisierte Meidinger. (Quelle: FAZ, 15.03.21)


Deutschland Zahlen

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 6.600 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, stieg außerdem die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz weiter auf 82,9 – am Vortag hatte dieser Wert noch 79 betragen. Vor einer Woche hatte das RKI noch gut 5.000 neue Ansteckungsfälle gemeldet.

Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt wieder an, nachdem sie im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Sie ist ein wesentlicher Maßstab bei der Verhängung oder Lockerung von Corona-Restriktionen. (Quelle: TSP, 15.03.21)


New York gedenkt seiner 30.000 CoViD-19-Toten

Genau ein Jahr, nachdem der erste Mensch in New York nach einer bestätigten Corona-Infektion gestorben ist, hat die Millionenmetropole der mehr als 30.000 weiteren Toten seitdem gedacht. Bei einer live übertragenen Gedenkveranstaltung traten am Sonntagabend unter anderem Musiker der New Yorker Philharmoniker auf. Bilder von einigen Gestorbenen wurden währenddessen auf die Pfeiler der Brooklyn Bridge projiziert.

„Wir ehren die Leben derjenigen, die wir an diese schlimme Pandemie verloren haben, und kommen als Stadt zusammen um zu trauern, zu heilen und in eine bessere Zukunft zu schauen“, hatte Bürgermeister Bill de Blasio vor der Veranstaltung gesagt. Die Metropole war im Frühjahr 2020 zum Zentrum der Pandemie in den Vereinigten Staaten geworden, inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen aber relativ stabilisiert. (Foto: pixabay; Quelle: FAZ, 15.03.21)


BDI fordert „abgestimmten Impfrollout“ ohne Alleingänge

Die deutsche Industrie fordert die Politik nach den beiden ersten Landtagswahlen des Jahres zum entschlossenen Kampf gegen die Corona-Krise auf. „Deutschland sollte und will zügig aus dem Coronatal herauskommen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, am Sonntagabend. „Kraftvolles gemeinsames Handeln von Bund und Ländern bleibt zwingend und darf nicht durch lange Koalitionsverhandlungen oder den nächsten Wahlkampf ausgehebelt werden.“ Derzeit sei ein echter Konsens von Bundesregierung und Landesregierungen für einen abgestimmten „Impfrollout“ bis zum Sommer notwendig. Alleingänge einzelner Länder seien kontraproduktiv.

“In welchen Koalitionen auch immer: Den kommenden Landesregierungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz muss der Spagat zwischen der Eindämmung der Virus-Ausbreitung und der Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes gelingen“, erklärte Russwurm. In diesem Superwahljahr sehe die Industrie großen Bedarf für langfristig orientierte Wirtschafts- und Standortpolitik. „Jetzt kommt es deutschlandweit darauf an, vom Krisenmodus umzuschalten in den Zukunftsmodus“, betonte Russwurm. (Quelle: FAZ, 14.03.21)


EU weist Kritik an Impfstoffverteilung zurück

Die EU-Kommission kontert Kritik einiger Mitgliedsländer an angeblich ungerechter Verteilung von Corona-Impfstoffen. Dass manche EU-Länder mehr als die ihnen zustehende Quote erhalten hätten, sei „nicht auf einen Willkürakt Brüssels zurückzuführen“, sagte EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn. Manche Länder hätten ihre Kontingente voll ausgenutzt und andere eben nicht, sagte der Österreicher den „Salzburger Nachrichten“ und „Oberösterreichischen Nachrichten“. Außerdem hätten manche Länder auf den billigeren Impfstoff von Astra-Zeneca gesetzt und seien jetzt von den Lieferproblemen des Herstellers betroffen.

Österreich und fünf andere EU-Staaten hatten zuvor die Bestellpolitik Brüssels kritisiert und auf hoher Ebene Gespräche in der Union über eine gerechtere Verteilung der Corona-Impfdosen verlangt. Das derzeitige Bestellsystem würde „bis zum Sommer riesige Ungleichheiten unter Mitgliedsstaaten schaffen und vertiefen“, schrieben die Regierungschefs von Österreich, Bulgarien, Lettland, Slowenien und Tschechien an den EU-Ratspräsidenten Charles Michel und die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Kroatien schloss sich dem Vorstoß am Samstag an. (Quele: FAZ, 14.03.21)


Überblick am Abend

  • Nach Angaben der Regierung gab es in Großbritannien weitere 4.618 im Labor bestätigte Coronavirus-Fälle – verglichen mit 5.177 Fällen am vergangenen Sonntag.
  • Die Philippinen sind auf dem richtigen Weg mit ihrer Impfkampagne gegen Covid-19, meinte der Verantwortliche für die Impfstrategie der Regierung am Sonntag und ging auf die Kritik ein, dass die Einführung nur langsam vor sich gehe und die Sorge für einen Anstieg vor Neuinfektionen zunahm.
  • Die Europäische Union wird in diesem Quartal trotz Verzögerungen bei der Lieferung von AstraZeneca an ihren Impfzielen festhalten können, da Pfizer laut EU-Industriekommissar Thierry Breton schneller als geplant produziert.
  • Die Gesundheitsbehörden in Irland haben empfohlen, die Verwendung des AstraZeneca-Impfstoffs in Irland nach den Berichten der norwegischen Aufsichtsbehörden vorübergehend „auszusetzen“.
  • Das nordirische Gesundheitsministerium hat die britische Arzneimittelbehörde um eine Aktualisierung der Einführung des AstraZeneca-Impfstoffs gebeten, nachdem die Republik Irland die Verwendung von Astrazeneca-Impfstoff ausgesetzt hat. Dies hat das Ministerium in einer Erklärung bestätigt.
  • Die französische Regierung hat heute angekündigt, in dieser Woche rund 100 Covid-19-Patienten von Intensivstationen in der Region Paris zu verlegen, da die Krankenhäuser inzwischen Schwierigkeiten haben, mit dem Anstieg neuer Patienten Schritt zu halten.
  • Bahrain hat am Sonntag einige seiner Coronavirus-Beschränkungen gelockert, lässt jetzt wieder das Essen in Restaurants und öffnet Schule und Bildungseinrichtungen wieder, weil die Fallzahlen sinken.
  • Italiens nordwestliche Region Piemont will ebenfalls die AstraZeneca-Coronavirus-Impfung vorübergehend auszusetzen, nachdem ein Lehrer aus der Stadt Biella nach seiner Impfung am Samstag gestorben war.
  • Die niederländische Polizei hat Wasserwerfer eingesetzt, um Anti-Lockdown-Demonstranten in Den Haag zu zerstreuen.
  • Der brasilianische Gesundheitsminister Eduardo Pazuello soll laut brasilianischen Medienberichten in der Bolsonaro-Regierung abgesetzt werden.
    (Quelle: The Guardian, 14.03.21)

Lauterbach fordert Schulschließungen bis Ostern

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts wieder deutlich steigender Infektionszahlen einen Schulstopp bis Ostern. „Die dritte Welle rollt bereits seit zwei Wochen durch Deutschland“, sagt er der „Rheinischen Post“. Bund und Länder müssten die Notbremse ziehen, wenn in Regionen die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz über 100 steige. Ein Schulstopp sei nötig, „weil die Virusmutationen sich insbesondere bei den Jüngeren rasant ausbreiten“. Auch Grundschulen müssten bis Ostern schließen.

Das liegt sogar über Effekt der B117 Mutation. Dieser erklärt nur ca 2/3 der beobachteten Erhöhung der Neuinzidenz. 1/3 geht wahrscheinlich auf falsches Signal der Lockerungen der MPK und mehr Schnelltests zurück. Schulen sollte zu bleiben bis die Testung Schüler möglich ist https://t.co/EdZCjVIru3

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) March 14, 2021

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(Quelle: TSP, 14.03.21)


Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach hat gefordert, alle Schulen bis Ostern zu schließen. Das mutierte Corona-Virus stecke gerade besonders viele jüngere Menschen an und die dritte Welle rolle. pic.twitter.com/4x5ML3NqMf

— WDR Aktuelle Stunde (@aktuelle_stunde) March 14, 2021

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Fauci warnt Amerikaner vor Situation wie in Europa

Der US-Immunologe Antony Fauci hat angesichts der stabilen Corona-Neuinfektionszahlen in den Vereinigten Staaten vor vorschnellen Lockerungen und einer Entwicklung wie in Europa gewarnt. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen sei in den letzten Wochen zwar gesunken und habe sich auf einem Niveau eingependelt, sagte Fauci am Sonntag dem Sender Abc News. Mit rund 60.000 neuen Fällen pro Tag seien die USA aber sehr anfällig für einen erneuten Anstieg.

„Und genau das ist in Europa passiert: Die Zahl der Fälle ging zurück, es gab eine Stabilisierung, und die Gesundheitsvorkehrungen wurden zurückgefahren.“ Die Folge sei ein plötzlicher Anstieg der Neuinfektionen gewesen. „Wir können das vermeiden, wenn wir die Menschen weiter impfen und so immer mehr Schutz bekommen, ohne auf einmal die Gesundheitsmaßnahmen zurückzufahren“, sagte Fauci. (Quelle: TSP, 14.03.21)


Emsland: Inzidenz liegt über 100

Seit gestern hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Emsland stark zugenommen. Nach 84 Neuerkrankungen beträgt die Zahl der binnen der letzten sieben Tage  Infizierten jetzt 330. Das bedeutet eine 7-Tages-Inzidenz von über 100, genau gesagt 100,9.

Worauf die starke Erhöhung zurückzuführen ist, ist nicht bekannt. Der Landkreis Emsland meldet die Neuinfektionen zwar an das Nieders. Landesgesundheitsamt, informiert aber traditionell samstags und sonntags seine Bevölkerung nicht.

Damit greifen die Notbremsen aus der aktuellen Verordnung. Um aber zu verhindern, dass es in Landkreisen und kreisfreien Städten, die sich um die 100er Inzidenz herum bewegen, zu kurzfristigen Veränderungen in Kitas, Großtagespflege und Schulen kommt, wurden in den §§ 11 (Kindertagespflege, private Kinderbetreuung), 12 (Kindertageseinrichtungen) und 13 (Schulen) in etwa gleichlautende Veränderungen vorgenommen: Ein Wechsel zurück zur Notbetreuung in Kitas bzw. zurück zu der bis zum 5. März praktizierten Beschulung im Wechselmodell ohne Präsenzpflicht nur in Grundschulen, Förderschulen für geistige Entwicklung und Abschlussklassen soll nur erfolgen, wenn die Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird.

In der jetzt beginnenden Woche würde das „Szenario B“ aber frühestens am kommenden Freitag eintreten; denn gewechselt wird jeweils erst zum übernächsten Werktag, damit Eltern und Kinder rechtzeitig informiert werden und die notwendige organisatorische Vorbereitung leisten können. Außerdem sollen die in den Landkreisen und kreisfreien Städten Verantwortlichen entscheiden können, ob nach ihrer Einschätzung die Überschreitung der 100er Inzidenz von Dauer ist. Eine dies feststellende Allgemeinverfügung wird in denjenigen Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 100er Inzidenz gestern, heute und morgen (also am 12., 13. und 14 März 2021) überschritten wird, „fingiert“. Einmal mehr ein juristisches Schmankerl aus dem Sozialministerium. (Quelle: BN, 14.03.21)


Hamburg stoppt Impfterminvergabe für unter 80-Jährige

Wegen reduzierter Liefermengen des Impfstoffs von Astrazeneca stoppt Hamburg die Impfterminvergabe für unter 80-Jährige. Alle bereits vereinbarten Termine würden aber eingehalten, sagte Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Um diese Impfungen machen zu können, würden die noch im Lager befindlichen Impfdosen benötigt.

„Neue Termine können immer nur dann vergeben werden, wenn neue Lieferungen eintreffen“, sagte Helfrich. „Die Kürzung der Lieferungen hat deswegen zur Folge, dass zunächst in Hamburg keine Termine mehr vergeben werden können.“

Davon ausgenommen seien nur über-80-Jährige, die in begrenztem Umfang nach wie vor telefonisch Termine vereinbaren könnten. „Die Terminvergabe kann wieder aufgenommen werden, sobald verlässliche Lieferplanungen vorliegen und weitere Lieferungen erfolgen.“

Astrazeneca hat für die kommende und die darauf folgende Woche die Lieferung von jeweils nur noch 4800 Impfdosen nach Hamburg angekündigt. Ursprünglich waren insgesamt mehr als 26.000 Dosen zugesagt worden. (Quelle: TSP, 14.3.21)


Grafschafter Zahlen

>33 Neuinfektionen meldet das Nordhorner Kreishaus am Sonntag für die Grafschaft Bentheim. Das geht aus dem sogenannten Dashboard des Landkreises hervor. Das ist die bisher zweithöchste Zahl der Neuinfektionen im Monat März. Nur am 4. März waren es mehr, nämlich 34 Neuinfektionen. Damit übersteigt die Zahl der aktuellen Corona-Fälle seit längerer Zeit wieder die 200-Marke: Es werden 204 aktuelle Covid-19-Fälle gezählt.

Das Landesgesundheitsamt beziffert den Inzidenzwert am Sonntag auf 90,4. Das ist ein deutlicher Anstieg zu Samstag (80,9). 657 Grafschafter verbringen den Sonntag in Quarantäne. Das sind 42 mehr als noch am Samstag.

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle liegt bei 3816. Dem Gegenüber stehen 3508 Menschen, die inzwischen als wieder genesen gelten. Das sind 22 mehr als noch am Samstag. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus werden 104 Todesfälle genannt.

In den aktuell 204 Corona-Fällen in der Grafschaft sind 54 (+3) aus Nordhorn enthalten. (Quelle: GN, 14.03.21)


„Kampf um jeden Atemzug“ – Doku zeigt Covid-19-Behandlung an Charité

>Maschinen, Schläuche und Handgriffe, die sitzen müssen: Eine TV-Dokumentation zeigt den harten Kampf um das Leben von schwer erkrankten Covid-19-Patienten an der Berliner Charité. Sie wird am Montagabend im Ersten gezeigt (22.50 Uhr). Es sind Einblicke in den Arbeitsalltag von Ärztinnen und Ärzten, von Intensivpflegepersonal und anderen beteiligten Berufsgruppen – und in die Schicksale hinter den nüchternen Corona-Statistiken.

Gefilmt wurde die Doku des Regisseurs Carl Gierstorfer über mehrere Monate auf der Covid-Station 43 des berühmten, europaweit größten Uniklinikums. Diese Station war schon vor der Pandemie auf die Behandlung von Menschen mit schweren Lungenversagen spezialisiert. Nun liegen dort Menschen mit schwersten Covid-19-Verläufen.

Was die Pandemie mit den Menschen macht, die an vorderster Front dagegen kämpfen, zeigt die Doku eindrücklich: Abgekämpft wirken sie teilweise, gefrustet, blass und müde, ständig konfrontiert mit dem Tod. „Weihnachten war schrecklich“, erzählt eine Ärztin. Viele Patienten seien gestorben. Eine Intensivpflegerin spricht von der schlimmsten Zeit in ihrem Arbeitsleben und einer Hilflosigkeit angesichts des Todes vieler junger Menschen: „Wir konnten da nix machen. Nix.“

Manche Bilder in „Die Story im Ersten: Auf der Covid-Intensivstation der Charité – Kampf um jeden Atemzug“ dürften nichts für Zartbesaitete sein. Etwa von regungslosen Patienten in Bauchlagerung, von einer Reanimation und einem Patienten, der an eine künstliche Lunge angeschlossen wird. Solche Maschinen reichern das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff an (in Fachsprache: Ecmo). Sie gelten als „Hoffnungsmaschinen“, wie es in dem Film ausgedrückt wird.

Berührend sind zwischen all der High-Tech-Medizin die Szenen, in denen die Pflegekräfte – von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung gehüllt – den im Koma liegenden Patienten gut zureden. Oder den Angehörigen telefonisch die Nachricht überbringen, dass es trotz aller Bemühungen absehbar zu Ende geht. Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer: Eine Patientin wird schließlich in die Reha entlassen. (Quelle: TSP, 14.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Sonntag, 14. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.111 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 7 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.595. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 176.434 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Neun niedersächsicshe Kommunen haben inzwischen eine Inzidenz über 100 – die Bewohner dieser Regionen müssen auf Lockerungen verzichten. Betroffen sind die Landkreise Cloppenburg, Emsland, Leer, Peine, Vechta und Wesermarsch, die Region Hannover, die Stadt Osnabrück sowie die Stadt Salzgitter. Die höchste Inzidenz hatte Salzgitter mit 182,2. In der Region Hannover, die knapp 1,2 Millionen Einwohner hat, kletterte der Wert auf 120,4.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 76,8 Fällen je 100.000 Einwohner; am Samstag lag sie bei 74,7. (Quelle: NDR, 14.03.21)


Flüge zwischen Australien und Singapur sollen ohne Quarantäne möglich werden

Australien und Singapur wollen Reisen in Corona-Zeiten zwischen den beiden Ländern wieder ohne Quarantäne möglich machen und erwägen daher eine Blase für den Luftverkehr. „Wir arbeiten im Moment mit Singapur zusammen, möglicherweise für eine Blase im Juli“, sagte Australiens stellvertretender Premierminister Michael McCormack der Australian Broadcasting Corporation. Damit könnten Reisen zwischen den beiden Staaten ohne Quarantänemaßnahmen ermöglicht werden. McCormack zeigte sich offen, weitere Blasen im Luftverkehr zu eröffnen, wenn die Länder ihre Impfprogramme ausrollten. Sowohl Australien als auch Singapur haben das Virus mit Hilfe von Grenzschließungen und strengen Abstandsregeln weitgehend unter Kontrolle gebracht. (Quelle: TSP, 14.03.21)


Deutschland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet (doch noch) am Sonntag(vormittag) die neuen Corona.Zahlen und zwar 10.790 Neuinfektionen. Das sind 2.687 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Vergleich zum Vortag auf 79 von 76,1. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 70 Menschen sind in den vergangenen 24 Stunden in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 73.371. Insgesamt wurden bislang mehr als 2.569.000 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. (Quelle: RKI, 14.03.21)


Erhielten islamistische Extremisten Corona-Soforthilfen?

Corona-Soforthilfen der Bundesregierung befinden sich einem Medienbericht zufolge offenbar auch islamistische Extremisten. In Einzelfällen bestehe der Verdacht der „direkten Terrorismusfinanzierung“, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung eine Quelle im Umfeld der Berliner Strafverfolgungsbehörden.

Staatsschutz und Staatsanwaltschaft führen dem Bericht zufolge in Berlin mehr als 100 Ermittlungsverfahren gegen rund 60 Menschen, Moscheevereine und Vereinigungen, die dem islamistischen Spektrum zugerechnet werden. Die Behörden prüfen demnach, ob und in welchem Ausmaß Corona-Soforthilfen kassiert wurden, ohne dass ein Anspruch bestand.

In mindestens drei Fällen soll es Hinweise geben, dass Corona-Hilfen in Kriegsgebieten des Nahen Ostens zur Terrorismusfinanzierung genutzt worden seien. Insgesamt liege die Schadenssumme aller verfolgter Fälle bei rund einer Million Euro. 250.000 Euro wurden der Zeitung zufolge bei Durchsuchungen bereits sichergestellt.

Das Landeskriminalamt (LKA) hatte in den vergangenen Monaten mit einem Großaufgebot an Ermittlern mehrere Moscheen, Büros von Moscheevereinen und Privatwohnungen in Berlin durchsucht. Subventionsbetrug kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, in schweren Fällen von bis zu zehn Jahren bestraft werden. (Quelle: TSP, 14.03.21)


200 Attacken von Maskenverweigerern auf Bahn-Mitarbeiter in 2020

Maskenverweigerer haben Zugbegleiter und Mitarbeiter der Deutschen Bahn im Jahr 2020 rund 200 Mal angepöbelt und angegriffen. Dies bestätigt ein Bahnsprecher gegenüber der „Bild am Sonntag“. Kristian Loroch, Vorstandsmitglied der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), fordert die Staatsanwaltschaften demnach auf, solche Übergriffe strafrechtlich zu verfolgen: „Schlimm und völlig inakzeptabel sind vor allem die vielen persönlichen und oft sehr drastischen Beleidigungen, wenn uneinsichtige Fahrgäste auf die Tragepflicht von Masken hingewiesen werden.“

Von September 2020 bis 4. März 2021 führte die Bundespolizei nach Informationen der „Bild am Sonntag“ 312.000 ‚Belehrungen wegen Verstoß gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung‘ in Zügen und auf Bahnhöfen durch. Laut Deutsche Bahn hält sich die große Mehrheit ihrer Kunden jedoch an die Maskenpflicht. (Quelle: TSP, 14.03.21)


EU-Kommissionsvize: Fehler gemacht

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hat Versäumnisse in Sachen Impfstrategie bei der Europäischen Union zugegeben. „Es stimmt, dass bei der Bestellung der Impfstoffe sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten Fehler gemacht wurden“, sagte Timmermans dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Ich bin bereit, am Ende der Pandemie eine Bilanz zu ziehen. Dann können wir ja sehen, was wir falsch und was wir richtig gemacht haben.“

In der jetzigen Situation gehe es aber erst einmal darum, „dass ganz Europa Impfstoff bekommt“, sagte Timmermans weiter. Ein europäisches Vorgehen sei „auch im Interesse der reicheren Staaten“ wie Deutschland erfolgt, ergänzte der Stellvertreter von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Blick auf die gemeinschaftliche Impfstoff-Bestellung durch die EU.

Die EU-Kommission hat von den vier in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Dosen geordert – eigentlich mehr als genug für die rund 450 Millionen Europäer. Allerdings steht die EU-Kommission seit längerem in der Kritik, unter anderem weil ihr zögerliches Handeln und strategische Fehler bei der Bestellung von Impfstoffen vorgeworfen werden. Auch die Verteilung der Impfstoffdosen auf die Mitgliedstaaten wird in manchen Hauptstädten der EU als ungerecht empfunden.
(Quelle: FAZ, 14.03.21)


Weber befürwortet Exportstopp für Astrazeneca

Nach der Ankündigung erneuter drastischer Kürzungen der Impfstofflieferungen von Astrazeneca an die EU hat EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) Konsequenzen gefordert. „Es entsteht der Eindruck, dass andere Länder gegenüber der EU bevorzugt werden“, sagte Weber der „Welt am Sonntag“. Solange Astrazeneca seine Zusagen nicht erfülle, „sollte die EU einen grundsätzlichen Exportstopp von in der EU produzierten Impfstoffdosen des Unternehmens verhängen“.

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca hatte am Freitag erneut massive Lieferkürzungen angekündigt. Statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen sollen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten gehen. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Exportbeschränkungen, ohne Details zu nennen.

Die EU hatte sowohl den USA als auch Großbritannien vorgeworfen, anders als sie selbst keinen in den Ländern produzierten Impfstoff zu exportieren. Mit der britischen Regierung entbrannte darüber in den vergangenen Tagen erneut Streit, da London dies zurückgewiesen hatte. (Quelle: TSP, 14.03.21)


Grüße an die deutsche Verwaltung

Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den neuen Corona-Infektionen, den Todesfällen und der Sieben-Tage-Inzidenz liegen noch nicht vor. Das Dashboard des RKI wird derzeit aktualisiert. (14.03.21, 8.00 Uhr)


Protest in Paris: Schauspielerin zieht sich bei César-Preisverleihung aus

Eine französische Schauspielerin hat sich gestern während der César-Preisverleihung in Paris nackt auf der Bühne ausgezogen, um damit gegen die Schließung von Theatern und Kinos durch die Regierung während der Coronavirus-Pandemie zu protestieren.

Corinne Masiero hatte in einer Nachricht an den Premierminister Jean Castex „keine Kultur, keine Zukunft“ auf ihre Brust geschrieben und „uns Kunst zurückgeben, Jean“ auf ihren Rücken. Die 57-jährige Masiero war auf der Bühne, um den Preis für das beste Kostüm zu überreichen. Sie trug ein Esel-Outfit und ein blutbeflecktes Kleid, bevor sie sich vor dem Publikum auszog.

Der César gilt als Frankreichs Antwort auf die Oscars: Die Zeremonie ist in normalen Zeiten die größte Nacht im französischen Kinokalender, doch am Freitag fand sie in deutlich reduziertem Rahmen statt – ohne Blitzlichter auf dem roten Teppich und ohne PartnerInnen an den Händen der Nominierten.

Die Preisverleihung in einem Theater fand zu einer Zeit statt, da die Wut und Frustration unter Schauspielern, Musikern und Künstlern immer mehr zunimmt, weil die Regierung nicht bereit ist, einen Termin für die Wiedereröffnung von Museen, Galerien, Konzertsälen und Filmhäusern festzulegen.

Marina Foïs, eine der bekanntesten Komikerinnen Frankreichs, zielte in ihrer beißenden Rede auf die Schließung von Theatern und Kinos durch die Regierung ab, um die Zeremonie zu eröffnen. Foïs, die die Nacht moderierte, kritisierte die Kulturministerin Roselyne Bachelot dafür, dass sie während der Covid-19-Krise Zeit gefunden hatte, ein Buch zu schreiben, und sagte: „Ich verliere jedes Vertrauen in Sie.“

Sie kritisierte auch die Strategie der französischen Regierung zur Bekämpfung des Virus, da weil die Zahl der Fälle im Land 4 Millionen überstieg. „Sie haben unsere Jugendlichen eingepfercht, unsere Kinos und Theater geschlossen und Konzerte verboten, damit sie Kirchen eröffnen können, weil wir ein säkulares Land sind, damit alte Menschen in die Kirche gehen können“, sagte sie. Die Mehrheit der Franzosen ist römisch-katholisch.

(Quelle: The Guardian, 13.03.21)


Corona-Infizierte: Brasilien überholt Indien

Brasilien hat Indien als Land mit den zweitmeisten Corona-Infizierten weltweit überholt. Das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika erfasste nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Freitagabend (Ortszeit) 85.663 neue Corona-Infizierte innerhalb von einem Tag.

Damit haben sich in Brasilien insgesamt 11.363.380 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In Indien sind es derzeit 11.333.728 Millionen registrierte Fälle. 275.105 Menschen sind in Brasilien mit Covid-19 gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

Brasilien, das im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Nach der Amazonas-Metropole Manaus im Januar ist das Gesundheitssystem nun an mehreren Orten gleichzeitig zusammengebrochen oder steht vor dem Zusammenbruch, etwa auch in Städten und Regionen im Südosten und Süden, die über eine stärkere Infrastruktur verfügen.

So haben die Intensivstationen für Covid-19-Patienten laut dem Nachrichtenportal „G1“ in 53 Städten des reichen Bundesstaates São Paulo 100 Prozent Auslastung erreicht. Mindestens 45 Covid-19-Patienten oder mit Verdacht auf Corona starben laut „G1“, während sie auf ein Intensivbett warteten. Der Bundesstaat wird am Montag in die bisher noch nicht ausgerufene Notfallphase eintreten, in der unter anderem eine Ausgangssperre von 20 Uhr an gilt. (Quelle: FAZ, 13.03.21)


Überblick am Abend

  • Nach Angaben der britischen Regierung gab es in Großbritannien weitere 5.534 im Labor bestätigte Coronavirus-Fälle – verglichen mit 6.039 Fällen am vergangenen Samstag.
  • Fußballfans wurde am Samstag in Russland beim russischen Premier League-Spiel zwischen Zenit und Akhmat Grozny in St. Petersburg eine Covid-19-Impfung angeboten.
  • Italien wird sein Covid-19-Impfprogramm verstärken, um das Ziel zu erreichen, täglich 500.000 Dosen zu verabreichen, sagte der Coronavirus-Sonderkommissar des Landes am Samstag.
  • Kolumbien hat seinen ersten Todesfall aufgrund der in Brasilien erstmals entdeckten Virusvariante bestätigt. Die im Januar verstorbene Person sei älter und habe gesundheitliche Probleme gehabt.
  • Eine Analyse der Sicherheitsdaten von mehr als 17 Millionen Impfstoffdosen hat keine Hinweise ergeben, die den AstraZeneca-Impfstoff mit einem höheren Risiko für Lungenembolie, tiefe Venenthrombose oder Thrombozytopenie in Verbindung bringen, so der britisch-schwedische Hersteller.
  • Die kleine portugiesische Insel Corvo hat die meisten ihrer 400 Menschen gegen Covid-19 geimpft und wird bald die Herdenimmunität erreichen, sagte der einzige Arzt der Insel.
  • Südafrika hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums weitere 82 Todesfälle und 1.541 neue Fälle von Covid-19 gemeldet. Dies ist vergleichbar mit 81 Todesfällen und 1.227 am Samstag vor einer Woche. (The Guardian, 13.03.21)

Drei neue Fälle von Blutgerinnsel nach Impfung

In Norwegen sind bei drei jungen Menschen Blutgerinnsel beziehungsweise Hirnblutungen aufgetreten, nachdem sie mit dem Impfstoff des Unternehmens Astrazeneca geimpft worden sind. Wie die norwegische Gesundheitsbehörde Folkehelseinstitutt am Samstag mitteilte, arbeiten alle drei im Gesundheitswesen. Es werde nun untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Blutgerinnsel gibt. „So etwas ist sehr selten, aber sehr ernst“, sagte Steinar Madsen von der Arzneimittelbehörde dem Norwegischen Rundfunk NRK.

Außerdem seien mehrere Fälle gemeldet worden, in denen junge Geimpfte Hautblutungen oder blaue Flecken bekommen hätten, sagte Sigurd Hortemo vom Folkehelseinstitutt. Das könne ein Hinweis auf eine niedrige Anzahl an Blutplättchen (Thrombozyten) sein, was wiederum innere Blutungen auslösen könne.

Personen unter 50 Jahren, die in den letzten zwei Wochen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff geimpft wurden, sind nun aufgefordert, genau auf Nebenwirkungen zu achten und bei Blutungen oder blauen Flecken zum Arzt zu gehen. (Quelle: TSP, 13.03.21)


Frankreich-Zahlen

In Frankreich ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb eines Tages auf 29.759 gestiegen. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums hervor. Am Freitag verzeichnete die Behörde lediglich 25.229 neue Fälle. Die Zahl der Menschen, die an dem Virus starben, stieg bis Samstag um 169 auf insgesamt 64.978. Die Zahl der Intensivpatienten stieg um 37 auf 4070. (Quelle: FAZ, 13.03.21)


WTO-Chefin fordert Lizenzherstellung von Impfstoffen

Die neue Generaldirektorin der Welthandelsorganisation WTO, Ngozi Okonjo-Iweala, appelliert an die Hersteller von Corona-Impfstoffen, den Weg für eine Lizenzfertigung ihrer Vakzine durch andere Unternehmen freizumachen. Dies sei dringend notwendig, um auch arme Länder mit Impfstoff zu versorgen, sagte die WTO-Chefin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es gebe weltweit mehr als 130 Staaten „ohne eine einzige Dosis“ Impfstoff. „Das ist nicht akzeptabel, denn es sterben deshalb Menschen.“

Vakzine für arme Länder zu beschaffen sei im Eigeninteresse der reichen Staaten, betonte Okonjo-Iweala: „Wenn wir nicht weltweit solidarisch handeln, dann werden sich die Virus-Mutationen vervielfachen und uns alle heimsuchen.“ (Quelle: TSP, 13.03.21)


Impfziel rechnerisch erreichbar, wenn…

Trotz des langsamen Starts der Corona-Schutzimpfung könnten laut einer Berechnung der Hans-Böckler-Stiftung alle impfwilligen Erwachsenen in Deutschland bis Ende Juli den vollständigen Impfschutz erhalten. Dieses Ziel sei rechnerisch auf Basis der von der Bundesregierung angekündigten Vakzindosen und den Kapazitäten in Impfzentren sowie bei Haus- und Betriebsärzten möglich, teilte die gewerkschaftsnahe Stiftung am Freitag in Düsseldorf mit.

Werden die Impfstoffe in dem derzeit vorgesehenen Tempo geliefert und sofort vollständig verabreicht, könnten die mutmaßlich knapp 53 Millionen impfwilligen Erwachsenen theoretisch bis Ende Juni vollständig immunisiert werden, wie eine Berechnung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Stiftung ergab. „Die Verfügbarkeit der Vakzine ist in wenigen Wochen kein Engpass mehr“, sagte der wissenschaftlicher Direktor des IMK, Sebastian Dullien. Politik und Behörden müssten Haus- und Betriebsärzte möglichst rasch einbinden und lokale Erfahrungen mit erfolgreichen Organisationskonzepten nutzen.

Laut Dullien und seinem IMK-Forscherkollege Andrew Watt sind bis Ende Juli knapp 137 Millionen Dosen der Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna, Astra-Zeneca sowie Johnson & Johnson in Deutschland angekündigt. Damit könnten rein rechnerisch 77,6 Millionen Erwachsene vollständig immunisiert werden. Jüngsten Umfragen zufolge liegt die Impfbereitschaft bei etwa 75 Prozent der Erwachsenen. (Quelle: FAZ, 13.03.21)


Verbotene Demonstrationen finden trotzdem statt

In mehreren Städten Deutschlands haben am Samstag Tausende Anhänger der „Querdenken“-Bewegungen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. In Dresden waren es laut dpa trotz Demonstrationsverbot rund 1000 Menschen. Ein Polizeisprecher sagte, die Menschen seien in zwei Gruppen durch Dresden gelaufen. Polizeibeamte hätten Teilnehmer wegen Verstoßes gegen die geltenden Corona-Auflagen gestoppt, dabei sei es auch zu tätlichen Angriffen und Widerstand gegen Beamte gekommen. Diese hätten Anzeige erstattet. Insgesamt sei die Lage in Dresden aber „sehr ruhig“.

Laut dem Sender MDR wurden Polizeisperren durchbrochen und Polizeibeamte zu Boden gerissen. Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks verurteilte die Gewalt. „Sogenannte Querdenker zeigen ihr wahres Gesicht: Gewaltbereite Extremisten am Werk“, twitterte er. Sachsens SPD-Chef und stellvertretender Regierungschef Martin Dulig äußerte sich schockiert. „Jeder, der auf dieser verbotenen Demo mitläuft, macht sich gemein mit den verübten Straftaten. Corona wird so nicht aufgehalten, im Gegenteil! Hier wird mit unser aller Gesundheit gespielt.“

Schockierende Bilder aus #Dresden bei #dd1303. Polizisten werden brutal angegriffen. Jeder, der auf dieser verbotenen Demo mitläuft, macht sich gemein mit den verübten Straftaten. Corona wird so nicht aufgehalten, im Gegenteil! Hier wird mit unser aller Gesundheit gespielt.

— Martin Dulig (@MartinDulig) March 13, 2021

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(Quelle: FAZ, 13.03.21)


Jordanien: 7 Tote nach Sauerstoffpanne

Wegen einer Panne bei der Sauerstoffversorgung zur künstlichen Beatmung sind mindestens sieben Covid-19-Patienten in einem jordanischen Krankenhaus gestorben. Am frühen Samstagmorgen seien die Sauerstoffvorräte in der Klinik in Salt zur Neige gegangen, sagte Gesundheitsminister Nasir Obeidat. König Abdullah II. forderte bei einem Besuch vor Ort die Absetzung des Krankenhauschefs.

Eine Stunde lang habe es Probleme mit der Sauerstoffversorgung gegeben und das habe wahrscheinlich zum Tod der Patienten geführt, sagte Gesundheitsminister Obeidat. Er übernehme „die volle moralische Verantwortung“ für den Vorfall und habe seinen Rücktritt eingereicht. Nach Angaben eines Regierungssprechers nahm Ministerpräsident Bischer al-Chasawneh das Rücktrittsgesuch des Ministers an. Vor dem Krankenhaus in der Stadt Salt nordwestlich der Hauptstadt Amman versammelten sich hunderte Menschen, um gegen die Todesfälle zu protestieren. Unter ihnen waren auch die Angehörigen der Opfer.

Im Königreich Jordanien mit seinen zehn Millionen Einwohnern wurden bislang mehr als 460.000 Infektionen mit dem Coronavirus und mehr als 5200 Todesfälle registriert. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen steigt seit einigen Wochen. (Quelle: FAZ, 13.03.21)


Frankreich erhöht das Tempo beim Impfen

Die französische Regierung hofft darauf, bis Mitte April mehr als zehn Millionen Menschen im Land gegen das Coronavirus geimpft zu haben. „Wir haben uns das Ziel von zehn Millionen Impfungen bis 15. April gesetzt und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir es übertreffen“, sagte Regierungschef Jean Castex am Samstag beim Besuch eines Impfzentrums im westfranzösischen Saint-Maixent-l’Ecole.

„Wir werden im April eine große Herausforderung zu stemmen haben, weil wir sehr viele Vakzine haben werden“, sagte Castex. „Einigen Kummer“ bereiteten jedoch die Hersteller wegen der Verzögerungen bei den Impfstofflieferungen, kritisierte er. Landesweit haben bislang rund 4,5 Millionen Menschen eine Corona-Impfung erhalten.

Wegen der angespannten Lage in den Krankenhäusern der Hauptstadtregion um Paris begannen die Behörden am Samstag mit der Verlegung von Covid-19-Patienten in andere Regionen. Drei Patienten würden in Kliniken in Westfrankreich gebracht, sagte ein Sprecher der Rettungsdienste im Département Seine-Saint-Denis. Die Gesundheitsbehörden bereiten sich darauf vor, Dutzende oder sogar hunderte Patienten aus dem Großraum Paris in andere Regionen zu verlegen. (Quelle: TSP, 13.03.21)


Polen: Neuinfektionen steigen

Polen meldet einen weiteren Anstieg der täglichen Coronavirus-Fälle, wodurch das Land am Samstag die höchste Anzahl an Neuinfektionen seit Januar verzeichnete. Das Gesundheitsministerium meldete 21.049 neue Fälle, die höchste tägliche Zahl seit dem 23. November, und 343 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren.

Insgesamt hat Polen 1.889.360 Fälle und 47.068 Todesfälle gemeldet.

Mamy 21 049 nowych i potwierdzonych przypadków zakażenia #koronawirus z województw: mazowieckiego (3891), śląskiego (2682), wielkopolskiego (1828), dolnośląskiego (1687), małopolskiego (1686), pomorskiego (1494), kujawsko-pomorskiego (1225), łódzkiego (1185),

— Ministerstwo Zdrowia (@MZ_GOV_PL) March 13, 2021

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(13.03.21)


2021: Osterfeuer nicht verantwortbar

Wegen der Corona-Pandemie haben bereits zahlreiche Landkreise auch für dieses Jahr die traditionellen Osterfeuer abgesagt. Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Geldbuße.

Osterfeuer gehören eigentlich zu Ostern wie bunte Eier und Schokoladen-Osterhasen. Traditionell werden die meisten Feuer am Sonnabend vor Ostern zum Einbruch der Dämmerung entzündet. In diesem Jahr wird daraus aber vielerorts nichts. Grund ist – wie bereits im Vorjahr – die Corona-Pandemie. „Bei einem Osterfeuer handelt es sich typischerweise um eine Veranstaltung“, teilte das „für Brauchtum zuständige“ Innenministerium in Hannover mit. Diese seien nach der geltenden niedersächsischen Corona-Verordnung bis zum 28. März nicht zulässig.

Der Karsamstag fällt allerdings erst auf den 3. April. Das für die Corona-Verordnung zuständige Sozialministerium teilte mit: „Eine Sonderregelung für Veranstaltungen zu Ostern ist derzeit nicht geplant.“ Es verweist zugleich auf die nächsten Bund-Länder-Gespräche am 22. März. Danach müsste die geltende Corona-Verordnung fortgeschrieben werden. Viele Städte und Gemeinden in Niedersachsen, die grundsätzlich für die Genehmigung der Osterfeuer zuständig sind, wollen nicht so lange auf eine Regelung warten. Sie verständigten sich mit ihren Landkreisen bereits darauf, dass es in diesem Jahr keine Osterfeuer geben wird.

Folgende Städte und Landkreise haben Osterfeuer in diesem Jahr bereits untersagt: Stadt Göttingen, Stadt Osnabrück, Stadt Wilhelmshaven, Landkreis Emsland, Landkreis Friesland, Landkreis Grafschaft Bentheim, Landkreis Leer, Landkreis Uelzen und Landkreis Vechta.

Die Lage lasse das nicht zu, sagte etwa Michael Kiehl, Erster Kreisrat in der Grafschaft Bentheim. „Wir müssen uns geduldig zeigen und weiterhin gesellige Zusammenkünfte vermeiden, wo es eben nur geht.“ Auch in Wilhelmshaven wird so argumentiert. „Um eine Verbreitung des Coronavirus effektiv zu verhindern, gilt es weiterhin, die Kontakte so gering wie möglich zu halten“, begründete Ordnungsamtsleiter Ralf Janßen das bereits Anfang März ausgesprochene Verbot der Stadt. Heiko Blume, Landrat im Landkreis Uelzen, verweist auf die möglichen Folgen. Es sei absehbar, dass Zusammentreffen größerer Menschengruppen am Osterwochenende Anfang April im Hinblick auf das Infektionsgeschehen „nicht verantwortbar“ sein werden, sagte der CDU-Politiker bereits Anfang Februar. (Foto: Osterfeuer Münnigbüren 2019; Quelle: NDR, 13.03.21


AstraZeneca und Thüringen stoppen  Impftermine

Die vom britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra-Zeneca angekündigten Lieferkürzungen beim Impfstoff gegen das Coronavirus zwingen das Land Thüringen zum Stopp der Impftermin-Vergabe und zur Verschiebung der Einbindung der Hausärzte bei den Impfungen. „Das ist mehr als ärgerlich“, erklärte am Samstag Landesgesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Damit sei „auch der letzte Funke an Vertrauen in verbindliche Zusagen erloschen“.

Astra-Zeneca hatte zuvor abermalige Kürzungen bei den Impfstofflieferungen in die EU angekündigt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) informierte die Gesundheitsministerien der Länder darüber am Freitagabend, wie Werner mitteilte. Thüringen erhalte damit bis Ende kommender Woche statt 31.200 nur 9600 Impfdosen von Astra-Zeneca.

Thüringen habe daher die Terminvergabe im Impfzentrum in Gera stoppen müssen. Ein Teil der bereits gebuchten Impfungen im Land müsse mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna erfolgen. Eine für kommende Woche angekündigte Lieferung von 10.800 Impfdosen des Moderna-Impfstoffs sollte eigentlich für das Modellprojekt zur Einbindung der Hausärzte genutzt werden, wie die Ministerin erklärte. „Dieses Vorhaben kann nun im März nicht mehr starten. Auch die Eröffnung von zwei überregionalen Impfzentren im Norden und im Süden Thüringens nach Ostern liegt damit erst einmal auf Eis.“ (Quelle: FAZ, 13.03.21)


Grafschaft Bentheim

Der Landkreis meldet am Samstag 31 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Demnach liegt die Gesamtzahl der Corona-Fälle bei 3783. Als genesen gelten 3486 Personen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung beträgt weiterhin 104. In Quarantäne befinden sich aktuell 615 Personen. Das Landesgesundheitsamt nennt für Samstag einen Inzidenzwert von 80,9. Der Wert ist damit im Vergleich zu Freitag (78) leicht gestiegen.
Die aktuell 193 Corona-Fälle in der Grafschaft verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 34 (-1), Emlichheim: 21 (+4), Uelsen: 0, Neuenhaus: 36 (+5), Wietmarschen: 6 (-1), Nordhorn: 51 (+4), Schüttorf: 45 (+4).
(Quelle: GN, 13.03.21)


Australien meldet ersten örtlichen CoViD-19-Fall seit zwei Wochen

Australien hat den ersten lokalen Covid-19-Fall seit mehr als zwei Wochen registriert; eine Ärztin ist positiv auf Coronavirus getestet worden, was sofort zu Einschränkungen in den Krankenhäusern der Umgebung und eine dringende Kontaktverfolgung aller seiner Patienten auslöste.

Annastacia Palaszczuk, die Ministerpräsidentin von Queensland, sagte, der nicht benannte Arzt habe letzte Woche zwei Patienten behandelt, die kürzlich nach Australien zurückgekehrt und positiv auf die Variante B117 getestet worden seien.

„Wir wissen, dass diese Ärztin, der diese beiden Covid-positiven Patienten untersuchte, zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus war. Jetzt hat sie CoViD-Symptome  entwickelz“, wurde Palaszczuk von Reuters zitiert. Es war Australiens erste im Land entstandene Infektion seit dem 24. Februar.

Während die Behörden versuchen, die Größe des Ausbruchs einzugrenzen, sagte Palaszczuk, würden die Krankenhäuser in der Landeshauptstadt für alle Besucher geschlossen sein. Die Behörden stellten aktuell fest, wie viele Personen die Ärztin behandelt hat, bevor sie dann positiv getestet wurden.

Australien hat etwas mehr als 29.000 Coronavirus-Infektionen und 909 Todesfälle durch Covid-19 gemeldet, weit weniger als fast alle anderen Industrieländer. (Quelle: The Guardian, 13.03.21)


Russland: Offizielle Zahlen

Russland meldete am Samstag 9.908 neue Covid-19-Fälle, darunter 1.600 in Moskau. Damit hat sich die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie auf 4.380.525 erhöht, berichtet Reuters.

Die Coronavirus-Task Force der Regierung teilte außerdem mit, dass in den letzten 24 Stunden 475 Menschen gestorben seien, was die Zahl der Todesopfer auf 91.695 erhöht habe. (Quelle: FAZ, 13.03.21)


Philippinen: P1-Mutante aus Brasilien festgestellt

Auf den Philippinen ist erstmals die in Brasilien entdeckte hochansteckende Coronavirus-Variante nachgewiesen worden. Ein Filipino, der aus Brasilien zurückkehrte, sei positiv auf die P.1 Brasilien-Variante getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in einer Erklärung mit. Zudem seien 98 Ansteckungen mit der P.3 Variante, die zum ersten Mal Anfang des Monats in dem südostasiatischen Land entdeckt wurde, registriert worden.

Laut dem Ministerium wurden binnen 24 Stunden 5000 neuen Coronavirus-Fällen nachgewiesen, der größte Anstieg an einem Tag seit mehr als sechs Monaten. 72 weitere Personen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle beläuft sich damit auf 616.611. (Quelle: FAZ, 13.03.21)


„Die Pest“

Die Corona-Pandemie hat dem Roman „Die Pest“ von Albert Camus (1913-1960) zu neuem Ruhm verholfen. „Inzwischen liegt das Buch in der 101. Auflage im Buchhandel vor“, zitierte die „Dresdner Morgenpost“ am Samstag Rowohlt-Sprecherin Regina Steinicke. Vor einem Jahr hatte der Verlag gerade die 90. Auflage des Buches gedruckt. 2020 seien etwa 150.000 Exemplare verkauft worden, hieß es.

Der Roman handelt von einer Pest-Epidemie in den 1940er Jahren in der algerischen Küstenstadt Oran. Sie wird hermetisch abgeriegelt, ein Entkommen ist nicht möglich. Rowohlt-Programmleiterin Sünje Redies zeigte sich erfreut, dass viele in der „Pest“ „Parallelen lesen zu dem, was wir gerade weltweit erleben; und eine Möglichkeit, diese Realität zu reflektieren und reflektiert zu sehen in den Worten dieses Autors“. (Quelle: FAZ, 13.03.21)


Schäuble für zügige Impfung von Olympia-Startern

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble befürwortet eine zügige Impfung von Olympia-Teilnehmern gegen Corona, sobald die Impfstoff-Situation es zulässt. Er hoffe, dass man für diese Athleten, was die Verfügbarkeit der Impfstoffe und das Impfen anbetreffe, innerhalb der nächsten Wochen zu einem etwas pragmatischeren Umgang kommen könne, sagte der CDU-Politiker im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sobald einigermaßen genügend Impfstoff vorhanden sei, so dass auch Hausärzte in die Versorgung einbezogen würden, „stellt sich die Frage der strengen Priorisierung neu“, und er finde es dann richtig, dass die potenziellen Olympiakandidaten, „wenn sie das möchten“, geimpft werden, sagte Schäuble.

Für den früheren Bundesinnenminister, der in diesem Amt auch für den Sport zuständige war, geht es in seinem Impf-Plädoyer um mehr als nur den Start bei den Olympischen Spielen in Tokio. Es gehe auch um eine gute Vorbereitung, um Trainingslager und Qualifikationswettbewerbe, die allein mit strengen Hygiene- und Abstandsregelungen und den häufigen Tests nicht optimal zu leisten seien. „Wir sollten unseren Olympiateilnehmern, wenn die Spiele stattfinden, auch faire Wettbewerbschancen geben“, forderte Schäuble. (Quelle: TSP, 13.03.21)


Überblick über Bundesländer-Inzidenz

In den einzelnen Bundesländern sehen die Sieben-Tage-Inzidenzen weiterhin unterschiedlich aus. Schleswig-Holstein (48,6) ist der einzige Flächenstaat innerhalb Deutschlands, der einen Wert unter 50 aufweist. Rheinland-Pfalz war über einen längeren Zeitraum ebenso unterhalb der 50, steht nun bei 53,8, wie das Dashboard des Robert-Koch-Instituts zeigt. Den höchsten Wert verzeichnet Thüringen mit 152,1, Sachsen befindet sich ebenso – wenn auch nur knapp – mit 100,5 über dem Wert.
RKI-Präsident Lothar Wieler sprach aktuell mehrfach davon, dass in Deutschland bereits die dritte Corona-Welle begonnen habe. (Quelle: FAZ, 13.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen ist deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt zählte am Samstag 1.111 mehr Fälle als am Freitag, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Auch die landesweite Inzidenz kletterte weiter nach oben auf 74,7 – so viele Menschen pro 100 000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt. Am Freitag lag die Inzidenz bei 71,9. Die Zahl der mit dem Virus gestorbenen Menschen stieg am Samstag um 19 auf insgesamt 4.588. Seit Beginn der Pandemie gab es in Niedersachsen 175 323 Corona-Fälle – nach Hochrechnungen gelten 158.430 davon als genesen.
Acht Regionen in Niedersachsen haben die kritische Inzidenz-Marke von 100 überschritten. Betroffen sind die Landkreise Cloppenburg, Leer, Peine, Vechta und Wesermarsch, die Region Hannover, die Stadt Osnabrück und die Stadt Salzgitter. Die höchste Inzidenz hat Salzgitter mit 161,1. Regionen mit einem Wert über 100 gelten als sogenannten Hochinzidenz-Kommunen. Lockerungen wie die Möglichkeit des Terminshoppings oder die Ausweitung des Präsenzunterrichts an den Schulen sind dort nicht möglich. (Quelle: GN, 13.03.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12.674 Corona-Neuinfektionen gemeldet – und damit 3117 mehr als vor genau einer Woche. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen mit 76,1 deutlich höher als am Vortag (72,4). Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 239 weitere Todesfälle verzeichnet.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.557 Neuinfektionen und 300 neue Todesfälle verzeichnet. Bereits am Freitag hatte es einen deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche und der Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag gegeben.

Vor einer Woche, am 6. März, hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 65,6 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings und stieg dann wieder an, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.558.455 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.352.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 73.301.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,11 (Vortag 1,04). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 13.03.21)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Pläne zur Lockerung der Beschränkungen in Zypern wurden aufgrund der hohen Fallzahlen aufgrund der Variante B117 auf Eis gelegt.
  • Brasilien hat in den letzten 24 Stunden weitere 2.216 Todesfälle gemeldet. Damit lag den dritten Tag in Folge die Zahl der Todesopfer über 2.000. Inzwischen sind mehr als 275.000 Menschen in dem südamerikanischen Land gestorben.
  • Deutschland muss bis Mitte April auf den Johnson & Johnson-Impfstoff warten, da die Lieferung nur mit Verzögerungen erfolgt.
  • Die USA haben insgesamt 101.128.005 Covid-19-Dosen verimpft.
  • Ein Gericht in Großbritannien hat entschieden, dass ein Mann mit schwerwiegenden Lernschwierigkeiten trotz der Bedenken seiner Familie eine Covid-19-Impfung erhält.
  • Regierungsminister, Polizeichefs und Vertreter von Celtic und Rangers hielten am Freitag vor dem Fuß0ball-Stadtderby in Schottland am 21. März ein „positiv verlaufenes“ Treffen ab.
  • Laut Reuters will AstraZeneca beantragen, dass sein Impfmittel vor Anfang April von den US-Behörden genehmigt wird.
    (Quelle: The Guardian, 13.03.21)

Brasilien erneut mehr als 2.000 Tote

In Brasilien sind den dritten Tag in Folge mehr als 2000 Menschen an Corona gestorben. Das Gesundheitsministerium meldete 2216 Tote innerhalb von 24 Stunden und 85.663 Neuinfektionen. Insgesamt haben sich in dem südamerikanischen Land mehr als elf Millionen Menschen mit Corona infiziert. Gesundheitseinrichtungen in Brasilien warnen davor, dass die Krankenhäuser an ihre Grenzen geraten.

Nirgends werden derzeit mehr Neuansteckungen registriert als in Brasilien. In vielen Städten gibt es keine freien Intensivbetten mehr – die Patienten sterben buchstäblich in den Warteschlangen vor den Krankenhäusern. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Astrazeneca reduziert Impfdosen für die EU drastisch

Herber Rückschlag bei der Versorgung der Europäischen Union mit Corona-Impfstoffen: Der Hersteller Astrazeneca hat am Freitag erneut drastische Lieferkürzungen angekündigt. Statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen sollen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten gehen. Der deutsche Anteil daran liegt rechnerisch bei etwa 19 Millionen. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Exportbeschränkungen, ohne Details zu nennen.

Hinzu kommt: Der neu zugelassene Impfstoff von Johnson & Johnson kommt nach Erwartung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erst Mitte oder Ende April. Hintergrund sind nach Angaben aus EU-Kreisen unter anderem Zweifel an der Exportpolitik der USA. Das Weiße Haus betont zwar, es gebe kein Exportverbot. Priorität sei aber, zuerst die US-Bevölkerung zu impfen.

Die EU-Kommission hat von den vier in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Dosen für die rund 450 Millionen Europäer geordert – mehr als genug. Trotzdem ist Impfstoff knapp und die Impfkampagnen gehen nur langsam voran.

Gesundheitsminister Spahn sagte, auch bei den für April erwarteten Liefermengen gebe es Unsicherheiten. „Wir wissen noch nicht abschließend alle Lieferdaten für den nächsten Monat von allen Herstellern“, sagte der CDU-Politiker.

Bei Biontech/Pfizer hätten sich die Planungen gut eingespielt. Rund 40 Millionen der erwarteten 60 Millionen Impfdosen im zweiten Quartal kämen von dort, was Verlässlichkeit biete. Bei Astrazeneca und Moderna seien die Planungen hingegen volatiler. Zu dem am Donnerstag in der EU zugelassenen Impfstoff von Johnson & Johnson sagte Spahn in der ARD: „Die Wahrheit ist, dass frühestens Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist nach Angaben von Johnson & Johnson.“

Aus EU-Kreisen in Brüssel hieß es, der US-Hersteller habe nach eigenen Angaben die Lieferkette umgestellt. Die Abfüllung – das sogenannte Fill and Finish – solle nicht mehr wie geplant in den USA stattfinden, sondern an einem anderen Ort, und die Änderung brauche etwas Zeit. Denn es bestehe neue Unsicherheit, ob die USA den Export der dort abgefüllten Fläschchen zulassen würden, bestätigten mehrere Quellen in Brüssel.

Astrazeneca begründete die erneute Kürzung der Lieferung an die EU so: „Leider werden Exportbeschränkungen die Lieferungen im ersten Quartal nun reduzieren, und werden dies wahrscheinlich auch im zweiten Quartal.“ Die USA nannte der britisch-schwedische Konzern in seiner Mitteilung nicht.

Schon vor Wochen hatte Astrazeneca Lieferkürzungen bekanntgegeben. Damals hatte der Konzern angekündigt, im ersten Quartal statt mindestens 80 Millionen Impfdosen nur 40 Millionen in die EU liefern zu können. Jetzt sind es bis Ende März nur noch 30 Millionen. (Quelle: Tagesspiegel, 12.03.21)


All adult Americans will be eligible to get the vaccine no later than May 1.

— President Biden (@POTUS) March 12, 2021

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Biden: Eine Impfung für jeden Amerikaner bis zum 1. Mai

Knapp drei Monate nach Beginn einer beispiellosen Impfkampagne gegen Covid-19 ist in den Vereinigten Staaten die Marke von 100 Millionen verabreichten Impfdosen überschritten worden. Bis einschließlich Freitag wurden in den Vereinigten Staaten mehr als 101 Millionen Dosen eines der drei zugelassenen Impfstoffe gespritzt, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht.

Demnach hat in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern mehr als jeder vierte Erwachsene mindestens eine erste Dosis verabreicht bekommen. 13,5 Prozent sind vollständig geimpft. Bei der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe im Alter von mehr als 65 Jahren lagen diese Werte bei 61,1 Prozent beziehungsweise 32,4 Prozent. Im Sieben-Tage-Schnitt wurden nach jüngsten CDC-Angaben mehr als zwei Millionen Dosen pro Tag gespritzt. Ausgeliefert wurden demnach mehr als 133 Millionen Dosen. Präsident Joe Biden hatte am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache angekündigt, dass er die Impfstoffe bis 1. Mai für alle Erwachsenen in den Vereinigten Staaten freigeben lassen will.

Die erste Impfdosis in Amerika wurde am 14. Januar einer Krankenschwester in New York gespritzt. Damals war noch Donald Trump Präsident. Biden übernahm das Amt am 20. Januar. Er hat den Kampf gegen die Pandemie zu einer seiner wichtigsten Aufgaben erklärt. Biden hatte versprochen, dass in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit – also bis Ende April – 100 Millionen Impfdosen verabreicht würden. In seiner TV-Ansprache kündigte er an, dass dieses Ziel nun schon Ende kommender Woche erreicht werde. Am Freitag kündigte die Regierung außerdem an, dass künftig auch Zahnärzte, Veterinäre und Studenten im Gesundheitswesen Corona-Impfungen verabreichen dürfen. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Spanien legt Corona-Hilfsfonds mit elf Milliarden Euro für Unternehmen auf

Die spanische Regierung hat am Freitag einen Corona-Hilfsfonds im Umfang von elf Milliarden Euro aufgelegt, der in erster Linie dem Tourismus-Sektor zugutekommen soll und nicht zurückerstattet werden muss. »Es geht darum, möglichen Problemen der Zahlungsfähigkeit der Unternehmen zuvorzukommen«, sagte Wirtschaftsministerin Nadia Calviño bei der Vorstellung des Plans.

Seit dem Beginn der Coronakrise hatte Spaniens von dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez geführte Regierung vorzugsweise auf staatlich garantierte Kredite und Hilfszahlungen für Teilzeitarbeit gesetzt. Zuletzt machten die Interessenorganisationen aus Tourismus und Hotelgewerbe zunehmend Druck auf die Regierung. Sie verwiesen darauf, dass bereits tausende Betriebe hätten schließen müssen und forderten sie Direkthilfen, um ihre Fixkosten finanzieren zu können.

Calviño sagte, in dem Hilfsfonds seien sieben Milliarden Euro für Zahlungen an kleine Unternehmen und Freiberufler vorgesehen, die nicht zurückgezahlt werden müssten. So solle eine »zu große Verschuldung von lebensfähigen Unternehmen« vermieden werden. Für einzelne Unternehmen könne es Zahlungen zwischen 3000 und 200.000 Euro geben, wenn die Betroffenen im vergangenen Jahr einen Einkommensverlust von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften mussten.

Im Einzelnen nannte Calviño den Ausgleich von Zahlungen, die seit März 2020 für Lieferanten, Wasser und Strom sowie Löhne und Mieten angefallen seien. Zwei Milliarden Euro sind speziell für die Kanarischen Inseln und die Balearen vorgesehen, die besonders stark von den Einnahmen aus dem Tourismus abhängig sind. (Quelle: Spiegel, 12.03.21)


USA wollen zusammen mit Verbündeten Impfstoff-Produktion in Indien ausbauen

Die USA, Japan, Australien und Indien wollen die Produktionskapazitäten für Corona-Impfstoffe in Indien ausbauen. Ziel der Vier-Länder-Gruppe sei es, bis Ende 2022 bis zu eine Milliarde Impfdosen unter anderem an Länder des Indopazifiks zu liefern, sagte US-Sicherheitsberater Jake Sullivan nach einem Online-Gipfel am Freitag. Das Weiße Haus erklärte, man wolle sicherstellen, dass die Impfdosen durch multilaterale Initiativen wie Covax bereitgestellt werden und einkommensschwächeren Ländern zugutekommen.

Das Online-Treffen war der erste multilaterale Gipfel, den US-Präsident Joe Biden veranstaltete. Die neue US-Regierung will internationale Allianzen erneuern und stärken. Die Vier-Länder-Gruppe – auch Quad genannt – entstand nach dem durch ein Erdbeben im Indischen Ozean ausgelösten Tsunami 2004. Erstmals kam sie nun auf Ebene der Staats- und Regierungschefs zusammen. Bis zum Ende des Jahres soll es ein weiteres Gipfeltreffen geben, dann als persönliche Begegnung. (Quelle: Spiegel, 12.03.21)


Frankreich-Zahlen

In Frankreich haben sich insgesamt mehr als vier Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das Gesundheitsministerium meldet eine Zunahme bei den Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden um 25.229 auf insgesamt 4,01 Millionen.

Damit landet das Land weltweit auf dem sechsten Platz hinter Großbritannien mit 4,24 Millionen Infektionen. Zudem laufen Frankreichs Intensivstationen langsam wieder voll. Die Zahl der Menschen auf den Intensivstationen in den vergangenen 24 Stunden sei um 41 auf 4033 gestiegen. Das ist der höchste Stand seit dem 26. November 2020.

(Quelle: Spiegel, 12.03.21)


Die Corona-Pandemie und der Lockdown verändern auch das Leben und die Abläufe in den Moscheen. Wie fühlen sich die Muslime in Zeiten von Corona und wie wirkt sich die Pandemie auf die gemeinsamen Gebete aus? https://t.co/haE7rACaYf

— NDR.de (@ndr) March 12, 2021

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CoronaApp goes Switzerland

Eine gute Nachricht für Grenzgänger und Urlauber in der Schweiz: Die deutsche Corona-Warn-App wird mit der Schweizer SwissCovid App verknüpft. Der Schweizer Botschafter in Deutschland, Paul Seger, sprach am Freitag in Berlin von einem „wirkungsvollen Beitrag, um die Gesundheit der Grenzgängerinnen und Grenzgänger und der Bevölkerung beidseits des Rheins und des Bodensees zu schützen“.

Die App-Nutzer werden fortan auch informiert, wenn sie mit einem Nutzer der anderen App in Kontakt waren, der später positiv getestet wurde. Nach der Vereinbarung mit dem Robert-Koch-Institut dauere die technische Umsetzung zwar „noch ein paar Tage. Aber voraussichtlich ab Ostern sollten dann beide Apps miteinander verknüpft sein“, sagte der Botschafter. Im Moment müssen Grenzgänger noch beide Apps auf ihrem Mobiltelefon installiert haben und je nach Aufenthaltsort die eine oder die andere App aktivieren. Die gleichzeitige Aktivierung beider Apps ist technisch nicht möglich. (Quelle FAZ, 12.03.21)


Corona im Emsland, 12. März 2021


Lettland macht Homeoffice zur Pflicht

In Lettland soll das Arbeiten zuhause wegen der Ausbreitung des Coronavirus kommende Woche weitgehend zur Pflicht werden. Die Regierung des EU-Landes beschloss am Freitag in Riga eine Homeoffice-Pflicht für Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung, staatlicher und kommunaler Unternehmen sowie des privaten Sektors. Sie dürfen von Dienstag an nicht mehr im Büro arbeiten. Ausnahmen gelten für produzierende Unternehmen und für Tätigkeiten, die nur am Arbeitsplatz ausgeführt werden können.

Mit der Regelung soll die Gefahr reduziert werden, dass sich Beschäftigte im Büro oder auf dem Weg dorthin anstecken. Parallel dazu wurden strengere Bestimmungen für den öffentlichen Nahverkehr verfügt. An Schulen soll hingegen künftig unter bestimmten Umständen auch Unterricht im Freien erlaubt sein.

Das 1,9-Millionen-Einwohner-Land kämpft seit vergangenem Herbst mit einer steigenden Zahl an Neuinfektionen. Aufgrund strenger Beschränkungen seit Mitte Dezember hat sich die Lage etwas entspannt. Dennoch ist die Entwicklung weiter deutlich schlechter als in Deutschland. Seit Beginn der Pandemie wurden in Lettland fast 93.000 Corona-Fälle erfasst. Annäherend 1750 Infizierte starben. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Streeck macht mit RTL

Nach dem Virologen Christian Drosten geht jetzt auch sein Wissenschaftskollege Hendrik Streeck unter die Podcaster. Zusammen mit der RTL-Moderatorin Katja Burkhard („Punkt 12“) beantwortet der Professor der Universität Bonn ab dem 13. März Fragen rund um das Coronavirus, wie die Mediengruppe RTL am Freitag mitteilte. Immer samstags beantwortet der Experte unter dem Titel „Hotspot – der Pandemie-Talk mit Katja Burkard und Hendrik Streeck“ Fragen. Dabei soll die aktuelle Situation für jeden verständlich erklärt und eingeordnet sowie Tipps an die Hand gegeben werden, teilte RTL mit.

Der Berliner Virologe Drosten erklärt seit über einem Jahr beim NDR unter dem Titel „Das Coronavirus-Update“ Fragen zur Pandemie. Im sächsischen Vogtland können sich ab sofort alle Menschen ab 18 Jahre für eine Impfung gegen das Coronavirus registrieren lassen. Alle erwachsenen Vogtländer können sich online in den Impfzentren anmelden, teilte das sächsische Sozialministerium am Freitag in Dresden mit. Für die gesonderte Impfkampagne in den Hotspots werde nur Impfstoff verwendet, der aus Reserven oder den steigenden Liefermengen der Hersteller stamme. Es werde kein Impfstoff aus anderen Regionen abgezogen. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Wahlhelfer erhalten höhere Priorität

<img loading="lazy" data-attachment-id="1088" data-permalink="https://robertkoop.wordpress.com/2009/06/11/spannend/stimmabgabe/&quot; data-orig-file="https://robertkoop.files.wordpress.com/2009/06/abstimmung.jpg&quot; data-orig-size="3888,2592" data-comments-opened="1" data-image-meta=""

W‰hlerin gibt an Wahlurne ihren Wahlzettel ab.

“ data-medium-file=“https://robertkoop.files.wordpress.com/2009/06/abstimmung.jpg?w=300&#8243; data-large-file=“https://robertkoop.files.wordpress.com/2009/06/abstimmung.jpg?w=460&#8243; class=“alignleft size-thumbnail wp-image-1088″ src=“https://robertkoop.files.wordpress.com/2009/06/abstimmung.jpg?w=150&h=100&#8243; alt=““ srcset=“https://robertkoop.files.wordpress.com/2009/06/abstimmung.jpg?w=150&h=100 150w, https://robertkoop.files.wordpress.com/2009/06/abstimmung.jpg?w=300&h=200 300w“ sizes=“(max-width: 150px) 100vw, 150px“ width=“150″ height=“100″>Dank der geänderten und am Montag in Kraft getretenen Impfverordnung sind Wahlhelfer in die Impfgruppe mit erhöhter Priorität (Gruppe 3) aufgestiegen. Sie haben damit früher als bisher Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus. „Ich begrüße die Regelung sehr“, teilte Bundeswahlleiter Georg Thiel am Freitag in Wiesbaden mit. „Der Schutz von Wahlhelferinnen und Wahlhelfern ist von großer Wichtigkeit.“

Die Reihenfolge der Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt, die im Wesentlichen auf Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut beruht. Eine Priorisierung ist notwendig, weil noch nicht genug Impfstoff zu Verfügung steht, um alle Menschen zu impfen. Für die Wahlhelfer bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an diesem Wochenende kommt die neue Regelung zu spät. Profitieren könnten die Helfer bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni sowie den Wahlen im September. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Italien: Auch Rom und Mailand ab Montag im Lockdown

Für mehr als die Hälfte der italienischen Regionen und auch die Hauptstadt Rom soll von Montag an wegen der sich verschlechternden Corona-Lage ein Lockdown gelten. Dies teilte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi am Freitagabend in Rom mit. Betroffen sind unter anderem auch die Emilia-Romagna, die Lombardei und das Piemont. Sie gehören dann zur sogenannten Roten Zone mit den strengsten Corona-Regeln. Rot sind bereits Kampanien und die Basilikata.

In Regionen dieser Zone dürfen Bars und Restaurants nur noch Bestellungen zum Mitnehmen verkaufen. Die Bewegungsfreiheit innerhalb der Region ist eingeschränkt. Schulen bleiben vorerst zu und die Kinder müssen auf den Unterricht via Internet ausweichen. Das Haus sollen die Menschen nur noch für notwendige Erledigungen verlassen, wobei Ausnahmen für die Arbeit oder in Notfällen gelten. Besuche sind nur einmal am Tag maximal zu zwei bei einem Haushalt erlaubt. (Quelle: Tagesspiegel, 12.03.21)


Schlechte Nachricht: Wenn sich bestätigt, dass AstraZeneca EU im 2. Quartal nur 70 Mio Impfdosen und J@J erst Ende April liefert, ist der Impfplan bis Sommer in Deutschland nicht zu halten. Maximal 30 Mio Menschen würde wir dann im 2. Quartal impfen. https://t.co/YXWb7gfaXE

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) March 12, 2021

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(12.03.21)


Lage angespannt: Paris bereitet sich auf Verlegung von Corona-Patienten vor

Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie hat Frankreich am Freitag die Marke von 90.000 Todesopfern überschritten. Insgesamt starben nach Angaben der Gesundheitsbehörden 90.146 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Derweil rüstet sich Frankreich für die dritte Welle der Pandemie: Mehr als 4000 Corona-Patienten liegen landesweit auf Intensivstationen – so viele wie seit Ende November nicht mehr.

Die französische Regierung bereitet sich darauf vor, in den kommenden Tagen Dutzende oder sogar hunderte Patienten aus dem Großraum Paris in andere Regionen zu verlegen. Die Lage in den Krankenhäusern in der Region Paris sei „extrem angespannt“ und man müsse „jederzeit bereit sein, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen“, sagte Regierungschef Jean Castex am Freitag. (FDoto: CC s. Archiv v. 28.3.20; Quelle: Tagesspiegel, 12.03.21)


#BREAKING: @WHO approves emergency-use listing of Johnson & Johnson’s #COVID19 #vaccine, the @UN agency said, broadening access to the shots#Coronavirus news and updates: https://t.co/gQCe44t9sB pic.twitter.com/rZxE1hYqJh

— Economic Times (@EconomicTimes) March 12, 2021

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(12.03.21)


Grafschaft Bentheim

Das Nieders. Landesgesundheitsamt beziffert den Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim am Freitag auf 78. Am Donnerstag lag der Wert noch bei 86, zu Beginn der Woche knapp bei unter 100. Die Kreisverwaltung meldet zudem 11 Neuinfektionen mit dem Coronavirus, die Gesamtzahl der Corona-Fälle liegt damit bei 3752, als genesen gelten 3452 Grafschafter, 18 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung beträgt weiterhin 104. In Quarantäne befinden sich 540 Personen, am Donnerstag waren es noch 545. Die Kreisverwaltung zählt am Freitag 178 aktuell Infizierte, 47 (0) davon i Nordhorn. (Quelle: GN, 12.03.21)


Laschet grenzt sich vor Wahlen von Maskenaffäre ab

Zwei Tage vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben sich CDU-Bundeschef Armin Laschet und der rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf erneut klar von der Maskenaffäre von Bundestagsabgeordneten der Union abgegrenzt. Laschet sagte am Freitagabend bei einer digitalen Diskussionsrunde: „Das ist für uns unerträglich. Das wird auch für die Zukunft ein Nachspiel haben.“ Es könne nicht geduldet werden, „dass Abgeordnete zu ihrem eigenen Vorteil Notlagen ausnutzen“. Kurz vor der Landtagswahl müsse den Bürgern allerdings erklärt werden, dass dies ein „Tagesereignis“ sei – die Wahlberechtigten aber „über die Zukunft bis zum Jahr 2026“ entschieden. Die neue Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Dafür habe die CDU „viele gute Ideen erarbeitet“. (Quelle: Tagesspiegel, 12.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Freitag, 12. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.203 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 20 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.569. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 174.212 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt weiter an und liegt aktuell bei 71,9 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 67,9). (Quelle; NDR, 13.02.21)


Papenburg: Hotspot im Emsland

Auf 146 schnellte die Zahl der aktuell registrierten Infektionsfälle in Papenburg am Freitag. Das sind zehn mehr als am Vortag und 22 mehr als am Mittwoch. Bei offiziell 440 Covid-19-Fällen im ganzen Emsland stammte damit am Freitag jeder Dritte aus der Fehnstadt. Im Vergleich mit den anderen 18 Kommunen weiter einsam an der Spitze. Auf den nächsten Plätzen folgen mit weitem Abstand die Samtgemeinde Sögel (37), Lingen (35) und die Samtgemeinde Spelle (30).

Der emsländischen Kreisverwaltung zufolge lassen sich die anhaltend hohen Zahlen in Papenburg nicht auf ein größeres Ausbruchsgeschehen zurückführen. Vielmehr setzten sich die Zahl der Infektionen aus mehreren einzelnen Ausbrüchen zusammen, hatte Kreissprecherin Anja Rohde zuletzt vor einer Woche auf Anfrage der Ems-Zeitung mitgeteilt. Da lag die Zahl bei 123. Mit nun 146 nähert sie sich ihrem bisherigen Spitzenwert (153 am 11. Januar 2021) an.

Nach Angaben der Stadtverwaltung unter Berufung auf den Landkreis ist das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet weiter „sehr diffus“. Unter anderem seien familiäre Häufungen Hintergrund für die Entwicklung der stetig hohen Zahlen.

Immerhin erfreulich aus Sicht der Stadt: Weder seien aktuell medizinische Einrichtungen noch solche der Seniorenpflege betroffen. Das war in diesem Jahr auch schon anders. Wie mehrfach berichtet, war es in Papenburg seit Jahresbeginn zu Corona-Ausbrüchen unter anderem in mehreren Pflegeeinrichtungen für Senioren sowie im Marien-Hospital und bei der Meyer-Werft-Tochter-Firma Ems-Precab gekommen.

Apropos Meyer Werft: Im sozialen Netzwerk Facebook wurden Gerüchte gestreut, wonach die hohen Infektionszahlen auf das Unternehmen und seine Zulieferbetriebe zurückzuführen sei. Die Stadt verweist dazu nach Rücksprache mit der Geschäftsleitung der Werft auf die Entwicklung der Infektionszahlen im Unternehmen, die es regelmäßig auf seiner Internetseite veröffentlicht. Demnach betrug die Zahl der aktuell Infizierten dort am Donnerstag, 11. März 2021, 26.

Rein statistisch gesehen dürften die Infektionszahlen der Werft nicht einfach Papenburg zugeschlagen werden. Schließlich setzt sich die Belegschaft des Unternehmens jeweils etwa zur Hälfte aus Emsländern und Ostfriesland zusammen.

Und doch bleiben die Papenburger angesichts der Zahlen in Sorge. In der Sitzung des Aschendorfer Ortsrates am Donnerstagabend wurde die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt noch verantwortbar sei, Präsenzveranstaltungen wie die Sitzung durchzuführen.

Horst Sellere, ehemaliger Lehrer an der Michaelschule, fordert die Stadt beziehungsweise den Landkreis derweil auf, täglich die 7-Tages-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner, zu veröffentlichen. Die bisherige Form der Veröffentlichung hält er für verwirrend. Der Inzidenzwert hingegen werde als Grundlage für politische Entscheidungen genommen, sei leicht auszurechnen und für viele Menschen schnell einzuordnen. Eine Veröffentlichung des Inzidenzwertes könne doch nur dazu beitragen, im Umgang miteinander noch vorsichtiger zu sein, meint Sellere. Nach seinen Berechnungen betrug die Sieben-Tages-Inzidenz für Papenburg am Donnerstag, 11. März 2021, 227,8. Die Zahl der Neuinfizierten war binnen sieben Tagen um 84 gestiegen; bei 37.800 Einwohner habe ich daraus eine Inzidenz von 222,2 errechnet.

Warum der Landkreis tagesaktuell nur den emslandweiten Inzidenzwert (er betrug am Freitag 85,3) veröffentlicht, erklärt Kreissprecherin Rohde auf Anfrage der Ems-Zeitun so: „Grundsätzlich ist der kreisweite Wert für Konsequenzen im Zuge der Corona-Verordnung ausschlaggebend. Lediglich eindeutig eingrenzbare Hot-Spot-Szenarien könnten laut Landesverordnung zu einer differenzierteren Betrachtungsweise führen. Aus diesem Grund wird in erster Linie der kreisweite Wert veröffentlicht.“ (Quelle: GN, 12.03.21)


Infektionen beim KSV Holstein Kiel – Zweitliga-Spiel abgesagt

Das Zweitliga-Spiel zwischen dem 1. FC Heidenheim und Holstein Kiel ist wegen positiver Coronafälle bei den Kielern kurzfristig abgesetzt worden. Dies teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Vormittag zu der für 18.30 Uhr angesetzten Partie mit. Die Gäste hatten zuvor mitgeteilt, dass vier Personen positiv getestet worden seien und die gesamte Mannschaft sowie Teile des Funktionärsteams in häusliche Quarantäne müssen.

„Den betroffenen Personen geht es den Umständen entsprechend gut, und sie haben keine oder nur leichte Symptome“, sagte Mannschaftsarzt Klaus Henningsen. Sportgeschäftsführer Uwe Stöver fügte an: „Wir haben vollstes Vertrauen in die Entscheidungen der Behörden und tragen diese wie schon in den vergangenen Monaten selbstverständlich vollumfänglich mit.“ Einen Nachholtermin teilte die DFL zunächst nicht mit. Dieser werde »zeitnah bekannt gegeben«.

(Quelle: NDR, 12.03.21)


Österreichs Kanzler prangert „Basar“ bei Impstoffverteilung in der EU an

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat eine ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoffen in der EU angeprangert. In einem EU-Gesundheitsgremium habe es möglicherweise Nebenabsprachen zwischen einzelnen Mitgliedstaaten und Pharma-Firmen gegeben, sagte Kurz am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Der ÖVP-Politiker sprach von Hinweisen, dass es in dem Gremium einen „Basar“ gegeben habe. Einige EU-Staaten erhalten demnach mehr Impfstoffdosen pro Einwohner als andere.

Durch die Nebenvereinbarungen habe sich ein Ungleichgewicht bei der Verteilung der Impfstoffmengen in Europa ergeben, beklagte Kurz. Anders als von den EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen, erfolgten die Lieferungen nicht mehr nach dem Bevölkerungsschlüssel, kritisierte der konservative Politiker. (Quelle: Tagesspiegel, 12.03.21)


Nach Corona-Infektion mit Operationen sieben Wochen warten

Operationen sollten nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erst mindestens sieben Wochen nach dem Nachweis stattfinden. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an dem auch die Universitätsmedizin Halle beteiligt war. Wie die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Freitag berichtete konnte darin nachgewiesen werden, dass Operationen innerhalb von sechs Wochen nach dem Nachweis einer Sars-CoV-2-Infektion mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergehen.

Deshalb sollten planbare Eingriffe, bei denen kein Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung oder zwischenzeitlicher Komplikationen besteht, mindestens sieben Wochen aufgeschoben werden, erklärte Jörg Kleeff, einer der Autoren der Studie. Wenn nach den sieben Wochen die Covid-19-Symptomatik noch andauere, solle möglichst noch länger abgewartet werden, bis diese abgeklungen seien. Bei dringenden Eingriffen, wie etwa Tumoroperationen, müsse das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung streng gegen das erhöhte Operationsrisiko abgewogen werden. In bestimmten Fällen müsse dann auch früher operiert werden, so Kleeff weiter.

Die Studie des Forschungsnetzwerks „Covidsurg“ wurde jetzt in der Fachzeitschrift „Anaesthesia“ veröffentlicht. Das Netzwerk unter der Leitung der Universität Birmingham umfasst den Angaben zufolge über 25 000 Chirurgen und Wissenschaftler weltweit. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Reguläre Auszahlung der Überbrückungshilfe III angelaufen

Unternehmen, die besonders unter der Coronakrise leiden, können bald mit neuen Überweisungen vom Staat rechnen. Neben den Abschlagszahlungen sind auch die regulären Auszahlungen der sogenannten Überbrückungshilfe III angelaufen, wie das Wirtschaftsministerium erklärte. Die Länder könnten nun mit der Prüfung der Anträge beginnen.

»Die vollständigen Auszahlungen werden damit wie geplant noch im März fließen können«, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. »Das ist eine wichtige Nachricht für viele Unternehmerinnen und Unternehmen, die weiterhin stark von den Corona-Beschränkungen betroffen sind.«

Mit der Überbrückungshilfe werden betriebliche Fixkosten wie Mieten und Strom bezuschusst. Der maximale Förderbetrag liegt bei 1,5 Millionen Euro pro Fördermonat, bei sogenannten verbundenen Unternehmen sind es bis zu 3 Millionen Euro monatlich. Die Förderung kann für die Zeit bis Ende Juni beantragt werden und muss nicht zurückgezahlt werden.

Die endgültige Entscheidung über die Anträge erfolgt durch die Bundesländer, der Bund hatte zunächst nur Vorschüsse von bis zu 100.000 Euro pro Fördermonat ausgezahlt. Die Abschlagszahlungen waren in den vergangenen Tagen wegen Betrugsverdachts zeitweise ausgesetzt worden, fließen allerdings wieder. (Quelle: Spiegel, 12.03.21)


Modellprojekt mit Schnelltests: Tübingen will wieder öffnen

Mit einer massiven Ausweitung von verpflichtenden Schnelltests will Tübingen schon ab der kommenden Woche im gesamten Stadtgebiet Gastronomie, Hotellerie und Kultur öffnen. Zudem sollen laut Oberbürgermeister Boris Palmer von den Grünen alle Menschen, die den Einzelhandel in der Innenstadt nutzen, einen Schnelltest vorweisen.

Ausnahmen seien Buchhandlungen und Lebensmittelgeschäfte. Wie Palmer und die Notärztin Lisa Federle mitteilten, wurde beim Land dafür eine Genehmigung beantragt. Man rechne mit einer Zusage für das dreiwöchige Modellprojekt, sagte Federle.

Palmer kündigte an, dass ab Montag fünf und ab Dienstag sechs Teststationen in Betrieb gehen sollen. Dort könnten 1000 Tests pro Stunde vorgenommen werden. Ein negatives Ergebnis werde durch ein Zertifikat – das sogenannte Tübinger Tagesticket – belegt. (Quelle: Spiegel, 12.03.21)


Berliner Philharmoniker: Testkonzert in Minuten ausverkauft

Die Berliner Philharmoniker wollen noch im März ein Testkonzert spielen – die Karten waren schnell weg. Das Konzert sei »innerhalb weniger Minuten ausverkauft« gewesen, teilte eine Sprecherin am Freitagvormittag mit. Das Sinfoniekonzert findet am nächsten Samstag, 20. März, statt und gehört zu einem Pilotprojekt – das Publikum wird vorab auf das Coronavirus getestet.

Das Orchester und sein Chefdirigent Kirill Petrenko würden zum ersten Mal seit dem Lockdown im März 2020 wieder ein Konzert vor 1000 Zuhörerinnen und Zuhörern geben, teilte die Philharmonie mit. Noch sind die Bühnen in Berlin wegen der Pandemie geschlossen. (Quelle: Spiegel, 12.03.21)


Tengelmann: Zweiter Lockdown „viel schlimmer als der erste“

Tengelmann-Chef Cristian Haub rechnet als Folge des zweiten Corona-Lockdowns mit erheblichen Umsatzeinbußen für das Familienunternehmen. Wirtschaftlich sei der aktuelle Lockdown »viel schlimmer als der erste«, sagte Tengelmann der »Wirtschaftswoche«. Der Lockdown werde die Handelsgruppe, zu der unter anderem die Baumarktkette Obi und der Textildiscounter Kik gehören, »einen hohen dreistelligen Millionenbetrag an Umsatz kosten und einen mittleren an Ertrag«. Gerade dem Textilhandel stünden schwere Wochen bevor.

Tengelmann sei stark genug, »die Krise aus eigener Kraft zu überstehen, viele kleinere Händler sind es nicht«, betonte Haub. Er erwarte daher »eine gewaltige Schließungswelle« im Handel. (Quelle: Spiegel, 12.03.21)


Spahn besorgt: Südafrika-Variante im Saarland bei rund 15 Prozent

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich besorgt gezeigt über die Ausbreitung der südafrikanischen Coronavariante im Saarland. »Es ist auf dem Weg zu 15 Prozent Südafrika-Variante«, sagte Spahn in Berlin. »Das ist der höchste Anteil mit Abstand in ganz Deutschland.«

Er sei mit Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in engem Austausch darüber. Gemeinsames Interesse sei es, dass diese Variante sich nicht in ganz Deutschland ausbreite – so wie die zuerst in Großbritannien entdeckte Virusmutante. Der Anteil der britischen Variante war im Saarland in den vergangenen Tagen ebenfalls besonders hoch. Bundesweit ist die südafrikanische Variante B.1.351 insgesamt bislang ziemlich selten.

Die erstmals im August 2020 in Südafrika entdeckte Mutante verdrängte dort die anderen Varianten zusehends. Auch diese Variante verbreitet sich ähnlich wie die britische deutlich schneller, weil sie sich schneller an menschliche Zellen binden kann. Aber sie steht auch im Verdacht, zudem der Immunantwort des Menschen besser zu entkommen.

Nach Einschätzung von Experten hilft der Variante ihre wahrscheinlich bessere Verbreitungsmöglichkeit bei Immunität hierzulande bisher allerdings nicht auffällig. Der Anteil der Menschen mit Immunschutz ist noch recht gering. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer hilft voraussichtlich auch gegen diese Variante, wie der Hersteller mitgeteilt hatte. Zumindest sei er gut dahin gehend veränderbar. (Quelle: Spiegel, 12.03.21)


Impfstoff für Olympia-Starter: Japan lehnt Chinas Angebot ab

>Japan wird das Impfangebot Chinas für die Olympischen und Paralympischen Spiele in diesem Sommer in Tokio und 2022 in Peking nicht in Anspruch nehmen. Wie Japans Olympia-Ministerin Tamayo Marukawa sagte, sei Japan vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) deswegen nicht konsultiert worden und japanische Athleten würden den Impfstoff, der in Japan wie auch in der EU nicht zugelassen ist, nicht nehmen.

Das Nationale Olympische Komitee von China will Impfstoffdosen für die Teilnehmer der beiden Großveranstaltungen bereitstellen, wie IOC-Präsident Thomas Bach am Donnerstag gesagt hatte.

»Wir haben umfassende Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten für die Spiele in Tokio getroffen, um eine Teilnahme ohne Impfungen zu ermöglichen«, sagte Marukawa. »An unserem Prinzip, Impfungen nicht zur Voraussetzung zu machen, ändert sich nichts.«

(Quelle: Spiegel, 12.03.21)


Wieler: Jetzt stehen wir am Anfang einer dritten Welle

Auf die Frage eines Journalisten, ob der derzeitige Anstieg der Fallzahlen nicht damit zusammenhänge, dass mehr getestet wird, antwortet Lothar Wieler. Man sehe sowohl in Kitas und bei den Kleinen einen starken Anstieg, die Ausbrüche seien insgesamt größer geworden. Es gebe Hinweise, dass das mit dem Ausbruch der B.1.1.7-Variante zutun hat, aber das könne noch nicht sicher gesagt werden. Zudem zeige die wieder steigende Zahl der Intensivpatienten, dass sich das Virus tatsächlich stärker ausbreite.

„Zu Beginn dieses Jahres ist es sehr gut gelungen, die Fallzahlen zu reduzieren“, sagte er. „Aber die Pandemie ist nicht vorbei, im Gegenteil. Jetzt stehen wir am Anfang einer dritten Welle.“ Die Herausforderung sei nun, diese dritte Welle so flach zu halten wie möglich, erklärte Wieler. „Wir müssen verhindern, dass die Fallzahlen wieder explodieren.“ Ansonsten drohe eine Situation wie vor Weihnachten, als es viele Erkrankungen, schwere Verläufe und Todesfälle sowie eine starke Belastung des Gesundheitssystems gegeben habe. (Quelle: Spiegel, 12.03.21)


EMA: Astrazeneca kann in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca kann in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen. Das teilte die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) am Freitag in Amsterdam mit. In Großbritannien hätten 41 von rund fünf Millionen Menschen nach der Impfung eine allergische Reaktion bekommen. In „einigen dieser Fälle“ sei eine ursächliche Verbindung zu dem Impfstoff wahrscheinlich, wie die EMA mitteilte.

Mögliche allergische Reaktionen seien bereits im Risikoprofil des Impfstoffes genannt worden. Diese sollen jetzt aber noch zusätzlich zu den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen werden. Bereits jetzt wird empfohlen, dass Personen nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Imfpstoff 15 Minuten unter Beobachtung warten müssten. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


(1) Hier Übersicht, was führende Covid Modellierer wie zB ⁦@sbfnk⁩ vorhersagen, wie sich die Fallzahlen in Deutschland bis Anfang April entwickeln. Alle bis auf einen sehen steigende Fallzahlen vorher. Diese Prognosen waren meist richtig. Bedeutet: https://t.co/BzcsLlHd4j pic.twitter.com/DxAvL5gfvh

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) March 8, 2021

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Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 12.03.2021, 08:00 Uhr

Gemeldet werden durch den Landkreis Emsland heute ein neuer CoViD-19-Todesfall (aus Rhede) sowie 40 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn beträgt damit 8.172 (+40). Gleichzeitig hat sich die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.588 Personen (+33 ) erhöht. In der Summe sind im Emsland folglich akut 440 (+6) Menschen an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen steht bei 1.347 (1.334).

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Emsland laut NLGA heute aktuell bei 85,3 (= +279 Neuinfizierte in 7 Tagen), was über dem Landesdurchschnitt von 71,9 liegt. In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der 7-Tage-Inzidenz-Wert etwas gesunken und jetzt niedriger als im Emsland; er beträgt 78,0 (+107 Neuinfektionen in 7 Tagen). 

Laut DIVI-Zahlen werden in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell 11 (+1) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 4 (-1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim wird heute ein CoVid-19-Erkrankter intensivmedizinisch versorgt (+1).

In der Stadt Lingen (Ems) ist in den letzten 24 Stunden keine Neuinfektion gemeldet worden. Es sind seit Pandemieausbruch jetzt mehr als 1.000 Menschen an CoviD-19 erkrankt, insgesamt 1002 Menschen (+5) erkrankt; das sind heute 20 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 36,6). 951 (+3) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 35 (+2) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 283 261 2 20
Einheitsgemeinde Emsbüren 192 177 0 15
Samtgemeinde Freren 415 394 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 274 267 2 5
Stadt Haren (Ems) 472 441 2 29
Stadt Haselünne 357 348 5 4
Samtgemeinde Herzlake 262 254 4 4
Samtgemeinde Lathen 382 362 1 19
Samtgemeinde Lengerich 165 154 2 9
Stadt Lingen (Ems) 1002 951 16 35
Stadt Meppen 827 783 23 21
Samtgemeinde Nordhümmling 323 306 2 15
Stadt Papenburg 1299 1124 29 146
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 102 88 2 12
Einheitsgemeinde Salzbergen 145 132 3 10
Samtgemeinde Sögel 560 520 3 37
Samtgemeinde Spelle 391 347 14 30
Einheitsgemeinde Twist 159 156 2 1
Samtgemeinde Werlte 562 523 17 22
 Gesamt* 8.172 (+40 seit 11.03.) 7.588 (+33 seit 11.03.) 144 (+1)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 440

(12.03.219


Deutschland-Zahlen

12.834 Neuinfektionen und eine Sieben-Tage-Inzidenz von 72,4: Seit mehreren Tagen melden die Gesundheitsämter steigende Zahlen. Die Infektionslage ist regional sehr unterschiedlich. Nur zwei Bundesländer verzeichnen eine Inzidenz knapp unter 50. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12.834 Corona-Neuinfektionen gemeldet – also 2.254 mehr als vor genau einer Woche. Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen mit 72,4 deutlich höher als am Vortag (69,1).

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 252 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 10.580 Neuinfektionen und 264 neue Todesfälle verzeichnet. Die Infektionslage ist regional sehr unterschiedlich. Thüringen ist das einzige Bundesland mit einer Inzidenz über 100 – derzeit liegt sie bei 146,1. Der Thüringer Landkreis Greiz verzeichnet zudem bundesweit die mit 379,9 höchste Inzidenz aller Landkreise. Am niedrigsten ist die Inzidenz in Schleswig-Holstein – dort liegt sie bei 48,0. Nur ein weiteres Bundesland liegt ebenfalls unter dem Schwellenwert von 50: Im Saarland beträgt die Inzidenz 48,1. (Quelle: RKI, 12.03.21)


Brasilien meldet erneut mehr als 2000 Corona-Tote

Brasilien hat den zweiten Tag in Folge mehr als 2000 Corona-Tote binnen 24 Stunden erfasst. 2233 Menschen starben nach Daten des Gesundheitsministeriums innerhalb eines Tages (Mittwoch: 2286). Insgesamt sind damit in Brasilien 272.889 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 75.412 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten im größten Land Lateinamerikas auf fast 11,3 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. (Quelle: Tagesschau, 12.03.21)


Kinos in Los Angeles dürfen wieder öffnen

In der Filmstadt Los Angeles dürfen die Kinos nach monatelanger Zwangspause aufgrund der Corona-Krise nun wieder öffnen. Bei abnehmenden Neuinfektionen und verstärkten Impfmaßnahmen kündigte die Gesundheitsbehörde die Lockerung strikter Auflagen für kommende Woche an. Dann dürfen Lichtspielhäuser mit 25-prozentiger Auslastung wieder öffnen. Sitzplätze müssen vorab reserviert werden, ein Mindestabstand gewahrt bleiben. Vorige Woche hatte auch New York grünes Licht für die eingeschränkte Öffnung der Kinos in der US-Ostküsten-Metropole gegeben. (Quelle: Tagesschau, 12.03.21)


DGB fordert Verlängerung von Kurzarbeitergeld

Angesichts der anhaltenden Corona-Krise fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine Verlängerung des erleichterten Zugangs zur Kurzarbeit. „Coronabedingte Erleichterungen für Kurzarbeit gelten nur, wenn diese bis 31. März begonnen wird“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann. „Aber was ist mit den Betrieben, die angesichts der anhaltenden Probleme ihre Beschäftigten erst neu in Kurzarbeit schicken müssen?“ Für all jene müsse man die Möglichkeiten zum Zugang zu erleichterter Kurzarbeit verlängern, so Hoffmann.

Mit Kurzarbeit sollen Entlassungen in der Krise vermieden werden. Voraussetzung für Kurzarbeitergeld ist, dass mindestens zehn Prozent der Beschäftigten eines Betriebs betroffen sind. Sie müssen einen Lohnausfall von mehr als zehn Prozent haben. Diese Voraussetzungen gelten nach heutigem Stand aber nur für Betriebe, die bis zum 31. März mit der Kurzarbeit begonnen haben. (Quelle: Tagesschau, 12.03.21)


Hotels und Gaststätten wollen öffnen

Die Hotels und Gaststätten in Deutschland fordern Öffnungen um die Oster-Feiertage herum. „61 Prozent unserer Betriebe plädieren für eine Öffnung noch vor Ostern“, sagt die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Ingrid Hartges, der „Rheinischen Post“. „23,8 Prozent der Betriebe sprechen sich mit Blick auf die immer weniger werdende Vorlaufzeit für eine Öffnung direkt nach Ostern am 6. April aus.“ Von der nächsten Bund-Länder-Runde erwarte der Dehoga einen konkreten Fahrplan, wann unter welchen Voraussetzungen die Restaurants und Hotels wieder Gäste empfangen dürfen. „Der Endlos-Lockdown ist keine Lösung – nicht für die Unternehmer, nicht für die Beschäftigten“, sagt Hartges. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Astrazeneca: Thailand setzt aus

Nach der Aussetzung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca durch mehrere europäische Länder hat Thailand die Einführung des Vakzins vorläufig aufgeschoben. „Obwohl die Qualität von Astra-Zeneca gut ist, haben einige Länder um eine Verzögerung gebeten. Wir werden (auch) verzögern“, teilte ein Experte der thailändischen Impfkommission mit.

Thailand wollte ursprünglich am Freitag mit den Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca beginnen, die erste Dosis sollte Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha erhalten.

Zuvor hatten unter anderem Dänemark und Österreich die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers ausgesetzt. Nach Angaben der dänischen Gesundheitsbehörde liegen Berichte über „schwere Fälle“ von Blutgerinnseln bei Geimpften vor. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Impfen in Hausarztpraxen: Bayern will Anfang April starten

Bei den Corona-Impfungen in Hausarztpraxen hat Bayern offenbar die Nase vorn: Der Freistaat werde bereits am 1. April mit Impfungen in den Praxen beginnen, sagte der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Christian Bernreiter (CSU), der „Passauer Neuen Presse“ vom Freitag. Bundesweit sollen die Impfungen bei Hausärzten Erst Mitte April anlaufen.

Es sei immer klar gewesen, dass das Impfen in die Regelversorgung übergeführt werden solle, betonte Bernreiter. „Darum haben wir uns gemeinsam darauf verständigt, den jetzigen Stand der Impfzentren einzufrieren und den ab April aufwachsenden Impfstoff an die niedergelassenen Ärzte über den Großhandel auszurollen“, sagte er der Zeitung.

Die Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte sehe er „klar positiv“. „Die bayerischen Ärzteverbände sagen übereinstimmend, dass etwa 8000 Praxen in Bayern mitmachen werden. Bei nur 20 Impfungen pro Tag könnten 160.000 Menschen geimpft werden“, fügte der CSU-Politiker hinzu.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am Mittwoch auf die Empfehlung geeinigt, mit den Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen routinemäßig Mitte April zu beginnen. Begründet wurde dies damit, dass noch nicht genügend Impfstoff für einen früheren Start zur Verfügung stehe. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Lauterbach: Impfungen in Haussrztpraxen wohl erst ab Mitte April

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Corona-Impfungen in den Arztpraxen erst ab Mitte April langsam beginnen. „Es wird aber bis Mai dauern, bevor das in vollem Umfang in allen Ländern laufen kann“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Erst dann werden wir genug Impfstoff haben.“ Lauterbach verteidigte zugleich die spätere Einbeziehung der Hausärzte in die Corona-Impfkampagne. „Hätten wir jetzt schon die niedergelassenen Ärzte eingebunden, hätte das zu Enttäuschungen geführt. Wenn ein Arzt am Tag gerade mal ein paar Leute impfen kann, aber 1000 bei ihm darauf warten, sorgt das nur für Ärger.“

Die Amtsärzte in Deutschland kritisieren hingegen eine mangelnde Flexibilität bei der Ausweitung der Impfungen. „In Deutschland wollen wir immer alles ganz besonders ordentlich und gründlich machen“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert. Das sehe man jetzt bei den Impfungen: Priorisieren, Einladen, Registrieren und Dokumentieren nähmen viel zu viel Zeit und Energie in Anspruch. „Beim Impfen stehen uns Gründlichkeit und Perfektionismus im Moment im Weg“, sagte Teichert. „Wir müssen unkomplizierte Lösungen finden.“ Die niedergelassenen Ärzte und die Betriebsärzte müssten schnell eingebunden werden. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Weltweit 120 Millionen Infizierte

Weltweit haben sich über 118,37 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind mehr als 2,75 Millionen, wie eine Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die Vereinigten Staaten mit über 29,25 Millionen Infektionen und 529.739 Toten. (Quelle: FAZ, 12.03.21)


Brasiliens Krankenhäuser kollabieren

In der letzten Woche versuchten die brasilianischen Gouverneure, etwas zu tun, was der rechtsgerichtete Präsident Jair Bolsonaro hartnäckig ablehnt: einen Vorschlag für Staaten zusammenzustellen, um den bisher tödlichsten Covid-19-Ausbruch des Landes einzudämmen.

Der Gouverneur des Bundesstaates Piaui, Wellington Dias, sagte gegenüber The Associated Press, dass eine wachsende Zahl von Patienten die Krankheit ohne Krankenhausbett oder Hoffnung auf eine Behandlung auf einer Intensivstation ertragen muss, wenn der Druck auf die Krankenhäuser nicht nachlasse. „Wir haben in ganz Brasilien die Grenze erreicht. selten sind die Ausnahmen “, sagte Dias, der das Forum der Gouverneure leitet. „Die Chance, ohne Hilfe zu sterben, ist real.“

Im wohlhabendsten Bundesstaat Brasiliens, Sao Paulo, starben in diesem Monat mindestens 30 Patienten, während sie auf Betten in der Intensivstation warteten. Dies geht aus einer am Mittwoch von der Nachrichtenseite G1 veröffentlichten Bilanz hervor. Laut dem staatlichen Fiocruz-Institut liegt die Auslastung der Intensivstationen in 15 oder 27 Hauptstädten über 90%.

Im südlichen Bundesstaat Santa Catarina warteten 419 Menschen auf den Transfer in Intensivbetten. Die Kapazität des benachbarten Rio Grande do Sul lag bei 106%. Alexandre Zavascki, ein Arzt in der Hauptstadt, beschrieb eine ständige Ankunft von Krankenhauspatienten, die Schwierigkeiten hatten zu atmen. (Quelle. The Guardian, 12.03.21)


Portugal lockert

Ungeachtet einer drastischen Verbesserung der Lage hat der frühere Pandemie-Hotspot Portugal den Corona-Notstand um weitere zwei Wochen bis zum 31. März verlängert. Das Parlament in Lissabon billigte einen entsprechenden Antrag von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Das Staatsoberhaupt hatte zuvor sein Vorgehen wieder mit der sozialistischen Regierung abgestimmt. Das Land hatte im Januar bezogen auf die Bevölkerungszahl zeitweilig die höchsten Infektionszahlen weltweit.

Der seit dem 13. Januar herrschende strenge Lockdown mit Ausgehbeschränkungen und Zwangsschließungen zahlt sich aber offenbar aus: Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen nur noch 125 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. In der nächsten Woche will die Regierung mit Lockerungen beginnen. Kindergärten, Vorschulen und Grundschulen sollen am Montag öffnen, teilte Ministerpräsident Antonio Costa mit. Auch Friseure und Buchläden sollen dann wieder öffnen dürfen.

(Quelle: Tagesschau, 11.03.21)


Frankreich: Außenminister in Quarantäne

Nach einem Kontakt mit einem Corona-Infizierten hat sich der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian in Selbstisolation begeben müssen – kurz nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Donnerstag in Paris. Le Drian habe seine bevorstehenden persönlichen Termine abgesagt, teilte sein Büro am Donnerstagabend mit. Es habe sich um einen familiären Corona-Kontaktfall gehandelt. Stunden zuvor war der französische Außenminister in Paris zu Gesprächen mit Maas sowie den Außenministern Ägyptens und Jordaniens zusammengekommen.

Le Drian sagte unter anderem ein Interview ab, das er am Freitag dem Sender France Info geben wollte. In den Gesprächen mit Maas, dem ägyptischen Außenminister Sameh Choukri und dem jordanischen Außenminister Ayman Safadi war es am Donnerstag um den Friedensprozess im Nahen Osten gegangen. Am Mittwoch hatte Le Drian in Paris zudem den amerikanischen Klima-Beauftragten John Kerry empfangen. (Quelle: FAZ, 11.03.21)


Quarantäne für 19 Tage unverhältnismäßig

Die Anordnung einer Quarantäne für 19 Tage ist nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Hannover unverhältnismäßig. Eltern und ihr fünfjähriges Kind waren gegen die Anordnung eines Landkreises vor Gericht gezogen. Die häusliche Quarantäne sollte insgesamt 21 Tage nach dem Corona-Kontakt enden, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts am Donnerstag.

Die 15. Kammer entsprach dem Eilantrag teilweise: Die Dauer der Quarantäne sei unverhältnismäßig, soweit diese über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen hinausgehe. Die Kammer lehnte es allerdings ab, dass das Kind durch eine „Freitestung“ die zwei Wochen verkürzen könne. Die Beteiligten können Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg einreichen. (Quelle: FAZ, 11.03.21)


Corona stoppt Iron-Women-Weltmeisterin

Ein positiver Befund nach einem Corona-Test hat Ironman-Weltmeisterin Anne Haug (Foto lks.) kurz vor ihrem ersten Rennen in diesem Jahr gestoppt. Das bestätigte die 38 Jahre Triathletin am Donnerstagabend in den sozialen Netzwerken. „Diese Nachricht ist verheerend“, sagte Haug. Sie habe sich so darauf gefreut, gegen die besten Athletinnen der Welt anzutreten bei dem Rennen an diesem Freitag auf dem Homestead-Miami Speedway im amerikanischen Bundesstaat Florida.

Statt über 1,5 Kilometer zu schwimmen, 60,3 Kilometer Rad zu fahren und 16,9 Kilometer zu laufen, wird Haug die kommenden Tage im amerikanischen Bundesstaat auch in Quarantäne verbringen müssen. Sie habe sich aufgrund der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen für das Rennen bereits seit ihrer Ankunft isoliert aufgehalten.

Wegen des positiven Befundes musste Haug das Hotel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber verlassen. „Ich wünsche meinen Kolleginnen viel Glück“, sagte sie und kündigte an, das Rennen in ihrer Quarantäne verfolgen zu wollen. Beschwerden hat Haug nach eigenen Angaben nicht: „Ich bin sehr froh, dass ich mich im Moment gut fühle.“

Haug hatte im vergangenen Jahr Anfang Dezember bei einem vergleichbaren Rennen in Daytona nach einer umstrittenen Zeitstrafe den Sieg verpasst und Platz zwei belegt. Im Oktober 2019 hatte sie als erste Deutsche die WM auf Hawaii gewonnen. (Foto: Frankie Fouganthin CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported; Quelle: FAZ, 11.03.21)


Lieferungen von Johnson & Johnson „frühestens Mitte, Ende April“

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson erwartet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht sofort Lieferungen. Der CDU-Politiker sagte am Donnerstag in den ARD-„Tagesthemen“: „Die Wahrheit ist, dass frühestens Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist nach Angaben von Johnson & Johnson.“ Nun wolle man genau wissen, woran das liege, warum andere Länder beliefert würden und ob die Europäische Union möglichst bald dran sein könne. Die Gespräche führe die Europäische Kommission.

Der Impfstoff wird in den USA abgefüllt – dort herrscht faktisch ein Exportstopp für Corona-Impfstoffe. Spahn sagte, man habe es auch bei Medikamenten und Tests in den letzten zwölf Monaten immer wieder erleben müssen, dass „bestimmte Produkte die USA nicht verlassen haben“. „Dies finde ich problematisch, auch im Miteinander in der transatlantischen Partnerschaft.“ Dies müsse man nun mit den Partnern besprechen. Jetzt müsse man mit der Situation erst einmal umgehen und dafür sorgen, dass es mehr Produktionen in Deutschland und Europa gebe – auch des Impfstoffes von Johnson & Johnson. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Kretschmann erwartet Pandemie-Ende im Sommer

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rechnet unter gewissen Bedingungen mit einer Rückkehr in die Normalität zum Ende des Sommers. Vorausgesetzt es entstünden keine weiteren Mutanten in der Corona-Pandemie, sagte der Regierungschef am Donnerstagabend in einer Runde der Spitzenkandidaten zur Landtagswahl im SWR. „Davor bewahre uns Gott“, sagte er. Aber wenn das nicht geschehe, habe man gute Aussichten. Auch Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte, sie hoffe, dass die Corona-Krise im späten Sommer vorbei sei. Dann gehe es darum, welche Erkenntnisse man daraus ziehe. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Hunderte Patienten in Frankreich könnten verlegt werden

Aufgrund der angespannten Lage in den Krankenhäusern im Großraum Paris bereiten sich die französischen Gesundheitsbehörden auf die Verlegung zahlreicher Corona Patienten in andere Regionen vor. „Dutzende, sogar hunderte Patienten“ könnten verlegt werden, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag vor Journalisten.

Im Großraum Paris hatte die regionale Gesundheitsbehörde ARS die Kliniken Anfang der Woche angewiesen, 40 Prozent ihrer medizinischen und chirurgischen Eingriffe zu verschieben, um Betten für Covid-19-Patienten freizumachen. „Wir werden noch weiter gehen bei der Änderung der Planungen, wenn die Situation es verlangt“, sagte Véran.

Die Corona-Lage sei in Frankreich „angespannt und besorgniserregend“, unterscheide sich aber sehr von Region zu Region, sagte Véran weiter. Erstmals seit Ende 2020 liegen in Frankreich wieder mehr als 4000 Corona-Patienten auf der Intensivstation.(Quelle: TSP, 11.03.21)


20 Prozent mehr Biontech-Impfstoff als geplant

Pfizer und Biontech werden nach Angaben von Pfizer-Chef Albert Bourla in diesem Jahr um bis zu 20 Prozent mehr Dosen ihres gemeinsam entwickelten Corona-Impfstoffs produzieren als ursprünglich geplant. Statt der zunächst angepeilten zwei Milliarden Dosen würden es nun 2,3 bis 2,4 Milliarden werden, sagt Bourla. Für 2022 stellt er drei Milliarden Dosen in Aussicht.


Deutschland setzt Impfungen mit Astrazeneca nicht aus

Deutschland setzt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca nicht aus. Bislang gebe es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca in kausaler Verbindung stehe, teilte das Paul-Ehrlich-Instuitut am Donnerstagabend in Langen mit. Nach einer ersten Prüfung halte auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) „an der positiven Bewertung des zugelassenen Astrazeneca-Impfstoffs fest“, hieß es.

Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens zu impfen. Als Grund wurden Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln genannt. Dabei wurde auch über einen möglichen Todesfall berichtet. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es. Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Hausärzte wollen Impfzentren schließen

Der Chef des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, hat sich dafür ausgesprochen, die Impfzentren zu schließen. „Schon jetzt könnte man alle Impfstoffe in den Praxen verimpfen“, sagt Weigeldt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Weigeldt kritisierte den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern scharf. Diese setzen bei den Corona-Impfungen zunächst weiter auf die Impfzentren und wollen die Ärzte erst später einbinden. Über die Beratungen vom Mittwochabend sagt Weigeldt: „Das Ergebnis ist eine Katastrophe.“ Die Entscheidung, die Ärzte erst ab Mitte April an den Impfungen zu beteiligen, sei falsch. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Ungarn und Tschechien vereinbaren Impfstoff-Kooperation mit Israel

Tschechien und Ungarn haben eine Impfstoff-Kooperation mit Israel vereinbart. Die drei Länder kündigten am Donnerstag an, im Bereich der Forschung sowie bei der Produktion von Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus zusammenzuarbeiten. Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis und sein ungarischer Kollege Viktor Orban waren zu einem Treffen mit Regierungschef Benjamin Netanjahu nach Jerusalem gereist, um sich über die israelische Impfkampagne zu informieren.

Vor einer Woche hatten mit Österreich und Dänemark bereits zwei weitere EU-Länder eine Kooperation mit Israel vereinbart. Sie riefen eine Allianz zur Entwicklung und Produktion von Corona-Impfstoffen der nächsten Generation ins Leben. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Überblick am Abend

  • Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA)hat mitgeteilt, dass bei den gegen Covid-19 geimpften Personen offenbar kein höheres Risiko für Blutgerinnsel besteht. Zuvor hatten Dänemark, Norwegen und Island die Verwendung des Oxford / AstraZeneca-Stichs eingestellt hatten Weitere fünf europäische Länder haben eine Charge zurückgezogen.
  • Der Gouverneur des bevölkerungsreichsten Bundesstaates Brasiliens, São Paulo, erklärte einen zweiwöchige Lockdown, da der Coronavirus-Ausbruch des südamerikanischen Landes immer mehr außer Kontrolle gerät.
  • Der slowakische Gesundheitsminister kündigte seinen Rücktritt an, um eine politische Krise über den Missbrauch der Pandemie durch die Regierung und einen Streit über den Kauf von Impfstoffen aus Russland zu entschärfen.
  • Pfizer und BioNTech teilen mit, dass reale Daten aus Israel darauf hindeuten, dass ihr Impfstoff zu 94% bei der Verhinderung asymptomatischer Infektionen wirksam ist, was bedeutet, dass der Impfstoff die Übertragung signifikant reduzieren könnte.
  • Das Parlament in Portugal verlängerte den Ausnahmezustand bis Ende März, während sich die Regierung darauf vorbereitete, einen lang erwarteten Plan zur schrittweisen Aufhebung der seit Mitte Januar geltenden strengen Sperrregeln zu enthüllen.
  • Die EMA empfiehlt die bedingte Zulassung des Covid-Einzeldosis-Impfstoffs von Johnson & Johnson nach Zulassungen in den USA und Kanada.
  • Die polnische Hauptstadt Warschau wird ab Montag zu den Städten im Land gehören, die strengeren Beschränkungen ausgesetzt sind, sagte der Gesundheitsminister des Landes.
  • Die Verzögerung der zweiten Dosis des Pfizer / BioNTech-Impfstoffs muss für Krebspatienten dringend überprüft werden, nachdem festgestellt wurde, dass ein einziger Schuss keinen ausreichenden Schutz bietet.
  • Frankreich will einige Covid-Beschränkungen für internationale Reisen außerhalb Europas lockern, sagte das Außenministerium. Reisende nach oder von Australien, Südkorea, Israel, Japan, Neuseeland, Großbritannien und Singapur müssen keinen zwingenden Grund mehr für eine Reise benötigen. (Quelle: The Guardian, 11.03.21)

Mexikos infizierter Corona-Chefexperte geht maskenlos spazieren

Der Chef von Mexikos Corona-Politik, Hugo López-Gatell, ist trotz einer Coronavirus-Infektion ohne Maske in Mexiko-Stadt spazieren gegangen. Aus medizinischer Sicht spreche nichts dagegen, rechtfertigte sich der Epidemiologe des Gesundheitsministeriums auf Nachfrage des Journalisten Joaquín López-Dóriga. „Mein Ansteckungspotenzial ist minimal“, zitierte dieser López-Gatell. In sozialen Medien waren Fotos verbreitet worden, die den Funktionär am Mittwoch ohne Mund- und Nasenschutz mit einer Frau – bisweilen in deren Armen – in einem Park in einem schicken Viertel der Hauptstadt zeigen. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Schwedische Kronprinzessin hat Corona

Die schwedische Kronprinzessin Victoria (43) und ihr Ehemann Prinz Daniel (47) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das schwedische Königshaus am Donnerstag mit. Die Thronfolgerin und ihr Gatte hätten sich bereits am Mittwoch wegen Anzeichen einer Erklärung bei Victoria in Quarantäne begeben, daraufhin seien dann die Infektionen festgestellt worden.

Beide zeigten leichtere Symptome, ihnen gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es vom Hof in Stockholm. Auch ihre beiden Kinder, Prinzessin Estelle (9) und Prinz Oscar (5), sitzen nun in Quarantäne. Für Victoria kommt das Ganze zur Unzeit: Am Freitag ist ihr Namenstag, der in Schweden traditionell größer gefeiert wird. Eine ohnehin wegen der Corona-Krise in begrenzter Form geplante Veranstaltung an dem Tag wird nun gänzlich abgesagt.

Für den schwedischen Hof sind es nicht die ersten Corona-Fälle: Bereits im November waren Victorias jüngerer Bruder Carl Philip (41) und seine Frau Sofia (36) positiv auf das Virus getestet worden. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Österreich plant Lockerungen für Kinder und Jugendliche

Freizeitaktivitäten und Sport für Kinder und Jugendliche sollen in Österreich schon bald wieder mit Auflagen möglich sein. Trotz steigender Infektionszahlen soll die Lockerung der Corona-Einschränkungen am Montag in Kraft treten, kündigte das Sozial- und Gesundheitsministerium am Donnerstag an. Zuvor muss noch das Parlament zustimmen.

Die Öffnungsschritte seien etwa für Jugendzentren, Pfadfindergruppen und Sportvereine vorgesehen, hieß es aus der der Grünen Parlamentsfraktion. Unter-18-Jährige sollen Sport ohne Körperkontakt mit bis zu zehn Teilnehmern im Freien ausüben dürfen. Andere Aktivitäten in Kleingruppen werden auch in Innenbereichen erlaubt. Teilnehmer müssen sich registrieren und für Aktivitäten in geschlossenen Räumen negative Tests vorweisen. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Slowakischer Gesundheitsminister tritt zurück

Der slowakische Gesundheitsminister Marek Krajci hat am Donnerstag seinen Rücktritt angekündigt. Nicht nur Opposition und Medien, sondern auch Teile der Vier-Parteien-Koalition in Bratislava warfen ihm schon lange Versagen und Planlosigkeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor. „Leider haben die zwei kleineren Koalitionsparteien ihren Verbleib in der Regierung an meine Demission als Bedingung geknüpft“, erklärte der 46-jährige Krajci in einer emotionalen Ansprache vor Journalisten.

Der 46-jährige Kinder-Kardiologe Krajci engagierte sich in christlichen Vereinigungen, bevor er bei den Parlamentswahlen 2020 für die von Matovic gegründete Wahlplattform Gewöhnliche Leute kandidierte. Als Minister wurde er auch dafür kritisiert, dass er den Corona-Notstand zur Einschränkung des Abtreibungsrechts nutzte und erfahrene Klinikchefs durch Gesinnungsfreunde ersetzte. Gegen den Willen ihrer Koalitionspartner bestellten Krajci und Matovic den in der EU noch nicht zugelassenen Impfstoff Sputnik V aus Russland. Die erste Lieferung holten sie persönlich am Flughafen ab. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in der EU zugelassen

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson kann nun auch in der Europäischen Union genutzt werden. Die EU-Kommission genehmigte dies am Donnerstag, wie Präsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte. „Mehr sichere und wirksame Impfstoffe kommen auf den Markt“, schrieb von der Leyen. Die Kommission folgte einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA, die das Vakzin eingehend geprüft hatte. Es ist der vierte in der EU zugelassene Impfstoff gegen Covid-19. Die EU-Kommission hat bei dem US-Hersteller Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Es gibt Befürchtungen, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig liefern könne, unter anderem, weil der Impfstoff in den USA abgefüllt wird und dort faktisch ein Exportstopp für Corona-Impfstoffe herrscht. Der Hersteller hat aber zugesagt, ab April zu liefern. Die EU-Kommission ist nach eigenen Angaben im Gespräch mit den US-Behörden, um die Lieferungen zu sichern. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Auch Italien setzt Impfungen mit Astrazeneca vorerst aus

Die italienische Medizin-Aufsichtsbehörde Aifa kündigt an, die Verwendung bestimmter Chargen des AstraZeneca-Impfstoffes zu verbieten. Einem Insider zufolge waren zwei Männer gestorben, nachdem sie mit dem Vakzin der Charge ABV 2856 geimpft worden waren. Die Aifa erklärte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, da noch kein Zusammenhang zwischen den Impfungen und „schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen“ habe festgestellt werden können. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Türkei plant bis Herbst 50 Millionen Menschen zu impfen

Die Türkei will bis Herbst 50 Millionen Menschen gegen das Coronavirus impfen. Das kündigt Gesundheitsminister Fahrettin Koca an. Seit Mitte Januar wurden 10,5 Millionen Türken geimpft. In der Türkei leben 83 Millionen Menschen. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Corona-Impfungen in 19 afrikanischen Ländern begonnen

In mehreren afrikanischen Ländern sind die Impfkampagnen gegen Corona gestartet, bleiben aber hinter den Programmen in europäischen Ländern weiterhin deutlich zurück. 19 der 54 Länder auf dem afrikanischen Kontinent hätten mit dem Impfen begonnen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag mit. Über das Impfprogramm der Vereinten Nationen, Covax, wurden demnach bisher 518.000 Dosen verabreicht. In Afrika leben rund 1,3 Milliarden Menschen.

Die Afrikadirektorin der WHO, Matshidiso Moeti, sagte auf einer virtuellen Pressekonferenz, Covid-19-Impfstoffe erreichten den Kontinent noch in beschränktem Umfang. Angesichts der Knappheit rief Moeti die Regierungen auf, Mitarbeitern im Gesundheitswesen Vorrang zu geben. Laut WHO wurden über Covax bis Mittwoch 14,8 Millionen Impfdosen an 22 afrikanische Länder geliefert. Viele Dosen wurden demnach jedoch noch nicht verabreicht.

Die ruandische Regierung teilte am Donnerstag mit, seit dem Beginn des Impfens vor einer Woche knapp 230.000 Menschen der rund 12 Millionen Einwohner geimpft zu haben. In Südafrika wurden rund 129.000 Dosen verabreicht. Tansania und Madagaskar wollen Medienberichten zufolge keine Impfstoffe einkaufen, weil deren Regierungen die Risiken von Covid-19 als gering achten oder ein traditionelles Heilmittel einsetzen, dessen Wirksamkeit jedoch nicht bewiesen ist.

In den kommenden Tagen wird laut WHO-Afrikadirektorin Moeti die Schwelle von vier Millionen bestätigten Corona-Infektionen in Afrika überschritten. Rund 106.000 Menschen starben bisher laut offiziellen Zahlen an den Folgen einer Infektion mit Covid-19, die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Schweiz erklärt Thüringen  zum Corona-Risikogebiet

Der Freistaat Thüringen stand am Donnerstag auf einer Liste mit Corona-Risikogebieten des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit, die ab dem 22. März gelten soll. Zuvor hatte die „Thüringische Landeszeitung“ online darüber berichtet. Für Einreisen in die Schweiz aus Ländern auf der Liste gilt, dass die Reisenden ein negatives Testergebnis vorweisen müssen. Es gibt aber auch Ausnahmen. Auf der Liste stehen unter anderem auch Teile Österreichs, Italiens und Frankreichs.

Kriterium für die Aufnahme auf diese Liste kann unter anderem die 14-Tage-Inzidenz der jeweiligen Region sein – also die Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen zwei Wochen. Thüringen hat in Deutschland seit Wochen die höchste Corona-Sieben-Tage-Inzidenz. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Lauterbach rechnet mit steigenden Inzidenzwerten wegen Schnelltests

SPD-Politiker Karl Lauterbach geht davon aus, dass durch die bald in großen Mengen verfügbaren Schnelltests die Corona-Fallzahlen steigen werden. So könnte die massenhafte Anwendung von Antigen-Schnelltests und Selbsttests zu insgesamt höheren Inzidenzen führe, erklärte Lauterbach gegenüber dem SPIEGEL. „Das wäre ein Beleg dafür, dass das Programm wirkt.“

Nach einiger Zeit sei aber mit einer Verringerung der Fallzahlen zu rechnen. Dann greifen Quarantänebestimmungen und die Dunkelziffer werde gesenkt, weil bisher unbemerkte Übertragungswege verhindert würden. Positive Laientests sind noch kein sicherer Nachweis für eine Infektion und gehen nicht in die Statistiken des Robert Koch-Instituts ein. Deshalb sollen sich die Bürgerinnen und Bürger einen positiven Selbsttests per PCR-Test bestätig lassen. Antigen-Schnelltests, die von geschultem Personal genommen werden, sind dagegen meldepflichtig, wenn es zu einem positiven Ergebnis kommt. Aber auch hier wird ein PCR-Test zur Bestätigung benötigt. Wie stark die Fallzahlen nach oben schnellen werden, lässt sich aber noch nicht abschätzen.

„Dafür gibt es noch zu viele unbekannte Faktoren“, sagte Lauterbach. Es sei unklar, wie die Tests tatsächlich angenommen werden und welche Rückmeldungsquote es bei positiven Ergebnissen gibt. Am kürzlich von den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin festgelegten Schwelleninzidenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ab dem die Lockerungen gestoppt werden, solle man deshalb weiter festhalten. (Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 11.03.21)


Sachsens Schulen öffnen wieder

Für rund 240.000 Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen in Sachsen beginnt am Montag nach dem mehrmonatigen Corona-Lockdown der Präsenzunterricht. Vorerst werde aber nur im Wechselbetrieb zwischen Bildungseinrichtung und zu Hause unterrichtet, teilte das Kultusministerium am Donnerstag in Dresden mit. Für Mädchen und Jungen ab der 7. Klasse stünden zu Schulbeginn ausreichend Schnelltests zur Verfügung. Die Tests sind freiwillig. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger schlägt Alarm

Zum Jahrestag der Pandemie schlägt der Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger Alarm. Die Krise könne bereits in der zweiten Jahreshälfte zu einem „Massenexodus aus dem Beruf“ führen, warnte der International Council of Nurses (ICN). Mindestens 3000 Pflegekräfte in 60 Ländern seien erwiesenermaßen bereits an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Die tatsächliche Zahl liege wahrscheinlich deutlich höher.

Wegen Burnouts und Stress in der Pandemie erwägen Millionen Fachkräfte einen Berufswechsel, wie ICN-Chef Howard Catton in Genf erläuterte. Die Pflegekräfte seien durch die Pandemie bis zur körperlichen und geistigen Erschöpfung getrieben worden und hätten eine „Massentraumatisierung“ erlebt. „Sie erreichen den Punkt, an dem sie alles gegeben haben, was sie können.“  (Quelle: TSP, 11.03.21)


Experte: Zusammenhang von Impfung und Blutgerinnsel unwahrscheinlich

Ein deutscher Experte hält einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Astrazeneca-Impfung und dem Todesfall in Dänemark für unwahrscheinlich. „Ein direkter Zusammenhang ist nicht richtig vorstellbar, das kann auch Zufall sein“, sagte der Infektiologe Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist etwas Außergewöhnliches. Gefäßverschlüsse sind weder in den Zulassungsstudien aufgetaucht noch bei den Impfungen in England, und dort ist man sehr wachsam.“

Allerdings müsse man dem Vorfall nachgehen, sagte Salzberger. „Wenn man ein solches (Quelle: TSP, 11.03.21)


Grafschaft Bentheim

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Donnerstag einen neuen Corona-Todesfall. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung steigt damit auf 104. Das Gesundheitsamt verzeichnet zudem 28 Neuinfektionen, die Gesamtzahl der Corona-Fälle liegt damit bei 3741, als genesen gelten 3452 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich 545 Personen, am Mittwoch waren es noch 587. Das Landesgesundheitsamt beziffert den Inzidenzwert für die Grafschaft am Donnerstag auf 86. Die Kreisverwaltung zählt am Donnerstag 185 aktuell Infizierte. (Quelle: GN, 11.03.21)


EMA empfiehlt Impfstoff von Johnson & Johnson

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson gegeben. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA empfahl eine bedingte Zulassung des Impfstoffs. Die finale Entscheidung muss nun noch von der Europäischen Kommission gefällt werden. Diese gilt aber als Formsache. Dann wäre der Weg für den vierten Corona-Impfstoff in der EU frei.
(Quelle: NDR, 11.03.21)


Dänemark stoppt vorerst Impfungen mit Astrazeneca

In Dänemark wird vorübergehend niemand mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca geimpft. Grund dafür seien Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden seien, teilte die dänische Gesundheitsverwaltung am Donnerstag mit. Die europäischen Arzneimittelbehörden hätten vor dem Hintergrund eine Untersuchung des Impfstoffes eingeleitet. Ein Bericht beziehe sich auf einen Todesfall in Dänemark. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe.

Regierungschefin Mette Frederiksen bestätigte vor Reportern vor einem Krankenhaus im dänischen Herlev, dass die Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffes pausiert werde. Diese Nachricht sei ärgerlich, da man unheimlich abhängig davon sei, dass alle geimpft würden. Gesundheitsminister Magnus Heunicke sprach ebenso wie die Gesundheitsverwaltung von einer Vorsichtsmaßnahme. Die Vorfälle sollten gründlich untersucht werden, schrieb er auf Twitter.

Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern, danach wird geschaut, wie es weitergeht. Es sei wichtig, zu unterstreichen, dass man den Astrazeneca-Impfstoff nicht ablehne, sondern die Verabreichung pausiere. Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei. Man müsse jedoch auf Berichte zu möglichen ernsthaften Nebenwirkungen reagieren.

Am Mittag wurde bekannt, dass auch Norwegen die Impfungen mit AstraZeneca aussetzt. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme.

(Quelle: TSP, 11.03.21)


Studie: Biontech-Impfstoff könnte Corona- Übertragung enorm reduzieren

Eine Datenauswertung zur Corona-Impfkampagne in Israel hat nach Angaben der Unternehmen Biontech und Pfizer die hohe Wirksamkeit ihres Vakzins bestätigt. Der Impfstoff schütze zwei Wochen nach Verabreichung der zweiten Dosis zu mindestens 97 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen, schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen, teilten die Mainzer Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer am Donnerstag mit. Die Auswertung habe außerdem eine Wirksamkeit des Impfstoffs von 94 Prozent gegen asymptomatische Corona-Infektionen gezeigt.

Die Angaben beruhen den Angaben zufolge auf Kontrolldaten des israelischen Gesundheitsministeriums, die zwischen dem 17. Januar und 6. März erhoben wurden. Zu dieser Zeit war der Biontech/Pfizer-Impfstoff der einzig verfügbare im Land und die leicht übertragbare britische Variante B.1.1.7 der vorherrschende Stamm des neuartigen Coronavirus in Israel, wie es in der Mitteilung weiter hieß.

Die israelische Corona-Impfkampagne gilt als eine der erfolgreichsten der Welt. Bereits rund 40 Prozent der Einwohner haben beide der für eine vollständige Immunisierung notwendigen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs erhalten. (Quelle: TSP, 11.03.21)


RKI-Chef: Höhere Inzidenzen bei Jüngeren

Zu Beginn der dritten Corona-Welle in Deutschland sieht der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) eine andere Ausgangslage als vor der zweiten Welle. Die Zahl der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche liege aktuell bei der jüngeren, mobilen, berufstätigen Bevölkerung auf einem deutlich höheren Niveau als damals, sagte Lothar Wieler am Donnerstag in einem Online-Vortrag vor Studenten der Hochschule für Politik München. Offensichtlich erschwere dies die Bekämpfung der dritten Welle; diese Gruppen hätten die meisten Kontakte.

Ein Beispiel: Bei den 20-24-Jährigen wurden Anfang August, als die zweite Welle sich aufbaute, 11 Fälle pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche erfasst. Nach neuestem Stand sind es 95 – mehr als in allen anderen Altersgruppen. Laut RKI-Situationsbericht steigen die Inzidenzen in allen Altersgruppen unter 55 Jahren seit der sechsten Meldewoche kontinuierlich an. Bei der ersten und zweiten Welle waren nach Anstiegen in den jüngeren Altersgruppen mit etwas Zeitverzug auch die Fallzahlen bei den Älteren in die Höhe gegangen.

Wieler betonte, dank der Maßnahmen seien in Deutschland Zehntausende, nach seiner Schätzung mehr als 100 000 Todesfälle in den vergangenen Monaten vermieden worden. Er rief dazu auf, Kontakte zu reduzieren und am besten immer nur die gleichen Menschen zu treffen. Auch junge Menschen könnten schwere und tödliche Verläufe erleiden und von Langzeitfolgen (Long Covid) betroffen sein. Der Prozentsatz sei zwar gering, aber bei hohen Fallzahlen gebe es dennoch viele Betroffene. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Buyx: „Meter machen“ beim Impfen

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, fordert die schnelle Beteiligung niedergelassener Ärzte bei den Corona-Impfungen. „Es ist ein ethisches Gebot, jetzt Meter zu machen beim Impfen“, sagt Buyx gegenüber dem Fernsehsender ntv. „Ich bin ein ganz großer Befürworter, dass man das in die niedergelassenen Praxen bringt – so schnell wie möglich.“ (Quelle: TSP, 11.03.21)


Polen: Rekord-Neuinfektionen seit November

In Polen wird mit 21.045 Neuinfektionen der höchste Wert seit November erreicht. Das Gesundheitsministerium teilt mit, dies sei vor allem auf die rasche Ausbreitung der zuerst in Großbritannien entdeckten hochansteckenden Corona-Mutante zurückzuführen. Bislang wurde das Coronavirus in Polen bei knapp 1,85 Millionen Menschen nachgewiesen, 46.373 Menschen starben an oder mit dem Virus. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Trotz Corona: Hunderttausende Inder feiern religöses Fest mit Bad im Ganges

Hunderttausende Menschen haben in Indien trotz der Corona-Pandemie das hinduistische Kumbh-Mela-Fest gefeiert. Die Behörden in der Stadt Haridwar am Fuße des Himalaya erwarteten am Donnerstag 2,5 Millionen Besucher. Negative Corona-Tests waren – theoretisch – Pflicht. Schon im Morgengrauen drängelten sich am ersten von drei Badetagen aber Massen von Männern, Frauen und Kindern am Ufer des Ganges, um ein rituelles Bad in dem Fluss zu nehmen.

Wegen der Pandemie hatte die indische Regierung das Kumbh-Mela-Fest eigentlich eingeschränkt. Lautsprecher-Durchsagen mahnten die Menschen in Haridwar zum Tragen von Masken und zum Abstandhalten, hunderte Freiwillige besprühten die Pilger mit Desinfektionsmittel.

Das Kumbh-Mela-Fest gehört zu den heiligsten Zeremonien der Hindus und findet in Haridwar nur alle zwölf Jahre statt. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Schleswig-Holstein beendet Fußball-Punktspielbetrieb

In Schleswig-Holstein wird der Punktspielbetrieb der Fußball-Saison 2020/21 in allen Spiel- und Altersklassen eingestellt. Das beschloss das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes gestern Abend in einer außerordentlichen Sitzung.

Demnach soll es für den Ausfall der aktuellen Spielzeit als Alternative einen „Derby-Cup“ geben. Auch individuelle Freundschaftsspiele außerhalb des neuen Wettbewerbs sind weiterhin möglich. (Quelle: NDR, 11.03.21)


Niedersachsen: Kritik an Inzidenz-Schwellen

Die Front gegen die aktuellen Corona-Regeln der Landesregierung wächst weiter. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtete, kritisieren mehrere Bürgermeister und Landräte das starre Festhalten an den Inzidenz-Schwellen. Nach Auffassung der Landräte der Landkreise Cloppenburg, Wesermarsch und Vechta steht die neue Corona-Verordnung des Landes im klaren Widerspruch zu einer Entscheidung des Lüneburger Oberverwaltungsgerichts, wonach Auflagen nicht nur mit der Inzidenz begründet werden dürfen. Landkreise, die aus Gründen des Infektionsschutzes besonders viel testen, hätten das Nachsehen, so die Kritik der Landräte. Die drei Landkreise haben derzeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von deutlich über 100.

Die Oberbürgermeister der drei großen Städte Wolfsburg, Salzgitter und Lüneburg forderten unterdessen parteiübergreifend einen landesweiten Corona-Krisengipfel, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Bürger akzeptierten die Einschränkungen nicht mehr, weil sie sie nicht nachvollziehen könnten und sie oft willkürlich wirkten, sagte der Oberbürgermeister von Salzgitter, Frank Klingebiel (CDU), der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Auch der Oberbürgermeister von Lüneburg, Ulrich Mädge (SPD), betonte: „Wir brauchen eine ganzheitliche und nachhaltige Strategie, wie wir von Ostern über den Sommer bis nach Weihnachten kommen.“ Wolfsburg Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) sagte: „Der Wechsel im Sozialministerium bietet doch eine Chance zu einem neuen Anlauf. Auch bei der Teststrategie.“

Niedersachsens neue Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) wies die Kritik zurück. Die Inzidenz sei eine belastbare Kennzahl, um das Infektionsgeschehen in den einzelnen Kommunen einzuschätzen.

Tatsächliche stellen die Beschlüsse derKonferenz der MinisterprädentInnen und der Bundeskazlerin das von OB Ulrich Mädge vermisste „ganzheitliche und nachhaltige Strategie“ dar. es ist nur eine Strategie, die die Oberbürgermeister nicht für richtig halten. Dabei sind die Inzidenzwerte im Infektionsschutzgesetz festgeschrieben. Eine debatte darüber scheinz sinnfrei, ob es die rihtigen Werte sind. (Quelle: NDR, 11.03.21)


Ärzte behandeln Rekordzahl schwerer Covid-19-Fälle in Tschechien

In Tschechien wird eine Rekordzahl schwerer Covid-19-Fälle in den Krankenhäusern behandelt. 1916 Patienten befanden sich in einem ernsten Zustand oder wurden künstlich beamtet, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Donnerstag bekanntgab. Landesweit sind derzeit nur noch zwölf Prozent aller Intensivbetten frei. Zudem werden mehr als 6800 weitere Menschen mit leichteren Verläufen stationär versorgt.

Trotz der angespannten Lage kommen möglicherweise doch keine Covid-19-Patienten aus Tschechien zur Behandlung nach Deutschland. „In diesem Moment ist der Transport von Patienten ins Ausland nicht erforderlich“, sagte Regierungschef Andrej Babis der Zeitung „Pravo“. Jeder Überführung von Intensivpatienten sei eine „riskante Angelegenheit“, betonte der 66-Jährige, der sich im Oktober zur Wiederwahl stellen muss. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Frankreich prüft Gesundheitspass für Flugreisen

Frankreich prüft einen „Gesundheitspass“ für Reisende. Verkehrs-Staatssekretär Baptiste Djebbari begrüßte am Donnerstag im Radiosender RMC erste Testläufe bei der Fluggesellschaft Air France. Sie setzt auf Flügen zwischen Paris und französischen Überseegebieten wie Martinique und Guadeloupe einen Monat lang eine App ein, die Auskunft über einen negativen Corona-Test geben soll.

Djebbari sagte, dies könne ein „Vorläufer“ eines künftigen neuen Reisedokuments in der Pandemie sein. Darin könnten nach Vorstellung der französischen Regierung neben Negativ-Tests auch Impfungen verzeichnet werden. Präsident Emmanuel Macron hatte einen „Gesundheitspass“ Ende Februar auch als mögliches Mittel bezeichnet, um Restaurants und Kulturstätten wieder öffnen zu können. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Weltnaturschutzunion: Pandemie hat Naturschutz schwer getroffen

Der Naturschutz hat in vielen Teilen der Welt wegen der Corona-Pandemie schweren Schaden genommen. So mussten in mehr als der Hälfte der Schutzgebiete in Afrika Einsätze gegen Wilderer reduziert oder eingestellt werden, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Donnerstag in Gland bei Genf berichtete. Auch ein Viertel aller Schutzgebiete in Asien meldete Einschränkungen bei Naturschutzaktivitäten. In Nord- und Lateinamerika sowie in Europa und der Region Ozeanien seien die wichtigsten Funktionen aufrecht erhalten worden, obwohl Einkünfte durch Touristen fehlten.

Nach Umfragen in mehr als 60 Ländern verlor jeder fünfte Wildhüter seinen Arbeitsplatz, jeder vierte musste mit einer Einkommenskürzung oder Auszahlungsverspätung fertig werden, schreibt die IUCN in der hauseigenen Zeitschrift „Parks“. In 22 Ländern seien in mindestens 64 Fällen Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten zugunsten von Straßenbau oder Öl- und Gasförderung zurückgenommen worden. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Dresden verbietet „Querdenken“-Demonstration

Das Dresdener Ordnungsamt hat die für Samstag geplante Demonstration der „Querdenken“-Bewegung untersagt. Der Veranstalter sei nicht in der Lage und nicht willens, „seine Mobilisierung und den damit verbundenen Zustrom von Tausenden Teilnehmern auch aus Hochinzidenz- und Mutationsgebieten nach Dresden zu beeinflussen“, teilte die Versammlungsbehörde in Dresden am Donnerstag zur Begründung mit. Das Versammlungsgeschehen und damit einhergehende Anreisen aus Sachsen und angrenzenden Bundesländern würden dem beabsichtigten Schutz in der Corona-Pandemie zuwiderlaufen, hieß es weiter. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

In Niedersachsen melden die Behörden 1.289 nachgewiesene Neuinfektionen mit dem Coronavirus. 25 weitere Menschen starben an oder mit einer Corona-Infektion. Gestern waren es 934 Neuinfektionen, am Donnerstag vergangener Woche 1.191. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt jetzt bei 67,9 – gestern betrug sie 66,7. Insgesamt haben sich in dem Bundesland inzwischen 173.009 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: NDR, 11.03.21)


SPD warnt vor Lieferverzögerungen bei Johnson & Johnson

Vor der erwarteten EU-Zulassung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson warnt die SPD vor Verzögerungen bei den Lieferungen des US-Herstellers. „Da die EU noch keine eigenen Abfüll- und Verschließ-Anlagen hat, sind wir von Exporten aus den USA abhängig“, sagte der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Damit drohen einmal mehr Verzögerungen in der Impfstoff-Versorgung.“

Der Gesundheitsexperte mahnte die EU-Kommission, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um sogenannte „Fill-and-Finish-Standorte“ in der Europäischen Union aufzubauen und dem Pharmaunternehmen unter die Arme zu greifen. Denn der Impfstoff von Johnson & Johnson könnte aus Wölkens Sicht einen Wendepunkt für die Impfkampagne bringen: „Der Impfstoff ist leicht zu handhaben und anders als bei den anderen Impfungen ist nur eine Injektion nötig.“ (Quelle: TSP, 11.03.21)


Ehemalige US-Präsidenten werben für Impfkampagne

In den USA schalten sich die früheren Präsidenten Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter in die Impfkampagne ein. In zwei Werbeanzeigen der gemeinnützigen Agentur Ad Council rufen sie gemeinsam mit ihren Ehefrauen die Amerikaner dazu auf, sich impfen zu lassen. „Diese Impfstoffe werden Sie und Ihre Lieben vor dieser gefährlichen und tödlichen Krankheit schützen“, sagt Bush. Obama sagt: „Das ist der erste Schritt, um die Pandemie zu beenden und unser Land nach vorne zu bringen.“ Carter sagt: „Jetzt liegt es an Ihnen.“ Trump war nicht dabei. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Fast 56.000 Covid-Tote in Panamazonas-Region

In der Panamazonas-Region Südamerikas sind nach Angaben des kirchlichen Amazonas-Netzwerks Repam bislang 55.593 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben. Bis dato wurden laut einem am Mittwoch (Ortszeit) auf der Website des lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM veröffentlichten Bericht 2.229.173 Infektionen gezählt.

Die Zahlen umfassen die Meldungen von Gesundheitsbehörden aus Kolumbien, Peru, Ecuador, Bolivien, Brasilien, Suriname und Guyana. Aus Venezuela liegen demnach keine verlässlichen Daten vor. Repam erstellt monatlich einen länderübergreifenden Bericht zur Lage im Amazonas, um über die Auswirkungen der Pandemie auf die dort lebenden indigenen Völker zu berichten. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Corona-Höchstwert in Ungarn

Ungarn registriert mit 8312 neuen Positiv-Tests einen Höchstwert. Damit zeigt sich nach offiziellen Angaben, dass sich die dritte Welle der Pandemie verstärkt, obwohl die Kontakteinschränkungen verschärft und die Impfkampagne ausgeweitet wurde. Ministerpräsident Viktor Orban will heute nach Israel reisen, um sich über Maßnahmen gegen die Seuche zu informieren. Israel hat die Ausbreitung des Virus eindämmen können und erste Schritte zur Rückkehr zur Normalität eingeleitet. (Quelle: TSP, 11.03.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 11.03.2021, 08:00 Uhr

Auch heute gibt es keinen neuen CoViD-19-Todesfall, aber der Landkreis Emsland heute 56 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 8.132 (+56). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.551 Personen (+51 ) gestiegen. In der Summe sind im Emsland folglich akut 434 (+6) Menschen an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen steht bei 1.334 (1.243).

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Emsland laut NLGA heute aktuell bei 73,1 (= +239 Neuinfizierte in 7 Tagen), was etwas über dem Landesdurchschnitt von 67,9 liegt. In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der 7-Tage-Inzidenz-Wert weiter deutlich höher als im Emsland und beträgt 86,0 (+118 Neuinfektionen in 7 Tagen). 

Laut DIVI-Zahlen werden in den emsländischen Krankenhäuser zeigen kontinuierliche Steigerungen auf  aktuell 10 (+2) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 5 (+2) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim werden heute keine CoVid-19-Erkrankten intensivmedizinisch versorgt (-2).

In der Stadt Lingen (Ems) ist in den letzten 24 Stunden keine Neuinfektion gemeldet worden. es sind seit Pandemieausbruch weiterhin insgesamt 997 Menschen (+8) erkrankt; das sind heute 21 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 38,4). 948 (+3) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 33 (+5) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 283 259 2 22
Einheitsgemeinde Emsbüren 191 177 0 14
Samtgemeinde Freren 415 394 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 274 264 2 8
Stadt Haren (Ems) 471 441 2 28
Stadt Haselünne 356 348 5 3
Samtgemeinde Herzlake 262 254 4 4
Samtgemeinde Lathen 382 357 1 24
Samtgemeinde Lengerich 164 154 2 8
Stadt Lingen (Ems) 997 948 16 33
Stadt Meppen 826 782 23 21
Samtgemeinde Nordhümmling 322 303 2 17
Stadt Papenburg 1283 1118 29 136
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 101 88 1 12
Einheitsgemeinde Salzbergen 145 131 3 11
Samtgemeinde Sögel 554 515 3 36
Samtgemeinde Spelle 389 345 14 30
Einheitsgemeinde Twist 159 155 2 2
Samtgemeinde Werlte 558 522 17 19
 Gesamt* 8.132 (+56 seit 10.03.) 7.555 (+51 seit 10.03.) 143 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 434 

(11.01.21)


Pflegende Angehörige fallen in Berlin und Brandenburg durchs Raster. #Corona-Impfungen für pflegende Angehörige? Was die Impfverordnung des Bundes ermöglicht, setzen Berlin und Brandenburg nicht um – anders als andere Länder: https://t.co/cNki3pG1wl

— Stefan Sell (@stefansell) March 11, 2021

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Johnson&Johnson-Impfstoff vor Zulassung

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wird am heutigen Donnerstag voraussichtlich den Weg für den vierten Corona-Impfstoff in der EU freimachen. Es wird erwartet, dass die Behörde mit Sitz in Amsterdam die Zulassung des Impfstoffes des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson empfehlen wird. Dann muss zwar noch die EU-Kommission zustimmen – doch das gilt als Formsache und könnte noch am selben Tag erfolgen.

Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig liefern könne. Der Hersteller sicherte zu, dass er sich an die Absprachen halten und ab April liefern werde.

Der Impfstoff wurde in den Niederlanden von der Johnson-Tochter Janssen entwickelt. Er hat große Vorteile gegenüber den bisher zugelassenen Präparaten von Pfizer/Biontech, Moderna und Astra-Zeneca. Der wichtigste: Er muss nur einmal gespritzt werden. Das Präparat muss auch nicht tiefgefroren aufbewahrt werden. Kühlschranktemperatur reicht aus.
(Quelle: FAZ, 11.03.21)


Deutsche vertrauen den in  der EU zugelassenen Impfstoffen

Die Deutschen setzen unterschiedliches Vertrauen in die bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe. Das ergab eine Umfrage des Online-Portals YouGov unter mehr als 2000 Teilnehmern über 18 Jahre. Dabei schätzten 66 Prozent der Befragten das Vakzin von BioNTech und Pfizer als sicher ein. Nur knapp die Hälfte (54 Prozent) sprach dem Impfstoff des US-Herstellers Moderna ihr Vertrauen aus. Am schlechtesten schnitt der Wirkstoff von AstraZeneca ab – ihn stuften nur 43 Prozent der Umfrage-Teilnehmer als sicher ein. (Quelle: Tagesschau, 11.03.21)


Brasilien: Erstmals mehr als 2000 Corona-Tote in 24 Stunden

Brasilien hat erstmals mehr als 2000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. 2286 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Abend (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden gestorben.

Insgesamt sind damit in Brasilien 270.656 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 79.876 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 11,2 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. (Quelle: 11.03.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 14.356 Corona-Neuinfektionen gemeldet – und damit 2.444 mehr als vor genau einer Woche. Das geht aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervor. Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) stieg mit 69,1 im Vergleich zum Vortag (65,4) an. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.50 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 321 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11.912 Neuinfektionen und 359 neue Todesfälle registriert. (Quelle: RKI, 11.03.21)


Emirates fordert Impfung vom Kabinenpersonal oder…

Die Fluggesellschaft Emirates mit Sitz in Dubai fordert ihr Kabinenpersonal auf, sich entweder kostenfrei impfen zu lassen oder ab dem 15. März regelmäßige Test selbst zu bezahlen. Eine geimpfte Belegschaft sei nicht nur aus gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Gründen, sondern auch aus betrieblichen Gründen unerlässlich, heißt es. Das staatliche Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern seit Januar Impfstoffe unentgeltlich an. (Quelle: FAZ, 11.03.21)


Die Zahl der gemeldeten #Corona-Infektionen sieht heute gar nicht gut aus: Ein Tageswert von 14.365 lässt den 7-Tage-Mittelwert deutlich auf 8715 steigen. Das sind 4,2 % mehr als gestern und 6,5 % mehr als vor einer Woche. [1/x] pic.twitter.com/rec4EyPP9l

— Malte Kreutzfeldt (@MKreutzfeldt) March 11, 2021

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RKI: Dritte Welle hat begonnen

Ein Jahr nach der Erklärung einer Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Deutschland nach Überzeugung des Robert-Koch-Instituts die dritte Corona-Welle begonnen. „Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler im Gespräch mit der UN-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. „Ich bin sehr besorgt.“ Die strikte Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten sei trotz Impfungen weiter dringend nötig.

Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Wenn es keine Unterbrechungen wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus seien. „Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden“, sagte Wieler. Er geht davon aus, dass nach den ersten Impfrunden Auffrischungen nötig sind – in welchen Abständen, sei bislang unklar. (Foto: pixabay Quelle: FAZ, 11.03.21)


Zahnärzte wollen beim Impfen helfen

Die Zahnärzte in Deutschland bieten weiterhin an, bei Test- und Impfmaßnahmen zu unterstützen. „Das Angebot gilt weiterhin“, sagt der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Wolfgang Eßer, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Als approbierte Ärzte seien Zahnärzte grundsätzlich dazu befähigt, Impfungen durchzuführen. Gerade im Hinblick auf schnelle und flächendeckende Impfungen sei es wichtig, ausreichend Impf-Ärzte zu haben. (Quelle: Tagesschau, 11.03.21)


#Corona: In Bovenau wird an einem neuen Impfstoff gearbeitet https://t.co/uOKhFpI85U

— Robert Koop (@RobertsBlog) March 11, 2021

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Brasiliens Ex-Staatschef Lula meldet sich zurück: „Lassen Sie sich impfen!“

Mit einer scharfen Attacke gegen Brasiliens rechtsextremen Präsident Jair Bolsonaro hat sich Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva in der Politik seines Landes zurückgemeldet. Angesichts der schweren Corona-Krise in Brasilien sagte der linksgerichtete Lula in der Nähe von São Paulo: „Folgen Sie nicht den schwachsinnigen Entscheidungen des Präsidenten der Republik oder des Gesundheitsministers: Lassen Sie sich impfen.“

Brasilien zählt zu den von der Corona-Pandemie am schwersten getroffenen Ländern weltweit. In dem südamerikanischen Land starben bisher fast 270.000 Menschen an dem Virus. Der ultrarechte Bolsonaro lehnt Beschränkungen und Masken ab. Seit dem Beginn der Pandemie spielt er die Corona-Gefahr herunter, die er unter anderem als „kleine Grippe“ bezeichnet hatte. Auch über Impfungen machte er sich lustig. (Quelle: FAZ, 11.03.21)


Ramelow will Sputnik V

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat dafür geworben, den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V zu bestellen. „Für mich ist der Sputnik-Impfstoff eine große Chance, wieder schneller zur Normalität zurückzukehren“, sagte der Linken-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ich appelliere an die Bundesregierung, gegenüber der EU deutlich zu machen, dass jetzt bei den Produzenten von Sputnik entsprechende Impfmengen geordert werden sollten.“
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft Sputnik V derzeit. Die EU-Kommission hatte vergangene Woche klargestellt, dass sie mit den Sputnik-Herstellern derzeit nicht über einen Lieferrahmenvertrag für alle 27 EU-Staaten verhandelt. (Foto: CC s. Archiv v. 31.03.15; Quelle: FAZ, 11.03.21)


Moderna entwickelt Impfstoff weiter

Der Pharmahersteller Moderna geht mit einer neuen Auffrischungsimpfung in die nächste Entwicklungsphase. In der zweiten Phase einer klinischen Studie mit 60 Teilnehmenden wird die neue Variante des Impfstoffes erprobt, die in ihrer angepassten Version auch gegen die zunächst in Südafrika entdeckte Mutation B.1.351 schützen soll. Erstmals wurde dabei die neue Auffrischungsimpfung gespritzt. Bisher wurde sowohl bei allen Impfstoffen eine verringerte Wirksamkeit gegen diese spezielle Mutation nachgesagt.

Der erste Impfstoff des amerikanischen Herstellers hatte sich bisher unter anderem im Kampf gegen die britische Variante bewährt. Neben der Ausweitung der Produktionskapazitäten arbeitet das Biotechunternehmen seit einiger Zeit auch an der Auffrischungsimpfung, um auf die teilweise aggressiven Mutationen zu reagieren,

We just announced that the first participants have been dosed with our modified COVID-19 vaccines, designed to address the potential need for booster vaccine candidates, in an amendment to the ongoing Phase 2 clinical study. Read more: https://t.co/GvTf9QZOZZ pic.twitter.com/4leBt9rjZU

— Moderna (@moderna_tx) March 10, 2021

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(Quelle: FAZ, 10.03.21)


Überblick am Abend

  • Die tägliche Zahl neuer Coronavirus-Fälle in der Türkei ist am Mittwoch auf den höchsten Stand in diesem Jahr gestiegen; sie lag nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 14.556 Neuinfektionen.
  • Bisher gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Impfung für den Tod und die Krankheit von zwei Personen verantwortlich war, die in Österreich den Covid-Impfstoff von AstraZeneca erhalten hatten, so die Europäische Arzneimittel-Agentur. Estland, Litauen, Luxemburg und Lettland haben zusammen mit Österreich die Verwendung des Impfstoffs ausgesetzt, um dem Risikobewertungsausschuss der EMA Zeit für eine Untersuchung zu geben.
  • Frankreich meldete am Mittwoch 30.303 neue Coronavirus-Infektionen in den letzten 24 Stunden. Die Zahl stieg zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder auf über 30.000.
  • In Malta hat die Regierung hat angeordnet, dass nicht wesentliche Geschäfte und die Schulen geschlossen werden müssen, weil die Zahl der Covid-19-Fälle auf der Mittelmeerinsel stark steigt.
  • Die Europäische Kommission gab am Mittwoch bekannt, dass sie mit Pfizer und BioNTech einen Vertrag über die Lieferung von zusätzlichen 4 Millionen Covid-Impfstoffdosen abgeschlossen hat, die noch in diesem Monat geliefert werden sollen.
  • Die hochinfektiöse Mutation B1117  von Covid-19 ist laut Forschern zwischen 30% und 100% tödlicher als frühere Stämme.
  • Polen hat 17.260 neue Covid-Fälle gi den letzten 24 Stunden emeldet, die höchste Zahl seit November.
  • Mauritius hat nach 14 lokalen Covid-Fällen einen zweiwöchige landesweiten Lockdown eingeleitet, bei der alle Einwohner und Besucher bis zum 25. März zu Hause oder in ihren Hotels zu bleiben haben.
  • Weit mehr Menschen in Deutschland sollen ab April eine Covid-Impfung erhalten, wenn Hausärzte sie geben; doch die Vorstellung, dass 25% der Bevölkerung in nur einem Monat einen Schuss bekommen können, sei unrealistisch, warnte der Gesundheitsminister am Mittwoch.
  • Bulgarien hat am Mittwoch offiziell 3.502 neue Covid-Fälle gemeldet, die höchste tägliche Zahl seit drei Monaten. Die Zahl der Todesfälle ist auf 132 gestiegen.
    (Quelle: The Guardian, 10.03.21)

Impfverordnung: Spahn gibt Priorisierung auf

Nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll bei den Impfungen gegen das Coronavirus künftig mehr Flexibilität möglich werden. Wie der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur sagte, soll dafür die Impfverordnung an neue Erkenntnisse und Entwicklungen angepasst werden. Die neue Verordnung soll am Donnerstag im Bundesanzeiger veröffentlicht werden, die Regelungen gelten rückwirkend zum vergangenen Montag.

So wird in der neuen Verordnung in Bezug auf den Impfstoff von AstraZeneca keine Altersbegrenzung mehr genannt. Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen, den Impfstoff auch bei Menschen ab 65 Jahren einzusetzen – nicht nur bei 18- bis 64-Jährigen.

Um möglichst viele Erstimpfungen zu ermöglichen, soll bei den Impfstoffen von BioNTech und Pfizer sowie bei dem Mittel von Moderna der Abstand zur Zweitimpfung von sechs Wochen ausgeschöpft werden – bei dem Mittel von AstraZeneca von zwölf Wochen. Für Zweitimpfungen schon vereinbarte Termine sind davon aber unberührt, wie es in der Verordnung demnach heißt.

Abweichungen von der Impfpriorisierung sollen zudem künftig möglich sein, um eine dynamische Virusausbreitung „aus hoch belasteten Grenzregionen“ zu verhindern. Damit könnten etwa Sachsen, Bayern, das Saarland oder weitere Länder die ganze Bevölkerung in solchen Hotspots an der Grenze impfen, wie es zur Erläuterung hieß.

„Wir müssen die Balance finden: möglichst viele und möglichst zielgerichtet impfen“, sagte Spahn der Deutschen Presse-Agentur. Aber an der ursprünglichen Impfpriorisierung werde man festhalten – „um besonders Verwundbare zu schützen“, wie der Minister begründete.

„Die ethisch festgesetzte Impfreihenfolge ist nur noch eine Farce“, kritisiert der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz Eugen Brysch. Der Vorrang für Alte und Kranke werde immer mehr aufgeweicht. „Es herrscht das Recht der Starken, Schnellen und Lobbyisten.“ (Quelle: ZEIT, 10.03.21)


Fläschchen erster Corona-Impfung kommt ins Museum

Das Fläschchen von der ersten Corona-Impfung in den USA kommt ins Museum. Der New Yorker Krankenhausbetreiber Northwell Health spendete das leere Fläschchen des Biontech-Pfizer-Vakzins dem Nationalmuseum für Amerikanische Geschichte in Washington, wie das Museum mitteilte. Gespendet wurden außerdem die Impfkarte, die Mitarbeiterkarte und der Kittel der New Yorker Krankenschwester Sandra Lindsay, die am 14. Dezember als offiziell erste US-Bürgerin geimpft worden war.
Das zur Smithsonian-Stiftung gehörende Nationalmuseum für Amerikanische Geschichte hatte im April 2020 angefangen, Gegenstände zur Corona-Pandemie zu sammeln. Wann diese ausgestellt werden, ist noch unklar – das Museum ist wegen Corona derzeit geschlossen. (Quelle: WDR, 10.03.21)


Malta schließt Schulen und Geschäfte

Malta schließt im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen ab morgen die Schulen sowie alle Geschäfte und Dienstleistungen, die nicht als systemrelevant gelten. Die Sperren gelten für rund einen Monat, kündigte Premierminister Robert Abela in einer Ansprache am Mittwoch an. Reisen auf Maltas Schwesterinsel Gozo würden eingeschränkt. Organisierter Sport ist künftig verboten. Hochzeiten dürften nicht mehr gefeiert werden. Die Beschränkungen gelten den Angaben zufolge bis mindestens 11. April, wenn die Osterferien enden. Zuvor hatte das kleine EU-Land mit rund 500.000 Einwohnern einen Rekordwert von über 500 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden registriert. (Quelle: Tagesschau, 10.03.21)


Hausärzte-Präsident: Praxen können nicht jeden testen

Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, schätzt, dass „vielleicht zehn bis 15 Prozent der rund 50.000 Hausarztpraxen im Land Corona-Schnelltests anbieten werden“. Das sagte er der „Welt“. Natürlich seien die Hausärzte für ihre Stammpatienten da. „Aber die Praxen können nicht einfach jedem, der sich mal eben spontan testen lassen will, ein solches Angebot machen. Dafür bräuchten sie entsprechende Räume, Schutzausrüstung und zusätzliches Personal.“ Das gebe es in vielen Praxen nicht. „Und deshalb werden die Praxen kaum einen Tag der offenen Tür machen und jeden testen können, der das möchte.“ (Quelle: Tagesschau, 10.03.21)


Litauen lockert weiter Corona-Beschränkungen

Litauen lockert angesichts des Rückgangs an Neuinfektionen weiter vorsichtig die geltenden Corona-Beschränkungen. In dem baltischen EU-Land dürfen von 15. März an wieder alle Geschäfte mit einem direkten Zugang von der Straße öffnen. Auch Museen und Galerien dürfen ab diesem Datum wieder Besucher empfangen.

Dies beschloss die Regierung in Vilnius am Mittwoch. Die Geschäfte müssen dabei sicherstellen, dass für jeden Kunden eine Fläche von 20 Quadratmeter zur Verfügung steht, in Museen und Galerien sind es 30 Quadratmeter. Der Besuch der Ausstellungsräume bleibt jedoch auf Gruppen von zwei Personen beschränkt. Ausnahmen gelten für Familien. Tickets dürfen nur online verkauft werden.

Litauen mit seinen knapp 3 Millionen Einwohnern hatte angesichts stark steigender Corona-Zahlen Mitte Dezember einen Lockdown mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängt. Die Lage hat sich dadurch etwas entspannt. Mitte Februar und Anfang März hatte die Regierung in Vilnius daher erste Lockerungen der strengen Corona-Regeln beschlossen. (Quelle: Tagesschau, 10.03.21)


Einstufung des Coronavirus als Pandemie jährt sich

Die Einstufung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus als Pandemie jährt sich morgen zum ersten Mal. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte diese Einstufung am 11. März 2020 vorgenommen. Der Pandemiebegriff setzt sich aus den altgriechischen Wörtern „pan“ für „alles“ und „demos“ für „Volk“ zusammen.

Die WHO definiert eine Pandemie als eine Situation, in der die gesamte Weltbevölkerung potenziell einem Erreger ausgesetzt ist – und das Risiko besteht, dass „ein Teil von ihr erkrankt“. Ihre höchste Alarmstufe wegen des neuartigen Erregers hatte die WHO allerdings schon am 30. Januar 2020 ausgerufen, indem sie die Ausbreitung von Sars-CoV2 zum „öffentlichen Gesundheitsnotfall von internationalem Interesse“ erklärte. Seit der Registrierung der ersten Infektionen im Dezember 2019 in China wurden bis heute weltweit mehr als 117 Millionen Ansteckungen nachgewiesen. Mehr als 2,6 Millionen Infizierte starben. (Quelle: Tagesschau, 10.03.21)


Johnson & Johnson: EMA entscheidet über Zulassung

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will morgen (11.3.21) über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Unternehmens Johnson & Johnson entscheiden. Sollte die in Amsterdam ansässige Behörde grünes Licht geben, wäre eine endgültige Zulassung durch die EU-Kommission erfahrungsgemäß reine Formsache. Es wäre der vierte Corona-Impfstoff nach den Vakzinen von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca, der eine EU-weite Zulassung erhält. Gegen schwere Covid-19-Erkrankungen hat das Vakzin eine Wirksamkeit von rund 85 Prozent. Ein Vorteil des Vektorvirenimpfstoffs von Johnson & Johnson ist, dass nur eine Dosis erforderlich ist. Außerdem ist er bei normalen Kühlschranktemperaturen lagerbar. In der EU sind allerdings bereits Zweifel laut geworden, ob das US-Unternehmen die zugesagte Lieferung von 55 Millionen Dosen bis Ende Juni einhalten kann. Aus EU-Kreisen verlautete, mit ersten Lieferungen werde frühestens Mitte April gerechnet. (Quelle: Tagesschau, 10.03.21)


Lage auf Intensivstationen bleibt angespannt

Die Corona-Lage in Deutschland bleibt mit mehr als 9000 Neuinfektionen angespannt – und Intensivmedizinern bereitet die möglicherweise krankmachendere Variante B117 Sorgen.
Das seit einigen Tagen zu beobachtende Plateau bei der Zahl der Intensivfälle mit Covid-19 bundesweit sei vor diesem Hintergrund „kein gutes Zeichen“, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Fachgesellschaft Divi, Christian Karagiannidis, am Mittwoch. Die in Großbritannien entdeckte Mutante greift nach allen bisherigen Auswertungen in Deutschland zunehmend um sich.

Trotz der im Vergleich zum Jahresbeginn gesunkenen Zahl an Covid-19-Patienten stehen die Zeichen auf den Intensivstationen noch nicht auf Entspannung. „Der Druck im Kessel ist immer noch hoch“, sagte Karagiannidis. Die Zahl freier Intensivbetten sei trotz des Rückgangs um rund 3000 Fälle seit Januar 2021 unverändert, etwa weil Operationen nachgeholt würden. Die derzeitigen Zahlen von zwischen rund 2700 und 2800 Covid-19-Intensivpatienten seien immer noch sehr hoch, betonte der Mediziner von der Lungenklinik Köln-Merheim.

Auch von den bisherigen Corona-Impfungen bei Senioren und Pflegeheimbewohnern verspricht sich der Experte erst einmal keine unmittelbare Entlastung für die Intensivstationen: Schon in der ersten Welle sei lediglich etwa ein Viertel der Intensivpatienten über 80 Jahre alt gewesen, sagte er. Der Zeitpunkt, an dem man davon wegkommen könne, auf die Auslastung der Intensivbetten zu schauen, werde wahrscheinlich erst im Mai oder Juni erreicht.

Dass das Gesundheitssystem trotz hoher Fallzahlen in den vergangenen Monaten nicht kollabiert ist, hat auch mit Lehren aus der ersten Welle, Fortschritten beim Vermeiden schwerer Krankheitsverläufe und Management zu tun, wie Fachleute am Mittwoch ausführten.

Während in der ersten Welle noch 21 Prozent der Betroffenen in ein Krankenhaus kamen, waren es von Oktober bis Dezember lediglich noch neun Prozent, sagte Reinhard Busse, Leiter des Fachgebiets Management im Gesundheitswesen von der TU Berlin. Rückgänge wurden demnach in Ländern wie Spanien und Großbritannien, die bei Covid-19 anfangs noch viel stärker auf Kliniken setzten, noch ausgeprägter beobachtet.

In Deutschland hat sich Ende 2020 der Anteil der Krankenhaus-Patienten mit Covid-19, die intensivmedizinisch versorgt wurden, im Vergleich zu den ersten Pandemie-Monaten ungefähr halbiert: auf 14 Prozent im Dezember. Das geht aus einem Beitrag von einem Team um Karagiannidis im Fachblatt „The Lancet Respiratory Medicine“ hervor. Die verringerten Aufnahmen seien ein Schlüsselfaktor zum Vermeiden von Engpässen gewesen, so das Fazit.

Bei den Patienten, die invasiv beatmet werden, stehen die Überlebenschancen allerdings nicht besser als vor einem Jahr, ungefähr die Hälfte von ihnen stirbt. Seien Patienten erst einmal beatmungspflichtig, haben Ärzte nicht mehr allzu viele Spielräume, wie Karagiannidis schilderte. Als wichtig gilt die optimale Behandlung zuvor: Bei der Therapie sei man „ein bisschen besser geworden“, sagte Karagiannidis. Kortison etwa sei ein „Gamechanger“ gewesen, auch habe man früh auf Blutverdünner gesetzt. Welche Rolle Beatmungstherapien spielten, werde noch ausgewertet. Wahrscheinlich hätten Ärzte zu Pandemiebeginn eher zu früh mit Beatmung angefangen.

Von den laut Statistischem Bundesamt rund 40.000 Covid-19-Toten im Jahr 2020 in Deutschland starb nach den Worten Busses weniger als jeder Dritte (30 Prozent) auf Intensivstationen. 45 Prozent waren demnach in sonstiger stationärer Behandlung, ein Viertel außerhalb des Krankenhauses. Karagiannidis betonte, die Zahlen zu Todesfällen außerhalb der Intensivstationen zeigten auch, dass der Patientenwille respektiert werde – je nach Alter und Vorerkrankungen sei „noch mehr Medizin“ nicht sinnvoll.

Nach Divi-Prognosen sind schnelle Fortschritte beim Impfen in den kommenden Wochen entscheidend, um eine dritte Welle möglichst flach zu halten. Während sich Deutschland noch in einer Talsenke befinde, steige die Kurve der Intensivversorgung in anderen Ländern wie Belgien, Frankreich und Italien derzeit wieder an, sagte TU-Experte Busse, Tschechien sei bereits mittendrin.

(Quelle: GN, 10.03.21)


Variante B117 setzt sich immer stärker durch

Die hochansteckende Corona-Mutante aus Großbritannien hat sich offenbar zur beherrschenden Virusvariante in Deutschland entwickelt: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gingen in der vergangenen Woche rund 55 Prozent der in Laboren untersuchten Proben auf die Virus-Variante B117 zurück. In der Vorwoche waren es noch 46 Prozent, in der Woche zuvor nur 22 Prozent. Die Tendenz der Ausbreitung sei weiter exponentiell steigend, teilte das Institut mit. Die Daten basieren auf einer Teilmenge der SARS-CoV-2-positiven Proben, die von Laborverbunden untersucht wurden.

Das RKI rechnete seit längerem mit einer starken Ausbreitung der Virusvariante. Die oft als britische Corona-Variante bezeichnete Mutante B117, die Ende vergangenen Jahres in England entdeckt wurde, ist deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Es gibt auch Hinweise, dass sie tödlicher sein könnte. Die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe sind auch gegen B117 wirksam.

Das Robert-Koch-Institut wies aber darauf hin, dass in Deutschland auch die Variante B.1.351 beobachtet werde – diese sogenannte südafrikanische Variante „reduziert möglicherweise den durch die Impfungen vermittelten Schutz“, erklärte das Institut. Von den untersuchten Virusproben machte sie in der vergangenen Woche ein Prozent aus.

(Quelle: Tagesschau, 10.03.21)


EU exportiert großen Teil ihrer Corona-Impfstoff-Produktion

Ein beträchtlicher Anteil der in der EU produzierten Corona-Impfstoffe wird in Drittstaaten exportiert. Unter dem im Januar eingeführten Kontrollmechanismus für Impfstoffexporte wurden der EU-Kommission die Ausfuhr von bislang mehr als 34 Millionen Dosen gemeldet, wie die Nachrichtenagentur AFP aus EU-Kreisen erfuhr. Allein in der vergangenen Woche waren es demnach knapp zehn Millionen Dosen. Großbritannien ist den Angaben zufolge der größte Abnehmer von in der EU produzierten Corona-Impfstoffen. Insgesamt wurde der Kommission demnach die Ausfuhr von mehr als neun Millionen Dosen in das ehemalige EU-Land gemeldet, eine Million davon in der vergangenen Woche. (Quelle: Tagesschau, 10.03.21)


Studie: Corona-Mutante B.117 zu 64 Prozent tödlicher 

Die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Mutante B.117 ist einer neuen Studie zufolge zu 64 Prozent tödlicher als frühere Varianten des Virus. In 4,1 von tausend Fällen führe eine Infektion mit B.117 zum Tod, heißt es in der Studie von Forschern der britischen Universität Exeter. Bei früheren Coronavirus-Varianten liegt die Sterberate bei 2,5 von tausend Fällen. Für ihre Studie analysierten die Forscher Daten von jeweils knapp 55.000 Studienteilnehmern. Die Menschen waren zwischen Oktober und Januar positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nachdem sie ihr Testergebnis erhielten, wurden sie 28 Tage lang von den Forschern beobachtet. (Quelle: Tagesschau, 10.03.21)


Merkel stimmt auf „noch drei, vier schwere Monate“ ein

Die Coronalage bleibt in Deutschland noch bis zum Sommer angespannt. Diese Einschätzung gab Kanzlerin Angela Merkel jetzt ab. Erst dann werde das Impfen sich auswirken.

Von allzu großem Optimismus war bei Angela Merkel nicht die Rede, als die Kanzlerin ein öffentliches Digitalgespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Hilfs- und Krisentelefonen führte. „Das sind jetzt noch drei, vier schwere Monate: März, April, Mai, Juni“, sagte sie. Die Coronalage in Deutschland werde noch bis in den Sommer angespannt bleiben, kündigte die Regierungschefin an.

Aber danach würden die Effekte des Impfens in Deutschland deutlich werden, gab Merkel eine Einschätzung. „Dann wird es deutlich besser, aber im Augenblick fällt jeder Tag schwer. Das merkt man ja jedem an“, gestand die Kanzlerin ein. Der Frühling mache zwar manches leichter, lasse aber auch die Einschränkungen mehr spüren.

Der politische Umgang mit der Krise sei von Ungewissheit geprägt. »Wir versuchen jetzt, die Brücken zu bauen, aber wir wissen auch nicht, wohin wir die genau bauen. Also, das Ufer sehen wir ja auch nicht«, sagte Merkel. „Das ist ja überhaupt das ganz Schwierige an einer Pandemie, dass man das Ende nicht kennt.“

Bei der Finanz- und Bankenkrise vor einigen Jahren sei klar gewesen, dass man die Ursache habe beheben und die klammen Banken wieder mit Geld versorgen müssen. Im Vergleich dazu sei in der Pandemie vieles unklar, so Merkel. »Ich weiß es auch nicht, was dieses Virus noch anstellt“ und ob es etwa zu weiteren Mutationen komme.

In dem rund anderthalbstündigen Gespräch berichteten Mitarbeiter von Telefon-, Mail- und Chatseelsorgediensten Merkel von ihren Erfahrungen. Mehrere Teilnehmer schilderten etwa, dass in der Pandemie Hilfe aus dem Umfeld Ratsuchender zum Teil wegbreche und auch Hilfsangebote Dritter ausdünnten oder schwerer zu vermitteln seien. Mehrere Gesprächspartner Merkels sprachen auch von ihren Sorgen, dass nach der Krise im sozialen Bereich gekürzt werde. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20;Quelle: SPIEGEL, 10.03.21)


Nächste Verzögerung:
Start von Corona-Impfungen in Arztpraxen wohl erst Mitte April

Die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen können wohl erst Mitte April starten: Dies verlautete am Mittwochabend nach den Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern aus Teilnehmerkreisen. Grund: Erst dann ist genug Impfstoff da, um neben den Impfzentren auch die Hausärzte zu beliefern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder hatten in ihren Corona-Beratungen vergangene Woche noch einen Impfstart in den Praxen Anfang April anvisiert.
(Quelle: TSP, 10.03.21)


Bidens billionenschweres Corona-Konjunkturpaket beschlossen

Das von US-Präsident Joe Biden vorgelegte neue gewaltige Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Krise ist beschlossene Sache. Nach dem US-Senat stimmte am Mittwoch auch das Repräsentantenhaus dem Vorhaben im Umfang von rund 1,9 Billionen US-Dollar (rund 1,6 Billionen Euro) zu. Das Repräsentantenhaus musste sich erneut mit dem Maßnahmenbündel befassen, da es im Senat noch Änderungen gegeben hatte. Der parlamentarische Prozess ist nun abgeschlossen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, kündigte an, Biden wolle das Gesetzespaket am Freitag unterzeichnen, um es in Kraft zu setzen.

Der Umfang des Paktes entspricht fast zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung. Viele Republikaner hatten sich gegen derart umfangreiche Hilfen gesperrt. Biden will damit die Wirtschaft ankurbeln und Millionen neuer Jobs schaffen. Vorgesehen sind unter anderem Direktzahlungen für die meisten Steuerzahler in Höhe von 1400 Dollar. Zudem soll es Finanzierungshilfen für Coronavirus-Tests, die Impfkampagne, Schulöffnungen sowie zusätzliche Unterstützung für Arbeitslose geben. ((Quelle: TSP, 10.03.21)


Niedersachsen: Weil mahnt Wiederaufnahme der Corona-Hilfen an

Nach dem vorübergehenden Auszahlungsstopp für Corona-Staatshilfen wegen Betrugsverdachts pocht Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf eine schnelle Wiederaufnahme der Hilfen.

„Betrügereien bei Wirtschaftshilfen müssen rasch aufgeklärt werden, aber ein kompletter Stopp der Abschlagszahlungen bestraft die Falschen“, sagte Weil am Mittwoch in Hannover. Viele Menschen warteten seit Monaten auf die November- und Dezemberhilfen und die Überbrückungshilfe III. Sie hätten teilweise hohe Fixkosten und seien dringend auf staatliche Unterstützung angewiesen, so Weil. „Ich fordere das Bundeswirtschaftsministerium und Minister Peter Altmaier auf, dafür zu sorgen, dass die ohnehin längst überfällige Auszahlung der Wirtschaftshilfen sehr schnell wieder aufgenommen wird.“

Die Abschlagszahlungen seien als Vorsichtsmaßnahme gestoppt worden, hatte das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag bekannt gegeben. Wie ein Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums sagte, beziehe sich der Betrugsverdacht bislang nicht auf Fälle aus Niedersachsen. Auf einer Internetseite zu den Corona-Hilfen teilen das Berliner Wirtschafts- und Finanzministerium mit, es bestehe „in einigen Fällen der Verdacht, dass unrechtmäßig staatliche Hilfsgelder erschlichen wurden“. Es handele sich um „einige wenige Verdachtsfälle“, betonte eine Sprecherin. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet und habe bereits Ermittlungen aufgenommen. (Foto:CC s. Archiv v. 28.10.20, Quelle: NDR, 10.03.21)


Steigende Corona-Zahlen in Frankreich

Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 30.303 Neuinfektionen nach 23.302 am Dienstag. Auf den Intensivstationen befänden sich unverändert 3918 Personen. Die Zahl der Todesfälle legte um 264 auf 89.565 zu. Das ist der weltweit siebthöchste Wert. (Quelle: TSP, 10.03.21)


Alaska startet mit Impfungen ab 16

Als erster US-Bundesstaat macht Alaska Corona-Impfstoffe für alle zugänglich, die mindestens 16 Jahre alt sind. So soll die Impfkampagne beschleunigt werden. Gouverneur Mike Dunleavy begründet sein Vorgehen mit Verweis auf die Wirtschaft und die anstehende Tourismus-Saison. In Alaska leben etwa 730.000 Menschen, mehr als ein Viertel hat mindestens eine Impfdose erhalten. Nur in New Mexico ist die Kampagne noch weiter vorangeschritten. In den USA wird das Impfen von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich gehandhabt. In einigen ist es nach wie vor so, dass nur Hochrisiko-Patienten und über 65-Jährige einen Anspruch haben. (Quelle: TSP, 10.03.21)


Mecklenburg-Vorpommern nutzt Luca-App für Kontaktnachverfolgung

Mecklenburg-Vorpommern hat sich als erstes Bundesland entschieden, die Luca-App zur digitalen Kontaktnachverfolgung in der Corona-Krise einzusetzen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagt den Sendern ntv/RTL: „Uns ist es wichtig, anonym, sicher, aber eben auch einfach Kontakte nachvollziehen zu können. Wir wollen, dass die Zettelwirtschaft vorbei ist, dass die Gesundheitsämter entlastet werden und wir eben auch Öffnungsschritte in der Pandemie wagen können.“ Zwei Städte – Rostock und Schwerin – (Quelle: TSP, 10.03.21)


Allgäu: 83 Infizierte bei Corona-Ausbruch in Vion Schlachthof

Nach einem Corona-Ausbruch bei einem Schlachthof des Vion-Konzerns im bayerischen Buchloe sind 83 Beschäftigte positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Darüber hinaus sei für 93 Kontaktpersonen eine Quarantäne angeordnet worden, teilte das zuständige Landratsamt am Mittwoch mit. Bei 3 der 83 Infizierten sei die britische Variante des Coronavirus gemeldet worden.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers arbeiten in dem Betrieb im Allgäu insgesamt 430 Menschen. Ein Großteil der Infizierten sei im Bereich der Schlachtung tätig. „Die Schlachtung ist seit gestern bis zum Wochenende ausgesetzt“, sagte der Sprecher. Wie es zu dem Ausbruch kam, könne sich das Unternehmen bislang nicht erklären. „Die Behörden bestätigen, dass es keine Anhaltspunkte für eine Lücke in unserem Hygienekonzept gibt.“ Anfang Januar war an einem anderen Standort desselben Unternehmens in Baden-Württemberg ein Corona-Ausbruch mit 23 positiv getesteten Mitarbeitern gemeldet worden. (Quelle: TSP, 10.03.21)


Grafschafter Zahlen

Acht weitere Infektionen mit dem Coronavirus hat der Landkreis Grafschaft Bentheim am Mittwoch verzeichnet. Der vom Landesgesundheitsamt angegebene Inzidenzwert sinkt von 97 am Dienstag auf 90,4 am Mittwoch. Außerdem sind laut Kreisverwaltung zwei weitere Todesfälle zu beklagen, die im Zusammenhang mit einer Infektion genannt werden. Damit steigt die Zahl dieser Todesfälle auf 103. Die Kreisverwaltung zählt am Mittwoch 185 aktuell Infizierte, 48 (-3) davon in Nordhorn. In Quarantäne befinden sich 587 Grafschafter, das sind 50 weniger als noch am Dienstag.
Bisher sind 3713 Corona-Fälle bekannt geworden. 3.425 Grafschafter (Dienstag: 3418) haben die Infektion überstanden und gelten als genesen. (Quelle: GN, 10.03.21)


Gladbach zahlt Lehrgeld an Manchester City

Borussia Mönchengladbach spielt das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester City wieder in Budapest. Das teilte die Borussia am Mittwoch mit. Schon das Hinspiel am 24. Februar (0:2) war wegen der Coronavirus-Pandemie in Budapest ausgetragen worden. Hintergrund für die abermalige Spielverlegung ist eine kurzfristig geänderte Einreiseverordnung, die eine 14-tägige Quarantäne für den Fußball-Bundesligavereins nach der Rückreise aus England nach sich gezogen hätte. Dies kostet die Borussia nun auch viel Geld: Rund 1,5 Millionen Euro muss Gladbach als Kompensation für die notwendige Spielverlegung an ManCity zahlen. (Quelle: FAZ, 10.03.21)


Homeofficeverlängerung offiziell verordnet

Arbeitgeber in Deutschland bleiben bis Ende April aufgerufen, ihren Beschäftigten die Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen. Das Kabinett billigt eine Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, mit der eine Verordnung von Ende Januar verlängert wird, die am 15. März ausgelaufen wäre. Darin heißt es: „Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen.“ Homeoffice sei ein wichtiges Element, um Kontakte zu reduzieren und die Pandemie einzuschränken, erklärt Heil.

Quelle: FAZ, 10.03.21)


Polen-Zahlen

Polen meldet mit 17.260 Neuinfektionen den höchsten Wert seit November. Insgesamt sind nun mehr als 1,8 Millionen Ansteckungen nachgewiesen und 45.997 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus registriert worden, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die Regierung hatte zuletzt gewarnt, dass die dritte Corona-Welle stärker werde.
(Quelle: FAZ, 10.03.21)


Hurricane und Deichbrand-Festivals abgesagt

Das Hurricane Festival in Scheeßel und das Deichbrand bei Cuxhaven werden auch 2021 nicht stattfinden. Weitere Open-Air-Festivals sind ebenfalls abgesagt worden.

Durch die ungebrochene dynamische Infektionslage sei eine langfristige Planung für Großveranstaltungen derzeit unmöglich, begründete Hurricane-Veranstalter FKP Scorpio die Entscheidung. Laut eigener Aussage wurde sich sehr darum bemüht, Open-Air-Festivals unter Pandemiebedingungen möglich zu machen. Mehrere Festival-Promoter hätten gemeinsam mit einem Expertengremium und unter der Beratung von Virologen daran gearbeitet, ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept für Großveranstaltungen zu erstellen. Doch das Schaffen sicherer Räume und die dafür benötigte Test-Infrastruktur seien in der anhaltenden Unsicherheit nicht umsetzbar gewesen.

Die Tickets behalten für das Hurricane Festival im kommenden Jahr ihre Gültigkeit. Laut dem Veranstalter soll es auch die Möglichkeit geben, Karten zurückzugeben, wenn der Festivalbesuch im kommenden Jahr unzumutbar ist. Das Hurricane Festival 2022 wird dann vom 17. bis 19. Juni stattfinden. Informationen zum Line-up sollen in Kürze bekannt gegeben werden. Auch das Schwester-Festival Southside in Süddeutschland wird verschoben. „Das zweite Jahr in Folge auf das Hurricane und Southside Festival verzichten zu müssen, ist ein schwerer Schlag für uns. Wie im vergangenen Jahr tun wir alles dafür, die Zeit bis zu unserem Wiedersehen in 2022 so kurz wie möglich zu machen“, sagt Festivalleiter Stephan Thanscheidt.

Neben dem Hurricane und dem Deichbrand fallen auch weitere große Open-Air-Festivals in Deutschland wegen der Corona-Pandemie aus. Darunter sind laut der Veranstaltungsagentur Eventim live „Rock am Ring“ am Nürburgring, „Rock im Park“ in Nürnberg, „SonneMondSterne“ bei Saalburg-Ebersdorf in Thüringen und das Schwesterfestival des Hurricane Festivals das „Southside“ in Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg. Auch das kleinereLautfeuer-Festival in Lingen, das aus dem Abifestival hervorgegangen ist, findet nicht statt

Im vergangenen Jahr fand das Hurricane in Scheeßel bereits virtuell statt. An drei Tagen streamte NDR.de ausgewählte Highlight-Konzerte der vergangenen Jahre. Außerdem nahmen einige Künstler am Original-Hurricane-Veranstaltungsort in Scheeßel ganz besondere Performances ohne Publikum auf, die noch online abrufbar sind. (Quelle: NDR, 10.03.21)


Niedersachsen sucht Schnelltests

In kostenloser Corona-Schnelltest pro Woche für jeden – davon sind die Länder weit entfernt. Auch in Niedersachsen laufen vielerorts noch die Vorbereitungen für das Angebot.

Bislang können sich Interessierte in mehr als 1.000 der rund 13.000 Arztpraxen im Land auf eine Infektion untersuchen lassen. Das hat eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) ergeben. Welche Praxis Tests anbietet, lässt sich auf der Internetseite der Arztauskunft herausfinden – im Menü lässt sich unter „Besonderheiten“ nach Corona-Schnelltestmöglichkeiten suchen. Die Liste werde derzeit ergänzt und sukzessive wachsen, heißt es von der KVN. Bund und Länder hatten das Angebot vergangene Woche vereinbart, die Kosten trägt der Bund. Die Antigen-Schnelltests sollen demnach von geschultem Personal vorgenommen werden.

Die Apotheker-Kammer in Niedersachsen wartet deshalb noch auf die genaue Coronavirus-Testverordnung des Bundes. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Neben Schulungen müssen die Apotheken zudem einen gesonderten Eingang für Kunden einrichten, die sich testen lassen wollen. Auf kommunaler und Landkreis-Ebene prüfen die Verwaltungen unterdessen, ob sie mit privaten Anbietern oder Hilfsdiensten Testzentren aufbauen können.

In Lingen wird Apotheker Michael Koop in der zentral gelgenen Lookenstraße kostenlose Schnelltests anbieten. Gestern beschloss außerdem der Verwaltungsausschuss der Stadt, allen JugendsportlerInnen vor jedem, nach der Corona-Verordnung des Landes bis zum Alter von 15 Jahren ugelassenem Vereinstraining kostenlose Schnellstests zur Verfügung zu stellen. Dafür wurden heute durch die Stadtverwaltung 10.000 Tests geordert.

Das gesamte Abrechnungssystem für die Schnelltests läuft grundsätzlich über die Kassenärztliche Vereinigung. Im niedersächsischen Sozialministerium heißt es, es müsse eine Netzwerkstruktur geben. Und die werde sukzessive aufgebaut. Man sei auf einem guten Weg. (Quelle: NDR, BN, 10.03.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch, 10. März, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 934 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 46 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 4.524. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 171.720 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt wieder an und liegt aktuell bei 66,7 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 65,2). (Quelle: NDR, 10.03.21)


Ja, wo sind sie denn, die Deutschen…?

Our data is updated: https://t.co/03pQ8rRViP

Share of people with at least 1 dose:
🇮🇱 Israel 58%
🇦🇪 UAE 35%
🇬🇧 UK 33%
🇨🇱 Chile 22%
🇺🇸 US 18%
🇧🇭 Bahrain 18%
🇷🇸 Serbia 17%
🇭🇺 Hungary 11%
🇲🇦 Morocco 11%
🇩🇰 Denmark 9%
🇹🇷 Turkey 9%
🇫🇮 Finland 9%
🇱🇹 Lithuania 8%
🇪🇪 Estonia 8% pic.twitter.com/iw3O8QbPrR

— Edouard Mathieu (@redouad) March 10, 2021

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FDP greift Altmaier an

Die FDP hat angesichts der ausgesetzten Corona-Hilfen wegen Betrugsverdachts vor weiteren Firmenpleiten und Jobverlusten gewarnt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) habe „immer wieder schnelle Hilfen versprochen und sein Wort immer wieder gebrochen“, sagte Fraktionsvize Michael Theurer am Mittwoch. „Mit dem aktuellen Stopp der Abschlagszahlungen für Coronahilfen steigt die Gefahr weiterer Insolvenzen und von noch mehr Arbeitslosen“, fuhr er fort.

Die Bundesregierung hatte wegen Betrugsverdachts die Zahlungen aus mehreren Corona-Hilfsprogrammen vorübergehend eingestellt. „Es besteht in einigen Fällen der Verdacht, dass unrechtmäßig staatliche Hilfsgelder bei den Corona-Hilfen erschlichen wurden“, teilte das Bundeswirtschaftsministerium dazu am Dienstag mit. Demnach wurden Ermittlungen eingeleitet.

Unbekannte sollen sich mit falschen Identitäten beim Wirtschaftsministerium als prüfende Dritte registriert und dann für echte Unternehmen Hilfen beantragt haben. Das Geld sei jedoch nicht an die Unternehmen geflossen, sondern auf die Konten der Betrüger, berichtete etwa das Magazin „Business Insider“ und sprach von Millionenschäden. (Quelle: FAZ, 10.03.21)


EU-Kommission ordert etwas Impfstoff nach

Die Europäische Kommission hat sich bei den Partnern Biontech und Pfizer kurzfristig zusätzliche vier Millionen Impfstoffdosen gesichert. Diese sollten zur Bekämpfung von Corona-Hotspots eingesetzt werden, teilte die Kommission am Mittwoch mit. Zudem solle dadurch eine Erleichterung des freien Grenzverkehrs erreicht werden. Die Impfdosen sollen in den nächsten zwei Wochen noch vor Ende März geliefert werden. „Das wird den Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen helfen, die Verbreitung neuer Varianten unter Kontrolle zu halten“, erklärte Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

Von dem zusätzlichen Kontingent könnte Deutschland nach dem internen EU-Verteilungsschlüssel 18,6 Prozent bekommen, also rund 740.000 Impfdosen. Die Bundesregierung muss entscheiden, ob sie von dieser Option Gebrauch macht und wie die zusätzlichen Mengen auf die Bundesländer verteilt würden.

Die EU-Kommission erwartet für das erste Quartal bis Ende März insgesamt rund 100 Millionen Dosen der drei in der EU bisher zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astra-Zeneca. Biontech/Pfizer sollte von dieser Gesamtmenge ursprünglich 62 Millionen Dosen liefern, nun also 66 Millionen.

We have reached an agreement with BioNTech-Pfizer for the supply of four million more doses of COVID-19 vaccines for EU countries in the next two weeks.

This will help tackle coronavirus hotspots and facilitate free border movement. #StrongerTogether

— European Commission 🇪🇺 (@EU_Commission) March 10, 2021

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Quelle: FAZ, 10.03.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 10.03.2021, 08:00 Uhr

Kein neuer Todesfall, doch der Landkreis Emsland heute 42 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 8.076 (+42). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf insgesamt 7.504 Personen (+60) gestiegen. In der Summe sind im Emsland folglich akut 429 (-18) Menschen an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der in häuslicher Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen steht bei 1.243 (1.329).

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Emsland laut NLGA heute aktuell bei 70 (= +229 Neuinfizierte in 7 Tagen), was etwas über dem Landesdurchschnitt von 66,7 liegt. In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert weiter deutlich höher als im Emsland und beträgt 90,4 (+127 Neuinfektionen in 7 Tagen). 

Laut DIVI-Zahlen werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 8 (-2) CoViD-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt; 3 (-3) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der  Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 2 (-1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, 1 (+/-0) von ihnen wird invasiv beatmet.

In der Stadt Lingen (Ems) ist in den letzten 24 Stunden keine Neuinfektion gemeldet worden. es sind seit Pandemieausbruch weiterhin insgesamt 989 Menschen (+/-0) erkrankt; das sind heute 17 mehr als vor 7 Tagen (Inzidenz folglich 31,1). 945 (+11) von ihnen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt unverändert 16. Dies führt in der Summe zu aktuell 28 (-11) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 281 258 2 21
Einheitsgemeinde Emsbüren 189 177 0 12
Samtgemeinde Freren 415 394 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 274 263 2 9
Stadt Haren (Ems) 466 436 2 28
Stadt Haselünne 354 347 5 2
Samtgemeinde Herzlake 262 253 4 5
Samtgemeinde Lathen 379 347 1 31
Samtgemeinde Lengerich 163 153 2 8
Stadt Lingen (Ems) 989 945 16 28
Stadt Meppen 824 771 23 30
Samtgemeinde Nordhümmling 320 302 2 16
Stadt Papenburg 1265 1112 29 124
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 97 87 1 9
Einheitsgemeinde Salzbergen 145 131 3 11
Samtgemeinde Sögel 550 510 3 37
Samtgemeinde Spelle 389 344 14 31
Einheitsgemeinde Twist 159 155 2 2
Samtgemeinde Werlte 555 519 17 19
 Gesamt* 8.076 (+42 seit 09.03.) 7.504 (+60 seit 09.03.) 143 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 429

(10.03.21)


Überblick am Morgen

  • In Großbritannien werden Forderungen laut, die  der Kosten für Test- und Rückverfolgungssysteme in Höhe von 20 Mrd. GBP zu rechtfertigen. Es gebe keine Beweise dafür, dass das 22-Milliarden-Pfund-Test-and-Trace-Programm der Regierung zur Bekämpfung von Covid-19 in England zu einer Verringerung der Coronavirus-Infektionsraten beigetragen hat, hieß es aus dem Parlament.
  • Fans aus Übersee werden von den Olympischen Spielen in Tokio ausgeschlossen. Die japanische Regierung hat offenbar beschlossen, die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio ohne Zuschauer aus dem Ausland auszurichten, nachdem die Bevölkerung Bedenken hinsichtlich der möglichen Verbreitung von Covid-19 hat.
  • Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat das massive Covid-Hilfsgesetz in Höhe von 1,9 Mrd. USD als „historisch“ und „transformativ“ bezeichnet, da das Repräsentantenhaus bereit war, die Gesetzgebung am Mittwochmorgen mit einer Abstimmung endgültig frei zu geben.
  • In Indien hat der große indische Bundesstaat Rajasthan am Dienstag mitgeteilt, er habe begonnen, Covid-Impfungen aufgrund mangelnder Dosen auf seine großen Krankenhäuser zu beschränken, obwohl die indische Zentralregierung zugesichert hatte, dass die Versorgung ausreichend sei..
  • Brasilien verzeichnete am Dienstag binnen 24 Stunden 1.972 neue Covid-Todesfälle, ein nationaler Rekord, so das Gesundheitsministerium. Das Land hatte 70.764 neue Fälle von Coronavirus und erreichte insgesamt 11,12 Millionen Infektionen. In Brasilien sind inzwischen 168.370 Todesfälle durch Coronaviren statistisch errfasst.
  • Die Krankenhäuser in Palästina sind überfüllt. Mehrere Intensivstationen in der von Israel besetzten Westbank zu 100% mit Coronavirus-Patienten ausgelastet, sagte Premierminister Mohammad Shtayyeh.
  • Johnson & Johnson hat der Europäischen Union mitgeteilt, dass es Probleme mit der Versorgung gibt, die es erschweren könnten, im zweiten Quartal des Jahres 55 Millionen Dosen seines Covid-Impfstoffs an die Europäische Union zu liefern, sagte ein EU-Beamter gegenüber Reuters. (Quelle: The Guardian, 10.03.21)

Kassenärzte halten ab April 20 Millionen Impfungen pro Monat für möglich

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält es für möglich, dass in Deutschland ab April 20 Millionen Menschen monatlich gegen das Coronavirus geimpft werden können. Eine Erstimpfung für die erwachsene Bevölkerung könne schon in der ersten Juni-Hälfte, die weitgehende Immunisierung Anfang August abgeschlossen sein, sagte Gassen der „Welt“. Voraussetzung dafür sei ein rascher Nachschub an Impfstoffdosen.

Ab Anfang April sollen die niedergelassenen Ärzte in Deutschland flächendeckend mit Corona-Impfungen beginnen. Darauf hatten sich die Fachminister von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz geeinigt. Gassen kritisierte, dass in den Überlegungen von Kanzlerin und weiten Teilen der Regierung überwiegend der öffentliche Gesundheitsdienst und die Impfzentren eine tragende Rolle spielten, nicht aber die Praxen.

Mit fünf Millionen verimpften Dosen pro Woche in den Praxen und etwa 1,5 Millionen Impfungen in den Zentren sei „ein deutlich früherer Termin als der 21. September“ erreichbar. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte davon gesprochen, allen erwachsenen Bürger bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot machen zu wollen.

Gassen beklagte, die „deutsche Neigung, den Bürokratie-Oscar gewinnen zu wollen“, bremse die Impfkampagne. „Wir sollten nicht alles bis ins Kleinste regeln wollen“, sagte er. Um schnell so viele Bürger wie möglich zu impfen, müsse außerdem die strenge Priorisierung der Ständigen Impfkommission (Stiko) schrittweise zurückgezogen werden. (Quelle: TSP, 10.03.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.146 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 300 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.019 Neuinfektionen und 418 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.50 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 65,4 – und damit niedriger als am Vortag (67,5). Vor vier Wochen, am 10. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 68 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen dürfte.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.518.591 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.328.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 72.489. (Quelle: RKI, 10.03.21)


London bestellt EU-Vertreter wegen Streits um Impf-Äußerungen ein

Im Impfstreit mit Brüssel hat Großbritannien am Dienstag den Vertreter der EU in London einbestellt, um gegen Äußerungen von Ratspräsident Charles Michel zu protestieren. Anlass war ein Newsletter Michels, in dem es hieß: „Das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten haben ein völliges Verbot für den Export von Impfstoffen oder Impfstoffkomponenten verhängt, die auf ihrem Territorium hergestellt werden.“

In einem Brief an Michel reagierte der britische Außenminister Dominic Raab empört auf die Äußerungen. „Die britische Regierung hat nicht den Export eines einzigen Covid-19-Impfstoffs oder von Impfstoffkomponenten blockiert“, zitierte das Außenministerium aus Raabs Brief. „Alle Hinweise auf ein britisches Exportverbot oder irgendwelche Beschränkungen für Impfstoffe sind völlig falsch.“

Da diese falschen Vorwürfe auf verschiedenen Ebenen der EU wiederholt worden seien, sei die Angelegenheit mit dem einbestellten Vertreter Brüssels „weiter besprochen“ worden, teilte das Außenministerium in London mit. Großbritannien hatte die EU im Januar endgültig verlassen.

Die EU steht wegen ihrer schleppenden Impfkampagne unter wachsendem Druck und macht dafür unter anderem den britisch-schwedischen Hersteller Astrazeneca verantwortlich, der zugesagte Liefermengen nicht eingehalten habe. Astrazeneca räumte Produktionsprobleme in der EU ein, wehrte sich aber gegen den Vorwurf, gezielt Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder mit ungekürzten Mengen zu beliefern. (Quelle: TSP, 10.03.21)


Stiko-Chef Mertens hält Sputnik V für „guten Impfstoff“

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V gelobt. „Das ist ein guter Impfstoff, der vermutlich auch irgendwann in der EU zugelassen wird. Die russischen Forscher sind sehr erfahren mit Impfungen. Sputnik V ist clever gebaut“, sagte Mertens der „Rheinischen Post“.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüft die Zulassung von Sputnik V noch. In der EU sind bisher die Vakzine der drei Hersteller Pfizer/Biontech, Moderna und Astrazeneca zugelassen. Am 11. März will die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen.

Mertens wollte keine Prognose abgeben, wann alle, die das wollen, in Deutschland geimpft sind. „Ungerne“, sagte er auf eine entsprechende Frage. „Ich hoffe zumindest darauf, dass wir die Lage bis Herbst so weit im Griff haben, dass der Effekt der Impfungen deutlich sichtbar wird“, sagte der Stiko-Chef. Schon jetzt sei ein massiver Abfall von schweren Erkrankungen und Todesfällen in den Alten- und Pflegeheimen festzustellen.

Mertens zeigte sich zudem „sicher“, dass es auch bald Corona-Impfstoff für Kinder geben werde. Derzeit untersuchten die Hersteller in Studien, wie ihre Mittel bei Kindern wirkten. Bei einer zeitlichen Prognose blieb der Stiko-Chef vorsichtig. „Ich bin mir nicht sicher, ob das dieses Jahr noch etwas wird“, sagte er. „Vielleicht können wir Ende des Jahres mit der Impfung der Kinder beginnen.“ (Quelle: TSP, 10.03.21)


„Haus- und Fachärzte sollten selbst über Impfreihenfolge entscheiden“

Laut dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sollten niedergelassene Ärzte über die Impfreihenfolge ihrer Patienten selbst entscheiden dürfen. „Zu viele Vorgaben und Prüfverfahren halten uns nur unnötig auf. Das sollten wir unbedingt vermeiden“, erklärt Reinhardt in einem Vorabbericht der „Rheinischen Post“. Haus- und Fachärzte wüssten am besten, welche ihrer Patienten besonders gefährdet seien. Die Praxen würden die Bevölkerung jedes Jahr millionenfach und in kürzester Zeit mit Impfungen gegen die saisonale Grippe versorgen. Die Strukturen und das Know-how seien vorhanden, um schnell und in hoher Frequenz mit dem Impfen zu beginnen. (Quelle: TSP, 10.03.21)


Betriebsärzte können pro Monat fünf Millionen Menschen impfen

Die Betriebsärzte könnten eigenen Angaben zufolge eine starke Rolle bei den Impfungen gegen das Coronavirus spielen. Die bundesweit rund 12.000 Werksmediziner könnten „pro Monat etwa fünf Millionen Beschäftigte impfen“, sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im Unterschied zu Hausärzten, die sich auch um akute Krankheitsfälle kümmern müssen, seien Betriebsärzte vor allem mit Vorsorgeuntersuchungen befasst. „Bis zu 80 Prozent dieser Untersuchungen lassen sich um einige Woche verschieben, um dem Impfen Vorrang zu geben“, sagte Wahl-Wachendorf.

Auch bei Impfungen in den Betrieben „sollte darauf geachtet werden, dass eine gewisse Priorisierung erhalten bleibt“, betonte die Verbandsvizechefin weiter. Bevorzugt werden sollten auch jene, die im Berufsalltag viele Kontakte hätten, etwa mit Kunden oder im Außendienst. Zugleich sprach sich Wahl-Wachendorf dagegen aus, „dass der Chef beim Impfen als erster an der Reihe ist, wenn er ständig im Homeoffice sitzt. Vielmehr sollte diejenigen Vorrang haben, die in ihrem Berufsalltag das höchste Ansteckungsrisiko haben“.(Quelle: TSP, 10.03.21)


„Mehrheit der ärmsten Länder hat noch keine einzige Impfdosis verabreicht“

Die Mehrheit der Länder mit niedrigem Einkommen hat bislang keine einzige Dosis eines Corona-Vakzins verimpft. Das teilte am Mittwoch ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International, Global Justice Now, die UN-Organisation Unaids und Oxfam mit. Das Bündnis kritisierte, dass wirtschaftsstarke Länder wie die USA und Großbritannien sowie die EU Vorschläge zur Aussetzung des Patentrechts blockierten. Eine Umfrage zeige indessen, dass zwei Drittel der Deutschen dies befürworten würden.

Mehr als 100 Länder, angeführt von Südafrika und Indien, wollten sich am Mittwoch und Donnerstag bei der Welthandelsorganisation (WTO) erneut für einen Verzicht auf die handelsbezogenen Aspekte des geistigen Eigentums (TRIPS) stark machen, erklärte das Bündnis. Dadurch würden rechtliche Hindernisse beseitigt werden, damit mehr Länder und Hersteller Impfstoffe produzieren könnten. (Foto: CC s. Archiv v. 13.07.19; Quelle: TSP, 10.03.21)


Covid-19 trifft Männer schwerer

Zwar erkranken etwa gleich viele Männer und Frauen am Coronavirus, Männer haben jedoch oft einen schwereren Verlauf und ein höheres Sterblichkeitsrisiko. „In Deutschland fällt das vor allem im mittleren Alter zwischen 40 und 69 auf: dass in der Altersgruppe ungefähr doppelt so viele Männer an der Erkrankung gestorben sind“, sagt Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“.
Ein Grund dafür könnte laut Ciesek sein, dass sich Männer öfter Risikofaktoren aussetzen. Statistisch gesehen würden Männer deutlich häufiger rauchen und Alkohol trinken. „Außerdem ist das Immunsystem von Frauen genetisch und hormonell bedingt durchschnittlich besser“, sagt die Virologin. „Frauen entwickeln insgesamt stärkere Immunantworten auf Virusinfektionen als Männer.“ (Quelle: TSP, 09.03.21)


Engpässe bei Impfstoffzutaten

Der beispiellose Bedarf und die Produktion der Corona-Impfstoffe bringt die Industrie an ihre Kapazitätsgrenzen. „Impfstoffhersteller und Zulieferer berichten zunehmend über Engpässe bei Roh- und Verpackungsmaterial und Ausrüstung“, berichtete die Denkfabrik Chatham House am Dienstag in Genf.

Sie hatte ein Treffen mit Vertreter der Industrie, von Verbänden und der UN-Impfinitiative Covax organisiert, um Lösungen zu suchen. In einem Strategiepapier, das bei dem Treffen diskutiert wurde, heißt es, größere Produktionsmengen seien durch Effizienzsteigerungen in den bestehenden Fabriken, dem Umbau bestehender Fabriken für die Herstellung der neuen Stoffe und den Bau neuer Fabriken nötig.

Die Beratungen sind heikel. Pharmafirmen stehen unter Druck, die Patente der von ihnen entwickelten Corona-Impfstoffe vorübergehend auszusetzen. Damit sollen mehr Firmen in aller Welt in die Lage versetzt werden, die Impfstoffe zu produzieren. Südafrika und Indien sind Vorreiter dieser Forderung in der Welthandelsorganisation (WTO). (Quelle: TSP, 09.03.21)


Merkel spricht mit Beschäftigten von Krisentelefonen über Pandemiefolgen

Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Mittwoch mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Hilfs- und Krisentelefonen über deren Erfahrungen in der Corona-Pandemie sprechen. In dem digitalen Bürgerdialog soll es nach Angaben der Bundesregierung um Themen wie psychische Krisen, Stress in der Familie, Einsamkeit, finanzielle Not durch Jobverlust und Sorgen von Kindern und Jugendlichen gehen. Die Kanzlerin erhoffe sich dadurch Eindrücke von der „Lebenswirklichkeit der Menschen, die sich bei Hilfs- und Krisentelefonen melden“.

Seit dem vergangenen Jahr hatte Merkel schon fünf digitale Bürgerdialoge mit Bevölkerungsgruppen geführt, die von der Pandemie besonders betroffen sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden nach Regierungsangaben nicht vom Bundeskanzleramt, sondern von verschiedenen Kooperationspartnern benannt. Der Dialog wird live im Internet gestreamt. (Quelle: TSP, 09.03.21)


Überbelegte Krankenhäuser in Palästina

Die palästinensischen Krankenhäuser im besetzten Westjordanland sind nach Behördenangaben teilweise überbelegt. Einige Kliniken seien zu mehr als 100 Prozent ausgelastet und einige Intensivstationen mit Corona-Patienten vollständig belegt, sagt Ministerpräsident Mohammed Schtajjeh in Ramallah. In palästinensischen Städten wurden in den vergangenen zwei Wochen Lockdowns angeordnet, um die Pandemie einzudämmen. (Quelle: TSP, 09.03.21)


Steigende Corona-Zahlen in der Schweiz

In der Schweiz zeigt der Trend bei den Neuinfektionen seit Mitte Februar wieder nach oben. Zurückzuführen sei das auf ansteckendere Virus-Varianten, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt. Diese sind demnach inzwischen für mehr als 70 Prozent der neuen Ansteckungen verantwortlich, vor allem die in Großbritannien erstmals nachgewiesene Mutation. Entscheidend für die weitere Entwicklung und mögliche Lockerungsschritte werde sein, wie schnell die Impfungen vorankommen. Die Schweiz habe in den ersten beiden Monaten des Jahres mehr als 1,1 Millionen Dosen Coronavirus-Impfstoff von den Herstellern Moderna sowie Pfizer/BioNTech erhalten und rechne im März mit einer weiteren Million. (Quelle: TSP, 09.03.21)


Dänemark sieht Spielraum für Lockerungen

In Dänemark sieht die Regierung dank einer Stabilisierung der Corona-Lage Spielraum für mehr Lockerungen. Der R-Wert liege nun bei 1,0 und das bedeute, dass das Infektionsgeschehen nicht zunehme, teilt Gesundheitsminister Magnus Heunicke auf Twitter mit. „Damit haben wir die Grundlage für eine weitere kontrollierte Öffnung.“ Trotz der jüngsten Lockerungen habe sich die Lage nicht verschlechtert, obwohl die als infektiöser geltende britische Virusvariante inzwischen bei etwa 80 Prozent aller positiven Tests gefunden worden sei. (Quelle: TSP, 09.03.21)


Braun drängt auf kurzfristige App-Lösung

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, hat sich für eine schnelle Entscheidung für eine Corona-Kontaktverfolgungslösung wie die Luca-App stark gemacht. Ein möglicher Start der zusätzlichen App könnte beispielsweise zum 22. März erfolgen, wenn in manchen Regionen die Außengastronomie wieder geöffnet werde, sagte der CDU-Politiker auf einer Veranstaltung des Softwarekonzerns Microsoft. Braun betonte, der Bund sei bereit, die Infrastruktur (Backend) für eine digitale Vernetzung der Gesundheitsämter in Deutschland zu finanzieren.

Bei den diskutierten den Kontaktverfolgungs-Apps wollte sich Braun aber nicht ausdrücklich auf das von vielen Politikern favorisierte Luca-System festlegen. Die App-Lösung müsse „hinreichend kleinteilig sein“, um etwa bei einer Großveranstaltung in einem Stadion zu verhindern, dass bei einem Infektionsfall 30.000 Besucher dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
(Quelle: TSP, 09.03.21)


OVG Sachsen-Anhalt lehnt Anträge wegen Geschäftsschließungen ab

Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt hat zwei Eilanträge gegen die Schließung von Geschäften wegen der Corona-Pandemie abgelehnt. Zwei Inhaberinnen von Läden mit sogenanntem Mischsortiment hatten geklagt, weil sie im Gegensatz zu großen Verbrauchermärkten nicht öffnen durften. Es sei nicht einsehbar, dass sie nicht öffnen dürften, während Märkte geöffnet seien, die neben der elementaren Grundversorgung auch Elektroartikel und andere Konsumgüte