Großbritannien verdoppelt Neuinfektionen

Großbritannien entwickelt sich immer mehr zum Sorgenkind der Pandemie in Europa. Am Samstag stieg die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten. Als Ursache gilt die Delta-Variante. Die erstmals in Indien nachgewiesene Variante wird als 40 bis 60 Prozent ansteckender eingeschätzt als die Alpha-Variante.

Die Behörden meldeten 18.270 neue Fälle – rund 2400 mehr als am Vortag und so viele wie seit dem 5. Februar nicht mehr. Im Vergleich zum vorigen Samstag hat sich die Zahl fast verdoppelt.

Dabei sah es viele Wochen lang so gut aus: Großbritannien hatte seit dem Jahresbeginn gute Erfolge mit einer schnellen Impfkampagne gefeiert – und weitgehende Öffnungsschritte umgesetzt. Nun musste die für Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen kurzfristig um vier Wochen verschoben werden.

Nachdem die Zahl der täglichen Todesopfer dank der Impfkampagne in Großbritannien zwischenzeitlich auf 0 gesunken war, starben in den vergangenen sieben Tagen 110 Menschen an Covid-19, das waren fast 53 Prozent mehr als in der Vorwoche.

Die Regierung drückt wegen Delta bei der Impfkampagne nun aufs Tempo. Am Wochenende konnten sich Menschen landesweit ohne Anmeldung in Impfzentren eine Spritze setzen lassen. Es bildeten sich lange Schlangen. Insgesamt haben bisher mehr als 32,2 Millionen Menschen die für den vollen Impfschutz notwendigen zwei Dosen erhalten – gut 60 Prozent der Erwachsenen.

Trotz der Ausbreitung der Variante haben am Samstag tausende Menschen gegen die anhaltenden Corona-Maßnahmen in London demonstriert. Die Menschenmenge zog vom Hyde Park und durch die Einkaufsstraße Oxford Street bis zum Parlament. Die Demonstranten forderten eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen. (Quelle: TSP, 26.06.21)


Wissenschaftler: Delta-Variante dominiert in Südafrika

Die Delta-Variante des Coronavirus scheint das Infektionsgeschehen in Südafrika inzwischen zu dominieren. Diese Einschätzung äußern Wissenschaftler bei ein Pressekonferenz in Johannesburg. Die amtierende Gesundheitsministerin Mmamoloko Kubayi-Ngubane rechnet damit, dass der Höchststand der derzeitigen dritten Welle in ihrem Land den der zweiten Welle im Januar übertreffen wird. (Quelle: TSP, 26.06.21)


Hausärzte sehen mehr Absagen von Impfterminen, aber keine Impfmüdigkeit

Die Hausärzte in Deutschland beobachten, dass immer mehr Impftermine abgesagt werden. „Absagen oder No-Shows nehmen auch in den Hausarztpraxen zu“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Samstag. Eine allgemeine Impfmüdigkeit könnten die niedergelassenen Allgemeinmediziner jedoch nicht feststellen. Bei Absagen könnten die Hausärzte anderen Patienten Impfungen anbieten, sodass keine Impfstoffdosen vergeudet werden müssten. Zudem gelinge es den Hausärzten immer wieder, Patienten, die aus anderen Gründen in die Praxis kommen, für eine Impfung zu gewinnen. „Wir brauchen jedoch weiter mehr Impfstoff und verlässliche Zusagen bei den Lieferungen“, betonte Weigeldt.

Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, forderte größere Anstrengungen bei der Impfstoffbeschaffung, um die Kampagne in Praxen und Impfzentren mit hoher Geschwindigkeit weiterzuführen. Da vulnerable Gruppen als erstes eine Auffrischungsimpfung benötigen, müssten zudem schon jetzt mobile Impfteams für Alten- und Pflegeheime aufgestellt werden, mahnte Reinhardt am Samstag.

Er appellierte an Bund und Länder, den Sommer zu nutzen, um sich auf eine mögliche vierte Corona-Infektionswelle vorzubereiten. Vor allem müsse sichergestellt sein, dass das neue Schuljahr mit einem geregelten Schulbetrieb begonnen werden könne. Die Länder müssten gewährleisten, dass die notwendigen Umbauten mit Frischluftanlagen in Räumen, die der Bund fördert, bis Ende der Sommerferien abgeschlossen seien.

Der Ärztekammerpräsident sagte weiter, die Menschen sollten ihren Urlaub genießen, dennoch aber achtsam sein, gerade mit Blick auf die ansteckendere Delta-Virusvariante. Medizinische Masken in Innenräumen und im Personennahverkehr sowie ausreichend Abstand zu Mitmenschen auch im Ausland blieben die Mittel der Wahl, um sich vor Ansteckung zu schützen. Bestenfalls seien Reisende schon vor Urlaubsantritt vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 26.06.21)



Fast 44,4 Millionen Erstgeimpfte in Deutschland

Ein halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne in Deutschland ist mehr als die Hälfte der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, über ein Drittel hat auch schon die zweite Spitze erhalten. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Samstag (Stand: 10.30 Uhr) hervorgeht, haben knapp 44,4 Millionen Menschen (53,3 Prozent) mindestens eine Impfdosis bekommen. 28,9 Millionen (34,8 Prozent) sind vollständig geimpft. Allein am Freitag wurden 852.814 Impfdosen verabreicht.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 60,8 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Bis auf Sachsen (47,2 Prozent) liegen alle Bundesländer über der 50-Prozent-Marke. Das Saarland hat mit 41,1 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 32,2 Prozent das Schlusslicht.

Bei den Erstgeimpften liege Deutschland bei der absoluten Zahl erstmals vor Großbritannien, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag auf Twitter. In Großbritannien ist die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Virus vorherrschend, ihr Anteil steigt auch in Deutschland.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland offiziell am 27. Dezember begonnen. In einem Seniorenzentrum in Halberstadt in Sachsen-Anhalt wurden aber schon am 26. Dezember erste Impfungen verabreicht. Zunächst waren Menschen über 80 Jahren, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen. (Quelle: TSP, 26.06.21)


Grafschafter Zahlen

Drei neue Infektionen mit dem Coronavirus meldet die Kreisverwaltung der Grafschaft Bentheim am Samstag. Damit beläuft sich die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie in der Grafschaft auf 5.364 (Freitag: 5.361). Die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut beträgt am Samstag 4,4 für die Grafschaft

Als genesen gelten am Samstag 5.221 Grafschafter. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion bleibt unverändert bei 123. In Quarantäne sind noch 53 Bürger im Nachbarlandkreis.

19 der aktuellen 20 Corona-Fälle (Freitag: 23) stammen aus Nordhorn, einer aus Uelsen. Die restlichen Kommunen im Nachbarkreis haben keine infizierten Einwohner:innen. (Quelle: GN, 26.06.21)


Emsland-Zahlen

Die Emsland-Kreisverwaltung schweigt. Aber auf der Seite des Robert Koch-Institut wird die aktuelle Gesamtanzahl der CoViD19-Infizierten am heutigen Samstag mit 12.647 angegeben. Am gestrigen Tag hat das Robert Koch Institut die Gesamtzahl der Infizierten mit 12646 angegeben. Somit gab es rechnerisch 1 neue Infektion bzw. neue positive Testung. Die 7-Tagesinzidenz im Emsland liegt aktuell bei 1,5 (gestern 1,2). (Quelle: NordNews, 26.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Samstag, 26. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 29 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, stieg damit auf 5.757. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.872 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 3,2 Fälle je 100.000 Einwohner (4,0 am Vortag). (Quelle: RKI, 26.05.2021)


Deutschland Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 592 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.18 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.108 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,9 an (Vortag: 6,2; Vorwoche: 9,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 68 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 99 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.726.172 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.618.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 90.746.

Den Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI am Freitagabend bei 0,78 (Vortag: 0,75). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 78 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)
Aktuelle Corona-Zahlen live in Grafiken und Karten (Quelle: RKI, 26.06.21)


Niedersachsen: Kostenlose Jugendfreizeiten im Westen

Mit kostenlosen Wochenendfreizeiten wollen die Jugendherbergen in Damme, Meppen und Lingen jetzt einen Ausgleich bieten – durch Spiel und Spaß in der Natur. Bezahlt wird die Aktion vom niedersächsischen Kultusministerium. In der Jugendherberge Damme sind am Freitag 50 Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren eingetroffen. Die Jugendlichen kommen vor allem aus den Landkreisen Vechta und Osnabrück. Gedacht war das kostenlose Wochenende ursprünglich für sozial benachteiligte Kinder. Jetzt dürfen aber alle dabei sein. (mehr und Quelle: NDR, 26.06.21)


Niederlande lockern Corona-Regeln weitgehend

Die Niederlande haben einen großen Schritt zurück zu einem öffentlichen Leben fast ohne Corona-Beschränkungen gemacht. Fast alle im Zuge der Pandemie eingeführten Maßnahmen sind seit Samstag wieder aufgehoben. Als zentrale Regel gilt nur noch der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter. Wenn der – wie etwa in einer Disco – nicht eingehalten werden kann, ist Zutritt nur mit Test- oder Impfbeweis möglich. Die Regierung mahnte aber die Bürger weiterhin zur Vorsicht – auch im Blick auf die sich schnell verbreitende Delta-Variante des Virus, die als besonders ansteckend gilt.

Mehr als 15 Monate nach der erzwungenen Schließung öffneten bereits um Mitternacht in zahlreichen Städten Diskotheken und Nachtclubs wieder. Besucher konnten sich vor dem Eintritt testen lassen.

Auch für Gaststätten, Museen und Theater entfallen die Restriktionen. Und Fußballfans können ab sofort gemeinsam mit anderen die EM-Spiele auf Bildschirmen in Cafés und Kneipen anschauen. Auch andere Veranstaltungen sogar mit Zehntausenden Besuchern sind wieder möglich mit Test- oder Impfbeweis.

Auch die Maskenpflicht wurde fast vollständig aufgehoben. Nur in Bussen und Bahnen, auf Flughäfen sowie in Test- und Impfzentren müssen sie noch getragen werden.

Die Niederlande haben zur Zeit etwa 29 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche. Mehr als 50 Prozent der Einwohner haben zumindest eine Impfdosis erhalten. Fast jeder Dritte ist vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 26.06.21)




Überall in Italien ab Montag lockerere Corona-Regeln

Für ganz Italien sollen ab kommendem Montag die lockersten Corona-Regeln gelten. Gesundheitsminister Roberto Speranza unterschrieb am Freitag eine Anordnung, mit der auch das Aostatal ab dann zur sogenannten Weißen Zone zählt, wie er selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender „Rai1“ sagte. Die kleine Region im Nordwesten Italiens war als einzige noch in der Gelben Zone.

Damit gilt für fast alle Regionen Italiens ein niedriges Infektionsrisiko. In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern entfällt ab kommender Woche auch die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Freien. Die Menschen müssen jedoch weiter die Sicherheitsabstände einhalten und eine Maske parat haben, falls sie die Distanzen nicht eingehalten können. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Corona: Niedersachsen setzt Schwerpunkt auf mobile Impfteams

Die Impfungen in den Zentren waren ein Schwerpunkt der Impfkampagne. Schon bald sollen verstärkt mobile Impfteams in den Fokus rücken, die schwer erreichbare Menschen vor Ort aufsuchen.

Niedersachsen will angesichts der vorrückenden Delta-Variante bei den Corona-Schutzimpfungen „weiter Tempo machen“ (sic!) und neben den Impfungen in den Impfzentren verstärkt auf mobile Impfteams setzen. Es sei nicht mehr nötig, sämtliche 50 Impfzentren im Land über den vom Bund geplanten Schließungstermin Ende September hinaus im bisherigen Umfang zu betreiben, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am heutigen Freitag in Hannover. Wichtiger als die Impfungen in den Zentren werde der Einsatz der dort stationierten ambulanten Impfteams. „Es wird darum gehen, in die Städte oder Einrichtungen hineinzugehen und das Impfen möglichst unkompliziert für die Menschen zu machen. Insofern wird sich die Art der Arbeit ein wenig verändern.“

Einige Impfzentren hätten inzwischen in ihrem Bereich große Teile der Bevölkerung mit einer Impfung versorgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm. Insofern müssten nicht sämtliche der Zentren in ihrer jetzigen Form weiterbetrieben werden. Bislang habe es einen Andrang auf knappen Impfstoff gegeben, inzwischen sei die Warteliste für einen Termin im Impfzentrum aber auf rund 260.000 Menschen geschrumpft. „Die Warteliste wächst spürbar nicht mehr an“, so Grimm.

In einer nächsten Phase werde es darum gehen, Menschen zum Impfen zu motivieren. Der weitere Einsatz von mobilen Impfteams sei vor allem für soziale Brennpunkte geeignet. Gerade Menschen, die der Corona-Impfung noch skeptisch gegenüberstehen, müssten überzeugt werden. Wichtig sei , dass der Bund den Ländern über Ende September hinaus weiter Impfstoff zur Verfügung stellt für möglicherweise verbleibende Impfzentren und den Einsatz mobiler Impfteams. (Quelle: NDR, 25.06.21)


Impfkampagne für Seeleute in Hamburg gestartet

Am Internationalen Tag des Seefahrers hat Hamburg mit der Impfung von Seeleuten gegen das Coronavirus begonnen. Es gebe 1,7 Millionen Seeleute auf 60.000 Handelsschiffen, sagte das Geschäftsführende Präsidiumsmitglied im Verband Deutscher Reeder, Ralf Nagel. Zurzeit dürften die Schiffscrews in vielen asiatischen Ländern nicht an Land gehen. Teilweise werde sogar die medizinische Versorgung verweigert, was ein „krasser Bruch“ des Internationalen Seearbeitsübereinkommens sei. Häfen weltweit sollten sich der Hamburger Impfaktion anschließen.

Wir hoffen sehr, dass von diesem Termin ein Signal an die deutschen Häfen ausgeht, die Seeleute unabhängig von ihrer Nationalität zu impfen.
Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder

Die ersten 40 Seeleute aus Indien wurden am Freitag im Seemannsclub Duckdalben in Hamburg-Waltershof geimpft. Die Männer bekamen jeweils ihre erste Dosis AstraZeneca. Der Mediziner Jens de Boer vom Hafenärztlichen Dienst erklärte, der Vorteil des Impfstoffs sei die lange Zeitspanne bis zur Zweitimpfung. Die zweite Dosis könne verabreicht werden, wenn das Schiff, auf dem die Impflinge arbeiteten, das nächste Mal Hamburg anlaufe. (Quelle: ZEIT, 25.06.21)


Delta-Variante wird sich offenbar durchsetzen

Wie die Alpha-Variante im Frühjahr dieses Jahres wird sich wohl wieder eine ansteckendere Coronavirus-Variante in Deutschland durchsetzen: Rund 15 Prozent aller Ansteckungen und damit mehr als jede siebte Infektion ging in der Woche vom 7. bis zum 13. Juni auf die Virusvariante Delta zurück. Das zeigen neue Daten des Robert Koch-Instituts.

Damit verdoppelte sich ihr Anteil an allen Infektionen zum zweiten Mal innerhalb von einer Woche. Christian Endt, Elena Erdmann und Linda Fischer haben analysiert, wann Delta die dominante Variante in Deutschland sein wird und inwiefern die Impfungen sie abbremsen können. (Quelle: ZEIT, 25.06.21)



Grafschaft Bentheim lockert

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim liegt am Freitag nach Angaben des Robert-Koch-Institutes bei 2,9 – und damit am fünften Tag in Folge unter der Marke von 10. Entsprechend der niedersächsischen Corona-Landesverordnung rutscht die Grafschaft damit in die sogenannte Stufe Null des Maßnahmenpakets zur Pandemie-Bekämpfung. Die Bevölkerung im Kreisgebiet darf sich über zahlreiche weitere Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen im privaten und öffentlichen Leben freuen. Unter anderem werden Treffen und Feiern mit geringeren Kontaktbeschränkungen möglich. Außerdem entfällt unter einigen Voraussetzungen die Maskenpflicht.

Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat zur Umsetzung der neuen Lockerungen am Freitag eine Allgemeinverfügung veröffentlicht. Sie tritt nach Angaben der Kreisverwaltung am Sonntag in Kraft. „Trotz der Lockerungen kann ich nur zur Vorsicht aufrufen. In der Grafschaft wurde der erste Fall der Delta-Variante nachgewiesen. Abstands- und Hygieneregeln sollten unbedingt weiterhin beachtet werden“, mahnt Erster Kreisrat Dr. Michael Kiehl.

Folgende Lockerungen der bestehenden Regeln greifen künftig zusätzlich in der Grafschaft:

Kontaktbeschränkungen:
Private Treffen sind im Freien mit bis zu 50, in geschlossenen Räumen mit bis zu 25 Personen erlaubt. Nicht eingerechnet werden Kinder dieser Personen bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren, vollständig Geimpfte und genesene Personen. Ebenfalls unbeachtet bleiben dabei Begleitpersonen und Betreuungskräfte von Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit.

Auch größere private Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen im Freien und mehr als 25 Personen drinnen sind möglich, wenn Besucher einen negativen Test, eine vollständige Impfung oder Genesung nachweisen können. Kinder bis einschließlich 14 Jahren müssen nicht getestet werden.

Veranstaltungen:
Abstandsgebot und Maskenpflicht entfallen bei Veranstaltungen, Sitzungen und ähnlichen Zusammenkünften mit nicht mehr als 50 Personen draußen oder 25 Personen drinnen. Ist die Veranstaltung größer, gelten im Freien das Abstandsgebot und drinnen zusätzlich auch die Maskenpflicht, solange kein Sitzplatz eingenommen wurde. Wenn alle Teilnehmer negativ getestet, vollständig geimpft oder genesen sind, entfallen die Regeln komplett. Der Veranstalter muss jedoch weiterhin Daten aufnehmen, um Kontakte nachverfolgen zu können.

Führungen:
Für Stadtführungen und Führungen durch die Natur gelten weder Abstands- noch Maskenpflicht.

Touristische Fahrten:
Für touristische Schiffs-, Kutsch-, Bus- sowie Seilbahnfahrten ist weiterhin ein Hygienekonzept nötig. Am Sitzplatz gilt Maskenpflicht, es sei denn, es ist ausreichender Mindestabstand zwischen den Sitzplätzen möglich.

Übernachtungen:
Bei touristischen Übernachtungen ist lediglich bei der Anreise die Vorlage eines negativen Corona-Tests notwendig. Für vollständig geimpfte oder genesene Personen entfällt die Testpflicht.

Gastronomie:
Bei geschlossenen Feiern in der Gastronomie entfallen Personenbegrenzungen, allerdings müssen bei Veranstaltungen ab 25 Personen drinnen und ab 50 Personen draußen nicht vollständig geimpfte oder genesene Personen einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Clubs und Diskotheken:
Maskenpflicht und Abstandsgebot in Clubs und Diskotheken entfallen, allerdings müssen Gäste einen negativen Corona-Test vorweisen oder aber eine vollständige Impfung oder Genesung nachweisen können.

Wochenmärkte:
Die Maskenpflicht auf Wochenmärkten entfällt.


WHO warnt vor Sorglosigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der Delta-Variante vor Sorglosigkeit in Europa. Derzeit gebe es schon viele große Sportveranstaltungen und Zusammenkünfte, während viele Menschen noch keinen vollen Impfschutz hätten, sagte Maria Van Kerkhove, die führende Corona-Expertin der WHO, am Freitag. „Die Veranstaltungen werden Konsequenzen haben“, sagte sie in Genf. Schon jetzt seien deswegen Übertragungen aufgetreten.

Van Kerkhove äußerte sich nicht über konkrete Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Fußball-EM. Im Zusammenhang mit Spielen in Kopenhagen und St. Petersburg sind nach Angaben von Behörden und Medien bereits dutzende Corona-Infektionen festgestellt worden, darunter auch einige mit der Delta-Variante. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Portugal und Russland werden als Virusvariantengebiete eingestuft

Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung die Einreise aus Portugal und Russland massiv ein. Das Robert Koch-Institut teilte am Freitag mit, dass beide Länder am Dienstag als Virusvariantengebiete eingestuft werden, was ein weitreichendes Beförderungsverbot und strikte Quarantäneregeln für Einreisende zur Folge hat. (Quelle: TSP, 25.06.21)



Dänemark stuft Deutschland als „grünes“ Reiseland ein

Dänemark lockert ein weiteres Mal seine Reisebeschränkungen. Deutschlands nördlichster Nachbar geht am Samstag dazu über, Einreisen aus EU- und Schengenländern mit dem EU-Coronapass zu ermöglichen, mit dem man nachweisen kann, dass man getestet, geimpft oder genesen ist. Die Testpflicht nach der Einreise fällt für Menschen aus „grünen“ EU- und Schengenländern nun weg – und dazu zählt auch Deutschland.

Zum ersten Mal seit rund 15 Monaten gelten mehrere Länder im EU- und Schengenraum beim dänischen Ampelsystem wieder als „grün“. Das geht aus den am Freitag aktualisierten Reiseempfehlungen des dänischen Außenministeriums hervor. Dazu gehören neben Deutschland noch 18 weitere Staaten, etwa die beliebten Urlaubsländer Frankreich, Italien und Griechenland. Bislang hatten Deutschland und viele andere den Status „gelb“, mit dem das Außenministerium darauf hinweist, dass man bei Reisen dorthin besonders vorsichtig sein soll.

Die neuen Empfehlungen treten am Samstag um 16.00 Uhr in Kraft und bedeuten, dass das Außenministerium vor Reisen in diese Staaten nunmehr weder warnt noch abrät. Damit werde es für die Däninnen und Dänen deutlich einfacher, Urlaub in Europa zu machen, hieß es vom Ministerium. Man müsse die Reise jedoch weiterhin genau planen und unterwegs aufmerksam sein. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Malta verschärft Einreiseregeln für Briten wegen Virus-Varianten

Wegen der in Großbritannien grassierenden Virusvarianten hat Malta die Einreiseregeln für Menschen aus dem Vereinigten Königreich verschärft. Wer von dort in das kleinste EU-Land reisen will, ohne in Quarantäne zu gehen, muss nachweislich durchgeimpft sein, wie Maltas Regierung mitteilte. Die Regelung tritt ab dem 30. Juni in Kraft. Die neuen Regeln besagen zudem: Wer kein anerkanntes Impfzertifikat vorlegen kann, muss zwei Wochen in Isolation.

Malta erkennt derzeit lediglich seine eigenen Nachweise an, will sich aber ab dem 1. Juli dem EU-weiten Zertifizierungssystem mit dem sogenannten Grünen Pass anschließen. Großbritannien ist für Malta der größte Touristenmarkt. Im Jahr 2019 kam jeder vierte Inselurlauber von dort. Die britische Regierung setzte Malta unterdessen auf die sogenannte Grüne Liste. Dadurch müssen Rückkehrer aus Malta in UK nicht in Quarantäne.

Sorge bereitete der maltesischen Regierung vor allem die gestiegene Zahl der Neuinfektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus. Aus diesem Grund wurden nach offiziellen Angaben die Impftermine von etwa 7000 Menschen vorverlegt, die noch eine zweite Dosis des Wirkstoffs von Astrazeneca verabreicht bekommen müssen. 60 Prozent der maltesischen Bevölkerung gelten als durchgeimpft. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Grafschafter Zahlen

Am Freitag gibt es keine Neuinfektion mit dem Coronavirus laut Kreisverwaltung. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wird weiterhin auf 2,9 beziffert. In Quarantäne befinden sich derzeit 68 Personen. Die Kreisverwaltung kann nun eine neue Allgemeinverfügung erarbeiten, die weitere Erleichterungen der Corona-Regeln beinhaltet. Grundlage dafür ist die nun stabile Lage des niedrigen Inzidenzwertes unter 10.
Insgesamt sind bisher 5361 Covid-19-Fälle bekannt geworden. 5215 Menschen gelten inzwischen als genesen, das ist ein Genesener mehr als noch am Donnerstag. 123 Todesfälle werden mit einer Infektion in Verbindung gebracht.

Von den aktuellen 23 Corona-Fälle (Donnerstag: 24) wurden allein 21 (0) in Nordhorn festgestellt. Je ein weiterer Fall wurde in Emlichheim (-1) und Uelsen (0) ermittelt. Die anderen Städte und Gemeinden in der Grafschaft haben 0 CoViD19-Infektionen. (Quele: GN, 5.06.21)


Stiko prüft Verkürzung der Impfabstände

Angesichts der angenommenen Wichtigkeit vollständiger Impfserien zum Schutz vor der Delta-Variante des Coronavirus gibt es eine neue Diskussion um die Verkürzung der Impfabstände. Die Frage sei nicht trivial, teilte Thomas Mertens, der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko) mit. Es gebe verschiedene Pro- und Contra-Argumente, erklärte der Ulmer Virologe. „Wir versuchen derzeit die notwendige Evidenz zu schaffen.“

Die Stiko empfiehlt bislang längere Zeitabstände zwischen den zwei Impfungen als es gemäß Zulassung der jeweiligen Impfstoffe möglich wäre. Das hat Gründe: Bei Astrazeneca etwa steigt die Wirksamkeit bei längerem Abstand. Zudem sprach die Impfstoffknappheit dafür, zunächst möglichst viele Menschen mit der Erstimpfung zu versorgen.

Bei Astrazeneca lautet der bisherige Rat des Expertengremiums, zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis verstreichen zu lassen. Für die mRNA-Impfstoffe (Biontech/Pfizer und Moderna) beträgt der empfohlene Abstand sechs Wochen. Laut Zulassung wären schnellere Impfserien möglich: zwei Biontech-Spritzen im Abstand von drei Wochen, bei Moderna und Astrazeneca im Abstand von vier Wochen. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Delta-Variante sorgt für doppelt so viele Klinikeinweisungen

Die Hospitalisierungsquote bei der Delta-Variante des Coronavrus ist in Deutschland doppelt so hoch wie sie im Vergleichszeitraum bei der Alpha-Variante war, das berichtete Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) am heutigen Freitag.

Während in den ersten Wochen der Alpha-Variante, auch als britische Variante bekannt, fünf Prozent der Infizierten in Kliniken eingewiesen wurden, sind es bei der Delta-Variante, auch als indische Variante bekannt, in den ersten Wochen elf Prozent gewesen, so Wieler auf der freitäglichen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Charité-Forscher Leif Erik Sander.

„Wir haben noch nicht genügend Daten, um wirklich klar zu sagen, wie gefährlich oder ungefährlich (…) sie ist“, sagte RKI-Chef Wieler zwar. Allerdings deuteten die noch jungen Zahlen aus dem deutschen Meldewesen die rund doppelt so hohe Rate hin.

Bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren sei dies besonders ausgeprägt. Fallzahlen nannte Wieler nicht. Den Daten zufolge komme Delta eher bei jüngeren Menschen vor, also in Gruppen mit geringeren Impfquoten, ergänzte er. Das RKI werde dies weiter beobachten. Auch bisherige Daten aus dem Vereinten Königreich sprächen nicht für eine mutmaßlich geringere Gefährlichkeit der Delta-Mutante, so der RKI-Chef.

Sander, der Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung der Berliner Charité, ergänzte, man könne nicht sagen, es handle sich um eine harmlosere Variante. Die Hoffnung sei, dass die Ansteckungen immer weiter aus den sehr anfälligen Gruppen herausgehalten werden könnten und dadurch weniger Menschen daran sterben.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) erklärte dem Tagesspiegel auf Anfrage, noch keine Erkenntnisse zur Krankheitsschwere durch die Delta-Variante zu haben. „Weiterhin sinkt die Zahl der Covid-19-Erkrankten deutlich, und sind wir uns sehr sicher, dass die Impfungen auch gegen schwere Verläufe der Delta-Variante schützen.“ (Quelle: TSP, 25.06.21)


Corona-Todesfälle in Russland nehmen stark zu

In Russland nehmen die Corona-Neuinfektionen und die Todesfälle nach Ansteckung mit dem Erreger rasant zu. Die Behörden registrierten 601 Corona-Tote binnen einem Tag – so viele wie seit Ende vergangenen Jahres nicht mehr. Die Hauptstadt Moskau verzeichnete mit 98 Corona-Toten den vierten Tag infolge einen Rekordwert. In Russland, wo viele Menschen einer Impfung weiter skeptisch gegenüberstehen, hat sich vor allem die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus stark ausgebreitet.

In Moskau waren vor einer Woche schon fast 90 Prozent der Infektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen. Einige Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass der Wert für ganz Russland ähnlich hoch sein dürfte. Mindestens eine Dosis einer Corona-Impfung haben jüngsten Angaben zufolge erst rund 14 Prozent der 146 Millionen Landesbewohner erhalten. Am Freitag verzeichnete das flächenmäßig größte Land der Erde circa 20.400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

Russland versucht, die Lage mit verschiedenen Einschränkungen in den Griff zu bekommen: In 18 von 85 Regionen ordneten die Behörden eine Impfpflicht für Angestellte zahlreicher Unternehmen an. In Moskau sollen zudem Restaurants und Bars ab kommender Woche fast ausschließlich Menschen bewirten dürfen, die entweder eine Impfung oder Antikörper nach überstandener Covid-Erkrankung nachweisen können. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Impfung mit wirkungslosem Stoff? Indische Klinik unter Verdacht

Eine Privatklinik in der indischen Metropole Mumbai soll mehr als 2000 Menschen statt des erhofften Corona-Impfstoffs eine andere Flüssigkeit gespritzt haben. Die Polizei geht nach ersten Untersuchungen davon aus, dass es sich dabei um eine Kochsalzlösung gehandelt habe, wie ein Sprecher sagte. Man habe die beiden Klinikbesitzer und acht mutmaßliche Komplizen festgenommen. Die Suche nach weiteren Verdächtigen laufe noch.

Die mutmaßlichen Betrüger sollen auf Anfrage von Nachbarschaftsorganisation und Arbeitgebern Impfcamps vor Ort organisiert haben. Für eine Dosis des versprochenen Astrazeneca-Impfstoffs hätten sie zumindest von einigen der mehr als 2000 Impfwilligen umgerechnet rund 14 Euro verlangt. In Indien dürfen Privatkliniken selbst Impfstoff kaufen und ihn Impfwilligen gegen Geld spritzen. In staatlichen Krankenhäusern ist das Impfen gratis.

Der mutmaßliche Betrug in Mumbai sei aufgefallen, nachdem keiner der rund 300 Bewohner eines Häuserkomplexes nach der vermeintlichen Impfung vorige Woche Symptome wie Fieber gespürt habe. In Indien sind bislang lediglich rund vier Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Obwohl das Land als „Apotheke der Welt“ gilt und viel Impfstoff produziert, gibt es einen Mangel an Vakzinen für die Bevölkerung. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Israel führt Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen wieder ein

Wegen zunehmender Neuinfektionen und aus Angst vor der ansteckenderen Delta-Variante hat Israel am Freitag die Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen wieder eingeführt. Grund dafür sei der Anstieg der Corona-Infektionen in der vergangenen Woche, erklärte das israelische Gesundheitsministerium. Die Masken sind nun wieder in allen Innenräumen außerhalb des eigenen Haushalts verpflichtend. Menschen mit Behinderung, Sporttreibende und Kinder unter sieben Jahre Jahren sind von der Regelung ausgenommen.

Das Gesundheitsministerium empfiehlt das Maskentragen nun außerdem bei großen Menschenansammlungen im Freien wie der Pride-Parade am Freitag in Tel Aviv. Der Chef der israelischen Corona-Taskforce, Nachman Asch, sagte dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der Anstieg der Infektionen gehe wahrscheinlich auf die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus zurück.

Seit Montag hatten die Gesundheitsbehörden täglich mehr als hundert Corona-Neuinfektionen registriert. Am Donnerstag waren es sogar 227 neue Fälle. Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Delta-Variante war die Öffnung des Landes für Touristen weiter verschoben worden. Erst am 15. Juni hatte Israel dank einer raschen Impfkampagne die Maskenpflicht aufgehoben. Von den gut neun Millionen Einwohnern Israels sind rund 5,2 Millionen bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Corona-Befunde auch nach EM-Spiel zwischen Dänemark und Russland

Nach dem EM-Vorrundenspiel zwischen Dänemark und Russland in Kopenhagen sind bislang 16 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Darunter seien vier, bei denen die ansteckendere Delta-Variante nachgewiesen worden sei, teilte die dänische Behörde für Patientensicherheit am Freitag über Twitter mit. Alle Zuschauer, die bei der Begegnung am Montag auf der Tribüne B – das ist die hinter einem der beiden Tore – gesessen haben, werden zum PCR-Test aufgefordert. Zugleich stieg die Zahl der Delta-Befunde nach dem vorherigen Dänemark-Spiel gegen Belgien: Mittlerweile sei die Variante bei neun Zuschauern entdeckt worden, schrieb die Behörde.

Allerdings haben die dänischen Fälle noch nicht das Ausmaß des finnischen Falls erreicht:
Dutzende finnische Fans hatten sich bei einem Euro2021-Spiel in St. Petersburg mit dem Coronavirus angesteckt. 86 Corona-Infektionen wurden bei Personen nachgewiesen, die zuletzt aus Russland zurückgekehrt sind. Es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet.

(Quelle: TSP, 25.06.21)


Dänemark verzichtet weiterhin auf J&J und Astrazeneca

Die Corona-Impfstoffe von Johnson & Johnson und Astrazeneca werden in Dänemark auch weiterhin aus der nationalen Impfkampagne herausgehalten. Man könne die beiden Präparate auch nach erneuter Überprüfung nicht für einen Einsatz in Dänemark empfehlen, teilte die Gesundheitsverwaltung des Landes am Freitag mit. Die Mittel werden deshalb weiterhin nicht im Rahmen des öffentlichen Impfprogramms angeboten.

Wegen deutlicher Verzögerungen bei der Impfkampagne hatte die dänische Regierung die Gesundheitsbehörden zuletzt gebeten, den Einsatzstopp für die beiden Mittel noch einmal zu überdenken. Dänemark hatte die Verwendung von Astrazeneca-Dosen Mitte März nach Berichten über seltene Fälle von Blutgerinnseln in Verbindung mit der Impfung zunächst gestoppt und den Wirkstoff Mitte April dann gänzlich aus dem Impfprogramm gestrichen. Ein ähnlicher Schritt folgte Anfang Mai für Johnson & Johnson.

Seit einigen Wochen können sich Däninnen und Dänen aber im Rahmen einer Zusatzverordnung freiwillig eines der beiden Präparate von einer privaten Firma verabreichen lassen. Voraussetzung für eine solche Impfung ist eine vorherige Beratung mit einem Arzt. Die Impfungen sind ebenfalls kostenlos. In Dänemark haben bislang knapp 54 Prozent aller Bürger eine Corona-Erstimpfung erhalten. Knapp 30 Prozent sind fertiggeimpft. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Britische Bevölkerung wächst wegen Corona deutlich langsamer

Wegen der Corona-Pandemie ist das Wachstum der britischen Bevölkerung auf den niedrigsten Wert seit 20 Jahren gesunken. Mitte 2020 hätten im Vereinigten Königreich schätzungsweise 67,1 Millionen Menschen gelebt, teilte das britische Statistikamt ONS am Freitag mit. Das Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt bedeute aber das niedrigste Wachstum seit 2001. Die Statistiker machten die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutlich erhöhte Sterblichkeit für die Entwicklung verantwortlich.

Im Jahr bis Mitte 2020 seien landesweit etwa 669.000 Menschen gestorben, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Wert seit 1986. Zugleich sank die Zahl der Geburten auf 701.000 und damit auf den niedrigsten Stand seit 2003. Zudem gab es elf Prozent weniger Umzüge als im Vorjahr. Mit mehreren harten Lockdowns sowie einer erfolgreichen Impfkampagne hat Großbritannien die Zahl der Corona-Toten mittlerweile deutlich gesenkt.

Zuletzt nahmen Neuinfektionen aber wegen der Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante wieder deutlich zu. Im Vereinigten Königreich seien insgesamt 111.157 bestätigte und vermutete Delta-Fälle ausgemacht worden, teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England mit. Das seien 46 Prozent mehr als in der Vorwoche. Mit rund 95 Prozent ist die Delta-Variante mittlerweile für fast alle Corona-Neuinfektionen im Land verantwortlich. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 0 (gestern 1,8)
Meppen: 5,7 (2,8)
Papenburg: 0,0 (0,0)


Niedersachsen: Delta-Variante nimmt zu, 125 Mal nachgewiesen

125 Menschen haben sich in Niedersachsen bislang nachweislich mit der Delta-Variante des Coronavirus infiziert – 60 mehr als noch vor einer Woche. Das teilte das Landesgesundheitsamt mit.

Die Behörde erhebt die Zahlen allerdings nur stichprobenartig – in anderen Bundesländern war von 5 % Sequenzierung die Rede – oder prüft auf Verdacht, ob eine Infektion mit der Variante vorliegt. Die ersten Fälle der Mutation wurden im Mai in Niedersachsen bekannt. Auch bundesweit ist die in erstmals Indien entdeckte Mutation auf dem Vormarsch: Die absolute Zahl an Delta-Fällen habe seit der 21. Meldewoche zugenommen, von etwa 270 auf rund 470 in der 23. Meldewoche. Diese Mutation des Coronavirus‘ gilt nach Einschätzung von Experten als schneller übertragbar.

Laut RKI zeigt die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland, dass damit zu rechnen sei, dass Delta sich gegenüber den anderen Varianten durchsetzen werde. Derzeit dominiert die im vergangenen Jahr in Großbritannien entdeckte Variante Alpha (B.1.1.7) noch das Infektionsgeschehen. Allerdings ist der Anteil an den positiven Fällen in der Stichprobe nach Wochen mit Werten von um 90 Prozent auf 74 Prozent geschrumpft. Die Anteile der ebenfalls besorgniserregenden Varianten Beta (entdeckt in Südafrika) und Gamma (entdeckt in Brasilien) seien wie bisher sehr viel niedriger. (Quelle: NDR, NLGA, 25.06.21)


EU-Länder wollen Reisebeschränkungen aus Großbritannien verschärfen

Boris Johnsons Pläne, die Sommerferien für vollständig Geimpfte zu unterstützen, stehen vor Schwierigkeiten, nachdem Portugals Premierminister als erster EU-Chef vorschlug, den Forderungen aus Berlin nach strengeren Covid-Beschränkungen für britische Einreisende zu folgen.

Während Johnson gestern über die Reiseaussichten sprach und sich sogar weigerte, einen Auslandsurlaub auszuschließen, debattierten die EU-Chefs in Brüssel, wie sie auf die hochgradig übertragbare Delta-Variante B.1.617 reagieren sollen, die zuerst in Indien identifiziert wurde und jetzt in Großbritannien vorherrscht.

Ein im Namen der 27 Mitgliedsstaaten herausgegebenes Gipfelkommuniqué sagt dazu, die EU werde „wachsam und koordiniert bei Entwicklungen, insbesondere die Entstehung und Verbreitung von Varianten“ sein.

António Costa, der Portugal Mitte Mai mit einem Nachweis eines negativen Covid-Tests für quarantänefreie Pausen für britische Touristen öffnete, deutete im Gespräch mit Journalisten während des eU-Gipfels eine Kehrtwende in seiner eigenen Politik gegenüber Reisenden aus Großbritannien an.

Der portugiesische Premierminister sagte, seine Regierung habe in den letzten Wochen britischen Touristen die Einreise aufgrund einer geringen Zahl von Covid-Fällen erlaubt. Großbritannien hat aufgrund der Verbreitung der Delta-Variante inzwischen aber die schlechteste Coronavirus-Fallrate in Europa. (Quelle: The Guardian, 25.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 25. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 43 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages vier weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, stieg damit auf 5.754. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.843 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 3,7 Fälle je 100.000 Einwohner (4,0 am Vortag). (Quelle: NDR, 25.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 774 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.12 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1076 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 6,2 an (Vortag: 6,6; Vorwoche: 10,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 62 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 91 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.725.580 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.616.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.678 angegeben.

Den Sieben-Tage-R-Wert gab das RKI am Donnerstagabend mit 0,75 (Vortag: 0,72) an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 75 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 25.06.21)


Forscher: Virus-Ausbreitung in China womöglich bereits im Oktober 2019

Das Coronavirus, das zur Covid-19-Krankheit führen kann, hat sich einer britischen Studie zufolge womöglich früher ausgebreitet als bislang allgemein angenommen. Wissenschaftler der Universität von Kent fanden heraus, dass die Infektionen in China wohl bereits im Zeitraum von Anfang Oktober bis Mitte November 2019 begonnen hätten. Das wären bis zu zwei Monate vor Feststellung des ersten Corona-Falles in der Stadt Wuhan. Die Experten nutzten Methoden der Konservierungswissenschaft für ihre Schätzungen. Ihre Studie wurde im Fachjournal „PLOS Pathogens“ veröffentlicht. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Ein halbes Jahr Corona-Impfung: Rat zu dritter Spritze für Senioren

Aller guten Dinge sind drei: Ein halbes Jahr nach dem offiziellen Start der bundesweiten Corona-Impfkampagne am 27. Dezember geht es meist noch um die erste und zweite Spritze. Die Wissenschaft denkt schon weiter. Hochbetagte und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem brauchen nach Meinung vieler Experten bereits in diesem Herbst eine dritte Impfdosis. Für jüngere und gesunde Menschen seien Auffrischungsimpfungen dagegen noch kein Thema.

„Wir müssen die nächste Phase beim Impfen jetzt schon andenken“, sagt Leif Erik Sander, Infektionsimmunologe an der Berliner Charité. „Ich gehe davon aus, dass wir bei älteren Menschen, die zu Beginn dieses Jahres ihre Erst- und Zweitimpfung erhalten haben, eine nachlassende Immunantwort sehen werden.“ Sander hält es für möglich, dass es ohne Auffrischungsimpfung im Winterhalbjahr zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen deshalb zu zusätzlichen Infektionen kommen könnte, „einem gewissen JoJo-Effekt“, ergänzt er.

Das sieht Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, ganz genauso. „Es ist überfällig, zu reagieren“, sagt er. „Ich sehe aber weder bei Bund noch in den Ländern eine großangelegt Initiative zu diesem Thema. Als Grund vermute ich Sorge vor einer Verteilungsdiskussion.“

Inzwischen ist gut die Hälfte der erwachsenen Bundesbürger einmal gegen Covid-19 geimpft, fast ein Drittel bereits zweimal. Bis zum Herbst und Winter würden sich aber vermutlich sogenannte Immunescape-Varianten durchsetzen, sagt Sander. Das sind Mutanten, gegen die bisherige Impfstoffe mitunter schlechter wirken. Dazu zählt zum Beispiel die Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde und deren Anteil am Infektionsgeschehen auch in Quelle: TSP, 25.06.21)


Sydney geht wegen Delta-Variante in den Lockdown

Die Innenstadt von Sydney sowie die östlichen Vororte der Stadt werden ab Freitag um Mitternacht für eine Woche in den Lockdown gehen. Wie die Premierministerin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, mitteilt, versuche man so einen Ausbruch des hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus in der Stadt einzudämmen. Anwohner dürften ihre Häuser nur verlassen, wenn sie einen systemrelevanten Beruf hätten, für Lebensmitteleinkäufe, oder um Sport im Freien zu treiben. Am Freitag wurden in Sydney 22 Coronavirus-Fälle gemeldet, der höchste Anstiegt seit dem ersten Fall mit der Delta-Variante am vergangenen Mittwoch. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Studie: US-Lebenserwartung sinkt wegen Covid – Massive Ungleichheit

Die Lebenserwartung der US-Bevölkerung ist einer Studie zufolge im Corona-Jahr 2020 um fast zwei Jahre gesunken. Das Forscherteam fand dabei eine riesige Ungleichheit zwischen Schwarzen, Latinos und Weißen. So fiel die Lebenserwartung von schwarzen Männern demnach auf knapp 68 Jahre – das sei der geringste Wert seit 1998. Weiße Männer liegen demgegenüber bei knapp 75 Jahren. Der Artikel des US-Teams wurde im „British Medical Journal“ veröffentlicht.

Insgesamt sank die Lebenserwartung in den USA von 2018 bis 2020 den Wissenschaftlern zufolge insgesamt um 1,87 auf 76,9 Jahre. Besonders extrem sei die Entwicklung für Schwarze und Latinos gewesen, deren Lebenserwartung nach Angaben der Studie jeweils um mehr als drei Jahre zurückging. Die Entwicklung in den USA sei dabei sehr viel drastischer als in 16 ausgewählten, vergleichbaren Industrieländern. Dort liege die Abnahme der durchschnittlich erwarteten Lebenszeit bei etwa 0,22 Jahren – insgesamt liege die Lebenserwartung 4,7 Jahre über der in Amerika.

Als Gründe sehen die Forscher um Steven Woolf von der Virginia Commonwealth University School of Medicine in Richmond dabei grundlegende strukturelle Probleme in den USA: Eine seit Langem anhaltende und sich ausweitende Benachteiligung in der gesundheitlichen Versorgung, „hohe Sterberaten im Jahr 2020 und anhaltende Ungerechtigkeit gegenüber rassischen und ethnischen Minderheiten“, seien die Folge politischer Entscheidungen und systemischem Rassismus. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Corona-Regeln für den Bundestag verlängert

Trotz sinkender Infektionszahlen bleibt der Bundestag vorsichtshalber im Corona-Modus. Das Parlament verlängerte am frühen Freitagmorgen die Regelung, wonach das Parlament bereits mit mehr als einem Viertel seiner Abgeordneten beschlussfähig ist. Normalerweise muss dafür die Hälfte der Abgeordneten anwesend sein – doch wegen der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen hatte der Bundestag diese Marke im Frühjahr des vergangenen Jahres abgesenkt und die Sonderregelung seitdem mehrmals verlängert. (Foto: CC s. Archiv v. 22.7.19; Quelle: TSP, 25.06.21)


Hausärzteverband über hohe Absagequoten in Impfzentren besorgt

Der Deutsche Hausärzteverband ist besorgt über den fahrlässigen Umgang mit Impfterminen in großen Impfzentren. „Die aktuellen Meldungen von abgesagten oder nicht in Anspruch genommen Terminen für die Zweitimpfung in Impfzentren machen deutlich, warum die Corona-Schutzimpfung in den hausärztlichen Praxen am besten aufgehoben ist“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. Die medizinische Notwendigkeit einer Zweitimpfung könne im persönlichen Gespräch mit dem Hausarzt besser erläutert werden als in der Anonymität von Impfzentren. (Quelle: TSP, 25.06.21)


Nachtrag zur Nacht

  • Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 73.602 neue bestätigte Fälle des Coronavirus sowie weitere 2.032 Todesfälle, teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstag mit. Brasilien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 18,2 Millionen Infektionsfälle registriert, während die offizielle Zahl der Todesopfer auf 509.141 gestiegen ist, berichtet Reuters.
  • Malta und die Balearen werden in Englands grüne Liste der Orte aufgenommen, die ohne Quarantäne bei der Rückkehr nach Großbritannien sicher besucht werden können, sagte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstag. „Sechs Länder, darunter Tunesien und Haiti, werden auf die Rote Liste gesetzt“, sagte Shapps auf Twitter.
  • Die mexikanische Gesundheitsbehörde hat den Covid-19-Impfstoff von Pfizer/Biontech zur Anwendung bei Kindern ab 12 Jahren zugelassen, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo Lopez-Gatell am Donnerstag auf Twitter. (Quelle: The Guardian, 25.06.21)

San Francisco verlangt Impfung von allen Mitarbeiter:innen, wenn…

Alle Mitarbeiter der Stadt San Francisco müssen sich gegen das Coronavirus impfen lassen, sofern ein Impfstoff die volle Bundeszulassung erhält, berichtet Associated Press.

Die Richtlinie für 35.000 städtische Arbeiter könnte ein Muster für jede Stadt oder jeden Landkreis in den USA sein, berichtete der San Francisco Chronicle am Mittwoch.

Mitarbeiter, die sich weigern, sich impfen zu lassen und keine Individuelle Ausnahmegenehmigung erhalten, könnten entlassen werden, schreibt die Zeitung.

Die drei derzeit in den USA verfügbaren Covid-19-Impfstoffe haben bisher nur eine Notfallgenehmigung der Food and Drug Administration- Aufsichtsbehörde (FDA).

Es wird erwartet, dass sie in einigen Monaten die vollständige Genehmigung erhalten. Die Mitarbeiter der Stadt San Francisco haben dann 10 Wochen Zeit, um sich impfen zu lassen. (Foto: pixabay, Quelle: The Guardian, 24.06.21)


Wieder mehr Personal für Eurowings

Die Lufthansa-„Billigtochter“ Eurowings kann mit der Erholung des Luftverkehrs vom Corona-Schock wieder mehr Personal einstellen. Erstmals seit der Pandemie seien auch für Externe 250 Stellen für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter ausgeschrieben, teilte die Fluggesellschaft mit. Kabinenpersonal, das durch die Krise in der Lufthansa-Group von Stellenabbau betroffen war, soll im Auswahlprozess bevorzugt behandelt werden.

Wegen des Geschäftseinbruchs in der Pandemie hatte Eurowings mehr als 800 Stellen gestrichen, sodass die Belegschaft auf 2500 Personen geschrumpft war. Ende März zählte die auf Europa-Flüge spezialisierte Airline wieder rund 3000 Köpfe. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Für Geimpfte: Ende der Einreisebeschränkungen für die meisten Drittstaaten

Ab Freitag fallen die Einreisebeschränkungen für Menschen mit vollständigem Corona-Impfschutz aus den meisten Nicht-EU-Staaten weg.

Sowohl Besuchsreisen als auch touristische Einreisen sind für sie damit wieder ohne Einschränkungen möglich. Voraussetzung ist eine vollständige Impfung mit einem der Impfstoffe, die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen sind. Eine Ausweitung auf andere Vakzine ist laut Bundesregierung geplant.

Reisende aus sogenannten Virusvariantengebieten sind von den Lockerungen aber ausgenommen. Nicht unbedingt notwendige Einreisen nach Deutschland beispielsweise aus Großbritannien, Brasilien und Indien sind demnach auch für vollständig Geimpfte weiterhin nicht erlaubt. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Italien-Zahlen

Italien meldete am Donnerstag 28 Todesfälle (Vortag: 30) im Zusammenhang mit dem Coronavirus, berichtet Reuters. Das Gesundheitsministerium sagte, die tägliche Zahl der offiziellen Neuinfektionen sei von 951 am Mittwoch auf 927 gesunken.

Italien hat seit seinem Ausbruch im Februar letzten Jahres 127.380 CoViD19-Todesfälle registriert, die zweithöchste Zahl in Europa nach Großbritannien und die achthöchste weltweit. Das Land hat bisher 4,26 Millionen Corona-Infektionen gemeldet.

In den Krankenhäusern des Landes lagen am Donnerstag bei 2.027 CoViD19-Patient:innen, gegenüber 2.140 am Tag zuvor. Daneben gab es 12 Neuaufnahmen auf Intensivstationen, gegenüber vier am Mittwoch. Die Gesamtzahl der CoViD19-Intensivpatienten sank von 344 auf 328. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Infektionswelle in Finnland durch zurückkehrende Fußballfans

Die finnischen Behörden machen für einen sprunghaften Anstieg der täglichen Neuinfektionen Fußball-Fans verantwortlich, die von zwei EM-Spielen aus Russland zurückgekehrt sind. Die Zahl ist von etwa 50 pro Tag auf mehr als 100 angestiegen, wie aus offiziellen Daten hervorgeht.
„Das sind Leute, die die Spiele besucht haben“, sagt der für die Krankenhäuser am zentralen Grenzübergang zuständige Mediziner Risto Pietikainen der Nachrichtenagentur Reuters. Einem Mitarbeiter des finnischen Gesundheitsinstituts zufolge wurden die meisten Infektionen bei Personen festgestellt, die am 22. Juni in 15 Bussen aus Sankt Petersburg nach Hause gereist waren. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Überblick am Abend

  • Der Sonderbeauftragte der Afrikanischen Union, Strive Masiyiwa, beschuldigte die reichsten Nationen der Welt, dem Kontinent bewusst nicht genügend Covid-19-Impfstoffe zur Verfügung zu stellen. Masiyiwa sagte, das Covax-Programm habe sein Versprechen nicht eingehalten, die Produktion von 700 Millionen Impfstoffdosen rechtzeitig für die Lieferung bis Dezember 2021 sicherzustellen.
  • Die Pandemie und die Reaktionen darauf drängen mehr Menschen zum Drogenkonsum. Der illegale Anbau und die Herstellung nehmen zu, da weltweit die Arbeitslosigkeit zunimmt, so die UN. Das in Wien ansässige Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung erklärte, sein aktueller Bericht zeige, dass die Drogenmärkte nach anfänglichen Störungen zu Beginn der Pandemie ihren Betrieb schnell wieder aufgenommen haben – was die „Widerstandsfähigkeit des Drogenmarktes “ demonstriert.
  • Der französische Präsident Emmanuel Macron schloss sich der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel an und forderte die EU-Länder auf, sich enger darüber abzustimmen, wie Touristen von außerhalb des Blocks einreisen können, während aktuell alle britischen Einreisenden in die EU unter Quarantäne gestellt werden müssten.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Prognose abgegeben, wonach Menschen, die am anfälligsten für Covid-19 sind, wie bspw. ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen, voraussichtlich eine jährliche Auffrischungsimpfung benötigen, um sich gegen Varianten zu schützen, aber die Beweise für die potenzielle Wirksamkeit sind kaum vorhanden.
  • Japans Kaiser hat in einer überraschenden Intervention in die Debatte über die Abhaltung der Spiele während einer Pandemie seine Besorgnis über die mögliche Ausbreitung des Coronavirus durch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio geäußert.
  • Ohio, der US-Bundesstaat, der Millionen von Dollar an Anreizen zur Erhöhung der Impfraten geboten hat, will sein Programm abschließen, obwohl er immer noch nicht die Impfgrenze von 50 % der Bevölkerung erreicht hat.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, es sei zwar „schwieriger“, in diesem Sommer Urlaub zu machen, eine vollständige Impfung könnte jedoch dazu beitragen, das Reisen zu erleichtern. Er schließe nicht aus, selbst einen Auslandsurlaub izu machen.
  • In Großbritannien soll ab 2023 ein Verbot von Junk-Food-Werbung im Fernsehen vor 21:00 Uhr eingeführt werden und auch im Internet Beschränkungen im Internet verschärfen, um so den hohen Fettleibigkeitszahlen und damit verbundenen Lifestyle-Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck zu begegnen, die bei CoViD19-Erkrankungen deutlich schlechtere Prognosen begründen.
  • Kataloniens traditionelles Festival der Menschentürme (Castells) ist erstmals nach einer 15-monatigen Covid-Pause in verkleinerter Form in die mittelalterliche Stadt Valls zurückgekehrt. Der höchste erreichte die Höhe des Balkons im ersten Stock des Rathauses, etwas mehr als die Hälfte der üblichen Höhe. (Quelle: The Guardian, 24.06.21)

Kretschmann: Staat sollte in Pandemie hart durchgreifen können

Im Kampf gegen Pandemien sollte der Staat nach Meinung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann drastischer als bisher in Freiheitsrechte der Bürger eingreifen dürfen. Der Grünen-Politiker sagte im Interview mit „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“: „Meine These lautet: Wenn wir frühzeitige Maßnahmen gegen die Pandemie ergreifen können, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind, dann könnten wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen.“
Dann müsse man nicht monatelang und in Wellen Grundrechtseinschränkungen machen, mit erheblichen negativen Folgen für die ganze Gesellschaft. „Wir sollten also einmal grundsätzlich erwägen, ob wir nicht das Regime ändern müssen, so dass harte Eingriffe in die Bürgerfreiheiten möglich werden, um die Pandemie schnell in den Griff zu bekommen.“ (Foto: CC s. Archiv v. 12.4.20; Quelle: TSP, 24.06.21)


Nordländer wollen erneute Schließungen verhindern

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie und dabei insbesondere gegen die sich weiter ausbreitende Delta-Variante wollen die fünf norddeutschen Bundesländer auf erneute Schließungen verzichten. Stattdessen müssten die Impfungen forciert werden, um eine Durchimpfung der Bevölkerung und damit die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zum Abschluss einer Konferenz der Ministerpräsidenten und Bürgermeister der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Parallel dazu müssten die in einigen Bereichen bestehenden Maßnahmen wie Masken- oder Testpflicht die Menschen weiter schützen. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Delta-Variante wie die britische Variante die Corona-Infektion übernehmen wird.“ Schwesig appellierte an die Bürger, das Impfangebot zu übernehmen. (Foto: CC s. Archiv v. 12.4.21; Quelle: TSP, 24.06.21)


Hunderte Schüler bei Klassen-Abschlussfahrten auf Mallorca infiziert

Hunderte Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Teilen Spaniens haben sich offenbar auf Abschlussfahrten Mitte Juni auf Mallorca mit dem Coronavirus infiziert. Allein in Madrid seien mindestens 245 Jugendliche betroffen, teilten die regionalen Behörden am Donnerstag mit. Zuvor hatte das Baskenland von 49, die Region Valencia von 32 und Murcia von 18 Fällen berichtet. Es wird vermutet, dass praktisch alle betroffenen jungen Leute mit ein und derselben Fähre von Valencia nach Mallorca fuhren und sich vom 12. bis 18. Juni auf der Mittelmeerinsel aufhielten. Alle Schüler hätten sich mit der britischen Variante des Virus infiziert.

In der Region Madrid wurden nach den amtlichen Angaben 452 Kontaktpersonen der infizierten Schüler unter Quarantäne gestellt. Es wird nach Medienberichten trotzdem befürchtet, dass die Zahl der Ansteckungen, die mit diesen Klassenfahrten zusammenhängen, in den nächsten Tagen noch zunimmt. (Quelle: TSP, 24.06.21)


WHO rechnet mit jährlicher Impfauffrischung für gefährdete Menschen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von jährlichen Impfauffrischungen für die am meisten gefährdete Personen wie Ältere aus. Bei der Allgemeinbevölkerung sei dies alle zwei Jahre nötig, geht aus einem internen Papier hervor, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte.

Es sei mit neuen Varianten des Coronavirus zu rechnen und die Impfstoffe müssten regelmäßig angepasst werden. Im schlimmsten Fall müssten sich alle Geimpften auf eine jährliche Auffrischung einstellen. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Portugal setzt Lockerungen aus – Lissabon verschärft Maßnahmen

Angesichts steigender Fallzahlen verzichtet Portugal auf geplante Lockerungen. Zudem müssen Gaststätten und Cafes in Lissabon am Wochenende um 15.30 Uhr schließen, teilt die Regierung mit. Wer die Region um die Hauptstadt betreten oder verlassen wolle, werde einen Impfnachweis oder einen negativen Corona-Test benötigen. Der Ausbruch in Lissabon geht auf die Delta-Variante zurück. (Quelle: TSP, 24.06.21)


NRW will Ende September Impfzentren schließen

Nordrhein-Westfalen will die Impfzentren Ende September schließen. Diese würden in ihrer jetzigen Form dann nicht mehr benötigt, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. „Die Impfzentren kosten jeden Monat 90/91 Millionen Euro.“ Die eine Hälfte trage das Land, die andere der Bund. Wenn alle geimpft seien, brauche man diese nicht mehr. In NRW solle es dann noch kommunale, regionale Impfteams geben. Hierfür werde derzeit an einem Konzept gearbeitet. Die Teams könnten dann etwa in Behindertenwerkstätten, Altenheimen oder Dorfgemeinschaftshäusern impfen. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Chinesische Forscher ließen Coronavirus-Sequenzen verschwinden

Chinesische Forscher haben die U.S. National Institutes of Health (NIH) angewiesen, Sequenzen von Coronavirus-Fällen aus der Frühphase der Pandemie in Wuhan von einer der wichtigsten wissenschaftlichen Datenbasis zu löschen. Das bestätigte die NIH, wie mehrere US-Medien berichten.

Das Institut habe die Daten gelöscht, nachdem es eine Anfrage von einem chinesischen Forscher bekommen habe, der die Daten drei Monate zuvor hochgeladen hatte. Die NIH erklärte den Schritt damit, dass die Wissenschaftler, die die Daten hochladen, die Rechte an diesen hielten und es ihnen deshalb zustehe, diese zurückzuziehen.

Details zu diesem Vorfall lieferte der Virologe Jesse Bloom in einer noch nicht in einem wissenschaftlichen Fachmedium veröffentlichten Arbeit am Dienstag. Demnach beinhalten die gelöschten Daten Coronavirus-Sequenzen, die im Januar und Februar 2020 in Wuhan von hospitalisierten Patienten oder solchen, bei denen eine Covid-19-Infektion vermutet wurde, gesammelt worden waren.

Bloom, Virologe am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, konnte allerdings einige der Sequenzen, die auf der NIH-Datenbasis gelöscht sind, in einem anderen Fachjournal auffinden.

In seiner Arbeit schreibt Bloom: „Ich habe einen Datensatz mit Virussequenzen aus der Frühphase der Pandemie in Wuhan identifiziert, der aus dem Archiv der U.S. National Institutes of Health (NIH) gelöscht worden war. Ich habe die gelöschten Daten von Google Cloud wiederhergestellt und teilweise Sequenzen von 13 Viren aus der Frühphase der Pandemie rekonstruiert.“

Stammesgeschichtliche Analysen dieser Sequenzen mit bestehenden Daten ließen vermuten, so Bloom, dass die Sequenzen vom Huanan Seafood Market in Wuhan, wo das Virus zuerst auf den Menschen übergesprungen sein soll, nicht völlig repräsentativ für die Viren in der Frühphase der Pandemie in Wuhan seien.

Stattdessen beinhalte der Vorläufer der bekannten Coronavirus-Sequenzen drei Mutationen im Vergleich zu den Viren auf dem Markt, die ihn den verwandten Fledermaus-Coronaviren ähnlicher machten. Das legt den Verdacht nahe, dass das Sars-CoV-2 bereits früher im Umlauf war, bevor des den Huanan Seafood Market in Wuhan erreichte.

Die wissenschaftliche Relevanz von Blooms Arbeit ist noch unklar. Klar ist bislang nur: Blooms Erkenntnisse können die Theorie, dass das Coronavirus auf einem Markt in Wuhan erstmals auf den Menschen übertragen wurde, weder bestätigen noch widerlegen.

Bloom selbst nennt das Vorgehen der chinesischen Forscher, den Datensatz zu löschen, zumindest „verdächtig“. „Es scheint so, als ob die Sequenzen gelöscht wurden, um ihre Existenz zu verschleiern“, sagte Bloom der „New York Times“. Die Sequenzen vom Markt sind unter anderem auch die Grundlage des Berichts, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit chinesischen Forschern zum Virus-Ursprung erstellt hat. (Quelle: TSP, NYT 24.06.21)


Kinderkommission kritisiert Umgang mit Kindern und Jugendlichen

Die Kinderkommission des Bundestages hat den Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der Pandemie kritisiert und mehr Rücksichtnahme auf ihre Interessen gefordert. Kinder und Jugendliche seien in der öffentlichen Debatte vor allem zu Beginn der Pandemie „leider des Öfteren als „Virenschleudern“ einerseits und „Coronaparty-Feiernde“ andererseits“ dargestellt worden, heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums. „Die entwicklungsspezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen traten dahingehend weitgehend in den Hintergrund“, kritisiert die Kommission. Sie seien zunächst auch nicht beteiligt worden.

Die Kinderkommission ist ein Unterausschuss des Familienausschusses im Bundestag und versteht sich als Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche. Für ihre Stellungnahme hatte sie über mehrere Monate Experten aus Gewerkschaften und Verbänden und Vertreter jugendlicher Mitbestimmungsstrukturen angehört.

Verwiesen wird in der Stellungnahme auf mangelnden Kontakt zu Gleichaltrigen, wenig Platz und Bewegung, fehlende Tagesstruktur und fehlende technische Ausstattung. „Uneinheitliche und kurzfristige Öffnungen bzw. Schließungen von Kitas und Schulen haben Kindern und Eltern viel abverlangt und Unsicherheit geschaffen“, heißt es außerdem. Sachverständige hätten der Kommission von erhöhten Fallzahlen der Kinder- und Jugendpsychiatrie berichtet.

Die Kommission fordert für die Zukunft die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und die Berücksichtigung ihrer Interessen bei Corona-Eindämmungsverordnungen und lokalen Pandemieplänen. Empfohlen wird dafür die Schaffung von Expertengremien unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und Jugendverbänden zur Beratung von Bundes- und Landesregierungen. „Die Rechte von Kindern, insbesondere auf Bildung, Beteiligung und Freizeit müssen in zukünftigen Pandemieplänen eine zentrale Rolle spielen“, sagte der Linken-Abgeordnete Norbert Müller, unter dessen Vorsitz die Stellungnahme entstand. (dpa)
„Viele Kinder sind uns in dieser Zeit entglitten“: Fünf Berliner über das schwerste Schuljahr ihres Lebens
Die Nerven? Am Ende. Das Vertrauen in die Politik? Zerstört. Zum Ferienstart berichten Lehrer, Eltern und Schüler über das Corona-Schuljahr. Und worauf sie jetzt hoffen. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Baden-Württemberg nutzt Johnson & Johnson in Regionen mit Delta-Fällen

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium will zusätzliche Impfdosen von Johnson & Johnson vor allem in Regionen einsetzen, in denen sich die Delta-Variante ausgebreitet hat. Der Bund habe für Anfang Juli eine zusätzliche Lieferung nach Baden-Württemberg angekündigt, teilt das Ministerium mit. Diese wolle man gezielt an Kreise verteilen, in denen Corona-Fälle mit der Delta-Variante nachgewiesen worden seien. Bis zum 21. Juni betreffe dies 40 Kreise. Von dem Impfstoff von von Johnson & Johnson ist nur eine Dosis nötig. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Pfizer: Impfstoff hat hohe Wirksamkeit gegen Delta-Variante

Der Corona-Impfstoff von Pfizer-Biontech verfügt nach Angaben eines Unternehmensvertreters über eine sehr hohe Wirksamkeit gegen die ansteckendere Delta-Variante des Virus. Die bislang vorliegenden Daten deuteten daraufhin, dass das Vakzin zu rund 90 Prozent Covid-19 verhindern könne, sagt Pfizers medizinischer Direktor in Israel, Alon Rappaport, dem dortigen Armee-Rundfunk. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Umfrage: Immer mehr träumen vom Einfamilienhaus mit Garten im Grünen

Im Zuge der Corona-Pandemie träumt eine steigende Zahl der Menschen in Deutschland laut einer neuen Umfrage vom Einfamilienhaus im Grünen mit Garten. In der am Donnerstag veröffentlichten „Wohntraumstudie“ des Münchner Baufinanzierungsvermittlers Interhyp zeigen sich bei den Wunschvorstellungen der Bürgerinnen und Bürger deutliche Verschiebungen. Nur noch eine Minderheit von 44 Prozent wollte in der Stadt leben, 56 Prozent dagegen im Umland einer Stadt oder auf dem Land.

2019 hatte es noch eine knappe Mehrheit pro Stadt gegeben. Als Traumimmobilie nannten 65 Prozent ein freistehendes Einfamilienhaus – zwei Prozent mehr als vor zwei Jahren und fünf Prozent mehr als 2018. Befragt wurden gut 2100 Menschen vom Marktforschungsinstitut Rheingold. Beim Drang aufs Land spielen offensichtlich sowohl die sehr hohen Preise in den Städten als auch der Mangel an kaufbaren Immobilien eine Rolle.

Laut Umfrage fürchten mehr als vier von fünf Befragten die mit einem Immobilienverkauf verbundenen Schulden beziehungsweise unkalkulierbare Zusatzkosten. Am populärsten sind demnach die seit einigen Jahren von Berchtesgaden bis Flensburg verbreiteten kubusförmigen Häuser. Und in Sachen Ausstattung dominieren laut Mohr „die drei G“: Garage, Garten und Gäste-WC. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Merkel will gemeinsame EU-Regeln gegen Virus-Varianten

Bundeskanzlerin Angela Merkel will gemeinsame EU-Regeln für die Einreise von Personen aus Virus-Variantengebieten. Die Ausbreitung der Delta-Variante mache ihr Sorgen. „Ich werde dafür werben, dass wir noch koordinierter vorgehen, auch gerade bei der Einreise aus Virus-Varianten-Gebieten“, sagt sie vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Hintergrund sind etwa die starke Ausbreitung der Delta-Variante und die steigende Zahl der Positiv-Tests in Großbritannien. Dort tritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu einem Spiel bei der Europameisterschaft an. Bis auf wenige Ausnahmen gilt in Deutschland eine zweiwöchige Quarantänepflicht für alle Personen, die aus Großbritannien einreisen. In etlichen anderen EU-Staaten ist die Einreise dagegen nicht beschränkt. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Delta-Variante verbreitet sich weiter in Russland

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante hat Russland am Donnerstag mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Nach Angaben der Regierung starben 568 Menschen innerhalb eines Tages, so viele wie zuletzt im Januar. Der starke Anstieg der Fallzahlen ist auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus zurückzuführen, die zuerst in Indien festgestellt worden war.

Der Moskauer Bürgermeister verpflichtete aufgrund der zahlreichen Ansteckungen alle Arbeitnehmer im Servicebereich zu einer Impfung gegen das Virus. Mit mehr als 8500 Infektionen gilt Moskau als Zentrum der neuen Corona-Welle. Dort macht die Delta-Variante bereits etwa 90 Prozent der Ansteckungen aus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tass wurde in der russischen Hauptstadt mit 92 Corona-Toten an einem Tag ebenfalls ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie registriert.

Obwohl verschiedene Impfstoffe in Russland zum Einsatz kommen, ist die Impfkampagne ins Stocken geraten. Bis Donnerstag hatten nur 20,7 Millionen der 146 Millionen Einwohner mindestens eine Impfdosis erhalten, wie die Website Gogow schrieb, die die Covid-Zahlen aus den Regionen und den Medien zusammenfasst. Mit 131.463 Todesfällen ist Russland das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. Die Statistikagentur Rosstat gab die Zahl der Verstorbenen mit etwa 270.000 an.(Quelle: TSP, 24.06.21)


UN: Konsum von Cannabis und Beruhigungsmitteln gestiegen

Während der Pandemie sind nach UN-Angaben mehr Cannabis und Beruhigungsmittel konsumiert worden als zuvor. In einer Umfrage unter Gesundheitsexperten in 77 Ländern sei aus 66 Prozent der Länder eine häufigere Nutzung gemeldet worden, berichtete das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) am Donnerstag in Wien. Die Behörde geht in ihrem jährlichen Weltdrogenbericht davon aus, dass die Pandemie langfristige Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage von verbotenen Substanzen haben wird. Unabhängig von Covid-19 warnte das UNODC von immer mehr und immer billigerem Kokain in Europa.

Die UN-Drogenbehörde ist auch besorgt über globale Cannabis-Trends. Der Gehalt der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) in dieser Droge habe sich während der vergangenen 20 Jahre in den USA vervierfacht und in Europa verdreifacht. Obwohl THC zu psychischen Problemen führen könne, sei das Bewusstsein über die Gefahr in diesem Zeitraum stark gesunken, hieß es unter Verweis auf Studien unter Kindern und jungen Erwachsenen in westlichen Ländern.

Laut den jüngsten verfügbaren Zahlen starben im Jahr 2019 eine halbe Million Menschen an den Folgen von Drogenkonsum. Mehr als die Hälfte der Todesfälle war auf Hepatitis zurückzuführen, die durch Injektionsnadeln übertragen werden kann. Die vielen Überdosis-Fälle mit Opioiden wie Fentanyl spielten ebenfalls eine wichtige Rolle, berichtete das UNODC. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Grafschafter Zahlen

In der Grafschaft Bentheim ist zum ersten Mal die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das bestätigt die Kreisverwaltung am Donnerstag. Es handele sich um eine Person, die von einer Geschäftsreise aus dem Ausland zurückgekehrt sei. „Die Kontaktpersonen wurden ermittelt und befinden sich in Quarantäne“, heißt es dazu aus dem Kreishaus. Die sogenannte Delta-Variante gilt als sehr ansteckende Mutation. Vorläufige Daten zeigten, dass sich auch Menschen mit der Delta-Variante anstecken könnten, die erst eine Dosis der derzeit verfügbaren Impfstoffe erhalten hätten. Zwei Impfdosen böten hohen Schutz gegen diese Variante und ihre Folgen.

Des Weiteren meldet die Kreisverwaltung am Donnerstag einen weiteren Covid-19-Fall in der Grafschaft Bentheim. Der Inzidenzwert sinkt weiter. Er wird vom Robert-Koch-Institut am Donnerstag auf 2,9 beziffert. Am Mittwoch lag dieser Wert noch bei 3,6. Insgesamt sind bisher 5361 Covid-19-Fälle bestätigt worden. 5214 Menschen gelten inzwischen als genesen. Im Zusammenhang mit dem Virus werden weiterhin 123 Todesfälle genannt. Derzeit sind dem Kreishaus 24 aktuelle Infektionen bekannt. 79 Grafschafter befinden sich in Quarantäne.

Nordhorn hat mit 21 Infizierten Kreisgebiet, zwei (0) weitere gibt es in Emlichheim und einen (0) in Uelsen (in Klammern die Veränderung zum Vortag). In Bad Bentheim, Neuenhaus, Wietmarschen und Schüttorf sind keine Infektionen festgestellt. (Quelle: GN, 24.06.21)


Bundespräsident Steinmeier dankt Bundeswehr für Hilfe

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Bundeswehr für ihre Unterstützung bei der Eindämmung der Corona-Pandemie gedankt. Deren Hilfe war vielfältiger als einer breiten Öffentlichkeit bewusst sei, sagte Steinmeier am Donnerstag beim Besuch Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding. Das Staatsoberhaupt hat sich dort über die Arbeit des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr informiert. Es wird aktiv, wenn zivile Behörden bei der Bundeswehr wie jetzt während der Pandemie Unterstützung anfordern.

Steinmeier erinnerte an den bislang größten Hilfseinsatz der Bundeswehr im Innern, bei dem Soldaten während der vergangenen rund 15 Monate unter anderem bei der Kontaktnachverfolgung in Gesundheitsämtern, in Impfzentren und bei Corona-Tests in Alten- und Pflegeheimen geholfen haben.

Dass die Pandemie inzwischen erheblich an Dramatik verloren habe, wäre ohne die Bundeswehr nicht möglich gewesen, sagte Steinmeier nach einem Rundgang durch die Operationszentrale des Kommandos Territoriale Aufgaben. Es ist für die Führung der Hilfseinsätze in ganz Deutschland verantwortlich.(Foto: CC s. Archiv v. 3.5.20; Quelle: TSP, 24.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 1,8 (gestern 1,8)
Meppen: 2,8 (2,8)
Papenburg: 0,0 (0,0)


Brasilien meldet neuen Rekord der täglichen Neuinfektionen

Brasilien hat am Mittwoch mit 115.228 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Tageshöchstwert verzeichnet. Das brasilianische Gesundheitsministerium teilte zudem mit, dass 2392 neue Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden seien. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in dem 212-Millionen-Einwohner-Land stieg damit auf 507.109. Weltweit verzeichnen nur die USA eine höhere offizielle Opferzahl der Pandemie.

„Wir befinden uns schon in der dritten Welle,“ hatte der Präsident des Nationalrats der Gesundheitsminister, Carlos Lula, am Montag angesichts der rasanten Entwicklung der Zeitung „O Globo“ gesagt. Seit der vergangenen Woche sterben in Brasilien im Schnitt täglich 2000 Menschen durch das Virus. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Braslien steigt bereits seit mehr als einem Monat.

Laut einer Bilanz des Gesundheitsinstituts Fiocruz ist die Situation in 19 der 27 brasilianischen Staaten kritisch. Die Intensivstationen sind dort zu 80 Prozent ausgelastet. In acht der Staaten sind die Betten sogar zu 90 Prozent belegt.

Die Impfkampagne geht weiterhin schleppend voran. Nur 11,36 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft, 30,7 Prozent der Brasilianer haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Trotz der riskanten Lage ist das Leben in Braslien fast wieder zur Normalität zurückgekehrt. Viele Menschen bewegen sich ohne Masken auf der Straße. Gastronomie und Geschäfte haben geöffnet. Staatschef Jair Bolsonaro spielt das Ausmaß der Pandemie weiterhin wieder herunter. Eine Untersuchungskommission des Senats setzt sich seit fast zwei Monaten mit der als unverantwortlich geltenden Strategie der brasiliansichen Regierung während der Pandemie auseinander. ( Quelle: TSP, 24.06.21)


Jeder Dritte in Deutschland ist nun vollständig geimpft

Jeder Dritte ist in Deutschland nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind 27,8 Millionen Menschen, ihre Quote hat damit die Drittelmarke knapp überschritten (33,5 Prozent). Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor (Stand: 11.42 Uhr). Mehr als 43,4 Millionen Menschen (52,2 Prozent) haben demnach bisher mindestens eine Impfung bekommen. Allein am Mittwoch wurden 1.267.717 Impfdosen verabreicht.

Laut RKI werden jeden Tag mehr als 800.000 Corona-Schutzimpfungen deutschlandweit verabreicht. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 59,2 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Zwölf weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Nur Hamburg (49,5 Prozent), Bayern (49,3 Prozent) und Sachsen (46,4 Prozent) haben diese Marke noch nicht überschritten. Das Saarland zählt mit 40,0 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 30,9 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen; sie läuft seit 181 Tagen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen. Quelle: TSP, 24.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 24. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 48 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages 10 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, stieg damit auf 5.750. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.800 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 4,0 Fälle je 100.000 Einwohner (4,1 am Vortag). (Quelle: NDR, 24.06.21)


Delta-Variante bei 15 Prozent

Von vier auf acht auf 15 Prozent in drei Wochen: Delta breitet sich weiter in Deutschland aus. Fachleute haben diese Geschwindigkeit vorhergesagt.

Ungefähre Verdopplung: Der Delta-Anteil hat sich laut neuesten Stichproben im Vergleich zur Vorwoche fast auf nun 15,1 Prozent (23. Kalenderwoche)

verdoppelt, wie das Robert Koch-Institut am Mittwochabend berichtete. Die Werte für die Woche zuvor wurden wegen Nachmeldungen rückwirkend von etwa sechs auf acht Prozent korrigiert. Klar ist schon länger: Die Variante wird sich durchsetzen. Die Frage ist nur, wie schnell.

Die Verbreitung von Delta in den Bundesländern variiert stark. In Hessen wird sie bereits in mehr als 20 Prozent der untersuchten positiven Tests nachgewiesen. In Baden-Württemberg liegt der Anteil bei rund neun Prozent. Wichtig ist hierbei zu wissen: In Deutschland werden nur rund fünf Prozent der positiven PCR-Tests sequenziert. (Quelle: FAZ, 24.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1008 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1330 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 6,6 an (Vortag: 7,2; Vorwoche: 11,6).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 105 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 724 806 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 614 500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 616 angegeben. (Quelle: RKI, 24.06.21)


NRW: Rund 6% kommen nicht zur Zweitimpfung

In den Impfzentren in Nordrhein-Westfalen werden viele Zweitimpfungs-Termine nicht angetreten. „In den beiden vergangenen Wochen wurden im Rheinland 35.800 Termine nicht angetreten, der Anteil der nicht wahrgenommenen Termine lag damit zuletzt bei sechs Prozent“, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein der Zeitung Rheinischen Post.

„Das ist misslich, kann aber vor Ort glücklicherweise zumeist kompensiert werden – etwa durch Nachrücker oder das Einlagern der Impfdosen für die Folgetage.“ Ähnlich sieht es in Westfalen aus. „Die durchschnittliche No-Show-Quote im Impfzentrum Phoenix West in Dortmund lag in den letzten Tagen bei cirka neun Prozent“, teilte die Stadt Dortmund der Redaktion mit. „Es kommt durchaus vor, dass Zweittermine abgesagt werden, da diese bereits bei der Hausärzteschaft stattgefunden haben.“

Die KV Westfalen mahnte: „Wir bitten die Bürger, in diesem Fall ihren Termin telefonisch oder im Buchungsportal abzusagen. Einen Zweitimpftermin gar nicht wahrzunehmen ist nicht ratsam, da der vollständige Impfschutz erst 14 Tage nach der zweiten Impfung erreicht ist.“ (Quelle: FAZ, 24.06.21)


Spahn warnt vor „Sorgenherbst“ nach Urlaubssommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger aufgefordert, auch beim Reisen die Corona-Pandemie weiter im Blick zu behalten. „Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen“, sagte Spahn dem „Handelsblatt“. „So führt der Urlaubssommer nicht zu einem Sorgenherbst.“ Auf die Frage, ob die Menschen trotz Delta-Variante sorglos ihren Urlaub buchen könnten, sagte er: „Grundsätzlich ja. Bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus.“ Dort sei das Risiko, sich anzustecken und die Virusvariante nach Hause zu bringen, deutlich höher. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 24.06.21)


Drei Delta-Befunde nach EM-Spiel in Kopenhagen – 4000 zum Massentest

Bei drei Stadionzuschauern des EM-Spiels zwischen Dänemark und Belgien ist die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke und die Behörde für Patientensicherheit forderten deshalb am Mittwochabend 4000 Zuschauer aus sechs bestimmten Stadionblöcken dazu auf, einen PCR-Test machen zu lassen.
Die EM-Partie hatte am Donnerstag im Kopenhagener Stadion Parken stattgefunden, Belgien hatte die Begegnung mit 2:1 gewonnen.

Die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante B.1.617.2 gilt als ansteckender als andere Corona-Varianten. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC geht davon aus, dass sie Ende August 90 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in Europa ausmachen wird. Seit Anfang April sind davon in Dänemark 247 Fälle nachgewiesen worden. (Quelle: TSP, 24.06.21)


Corona-Regeln zu Maske und Abstand im EM-Stadion erneut gebrochen

Die Maskenpflicht und die Abstandsregeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind beim EM-Vorrundenspiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwochabend in München erneut nicht konsequent eingehalten worden. Fernsehbilder zeigten zahlreiche Fans ohne den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz. Auch drängten sich viele Fans vorrangig im ungarischen Gästeblock dicht an dicht. Mit den Abständen auf den unteren Rängen war es zudem spätestens dann passé, als ein Unwetter über München zog und die Zuschauer sich schutzsuchend an trockene Stellen zurückzogen.

Die Münchner Polizei verwies darauf, dass für die Durchsetzung der Corona-Regeln der Sicherheitsdienst im Stadion zuständig sei. Der Stadionsprecher habe wiederholt entsprechende Durchsagen gemacht. (Quelle: TSP, 23.06.21)



Russische Städte melden deutliche Zunahme von Todesfällen

Mehrere russische Städte melden deutliche Zunahmen von neuen Todesfällen. In Moskau waren es in den vergangenen 24 Stunden 88, in Sankt Petersburg 93, wie die zuständige russische Arbeitsgruppe meldet. In beiden Fällen sind das die höchsten bislang verzeichneten Werte. Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin zufolge gehen 90 Prozent der neu gemeldeten Fälle in der Stadt auf die Delta-Variante zurück. (Quelle: TSP, 23.06.21)


ECDC: Delta-Variante bald für 90 Prozent der Corona-Fälle in EU verantwortlich

Die Delta-Virusvariante könnte nach Angaben von Experten bis Ende August für 90 Prozent der Corona-Neuinfektionen in der EU verantwortlich sein. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Delta-Variante während des Sommers erheblich zirkulieren wird, besonders unter jüngeren Menschen, die nicht geimpft werden“, erklärte Andrea Ammon, Leiterin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Mittwoch.

Die EU-Behörde schätzt, dass die erstmals in Indien nachgewiesene Variante 40 bis 60 Prozent ansteckender ist als die zuerst in Großbritannien identifizierte Alpha-Variante, die derzeit die häufigste Virusvariante in der EU ist. Um der Ausbreitung der hochansteckenden Variante B.1.617.2 entgegenzuwirken, sei es „sehr wichtig, die Impfkampagne mit hohem Tempo voranzutreiben“, erklärte das ECDC.

Bislang sind laut der Behörde rund 30 Prozent der über 80-Jährigen und etwa 40 Prozent der über 60-Jährigen in der EU noch nicht vollständig geimpft. „In diesem Stadium ist es entscheidend, dass die zweite Impfdosis innerhalb des zulässigen Mindestzeitraums nach der ersten Dosis verabreicht wird“, betonte Ammon.

Das ECDC mahnte auch zur Vorsicht bei der Lockerung von Corona-Beschränkungen. Dies könnte zu „einem schnellen und deutlichen Anstieg“ der Infektionen bei allen Altersgruppen führen. In der Folge könnte es zu einer Zunahme der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle kommen, „die möglicherweise das gleiche Niveau wie im Herbst 2020 erreichen, falls keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden“, erklärte die EU-Behörde. (Quelle: TSP, 23.06.21)


Frankreich bekommt Corona-Hilfen von fast 40 Milliarden Euro

Nach Deutschland und anderen EU-Partnern hat nun auch Frankreich grünes Licht aus Brüssel für seinen milliardenschweren Wiederaufbauplan erhalten. Ein Schwerpunkt des Plans zur Überwindung der coronabedingten Wirtschaftskrise sei der Klimaschutz, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch. Sie überbrachte Staatschef Emmanuel Macron das positive Votum persönlich. „Alles in allem wird der französische Plan Frankreich helfen, seine Eigenständigkeit und seine Führungsrolle zu behalten“, sagte sie vor dem Pariser Élyséepalast.

Die Brüsseler Behörde billigte für Frankreich eine EU-Finanzierung in Höhe von 39,4 Milliarden Euro. Insgesamt hat der Wiederaufbauplan der französischen Regierung einen Umfang von rund 100 Milliarden Euro.

Paris will nach EU-Angaben für knapp sechs Milliarden Euro Gebäude renovieren, um sie energieeffizienter zu machen. Mit über vier Milliarden Euro soll das Eisenbahnnetz modernisiert werden.

Wenn auch der Rat der EU-Staaten in den nächsten vier Wochen zustimmt, kann die Auszahlung an die Mitgliedstaaten beginnen. Sie hatten vor einem Jahr ein gemeinsames Aufbauprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro vereinbart – in laufenden Preisen sind das sogar gut 800 Milliarden Euro. Das Geld wird als Schulden aufgenommen und von den EU-Staaten bis 2058 gemeinsam getilgt. Es handelt sich nach Brüsseler Einschätzung um das größte Investitionsprogramm seit dem US-Marshall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg. (Quelle: TSP, 23.06.21)


Wohl doch Verbindung zwischen Herzmuskelentzündungen und mRNA-Impfstoffen

Einer US-Expertengruppe zufolge besteht vermutlich ein Zusammenhang zwischen Impfungen mit den mRNA-Mitteln etwa von BioNTech/Pfizer und seltenen Herzentzündungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dies geht aus einer Präsentation der Arbeitsgruppe für Covid-19-Impfsicherheit (VaST) hervor, die die Seuchenbehörde CDC berät. Nach der zweiten Dosis sei bei männlichen Geimpften das Auftreten von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen merklich höher. In einem getrennten Bericht des CDC heißt es, die Patienten erholten sich in der Regel gut. Die Behörde und das israelische Gesundheitsministerium prüfen jeweils seit Monaten entsprechende Berichte. (Quelle: TSP, 23.06.21)


Israel verschiebt wegen Delta-Variante Einreiserlaubnis für geimpfte Touristen

Wegen eines Anstiegs von Corona-Neuinfektionen verschiebt Israel die geplante pauschale Einreiseerlaubnis für geimpfte Individualtouristen um einen Monat. Erst ab 1. August sollen Urlauber ohne vorherige Genehmigung ins Land kommen dürfen, wie eine Sprecherin des Tourismusministeriums am Mittwoch bestätigte. Noch am Sonntagabend hatte Innenministerin Ajelet Schaked von der ultrarechten Jamina-Partei auf Facebook geschrieben, geimpfte Individualtouristen dürften ab 1. Juli einreisen.

Am Montag stieg allerdings die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen auf mehr als 100 innerhalb von 24 Stunden – das erste Mal seit zwei Monaten. Die meisten davon stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Diese war zuerst in Indien entdeckt worden und gilt als besonders ansteckend. Unter den Neuinfizierten in Israel sind viele jüngere Menschen. Ministerpräsident Naftali Bennett sprach von einem „neuen Ausbruch“ des Coronavirus im Land.

In einem ersten Öffnungsschritt hatte Israel Ende Mai wieder in begrenzter Anzahl die Einreise von Gruppen geimpfter Touristen erlaubt. Das Mittelmeerland hatte sich nach Beginn der Pandemie praktisch abgeschottet. Ausländern war die Einreise nur in Ausnahmefällen möglich. Die Tourismusindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sie hat stark unter den Folgen der Corona-Krise gelitten.

Mehr als 5,5 Millionen der neun Millionen Landesbewohner haben bereits eine erste Corona-Impfung erhalten, rund 5,2 Millionen Menschen auch die zweite Dosis. Die Impfkampagne in Israel war besonders zu Beginn sehr erfolgreich, schritt schnell voran und sorgte damit international für Aufsehen. Zuletzt gab es allerdings eine gewisse Stagnation. Mit der steigenden Zahl der Neuinfektionen steigt nun auch wieder die Zahl der Impfungen. (Quelle: TSP, 23.06.21)


Merkel: „Bewegen uns immer noch auf dünnem Eis“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu weiterer Vorsicht in der Corona-Krise aufgerufen, sich aber zuversichtlich für eine wirtschaftliche Erholung gezeigt. „Auch wenn die dritte Welle eindrucksvoll gebrochen ist – vorbei ist die Pandemie noch nicht“, sagte Merkel am Mittwoch bei ihrer letzten Regierungsbefragung im Bundestag. „Wir bewegen uns immer noch auf dünnem Eis.“ Das geringe Infektionsgeschehen sei ermutigend und lasse Öffnungen zu. Es gelte aber, dabei mit Augenmaß vorzugehen.

Abstand, Hygiene und Maskenpflicht in bestimmten Situationen seien weiter wichtige Schutzmaßnahmen, die eingehalten werden sollten. Merkel verwies auf Gefahren durch die Verbreitung besorgniserregender Mutationen des Coronavirus. Dies werde in Ländern mit einem hohen Anteil der Delta-Variante schon mit stark steigenden Neuansteckungen spürbar, etwa in Russland oder Portugal. „Das sollte uns Warnung und Auftrag zugleich sein“, sagte die Kanzlerin mit Blick auf den auch in Deutschland zunehmenden Anteil der Delta-Variante.

Merkel bekräftigte die Zusage, allen Bürgern bis Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen. Dass die Überlastung des Gesundheitswesens in allen drei Corona-Wellen verhindert worden sei, habe nicht nur der Gesundheit gedient, sondern allen anderen Bereichen wie Kultur und Wirtschaft. Dies werde daran sichtbar, dass inzwischen Wirtschafts- und Arbeitsmarktprognosen gut seien, „und wir vor einem kräftigen Wachstum stehen“. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20;Quelle: TSP, 23.06.21)


EU-Kommissar rechnet mit guten Nachrichten für Reisen in die USA

Der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Margaritis Schinas ist optimistisch, dass touristische Reisen in die USA bald vereinfacht werden. „Wir sind hoffnungsvoll, dass es bald gute Nachrichten von dieser Front geben wird“, sagte er am Mittwoch. In Gesprächen habe man den transatlantischen Verbündeten Argumente geliefert. So sei Europa etwa der meistgeimpfte Kontinent weltweit und es gebe EU-weit gültige Zertifikate, die nachwiesen, dass Reisende keine Gefahr für andere darstellten. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Touristen aus den USA wieder einfacher nach Europa einreisen können sollen.

EU-Handelskommissar Thierry Breton beklagte, dass man derzeit nicht sehe, dass die USA Europa gleich behandelten. So arbeite er seit Monaten daran, dass in der EU genügend Impfstoff produziert werden könne, aber es gebe von US-Seite beispielsweise immer noch Exportbeschränkungen für Komponenten der Impfstoffe, die die Produktion in der EU bremsen. Man erwarte, dass so schnell wie möglich gleiche Bedingungen geschaffen werden. (Quelle: TSP, 23.06.21)


Weitere Lockerungen in Schleswig-Holstein

Vor dem Hintergrund niedriger Corona-Zahlen setzt Schleswig-Holstein seinen Öffnungskurs fort. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte am Mittwoch weitere Lockerungen an. Von kommendem Montag an sollen größere Veranstaltungen möglich sein und in Außenbereichen wie auch in Kinos und Theatern soll die Maskenpflicht entfallen. Lediglich auf dem Weg zum Platz besteht sie weiter. Auf Wochenmärkten sind Abstände einzuhalten.

Die Richtschnur für viele Veranstaltungen ist künftig: Drinnen sind 1250 Personen möglich, draußen 2500. Das gilt beispielsweise für Konzerte, das Theater oder Kino sowie Gottesdienste, Flohmärkte und Messen. Beim Hotelbesuch will es die Landesregierung zwar bei der Testpflicht vor der Anreise belassen, zusätzlich ist aber künftig nur noch einmalig nach 72 Stunden ein Test notwendig. Bei Festen und Empfängen sollen ab Montag in geschlossenen Räumen 250 Gäste und draußen 500 erlaubt sein.

Im Einzelhandel sowie in Kultur- und Freizeiteinrichtungen entfällt die Quadratmeter-Begrenzung. An der Testpflicht beispielsweise beim Besuch eines Restaurants im Innenbereich, beim Krankenhausbesuch oder bei Veranstaltungen im Innenbereich hält die Regierung trotz niedrigen Infektionsgeschehens aber vorerst fest. (Quelle: TSP, 23.06.21)


EU-Behörde rechnet mit starker Delta-Ausbreitung in Europa

Die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante des Coronavirus wird sich nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC im Laufe des Sommers deutlich in Europa ausbreiten. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Delta-Variante während des Sommers stark zirkulieren wird“, erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon. Dies gelte ganz besonders für Jüngere, die nicht zu den Zielgruppen der Impfkampagnen gehörten. Dies könne ein Risiko verursachen, dass sich gefährdetere Personen anstecken und einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf erleben oder sterben könnten, wenn sie nicht vollständig geimpft seien.

Den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sei die Delta-Variante (B.1.617.2) um 40 bis 60 Prozent übertragbarer als die zunächst in England aufgetretene Alpha-Variante (B.1.1.7), erklärte die in Stockholm ansässige Behörde. Sie rechnet deshalb damit, dass schon Anfang August 70 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union und den mit ihr verbundenen Ländern Norwegen, Island und Liechtenstein auf Delta zurückzuführen sein werden. Ende August dürften es dann bereits 90 Prozent sein.

Unerfreulicherweise zeigten vorläufige Daten, dass sich auch Menschen mit der Delta-Variante anstecken könnten, die erst eine Dosis der derzeit verfügbaren Impfstoffe erhalten hätten, erklärte Ammon. Die gute Nachricht sei dagegen, dass zwei Impfdosen einen hohen Schutz gegen diese Variante und ihre Folgen böten. Ein sehr hohes Tempo bei den Impfkampagnen sei deshalb äußerst wichtig. Zu diesem Zeitpunkt sei zudem entscheidend, die Zweitimpfung innerhalb der geringsten zugelassenen Zeitspanne nach der Erstimpfung zu verabreichen, um Gefährdete zu schützen. (Quelle: TSP, 23.06.21)


Schulbetrieb nach den Ferien: Verbände fordern Maßnahmen
„und zwar jetzt und nicht erst im Winter“

Lehrerverbände fordern von Niedersachsens Kultusminister konkrete Zusagen, wie der Präsenzunterricht nach den Sommerferien gesichert werden kann. Gefordert werden mehr Lehrkräfte und Lüftungsanlagen.

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/VDR) erwartet, dass zügig die Erlasse und Verordnungen vorgelegt werden, die es braucht, um wieder regulären Unterricht anbieten zu können. „Die Schulen brauchen unbedingt Planungssicherheit“, heißt es in einer Mitteilung als Reaktion auf die Ankündigungen von Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Der SPD-Politiker hatte am Dienstag erklärt, dass die Schulen in Niedersachsen nach den Ferien mit Präsenzunterricht in voller Klassenstärke starten sollen.

Dafür sollen Schulen mehr Freiheiten bekommen, damit sie den Schul- und Unterrichtsbetrieb individuell anpassen können. Um den Druck herauszunehmen, sollen etwa bis zum 24. September keine Klassenarbeiten geschrieben werden. Der VNL/VDL begrüßt die sogenannte Einstiegsphase zu Beginn des Schuljahres zur Förderung des sozialen Interagierens und Lernens, relativiert aber auch: Es habe schließlich bereits in der Zeit vor der Pandemie solche Phasen gegeben. „Das Verbot von schriftlichen Leistungsüberprüfungen in den ersten drei Wochen ist im Prinzip unnötig, da in den ersten drei Wochen eines neuen Schuljahres allein schon aus schulorganisatorischen Gründen so oder so keine Klassenarbeiten geschrieben werden können“, heißt es weiter.

Vor allem aber fordert der Verband ausreichend Lehr- und Unterstützungspersonal für die Schulen. Als Beispiel nennt der VNL/VDL die Aussage Tonnes, wonach in den Fächern Mathe, Deutsch und in einer Fremdsprache Defizite ermittelt werden sollen, um sie auszugleichen. Doch dazu bedürfe es eben einer guten personellen Ausstattung, heißt es. „Wir sind gespannt, welche finanziellen Mittel das Kultusministerium den Schulen zusätzlich zur Verfügung stellen wird.“ Der Kultusminister sei in diesem Punkt bislang wenig konkret geworden. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) betont, dass der angestrebte Regelbetrieb nur möglich sei, wenn sofort in Personal, Ausstattung und Räumlichkeiten investiert werde. Dafür fehlten feste Zusagen. Nötig seien aber mindestens 750 Millionen Euro pro Jahr. „Schöne Worte reichen schon lange nicht mehr“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Insbesondere an Haupt-, Real- und Oberschulen sowie an Berufsbildenden Schulen und Grundschulen dürfte der Personalmangel nach den Sommerferien dramatisch sein, auch ohne Corona.

Schließlich erinnert der VNL/VDL daran, dass in Bezug vor allem auf neue Virus-Varianten weitere Maßnahmen getroffen werden müssten – wie die Installation von Luftreinigungsanlagen, die Organisation des Schülertransports im Winter und der weitere Ausbau der Digitalisierung. „Und zwar jetzt und nicht erst im Herbst oder Winter“, heißt es. (Quelle: NDR, 23.06.21)


Frankreich: Zunahme der Delta-Mutation

Die Covid-Delta-Variante, die Experten für ansteckender als andere Varianten halten, macht derzeit 9-10% der bestätigten Neuerkrankungen in Frankreich aus, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal.

Letzte Woche sagte der französische Gesundheitsminister Olivier Veran, dass die Delta-Variante 2-4% der Fälle in Frankreich ausmacht. Attal sagte Reportern auch, dass Russland zusammen mit Namibia und den Seychellen in die Liste der Länder aufgenommen worden sei, die von Frankreich als Covid-Hochrisikozonen angesehen werden. (Quelle: The Guardian, 23.06.21)


Landkreis Emsland bietet rund 1.000 Dosen AstraZeneca an

Im Kampf gegen die offenbar infektiösere Corona-Delta-Variante bietet der Landkreis Emsland eine Sonder-Impfkampagne an. Die Kommune hat 3.200 zusätzliche Dosen AstraZeneca bekommen, von denen rund 1.000 am kommenden Sonnabend in Meppen angeboten werden. Die Impfaktion soll laut Landkreis in der Turnhalle der Berufsbildenden Schule stattfinden. Gedacht ist sie für alle Personen über 18 Jahre. Interessierte können sich über eine App anmelden, aber auch telefonisch. Die Impfung sei der einzige Schutz vor Corona, sagte Landrat Marc-André Burgdorf (CDU). Möglichst viele sollten deshalb das Impfangebot wahrnehmen, so Burgdorf. (Quelle: NDR, 23.06.21)


Grafschafter Zahlen

Nach drei aufeinanderfolgenden Tagen ohne Neuinfektion verzeichnet der Landkreis Grafschaft Bentheim am Mittwoch zwei neue Corona-Fälle. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 5.360, heißt es aus dem Kreishaus.

Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert Koch-Institutes beträgt 3,6 und liegt damit bereits am vierten Tag in Folge unter dem Grenzwert von 10. Bei einer stabilen Inzidenz von mindestens fünf Tagen in Folge unter 10, treten laut niedersächsischer Landesverordnungen weitere Lockerungen der Corona-Regeln in Kraft. Bleibt die Inzidenz auch am Donnerstag niedrig, kann eine für die Umsetzung der neuen Regeln nötige Allgemeinverfügung des Landkreises frühestens zwei Werktage später, also am Montag, greifen.

Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 123. In Quarantäne befinden sich derzeit 82 Personen (Dienstag: 110).

Von den aktuell 25 Corona-Fällen (Dienstag: 26) gibt es allein 22 (-1) in Nordhorn. (Quelle: GN, 23.06.21)



Überblick zum Tage

  • Thailand hat offiziell 51 neue Todesopfer mitgeteilt, die höchste tägliche Zahl der Todesopfer seit Beginn der Pandemie und 3.174 Neuinfektionen. Staatliche Krankenhäuser in Bangkok haben für schwerkranke Patienten nahezu keinen Platz mehr, sagte ein Offizieller. Es seien nur noch 20 Intensivbetten für Notfälle übrig.
  • NHS-Chefs in Großbritannien haben Alarm wegen der Zahl der Beatmungsgeräte im britischen Krankenhaus geschlagen, die in der vergangenen Woche gestiegen ist. Der stellv. Geschäftsführer von NHS Providers, Saffron Cordery, sagte, die Zahl der zu beatmeden Covid-Patienten im den Hospitälern sei in der letzten Woche um 41 % auf 227 gestiegen
  • Großbritannien wird nicht von Delegierten verlangen, die an der internationalen Klimakonferenz im November in Glasgow teilnehmen, gegen Covid geimpft zu sein. Klima- und Gesundheitsexperten sagten, für ärmere Nationen, die um den Zugang zu Impfstoffen kämpfen, könnte es sonst schwierig sein, Delegierte zu der Konferenz zu schicken.
  • Der britische Medienminister John Whittingdale verteidigte den offiziellen Umgang mit Besuchern, Spielern und VIPs bei der Euro 2021. Er sagte: „Es war immer klar, dass wir daran interessiert bleiben, Turniere in Großbritannien zu veranstalten, und es musste daher offensichtlich bereits eine Sonderregelung für Teammitglieder und Personen geben, die eng mit Teams verbunden sind.“ Der Politiker bestand darauf, dass diejenigen, die ohne Quarantäne ins Land kommen könnten, nicht „einfach eine Tour durch Großbritannien machen dürfen, wenn sie hier sind“.
  • Mehr als 250 Mitglieder der Scottish Passenger Agents’ Association (SPAA) und ihre Mitarbeiter, darunter Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und Piloten, wollen heute im Rahmen eines britischen Reiseaktionstages vor dem schottischen Parlament protestieren. Sie fordern finanzielle Unterstützung für die Reisebranche, Klarheit über die für Landreisen verwendeten Daten, einen Plan für eine sichere Rückkehr zu internationalen Reisen und ein kostengünstiges, leicht zugängliches Testsystem.
  • In Neuseeland wurden für die Hauptstadt Wellington neue Beschränkungen für Versammlungen eingeführt, nachdem ein mit Covid infizierter Australier in die neuseeländische Hauptstadt gereist und eine Reihe beliebter Touristenplätze besucht hatte. „Dies ist aber keine Sperrung“, sagte der Covid-19-Minister Chris Hipkins inzwischen, deutete jedoch an, dass einer beschlossen werden könnte, wenn in der Stadt nicht miteinander im Zusammenhang stehende, neue Fälle auftauchen.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte Mittwochmorgen mit, dass sie bei ihrer Überprüfung der russischen Impfstoffproduktion einige Probleme mit einer russischen Produktionsstätte festgestellt wurden, die Fläschchen mit dem Sputnik-V-Coronavirus-Impfstoff abfüllt. Das betroffene Unternehmen räumte die Probleme ein, teilte aber mit, dass die Probleme bereits behoben worden seien.
  • Russland hat offiziell weitere 548 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren gemeldet, die höchste Zahl an einem einzigen Tag seit Februar 2021, inmitten eines Anstiegs neuer Fälle, die die Behörden der neuen Delta-Variante zuschreiben.
  • Taiwan hat seine Lockdown-Beschränkungen der „Stufe 3“ um weitere vierzehn Tage verlängert. Eigentlich sollten sie in fünf Tagen beendet werden. Eine große buddhistische Gruppe hat in Taiwan mitgeteilt, sie hoffe, 5 Mio Dosen BioNTech-Impfstoff kaufen zu können, um Impfstoffe für die Insel zu sichern.
  • In China sind Direktflüge von der nahe Hongkong gelegenen Stadt Shenzhen nach Peking bis mindestens zum 1. Juli vor den Feierlichkeiten zur Gründung der Kommunistischen Partei Chinas in der Hauptstadt an diesem Tag ausgesetzt worden. Shenzhen liegt in der Provinz Guangdong, die eine der bevölkerungsreichsten Chinas ist und mit 170 bestätigten lokalen Fällen zwischen dem 21. Mai und dem 21. Juni gegen einen Covid-Ausbruch kämpft. Am 22. Juni wurden allerdings offiziell keine neuen bestätigten lokalen Fälle gemeldet.
  • Das Internationale Rote Kreuz forderte eine schnellere Einführung von Impfstoffen in gefährdeten pazifischen Inselstaaten, wo aktuell ein CoViD-19-Rekordanstieg das Gesundheitssystem auf Fidschi zu überlasten droht.
  • Japans Zahl an Coronavirus-Impfungen hat die Zahl von 1 Million erreicht, wie Regierungsdaten gezeigt haben.
  • Die Olympia-Organisatoren in Japan werden einen neuen Eiintrittskarten verteilen, um die verfügbare Ticket-Zahl von 4,48 auf 2,72 Millionen zu reduzieren.
  • Kolumbien ist das zehnte Land der Welt, in dem 100.000 Covid-Todesfälle zu beklagen sind. Die südamerikanische Nation registriert seit April eine wachsende Zahl von täglichen Neuinfektionen. In den letzten sieben Tagen hatte es die dritthöchste Pro-Kopf-Sterblichkeitsrate der Welt durch Covid-19.
  • Mitarbeiter und Besucher des Bankhauses Morgan Stanley dürfen die New Yorker Büros der Bank nicht betreten, es sei denn, sie sind ab nächsten Monat vollständig gegen Covid-19 geimpft.
  • Die Direktorin der US-amerikanischen CDC, Dr. Rochelle Walensky, sagte, „fast jeder Tod, insbesondere bei Erwachsenen, aufgrund von Covid-19 ist zu diesem Zeitpunkt vollständig vermeidbar“.
  • Dr. David Nabarro, WHO-Sonderbeauftragter für Covid-19, hat erklärt, dass das Tragen und die Trennung von Masken in Gebieten mit hoher Infektion weiterhin erforderlich sind. (Quelle: The Guardian, 23.06.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen: 1,8 (gestern 1,8)
Meppen: 2,8 (2,8)
Papenburg: 0,0 (0,0)


Deutschland Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.016 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.06 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 7,2 an (Vortag: 8,0; Vorwoche: 13,2).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 51 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 137 Tote. Den 7-Tage-R-Wert gab das RKI am Dienstagabend mit 0,68 (Vortag: 0,68) an. (Quelle: RKI, 23.06.21)


SPD-Gesundheitsexpertin ruft Urlauber zu Corona-Vorsicht auf

Die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar hat Urlauber zu besonderer Corona-Wachsamkeit in den Sommerferien aufgerufen. Es müsse unbedingt verhindert werden, „dass das Infektionsgeschehen auch bei uns erneut aufflammt“, sagte die gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion der Deutschen Presse-Agentur. Dittmar bezog sich auf den Wiederanstieg der Corona-Inzidenz in Großbritannien durch die Delta-Variante. Dieser zeige, wie fragil die Lage sei.

„Gerade mit Blick auf die Sommerferien ist es extrem wichtig, darauf zu achten, dass durch Reiserückkehrende keine Infektionen eingetragen werden“, sagte Dittmar. „Wir alle haben uns einen Urlaub verdient, allerdings rate ich davon ab, in Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete zu reisen.“ Wer dennoch dorthin reise, müsse sich der Risiken für sich und andere bewusst sein. „Schließlich können wir es nur gemeinsam verhindern, dass im Herbst eine neue Infektionswelle auf uns zu rollt.“ (Quelle, 23.06.21)


Überblick Am Abend

  • Polen führt eine obligatorische siebentägige Quarantäne für alle Reisenden aus Großbritannien ein, um die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus einzudämmen.
  • China könnte seine Grenzbeschränkungen zur Kontrolle der Pandemie für ein weiteres Jahr beibehalten, da verschiedene Ängste und der Wunsch bestehen, wichtige Ereignisse vor möglichen Störungen zu schützen, berichtete am Dienstag das Wall Street Journal.
  • Russland meldete 546 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren, die meisten an einem einzigen Tag seit Februar und das inmitten eines Anstiegs neuer Fälle, die die Behörden der neuen Delta-Variante zuschreiben. Die Moskauer Behörden kündigten an, dass die Bewohner bald einen Anti-Covid-Pass vorlegen müssen, um Restaurants zu betreten.
  • Fälle der Delta-Variante mit einer zusätzlichen Mutation namens K417N wurden in mehreren Ländern gefunden, darunter Großbritannien, den USA, Kanada, Portugal, Polen, der Schweiz, Russland, der Türkei, Japan und Nepal. Es wurde kurz und inoffiziell als die nepalesische Variante beschrieben, als es zum ersten Mal ans Licht kam.
  • Das Weiße Haus wird das Ziel von Präsident Joe Biden nicht erreichen, bis zum 4. Juli mindestens eine Covid-19-Impfdosis an 70 % der US-Erwachsenen zu verabreichen,
  • Die Regierung auf Kuba gab bekannt, dass ihr dreifacher Abdala-Impfstoff zu 92 % gegen das Coronavirus wirksam ist, ohne allerdings Einzelheiten zu den klinischen Tests bekannt zu geben. Präsident Miguel Diaz Canel verurteilte erneut die lähmende US-Blockade für die Insel und sagte, kubanische Wissenschaftler hätten „alle Hindernisse überwunden und uns zwei sehr wirksame Impfstoffe gegeben“.
  • Die Organisationschefin der Olympischen Spiele in Tokio, Seiko Hashimoto, verteidigte die Entscheidung der Organisatoren 30 Tage vor Beginn der von der Pandemie und Kontroversen verfolgten Olympischen Spiele, Zuschauer in die olympischen Austragungsorte zu lassen
  • Acht Mitglieder der ugandischen Olympiamannschaft wurden bis Anfang Juli in Japan unter Quarantäne gestellt, sagte ein lokaler Offizieller, nachdem ein Trainer letzte Woche bei seiner Ankunft trotz Impfung und Tests vor der Abreise positiv auf Coronavirus getestet worden war.
  • Berlin macht die Pop-Up-Radwege, die es während des Lpockdowns geschaffen wurden, zu einer dauerlösung, um den während der Pandemie begonnenen Fahrradboom zu unterstützen. Aktivisten sagen aber, dass mehr getan werden muss, um Radfahrer zu schützen, da in diesem Jahr bereits fünf Radfahrer:innen in der deutschen Hauptstadt durch Kfz getötet wurden.
    (Quelle: The Guardian, 22.06.21)

Deutsche können wieder ohne Auflagen nach Tschechien

Tschechien hat Deutschland von seiner Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. Damit ist die Einreise aus der Bundesrepublik ins Nachbarland wieder ohne Auflagen möglich, wie das Außenministerium mitteilte. Umgekehrt stuft Deutschland Tschechien bereits seit dem 6. Juni nicht mehr als Risikogebiet ein. Die Corona-Lage hat sich in dem einstigen europäischen Corona-Hotspot seit einiger Zeit sehr gebessert. Im Durchschnitt stecken sich in Tschechien innerhalb von sieben Tagen aktuell noch acht Menschen je 100.000 Einwohner nachweislich an – wie in Deutschland auch. Tschechiens Tourismusbranche hat massiv unter der Corona-Krise und den monatelangen Einreisebeschränkungen gelitten. Die Zahl der ausländischen Übernachtungsgäste ging 2020 gegenüber dem Vorjahr um knapp 75 Prozent auf rund 2,8 Millionen zurück. (Quelle: ARD, 22.06.21)


Schule: Niedersachsen plant Präsenzunterricht nach Ferien

Nach den Sommerferien sollen die Schulen in Niedersachsen mit Präsenzunterricht in voller Klassenstärke starten. Kultusminister Tonne hat am Dienstag die Pläne für das neue Schuljahr vorgestellt.

Nach derzeitigem Stand lasse das milde Infektionsgeschehen den eingeschränkten Regelbetrieb zu, sagte Grant Hendrik Tonne (SPD). Gleichwohl dürfe man in den Schulen nicht auf Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa das Tragen von Masken in bestimmten Bereichen, das Lüften oder die regelmäßigen Corona-Selbsttests verzichten. Letztere sollen zunächst bis Ende September weiterhin durchgeführt werden, da aktuell nicht absehbar sei, wie sich das Infektionsgeschehen etwa infolge der Reisetätigkeiten in den Ferien entwickeln werde. „Die Delta-Variante zeigt, dass weiterhin Vorsicht geboten ist“, so Tonne.

Bevor das neue Schuljahr am 2. September beginnt, werde das Kultusministerium einmal vier Wochen und ein weiteres Mal zwei Wochen vorher das Infektionsgeschehen betrachten und ein Zwischenfazit ziehen, sagte Tonne. Sollte sich dadurch eine neue Lagebeurteilung ergeben, werde das Ministerium dies umgehend mitteilen. Ziel sei es, Präsenzunterricht anzubieten und Schulen unter großen Anstrengungen offen zu halten, so Tonne. Bei steigendem Infektionsgeschehen seien beispielsweise zunächst häufigere Testungen oder Maske Tragen im Unterricht denkbar, bevor die Schulen ins Wechselmodell (Szenario B) gingen.

Zu Beginn des Schuljahres werden laut Tonne alle Lehrkräfte, die das wollen, geimpft sein. Schüler sollen vor den Ferien darüber informiert werden, wer sich auf welchem Weg impfen lassen kann, wenn er das möchte. Auch liege dasImpfkonzept für Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren, das das Kultus- und Sozialministerium Ende Mai vorgestellt hatten, griffbereit, sagte Tonne. Sollten sich die Rahmenbedingungen ändern, könne es schnell wieder hervorgezogen werden. Die Umsetzung des Konzepts war daran gescheitert, dass der Bund die zunächst in Aussicht gestellten zusätzlichen Impfdosen für Schülerinnen und Schüler mangels Impfstoff nicht bereitstellen konnte und dass die Empfehlung der Ständigen Impfkommission fehlte.

Für das kommende Schuljahr bereitet das Kultusministerium unterdessen ein umfangreiches Erlasspaket vor, sagte Tonne. Dies solle Schulen mehr Freiheiten geben, damit sie den Schul- und Unterrichtsbetrieb individuell anpassen können. Um den Druck herauszunehmen, sollen bis zum 24. September keine Klassenarbeiten geschrieben werden. Zudem werde die Gesamtzahl der Klassenarbeiten im Schuljahr reduziert. Für die Bewertungen sollen Lehrkräfte wieder schriftliche, mündliche und sonstige Leistungen mit einbeziehen können. Auch sollen Schulen ihre Stundenpläne flexibel gestalten können, um den Schülerinnen und Schülern einen Erwerb oder die Festigung von Basiskompetenzen zu ermöglichen.

Um den Schülerinnen und Schülern das Ankommen in der Schule nach den Ferien zu erleichtern, sollen die Schulen zu Beginn des Schuljahres ein bis vier Wochen Zeit für eine Einstiegsphase bekommen. „Wir können nicht mit dem ersten Schultag so tun, als hätte es Corona nicht gegeben“, sagte Tonne. In dieser Zeit müsse kein Unterricht nach Stundentafel erfolgen, sondern die Schulen könnten selbst entscheiden, wie sie die Zeit nutzen – etwa in Form von Projekttagen zur Stärkung des Klassenzusammenhalts oder zum Wiederholen von Unterrichtsinhalten, für Gespräche mit Schülerinnen und Schülern oder zum Austausch von Erfahrungen und Erwartungen. Insgesamt solle Schule als sozialer Ort gestärkt werden, so der Minister.

Das kommende Schuljahr solle auch dazu genutzt werden, um Defizite aufzuarbeiten und Lücken zu schließen, sagte Tonne. In den Fächern Mathe, Deutsch und in einer Fremdsprache solle eine Lernausgangslage ermittelt werden, die Aufschluss über den individuellen Lernstand gibt und darüber, wo die Schülerinnen und Schüler Unterstützung brauchen.

Den Abitur- und Abschlussjahrgängen versicherte der Kultusminister, dass es faire Prüfungen geben werde. Dazu baue man auf den Erfahrungen der vergangenen beiden Schuljahre auf. Bei den Abiturprüfungen etwa werde es auch im kommenden Jahr wieder eine größere Auswahlmöglichkeit geben. „Die Prüfungen werden anspruchsvoll sein, aber fair“, sagte Tonne. (Foto: CC s. Archiv v. 11.5.20; Quelle: NDR)


Indien stuft neue Variante „Delta plus“ als besorgniserregend ein

Indien stuft eine neue, nachgewiesene Virusvariante als besorgniserregend ein. Die inoffiziell als „Delta plus“ bezeichnete Mutation K417N sei in 16 Fällen im Bundesstaat Maharashtra entdeckt worden und leichter übertragbar, sagt der indische Bundesgesundheitsminister Rajesh Bhushan. Insgesamt seien inzwischen fast zwei Dutzend Infektionen in drei Bundesstaaten nachgewiesen. Bhushan ruft die Behörden zu verstärkten Tests auf. (Quelle: ARD, 22.06.21)


Drosten zur Delta-Variante: „Es muss nicht so kommen wie in England“

Im NDR Info Podcast Coronavirus-Update spricht der Virologe Christian Drosten ausführlich darüber, welche Auswirkungen die Verbreitung der Delta-Variante auf die Corona-Lage in Deutschland haben könnte. Es gebe gute Gründe, warum sich die Situation hierzulande besser entwickeln könnte als in England.

Noch ist der Anteil der Delta-Variante an den Coronavirus-Infektionen in Deutschland verhältnismäßig gering. Der Wert, den das Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt gemeldet hat, liegt bei sechs Prozent. Allerdings bezieht sich diese Zahl auf die erste Juni-Woche. „Man muss befürchten, dass der Anteil inzwischen gestiegen ist“, sagt Drosten in der aktuellen Podcast-Folge. Spannend werde sein, ob der neue Wert, der in dieser Woche veröffentlicht werden soll, in Richtung zwölf Prozent gehe und somit eine Verdoppelung des Anteils der Delta-Variante von Woche zu Woche zu verzeichnen ist. „Wenn das so sein sollte, ist das ein sehr schlechtes Signal“, hält der Virologe an der Berliner Charité fest. Dann müsste man sich darauf einstellen, dass sich die Lage in Deutschland ähnlich wie in England entwickeln könnte, wo die Delta-Variante bereits seit Längerem vorherrschend ist. Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen wieder bei 141. „Wir müssen deshalb in Deutschland schnell impfen – und falls das nicht reichen sollte, müsste man noch mal über einer Verschärfung der Kontakt-Maßnahmen nachdenken“, so Drosten.

„Aber es gibt auch gute Gründe zu denken, dass dieser Schritt in Deutschland nicht notwendig sein wird und die Verbreitung hierzulande vielleicht anders verläuft“, zeigt sich der Virologe zuversichtlich. „Einer der Hauptgründe ist: Zu der Zeit, als die Inzidenz in England wieder hochging, lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 25 – und da lag sie schon seit mehreren Wochen konstant. Man hatte also nicht so weit runtergebremst, wie wir das in Deutschland jetzt gemacht haben. Wir liegen aktuell bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 8,0.“ Ein weiterer Vorteil könnte sein, dass in den Bundesländern nun nach und nach die Sommerferien beginnen und sich die Delta-Variante von daher vorübergehend nicht über die Klassenzimmer verbreiten könne.

„Bei anhaltend niedrigen Inzidenzen könnte es sein, dass wir im Sommer in eine Ruhephase reinkommen, bei der es uns erst einmal relativ egal sein kann, ob die Delta-Variante da ist oder nicht“, sagt Drosten. Dann aber könnte sich das Bild schnell ändern. Der Virologe weist auf folgende Tatsache hin: In England sind die Neuinfektionen gestiegen, als der Anteil der Delta-Variante bei Neuinfektionen 80 Prozent ausmachte. „In Deutschland könnte es Anfang oder Mitte Juli so weit sein, dass dieser Wert erreicht wird – falls sich bei uns die Zahlen von Woche zu Woche verdoppeln sollten.“

Drosten ist sich sicher: In Deutschland werde es im Herbst auf jeden Fall einen Inzidenz-Anstieg geben. „Weil ich nicht daran glauben kann, dass die Erwachsenen dann zu 100 Prozent doppelt geimpft sind, um dieses Virus komplett in der Ausbreitung zu hemmen – wohlwissend, dass die Kinder nicht geimpft sind“, sagt Drosten. „Das werden wir nicht erreichen. Es wird immer Leute geben, die sich nicht impfen lassen wollen. Wenige werden sich nicht impfen lassen können oder dürfen. Andere wiederum werden sich nicht darum scheren oder auf die zweite Impfung verzichten.“

Den voraussichtlichen Inzidenz-Anstieg im Herbst könnte man dann eine vierte Welle nennen. „Aber der Begriff ist nicht entscheidend. Wichtiger ist die Diskussion darüber, welche nicht-pharmazeutischen Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontakt-Beschränkungen in dieser Phase nötig und angemessen sein werden.“ Dabei spiele auch die Frage eine bedeutende Rolle, wie viele schwere Krankheitsverläufe man zulassen wolle. Die Politik müsse alles daran setzen, dass sich möglichst viele Erwachsene bis zum Herbst doppelt impfen lassen. Dies gelte insbesondere für die Eltern schulpflichtiger Kinder.

Denn vieles deutet darauf hin, dass die Impfungen auch bei einer Infektion mit der Delta-Variante gegen schwere Verläufe schützen. Zahlen aus England zeigen: Nach einer ersten Impfdosis schützen die Corona-Impfstoffe bei einer Infektion mit der Delta-Variante zu 75 Prozent vor einer schweren Erkrankung, bei einer vollständigen Impfung steigt der Wert auf 94 Prozent. „Der Impfschutz vor einem schweren Verlauf ist bei der Delta-Variante fast nicht zu unterscheiden von einem Schutz bei der Alpha-Variante“, hält Drosten fest.

Für Ungeimpfte stellt sich die Situation wie folgt dar: „Es gibt ein gewisses Signal dafür, dass die Delta-Variante etwas schwerere Verläufe machen könnte“, sagt Drosten. Dies würde zu folgender Beobachtung passen: „Wir sehen in unseren eigenen Labordaten erste Hinweise darauf, dass Patienten, die mit der Delta-Variante infiziert sind, eine noch höhere Viruslast haben als Patienten mit der Alpha-Variante.“ (Quelle: NDR, 22.06.21)


USA werden 70-Prozent-Ziel bei Corona-Impfungen zum 4. Juli verpassen

Die USA werden das von Präsident Joe Biden ausgerufene Ziel einer Corona-Erstimpfung für 70 Prozent aller Erwachsenen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli verpassen. „Wir denken, dass es einige Wochen länger dauern wird“, räumte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients, am Dienstag ein. Bislang haben 65,4 Prozent der Erwachsenen in den USA mindestens eine Impfdosis erhalten. Das sind rund 169 Millionen Erwachsene.

Biden hatte das 70-Prozent-Ziel zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli Anfang Mai ausgerufen. Die USA sollten dann „unsere Unabhängigkeit als Nation und unsere Unabhängigkeit von diesem Virus feiern“, sagte der Präsident damals. Biden wollte so der ins Stocken geratenen Impfkampagne neuen Schwung geben.

Die von Biden nach seinem Amtsantritt am 20. Januar massiv vorangetriebene Impfkampagne hatte zunächst schnelle Fortschritte gemacht. Seit April geht die Zahl der täglichen Impfungen aber zurück. Gab es Mitte April im Wochenschnitt rund 3,4 Millionen Impfungen am Tag – an einigen Tagen sogar mehr als vier Millionen – sind es inzwischen im Schnitt nur noch rund 850.000 Impfungen pro Tag. Besonders in den konservativ dominierten Südstaaten ist die Impfquote niedrig. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Schottland verschiebt Corona-Lockerungen

Schottland hat den nächsten Lockerungsschritt bei der geplanten Aufhebung der Corona-Maßnahmen verschoben. Das teilte die Chefin der Regionalregierung, Nicola Sturgeon, am Dienstag im Parlament in Edinburgh mit. Demnach soll die niedrigste Stufe nicht bereits am kommenden Montag erreicht werden, sondern erst am 19. Juli. Das vollständige Ende aller Corona-Beschränkungen peilt Schottland für den 9. August an.

In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen wieder, auch in anderen Landesteilen. Grund dafür ist die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante, die auf der Insel inzwischen dominant ist. (Quelle: TSP, 22.06.21)


17:33 Uhr Wien plant Impfparty für Jugendliche Die Stadt Wien will junge Menschen mit Musik und Feierstimmung zur Corona-Impfung locken. In der österreichischen Hauptstadt sollen Anfang Juli eine oder mehrere Impfparties veranstaltet werden, gab ein Sprecher bekannt. Außerdem bietet Wien Familien-Impftermine an, bei denen Kinder und Eltern gemeinsam einen Schutz gegen Covid-19 erhalten. Heute konnten sich erstmals Wiener Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und siebzehn Jahren für Impfungen anmelden. Die Nachfrage war groß: 10.000 Dosen wurden innerhalb von zwei Stunden reserviert. Junge Erwachsene zwischen 18 und 30 können ab morgen buchen. 17:30 Uhr Abu Dhabi macht Touristen wohl ein Impfangebot Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen offenbar mit Gratis-Impfungen Touristen ins Land locken. Heute wurde über die App der Gesundheitsbehörde in der Hauptstadt Abu Dhabi bekannt gegeben, dass Besucher bei Vorlage ihres Reisepasses eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Einzige Auflage war demnach, dass sie Bürger jener Staaten sind, die direkt bei der Ankunft ein Visum erhalten. Eine offizielle Information des Emirats Abu Dhabi dazu gab es zunächst nicht. Ab 1. Juli entfällt bei Ankunft in Abu Dhabi die verpflichtende Quarantäne für Besucher aus vielen Ländern, wodurch Reisen dorthin leichter werden. In den Emiraten sind bei etwas mehr als neun Millionen Einwohnern bereits 14,6 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Vor allem wird der chinesische Impfstoff von Sinopharm verwendet, aber auch jener von BioNTech. 17:24 Uhr Hanse Sail mit bis zu 15.000 Besuchern Maximal 15.000 Menschen werden zeitgleich die Hanse Sail in Rostock besuchen dürfen. Wie die Landesregierung in Schwerin mitteilte, besteht für Besucher eine Testpflicht, sofern die zweite Corona-Schutzimpfung nicht mindestens 14 Tage lang her ist oder sie von einer Covid-Erkrankung genesen sind. Die Hanse Sail ist vom 5. bis 8. August geplant – sie zählt zu den größten Volksfesten im Nordosten. Im vergangenen Jahr war sie wegen der Pandemie ausgefallen.


Merkel: „Manche Mühe hat sich gut ausgezahlt“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erleichtert auf die sinkende Zahl der Corona-Neuinfektionen reagiert. „Manche Mühe hat sich gut ausgezahlt“, sagte Merkel nach AFP-Informationen in der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Dienstag in Berlin. Allerdings sei die Pandemie „noch nicht vorbei“, wurde sie von Teilnehmern zitiert. Viele in der Welt hätten noch keinen Impfstoff.

Eine Aussetzung der Patente für die neu entwickelten Corona-Impfstoffe lehnte Merkel erneut ab. Es gelte, Vorsorge dafür zu treffen, dass Firmen auch in Zukunft Impfstoffe entwickeln können, sagte Merkel laut Teilnehmern.

Deutschland werde bis Jahresende noch 30 Millionen Impfdosen im Rahmen der internationalen Impfinitiative Covax abgeben, sagte sie demnach. Zudem müsse die Impfstoffproduktion noch beschleunigt werden. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 22.06.21)


Österreichs Bundeskanzler nach Treffen mit Drosten „optimistisch“

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich nach einem Treffen mit dem Virologen Christian Drosten optimistisch zur aktuellen Corona-Situation geäußert. „Ich bin eigentlich fast ein bisschen erleichtert, weil ich habe das Gefühl, ich habe sehr viele positive Nachrichten mitnehmen dürfen“, sagte Kurz am Dienstag im Anschluss an das Gespräch in der Berliner Charité.

Insbesondere über die Delta-Variante werde laut Kurz in Deutschland und Österreich viel diskutiert. „Ich glaube nicht, so ist mein Eindruck nach dem Gespräch, dass die Delta-Variante verschwinden wird. Sie wird bleiben“, sagte Kurz. „Wir können heilfroh sein, dass die Impfung gegen alle Varianten schützt, die es gerade gibt.“

Um die Situation in Deutschland besser einschätzen zu können, lohne sich laut Drosten vor allem ein Blick nach England. Zwar wolle er einen erneuten Anstieg der Fallzahlen in Deutschland weder voraussagen noch ausschließen, sagte Drosten. Aber: „Wenn es so sein sollte, dass im Juli die Fallzahlen wieder steigen, werden wahrscheinlich die Schulferien dann wieder eine Entspannung bringen“. Im Gegensatz zu Österreich und Deutschland hätten die Menschen in England von diesem Effekt nicht profitieren können.

An dem Treffen nahmen auch Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzende der Charité, sowie der Vorstand Krankenversorgung der Charité, Martin Kreis, teil. Neben dem Austausch über die Pandemieentwicklung sei es in dem Gespräch auch um zukünftige Möglichkeiten der Zusammenarbeit gegangen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Hessen hebt Corona-Kontaktregeln für Privattreffen weitgehend auf

Die Corona-Kontaktregeln für private Treffen in Hessen werden weitgehend aufgehoben. Das kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Wiesbaden an. Die Menschen dürfen draußen unbeschränkt zusammenkommen – bis zu einer Gruppengröße von 25 würden lediglich das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln und gegebenenfalls auch Tests empfohlen.

Ab einer Gruppengröße von 25 gelte das Treffen als eine Veranstaltung mit Corona-Regeln. Dies sind nach Angaben der Staatskanzlei ein Abstands- und Hygienekonzept, Testpflicht in Innenräumen sowie Kontaktdatenerfassung. Ausnahmen gibt es weiterhin für berufliche Treffen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


EU stimmt Italiens milliardenschwerem Wiederaufbau-Plan zu

Die EU-Kommission gibt grünes Licht für den Wiederaufbau-Plan Italiens. Demnach soll die Regierung in Rom 191,5 Milliarden Euro erhalten, die größte Einzelsumme in der Europäischen Union. Zuvor erhielt Deutschland eine Zusage für 25,6 Milliarden Euro. Insgesamt hat die Kommission ein Hilfspaket von 750 Milliarden Euro geschnürt, um die Wirtschaft in Europa wieder in Schwung zu bringen. Finanziert wird das Programm über Schulden. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Phase-III-Studie mit türkischem Impfstoff in Ankara begonnen

Die Türkei hat mit Impfungen im Zuge einer Phase-III-Studie für ein im Land entwickeltes Corona-Vakzin begonnen. Der Name des Präparats sei „Turkovac“, teilte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag mit. Ein erster Freiwilliger ließ sich damit im Stadtkrankenhaus von Ankara impfen, wie Fernsehsender zeigten – Erdogan war per Video zugeschaltet. Angaben zur Wirksamkeit nach schon vorliegenden Studiendaten wurden nicht gemacht.

In der entscheidenden Phase III wird mit sehr vielen Teilnehmern geprüft, wie gut ein Wirkstoff vor einer Infektion schützt und welche eventuell nur seltenen Nebenwirkungen auftreten.

Die Türkei impft zurzeit mit dem Präparat von Biontech/Pfizer und mit einem des chinesischen Herstellers Sinovac. Erdogan sagte, innerhalb weniger Wochen werde allen im Land, die älter als 18 Jahre sind, ein Impfangebot gemacht. Ab Mittwoch können sich nach Angaben des Gesundheitsministers bereits Menschen ab 25 Jahren impfen lassen.

Die Türkei hat das Tempo der Impfkampagne zuletzt stark erhöht. In dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern haben nach offiziellen Angaben rund 34 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Anteil der Delta-Variante in Hessen bei mehr als 20 Prozent

Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante verbreitet sich in Hessen schnell. „Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert“, sagt der hessische Gesundheitsminister Kai Klose bei einer Pressekonferenz. Umso wichtiger sei es, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen, appelliert der Grünen-Politiker. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Biontech bereitet schnelle Reaktion auf neue Virus-Varianten vor

Biontech geht von einer Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs auch gegen die zuletzt aufgetretenen Virus-Varianten aus. „Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung unseres Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist“, sagte Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag auf der Online-Hauptversammlung des Unternehmens. Biontech arbeite an flexiblen Verfahren in den Bereichen Technologie, Produktion und Zulassung. Um vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können, falls eine dritte Dosis zur Auffrischung bestehender Impfungen oder eine Anpassung an einen neuen Virusstamm erforderlich werden sollte, analysiere Biontech ständig die Wirksamkeit des Impfstoffs auch gegen neu auftretende Varianten, erklärte Sahin. Seit einigen Monaten verfolge das Unternehmen einen „Prototyp-Ansatz“, der dies erleichtern solle.

Das Wissen über neue Varianten des Sars-Cov2-Virus nehme stetig zu, sagte Sahin weiter. Es sei zu beobachten, dass die Immunität von Geimpften mit der Zeit nachlasse und neue Varianten entstünden. „Ich gehe davon aus, dass eine dritte Impfung für die Auffrischung der Immunität von einem hohen Wert sein könnte“, erklärte der Biontech-Chef. „Allerdings wissen wir noch nicht, wann und wie oft eine Auffrischimpfung erforderlich sein wird.“

Nach Sahins Worten planen des Mainzer Unternehmen und der US-Partner Pfizer in diesem Jahr eine Produktionskapazität von drei Milliarden Corona-Impfdosen. Im nächsten Jahr soll diese Zahl noch einmal gesteigert werden. Mindestens 50 Prozent davon will Biontech selbst produzieren. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Europol behauptet: Terroristen nutzen Corona-Krise aus

Terroristen versuchen einem Europol-Bericht zufolge die Corona-Krise für ihre Zwecke auszunutzen. „Terroristen nutzen jede Gelegenheit, um demokratische Strukturen auszuhöhlen, Angst zu verbreiten und die Gesellschaft zu polarisieren“, heißt es in dem Jahresbericht zu Terrorismus in der EU, den Europol am Dienstag in Den Haag vorlegte.

Die Covid-19-Pandemie habe die politische Polarisierung verschärft, geht aus dem Bericht hervor. Die Intoleranz gegenüber politischen Gegnern habe zugenommen und mehr Personen würden verbal oder körperlich gewalttätig. Terroristen nutzten dies aus, um ihre gewalttätigen Ideologien zu verbreiten.

„Das Risiko der Radikalisierung online hat zugenommen“, sagte Ylva Johansson, EU-Kommissarin für Inneres. Dies treffe vor allem auf rechtsextremen Terrorismus zu. Rechtsextremisten würden sich etwa Protesten gegen staatliche Corona-Maßnahmen anschließen. Sie würden auch zunehmend über Online-Foren oder Gaming-Portale jüngere und gut ausgebildete Anhänger gewinnen.

Die größte Bedrohung in der EU geht dem Bericht nach von islamistischem Terrorismus aus. Islamisten waren 2020 für zehn Anschläge mit zwölf Toten verantwortlich. Dahinter steckten meist Einzeltäter, die von ausländischen Terrorgruppen wie dem IS beeinflusst waren.

2020 waren in der EU 57 Terroranschläge registriert worden, dazu zählt Europol auch geplante und vereitelte Attacken. 21 Menschen wurden dabei getötet und 449 Verdächtige festgenommen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Niedersachsen: AstraZeneca-Freigabe für U60 in Impfzentren kommt bald

In Niedersachsens Impfzentren sollen künftig auch unter 60-Jährige mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft werden können. Das Gesundheitsministerium bestätigt, dass das Impfportal vorbereitet wird.

In den Impfzentren in Niedersachsen können sich ab kommender Woche auch Menschen unter 60 Jahren mit dem Präparat von Astrazeneca impfen lassen. Wer sich auf die Warteliste für eine Impfung setzen lässt, kann dort seine Bereitschaft für eine Impfung auch mit Astrazeneca melden, kündigte Gesundheitsstaatssekretär Heiger Scholz am Dienstag in Hannover an.

Dadurch will das Land eigenen Angaben zufolge verhindern, dass in den Impfzentren Termine ausfallen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums dem NDR in Niedersachsen sagte. Normalerweise ist das Mittel nur für Menschen über 60 vorgesehen, mit entsprechender Beratung werden aber bereits in den Hausarztpraxen auch jüngere Menschen auf Wunsch mit dem Vakzin geimpft. Unabhängig davon war zuvor bekannt geworden, dass Niedersachsen in den kommenden Wochen mehr Impfstoffdosen des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca erhält, heißt aus dem Gesundheitsministerium in Hannover.

In den Impfzentren waren zuletzt dadurch vermehrt Impftermine mit AstraZeneca freigeworden – so wie beispielsweise im Impfzentrum in Hannover, wo rund 1.900 Termine (Stand 22. Juni) offen sind. Landesweit stehen derzeit rund 9.724 über 60-Jährige noch auf der Warteliste für Impftermine. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hätten sich 3.000 der über 60-Jährigen erst nach dem 7. Juni im Impfportal angemeldet.

Insgesamt stehen derzeit noch rund 380.000 Menschen in Niedersachsen auf der Warteliste. Laut Robert-Koch-Institut haben etwa 84 Prozent der über 60-Jährigen in Niedersachsen mindestens eine Impfung erhalten. (Quelle: NDR, 22.06.21)


Touristenparadies Phuket ab 1. Juli wieder ohne Quarantäne zu besuchen

Das thailändische Urlaubsparadies Phuket wird ab dem 1. Juli für Touristen wieder ohne generelle Quarantäne-Vorschrift zugänglich sein. Die Regierung in Bangkok gab am Dienstag grünes Licht für die entsprechenden Pläne der Tourismusbehörde. Demnach sollen in einem Modellversuch vollständig gegen das Coronavirus geimpfte und mit einem negativen Corona-Testergebnis ausgerüstete Urlauber ohne die obligatorische Hotel-Quarantäne nach Phuket reisen können.

Das nun verabschiedete „Sandkasten“-Modellprojekt gibt Phuket eine Vorreiterrolle. Sollte alles gutgehen, dann sollen ab dem 15. Juli weitere beliebte Urlauberregionen wie Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao folgen. All diese Öffnungsankündigungen stehen aber unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen nicht steigt.

Thailand kämpft nach monatelangen geringen Fallzahlen derzeit gegen eine dritte Infektionswelle, die Ansteckungen haben zuletzt zugenommen. Trotzdem soll der Tourismussektor wieder in Schwung gebracht werden, er erwirtschaftet normalerweise fast 20 Prozent des thailändischen Bruttoinlandsproduktes. In vier Monaten will die Regierung die Grenzen wieder komplett für Touristen öffnen.

Wegen der bislang geltenden massiven Corona-Beschränkungen – unter anderem eine 14-tägige Hotel-Quarantäne für Einreisende – verzeichnete Thailand zuletzt einen drastischen Rückgang in der Tourismusbranche und die schlechteste Wirtschaftsbilanz seit der asiatischen Finanzkrise 1997. Betroffen sind der Unterhaltungssektor, der Einzelhandel, Hotels und Gaststätten. Für das Jahr 2020 waren ursprünglich 40 Millionen Touristen eingeplant, schließlich kamen nur 6,7 Millionen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Biontech-Produktionstätten in Reinbek und Stein genehmigt

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur gibt grünes Licht für zwei weitere Produktionsstätten zur Herstellung des gemeinsamen Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Eine wird demnach im schleswig-holsteinischen Reinbek von Allergopharma betrieben, die andere im Schweizerischen Stein von Novartis Pharma. Die Arbeit könne umgehend aufgenommen werden, da keine Zustimmung der EU-Kommission nötig sei.
(Quelle: TSP, 22.06.21)


Region Osnabrück: Hohe Dunkelziffer bei Corona-Infektionen

Eine Infektion mit dem Coronavirus, ohne dass die betroffene Person es mitbekommen hat? Wie hoch sind, wie hoch waren, die Fallzahlen wirklich? Das will das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung mit einer Studie herausfinden – unter anderem in der Region Osnabrück. Fast 3.000 Menschen aus Stadt und Landkreis Osnabrück wurden dafür auf Antikörper getestet. Nun liegen erste Ergebnisse vor – und die sind gelinde gesagt ernüchternd: Mehr als doppelt so viele Menschen im Vergleich zu den offiziellen Statistikzahlen sind oder waren mit dem Virus infiziert.

Viele der Betroffenen wussten offenbar gar nicht, dass sie krank waren. Der Grund: Zu Beginn der Pandemie gab es deutlich weniger Tests im Vergleich zu heute. Und so blieben einfach viele Infektionen unentdeckt, wenn keine Symptome auftraten. Laut Studienleiterin Berit Lange variiert die Dunkelziffer im Hinblick auf die unterschiedlichen Altersgruppen: „Es geht insbesondere um die Altersgruppen 18 bis 25 und die von 60 bis 80“, sagte sie dem NDR Niedersachsen.

In diesen Gruppen hätte es bei der ersten und zweiten Welle hohe Dunkelziffern gegeben, weil wenig getestet wurde. Doch das sei mittlerweile anders und damit sinke auch die Dunkelziffer. (Quelle: NDR, 22.06.21)


Dramatische Corona-Lage: Moskau weitet Beschränkungen aus

Angesichts einer dramatischen Corona-Lage verschärft die russische Hauptstadt Moskau ihre Beschränkungen. Vom kommenden Montag an dürfen nur noch Menschen nach einer vollständigen Impfung, mit einem negativen PCR-Test oder nach überstandener Covid-Erkrankung Restaurants und Bars besuchen, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Dienstag in seinem Blog. Kontrolliert werden soll das demnach über einen QR-Code. Zuvor hatte Sobjanin dies als „Experiment“ für einzelne gastronomische Einrichtungen angekündigt.

Zudem begrenzt Europas größte Metropole mit schätzungsweise zwölf Millionen Menschen mit sofortiger Wirkung Veranstaltungen auf maximal 500 Menschen. Zuvor waren noch 1000 erlaubt gewesen. „Fan-Zonen und Tanzflächen müssen schließen“, so Sobjanin.

Am Dienstag meldeten die Behörden 6.555 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Zudem seien 86 Menschen mit dem Virus gestorben, so viele wie noch nie binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. „In Krankenhäusern sind mehr als 14.000 Schwerkranke“, schrieb Sobjanin. Mehr als zwei Millionen Menschen hätten mindestens eine Injektion eines russischen Corona-Impfstoffes erhalten. Das sind 16 Prozent der Einwohner. Seit Monaten werben Politiker angesichts der verbreiteten Impfskepsis in Russland für eine Immunisierung. (Foto: CC s. Archiv 6.6.20; Quelle: TSP, 22.06.21)


Sydney in Sorge wegen Corona-Ausbruch mit Delta-Variante

Ein neuer Corona-Ausbruch mit der extrem ansteckenden Delta-Virusvariante lässt die Behörden in Sydney über einen neuen Lockdown nachdenken. Es seien innerhalb von 24 Stunden zehn neue Fälle registriert worden, teilten die Behörden am Dienstag mit. Für Australien, das sich unter anderem durch strikte Einreiseregeln gegen das Virus abzuschotten versucht, ist das eine ungewöhnlich hohe Zahl.

Als erster Infizierter des neuen Corona-Herdes gilt ein Fahrer von internationalen Flugzeugbesatzungen. Dieser infizierte sich mit der als ansteckender als bisherige Formen geltenden Delta-Variante. Das Virus sei dann – offenbar ganz ohne direkte körperliche Kontakte – in einem Café nahe des weltberühmten Bondi Beach und einem Einkaufszentrum „weitergesprungen“, sagte die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian. Insgesamt werden auf diesen Ursprung nun 21 Fälle zurückgeführt.

„Wir müssen anerkennen, dass die Delta-Variante ein Goldmedaillen-Gewinner beim Springen von einem Menschen zum anderen ist“, sagte Berejiklian. Die Regierung ordnete für den Großraum Sydney eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einkaufszentren an, einen Lockdown verhängte sie zunächst noch nicht. Er sei aber nicht ausgeschlossen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Keine Masken mehr für Schüler in Bayern – jedenfalls am Platz

Schülerinnen und Schüler an Bayerns Grundschulen sollen im Unterricht keine Masken zum Schutz vor Corona mehr tragen müssen, sofern sie an ihrem Platz sitzen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kabinettskreisen. Zuvor hatten Bayerischer Rundfunk und „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

Dem Vernehmen nach soll die neue Regelung bereits am Mittwoch gelten, neben Grundschulen auch in Horten. Bisher müssen auch die Kleinsten in den Schulen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus Masken im Unterricht tragen. Wenn sie an ihrem Platz sitzen, sollen sie die künftig abnehmen dürfen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


EU kauft weitere 150 Millionen Dosen von Moderna

Die EU-Kommission kauft weitere 150 Millionen Dosen Corona-Impfstoff vom US-Hersteller Moderna. Eine entsprechende Option aus einem Vertrag vom Februar wurde jetzt gezogen, wie ein Kommissionssprecher am Dienstag mitteilte. Die Lieferung soll im dritten Quartal beginnen und sich bis ins Jahr 2022 hineinziehen.

Die Kommission hat zwei Verträge mit Moderna: einen über 160 Millionen Dosen vom vergangenen Jahr und einen zweiten vom Februar. Mit dem zweiten Kontrakt waren 150 Millionen Impfdosen fest bestellt und weitere 150 Millionen Dosen als Option vereinbart worden. Um diesen Teil der Vereinbarung geht es jetzt.

Die EU könne damit an Virusvarianten angepassten Impfstoff sowie Impfstoffe für Kinder und für Auffrischungen kaufen, sagte der Sprecher. Der Vertrag garantiere zeitnahe Lieferung und die Möglichkeit, diese an den Bedarf der EU-Staaten und an die Pandemielage anzupassen. Die Mitgliedsstaaten könnten den Impfstoff auch weiterverkaufen oder spenden, um zur Versorgung anderer Staaten weltweit beizutragen.

Der Impfstoff von Moderna gilt als sehr wirksam und sehr sicher. Das Präparat wurde in Europa inzwischen millionenfach verwendet. Es handelt sich wie beim Vakzin von Biontech/Pfizer um einen mRNA-Impfstoff. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Auch Deutschland bekommt grünes Licht für Corona-Hilfen

Deutschland hat grünes Licht aus Brüssel für seine Pläne zur Nutzung der europäischen Corona-Aufbauhilfen. Die EU-Kommission billigte den deutschen Aufbauplan am Dienstag vor einem Besuch von Präsidentin Ursula von der Leyen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Deutschland erwartet 25,6 Milliarden Euro aus dem Corona-Aufbaufonds RRF.

Insgesamt hatten die EU-Staaten vor einem Jahr ein Aufbauprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro vereinbart – in laufenden Preisen sind das sogar gut 800 Milliarden Euro. Es soll der europäischen Wirtschaft nach der Pandemie wieder Auftrieb geben und sie gleichzeitig modernisieren. Das Geld wird am Kapitalmarkt aufgenommen und von den EU-Staaten bis 2058 gemeinsam getilgt.

Die Kommission sieht die europäischen Vorgaben beim deutschen Plan erfüllt, wie sie in Brüssel erklärte. So seien mindestens 42 Prozent der Mittel für Klimaschutzprojekte eingeplant – die Vorgabe waren 37 Prozent. Allein 2,5 Milliarden Euro seien zur Förderung von Gebäudesanierung vorgesehen, und weitere 2,5 Milliarden Euro an Kaufprämien für Elektroautos. Für Digitales wolle Deutschland nicht nur die geforderten 20 Prozent, sondern sogar 52 Prozent der EU-Mittel ausgeben. Hier gehe es unter anderem um die Digitalisierung von Verwaltung, Gesundheitswesen und Bildung. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Immer noch rund 3.400 Flugzeuge in Europa am Boden

An Europas Flughäfen stehen wegen der Corona-Krise immer noch rund 3.400 Passagierjets dauerhaft am Boden. Nach einer am Dienstag vorgestellten Auswertung der Luftverkehrsorganisation Eurocontrol ist das mehr als doppelt so viel wie im Vorkrisen-Sommer 2019 als ein Tiefstwert von 1.470 nicht genutzten Jets registriert wurde. Auf dem Höhepunkt des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 waren im Wochenschnitt sogar fast 7.200 Flugzeuge inaktiv.

Da es im Sommer regelmäßig eine höhere Nachfrage nach Flügen gibt, sind saisonale Schwankungen laut Eurocontrol üblich. Auch Wartungen und planmäßige Außerbetriebnahmen werden in den Zahlen erfasst. Im Corona-Sommer 2020 waren noch 3.575 Jets inaktiv, so dass nun eine gewisse Erholung sichtbar wird, die aber noch längst nicht das Vorkrisen-Niveau wiederherstellt. Seit Mai wurden rund 800 Flugzeuge wieder in Betrieb genommen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Grafschafter Zahlen

Mit einem Wert von 5,8 liegt die Inzidenz in der Grafschaft Bentheim nach Angaben des Robert Koch Institutes am Dienstag bereits den dritten Tag in Folge unter 10. Am Sonntag lag die Zahl bei 9,5, am Montag bei 7,3. Seit Sonntag verzeichnet der Landkreis nach eigenen Angaben keine Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das Kreishaus meldete zuletzt am Samstag einen neuen Corona-Fall für das Kreisgebiet.

Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie beträgt somit weiterhin 5358. Auch die Gesamtzahl der Todesfälle steigt nicht und liegt weiter bei 123. In Quarantäne befinden sich am Dienstag 110 Personen (Montag: 115).

Bis einschließlich Sonntag, 20. Juni 2021, wurden in der Grafschaft Bentheim laut Landkreis 106.940 Impfungen durchgeführt. Davon waren 64.689 Erstimpfungen und 42.251 Zweitimpfungen. Die Zahlen enthalten die Impfungen durch das Impfzentrum sowie Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte.

Aktuell gibt es 26 Corona-Fälle (Montag: 27) in der Grafschaft, 23 davon in Nordhorn. (Quele: GN, 22.06.21)


Israel registriert wieder mehr als 100 neue Fälle

Nach zuletzt wenigen Corona-Neuinfektionen in Israel sind erstmals seit rund zwei Monaten mehr als 100 neue Fälle an einem Tag nachgewiesen worden. 125 Personen seien am Vortag positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Chesi Levy, hatte dem israelischen Fernsehen zuvor gesagt, dass rund 70 Prozent der Neuinfektionen mit der Delta-Variante des Virus in Zusammenhang stehen. Die Hälfte der Neuinfizierten seien Kinder, ein Drittel der Betroffenen sei geimpft gewesen. Die Delta-Variante wurde zuerst in Indien entdeckt und gilt als besonders ansteckend.

Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel haben rund 5,5 Millionen Menschen bereits eine erste Corona-Impfung erhalten, mehr als 5,1 Millionen Menschen auch die zweite Dosis.

Noch Mitte Juni waren in Israel pro Tag Neuinfektionen lediglich im einstelligen Bereich registriert worden. Am Sonntag wurde nach einem Corona-Ausbruch an Schulen allerdings in zwei Ortschaften wieder eine Maskenpflicht für Schüler verhängt. Die Maskenpflicht war erst vor rund einer Woche angesichts der niedrigen Infektionszahlen landesweit aufgehoben worden. Die Regierung entschied zudem, die Testkapazitäten für Reisende am Flughafen auszubauen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Italien hebt Maskenpflicht im Freien ab Montag auf

In Italien muss ab Montag im Freien keine Corona-Schutzmaske mehr getragen werden. Da die Zahl der Infektionen und Covid-19-Fälle in den Krankenhäusern zurückgehe, könne die Pflicht aufgehoben werden, beschließt die Regierung in Rom. In öffentlichen Gebäuden gilt die Tragepflicht aber weiterhin. Seit Oktober, als Italien von der zweiten Corona-Welle heimgesucht wurde, mussten alle Menschen im Freien eine Maske tragen. Seit April hat die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi aber Schritt für Schritt Beschränkungen aufgehoben. So durften Restaurants, Bars, Kinos und Fitnessstudios wieder öffnen. Auch die Reisefreiheit innerhalb des Landes wurde wieder hergestellt. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Herdenimmunität wegen Delta-Variante schwerer erreichbar?

Die befürchtete Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland könnte einem Experten zufolge das Erreichen von Herdenimmunität weiter erschweren. „Delta ist noch ein Stück ansteckender als die derzeit vorherrschende Virusvariante Alpha. Anhand der bisherigen, noch unsicheren Daten bräuchte man wohl rund 85 Prozent immune Menschen in der Bevölkerung, um die Ungeimpften indirekt mit zu schützen“, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir kommen also in Bereiche, die schwer zu erreichen sind, solange es für Kinder unter 12 Jahren keinen zugelassenen Impfstoff und für alle unter 18 Jahren keine allgemeine Impfempfehlung gibt. Es kann sein, dass Herdenimmunität nur für einzelne Einrichtungen wie Pflegeheime erreicht werden kann, aber nicht für das Gros der Bevölkerung“, sagte Watzl. Mangels Impfmöglichkeiten gelte auch für jüngere Schüler, dass bei ihnen zunächst keinerlei Gemeinschaftsschutz besteht.

Nach Einschätzung des Immunologen Watzl wäre auch das Erreichen einer Impfquote von 60 bis 70 Prozent in der Bevölkerung schon eine große Hilfe für die Pandemiebekämpfung. „Die Hoffnung ist, dass es dann nur noch zu kleineren Ausbrüchen kommt, die keine Lockdown-Maßnahmen mehr erfordern.“ Menschen, die nicht geimpft werden können, die sich nicht immunisieren lassen wollen oder bei denen die Impfung etwa aus Gründen wie Alter oder Erkrankung nicht so gut anspricht, würden sich dann am ehesten infizieren. „Die gute Nachricht ist: Jeder, der vollständig geimpft ist, ist auch vor Delta geschützt“, sagte Watzl. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Wieder mehr zum Bäcker nebenan, Einbußen für Filialen in Bahnhöfen

Die Deutschen sind in der Corona-Krise wieder häufiger zum Bäcker nebenan gegangen. Weniger Geschäft gab es in Filialen an Bahnhöfen und in Cafés. Das Bäckerhandwerk insgesamt hat deshalb im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit acht Jahren an Umsatz eingebüßt. Die Erlöse sanken von 15,22 Milliarden Euro im Vorjahr auf 14,45 Milliarden Euro, wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Gründe sieht der Verband in der Corona-Krise. „Während der Verkauf von Brot- und Backwaren vornehmlich in wohnortnahen Gebieten florierte, haben vor allem die Betriebe mit geschlossenen Café-Bereichen und mit Filialen an üblicherweise frequenzstarken Orten wie Bahnhöfen und Flughäfen erhebliche Einbußen erlitten“, erklärte Präsident Michael Wippler. Auch der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb sei leicht gesunken. (Brötchen-Foto: CC s. Archiv v. 21.9.19; Quelle: TSP, 22.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 1,8 (gestern 1,8)
Meppen: 2,8 (2,8)
Papenburg: 0,0 (0,0)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 22. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 36 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages 6 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, stieg damit auf 5.733. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.679 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 4,5 Fälle je 100.000 Einwohner (4,7 am Vortag).

(Quelle: NDR, 22.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.13 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 652 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 8,0 an (Vortag: 8,6; Vorwoche: 15,5; Vormonat: 66,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 77 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 93 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.722.782 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.608.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.472 angegeben.

Am Montagabend gab das RKI den 7-Tage-R-Wert mit 0,68 an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 68 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 22.06.21)


Ärzte warnen wegen Delta-Variante vor riskanten Reisezielen

Die Bundesärztekammer rät von Reisen in Urlaubsgebiete ab, wo die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus grassiert. „Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden“, sagte Präsident Klaus Reinhardt der Funke-Mediengruppe. Er räumte ein, dass für viele Menschen der Urlaub nach den Belastungen der vergangenen Monate wichtig für das seelische Gleichgewicht sei. „Notwendig ist aber die Einhaltung der Hygieneregeln auch im Urlaubsort.“

Die zunächst in Indien nachgewiesene Delta-Variante verbreitet sich inzwischen in vielen Ländern schnell. Als gesichert gilt, dass sie deutlich ansteckender ist als alle anderen bekannten Varianten.

Reinhardt schloss sich den Prognosen der meisten Experten an, dass die Delta-Variante sich mittelfristig auch hierzulande gegen die Alpha-Mutante durchsetzen wird. Man könne auch davon ausgehen, dass die Infektionszahlen zum Ende des Sommers saisonbedingt wieder ansteigen werden. Ob es zu einer vierten Pandemie-Welle in Deutschland komme, hänge wesentlich vom Fortschritt der Impfkampagne ab. Es sei zudem zu erwarten, dass es auch bei einem Wiederanstieg der Infektionszahlen weniger schwere Krankheitsverläufe geben werde, weil insbesondere vulnerable Gruppen wie alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen durch Impfungen besser geschützt seien.

Reinhardt riet dazu, dass alle Erwachsenen deswegen die Impfangebote wahrnehmen und auch fristgerecht die notwendigen Zweitimpfungen vornehmen lassen sollten. (Quelle: TSP, 22.06.21)


Heil warnt vor „Corona-Jahrgang in der Ausbildung“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht den deutschen Ausbildungsmarkt nach Monaten der Pandemie vor einer kritischen Phase. „Die Zahl der Ausbildungsplätze wie der Bewerber ist bereits im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Bewährungsprobe kommt in diesem Sommer“, sagte Heil der Funke-Mediengruppe. „Wir kämpfen derzeit gegen die Uhr, da am 1. September das Ausbildungsjahr beginnt.“ Klar sei: „Wir dürfen keinen Corona-Jahrgang in der Ausbildung zulassen“, sagte Heil.

Viele Unternehmen zögerten derzeit, weil sie glaubten, sich Auszubildende im Moment nicht leisten zu können. Heil rief Betriebe auf, die staatliche Unterstützungsangebote wie die Ausbildungsprämie stärker zu nutzen. Die Prämie sei seit vergangenen Sommer für knapp 40.000 Ausbildungsplätze bewilligt worden.

Heil verwies darauf, dass es seit Anfang Juni den neuen Schutzschirm für Ausbildung gebe. Die Ausbildungsprämie sei verdoppelt worden. Wenn ein Betrieb, der von der Pandemie betroffen ist, seine Ausbildungsquote in der Pandemie halte, bekomme er 4000 Euro pro Ausbildungsplatz. Bei neuen Azubi-Stellen seien es 6000 Euro. „Wir übernehmen auch Kosten für Ausbildung“, sagte Heil. (Foto: CC s. Archiv v. 14.5.21; Quelle: TSP, 22.06.21)


Deutlich verschärfte Maskenkontrollen im Stadion von St. Petersburg

Beim fünften von insgesamt sieben EM-Spielen in St. Petersburg haben die Organisatoren die Kontrolle der Maskenpflicht im Stadion deutlich verschärft. Bei der Vorrundenpartie Finnland gegen Belgien liefen am Montagabend zahlreiche Ordner in gelben Westen durch die Blöcke und forderten Zuschauer immer wieder explizit dazu auf, auch auf dem Platz eine Maske zu tragen. In den ersten vier Spielen in St. Petersburg war die Maskenpflicht nur lasch umgesetzt und lasch kontrolliert worden. Am Mittwochabend (18.00 Uhr) spielt Polen gegen Schweden in St. Petersburg, danach findet in der Metropole auch noch ein Viertelfinale statt. (Quelle: TSP, 22.06.21)




Philippinischer Präsident droht Impfverweigern mit Gefängnis

Der rechtsautoritäre philippinische Präsident Rodrigo Duterte droht Impfverweigerern mit Gefängnis. „Suchen Sie es sich aus, entweder Impfung oder ich lasse Sie festnehmen“, sagt Duterte in einer Fernsehansprache. Die Gesundheitsbehörden des Landes haben bislang eine Impfpflicht verneint. Stand Sonntag waren von den knapp 110 Millionen Bürgern des Landes 2,1 Millionen komplett geimpft. Die Regierung will bis Jahresende die Marke von 70 Millionen erreichen. (Quelle: TSP, 22.06.21)


USA update

Am heutigen Montag gab es gute Nachrichten für US-Präsident Joe Biden, weil die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 in den USA zum ersten Mal seit März letzten Jahres unter 300 pro Tag gesunken ist. Offizielle Daten zeigen auch, dass sich der Wille, impfen zu lassen, einem ermutigenden Meilenstein nähert: 150 Millionen Amerikaner sind aktuell vollständig geimpft.

Gleichzeitig wird aber angenommen, dass Biden aufgrund regulatorischer und anderer Hürden seine Zusage, bis Ende Juni 80 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen ins Ausland zu verschicken, nicht erfüllen kann. Jen Psaki, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, sagte Reportern, dass sich der Versand der Schüsse als „riesige logistische Herausforderung“ herausstellte – die die Regierung nicht bewältigen konnte.

Die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 in den USA liegt insgesamt jetzt bei mehr als 601.000. Die weltweite Zahl liegt bei knapp 3,9 Millionen. Die wirklichen Zahlen werden in beiden Fällen aber als deutlich höher eingeschätzt.

Etwa 45% der US-Bevölkerung sind nach Angaben der CDC vollständig geimpft. Mehr als 53 % der Amerikaner haben mindestens eine Dosis erhalten, teilte die Behörde ebenfalls am Montag mit.

Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei etwa 11.400 pro Tag, gegenüber mehr als 250.000 Anfang Januar. Die Zahl der Todesfälle pro Tag ist laut Johns-Hopkins-University auf 293 gesunken, nachdem sie Mitte Januar bei mehr als 3.400 ihren Höchststand erreicht hatte. (Quelle: The Guardian, 21.06.21)


Merkel: Fortschritte in Pandemie noch immer fragil

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Corona-Pandemie zu Vorsicht trotz stark gesunkener Infektionszahlen aufgerufen. Es gebe zwar eine sehr grundlegende Verbesserung der Situation, sagte sie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. „Aber wir wissen auch, wie fragil dieser Fortschritt noch ist.“ Die Impfquote steige zwar, aber man nähere sich noch nicht einer Herdenimmunität. Und: „Wir sind anfällig für neue Varianten.“ In Großbritannien und Portugal könne man sehen, wie schnell die Inzidenzen wieder hochgehen könnten. Draghi betonte, dass die deutsch-italienischen Beziehungen durch die Corona-Krise noch enger geworden seien. Er bedankte sich ausdrücklich für die Hilfe Deutschlands in der ersten Welle der Pandemie mit der Aufnahme italienischer Patienten in deutschen Krankenhäusern. (Foto CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle ARD, 21.06.21)


Draghi gegen EM-Endspiel in Großbritannien

Der Widerstand gegen das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft in Großbritannien wächst. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Endspiel nicht in einem Land stattfindet, in dem die Ansteckungsgefahr sehr groß ist“, sagte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi. Zuvor hatte schon Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angeboten, das Spiel von London nach München zu verlegen. In Großbritannien breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus derzeit stark aus. (Quelle ARD, 21.06.21)


Türkei lockert Beschränkungen ab Juli

Die Türkei will nach einem Rückgang der Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen weiter lockern. Präsident Recep Tayyip Erdogan teilte nach einem Kabinettstreffen mit, dass damit zum 1. Juli begonnen werde. In den vergangenen Wochen hatte die Türkei bereits einige Maßnahmen gelockert. So wurden Ausgangssperren auf Sonntage beschränkt. Außerdem durften Restaurants für eine begrenzte Zahl von Gästen wieder öffnen. Im April hatte es noch rund 60.000 Neuinfektionen pro Tag gegeben. Die Zahl sank kontinuierlich auf derzeit rund 5000 Fälle täglich. ( Quelle ARD, 21.06.21)


Nachtclubs in Teilen Spaniens öffnen wieder

In Teilen Spaniens sind die Nachtclubs ab heute wieder offen. Wie die Behörden mitteilten, gilt dies unter anderem für die Hauptstadt Madrid und die zweitgrößte Stadt des Landes, Barcelona. Allerdings öffnen die Diskotheken nur für wenige Stunden und lassen nur eine begrenzte Zahl von Gästen zu. Die spanischen Nachtclubs waren wegen der Corona-Pandemie seit August 2020 geschlossen. Auf der vor allem bei Deutschen und Briten beliebten Urlauberinsel Mallorca bleiben die Clubs auch weiterhin geschlossen. Davon sind alle Baleareninseln betroffen, darunter das bei Partygängern besonders beliebte Ibiza. (Quelle ARD, 21.06.21)


Großbritannien wegen EM-Finale in Sorge

Abgeordnete des britischen Oberhauses haben sich besorgt über mögliche Ausnahmeregelungen für ausländische Besucher der Fußball-EM-Spiele in London geäußert. Die Zeitung „Telegraph“ hatte berichtet, dass für das Endspiel, das am 11. Juli im Wembley-Stadion stattfindet, etwa 2.500 Medienschaffende und VIP-Gäste von der zehntägigen Corona-Quarantäne ausgenommen sein könnten. Oberhaus-Mitglied Baroness Kishwer Falkner kritisierte, man riskiere mit solchen Ausnahmen einen Anstieg der Corona-Fälle und damit neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens. „Das Volk sorgt sich zurecht, dass ihr Recht auf Leben und Lebensgrundlagen schon wieder auf dem Spiel steht, weil wir möglicherweise eine – sollen wir es so nennen – UEFA-Variante importieren, wenn diese Ausnahmen durchkommen.“

Die zuständige Staatssekretärin Baroness Diana Barran sagte im House Of Lords, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Barran betonte außerdem, dass VIP-Gäste oder Journalisten nicht von den Corona-Bestimmungen ausgenommen wären, sondern strengen Regeln sowie strikter Testpflicht unterlägen und die Quarantäne nur unterbrechen dürften, um offiziellen Anlässen beizuwohnen. (Quelle ARD, 21.06.21)


WHO kündigt mRNA-Technologiezentrum in Südafrika an

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Aufbau eines Zentrums für mRNA-Impfstoffe in Südafrika angekündigt. An dem Technologie-Transfer sollen die Unternehmen Afrigen Biologics und Biovac beteiligt sein, teilt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit. Einem WHO-Wissenschaftler zufolge laufen dazu auch Gespräche mit Pfizer – dem Impfstoff-Partner von BioNTech – und Moderna. Im besten Fall könne Südafrika in neun bis zwölf Monaten eigene Coronavirus-Impfstoffe herstellen. (Quelle Tagesschau, 21.06.21)


Russischer Hersteller: Sputnik V hilft auch gegen Delta

Der russische Anti-Covid-Impfstoff Sputnik V hilft nach Angaben seines Entwicklers auch gegen die neue Delta-Variante des Coronavirus. Nach der zweiten Dosis schütze Sputnik V gegen alle derzeit bekannten Varianten des Virus, sagte der Direktor des Gamaleja-Instituts, Alexander Ginzburg. In Moskau und Umgebung wurden heute die höchsten Steigerungen der täglichen Fallzahlen seit Beginn der Pandemie registriert. Nach Angaben des Moskauer Bügermeisters Sergej Sobjanin sind rund 90 Prozent der Neuinfektionen auf die zuerst in Indien aufgetretene Delta-Variante zurückzuführen. (Foto: CC s. Archiv v. 22.02.21; Quelle Tagesschau, 21.06.21)


Abu Dhabi impft Touristen

Mit einem gültigen Visum können sich Besucher in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten künftig kostenlos impfen lassen. In der App „Seha“ der Gesundheitsbehörde von Abu Dhabi können sich Besucher entweder für BioNTech- oder Sinopharm-Impfungen registrieren. Als Nachweis für die Impfberechtigung sollen ein Visum oder ein Einreisestempel im Pass dienen. Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate hatte eine Impfung von Touristen nicht offiziell angekündigt. Behörden teilten jedoch in einer kurzen Stellungnahme am 11. Juni mit, dass Impfungen für jeden mit einem „Einreisevisum“ genehmigt seien. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


EU billigt slowakischen Aufbauplan

Die Slowakei hat grünes Licht für ihre Pläne zur Verwendung der europäischen Corona-Hilfen erhalten. Das sei ein großer Tag für sein Land, sagte Ministerpräsident Eduard Heger in Bratislava. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war eigens in die slowakische Hauptstadt gereist, um die Nachricht zu überbringen. Der Aufbauplan umfasst 6,3 Milliarden Euro und legt ein besonderes Gewicht auf den grünen und digitalen Wandel. Zudem soll das Gesundheitssystem gestärkt werden, indem zum Beispiel Krankenhäuser modernisiert und neue gebaut werden. Die Hilfen aus dem Aufbaufonds RRF sollen dazu beitragen, die europäische Wirtschaft nach dem tiefen Einbruch während der Pandemie wieder flottzubekommen und zugleich zu modernisieren. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Indien impft 7,5 Millionen Menschen an einem Tag

Am Montag hat Indien mehr als 7,5 Millionen Menschen gegen Corona geimpft – mehr als je zuvor an einem Tag. Das zeigen Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums. In Indien leben insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Menschen, es ist das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung – nach China. Am Montag boten zusätzliche
mpfzentren Impfungen für alle an. Bislang lief die Impfkampagne in Indien allerdings deutlich langsamer als zunächst geplant. Weniger als fünf Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Ein Grund dafür ist Impfstoffknappheit – unter anderem da die Regierung zunächst nicht versucht hat, genügend Impfstoff für die große Bevölkerung zu kaufen. Inzwischen will die Regierung gegensteuern, etwa indem sie ein komplexes Impfstoffbeschaffungssystem vereinfacht hat. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Leopoldina empfiehlt Präsenzunterricht

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat sich dafür ausgesprochen, die Bildungseinrichtungen unter geeigneten Schutzmaßnahmen offenzuhalten und einen Präsenzbetrieb zu ermöglichen. Der Unterricht an den Schulen und Anwesenheit in den Kitas sei für nahezu alle Kinder und Jugendlichen die effektivste Art des Lernens, schreiben die Akademie-Mitglieder am Montag in einer Stellungnahme.

Für den Lernerfolg sei nicht nur relevant, wie viel Unterricht stattfindet, sondern auch in welcher Qualität. Regelmäßiges und kontinuierliches Feedback sei einer der wichtigsten Faktoren für erfolgreiches Lernen. Doch dies werde in die digitale Lehre selten systematisch integriert.

In der neuen Ad-hoc-Stellungnahme „Kinder und Jugendliche in der Coronavirus-Pandemie: psychosoziale und edukative Herausforderungen und Chancen“ empfiehlt die Akademie den Auf- und Ausbau von Unterstützungs- und Bildungsstrukturen. Damit soll vor allem den Kindern und Jugendlichen geholfen werden, die die Folgen der Pandemie nicht ausreichend kompensieren können.

Neben Präsenzunterricht sei eine Beschleunigung des Ausbaus der digitalen Infrastruktur an den Bildungseinrichtungen nötig. Dies betreffe nicht nur die Hardware, sondern auch zusätzliche IT-Fachkräfte und die Fortbildung von Pädagogen und Lehrern. Für die Grundschulen empfiehlt die Leopoldina vorrangig Rückstände in den Kernfächern Deutsch und Mathematik aufzuholen. Dafür soll der Stundenplan angepasst werden.

Auch für Schüler:innen mit schwächeren Leistungen in der Primar- und Sekundarstufe sollte es zusätzliche Förderinstrumente geben.

(Quelle: TSP, 21.06.21)


Sprachhilfe für ausländische Corona-Patienten

Mit mehrsprachigen medizinischen Kommunikationshilfen wollen Ärztekammer und Diakonie Schleswig-Holstein ihr Personal bei der Behandlung von fremdsprachigen Corona-Erkrankten unterstützen. Die illustrierten Fragebögen der Online-Plattform „Corona-Taskforce“ sind mehrsprachig ausgelegt und sollen die Diagnose von Symptomen rund um Covid-19 erleichtern, wie die Diakonie mitteilte. Die Kommunikationshilfen lassen sich unter http://www.corona-taskforce.de herunterladen. Enthalten sind professionelle Übersetzungen in Hocharabisch, Farsi/Persisch, Tigrinya (Eritrea), Kurmandschi/Kurdisch, Türkisch und Russisch. Mitarbeitende von Diakonie und Ärztekammer können den Service kostenfrei nutzen, andere Nutzer zahlen einen Obolus, um das Projekt zu unterstützen. (Quelle: ARD, 21.06.21)


Mehr als zwei Millionen Fälle in Indonesien

Der Inselstaat Indonesien hat die Marke von zwei Millionen Corona-Infektionsfällen überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Montag mehr als 14.500 Neuinfektionen verzeichnet – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Neuansteckungen stieg damit auf 2.004.445. Außerdem wurden 294 neue Todesfälle registriert.

Damit sind in dem südostasiatischen Land mehr als 54.900 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Der weltgrößte Inselstaat mit seinen 270 Millionen Einwohnern hatte bereits in den vergangenen Wochen steigende Infektionszahlen verzeichnet. Die Krankenhäuser hätten kaum noch Platz für neue Patienten, hieß es. Daher würden von Dienstag an in besonders betroffenen Gebieten strengere Regeln für Gottesdienste, Büros und Restaurants gelten, sagte Airlangga Hartarto, Vorsitzender des Komitees zur Pandemiebewältigung. In der Hauptstadt Jakarta verhängten die Behörden am Montag eine nächtliche Ausgangssperre. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Spahn: Impfangebot für Jugendliche bis Ende August steht

Deutschland wird laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn allen Jugendlichen bis Ende August ein Impf-Angebot machen können. Dies gelte für impfwillige Über-Zwölf-Jährige, wobei die Entscheidung mit den Eltern und dem Arzt abzusprechen sei, sagte er auf dem Tag der Industrie. Er wies zugleich Medienberichte zurück, wonach er der Ansicht sei, dass im Herbst und Winter trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Wechselunterricht notwendig seien. Seine Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er denke, dass es möglich sein werde, den Unterricht nach der Sommerpause weitgehend ohne solche Not-Maßnahmen beginnen zu lassen. Doch müsse man mit Blick auf die Gefahr einer vierten Welle der Pandemie vorbereitet sein. Dazu gehöre, dass man den Jugendlichen zumindest ein Impfangebot unterbreite und auch reguläre Tests gemacht würden. Je nach regionalem Inzidenzgeschehen sollten in den Schulen zudem Masken „zumindest eine Option sein“, fügte er hinzu. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.21; Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Spahn für stärkere Vernetzung des Klinik-Angebots

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich als Lehre aus der Corona-Pandemie für eine stärkere Vernetzung und Planung des Krankenhaus-Angebots in Deutschland ausgesprochen. „Nicht jeder muss alles machen – weder in der Stadt, noch in der Fläche“, sagte der CDU-Politiker bei einer Veranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Vor Ort müsse eine Grundversorgung verfügbar sein und auch besser finanziert werden. Zugleich seien Kapazitäten für komplexere, planbare Eingriffe für bessere Qualität zusammenzuführen. Dies müsse nicht immer in Städten sein, es gebe auch viele gute Angebote in ländlichen Regionen. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.21; Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Holetschek: Stadionbesucher sollen Masken tragen

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek ruft die Fußballfans im Münchner Stadion erneut zum Tragen von Masken auf. „Die Pandemie läuft noch, wir haben gegen das Virus noch nicht gewonnen“, erklärt er. Sein Ministerium habe Kontakt zum DFB aufgenommen, um zu erreichen, dass mehr Fans bei den nächsten Spielen eine Maske trügen. „Derzeit setzen wir den intensiven Austausch auch mit der Stadt München fort. Die EM vor Zuschauern ist ein Modellversuch, den wir eng begleiten. Die Erfahrungen dabei werden wir auch bei künftigen Überlegungen zum regulären Zuschauerbetrieb im Profifußball berücksichtigen.“ Die deutsche Elf spielt am Mittwoch gegen Ungarn.
Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Kliniken weisen Vorwurf um Betten zurück

Deutschlands Krankenhäuser haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie hätten aus finanziellen Gründen bei Angaben zu Betten für Covid-19-Behandlungen geschummelt. Der Bundesrechnungshof habe keine Belege für entsprechende Vorwürfe vorgelegt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, bei einer Veranstaltung seiner Organisation. Seit Tagen wird darüber spekuliert, die Kliniken hätten mit Manipulationen Pauschalzahlungen für frei gehaltene Betten bekommen wollen.

Gaß sagte, die Kliniken hätten die Infrastruktur zur Behandlung zahlreicher möglicher Covid-19-Patientinnen und -Patienten geschaffen. Diese möglichen Intensivbetten seien nicht komplett gebraucht worden. Aber wenn es nötig gewesen wäre, hätten die Behandlungskapazitäten hochgefahren werden können. Insgesamt forderte Gaß einen Kurswechsel in der Krankenhauspolitik mit einer auskömmlicheren Finanzierung. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Varianten befeuern Bedarf an weiteren Impfstoffen

Auch im zweiten Jahr der Pandemie wird weiter auf Hochtouren nach Impfstoffen und Medikamenten gegen Corona geforscht. Laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY befanden sich Anfang Juni 260 Vakzine und über 500 Therapeutika gegen das Virus in der Entwicklung. Zudem seien inzwischen mehr als 1000 verschiedene Corona-Tests auf dem Markt. Vor allem der Bedarf an Arzneien sei hoch, angesichts vieler neuer Virus-Varianten seien demnach aber auch weitere Impfstoffe nötig. „Die große Sorge, die wir alle haben müssen, ist die deutlich geringere Impfquote in ärmeren Ländern“, sagte EY-Experte Alexander Nuyken. Diese seien ein Brutkasten für weitere Varianten. (Quelle: ARD, 21.06.21)


Charité prüft Einsatz von Bandwurmmittel

Die Berliner Charité prüft den Einsatz eines üblicherweise gegen Bandwürmer eingesetzten Mittels zur Behandlung von Corona-Infektionen. Wie das Universitätsklinikum mitteilte, wird zurzeit in einer klinischen Studie untersucht, ob sich das Bandwurmmittel Niclosamid als wirksam gegen Covid-19 erweist. Forschende des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung an der Charité und der Universität Bonn analysierten den Angaben zufolge, wie das Virus den Stoffwechsel der Wirtszelle zu seinen Gunsten umprogrammiert. Wie die Wissenschaftlerinnen im Fachblatt „Nature Communications“ berichteten, konnten sie vier Wirkstoffe identifizieren, die die Vermehrung des Virus in Zellen hemmen: die körpereigenen Stoffe Spermin und Spermidin, das experimentelle Krebsmedikament MK-2206 und das Bandwurmmittel Niclosamid. Letzteres habe die Produktion infektiöser Sars-CoV-2-Partikel um mehr als 99 Prozent gesenkt und damit den größten antiviralen Effekt gezeigt. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Erste Corona-Geimpfte: Habt keine Angst vor einer Nadel

Vor gut einem halben Jahr ist die Britin Margaret Keenan als weltweit erster Mensch mit dem zugelassenen Vakzin von BioNTech/Pfizer gegen das Coronavirus geimpft worden. Nun hat die 91-Jährige andere Menschen ermutigt, ihrem Beispiel zu folgen. „Egal, was ihr bisher darüber gedacht habt, lasst Euch impfen“, sagte die Britin der BBC. „Es ist nichts dabei. Habt keine Angst vor einer Nadel“, sagte sie. „Es schützt Euer Leben und das Leben Anderer.““
(Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Tschechien öffnet Grenzen für EU-Urlauber

Tschechien hat seine Grenzen für Urlauber aus allen EU-Staaten geöffnet. Die Reisefreiheit gilt auch für Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz, Liechtenstein und Norwegen. Das teilte das Innenministerium mit. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und fünf weiteren EU-Staaten gab es bereits zuvor eine Sonderregelung. Tschechien hatte wegen der Corona-Pandemie monatelang alle Einreisen von Ausländerinnen und Ausländern ohne triftigen Grund untersagt. Die Tourismusbranche klagte über enorme Verluste. Voraussetzung ist in der Regel, dass die Reisenden negativ getestet, geimpft oder genesen sind und im Vorfeld eine Online-Anmeldung ausgefüllt haben. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Österreich: Hilfen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro

Die EU-Kommission hat Österreich grünes Licht für den Corona-Wiederaufbauplan gegeben und dafür Gelder in Höhe von 3,5 Milliarden Euro zugesagt. Der Plan erfülle alle Kriterien, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Das Vorhaben wird bis 2026 aus EU-Fördermitteln finanziert. Sobald der Plan im Juli auch von den EU-Finanzministern genehmigt wird, erhält Österreich 450 Millionen Euro Vorfinanzierung für die im Plan vorgesehenen Projekte. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Einkaufsstraßen füllen sich wieder

Die Lockerungen der coronabedingten Verkaufsbeschränkungen sorgen für mehr Leben in den Innenstädten. Das geht aus Zahlen des auf die Messung von Besucherfrequenzen in Einkaufsstraßen spezialisierten Unternehmens Hystreet hervor. In den zehn größten deutschen Städten liegt die Zahl der Einkaufsbummler demnach inzwischen wieder bei durchschnittlich 72 Prozent des Vorkrisenniveaus. Hystreet vergleicht dabei Zahlen der vergangenen vier Samstage mit denen von Mai/Juni 2019. In Düsseldorf (Schadowstraße) wurden den Angaben zufolge 92 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht, in Hamburg (Spitalerstraße) waren es im Schnitt der vergangenen vier Samstage 80 Prozent. Geringer seien die Zahlen in München (Neuhauser Straße) mit 57 Prozent und Berlin (Kurfürstendamm) mit 55 Prozent ausgefallen. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Zehntausende Post-Beschäftigte geimpft

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt die Deutsche Post DHL mit ihren Impfungen über Betriebsärzte nach eigenen Angaben gut voran. Bis zum Ende der Woche werden voraussichtlich etwa 40.000 der 230.000 Beschäftigten im Inland eine Dosis verabreicht bekommen haben, wie der Konzern mitteilte. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sortierzentren und in der Zustellung kamen bei den vor zwei Wochen gestarteten Impfungen schon dran – also auch Paketboten, die an der Haustür klingeln und Kundenkontakt haben. Die Firma rechnet damit, die betriebliche Impfkampagne bis Anfang September abgeschlossen zu haben. (Quelle: Tagesschau, 21.06.21)


Macron lädt heute zur Fete de la Musique ein

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat heute Abend Musikfans zu einer Techno-Party mit Abstandsregelnin den Präsidentenpalast eingeladen und nimmt damit eine Tradition zum jährlichen Straßenmusikfestival des Landes wieder auf.

AFP berichtet, dass Frankreich jedes Jahr am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, Musik in all ihren Formen mit einem landesweiten Straßenfest feiert. 2018 begann Macron, den gepflasterten Innenhof des Elysée-Palastes zu diesem Anlass für Tanzfans zu öffnen, für einen Gig mit Stars der französischen Elektroszene.

Die diesjährige Fete de la Musique findet einen Tag nach der Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre um 23 Uhr statt, einem der letzten Schritte bei einer schrittweisen Aufhebung der Covid-Beschränkungen.

Das letztjährige Festival war wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden, aber mit der Zahl der Infektionen auf dem niedrigsten Stand seit fast einem Jahr befindet sich das Land wieder im Partymodus.

Der französische Pionier der elektronischen Musik, Jean-Michel Jarre, und der Disco-König der 1970er-Jahre Cerrone werden das Konzert im Schlosshof, wo Macron normalerweise die Staatsoberhäupter begrüßt, als Headliner anführen.

Im Gegensatz zu früheren Ausgaben, bei denen Macron und seine Frau Brigitte locker mitgetanzt haben, scheint die diesjährige Veranstaltung ruhiger zu werden. Die Teilnehmer werden gebeten, sitzen zu bleiben, und die Abstandsregeln werden eingehalten. (Foto: CC s. Archiv v. 15.12.20; Quelle: The Guardian, 21.06.21)


Überblick am Tage

  • Die Olympia-Organisatoren haben für die Spiele in Tokio in diesem Sommer angekündigt, einheimische Zuschauer zuzulassen. Die Teilnehmerzahl ist jedoch auf 50% der Kapazität eines Veranstaltungsortes, maximal 10.000 Zuschauer:innen begrenzt, je nachdem, welcher Wert kleiner ist.
  • Der Wettkampfplan der Olympischen Spiele selbst bleibt unverändert, und von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie in den Veranstaltungsorten jederzeit Masken tragen, und es ist verboten, mit lauter Stimme zu sprechen oder zu schreien.
    Die Organisatoren behalten sich das Recht vor, diese Regeln zu jedem Zeitpunkt der Covid-Situation in Japan zu ändern. Die entsprechenden Richtlinien für die Paralympischen Spiele werden bis zum 16. Juli, eine Woche vor Eröffnung der Olympischen Spiele, festgelegt.
  • Indonesien meldete am Montag 14.536 neue Coronavirus-Fälle, den höchsten täglichen Anstieg seit Beginn der Pandemie, wobei die Gesamtzahl der Fälle die 2-Millionen-Marke überstieg.
  • Myanmar hat den höchsten täglichen Anstieg der Covid-Fälle seit dem Putsch im Februar gemeldet. Die Besorgnis über das zusammengebrochene Gesundheitssystem des Landes und das anhaltende Vorgehen der Junta gegen Mediziner wächst.
  • In Frankreich dürfen Nachtclubs ab dem 9. Juli wiedereröffnet werden, so dass die Branche zum ersten Mal seit ihrer Schließung während der französischen Covid-Sperrung im März 2020 wieder öffnen kann.
  • Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat bestätigt, dass die Regierung an einem Booster-Impfprogramm arbeitet und in den nächsten Wochen über klinische Daten verfügen sollte.
  • Chris Hopson, der Geschäftsführer von NHS Providers in England, hat gesagt, dass die Krankenhauseinweisungen „langsam steigen“, aber nicht mit den Steigerungsraten der vorherigen Wellen vergleichbar sind.
  • Thailands Gesundheitsminister sagte, Japan werde im Juli einige AstraZeneca-Impfstoffe spenden.
  • Taiwan hat erstmals seit dem 14. Mai seinen ersten Tag mit weniger als 100 neuen Fällen gemeldet.
  • Hongkong hat eine Verkürzung der Quarantäneanforderungen für Hotels auf sieben Tage bei Einreisen angekündigt; die neuregelung soll Ende des Monats in Kraft treten.
  • In Israel hat ein Regierungsbeamter unter Hinweis auf neue Ausbrüche, die auf die ansteckendere Delta-Variante zurückzuführen sind, weitere 12- bis 15-Jährige aufgefordert, sich gegen Covid zu impfen.
  • Neuseeland genehmigt den Pfizer/Biontech-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige, teilte Premierministerin Jacinda Ardern mit.
  • Heute treten in Indien Änderungen im Impfprogramm in Kraft, wobei jeder Erwachsene jetzt Anspruch auf einen kostenlosen Impfstoff hat, der von der indischen Zentralregierung bezahlt wird. Damit endet ein komplexes System des Kaufs und der Verteilung von Impfstoffen, das die Staaten überlastet und Ungleichheiten bei den Personen geschaffen hat, die die Impfungen erhielten.
  • Es wird erwartet, dass zu wenig Pfizer/Biontech-Impfstoff seine Einführung in Australien im Juni und Juli verlangsamen wird.
  • Die Premierministerin des australischen New South Wales, Gladys Berejiklian, sagte, Sydneys Maskenmandat werde wahrscheinlich über Mittwoch hinaus verlängert, nachdem zwei neue lokale Fälle von Covid-19 registriert wurden.
  • Die Landgrenzen der USA zu Kanada und Mexiko bleiben bis mindestens 21. Juli für nicht unbedingt erforderliche Reisen geschlossen, teilte das US-Heimatschutzministerium mit.
  • Das wichtigste Produktionszentrum von Dongguan in Chinas bevölkerungsreichster Provinz Guangdong hat heute Massentests für Covid gestartet, nachdem es seine ersten Infektionen beim aktuellen Ausbruch festgestellt hatte.
    (Quelle. The Guardian, 21.06.21)

Olympia-Macher wollen bis zu 10.000 japanische Zuschauer zulassen

Trotz der andauernden Corona-Pandemie wollen Japans Olympia-Organisatoren bis zu 10.000 einheimische Zuschauer bei allen Wettkämpfen der Sommerspiele in Tokio zulassen. Maximal darf aber die Hälfte der Plätze in den Arenen besetzt werden, wie die japanischen Gastgeber am Montag nach Beratungen mit dem Internationalen Olympischen Komitee entschieden. (Quelle: TSP, 21.06.21)


Israel erlaubt Einreise von geimpften Individualtouristen

Israel will ab 1. Juli die Einreise von geimpften Individualtouristen erlauben. Diese bräuchten dann keine Genehmigung im Vorfeld mehr, schrieb Innenministerin Ajelet Schaked von der ultrarechten Jamina-Partei am Sonntagabend auf Facebook. Welche Impfungen dabei akzeptiert würden, werde noch mitgeteilt.

In einem ersten Öffnungsschritt hatte Israel Ende Mai wieder in begrenzter Anzahl die Einreise von Gruppen geimpfter Touristen erlaubt. Das Mittelmeerland hatte sich nach Beginn der Pandemie praktisch abgeschottet. Ausländern war die Einreise nur in Ausnahmefällen möglich. Die Tourismusindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sie hat stark unter den Folgen der Corona-Krise gelitten.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel setzt seit dem 19. Dezember erfolgreich eine Impfkampagne um. Fast 5,5 Millionen Menschen haben bereits eine Erstimpfung und mehr als 5,1 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Neuinfektionen und schwere Erkrankungen gingen in den vergangenen Monaten stark zurück. Am Montag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 48 neue Fälle registriert worden.

Nach einem neuen Corona-Ausbruch an israelischen Schulen wurde allerdings am Sonntag in zwei Ortschaften wieder Maskenpflicht für Schüler verhängt. Die Maskenpflicht war erst vor sechs Tagen angesichts niedriger Infektionszahlen landesweit aufgehoben worden. Die Regierung entschied zudem, die Testkapazitäten für Reisende am Flughafen auszubauen. Experten warnen weiter davor, dass neue Varianten aus dem Ausland eingeschleppt werden könnten. (Quelle: TSP, 21.06.21)


Fast 51 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft

Mehr als 31 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.50 Uhr). Demnach wurden am Sonntag 290.534 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 42 Millionen Menschen (50,8 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 25,8 Millionen (31,1 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 57,5 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Neun weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 45,3 Prozent. Das Saarland zählt mit 37,2 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Brandenburg ist hier mit 28,6 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen. (Quelle: TSP, 21.06.21)


Grafschafter Zahlen

Bei 7,3 liegt der Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim am Montag laut RobertKoch-Institut. Nachdem am Samstag noch eine neue Infektion mit dem Coronavirus gemeldet wurde, meldete die Kreisverwaltung am Sonntag und Montag jeweils keine neue Ansteckung.
Auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion bleibt bei 123. In der Grafschaft haben sich seit Beginn der Pandemie 5.358 Menschen mit dem Virus nachweislich infiziert. 5.208 gelten als genesen. In Quarantäne befinden sich derzeit 115 Grafschafter.

Von den aktuell 27 Corona-Fälle (Sonntag: 34) kommen fast alle, nämlich 24 (-4) aus Nordhorn.


Lokale Inzidenzen
Lingen: 1,8 (Freitag 3,7)
Meppen: 2,8 (8,5)
Papenburg: 0,0 (2,6)



Niedersachsen lockert zusätzlich

Eine Reihe zusätzlicher Lockerungen vor allem zu Kontaktregeln in der Corona-Pandemie treten am Montag in Niedersachsen in Kraft. Wo die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Werktage hintereinander nicht über 10 lag, dürfen bis zu 25 Menschen in Innenräumen und bis zu 50 draußen zusammenkommen. Hinzukommen dürfen noch vollständig Geimpfte und Genesene sowie Kinder unter 14 Jahren. Haben alle Erwachsenen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, einen negativen Test, können sich noch mehr Menschen treffen.
Nach Angaben der Staatskanzlei gelten die Lockerungen am Montag für die Kreise Osnabrück, Emsland, Leer, Wittmund, Friesland, Ammerland, Wesermarsch, Oldenburg, Cuxhaven, Osterholz, Verden, Rotenburg (Wümme), Nienburg (Weser), Hameln-Pyrmont, Harburg, Lüneburg, Heidkreis, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Celle, Gifhorn, Peine, Helmstedt, Goslar, Göttingen. Außerdem für die kreisfreien Städte Wilhelmshaven, Oldenburg, Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter.

In Restaurants, Lokalen und Cafés entfallen dann die Begrenzungen bei Feiern. Ab Gruppen von 25 Menschen drinnen und 50 draußen müssen aber alle nicht vollständig Geimpften oder Genesenen ebenfalls ein Negativ-Testergebnis vorweisen. Ähnliches gilt für Besucher von Clubs und Diskotheken: Sie brauchen beim Tanzen keine Maske mehr zu tragen, sollen jedoch einen negativen Test oder Nachweis über vollständige Impfung oder Genesung vorlegen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist auch auf Wochenmärkten nicht mehr nötig.

Die Änderungen der Corona-Regeln gelten zunächst bis zum 16. Juli. Bereits seit Samstag sind in Kreisen und kreisfreien Städten, in denen die Inzidenz fünf Werktage nicht mehr als 35 beträgt, wieder Treffen von bis zu zehn Personen „aus beliebig vielen Haushalten erlaubt“. (Quelle: GN, 21.06.21)


„Ungeimpfte sind das Ziel des Virus“

Der Kieler Infektiologe Jan Rupp spricht sich dafür aus, nicht mehr so stark auf die Corona-Inzidenzzahlen zu schauen. Stattdessen müsse man die Gesamtlage im Blick haben, sagte der Mediziner der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Inzidenzen unter 10, wie sie aktuell in Schleswig-Holstein vorherschen, lenkten davon ab, dass Corona noch immer da sei und mit neuen Varianten Menschen krank machen könne.

„Unser Problem ist nicht die Inzidenz momentan, unser Problem sind die Impflücken bei den Risikopersonen und bei gewissen Communities. Unser Problem ist vielleicht eine gewisse Nachlässigkeit, sich um Impftermine zu bemühen, weil es vielleicht so mühsam war am Anfang“, sagte Rupp NDR Schleswig-Holstein. Er appellierte, sich jetzt um einen Impftermin zu bemühen und sich nicht von Schleswig-Holsteins niedrigen Inzidenzwerten ablenken zu lassen. „Wir haben es jetzt ein paarmal gesehen – bei der ersten und bei der zweiten Welle – und es wird wieder so kommen, dass die, die nicht geimpft sind, ein Ziel für das Virus sind“, warnte er. Im Juni/Juli werde es vorraussichtlich für jeden Schleswig-Holsteiner einen Impftermin geben. „Es gibt dann keine Entschuldigung mehr, das nicht wahrzunehmen, auch die niedrigen Inzidenzen nicht“, so Rupp.

Grundsätzlich regte er an, in Zukunft anders mit dem Virus umzugehen. Kinder seien während der Pandemie beispielsweise besonders streng behandelt worden, um Erwachsene zu schützen. Man müsse nun darüber diskutieren, wie streng man es künftig handhaben wolle, wenn ein Kind zum Beispiel Schnupfen hat. „Wir müssen einen neuen Umgang mit dem Virus finden“, so Rupp.

In gewissen Bevölkerungsgruppen müsse man zulassen, dass Inzidenzen höher werden, solange Krankenhäuser die Erkrankten gut behandeln könnten. „Wenn jeder die Chance hat, eine Impfung zu bekommen, und sich entscheiden kann, dann wird die Verantwortung der Gesamtgesellschaft für diese Person geringer“, sagte der Infektiologe. (Quelle: NDR, 21.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 21. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 6 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit weiterhin bei 5.727. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.643 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 4,7 Fälle je 100.000 Einwohner (4,9 am Vortag). Angaben zur Zahl der Genesenen machte das RKI am Montag nicht. (Quelle: NDR, 21.06.21)


Deutschland-Zahlen

Erstmals seit zehn Monaten haben die Gesundheitsämter weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 346 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 10. August mit 436 unter der Schwelle von 500 gelegen. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor einer Woche hatte der Wert bei 549 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 8,6 an (Vortag: 8,8; Vorwoche: 16,6; Vormonat: 67,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden zehn neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls zehn Tote gewesen. (Quelle: TSP, 21.06.21)


Hessens Ministerpräsident: Rückkehr zu Kontaktbeschränkungen möglich

Wegen der sich auch in Deutschland ausbreitenden ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus schließt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) eine Rückkehr zu Kontaktbeschränkungen nicht aus. Ob es zu einer vierten Welle komme, hänge entscheidend von der Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Delta-Variante und der Höhe der Impfquote in der Bevölkerung ab, sagte Bouffier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Er rechne damit, dass die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante in einem Monat auch in Deutschland die vorherrschende Virusvariante sei, sagte der hessische Regierungschef. Dann stelle sich die Frage: „Wie wirkt welches Vakzin auf sie?“ Davon hänge ab, „ob wir eine vierte Welle bekommen und wieder zu Kontaktbeschränkungen zurückkehren. Ausschließen können wir das nicht.“ (Quelle: TSP, 21.06.21)


Madison Square Garden wiedereröffnet

Gestern Abend (Ortszeit) wurde der Madison Square Garden in New York wieder eröffnet und die Foo Fighters spielten dazu vor tausenden Leuten. mit Comedian Dave Chappelle coverten sie gemeinsam Radioheads „Creep“. Mir stockt dabei der Atem…

(Quelle: Youtube, 21.06.21)


Lauterbach warnt Ungeimpfte vor Delta-Variante

Angesichts der Verbreitung der Delta-Variante warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach vor den Gefahren für Menschen ohne Impfschutz. „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass wir uns eine höhere Inzidenz leisten können, wenn die Impfquote weiter steigt. Denn für die Ungeimpften bleibt das Risiko weiterhin sehr hoch“, sagt Lauterbach der Zeitung „Rheinische Post“.
„Angenommen wir haben eine Impfquote von 66 Prozent, also zwei Drittel der Bevölkerung wären vollständig geimpft, und die Inzidenz läge bei 30. Das würde bedeuten, dass unter den Ungeimpften die Inzidenz sogar bei 90 läge. Die Menschen ohne Impfschutz sind damit einem viel höheren Risiko ausgesetzt.“ Je stärker die Delta-Variante sich verbreite, „desto mehr ungeimpfte Menschen würden auch sterben“. Er gehe fest davon aus, dass sich die Delta-Variante auch in Deutschland durchsetzen werde. (Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 21.06.21)


Intensivmediziner rechnen mit weniger schweren Verläufen in möglicher 4. Welle

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, rechnet in einer möglichen vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen. „Wir werden, wenn es im Herbst zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen kommt, sehr genau auf die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen schauen müssen. Wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft sind, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben“, sagte Karagiannidis der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Im bisherigen Pandemieverlauf seien die Intensiv-Neuaufnahmen weitestgehend parallel zu den Inzidenzen verlaufen. Wenn die vulnerable Gruppen sehr gut geimpft seien, „könnte es im Sommer erstmals zu einem abweichenden Verhalten kommen“, erklärte der DGIIN-Präsident. Es könne zu einer „Entkoppelung dieser beiden Parameter“ kommen. Die Inzidenzen würden dann stärker steigen als die Zahl der Intensiv-Aufnahmen, weil die potentiellen Patienten durch Impfung besser geschützt seien. (Quelle: TSP, 21.06.21)


Studie: Distanzunterricht so effektiv wie Sommerferien

Eine Studie stellt dem Distanzunterricht während der Corona-Krise ein schlechtes Zeugnis aus. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen – das Ergebnis ist ernüchternd: „Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien“, erklärte Prof. Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie lehrt, einer der Autoren der Studie.

Forscherinnen und Forscher haben in einem systematischen Review mit wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien identifiziert, die über die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berichteten. „Wir haben nur forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Rückschlüsse auf die Wirkung coronabedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern erlauben und geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung einsetzten“, erklärte Frey. (Quelle: TSP, 21.06.21)


Frankreich: Neue Zahlen

Frankreich hat heute 1.815 neue Covid-19-Fälle gemeldet – am selben Tag, an dem es Lockerungen von den Corona- Maßnahmen ankündigte. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt gegenüber dem Vortag unverändert, während die Todesfälle um 14 gestiegen sind.

Die Gesamtzahl der Todesfälle im Land hat nach neuesten Zahlen der John Hopkins Universität inzwischen 110.900 erreicht.

Das Tragen von Masken im Freien und eine achtmonatige nächtliche Ausgangssperre für Coronaviren enden heute.

Le Monde berichtet jedoch, dass weiterhin große Wachsamkeit geboten ist, da die Gesundheitsaufzeichungen an öffentliche Orten und bei Veranstaltungen bis zum 30. Juni in Kraft bleiben. (Quelle: The Guardian, 20.06.21)


Menstruationsstörungen nach CoViD-Impfungen

Berichte über Menstruationsstörungen nach einer Covid-19-Impfung werden vom britischen Impfstoffwächter „genau überprüft“.

Nach Angaben der britischen Sunday Times erhielt die britische Regulierungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (MHRA) bis zum 17. Mai fast 4.000 Berichte über periodische Probleme im Zusammenhang mit den Impfstoffen.

Insgesamt 2.734 Meldungen bezogen sich auf den AstraZeneca-Impfstoff, 1.158 auf die Pfizer/Biontech-Impfung und 66 auf Moderna.

Frauen berichteten über eine Reihe verschiedener Störungen nach der Impfung, darunter stärkere oder verzögerte Perioden und unerwartete vaginale Blutungen. Die MHRA sagte in dem neuesten wöchentlichen Bericht über Covid-Impfstoffreaktionen, dass die aktuellen Beweise „kein erhöhtes Risiko für Menstruationsstörungen oder unerwartete Vaginalblutungen nach den Impfstoffen nahelegen“.

Im Vergleich zur Zahl der geimpften Frauen und der Häufigkeit von Menstruationsstörungen sei die Zahl der Meldungen nach wie vor gering. „Die MHRA wird Berichte über Menstruationsstörungen und vaginale Blutungen mit Covid-19-Impfstoffen weiterhin genau überwachen“, heißt es in dem Bericht. (Quelle: The Guardian, 20.06.21)


Spahn: Keine Reisen zum EM-Finale nach London

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät von Reisen zum EM-Finale nach London ab. „London ist Virus-Variantengebiet“, sagte der CDU-Politiker am Sonntag in der ARD. „Jeder Rückkehrer muss zwei Wochen in Quarantäne.“ Diese drastische Maßnahme zeige: Wer nicht unbedingt ins Vereinigte Königreich reisen müsse, sollte nicht dort hinfahren. „Fußball ist schön, aber man muss nicht unbedingt in London dabei sein“, sagte Spahn.

In der britischen Hauptstadt soll am 11. Juli das Finale der Fußball-Europameisterschaft ausgetragen werden, obwohl sich dort die Delta-Variante des Corona-Virus stark ausbreitet. Aus demselben Grund rät auch Kanzleramtschef Helge Braun den deutschen Fußball-Fans von einer Reise zu den entscheidenden EM-Spielen ab auf die Insel ab.
(Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: SPIEGEL, 20.06.21)



Für Studie: Inselbewohner in Brasilien gegen Covid-19 geimpft

In einem Modellprojekt sind Bewohner der Ilha de Paquetá in Brasilien gegen das Coronavirus geimpft worden. Ziel der Aktion am Sonntag war es, alle 3530 Erwachsenen der Insel in der Guanabara-Bucht bei Rio de Janeiro innerhalb eines Tages zu impfen, wie die brasilianische Nachrichtenplattform G1 berichtete. Der Feldversuch mit der Vakzine von AstraZeneca soll Hinweise über die Sicherheit des Impfstoffs liefern und Aufschluss darüber geben, inwiefern die Immunisierung der erwachsenen Bevölkerung auch die nicht geimpften Kinder und Jugendlichen vor eine Infektion schützt, wie der Leiter des Gesundheitsamts von Rio de Janeiro, Daniel Soranz, erklärte.

»Impfen ist immer spannend, vor allem, wenn wir an die Bedeutung der Forschung denken, die den Impfstoff und die Auswirkungen auf die Übertragung bewertet«, sagte die Präsidentin der Forschungseinrichtung Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz), Nísia Trindade. In den kommenden Wochen und Monaten soll zudem beobachtet werden, ob bereits die erste Dosis des Impfstoffs die Übertragung von Fällen in der Region vollständig verhindert oder ob dies erst nach der zweiten Dosis geschieht.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes hatte zuletzt angekündigt, nach dem Abschluss der Impfkampagne im September eine Karnevalsfeier auf der Ilha de Paquetá zu organisieren. Die Party sei ausschließlich für die Inselbewohner und könnte ein Testlauf für künftige Großveranstaltungen auf dem Festland sein, hieß es aus dem Rathaus. Der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro im Februar wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. (Quelle: SPIEGEL, 20.06.21)


Folgeprobleme einer Coronainfektion: Berlusconi auf dem Weg der Besserung

Nach mehreren Krankenhausaufenthalten ist der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi nach eigenen Angaben wieder auf dem Weg der Besserung: »Mir geht es zum Glück besser und ich bleibe im Spiel«, sagte der 84-Jährige am Sonntag laut Medienberichten per Telefon bei einem Kongress der Partei Forza Italia. „Aber die Ärzte, die sich um mich kümmern, lassen noch nicht zu, dass ich an öffentlichen Veranstaltungen teilnehme.“

Berlusconi wurde in diesem Jahr bereits viermal ins Krankenhaus gebracht, zuletzt im Mai. Hintergrund war unter anderem Folgeprobleme einer Coronainfektion im vergangenen Jahr. Seinen Kampfgeist hat der als Cavaliere bekannte Politiker, der auch im Mittelpunkt eines Sexskandals stand, aber nicht eingebüßt: „Wie Ihr wisst, habe ich mich niemals entmutigen lassen, welche Hindernisse es auch gegeben haben mag – und ich werde weiterhin das tun, was ich für mein Land gerecht und nützlich finde.“

Trotz zahlreicher Affären und Skandale ist Berlusconi bei vielen Italienern nach wie vor beliebt. Ungeachtet seines hohen Alters verfügt der zu den reichsten Männern des Landes gehörende Unternehmer noch immer über großen politischen Einfluss. (Quelle: SPIEGEL, 20.06.21)


Scholz gegen Steuersenkungen für Unternehmen nach Coronakrise

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich strikt gegen Steuersenkungen für Unternehmen ausgesprochen. Beim Zukunftscamp der SPD warf der Bundesfinanzminister der Unionsführung am Sonntag einen „absurden Einfall“ vorzusagen, „diese Leute brauchen jetzt erst noch einmal eine Steuersenkung – die ganz viel verdienen, die große Gewinne machen – weil das sei wichtig für die Zukunft“. Er sprach von einem Fehler und sagte weiter: „Wir haben merkwürdige Konservative weit hinter der Zeit und als ob sie die Krise nicht verstanden haben.“ (Quelle: SPIEGEL, 20.06.21)


DLRG in Bayern begrüßt Idee für Sicherheitsdienst vorm Freibad

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bayern begrüßt die Idee für Sicherheitsdienste vor Freibädern. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk berichtet, dass die Stadt Bayreuth erwägt, einen Sicherheitsdienst vor dem Freibad einzusetzen. Hintergrund sind demnach Auseinandersetzungen zwischen wartenden Badegästen, die vereinzelt auch versucht hätten, über den Zaun zu klettern.

„Ich kann mir schon vorstellen, dass es die Überlegungen nicht nur in Bayreuth gibt und ich halte einen Sicherheitsdienst für keine schlechte Idee“, sagte DLRG-Sprecher Michael Förster der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit dürfen wegen der Coronamaßnahmen beispielsweise in das Freibad in Bayreuth nur 1000 Badegäste. Zwischenzeitlich hätten allerdings fast 200 Menschen bei mehr als 30 Grad davor gewartet. (Quelle: SPIEGEL, 20.06.21)


Fußballfest in München zwischen Freude und Coronaverstößen

Wo hört die legale Fußballparty auf und wo fängt der Coronaverstoß an? Diese Frage stellt sich angesichts der Fußballfeste im ganzen Land nach dem 4:2-Sieg der deutschen Nationalmannschaft über Portugal im EM-Vorrundenspiel. Tausende Fans feierten im Stadion, in der Münchner Innenstadt und in vielen anderen deutschen Städten feucht-fröhlich – und vielfach ohne Masken oder Abstand. Biergärten und Gaststätten waren teilweise brechend voll mit Fans in Deutschland-Trikots, die auf Bildschirmen das Spiel verfolgten.

Getrübt wurde die Freude über den Sieg aus Sicht des bayerischen Gesundheitsministers vor allem von der Ignoranz Tausender Fans im Stadion – denn sie trugen entgegen der ausdrücklichen Vorschrift keine FFP2-Masken. Klaus Holetschek (CSU) kritisierte dies als fahrlässig, nachdem die Spitzenpolitik zuvor bereits die fehlende Masken-Motivation vieler Fans kritisiert hatte.

Zwar versprach der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Gastgeber der vier EM-Spiele in München, die Zuschauer besser zum Tragen der Masken zu bewegen – doch vergeblich. Holetschek setzte deswegen schon am Samstagabend direkt nach dem Portugal-Spiel den DFB unter Druck und forderte den Verband auf, plausibel darzulegen, wie er beim nächsten Spiel am Mittwoch gegen Ungarn die Masken-Regeln durchsetzen will. Etwas immerhin ist im Stadion klar geregelt: Laut DFB dürfen nur Fans in die Arena, die von einer Covid-Erkrankung genesen sind, vollständig gegen das Virus geimpft oder frisch negativ getestet wurden. Diese Kontrolle hat man jenseits des Stadions jedoch nicht: In vielen Biergärten und vor Kneipen wurde die Vorrunden-Begegnung der Nationalmannschaft übertragen. Schon am Nachmittag hatte die Polizei von vielen vollen Gaststätten berichtet.

So voll, dass das bayerische Gesundheitsministerium nun möglicherweise strengere Corona-Vorschriften prüfen will. »Das Gesundheitsministerium wird am Montag mit der Stadt München beraten, inwieweit die Vorgaben für das Public Viewing weiter verschärft werden können«, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Grundsätzlich liege es in der Verantwortung der Betreiber, dafür zu sorgen, dass die Biergärten nicht überfüllt sind, hieß es. (Quelle: SPIEGEL, 20.06.21)


Studie: Fachkräftemangel bei Hochqualifizierten über Vorkrisenniveau

Der Fachkräftemangel bei Hochqualifizierten ist einer Studie zufolge über das Niveau vor der Pandemie gestiegen. Dies betrifft Arbeitskräfte mit Masterabschluss und ähnlicher Qualifikation, wie aus der Untersuchung des arbeitgebernahen Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Verglichen mit Februar 2020 (Indexwert: 100) stieg der Wert im Mai dieses Jahres auf 101,3 Prozent.

Bei Arbeitskräften mit Ausbildungsniveau beträgt die Fachkräftelücke dagegen 67,4 Prozent des Vorkrisenniveaus. Bei Meistern, Technikern und Bachelorabsolventen sind es 90,2 Prozent. Ein Grund für die Unterschiede zwischen den Gruppen könnte den Forschern zufolge sein, dass Hochqualifizierte öfter zu Hause arbeiten können. „Dieser Effekt dürfte nach der Corona-Pandemie jedoch nach und nach entfallen“, schrieben die Autoren.

Mit dem Ausbruch der Pandemie war im vergangenen Jahr die Zahl der offenen Stellen und auch die Nachfrage nach Fachkräften zurückgegangen: Laut IW betrug die Lücke im Februar 347 484 und ging bis Juni 2020 auf 180 706 zurück. „Seitdem steigt die Fachkräftelücke jedoch wieder – und das trotz der weiteren Lockdowns und Schließungen in vielen Branchen.“ (Quelle: TSP, 20.06.21)


Britische Regierung erlaubt erstmals nicht religiöse Hochzeitsfeiern im Freien

Die britische Regierung will erstmals auch nicht religiöse Hochzeitszeremonien im Freien erlauben. Die Regelung soll ab dem 1. Juli in Wales und England für Hochzeiten und Feiern zur Schließung von Lebenspartnerschaften gelten, wie das Justizministerium am Sonntag mitteilte. Bisher waren dort nur jüdische und Quäker-Hochzeiten im Freien erlaubt, während andere Paare drinnen heiraten mussten. In Schottland sind Hochzeiten im Freien bereits möglich.

Justizminister Robert Buckland sagte dem Sender Sky News, die Reform solle »größere Flexibilität« dafür schaffen, Hochzeiten mit »mehr Gästen auf eine sichere Art« zu veranstalten. Die Regeln gelten zunächst bis zum April des kommenden Jahres, die Regierung wolle aber zu einer dauerhaften Änderung beraten.

Die Lockerung soll nach Regierungsangaben »den Hochzeitssektor fördern«, der wirtschaftlich stark unter den Coronabeschränkungen gelitten hat. Entsprechende Pläne gab es aber schon vor der Coronapandemie. Eine weitere Lockerung der Regeln wird nach Regierungsangaben erwogen, darunter die Möglichkeit, im Falle eines »nationalen Notstandes« Hochzeiten auch virtuell abzuhalten.

Premierminister Boris Johnson, der selbst im Mai geheiratet hatte, hatte kürzlich eine Obergrenze von 30 Gästen bei Hochzeiten aufgehoben. Die Anzahl der Gäste bemisst sich nun an der Größe des Veranstaltungsortes. Tanzen bleibt dabei jedoch verboten. (Quelle: SPIEGEL, 20.06.21)


Impfen ohne Termin in Berlin-Wedding

Eine Corona-Impfaktion im Soldiner Kiez in Berlin-Wedding hat am Wochenende zahlreiche Berlinerinnen und Berliner angelockt. Gedacht sind die Schwerpunktimpfungen für Menschen in sozial benachteiligten Gebieten. Nach dem Beginn der Aktion am Freitag wurde der Impfstoff am Samstag jedoch unabhängig vom Wohnort für alle Berliner freigegeben. Von den ingesamt 2400 Dosen sei noch viel da, teilte das Bezirksamt Mitte mit. „Wir schicken niemand weg.“ Das Interesse wuchs – am Sonntag mussten Impfwillige zwei Stunden warten, bis sie an der Reihe waren. 200 zusätzliche Dosen wurden beschafft. Auch in Charlottenburg-Nord lief eine Impfaktion. (Quelle: SFB, 20.06.21)


Studie: Autodichte in deutschen Städten 2020 gestiegen

In deutschen Großstädten hat es auch im Corona-Jahr 2020 keine Abkehr vom Auto gegeben. Stattdessen stieg in vielen Großstädten die Autodichte sogar an, wie eine Studie des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ergab.

In 22 von 25 ausgewählten Städten stieg demnach die Zahl der angemeldeten Pkw. Die Pkw-Dichte habe sich von 450 leicht auf 451 Wagen je 1000 Einwohner erhöht. Auch insgesamt wuchs die Autodichte nach Berechnungen von Dudenhöffers CAR-Center Automotive Research. Bis zum 1. Januar 2021 erhöhte sich die Zahl der Pkw auf Deutschlands Straßen auf 48,2 Millionen. Damit entfielen auf 1000 Einwohner 580 Wagen. Ein Jahr zuvor hatte der Wert bei 575 gelegen. „Die Daten zeigen, die oftmals behauptete Entwicklung, die Deutschen wollen weg vom Auto, ist falsch“, schrieb Dudenhöffer.

Allerdings gab es vereinzelt gegenläufige Entwicklungen. Ausgerechnet in den Autohochburgen München, Wolfsburg und Ingolstadt sank der Pkw-Bestand. Dudenhöffer führte dies darauf zurück, dass ein Großteil der Fahrzeuge dort Dienstwagen seien – von denen in Zeiten des Corona-Lockdowns offensichtlich weniger gebraucht würden. (Quelle Tagesschau, 20.06.21)



Gegen »Kulturalschaden« – Berliner Bootsdemo für Partys und Clubs

Auf Booten und mit lauter Musik haben Mitglieder der Berliner Party- und Clubszene am Sonntag für mehr Freiheit beim Feiern demonstriert. »Vermeidet Kulturalschaden« und »Kultur, Du Opfer«, stand auf Transparenten. Mit mehreren Booten zogen sie über den Landwehrkanal. An den Ufern tanzten Schaulustige mit. Für den Abend war eine »Abschlusstanzkundgebung« am Treptower Park geplant.

Die Veranstalter kritisieren, dass Sport im Freien in Gruppen und ohne Abstand möglich sei, Tanzen werde aber auch künftig strenger reglementiert. Seit Freitag kann in den Berliner Clubs draußen wieder getanzt werden. Die Besucher müssen negative Tests vorweisen und zum Teil Masken tragen.

(Quelle: SPIEGEL, 20.06.21)


Lissabon: Delta-Variante macht mehr als 60 Prozent aus

In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten die Zeitung „Público“ und andere Medien unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut Insa.

Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden. Seit Freitagnachmittag und bis Montagmorgen dürfen die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die „Area Metropolitana“ nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen. Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden.

Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante B.1.617.2 machen die portugiesischen Behörden für eine Zunahme der Infektionsfälle in den vergangenen Tagen verantwortlich, von denen ein Großteil in Lissabon entdeckt wurde. Die 14-Tage-Inzidenz stieg in Portugal Angaben der EU-Behörde ECDC zuletzt auf fast 90. Für Deutschland liegt der Wert mit Stand 17. Juni bei 41. (Quelle: Tagesschau, 20.06.21)


Russische Unternehmen dürfen impfunwillige Angestellte unbezahlt freistellen

Russische Unternehmen dürfen Angestellte, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, künftig ohne Gehalt von der Arbeit freistellen. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen regionalen Gesundheitsbehörden die Impfung für die entsprechende Berufsgruppe vorschreiben, wie Arbeitsminister Anton Kotjakow laut Regierungsangaben sagte.

Die Suspendierung habe dann solange Bestand wie die entsprechende Corona-Verordnung der Regionalbehörde. Große Teile der russischen Bevölkerung stehen einer Corona-Impfung skeptisch gegenüber. Seit Dezember sind der Website Gogow zufolge, die die Impfrate erfasst, nur 19,4 Millionen der rund 146 Millionen Einwohner mindestens einmal geimpft worden. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben 60 Prozent der Russinnen und Russen an, sich nicht impfen lassen zu wollen.

Zugleich ist Russland derzeit eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Landesweit wurden am Samstag 17.906 Neuinfektionen und 466 Todesfälle verzeichnet – ein neuer Höchststand seit Mitte März. Besonders in den Metropolen Moskau und St. Petersburg steigen die Ansteckungszahlen stark an. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte diese Woche erstmals eine branchenbezogene Impfpflicht angeordnet. Beschäftigte im Dienstleistungssektor der Hauptstadt müssen sich demnach gegen Corona impfen lassen. Medienberichten zufolge erließen seit dem sieben weitere Lokalbehörden, darunter die von Sankt Petersburg ähnliche Maßnahmen. (Quelle: Tagesschau, 20.06.21)


Umweltverbände mit Folgen des Lockdowns nicht zufrieden

Trotz einer starken Verkehrsreduzierung während der Corona-Pandemie sind Umweltverbände einem Bericht zufolge nicht zufrieden mit den Folgen des Lockdowns. Wirkliche Lockdown-Effekte zugunsten der Tierwelt, wie ein extrem verringertes Verkehrsaufkommen oder die Abwesenheit von Menschen in den Parks, habe es nur in den ersten paar Wochen der Pandemie gegeben, erklärte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) laut dem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Vom WWF hieß es, die Pandemie sei vor allem weltweit gesehen „kein Verbündeter des Naturschutzes“ gewesen. Die Deutsche Umwelthilfe fürchtet nach eigenen Angaben sogar eine Verschlechterung.

Der Nabu erklärte, weil die Menschen mehr in die heimischen Wälder gingen, seien sogar Schäden zu beobachten. Das Wildcampen nehme zu, es seien Brutgelege von Seevögeln zerstört, Abfälle liegengelassen und Feuer in trockenen Wäldern gemacht worden.

Der WWF beklagte, die Entwaldung in Afrika, Asien und Südamerika habe in der Pandemie zugenommen. In Afrika und Asien hätten Wildhüter ihre Jobs verloren, weil Touristen fehlten. Daher hätten Wilderer ungestört ihr Unwesen treiben können.

Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, sagte, viele Menschen hätten sich in der Corona-Zeit abgewöhnt, Bahn oder Bus zu fahren, und seien aufs Auto umgestiegen. Die verringerte Mehrwertsteuer Ende 2020 bezeichnete er als „Konjunkturprogramm zum Abverkauf von Pkw mit Verbrennungsmotor“. (Quelle: TSP, 20.06.21)


Bundesregierung will Sonderbefugnisse für Spahn – auch ohne „epidemische Lage“

Bundesweite Einreisebeschränkungen sollen auch nach dem Ende der nationalen Epidemie aufrechterhalten werden können. „Wir wollen nächste Woche beschließen, dass Einreisebedingungen, die von Gesundheitsminister Jens Spahn per Verordnung festgelegt wurden, weitergelten können, auch wenn die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr besteht“, sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, der „Welt am Sonntag“.

Betroffen sein könnten Beförderungsverbote aus Virusvariantengebieten und Test- und Quarantäneverpflichtungen bei der Einreise. Union und SPD im Bundestag planen dazu noch vor der Sommerpause eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, mit der Einreisebeschränkungen bis zu zwölf Monate weitergelten können, auch wenn die erst kürzlich verlängerte „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ Ende September ausläuft, wie die Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise schreibt.

Da es sich dabei um sehr kleinteilige Verwaltungsmaßnahmen handele, sei ein förmliches Gesetz nicht erforderlich, sagte Fechner. „Eine Missbrauchsgefahr sehe ich in diesem Fall nicht, da es sich bei den Einreisebestimmungen nicht um wesentliche Eingriffe in die Grundrechte handelt.“


Bereits mehr als 22 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt

In Deutschland wurden bereits 22,3 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Zertifikate erhielten frisch Geimpfte in Impfzentren und Arztpraxen, aber auch bereits Geimpfte nachträglich in den Apotheken und in einigen Bundesländern per Post. Seit einer Woche stellen viele Apotheken digitale Impfpässe für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. Bis Ende Juni soll das digitale Impfzertifikat allen, die es wollen, über Arztpraxen, Impfzentren und Apotheken zur Verfügung stehen. Geimpfte können ihr Zertifikat, etwa bei einer Reise, in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone vorzeigen. Dazu muss eine entsprechende App heruntergeladen werden. Eine elektronische Plattform der EU für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit starten. Wer kein Smartphone hat oder dieses nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen. Ein Nachweis des Impfstatus‘ ist weiterhin auch per gelbem Impfheft oder ärztlicher Bescheinigung möglich.

(Quelle: ARD, 20.06.21)


Frankreich hebt nächtliche Ausgangssperre auf

Nach der Maskenpflicht im Freien ist in Frankreich auch die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben worden. Die monatelang geltende Maßnahme lief heute aus und endete damit zehn Tage früher als ursprünglich geplant. Sie war Ende Oktober eingeführt worden und galt zwischenzeitlich bereits ab 18 Uhr abends. Zuletzt durften die Menschen nach 23 Uhr ihre Wohnungen nur aus triftigem Grund verlassen – nun ist die Ausgangssperre komplett weggefallen. Am Donnerstag war bereits die Maskenpflicht im Freien aufgehoben worden. In Paris und anderen französischen Orten war zuvor auch draußen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben, jetzt ist dies nur noch bei Versammlungen, an besonders überfüllten Orten oder in Sportstadien der Fall. In Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln gilt weiter Maskenpflicht. (Quelle: Tagesschau, 20.06.21)


Ifo-Institut sieht in Delta-Variante Gefahr für Wirtschaft

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat vor einem Rückschlag bei der Konjunkturerholung gewarnt, falls die Corona-Infektionszahlen wegen der neuen Delta-Variante wieder steigen. „Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest dem Nachrichtenportal „t-online“. Zwar wäre nicht alles verloren, wenn durch die Variante die Inzidenzen wieder anstiegen, fügte Fuest hinzu. Die Erholung würde sich aber verzögern. Besonders die Bereiche, die bereits stark unter der Pandemie gelitten hätten, wären erneut betroffen, also die Reisebranche, Restaurants oder der Handel. „Dann stünde uns ein harter Herbst bevor.“

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts für die erste Juniwoche hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland innerhalb einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt. In Großbritannien hat die ansteckendere Variante die Vorherrschaft übernommen – obwohl die Impfungen dort viel weiter als in Deutschland fortgeschritten sind. Wegen steigender Inzidenzen wurden dort Lockerungen gestoppt. Allgemein hält Fuest die Krise noch nicht für abgehakt. Ohne die Pandemie wäre die Wirtschaft in den vergangenen eineinhalb Jahren gewachsen, sagte er. „Stattdessen haben wir in dieser Zeit einen enormen Schuldenberg angehäuft. Die Auswirkungen der Krise werden wir noch lange spüren.“ (Quelle: Tagesschau, 20.06.21)


Schweiz will Jugendliche impfen

Die Schweiz will in der kommenden Woche eine Corona-Schutzimpfung für Zwölf- bis 15-Jährige erlauben. Junge Menschen, die sich impfen lassen wollten, sollten die Möglichkeit dazu bekommen, sagte Impfkommissionschef Christoph Berger der „Neuen Zürcher Zeitung“. Die Regierung werde voraussichtlich nächste Woche grünes Licht geben. Für Jugendliche mit Vorerkrankungen oder Kontakt zu Risikogruppen sei eine Impfung sinnvoll. Anders als bei älteren Bevölkerungsgruppen werde hier aber keine bestimmte Impfquote angestrebt. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hatte Anfang Juni den Impfstoff der Mainzer Firma BioNTech auch für Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren zugelassen. Ein Antrag des US-Konzerns Moderna auf Zulassung seines Impfstoffs für Zwölf- bis 17-Jährige wird noch geprüft. (Quelle: Tagesschau, 20.06.21)


Keine Kondome für Olympia-Starter in Tokio

Die Olympia-Veranstalter in Tokio versprechen trotz Corona-Pandemie sichere Spiele, aber sicherer Sex im Olympischen Dorf wird unterbunden. Wie die Organisatoren wissen ließen, werden die Olympioniken entgegen der Tradition diesmal keine Kondome erhalten – als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Ausbreitung des Coronavirus. Seit den Spielen 1988 in Seoul ist es bei Olympia üblich, dass den Athleten während der Spiele Kondome zur Verfügung gestellt werden. Diesmal jedoch werden sie die 160.000 eingeplanten Verhütungsmittel erst bei der Abreise aus Japan bekommen, hieß es. Die Athleten bei den Spielen in Tokio sind sehr strengen Hygienie- und Verhaltensregeln unterworfen. So sind aufgefordert, im Olympischen Dorf Abstandsregeln einzuhalten und „unnötige Formen des physischen Kontakts“ zu vermeiden. Bei Zuwiderhandlung drohen den Teilnehmern teils drakonische Strafen, von Geldbußen über Disqualifikation bis hin zu einer Ausweisung aus Japan. Laut IOC werden 80 Prozent der Athleten im Olympischen Dorf mit Beginn der Spiele geimpft sein. Das Event war wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden. Die Spiele sollen nun am 23. Juli eröffnet werden. (Quelle: ARD, 20.06.21)


Hannover: Verstöße bei Querdenker-Demo

Bei einer Demonstration von Mitgliedern der „Querdenken“-Bewegung hat die Polizei am Samstagnachmittag in Hannover einige Verstöße gegen Corona-Schutzregeln festgestellt. So trugen einige der rund 190 Teilnehmer auf dem Waterlooplatz den Angaben zufolge keinen Mund-Nasen-Schutz und hielten nicht den geforderten Abstand zu anderen ein. Alle festgestellten Verstöße seien „konsequent geahndet“ worden, hieß es. Die Ordnungskräfte hatten mit einer Teilnehmerzahl im unteren vierstelligen Bereich gerechnet.

Zwei Personen seien von der Bühne verwiesen worden, aus der Zuhörerschaft habe es nach Kontrollen dann Proteste gegeben. Einen weiteren Demonstranten hätten die Beamten „mit unmittelbarem Zwang“ ausschließen müssen, schrieb die Polizei auf Twitter. Laut Augenzeugen wurden mehrere Personen abgeführt. Die Demonstranten wollten ihren Unmut über die Corona-Politik äußern. Als Redner bei „Querdenken 511“ hatte sich unter anderem der Gründer der Bewegung, Michael Ballweg, angekündigt.

Der niedersächsische Verfassungsschutz hatte Teile der „Querdenken“-Bewegung im Mai zunächst für zwei Jahre zum Verdachtsobjekt bestimmt. Aufgrund ihrer Merkmale sei sie für rechtsextremistische Organisationen anschlussfähig und weise teilweise Züge verfassungsfeindlichen Denkens auf, heißt es im jüngsten Verfassungsschutzbericht. Immer wieder kam es bei den Demonstrationen auch zu Übergriffen etwa auf Journalisten.

Im vergangenen Herbst hatte der Auftritt einer jungen Frau auf einer Rednerbühne in Hannover für Aufsehen gesorgt. „Jana aus Kassel“ hatte dabei Parallelen zwischen sich und der von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpferin Sophie Scholl gezogen. Sowohl im Netz als auch in der Politik schlug dies hohe Wellen und löste Empörung aus.
(Quelle:GN, 20.06.21)


Grafschafter Zahlen

Der Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim ist am Sonntag auf 9,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gesunken (Samstag: 12,4). Die Kreisverwaltung in Nordhorn hat für Sonntag keine weiteren Corona-Fälle bekannt geben müssen. Für Samstag war für die Grafschaft lediglich eine Neuinfektion hinzugekommen. In der vergangenen Woche gab es damit im Landkreis insgesamt 13 neue Corona-Fälle.
In Quarantäne befinden sich am Sonntag 129 Grafschafter:innen (Samstag: 139). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona liegt im Kreisgebiet weiterhin bei 123. Der bis dahin letzten Todesfall war am Dienstag gemeldet worden. 5.201 Grafschafter gelten als genesen, insgesamt haben sich seit Pandemiebeginn 5.358 Grafschafter mit dem Coronavirus infiziert.

Von den aktuell 34 Corona-Fällen (Samstag: 39) in der Grafschaft sind allein 28 (-3) in Nordhorn festgestellt worden. (Quelle: GN, 20.06.21)


Erster Corona-Fall bei ausländischen Olympioniken in Japan

Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio gibt es den ersten Corona-Fall unter einreisenden Athleten. Wie die japanische Regierung bekanntgab, wurde ein Mitglied des Olympia-Teams aus Uganda bei seiner Ankunft am internationalen Flughafen Narita nahe Tokio positiv auf das Virus getestet und an der Einreise gehindert. Die übrigen acht Delegationsmitglieder reisten per Bus zu ihrer Gastgeberstadt Izumisano in der westlichen Präfektur Osaka. Das Team aus Uganda, das an den Box-, Gewichtheber- und Schwimmwettbewerben teilnimmt, ist die zweite Gruppe aus dem Ausland nach dem Softball-Frauenteam aus Australien, das zu Spielen anreiste.

Der namentliche nicht genannte Athlet aus Uganda sei so wie seine Teamkollegen geimpft und habe wie vorgeschrieben einen negativen Testbescheid innerhalb von 72 Stunden vor der Abreise nach Japan vorgelegt, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Der Bürgermeister von Izumisano, Hiroyasu Chiyomatsu, erklärte, man werde die übrigen acht angereisten Teammitglieder bitten, vorerst nicht zu trainieren und sich täglich auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Abreise der Mannschaft aus Uganda hatte sich um drei Tage verzögert, da die Infektionszahlen in dem afrikanischen Land gestiegen waren. (Quelle: ARD, 20.06.21)


Bis zu 7.000 Menschen feiern im Hamburger Stadtpark

Bis zu 7.000 Menschen haben sich in der Nacht im Hamburger Stadtpark aufgehalten und gefeiert. Nach Polizeiangaben vom Morgen war die Lage aber nicht so angespannt wie in der Nacht zuvor, als Beamte den Stadtpark räumten. Ab dem frühen Samstagabend hätten sich die Menschen im Park versammelt, im Laufe des Abends sei die Stimmung aggressiver geworden. Demnach wurde Pyrotechnik gezündet und es flogen vereinzelt Flaschen. Die meisten folgten der Aufforderung, den Stadtpark zu verlassen, wie ein Polizeisprecher sagte. Gegen 1 Uhr hätten sich nur noch wenige Menschen dort aufgehalten. Auf der Winterhuder Mühlenkampbrücke hatten sich nach Angaben der Polizei zudem etwa 250 Menschen auf der Fahrbahn versammelt. Nachdem Lautsprecherdurchsagen ignoriert wurden, sei die Brücke gegen 0.55 Uhr geräumt worden. Auch hier seien Böller geworfen worden. (Quelle: ARD, 20.06.21)


Südkorea lockert Kontaktbeschränkungen

Angesichts der Forschritte bei den Corona-Impfungen will Südkorea die Kontaktbeschränkungen lockern. Ab dem 1. Juli sollen im Großraum Seoul wieder private Treffen von bis zu sechs Personen möglich sein, ab dem 15. Juli von bis zu acht Personen, wie die Regierung mitteilte. Restaurants, Nachtlokale und Cafés dürften zudem zwei Stunden länger bis Mitternacht geöffnet bleiben. Außerhalb der Hauptstadt soll es keine zahlenmäßige Beschränkungen für private Treffen geben. Südkorea hat gut 29 Prozent seiner Bevölkerung geimpft und sieht sich damit auf Kurs, das Ziel von 70 Prozent bis September zu erreichen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen stabilisierte sich in den vergangenen Wochen zwischen 400 und 700. (Quelle: ARD, 20.06.21)


Mehr als eine Milliarde Impfungen in China

In China sind mittlerweile mehr als eine Milliarde Dosen Corona-Impfstoff verabreicht worden. Das gab das Gesundheitsministerium in Peking bekannt. Die Behörden machten zunächst keine Angaben dazu, wie viel Prozent der Bevölkerung beide Dosen erhalten haben. Die Regierung will bis Ende des Jahres mindestens 70 Prozent der Bevölkerung vollständig impfen, also etwa eine Milliarde Menschen. Die in China verimpften Dosen entsprechen laut Zählung der Nachrichtenagentur AFP mehr als einem Drittel des weltweit verabreichten Corona-Impfstoffs. (Quelle: ARD, 20.06.21)


Emsland-Zahlen

Das Robert Koch-Institut meldet am Sonntag zwei CoViD-Neuinfektionen. Die aktuelle Zahl der Gesamtinfizierten beläuft sich damit auf 12.644 angegeben. Insgesamt sind mit Emsland 10 Menschen binnen Wochenfrist an CoViD19 erkrankt. Die 7-Tagesinzidenz liegt daher heute bei 3,1 (2,4 gestern). die Zahl der CoViD19-Toten liegt weiterhin bei 188. (Quelle: rki, 19.06.21)


Koalition will Regeln zu Einreisebeschränkungen verlängern

Bundesweite Einreisebeschränkungen sollen auch nach dem Ende der nationalen Epidemie aufrechterhalten werden können. „Wir wollen nächste Woche beschließen, dass Einreisebedingungen, die von Gesundheitsminister Jens Spahn per Verordnung festgelegt wurden, weitergelten können, auch wenn die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr besteht“, sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, der „Welt am Sonntag“. Betroffen sein könnten Beförderungsverbote aus Virusvariantengebieten und Test- und Quarantäneverpflichtungen bei der Einreise. Union und SPD im Bundestag planen dazu noch vor der Sommerpause eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, mit der Einreisebeschränkungen bis zu zwölf Monate weitergelten können, auch wenn die erst kürzlich verlängerte „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ Ende September ausläuft, wie die Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise schreibt. Da es sich dabei um sehr kleinteilige Verwaltungsmaßnahmen handele, sei ein förmliches Gesetz nicht erforderlich, sagte Fechner. „Eine Missbrauchsgefahr sehe ich in diesem Fall nicht, da es sich bei den Einreisebestimmungen nicht um wesentliche Eingriffe in die Grundrechte handelt.“ (Quelle: Tagesschau, 20.06.21)


Reha-Anträge wegen Covid-19-Erkrankung nehmen zu

Bei Versicherten der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland steigt der Bedarf an medizinischer Rehabilitation in Reha-Kliniken nach Covid-19-Erkrankungen. In diesem Jahr wurden in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt von Januar bis Ende Mai 493 bereits stationäre Rehabilitationsaufenthalte für Erwachsene wegen der Hauptdiagnose Coronavirus-Infektion bewilligt, wie eine Sprecherin des Rentenversicherers mitteilte. Im gesamten Jahr 2020 waren es noch 59, wobei hier erst seit Ende April Reha-Anträge wegen Covid-19 erfasst wurden. (Quelle: Tagesschau, 20.06.21)


Indien meldet die geringste Neuinfektionszahl seit drei Monaten

Indien hat mit 58.419 Neuinfektionen die niedrigste Tageszahl seit fast drei Monaten gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen in dem Land stieg damit binnen 24 Stunden auf 29,9 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Das ist der zweithöchste Wert weltweit nach den USA. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge aber weitaus höher sein. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus erhöhte sich um 1576 auf 386.713 Menschen. Indien war im April und Mai ein Brennpunkt der Pandemie. Zeitweise wurden mehr als 400.000 Neuinfektionen am Tag gemeldet. (Quelle: Tagesschau, 20.06.21)


Wut auf Bolsonaro

Aus Protest gegen das Corona-Krisenmanagement von Staatschef Jair Bolsonaro und unter dem Eindruck einer Opferbilanz von einer halbe Million Corona-Toten sind am Samstag zehntausende Brasilianer auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen fanden in mehr als 20 Hauptstädten brasilianischer Bundesstaaten statt, darunter Rio de Janeiro, Brasília, Recife und São Paulo. Just am Samstag hatte Brasilien die Schwelle von 500.000 Corona-Toten überschritten – nur in den USA ist die offizielle Opferzahl noch höher.

Das brasilianische Gesundheitsministerium meldete am Samstag 82.288 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit stieg die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 17.883.750. Die Zahl der Corona-Toten gab das Ministerium mit 500.800 an. Allein am Samstag starben 2301 Infizierte.

„Die dritte Welle rollt gerade auf uns zu, aber die Impfungen, die den Unterschied machen könnten, kommen noch zu langsam voran“, kritisierte die Epidemiologin Ethel Maciel. Außerdem seien die Behörden offenbar nicht gewillt, neue Corona-Restriktionen zu verfügen.

Tatsächlich herrscht in Brasilien scheinbare Normalität. Geschäfte, Restaurants und Bars haben geöffnet, auf den Straßen sind zahlreiche Menschen ohne Masken unterwegs. Die Belegung der Intensivstationen deutet aber auf den Ernst der Lage hin: In 19 der 27 Bundesstaaten sind sie zu mehr als 80 Prozent belegt, in acht davon sogar zu 90 Prozent.

Die Corona-Krise trieb am Samstag zehntausende Menschen auf die Straße. „Wir haben mehr als 2000 Tote am Tag“, begründete die 21-jährige Studentin Tita Couto ihre Teilnahme an der Demonstration in São Paulo.

Viele erinnerten mit Schildern mit der Aufschrift „500.000“ an die traurige Opferbilanz der Corona-Pandemie in Brasilien. Auch Slogans wie „Weg mit Bolsonaro“, „Regierung des Hungers und der Arbeitslosigkeit“ und „Impfung jetzt“ stand auf Transparenten zu lesen.

In Brasilien haben erst 29 Prozent der 212 Millionen Einwohner mindestens eine Impfdosis bekommen, 11,36 Prozent sind vollständig gegen Covid-19 geimpft. „Das ist sehr frustrierend“, sagte der 34-jährige Demonstrant Felipe Rocha, der immer noch auf seine erste Impfspritze wartet.

Bolsonaro wird vorgeworfen, durch eine Verharmlosung der Pandemie die rasante Ausbreitung des Coronavirus befördert zu haben. Er hatte die von dem Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 als „kleine Grippe“ bezeichnet und Maßnahmen von Bundesstaaten und Kommunen zur Eindämmung der Pandemie auch wegen ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft kritisiert.

Zudem zog Bolsonaro die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe in Zweifel und verstieß immer wieder gegen die Maskenpflicht. Bolsonaros Weigerung, die Gefahren durch das Coronavirus anzuerkennen, seien „absurd“, sagte der 50-jährige Robert Almeida bei einer Demonstration in Rio de Janeiro. Der Staatschef habe sich „schon von der Realität verabschiedet“.

Zu den Protesten hatte ein breites Bündnis aus sozialen Organisationen, Gewerkschaften, Parteien und Politikern aufgerufen. Zu ihnen zählte auch der linksgerichtete Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, potenzieller Herausforderer Bolsonaros bei der Präsidentschaftswahl kommendes Jahr.

Im Onlinedienst Twitter kritisierte Lula: „500.000 Tote durch eine Krankheit, gegen die es eine Impfung gibt, in einem Land, das eine weltweite Referenz in Sachen Impfungen war. Das hat einen Namen: Genozid.“ Der Umgang der Regierung Bolsonaro mit der Pandemie wird bereits von einem Parlamentsausschuss untersucht.

Das größte Land Lateinamerikas war zu Jahresbeginn von einer heftigen zweiten Infektionswelle erschüttert worden, zwischenzeitlich wurden täglich mehr als 4000 Tote verzeichnet. Trotz der sich abzeichnenden dritten Infektionswelle entschied Bolsonaro unlängst, dass sein Land die südamerikanische Fußball-Meisterschaft Copa América auszurichtet, nachdem Kolumbien und Argentinien dies abgelehnt hatten. (Quelle: TSP, 20.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Sonntag, 20. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 54 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.727. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.647 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 4,9 Fälle je 100.000 Einwohner (52 am Vortag). (Quelle: RKI, 20.06.21)


Viele Apotheken wollen Testangebot zurückfahren

Wegen sinkender Nachfrage nach Corona-Tests wollen Deutschlands Apotheken ihr Angebot einschränken. Weil die Zahl der vollständig Geimpften zunehme und Infektionsschutzregeln gelockert worden seien, nehme der Bedarf an Tests ab, sagte ein Sprecher des Apothekerverbandes Abda in Berlin.

Zudem wies er darauf hin, dass der Bund weniger zahle als zuvor. „Für eine ganze Reihe von Apotheken ist die Durchführung der Tests damit nicht mehr wirtschaftlich.“ Das Testangebot werde deshalb wohl Schritt für Schritt kleiner werden. Die Apotheken gehören neben privaten Firmen und staatlichen Institutionen zu den wichtigsten Teststellen-Betreibern.

Nach Abda-Schätzung bieten etwa 20 bis 25 Prozent der Apotheken sogenannte Bürgertests an – also Schnelltests, die für die Verbraucher kostenlos sind und vom Bund bezahlt werden. Ursprünglich bekamen die Apotheken wie alle anderen Anbieter bis zu 18 Euro pro vorgenommenem Antigentest, nun zahlt der Bund nur noch bis zu 12,50 Euro.

In der Corona-Pandemie waren Tests im Frühjahr ein Schlüssel dafür, dass Menschen mit einem negativen Ergebnis Restaurants oder Läden besuchen konnten. Allerdings sind die Infektionszahlen inzwischen so niedrig, dass Lockerungen greifen und der Gastronomiebesuch oder Einkauf auch ohne Testergebnis erlaubt ist. Hinzu kommt, dass vollständig Geimpfte von Testvorgaben ausgenommen sind.(Quelle: TSP, 20.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 842 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1489 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 8,8 an (Vortag: 9,3; Vorwoche: 17,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 16 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.385 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Angaben von Samstagabend bei 0,69 (Vortag: 0,70). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 69 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 20.06.21)


bundesregierung sieht Bedarf an FFP2-Masken für Kinder

Die Bundesregierung sieht nach eigener Aussage den Bedarf an FFP2-Masken für Kinder. Das geht aus der Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium habe deshalb das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Normung einer Infektionsschutzmaske beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen soll.

Die Grünen-Politikerin Tabea Rößner kritisiert, dass das erst jetzt passiert. „Es ist ein Armutszeugnis, dass nach 16 Monaten Corona-Pandemie noch immer keine spezifischen FFP2-Masken für Kinder auf dem Markt verfügbar sind. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, daher erschüttert es, dass es keine ausreichende Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet gibt“, sagte sie. Die FFP2-Maskenpflicht in Schulen sei zwar aufgehoben worden, viele Kinder trügen aber in Bus und Bahn die auf Erwachsene ausgerichteten Masken. „Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung angesichts der schon so lange anhaltenden pandemischen Lage nicht früher tätig geworden ist.“ Beim gezielten Schutz der Kinder habe die Bundesregierung versagt.

Die Bundesregierung verwies in ihrer Antwort auf eine Europäische Norm, nach der bei der Überprüfung einer Maske zehn Probanden mit unterschiedlichen Gesichtsformen ausgewählt werden. Es sei daher nicht ausgeschlossen, „dass Masken hergestellt und geprüft werden, die im Bereich Infektionsschutz für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Hier ist dann insbesondere auf einen richtigen Sitz der Maske für Kinder und Jugendliche bei der Auswahl zu achten.“ (Quelle: TSP, 20.06.21)


Kubas Vakzin Soprana 2 zeigt Wirksamkeit von 62 %

Der in Kuba entwickelte Impfstoffkandidat Soberana 2 hat mit nur zwei von drei vorgesehenen Dosen eine Wirksamkeit von 62 Prozent gezeigt. Das teilt das staatliche biopharmazeutische Unternehmen BioCubaFarma unter Berufung auf vorläufige Daten aus Studien der späten Phase mit. „In ein paar Wochen sollten wir die Ergebnisse für die Wirksamkeit mit drei Dosen haben. Wir erwarten, dass diese größer sein wird“, sagte Vicente Vérez, Direktor des staatlichen Finlay Vaccine Institute, das Soberana 2 entwickelt hat. Kuba erlebt zur Zeit seinen schlimmsten Coronavirus-Ausbruch seit Beginn der Pandemie. Das Land bezieht keine Vakzine aus dem Ausland, sondern arbeitet an fünf verschiedenen eigenen Impfstoffen. (Quelle: ARD, 20.06.21)


Überblick am Abend

  • In ganz Brasilien gingen Tausende auf die Straße, um gegen die Pandemierpolitik von Präsident Jair Bolsonaro zu protestieren, einschließlich seiner nicht schnell genug beschafften Impfstoffe und der Frage, ob das Tragen von Masken erforderlich ist. Brasilien wird voraussichtlich 500.000 Todesfälle durch Covid-19 überschreiten, wenn später am Samstag offizielle Zahlen veröffentlicht werden, die weltweit höchste Zahl von Todesopfern nach den USA.
  • Großbritannien hat am Samstag 10.321 neue Covid-19-Fälle registriert, verglichen mit 10.476 am Freitag, was die Gesamtzahl auf 4.620.968 erhöht hat. Weitere 14 Todesfälle erhöhten die Gesamtzahl auf 127.970 CoVid19-Tote.
  • Schulen in Mexiko-Stadt, die gerade wieder zum Präsenzunterricht zurückgekehrt waren, werden ab Montag wieder geschlossen, da die Hauptstadt in ein höheres Coronavirus-Risiko aufsteigt. Das eilten die Bildungsbehörden mit. In Mexiko-Stadt waren erst vor zwei Wochen die Beschränkungen für Treffen in Schulen, Hotels, Geschäften und Restaurants gelockert worden, als die dicht besiedelte Rehion in die niedrigste Risikostufe des vierstufigen „Ampelmodells“ der Regierung einstieg. Angesichts steigender Neuinfektionen hat das Gesundheitsministerium jetzt aber Mexiko-Stadt für den 21. Juni bis 4. Juli höher eingestuft.
  • Kambodscha meldete heute 20 CoViD19-Tote – die höchste Zahl an Todesopfer an einem Tag. Die südostasiatische Nation entdeckte gleichzeitig ihre ersten Fälle der Delta-Mutation und die Behörden forderten die Menschen auf, vorsichtig zu sein. Kambodscha hat bisher eine der kleinsten Fallzahlen auf der Welt verzeichnet, aber der Ausbruch, der erstmals Ende Februar entdeckt wurde, hat jetzt dazu geführt, dass die Infektionen auf 42.052 Fälle mit 414 Todesfällen gestiegen sind.
  • Eine dritte Welle in Großbritannien „ist definitiv im Gange“ , so ein wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung. Prof. Adam Finn, Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses für Impfung und Immunisierung (JCVI), sagte: „Es geht aufwärts, vielleicht können wir ein bisschen optimistisch sein, dass es nicht schneller aufwärts geht, aber dennoch ist diese dritte Welle definitiv im Gange.“
  • Mehrere englische Stadien wurden heute als Impfzentren genutzt, darunter das London Stadium und das Stadion an der Stamford Bridge. Lange Schlangen bildeten sich, nachdem die britische Regierung alle Personen ab 18 Jahren dazu aufforderte, sich impfen zu lassen. (Quelle: The Guardian, 19.06.21)

Tausende Brasilianer protestieren gegen Corona-Politik Bolsonaros

In ganz Brasilien sind Tausende Menschen gegen die Corona-Politik des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straßen gegangen. In der Hauptstadt Brasília sowie 14 Provinzhauptstädten forderten sie am Samstag mehr Impfungen und wirtschaftliche Unterstützung in der Corona-Krise, wie die Nachrichtenplattform „G1“ berichtete. Die Demonstranten verlangten zudem den Rücktritt Bolsonaros, mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger und die Umweltzerstörung sowie die Achtung der Rechte indigener Völker.

Brasilien ist noch immer ein Corona-Brennpunkt: Über 17,8 Millionen Menschen haben sich dort nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, fast eine halbe Million Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 bisher gestorben. Bolsonaro hat das Virus von Anfang an verharmlost und sich mit Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen gegen harte Ausgangsbeschränkungen gestemmt. Zuletzt zog er auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Mittlerweile prüft ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Bolsonaros Krisenmanagement in der Pandemie. (Quelle: TSP, 19.06.21)


Zahlreiche Fußballfans in München missachten Maskenpflicht

Obwohl die EM-Organisatoren in München angekündigt hatten, die Fans auf den Rängen zum Tragen von Masken zu bewegen, haben nur wenige Fans beim zweiten Spiel der Fußball-Europameisterschaft die vorgeschriebenen FFP2-Masken aufgehabt. Beatrix Zurek, Leiterin des Gesundheitsreferats der Stadt München, sagte zwar, dass sich die Hygienekonzepte insgesamt bewährt hätten. Die nicht eingehaltene Maskenpflicht sieht sie allerdings kritisch. „Im Zweifel müsste man die Person aus dem Stadion führen“, erklärte sie im Podcast „Players“ des Deutschlandfunks. (Quelle: Tagesschau, 19.06.21)


Türkei: Impfungen für alle ab 30

In der Türkei dürfen sich alle Menschen im Alter von mindestens 30 Jahren ab Sonntag gegen das Corona-Virus impfen lassen. Mehr als 26,4 Millionen Menschen in dem Land mit knapp 84 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern haben bislang ihre erste Spritze erhalten und 14,3 Millionen Menschen beide Dosen. In der Türkei wird der von BioNTech und Pfizer entwickelte Impfstoff verabreicht sowie ein Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac. (Quelle: Tagesschau, 19.06.21)


Spahn und Lauterbach äußern sich optimistisch

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach haben sich zuversichtlich über ein weiteres Abklingen der Corona-Pandemie geäußert. Voraussichtlich werde es nur noch eine kleine Corona-Welle geben, bei der sich die aggressivere Delta-Variante durchsetzen werde, sagten beide bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing. Spahn sagte, er gehe davon aus, dass auch diese Mutation durch niedrige Inzidenz-Werte eingedämmt werden könne. (Quelle: Tagesschau, 19.06.21)


Söder warnt vor Delta-Variante

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vehement vor der Delta-Variante des Coronavirus gewarnt. Die zuerst in Indien bekannt gewordene und inzwischen etwa in Großbritannien vorherrschende Virusvariante werde in drei bis vier Wochen in Deutschland dominierend sein, sagte Söder am Samstag auf der Landesversammlung der Jungen Union Bayern in Unterhaching. Sie sei acht Mal ansteckender als die Ausgangsvariante.

„Wer zu früh aufsteht in einem Krankheitsfall, der riskiert einen schweren Rückschlag“, sagte Söder. Die Wissenschaftler hätten in früheren Wellen fast punktgenau vorhergesagt, wann es wieder zu größerem Infektionsgeschehen kommen wird. „Ich lasse nicht zu, dass wegen kleiner Interessen am Ende das ganze Land in Mitleidenschaft gezogen wird“, sagte der Regierungschef und verteidigte seine vorsichtige Corona-Linie. Wichtig sei es jetzt, das Impftempo – vor allem bei den Zweitimpfungen – zu erhöhen. „Es kommt jetzt auf jeden Tag an.“ (Foto CC s. Archiv v. 14.4.21; Quelle: TSP, 19.06.21)


Italien-Update

Italien meldete am Samstag 28 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren, teilte das Gesundheitsministerium mit, während die tägliche Zahl der Neuinfektionen von 1.147 auf 1.197 anstieg.

Italien hat seit seinem Ausbruch im Februar letzten Jahres 127.253 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert, die zweithöchste Zahl in Europa nach Großbritannien und die achthöchste weltweit. Das Land hat bisher 4,25 Millionen Fälle gemeldet, berichtet Reuters. Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus – ohne diejenigen auf der Intensivstation – lagen am Samstag bei 2.504, gegenüber 2.680 am Tag zuvor. Es gab 10 Neuaufnahmen auf Intensivstationen, gegenüber 11 am Freitag. Die Gesamtzahl der Intensivpatienten sank von 416 auf 394. (Quelle: The Guardian, 19.06.21)


USA stellen Taiwan 2,5 Millionen Corona-Impfungen zur Verfügung

Die USA stellen Taiwan 2,5 Millionen Corona-Impfdosen zur Verfügung. „Unsere Spende von 2,5 Millionen Impfdosen ist auf dem Weg nach Taiwan“, erklärte Außenamtssprecher Ned Price am Samstag. In China dürfte die Spende für Verärgerung sorgen. China hatte schon verärgert reagiert, als US-Senatoren die Spende vor knapp zwei Wochen bei einem Besuch in Taiwan angekündigt hatten.

Die Impfstoff-Spende ist nun sogar noch größer als erwartet. Die Senatoren hatten nur 750.000 Impfdosen in Aussicht gestellt. Peking betrachtet Taiwan, das sich 1949 von China losgesagt hatte, als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll – notfalls auch mit Gewalt. In den vergangenen Jahren hatte China den wirtschaftlichen, militärischen und diplomatischen Druck auf Taiwan massiv erhöht.

Taiwan warf China unter anderem vor, seine Bemühungen zur Beschaffung von Corona-Impfstoff zu behindern. Washington ist Taiwans wichtigster internationaler Verbündeter, unterhält aber keine vollen diplomatischen Beziehungen zu Taipeh, weil es offiziell die Volksrepublik China anerkennt.

(Quelle: TSP, 19.06.21)



Weniger als 1000 Corona-Patienten auf Intensivstation

Erstmals seit acht Monaten ist die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen unter 1000 gefallen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Samstag 960 Erwachsene in Behandlung. Ähnlich niedrig war die Zahl zuletzt in der zweiten Oktoberhälfte. Am Höhepunkt der dritten Welle Ende April waren es laut DIVI mehr als 5000 Patienten. Die Zahl aller Corona-Intensivpatienten, also einschließlich Kinder, gab die DIVI in ihrem Tagesbericht am Samstag mit 964 an.

Wieviele Menschen intensivmedizinische Versorgung brauchen, hängt auch von der Zahl der Neuinfektionen ab. Die ist seit Ende April drastisch zurückgegangen. So sank die vom Robert Koch-Institut gemeldete 7-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche – von knapp 170 auf unter 10 am Samstag.

Auf den Rückgang bei den Intensivpatienten dürfte aber auch die zunehmende Impfquote Auswirkung haben. Die Impfstoffe verhindern sehr wirksam schwere Verläufe von Covid-19. Insbesondere anfällige Bevölkerungsgruppen wie Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen sind schon zu großen Teilen geschützt. (Quelle: TSP, 19.06.21)


Beinahe 500.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien sind etwa eine halbe Million Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Bei derzeit über 2000 neuen Opfern täglich wird das Land bald schon die USA als Land mit den weltweit höchsten Todeszahlen ablösen, rechnen Virologen vor. Experten zeigen sich beunruhigt über die hohe Zahl von Neuinfektionen: Mit 98.135 Fällen innerhalb von 24 Stunden wurde am Freitag ein absoluter Tagesrekord aufgestellt.

Nachdem die Todes- und Infektionszahlen seit Ende April leicht gesunken waren, geht es nun wieder aufwärts. Von einer neuen Welle will die Mikrobiologin Natalia Pasternak jedoch nicht reden. Brasilien verharre vielmehr auf einem hohen Niveau mit eventuellen Anstiegen. Landesweit gedenken Katholiken heute unter dem Motto „Jedes Leben zählt“ der Opfer. Präsident Jair Messias Bolsonaro setzt jedoch seine Kampagne gegen Impfstoffe fort. (Quelle: Tagesschau, 19.06.21)



Spahn kündigt längere Corona-Maßnahmen in Schulen an

Corona-Maßnahmen in Schulen müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch eine längere Zeit aufrechterhalten werden. „Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen wieder in den Schulbetrieb gehen können“, sagte er am Samstag bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing über die Zeit nach den Sommerferien.

Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein. „Da setzen sich Millionen Menschen in Bewegung, die sich sonst nicht in Bewegungen setzen würden und begegnen sich“, betonte Spahn. Das könne dann zu einer „Drehscheibe in die Haushalte hinein“ werden. „Wir sollten dieses Mal die Sommerzeit besser nutzen“. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 19.06.21)


Corona-Neuinfektionen in Moskau steigen auf neuen Höchststand

In Moskau ist am Samstag ein neuer Höchststand der Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. 9.120 Infektionen binnen 24 Stunden wurden nach Regierungsangaben aus der russischen Hauptstadt gemeldet. Dies sind dreimal so viele wie vor zwei Wochen. Hinter dem Anstieg, der die Moskauer Krankenhäuser zu überlasten droht, steckt die hochansteckende Delta-Variante des Virus. Die stellvertretende Bürgermeisterin Anastasia Rakowa kündigte einen Ausbau der Zahl der Krankenhausbetten von 17.000 auf 24.000 in den nächsten zwei Wochen an.

Russland hat am heutigen Samstag 17.906 neue Fälle gemeldet, darunter die Moskauer Rekordzahl, was die nationale Infektionszahl seit Beginn der Pandemie auf 5.299.215 erhöht hat. Russland ist derzeit eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Die Ansteckungszahlen steigen landesweit und besonders in den Metropolen Moskau und St. Petersburg. Mehr als die Hälfte der landesweit gemeldeten Neuinfektionen entfiel am Samstag auf die Hauptstadt. Insgesamt infizierten sich seit Pandemiebeginn im ganzen Land 5,3 Millionen Menschen – dies ist einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP zufolge die sechsthöchste Rate weltweit.

Große Teile der russischen Bevölkerung stehen einer Corona-Impfung skeptisch gegenüber. Seit Dezember sind der Website Gogow zufolge, die die Impfrate erfasst, nur 19,4 Millionen der rund 146 Millionen Einwohner mindestens einmal geimpft worden. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben 60 Prozent der Russinnen und Russen an, sich nicht impfen lassen zu wollen. (Quelle: TSP, 19.06.21)


Mertens kritisiert Drängen auf umfangreiche Kinderimpfung

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat die politische Debatte um eine Massenimpfung von Kindern und Jugendlichen vor dem neuen Schuljahr kritisiert. Grundsätzlich sei bedauerlich, dass dies zu einem politischen Thema geworden sei, noch bevor es eine Zulassung für einen Impfstoff gegeben habe, sagte Mertens am Samstag auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. „Von diesen ganzen Aussagen war ja praktisch nichts wirklich evidenzbasiert, muss man fairerweise sagen. Und leider Gottes ist in dieser Phase die entscheidende Problematik, nämlich brauchen Kinder und Jugendliche diese Impfung, überhaupt nicht angesprochen worden.“

Infektionen bei dieser Altersgruppe verliefen bekanntlich sehr häufig asymptomatisch oder mild. Mertens sagte, es habe insgesamt 1849 Fälle gegeben, bei denen es Einweisungen ins Krankenhaus gegeben habe. Dies sei ein Prozent der schon geringen Zahl gemeldeter Fälle. Zum Teil seien Kinder auch wegen Blinddarmentzündungen ins Krankenhaus gekommen und dann positiv getestet worden. Von den Hospitalisierungen sei dann ein Prozent intensivmedizinisch behandelt worden.(Quelle: TSP, 19.06.21)


Tokio streicht Public Viewings bei Olympia

Die geplanten Public Viewings bei den Olympischen Spielen in Tokio sind wegen der Corona-Pandemie gestrichen worden. Stattdessen sollen einige der sechs dafür vorgesehenen Schauplätze in Japans Hauptstadt als Impfzentren genutzt werden, wie Tokios Gouverneurin Yuriko Koike am Samstag verkündete. Grund für die Entscheidung sind die anhaltenden Sorgen vor einer Verbreitung des Virus und seiner Mutationen während der Sommerspiele. Zuvor hatte sich Koike mit Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga beraten.

Die Public Viewings sollten unter anderem in Parks in Tokio veranstaltet werden, waren aber seit längerem umstritten. In Japan spricht sich seit Monaten eine Mehrheit in Umfragen gegen die Austragung der Olympischen Spiele in diesem Sommer aus. Die Spiele waren im vergangenen Jahr wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden und sollen am 23. Juli beginnen.

Zuletzt hatte Regierungschef Suga entschieden, den seit Monaten geltenden Corona-Notstand für Tokio aufzuheben. Einige Restriktionen sollen jedoch weiter gelten. Am Montag wollen die Organisatoren über die Zulassung japanischer Zuschauer entscheiden. Suga hatte sich offen dafür gezeigt, bis zu 10 000 Fans in die Arenen zu lassen, sofern nicht mehr als 50 Prozent der Plätze belegt werden. Der wichtigste Corona-Regierungsberater, der Mediziner Shigeru Omi, riet indes davon ab. Ausländischen Besuchern ist die Einreise zu Olympia verboten. (Quelle: TSP, 19.06.21)


Indien: Berühmtes Sportlerehepaar stirbt an CoVid

Milkha Singh, einer der ersten Sport-Superstars Indiens, ist im Alter von 91 Jahren an den Folgen von Covid gestorben.

Singh, im Volksmund Flying Sikh genannt, starb am späten Freitag in einem Krankenhaus der nordindischen Stadt Chandigarh, teilte seine Familie mit. Der ehemalige Leichtathlet war am 20. Mai positiv auf Covid getestet worden. Seine Frau Nirmal Saini, ehemalige Kapitänin des indischen Volleyball-teams, war bereits vor einigen Tagen an dem Virus gestorben. Sie war 85.

„Er hat hart gekämpft, aber so sind Gottes Wege“, sagte Singhs Familie.

(Quelle: The Guardian, 19.06.21)


Lauterbach kritisiert „historisches Versagen“ reicher Länder in der Corona-Krise

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht in der Corona-Krise ein „historisches Versagen“ reicher Staaten. „Wir haben Impfkapazität aufgebaut, die genau zugeschnitten war auf das, was wir selbst brauchen“, sagte er am Samstag bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing. „Wir haben keine zusätzliche Impfstoff-Produktionskapazität für die ärmeren Länder.“

Das habe nun zur Folge, dass die Menschen in Südostasien, Afrika oder Lateinamerika weitgehend ungeschützt einem immer gefährlicher werdenden Virus ausgesetzt seien. Denn je mehr Menschen geimpft seien, desto aggressiver müsse das Virus werden, um sich weiter ausbreiten zu können. „Das ist ein historisches Versagen der wohlhabenden Länder.“

Für Deutschland rechnet Lauterbach „bis Mitte September“ mit einer Herdenimmunität. „80 Prozent der Erwachsenen sind dann doppelt geimpft“, sagte er. „Meine große Sorge ist aber, dass unsere Kinder nicht geschützt sind.“ Die Delta-Variante werde sich auch in Deutschland durchsetzen, diese sei deutlich gefährlicher als alle bisherigen Corona-Varianten. „Ein Prozent der infizierten Kinder wird im Krankenhaus behandelt werden müssen“ – und auch langfristige Folgen einer Covid-Erkrankung könnten Kinder treffen.

Insgesamt sei Deutschland mit einer Übersterblichkeit von rund vier Prozent deutlich besser durch die Krise gekommen als europäische Nachbarländer. Allerdings habe die Bundesrepublik in der zweiten Welle versagt: „In der zweiten Welle sind unnötigerweise viele Menschen gestorben“, sagte Lauterbach. (Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 19.06.21)


Chinesisches Sinovac-Vakzin weniger wirksam als Biontechs Corona-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac hat sich einem Zeitungsbericht zufolge in einer Hongkonger Studie weniger wirksam erwiesen als das Biontech-Vakzin. Menschen, die mit Biontech gegen Covid-19 geimpft worden seien, hätten „wesentlich höhere“ Antikörperwerte aufgewiesen als Sinovac-Geimpfte, berichtete die „South China Morning Post“ am Samstag unter Berufung auf eine staatlich beauftragte Studie der Universität Hongkong (HKU). Bei dem Sinovac-Impfstoff könnte demnach in manchen Fällen auch eine dritte Auffrischungsimpfung nötig werden.

Zuletzt waren Zweifel an der Wirksamkeit des Sinovac-Impfstoffes gegen infektiösere Mutationen des Virus aufkommen, wie etwa die Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde. In Indonesien hatten sich kürzlich Behördenangaben zufolge mehr als 350 Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit dem Coronavirus infiziert, obwohl sie mit Sinovac geimpft worden waren.
Die meisten der Betroffenen hätten zwar keine Symptome gezeigt, Dutzende mussten allerdings zur Behandlung in Kliniken. Anfang Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem Sinovac-Impfstoff als zweitem in China hergestellten Vakzin eine Notfallzulassung erteilt. Damit kann das Mittel vom internationalen Impfprogramm Covax verwendet werden, das ärmere Staaten mit Coran-Vakzinen versorgt. Es wird auf bisher herkömmliche Weise hergestellt, während der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer auf der neuen MRNA-Technologie beruht.
(Quelle: TSP, 19.06.21)


Razzia bei Münchner Arzt nach Impfung von 120 Italienern im Hilton

Ein Münchner Arzt hatte 120 Italiener im Hilton am Flughafen geimpft. Die Italiener waren zu diesem Zweck nach München geflogen. Das hat nun ernsthafte Konsequenzen für ihn: Die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg durchsucht mehrere Objekte in München. Dazu zählten eine Arztpraxis, eine Apotheke und eine Rechtsanwaltskanzlei.

Es liegt ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Nürnberg vor. Es bestünde der Verdacht der Unterschlagung von Impfstoff, der Bestechung und der Bestechlichkeit im Gesundheitswesen. Ein Apotheker soll sich der Unterschlagung schuldig gemacht haben, indem er den Impfstoff für die Impfaktion zur Verfügung gestellt haben soll. Einer der beschuldigten Ärzte soll den Impfstoff von dem beschuldigten Apotheker angekauft haben. Weitere Ärzte sollen bei der Impfung geholfen haben. Der beschuldigte Rechtsanwalt soll den Vertrag für die Impfaktion entworfen haben.

Die geimpften Italiener hatten keinen Anspruch auf eine Impfung gegen das Coronavirus. (Quelle: TSP, 19.06.21)


Zusammenstöße in Frankreich nach Rave-Verbot

Wegen des Verbots eines illegalen Raves ist es im Nordwesten Frankreichs zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Partygästen und der Polizei gekommen. Dabei gab es mehrere Verletzte, wie die zuständige Präfektur auf Twitter mitteilte. Präfekt Emmanuel Berthier sagte, ein junger Mann habe bei der extremen Gewalt eine Hand verloren, fünf Gendarmen seien verletzt worden.

Die Zusammenstöße hätten mehr als sieben Stunden gedauert. Einige Beteiligte hätten Molotowcocktails, Boulekugeln und Steine auf Sicherheitskräfte geworfen. In der Nacht zum Samstag hatten etwa 1500 Partygäste versucht, in dem kleinen bretonischen Ort Redon einen Rave zu veranstalten. Das wurde wegen der Corona-Lage jedoch verboten. Die Gendarmerie war mit etwa 400 Kräften im Einsatz. Am Samstagmorgen hatte sich die Situation Berthier zufolge wieder beruhigt. Die Staatsanwaltschaft habe Untersuchungen eingeleitet. (Quelle: Tagesschau, 19.06.21)


Niederlande heben fast alle Corona-Einschränkungen auf

Die benachbarten Niederlande heben fast alle Corona-Einschränkungen auf. Ab dem 26. Juni gilt als zentrale Regel nur noch die Abstandsregel von 1,5 Meter, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitagabend in Den Haag. Veranstaltungen, bei denen kein Abstand eingehalten werden könne, seien möglich, wenn Besucher einen Test- oder Impfbeweis vorweisen. Das gelte auch für Sportwettkämpfe, Festivals, Gaststätten oder Theater. Auch die Maskenpflicht werde fast vollständig aufgehoben.

„Das Ende der Krise ist in Sicht“, sagte Rutte, mahnte aber weiter zur Vorsicht angesichts neuer Virusvarianten. Gerade die Delta-Variante greife auch in den Niederlanden um sich. Wegen der stark zurückgehenden Zahl von Infektionen und den Fortschritten bei der Impfkampagne werden die Einschränkungen nach den Worten des Premiers schneller als geplant aufgehoben.

Masken müssen nur noch getragen werden, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann wie zum Beispiel in Bussen und Bahnen. Bisher galt die Maskenpflicht auch nur in öffentlichen Räumen. Gaststätten, Museen und Theater dürfen mehr Besucher zulassen als bisher und unbeschränkt geöffnet sein. Auch Discos und Nachtclubs öffnen wieder. Ab dem 26. Juni dürfen Fußballspiele auch wieder auf Bildschirmen in Gaststätten gezeigt werden.

Die Niederlande haben zur Zeit etwa 45 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche. Über 50 Prozent der Einwohner haben zumindest eine Impfdosis erhalten. Etwa 28 Prozent sind vollständig geimpft. (Quelle: GN, 19.06.21)


Bedford-Strohm fordert gerechte Verteilung der Corona-Kosten

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, fordert einen besonderen Beitrag von Vermögenden und Profiteuren der Pandemie bei der Verteilung der Corona-Kosten. „Auf welchem Wege diejenigen, die besonders profitiert haben und mit Wohlstand besonders gesegnet sind, auch in besonderer Weise an den Kosten der Pandemie beteiligt werden, muss im politischen Diskurs geklärt werden. Dass sie in besonderer Weise verpflichtet sind, dazu beizutragen, ist aber klar“, schreibt Bedford-Strohm in einem Gastbeitrag für den Mannheimer Morgen.

„Der Boom an den Aktienmärkten, der die Vermögenszuwächse maßgeblich ermöglichte, verdankt sich nicht zuletzt den aus Steuergeldern finanzierten direkten Unternehmenshilfen“, schreibt der Ratsvorsitzende. Es sei zwar richtig gewesen, dass der Staat die Wirtschaft so massiv gestützt habe. Damit seien viele Arbeitsplätze gerettet worden. „Aber jetzt müssen auch die Kosten gerecht verteilt werden“, verlangte Bedford-Strohm. Dieser notwendige Diskurs sei keine Neiddebatte, „sondern vielmehr ein entscheidender Beitrag zum sozialen Zusammenhalt“. (Quelle: SZ, 19.06.21)


Grafschafter Zahlen

Am heutigen Samstag meldet der Landkreis Grafschaft Bentheim nur eine Neuinfektion mit dem Coronavirus. Bei 17 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen ergibt sich für die Grafschaft nach Angaben des Robert Koch-Instituts ein Inzidenzwert von 12,4 (Freitag: 16,0).
Landesweit ist dies der vierthöchste Inzidenzwert nach Holzminden (19,9), Delmenhorst (16,8) und Diepholz (13,4).

Im Emsland liegt der Inzidenzwert am Samstag nur noch bei 2,4. Hier gab es in den vergangenen sieben Tagen bei rund 330.000 Einwohnern acht Neuinfektionen. In den benachbarten NRW-Kreisen fällt der Inzidenzwert ebenfalls niedriger aus als in der Grafschaft: In Steinfurt liegt er bei 6,5 und in Borken bei 7,3.

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona liegt in der Grafschaft weiterhin bei 123. In Quarantäne sind derzeit 139 Bürger (Freitag: 149). Aktuell gibt es 39 Corona-Fälle (Freitag: 44) im Kreisgebiet, gleich 31 (-2) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 19.06.21)


Emsland-Zahlen

Das Robert Koch-Institut meldet keine CoViD-Neuinfektionen am Samstag. Wie gestern wird die aktuelle Zahl der Gesamtinfizierten mit 12.642 angegeben. Sie ist damit genauso hoch wie gestern. Die 7-Tagesinzidenz liegt heute bei 2,4. Ob diese Anzahl so bleibt und bestätigt wird, können wir leider erst am Montag mitteilen. Dann will der Landkreis seine aktuellen Zahlen bekannt geben. (Quelle: Nordnews, 19.06.21)



Niedersachsen lockert Regeln: Zehn Menschen aus zehn Haushalten

Die Landesregierung hat frühzeitig die niedersächsische Corona-Verordnung aktualisiert. Ab Montag treten wesentliche Lockerungen für Inzidenzen unter 10 in Kraft – die sogenannte Stufe null.

Eine Änderung gilt bereits ab heute: In allen Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer konstanten Inzidenz unter 35 dürfen sich „bereits an diesem Wochenende“ zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten treffen, wie Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag mitteilte. Zusätzlich dürfen noch vollständig Geimpfte, Genesene und Kinder unter 14 Jahren an einem Treffen teilnehmen, ohne dass sie mitgezählt werden.

Regeln bei stabilen Inzidenzen unter 10:

  • In geschlossenen Räumen sind private Treffen mit bis zu 25 Personen erlaubt, unter freiem Himmel mit bis zu 50 Personen. Nicht mit eingerechnet werden Kinder dieser Personen bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren, vollständig Geimpfte und genesene Personen sowie Begleitpersonen und Betreuungskräfte von Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit.
  • Treffen und Feiern mit mehr als 25 Personen in geschlossenen Räumen bzw. mehr als 50 Personen unter freiem Himmel sind möglich, wenn die für die Feier verantwortliche Person sicherstellt, dass alle Teilnehmenden einen negativen Test nachweisen können, vollständig geimpft oder genesen sind. Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren müssen nicht getestet werden.
  • Bei Sitzungen, Zusammenkünften und Veranstaltungen entfallen Abstandsgebot und Maskenpflicht, wenn drinnen nicht mehr als 25 Personen beteiligt sind und nicht mehr als 50 Personen im Freien teilnehmen. Bei größeren Sitzungen gilt die Abstands- und drinnen auch die Maskenpflicht, solange kein Sitzplatz eingenommen wurde. Die Hygieneregeln gelten nicht, wenn alle Teilnehmenden negativ getestet, komplett geimpft oder genesen sind. Der Veranstalter muss die Daten aufnehmen, um Kontakte nachverfolgen zu können.
  • Stadtführungen und Führungen durch Natur und Landschaften sind uneingeschränkt zulässig. Es gelten weder Abstands- noch Maskenpflicht.
  • Touristische Schiffs- , Kutsch-, Bus- sowie Seilbahnfahrten brauchen ein Hygienekonzept. Am Sitzplatz gilt Maskenpflicht, wird der Mindestabstand eingehalten, entfällt sie.
  • Bei touristischen Übernachtungen muss nur bei der Anreise ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden
  • Bei geschlossenen Feiern in der Gastronomie entfallen Personenbegrenzungen. Bei Feiern ab 25 Personen drinnen und ab 50 Personen draußen müssen nicht vollständig geimpfte oder genesene Personen einen negativen Testnachweis vorlegen.
  • Gäste von Clubs und Discotheken müssen einen negativen Testnachweis vorlegen oder einen Nachweis über die vollständige Impfung oder Genesung. Masken- und Abstandspflicht entfallen.
  • Die Maskenpflicht auf Wochenmärkten entfällt.

Weitere Änderungen ab kommender Woche:

  • Härtefallregelung bei lokalen Corona-Ausbrüchen: Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt aufgrund räumlich abgegrenzter Neuinfektionen einen Schwellenwert des Stufenplans, greift nicht mehr automatisch die nächsthöhere Stufe.
  • Die Maskenpflicht auf Einzelhandelsparkplätzen entfällt bei stabilen Inzidenzen unter 35.
  • Übernachten zu touristischen Zwecken in Wohnmobilen und Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Flächen und auf für die Öffentlichkeit geöffneten Flächen ist unabhängig von Inzidenz-Werten möglich.
  • Mitarbeitende in Diskotheken und Clubs müssen Mund-Nasen-Bedeckungen tragen
  • Bei Inzidenzen unter 50 muss bei Angeboten der Jugendarbeit keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr getragen werden.

Die neue Corona-Verordnung gilt vorerst bis zum 16. Juli.

Mehr Informationen bei NordNews


(Quelle: NDR, 19.06.21)


DB: Passagierzahl ist um 50 Prozent eingebrochen

Die Corona-Krise macht sich einem Medienbericht zufolge immer stärker bei den Passagierzahlen der Deutschen Bahn bemerkbar. In den ersten Monaten dieses Jahres brach das Passagieraufkommen laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ im Fernverkehr im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Prozent zurück. Das Unternehmen zählte demnach „per April“ nur noch 15,6 Millionen Passagiere, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unterlagen der Bahn.

Im Regionalverkehr ging das Fahrgastaufkommen ebenfalls um gut 40 Prozent auf 278 Millionen Reisende zurück. Nur das Transportaufkommen bei der Güterbahn stieg leicht um fünf Prozent. Die Ziele im Personenverkehr für das Gesamtjahr seien durch die „anhaltenden Corona-Einschränkungen in Gefahr“, heißt es demnach in den Papieren. (Quelle: Tagesschau, 19.06.21)


Lauterbach gegen EM-Spiele in London

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen London als Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft kritisiert. Es sei unvertretbar, dass in England Fußballspiele mit Zuschauern stattfänden, sagte der Politiker der Mediengruppe RTL/ntv. „Die Delta-Variante ist einfach zu gefährlich. Das ist eine Gefährdung der Bürger Englands und der Bürger Europas. Man müsste die Spiele in ein anderes europäisches Land verschieben“, sagte Lauterbach. Allerdings sprach er sich dagegen aus, München als möglichen Ersatzort ins Spiel zu bringen. „Es wäre unglücklich, wenn man einen Vorschlag macht, der das eigene Stadion und die eigenen Fans bevorzugt. Wir wären nicht glaubwürdig, wenn wir England vorschlagen, dass die Spiele stattdessen bei uns stattfinden sollen“, erklärte der Politiker. (Quelle: Tagesschau, 19.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Samstag, 19. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 52 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages zwei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.726. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.583 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 5,2 Fälle je 100.000 Einwohner (5,8 am Vortag). (Quelle: RKI, 19.04.21)


Deutschland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 1108 neue Positiv-Tests. Das sind 803 weniger als am Samstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf aktuell 9,3 (gestern: 10,3) Erstmals seit dem 13. September vergangenen Jahres ist der Wert damit wieder im einstelligen Bereich. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen je 100 000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

99 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 90.369. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus. (Quelle: RKI, 19.04.21)


Die Polizei hat eine Party im Hamburger Stadtpark aufgelöst.

Rund 4.000 Menschen feierten am Abend bei sommerlichen Temperaturen im Park. Aufgrund des Nichteinhaltens der geltenden Corona-Regeln habe man zunächst mit Scheinwerfern versucht, die Gruppe zum Gehen zu bewegen, sagte ein Polizeisprecher. Da dies jedoch nicht zum Erfolg geführt habe, sei das Gelände geräumt worden. Dabei habe es vereinzelt Flaschenwürfe auf die Beamten gegeben.

Zwei von ihnen wurden leicht verletzt und kamen vorsorglich in ein Krankenhaus. Sie wurden kurze Zeit später wieder entlassen. Es sei unklar, ob auch Besucher verletzt worden seien. „Ab 1.15 Uhr waren dann nur noch wenige Personen vor Ort, es wurde ruhiger“, sagte der Polizeisprecher. Festnahmen habe es keine gegeben.(Quelle: DLF/ARD, 19.04.21)



Coronainfizierter Fußballer für Kritik am Verband gesperrt

In Brasilien wütet immer noch die Coronapandemie. Dennoch findet dort die Copa América statt. Kritik daran will der Verband nicht hören: Dem Bolivianer Marcelo Martins droht eine einjährige Sperre.

Der südamerikanische Fußballverband (Conmebol) hat den bolivianischen Stürmer Marcelo Martins für ein Spiel gesperrt und mit einer Geldstrafe von umgerechnet rund 16.800 Euro belegt. Damit reagierte der Verband auf die Kritik des Fußballers an der in Brasilien stattfindenden Copa América. Im Wiederholungsfall droht ihm eine einjährige Sperre, so die Disziplinarkommission des Verbandes. Martins war einer von drei Spielern Boliviens, die am Vorabend der 1:3-Auftaktniederlage gegen Paraguay positiv auf Covid-19 getestet wurden und dadurch das Spiel verpassten.

Am Tag nach dem Spiel kritisierte er in den sozialen Medien die Last-Minute-Entscheidung der Conmebol, das Turnier in Brasilien auszurichten – einer Nation, in der bereits fast 500.000 Menschen an dem Virus gestorben sind.

»Danke für diese CONMEBOL«, schrieb Martins auf Instagram. »Die Schuld liegt ganz bei euch. Wenn jemand gestorben ist, was werdet ihr tun??? Das einzige, was für euch wichtig ist, ist GELD. Ist das Leben eines Spielers nichts wert?«

Später nahm er die Kommentare zurück und entschuldigte sich. Trotzdem sperrte die CONMEBOL den 34-Jährigen für das nächste Spiel Boliviens gegen Chile am Freitag. Im dritten Spiel gegen Uruguay am 25. Juni darf er spielen.

Seit Martins Äußerungen wurden zwei weitere bolivianische Spieler positiv auf Covid-19 getestet. Insgesamt haben fünf von zehn Teams Coronafälle gemeldet. Laut Angaben des brasilianischen Gesundheitsministeriums wurden bisher 27 Spieler und Offizielle positiv auf das Coronavirus getestet.

Die Copa América ist das älteste Fußballturnier der Welt. Zwei Wochen vor dem Start wurde das Turnier nach Brasilien verlegt, nachdem Argentinien und Kolumbien wegen der Pandemie abgesagt hatten. (Quelle: SPIEGEL, 19.06.21)



Biden: Erwarte keinen neuen Lockdown wegen Delta-Variante

US-Präsident Joe Biden erwartet nach eigenen Angaben nicht, dass die ansteckendere Delta-Variante zu einem neuen Lockdown führen wird. Gleichwohl warnt er, dass die Mutation leichter übertragbar und potenziell tödlich sei. Biden ruft die US-Bevölkerung erneut auf, sich impfen zu lassen. Sein erklärtes Ziel einer Impfquote von 70 Prozent der Erwachsenen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli könnte verfehlt werden: Gegenwärtig sind 65,1 Prozent der volljährigen US-Bürger mindestens einmal geimpft. Die Zahl ist zuletzt nur noch langsam gestiegen. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Weitere Lockerungen in den Niederlanden

Die Niederlande haben für den 26. Juni weitere Lockerungen der geltenden Corona-Maßnahmen beschlossen. Unter anderem gilt die Maskenpflicht dann nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und weiterführenden Schulen, wie Regierungschef Mark Rutte am Freitag ankündigte. Auch Diskotheken sollen wieder öffnen dürfen, Besucher müssen allerdings einen negativen Test vorweisen.

Außerdem erlaubt wird laut Rutte das gemeinsame Schauen der Spiele der Fußball-Europameisterschaft in Bars und Cafés, vorausgesetzt es gibt anderthalb Meter Abstand zwischen den Tischen. Die Innengastronomie in den Niederlanden durfte bereits am 5. Juni unter Auflagen wieder öffnen. Die Regierung will Mitte August prüfen, ob auch Regeln wie die Einschränkung sozialer Kontakte aufgehoben werden können. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Uganda: „Totaler Lockdown“

Ugandas Präsident Yoweri Museveni hat aufgrund rasant steigender Corona-Infektionen scharfe Restriktionen erlassen. Das ostafrikanische Land befinde sich ab sofort für 42 Tage im „totalen Lockdown“, sagte Museveni. Ugandas rund 45 Millionen Einwohner müssten zuhause bleiben. Lediglich Fahrzeuge, die wichtige Fracht oder kranke Menschen transportieren, seien auf der Straße zugelassen. Die Zahl der Neuinfektionen in Uganda war mit 11.704 Neuinfektionem am Freitag im Wochenvergleich so hoch wie nie zuvor. Man habe die Nachbarländer um Sauerstoff gebeten, sagte die Gesundheitsberaterin Musevenis, Monica Musenero. Auch die Armee sei angewiesen, Sauerstoff zu produzieren, bestätigte eine Militärsprecherin der Nachrichtenagentur. (Quelle: Tagesschau 18.06.21)


Palästinenser sagen Impfdosen-Tausch mit Israel ab

Die Palästinensische Autonomiebehörde hat nach eigenen Angaben einen Tausch von rund einer Million BioNTech/Pfizer-Impfdosen mit Israel im Kampf gegen die Corona-Pandemie abgesagt. Die bereits ins Westjordanland gebrachten Impfdosen würden nach Israel zurückgeschickt, teilte ein Sprecher der Autonomiebehörde mit.Die Impfdosen entsprächen nicht den Vorgaben, sagte er mit Verweis auf deren baldiges Ablaufdatum. Israel hatte zuvor mitgeteilt, es habe bereits 100.000 Impfdosen geliefert. Israel wollte nach eigenen Angaben aktuell rund eine Million Impfdosen an die Palästinenserbehörde liefern, deren Haltbarkeit in Kürze abgelaufen wäre. Israel sollte dagegen im gleichen Umfang Dosen aus einer Lieferung von Pfizer für die Palästinenserbehörde im Herbst erhalten, hieß es. (Quelle: Tagesschau 18.06.21)


Biden ruft Amerikaner zur Impfung auf

Angesichts sinkender Coronavirus-Impfraten und des Vormarschs der Delta-Variante hat US-Präsident Joe Biden die Amerikaner eindringlich zur Impfung aufgerufen. „Es ist eine Variante, die leichter übertragbar, potenziell tödlich und besonders für junge Menschen gefährlich ist“, sagte Biden. „Lassen Sie sich impfen.“ Biden hatte als Ziel ausgegeben, dass bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli rund 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens die erste Impfung erhalten haben sollen. Bisher liegt diese Rate bei etwas über 65 Prozent. Die Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, sagte dem Sender ABC, sie rechne damit, dass die erstmals in Indien identifizierte Delta-Variante vermutlich auch die vorherrschende Coronavirus-Art in den USA werde. (Quelle: Tagesschau 18.06.21)


Italien lockert weiter

Wegen sinkender Corona-Zahlen lockert Italien die Beschränkungen zum Gesundheitsschutz weiter. Ab Montag gehören alle Regionen in dem Mittelmeerland außer dem kleinen Aostatal im Norden zur Weißen Zone mit den lockersten Regeln. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza mit. Mit Wochenbeginn werde die Risikoeinstufung für sieben Regionen entsprechend abgeschwächt: Darunter sind beliebte Reisegebiete wie Südtirol, die Toskana und Sizilien. Es gelten dann nur noch wenige Einschränkungen. Die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske im öffentlichen Raum, auch draußen, und die Abstandsregeln bleiben aber erhalten. (Quelle: Tagesschau 18.06.21)


Spanien hebt Maskenpflicht im Freien auf

Angesichts sinkender Infektionszahlen und fortschreitender Impfungen hebt Spanien die Pflicht zum Tragen einer Corona-Schutzmaske im Freien Ende kommender Woche auf. „Dieses Wochenende wird das letzte mit Masken im Freien sein, denn am nächsten Wochenende werden wir sie nicht mehr tragen“, sagt Ministerpräsident Pedro Sanchez. Das Kabinett werde am nächsten Donnerstag einen entsprechenden Beschluss fassen, der am 26. Juni in Kraft treten solle.

Spanien folgt damit trotz der Sorgen vor einer Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Virus einer ähnlichen Entscheidung in Frankreich. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wie etwa beim Sport gilt in Spanien seit dem vergangenen Sommer in den meisten Landesteilen eine Maskenpflicht für alle Menschen, die älter als sechs Jahre sind.

(Quelle: TSP 18.06.21)


Corona-Impfungen erschlichen: Kanadisches Paar muss Strafe zahlen

Ein kanadisches Paar, das sich in einer abgelegenen Indigenen-Siedlung im Norden des Landes Corona-Impfungen erschlichen hat, muss umgerechnet etwa 1500 Euro Strafe zahlen. Die beiden hätten sich vor Gericht via Videoschalte schuldig bekannt und entschuldigt, berichteten kanadische Medien. „Glücklicherweise ist in diesem Fall physisch nichts passiert, niemand hat Covid bekommen“, sagte Richter Michael Cozens.
Das Paar hatte angegeben, bei einer lokalen Übernachtungseinrichtung zu arbeiten und sich so die Impfungen erschlichen. Zudem hatte es sich nicht an die Quarantäne-Regeln der Region Yukon gehalten.

Der frühere Chef einer Casino-Firma und die Schauspielerin hatten sich im Januar ein kleines Flugzeug gemietet und sich damit in den Ort Beaver Creek in der nordwestkanadischen Region Yukon bringen lassen. Die rund 100 Menschen in Beaver Creek gehörten zu denjenigen, die bei den Impfungen in Kanada Priorität bekommen hatten, unter anderem weil ihre Siedlung fernab jeglicher gut ausgerüsteter medizinischer Versorgung liegt. (Quelle: TSP 18.06.21)



Niedersachsen: Maskenpflicht auf Schulhöfen ist aufgehoben

Für Schülerinnen und Schüler gilt zudem: Sie müssen ab sofort auf den Schulhöfen keine Maske mehr tragen, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag bekannt gab. In den Schulgebäuden bleibe die Maskenpflicht jedoch auf Fluren, in Treppenhäusern und auf Toiletten bestehen. Dadurch könne wieder ein Stück Normalität in die Schulen zurückgeholt werden, sagte Tonne. Er appellierte gleichzeitig an die Schulen, nicht nachlässig zu werden. Der Schritt sei möglich, weil Maßnahmen wie die verpflichtenden regelmäßigen Corona-Selbsttests weiter gelten.

Alle aktuellen Lockerungen seien den deutlich gesunkenen Infektionszahlen und der steigenden Zahl Geimpfter zu verdanken, wie Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte. „Hinter uns allen liegt eine sehr harte Zeit des Verzichts“, so der Sozialdemokrat. Es werde nun wieder möglich sein, mehr Freunde zu treffen, mehr Veranstaltungen zu besuchen und gemeinsam zu feiern. Insbesondere auch die sehr belasteten Kinder und Jugendlichen könnten endlich wieder mehr miteinander unternehmen. Angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante müssten die Menschen jedoch weiter vorsichtig bleiben.
(Quelle: TSP 18.06.21)


Weitere Corona-Hilfen für Wirtschaft in Sicht

Messebauer, Konzertveranstalter und andere schwer coronageplagte Firmen können mit weiterer staatlicher Unterstützung rechnen. Die Wirtschaftsminister der Bundesländer forderten am Freitag, die bisher bis Ende September geplanten Finanzmittel bis zum Jahresende fortzusetzen. Dieser Appell richtet sich an den Bund, der die bisherige Überbrückungshilfe III zahlt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier machte nach einem Treffen mit seinen Länder-Ressortkollegen klar, dass er einer Verlängerung nicht abgeneigt ist. Man werde sich die Situation anschauen und die Hilfe gegebenenfalls nach der Sommerpause verlängern.

Die Corona-Hilfen gelten nur für Firmen, die starke Umsatzeinbrüche nachweisen und diese auf die Pandemie zurückführen können. Da es mit der Wirtschaft derzeit wieder aufwärts geht und wieder mehr Geschäft gemacht wird, sinkt die Zahl der antragsberechtigten Unternehmen.

Bisher habe man insgesamt 105 Milliarden Euro an Unternehmen als Corona-Hilfen überwiesen, sagte Altmaier. Dabei handele es sich etwa zur Hälfte um Kredite und zur Hälfte um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Hinzu kommt Geld von den Ländern. Die staatliche Unterstützung hat sich nach Altmaiers Darstellung ausgezahlt. „Wir haben es gemeinsam geschafft, dass ein Substanzverlust der deutschen Wirtschaft verhindert worden ist.“ (Quelle: TSP 18.06.21)


WHO: Ungleiche Impfstoffverteilung lässt Corona-Gefahr in Afrika wachsen

Der sprunghafte Anstieg der Corona-Zahlen in Teilen Afrikas könnte nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Folge der ungleichen Impfstoffverteilung sein. In der vergangenen Woche habe sich die Zahl der Neuinfektionen zum Beispiel in Liberia, Sambia, Simbabwe und Ruanda verdoppelt, sagte WHO-Krisenkoordinator Mike Ryan am Freitag in Genf. Die Kurve sei sehr besorgniserregend.

„Das ist die Konsequenz der aktuell unfairen Verteilung von Impfstoffen“, sagte Ryan. Nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung sei trotz aller Appelle der WHO bisher geschützt. „Wir sind dabei, einen hohen Preis für diese Ungerechtigkeit zu zahlen.“ Die Signale aus Afrika deuteten auf einen möglicherweise deutlichen generellen Anstieg hin.

„Anzunehmen, dass die nächste Welle in Afrika ein vorübergehender kleiner Schauer und kein Sturm ist, ist sehr, sehr voreilig.“ Ryan warnte zugleich auch für den Rest der Welt vor der Annahme, dass eine Corona-Welle der vorhergehenden ähnlich sein werde. „Jede Welle ist einzigartig.“ Sie hänge von der Jahreszeit, den Virusvarianten und der Intensität der Übertragung ab. (Quelle: TSP 18.06.21)


Italien erlässt 5-Tage-Quarantäne für Reisende aus Großbritannien

Italien erlässt im Kampf gegen die Delta-Variante des Coronavirus eine fünftägige Quarantäne für Reisende aus Großbritannien. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom mit. Die Maßnahme soll ab Montag gelten und wird durch eine Pflicht zum Coronatest ergänzt, wie es hieß. In Großbritannien sorgt die ansteckendere Variante durch ihre schnelle Ausbreitung für erhebliche Probleme.

In Italien ist diese Form noch recht selten, die wissenschaftliche Gimbe-Stiftung nannte am Donnerstag Prozentanteile im einstelligen Bereich. Doch die Gesundheitsbehörden warnen vor einer Beschleunigung bei der Delta-Ausbreitung auch in dem Mittelmeerland.

In Deutschland gilt Großbritannien als Virusvariantengebiet, deshalb müssen Reisende von dort noch strengere Regeln als jetzt in Italien beachten. Insgesamt befindet sich das 60-Millionen-Einwohner-Land seit Wochen auf einem stetigen Lockerungskurs bei den Corona-Beschränkungen. Die Regierung in Rom erlässt zudem schrittweise ein Regelwerk, um die Anwendung des sogenannten Grünen Passes für Geimpfte, Genesene und Menschen mit aktuellem Corona-Test umzusetzen – auch für Reisende aus der Europäischen Union und einigen anderen Staaten. (Quelle: TSP 18.06.21)


Impfquote im Emsland noch bei unter 50%

Aktuell sind 160.354 Erstimpfungen durch die Impfzentren in Lingen und Meppen sowie durch die Hausärzte im Landkreis Emsland durchgeführt worden. Davon haben 100.565 Emsländerinnen und Emsländer eine Zweitimpfung erhalten. Insgesamt sind damit 260.919 Impfungen durchgeführt worden. Die Impfquote liegt damit im Emsland bei 49,04 %, also noch unter 50%. Mit einer Sonderaktion in der kommenden Woche soll die Impfkampagne im Landkreis Emsland nochmals mehr Schub erhalten.

Auf der Warteliste der beiden Impfzentren stehen aktuell 19.093 Personen. Das sind rund 7.700 Personen weniger als vor einer Woche. In der kommenden Woche sind 7.540 Impfstoffdosen angekündigt worden, davon sind rund 5.450 Einheiten allein für die Erstimpfungen vorgesehen. In den beiden darauf folgenden Wochen plant der Landkreis Emsland mit Impfstoffdosen in Höhe von insgesamt 18.324. Alle über 60-jährigen Personen haben inzwischen ein Impfangebot erhalten und sind terminiert worden.

Darüber hinaus hat der Landkreis Emsland sich erfolgreich um eine Sonderlieferung mit 3.200 Impfstoffdosen AstraZeneca bemüht, die mit einer kurzfristigen Terminierung in der kommenden Woche vergeben werden sollen. Eine erste Aktion, bei der zunächst 1.000 Impfungen mit AstraZeneca durchgeführt werden, ist in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen Meppen, Nagelshof 83, am Samstag, 26. Juni, ab 9 Uhr geplant. Für die Vergabe der Termine kommt die Nowee-App zum Einsatz: Ab 8 Uhr sollen die Termine stündlich dort eingestellt werden.

📌 Wer mit der App nicht zurechtkommt, kann sich auch telefonisch am Samstag ab 8 Uhr unter der Rufnummer 05931/44-5701 um einen Termin bemühen. Das Kontingent ist begrenzt, daher werden die vorhandenen Impfdosen an die schnellsten Rückmeldungen vergeben.

Zum Einsatz kommt die seit Anfang Juni vom Landkreis Emsland genutzte Nowee-App, weil damit bisher gute Erfahrungen gesammelt werden konnten: Für das Impfzentrum in Lingen haben sich rund 3800 Personen registriert, für das Impfzentrum in Papenburg rund 2000. Alle eingestellten Restdosen konnten innerhalb weniger Minuten vergeben werden.

Für die Vergabe der Impfstoffdosen aus der Sonderlieferung von AstraZeneca wird in der Nowee-App eine zusätzliche Auswahlmöglichkeit speziell für diese Aktion in Meppen eingerichtet. Näheres wird derzeit geplant und in den kommenden Tagen bekannt gegeben.

AstraZeneca-Vakzine sollen laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vor allem bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Hintergrund sind sehr selten aufgetretene schwerwiegende Nebenwirkungen (spez. Formen von Thrombosen in Verbindung mit Abfall der Blutplättchenanzahl) insbesondere bei jüngeren Personengruppen und hier deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern. Mit dem Impfstoff können sich laut STIKO aber auch jüngere Menschen impfen lassen, wenn sie das möchten und von ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin umfassend aufgeklärt wurden.

Die App „Nowee“ ist unter Angabe des Kampagnennamens impfee unter folgenden Adressen im Internet herunterzuladen:

Link zur Webapp: https://www.impfee.ch/app

Zum Google Playstore: https://impfee.ch/site/app-android

Zum Apple Appstore: https://impfee.ch/site/app-ios


Schon 18,3 Millionen digitale Impfzertifikate erstellt

Der digitale Impfpass in Deutschland wird eifrig genutzt. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind bislang bereits 18,3 Millionen digitale Impfzertifikate erstellt worden. Spahn begrüßt in Berlin, dass es bereits einen EU-weiten digitalen Impfpass gebe. Einen solchen habe noch nicht einmal die USA. Allerdings kritisiert der Minister, dass es bislang nicht gelungen sei, EU-weit einheitliche Kriterien aufzustellen, für wen der Impfpass gelte. „Und das ist ein Problem.“ (Quelle: TSP 18.06.21)


Melle: Disco darf nach Corona-Verstößen wieder öffnen

Die Großraumdisco Naava in Melle, die am vergangenen Wochenende wegen des Verstoßes gegen Corona-Regeln schließen musste, darf wieder öffnen. Gegen die Betreiber läuft aber ein Bußgeldverfahren.

Der Landkreis Osnabrück hat auf NDR Anfrage am Freitag mitgeteilt, dass die Disco mit Hygienekonzept öffnen darf. „Das wird natürlich kontrolliert“, heißt es. Wegen der Verstöße am vergangenen Wochenende müssten sich die Betreiber aber auf ein Bußgeld einstellen. Einsatzkräfte der Polizei hatten in der Nacht zu Sonntag zusammen mit dem Ordnungsamt kontrolliert, ob die Corona-Hygienevorschriften eingehalten werden. Da nach Behördenangaben weder Abstände beachtet noch Masken getragen wurden, musste der Betrieb eingestellt werden.

Die Betreiber selbst geben sich über den Einsatz am vergangenen Wochenendes überrascht, wie sie in einem Statement auf ihrer Facebook-Seite schreiben. „Alles war im Vorfeld mit dem Landkreis besprochen. Natürlich ist es im laufenden Betrieb schwierig, immer und jeden Gast herauszufiltern, der gegen die Corona-Maßnahme verstößt“, heißt es dort. Sie machen den Ordnungskräften zudem Vorwürfe: „Unsicher wurde es für die Gäste erst dann, als nach Schließung des Betriebes alle Gäste auf einmal das Lokal zu verlassen hatten. Hierbei wurden wir nicht von den anwesenden Ordnungskräften unterstützt. Hier ist es dann zu Unterschreitung von Abständen gekommen.“ (Quelle: NDR, 18.06.21)


Niederlande lockern Maskenpflicht

In den Niederlanden soll die Maskenpflicht kommende Woche deutlich gelockert werden, wie der Sender RTL unter Berufung auf Regierungskreise berichtet. Demnach sollen ab dem 26. Juni Masken nicht mehr obligatorisch sein, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Folglich dürfte die Pflicht dann nur noch für den öffentlichen Verkehr und Flughäfen gelten. Bars und Restaurants dürfen künftig wieder bis zu 100 Gäste zur gleichen Zeit zulassen. (Quelle: TSP 18.06.21)


Griechenland und fast ganz Frankreich nicht mehr auf Risikoliste

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag Griechenland, fast ganz Frankreich, die Schweiz und Belgien von der Liste der Risikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. (Quelle: TSP 18.06.21)


Corona-Lage in Russland verschärft sich

Die Corona-Lage in Russland verschärft sich weiter. Moskau meldete am Freitag mit 9056 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert für die Hauptstadt. Damit hat sich dort die Zahl der neuen Fälle innerhalb von zwei Wochen verdreifacht. Bürgermeister Sergej Sobjanin verlängerte deswegen die Alltagsbeschränkungen. Die Maßnahmen sollen nun bis zum 29. Juni gelten. Unter anderem müssen bis dahin Cafes und Restaurants am Abend geschlossen bleiben, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sind verboten. Auch Fanzonen für die Fußball-Europameisterschaft sollen geschlossen werden.

In Russland wird eine dritte Corona-Welle befürchtet. Die Moskauer Behörden hatten zuletzt von einer massiven Verschärfung der Corona-Lage gesprochen und auf eine Ausbreitung der Delta-Variante des Virus verweisen. Die Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde, soll aggressiver und ansteckender sein und die anschließende Gesundung nach einer Infektion schleppender.

Die russische Regierung machte für den Anstieg der Infektionszahlen neben neuen Virus-Varianten auch eine gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung und eine geringe Impfbereitschaft verantwortlich. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte, die Massenimpfkampagne sei offensichtlich nicht so effektiv verlaufen wie gewünscht. Präsident Wladimir Putin beobachte die Situation genau. Landesweit erhöhte sich die Zahl der Ansteckungen binnen 24 Stunden um 17.262 auf mehr als 5,28 Millionen, wie die Regierung mitteilte. Die Zahl der Todesfälle stieg nach ihren Angaben um 453 auf 128.445. Das Statistikamt weist allerdings eine mehr als doppelt so hohe Zahl aus. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Tokio beginnt mit Impfungen von Olympia-Personal

Tokio hat am Freitag mit den Impfungen für tausende Freiwillige und Mitarbeiter der Olympischen Sommerspiele begonnen. Alle, die engen Kontakt zu den anreisenden Athleten aus aller Welt haben werden, sollen eine Impfung bekommen. Impfberechtigt sind etwa Beschäftigte im Olympischen Dorf, Flughafenmitarbeiter, Vertreter der Olympischen und Paralympischen Komitees sowie ein Teil der 70.000 Freiwilligen. Das Internationale Olympische Komitee hat insgesamt 40.000 Impfdosen bereitgestellt.

Unklar ist noch immer, ob die Sommerspiele vor Publikum stattfinden werden. Eine Expertengruppe empfahl der Regierung am Freitag Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Kein Publikum zu haben, würde das geringste Ansteckungsrisiko bedeuten“ und wäre damit „ideal“, erklärten sie in einem Bericht an die Regierung sowie das Organisationskomittee. Eine Entscheidung in der Frage wird für die kommende Woche erwartet. Zuschauer aus dem Ausland sind bei den Olympischen Spielen von Tokio ohnehin nicht zugelassen.

Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 23. Juli. Die Organisatoren und die japanische Regierung halten an dem Termin fest, obwohl viele Japaner das sportliche Großereignis inmitten der Corona-Pandemie ablehnen. Bislang sind in Japan lediglich sechs Prozent der 125 Millionen Einwohner vollständig geimpft.(Quelle: TSP, 18.06.21)


Israel: Tauschen eine Million Impfdosen mit Palästinensern aus

Israel liefert nach eigenen Angaben rund eine Million Biontech/Pfizer-Impfdosen an die Palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland. Die Impfdosen gegen das Coronavirus würden sonst in Kürze ablaufen, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Regierung am Freitag. Im Gegenzug werde Israel den gleichen Umfang an Dosen aus einer Lieferung von Pfizer für die Palästinenserbehörde im Herbst erhalten. Die Autonomiebehörde bestätigte den Vorgang zunächst nicht.

Israels Regierung schrieb in der Mitteilung, es gebe der Autonomiebehörde die Dosen, weil sein eigener Vorrat den aktuellen Bedarf im Land abdecke. In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits knapp 5,5 Millionen Einwohner einfach geimpft, davon rund 5,1 Millionen bereits zweifach. Im Westjordanland und Gazastreifen mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern sind laut Gesundheitsministerium in Ramallah dagegen nur rund 440.000 Menschen einfach geimpft, davon 261.000 bereits zweifach.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sowie US-Abgeordnete hatten Israel vorgeworfen, es helfe den Palästinensern nicht bei deren Impfkampagne. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Spanien hebt Maskenpflicht im Freien auf

Angesichts sinkender Infektionszahlen und fortschreitender Impfungen hebt Spanien die Pflicht zum Tragen einer Corona-Schutzmaske im Freien Ende kommender Woche auf. „Dieses Wochenende wird das letzte mit Masken im Freien sein, denn am nächsten Wochenende werden wir sie nicht mehr tragen“, sagt Ministerpräsident Pedro Sanchez.

Das Kabinett werde am nächsten Donnerstag einen entsprechenden Beschluss fassen, der am 26. Juni in Kraft treten solle. Spanien folgt damit trotz der Sorgen vor einer Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Virus einer ähnlichen Entscheidung in Frankreich. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wie etwa beim Sport gilt in Spanien seit dem vergangenen Sommer in den meisten Landesteilen eine Maskenpflicht für alle Menschen, die älter als sechs Jahre sind. (Quelle: TSP, 18.06.21)



Bundesregierung greift Exporteuren länger unter die Arme

Die Bundesregierung verlängert ihre Corona-Hilfen für die heimischen Exporteure bis Jahresende. „Auch wenn sich die wirtschaftliche Situation in den vergangenen Monaten deutlich verbessert hat, stellt die Corona-Pandemie die Exportwirtschaft weiter vor Herausforderungen“, begründete das Wirtschaftsministerium am Freitag die Entscheidung. „Unternehmen spüren die Belastungen zum Teil zeitverzögert erst jetzt.“ Das Fünf-Punkte-Programm sieht beispielsweise bessere Finanzierungsmöglichkeiten für neue Exportgeschäfte und günstigere Absicherungen für Exportkreditgarantien vor. Es war im Juli 2020 beschlossen worden und sollte eigentlich in diesem Monat enden.

Die deutschen Warenexporte brachen 2020 wegen der weltweiten Corona-Rezession ein. Mit der Belebung der globalen Konjunktur – angeführt von den beiden größten Volkswirtschaften USA und China – stehen die Weichen aber inzwischen wieder auf Aufschwung. Von Januar bis April 2021 wuchsen die deutschen Ausfuhren um 11,1 Prozent rund 445 Milliarden Euro. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Handelsverband will Sonntagsöffnungen bis Jahresende

Der Handelsverband Deutschland (HDE) will die Geschäfte bis Jahresende auch an Sonntagen geöffnet halten. „Das wäre ein klares Signal an die Menschen, dass die Innenstädte wieder offen und die Geschäfte wieder für alle da sind“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag. „Zudem gibt das den Händlern die Chance, wenigstens ein bisschen des während der Lockdowns verlorenen Umsatzes nachzuholen.“ Auch darüber hinaus sollte es verlässlichere Regeln für eine rechtssichere gelegentliche Sonntagsöffnung geben.

In vielen anderen Wirtschaftsbereichen sei eine Sonntagsöffnung vollkommen selbstverständlich, argumentiert der Verband. „In Restaurants und Gaststätten gehört es zum Alltag, dass die Türen auch am Sonntag weit geöffnet sind“, sagte Genth. Genauso sei es bei Theatern, Kinos oder Museen, ebenso an den Fließbändern vieler Fabriken. „Nur beim Einzelhandel muss sonntags im Regelfall alles dicht sein“, sagte Genth. „Das ist längst nicht mehr zeitgemäß.“ Einkaufen diene heutzutage nicht mehr nur der Versorgung, sondern Bummeln und Shopping seien auch ein Freizeitevent. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Grafschafter Zahlen

Am Freitag sind nach Angaben der Kreisverwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus in der Grafschaft hinzugekommen. Die Zahl der Ansteckungen seit Beginn der Pandemie beträgt also weiterhin 5.357. In Quarantäne müssen am Freitag noch 149 Grafschafter verbleiben. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion liegt weiterhin bei 123. Als genesen gelten 5.190 Grafschafter.
Das Robert-Koch-Institut beziffert den Sieben-Tage-Inzidenzwert für unseren Landkreis am Freitag auf 16,0. Am Donnerstag lag er bei 16,8. Damit liegt Grafschaft im landesweiten Vergleich auf Platz 3 hinter Delmenhorst (18,1) und Holzminden (17,0). Im benachbarten Emsland liegt die Inzidenz am Freitag bei 4,9.

Von den aktuell 44 Corona-Fällen entfallen 33 (-2) auf die Stadt Nordhorn. (Quelle: GN, 18.06.21)


Landkreistag mahnt: Auf vierte Corona-Welle vorbereiten

Die Corona-Situation in Niedersachsen hat sich entspannt. Trotzdem mahnt der Niedersächsische Landkreistag, die Gefahr sei nicht gebannt. Der Verband hat einen 12-Punkte-Plan zur Vorsorge erstellt.

„Corona ist nicht vorbei“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Hubert Meyer, am Freitag bei der Vorstellung des Plans in Hannover. Dieser Sommer müsse sehr viel stärker als der vergangene genutzt werden, um den Gesundheits- und Katastrophenschutz zu stärken und auf eine mögliche vierte Welle vorzubereiten. Zur Krisenvorsorge hat der NLT zwölf konkrete Vorschläge ausgearbeitet.

Der NLT, der 36 Landkreise und die Region Hannover vertritt, fordert unter anderem Klarheit über die Zukunft der Impfzentren. Deren Finanzierung ist auf Bundesebene noch bis Ende September gesichert – was danach mit den Zentren passiert, ist derzeit unklar. „Falls diese geschlossen werden sollen, muss ein intelligenter Rückbau mit einem Stufenkonzept erfolgen, damit Material und Know-how nicht verloren gehen“, sagte Meyer. Zudem kritisiert der NLT, dass derzeit viele Impfzentren tage- oder stundenweise leer seien, weil sie keinen Impfstoff haben, während gleichzeitig die impfenden Arztpraxen durch den hohen Patientenandrang und die zusätzlichen Termine hoch belastet seien.

Um auf ein möglicherweise wieder erhöhtes Infektionsgeschehen im Herbst schnell reagieren zu können, fordert der NLT zudem Pläne für den Einsatz von zusätzlichem Personal bei der Kontaktnachverfolgung von Infizierten. Auch im Bereich der Notfallkrankenhäuser und der Kurzzeitpflege müssen aus Sicht des NLT angesichts der Personalknappheit in der Pflege detaillierte, landesweite Vorplanungen beginnen. Außerdem empfiehlt der NLT allen Mitgliedern, das Sormas-System in den Gesundheitsämtern zu nutzen. Dafür sei es aber nötig, dass „die seit langem angekündigten Schnittstellen“ zu anderen von den Gesundheitsämtern genutzten Systemen geschaffen werden.

Laut NLT-Geschäftsführer Joachim Schwind erreichen den Landkreistag viele kritische Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen vor Ort zur Krisenkommunikation zwischen Land und Kommunen – insbesondere auch zu den Corona-Verordnungen. Die Landkreise hätten kritisiert, dass sie die Informationen des Landes erst über Pressemitteilungen erhalten hätten, während die Erlasse und Anweisungen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht fertiggestellt gewesen seien. Der Niedersächsische Landkreistag schlägt dazu eine umfassende externe Evaluation vor. (Quelle: NDR, 18.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 3,7 (gestern 3,7)
Meppen: 8,5 (8,5)
Papenburg: 2,6 (5,3)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 18. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 83 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.724. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.531 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 5,8 Fälle je 100.000 Einwohner (6,3 am Vortag). (Quelle: RKI, 18.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1076 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 91 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 102 Tote gewesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 10,3 an (Vortag: 11,6; Vorwoche: 18,6). (Quelle: RKI, 18.06.21)


Hamburg: Keine Maskenpflicht im Freien mehr

In Hamburg müssen von heute an in den allermeisten Fällen im Freien keine Masken mehr getragen werden. Voraussetzung ist jedoch, dass genügend Abstand gehalten werden kann, wie der Senat gestern mitteilte.

Die Maskenpflicht gelte im Freien nur noch etwa auf Wochenmärkten, in Warteschlangen vor Geschäften, Gaststätten sowie bei touristischen Stadtrundfahrten. In Innenräumen, bei religiösen Veranstaltungen, beim Einkaufen, in Kultureinrichtungen, bei Sportveranstaltungen und jeglichen anderen Events in geschlossenen Räumen muss weiterhin eine medizinische Maske getragen werden – das gilt auch für Schulen. (Quelle: RKI, 18.06.21)


Australien: Wieder Maskenpflicht in New South Wales

Das australische Bundesland New South Wales hat das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln in Sydney wieder zur Pflicht gemacht, nachdem sich immer mehr Menschen mit der hochinfektiösen Delta-Variante des Coronavirus angesteckt hatten. Nach Angaben der Behörden können dennoch geplante Veranstaltungen im Freien unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen statt finden. „Wir wollen nicht, dass die Menschen in Panik geraten, aber gleichzeitig wollen wir, dass jeder in höchster Alarmbereitschaft ist“, sagte die Premierministerin des Bundesstaates, Gladys Berejiklian. (Quelle: Tagesschau, 18.06.21)


Active City Day: Hamburger sind zu Bewegung aufgerufen

In Hamburg soll heute mit dem Active City Day gegen Sportmangel und -müdigkeit während der Corona-Pandemie angegangen werden. Alle Hamburger seien aufgerufen, mit Freude an Bewegung etwas für sich selbst tun, teilte die Innenbehörde mit: Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto, eine U-Bahn-Station früher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen oder im Homeoffice ein angeleitetes Workout in der Mittagspause einlegen. Insgesamt finden in der ganzen Stadt weit mehr als 100 gemeldete Aktionen statt. „Das ist der Startschuss für einen bewegten Sommer“, sagte Sport- und Innensenator Andy Grote (SPD). (Quelle: NDR, 18.06.21)


Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein sinkt auf 5,5

In Schleswig-Holstein wurden binnen eines Tages 24 neue Corona-Fälle registriert (Vortag: 27; Vorwoche: 32). Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 5,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Vortag: 6,0; Vorwoche: 9,4). Neue Todesfälle gibt es nicht. Die Regionen mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz im Land sind weiterhin die Kreise Pinneberg (11,7; Vortag 13) und Stormarn (9,0; Vortag 9,4). In Dithmarschen liegt die Inzidenz weiterhin bei null – in Flensburg weiter bei 1,1.


Braun rät von Reise zum EM-Finale ab

Kanzleramtschef Helge Braun rät den deutschen Fußball-Fans von einer Reise zu den entscheidenden EM-Spielen ab. „Meine große Sorge ist die sich ausbreitende Delta-Variante in Großbritannien – und London ist ein Austragungsort. Man sollte nicht in Virusvariantengebiete reisen“, sagte der CDU-Politiker in einem Interview dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND).

In der englischen Hauptstadt finden die beiden Halbfinals und das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft statt. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Curevac-Vorsitzender sieht Impfstoff zu Unrecht in der Kritik

Die vorläufig geringe Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Curevac steht nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden Franz-Werner Haas zu Unrecht in der Kritik. Kein anderes Vakzin sei an so vielen Virusvarianten getestet worden, sagte Haas im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Es ist faktisch eigentlich nicht korrekt, die Zahl der vorläufigen Wirksamkeit unseres Corona-Impfstoffs und die Zahlen zur Wirksamkeit anderer Impfstoffe nebeneinander zu stellen“, sagte Haas. In der Studie zum Corona-Impfstoffkandidaten CVnCov seien 29 Virusvarianten enthalten. Das ursprüngliche Virus, der Wildtyp, spiele kaum mehr eine Rolle. „Die Zahlen zur Wirksamkeit der anderen Impfstoffe sähen vermutlich anders aus, wenn man deren Studien zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt hätte.“ (Quelle: TSP, 18.06.21)


Überblick zur Nacht

  • Wales schiebt die weitere Lockerung der Coronavirus-Beschränkungen um vier Wochen auf, nachdem die Delta-Variante B.1.617.2 des Viraus deutlich angestiegen ist.
  • Deutschland wird Ende dieses Monats seine Grenzen für Nicht-EU-Bürger, die gegen Covid-19 geimpft wurden, wieder öffnen, teilte die Regierung am Donnerstag mit.
  • AstraZeneca kann in Dutzenden armer Länder einen höheren Preis für seinen Covid-19-Impfstoff verlangen, sobald das Pharmaunternehmen entscheidet, dass die Pandemie beendet ist, wie aus einer Kopie seines Vertrags mit der Universität Oxford hervorgeht, die die britische Zeitung „The Guardian“ eingesehen hat.
  • Ein- und Ausreisen in die Metropolregion Lissabon soll an den kommenden Wochenenden verboten werden, womit die portugiesischen Behörden auf einen Anstieg neuer Covid-19-Fälle in der Region um die Hauptstadt reagieren, teilten Regierungsstellen mit.
  • Nepal hat inzwischen die Coronavirus-Infektionen nach seinem größten Corona-Ausbruch, der das medizinische System des Landes überforderte, deutlich reduziert, benötigt aber laut seinem Gesundheitsminister dringend Impfstoffe.
  • Dänemark wird Covid-19-Vakzine an 12 bis 15-Jährige verimpfen, berichtete der Sender TV 2. Die dänischen Gesundheitsbehörden werden dies heute in einer Pressekonferenz über die Verwendung der Impfstoffe bei dieser Altersgruppe bekannt geben.
  • Österreich kündigte an, dass Nacht- und Tanzclubs ab Juli wieder geöffnet sind.
  • Frankreichs Tourismusbranche macht mit der Wiedereröffnung von Disneyland Paris, zwei Wochen nachdem das Land seine Grenzen für geimpfte Besucher aus der ganzen Welt wieder geöffnet hat, einen weiteren Schritt in Richtung Normalität.
    (Quelle: The Guardian, 18.06.21)

Viele Gesundheitsämter nutzten Corona-Kontaktlisten selten

Die Corona-Kontaktlisten in Gastronomie oder bei Friseuren werden von den Gesundheitsämtern in Niedersachsen nur selten angefordert. Das ergab eine Abfrage des NDR in Landkreisen und Städten.

Demnach wurden entsprechende Listen im zurückliegenden Jahr von den meisten Gesundheitsämtern jeweils nur etwa zehnmal angefordert. So zum Beispiel im Landkreis Lüchow-Dannenberg, in Braunschweig und im Landkreis Cuxhaven. Der Heidekreis und die Landkreise Friesland und Ammerland sprechen von vereinzelten oder äußerst seltenen Abfragen. Der Landkreis Osterholz hat Kontakte von Infizierten über entsprechende Listen bisher überhaupt noch gar nicht abgefragt. Die Kontaktlisten gelten seit Monaten als das Mittel, das den Gesundheitsämtern helfen soll, im Falle einer Corona-Infektion die Kontakte des Infizierten schneller zu ermitteln. Auch die Corona-Verordnung sieht die Nutzung der Listen, etwa beim Friseur, in Fahrschulen und in der Gastronomie vor.

Die Gründe für die Zurückhaltung der Kommunen sind unterschiedlich: Der Landkreis Osnabrück verwies gegenüber dem NDR in Niedersachsen darauf, dass die Menschen meist im privaten Umfeld infiziert hätten. Deshalb seien nicht die Listen, sondern die direkten Angaben der Infizierten am wichtigsten.

Ähnlich argumentiert der Landkreis Hameln-Pyrmont: Die Abfragen seien herausfordernd, da es sich zumeist um völlig fremde Personen handele, die den Kontakt zueinander nicht genau beschreiben können. Die Stadt Braunschweig verwies dagegen auf praktische Probleme: Die Listen würden zum Teil unsauber geführt und seien unleserlich, so ein Sprecher.

Besonders häufig hat der Landkreis Hildesheim die Kontaktlisten abgerufen. Rund 1.000 Mal sei dies in der Pandemie erfolgt. Der Landkreis verwies darauf, dass die Angaben essentiell seien – sie würden die Arbeit erheblich erleichtern. Die Region Hannover konnte dagegen keine Zahlen liefern. Ein Sprecher sagte lediglich, dass es häufiger vorgekommen sei, dass derartige Listen angefordert wurden.

Seit einiger Zeit steht vielen Landkreisen und Städten als Mittel zur Kontaktnachverfolgung auch die digitale Luca-App zur Verfügung. Allerdings: Dieser Weg wurde laut NDR Recherchen bislang nahezu gar nicht genutzt. Die Kommunen sind offenbar noch unsicher, wie gut sie die digitalen Daten nutzen können. (Quelle: NDR, 17.06.21)


Extrem viele Neuinfektionen in Großbritannien

Großbritannien verzeichnet den höchsten Anstieg an Neuinfektionen binnen eines Tages seit dem 19. Februar. Die Behörden registrieren 11.007 nachgewiesene Ansteckungsfälle, am Tag zuvor waren es noch 9055. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um 19, am Mittwoch waren es neun weitere Tote. (Quelle: TSP, 17.0.6.21)


Vier von fünf Erwachsenen in Großbritannien inzwischen geimpft

In Großbritannien sind inzwischen 80 Prozent aller Erwachsenen mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte das britische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Das Ziel, allen Menschen über 18 Jahren bis zum 19. Juli ein Impfangebot zu machen, sei damit in Reichweite. Der Anteil der Erwachsenen, die beide Impfungen erhalten haben, liegt den Angaben zufolge bei knapp 60 Prozent.

Noch in dieser Woche soll laut Gesundheitsminister Matt Hancock die Impfpriorisierung enden. Alle über 18-Jährigen können dann einen Termin buchen – bislang war die Impfreihenfolge streng nach Risikogruppen gegliedert.

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante in Großbritannien hat die Regierung die eigentlich für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen bis zum 19. Juli verschoben. Zudem können über 40-Jährige nun bereits nach acht Wochen eine Zweitimpfung erhalten, statt wie bisher erst nach zwölf Wochen. (Quelle: TSP, 17.0.6.21)


Delta-Variante verbreitet sich in Russland

In Russland grassiert den Behörden zufolge die aggressivere Delta-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle steige signifikant, teilt die Verbrauchergesundheitsbehörde mit. In Moskau verschlechtere sich die Situation rapide und unerwartet vermutlich wegen ansteckenderer Virus-Varianten, sagt der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergei Sobjanin. Die Behörden seien dabei, rasch die Anzahl der Krankenhausbetten zu erhöhen, um mehr Covid-19-Patienten aufnehmen zu können. Derzeit gebe es aber ausreichend Kapazität. (Quelle: TSP, 17.0.6.21)


Niedersachsen bei Corona-Erstimpfungen über 50-Prozent-Marke

Niedersachsen hat bei den Erstimpfungen die 50-Prozent-Marke überschritten. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden bisher 4.042.848 Menschen (50,6 Prozent) mindestens einmal immunisiert.

Im Ranking der Bundesländer liegt Niedersachsen damit nun auf Rang sechs. Ganz vorn sind der Stadtstaat Bremen mit einer Impfquote von 55,6 Prozent. Danach folgen Schleswig-Holstein (53,1 Prozent) und das Saarland (53,0 Prozent). Auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die Quote bereits über der 50-Prozent-Marke. In Hamburg haben dagegen erst 46,6 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner mindestens eine Impfung erhalten.

„Das ist ein weiterer Meilenstein für unsere Impfkampagne und ein großer Erfolg“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Donnerstag. Alle, die noch auf der Warteliste stehen, bitte sie um Geduld. Ab der kommenden Woche würden in den Impfzentren wieder mehr Erstimpfungen durchgeführt, so dass auch die Warteliste der Impfzentren schneller abgearbeitet werden könne, so Behrens. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Niedersachsen im Juli voraussichtlich weniger Impfstofflieferungen als geplant bekommt. Behrens zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass im Laufe des Sommers allen ein Impfangebot gemacht werden könne. Ziel sei es, bis zum Herbst eine hohe Durchimpfungsquote zu erreichen.

Niedersachsen hatte im Mai zunächst wieder verstärkt Zweitimpfungen vorgenommen, weil bei vielen bereits geimpften Menschen der Abstand zwischen erster und zweiter Spritze von sechs Wochen bei den Impfstoffen von Biontech und Moderna beziehungsweise zwölf Wochen beim Vektor-Impfstoff von AstraZeneca erreicht war. Dadurch hatte sich das Tempo bei den Erstimpfungen zunächst deutlich reduziert. Bei den Zweitimpfungen nähert sich Niedersachsen langsam der 30-Prozent-Marke. Aktuell liegt die Quote bei 28,0 Prozent. Das sind 2.237.209 vollständig geimpfte Menschen.

Die Impfpriorisierung war am 7. Juni deutschlandweit aufgehoben worden. Jeder kann sich seitdem um ein Impfangebot bemühen. Noch immer sind die Liefermengen der Hersteller beim Impffortschritt der Flaschenhals. (Quelle: NDR, 17.06.21)


Corona in Niedersachsen: Delta-Variante 65 Mal nachgewiesen

65 Menschen haben sich in Niedersachsen bislang nachweislich mit der Delta-Variante des Coronavirus infiziert – 30 mehr als noch vor einer Woche. Das teilte das Landesgesundheitsamt mit.

Auch bundesweit ist die in erstmals Indien entdeckte Mutation auf dem Vormarsch: Im Vergleich zur Gesamtzahl der Infizierten kam sie in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) auf einen Anteil von 6,2 Prozent. Damit bleibe sie weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie gilt nach Einschätzung von Experten als schneller übertragbar.

Die ersten Fälle der Mutation wurden im Mai in Niedersachsen bekannt. Zuletzt wurde die Delta-Variante bei Menschen im Landkreis Vechta und einer Schule in Hildesheim entdeckt. An dem Gymnasium Himmelsthür hatten sich in der vergangenen Woche mindestens 15 Schülerinnen und Schüler infiziert. Bei einigen wurden die Delta-Variante nachgewiesen. 90 Menschen kamen in Quarantäne.

In Vechta waren am Mittwoch sechs Fälle öffentlich geworden. Zwei Erwachsene werden im Krankenhaus behandelt. In der Region Hannover wurden bislang 19 Ansteckungen mit der Variante nachgewiesen. Das Landesgesundheitsamt erhebt die Zahlen stichprobenartig oder prüft auf Verdacht, ob eine Infektion mit der Variante vorliegt. (Quelle: NLGA/GN, 17.06.21)


Niedersachsen: Schulden der Kommunen in 2020 gestiegen

Der Schuldenstand der Kommunen in Niedersachsen ist in der Corona-Krise spürbar gestiegen. Im Jahr 2020 wuchs er im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Die Verschuldung belief sich den Angaben zufolge am Jahresende auf eine Summe von rund 12,7 Milliarden Euro. Das sind 1589 Euro pro Kopf der niedersächsischen Bevölkerung.

Während sich die eher längerfristigen Wertpapierschulden und Investitionskredite um 6,6 Prozent erhöhten, nahm der Bestand der Kassen- oder Liquiditätskredite demnach um 0,8 Prozent zu. Im Jahr 2019 wurde für den Posten der Kassen- und Liquiditätskredite noch ein deutlicher Rückgang verzeichnet.

Den Angaben zufolge waren insgesamt elf Gemeinden und Gemeindeverbände in Niedersachsen komplett schuldenfrei: Die Stadt Burgwedel, Wagenfeld, Flecken Steyerberg, Stelle, Scheeßel, Zetel, Moormerland, Dötlingen, der Samtgemeindebereich Baddeckenstedt sowie die gemeindefreien Bezirke Lohheide und Osterheide.

Auf die eher längerfristigen Wertpapierschulden und Investitionskredite entfielen den Angaben zufolge rund 11,4 Milliarden Euro, auf die Kassen- oder Liquiditätskredite rund 1,3 Milliarden Euro. (Quelle: GN, 17.06.21)


Österreich lockert weiter – Sperrstunde fällt weg

In Österreich fallen zum 1. Juli weitere Corona-Beschränkungen. So wird die wegen der Corona-Krise eingeführte Sperrstunde aufgehoben. Damit sei auch die Nachtgastronomie bei zunächst etwas reduzierter Kapazität wieder möglich, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag in Wien. „Es kann getanzt, geheiratet, gefeiert werden“. Die Infektionslage sei deutlich besser als allgemein erwartet, so der Regierungschef mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz von 15.

„Wir können weitere große Schritte in Richtung Normalität machen“, sagte Kurz. In der Gastronomie entfalle die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske nun auch für die Mitarbeiter, erklärte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Das Lächeln einer Servicekraft sei wieder sichtbarer Ausdruck der Gastfreundschaft.

Kunst, Kultur und Sport seien – wie bereits vor einiger Zeit angekündigt – ab 1. Juli wieder in ihrer ganzen Breite zu erleben, sagte Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne). Alle Veranstaltungen seien dann ohne Obergrenzen für das Publikum möglich. Dann würden auch wieder Events mit Stehplätzen erlaubt. Statt einer FFP2-Masken-Pflicht werde im Handel, in Bussen und Bahnen sowie in den Museen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausreichen.

Weiterhin gilt für den Besuch der Gastronomie oder von Veranstaltungen die sogenannte 3-G-Regel. Das heißt, der Gast muss getestet, genesen oder geimpft sein. Ab 1. Juli müssen sich allerdings nur noch alle testen lassen, die mindestens zwölf Jahre alt sind. Am 22. Juli sollen weitere Erleichterungen in Kraft treten.

Kurz erinnerte daran, dass Österreich beim Impfen deutliche Fortschritte gemacht habe. So sei mehr als die Hälfte der Bevölkerung zumindest einmal geimpft. Auch die Test-Strategie mit etwa 400.000 Tests täglich habe sich bewährt. Die Delta-Variante des Coronavirus könne die Hoffnung auf eine weitere Entspannung der Lage eintrüben, sagte hingegen Oswald Wagner, Vizerektor der Medizinischen Universität Wien. Eine Impfung sorge allerdings auch gegen diese Variante für einen sehr hohen Schutz. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Tageshöchstwerte bei Corona-Neuinfektionen und Toten in Afghanistan

In Afghanistan hat die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen und Toten den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht. Am Donnerstag meldeten die Behörden 2313 neue Fälle und 101 Tote, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In dem Land mit geschätzt rund 37 Millionen Einwohnern erhöhte sich die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen damit auf knapp 99.000, mehr als 3900 Menschen starben mit dem Virus.

Die Zahlen sind landesweit zuletzt massiv angestiegen. Anfang Mai wurden noch weniger als 200 neue Fälle binnen eines Tages gemeldet. Es wird angenommen, dass die tatsächliche Anzahl der Infektionen und Toten viel höher ist. In offiziellen Statistiken sind nur Menschen geführt, die in Krankenhäusern sterben, nicht aber zu Hause. Zudem lassen sich viele Menschen mit Symptomen nicht testen.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat die Regierung einige Beschränkungen angeordnet, wie die Schließung von Bildungszentren und Hochzeitssälen. Bislang hat das Land mehr als 1,6 Millionen Impfdosen erhalten. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Corona-Regeln für Unternehmen auch im Sommer

Für Unternehmen in Deutschland sollen trotz sinkender Ansteckungszahlen auch über den Sommer einige Corona-Regeln weiter gelten: Die Betriebe müssten weiterhin mindestens zweimal in der Woche ihren Beschäftigten Corona-Tests anbieten und nach wie vor auch bestimmte Hygieneregeln einhalten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Eine entsprechende Neufassung der Ende Juni auslaufenden Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Vorgaben für Flächen, Abstände und Masken am Arbeitsplatz macht, soll nach Heils Angaben am kommenden Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. Man könne die Arbeitsschutzregeln mit Blick auf Corona ein Stück lockern, weil die Inzidenzen dies hergäben. „Aber ich sage trotzdem: Vorsicht an der Bahnsteigkante.“ Die Regeln schützten Beschäftigte und würden helfen Betriebe offen zu halten. Durch Tests am Arbeitsplatz behalte man das Infektionsgeschehen im Blick und im Griff.

Die in der Bundes-Notbremse verankerte Homeoffice-Pflicht läuft dagegen am 30. Juni gemeinsam mit der Notbremse aus. Hier ist keine Verlängerung geplant. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte das. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel bezeichnete es in der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitagausgaben) als „absolut unverständlich“, „dass die Union einer Verlängerung der Homeoffice-Regelungen nicht zugestimmt hat“.

Das Risiko sich zu infizieren, sei in geschlossenen Räumen deutlich höher als draußen. Daher mache es Sinn, in den nächsten Monaten nach wie vor an der Pflicht zum Homeoffice festzuhalten, sagte Piel. Erst „wenn nahezu alle Beschäftigten ein Angebot für eine vollständige Impfung gegen Covid-19 erhalten haben, muss neu diskutiert werden“. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Apotheker lehnen geringere Vergütung für Corona-Zertifikate ab

Die Apotheker protestieren gegen eine mögliche Absenkung der Vergütung für die Ausstellung digitaler Corona-Impfzertifikate. „Die Apothekerinnen und Apotheker sind verärgert und verlieren ihr Vertrauen in die Berliner Politik“, erklärte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Regina Overwiening, am Donnerstag in Berlin. Hintergrund sind Berichte, wonach das Bundesgesundheitsministerium plant, die Vergütung von derzeit 18 Euro ab Juli auf nur noch sechs Euro senken will.

Overwiening warnte deswegen vor einer geringeren Bereitschaft der Apotheken in Deutschland, sich an dieser oder anderen Aktionen zu beteiligen. „Wenn die Apotheken keine belastbare Kalkulationsgrundlage und damit keine Planungssicherheit haben, sinkt die Bereitschaft, auch in Zukunft zusätzliche problemlösende Aufgaben zu übernehmen“, erklärte die ABDA-Präsidentin. Sie bezeichnete eine Absenkung des Honorars als „nicht nachvollziehbar“.

Die Apotheken stellen seit Montag digitale Impfzertifikate für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. „Die Berufsorganisationen haben dafür in den Aufbau einer IT-Infrastruktur investiert, die Apotheken vor Ort haben Personal
abgestellt und zusätzliche Hardware eingesetzt“, erklärte dazu Overwiening.

Sie verwies auch auf den damit verbundenen Aufwand: „Die Ausstellung eines Zertifikates bedeutet zum einen, die Daten zu prüfen, einzugeben und auszudrucken. Zum anderen geben die Apotheken den Menschen viel zusätzliche Unterstützung zur Nutzung der CovPass-App.“ Das digitale Zertifikat ist zwar nicht als Impfnachweis erforderlich, es soll aber beispielsweise das grenzüberschreitende Reisen in der EU erleichtern. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Curevac-Impfstoff enttäuscht vorerst – doch wie geht es weiter?

Der Impfstoffkandidat von Curevac ist deutlich weniger wirksam gegen eine Corona-Erkrankung als erhofft. Es ist fraglich, ob er jemals auf den Markt kommt.


Karlsruhe lehnt AfD-Eilantrag zu EU-Corona-Hilfsfonds ab

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat einen Eilantrag der AfD gegen die Unterzeichnung des deutschen Ratifizierungsgesetzes für den EU-Corona-Hilfsfonds abgelehnt. Da das Gesetz bereits durch den Bundespräsidenten ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt verkündet worden sei, habe sich der Antrag erledigt, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte das Gesetz am 23. April unterschrieben, nachdem Karlsruhe einen anderen Eilantrag dagegen abgewiesen hatte. (Az. 2 BvE 4/21)

Die AfD hatte ihre Verfassungsbeschwerde und den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung damals aber schon eingereicht, weswegen nun über Letzteren entschieden wurde. Über die eigentlichen Verfassungsbeschwerden der AfD und des „Bündnis Bürgerwille“ gegen das Gesetz wird in Karlsruhe noch beraten, darum ging es in der aktuellen Entscheidung nicht.

Mit dem sogenannten Eigenmittelbeschluss-Ratifizierungsgesetz stimmte Deutschland zu, dass die EU-Kommission zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bis zu 750 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen kann, die über Zuschüsse und Kredite verteilt werden sollen. Inzwischen ist dieses Vorgehen von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Grafschafter Zahlen

Zwei neue Infektionen mit dem Coronavirus meldete die Grafschafter Kreisverwaltung am Donnerstag. Der Inzidenzwert für den Landkreis bleibt damit nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 16,8. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie beläuft sich weiter auf 123.
In Quarantäne befinden sich am Donnerstag noch 204 Grafschafter. Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie 5.357 Menschen im Landkreis infiziert, 5.186 gelten mittlerweile als genesen. Von den aktuell 48 Corona-Fälle sind 34 (-5) in Nordhorn. (Quelle: GN, 17.05.21)


 

Lokale Inzidenzen
Lingen: 3,7 (gestern 3,7)
Meppen: 8,5 (8,5)
Papenburg: 5,3 (5,3)


Analyse: Zahl der Corona-Infektionen in England steigt wieder stark

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus steigt die Zahl der Neuinfektionen in England wieder stark an. Einer Datenanalyse im Auftrag der Regierung zufolge lag das Wachstum zwischen dem 3. Mai und dem 7. Juni bei 50 Prozent. Der Zeitraum stimme mit der Verbreitung von Delta überein, teilte das Gesundheitsministerium in London am Donnerstag mit. Treiber seien junge und meist ungeimpfte Menschen.

Daten von 110.000 Schnelltests zwischen 20. Mai und 7. Juni hätten ergeben, dass die Zahl der Fälle sich alle elf Tage verdoppelt, hieß es weiter. Schwerpunkt ist Nordwestengland. Experten setzen allerdings darauf, dass wegen der Impfkampagne die Ausbreitung des Virus wieder verlangsamt wird. Mittlerweile haben mehr als 30 Millionen Erwachsene – gut die Hälfte – die für den vollen Schutz notwendigen zwei Dosen erhalten. Schon in wenigen Tagen dürfen alle über 18-Jährigen sich für eine Impfung anmelden.

Wegen der Delta-Variante, die mittlerweile für mehr als 90 Prozent der Fälle im Land verantwortlich ist, hat die Regierung von Premierminister Boris Johnson die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England um vier Wochen verschoben. Am Mittwochabend stimmte das Parlament in London dieser „Pause“ mit deutlicher Mehrheit zu. Allerdings stimmten mehr als 50 Abgeordnete von Johnsons Konservativer Partei gegen die Regierung. Sie fordern, dass der bisherige Fahrplan eingehalten wird.(Quelle: TSP, 17.06.21)


Hunderte Ärzte in Indonesien infiziert – Waren mit Sinovac geimpft

In Indonesien haben sich den Behörden zufolge mehr als 350 Ärzte angesteckt, obwohl sie mit dem chinesischen Impfstoff Sinovac geimpft worden waren. Die meisten der Betroffenen hätten keine Symptome, Dutzende der Mediziner müssten allerdings im Krankenhaus behandelt werden, sagt ein Vertreter der Gesundheitsbehörden auf Java. Dort gibt es in einem Bezirk einen Corona-Ausbruch, der von der ansteckenderen Virus-Variante Delta dominiert wird. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Bericht: Mehr Unruhen und weniger Frieden in Zeiten der Pandemie

Die Welt ist nach einem aktuellen Bericht in Zeiten der Pandemie konfliktreicher geworden. Das ist das zentrale Ergebnis des jährlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace am Donnerstag in London für 2020 veröffentlichte. Damit hat sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in zwölf Jahren verschlechtert.

Der Gründer des Instituts, Steve Killelea, macht die Corona-Pandemie für eine Verschärfung der Lage verantwortlich: „Obwohl das Niveau von Konflikten und Terrorismus im Jahr 2020 insgesamt gesunken ist, haben politische Instabilität und gewalttätige Demonstrationen zugenommen“, so Killelea. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weitere Unsicherheiten schaffen, insbesondere für Länder, die bereits vor der Pandemie Probleme hatten.“ Voraussichtlich werde die Erholung auch sehr unterschiedlich verlaufen. Das könnte das Risiko für eine weitere Vertiefung der Gräben bergen.

Insgesamt registrierte der Global Peace Index zwischen Januar 2020 und April diesen Jahres weltweit mehr als 5000 gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Pandemie. 25 Länder verschlechterten sich in der Kategorie gewaltsame Demonstrationen, während sich nur acht Staaten verbesserten. Am verheerendsten war die Lage in Belarus, Myanmar und Russland, wo Demonstrierende bei Protesten gewaltsam bekämpft wurden.

In den USA nahm im untersuchten Zeitraum besonders stark die Zahl der zivilen Unruhen zu – allerdings nicht nur bedingt durch die Pandemie, sondern auch etwa im Rahmen der „Black Lives Matter“-Proteste oder bei der Erstürmung des Kapitols in Washington – Letzteres allerdings erst im Januar 2021.

Die Mordrate, die Todesfälle durch Terrorismus und auch die Wahrnehmung von Kriminalität ist in sehr vielen Ländern der Welt hingegen deutlich gesunken, wobei es auch hierbei extreme regionale Unterschiede gibt. In Afghanistan, Brasilien, Südafrika und Mexiko etwa gab weiterhin mehr als die Hälfte der Bevölkerung Gewalt als größtes Risiko für die eigene Sicherheit im täglichen Leben an.

Afghanistan gilt in dem Bericht als das am wenigsten friedliche Land der Erde – gefolgt vom Jemen, Syrien, Südsudan und dem Irak. Island wurde dagegen erneut als das friedlichste Land der Welt eingestuft – und verteidigt diesen Platz bereits seit 2008.

Europa als Region bleibt ebenfalls nach diesem Index die friedlichste der Welt. Allerdings hält der Bericht fest, dass auch hier die politische Instabilität zugenommen hat. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Corona im Landkreis Vechta: Delta-Variante nachgewiesen

Im Landkreis Vechta ist zum ersten Mal die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, die bislang als indische Variante B.1.617.2 bekannt war. Wie der Landkreis mitteilte, sind sechs Personen mit der Mutation infiziert. Die zunächst betroffene Person sei zuvor in Afghanistan gewesen. Bei anschließenden Tests sei die Delta-Variante dann bei fünf weiteren Haushaltsmitgliedern festgestellt worden. Da unter ihnen auch ein Schüler eines Gymnasiums in Vechta ist, wird dessen gesamte Klasse am Donnerstag getestet. Der Landkreis hat für die betroffenen sechs Personen Quarantäne angeordnet. (Quelle: NDR, 17.06.21)


Kleiner Überblick am Morgen

  • Japan will den Coronanotfall in Tokio am 20. Juni und damit einen Monat vor den Olympischen Spielen aufheben. Das gab die Regierung am Donnerstag bekannt, da Berichten zufolge nur 10.000 Zuschauer bei den olympischen Veranstaltungen zugelassen sein würden.
  • Unterdessen gab das deutsche Biotech CureVac NV am Mittwoch bekannt, dass sein Covid-19-Impfstoff in einer Spätphase nur eine Wirksamkeit von 47 % gezeigt hat, das Hauptziel der Studie verfehlt und die potenzielle Lieferung von Hunderten von Millionen Dosen an die Europäische Union in Frage steht.
  • Australien schränkt die Empfehlung für den Impfstoff von AstraZeneca weiter ein. Aufgrund der Bedenken über Blutgerinnsel soll das Vakzin nur noch an Menschen über 60 Jahre verimpft werden, sagte Gesundheitsminister Greg Hunt. Zuvor lag die Schwelle bei 50 Jahren.
  • Die Fluggesellschaft Ryanair und drei britische Flughafenbetreiber wollen die Regierung in London wegen der Quarantäne-Bestimmungen für Reisende verklagen. Ein Gericht solle die Transparenz des Ampel-Systems überprüfen, berichtete die „Financial Times“. Die Regierung müsse offenlegen, nach welchen Kriterien sie Länder in die Kategorien „grün“, „gelb“ und „rot“ einteile, hieß es. Von der Einstufung hängt etwa ab, ob Reisende in Quarantäne müssen.
    (Quelle: The Guardian, 17.06.21)

Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 17. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 91 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages zwölf weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.721. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.448 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 6,4 Fälle je 100.000 Einwohner (7,4 am Vortag). (Quelle: NDR, 17.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.187 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.179 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an. Am Vortag hatte sie bei 13,2, in der Vorwoche bei 19,3 gelegen.

Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.718.955 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.594.700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,71, am Vortag hatte er bei 0,72 gelegen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des RKI. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben samt Nachmeldungen noch bei 3,7 Prozent gelegen. Das RKI wertet einmal pro Woche die Anteile der gemeldeten Virus-Varianten aus, die als besorgniserregend eingestuft werden.(Quelle: RKI, 17.06.21)


Immunologen fordern Vorbereitungen auf Delta-Variante

Immunologen haben die Politik aufgefordert, sich angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante insbesondere an den Schulen intensiv auf eine neue Corona-Welle im Herbst vorzubereiten. „Es ist fest davon auszugehen, dass spätestens im Herbst die Delta-Variante die dominierende Variante in Deutschland sein wird“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), Carsten Watzl, der „Augsburger Allgemeinen“. „Wenn sehr viele Kinder nicht geimpft sind und die Delta-Variante im Herbst kommt, droht in den Schulen wieder ein stärkeres Ausbruchsgeschehen.“ Man müsse sich daher schon jetzt an Konzepte wie Luftfilter machen, um nicht im Herbst wieder die Schulen zumachen zu müssen. Watzl verwies darauf, dass der Anstieg der Inzidenzzahlen in Großbritannien größtenteils auf Schulkinder zurückgehe, für die es zum Teil noch gar keine Impfstoffe gebe. (Quelle: BR, 17.06.21)


UN: Deutschland bremst Pandemie-Bekämpfung

Nach Einschätzung der UN-Entwicklungsorganisation UNDP bremsen Deutschland und andere Länder die Bekämpfung der Corona-Pandemie, indem sie eine Freigabe von Patenten für Impfstoffe blockieren. „Rechte an geistigem Eigentum sind ein Hindernis für eine beschleunigte Verbreitung und Produktion von Impfstoffen“, sagte UNDP-Chef Achim Steiner der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe bei Vorstößen wie jenem zur Patent-Freigabe zwar immer Bedenken, doch „Risiko ist kein Grund, jetzt nicht zu handeln“, so Steiner. Die Freigabe von Patenten müsse als eine von mehreren Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um der eklatanten Ungleichheit beim Verteilen der Vakzine zu begegnen. Deutschland hatte sich zuletzt beim G7-Gipfel in Cornwall zusammen mit Großbritannien erneut gegen die Patent-Freigabe gestemmt, die eine lizenzfreie Impfstoffproduktion in Entwicklungsländern ermöglichen könnte.(Quelle: Tagesschau, 17.06.21)


Kritik an Maskenpflicht in Schulen

Angesichts sinkender Inzidenz-Zahlen und der Hitzewelle haben sich Politiker und Experten für ein Ende der Maskenpflicht in Schulen ausgesprochen. „Bei der momentanen Talfahrt der Infektionsrate sollte die Maskenpflicht inzidenzabhängig fallen“, sagte Thomas Fischbach, Chef des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte der „Bild“. „Masken haben eine Schutzfunktion, schränken aber auch ein. Schüler können Mimik und Gestik nicht komplett erkennen, schwitzen und bekommen schlechter Luft“, sagte CDU-Familienpolitiker Marcus Weinberg. Infektologe Peter Kremsner, Leiter der CureVac-Studie, regte ebenfalls an, die Masken „angesichts der derzeit niedrigen Inzidenzen“ wegzulassen. „Vor allem, wenn die Durchimpfungsrate weiter so rapide ansteigt, dass die Eltern und Älteren geschützt sind.“
(Quelle: Tagesschau, 17.06.21)


Rechnungshof kritisiert Beschaffung von Corona-Masken

Der Bundesrechnungshof hat die zentrale Beschaffung damals knapper Corona-Schutzmasken in der Frühphase der Pandemie durch das Bundesgesundheitsministerium kritisiert. Anzuerkennen sei, unter welch hohem Einsatz es im Frühjahr 2020 half, eine Notlage bei der Versorgung im Gesundheitswesen abzuwenden, heißt es in einem Prüfbericht an den Bundestag. Gerügt wird darin aber das „Fehlen einer systematischen Mengensteuerung“. Die aus einer „massiven Überbeschaffung resultierenden Lagerbestände“ und die aufgewendeten Haushaltsmittel und Personalkapazitäten seien „nicht wirtschaftlich für eine wirksame Pandemiebekämpfung eingesetzt“ worden.

Die kontrahierte Gesamtmenge aus allen Beschaffungswegen übersteige mit 5,8 Milliarden Schutzmasken selbst einen vom Ministerium „auf der Grundlage sachfremder Annahmen“ berechneten Jahresbedarf von 4,7 Milliarden Masken noch um 23 Prozent, heißt es in dem Bericht. (Quelle: Tagesschau, 17.06.21)



Impfstoff-Kandidat Curevac verfehlt statistische Ziele

Der Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV von Curevac hat bei einer zweiten Zwischenanalyse die statistischen Ziele verfehlt. Das teilte das Tübinger Unternehmen in der Nacht auf Donnerstag in einer Pflichtmitteilung mit. „In einer bislang beispiellosen Umgebung mit mindestens 13 Varianten innerhalb der untersuchten Teilmenge der Studienteilnehmer in dieser Zwischenanalyse erzielte CVnCoV eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades und erreichte damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien.“ Die in den USA gehandelte CureVac-Aktie brach im nachbörslichen Handel um zunächst fast 40 Prozent ein.

Erste Analysen hätten gezeigt, dass die Wirksamkeit von der untersuchten Altersgruppe und den Virusstämmen abhänge, hieß es weiter. Das Data Safety Monitoring Board (DSMB) habe ein gutes Sicherheitsprofil bestätigt, die Studie werde bis zur endgültigen Analyse fortgesetzt. Der Impfstoffkandidat der ersten Generation befindet sich im letzten Stadium der klinischen Entwicklung. Eine erste Zwischenanalyse hatte keine Sicherheitsbedenken festgestellt. CureVac arbeitet mit Bayer zusammen. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Impfzentrum in Friesland vergibt kurzfristig 1.200 Impfungen

Wegen eines Fehlers in der Kühlkette hatte der Landkreis Friesland am Mittwoch kurzfristig rund 1.200 Corona-Impfungen zu vergeben. Bereits nach wenigen Stunden waren alle Dosen verimpft.

Deutlich mehr als 1.000 Menschen waren dazu ins Impfzentrum des Landkreises in Roffhausen gekommen. Einige gingen leer aus, hätten darauf aber sehr verständnisvoll reagiert, sagte eine Sprecherin des Landkreises dem NDR Niedersachsen. Der Landkreis hatte am Nachmittag über einen Kühlketten-Fehler informiert und Menschen aus Friesland aufgerufen, die aktuell noch keinen Impftermin für eine Erstimpfung erhalten haben, bis 18.30 Uhr ins Impfzentrum nach Roffhausen zu kommen. Am Ende wurden die Vakzine dort sogar noch zwei Stunden länger verabreicht. Der Zeitraum sei wegen der unterbrochenen Kühlkette eng gewesen, man habe sich aber bei Impfärzten und dem Land Niedersachsen rückversichert, dass die Verabreichung der Dosen auch bis 20.30 Uhr möglich war, sagte die Sprecherin.

Zunächst hatte der Landkreis die Zahl der zur Verfügung stehenden Dosen mit 600 angegeben, die anderen seien anderweitig verplant, hieß es. Verimpft wurden am Mittwochabend allerdings sogar 1.000. Man sei davon ausgegangen, dass nicht so viele Menschen reagieren, so die Sprecherin. Damit kein Impfstoff weggeworfen werden müsse, habe man nach weiteren Abnehmern gesucht. 200 Dosen seien kurzfristig nach Wilhelmshaven gebracht und dort verimpft worden. 400 weitere Dosen wollte der Landkreis für Einsatzkräfte von beteiligten Hilfsorganisationen vorhalten. Dort seien aber keine Impfungen mehr erforderlich gewesen, so die Sprecherin. Daher habe man auch diese Vakzine für angereiste Menschen nutzen können.

Obwohl nun 1.200 Impfdosen des Impfzentrums Friesland außer der Reihe vergeben wurden, soll dies keine Auswirkungen auf anstehende Termine haben. Die Sprecherin betonte, dass keine geplanten Impftermine abgesagt werden müssten. Die betroffenen Charge sei für Zweitimpfungen vorgesehen gewesen, zudem seien darunter zusätzliche Dosen gewesen, die noch gar nicht terminiert waren. „Wir können das so organisieren, dass deswegen nichts ausfallen wird“, sagte die Sprecherin.

Weiter unklar ist, welcher Fehler in der Kühlkette gemacht wurde. Es sei üblich, dass Impfstofflieferungen direkt nach Ankunft entsprechend überprüft werden, so die Sprecherin. Dabei sei festgestellt worden, das die Vakzine nicht durchgängig gekühlt wurden. (Quelle: NDR, 16.06.21)


Überblick am Abend

  • Das britische Abgeordnetenhaus hat mit 461 zu 60 Stimmen dafür votiert, die die Lockerung der Coronavirus-Einschränkungen in England auf den 19. Juli verschieben.
  • In Südafrika haben die Covid-19-neuinfektionen am Mittwoch um 13.246 zugenommen, die höchste tägliche Gesamtzahl seit fünf Monaten, wie die Regierung in Pretoria mitteilte.
  • US-Präsident Joe Biden sagte, China versuche, sich in Bezug auf die Covid-19-Pandemie als verantwortungsvolle Nation zu präsentieren, doch es sei unklar, ob Peking wirklich die Ursprünge des Coronavirus offenlegen wolle.
  • Johnson & Johnson wird sein Lieferziel für Covid-Impfstoffe an die EU für das zweite Quartal voraussichtlich verfehlen, nachdem nach Angaben der Europäischen Kommission Millionen von Dosen für die Verwendung in Europa wegen Sicherheitsbedenken gesperrt wurden.
  • Frankreich und Spanien wollen die Regeln für das Tragen von Gesichtsmasken im Freien zu lockern, eine Entwicklung, die von beiden Ländern auf ihre Covid-19-Impfkampagnen zurückgeführt wird.
  • Melbourne, Australiens zweitgrößte Stadt, wird es ihren 5 Mio Einwohnern ermöglichen, wieder mehr als 24 Kilometer von zu Hause entfernt zu reisen; ab Freitag gilt die Maskenpflicht im Freien nicht mehr.
  • Ursula von der Leyen unterzeichnete die ersten Pläne der EU-Mitgliedstaaten, den Brüsseler Covid-Wiederherstellungsfonds in Höhe von 800 Mrd .
  • Alle Mitarbeiter von Pflegeheimen in England müssen nach einem umstrittenen neuen Gesetz vollständig gegen Coronavirus geimpft werden, teilte die Regierung mit.
  • Codogno, die Stadt, in der Anfang 2020 die erste inländische Übertragung von Covid-19 in Italien nachgewiesen wurde, verzeichnet erstmals seit Februar 2020 keine Infektionen mehr unter ihren Einwohner:innen.
  • Unternehmen in Deutschland sollen ab Ende Juni nicht mehr gezwungen sein, Homeoffice zuzulassen, sagte der Chef des Bundeskanzleramt am Mittwoch in Berlin.
  • Das Taj Mahal ist wieder für die Öffentlichkeit geöffnet; Indien drängt darauf, die Einschränkungen aufzuheben, um seine Wirtschaft wiederzubeleben. (Quelle: The Guardian, 16.06.21)


📌 Delta-Virusmutation nimmt in Deutschland deutlich zu

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben demnach noch bei 3,7 Prozent gelegen.

Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle. (Grafik: pixabay; Quelle: TSP, 16.06.21)


Niedersachsen bekommt weniger Corona-Impfstoff als erwartet

Die Impfkampagne in Niedersachsen dürfte sich ab Juli verlangsamen. Grund ist, dass angekündigte Liefersteigerungen der Impfstoffhersteller ausblieben.

„Nach dem derzeitigen Stand erhalten wir für die niedersächsischen Impfzentren im Juli wöchentlich nur noch rund 200.000 Impfdosen“, teilte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) nach Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch mit. Bislang war Niedersachsens Gesundheitsministerium demnach von mindestens 235.000 Dosen pro Woche ausgegangen.

„Wir hatten uns gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden und anderen Bundesländern zuletzt für eine Erhöhung der Liefermenge ausgesprochen und sind dementsprechend enttäuscht“, sagte Behrens. Erwartet werde nun eine Erklärung der Impfstoffhersteller, warum die angekündigten Liefersteigerungen weiter ausblieben. „Mit Blick auf den Herbst können wir uns weitere Verzögerungen bei der Impfkampagne nicht erlauben.“

Wie es mit den Impfzentren, für deren Erhalt sich die niedersächsische Landesregierung zuletzt ausgesprochen hatte, weitergeht, soll nun eine Arbeitsgruppe beraten. „Diese Arbeitsgruppe wird nun prüfen, in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen die Impfzentren auch über den September hinaus noch gebraucht werden“, sagte Behrens. Erfreulich sei, dass der Bund hierzu seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt habe. (Quelle: NDR, 16.06.21)


Rekord bei Paketsendungen erreicht

Wegen der Corona-Pandemie sind im vergangenen Jahr soviele Pakete vesandt worden wie nie zuvor. Wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik mitteilte, wurden 2020 gut vier Milliarden Sendungen transportiert. Das seien 400 Millionen mehr gewesen als 2019. Das Wachstum sei mit 10,9 Prozent erstmals seit 20 Jahren zweistellig ausgefallen. Bei Umsatz verzeichnete die Paketbranche demnach ein Plus von 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 23,5 Milliarden Euro. Bei den Unternehmen waren 2020 insgesamt mehr als 255.000 Mitarbeiter beschäftigt. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Arzt bietet Abi-Jahrgang aus Osnabrück Corona-Impfung an

Der Abitur-Jahrgang eines Osnabrücker Gymasiums hofft auf einen vergleichsweise normalen Schulabschluss. Der Vater eines Schülers hat angeboten, die jungen Erwachsenen gegen Covid-19 zu impfen.

„Die Schüler waren immer außen vor und kommen zu kurz“, sagte der Allgemeinmediziner Christian Albrecht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Organisiert wurde die heutige Impfaktion von den Schülerinnen und Schülern des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums selbst. Insgesamt 80 Impfungen sind für heute geplant. Albrecht zufolge werde der Impfstoff niemandem „weggenommen“. Alle über 60-Jährigen Patientinnen und Patienten seiner Praxis seien bereits geimpft, sagte der Arzt der NOZ. Darüber hinaus habe er diese Woche deutlich mehr Impfstoff erhalten als erwartet. Der Kühlschrank sei im Moment voll. (Quelle: NDR, 16.06.21)


Großbritannien: Höchster Wert an Corona-Neuinfektionen seit Februar

Die Delta-Variante des Coronavirus treibt die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien weiter deutlich in die Höhe. Am Mittwoch meldeten die Behörden 9.055 neue Fälle – das waren etwa 1.380 mehr als am Vortag und der höchste Tageswert seit Februar. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die noch Anfang Mai unter 20 lag, stieg mittlerweile wieder auf deutlich mehr als 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Wie schnell sich das Virus derzeit ausbreitet, zeigt die Gesamtzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage: 55.216 Fälle zwischen dem 10. und 16. Juni bedeuten ein Plus von fast einem Drittel im Vergleich zur Vorwoche. Experten gehen zudem von einer Dunkelziffer in etwa gleicher Höhe aus. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen nahm im Wochenvergleich sogar um 40 Prozent zu.

Wegen der Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten Delta-Variante hat Premierminister Boris Johnson die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England um vier Wochen verschoben. Die Regierung mahnt die Bevölkerung zur Vorsicht, will die bisher gelockerten Regeln aber nicht zurücknehmen und nun spätestens am 19. Juli alle Restriktionen beenden. Bis dahin soll das Impfprogramm noch einmal Fahrt aufnehmen. Bisher wurden 57,8 Prozent der Erwachsenen die für den vollen Schutz notwendigen zwei Impfdosen verabreicht. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Maskenhersteller rechnen mit Nachfragerückgang

Die Hersteller von Atemschutzmasken rechnen für die kommenden Wochen mit einem Einbruch der Nachfrage, gehen aber weiterhin von einem erhöhten Bedarf aus, wie „Handelsblatt“-Umfrage unter den führenden Maskenproduzenten ergibt. Die Hoffnung der Unternehmen auf stabile Geschäfte ruht demnach auch auf dem erhöhten Hygienebewusstsein der Menschen. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Gesundheitsminister halten in den Ferien an Testpflicht für Flugreisende fest

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich auch für die Ferienzeit auf ein Festhalten an der generellen Testpflicht für Flugreisende verständigt. Flugreisende aus dem Ausland müssen sich damit auch in der Hauptreisezeit vor dem Abflug nach Deutschland testen lassen, wie die Gesundheitsministerkonferenz bei einem Treffen in München entschied. Im Straßen- und Bahnverkehr werde es im Grenzbereich zudem verstärkt Kontrollen geben.

Außerdem verständigten sich die Ländergesundheitsminister mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) darauf, dass das flächendeckende zweimalige Testen pro Woche in Schulen und Kitas aufrecht erhalten bleiben soll. Über den Sommer solle zudem ein Konzept erarbeitet werden, auch die kostenlosen Bürgertests gegebenenfalls im Herbst und Winter fortzusetzen. Unternehmen werden verpflichtet, ihren in Präsenz arbeitenden Mitarbeitern zunächst bis Ende September regelmäßig ein Testangebot zu machen. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Fast die Hälfte der Deutschen hat Erstimpfung erhalten

In dieser Woche könne die Schwelle überschritten werden, dass mehr als 50 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten haben, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Wenn die Lieferungen der Hersteller so wie bisher geplant anhalten, könne man allen Personen, die sich impfen lassen wollen, bis Ende Juli/Anfang August ein Impfangebot machen. Wichtig sei derzeit aber auch die Zweitimpfung, weil nur dann der volle Schutz etwa gegen Virus-Varianten bestehe. Ab September werde der Impfbedarf abnehmen, sagte der CDU-Politiker. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Staatssekretär fordert nach Corona-Krise Neustart im Sport

Einen Neustart im deutschen Sport hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium für die Zeit nach der Corona-Pandemie gefordert. Dafür brauche es allerdings „einen Kraftakt, bei dem sowohl der organisierte Sport als auch alle staatlichen Ebenen mitmachen müssen“, sagte der CSU-Politiker Stephan Mayer am Mittwoch im Podcast des Informationsdienstleisters „Sponsors“.

Seit März 2020 lag der Breitensport meistens still, was zu einem weiter voranschreitenden Mitgliederschwund in den Sportvereinen geführt hat. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte angegeben, bis Ende 2020 über eine Million Mitglieder verloren zu haben.

Mit einem solchen Neustart-Programm soll laut Mayer vor allem das Ziel verfolgt werden, das ehrenamtliche Engagement zu stärken und das Interesse am gemeinnützigen Arbeiten wieder zu erwecken. Das sei nach der Pandemie dringend erforderlich als „Revitalisierungsprogramm für unsere Sportvereine“, sagte er. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Laut Umfrage misstrauen vor allem Sachsen den Corona-Maßnahmen

Impfskepsis, Verschwörungsdenken und Regierungskritik sind einer repräsentativen Studie zufolge in Sachsen stark verbreitet. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede zwischen Nord-, Südwest- und Ostsachsen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie des Mercator Forums Migration und Demokratie an der Technischen Universität Dresden, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge vom Meinungsforschungsinstitut dimap insgesamt 1.008 Personen über 18 Jahre im Zeitraum vom 10. bis 15. Mai 2021 befragt.

Demnach zeigten sich 42 Prozent der sächsischen Bevölkerung mit dem Corona-Management der sächsischen Landesregierung insgesamt unzufrieden, mit dem der Bundesregierung sogar 50 Prozent, sagte der Politikwissenschaftler und Leiter der Studie, Hans Vorländer. Zugleich sei das Lager der Corona-Kritiker in Sachsen sehr ausgeprägt. Rund 42 Prozent zeigten Verständnis für die Corona-Proteste.

Laut Studie vermuten etwa 44 Prozent der Sächsinnen und Sachsen, dass die Regierung „aus Rücksicht auf die Pharmalobby mögliche Nebenwirkungen und Langzeitschäden der Corona-Impfstoffe“ verschweigt. Immerhin 35 Prozent sind der Meinung, die Regierung nutze die Pandemie als Vorwand, „um die Überwachung der Bürger voranzutreiben“, sagte Vorländer. Außerdem glaube etwa die Hälfte, dass die Gefahr, die vom Corona-Virus ausgeht, in den Medien übertrieben wird.

Die Folgen der Corona-Maßnahmen nimmt Sachsens Bevölkerung vor allem als soziale und psychische Belastung wahr. Einschränkungen würden weniger als wirtschaftlich-finanziell empfunden, hieß es. Bei der Bewertung der Corona-Maßnahmen sind die Sächsinnen und Sachsen gespalten.

Wenn es um die Schließung von Schulen und Kitas, von Läden und Restaurants sowie von Kultur- und Freizeiteinrichtungen geht, halten sich laut Vorländer positive und negative Bewertungen in etwa die Waage. Eine nächtliche Ausgangssperre halte eine deutliche Mehrheit aber für wenig sinnvoll. Die Maskenpflicht hingegen werde mehrheitlich akzeptiert.

Die Impfbereitschaft sei relativ hoch, dennoch zeigten 21 Prozent aller Sachsen wenig oder gar keine Bereitschaft zur Corona-Impfung. Damit liege der Anteil der impfskeptischen Personen im Freistaat über dem Bundesdurchschnitt, sagte Vorländer. Impfskeptiker gebe es vor allem in Ostsachsen. Insgesamt würden sich die Einstellungen zur Corona-Politik aber nicht grundlegend von denen in Gesamtdeutschland unterscheiden.

Die Studie „Covid-19 in Sachsen. Sozialräumliche und politisch-kulturelle Rahmenbedingungen des Pandemiegeschehens“ liefere erstmals repräsentative Ergebnisse hinsichtlich der Einstellung der sächsischen Bevölkerung zu den Corona-Schutzmaßnahmen, hieß es. Hinsichtlich der regionalen Verteilung der coronakritischen Einstellungsmuster ergab sich eine Zweiteilung des Landes: Ostsachsen und Südwestsachsen weisen laut Vorländer in allen Kategorien höhere Werte auf als Nordsachsen und die Großstadtregionen.(Quelle: TSP, 16.06.21)


Randgruppen laut EU-Menschenrechtsbericht auch beim Impfen meist benachteiligt

Benachteiligte Gesellschaftsgruppen sind laut einem EU-Menschenrechtsbericht auch in vielen nationalen Covid-Impfplänen zu kurz gekommen. Die Europäische Agentur für Grundrechte (FRA) in Wien kritisierte am Mittwoch, dass der Fokus auf ältere Menschen, medizinisches Personal und Schlüsselkräfte manchmal den Blick auf andere Risikogruppen verstellt habe.

Laut einem Bericht der FRA, der die Situation Ende April widerspiegelt, waren nur in einem Drittel der EU-Länder Gefangene für Impfungen bevorzugt vorgesehen, obwohl sie wegen ihrer gedrängten Unterbringung einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind. In vielen Ländern war zudem keine Priorisierung für Obdachlose, Geflüchtete, Migranten und Angehörige der Roma vorgesehen. Auch diese Gruppen seien wegen ihrer Lebens- und Gesundheitssituation oft einer größeren Gefahr durch Covid-19 ausgesetzt, betonten die EU-Menschenrechtler.

Nur in Deutschland, Österreich und Rumänien wurden sowohl Obdachlose als auch Gefangene sowie Menschen in Einrichtungen für Geflüchtete als priorisierte Gruppen definiert. Aber auch für Deutschland nannte die FRA Kritikpunkte: Die EU-Agentur zitierte Forderungen verschiedener Organisationen nach einem besseren Impf-Zugang für Migranten ohne Papiere, Gefangene und Sehbehinderte.

Die FRA beschäftigte sich in ihrem Bericht auch mit digitalen Impf-, Test- und Genesungszertifikaten. Die Diskriminierung von Ungeimpften müsse vermieden werden, hieß es: „Negative Tests sollten Menschen dieselben Rechte und Freiheiten ermöglichen wie Impfzertifikate.“(Quelle: TSP, 16.06.21)


EU will strengere Beschränkungen für Einreise aus den USA aufheben

Menschen aus den Vereinigten Staaten und mehreren anderen Ländern können künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen. Das bestätigte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Mittwoch nach Beratungen der ständigen Vertreter der EU-Staaten in Brüssel. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Lebenssituation junger Europäer durch die Pandemie verschlechtert

Die Lebenssituation junger Menschen in Europa hat sich durch die Corona-Pandemie offenbar deutlich verschlechtert. Laut der am Mittwoch in Berlin vorgestellten fünften TUI-Jugendstudie „Junges Europa“ veränderte sich das Leben für 52 Prozent der unter 26-Jährigen in der Krise zum Schlechteren. In Deutschland stimmten dieser Aussage 46 Prozent der Befragten zu, in Griechenland waren es sogar 65 Prozent.

In den vergangenen Monaten verloren demnach vier von zehn jungen Europäern zwischen 16 und 26 Jahren ihren Job oder erlitten finanzielle Einbußen. In Deutschland gaben 29 Prozent der Befragten an, von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen gewesen zu sein. In Griechenland waren es sogar 58 Prozent der unter 26-Jährigen.

Der Studie zufolge beschreibt fast jeder zweite der unter 26-Jährigen seinen derzeitigen Gefühlszustand als „müde“, „unsicher“, „genervt“ oder „gestresst“. Die Befragten fühlten sich in allen Lebensbereichen stark belastet. Am schwierigsten fänden junge Menschen jedoch die Beschränkungen im öffentlichen und sozialen Leben.

Wie die Umfrage zeigt, bewerten viele junge Deutsche die Corona-Maßnahmen anders als noch vor einigen Monaten: Während im September noch 52 Prozent der Befragten die Maßnahmen für angemessen hielten, bezeichneten diese 54 Prozent der im April Befragten als nicht ausreichend. Dem EU-Pandemiemanagement stellte die Mehrheit der 16- bis 26-jährigen Europäer ein bestenfalls mittelmäßiges Zeugnis aus.

Die Arbeit der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bewerteten die Befragten grundsätzlich positiv. 42 Prozent aller jungen Europäer bezeichneten Merkels Politik als „eher gut oder sehr gut“. Nur die unter 26-jährigen Griechen waren demnach weniger zufrieden mit der deutschen Bundeskanzlerin – dort gaben nur 23 Prozent eine positive Bewertung für deren 16-Jährige Amtszeit ab. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Grafschafter Zahlen

Die Kreisverwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim hat am Mittwoch fünf weitere Corona-Infektionen für die Grafschaft Bentheim bekannt gegeben. Das lässt den Sieben-Tage-Inzidenzwert wieder leicht steigen. Er liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 16,8 (Dienstag: 16,0). Niedersachsenweit ist das der vierthöchste Wert. Er beruht auf 23 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen.
Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie beträgt in der Grafschaft 5.355. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona liegt weiterhin bei 123. Als genesen gelten 5.175 Bürger. In Quarantäne sind aktuell 206 Grafschafter (Dienstag: 199). Von den aktuell 57 Corona-Fällen sind 39 in Nordhorn. (Quelle: GN, 16.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 3,7 (gestern 5,5)
Meppen: 11,3 (8,5)
Papenburg: 5,3 (7,9)


Lauterbach erwartet Probleme durch Delte-Variante im Herbst

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird. „Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden“, sagte Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung „rbb Spezial“. Bisher tritt die aus Indien stammenden Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. „Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt.“

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. „Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.“ (Foto CC s. Archiv v. 15.6.10; Quelle: TSP, 16.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Mittwoch, 16. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 112 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.706. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.357 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 7,4 Fälle je 100.000 Einwohner (8,5 am Vortag). (Quelle: NDR, 16.06.21)


Deutschland Zahlen


Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.254 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.074 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.717.625 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.590.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,72 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: rKI, 16.06.21)


Schon 52 Corona-Fälle bei der Copa América

Zwei Tage nach dem Auftakt der Copa América gibt es bei dem südamerikanischen Kontinentalturnier bereits Dutzende Corona-Fälle. 52 Fußballspieler und Mitarbeiter seien positiv getestet worden, berichtete die Sportzeitung „Lance“ am Dienstag unter Berufung auf das brasilianische Gesundheitsministerium. Allein in der venezolanischen Delegation hatten sich zuletzt rund ein Dutzend Spieler und Mitarbeiter infiziert.

Die Copa América hatte am Sonntag begonnen. Das südamerikanische Kontinentalturnier war erst von wenigen Wochen nach Brasilien verlegt worden, nachdem Argentinien wegen der zweiten Corona-Welle als Ausrichter abgesprungen war. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol geriet daraufhin in die Kritik, denn auch Brasilien ist noch immer ein Corona-Brennpunkt: Über 17,5 Millionen Menschen haben sich dort nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 490.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 bisher gestorben. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Landkreise: Weiterbetrieb der Impfzentren denkbar

Der Deutsche Landkreistag kann sich einen Weiterbetrieb der Corona-Impfzentren vorstellen. „Derzeit haben die Impfzentren die wichtige Aufgabe einer breiten Impfung der Bevölkerung. Daher sollte man sie nicht schließen, bevor wir ein ordentliches Impfniveau erreicht haben“, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Bislang können wir noch nicht genau absehen, ob wir die Zentren nicht möglicherweise doch über den 30.9.2021 hinaus brauchen.“

Im März hatte die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen, dass der Bund den Betrieb der Impfzentren mindestens bis zum 30. September finanziert. Eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) hatte in der vergangenen Woche ergeben, dass derzeit viele Bundesländer eine Schließung von Impfzentren vorbereiten.

Die Impfzentren sollen nach Ansicht des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek weiter betrieben und staatlich unterstützt werden. „Das System hat sich so bewährt, dass ich jetzt weiter drauf setzen würde bis Ende des Jahres“, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsminister-Konferenz der Länder im ZDF-Morgenmagazin. Dabei sollte auch die finanzielle Hilfe des Bundes weiterlaufen, auch wenn das Impfen in den Zentren teurer sei als in Arztpraxen.

(Quelle: TSP, BR, 16.06.21)


Bisher 230.428 Corona-Tote in Mexiko

In Mexiko wurden nach offiziellen Angaben 4250 Neuinfektionen an einem Tag registriert. Außerdem starben 241 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten laut Gesundheitsministerium auf 230.428. Manche Experten schätzen, dass die tatsächlichen Todeszahlen mindestens 60 Prozent höher sind, weil nicht alle Corona-Toten in der Statistik als solche identifiziert werden. (Quelle: Tagesschau, 16.06.21)


EU nimmt 20 Milliarden Euro für Corona-Hilfen auf

Für die europäischen Corona-Hilfen hat die EU-Kommission die ersten 20 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen. Dafür wurden zehnjährige Anleihen platziert, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstagabend mitteilte. „Ich freue mich, dass dies sehr großes Interesse geweckt hat. Die Anleihe war sieben Mal überzeichnet“, so von der Leyen. Die Konditionen seien mit weniger als 0,1 Prozent Zinsen sehr günstig. Insgesamt würden dieses Jahr 100 Milliarden Euro aufgenommen. (Quelle: ARD, 15.06.21)


New York hebt Corona-Beschränkungen weitgehend auf

Angesichts der Fortschritte bei der Impfkampagne hebt der US-Bundesstaat New York die herrschenden Corona-Beschränkungen weitgehend auf. Wie Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag sagte, haben in dem Bundesstaat inzwischen 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. „Das ist das nationale Ziel, und wir haben es früher erreicht als geplant“, sagte Cuomo. „Das bedeutet, dass wir jetzt zu dem Leben zurückkehren können, das wir kennen.“

So fallen unter anderem Kapazitätsbeschränkungen in Restaurants, Kinos, Geschäften, Unternehmen und Sportstätten weg. Vorgaben der Bundesbehörden etwa für öffentliche Verkehrsmittel, Krankenhäuser und Schulen bleiben aber bestehen.

Das Erreichen der 70-Prozent-Marke in dem Bundesstaat sollte am Dienstagabend mit Feuerwerken gefeiert werden, unter anderem am Hafen der Millionenmetropole New York City und an den Niagarafällen. Berühmte Gebäude wie das Empire State Building sollten zudem in den Landesfarben Blau und Gold angestrahlt werden.

New York war im vergangenen Frühjahr das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA. In dem Bundesstaat starben mehr als 42.000 Menschen an den Folgen einer Infektion, 33.000 davon in New York City. In den vergangenen Monaten wurden die strikten Corona-Beschränkungen dann angesichts sinkender Fallzahlen schrittweise gelockert, so wie es auch in vielen anderen US-Bundesstaaten geschieht. So wurden am Dienstag auch in Kalifornien die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben.

US-Präsident Joe Biden hat das Ziel ausgerufen, dass bis zum Nationalfeiertag Independence Day am 4. Juli 70 Prozent der Erwachsenen im Land mindestens eine Impfdosis erhalten haben. Eine Reihe von Bundesstaaten hat dieses Ziel bereits erreicht.

Landesweit liegt der Anteil allerdings derzeit bei 64,5 Prozent. Angesichts der hohen Zahl von Impfskeptikern und Impfgegnern ist unklar, ob Bidens Ziel erreicht werden kann.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen und Todesfälle ist in den USA zwar deutlich zurückgegangen. Nach wie vor sterben aber Tag für Tag hunderte Patienten an einer Infektion. Am Dienstag wurde die symbolische Schwelle von 600.000 Corona-Toten seit Beginn der Pandemie überschritten. (Quelle: TSP, 15.06.21)



Lettland erleichtert Einreise mit entsprechenden Nachweisen

Wer bei seiner Einreise nach Lettland nachweisen kann, dass er vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Infektion genesen ist, muss ab Mittwoch weder in Quarantäne noch einen Corona-Test vornehmen lassen. Darauf einigte sich die Regierung des Baltenstaates. Zudem müssen Geimpfte oder Genesene bei ihrer Reise nach Lettland keinen triftigen Grund mehr für ihren Aufenthalt angeben. (Quelle: Tagesschau, 15.06.21)


Frankreich drückt bei Ausgangssperre ein Auge zu

Fußball-Fans, die heute in Frankreich in einer Kneipe oder einem Café das EM-Spiel gegen Deutschland mitverfolgen, bekommen für den Weg nach Hause einen kleinen Aufschub. Eigentlich gilt in Frankreich ab 23 Uhr noch die Ausgangssperre. Doch heute wird laut der französischen Sportministerin Roxana Maracineanu eine Ausnahme gemacht und bei Kontrollen werde etwas mehr Toleranz gezeigt. Das gelte aber nicht für große Gruppen, die zudem noch Alkohol trinken würden. (Quelle: Tagesschau, 15.06.21)


Mallorca verschiebt Sperrstunde auf zwei Uhr morgens

Die Party-Insel Mallorca nähert sich im Zuge der guten Entwicklung der Corona-Lage immer mehr der Normalität. Die Sperrstunde für Gastronomiebetriebe und Nachtlokale wird ab Samstagabend auf der spanischen Insel und den anderen Balearen Ibiza, Menorca und Formentera von bisher Mitternacht auf zwei Uhr morgens verlegt. Die neuen Regeln wolle man am Freitag offiziell beschließen, sagte der Sprecher der Regionalregierung, Iago Negueruela, am Dienstagabend vor Journalisten in Palma.

Zudem werden ab Samstag andere Einschränkungen gelockert: In den Außenbereichen von Restaurants, Bars und Cafés dürfen statt wie bisher zehn künftig zwölf Personen an einem Tisch Platz nehmen. Für die Innenbereiche gilt weiterhin die Regelung, dass maximal 50 Prozent der Plätze besetzt werden und maximal sechs Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Wirte dürfen ihre Gäste aber wieder auch am Tresen bedienen. Dort sind allerdings neben anderen Auflagen vorerst nur Gruppen von höchstens zwei Personen gestattet.

Diskotheken bleiben auf den Balearen noch mindestens bis Mitte Juli geschlossen. Es gibt weitere Auflagen, wie etwa die Maskenpflicht auch im Freien, die vorerst noch sowohl auf Mallorca, der liebsten Insel der Deutschen, wie auch nahezu überall in Spanien herrscht.

Die Corona-Zahlen gehen in Spanien seit Monaten kontinuierlich zurück. Zuletzt wurden am Dienstag landesweit 43 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst. Diese Sieben-Tage-Inzidenz beträgt auf den Balearen derzeit sogar nur rund 19. Damit liegt die Region in Spanien nur knapp schlechter als Valencia (ca. 17) sowie Galicien (ca. 18) (Quelle: TSP, 15.06.21)


Sputnik-Zulassung verzögert sich voraussichtlich bis September

Die Zulassung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V in der EU verschiebt sich deutschen Regierungskreisen zufolge „voraussichtlich auf September, vielleicht sogar auf Ende des Jahres“. Der Grund sei, dass der russische Hersteller bislang nicht die nötigen Daten der klinischen Studien bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht habe, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Regierungskreisen. Das klinische Dossier habe eigentlich bis 10. Juni vorliegen sollen.

In Deutschland hatten etliche Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und ostdeutsche Landeschefs einen Einsatz von Sputnik V gefordert – allerdings erst, wenn die Zulassung durch die EMA vorliegt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bei einem Besuch in Moskau gesagt, dass Deutschland insgesamt 30 Millionen Sputnik-V-Impfdosen habe kaufen wollen – im Juni, Juli und August. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zurückhaltend auf die Äußerung reagiert und früher bereits darauf verwiesen, dass der Hersteller der EMA bisher nicht alle nötigen Daten für eine Zulassung übermittelt habe.

Der russische Staatsfonds RDIF, der Sputnik V vertreibt, lehnte zunächst eine Stellungnahme ab. Von der EMA war vorerst keine zu erhalten. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Lektionen gelernt: EU-Vorbereitung auf nächste Pandemie

Europa will auf künftige Pandemien deutlich besser vorbereitet sein – entsprechende Vorschläge wie das gehen soll, hat die EU-Kommission am Dienstagabend vorgestellt. Als eine der Lehren aus der Corona-Pandemie soll es ab Ende des Jahres einen europäischen Chef-Epidemiologen geben. Damit soll unter anderem die Kommunikation in einer Pandemie verbessert werden. Zudem ist geplant, noch in diesem Jahr ein neues und verbessertes Informationssystem einzuführen. „Wir müssen nun diese Lehren in Veränderungen umwandeln“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut einer Mitteilung.

Künftig soll es auch jährlich einen Bericht über den Status von Vorbereitungen geben, zudem wird die Möglichkeit diskutiert, einen EU-weiten Pandemie-Ausnahmezustand ausrufen zu können. Zudem will die EU in der Lage sein, 500 bis 700 Millionen Impfdosen im Jahr zu produzieren, die Hälfte davon während der ersten sechs Monate einer Pandemie. EU-Vizekommissionspräsident Margaritis Schinas betonte, die Lehren bezögen sich nur auf gesundheitliche, nicht auf wirtschaftliche Aspekte.

Noch sind die Ideen nicht beschlossen. Über die Vorschläge der EU-Kommission soll beim kommenden EU-Gipfel Ende nächster Woche gesprochen werden. Neben den Staats- und Regierungschefs sollen auch die Europaparlamentarier mitreden können. Bis Ende des Jahres will die Kommission dann konkrete Ergebnisse vorlegen. (Quelle: TSP, 15.06.21)



Slowenien lässt am Donnerstag Notstand auslaufen

Slowenien lässt nach acht Monaten am Donnerstag den Notstand auslaufen. Damit werden auch die meisten verbliebenen Einschränkungen entfallen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das Land mit zwei Millionen Einwohnern meldete heute 112 Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle. Etwa 45 Prozent der Erwachsenen haben mindestens eine Impfdosis erhalten, bei 32 Prozent ist die Impfung abgeschlossen. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Neue Corona-Fälle auf Grönland – Flüge aus Nuuk eingestellt

Nach neuen Infektionen im relativ coronafreien Grönland sind alle Flüge aus der Hauptstadt Nuuk eingestellt worden. Schiffe dürfen den Hafen nicht mehr verlassen. Zuvor waren auf der weltweit größten Insel mindestens sechs neue Corona-Fälle entdeckt worden, wie der Rundfunksender KNR und die Zeitung „Sermitsiaq“ (Dienstag) berichteten. Bis zu 200 Menschen, die mit den Infizierten Kontakt hatten, sollen nun getestet werden.

Grönland zählt zum dänischen Königreich, ist aber weitgehend autonom. Monatelang hatten es die Menschen dort geschafft, das Virus bis auf wenige Fälle fernzuhalten. Im Mai gab es dann in Nuuk einige Fälle, weshalb für vier Tage strikte Beschränkungen erlassen wurden. Wie lange Flugzeuge nun aufs Neue am Boden bleiben müssen, ist noch unklar.

Nach Regierungsangaben wurden seit Beginn der Pandemie auf Grönland 49 Infektionen nachgewiesen. Niemand starb daran. Von den etwa 56.000 Einwohnern haben mehr als 21.000 die erste Impfung erhalten. 9400 bekamen bereits eine zweite Spritze. (Quelle: TSP, 15.06.21)


EMA: Ersetzen von Astrazeneca-Vakzin auch bei Senioren wurde nicht nahegelegt

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach ein hochrangiger EMA-Vertreter nahegelegt hatte, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca auch nicht mehr bei Menschen über 60 Jahren einzusetzen. Der Leiter der EMA-Impfstrategie, Marco Cavaleri, sei fehlinterpretiert worden, erklärte die in Amsterdam ansässige EU-Behörde am Dienstag. Es sei weiterhin davon auszugehen, dass der Nutzen des Astrazeneca-Impfstoffs Vaxzevria die Risiken überwiege.

Cavaleri war am Sonntag von der italienischen Zeitung „La Stampa“ zitiert worden, es sei womöglich sinnvoll, auch bei den Menschen ab 60 Jahren das Vakzin von Astrazeneca durch die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zu ersetzen. Dies sei eine „Option, die viele Länder wie Frankreich und Deutschland im Lichte der zunehmenden Verfügbarkeit von mRNA-Vakzinen prüfen“.

Cavaleri sei hier „außerordentlich falsch dargestellt“ worden, schrieb eine EMA-Sprecherin in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. Er habe nie gefordert, dass der Einsatz des Astrazeneca-Vakzins bei Älteren ausgesetzt werden solle.

„Im Gegenteil – es ist klar, dass das Nutzen-Risiko-Profil bei Personen über 60 Jahren sogar positiver ist und Vaxzevria weiter verwendet werden sollte“, hieß es in der Stellungnahme. „La Stampa“ hat inzwischen eine Klarstellung zu dem Cavaleri-Interview veröffentlicht.

Nach dem Auftreten von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen hatten viele Länder, darunter Deutschland und Italien, den Einsatz dieses Corona-Vakzins eingeschränkt. Auch beim Einsatz des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson wurden vereinzelt Blutgerinnsel beobachtet. Bei beiden Mitteln handelt es sich um Vektorvirenimpfstoffe, die Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna beruhen hingegen auf der mRNA-Technologie. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Fast 40 % der Verbraucher beklagen Einkommenseinbußen durch Corona-Krise

Fast 40 Prozent der Verbraucher beklagen einer Umfrage zufolge Einkommenseinbußen durch die Corona-Pandemie. Wie die Auskunftei Creditreform am Dienstag mitteilte, sind 16,4 Millionen Haushalte davon betroffen. Im Vergleich zu einer Vorgängerbefragung aus dem Oktober 2020 waren das rund 1,7 Millionen mehr.

Betroffen sind vor allem Kurzarbeiter, Minijobber und Solo-Selbstständige. Neben Geringverdienern spüren aber immer häufiger auch Normalverdiener die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Häufigste Gründe für die Einkommenseinbußen sind Kurzarbeit und der Verlust des Minijobs.

Fast jeder dritte Befragte fürchtet, in den nächsten zwölf Monaten regelmäßige oder außergewöhnliche Kosten des eigenen Haushalts nicht bezahlen zu können. Dazu gehören vor allem Kosten für Elektrizität und Heizung, dringende und notwendige Anschaffungen für Haus oder Wohnung sowie Mietkosten.

Eine Trendwende ist laut Umfrage nicht in Sicht. Im Gegenteil, zunehmender finanzieller Stress führe spätestens 2023 zu einem deutlichen Anstieg der privaten Überschuldungen. „Die tatsächlichen Nachwirkungen der Pandemie werden erst im Nachgang zum Ende der staatlichen Hilfen eintreten“, erklärte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter des Bereichs Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Rund zehn Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten schon einmal das Gefühl gehabt zu haben, dass ihnen die finanziellen Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen.

57 Prozent wollen wegen der Krise weniger Geld für Konsum und Lebenshaltung ausgeben. Hochgerechnet sind das 23,7 Millionen Haushalte. Auf der Streichliste ganz oben stehen Ausgaben für Freizeit und Urlaub. Viele Verbraucher legen seit der Pandemie regelmäßig Geld zur Seite. „Der Anteil regelmäßiger Sparer ist im April 2021 auf den höchsten Stand seit Beginn unserer Umfragen im Oktober 2010 gestiegen“, erklärte Stephan Vila, Geschäftsführer von Creditreform Boniversum.

Dennoch verspüren viele Verbraucher Nachholbedarf beim Konsum. Fast 40 Prozent gaben an, in den nächsten Monaten mit Hilfe von Krediten Anschaffungen für den Haushalt zu tätigen. Das sind gut acht Prozentpunkte mehr als im Oktober 2020. „Dies kann als Zeichen für eine diffuse Konsumlust interpretiert werden, mit der Verbraucher die Zeit überwinden wollen, in der Konsum nicht oder nur online möglich war“, erklärte Vila. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Mehr Schnupfen – Symptome bei Delta-Variante laut Forschern anders

Die zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Corona-Typen verursachen. In einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, wie die BBC berichtete. In Großbritannien macht die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent aller Fälle aus.

Tim Spector vom King’s College London, der die Zoe Covid Symptoms-Studie leitet und die gemeldeten Symptome auswertet, sagte dem Sender: „Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.“ Zwar gehöre Fieber noch immer dazu, aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, der bislang als typisches Corona-Symptom galt, sei weniger gängig. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen.

Für manche jüngeren Menschen könne sich Spector zufolge eine Infektion mit der Delta-Variante eher wie eine schlimme Erkältung anfühlen. Zu bedenken ist jedoch: Obwohl man sich nicht sehr krank fühle, könne man dennoch andere anstecken und deren Gesundheit gefährden, wird Spector von der BBC zitiert. Der Forscher ruft deshalb mit Nachdruck dazu auf: „Jeder, der glaubt, an Covid zu leiden, sollte einen Test machen.“

Für einige jüngere Menschen könne sich Covid-19 somit stärker wie eine einfache Erkältung anfühlen, sagte Spector – und rief Betroffene auf, sich in jedem Fall testen zu lassen. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Intensivstationen vor deutlicher Entlastung

Deutschland werde in den kommenden Tagen die „magische Grenze von 1.000 Covid-Patienten“ auf diesen Stationen unterschreiten, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis.

Damit gehe die dritte Pandemie-Welle dem Ende zu. Covid-19 sei eine Erkrankung, die auch in den nächsten Jahren die Medizin und die Intensivstationen beschäftigen werde, „die aber den Schrecken dieser Pandemie verlieren wird.“

Deutschland gehe jetzt in eine „chronische Phase“ über, sagte Karagiannidis. Die Erkrankung werde die Menschen wie die jährliche Grippewelle begleiten.(Quelle: TSP, 15.06.21)


Sorgen in Frankreich wegen Delta-Variante

In Frankreich wächst die Sorge vor einer Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Derzeit werde bei zwei bis vier Prozent der positiven Corona-Tests, die auf Varianten untersucht werden, die zunächst in Indien entdeckte Variante festgestellt, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag in Paris. Das klinge zwar nach wenig, sei aber vergleichbar mit der Lage in Großbritannien vor einigen Wochen.

Die Delta-Variante hat die Corona-Zahlen in Großbritannien wieder ansteigen lassen. Die geplante Aufhebung aller Restriktionen wurde deshalb am Montag um vier Wochen verschoben.

In Frankreich hat sich die Corona-Lage zuletzt deutlich entspannt. Zuletzt wurden landesweit etwa 43 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gezählt. Bis Montagabend erhielten knapp 46 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Spritze. Seit diesem Dienstag können sich auch Jugendliche ab 12 Jahren impfen lassen. Dafür brauchen sie die Zustimmung der Eltern. (Quelle: TSP, 15.06.21)


22,3 Millionen Menschen mit vollem Impfschutz

Immer mehr Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 22,3 Millionen Menschen haben den vollständigen Impfschutz, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 09.55 Uhr) hervorgeht. Das sind 26,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 40,5 Millionen Menschen (48,7 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Am Montag wurden 590.529 Millionen Impfdosen verabreicht. 407.728 davon führten zur vollständigen Impfung.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 54,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Auch das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben die 50-Prozent-Marke geschafft, Mecklenburg-Vorpommern steht kurz davor. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 43,5 Prozent. Das Saarland zählt mit 31,9 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit vollständigem Impfschutz. Hessen ist hier mit 24,5 Prozent am Ende der Rangliste. (dpa)


Dritte Welle: Südafrika verschärft Maßnahmen

Als Reaktion auf ein deutliches Anziehen der Corona-Infektionszahlen verschärft Südafrika erneut seine Restriktionen. Präsident Cyril Ramaphosa kündigte in einer TV-Rede an die Nation eine Heraufstufung auf die Alarmstufe drei an. Sie sieht Beschränkungen bei Versammlungen, beim Alkoholverkauf sowie nächtliche Ausgangsbeschränkungen vor. Am schwersten betroffen ist laut Ramaphosa die Region um das Wirtschaftszentrum des Landes in Johannesburg und Pretoria, die rund zwei Drittel aller landesweiten täglichen Neuinfektionen registriert. Dort befindet sich die Gesundheitsinfrastruktur demnach an der Kapazitätsgrenze. Das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land Afrikas hat inmitten einer dritten Infektionswelle bisher 1,75 Millionen Fälle dokumentiert. In dem Kap-Staat kursiert eine neue Variante des Sars-CoV-2-Virus, die als besonders ansteckend gilt. (Quelle: Tagesschau, 15.06.21)


Bundesländer wollen strengere Einreisevorschriften wegen Delta-Variante

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus wollen die Bundesländer einem Bericht zufolge strengere Einreisevorschriften durchsetzen. Kritisiert werden in einem Beschlussentwurf für die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am Mittwoch insbesondere die Regeln für Einreisen aus einfachen Risikogebieten, wie das Magazin „Business Insider“ am Dienstag berichtete.

Wer aus einem einfachen Risikogebiet einreist, kann die häusliche Quarantäne umgehen, indem er sich unmittelbar auf Corona testen lässt und das negative Testergebnis über ein zentrales Portal meldet. „Die umfassende Freitestmöglichkeit für alle Einreisen aus einfachen Risikogebieten führt zu einer lückenhaften Früherkennung möglicher Infektionen“, heißt es dem Bericht zufolge dazu in dem Papier.

„Es ist angesichts der neuen Virusvarianten notwendig, vor der anstehenden Reisesaison über eine einfache, aber effiziente Absicherung von Einschleppungen zur Verhinderung einer vierten Welle zu diskutieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen“, zitierte „Business Insider“ weiter aus dem Entwurf. Eine Option sei eine generelle „Zwei-Test-Strategie“. Dann müsste sich jeder bei der Einreise testen lassen und fünf Tage später erneut.

Verpflichtend solle auch werden, vorsorglich eine Kontaktliste für die Zeit bis zum zweiten Test zu führen. Diese müsse „im Fall des positiven Testergebnisses dem Gesundheitsamt übermittelt werden“.

Zur Begründung der Regelverschärfung heißt es dem Bericht zufolge: „Die GMK ist angesichts der lückenhaften Einreisebestimmungen besorgt, dass es im Rahmen der bevorstehenden Urlaubs- und Reisesaison zu einem Einschleppen von Virusvarianten (insbesondere Delta-Variante) kommt, deren Ausbreitung durch das bis Herbst erreichbare Impfniveau nicht hinreichend kompensiert werden und aufgrund der insbesondere bei der Delta-Variante erhöhten Anzahl schwerer Krankheitsverläufe das Gesundheitssystem überlasten kann.“

Die Delta-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen worden war, breitet sich derzeit insbesondere in Großbritannien stark aus. Sie könnte nach Einschätzung der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender sein als die bisher in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Mittwoch über das weitere Vorgehen. Für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz geplant. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Sachsen-Anhalt: Diskotheken wieder offen

Die Diskotheken in Sachsen-Anhalt können wieder öffnen. Voraussetzung sind Negativtests und eine maximale Auslastung der Diskotheken von 60 Prozent, wie die Staatskanzlei in Magdeburg mitteilte. Die landesweit stabile Sieben-Tage-Inzidenz im einstelligen Bereich ermöglichten weitere zentrale Lockerungen. So dürften auch Indoor-Spielplätze und Saunen wieder öffnen. Die Kontaktbeschränkung auf bislang maximal zehn Personen wird aufgehoben. Es gilt jetzt die generelle Empfehlung, größere Ansammlungen möglichst zu vermeiden und sich möglichst mit einem konstanten Personenkreis und vorzugsweise im Freien zu treffen. Die entsprechende Verordnung tritt zum Wochenende in Kraft. (Quelle: MDR, 15.06.21)Zahlreiche Bundesländer


Zahlreiche Bundesländer lockern Maskenpflicht

Bayerns Schüler können unter freiem Himmel künftig wieder ihre Corona-Schutzmasken ablegen. In den Pausen besteht nach Angaben von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) keine Maskenpflicht mehr. Gleiches gelte etwa bei Wandertagen oder Exkursionen. In den Klassenzimmern müssen die Schülerinnen und Schüler dagegen weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

An allen Schulen in Rheinland-Pfalz wird ab kommendem Montag die Maskenpflicht im Unterricht aufgehoben. Nach Angaben von Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) soll der Mund-Nasen-Schutz auf dem Weg zum Platz im Klassenzimmer aber weiter getragen werden. Die Regelung gilt ihr zufolge solange, wie die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen unter einem Wert von 35 bleibt.

Die Pflicht, im Freien einen Mund-Nasen-Schutzes zu tragen, soll in der kommenden Woche in Mecklenburg-Vorpommern weitestgehend abgeschafft werden. Nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wird es außerdem es ein neues Ampelsystem geben, anhand dessen weitere Corona-Maßnahmen oder Lockerungen abgeleitet werden sollen. Es berücksichtigt laut Schwesig nicht allein die Sieben-Tage-Inzidenz, also den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, sondern zusätzlich auch die Krankenhausauslastung mit Covid-19-Patienten.

Auch Baden-Württemberg will die Maskenpflicht an Schulen lockern. Sofern die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region unter 35 liegt und es zwei Wochen an der Schule keinen Corona-Ausbruch gab, soll die Maskenpflicht „im Unterricht in allen Schulformen“ wegfallen, kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in Stuttgart an. Bereits bei einer Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche soll die Maskenpflicht auf den Pausenhöfen wegfallen.(Quelle: ARD, 15.06.21)


Konsequenzen nach vorzeitiger Impfung für OB von Halle

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos), ist vorläufig seines Amtes enthoben worden. Das teilte das Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalt als zuständige Kommunalaufsichtsbehörde heute mit. Mit Verfügung vom 7. Juni sei Wiegand „vorläufig seines Dienstes als Hauptverwaltungsbeamter der Stadt Halle und aller Ämter, die sich aus seinem Hauptamt ableiten, sowie hiermit in Verbindung stehender Nebenämter enthoben“, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Wiegand hatte sich im Januar frühzeitig gegen das Coronavirus impfen lassen. Ihm wird vorgeworfen, für diese und weitere Verstöße gegen die vom Bund erlassene Impfreihenfolge verantwortlich zu sein.

Der Vorwurf und wahrheitswidrige Behauptungen des Beamten führten zur Einleitung eines Disziplinarverfahrens durch das Landesverwaltungsamt. Die Entscheidung wird nach Angabe der Behörde unmittelbar wirksam. (Quelle: MDR, 15.06.21)


Wietmarschen mit Impfaktion

700 Impfdosen wird die Gemeinde Wietmarschen am Wochenende an ihre Bürger verteilen. In Zusammenarbeit mit den Hausarztpraxen soll am Samstag, 19. Juni, von 9 bis 18 Uhr in der Mehrzweckhalle Lohne geimpft werden. Dabei komme der Vektorimpfstoff Johnson & Johnson zum Einsatz, bei dem nur eine einmalige Impfung notwendig ist. Der volle Impfschutz tritt bei Johnson & Johnson nach 14 Tagen ein. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Impfaktion dazu beitragen, dass eine Vielzahl unserer Bürger*innen eine Impfung erhalten kann und wir damit einen großen Schritt in Richtung Normalität machen“, heißt es von der Gemeindeverwaltung.

Die Terminvergabe ist für Personen ab 18 Jahren möglich. Zunächst sollen sich am Mittwoch, 16. Juni, und Donnerstag, 17. Juni, nur Menschen anmelden dürfen, die in der Gemeinde wohnen oder arbeiten. Dieser Personenkreis könne sich unkompliziert über folgende Telefonnummern ( 05908 93998-100 bis 103) einen Termin reservieren und erhalte dann alle weiteren Informationen. Die Rufnummern sind in der Zeit von 8.30 bis 16.30 Uhr besetzt.

„Am Freitag, 18. Juni, werden auf unserer Internetseite http://www.wietmarschen.de mögliche freie Termine zur Buchung für Jedermann angeboten“, kündigt die Gemeinde an. Wer Fragen zu Impfreaktionen, Vorerkrankungen oder Ähnlichem habe, solle sich laut der Gemeinde vorab mit seiner Hausarztpraxis in Verbindung setzen. Zur Impfaktion in der Mehrzweckhalle müssen folgende Dokumente mitgebracht werden:

Impfausweis, Krankenkassenkarte, Ausgefülltes und unterschriebenes Aufklärungsmerkblatt (4 Seiten), Ausgefüllter und unterschriebener Anamnesebogen und Einwilligungserklärung (2 Seiten), Personalausweis. (Quelle: GN, 15.06.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen: 5,5 (gestern 7,3)
Meppen: 8,5 (8,5)
Papenburg: 7,9 (13,2)


Grafschafter Zahlen

62.131 Grafschafter haben bereits eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das berichtet der Landkreis am Dienstag. Erstmals umfasst diese Statistik sowohl die Impfungen im Zentrum an der Paulstraße in Nordhorn, als auch die Impfungen der niedergelassenen Ärzte im Kreisgebiet. Demnach sind bis einschließlich Sonntag insgesamt 98.210 Spritzen im Landkreis gesetzt worden. 36.079 Bürger haben laut Kreisverwaltung bereits eine zweite Spritze bekommen. Insgesamt leben in der Grafschaft Bentheim 137.068 Menschen (Stand: 2020).

Heute hat die Grafschafter Kreisverwaltung zwei weitere Corona-Fälle gemeldet. Der Inzidenzwert beträgt laut Robert Koch-Institut 16,0. Seit Beginn der Pandemie sind 5.350 Infektionen mit Covid-19 bekannt geworden. Es ist auch ein weiterer Todesfall zu verzeichnen, der in Verbindung mit einer Infektion gebracht wird. Die Zahl dieser Todesfälle steigt somit auf 123 an. Am Dienstag befinden sich 199 Grafschafter in Quarantäne.

Die aktuelle Zahl der 59 Infektionen beträgt 59 im kreisgebiet davon beachtliche 40 (+1) in Nordhorn. (Quelle: GN, 15.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 15. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) elf labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages fünf weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.706. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.246 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 8,5 Fälle je 100.000 Einwohner (9,8 am Vortag). (Quelle: NDR, 15.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt nun bei 16,6 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden innerhalb eines Tages 549 Neuinfektionen sowie zehn Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert.

Am vergangenen Montag waren 1117 Neuinfektionen gezählt worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag vor einer Woche bei 24,3. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in der Regel am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.715.518. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.844. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf 3.580.600. (Quelle: RKI, 15.06.21)


Pflegebevollmächtigter rät zu Augenmaß bei Lockerung

In der Debatte über ein Ende der Maskenpflicht warnt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, vor einer übereilten Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen in Betreuungseinrichtungen. „Wenn wir jetzt die Bremse ganz loslassen, kann es sein, dass wir wieder von der Straße in Richtung Normalität abkommen“, sagte Westerfellhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Westerfellhaus sagte zur Begründung, nicht alle Pflegekräfte, Bewohner und Besucher seien geimpft. Lockerungen in Pflegeeinrichtungen wie etwa die Aufhebung der Maskenpflicht müssten daher „mit Augenmaß erfolgen“. Mit Blick auf die aktuelle Diskussionen über eine weitreichende Aufhebung der Corona-Auflagen erklärte er, trotz sinkender Fallzahlen „sollte der besonderen Situation in Pflegeeinrichtungen weiterhin unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit gelten“.

Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte anhaltende Vorsichtsmaßnahmen, zugleich aber auch bessere Bedingungen für Pflegebedürftige in den Einrichtungen. „Klar ist, dass der Infektionsschutz und die Freiheitsrechte von Heimbewohnern im Einklang miteinander stehen müssen“, sagte Brysch den Funke-Zeitungen. Besuche, Zusammenkünfte und Feste für vollständig Geimpfte oder Getestete müssten „bedingungslos möglich sein“. Um den Schutz der Hochrisikogruppe weiter sicherzustellen, bleibe aber eine Testpflicht für ungeimpfte Mitarbeiter und Besucher unerlässlich, sagte Brysch.

Der Vizepräsident des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Stefan Werner, sagte, trotz rückläufiger Inzidenzen sei in den Pflegeeinrichtungen noch keine Rückkehr zum Normalzustand möglich. Die Einrichtungen sorgten aber dafür, dass die Isolation von Betreuten „so weit als möglich“ vermieden und beispielsweise Mahlzeiten in den meisten Einrichtungen wieder gemeinsam eingenommen werden könnten. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Studie: Zwei Impfstoff-Dosen verhindern schwere Verläufe bei Delta-Variante

Mit einer vollständigen Corona-Impfung lassen sich laut einer britischen Studie auch bei der Delta-Variante des Coronavirus schwere Krankheitsverläufe vermeiden. Zwei Dosen des Wirkstoffs von Pfizer/Biontech verhinderten der am Montag vorgestellten Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) zufolge in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung. Für das Vakzin von Astrazeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

Die Wirksamkeit des Impfstoffs für die Delta-Variante sei demnach vergleichbar mit jener für den Alpha-Virusstamm, teilte PHE mit. „Diese enorm wichtigen Ergebnisse bestätigen, dass die Impfstoffe bei der Delta-Variante einen signifikanten Schutz vor Krankenhausaufenthalten bieten“, erklärte Mary Ramsay, Leiterin der Abteilung Immunisierung am PHE. Für die Studie wurden in England 14.019 Infektionsfälle mit der Delta-Variante zwischen dem 12. April und dem 4. Juni untersucht.

Früheren Untersuchungen zufolge ist eine einzelne Impfstoffdosis bei der erstmals in Indien aufgetretenen Variante 17 Prozent weniger wirksam als bei der Alpha-Variante. Den neuesten Erkenntnissen zufolge ist der Unterschied nach zwei Dosen jedoch gering. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Israel hebt Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden auf

In Israel wird ab Dienstag die Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden aufgehoben. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Damit beendet die Regierung eine der letzten Corona-Beschränkungen, die noch in Kraft sind. Anfang Juni waren die meisten Regelungen bereits gelockert worden, nur für Besucher aus dem Ausland gelten weiterhin strikte Einschränkungen. Sie dürfen nur nach Israel einreisen, wenn zwingende berufliche oder familiäre Gründe vorliegen.

Mehr als 55 Prozent der Bevölkerung Israels sind bereits vollständig gegen Corona geimpft. Dies ist auf die Ende Dezember gestartete großangelegte Impfkampagne zurückzuführen, die durch ein Abkommen über einen Datenaustausch mit den Impfstoffherstellern Biontech und Pfizer ermöglicht wurde. Dabei verpflichtete sich Israel, das die medizinischen Daten seiner gesamten Bevölkerung digitalisiert hat, gegen eine bevorzugte Belieferung mit Impfstoff rasch Informationen über dessen Wirksamkeit weiterzugeben. ((Quelle: TSP, 14.06.21)


Niedersachsen plant weitere Lockerungen

Die Infektionslage hat sich beruhigt, die Inzidenzwerte sind niedrig wie lange nicht. In Niedersachsen gibt es deshalb Pläne zur Lockerung einiger Corona-Maßnahmen.

Dabei geht es laut Staatskanzlei in erster Linie um private Treffen und Veranstaltungen. Die Landesregierung arbeite bereits an diversen Lockerungen für eine Inzidenz unter 10. Auch für Werte zwischen 10 und 35 könne es Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen geben. Ab wann die neuen Regelungen gelten könnten, ist demnach noch unklar. Die aktuelle Verordnung gilt bis zum 24. Juni.

Konkret könnte bei einer Inzidenz von 10 bis 35 bei privaten Kontaktbeschränkungen die Begrenzung von 3 auf bis zu 10 Haushalte angehoben werden. Bis zu 10 Menschen könnten dann zusammenkommen. Zusätzlich könnten vollständig geimpfte und genesene Menschen dabei sein, außerdem würden Kinder bis 14 Jahren nicht mitgezählt. Bei einer Inzidenz unter 10 soll die Zahl von 10 auf 25 Personen drinnen und 50 Personen draußen erhöht werden. Wenn alle Erwachsenen einen negativen Testnachweis haben, könnten noch größere Treffen möglich sein.Auch bei Veranstaltungen soll es dann deutlich vereinfachter zugehen. Wenn mehr als 25 Personen drinnen oder 50 Personen draußen zusammenkommen, gelten Abstandspflicht und drinnen Maskenpflicht, solange kein Sitzplatz eingenommen wird. Auch könne es eine Schachbrettbelegung mit reduziertem Abstand von einem Meter geben, in geschlossenen Räumen allerdings nur mit einer Lüftungsanlage mit Frischluftzufuhr. Auch durch Tests könnten Abstands- oder Maskenpflicht weiter reduziert werden. Veranstaltungen ab einer Teilnehmerzahl von 1.000 sollen womöglich genehmigungspflichtig werden. In der kommenden Woche ist ein Vorschlag der Länder für ein bundeseinheitliches Vorgehen bei Großveranstaltungen anvisiert.

In der Gastronomie könnte die Teilnehmerbegrenzung bei geschlossenen Feiern fallen. Ab 25 Personen drinnen und 50 Personen draußen soll ein negativer Testnachweis verlangt werden. Maskenpflicht und Abstandsgebot in Diskotheken würde dann entfallen. Bei den Beherbergungen soll zukünftig voraussichtlich nur bei der Anreise ein negativer Test nachgewiesen werden müssen. In den Schulen hingegen sollen Testpflicht und Maskenregelungen bis Ende September erhalten bleiben.

Als Neuerung ist eine Härtefallregelung vorgesehen. Sie soll für Landkreise gelten, deren Inzidenzen zwar steigen, aber klar abgrenzbar sind und epidemiologisch keinen Sprung in die nächste Stufe rechtfertigen. Darüber hinaus soll die Prostitution entsprechend der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts den körpernahen Dienstleistungen zugeordnet werden.

Der Verordnungsentwurf soll am Mittwoch mit Ressorts, Verbänden und Landtag abgestimmt werden. (Quelle: NDR, 14.06.21)


GB erlaubt Zuschauer bei Sport-Events – trotz steigender Infektionen

Trotz der rapiden Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante erlaubt Großbritannien bei mehreren großen Sport-Events in den kommenden Wochen Zehntausende Zuschauer. So dürfen beim Finale der Fußball-EM am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion rund 40.000 Zuschauer dabei sein, wie Kultur- und Sportminister Oliver Dowden am Montag der Nachrichtenagentur PA zufolge mitteilte.

Auch die finalen Wimbledon-Matches am 10. und 11. Juli dürfen vor einem mit 15.000 Zuschauern voll besetzten Centre Court stattfinden. Vorherige Spiele der Turniere werden den Berichten zufolge noch bei halber Zuschauerkapazität stattfinden. Die Großevents sind Teil einer Testreihe der britischen Regierung, mit denen diese Erkenntnisse über die Sicherheit von Großveranstaltungen in Zeiten der Pandemie sammeln will.

Für viele andere Bereiche wurden in England die Corona-Maßnahmen wegen der Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante um mehrere Wochen bis voraussichtlich 19. Juli verlängert. Die Variante ließ die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen wieder in die Höhe schnellen, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Land derzeit wieder bei knapp 67. (Quelle: SPIEGEl, 14.06.21)


Überblick am Abend

  • Boris Johnson hat eine vierwöchige Verzögerung der Aufhebung der Coronavirus-Beschränkungen in England angekündigt. Der Premierminister sagte, die zusätzliche Verzögerung könnte Tausende von Todesfällen verhindern, indem mehr Impfungen zugelassen würden. Aktuelle Daten zeigen, dass zwei Dosen eines Impfstoffs zum Schutz gegen die Delta-Variante erforderlich sind, weshalb es zu einem Anstieg der Fälle geführt, weil in Großbritannien die Menschen überwiegend bisher nur ein Mal geimpft sind.
  • Die Delta-Variante ist inzwischen in 74 Ländern entdeckt worden, und sie breitet sich rasant weiter aus,. Das lässt Befürchtungen aufkommen, dass sie weltweit die dominierende Mutation werden wird. Es besteht auch die Besorgnis, dass Länder mit schwächeren Überwachungssystemen das Vorhandensein des Stamms möglicherweise nicht erkannt haben.
  • Indonesien befürchtet, dass die steigenden Infektionsfälle erst im Juli ihren Höhepunkt erreichen werden, obwohl die Krankenhäuser in der Hauptstadt Jakarta und anderen Teilen Javas bereits fast voll ausgelastet sind. Das Land versucht, die Krankenhauskapazitäten zu erhöhen und Hotels in Isolationszentren umzuwandeln.
  • Russland meldete 13.721 neue Coronavirus-Fälle, darunter 6.590 in der Hauptstadt Moskau. Die Behörden in St. Petersburg, das eine Reihe von Spielen der Euro 2020 ausrichtet, gaben am Montag bekannt, dass sie die Anti-Coronavirus-Beschränkungen verschärfen, um einen neuen Anstieg der Infektionen einzudämmen. Food Courts und Kinderspielbereiche in Einkaufszentren in Russlands zweitgrößter Stadt werden geschlossen, und in den Fanzonen der Euro 2020 werden keine Lebensmittel mehr verkauft.
  • Südafrika muss 2 Millionen Johnson- & Johnson-Dosen wegen einer möglichen Kontamination von Inhaltsstoffen entsorgen. Das ist ein weiterer Rückschlag für die Impfkampagne des Landes mit den eingeplanten Dosen für Gesundheitspersonal und über 60-Jährige.
  • Ein WHO-Beamter sagte, Afrika werde für die von den G7 zugesagten 870 Millionen Impfstoffdosen vorrangig behandelt, weil es eines der „verletzlichsten, unterversorgten (Gebiete)“ sei.
  • Die beiden wichtigsten Krankenhäuser in Afghanistan, die sich mit Covid-19 befassen, mussten Patienten abweisen, da sie keine Betten mehr haben und es an Sauerstoff und medizinischer Versorgung mangelt.
  • Thailands kürzlich gestartete Coronavirus-Impfkampagne ist ins Stocken geraten, nachdem mindestens 20 Krankenhäuser in Bangkok die für diese Woche angesetzten Covid-19-Impftermine verschoben haben, weil sich Impfstofflieferungen verzögerten. Eine Reihe von Coronavirus-Ausbrüchen in thailändischen Fabriken hat auch die Sorge wachsen lassen, dass der Exportsektor schwer getroffen werden könnte und die Ökonomie weiter belastet, die sich bemüht, sich von dem lähmenden Schlag der Pandemie für die Tourismusbranche zu erholen.
  • In Indien haben viele Bundesstaaten haben die Coronavirus-Beschränkungen gelockert. Dazu gehört auch die Hauptstadt Delhi, wo die Behörden alle Geschäfte und Einkaufszentren öffnen ließen, nachdem die Zahl der Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Monaten gesunken ist. Touristenattraktionen wie das Taj Mahal und das Rote Fort in Agra sollen ab dieser Woche für Besucher wieder geöffnet sein.
  • Experten warnen aktuell die USA vor einem starken Anstieg der Infektionen durch die Delta-Variante, insbesondere in den Südstaaten, in denen die Impfraten unter dem nationalen Durchschnitt liegen. Derzeit sind 10 % der Covid-19-Infektionen in den USA auf die Delta-Variante zurückzuführen, aber dieser Anteil verdoppelt sich alle zwei Wochen.
  • Laut Johns-Hopkins University steht das Coronavirus kurz davor, in den USA 600.000 Menschen getötet zu haben; die Gesamtzahl der toten liegt bei 599.769 liegt. Die US-Opferzahlen bleiben die höchsten auf der Welt.
  • Deutschland könnte bald damit beginnen, die Regeln für das Tragen von Masken zu lockern, da das Land einen starken Rückgang der Covid-19-Infektionen verzeichnet, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn heute Morgen.
  • In Portugal hat Präsident Marcelo Rebelo de Sousa trotz wachsender Infektionen im vergangenen Monat versprochen, nicht zu den Lockdown-Einschränkungen zurückzukehren.
  • Im Libanon wurden bei einer Wochenendaktion zur Eindämmung der Pandemie mehr als 40.000 Personen mit dem Pfizer/Biontech-Impfstoffs geimpft.
  • Der kolumbianische Präsident Ivan Duque hat am Sonntag seine erste Dosis des Pfizer/Biontech-Impfstoffs erhalten. Er forderte die Bevölkerung Kolumbiens auf, sich angesichts neuer Rekordzahlen täglicher Todesfällen unbedingt vor Covid-19 zu schützen.
  • Der ehemalige Leiter des Covid-19-Impfprogramms in Myanmar wurde festgenommen und wird wegen Absprachen mit Gegnern der Militärbehörden des Hochverrats angeklagt, berichteten staatliche Medien. Die Verhaftung von Htar Htar Lin und anderer Ärzten nach dem Putsch im Februar wurde von den in den USA ansässigen Ärzten für Menschenrechte scharf verurteilt.
    (Quelle: The Guardian, 14.06.21)

GB verschiebt Lockerungen

Für Großbritannien geplante Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden um einen Monat verschoben. Durch die ansteckendere Delta-Variante steige die Zahl der Fälle um 64 Prozent je Woche, erklärte Premier Johnson. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus verschiebt die britische Regierung die geplante Aufhebung der letzten Corona-Beschränkungen in England um vier Wochen. Nach derzeitigem Stand sei er aber „zuversichtlich, dass wir nicht mehr als vier Wochen brauchen und nicht über den 19. Juli hinausgehen werden“, sagte Premierminister Boris Johnson. Die Zeit solle genutzt werden, um das Impfprogramm des Landes zu beschleunigen, so Johnson. Die Zahl der Fälle steige um 64 Prozent je Woche, und es müssten immer mehr Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden. Ein umsichtiges Vorgehen jetzt könne Tausende Leben retten.

Ursprünglich hätten die letzten Beschränkungen bereits am Montag kommender Woche aufgehoben werden sollen. So sollten Diskotheken wieder öffnen und Veranstaltungshallen, Hotels und Restaurants wieder mit voller Kapazität genutzt werden können. Dies ist nun um vier Wochen verschoben. Ab Montag werden nun lediglich die Regeln für Hochzeiten und wenige andere Kulturveranstaltung gelockert – dort sind nun auch wieder mehr als 30 Gäste erlaubt. Die anderen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland haben eigene Corona-Regeln, die sich jedoch nur geringfügig von denen in England unterscheiden. In einigen Regionen wurden auch dort geplante Lockerungen zunächst aufgeschoben. Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Virusvariante könnte nach Einschätzung der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender sein als die bisher in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante. Sie breitete sich im Königreich zuletzt stark aus und macht inzwischen mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen aus. Wissenschaftler haben vor einer dritten Welle in Großbritannien gewarnt, sollte sich die gegenwärtige Entwicklung fortsetzen. (Quelle; Tagesschau, 14.06.21)


Mehr als 600.000 Tote in den USA

Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle in den USA hat nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters die Marke von 600.000 überstiegen. Die Zahl der neu verzeichneten Toten sank dabei in den vergangenen Wochen deutlich: Im Mai lag sie bei 18.587, ein Rückgang von gut 80 Prozent zum Januar. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC vom Sonntag haben fast 52 Prozent der US-Bürger mindestens eine Impfung erhalten. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Forscher: Symptome bei Delta-Variante sind anders

Die zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Corona-Typen verursachen. In einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, wie die BBC am Montag berichtete. In Großbritannien macht die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent aller Fälle aus.

Tim Spector vom King’s College London, der die Zoe Covid Symptoms-Studie leitet und die gemeldeten Symptome auswertet, sagte dem Sender: „Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.“ Zwar gehöre Fieber noch immer dazu, aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, der bislang als typisches Corona-Symptom galt, sei weniger gängig. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen.

Für einige jüngere Menschen könne sich Covid-19 somit stärker wie eine einfache Erkältung anfühlen, sagte Spector – und rief Betroffene auf, sich in jedem Fall testen zu lassen. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Doppelt so hohes Risiko einer Krankenhauseinweisung bei Delta-Variante

Eine Infektion mit der Delta-Variante verdoppelt einer Studie zufolge das Risiko, im Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Zudem scheinen Impfungen etwas weniger wirksam gegen die zuerst in Indien nachgewiesene Mutation zu sein, wie aus der im Fachblatt „Lancet“ veröffentlichten Untersuchung schottischer Forscher hervorgeht. Demnach schützt Biontech/Pfizer zu 79 Prozent gegen Delta im Vergleich zu 92 Prozent gegen die zunächst in England nachgewiesene Alpha-Variante. Bei Astrazeneca liege der Schutz bei 60 Prozent im Vergleich zu 73 Prozent. Die zunehmende Verbreitung der Delta-Variante in Großbritannien gefährdet geplante Lockerungen.
(Quelle: TSP, 14.06.21)



G7 sichert Afrika 80 Milliarden Dollar zu

Führende Entwicklungsbanken aus den größten Industrieländern (G7) haben Afrika in einer gemeinsamen Erklärung 80 Milliarden Dollar in den nächsten fünf Jahren zugesagt. Wegen der Pandemie nimmt die Armut in vielen afrikanischen Ländern wieder zu, Impfstoff ist noch Mangelware. In der Erklärung heißt es, das Geld solle an afrikanische Firmen und in Hilfsprojekte auf dem Kontinent fließen. Investitionen müssten nun eine Top-Priorität haben. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Krisenzentrum von Bund und Ländern soll Maßnahmen besser koordinieren

Die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung von Pandemien sollen laut „Welt“ künftig besser koordiniert werden. Zu diesem Zweck wolle die Innenministerkonferenz (IMK), die vom 16. bis 18. Juni tage, die Gründung eines gemeinsamen „Kompetenzzentrums“ von Bund und Ländern beschließen. „Die Menschen haben Zweifel an den politischen Instrumenten, Strukturen, Prozessen, kurz an der Managementkompetenz geäußert“, wird der IMK-Vorsitzende Thomas Strobl (CDU) zitiert. Dem müsse man sich stellen.(Quelle: TSP, 14.06.21


Lauterbach über eigenen Urlaub

Für SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kommt ein eigener Urlaub mit der Familie erst dann in Frage, wenn alle Beteiligten doppelt geimpft sind. „Bei uns wird es so sein, dass zu dem Zeitpunkt, wo wir fahren, die gesamte Familie vollständig geimpft ist“, sagte Lauterbach dem Nachrichtensender Welt. „Wenn man vollständig geimpft in eine Region fährt, wo darüber hinaus die Inzidenz niedrig ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich selbst infiziert und dann die Infektion mit zurückbringt, sehr niedrig.“ Das sei vertretbar und das empfehle er auch anderen. (Foto: pixaybay, 15.06.20; Quelle: TSP, 14.06.21


US-Corona-Impfstoff Novavax zu 90 Prozent wirksam

Der Corona-Impfstoffkandidat des US-Biotech-Unternehmens Novavax hat nach Firmenangaben eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent und schützt auch vor Virusvarianten. Bei einer klinischen Studie in den USA und in Mexiko mit insgesamt knapp 30.000 Teilnehmern betrug die Wirksamkeit 90,4 Prozent, wie Novavax am Montag erklärte. Das Vakzin schützte zudem zu 100 Prozent vor „moderaten und schweren“ Krankheitsverläufen.

Das im US-Bundesstaat Maryland ansässige Unternehmen will im dritten Quartal des Jahres Zulassungsanträge stellen. Novavax will dann 100 Millionen Impfdosen pro Monat herstellen und dies bis Jahresende auf 150 Millionen Dosen monatlich ausweiten. Ursprünglich hatte Novavax bereits im zweite Quartal Zulassungsanträge stellen wollen, dies dann aber im Mai verschoben.

Das Novavax-Vakzin könnte eine wichtige Rolle im Covax-Programm spielen, das auch ärmeren Ländern einen Zugang zu Impfstoffen garantieren soll. Der Impfstoff lässt sich – anders als beispielsweise das Biontech-Pfizer-Vakzin – bei Kühlschranktemperatur lagern, was die Logistik erleichtert. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Bundespressekonferenz beendet Live-Übertragungen

Der Verein Bundespressekonferenz beendet mit dem Abflauen der Corona-Welle wieder die Möglichkeit von regelmäßigen Live-Übertragungen der Pressekonferenzen mit der Bundesregierung. Ab 28. Juni werde die Übertragung eingestellt, teilte der Vereinsvorstand in Berlin mit. Öffentlich-rechtliche und auch private TV-Programme hatten in der Pandemiezeit immer wieder Pressekonferenzen live ausgestrahlt, diese Möglichkeit hatte der Verein für die Öffentlichkeit eingeräumt. Der Vorstand traf die Entscheidung nun auch mit Blick auf die parlamentarische Sommerpause. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Marokko hebt Testpflicht für Geimpfte auf

Marokko erleichtert die Einreise für geimpfte Urlauber und Reisende. Vollständig geimpfte Personen, deren zweite Impfung vier Wochen zurückliegt, benötigen keinen PCR-Test mehr für die Einreise. Das teilte das marokkanische Fremdenverkehrsamt mit.

Erst kürzlich hatte Marokko angekündigt, die Grenzen für den internationalen Tourismus ab 15. Juni 2021 wieder zu öffnen. In eingeschränktem Umfang wird auch der Flug- und Fährverkehr nach Europa wieder aufgenommen. Dieser war ausgesetzt worden.

Das öffentliche Leben ist in Marokko derzeit weiterhin eingeschränkt. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen. Das Land in Nordafrika wird als Risikogebiet eingestuft.(Quelle: TSP, 14.06.21)


Covid-Kliniken in Afghanistan wegen Überlastung geschlossen

In Afghanistan müssen die beiden einzigen Krankenhäuser für Covid-19-Patienten ihre Türen wegen Überfüllung schließen. Es gebe keine Betten sowie keine ausreichenden Instrumente und Medikamente mehr, heißt es in Regierungs- und Mediziner-Kreisen. Auch Sauerstoff sei in den beiden Kliniken in der Hauptstadt Kabul knapp. Amnesty International beklagt, ohne ausländische Hilfe könne die Lage in Afghanistan schnell eskalieren. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Ganz Österreich kein Corona-Risikogebiet mehr

Die Liste der von der Bundesregierung ausgewiesenen Corona-Risikogebiete wird am Sonntag deutlich kürzer. Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen entfallen unter anderem auch die letzten zwei österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Nur Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen.

Auch die Urlaubsinseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa, Asien und Nordamerika werden von der Risikoliste gestrichen, darunter die USA und Kanada. In Kroatien sind ab Sonntag nur noch zwei Regionen im Landesinneren auf der Risikoliste, alle Urlaubsgebiete an der Adria-Küste sind „risikofrei“. In Griechenland werden die Peloponnes und die Inseln der nördlichen Ägäis – dazu zählen unter anderen Lesbos und Samos – von der Risikoliste gestrichen.

Für alle diese Länder und Regionen entfällt auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Die Bundesregierung rät ab 1. Juli auch nicht mehr generell von touristischen Reisen ins Ausland ab. Für EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, die nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sind, wird künftig in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts nur noch „um besondere Vorsicht gebeten“. In einer Woche beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Corona-Lockerungen in Island

Die Menschen auf der Nordatlantik-Insel Island können sich auf weitere gelockerte Corona-Maßnahmen und eine weniger strikte Maskenpflicht einstellen. Ab Dienstag sind nach Angaben der Regierung in Reykjavik wieder Zusammenkünfte mit bis zu 300 Menschen erlaubt, Restaurants und Kneipen dürfen bis Mitternacht offen bleiben. Einen Mund-Nasen-Schutz müssen die Isländerinnen und Isländer dann nur noch bei Veranstaltungen tragen, bei denen sie sitzen, also zum Beispiel im Theater, bei Gottesdiensten und Sportveranstaltungen. Die Abstandsregel wird von zwei auf einen Meter verringert.

Island hat in den vergangenen zehn Tagen kaum noch Corona-Fälle verzeichnet, und die wenigen Neuinfektionen traten ausschließlich bei Menschen auf, die bereits in Quarantäne waren. Mehr als 200 000 Menschen haben auf der Insel mit ihren 360 000 Einwohnern mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten, mehr als 100 000 auch schon ihre zweite.(Quelle: TSP, 14.06.21)


Drosten zu Gast im Brandenburger Landtag

Virologe Christian Drosten stand am vergangenen Freitag dem Corona-Untersuchungsausschuss des brandenburgischen Landtages fast vier Stunden lang Rede und Antwort.

Die meisten Fragen stellte die AfD. Drosten betonte mehrfach, die Fragen gut nachvollziehen zu können, reagierte jedoch in einer Situation scharf. „Ich finde es nicht amüsant, mich über Lehrbuchwissen abzufragen“, sagte er, nachdem ihn AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt gefragt hatte, wie er eine Pandemie definiere und was für ihn Inzidenz bedeute.

Thematisch ging es vor allem um PCR-Tests, die teilweise als fehleranfällig kritisert werden. „Ich glaube, Sie fragen danach, wie verlässlich eigentlich der Test ist, den eine dahergelaufene kleine Arbeitsgruppe in Berlin entwickelt hat und den es nun auf der ganzen Welt gibt“, sagte der Virologe und bezeichnete mehrere in diese Richtung gehende Fragen als verkürzte Darstellung: „Das ist etwas komplexer.“

Drosten räumte erklärte, dass es zwar zu falschen Testergebnissen kommen könne. Jedoch gebe es keine sachlichen Argumente gegen die grundlegende Auffassung, dass der PCR-Test das Virus nachweise. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Tansania: Weg vom Wegbeten

Gebete gegen Covid-19 – das hielt Tansanias kürzlich verstorbener Staatschef Magufuli für ausreichend. Seine Nachfolgerin Suluhu erkennt die Gefahr an. Doch ergreift sie auch praktische Maßnahmen?

Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes verkünden weiterhin wenig Beruhigendes über das ostafrikanische Tansania. Es sei ein Gebiet mit einem besonders hohen Infektionsrisiko, steht dort zu lesen. Allerdings veröffentliche die tansanische Regierung auch weiterhin keine Zahlen. Die Frage ist sogar, ob die Regierung die Zahl der Corona-Infektionen überhaupt erhebt. Seit Mai 2020 steht das Land mit seinen 58 Millionen Einwohnern offiziell bei 509 registrierten Corona-Infektionen und 21 Todesfällen. Der im März – möglicherweise ebenfalls an Covid-19 – verstorbene Präsident John Magufuli ignorierte die Pandemie. Er setzte lieber auf Gebete statt auf Prävention und polterte: „Impfen ist unnötig. Wenn die Weißen in der Lage wären, uns Impfstoff zu liefern, dann hätten sie ja auch einen Impfstoff gegen HIV-Aids entwickeln können.“

Im internationalen Kampf gegen die Pandemie stellte sich Magufuli ins Abseits. Anders als die Regierung im noch viel ärmeren Nachbarland Mosambik ergriff Tansania keine Präventionsmaßnahmen: Weder schloss sie die Schulen noch verhängte sie Ausgangssperren. Selbst Masken zu tragen, war unüblich.

Die neue Präsidentin Magufulis stammt aus Sansibar und wurde von vielen Menschen mit großen Hoffnungen begrüßt. Nur vier Wochen nach Magufulis Tod erklärte Samia Suluhu die Strategie des Nichtstuns gegen Corona für beendet: Tansania könne sich „nicht abschotten wie eine Insel“, sagte sie. Ihr Land könne aber, erklärte sie weiter, „auch nicht einfach alles annehmen, was uns angeboten wird, ohne dass wir gefragt werden“. Sprich: Tansania müsse seinen eigenen Weg finden, um mit der Pandemie fertig zu werden, ohne auf Erkenntnisse und Hilfe aus dem Ausland zu verzichten.

In der Bevölkerung sei das gut angekommen, glaubt der Politologe Nicodemus Mbinde. Dass die Präsidentin die Existenz von Covid-19 im Land anerkenne, sei „ein sehr positiver Schritt“. Ein Jahr lang habe sich Tansania „im Stande der Verleugnung“ befunden – jetzt gebe es wieder „Optimismus und Hoffnung“.

Ein drastischer Kurswechsel Suluhu setzte eine Experten-Kommission ein. Der Bericht des Kommitees wurde vor vier Wochen veröffentlicht. Es war ein Paukenschlag, der das ganze Land erschütterte: Die Expert:innen empfahlen einen drastischen Kurswechsel und 19 konkrete Schritte. Dazu zählte, dass Tansania sich um Impfstoff bei der Covax-Initiative bewerben solle und endlich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine Zahlen melden müsse. Genau das hat auch der Internationale Währungsfonds zur Bedingung für einen Notfallkredit in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro gemacht.

Was genau die Regierung seitdem in die Wege geleitet hat, ist nicht ganz klar. Bislang gibt es noch nicht einmal eine Plakat-Kampagne zur Aufklärung der Bevölkerung. Beobachter in Daressalam sagen, Frau Suluhu gehe sehr behutsam vor. Sie wolle Gefolgsleute ihres Vorgängers nicht bloßstellen und die eigene Partei nicht verprellen. Aber anders als im Vorjahr werde bei den derzeitigen Haushaltsberatungen für das Gesundheits-Budget des kommenden Jahres über Geld für die Corona-Bekämpfung gesprochen, sagt Elisabeth Bollrich, Büroleiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Daressalam: „Das Bild hat sich deutlich geändert, auch das der Präsidentin in den Medien.“ (Quelle: Tagesschau, 14.06.21)


Söder warnt vor einer zu schnellen Lockerung der Maskenpflicht.

Der Freistaat Bayern will die Maskenpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie auch angesichts weiter sinkender Inzidenzen vorerst nicht aussetzen. „Ich rate da zur Zurückhaltung“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Die Öffnungsschritte in Bayern seien erst eine Woche alt. „Es ist noch nicht absehbar, wie das alles wirkt“, sagte Söder, auch mit Blick auf zahlreiche Partys am Wochenende, nicht nur im Umfeld der Fußball-Europameisterschaft. Die Maske sei neben der Impfung eines der wenigen wirksamen Instrumente im Kampf gegen Corona.

„Ich finde es schade, wenn von Seiten des Bundes, ohne jede Zuständigkeit in der Frage und ohne jede Kompetenz, den Ländern da an der Stelle ein Vorschlag gemacht wird“, sagte Söder. Die FFP2-Maskenpflicht sei ein Erfolg. Er sei dagegen, jetzt zu schnell alles wieder aufzugeben. Vorschnelle Lockerungen hätten sich bereits in der Vergangenheit als Fehler herausgestellt. „Nicht immer gleich alles Acht lassen, wenn der Himmel aufklart“, sagte Söder. ((Quelle: TSP, 14.06.21)


Handel warnt vor Abschaffung der Maskenpflicht

Der Handel hat zurückhaltend auf Forderungen nach einem Ende der Maskenpflicht reagiert. „Wir müssen jetzt alles vermeiden, was die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie gefährdet und möglicherweise in einen nächsten Lockdown führt“, teilte der Handelsverband Deutschland am Montag mit. Lockerungen der vergangenen Wochen dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden, warnte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Kunden und Händler hätten sich an die Maskenpflicht gewöhnt. „Sie sollte erst abgeschafft werden, wenn die Experten aus Medizin und Politik das für verantwortbar halten.“ ((Quelle: TSP, 14.06.21)


Seehofer nach Corona-Infektion wieder fit im Büro

Nach seiner Corona-Infektion und einer vierwöchigen häuslichen Quarantäne arbeitet Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wieder in Berlin. Seit der vergangenen Woche sei Seehofer wieder im Büro tätig, sagte sein Sprecher Steve Alter am Montag. „Ihm geht es gut“, fasste er den Gesundheitszustand des Ministers zusammen. Nach Angaben seines Arztes habe Seehofer die Infektion überstanden.

Alter hatte Seehofers Corona-Infektion am 10. Mai öffentlich gemacht. Der 71-Jährige selbst hatte im April mitgeteilt, dass er seine erste Impfung erhalten habe. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Experten warnen vor Wiederaufflammen der Pandemie ohne Maskenpflicht

Eine generelle Aufhebung der Maskenpflicht in Deutschland könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern ein Wiederaufflammen der Pandemie nach sich ziehen. „Wenn wir nach dem Wegfall der Testpflicht in vielen Situation nun auch noch die Maskenpflicht fallen lassen, sind wir im Grunde in einem ungestörten Leben wie vor der Pandemie“, sagte Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Virus aber sei noch da und wesentlich infektiöser durch Mutationen. „Warum soll die Pandemie dann nicht wiederkommen?“.

Auch die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, hält es vorerst für wichtig, zumindest drinnen weiterhin Maske zu tragen. „Masken sind ein einfacher und wirksamer Schutz, vor allem in Innenräumen“, so die Epidemiologin von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Es geht hier auch um den Schutz vor ansteckenderen neuen Varianten des Virus.“

Aerosolforscher Christof Asbach hält eine Entscheidung für die Abschaffung der Maskenpflicht im Freien für gut nachvollziehbar. In Innenräumen gehe es letztlich um die Frage, welches Risiko man akzeptieren möchte. „Die Wahrscheinlichkeit in Innenräumen auf einen Infizierten zu treffen, bleibt mit und ohne Maskenpflicht gleich“, sagte der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung der dpa. „Das Risiko, sich anzustecken, ist ohne Maske natürlich höher.“ Er plädiere auch an die Vernunft der Menschen, sich unabhängig von Vorgaben in kritischen Situationen zu schützen.

Nach Ansicht des Göttinger Forschers Bodenschatz steigt mit dem Wegfall der Testpflicht die Gefahr, einem hoch ansteckenden asymptomatischen Virusträger zu begegnen und etwa in Innenräumen höheren Viruskonzentrationen ausgesetzt zu sein, weil viele Infizierte nicht mehr erkannt würden. Mit dem Anstieg der Impfquote steige die Zahl der Neuinfektionen vielleicht langsamer, aber auch mit Blick auf die sich ausbreitende Delta-Variante sei mit einem neuerlichen Anstieg zu rechnen. „Ich bin gespannt, was passiert.“ Derzeit helfe das Wetter bei der Bekämpfung der Pandemie mit, weil bei der kühlen Luft am Morgen viel gelüftet werde. „Wenn es heiß wird, bleiben die Fenster oft zu. Das kann dann zum Problem werden, etwa auch in Schulen.“ ((Quelle: TSP, 14.06.21)


Bundesforschungsministerium gibt 40 Mio Euro für Medikamente gegen Corona

Das Bundesforschungsministerium stellt weitere 40 Millionen Euro zur Verfügung, um Medikamente gegen eine Corona-Erkrankung zu entwickeln. „Selbst bei einer hohen Impfrate müssen wir leider damit rechnen, dass Menschen weiter an Covid-19 erkranken. Wir benötigen daher spezifische Therapeutika, um Patientinnen und Patienten bestmöglich behandeln zu können“, sagt Forschungsministerin Anja Karliczek. Bislang standen dafür bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Amnesty ruft zu Corona-Hilfe für Nepal auf

Im Schatten der Corona-Tragödie beim großen Nachbarn Indien hat sich die Gesundheitskrise in Nepal laut Amnesty International dramatisch zugespitzt. Derzeit sei Nepal in derselben verzweifelten Lage, wie sie zuletzt in Indien zu beobachten gewesen sei, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag. Das Gesundheitssystem des südasiatischen Landes stehe vor dem Zusammenbruch, die Krankenhäuser seien am Limit, es fehle am Nötigsten.

Um jetzt Tausende Leben zu retten, müssten die Behörden dringend Sauerstoff beschaffen und bereitstellen, sagte Yamini Mishra, Amnesty-Direktorin für die Asien-Pazifik-Region. Bürokratischer Zwist und Untätigkeiten hätten dies bislang verzögert. Darüberhinaus sei es dringend nötig, dass die internationale Gemeinschaft Sauerstoff, Beatmungsgeräte und andere lebensrettenden Produkte zur Verfügung stelle. Auch die Impfstoffe seien viel zu knapp, mahnte Amnesty.

Nepal verzeichne derzeit eine der weltweit höchsten Infektionsraten, in den vergangenen Monaten habe sich Covid-19 rasant schnell ausgebreitet. Bislang wurden in dem Land mit etwa 29 Millionen Einwohnern laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 600.000 Infektionen und 8.366 Corona-Tote gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge aber deutlich höher sein. Laut Amnesty geht das Gesundheitsforschungsinstitut IHME an der Universität Washington von rund 35.000 Corona-Toten in Nepal bis Ende August aus. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Hälfte der über 60-Jährigen hat vollen Impfschutz

Etwa die Hälfte der Menschen über 60 Jahre hat nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den vollen Impfschutz gegen das Coronavirus erhalten. Über 80 Prozent dieser Gruppe hat mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, wie Spahn am Montag via Twitter mitteilte . (Quelle: TSP, 14.06.21)


KBV gegen stärkere Kontrollen von Coronatest Anbietern

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für schärfere Kontrollen von Coronatest-Anbietern abgelehnt. Ein entsprechender Referentenentwurf verlange von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) „Unmögliches“, so eine KBV-Stellungnahme, auf die die KBV am Montag auf Twitter hinwies. Es sei unmöglich, die Abrechnungen tausender Teststellen rasch zu überprüfen und die Gelder zeitnah auszuzahlen.

Der Entwurf für eine geänderte Testverordnung war vergangene Woche in die Abstimmung zwischen den Bundesministerien gegangen. Er sieht vor, dass die KVen „die Rechtmäßigkeit und Plausibilität der Abrechnungen“ prüfen sollen.

Die KBV stört sich vor allem an der vorgesehenen Prüfung auf Rechtmäßigkeit. „Hiermit würde sich der Vorstand einer jeden Kassenärztlichen Vereinigung einem erheblichen Haftungsrisiko aussetzen.“ Er könnte im Fall rechtswidriger Auszahlungen haftbar gemacht werden. Eine Bestätigung der Rechtmäßigkeit würde sehr lange dauern – die zeitnahe Auszahlung von Geldern „wird daher mit der neuen Testverordnung nicht fortgeführt werden können“.

Mit der neuen Verordnung sollen Betreiber von Teststellen zudem weniger für die Tests abrechnen können. Geändert werden soll die Testverordnung wegen Verdachts auf Betrug von Testbetreibern. (Quelle: TSP, 14.06.21)



Apothekerverband bittet um Geduld bei Ausstellung des digitalen Impfnachweises

Zum Start der Ausstellung von digitalen Corona-Impfausweisen in den Apotheken war das entsprechende Suchportal völlig überlastet. Das Portal http://www.mein-apothekenmanager.de, auf dem Verbraucher bundesweit Apotheken finden können, die digitale Impfnachweise kostenlos ausstellen, war am Montag wegen des großen Andrangs „phasenweise nicht erreichbar“, wie ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sagte.

„Das wird sich kurzfristig einpendeln“, fügte der ABDA-Sprecher hinzu. In den ersten Morgenstunden seien bereits „etliche tausend Zertifikate“ ausgestellt worden. Insgesamt seien bereits mehr als 13.000 der knapp 19.000 Apotheken in Deutschland für die Digitalisierung von Impfnachweisen gelistet.

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich, bat die Bürgerinnen und Bürger um etwas Geduld. „Die Apotheken müssen sich an diesen neuen Ablauf gewöhnen, die müssen diese Sachen umsetzen“, sagte Dittrich im ZDF-„Morgenmagazin“. „Insofern ist es wirklich hilfreich, wenn nicht alle sofort heute oder morgen kommen, sondern über die Zeit verteilt.“

„Es werden alle, die einen digitalen Impfnachweis haben wollen, diesen auch bekommen“, versicherte Dittrich zugleich. Die Apotheken hätten zwar „relativ wenig Zeit“ für die Umsetzung gehabt, „wir haben es aber geschafft“. Am Sonntagabend seien noch letzte Tests vorgenommen worden – „das Ganze funktioniert“.

Wer vollständig gegen Corona geimpft wurde, kann mit seinem gelben Impfausweis oder mit einer Bescheinigung des Impfarztes in die Apotheke kommen. Wichtig ist, auch den Personalausweis oder Reisepass zur Kontrolle dabei zu haben. Die Apotheke kann dann ein digitales Impfzertifikat erstellen, das die Kunden später – etwa bei einer Reise – in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone mithilfe einer App vorzeigen können.

Wer kein Smartphone hat oder es nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen. Ein Nachweis des Impfstatus‘ ist weiterhin auch per gelbem Impfheft oder ärztlicher Bescheinigung möglich.
(Quelle: TSP, 14.06.21)


Grafschafter Zahlen

Bei 15,3 liegt der Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim laut Robert-Koch-Institut am Montag. Damit fällt der Wert weiter leicht, am Sonntag lag er noch bei 18,2. Laut Kreisverwaltung kamen am Montag drei neue Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis dazu. Die Gesamtzahl der Infizierten in der Grafschaft Bentheim liegt damit bei 5348. Als genesen gelten 5198 Menschen im Landkreis.
Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion liegt weiter bei 122. In Quarantäne befinden sich derzeit nach Angaben der Kreisverwaltung 188 Grafschafter.

Von den aktuell 58 Infektionsfällen gibt es 39 (-3) in Nordhorn. (Quelle: GN, 14.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 7,3 (am Freitag: 14,6)
Meppen: 8,5 (2,8)
Papenburg: 13,2 (10,6)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 14. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 29 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages zwei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.701. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.235 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 9,8 Fälle je 100.000 Einwohner (9,9 am Vortag). (Quelle: NDR, 14.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt nun bei 16,6 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden innerhalb eines Tages 549 Neuinfektionen sowie zehn Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert.

Am vergangenen Montag waren 1.117 Neuinfektionen gezählt worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag vor einer Woche bei 24,3. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in der Regel am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.715.518. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.844. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf 3.580.600. (Quelle: RKI, 14.06.21)


US-Klinik droht bei Nicht-Impfung mit Entlassung

Eine US-Richterin hat eine Klage von mehr als hundert Angestellten eines der größten Krankenhäuser des Bundesstaates Texas gegen eine faktische Impfpflicht an ihrem Arbeitsplatz abgeschmettert. „Eine Covid-19-Impfung ist keine illegale Handlung und wird nicht strafrechtlich geahndet“, erklärte Bundesrichterin Lynn Hughes am Samstag (Ortszeit).

Hughes rügte zudem die Initiatorin des Protests, die Pflegerin Jennifer Bridges, für die Aussage, dass die Drohung mit Entlassung bei einer Impfverweigerung wie „medizinische Zwangsexperimente während des Holocausts“ sei. „Die Gleichsetzung der Impfpflicht mit medizinischen Experimenten in Konzentrationslagern ist verwerflich,“ erklärte die Richterin. Bridges und 116 weitere Mitarbeiter des Houston Methodist Hospital in der texanischen Hauptstadt hatten Klage gegen ihren Arbeitgeber eingereicht, weil dieser eine Frist für eine erste Impfung gesetzt hatte. Bei Verstreichenlassen droht den Mitarbeitern die Kündigung. Bridges und ihre Kollegen hatten argumentiert, dies sei illegal, weil die Impfstoffe lediglich eine Notfallzulassung hätten.

In den USA haben bisher 173 Millionen Menschen, mehr als 50 Prozent der Bevölkerung, mindestens eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten. Umfragen zeigen jedoch, dass Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu den größten Impfskeptikern des Landes gehören. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Maskenpflicht in Dänemark so gut wie vorbei

Die Däninnen und Dänen müssen von nun an kaum noch Mund-Nasen-Schutz tragen. Die seit Monaten im Kampf gegen das Coronavirus geltende Pflicht zum Tragen einer Maske oder eines Visiers ist zum Montag für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben worden. Darauf hatten sich die Regierung und der Großteil der Parlamentsparteien geeinigt. Einen solchen Corona-Schutz muss man in Dänemark jetzt nur noch im öffentlichen Nahverkehr tragen, wenn man dort nicht sitzt. Bis zum 1. September soll die Maske dann gänzlich verschwinden.

Dänemark hatte seinen schrittweisen Weg aus den Corona-Maßnahmen schon im Frühjahr eingeleitet. Seitdem sind zahlreiche Beschränkungen im Land zurückgefahren worden, so dass mittlerweile im Grunde alles wieder offen ist bis auf die Diskotheken, die nun voraussichtlich Anfang September öffnen dürfen.

Die Zahl der Neuinfektionen war in Dänemark im Zuge der Lockerungen leicht gestiegen, allerdings nicht in die Höhe geschossen. Seit einigen Tagen sinkt die Inzidenz wieder: Am Sonntag wurden nur 315 nachgewiesene Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet – das war der niedrigste Wert seit Mitte Februar. Allerdings wurden auch weniger Menschen als normalerweise getestet. Bei den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC lag Dänemark bei einer 14-Tages-Inzidenz von rund 215, was dem höchsten Wert im Europäischen Wirtschaftsraum entsprach. Allerdings sind die Werte in zahlreichen weiteren Ländern auch zuletzt rapide gesunken. (Quelle: TSP, 14.06.21)



Nach Corona-Erkrankung: Ex-Box-Weltmeister Powetkin beendet seine Karriere

Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Alexander Powetkin hat das Ende seiner Box-Karriere verkündet. Der 41-Jährige begründet seine Entscheidung mit den Folgen einer Corona-Erkrankung. „Ich fühle mich, als ob ich betrunken wäre“, sagte Powetkin der russischen Nachrichtenagentur TASS. „Ich brauche eine umfangreiche Behandlung und bin keine 20 mehr“.

Der Russe hielt den Titel der World Boxing Association (WBA) zwischen 2011 und 2013 und brachte es in 40 Profi-Kämpfen auf 36 Siege (davon 25 durch Knock-out), drei Niederlagen und ein Remis.

Zwei seiner Niederlagen kassierte Powetkin in WM-Fights gegen zwei der besten Schwergewichtler der vergangenen Jahrzehnte: 2013 in Moskau gegen Wladimir Klitschko nach Punkten und 2018 in Wembley gegen Anthony Joshua durch technischen Knock-out. (Quelle: SPIEGEL; 13.06.21)


Apotheken geben ab Montag digitale Impfnachweise aus

Apotheken in Deutschland beginnen am Montag schrittweise mit dem Ausstellen digitaler Corona-Impfnachweise. Menschen, die bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, können sich dort nachträglich eine Bescheinigung mit dem für den digitalen Impfpass nötigen QR-Code abholen. Die Apothekerverbände wiesen allerdings darauf hin, dass die Zahl der teilnehmenden Apotheken in den ersten Tagen aus technischen und organisatorischen Gründen noch begrenzt sei und baten um Geduld. Die Website mein-apothekenmanager.de soll ab Montag anzeigen, welche Apotheke vor Ort den digitalen Impfpass anbietet.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Der Code aus schwarzen und weißen Quadraten wird künftig in der Regel mit dem zweiten Impfgang im Impfzentrum oder beim Arzt ausgehändigt und kann dann mit einer von mehreren kostenlosen Handy-Apps eingescannt werden. Ob, ab wann und wie neben Apotheken auch Impfzentren oder Ärzte auch Nachweise für die bereits vor der Einführung vollständig geimpften rund 20 Millionen Menschen ausstellen, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Weil setzt weiter auf Maskenpflicht

In der Debatte um Corona-Lockerungen hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil Forderungen nach einer möglichen Aufhebung der Maskenpflicht etwa in Schulen eine Absage erteilt.

Der SPD-Politiker betonte, dass das Virus nach wie vor in der Welt sei und man auf das Tragen von Masken nicht verzichten dürfe – vor allem in Hinblick auf die Virus-Mutationen. Zwar könne im Freien auf Masken verzichtet werden, in geschlossenen Räumen hingegen nicht, wie er dem NDR Niedersachsen am Sonntag sagte.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte angeregt, die Maskenpflicht in Schulen zu überprüfen, weil Kinder besonders von den Corona-Einschränkungen betroffen seien. Auch andere Politiker sind für eine Überprüfung der Regel. Weil hingegen bezweifelt, dass gerade in Schulen mit großen Gruppen und geschlossenen Räumen kurzfristig die Maskenpflicht aufgehoben werde. Er verweist darauf, dass in Schulen immer wieder Corona-Infektionen nachgewiesen würden.

Auch die Maskenpflicht im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) dürfte noch lange Bestand haben. „Dort dürfte eine Aufhebung der Maskenpflicht als letztes in Betracht kommen.“ Darüber sollte erst nachgedacht werden, wenn große Teile der Bevölkerung geimpft seien. „Wir sind gut beraten abzuwarten, wie wir in den Herbst kommen und wie sich die Situation dann darstellt.“ (Quelle: NDR, 13.06.21)


EMA rät zur Zurückhaltung mit Astrazeneca-Impfungen auch bei Älteren

Ein Vertreter der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) wirbt für Zurückhaltung bei der Verimpfung des Wirkstoffs von Astrazeneca auch bei Menschen im Alter von über 60 Jahren. „Im Kontext der Pandemie war und ist es unsere Position, dass der Nutzen einer Astrazeneca-Impfung die Risiken in allen Altersgruppen übersteigt“, sagt EMA-Impfexperte Marco Cavaleri der italienischen Zeitung „La Stampa“.

Auf Nachfrage sagte Cavaleri, die Behörden sollten aber nicht nur für Jüngere, sondern auch für Personen über 60 eher mRNA-Impfstoffe wie jene von Biontech/Pfizer und Moderna empfehlen. „Viele Länder wie Frankreich und Deutschland erwägen dies mit Blick auf die größere Verfügbarkeit von mRNA-Vakzinen.“ (Quelle: TSP, 13.06.21)


Südafrika fordert Einhaltung von G7-Impfstoffzusagen

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat die G7-Staaten aufgefordert, ihr Versprechen einzuhalten, ärmeren Ländern verstärkt bei der Finanzierung von Corona-Impfstoffen zu helfen. „Wir müssen die beträchtliche Finanzierungslücke für Tests, Behandlungen, kritische Versorgung wie Sauerstoff und die Gesundheitssysteme schließen“, sagte Ramaphosa, der auch der Afrikanischen Union vorsitzt, während des Spitzentreffens in Carbis Bay im englischen Cornwall. Die Finanzierungslücke von 16,8 Milliarden US-Dollar (13,87 Milliarden Euro) des Programms ACT Accelerator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Tests fördert, müsse schnellstens geschlossen werden, teilte die südafrikanische Regierung in einer Mitteilung am Sonntag mit. ((Quelle: TSP, 13.06.21)


Biden fordert von China Klarheit über Herkunft des Virus

US-Präsident Joe Biden fordert von China Klarheit über die Herkunft des Virus. Dazu müsse die Volksrepublik den damit betrauten Forschern Zugang verschaffen, sagt Biden nach dem G7-Gipfel. Es gehe darum herauszufinden, ob das Coronavirus natürlicher Herkunft sei oder das Ergebnis eines „Experiments, das in einem Labor schiefgegangen ist“. Fehlende Transparenz könnte zu einer weiteren Pandemie führen, mahnt Biden. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Johnson lehnt Patentaufhebung bei Corona-Impfstoffen ab

Der britische Premierminister Boris Johnson lehnt eine Aufhebung von Patenten für die Herstellung von Corona-Impfstoffen weiterhin ab. Zentral sei, weltweit Produktionsstätten aufzubauen, vor allem in Afrika, sagte Johnson zum Abschluss des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. Auch Know-how müsse geteilt werden. Aber zugleich müssten Anreize für Innovationen geschützt werden, mahnte Johnson. Der richtige Weg sei es, Impfstoffe zum Selbstkostenpreis zu verteilen, wie es der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca tut.

Johnson lobte, das Vakzin, das Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, sei „der beliebteste Impfstoff der Welt“. Mehr als eine Milliarde Menschen seien geschützt wegen der Entwicklung des Impfmittels, das von der britischen Regierung finanziert worden sei. Dies sei „ein Akt der Großzügigkeit von Astrazeneca“. (Quelle: TSP, 13.06.21)



G7-Versprechen: 2,3 Milliarden Impfdosen für ärmere Länder bis Ende 2022

Die G7-Staaten werden nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel ärmeren Ländern bis Ende 2022 2,3 Milliarden Corona-Impfdosen liefern. Deutschland finanziere vor allem über die internationale Impfinitiative Covax dabei umgerechnet 350 Millionen Impfdosen, sagte Merkel am Sonntag am Rande des G7-Gipfels. Aus eigenen Beständen werde man zunächst 30 Millionen Dosen spenden. Es könnten aber noch mehr werden, wenn es einen Überschuss gebe. Derzeit sei es schwierig, auf diesem Feld Zusagen zu machen, weil man etwa durch die Kürzung beim Hersteller Johnson & Johnson wieder die Erfahrung gemacht habe, dass nicht alle bestellten Impfstoffmengen geliefert würden.

„Wenn wir etwas überzählig haben, werden wir das weitergeben“, sagte Merkel mit Blick vor allem auf das vierte Quartal, wenn mehr Impfstoff von den Firmen geliefert werden solle, als für die Impfungen der Menschen in Deutschland nötig ist. Die Bundesregierung wolle ausdrücklich, dass Impfstoffe künftig auch in Afrika produziert würden. Sie freue sich deshalb, dass das deutsche Unternehmen Biontech dazu bereits die Initiative ergriffen habe. (Quelle: TSP, 13.06.21)


G7 will bei Suche nach Ursprung des Coronavirus nicht locker lassen

Die großen Industrienationen (G7) wollen bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus nicht locker lassen. In der Abschlusserklärung des G7-Gipfels im englischen Carbis Bay wurde am Sonntag eine „zeitnahe, transparente, von Experten geführte und wissenschaftlich basierte Studie“ gefordert. Die Ermittlungen sollen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als zweite Phase der ersten Ermittlungen im Januar und Februar in China organisiert werden.

Die Studie soll wie von den beteiligten Experten empfohlen auch in China stattfinden, heißt es im Text. Diese Formulierung scheint zumindest die Möglichkeit einzuschließen, wie von China gefordert, zusätzlich auch noch anderswo zu ermitteln. Mit dieser Forderung will Peking seine These untermauern, dass das Virus nicht unbedingt aus China stammt, sondern auch aus dem Ausland gekommen sein könnte. Dahinter steckt die Sorge, für die Pandemie angeprangert zu werden. ((Quelle: TSP, 13.06.21)


Experten erwarten vermehrte Hackerangriffe

15.00 Uhr: Experten für Cybersicherheit gehen wegen der Pandemie von vermehrten Hackerangriffen in Deutschland und Europa aus. Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, sagt der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«, der Digitalisierungsschub habe die Bedrohungslage verändert. »Viele Unternehmen mussten in kürzester Zeit Homeoffice ermöglichen. Dabei ist viel digitalisiert worden in der Hoffnung, dass erst einmal alles funktioniert.«

Die Informationssicherheit sei dabei oftmals »vernachlässigt worden«. Analysten befürchten vor allem sogenannte Ransomware-Angriffe, bei denen Hacker massenhaft Daten von Firmen stehlen und sie anschließend verschlüsseln, um Lösegeld zu erpressen. In den vergangenen Monaten haben solche Attacken Firmen auf der ganzen Welt lahmgelegt, in Amerika zum Beispiel einen Pipeline-Betreiber.


Auto-Verlosung für Impfwillige in Moskau

Angesichts drastisch steigender Corona-Zahlen in der russischen Hauptstadt Moskau wollen die Behörden mehr Anreize für eine Impfung schaffen. Bis Mitte Juli werden unter Leuten, die sich erstmals impfen lassen, jede Woche fünf Autos verlost, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntag in seinem Blog schrieb. „Der Hauptgewinn für diejenigen, die sich impfen lassen, ist natürlich nicht mit einem Auto gleichzusetzen – es ist Ihre eigene Gesundheit.“ Für ältere Menschen in Moskau gibt es bereits Geschenkgutscheine nach einer Immunisierung.

Am Sonntag meldeten die Behörden rund 7700 Neuinfektionen in der 12-Millionen-Einwohner-Metropole – so viele wie seit Ende Dezember nicht mehr. In Europas größter Stadt gelten deshalb wieder Beschränkungen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Sobjanin ordnete arbeitsfreie Tage bis zum kommenden Sonntag an. Zudem müssen öffentliche Spielplätze schließen. Restaurants und Clubs dürfen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr keine Gäste mehr empfangen. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Delmenhorst bleibt Schlusslicht

Die Stadt Delmenhorst hat weiterhin die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen. Am Sonntag stieg der Wert nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von rund 37 auf 40. Alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte liegen mittlerweile unter dem Grenzwert von 35. Am besten ist die Lage im Landkreis Wesermarsch mit einer Inzidenz von Null. Im landesweiten Durchschnitt ist der Wert unter 10 gesunken. Laut RKI wurden binnen einer Woche 9,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. (Quelle: NDR, 13.06.21)


Entwicklungsorganisationen fordern Klarheit über Impfspenden der G7

Entwicklungsorganisationen haben „mehr Klarheit“ über die versprochenen Impfstoffspenden der G7 für ärmere Länder gefordert. Auf dem Gipfel der großen Industrienationen (G7) im englischen Carbis Bay sprach Romilly Greenhill von der Organisation One am Sonntag von einem „geheimnisvollen Nebel“, der die genannten Zahlen umhülle. „Die Welt muss einen klaren Fahrplan sehen.“

Fraglich sei, wo die Impfstoffe herkommen sollen. Auch sei unklar, was wirklich neu oder von früheren Zusagen erneuert worden sei. So hatte Gastgeber Großbritannien von einer Milliarde Impfspenden bis Ende nächsten Jahres gesprochen – Kanzlerin Angela Merkel eher vage von der Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen.

Greenhill fragte auch, wie die G7 die Versorgungskrise durch den Exportstopp Indiens auffangen wolle, das als Hauptlieferant für die Impfplattform Covax dienen sollte. Wegen der schweren Infektionswelle im eigenen Land hatte Neu Delhi im April die Ausfuhren eingestellt.

Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiierte Impfprogramm Covax hatte bis Sonntag erst 83 Millionen Impfdosen an 131 Länder ausgeliefert. Geplant war deutlich mehr. Das liegt nicht nur am Exportstopp Indiens, sondern auch daran, dass die reichen Länder den Impfstoff zum Großteil zunächst für sich selbst aufgekauft haben. So ist das dringendste Problem der Mangel an Impfstoff. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Grafschafter Zahlen

Vier Neuinfektionen mit dem Coronavirus gibt es am Sonntag in der Grafschaft Bentheim. Das geht aus der Corona-Statistik des Landkreises, dem sogenannten Dashboard, hervor. Das Robert-Koch-Institut beziffert den Sieben-Tage-Inzidenzwert auf 18,2 am Sonntag. Am Freitag und am Sonnabend lag dieser Wert noch bei 19.0. Am Sonntag befinden sich 205 Bürger in Quarantäne.
Die Zahl der bekannt gewordenen Covid-19-Fälle ist seit Beginn der Pandemie auf 5345 gestiegen. Als genesen gelten 5162 Grafschafter, das sind sieben mehr als noch am Samstag. Insgesamt sind dem Landkreis aktuell 61 Infektionen bekannt. In Zusammenhang mit dem Virus werden weiterhin 122 Todesfälle genannt.

42 (-2) der aktuell 61 Infektionen im Landkreis verzeichnet die Stadt Nordhorn.


Euro2020: Portugals Cancelo positiv getestet

Der portugiesische Verteidiger Joao Cancelo ist kurz vor dem EM-Debüt der Mannschaft von Superstar Cristiano Ronaldo am Dienstag gegen Ungarn positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dem 27-Jährigen, der bei Manchester City unter Vertrag steht, gehe es soweit gut und er habe sich in Budapest in Isolation begeben, teilte der portugiesische Fußballverband FPF am Sonntag mit. Für Cancelo rücke U21-Nationalspieler Diogo Dalot (22) vom AC Mailand nach. Vier Tage nach dem Spiel gegen Ungarn ist Deutschland in München (18 Uhr) Gegner der „Selecao“. (Quelle: ZDF, 13.06.21)



Emsland-Zahlen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts beträgt die heutige Anzahl der Gesamtinfizierten 12.634. Das sind acht Infektionen mehr als gestern. Die 7-Tagesinzidenz im Emsland liegt damit bei 9,5 (8,3 gestern). Ob diese Anzahl bestätigt wird, kann -wie im Emsland üblich- erst am Montag mitgeteilt werden. Erst dann teilt die Krisverwaltung der eigenen Bevölkerung die Corona-Zahlen mit. (Quelle: ER, 12.06.21)


Niedersachsen und Corona

Nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist die Sieben-Tage-Inzidenz nun auch in Niedersachsen unter die Marke von zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gefallen. Wie aus Daten des Landesgesundheitsministeriums hervorgeht, beträgt der aktuelle Wert 9,9 (Vortag: 10,4 / Vorwoche: 17,6). Demnach wurden seit gestern landesweit 87 neue Fälle laborbestätigt. Gestern waren es 78, vor einer Woche 128. Zwei weitere Infizierte starben in Niedersachsen, die Gesamtzahl liegt nun bei 5.699 Verstorbenen. Auch heute reißt nur eine Kommune landesweit die 35er-Inzidenzmarke: die kreisfreie Stadt Delmenhorst. Der Wert beträgt dort 40,0. (Quelle: NDR, 13.06.21)


Geldbuße für Bolsonaro

Weil er ohne Mund-Nasen-Schutz an einem Motorrad-Korso teilnahm, muss Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro knapp 90 Euro zahlen. Die Behörden in São Paulo verhängten die Strafe, nachdem Bolsonaro dort am Samstag mit einem Helm ohne Visier tausende Teilnehmer des Korsos „Lasst uns Gas geben für Christus“ anführte. Auch sein Sohn Eduardo und Infrastrukturminister Tarcisio Gomes müssen jeweils knapp 90 Euro zahlen, weil sie wie Bolsonaro keine Masken trugen und bei der anschließenden Kundgebung die Abstandsregeln nicht einhielten. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Studie – Hohe Impfquote mindert Corona-Risiko für junge Ungeimpfte

Eine hohe Impfquote im Land kann offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern, sich mit Corona anzustecken. Das zeigen Gesundheitsdaten aus Israel, die im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt werden. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet – im Mittel halbierte sich der Anteil positiv Getesteter in der noch ungeimpften Bevölkerung mit jedem Anstieg um 20 Prozentpunkte beim Anteil Geimpfter.

Die Daten stützen die Hoffnung, dass die Kinder in Deutschland im Herbst vor größeren Ansteckungswellen geschützt sein könnten, wenn bis dahin ein Großteil der Erwachsenen den vollen Impfschutz hat. Die Forscher merken allerdings an, dass bei den Ergebnissen die Möglichkeit einer natürlich erworbenen Immunität gegen Corona – also durch überstandene Infektion – bei den unter 16-Jährigen nicht berücksichtigt wurde. Zudem habe es zeitweise Lockdown-Maßnahmen gegeben, deren Einfluss auf das Infektionsgeschehen in der Auswertung nicht berücksichtigt sei. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Justizministerin Lambrecht: Maskenpflicht auf Verhältnismäßigkeit überprüfen

Angesichts der abflauenden Coronavirus-Pandemie fordert Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Länder auf, die weitere Fortdauer der Maskenpflicht zu überprüfen. Die Länder müssten klären, „ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“, sagte die SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“. „Das gilt auch für die Schulen, denn Schülerinnen und Schüler sind von der Maskenpflicht besonders betroffen.“

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) forderte ein komplettes Ende der Maskenpflicht. „Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken. Die allgemeine Maskenpflicht müsste daher bei strenger Auslegung des Infektionsschutzgesetzes aufgehoben werden, erst recht draußen“, sagt Kubicki dem Blatt. Die Landesregierungen müssten jetzt zügig ihre Verordnungen ändern, sonst werden sie bald von den Verwaltungsgerichten gezwungen. Der Staat solle lieber eine Informationskampagne aufsetzen, die erklärt, wie sich Menschen in U-Bahnen und Menschenansammlungen mit Masken schützen können. „Die Eigenverantwortung der Menschen muss wieder zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens werden – nicht die ständige Vorgabe von Verhaltensregeln durch den Staat.“

In Dänemark wird ab diesem Montag die Pflicht zum Tragen einer Maske für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr – dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1489 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.58 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 17,3 an (Vortag: 18,3; Vorwoche: 24,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 18 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 74 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.714.969 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.576.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.834 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,85 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 13.06.21)


Warum 75 Millionen Impfstoffdosen wegzuwerfen sind

Über die Kontamination von Impfstoff in der Emergent BioSolutions Vakzinefabrik im Südosten von Baltimore (Maryland) hat die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) jetzt Einzelheiten veröffentlicht. Insgesamt sind durch die Produktionsfehler 75 Millionen Dosen des von Johnson & Johnson entwickelten Coronavirus-Impfstoffs unbrauchbar geworden. Das Unternehmen konnte danach wochenlang einen Vorbereitungsbereich für Impfstoffbestandteile nicht steril abriegeln, weil es den Transport von Produktionsabfällen durch den Bereich zuließ, teilte die Food and Drug Administration in einem Memorandum nach Analyse des Betriebs mite.

Das Memo, das am späten Freitag (Ortszeit) auf der FDA-Website veröffentlicht wurde, bietet die bisher umfassendste Erklärung dafür, warum die Aufsichtsbehörden sicher sind, dass Dutzende Millionen Dosen des in dieser Fabrik hergestellten Impfstoffs von Johnson & Johnson verworfen werden müssen.

Die DA-Behörde riet Johnson & Johnson riet Johnson & Johnson am Freitag, 60 Millionen Dosen sofort wegzuwerfen. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der Dosen auf 75 Millionen, die aufgrund einer Kontamination bei Johnson & Johnsons Subunternehmer nicht verwendet werden können.

Die Fabrik zur Herstellung von Impfstoffen war vor zwei Monaten geschlossen, während die Aufsichtsbehörden die Ursache der Kontamination ermittelteten und ob es sicher ist, die Anlage wieder zu öffnen.

In dem FDA-Bericht heißt es, dass Emergent es versäumt habe, Zonen, in denen die von Johnson & Johnson und AstraZeneca entwickelten Impfstoffe produzierten, ordnungsgemäß voneinander zu trennen, um eine Kreuzkontamination zu verhindern, die die jeweiligen Dosen unsicher oder unwirksam machen könnte. Es wurde von Dr. Peter Marks, dem führenden Impfstoffregulator der F.D.A., geschrieben und an Johnson & Johnson zugestellt. (Quelle: NYT, 12.06.21)


Delta-Variante: Schwerere Krankheitsverläufe in China bei Infektionen

Ärzte im Südosten Chinas berichten von schwereren Krankheitsverläufen bei Patienten, die sich mit der Delta-Variante des Coronavirus infiziert haben, im Vergleich zur Ursprungsvariante. Das berichtet die „New York Times„. Die Patienten würden kränker und ihr Zustand verschlechtere sich viel schneller. Das hätten Ärzte am Donnerstag und Freitag dem staatlichen Fernsehen in China gesagt. Die Viruskonzentrationen im Körper steige auf höhere Werte als bisher und sinke dann nur langsam.

Bis zu 12 Prozent der Patienten werden innerhalb von drei bis vier Tagen nach Einsetzen der Symptome schwer oder sehr schwer krank, zitiert die Zeitung den Direktor der Intensivmedizin an der Sun Yat-sen-Universität in der Stadt Guangzhou, wo sich der Ausbruch konzentriert habe. In der Vergangenheit habe der Anteil 2 oder 3 Prozent betragen, gelegentlich aber auch bis zu 10 Prozent.

Die WHO hatte einen Strang der zuerst in Indien entdeckten Corona-Variante B.1.617, nämlich die Unterlinie Delta, als „besorgniserregend“ eingestuft. Bei den beiden weiteren Strängen der Mutante sei ein geringeres Ansteckungsrisiko beobachtet worden. Die Variante B.1.617 wird wegen ihrer Zersplitterung in drei Stränge auch als Dreifach-Mutante bezeichnet.

In Untersuchungen sei deutlich geworden, dass mit der als Delta bekannten Unterlinie B.1.617.2 ein höheres Risiko für die Allgemeinheit verbunden ist. (Quelle: TSP, NYT, 12.06.21)


USA melden mehr als zwei Millionen Flugpassagiere pro Tag

In den USA erholt sich die Luftfahrtbranche wieder von den Folgen der Corona-Pandemie. Wie die US-Transportsicherheitsbehörde TSA bekannt gab, passierten am Tag zuvor, dem 11. Juni, 2,03 Millionen die Sicherheitskontrollen an den US-Flughäfen.

Es war das erste Mal seit März 2020, das die Zwei-Millionen-Marke überschritten wurde. Seit in den USA ab dem Frühjahr immer mehr Menschen geimpft wurden, zogen auch die Flugbuchungen an. 2020 waren am 11. Juni 1,5 Millionen Menschen weniger geflogen. 2019 waren es aber noch um rund ein Viertel mehr gewesen als an diesem Freitag. (Quelle: WDR, 12.06.21)


Frankreich: 30 Millionen Menschen mindestens ein Mal geimpft

Frankreich hat die symbolisch bedeutsame Schwelle von 30 Millionen Menschen mit mindestens einer Corona-Impfung überschritten. „Ziel erreicht! Danke an alle, die für die Impfungen mobil machen“, erklärte Premierminister Jean Castex auf Twitter. Das Ziel, 30 Millionen der insgesamt rund 67 Millionen Bürger mindestens eine Corona-Impfspritze zu verabreichen, hatte sich die Regierung in Paris für Mitte Juni gesetzt.
(Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Merkel: G7-Gruppe will Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen

Deutschland und die anderen G7-Staaten wollen nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2022 die Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer ermöglichen. Die G7-Gruppe habe eine globale Verantwortung, sagte Merkel laut der Nachrichtenagentur dpa am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Carbis Bay. Ein finaler Beschluss des Gipfels liegt aber noch nicht vor.

Unklar ist auch, wie sich die Verteilung der 2,3 Milliarden Dosen zusammensetzt. Als möglich gilt, dass es sich teils um Spenden handelt, aber auch die Finanzierung von Impfstoffen und der Aufbau von Produktionsstätten in die Berechnung mit einfließen. Zuvor war eine Impfstoffspende der G7-Gruppe von mindestens einer Milliarde Dosen im Gespräch. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


6,5 Millionen J&J-Impfdosen weniger für Deutschland

Nach einer Panne in einem Impfstoff-Werk im Johnson & Johnson Produktionsstätte in Baltimore (USA) muss Deutschland auf einen Großteil der von Johnson & Johnson zugesagten Lieferungen vorerst verzichten. Das Pharmaunternehmen werde im zweiten Quartal etwa 6,5 Millionen Impfdosen weniger liefern als geplant, teilte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums mit. „Das ist bedauerlich, denn jede Impfdose zählt. Daher erwarten wir von Johnson & Johnson, dass diese Menge im Juli schnellstmöglich nachgeliefert wird.“ Ursprünglich sollten im laufenden Quartal 10,1 Millionen Dosen des Impfstoffs in Deutschland eintreffen.

Mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen sind nach Medienangaben wegen einer möglichen Kontamination unbrauchbar, hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA bereits am Freitag mitgeteilt. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass 60 Millionen Impfdosen betroffen seien. Kanada kündigte am Samstag einen Auslieferungsstopp für 300.000 betroffene Impfdosen an.(Quelle: Tagesschau, TSOP, 12.06.21)


Bischof in Peru stirbt an Covid-19

In Peru ist erstmals ein amtierender Bischof an Covid-19 gestorben. Der 74 Jahre alte Ivo Baldi Gaburri erlag nach zweiwöchiger Behandlung im Krankenhaus den Folgen einer Corona-Infektion. Der gebürtige Italiener hat die Diözese nördlich der Hauptstadt Lima seit 2008 geleitet. Die peruanischen Bischöfe reagierten „mit großer Trauer“ auf die Todesnachricht und baten um Gebete für den Verstorbenen. Auch in Italien bekundeten Kirchenvertreter ihre Anteilnahme. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Berlin: Impfärztin soll Blanko-Impfausweise ausgestellt haben

Die Berliner Polizei ermittelt gegen eine Berliner Impfärztin wegen Betrugsverdachts. Sie soll im Impfzentrum Arena in Treptow neben ihrer regulären Tätigkeit mehrere Blanko-Impfausweise mit Stempel und Chargen-Aufklebern versehen haben. Das sagte eine Polizeisprecherin dem RBB. Die Ärztin sei vor Ort festgenommen und nach der Feststellung ihrer Personalien vor Ort wieder entlassen worden. (Quelle: TSP, 12.06.21)


Arbeitsfreie Woche in Moskau angeordnet – Fanmeile bleibt

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Fallzahlen hat Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin eine arbeitsfreie Woche angeordnet. In der vergangenen Woche habe sich die Corona-Lage „deutlich verschlechtert“, teilte Sobjanin mit. Um den Anstieg der Fallzahlen zu bremsen und „Menschenleben zu retten“, habe er daher angeordnet, dass in der kommenden Woche in Moskau nicht gearbeitet werden soll – auch nicht im Homeoffice, erklärte Sobjanin. Der kommende Montag ist in Russland wegen eines Feiertags ohnehin kein Werktag. Das Dekret betrifft alle Beschäftigten in der Zwölf-Millionen-Metropole, ausgenommen sind systemrelevante Tätigkeiten. Die Betroffenen sollen weiter ihren Lohn erhalten.

Die Fanmeile zur Fußball-Europameisterschaft ist von der Lockdown-Maßnahme aber nicht betroffen. Auf ihr werde wie geplant weitergearbeitet, teilten die Behörden der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge am Samstag mit. Dort sei ohnehin die Anzahl der Menschen auf 5.000 begrenzt. Hineingelassen werde nur, wer sich vorher online angemeldet hat. Die Zuschauer müssten zudem Masken tragen und Abstand halten. Außerdem werde am Eingang die Temperatur gemessen. (Quelle: ARD/TSP, 12.06.21)


Fünf Millionen Infektionen in Afrika

Die Zahl der Corona-Infektionen in Afrika hat die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Bislang wurden nach Angaben staatlicher Stellen von 54 Ländern 5.008.656 Ansteckungen registriert. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass dies nur ein Bruchteil der wirklichen Infektionen ist – Experten gehen in den meisten armen Ländern Afrikas von einer extrem hohen Dunkelziffer aus. Afrika ist inzwischen der einzige Kontinent, auf dem die Corona-Pandemie noch zunimmt. Derzeit steigt die Zahl der wöchentlichen Infektionen um rund 30 Prozent. Insgesamt starben in Afrika offiziell mehr als 134.000 Menschen, ihre Zahl stieg in dieser Woche um 16 Prozent. Besonders betroffen sind Ägypten, Südafrika, Tunesien, Uganda und Sambia. (Quelle: ARD, 12.06.21)


Putin zeichnet Impfstoff-Entwickler aus

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Entwickler des russischen Impfstoffs Sputnik V ausgezeichnet. Der Impfstoff wurde vor zehn Monaten als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben. „Als die Menschen auf der ganzen Welt darauf gewartet haben, dass Wissenschaftler sie vor der Coronavirus-Pandemie retten, haben das unsere Forscher geschafft“, sagte Putin bei der Ehrung. Weil der Wirkstoff vor Abschluss wichtiger Tests auf den Markt kam, sind viele Russen skeptisch und lehnen eine Impfung ab. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Premier Johnson hat Zweifel an kompletter Lockerung zum 21. Juni

Der britische Premierminister Boris Johnson hat Zweifel an der für den 21. Juni geplanten Aufhebung aller restlichen Corona-Beschränkungen in England erkennen lassen. Auf die Frage, ob er nun weniger optimistisch sei als noch Ende Mai, sagte Johnson dem Sender Sky News: „Ja, das ist sicherlich angemessen.“ Die Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante des Virus sei sehr beunruhigend. Diese Variante werde leichter übertragen. Es stimme auch, dass Fallzahlen und Zahl der Krankenhausaufenthalte stiegen. Inwieweit sich das auf die Zahl der Todesopfer auswirke, lasse sich noch nicht sagen. Johnson will am Montag bekanntgeben, wie sein weiterer Fahrplan aussieht. Es wird vermutet, dass Johnson einen Aufschub um bis zu vier Wochen verkünden wird. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Saudi-Arabien erlaubt nur 60.000 Pilger zur Hadsch

Aus Angst vor der Ausbreitung neuer Varianten des Coronavirus schränkt Saudi-Arabien die Zahl der Pilger bei der muslimischen Wallfahrt Hadsch erneut ein. In diesem Jahr dürften daran lediglich 60.000 Gläubige teilnehmen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Die Wallfahrt wird zudem nur Gläubigen erlaubt, die im Königreich leben. Aus anderen Ländern darf also niemand einreisen. Die Pilger müssen zudem geimpft und zwischen 18 und 65 Jahre alt sein. 2019 hatten sich mehr als zwei Millionen Muslime an der Wallfahrt beteiligt. Die meisten kamen aus dem Ausland. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


FDP kündigt Corona-Untersuchungsausschuss an

Die FDP will einen Bundestagsuntersuchungsausschuss zum Corona-Management der Regierung nach der Bundestagswahl beantragen. „Es bedarf einer parlamentarischen Aufarbeitung dazu nach der Wahl“, sagte der Vize-Vorsitzende der Liberalen, Wolfgang Kubicki. „Das war die Ankündigung eines Untersuchungsausschusses.“ Kubicki kritisierte unter anderem den Einkauf „untauglicher Masken“ durch das Ministerium von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Auch die Teststrategie und die Behauptung, die Intensivstationen seien bundesweit wegen der Pandemie an der Belastungsgrenze gewesen, seien zu untersuchen. (Quelle: ARD, 12.06.21)


Russland: 18 Millionen Menschen geimpft

In Russland sind bislang 18 Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft. Das teilte Präsident Wladimir Putin der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Die Gesamtbevölkerung beläuft sich auf etwa 144 Millionen. Die Zahl der Positiv-Tests ist im Land in der vergangenen Woche deutlich angestiegen.

Aus Sorge vor weiter steigenden Corona-Zahlen verhängte die Stadt Moskau neue Beschränkungen. Am Samstag meldeten die Behörden 6.700 Neuinfektionen – der höchste in diesem Jahr gemessene Wert binnen eines Tages. Bürgermeister Sergej Sobjanin erwartet den Höhepunkt spätestens im Juli. Auf eine solche Situation müsse in der 12-Millionen-Einwohner-Metropole reagiert werden, sagte er. Die kommende Woche solle deshalb für arbeitsfrei erklärt werden. Zudem müssten Bars, Restaurants und Diskotheken um 23.00 Uhr schließen. In Parks würden etwa Spiel- und Sportplätze geschlossen. (Quelle: ZDF, 12.06.21)


Betriebsärzte bekommen zweiten Impfstoff

Für die Corona-Impfungen über Betriebsärzte soll erstmals das Präparat von Johnson & Johnson als zweiter Impfstoff zur Verfügung stehen. In der Woche ab 21. Juni sollen 192.000 Dosen davon geliefert werden, so das Bundesgesundheitsministerium. Hinzu kommen 602.550 Dosen von BioNTech, so dass insgesamt 794.550 Dosen zusammenkommen.

Hinzu kommen dann 602 550 Dosen von Biontech, so dass insgesamt 794 550 Dosen zusammenkommen. Zum Start hatten die Betriebsärzte in der ersten Woche ab 7. Juni zunächst 702 000 Dosen von Biontech bekommen, in der kommenden Woche ab 14. Juni sollen es 602 550 sein.

Die Arztpraxen sollen in der Woche vom 21. Juni rund 3,3 Millionen Impfdosen erhalten, nämlich 2,84 Millionen Dosen von Biontech und 504 000 von Astrazeneca. Die Länder sollen nach neuen Lieferdaten noch im Juni rund 700 000 Dosen mehr für die Impfzentren bekommen als zunächst geplant, wie es vom Gesundheitsministerium weiter hieß. In der kommenden Woche seien es 400 000 Dosen von Astrazeneca extra. Mehrere Länder wollten dies für Erstimpfungen verwenden. (dpa)

(Quelle: TSP, 12.06.21)


Vier Fälle mit Delta-Variante in Straßburg festgestellt

Nach der Entdeckung eines Clusters der Delta-Variante des Coronavirus im ostfranzösischen Straßburg will die Gesundheitsbehörde rasch handeln. An der Hochschule für Kunst und Musik wurden vier Fälle der zunächst in Indien aufgetretenen Virus-Variante festgestellt, erklärte die Behörde. 43 Kontaktfälle werden den Angaben zufolge derzeit untersucht. Ein Aktionsplan der Gesundheitsbehörde sieht unter anderem eine gezielte Impfaktion am Wochenende vor. Die betroffene Hochschule wurde geschlossen. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim liegt heute laut Robert Koch-Institut, wie schon am Freitag, am Samstag weiterhin bei 19,0. Das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Dort werden am Samstag sechs Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. In Quarantäne befinden sich derzeit 208 Personen. Seit Beginn der Pandemie sind in der Grafschaft 5341 Covid-19-Fälle bestätigt worden. Als genesen gelten 5155 Grafschafter. In Zusammenhang mit dem Virus werden weiterhin 122 Todesfälle genannt.

Von den aktuell 64 Infektionen entfallen 44 (+1) auf Nordhorn. (Quelle: GN, 12.06.21)


Emsland-Zahlen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts beträgt die heutige Anzahl der Gesamtinfizierten 12.626. Das ist lediglich eine Infektion mehr als gestern. Die 7-Tagesinzidenz im Emsland liegt damit bei 8,3. Ob diese Anzahl bestätigt wird, kann leider erst am Montag mitgeteilt werden. Dann wird der Landkreis erneut aktuelle Zahlen bekannt geben. (Quelle: Nordnews, 12.06.21)



Buchungsportal: Flugreisen und Mietwagen deutlich teurer

Reisende, die es nach der Corona-Zwangspause in die Ferne zieht, müssen in vielen Fällen mit steigenden Preisen kalkulieren. Einer Auswertung des Buchungsportals Check24 zufolge kosteten Hin- und Rückflug für die zehn am häufigsten im Mai gebuchten Ziele im Schnitt 16 Prozent mehr als 2019. Besonders stark zogen demzufolge die Preise für Flüge in die Niederlande (plus 114 Prozent), in die Schweiz (101 Prozent) und nach Österreich (81 Prozent) an. Aber auch bei Verbindungen zum Beispiel nach Spanien schlugen Fluggesellschaften im Schnitt 22 Prozent auf.

„Ein Hauptgrund für die steigenden Flugpreise ist, dass die Fluggesellschaften in der Corona-Pandemie vorsichtiger geplant haben“, erklärte Sebastian Sager, Geschäftsführer Flüge bei Check24. „Dadurch stehen generell geringere Kapazitäten zur Verfügung als in den Vorjahren. Gleichzeitig sind Anbieter bei steigender Nachfrage weniger gezwungen, Rabatte zu gewähren.“ (Quelle ZDF, 12.06.21)


Impfzentren sollen nach und nach geschlossen werden

Bis Ende September soll ein großer Teil der Corona-Impfzentren geschlossen werden. Noch ist aber offen, ob womöglich einzelne Impfstraßen weiter betrieben werden, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Gesundheitsministerien der Länder ergab. Eine einheitliche Regelung ist nicht in Sicht. Hintergrund ist, dass der Bund ab Ende September die finanzielle Unterstützung der Impfzentren einstellt.

Eher unwahrscheinlich erscheint dabei, dass sämtliche Impfzentren ab September geschlossen werden. In Berlin rechnet man damit, dass im August über 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger eine Erstimpfung haben. „Vor diesem Hintergrund werden die Impfzentren schrittweise geschlossen, das letzte zum 30. September“, heißt es. Aber: Sollte es Erkenntnisse geben, die den Betrieb nötig erscheinen lassen, so könne ein Impfzentrum auch weiter betrieben werden.

Aus Bayern ist zu hören, dass die Frage nach einer möglichen Fortsetzung der Immunisierung in den Impfstraßen noch „Gegenstand der Abstimmungen von Bund und Ländern ist“. Eine Entscheidung sei aktuell nicht abzusehen. Das hänge von vielen Faktoren ab, etwa dem Impffortschritt und der möglichen Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen.

Auch Rheinland-Pfalz hält sich den Weiterbetrieb offen: „Aus Sicht unseres Hauses sind die Impfzentren ein bewährter Baustein der Impfstrategie, den wir nicht ohne Not frühzeitig aufgeben wollen.“ Bevor diese Struktur abgeschafft werde, müsse klar sein, wie die Impfkampagne ohne diesen Baustein möglichst effektiv fortgesetzt werden könne. Hessen hat dagegen beschlossen, alle Impfzentren ab September zu schließen. Dann sollen Hausärzte und Betriebsmediziner die Immunisierungen fortsetzen. (Quelle: TSP, 12.06.21)


EMA-Chefin fordert weltweiten Zugang zu Corona-Impfstoffen

Die Chefin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), Emer Cooke, hat die weltweite Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen gefordert. „Ich glaube wirklich, dass wir (…) den Zugang auf der ganzen Welt sicherstellen müssen, nicht nur in den Ländern, die die Mittel haben, dafür zu bezahlen“, sagte Cooke der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt sehe sie Europa und die Welt auf einem guten Weg, neue Varianten des Coronavirus könnten allerdings noch Probleme bereiten.

Insbesondere die Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde, bereitet derzeit Sorge. „Bis jetzt sind wir zuversichtlich, dass die zirkulierenden Varianten durch die Impfstoffe kontrolliert werden“, sagte Cooke. „Aber das kann sich sehr schnell ändern“. Die EMA arbeitet demnach mit den Impfstoffherstellern zusammen, um sicherzustellen, dass sie ihre Impfstoffe bei Bedarf an neue Varianten anpassen können. (Quelle: ZEIT, 12.06.21)


Sinkende Neuinfektionszahlen in Indien

Indien hat binnen 24 Stunden 84.332 Neuinfektionen verzeichnet. Das ist in dem stark von der Pandemie betroffenen Land der niedrigste Wert seit mehr als zwei Monaten, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Insgesamt wurden bislang mehr als 29 Millionen Ansteckungen nachgewiesen. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg zuletzt um 4002 auf 367.081. Experten zufolge dürfte die Dunkelziffer allerdings weitaus höher sein.(Quelle: ARD, 12.06.21)


Bundesländer bereiten Aus für Impfzentren vor

Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur epd unter den Gesundheitsministerien der Länder soll bis Ende September ein großer Teil der Impfzentren geschlossen werden. Hintergrund ist, dass der Bund dann die finanzielle Unterstützung der Impfzentren einstellt. Laut epd sei aber noch offen, ob womöglich einzelne Impfstraßen weiter betrieben werden. Eine einheitliche Regelung zum Vorgehen der Länder sei nicht in Sicht. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Studie: Hohe Impfquote mindert Risiko für junge Ungeimpfte

Eine hohe Impfquote im Land kann offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern, sich mit Corona anzustecken. Das zeigen Gesundheitsdaten aus Israel, die im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt werden. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet – im Mittel halbierte sich der Anteil positiv Getesteter in der noch ungeimpften Bevölkerung mit jedem Anstieg um 20 Prozentpunkte beim Anteil Geimpfter. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Städtetag betont Bedeutung der Impfzentren

Die Corona-Impfzentren sollten aus Sicht des Deutschen Städtetags längerfristig weiter betrieben werden. „Bei dem zu erwartenden Andrang sind die Impfzentren mit ihren großen Kapazitäten, etwa in Messehallen, zu wichtig, um sie einfach abzuwickeln“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Passauer Neuen Presse“ mit Blick auf steigende Impfstofflieferungen. „Außerdem starten aus den Impfzentren die mobilen Impfteams in Pflegeeinrichtungen und soziale Brennpunkte. Wir brauchen leistungsstarke Strukturen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei.“

Der Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt argumentierte hingegen mit zu hohen Kosten. Es sei „mehr als fraglich, Strukturen aufrechtzuerhalten, von denen man immer wieder hört, dass die Kosten pro Impfung etwa zehnmal so teuer sind wie in den Praxen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Anstatt die Impfzentren künstlich am Leben zu erhalten, sollte die Politik ihre Energie lieber in eine sinnvolle Planung der Impfstoffbereitstellung für die Auffrischungsimpfungen stecken.“(Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Corona und Niedersachsen

Am Samstag, 12. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 78 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.697. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.120 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 10,8 Fälle je 100.000 Einwohner (11,1 am Vortag). (Quelle: ER, 12.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2294 Corona-Neuinfektionen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 18,3 an (Vortag: 18,6; Vorwoche: 26,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 129 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 122 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.713.480 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.573.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.816 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,83 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 12.06.21)


Bund liefert Schrottmasken nach Niedersachsen

Bei den Schutzmasken-Lieferungen des Bundes nach Niedersachsen hat die Landesregierung 17 Millionen Exemplare aussortiert. Darunter sind rund fünf Millionen FFP2-Masken.

Bei stichprobenartigen Prüfungen sei aufgefallen, dass viele der Unterlagen weder korrekt noch korrekt zugeordnet waren, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover dem NDR in Niedersachsen sagte. Zuletzt habe dies im April dieses Jahres vier Millionen Masken betroffen. Auch das Bundesgesundheitsministerium hätte die Prüfunterlagen nicht nachliefern können, sagte Sprecher Oliver Grimm weiter. Die insgesamt 17 Millionen Masken sollen zurückgeschickt werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte Medienberichten zufolge Hunderte Millionen Masken in einem Schnellverfahren testen lassen, das nach Ansicht des Bundesarbeitsministeriums nicht ausreichte, um die Masken zu verteilen. Nach Informationen des NDR haben auch andere Bundesländer Mängel an Masken festgestellt, die der Bund ausgeliefert hatte. Ministeriumssprecher Grimm zufolge hat das Land auch selbst Masken bestellt und eingekauft, die im Zweifel vom TÜV Nord technisch geprüft worden seien. (Quelle: NDR, 11.06.21)


Großbritannien verschiebt Lockerungen wegen Delta-Variante

Angesichts eines starken Anstiegs von neuen Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus will der britische Premierminister Boris Johnson einer Zeitung zufolge die Einschränkungen im Land verlängern. Diese sollten nicht am 2