USA: Fauci warnt vor rasantem Infektionsanstieg Der führende US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci hat vor einem massiven Anstieg der Coronavirus-Infektionen gewarnt. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA könne von derzeit mehr als 40.000 auf 100.000 ansteigen, sagte Fauci am Dienstag bei einer Anhörung im US-Kongress. „Ich bin sehr besorgt und ich bin nicht zufrieden mit dem, was passiert, weil wir in die falsche Richtung gehen“, sagte Fauci. Mit Blick auf das Emporschnellen der Infektionszahlen in zahlreichen US-Bundesstaaten sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten: „Ich wäre nicht überrascht, wenn wir 100.000 pro Tag erreichen, wenn sich das (der Trend) nicht umkehrt. Deswegen bin ich sehr besorgt.“ Der angesehene Spezialist für Infektionskrankheiten hatte bereits vergangene Woche gewarnt, die USA hätten „in bestimmten Gebieten ein ernstes Problem“. Das Mitglied der Coronavirus-Taskforce der US-Regierung kritisierte nun unter anderem jüngere Menschen, die mit einem „gefährlichen“ Verhalten zur Ausbreitung des Virus beitrügen – etwa, in dem sie in volle Bars gingen, keine Schutzmasken trügen und die Abstandsregeln nicht einhielten. (Foto: Anthony Fauci CC im Archiv vom 19.06.20, Text: TSP, 30.06.20)


Niederlande – Zahlen Sechs weitere Menschen starben an dem Coronavirus. Die Zahl der Todesopfer ist somit auf 6113 gestiegen. Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) hat die Todesfälle in den letzten 24 Stunden erhalten. Dienstags ist die Zahl der Todesfälle häufig etwas höher als an anderen Tagen, da das RIVM erst dann die Todesfälle vom Wochenende erfährt. Zwei Menschen starben letzten Freitag und zwei am Samstag und einer am Montag verstorben ist. Die sechste Person starb bereits am 18. April, dies wurde jedoch erst jetzt bei RIVM bekannt. Das Institut hat heute zuletzt ein tägliches Update veröffentlicht. Von nun an meldet RIVM nur noch dienstags die Zahlen der letzten sieben Tage. Drei Personen wurden wegen CoViD-19 ins Krankenhaus eingeliefert. Diese Zahl liegt jetzt bei 11.877. Das Virus wurde auch bei 57 weiteren Personen diagnostiziert. Seit Beginn des Ausbruchs wurde bei insgseamt 50.273 Menschen die Krankheit diagnostiziert. Die tatsächliche Anzahl ist wahrscheinlich höher, da nicht jeder getestet wurde. (Quelle: Tubantia.nl, 30.06.20)


Laschet: Straßenkarneval am 11.11. passt nicht in die Zeit Für viele Karnevalsfreunde ist die Aussage eine Enttäuschung: NRW-Ministerpräsident Laschet hat sich gegen den Straßenkarneval zum Sessionsstart am 11.11. ausgesprochen. „Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge – das passt nicht in diese Zeit“, sagte Laschet heute in Düsseldorf. Wie es im Frühjahr 2021 mit den eigentlichen Karneval-Höhepunkten aussehe, könne man jetzt noch nicht sagen. Man müsse erst das Infektionsgeschehen im Herbst abwarten. Für Aktive wie Organisatoren, die langfristig planen wollen und müssen, sei das natürlich „nicht schön“, sagte Laschet, „aber es müssen sich zurzeit Andere mit größeren Problemen umstellen in ihren Lebensplanungen.“ (Quelle: WDR, 30.06.2020)


Norddeutsche Zahlen Schleswig-Holstein meldete heute sieben, Hamburg drei, Mecklenburg-Vorpommern eine und Bremen fünf Corona-Neuinfektionen. Niedersachsen gab 37 Neuinfektionen an und verzeichnet nun seit dem Beginn der Pandemie 13.520 Corona-Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Hanover heute mitteilte; gut 12.000 Infizierte davon gelten als genesen, 629 Menschen sind in Niedersachsen infolge einer CoViD-19-Erkrankung gestorben. (Quelle: NDR, 30.06.20)


Alternative für geschlossenen Schlachthof Geestland gefunden Nach der Corona-bedingten Schließung eines Putenschlachthofes im niedersächsischen Wildeshausen hat die Wiesenhof-Gruppe jetzt Alternativen für die Schlachtung gefunden. Für die kommenden zwei Wochen nehmen andere Schlachtunternehmen die Puten zur Schlachtung ab, wie eine Sprecherin des Mutterkonzerns PHW heute mitteilte. Seit dem vergangenen Freitag wurde der Schlacht- und Zerlegebetrieb Geestland Putenspezialitäten komplett heruntergefahren, nachdem für die rund 1.100 Mitarbeiter und deren direkten Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg Quarantäne angeordnet wurde. Bei 1.183 Testergebnissen waren 46 positive Fälle einer Covid-19-Infektion festgestellt worden. Der Vorsitzende des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Friedrich-Otto Ripke, appellierte, dass der Schlachtbetrieb in Wildeshausen so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden müsse. Normalerweise werden dort 40.000 Tiere am Tag geschlachtet. (Quelle: NDR, 30.06.20)


Schüttorf: OVG bestätigt Schließung von Diskotheken Die Schließung von Diskotheken zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist nach Auffassung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts nach wie vor rechtens. Wie das Gericht in Lüneburg mitteilte, lehnte der 13. Senat gestern den Antrag der Diskothek Index aus Schüttorf (Landkreis Grafschaft Bentheim) ab, die wieder öffnen wollte. (mehr in der PM des OVG NDS, Az.: 13 MN 244/20; Quelle: NDR, 30.06.20)


Frankreich-Zahlen Die Zahl der in Frankreich an CoViD-19 verstorbenen Menschen stieg am Dienstag um 30 auf 29.843. Die Zahl derjenigen Menschen, die in Krankenhäusern starben, stieg um 21 auf 19.346, verglichen mit dem Tagesdurchschnitt von 16 in den letzten sieben Tagen. Das Ministerium berichtete auch, dass in den letzten sieben Tagen neun Menschen in Pflegeheimen starben, mehr als dreimal weniger als die 31, die vor einer Woche gemeldet wurden. (Quelle: Le Monde, 30.06.20)


Sonderregel für Mieter läuft um Mitternacht aus Für Mieter galt in der Corona-Krise bislang eine Sonderregel: Wer seine Miete wegen der Pandemie nicht zahlen konnte, brauchte erst einmal keine Kündigung zu befürchten. Die Zahlungen für April, Mai und Juni dürfen laut der Regel bis zu zwei Jahre aufgeschoben werden. Um Mitternacht endet dieser Schutz: Die Juli-Miete wird dann ganz regulär fällig. Der Mieterschutzbund forderte deswegen eine Verlängerung der Sonderregel. Corona-Regelung endet: Mieter müssen wieder mit Kündigungen rechnen | mehr Doch die wird es nicht geben: „Die Bundesregierung plant nicht, die Regelungen zum Schutz der Mieterinnen und Mieter zu verlängern“, sagte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums heute. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte zuvor eine Verlängerung des Moratoriums durch eine Verordnung angestrebt. Medienberichten zufolge sperrten sich die unionsgeführten Ministerien gegen diesen Schritt. (Quelle: WDR; 30.06.20)


USA-Zahlen Die USA haben 370 weitere Corona-Tote zu beklagen und 35.664 neue Infektionsfälle registriert, sagte heute die Seuchenschutzbehörde CDC) Damit belaufen sich die jeweiligen Gesamtzahlen auf 126.739 und 2.581.229. (Quelle: Reuters, 30.06.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Der indische Premierminister hat die Bürger seines Landes vor „Nachlässigkeit“ bei der Beachtung der Coronavirus-Regeln. Narendra Modi äußerte Bedenken, dass Ratschläge zum Abstandwahren und zum Händewaschen ignoriert würden, nachdem die täglichen Neuerkrankungen im Land weiterhin nahe bei 20.000 liegen.
  • Die Vereinten Nationen haben die Regierungen aufgefordert, Syrien fast 10 Mrd. US-Dollar an Hilfe zukommen zu lassen, da sich die humanitäre Krise des vom Krieg heimgesuchten Landes inmitten der Coronavirus-Pandemie verschärft. Die Vereinten Nationen sagten, sie brauchten 3,8 Mrd. USD, um 11 Millionen Menschen in Syrien – wo die Lebensmittelpreise gestiegen sind – zu helfen und weitere 6,04 Mrd. USD, um den 6,6 Millionen Syrern zu helfen, die aus dem Land geflohen sind.
  • Griechenland sollte sich auf eine „sehr schwierige“ Touristensaison vorbereiten, sagte der Premierminister des Landes. Tourismusvertreter unterstrichen, dass Griechenland, das normalerweise rund 18,1 Milliarden pro Jahr aus dem Tourismus verdient, glücklich sein könnte, wenn die Einnahmen in diesem Jahr die Marke von 4 bis 5 Milliarden Euro erreichen würden.
  • Gesichtsmasken im öffentlichen Raum sind in Toronto obligatorisch. Der Bürgermeister und der medizinische Beamte der Stadt kündigten am Dienstag diese Regel an, die am 7. Juli in Kraft tritt, wenn der Stadtrat es heute so beschließe.
  • Die USA stehen nicht auf einer „sicheren Liste“ von Zielen der Europäischen Union für nicht wesentliche Reisen. Ab Mittwoch erlaubt die EU Reisen in 14 Länder außerhalb ihrer Grenzen.
  • Los Angeles meldet einen „alarmierenden Anstieg neuer Fälle, positiver Testergebnisse und Einlieferungen ins Krankenhaus“, wie die für öffentliche Gesundheit zuständige Direktorin Barbara Ferrer mitteilte. Am Montag seien 2903 neue Infektionen – ein Rekord – und 22 Todesfälle verzeichnet worden. Benötigt würden sofortige Maßnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. So werden Strände geschlossen, auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich.

    (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


Schweden prüft Schweden will eine Kommission einsetzen, um die Reaktion des Landes auf die Corona-Pandemie zu bewerten. Das Land hat bekanntlich einen „weicheren Ansatz“ gewählt als der Rest Europas. Sein Ministerpräsident Stefan Lofven sagte: „Die Fähigkeit der gesamten Gesellschaft, zusammenzukommen, ist eine der großen Stärken Schwedens. Gleichzeitig hat diese Krise die Defizite in unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt gerückt.“ Das Komitee werde „die Aufgabe haben, die Maßnahmen der Regierung, der Behörden, der Gesundheitsregionen und der Kommunen zu bewerten, um die Ausbreitung des Coronavirus und die Auswirkungen der Ausbreitung einzudämmen“, fügte Lofven hinzu. (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


Niedersachsen: Neue Infektionscluster in Delmenhorst und Osnabrück An vier Schulen sind in Delmenhorst Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen seinen insgesamt fünf Kinder an zwei Grund- und zwei Oberschulen. Die Kinder und die entsprechenden Lerngruppen seien in Quarantäne. Weitere Maßnahmen sind laut Stadt nicht nötig, da die Schulen gute Hygienekonzepte hätten. Nach einer Corona-Infektion in der vergangenen Woche sind alle Bewohner und Mitarbeiter des Osnabrücker Paulusheims auf das Virus getestet worden. Bei fünf von ihnen gab es einen positiven Befund. Ihnen gehe es gesundheitlich gut, alle seien in Quarantäne, so das Pflegeheim. Das Besuchsverbot wird bis zum 9. Juli verlängert. (Quelle: NDR, 30.06.20)


Bayern beschließt kostenlose Tests für alle Die bayerische Staatsregierung hat Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute „schneller, kostenlos und für jedermann“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Söder kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte er. Kritik an dieser bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. Die Kosten könnten kein Argument sein. „Testen ist auch Vorbeugung“, betonte er. (Quelle: Tagesschau, 30.06.20)


Das nächste Virus? Wissenschaftler aus China haben vor einem neuen Grippevirus bei Schweinen gewarnt. Dieses habe Potenzial für eine Pandemie, hieß es in dem amerikanischen Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht wurde. Das neue Virus, das bei Schweinen in China entdeckt worden sei, sei für Menschen zunehmend ansteckend geworden, es bestehe aber keine unmittelbare Gefahr. „China verfolgt die Entwicklungen in dieser Angelegenheit genau. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung eines jeglichen Virus zu verhindern“, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian. Der Studie zufolge untersuchten chinesische Wissenschaftler Influenzaviren, die von 2011 bis 2018 bei Schweinen gefunden wurden. Sie fanden dabei einen „G4“-Stamm des als Schweinegrippe bekannten H1N1-Virus, der „alle wesentlichen Merkmale eines Kandidaten für ein Pandemievirus“ besitze. Mitarbeiter von Schweinefarmen wiesen erhöhte Werte des Virus in ihrem Blut auf, eine genaue Überwachung bei Menschen, insbesondere bei Arbeitern in Schweinefabriken, sei dringend nötig. Es bestehe das Risiko, dass sich das Virus auf Menschen in dicht besiedelten Regionen übertrage, in denen Millionen in unmittelbarer Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben, Zuchtanlagen, Schlachthöfen und Märkten leben. Obwohl das neue Virus in der Lage sei, Menschen zu infizieren, bestehe kein unmittelbares Risiko einer neuen Pandemie, sagte Carl Bergstrom, Biologe an der Universität von Washington. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass G4 trotz fünfjähriger intensiver Exposition beim Menschen zirkuliert“, erklärte er auf Twitter.

(30.06.20)


Hannover: Gastronomen machen auf bedrohliche Lage aufmerksam Etwa 250 Mitarbeitende von Gaststätten und Hotels, die im Dehoga-Verband organisiert sind, haben heute in Hannover auf die bedrohliche Lage für ihre Branche wegen der anhaltenden Einnahmeausfälle in der Corona-Krise hingewiesen. Nach der vollständigen Schließung der Betriebe in der akuten ersten Phase der Pandemie sind viele Lokale inzwischen zwar wieder geöffnet. Es gelten aber oft Beschränkungen für Gästezahlen sowie schärfere Hygiene- und Abstandsregeln. Zudem seien Teile des üblichen Jahresumsatzes schon verloren und lägen auch jetzt oft noch unter 50 Prozent, erklärte Dehoga-Landes-Verbandspräsident Detlef Schröder. Vor allem für die Ausrichtung von Feiern fehle Planungssicherheit: „Es gibt seitens der Landesregierung nach wie vor keine Wegweisung, ab wann Hochzeiten oder Geburtstage in der Gastronomie auch in größerer Gesellschaft wieder möglich sind.“ (Quelle: NDR, 30.06.20)


Münster Marathon abgesagt

Aufgrund der Corona-Pandemie wird es in diesem Jahr keinen Münster-Marathon geben. Wie die Veranstalter am Dienstag (30.06.2020) mitteilten, sei der für den 20. September geplante Lauf mit zahlreichen Zuschauern am Streckenrand nicht zu verantworten. Läufer, die bereits einen Startplatz haben, können sich ihre Gebühr erstatten lassen oder den Startplatz auf das kommende Jahr übertragen; dann soll der Münster-Marathon am 12. September stattfinden. (Quelle: WDR, 30.06.20)


Corona-Krise: Ministerpräsident Weil appelliert an Zusammenhalt In der Corona-Krise hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) an den Zusammenhalt im Land appelliert. „Zusammenhalt ist und bleibt der eigentliche Erfolgsfaktor“, sagte Weil heute früh in einer Regierungserklärung im Landtag in Hannover. „Wenn wir zusammenhalten, wenn alle Bereiche, wenn alle Bürgerinnen und Bürger ihren Beitrag leisten, haben wir gute Chancen.“ Trotzdem seien viele Einschränkungen wie die Abstandsregeln und die Maskenpflicht auf Sicht weiter nötig. „Bestätigt hat sich aber auch der Kurs, nach und nach Einschränkungen wieder aufzuheben und dabei allen Bereichen wieder eine Perspektive zu geben“, sagte Weil. „Unsere Strategie steht und fällt mit einem leistungsfähigen öffentlichen Gesundheitsdienst vor Ort.“ Dieser habe in Niedersachsen bisher eine sehr gute Arbeit geleistet.(Foto: CC am 20.09.2012 Archiv; Quelle: NDR, 30.06.20)



China stoppt Import von Schweinefleisch (erstmal aus den Niederlanden) China hat nach dem Ausbruch von Covid-19 in einigen der größten niederländischen Schlachthöfe fast alle Schweinefleischimporte aus den Niederlanden eingestellt. Das bestätigte eine niederländische Regierungssprecherin am Dienstag. „China sucht eindeutig nach der Quelle seiner zweiten Welle von Covid-19-Infektionen, von denen sie glauben, dass sie von importiertem Fleisch stammen könnten“, sagte sie. „Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Beweise für die mögliche Übertragung des Corona-Virus durch Lebensmittel oder Verpackungsmaterialien.“ Ein Schlachthof der Vion Food Group in Groenlo in der Provinz Gelderland nahe der Grenze zu NRW musste im Mai wegen eines Covid-19-Ausbruchs geschlossen werden. Von den 657 Mitarbeitern waren seinerzteit 147 Arbeitnehmer positiv getestet worden. Es wird angenommen, dass große Ausbrüche in Schlachthöfen in den Niederlanden und in ganz Europa auf die engen Arbeitsbedingungen und die beengten Wohnverhältnisse der Wanderarbeitnehmer zurückzuführen sind, die sie größtenteils betreiben. (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 30.06.2020, 10.00 Uhr Gute Nachrichten aus unserem Landkreis: Die neuen Zahlen im Emsland sind die alten. Zwischen gestern und heute haben sich keine Änderungen ergeben. Dasselbe gilt für Lingen (Ems).


Zusammenfassung am Morgen

  • Die bekannte Zahl der Corona-Fälle weltweit liegt nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität heute früh bei 10.199.798, wobei 502.947 Menschen an CoViD-19 gestorben sind.
  • Die Regierung von Großbritannien hat am Montag die Stadt Leicester gesperrt, die eine viel höhere Covid-19-Infektionsrate aufweist als irgendwo sonst im Land.
  • Die Arbeitslosenquote in Japan stieg im Mai auf offiziell 2,9 Prozent. Offizielle Daten zeigten am Dienstag damit den dritten monatlichen Anstieg in Folge, weil die Coronavirus-Pandemie die wirtschaftliche Nummer drei der Welt in Mitleidenschaft zieht. Der Anstieg um 0,3 Prozentpunkte gegenüber April deutet darauf hin, dass sich Japans erste Rezession seit 2015 auf den Arbeitsmarkt auswirkt, der im Gegensatz zu anderen Ländern der westlichen Welt traditionell sehr niedrige Arbeitslosenquoten hat.
  • WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in einem Briefing: „Die harte Realität ist, dass dies noch lange nicht vorbei ist. Obwohl viele Länder weltweit einige Fortschritte erzielt haben, beschleunigt sich die Pandemie tatsächlich.“
  • Alle Broadway-Theater bleiben bis zum 3. Januar 2021 geschlossen, teilte die Broadway League mit und verlängerte die Schließung wegen der Corona-Pandemie um weitere vier Monate.
  • Der Gipfel der asiatisch-pazifischen Wirtschaftskooperation (APEC) 2021 wird aufgrund von Covid-19 virtuell ausgerichtet. Das große Treffen der führenden Persönlichkeiten der asiatisch-pazifischen Welt – darunter die USA, China, Japan, Russland und Australien – hätte zum ersten Mal seit 22 Jahren in Auckland, Neuseeland, stattfinden sollen.
  • Neuseeland bestätigte nach zwei Wochen keine neuen Fälle von Covid-19 bei Reisenden, die in das Land zurückkehren. In einer Pressekonferenz am Dienstag lehnte Premierministerin Jacinda Ardern zugleich Aufrufe zur Öffnung der Landesgrenzen ab.
  • Forscher in China haben laut einer Studie im US-amerikanischen Wissenschaftsjournal PNAS eine neue Art der Schweinegrippe entdeckt, die eine Pandemie auslösen kann.
  • Los Angeles County verzeichnete am Montag einen „alarmierenden“ Tagesanstieg von fast 3.000 neuen Covid-19-Infektionen, die sich jetzt auf mehr als 100.000 Fälle insgesamt belaufen, teilten Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens mit und warnten, dass Krankenhäuser bald überfordert sein könnten.
  • Der Gouverneur von New Jersey, Phil Murphy, sagte am Montag, dass die Restaurants nicht wie geplant am Donnerstag wieder öffne. Die Lockerung werdestattdessen „auf unbestimmte Zeit“ verschoben.
  • Nach fast drei Monaten verschiedener Arten von Sperren hat Mexiko-City am Montag mehr Unternehmen die Wiedereröffnung ermöglicht, berichtet AP. Auch einige U-Bahn-Stationen, die geschlossen worden waren, um die Anzahl der Fahrgäste zu verringern, sind wieder geöffnet. Das U-Bahn-System der Stadt plant, 1 Million Plastik-Masken an die Passagiere zu verteilen, um das Infektionsrisiko beim Massentransport zu senken.
  • Die Zahl der gemeldeten neuen Fälle von Covid-19 in Irland ist „besorgniserregend“, warnte der Chief Medical Officer. Die Pläne zur weiteren Lockerung der Beschränkungen könnten daher gestoppt werden. Mindestens sechs neue Fälle hingen mit internationalen Reisen zusammen. Die besten Gesundheitsberater der Regierung sagten, das bestätige die Warnung vor einer zu frühen Öffnung des Tourismus.
  • Der Iran meldete seine höchste tägliche Zahl an Todesopfern. Der Iran meldete 162 weitere Todesfälle durch Covid-19, die höchste eintägige Zahl seit Beginn des Ausbruchs im Februar.(Quelle: The Guardian, 30.06.20)

US-Notenbankchef Powell: Wirtschaftliche Entwicklung außerordentlich unsicher

Die Zukunft der US-Wirtschaft ist nach Einschätzung von US-Notenbankchef Jerome Powell angesichts der Corona-Krise „außerordentlich unsicher“. „Eine volle Erholung ist so lange unwahrscheinlich, bis die Leute überzeugt sind, dass es sicher ist, wieder an einer Reihe von Aktivitäten teilnehmen zu können“, sagte Powell laut einem vorab veröffentlichten Redetext für eine Kongressanhörung heute. Die US-Notenbank Fed hatte Powells Einschätzung vorab veröffentlicht.

EDie Wiedereröffnung von Geschäften sei früher als erwartet geschehen – Wiedereinstellungen und Ausgaben hätten bereits im Mai wieder zugenommen. Dies bringe auf der einen Seite eine Erholung wirtschaftlicher Aktivitäten – auf der anderen Seite sei es eine Herausforderung, das Virus unter Kontrolle zu behalten, sagte Powell.

Teile der USA verzeichnen derzeit einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen, teils haben Gouverneure deshalb die Aufhebung von Schutzmaßnahmen zurückgenommen. (Quelle: Tagesschau, 30.06.20)


Neue Ausbrüche in Australien

Die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle in dem australischen Bundesstaat Victoria hat sich auf 2.159 erhöht, wobei gestern gleich 60 neue Fälle gemeldet wurden. Victoria kämpft seit mehreren Tagen gegen einen neuen Ausbruch, bei dem die Falenzahlen zweistellig steigen.

In Victoria sind 13 neue Fälle mit Ausbrüchen verbunden, 20 neue Fälle wurden durch Routinetests identifiziert und die Entstehung weiterer 31 Fälle wird noch untersucht. Bei zurückgekehrten Australiern in Hotelquarantäne wurden keine neuen Fälle festgestellt. Es wurden keine weiteren Corona-Toten gemeldet; bisher sind in Victoria 20 Menschen an Coronavirus gestorben. Derzeit gibt es in Victoria 321 aktive Fälle.

Derzeit befinden sich neun Personen mit einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus, darunter ein Patient auf der Intensivstation. 1.816 Menschen haben sich von dem Virus erholt. (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


Landesbürgschaft für Profifußballverein

Der FC Schalke 04 soll nach Informationen des „Handelsblatts“ öffentliche Hilfe erhalten. Wie die Zeitung berichtet, plant das Land Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft für den finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten in Höhe von 40 Millionen Euro. Demnach soll die Millionen-Hilfe am Mittwoch offiziell bekannt gemacht werden. Das Landesfinanzministerium wollte mit Verweis auf das Bürgschaftsgeheimnis dazu nicht Stellung nehmen. Der Bundesliga-Zwölfte hatte für das Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet. Die durch die Coronakrise verursachten Einnahmenverluste bereiteten zusätzliche finanzielle Probleme.
Der börsennotierte Dauerrivale Borussia Dortmund leidet ebenfalls unter Corona-Folgen. Der Club hatte gestern in einer Ad-Hoc-Mitteilung bekanntgegeben, für das Geschäftsjahr 2019/20 einen Verlust von rund 45 Millionen Euro zu erwarten. Im Vorjahr hatte der Verein noch rund 17,4 Millionen Euro an Nettogewinn bilanziert. Allerdings steht der BVB-Ausblick „unter dem Vorbehalt werterhellender Tatsachen sowie möglicher weiterer Transfererträge“.
(Quelle: t-online,


Deutschland-Zahlen

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von zwölf im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 1000 mehr als noch einen Tag zuvor.
Die Reproduktionszahl – kurz R-Wert – lag nach jüngsten RKI-Schätzungen, bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert jüngst auf 0,63 (Vortag: 0,71). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. (Quelle: Tagesschau, 30.06.20)

Brasilien-Zahlen

Brasilien verzeichnete am Montag 692 neue Todesfälle durch CoViD-19, wodurch sich die Gesamtzahl der Todesopfer im Land auf 58.314 erhöhte, teilte am Abend (Ortszeit) das Gesundheitsministerium mit.

Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionsfälle stieg um 24.052 auf 1.368.195, den zweithöchste Infektionszahl auf der Welt nach den USA. (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


Niedersachen plant bis 2021 mit 34seitiger (!) Verordnung

Die Corona-Regeln in Niedersachsen sollen voraussichtlich zunächst bis zum 20. Juli weitgehend unverändert bleiben. Das geht aus einem Entwurf der Landesregierung für die neue Verordnung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Bei dem 34-seitigen Papier handelt es sich um eine Fassung, die noch abschließend abgestimmt werden soll, bevor sie zum 6. Juli in Kraft tritt. Änderungen sind also noch möglich. Wann die Details bekannt gegeben werden, ist noch unklar. Der Krisenstab der Landesregierung verzichtet am Dienstag auf die regelmäßige Pressekonferenz zur Corona-Lage im Land.

Dem Entwurf zufolge sollen viele Vorgaben bestehen bleiben: Das betrifft zum Beispiel die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr sowie das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern. Auch Clubs und Messen dürfen vorerst noch nicht wieder öffnen.

Normalität frühestens im nächsten Jahr
Bereits Mitte Juni hatte der Krisenstab der Landesregierung angekündigt, dass es eine Rückkehr zu einem Alltag ohne Corona-Einschränkungen wohl erst im Sommer 2021 geben werde. Selbst wenn es Ende 2020 oder Anfang 2021 einen Impfstoff gebe, benötigten die Produktion und die Impfung größerer Teile der Bevölkerung noch entsprechend Zeit, hieß es. (Quelle: NDR, 29.06.20)


WHO-Chef: Corona-Pandemie noch lange nicht vorbei

Nach Einschätzungen von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ist die Corona-Pandemie noch lange nicht vorbei. Obwohl viele Länder bereits Fortschritte erzielt hätten, beschleunige sich die Pandemie weiterhin, sagte Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag. „Das Schlimmste kommt noch. Es tut mir Leid, das zu sagen“, fügte er hinzu. Bei „dieser Art von Umgebung und Bedingungen“ sei „das Schlimmste“ zu befürchten. Die Welt benötige in den kommenden Monaten noch mehr Resilienz, Geduld und Großzügigkeit.

„Vor sechs Monaten konnte sich keiner von uns vorstellen, wie unsere Welt – und unser Leben – durch dieses neue Virus in Aufruhr versetzt werden würde“, sagte er weiter. Mittlerweile gebe es mehr als zehn Millionen bestätigte Infektionen weltweit und mehr als 500.000 Menschen seien infolge einer Infektion gestorben. Dies sei „ein Moment, über den wir alle nachdenken müssen“.
(Quelle: Tsp, 29.06.20)


Bayern mit neuen Clustern

Nach einem Coronavirus-Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft in Hechendorf (Landkreis Starnberg) mit bisher 18 Infektionenwird langsam das Ausmaß der Infektionen im Landkreis Starnberg deutlich; denn auch 44 Mitarbeiter eines Caterers, der unter anderem die Uniklinik München-Großhadern versorgte, sind infiziert. Derweil schickt der Landkreis Neu-Ulm fast 100 in Quarantäne:


TUI sagt Danke

Deutsche, die besonders zur Bekämpfung des Coronavirus-Ausbruchs beigetragen haben, wurden am Montag vom Reisekonzern TUI im ersten Auslandsflug auf die griechische Insel Kos geflogen. Es war seit Ausbruch der Coronakrise der erste Flug in die Ägäis.

Ungefähr 180 Menschen, darunter medizinisches Personal, Polizisten und Supermarktarbeiter, starteten in Hannover und werden fünf Tage auf der östlichen Ägäisinsel bleiben, dem Geburtsort des antiken griechischen Arztes Hippokrates, dem Vater der Medizin.

Die von TUI durchgeführte Reise ist für die Arbeitnehmer/innen aus Deutschland kostenlos. Der Reisekonzern will ihnen so für ihren Beitrag während der Pandemie danken.

Die Passagiere, die sämtlich Masken trugen, als sie die Treppe des Flugzeugs herunterkamen, sagten, sie seien glücklich, nach Griechenland zu reisen. Dutzende wurden später vorsorglich auf Covid-19 getestet. „Das Virus ist immer noch da … Wir müssen vorsichtig sein und die Regeln befolgen und wir werden es gemeinsam verwalten“, sagte einer der Passagiere. Offiziell werden die Regionalflughäfen am 1. Juli ihren Betrieb aufnehmen. Der gtiechische Tourismusminister Harry Theocharis sagte, er hoffe, dass die Besucher einen Urlaub genießen würden, der „wegen ihrer persönlichen Leistungen verdient“ sei.

Ab Mittwoch müssen sich Griechenland-Touristen auf ein nicht ganz einfaches Einreiseverfahren einstellen: Alle Touristen müssen 48 Stunden vor ihrer Einreise online ein Anmeldeformular mit einem Fragebogen ausfüllen und erhalten dann einen persönlichen QR-Code, über den nach Ankunft mitgeteilt wird, ob sie auf das Coronavirus getestet werden.

Das neue Verfahren der Zivilschutzbehörde solle dafür sorgen, dass „die Mehrheit der importierten Corona-Fälle entdeckt“ werde, sagte der Regierungsberater Dimitrios Paraskevis dem Sender Skai TV. Das Verfahren gilt demnach bis Ende August.

Griechenland, das 2018 aus einer jahrzehntelangen Schuldenkrise hervorgegangen ist, ist für eine wirtschaftliche Erholung besonders auf den Tourismus angewiesen. Der Wirtschaftssektor macht etwa 20% seiner Wirtschaftsleistung aus und Deutschland ist einer der wichtigsten Tourismusmärkte. (Quellen: The Guardian, Tagesschau, 29.06.20)


Senegal hebt CoViD-19-Ausnahmezustand auf um Ökonomie zu retten

Der senegalesische Präsident Macky Sall sagte am Montag, er werde den Ausnahmezustand wegen Covid-19 aufheben, um die schwache Wirtschaft zu unterstützen. Er warnte davor, dass dieses Jahr aufgrund der Folgen der Epidemie weniger als 1,1% wachsen könnten.

Noch im Januar war in dem afrikanischen Land für 2020 ein Wachstum von 6,8% prognostiziert, aber die Geschäftstätigkeit brach ein, nachdem die Grenzen geschlossen wurden und eine Sperrstunde und Abstandsregeln eingeführt wurden, um das Virus einzudämmen, das über 6.600 Menschen infiziert und 108 Menschen getötet hat.

„Dies ist die Herausforderung, der wir uns jetzt stellen müssen: Wir müssen kämpfen, um unser Leben und unsere Gesundheit zu erhalten und alle unsere produktiven Aktivitäten wieder aufzunehmen, um unsere Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen“, sagte Sall in einer Rede vor der Nation.

Der Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre werden ab Dienstag, 23.00 Uhr Ortszeit, aufgehoben, und die Flughäfen werden unter bestimmten Bedingungen ab dem 15. Juli geöffnet, sagte er. Die Behörden haben bereits die Ausgangssperre gelockert und interregionale Reisen als Reaktion auf Straßenproteste gegen die Maßnahmen Anfang Juni zugelassen. Die Regierung arbeitet außerdem an einem wirtschaftlichen Unterstützungsprogramm, um die nationale Wirtschaft anzukurbeln. (Quelle: The Guardian, 29.06.20)


DIE ZEIT über Rheda-Wiedenbrück

Eine stille Straße in Rheda-Wiedenbrück: eine Bäckerei, ein Netto-Markt. Vor einem zweistöckigen Haus fahren drei VW-Bullis vor. Die Fassade ist verwaschen, das Loch im Dach ist mit einer Folie verdeckt. Die kaputten Ziegel liegen auf einem Haufen vor dem Haus.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes steigen aus. Sie sehen aus wie aus einem Katastrophenfilm: Ganzkörperanzüge, FFP-Masken, blaue Schutzhandschuhe. Vor dem Haus stellen sie eine Bierbank auf und legen Formulare darauf. Dann testen sie die Bewohner auf das Coronavirus. Alle sind Werkvertragsarbeiter von Tönnies oder deren Kontaktpersonen. Manche wohnen zu sechst in einem Zimmer. Die Männer im Nachbarhaus stehen im Vorgarten und schauen hinüber. Sie verstehen nicht gut Deutsch und sie verstehen nicht ganz, was los ist. Auch sie arbeiten in der Fabrik von Tönnies, auch sie wurden getestet. „Test war plus“, sagt der eine. „Aber nichts!“ Er fasst sich an den Kopf, dann ans Herz. Keine Schmerzen, keine Symptome. Weil er sich mit Corona infiziert hat, wie fast alle seiner Kollegen, ist jetzt eine ganze Stadt in Geiselhaft.

Rheda-Wiedenbrück ist der Sündenbock der Republik, weil Rheda-Wiedenbrück die Stadt ist, in der Tönnies zu Hause ist.

Tönnies, das war einmal ein kleiner Metzgerladen. Heute ist Tönnies Marktführer für Schweinefleisch in Deutschland. Dutzende Schlachtbetriebe für Schwein und Rind, in Deutschland, Dänemark, Belgien, Spanien, Polen. Die Abteilungen im Unternehmen heißen „Division Pork“ oder „Division Convenience“. 16.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für Tönnies weltweit. Umsatz 2018: rund 6,7 Milliarden Euro. Auf… (mehr und Quelle: DIE ZEIT, 29.06.20)




Überblick am Mittag

  • Laut Johns-Hopkins-Universität gibt es weltweit 10.154.984 bestätigte Fälle von CoViD-19 und 502.048 Todesfälle. Allerdings dürfte die tatsächliche Zahl der Todesopfer und die Anzahl der Fälle aufgrund unterschiedlicher Testraten und Definitionen von Todesursachen, Verzögerungen bei der Berichterstattung und vermuteter Unterberichterstattung höher sein.
  • Der britische Premier Boris Johnson hat zugegeben, dass die Coronavirus-Krise „ein absoluter Albtraum für das Land“ ist, während er erklärte, es sei Zeit für eine „Rooseveltianische Annäherung an Großbritannien“, aber noch keine Zeit für eine Untersuchung. „Ich glaube nicht, dass gerade schon der Moment gekommen ist, um all dem eine große Menge offizieller Zeit zu widmen; aber wir lernen die ganze Zeit unsere Lektionen und werden offensichtlich die richtigen Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehen.“
  • Die Coronavirus-Krise hat das Ansehen der USA in der europäischen Öffentlichkeit dramatisch verschlechtert, wie umfangreiche Umfragen in ganz Europa zeigen. Mehr als 60% der Befragten in Deutschland, Frankreich, Spanien, Dänemark und Portugal gaben an, das Vertrauen in die USA als weltweit führendes Unternehmen verloren zu haben.
  • Die chinesischen Behörden haben fast eine halbe Million Menschen in der Provinz Hebei, die Peking umgibt, in Quarantäne gescickt, da ein neuer Ausbruch in der Hauptstadt weiterhin die Befürchtungen einer zweiten Welle des Coronavirus weckt. Der Landkreis Anxin, etwa 145 km von Peking entfernt, hat Wohngebiete „abgeriegelt“ und Menschen verboten, ihre Häuser zu verlassen.
  • In der letzten Woche wurden in Italien mindestens 10 neue Covid-19-Cluster identifiziert, darunter 90 Mitarbeiter eines Ausieferungsunternehmens in Bologna, 28 Migranten in der Provinz Agrigento, 15 Fälle in einem Haus außerhalb Roms und 49 Personen in Mandragone, Campania, das vergangene Woche abgeriegelt und zur „Roten Zone“ erklärt wurde. Massimo Galli, Professor für Infektionskrankheiten an der Universität Mailand und Direktor für Infektionskrankheiten am Luigi Sacco-Krankenhaus, sagte, diese Cluster seien ein Beweis dafür, dass das Virus weiterhin zirkuliere.
  • Die EU stellt eine Liste der Länder zusammen, deren Bürger in den kommenden Tagen wieder nach Europa einreisen dürfen. Die Liste, die am Dienstag veröffentlicht wird, wird voraussichtlich nicht die USA, Russland oder Indien enthalten.
  • Pubs, Cafés, Friseure und Fitnessstudios dürfen am Montag in ganz Irland wieder öffnen, und alle inländischen Reisebeschränkungen wurden ebenfalls aufgehoben. Die Regierung beschleunigte die am 18. Mai gestarteten Lockerungen angesichts der Anzeichen, dass die Krankheit weiterhin unter Kontrolle ist. Die jüngsten Zahlen vom Sonntag zeigten, dass eine weitere Person in Irland starb, was die Gesamtzahl der Todesopfer auf 1.735 erhöhte, und drei neue Infektionsfälle, was die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen auf 25.439 erhöhte.
  • Thailand will die Wiedereröffnung von Pubs und Bars am Mittwoch und ausländische Reisende wieder ins Land lassen, sofem sie Arbeitserlaubnis, Wohnsitz und Familien in Thailand haben und sich einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen. Geschäftsreisende aus Japan, Südkorea, Singapur, China und Hongkong können je nach ihren Umständen von der Quarantäne ausgenommen sein.
    (Quelle: The Guardian)

📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 29.06.2020, 09.30 Uhr

Die neuen Zahlen im Emsland zeigen im Gegensatz zu Freitag einen Anstieg um drei weiteren Infizierungen – zwei davon in Sögel. Im Landkreis gibt es jetzt 8 aktive Coronafälle; der Quotient auf 100.000 Einwohner ist auf 144,0 gestiegen. Ca. 65 Emsländer*innen (- 5) befinden sich in häuslicher Quarantäne.

In Lingen (Ems) (76/72/4) gibt es weiterhin keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 42 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 33 31 1 1
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 12 (+2) 7 0 5 (+2)
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 468 (+3) 435 (+1) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 8

(29.06.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Laut Johns-Hopkins-Universitäz hat die Gesamtzahl der Menschen, die weltweit positiv auf Covid-19 getestet wurden, die 10 Millionen, die Zahl der Todesfälle 500.000 überschritten. Sie liegt bei 10.117.700, während bekannte weltweite Todesfälle bei 501.281 liegen.
  • US-Gesundheitsminister Alex Azar hat gewarnt, dass „das Fenster geschlossen wird“, wenn das Land Maßnahmen zur wirksamen Eindämmung des Coronavirus ergreifen will, nachdem die Anzahl der bestätigten Infektionsfälle 2,5 Millionen überschritten hat. Der Politiker wies auf die jüngsten Anstiege der Infektionen hin, insbesondere im Süden der USA, und sagte, die Menschen müssten „verantwortungsbewusst handeln“, indem sie die Abstandsregeln einhielten und Gesichtsmasken trügen, auch „in diesen heißen Zonen“.
  • Als Reaktion auf einen Anstieg der US-Fälle ordnete der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, am Sonntag die Schließung von Bars in sieben Counties an, in denen insgesamt 13,5 Millionen Einwohner leben. Kalifornien hatte bereits einige Gebiete angewiesen, die Bestellungen für den Aufenthalt zu Hause wieder vorzuschreiben, auch San Francisco kündigte eine „Pause“ bei seiner Wiedereröffnung an.
  • In Florida räumte Gouverneur Ron DeSantis ein, dass die Neuinfektionen „eplodieren“, nachdem der Bundesstaat innerhalb von 24 Stunden einen Tagesrekord von 9.585 Fällen verzeichnete. Junge Menschen, die vom monatelangen Lockdown frustriert sind, sind an die Strände, Promenaden und Bars des Staates zurückgekehrt, oft ohne Maske und anscheinend auch ohne Rücksicht auf Abstandsregeln.
    Der US-Bundesstaat kündigte inzwischen an, seine Strände am bevor stehenden Nationalfeiertag 4. Juli geschlossen zu halten; auch die Gaststätten und Bars sollen ihre Türen schließen. In mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten sind neue Coronavirus-Infektionen auf Rekordhöhen gestiegen.
  • Der Premierminister der Provinz Victoria, Australien, denkt angesichts mehrer Cronavirus-Cluster über Ausgangssperren in Melbourne nach insbesondere für die Vororte, nachdem am Montag mehr als 70 Fälle von Coronavirus bestätigt wurden.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Einwohner Tokios glaubt nicht, dass die verschobenen Olympischen Spiele 2020 im nächsten Jahr stattfinden sollten, was laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage aufgrund von Befürchtungen über das Coronavirus entweder eine weitere Verzögerung oder eine völlige Absage befürwortet.
  • Der strikte Coronavirus-Lockdown auf den Philippinen hat den Zugang zu Familienplanungsdiensten erheblich beeinträchtigt und könnte zu der höchsten Anzahl von Geburten seit zwei Jahrzehnten führen. Prognosen des Bevölkerungsinstituts der Universität der Philippinen und des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen zufolge könnten weitere 214.000 Babys im nächsten Jahr als Folge ungeplanter Schwangerschaften aufgrund der Pandemie geboren werden.
  • Die Stadtregierung von Peking meldete für den 28. Juni sieben neue Covid-19-Fälle, gegenüber 14 am Tag zuvor. China hat für fast eine halbe Million Menschen in einer Nachbarprovinz der Hauptstadt Ausgangssperren angeordnet, um einen neuen Cluster einzudämmen, der nach Angaben der lokalen Behörden weiterhin „schwerwiegend und kompliziert“ ist. Laut Gesundheitsbehörden wird auch der Landkreis Anxin – etwa 150 Kilometer von Peking entfernt – „vollständig abgesperrt und kontrolliert, um gleich mehrere kleinere Corona-Cluster zu bekämpfen. Dies sind die gleichen strengen Maßnahmen, die auf dem Höhepunkt der Pandemie in der Stadt Wuhan Anfang dieses Jahres verhängt wurden.
  • Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 30.476 neue Fälle des Coronavirus und 552 zusätzliche Todesfälle, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Das Land hat jetzt insgesamt 1.344.143 bestätigte Fälle und 57.622 Todesfälle registriert.
  • Der Sudan verlängert den Lockdown in der Provinz Khartum um eine Woche bis zum 7. Juli, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen. Das wurde am Sonntag bekannt gegeben. Ab dem 8. Juli soll es eine allmähliche Rückkehr zur Normalität geben, obwohl auch dann eine nächtliche Ausgangssperre von 18 bis 5 Uhr gilt. Der Sudan hat 9.258 Infektionsfälle bestätigt, darunter 572 Todesfälle.
    (Quelle: The Guardian, 29.06.20)

Deutschland-Zahlen

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut am Sonntag 262 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.761 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete. 8961 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Etwa 178.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,71 (Vortag: 0,62).
(Quelle: RKI, 29.06.20)


Airbus drosselt Produktion deutlich

Der Flugzeugbauer Airbus wird als Reaktion auf die Luftfahrt-Krise für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent kürzen und Tausende Stellen abbauen. „Wir können uns von der Entwicklung bei den Airlines nicht abkoppeln“, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury der „Welt“. Während der Konzern bisher von einer Kürzung um rund 30 Prozent sprach, ist jetzt von 40 Prozent die Rede, weil sich die Differenz zum zuvor geplanten Produktionsausbau in 2020/21 vergrößert.

Von der meistverkauften Baureihe A320 sollen nur noch 40 Maschinen pro Monat gefertigt werden. Derzeit seien viele fertige Flugzeuge geparkt, sagte Faury. Die Airlines nehmen sie wegen des Einbruchs im Markt durch die Corona-Krise zunächst nicht ab. Es werde bis Ende 2021 dauern, bevor Produktion und Auslieferungen wieder im Einklang stehen, sagte der Airbus-Chef dem Blatt. Den genauen Umfang des Stellenabbaus will Faury nach Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite bis Ende Juli verkünden. Spekuliert wird, dass bis zu 15.000 Stellen in der Zivilflugzeugsparte mit 90.000 Beschäftigten betroffen sind. (Foto: CC s. 06.04.20; Quelle: ARD, 29.06.20)


Österreich nimmt generelle Reisewarnung für NRW zurück

Österreich hat die nach dem schweren Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies ausgesprochene generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen zurückgenommen. Die für Tourismus zuständige österreichische Ministerin Elisabeth Köstinger sagte am Sonntagabend in einer Fernsehsendung: „Mit heute 00.00 Uhr wird die allgemeine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen aufgehoben, sie wird nurmehr für den Kreis Gütersloh gelten.“ Auch für Bewohner der betroffenen Region um die Großschlachterei Tönnies gelte: Wer einen negativen Corona-Test vorweise, werde „seinen Urlaub in Österreich antreten können“. (Quelle: TSP, 29.06.20)


Deutschland startet neuen Vorstoß für UN-Resolution zu Corona

Deutschland will einen neuen Vorstoß für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Corona-Pandemie starten. Es sei ein „Armutszeugnis“ für den Sicherheitsrat, dass er sich bei diesem wichtigen globalen Thema bisher nicht einig geworden sei, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann nicht sein, dass der Sicherheitsrat sprachlos bleibt, wenn die ganze Welt es mit einer solchen Pandemie zu tun hat.“

Deutschland übernimmt am 1. Juli für einen Monat den Vorsitz in dem wichtigsten UN-Gremium. Eine Corona-Resolution ist bisher an einem Streit zwischen den USA und China gescheitert, in dem es vor allem um die Rolle der Weltgesundheitsorganisation WHO geht. US-Präsident Donald Trump wirft der WHO vor, im Sinne Chinas zu handeln, und will sie nicht in einer Resolution erwähnt sehen.

„Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Sicherheitsrat kurz vor der Handlungsunfähigkeit steht“, sagte Maas. „In den großen, aktuellen Krisen wie Syrien oder Corona wird der Sicherheitsrat nicht mehr den Ansprüchen gerecht, die man an ihn haben müsste. Es gibt eine dauerhafte Selbstblockade – mal von der einen, mal von der anderen Seite.“ Maas forderte China und die USA auf, ihre Differenzen bei einem so globalen Thema wie Corona zurückstellen. (Quelle: Tagesspiegel, 29.06.20)



Sächsischer Beitrag zu CoViD-19-Bekämpfung:


Mehr als 500.000 Corona-Tote weltweit

Weltweit sind nach Zählungen der John-Hopkins Universität mehr 500.000 Menschen an oder in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Am Sonntagabend verzeichnete die US-amerikanische Universität insgesamt 500.108 Corona-Tote. Das Land, das die meisten Toten zu beklagen hat sind die USA. Dort starben bislang mehr als 125.700 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus. Darauf folgt Brasilien mit rund 57.000 Toten. In Europa verzeichnet Großbritannien mit 43.600 die meisten Todesopfern. Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus stieg am Sonntag auf mehr als zehn Millionen an. (Quelle: Tagesspiegel, 28.06.20)


WHO: Erneut Rekord bei Neuinfektionen – 189 000 Fälle in 24 Stunden

Die Zahl der täglichen gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen neuen Rekordwert geklettert. Binnen 24 Stunden seien weltweit 189.000 neue Fälle registriert worden, teilte die WHO am Sonntagabend mit. Auch in einigen Ländern sei der Anstieg auf Rekordhöhe. Unter den Ländern mit besonders vielen Neuinfektionen ragen erneut Brasilien und die USA heraus. In Brasilien wurden laut WHO 46 860 neue Fälle verzeichnet. In den USA seien es 44 458 gewesen. Den weltweit dritthöchsten Anstieg in der jüngsten Tabelle hatte Indien mit 19 906 Fällen.

Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe. (Quelle: Tagesspiegel, 28.06.20)


Maskenpflicht auf Norderney

In einigen Bereichen der Innenstadt von Norderney gilt ab sofort eine Maskenpflicht. Das hat der Landkreis Aurich verfügt. Die Verantwortlichen befürchten, dass in der Ferienzeit in den engen Gassen und Straßen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Deshalb müssen die Menschen in den vier Haupteinkaufsstraßen ab sofort einen Mund-Nase-Schutz tragen, um das Corona-Virus weiter einzudämmen. Ab Mittwoch werden wieder bis zu 4.500 Tagesgäste auf Norderney erwartet. Die Maskenpflicht gilt vorerst bis Mitte Juli. (Foto: Badekarren auf Norderney, Pixabay Quelle: NDR, 28.06.20)


Niedersachsen: Vier Corona-Infizierte im Strafvollzug

Ende des Monats Juni sind nur 70 Prozent aller Haftplätze in Niedersachsen belegt. Das teilte das Justizministerium mit. Von den 5.936 Plätzen waren 4.152 belegt, rund 700 weniger als noch Anfang März. Hintergrund seien Maßnahmen, die verhindern sollten, dass das Coronavirus in die Gefängnisse gelangt. So seien zum Beispiel Quarantäneräume eingerichtet und das Vollstrecken von Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr aufgeschoben worden. Haftstrafen für Gewalt- und Sexualdelikte wurden weiterhin ohne Aufschub vollstreckt. Inzwischen sei die Vollstreckung wieder vollständig aufgenommen worden, so das Ministerium.

Bisher hat es laut Justizministerium lediglich vier infizierte Gefangene in Niedersachsen gegeben. Zwei von ihnen seien mittlerweile wieder gesund. Die anderen beiden seien ohne Symptome in abgetrennten Bereichen untergebracht. Nun gehe es darum, die Testkapazitäten in den Gefängnissen sicherzustellen. Dafür seien 750.000 Euro aus dem zweiten Nachtragshaushalt, den die Landesregierung plant, vorgesehen. (Foto:JVA Lingen ©milanpaul; Quelle: NDR, 28.06.20)


Erstmals keine neuen CoViD-19-Toten in Madrid

Im spanischen Corona-Hotspot Madrid hat es erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie in Spanien binnen eines Tages keinen einzigen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus gegeben. „Großartige Nachricht: Gestern war der erste Tag, an dem Madrid keine Toten wegen Covid-19 registriert hat“, schrieb Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso auf Twitter. Gemeinsam könne man es schaffen, „dass sich dieser Albtraum nicht wiederholt“, so die konservative Politikerin.

Madrid ist mit bisher mehr als 8400 Toten und knapp 72.000 nachgewiesenen Infektionen die von Corona am schwersten getroffene Region des Landes. (Quelle: ARD, 28.06.20)


Party-Wochenende eskaliert – Polizei muss einschreiten und wird angegriffen

Vielfach sind am Wochenende in Düsseldorf, Köln und Bonn Partys und Zusammenkünfte eskaliert. Feiernde gerieten in den nordrhein-westfälischen Großstädten mit Polizei und Ordnungsdiensten aneinander. Auch in München musste die Staatsmacht eingreifen.

Dabei kam es zu Schlägereien von Gruppen untereinander sowie immer wieder zu Gewalt und Aggression gegenüber den Beamten, hieß es von der Polizei in NRW. Die Beteiligten seien zumeist stark alkoholisiert gewesen, hätten die Corona-Abstandsregeln missachtet, Polizisten beleidigt und sich respektlos gezeigt.

In München hätten viele Menschen ungeachtet der Corona-Pandemie gemeinsam gefeiert, hieß es von der Polizei in Bayern. In der Nacht von Freitag auf Samstag hätten sich in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Menschen an der Isar aufgehalten, von Samstag auf Sonntag seien es rund 5.000 gewesen. Laut Polizeiangaben blieb dabei alles friedlich.

Etwas anders sah es auf der als Feiermeile vor allem nach Fußball-Erfolgen bekannt gewordenen Leopoldstraße aus. Dort wurde der Polizei am frühen Sonntagmorgen „eine größere Anzahl aggressiver Personen“ gemeldet. Die Beamten rückten „mit hohem Kräfteeinsatz an“ und traf dort auf rund 200 bis 300 Menschen. Bei aggressiv auftretenden Personen stellten die Polizisten die Personalien fest, zudem sprachen sie mehrere Platzverweise aus. Zwei Menschen wurden wegen Beleidigung der Einsatzkräfte angezeigt. (Quelle: T-online.de, 28.06.20)


Grüne und Linke fordern „Mieterschutz verlängern“

Angesichts der Ende Juni auslaufenden Erleichterungen für Mieter, Verbraucher und Darlehensnehmer im Zuge der Corona-Krise fordern Grüne und Linke eine Verlängerung bis Ende September. „Die Krise ist nicht vorbei. Mieterinnen und Mieter brauchen jetzt die Sicherheit, ihre Wohnung nicht in den nächsten Monaten zu verlieren“, sagte Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende und mietenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Sie kündigte an, in der kommenden Sitzungswoche eine entsprechenden Antrag in den Bundestag einzubringen.

Laut Bericht streiten SPD und Union seit Tagen über eine Verlängerung des Mieten-Moratoriums, wie sie von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) geplant sei.

Bundesrat und Bundestag hatten im März mehrere Gesetze auf den Weg gebracht, um die sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzumildern. Seit dem 1. April gelten demnach bei regelmäßigen Zahlungen für Grundbedürfnisse Erleichterungen. So sind Mieterinnen und Mieter vor Kündigungen geschützt, falls sie aufgrund der Krise in Zahlungsrückstand geraten. (Quelle: Tagesschau, 28.06.20)


48 Infektionsfälle im Grenzdurchgangslager Friedland

Im Grenzdurchgangslager Friedland treten immer mehr Corona-Fälle auf. Derzeit seien 48 Personen mit dem Virus infiziert, darunter mindestens 39 der insgesamt 243 Bewohner sowie sieben Mitarbeiter, sagte eine Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen. Eine Reihentestung in der vergangenen Woche hatte zunächst 22 positive Befunde ergeben.

Seit 2011 ist Friedland eine der Erstaufnahme-Stellen des Landes Niedersachsen für Asylsuchende. Flüchtlinge aus sogenannten humanitären Aufnahmeprogrammen wie etwa aus Syrien werden dort registriert und dann auf andere Bundesländer weiterverteilt. Das Grenzdurchgangslager nimmt zudem bis heute alle in die Bundesrepublik einreisenden Spätaussiedler und jüdischen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion auf.

Eine Spätaussiedlerfamilie könnte nach derzeitigen Informationen Ausgangspunkt des Corona-Ausbruchs in dem Lager gewesen sein. Laut der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen erreichten mehrere offenbar erkrankte Familienmitglieder aus Kasachstan in der vorletzten Woche die Einrichtung. Nachdem ein Kind der Familie bei einer routinemäßigen Eingangsuntersuchung Symptome gezeigt hätte, seien sämtliche Familienmitglieder unverzüglich isoliert und alle Bewohner und Mitarbeiter des Grenzdurchgangslagers getestet worden. (Quelle: Tagesschau, 28.06.20)


Die Zusammenfassung am Morgen

  • Die Zahl der weltweiten Coronavirus-Fälle auf der Welt wird am Sonntag die 10-Millionen-Marke übertreffen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein in der Ausbreitung der Krankheit, bei der bisher fast 500.000 Menschen getötet wurden. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist ungefähr doppelt so hoch wie die Zahl der jährlich gemeldeten schweren Influenza-Erkrankungen. Trotz der neuen Rekordzahl lockern viele schwer betroffene Länder die Sperrungen und nehmen zugleich umfangreiche Änderungen an Arbeit und sozialem Leben vornehmen, die so lange dauern werden, bis ein Impfstoff verfügbar wird, falls dies jemals der Fall sein sollte.
  • Einige Länder erleben eine zweite Welle der Infektionen, einschließlich der USA, die bis Freitag, 16.00 Uhr, 44.000 Neuinfektionen gemeldet hatten, die bislang größte tägliche Zunahme der Pandemie. Der zuvor größte Anstieg war am Donnerstag zu verzeichnen, als 40.000 Fälle verzeichnet worden waren.
  • In mehreren Ländern, einschließlich Teilen der USA, wurden Lockdown-Maßnahmen wieder eingeführt. Texas – einer der ersten Staaten, die die Einschänkungen gelockert hatten – hat erneut einige Beschränkungen eingeführt. Bars, die schon mit einer Kapazität von bis zu 50% geöffnet waren, müssen wieder geschlossen werden, Restaurants müssen von 75% auf 50% der Sitzplätze reduzieren und Rafting-Operationen müssen geschlossen werden. Harris County, zu dem auch Houston gehört, erreichte die höchste Covid-19-Bedrohungsstufe und signalisierte einen „schweren und unkontrollierten“ Ausbruch.
  • In Australien erwägen die Behörden ach einem erneuten Ausbruch des Virus im südlichen Bundesstaat Victoria wieder Einschränkungen einzuführen. Premierminister Daniel Andrew sagte, er prüfe potenzielle Auflagen für den Aufenthalt zu Hause und Sperrungen in Vorstädten, um mehrere Coronavirus-Cluster in Melbourne einzudämmen, nachdem am Samstag weitere 49 Fälle von Coronavirus entdeckt wurden – die höchste tägliche Zahl seit April.
    Australien war mit nur 7.600 Infektionen und 104 Todesfällen bei 25 Millionen Einwohnern eine der Erfolgsgeschichten der Pandemie. Das jüngste Auftreten neuer Fälle in Melbourne hat gezeigt, wie leicht das Virus zurückkehren kann.
    Letzte Woche sagte die nationale Fluggesellschaft des Landes, Qantas, sie habe nicht erwartet, dass die Auslandsreisen erst Mitte nächsten Jahres wieder aufgenommen werden. Derzeit sind die Grenzen Australiens für alle außer zurückkehrenden Bürgern und Einwohnern geschlossen.
  • Das benachbarte Neuseeland, dessen Eliminierungsstrategie für das Coronavirus viel Lob erhalten hat, verzeichnet jetzt 20 Fälle, alle bei aus dem Ausland zurückkehrenden Neuseeländern. Am Sonntag ergab eine Überprüfung der vom Land verwalteten Isolations- und Quarantäneeinrichtungen, dass das System unter „extremer Belastung “ steht. Im Vergleich zum April stieg die Zahl der nach Hause auf die Doppelinsel zurückkehenden Bürger und Einwohner um 73%.
  • Südkorea hat am Sonntag mit 62 neuen Fällen damit zu kämpfen, neue Clusterausbrüchen zu kontrolieren. Die Gesamtinfektionen des Landes stiegen auf 12.715 mit 282 Todesfällen, was angesichts der 52 Millionen Einwohner bemerkenswert ist.
  • Die USA haben mit 2,5 Millionen offiziell gemeldeter Infektionen immer noch die mit Abstand meisten Fälle. Die brasilianische Infektionskurve ist jedoch ebenfalls sehr steil: Mindestens 1,3 Millionen Infektionen wurden aus dem südamerikanischen Land gemeldet. Brasilien und Indien, die ebenfalls ein großes Zentrum des Infektionswachstums darstellen, machten in der vergangenen Woche über ein Drittel aller Neuerkrankungen aus.
  • Europäische Länder Italien, Spanien und Frankreich, die einst die höchsten Infektionswachstumsraten hatten, scheinen das Virus im Nachhinein effektiver einzudämmen als andere. Die drei Länder belegen jetzt den 9., 8. und 12. Platz in Bezug auf die Gesamtinfektionen, allerdings den 4., 6. und 5. Platz in Bezug auf Todesfälle.
  • Russland hat offizielle 627.000 Fälle registriert – die dritthöchste Zahl nach den USA und Brasilien, doch seine offiziell gemeldeten Todesfälle liegen nur bei 8.958.
  • Peking kämpft derzeit gegen eine Neuinfektionen, die mit einem Großmarkt in der Stadt verbunden sind. Die Testkapazität sind daher auf ungefähr 300.000 pro Tag erhöht. Offiziell gemeldete chinesische Todesfälle sind mit offiuziell 4.641 bei mit 84.743 Infektionen aber immer noch niedrig.
  • Es ist ein Video von Freiwilligen der Trump-Wahlkampagne aufgetaucht, die offenbar Social-Distancing-Aufkleber von Sitzen in der Arena entfernten, in der US-Präsident einer Wahlkampfkundgebung abgehalten hat, vor der viele Experten des öffentlichen Gesundheitswesens wegen der immer noch wachsenden Coronavirus-Pandemie gewarnt hatten.
  • Das mexikanische Gesundheitsministerium meldete am Samstag 4.410 neu bestätigte Coronavirus-Infektionen und 602 zusätzliche Todesfälle, was einer Gesamtzahl von 212.802 Fällen und 26.381 Todesfällen im Land entspricht. Das mexikanische Gesundheitsministerium meldete am Samstag 4.410 neu bestätigte Coronavirus-Infektionen und 602 zusätzliche Todesfälle, was eine Gesamtzahl von 212.802 Fällen und 26.381 Todesfällen im Land bedeutet.
  • Irland wird im Juli eine 14-tägige Quarantäne für Reisende vom britischen Festland aufrechterhalten, obwohl es plant, die Reisebeschränkungen in einigen Ländern zu lockern, berichtete die Zeitung Sunday Times unter Berufung auf ein Memo. In dem Memo an das irische Kabinettskomitee hieß es, es sei „höchst unwahrscheinlich“, dass Großbritannien in die Liste der sicheren Reisen Irlands aufgenommen werde, fügte der Bericht hinzu.
  • Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland stieg um 256 auf 193.499, wie Daten des Robert-Koch-Instituts für Infektionskrankheiten am Sonntag zeigten. Die gemeldete Zahl der Todesopfer stieg um drei auf 8.957. (Quelle: The Guardian, 28.06.20)

Deutschland-Zahlen

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland ist binnen 24 Stunden um 256 auf 193.499 gestiegen. Das geht aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Die Zahl der Todesfälle steigt demnach um drei auf 8957.

Als einziger Landkreis übersteigt weiterhin Gütersloh den Grenzwert für Neuinfektionen, den Bund und Länder vereinbart hatten. Er liegt bei 50 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von einer Woche. Gütersloh liegt aktuell bei 133 Fällen – gestern waren es noch 164. (Quelle: RKI, 28.06.20)


Schweiz: 300 Gäste eines Clubs in in Zürich müssen in Corona-Quarantäne

In der Schweiz müssen 300 Menschen nach dem Besuch eines Clubs vorsorglich in eine zehntägige Quarantäne. Mehrere Gäste des Betriebs in Zürichs waren zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Der Clubbetreiber konnte den Behörden eine Liste mit den Kontaktdaten der Besucher des Clubs vom Abend des 21. Juni aushändigen. Dank dieser Liste habe das Contact-Tracing-Team die Gäste am Samstag über die notwendige Quarantäne informieren können, hieß es.

Zuletzt hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz wieder zugenommen. Binnen eines Tages wurden 69 neue Fälle bekannt, etwa drei Mal mehr als zu Wochenbeginn. (Quelle: ARD, 28.06.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Weltweit sind fast 10 Millionen Infektionsfälle. Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert, dass die 10-Mio-Grenze diese Woche überschritten wird. Fast eine halbe Million Menschen sind bisher bei der Pandemie ums Leben gekommen. Die aktuelle Zahl liegt laut Johns-Hopkins-Universität bei 497.427. Monate nach Ausbruch der Pandemie verstärkt sich die Angst vor einer zweiten Infektionswelle in den Ländern, die glaubten, es geschafft zu haben, die Krankheit auszumerzen, hauptsächlich unter Inkaufnahme wirtschaftlich und sozial schmerzhafter Beschränkungen.
  • In Australien kämpfen die Behörden im Bundesstaat Victoria gegen einen wachsenden Ausbruch, bei dem gestern 41 Fälle diagnostiziert wurden. Der Kampf des Staates gegen Covid-19 hat sich verschärft, nachdem eine Krankenschwester der Notaufnahme positiv auf das Virus getestet wurde und Gesundheitspersonal in zwei Vororten von Melbourne abstieg, um die Übertragung durch die Gemeinde zu kontrollieren.
  • Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in den USA stieg am Samstag auf über 2,5 Millionen. Mehr als 125.000 Amerikaner sind an Covid-19 gestorben, der weltweit höchsten Zahl an Todesopfern durch die Krankheit.
    Die US-Bundesstaaten Florida, Arizona, Nevada, South Carolina und Georgia haben am Samstag Tageshöchststände für Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Dies unterstreicht die zunehmende Verbreitung des Virus in frn südlichen und westlichen Bundesstaaten der USA, was einige der Bundesstaaten dazu veranlasst, ihre Lockerungsbeschlüsse auszusetzen.
  • Tausende Menschen demonstrierten am Samstag in rund 60 Städten in ganz Spanien, um bei den größten Demonstrationen seit Beginn der Krise einen kollektiven Wiederaufbau der Gesellschaft zu fordern, um die Folgen der Covid-19-Pandemie zu bekämpfen.
  • Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 38.693 neue Fälle von Coronavirus und 1.109 zusätzliche Todesfälle. Das Land hat jetzt insgesamt 1.313.667 bestätigte Fälle des Virus und 57.070 Todesfälle registriert.
    Eine wachsende Zahl von Covid-19-Infektionen bei Menschen unter 35 Jahren ist ein „besorgniserregender Trend“, sagte der irische Chefarzt am Samstag, als Irland die höchste Anzahl von Neuinfektionen seit zwei Wochen meldete.
  • Die Tschechische Republik hat den größten Anstieg der Covid-19-Fälle seit mehr als zwei Monaten verzeichnet. In mehreren Zentren verbreite sich die Krankheit schnell, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit.
  • Bei einem weltweiten Fundraising-Meeting am Samstag haben die USA, die Europäische Kommission und zahlreiche Länder 6,15 Mrd. EUR (6,9 Mrd. USD) für den Kampf gegen Covid-19 gesammelt. Viele Teilnehmer betonten, dass ein eventueller Impfstoff jedem zur Verfügung stehen sollte, der ihn benötigt.
  • Laut einer am Samstag veröffentlichten Ministerialverordnung soll Spanien ein Verbot für das Andocken von Kreuzfahrtschiffen an seinen Häfen aufrechterhalten, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen.
  • Der Bürgermeister der palästinensischen Stadt Bethlehem kündigte am Samstag die vorübergehende Schließung der palästinensischen Stadt an, um die Ausbreitung des Coronavirus nach einem starken Anstieg der Infektionen im besetzten Westjordanland einzudämmen.

(Quelle: The Guardian, 27.06.20)


Japans Hauptstadt mit hohen Neuinfektionen

Japans Hauptstadt Tokio hat am Samstag die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit Aufhebung des nationalen Notstands Ende Mai registriert. Demnach wurden 57 Menschen binnen eines Tages positiv auf das Coronavirus getestet, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Damit bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen seit nunmehr vier Tagen um die Marke von 50 Fällen.

Als Cluster wurden unter anderem Tokios nächtliche Amüsierviertel ausgemacht. Landesweit stieg die Zahl am Vortag erstmals seit Anfang Mai wieder auf mehr als 100 Fälle. Der Trend der Neuinfektionen zeigte bis Ende Mai nach unten, doch nach Aufhebung des Notstands am 25. Mai begann die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tokio wieder zu steigen.

Die Millionen-Hauptstadt will im Sommer nächsten Jahres die wegen der globalen Pandemie verschobenen Olympischen Spiele ausrichten. Japan hatte vergangenen Monat den Notstand im ganzen Land aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei. Während des Notstands waren die Bürger gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Ausgangssperren wie in Europa sind rechtlich nicht möglich. (Quelle: ARD, 27.06.20)



Kreis Gütersloh: Mehr Fälle ohne Tönnies-Bezug

Im Kreis Gütersloh ist die Zahl nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektionen in der Bevölkerung ohne direkten Bezug zur Tönnies-Belegschaft „merklich“ gestiegen. Grund dafür seien wohl vor allem die deutlich umfangreicheren Tests, viele der Infizierten zeigten aber keine Symptome, erklärte der Kreis in einer Mitteilung am Abend. In den sieben Tagen bis einschließlich Freitag (20. bis 26. Juni) seien 75 Fälle ohne Bezug zur Fleischfirma Tönnies bekannt geworden. Das waren den Angaben zufolge 28 mehr als im Vergleichszeitraum einen Tag zuvor. (Quelle: WDR. 27.06.20)


Meyer Werft mit prekärer Finanzlage

Die Papenburger Meyer Werft kann ihren Beschäftigten derzeit kein Urlaubsgeld auszahlen. In einer Videobotschaft an die Belegschaft bittet Werftchef Bernard Meyer um Verständnis dafür, dass die Zahlung erst nach Ablieferung der „Iona“ Ende August erfolgen kann. Laut Meyer geht es insgesamt um 14 Millionen Euro, die jetzt fällig gewesen wären.

Die „Iona“ liegt noch am Kai in Bremerhaven. Sie sollte bereits Anfang Mai an die P&O Reederei übergeben werden. Bislang wurde der Kreuzfahrtschiff-Neubau aber nicht vom Auftraggeber abgenommen.

Tim Meyer, Sohn von Bernard Meyer und Geschäftsführer in Papenburg, spricht in dem Video auch den Brand auf der „Odyssey of the Seas“ an. Der Schaden soll erheblich sein. Der Kreuzfahrer liegt im Baudock und soll laut Plan noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Nach NDR Informationen müssen nach dem Feuer mehrere Kabinen ausgetauscht werden, weil sie durch die Sprinkleranlage unter Wasser gesetzt wurden. Der Brand soll in einer Kabine ausgebrochen und erst nach geraumer Zeit entdeckt worden sein. Nur wenige Tage zuvor war schon ein Feuer an der Werft ausgebrochen. (Quelle: NDR, 27.06.20)


TK: Weniger Krankmeldungen

Bei der Techniker Krankenkasse (TK) haben sich im Mai so wenige Arbeitnehmer krank gemeldet, wie in keinem Mai der vergangenen zehn Jahre. Demnach lag der Anteil krankgeschriebener Beschäftigter bei 3,35 Prozent, wie eine Auswertung der Kasse zeigt, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. 2010 lag der Anteil im Monat Mai bei 3,39 Prozent. Der niedrigste Mai-Krankenstand seit Beginn der Auswertungen wurde nach Angaben der TK 2006 mit 2,92 Prozent gemessen.

TK-Chef Jens Baas führt den seit April währenden Rückgang unter anderem auf das Ende der Erkältungssaison zurück, die jedes Jahr für hohe Fehlzeiten verantwortlich sei. „Zum anderen kommen da aber sicher auch eine Reihe von Faktoren hinzu: allgemein verbesserte Hygienemaßnahmen, mehr Homeoffice, weniger Sport-, Schul- und Wegeunfälle, aber auch Faktoren wie eine unsicherere Arbeitsmarktsituation“, wird Baas zitiert.

Die Diagnose Covid-19 komme im Krankenstand vergleichsweise selten vor. Demnach waren im Monat Mai nur 0,35 Prozent der krankgemeldeten Beschäftigten davon betroffen. Im Vormonat waren es 0,64 Prozent. (Bild s. CC im Archiv v. 25.03.20; Quelle: Tagesschau, 270.6.20)


Spanien: Keine Kreuzfahrtschiffe bis zum Ende der Corona-Krise

Die spanische Regierung verlängert das Einreiseverbot für Kreuzfahrttouristen. Wie aus einem entsprechenden Gesetzblatt hervorgeht, soll das Anlegen der Touristenschiffe erst nach der Corona-Krise wieder erlaubt werden. Mit der Maßnahme soll eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden.

Die spanische Regierung öffnet derzeit das Land wieder für Touristen, die im Hotel übernachten. Spanien erzielt gut zwölf Prozent seiner Wirtschaftsleistung mit Urlaubern. (Quelle: ARD, 27.06.20)


„Corona-Mystiker“ legen Kretschmanns Facebook-Seite lahm

Nach zahlreichen Drohungen und Beleidigungen auf der Facebook-Seite von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis’90/Die Grünen) hat das Staatsministerium die Seite vorübergehend vom Netz genommen. Die Seite sei nach Veröffentlichung des jüngsten Podcasts des Grünen-Politikers am Freitagabend ununterbrochen von sogenannten „Corona-Rebellen und Verschwörungsideologen“ angegriffen worden, teilte die Pressestelle des Staatsministeriums mit.

„Im Sekundentakt posteten die Nutzerinnen und Nutzer zahlreiche Falschaussagen, Verschwörungserzählungen, Drohungen, Beleidigungen und andere strafrechtlich relevante Inhalte.“ Insgesamt gingen in 20 Stunden weit mehr als 4000 Kommentare der „Störer“ ein, wie es hieß. Zudem seien auch andere Nutzerinnen und Nutzer massiv attackiert worden. Ein normaler Betrieb der Seite sei daher nicht mehr möglich gewesen. (Quelle: Tagesschau, 27.06.20)


Sögel mit Tönnies

In Sögel gibt es drei neue Infektionsfälle mit dem neuartigen Corona-Virus – davon einen im Schlachthof Weidemark, der zum Tönnies-Konzern gehört. Nach derzeitigem Stand wird der Schlachthof aber nicht geschlossen. Zuvor waren die Schlachtkapazitäten bereits reduziert worden.

t den drei Neuinfektionen hat sich die Zahl der aktuellen Fälle im Emsland innerhalb eines Tages verdoppelt. Zuletzt hatte es zwei Infektionen in Freren und eine in Twist gegeben. Alle Kontaktpersonen der betroffenen Mitarbeiterin seien in häuslicher Quarantäne. 140 Menschen aus dem Produktionsbereich der Infizierten waren am Donnerstag vorsorglich freigestellt worden, obwohl sie erst am Vortag negativ getestet worden seien, hieß es. Die beiden weiteren Infektionsfälle hätten keinen Bezug zum Schlachthof. „Ein Infektionsgeschehen ist daher nach unserem aktuellen Kenntnisstand nicht gegeben“, betonte Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (CDU). Das Gesundheitsamt des Landkreises Emsland ist derzeit dabei, weitere Kontakte zu ermitteln. (Foto: Sögels blaue Schafe; CC am 27.12.2011 Quelle: NOZ, 26.06.20)


Arminia ohne Tönnies

Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld wird die Partnerschaft mit dem Fleischkonzern Tönnies nach dem dortigen großen Corona-Ausbruch beenden. Das bestätigte der Fußball-Club auf Anfrage. „Der Werbevertrag mit dem Unternehmen Tönnies wird zum Ende dieser Spielzeit auslaufen“, hatte die Arminia zuvor der „Neuen Westfälischen“ erklärt: „Aufgrund der aktuellen Ereignisse wird der DSC Arminia Bielefeld die werbliche Partnerschaft mit dem Unternehmen Tönnies nicht fortsetzen.“

Tönnies ist seit Juli 2019 offiziell Partner des Zweitliga-Meisters. Über das genaue Engagement des Unternehmens ist nichts bekannt. Es gehört allerdings nicht zum „Bündnis Ostwestfalen“, dem Zusammenschluss von Unternehmen, das Arminia aus einer prekären finanziellen Lage geholfen hat. In einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies wurden in den vergangenen Tagen mehr als 1500 Menschen positiv auf das Virus getestet. (Quelle: Tagesschau, 26.06.20)


Europaabgeordnete wollen mehr Mitsprache

Abgeordnete von CDU und CSU im EU-Parlament fordern mehr Mitspracherechte bei der Auszahlung der Milliarden-Hilfen aus dem geplanten Wiederaufbaufonds zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Er wolle ein Verfahren, das eine parlamentarische Kontrolle bei der Vergabe der Gelder sicherstelle, sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, Daniel Caspary. Es könne nicht sein, dass nur die EU-Kommission darüber entscheide.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat einen Hilfsplan in Höhe von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen. 560 Milliarden davon sollen über ein Instrument namens „Aufbau- und Resilienzfazilität“ vergeben werden. Die Mitgliedstaaten machen dabei Vorschläge für Projekte, die dann von der Kommission genehmigt würden. Der „Spiegel“ berichtete, die Unionsabgeordneten verlangten „mindestens dasselbe Maß an demokratischer Kontrolle“ wie beim normalen EU-Haushalt. Von der Leyen habe sich gesprächsbereit gezeigt und in Aussicht gestellt, dass das Parlament die Ausgaben jährlich bewerten dürfe. Den Unionsabgeordneten reiche eine nachträgliche Kontrolle aber nicht. Sie wollten zudem den Europäischen Rechnungshof zur Überprüfung einbinden. (Foto: CC s. Blogarchiv 29.04.19; Quelle: ARD, 26.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 26.06.2020, 10.00 Uhr

Die neuen Zahlen im Emsland zeigen im Gegensatz zu gestern einen Anstieg um drei neue Infizierungen – alle in Sögel. Im Landkreis gibt es jetzt 6 aktive Coronafälle; der Quotient auf 100.000 Einwohner ist auf 143,1 gestiegen. Ca. 70 Emsländer*innen (- 10) befinden sich noch in häuslicher Quarantäne.

Auch in Lingen (Ems) (76/72/4) gibt es weiterhin keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 42 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1 0
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 10 (+3) 7 0 3
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2 1
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 465 (+3) 434 (+/-0) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 6 (+3)

Scholz: Warum der Bruder des Finanzministers in Paris berühmt ist

„Man kennt ja das französische Pathos, diese Neigung, alles ein wenig zu überhöhen. Und ist nicht weiter überrascht, wenn Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire von einer „großen Ehre“ spricht, erstmals nach dem Corona-Ausbruch bei seinem „Freund Olaf“ zu sein. Man nimmt es hin, als er, auch auf Deutsch, anfügt: „Ich muss dazu sagen, dass Olaf ist sehr berühmt in Paris. Er hat immer die deutsch-französische Freundschaft unterstützt“. Ach, war das wirklich so? Dann aber wird es interessant: „Aber ich muss auch dazu sagen, dass sein Bruder Jens Scholz ist auch sehr berühmt in Frankreich. Weil er viele Patienten in Kiel aufgenommen hat. So, danke Olaf, für alles, das du schon getan hast. Aber danke auch zu deinem Bruder. Das ist wirklich eine große deutsche Familie, die Familie Scholz.““
(mehr und Quelle: SZ, 26.06.20)


Göttingen: Quarantäne beendet

Die coronabedingte Quarantäne für einen Wohnkomplex in Göttingen mit rund 700 Bewohnern ist beendet. Die Verpflichtung sei planmäßig um Mitternacht ausgelaufen, sagte ein Stadtsprecher. Der Zaun werde auf einer Seite derzeit abgebaut. An einer anderen Straße bleibt der Zaun allerdings noch stehen – dort finden Ein- und Auslasskontrollen statt, um sicherzustellen, dass einzelne Bewohner, für die noch eine Quarantäne-Pflicht gilt, das Gelände nicht verlassen. Bis Dienstag soll es zweimal täglich kostenlose Mahlzeiten geben.

Ziel der Quarantäne war, den Infektionsausbruch mit rund 120 nachgewiesenen Ansteckungen zu begrenzen. Die Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt, sagte die Leiterin des Göttinger Krisenstabs, Petra Broistedt.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte das Krisenmanagement der Stadt gelobt. Insgesamt waren der Stadt zufolge 600 Zweittests durchgeführt worden. Nur vier weitere Menschen hatten demnach ein positives Testergebnis. Dabei habe es sich um Kontaktpersonen von Infizierten im familiären Umfeld gehandelt.

Nach Angaben der Stadt leben die Menschen unter prekären Verhältnissen, die Wohnungen sind nur 19 bis 39 Quadratmeter groß – teils sind dort Familien mit vier Kindern untergebracht. (Quelle: Tagesschau, 26.06.20)


Sechs Corona-Fälle auf Frachter im Hamburger Hafen

Auf einem Frachter im Hamburger Hafen sind sechs Besatzungsmitglieder positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Alle 28 Besatzungsmitglieder der „Grande Cotonou“ der Grimaldi Lines seien unter Quarantäne gestellt worden, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde am Donnerstag.

Am Dienstag war das Frachtschiff „Grande Cotonou“ in Hamburg eingelaufen und habe bereits von unterwegs gemeldet, dass zwei Besatzungsmitglieder Krankheitssymptome aufwiesen, sagte die Sprecherin. Daraufhin seien alle Seeleute an Bord getestet worden. Niemand habe das Schiff verlassen.

Im Mai war an Bord des Frachters „Grande Atlantico“ derselben Reederei Corona festgestellt worden. Nach rund drei Wochen Quarantäne in Hamburg konnte das Schiff den Hafen wieder verlassen. (Quelle: NDR, 26.06.20)


Schweden verlieren Vertrauen

Die Schweden verlieren das Vertrauen in den Umgang der Behörden mit dem Coronavirus. Eine Ipsos-Umfrage in dieser Woche für die Zeitung Dagens Nyheter ergab, dass das Vertrauen in den Umgang mit CoViD-19 im Land seit April um 11 Punkte auf 45% gesunken ist, wobei die Unterstützung für das nationale Gesundheitsamt um 12 Punkte gesunken ist.

Der Anteil der Befragten, die mit den Maßnahmen der Mitte-Links-Regierung im Rahmen der Pandemie zufrieden waren, ging im Juni von 50% im Vormonat auf 38% zurück; auch die persönliche Zustimmungsrate des Premierministers Stefan Löfven sank ebenfalls um 10 Punkte. (Quelle: The Guardian, 26.06.20)


„Derzeit sehr genau geprüft“

Nach dem großen Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies lässt Nordrhein-Westfalen die Haftbarkeit des Unternehmens prüfen. Zur Frage, ob das Unternehmen haftbar zu machen sei, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Es wird derzeit sehr genau geprüft, ob und gegen welche Regeln das Unternehmen verstoßen hat und wo es in Haftung genommen werden kann.“ Laschet betonte, er sehe Tönnies „in der Verantwortung“.

Der Ministerpräsident verteidigte seine Regierung gegen die Kritik, zu spät gegen die Arbeitsweise der Fleischfirma vorgegangen zu sein. „Die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen waren bekannt“, sagte Laschet dem RND. „Rot-Grün hat die Werkverträge eingeführt, die zum Problem geworden sind. Unser Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich hier als einziger mit wirklichem Nachdruck für eine Änderung eingesetzt.“ Für eine gesetzliche Änderung habe es jedoch keine Mehrheit gegeben, sagte Laschet. „Das muss man nüchtern einräumen.“ (Quelle: ARD, 26.06.20)


45 Infizierte bei Geestland in Wildeshausen

Bei einem Corona-Test der Mitarbeiter des Puten-Schlachtbetriebs Geestland in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) sind seit Mittwoch insgesamt 45 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilten der zuständige Landkreis Oldenburg und das Unternehmen mit, das zur Wiesenhof-Gruppe gehört. Insgesamt wurden bis Donnerstagabend 1.115 Tests durchgeführt. Damit sei die gesamte Belegschaft „bis auf wenige Ausnahmen“ erfasst worden, hieß es. Der benachbarte Landkreis Diepholz hatte nach Bekanntwerden der Infektionen Konsequenzen ergriffen. 200 Werkvertragsarbeiter stehen seitdem in ihrer Unterkunft auf einem ehemaligen Kasernengelände in Wagenfeld unter Quarantäne.

Für einen Schlachtbetrieb für Schweine in Essen konnte der zuständige Landkreis Cloppenburg dagegen Entwarnung geben. Dort hatten zunächst sog. „Indizientests“ bei drei Mitarbeitern einen Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus ergeben. Weitere Tests ergaben jedoch, dass die drei nicht infiziert sind. Dennoch bleiben sie vorsorglich in Quarantäne. Nach Angaben des Betreibers Danish Crown arbeiten in dem Betrieb insgesamt 1.500 Menschen. Diese würden seit Beginn der Pandemie im Frühjahr regelmäßig stichprobenartig getestet, dabei hätten sich die aktuellen Verdachtsfälle ergeben, so das Unternehmen. (Quelle: NDR, 26.06.20)


Überblick am Morgen

  • Die weltweiten Fälle näherten sich am Freitag 9,6 Millionen. Die WHO rechnete damit, dass die weltweiten Infektionen bis Ende der Woche 10 Millionen erreichen werden. Die aktuelle Summe liegt bei 9.586.769. Bisher sind mindestens 488.740 Menschen gestorben.
  • Der rechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sagte am Donnerstag (Ortsteit), dass er sich möglicherweise mit Coronavirus infiziert habe und ein weiterer Test auf die Krankheit durchgeführt werde, nachdem er mehrere Wochen zuvor negativ auf das Virus getestet worden war.
    Am Donnerstag bestätigte Brasilien 39.483 neue Fälle. Brasilien hat jetzt 1.228.114 bekannte Coronavirus-Infektionen. Laut dem Tracker der Johns Hopkins University liegt die Zahl der Todesopfer bei fast 55.000, wobei die Zahl der Todesopfer derzeit bei 54.971 liegt.
  • China meldete am Freitag einen weiteren Rückgang der neu bestätigten Fälle des Coronavirus mit 13 Fällen. Elf befanden sich in Peking, wo nach einem Ausbruch, der offenbar weitgehend unter Kontrolle gebracht worden war, Massentests durchgeführt wurden. Die beiden anderen Fälle stammen laut National Health Council von zurückgekehrten chinesischen Reisenden aus Übersee.
  • Südkorea meldete 39 neue Fälle, hauptsächlich aus der dicht besiedelten Metropolregion Seoul, wo wegen der zunehmenden Lockerungen Schwierigkeiten bestehen, Übertragungen einzudämmen. Südkorea wurde allgemein als Antiviren-Erfolgsgeschichte angesehen, nachdem es im Februar und März einen Ausbruch in der südöstlichen Stadt Daegu gegeben hatte. Das Land verzeichnet inzwischen jedoch einen Anstieg der Neuinfektionen, seitdem ab Mai der Lockdown gelockert wurde und die Schulen wieder eröffneten.
  • Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat damit gedroht, die Strände zu schließen, nachdem sich am Donnerstag Zehntausende Menschen in Scharen die Stränden von Bournemouth und anderen Küstenabschnitten in Dorset besucht hatten. Der britische Gesundheitsminister sagte, er werde die Strände schließen, wenn die Menschen die Abstandsregeln nicht einhielten. Er sagte, er wolle dies nichz. Aber, setzte er hinzu, man werde die Maßnahme ergreifen, wenn die Zahl der Coronavirus-Fälle ansteige.
  • Neuseeland hat einen neuen Fall von Covid-19 gemeldet. Wie alle derzeit aktiven Fälle des Landes wurde es bei Routinetests von unter Quarantäne gestellten Reisenden diagnostiziert. Nach etwas mehr als einer Woche ohne aktive Fälle des Virus hat die Anzahl der diagnostizierten Fälle wieder zugenommen, da immer mehr Neuseeländer von Covid-19-Hotspots im Ausland zurückkehren.
    (Quelle: The Guardian, 26.06.20)

Kinder: Nicht so schwere Krankheitsverläufe

Kinder sind einer ersten europaweiten Studie zufolge von dem neuartigen Coronavirus nicht so schwer betroffen. Die Untersuchung mit 582 Kindern und Jugendlichen mit Covid-19 ergab, dass die durch das Coronavirus verursachte Lungenkrankheit vorwiegend leichte Erkrankungen bei Kindern verursacht und Todesfälle sehr selten sind. Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift „The Lancet Child & Adolescent Health“ veröffentlichten Studie hervorgeht. Zwar habe die Mehrheit – 62 Prozent – ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, jedoch habe dort weniger als jedes zehnte Kind auf der Intensivstation behandelt werden müssen. (Quelle: TSP, 26.06.20)


Deutschland-Zahlen

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 477 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8948 infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 21 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Ungeachtet jüngster Corona-Ausbrüche macht sich nur ein Viertel der Deutschen ernsthaft Sorgen über eine Ansteckung. Das geht aus dem aktuellen ARD- DeutschlandTrend hervor. (Quelle: RKI, 26.06.20)


USA mit neuen Höchstzahlen

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen in den USA steigt nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters auf einen Rekordwert. Demnach wurden nach eigenen Zählungen am Donnerstag mindestens 39.818 neue Fälle registriert. Der bisherige Höchstwert lag am 24. April bei 36.426. In dieser Woche haben demnach die Bundesstaaten Alabama, Arizona, California, Florida, Idaho, Mississippi, Missouri, Nevada, Oklahoma, South Carolina und Wyoming Rekordanstiege gemeldet.

Auch die „Washington Post“ vermeldet einen neuen Höchststand, den sie mit 39.327 Fällen angibt. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben aus den Gesundheitsbehörden der einzelnen Bundesstaaten. Von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore liegen derzeit noch keine Angaben zu den Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden vor. (Quelle und mehr: SPIEGEL, 26.06.20)


Biden über Trump: „Wie ein Kind!“

Joe Biden äußerte sich am Donnerstag in Lancaster (Pennsylvania) zur Gesundheitsversorgung in den USA, als erneut mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten einen Anstieg neuer Coronavirus-Fälle meldeten. Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten für die Wahlen am 8. November warf Präsident Trump vor, für die schlechte Reaktion des Landes auf die Corona-Pandemie verantwortlich zu sein.“Er ist wie ein Kind, das nicht glauben kann, dass ihm das passiert ist“, sagte Biden.

„All dieses Jammern und Selbstmitleid. Aber diese Pandemie ist nicht ihm passiert. Sie ist uns allen passiert. Und seine Aufgabe ist es nicht, darüber zu jammern. Seine Aufgabe ist es, etwas dagegen zu unternehmen.“

Biden forderte die Amerikaner außerdem auf, sich sAbstände einzuhalten und Masken zu tragen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen. „Wir müssen Masken tragen. Und ich weiß, als Amerikaner sind wir das nicht gewohnt. Aber es ist wichtig “, sagte Biden. „Wir müssen auch Abstand zueinander halten. Das ist nicht einfach. Es scheint uns so seltsam. … Aber jetzt müssen wir das tun. Es ist wichtig.“ (Quelle: The Guardian, 25.06.20)


Grimme-Online: Drei Auszeichnungen für den Norddeutschen Rundfunk

Der NDR Info Podcast „Das Coronavirus-Update“ mit Virologe Christian Drosten und den Moderatorinnen Korinna Hennig und Anja Martini sowie das investigative NDR Rechercheformat STRG_F haben am Donnerstagabend jeweils einen Grimme Online Award erhalten. Zusätzlich ging der Publikumspreis an den Podcast. Die Auszeichnung ist einer der wichtigsten Online-Medienpreise Deutschlands.

NDR Intendant Joachim Knuth sagte dazu: „Der NDR erreicht mit qualitativ hochwertigem Journalismus, der einordnet, hinterfragt und kritisch bleibt, die Menschen – auch online. Der NDR Info Podcast ‚Das Coronavirus-Update‘ hat sich schnell zu einer Instanz bei den Hörerinnen und Hörern im Norden und weit darüber hinaus entwickelt. Es gelingt den Moderatorinnen Korinna Hennig und Anja Martini in jeder Folge im Gespräch mit dem Virologen Christian Drosten, unaufgeregt, verständlich und wissenschaftlich fundiert über die Entwicklungen der Corona-Pandemie zu informieren. Respekt! Das Team von STRG_F beweist, dass investigative Recherche auch beim jungen Publikum sehr gefragt ist. Ich gratuliere allen Beteiligten herzlich zum Grimme Online Award.“

Der NDR Info Podcast „Das Coronavirus-Update“ (Start 26. Februar) mit Prof. Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité, beschäftigt sich mit Fragen und Bewertungen rund um die Pandemie aus virologischer Sicht und mit dem aktuellen Stand der Forschung. NDR Info und das NDR Audio Lab „Think Radio“ hatten den Podcast gemeinsam an den Start gebracht. Der Podcast steht auf verschiedenen digitalen Plattformen des öffentlich-rechtlichen Senders zur Verfügung. Bisher wurde er bislang etwa 55 Millionen Mal abgerufen. Zudem wird er im Radioprogramm auf NDR Info, im NDR Fernsehen und auf tagesschau24 gesendet. In Auszügen ist er auf N-JOY, NDR 2, NDR 1 Niedersachsen, NDR 90,3, NDR 1 Radio MV sowie weiteren Radioprogrammen in der ARD zu hören. Mit der 50. Folge ging der Podcast jetzt in eine zweimonatige Sommerpause.

STRG_F ist das investigative Rechercheformat des NDR für funk, das Content-Netzwerk von ARD und ZDF, und beschäftigt sich wöchentlich mit relevanten Themen junger Zielgruppen. Bundesweit für Aufsehen gesorgt haben die Enthüllungen rund um die TV-Moderatoren Joko und Klaas, die zahlreiche ihrer Geschichten gefaked haben. Auch die Reportage von der „Sea Watch 3“ sorgte bundesweit für Beachtung. Das Kürzel STRG_F steht für Suchen und Finden – der Kern von Journalismus. STRG_F geht dahin, wo es etwas zu entdecken und aufzudecken gibt. Die jungen Reporterinnen und Reporter berichten dabei subjektiv und transparent, ehrlich und ungeschönt. Die Sorgfalt der Recherche und die junge Erzählweise stehen im Mittelpunkt des Formats. Die Beiträge sind unter go.funk.net/strg_f abrufbar.

Seit dem Jahr 2001 zeichnet das Grimme-Institut mit dem Grimme Online Award qualitativ hochwertige Online-Angebote in den vier Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial aus. Insgesamt werden maximal acht Preise vergeben, darunter ein eigener Publikumspreis. (Quelle: NDR, 25.06.20)


USA: Wohl 10 x mehr Infizierte

In den USA haben sich nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC wohl rund zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang bekannt. „Für jeden Fall, den wir verzeichnet haben, gab es wahrscheinlich zehn weitere Infektionen“, sagte CDC-Direktor Robert Redfield. Das sei vor allem auf asymptomatische Infektionen zurückzuführen und darauf, dass in den USA in den ersten Monaten des Ausbruchs deutlich weniger getestet worden sei als jetzt.

„Mit den Methoden, die wir im April und Mai benutzt haben, haben wir wahrscheinlich rund zehn Prozent der Infektionen verzeichnet.“ Die steigende Zahl der Neuinfektionen vor allem in südlichen Bundesstaaten besorge ihn sehr, sagte Redfield. Die Behörde gibt derzeit für die USA mehr als 2,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen an – mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt. (Quelle: Tagesschau 25.06.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Die weltweiten Fälle haben am Donnerstag die Zahl von 9,5 Millionen überschritten, und die WHO hat erwartet, dass die weltweiten Infektionen bis Ende der Woche die 10 Millionen-Marke erreichen wird. Bisher sind mindestens 484.000 Menschen gestorben.
  • Der mexikanische Finanzminister Arturo Herrera Gutiérrez hat angekündigt, dass er positiv auf Coronavirus getestet wurde, aber nur „geringfügige“ Symptome aufweist. „Ab sofort werde ich in Quarantäne sein und von zuhause aus arbeiten“, sagte er.
  • In den Vereinigten Staaten nehmen die Fälle weiter zu, und Texas kündigt an, die Lockerungen des Lockdown nach dem alarmierenden Anstieg von Infektionen und Krankenhausaufenthalten aussetzen. Experten der US-Regierung glauben, dass mehr als 20 Millionen Amerikaner das Coronavirus hätten infizieren können, zehnmal mehr als offiziell. Mexiko bestätigte seine zweithöchste tägliche Zahl an Todesfällen durch Coronaviren mit 947 Todesfällen am Mittwoch.
  • In Europa gibt es seit Beginn der Lockerungen der Beschränkungen einen Anstieg der Covid-19-Fälle, sagte der Europadirektor der WHO, Hans Kluge, gegenüber Reportern. „Letzte Woche gab es in Europa zum ersten Mal seit Monaten wieder mehr wöchentliche Fälle“, sagte er und setzte hinzu, dass mehr als zwei Dutzend Länder in Europa ein Wiederaufleben des Corona-Virus verzeichnen.
  • In Portugal werden Teile des Großraums Lissabon ab nächster Woche wieder gesperrt werden, da die portugiesischen Behörden mit einer besorgniserregenden neuen Welle von Coronaviren am Stadtrand zu kämpfen haben.
  • Auch Israel erlebt einen alarmierenden Anstieg neuer Coronavirus-Fälle, was die Regierung dazu veranlasst hat, die Wiedereinführung eines umstrittenen Verfolgungssystems zu genehmigen, das vom nationalen Inlandsgeheimdienst des Landes, Shin Bet, verwaltet wird.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat gewarnt, dass es Krankenhäuser mit einem Mangel an Sauerstoffkonzentratoren konfrontiert sind, die zur Unterstützung der Atmung von Covid-19-Patienten mit Atemnot erforderlich sind, nachdem pro Woche weltweit 1 Million neue Corona-Fälle bestätigt werden.
  • China meldete heute 19 neue Corona-Fälle bei Massentests in Peking, wo ein kürzlich aufgetretener Ausbruch offenbar unter Kontrolle gebracht wurde. Von den neuen Fällen, die am Donnerstag gemeldet wurden, befanden sich 13 in Peking und einer in der benachbarten Provinz Hebei. Offizielle sagen, dass die anderen fünf von chinesischen Reisenden aus dem Ausland gebracht wurden. Es wurden keine neuen Todesfälle gemeldet.
    (Quelle: The Guardian, 25.06.20)

Frankreich-Zahlen

Die Zahl der Todesfälle in Frankreich durch das Coronavirus ist gegenüber dem Vortag um 21 auf jetzt insgesamt 29.752 gestiegen, teilte die Gesundheitsbehörde des Landes mit.

Frankreich verzeichnet die weltweit fünfthöchste Zahl von Covid-19-Todesopfern, obwohl die Zahl der Opfer seit den Höchstständen im März und April stetig zurückgegangen ist, was es der Regierung ermöglicht hat, Unternehmen und einige Schulen schrittweise wieder zu eröffnen. (Quelle: AFP, 25.06.20)


„WHO bekommt das Geld, das sie braucht!“

Frankreich und Deutschland haben am Donnerstag ihre Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation bei der Bekämpfung des Coronavirus zum Ausdruck gebracht. die Bundesregierung sagte, Deutschland werde in diesem Jahr eine halbe Milliarde Euro zur Finanzierung der UN-Agentur zahlen.

Deutschland wird in der Coronakrise seine finanzielle Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation in diesem Jahr auf mehr als 500 Millionen Euro aufstocken. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn bei einem Besuch in Genf an.

„Das ist der höchste Betrag, den Deutschland je in einem Jahr an die WHO gezahlt hat“, sagte Spahn. Zusätzlich zu den von Deutschland zur Eindämmung des Coronavirus bereits zugesagten rund 110 Millionen Euro würden der WHO 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Diese Unterstützung müsse vom Parlament noch genehmigt werden, aber die Regierung sei sehr zuversichtlich, dass das Anfang Juli passiere, erklärte Spahn.

Außerdem würden weitere 41 Millionen Euro für die Hauptaufgaben der WHO gezahlt. Auch würden Masken und medizinisches Gerät wie Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt. Das sei als ein starkes Zeichen der internationalen Solidarität zu verstehen. „Wir stehen zusammen, um globale Gesundheitsprobleme zu bekämpfen“, sagte Spahn.

Der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte auf einer Pressekonferenz in Genf, dass die von der Trump-Administration kritisierte Agentur die notwendige finanzielle und politische Unterstützung erhalten habe.

Der US-Präsident Donald Trump hatten im Mai angekündigt, dass die USA alle Verbindungen zur WHO abbrechen würden. „Wir haben die Reformen, die durchgeführt werden müssen, detailliert beschrieben und direkt mit ihnen befasst; doch sie haben sich geweigert zu handeln, weil sie die geforderten und dringend benötigten Reformen nicht durchgeführt haben“, hatte Trump erklärt. „Wir werden heute unsere Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation beenden und diese Mittel an andere weltweit weiterleiten und dringende globale Bedürfnisse im Bereich der öffentlichen Gesundheit verdienen.“
(Quelle: The Guardian, ARD 25.06.20)


Moers: Jetzt 79 Infektionen in Dönerfleischproduktion

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter einer Dönerfleischproduktion in Moers (NRW) hat sich auf 79 erhöht. Nachdem zunächst 17 Beschäftigte positiv getestet worden waren, kamen bei weiteren Tests nun 62 hinzu, wie der Kreis Wesel mitteilte. 120 Testergebnisse stehen noch aus. Der Dönerfleischproduzent hat 275 Mitarbeiter. Morgen soll die Verarbeitung des noch vorhandenen Rohfleischs abgeschlossen werden. „Danach wird der Betrieb zunächst komplett geschlossen“, erklärte der Kreis.
(Quelle: WDR, 25.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 25.06.2020, 10.00 Uhr

Die neuen Zahlen im Emsland sind dieselben wie gestern. Im Landkreis gibt es lediglich noch 3 aktive Coronafälle. Ca. 70 Emsländer*innen (- 10) befinden sich noch in häuslicher Quarantäne.

Auch in Lingen (Ems) (76/72/4) gibt es weiterhin keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 42 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1 0
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 7 7 0 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2 1
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 462 (+/- 0) 434 (+2) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 3

(25.06.20)



Niedersachsen: Wirt verlangt Entschädigung vom Land

Viele Menschen haben wirtschaftlich unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten. Vor allem für einige Selbstständige wie Gastronomen waren Corona-bedingte Schließungen existenzbedrohend. Gerrit Schweer, der ein größeres Fischrestaurant in Wunstorf am Steinhuder Meer (Region Hannover) betreibt, klagt nun vor dem Landgericht Hannover auf Entschädigung.

Er begründet seine Zivilklage damit, dass das Land als Verordnungsgeber infektionsschützender Maßnahmen sei zur Entschädigung verpflichtet sei. Da vom Restaurant des Klägers keine virusbedingte Gefahr ausgegangen sei, habe das Land eine Ansteckungsgefahr aus generalpräventiven Gründen nur vermuten können. Das hieraus resultierende „Sonderopfer“ des Klägers als Restaurantbetreiber und Anbieter einer personennahen Dienstleistung müsse ausgeglichen werden.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) blickt gespannt auf die Verhandlung der Klage von Gerrit Schweer. „Wir haben unseren Mitgliedern empfohlen, ihre Ansprüche vorsichtshalber bis zum 16. Juni an den jeweils zuständigen Landkreis und an das Gesundheitsministerium zu stellen“, so Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer der Landesgeschäftsstelle Niedersachsen gegenüber NDR.de. Man wisse noch nicht genau, wer eigentlich der Adressat für die Forderungen sei und welche Frist eigentlich gelte. „Wir haben den Mitgliedern gesagt: Beziffert Euren Schaden und fordert diese Summe.“ Bis die ersten Mitglieder Antworten erhielten, würde die Zeit genutzt, um Musterklagen vorzubereiten. Aus der Klage von Gerrit Schweer könne man dafür sicher wertvolle Erkenntnisse gewinnen.

Gerrit Schweer hat sein Restaurant inzwischen wieder geöffnet, statt 200 Plätzen kann er jetzt maximal noch 80 Plätze besetzen – wenn die Leute denn kommen: „Es fehlen die Busreisen und die Familienfeiern“, sagt der Wirt. „Aber die Ausflügler kommen schon wieder – die Leute wollen mal raus.“ Aktuell mache er ungefähr 72 Prozent vom Vorjahresumsatz – immerhin: „Die kleineren Läden leiden ja noch viel mehr“, so Schweer. „Und dort haben die Leute gar nicht die Mittel, um zu klagen.“ Es fände es gut, wenn sie alle Entschädigungen bekämen, um ihre Existenzen zu sichern. Mit seiner Klage vor dem Landgericht Hannover könne er den Anfang machen. (Quelle: NDR, 25.06.20)


„Germany“


Deutschland-Zahlen

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 630 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192.079 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8.927 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 13 im Vergleich zum Vortag.
Etwa 176.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind rd. 500 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: Tagesschau, 25.06.20)



Lufthansa vor Hauptversammlung

Unmittelbar vor der wichtigen Hauptversammlung der Lufthansa haben sich das Unternehmen und die Gewerkschaft UFO auf ein Krisenpaket für die Flugbegleiter mit Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro verständigt, wie die Lufthansa und die Kabinengewerkschaft UFO in der Nacht mitteilten.

Das Paket umfasst laut UFO einen vierjährigen Kündigungsschutz sowie ein Einsparvolumen von über einer halben Milliarde Euro bis Ende 2023. Die Lufthansa teilte mit, unter anderem würden Vergütungsanhebungen ausgesetzt sowie die Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung zeitweise reduziert.

Die Lufthansa steht heute an einer Wegscheide. Die Aktionäre des Unternehmens entscheiden bei der außerordentlichen Hauptversammlung darüber, ob sie den Staat für rund 300 Millionen Euro als Anteilseigner einsteigen lassen wollen oder nicht. Damit fest verbunden ist das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket, das in den Wochen zuvor mühsam zwischen Frankfurt, Berlin und Brüssel ausgehandelt worden war.

Kurz vor der Einigung mit der UFO war Großaktionär Heinz Hermann Thiele in seiner Haltung umgeschwenkt und hatte damit die Hoffnung auf eine entscheidende Kehrtwende und damit der ersehnte Lichtblick für die Lufthansa genährt. (Foto: CC s. Archiv 10.4.20; Text: Quelle ARD, 25.06.20)


Feuer unter Autos von Schlachthof-Arbeitern gelegt

Die Polizei in Warendorf sucht nach Zeugen, die beobachtet haben, wie vier Personen versuchten, zwei Autos rumänischer Schlachthof-Arbeiter anzuzünden. Die Unbekannten wurden in der Nacht von Montag (22.06.2020) auf Dienstag (23.06.2020) in Beckum im Kreis Warendorf gesehen, wie sie unter den Autos mit rumänischem Kennzeichen Feuer legten.
Laut Polizei konnten die Feuer gelöscht werden, ehe größerer Schaden entstand. Eine Zeugin beobachtete, wie zwei junge Männer und zwei Frauen wegrannten. (Quelle: WDR, 25.06.20)


Erste Klage gegen Lockdown im Kreis Gütersloh

Gegen den eingeschränkten „Lockdown“ im Kreis Gütersloh ist am Oberverwaltungsgericht des Landes NRW eine Klage eingegangen. Ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock verlangt nach Angaben einer Gerichtssprecherin die rechtliche Überprüfung einer Landesverordnung.
Der Antragsteller will im Rahmen einer sogenannten Normenkontrollklage klären lassen, warum die Beschränkungen auch Orte betreffen, die von dem Corona-Ausbruch nicht betroffen sind. Eine Entscheidung wird in dieser Woche nicht mehr erwartet. (Quelle: WDR, 25.06.20)


Axel Prahl zog Drehpause wegen Corona vor

Die durch die Coronakrise verursachte Drehpause hat für Tatort-Schauspieler Axel Prahl auch Positives gebracht. „Ich wollte ja 2021 eine kleine Pause machen. Diese habe ich jetzt quasi vorgezogen“, sagte der 60-Jährige. Mit seinem Schauspielkollegen Jan Josef Liefers steht Prahl derzeit wieder für einen Münster-Tatort vor der Kamera. Am Set gelten wie in der gesamten Branche besondere Hygiene-Regeln. Prahl und Liefers waren zum Beispiel auch mit Mund-Nasen-Schutz-Masken am Set zu sehen. (Quelle: WDR, 25.06.20)


USA versinken in Corona – Bis Oktober 180.000 Tote?

Die USA haben insgesamt 34.700 neue Covid-19-Fälle an einem Tag registriert. Dies ist der höchste Stand seit Ende April, als die Zahl nach Angaben der Johns Hopkins University bei 36.400 lag.

Das Wiederaufleben des Coronavirus vernichtet zwei Monate Fortschritt in den USA aus und führt die Infektionen auf ein neues Niveau in den südlichen und westlichen Bundesstaaten des Landes. Verwaltungsbeamte wie Gesundheitsexperten warnten am Mittwoch (Ortszeit), dass Politiker und eine Öffentlichkeit, die in vielen Fällen die Schutzmaßnahmen satt hat, eine Katastrophe auslösen lassen.

Während neue Infektionen an frühen Hot Spots wie New York und New Jersey stetig zurückgehen, stellten andere Bundesstaaten in dieser Woche von Tag zu Tag neue Infektionssrekorde auf, darunter Arizona, Kalifornien, Mississippi, Nevada, Texas und Oklahoma. North Carolina und South Carolina haben zusammen mit einigen anderen Bundesstaaten so viele Krankenhauseinweisungen wie noch nie.

„Die Leute wurden selbstgefällig“, kommentierte Marc Boom, Chef einer Krankenhauskette in Houston (Texas). „Und das Virus kommt zurück und beißt uns, ganz offen.“

Die Zahl der Todesopfer ist in den USA am Mittwoch auf 122.000 angestiegen und die Infektionen in den USA sind bei fast 2,4 Millionen angekommen. Jetzt prognostizierte ein weit verbreitetes Computermodell der University of Washington bis zum 1. Oktober fast 180.000 CoViD-19-Tote.

Die Aktien gaben an der Wall Street um 2,6% nach, als die Nachrichten die Hoffnungen auf eine schnelle wirtschaftliche Wende dämpften. Experten forderten angesichts der dramatisch zunehmenden Zahlen die Amerikaner auf, weiterhin die Richtlinien und Vorschriften zu befolgen. (Quelle: The Guardian, 25.06.20)


Kühlungsborn: Reisegruppe aus Gütersloh zurückgeschickt

Eine Reisegruppe aus dem nordrhein-westfälischen Gütersloh ist von einem Hotel im Ostseebad Kühlungsborn (Landkreis Rostock) zurückgewiesen worden. Nach Angaben des Landkreises war die Gruppe am Sonntag angereist. Das Hotel habe das Gesundheitsamt informiert, da bei der Ankunft der Gäste nicht sicher feststand, ob Gütersloh bereits Risikogebiet war.

Das Gesundheitsamt und das Rechtsamt hätten daraufhin dem Hotel auf Grundlage der entsprechenden Landesverordnung geraten, die etwa 40 Reisenden zurückzuschicken. Die Gäste konnten keine negativen Tests nachweisen, wie gemäß Landesverordnung gefordert. Der Landkreis aktualisiert derzeit sein Informationsangebot für Beherbergungsbetriebe, um den Vermietern den Umgang mit Reisenden aus Risikogebieten zu erleichtern. (Quelle: NDR, 25.06.20)


Corona-Infektionen: Der nächste Schlachthof

In einem weiteren Schlachthof im Nordwesten Niedersachsens sind neue Corona-Fälle bekannt geworden: Es handelt sich um den „Danish-Crown-Schlachthof in Essen im Landkreis Cloppenburg. Nach Angaben eines Sprechers der Betreiberfirma am Mittwoch gibt es in dem Schlachthof drei infizierte Mitarbeiter, die in der vorherigen Woche noch negativ auf das Coronavirus getestet worden waren. Außerdem sei ein neuer Mitarbeiter infiziert, der aber noch nicht im Schlachthof angefangen hatte.

Danish Crown hat nach eigenen Angaben bereits 350 Mitarbeiter getestet, die in den Abteilungen der drei Infizierten gearbeitet haben. Die Testergebnisse sollen am Donnerstag vorliegen. Insgesamt arbeiten bei Danish Crown in Essen 1.500 Mitarbeiter. Am Dienstag waren zudem 23 Corona-Fälle im Puten-Schlachtbetrieb Geestland in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) bekannt geworden. Dort sollen alle rund 1.100 Mitarbeiter getestet werden. Die Ergebnisse aus Wildeshausen sollen am Freitag vorliegen.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kienast (CDU) äußerte sich „besorgt über die Corona-Ausbrüche“. Sie erwarte von den Unternehmen der Ernährungsbranche, dass die Pandemiepläne auf Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Außerdem forderte sie, dass die Kapazitäten in bestimmten Bereichen der Betriebe heruntergefahren werden, um die Sicherheit der Mitarbeiter und der Bevölkerung zu gewährleisten. Von einem Verbot für Werkvertragsarbeiten sagte sie nichts.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Oldenburg/Ostfriesland forderte außerdem Tests für alle Mitarbeiter der niedersächsischen Fleischindustrie.

(Quelle: NDR, 25.06.20)


Neuss (NRW): Neue Infektionen in Dönerfleischproduktion

In einer Dönerfleischproduktion im nordrhein-westfläischen Moers sind 17 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtete der Kreis Wesel. Die Infizierten seien in Quarantäne – vorsorglich wurden weitere 43 Kontaktpersonen ebenfalls isoliert. In dem vorsorglich geschlossenen Betrieb in Nordrhein-Westfalen arbeiten insgesamt 275 Mitarbeiter. Alle Anwesenden seien den Behörden zufolge getestet worden. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Einige wenige Mitarbeiter dürften aber in den kommenden Tagen noch unter Auflagen „bereits angelieferte Frischware weiterverarbeiten, um zu vermeiden, dass diese verdirbt“, so der Kreis. Der Betrieb habe ein „hervorragendes Hygienekonzept“. Es gebe keine Werkverträge oder Mitarbeiter, die in Sammelunterkünften lebten.

Die 17 infizierten Mitarbeiter waren nachträglich untersucht worden, nachdem das NRW-Gesundheitsministerium im Mai eine Reihentestung bei allen Schlachtbetrieben im Bundesland angeordnet hatte. Nun seien nochmals die Mitarbeiter getestet worden, die damals unter anderem wegen Urlaub oder Kurzarbeit nicht getestet werden konnten. (Quelle: ARD, 24.06.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, erwartet, dass die Zahl der Coronavirus-Fälle weltweit in der nächsten Woche 10 Millionen erreichen wird. Fast 9,3 Millionen Menschen sind bereits positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet, und 478.289 sind laut der von der Johns-Hopkins Universität geführten Bilanz an Covid-19 gestorben.
  • Laut einem Bericht von Amnesty International über 12 europäische Länder wirkte sich die Durchsetzung von Pandemien in Europa überproportional auf ethnische Minderheiten und solche Gruppen aus, die mit Gewalt, diskriminierenden Identitätsprüfungen, erzwungenen Quarantänen und Geldstrafen konfrontiert waren.
  • Freiwillige in Brasilien und Südafrika erhielten Injektionen eines experimentellen Coronavirus-Impfstoffs, der von Forschern der Universität Oxford entwickelt wurde. Der gemeinsam mit AstraZeneca entwickelte Impfstoff ist einer von Dutzenden, die Forscher weltweit testen und auf den Markt bringen wollen. Es wird bereits an Freiwilligen in Großbritannien getestet.
  • Der preisgekrönte britische Dichter und Kinderbuchautor Michael Rosen ist nach 47 Tagen mit Covid-19 nach Hause zurückgekehrt. Er wurde seit März auf die Intensivstation, und seine Familie warnte damals, dass er „sehr arm“ sei. Am 6. Juni machte er seine ersten Schritte und am 12. Juni war er wieder auf Twitter und teilte mit, dass er wieder zu laufen begann.
  • Der Internationale Währungsfonds hat angekündigt, dass die Weltwirtschaft von der Covid-19-Pandemie einen Schlag in Höhe von 12 Mrd. USD (9,6 Mrd. GBP) erleiden wird, nachdem sie ihre bereits düsteren Wachstumsprognosen für Großbritannien und andere Industrieländer im Jahr 2020 gekürzt hat. Der IWF sagte, dass zwei davon erforderlich sein werden Jahre, bis die Weltproduktion Ende 2019 wieder auf das Niveau zurückkehrt.
  • Amerikanern und Russen könnte die Einreise in die EU verwehrt werden. Die Empfehlungsentwürfe der derzeitigen EU-Präsidentschaft Kroatien wird schlagen nur vor, Nicht-EU-Bürger aus Ländern mit stabilen oder abnehmenden Infektionen sowie aus Ländern mit einer „vergleichbaren oder besseren epidemiologischen Situation“ einreisen zu lassen.
  • Der stellvertretende Gesundheitsminister des Iran hat gefordert, dass das Tragen von Masken obligatorisch wird, nachdem der Iran am Mittwoch die höchste tägliche Zahl an Todesfällen durch Coronaviren seit mehr als zweieinhalb Monaten meldete. Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte am Mittwoch, dass 133 Todesfälle in den letzten 24 Stunden die Gesamtzahl der Virustoten des Landes auf 9.996 erhöht haben.
  • Portugal hat die Beschränkungen in und um Lissabon verschärft, nachdem in den letzten Wochen dort Tausende neuer Fälle registriert wurden. Vom 21. Mai bis 21. Juni hat das Land mehr als 9.200 neue Fälle dokumentiert – eine Rate pro 100.000 Einwohner, die das südwestlichste Land des europäischen Kontinents nach Schweden zu den höchsten in Europa zählt.
  • Indien verzeichnete mit 15.968 in den letzten 24 Stunden festgestellten Infektionen den höchsten Anstieg innerhalb eines Tages bei neuen Coronavirus-Fällen. Bisher sind 456.183 Menschen in Indien positiv auf das Virus getestet.
  • Laut Nachrichtenagentur Reuters lag am Dienstag die Zahl der CoViD-19-Todesopfer in Lateinamerika aufgrund der Coronavirus-Pandemie bei insgesamt über 100.000, während sich die Zahl der Infektionen mit 2,2 Millionen in weniger als einem Monat verdoppelte. Die Region verzeichnete einen Anstieg der Fälle und Todesfälle, derweil die Infektionsrate in Europa und Teilen Asiens zurückgeht.
    (Quelle: The Guardian, 24.06.20)

Diepholz: Quarantäne für „Werkvertragsarbeiter“

Der niedersächsische Landkreis Diepholz hat vorsorglich ein ehemaliges Kasernengelände unter Quarantäne gestellt, auf dem Werkvertragsarbeiter eines Schlachthofes wohnen. In den Gebäuden in Wagenfeld sind 200 Menschen untergebracht. Diese arbeiten in dem von einem Coronavirus-Ausbruch betroffenen Wiesenhof-Schlachtbetrieb im Landkreis Oldenburg, sagte eine Behördensprecherin.

In dem Putenschlachthof von Wiesenhof wurden nach Unternehmensangaben bis Mittwoch 35 Arbeiter positiv auf Covid-19 getestet. Der Landkreis-Sprecherin zufolge stehen die Testergebnisse für die nun unter Quarantäne stehenden Arbeiter noch aus.

Subunternehmer hätten mehrere Gebäude auf dem Gelände angemietet. Die vorsorgliche Quarantäne für das Kasernengelände wurde per Allgemeinverfügung angeordnet. Eine Sicherheitsfirma soll die Einhaltung kontrollieren.

Derzeit sind der Behörde zufolge im Landkreis Diepholz 22 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: Tagesschau, 24.06.20)



Niedersachsen: Beherbergungsverbot für Touristen aus „Bereich Gütersloh“

Niedersachsen erlässt nach dem massenhaften Corona-Ausbruch im Bereich Gütersloh ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region. „Das Land wird die bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung im Tourismusbereich anwenden auf Menschen aus dem Bereich Gütersloh“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover. Eine entsprechende Regelung werde gerade erarbeitet. Noch nicht entschieden ist, ob sie generell für Regionen in Deutschland mit einer erhöhten Zahl von Corona-Neufinfektionen gelten soll. „Wir sind wachsam und gucken, was in Nordrhein-Westfalen passiert.“

Außerdem wurden Lehrkräfte aus dem Raum Gütersloh und Warendorf, die an niedersächsischen Schulen unterrichten, aufgefordert, zunächst zu Hause zu bleiben. „Es geht uns nicht um Diskriminierung oder Ausgrenzung von Menschen aus Nordrhein-Westfalen“, betonte die Regierungssprecherin. Es gehe nicht darum, Menschen aus Nordrhein-Westfalen abzuweisen. „Wir versuchen angemessen zu reagieren auf die sich da abzeichnende Gefährdung.“ Es gehe darum, möglichst punktuell zu reagieren und den Wirtschaftsbetrieb in Niedersachsen zu schützen.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch rund um die Fleischfabrik Tönnies im angrenzenden Westfalen hatten Kreis und Stadt Osnabrück bereits angeordnet, dass dort ab Mittwoch für Menschen aus Gütersloh und Warendorf deckungsgleich alle Vorschriften gelten, die Nordrhein-Westfalen für diese Regionen festgesetzt hat. Darüber hinaus müssen alle Schüler, die Schulen im Gebiet Osnabrück besuchen, sowie alle Kinder, die dort in Kindergärten, Kitas oder von Tagesmüttern betreut werden, vom Mittwoch bis 30. Juni zu Hause bleiben. (Quelle: TSP, 24.06.20)

Update: NDR


Update: Sea-Watch-3 Infektionen

Der Gouverneur von Sizilien Nello Musumeci bestätigte Mittwoch, dass 28 Migranten nach ihrer Rettung auf See positiv auf Coronavirus getestet wurden. Die positiven Tests stellen den bislang größten Cluster unter neu angekommenen Migranten dar, nachdem im Mai eine Handvoll Neuankömmlinge in Griechenland registriert wurden.

Die infizierten Flüchtlinge sind auf einem Schiff vor der sizilianischen Stadt Porto Empedocle unter Quarantäne gestellt werden. SeaWatch, die deutsche Hilfsorganisation für die Rettung von Migranten, hatte einen Verdachtsfall bei einem Migranten gemeldet, den sie Anfang der Woche gerettet hatte und der sich dann als positiv herausstellte.

SeaWatch sagte, die Behörden hätten eine Quarantäne auf See und weitere Tests bei anderen Geretteten vorgeschrieben. Alle Tests unter der Crew seien negativ verlaufen. Die Organisation unterstrich, dass alle relevanten Gesundheitsvorschriften befolgt worden seien, um eine Corona-Übertragung zu verhindern. Man wisse aber auch, dass man im Rahmen einer Pandemie operiere und dass die Fälle von Coronavirus in libyschen Migrantenlagern zunähmen.

Der Gouverneur von Sizilien schrieb am Mittwoch in einem Facebook-Post, die 28 positiven Tests bestätigten, dass er zu Recht spezielle Offshore-Quarantänemaßnahmen für Migranten gefordert habe, um die Bildung neuer Viruscluster in Italien zu verhindern.
(Foto: Sea-Watch-3 CC s. Blog 31.12.19; Quelle: The Guardian, 24.06.20)


Überblick am Nachmittag

  • Österreich hat vor Reisen in das westdeutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen nach einem Ausbruch des Coronavirus in der Fleischfabrik Toennies in Rheda-Wiedenbrück gewarnt, sagte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz am Mittwoch.
  • Die britischen Ärzte warnen nur einen Tag nach der bislang größten Lockerung von Sperrbeschränkungen in Großbritannien vor dem „echten Risiko“ einer zweiten Welle des Coronavirus. „Während die zukünftige Form der Pandemie in Großbritannien schwer vorherzusagen ist, deuten alle verfügbaren Beweise darauf hin, dass lokale Schübe immer wahrscheinlicher werden und eine zweite Welle ein echtes Risiko darstellt“, sagten die Experten in einem offenen Brief, der im British Medical Journal abgedruckt ist.
  • Indien verzeichnete mit 15.968 in den letzten 24 Stunden entdeckten Infektionen den höchsten eintägigen Anstieg neuer Coronavirus-Fälle, berichtet Associated Press. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch einen Rekordanstieg von 465 Todesfällen aufgrund von Covid-19 innerhalb von 24 Stunden, der die Zahl der Todesopfer auf 14.476 erhöhte.
    Bisher sind 456.183 Menschen in Indien positiv auf das Virus getestet. Damit ist es nach den USA, Brasilien und Russland das vierthäufigste von der Pandemie betroffene Land der Welt. Es wird jedoch angenommen, dass das wahre Ausmaß des Ausbruchs viel größer ist, da der Zugang zu Tests wie überall auf der Welt.
  • Die slowakische Präsidentin Zuzana Caputova hat sich am Mittwoch in präventive Heimquarantäne begeben. Ein Mitarbeiter des Präsidentenamtes sei in Kontakt mit einem positiv getesteten Corona-Patienten gekommen, sagte Caputovas Sprecher. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, die vorläufig bis einschließlich Freitag gelten solle. Caputova sollte heute den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen in ihrem Heimatort Pezinok bei Bratislava treffen. Dieser Besuch wurde abgesagt und soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Die 5,4 Millionen Einwohner zählende Slowakei verzeichnete bis Mittwoch nur 1607 bestätigte Corona-Infektionsfälle und 28 coronabedingte Todesopfer. Damit gehört sie zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas.
(Foto: Zuzana Caputova, von Jindřich Nosek (NoJin) Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

(Quelle The Guardian, DPA, 24.06.20)

Sea-Watch 3: Infektionen bei geretteten Flüchtlingen

Wenige Tage nach ihrer Ankunft mit dem Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ in Sizilien sind 28 von 211 Migranten an Bord positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die Migranten wurden auf dem Quarantäneschiff „Moby Zazà“ untergebracht, das vor Porto Empedocle in Sizilien liegt. Auch der Regionalpräsident Siziliens, Nello Musumeci, bestätigte die Infektionen. (Qzelle: Tagesschau, 24.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 24.06.2020, 9.30 Uhr

Die neuen Zahlen im Emsland sind dieselben wie gestern. im Landkreis gibt es nur noch 5 aktive Coronafälle. Ca. 80 Emsländer*innen (+/- 0) befinden sich noch in häuslicher Quarantäne.

Auch in Lingen (Ems) (76/72/4) gibt es weiterhin keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 41 9 3
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1 0
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0 1
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 7 7 0 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2 1
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 462 (+/-0) 432 (+/-0) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 5

(24.06.20)


Korrespondentendinner: Kein Dinner im Weißen Haus

Das traditionelle Korrespondentendinner im Weißen Haus fällt in diesem Jahr wegen des Coronavirus aus. Die Vereinigung der im Weißen Haus tätigen Journalisten teilte mit, sie habe die Veranstaltung nach Konsultation mit den Gesundheitsbehörden gestrichen. In diesem Jahr sei wegen der Pandemie kein Dinner möglich, bei dem die Teilnehmer „sich bequem und sicher vergnügen können“.

In den vergangenen Jahren hatte es um die Veranstaltung viel Streit gegeben. Präsident Donald Trump, der einen Großteil der US-Medien als „Feinde des Volkes“ bezeichnet und immer wieder auch Journalisten persönlich beleidigt, hat das alljährliche Dinner seit seinem Amtsantritt boykottiert. (Quelle: Tagesschau, 24.06.20)


Basketball-Finale nun doch ohne Fans

Der Präsident der Basketball-Bundesliga kann die Entscheidung der bayerischen Landesregierung gegen Zuschauer beim Meisterturnier in München verstehen. „Wir hätten gerne diesen ersten Testlauf durchgeführt. Aber ich kann nachvollziehen, dass es von Seiten der Politik in der aktuellen Situation gewisse Hemmungen gab“, sagte Alexander Reil der „Rheinischen Post“.

Die Liga habe beim bayerischen Innenministerium einen Antrag gestellt, für das Endspiel am Sonntag bis zu 200 Fans in die Arena lassen zu dürfen. Er wurde aber am Dienstag abgelehnt, weil es laut Staatsregierung gegenwärtig noch nicht vertretbar erscheint, Zuschauer zu Sportevents zuzulassen. (Foto: CC s. 20.04.20; Quelle: Tagesschau, 24.06.20)


Blablabus nimmt Verbindungen wieder auf

Nach rund dreimonatiger Corona-Pause nimmt das Unternehmen Blablabus zum Auftakt der Sommerferien unter anderem in Berlin seine Fernbusreisen wieder auf, wie das Unternehmen mitteilte. Vorerst würden elf deutsche Städte angefahren, darunter bis zu 17 Mal am Tag Hamburg und die Hauptstadt.

Ab dem 9. Juli sollen dann weitere Ziele in Deutschland und auch im europäischen Ausland hinzukommen, etwa Amsterdam, Prag und Paris. Um die Hygienevorschriften einzuhalten, ist pro Bus zunächst lediglich jeder zweite Sitz buchbar.

(Quelle: Tagesschau, 24.06.20)


Guterres beklagt mangelnde globale Koordination im Anti-Corona-Kampf

UN-Generalsekretär António Guterres sieht einen totalen Mangel an internationalen Absprachen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die bei vielen Ländern gängige Politik der Alleingänge werde das Virus aber nicht bezwingen, warnte Guterres im Interview der Nachrichtenagentur AP. Vielmehr sei es nun nötig, die Staaten zu der Einsicht zu bringen, dass sie durch ein Handeln in Isolation erst eine „Situation schaffen, die außer Kontrolle gerät“. Globale Koordination sei hingegen der Schlüssel. (Quelle: AP, 24.06.20)


RKI: 587 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut (nur) 587 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 191.449 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8.914 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 19 im Vergleich zum Vortag. Etwa 176.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle NDR, 24.06.20)
ps Mir ist nicht klar, wie die zahlreichen Infektionen der letzten Tage eigentlich eingang in diese RKI-Zahlen finden.



Zusammenfassung am Morgen

  • Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden weltweit 477.584 Todesfälle opffiziell registriert; die bekannte Zahl derInfektionen steht bei 9.263.466.
  • Sieben US-Bundesstaaten haben ihre höchste Aufnahme von Coronavirus-Patienten in Hospitälern gemeldet, nachdem die Fälle in den USA nach der Lockerung von Beschränkungen stark zunehmen: Arizona, Arkansas, Kalifornien, North Carolina, South Carolina, Tennessee und Texas, das ebenfalls täglich einen Rekord bestätigte Fallerhöhung am Dienstag. Alle haben Rekordzahlen von Infizierten gemeldet, die in Krankenhäuser eingeliefert wurden, berichtete die Washington Post.
  • Brasilien bestätigte am Dienstag (Ortszeit) mehr als 39.000 Infektionen an einem einzigen Tag. Die Zahl der Todesopfer in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft liegt bei 52.645. Ein Richter befahl am Dienstag dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, öffentlich eine Maske zu tragen, nachdem der Rechtspopulist an politischen Kundgebungen ohne MNS eine teilgenommen hatte.
  • Die Zahl der Todesopfer in Lateinamerika lag laut einer Reuters-Bilanz am Dienstag bei 100.000, Mexiko liegt dabei an zweiter Stelle deram schlimmsten betroffenen Länder. Der mittelamerikanische Staat verzeichnete am Dienstag 6.288 Neuinfektionen und 793 weitere Tote, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Gesamtzahl des Landes beträgt 191.410 Infektionen, von denen 23.377 Menschen gestorben sind.
  • Ein chinesisches Pharmaunternehmen hat die Genehmigung erhalten, eine groß angelegte klinische Phase-3-Studie mit seinem neuartigen Coronavirus-Impfstoffkandidaten in den Vereinigten Arabischen Emiraten durchzuführen. China versucht, potenzielle Impfstoffe in Übersee zu testen, da zu Hause keine neuen Patienten vorhanden sind. Kein anderer experimenteller Impfstoff hat bisher einen „Phase 3“ -Test im Spätstadium erfolgreich abgeschlossen, um die Wirksamkeit beim Schutz gesunder Menschen vor dem Virus zu bestimmen.
  • In Südafrika wurden am Dienstag mehr als 200 Schüler und Mitarbeiter, die diesen Monat in ein Internat in der verarmten Provinz Ostkap in Südafrika zurückgekehrt waren, positiv auf Coronavirus getestet. Das Ostkap macht rund 15% der 101.590 Fälle in Südafrika aus und ist damit das drittschlechteste Land des Landes Betroffene Provinz, berichtet AFP.
  • Russland hält trotz steigender CoViD-19-Fälle eine Parade zur erinnerung an den Sieg im Zweiten Weltkrieg ab, bevor am Mittwoch über Putin-Reformen abgestimmt wird. Präsident Putin kündigte das neuen Datum ant, obwohl Russland jeden Tag immer noch Tausende neuer Fälle aufzeichnet, bisher 598.878 Fälle, die dritthöchste weltweit – und 8.349 Todesfälle, deutlich weniger als die meisten anderen Länder unter den zehn am schlimmsten betroffenen, so der Tracker der Johns-Hopkins- Universität, der sich auf offizielle Regierungsdaten stützt.
  • Australien bestätigte seinen ersten CoViD-19-Toten seit einem Monat. Der über 80jährige Mann starb im Bundesstaat Victoria. Australiens Gesamtzahl der Todesopfer durch das Virus liegt nun bei 103.
  • Neuseeland verzeichnete einen neuen Fall, der bei einem aus dem Ausland zurückkehrenden Reisenden diagnostiziert wurde, der sich weiterhin in von der Regierung geführten Isolationseinrichtungen befindet. Das Land hat 11 aktive Fälle gemeldet, alle bei Menschen, die in das Land zurückkehren. Neun von ihnen wurden während ihrer von der Regierung verwalteten Isolation diagnostiziert und bleiben dort.

(Quelle: The Guardian, 24.06.20)


Berlin: Ausbruch in Friedrichshain

Bei 44 Bewohnern eines Gebäudekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Infektionen mit SARS-CoV-2 nachgewiesen worden. Aufgrund „einiger“ Coronafälle habe das Gesundheitsamt dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, teilte eine Sprecherin des Bezirks heute mit.

Die betroffenen 37 Haushalte wurden demnach unter Quarantäne gestellt. Die Menschen hätten keine Symptome gehabt. Unter den Infizierten seien auch Kinder, hieß es. Schulen, Kitas und Jugendfreizeiteinrich­tungen sowie Schul- und Kitaaufsicht seien umgehend in­formiert worden.

„An den betroffenen Schulen und Kitas werden nun ebenfalls Testungen angeboten“, er­klärte die Sprecherin weiter. Die Menschen in Quarantäne würden vom Bezirksamt mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt. Zuvor hatte unter anderem der Tagesspiegel über den Fall berichtet.

Zu möglichen Hintergründen der Häufung von Fällen in dem Haus nahe dem Ostbahnhof machte der Bezirk zunächst keine weiteren Angaben. Ob vielleicht ein Zusammenhang zu dem aktuellen Ausbruch in Berlin-Neukölln mit inzwischen knapp 100 bestä­tigten Fällen besteht, war zunächst nicht bekannt. (Quelle: Dt. Ärzteblatt, 24.06.20)

 


Neuer Corona-Hotspot in Schlachtbetrieb in Wildeshausen

In einem Schlachtbetrieb in Wildeshausen haben sich 23 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. es handelt sich um sog. Werkvertragsmitarbeiter des Puten-Schlachtbetriebs Geestland in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das zur PHW-Gruppe (Wiesenhof/Bruzzler) gehörende Unternehmen am Dienstag mit. Eine am Montag erfolgte Reihentestung sei bei 23 von 50 Mitarbeitern positiv verlaufen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Zwölf von ihnen wohnen auch im Landkreis Oldenburg.

Nach Auskunft von Landrat Carsten Harings (parteilos) wolle der Landkreis nun zielgerichtet Maßnahmen ergreifen, damit sich das Virus nicht weiter ausbreite. So sollen jetzt alle mehr als 1.100 Mitarbeiter des Schlachthofes auf eine Corona-Infektion getestet werden. Bis Freitag sollen die Ergebnisse vorliegen. Anfang Juni waren alle Mitarbeiter des Puten-Schlachtbetriebs schon einmal getestet worden. Dabei war lediglich ein einziger positiver Fall festgestellt worden.

Die PHW-Gruppe hält eine Mehrheitsbeteiligung an dem Schlachthof Geestland. Der Konzern hatte nach dem Bekanntwerden der Infektionsfälle mitgeteilt, dass er die über Werkverträge beschäftigten Mitarbeiter „in den für die Geflügelfleischerzeugung maßgeblichen Bereichen in ein festes Anstellungsverhältnis übernehmen“ wolle. Nach eigenen Angaben sind insgesamt und 20 Prozent der Mitarbeiter über Werkverträge bei PHW beschäftigt.
(Quelle: NDR, 23.06.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Der führende US-Experte für Infektionskrankheiten Dr. Anthony Fauci und weitere Experten sagten im US-im Repräsentantenhaus, die USA würden mehr Covid-19-Tests und nicht weniger durchführen. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump darauf bestanden, er habe es ernst gemeinte, als er bei seiner Wahlkundgebung in Tulsa forderte, dass es weniger die Tests geben müsse.
  • Die Länder der Europäischen Union sind bereit, die Einreise von US-Amerikanern zu blockieren, nachdem die USA ihre Corona-Epidemie nicht unter Kontrolle gebracht haben, berichtete die New York Times. Mehr als 120.000 Amerikaner sind inzwischen an CoViD-19 gestorben; die höchste Zahl an Todesopfern weötweit.
  • Novak Djokovic testet positiv auf Covid-19 inmitten des Fiaskos seiner sog. Adria Tour. Die Nr. 1 der Tennisweltrangliste wurde zusammen mit seiner Frau Jelena positiv getestet und brchte das Welttennis in Aufruhr, die sich gerade auf die Aufnahme der offizielle Tour vorbereitete.
    Gegen Ende der nicht genehmigten Adria-Tour des serbischen Tennisprofis wurden drei weitere Spitzen-Tennisspieler sowie zwei Trainer positiv getestet.
  • Der US-Bundesstaat Texas meldete am Montag über 5.000 Neuinfektionen, ein Tagesrekord für den Bundesstaat. Covid-19-Krankenhausaufenthalte erreichten 11 Tage hintereinander Rekordhöhen. In Houston muss das Texas Children’s Hospital jetzt Erwachsene auch erwachsene Coronavirus-Patienten aufgrund des enormen Anstiegs schwerer Covid-19-Fälle in der Region aufnehmen, weil die andere Hospitäler nicht mehr genügend Platz haben. Auch ein Dutzend anderer US-Bundesstaaten von Florida bis Kalifornien kämpfen mit einem enormen Anstieg der Corona-Infektionen.
    Die USA haben 410 weitere Todesfälle gemeldet und 26.643 neue Infektionen, so das CDC am Dienstag. Damit belaufen sich die Gesamrzahlen auf 120.333 Tote bei 2.302.288 Infektionen.
  • Französische Virenverfolgungs-App floppt mit nur 14 Warnungen: Die vielbeachtete neue Smartphone-App des Landes zur Verfolgung von Coronavirus-Fällen hat seit ihrem Start vor drei Wochen nur 14 Personen darauf aufmerksam gemacht, dass sie einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Wissenschaftlern fürchten, dass ein Covid-19-Impfstoff möglicherweise nicht bei gefährdeten älteren Menschen funktioniert, bei denen das größte Risiko besteht, ernsthaft zu erkranken und an CoVid-19 zu sterben. Dies kann bedeuten, dass andere Personen in ihrer Umgebung wie Kinder immunisiert werden.
  • Der brasilianische Bundesrichter Renato Coelho Borelli forderte Präsident Bolsonaro auf, sich zu benehmen und eine Gesichtsmaske zu tragen. Der Richter befahl Jair Bolsonaro, sein „bestenfalls respektloses“ Verhalten zu korrigieren, indem er in der Hauptstadt Brasília eine Gesichtsmaske trug. Bolsonaro steht nicht +ber dem Gesetz.
  • Laut UN drängen die Coronaviren Millionen südasiatischer Kinder in die Armut. Mehr als 100 Millionen Kinder in der Region könnten infolge der Coronavirus-Pandemie von Armut betroffen, heißt es in einem UN-Bericht über die langfristigen Auswirkungen der Krise.
  • England will am 4. Juli Pubs, Restaurants und Hotels wieder eröffnen. Mitglieder von zwei verschiedenen Haushalten können zusammen trinken oder essen, solange sie sich an die Abstandsregeln halten; zuvor hatte Premierminister Johnson bestätigt, dass die 2-Meter-Regel zugunsten eines „1-Meter-Plus“ -Ansatzes fallengelassen wird.
  • Russland veranstaltet am Mittwoch seine verschobene Militärparade zum Tag des Sieges über den NS-Faschismus trotz deutlich steigender Coronavirus-Infektionen. Beobchter erklärten, dass der amtierende Präsident Wladimir Putin damit im Vorfeld eines Referendums über die Verlängerung seiner Amtszeit eine höhere Popularität anstrebt.
  • Coronavirus-Lockdown-Maßnahmen könnten mehr Terrorverdächtige radikalisieren, warnt die EU-Polizeibehörde und sagte am Dienstag, dass sowohl rechte als auch linke Gewalt zunehme.
    Der Iran meldet die höchsten Virustoten seit April. Das Land meldete am Dienstag 121 neue Todesfälle durch Coronaviren, die höchste tägliche Zahl seit über zwei Monaten.
    (Quelle: The Guardian, 23.06.20)




Außenminister Heiko Maas in Valencia: Lob für Spanien

Als erstes Mitglied einer ausländischen Regierung hat Bundesaußenminister Heiko Maas Spanien einen Kurzbesuch abgestattet. In Valencia kam er mit seiner spanischen Amtskollegin Arancha González Laya zusammen.

Maas äußerte sich lobend über die Maßnahmen, die Spanien ergriffen habe, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Er sei sicher, dass ein Urlaub in dem Land „unter den bestmöglichen Rahmenbedingungen“ stattfinden könne – vorausgesetzt, die Touristen und Einheimischen würden sich an die Regeln halten.

Spanien hatte erst am Sonntag nach 14 Wochen den Notstand für beendet erklärt. Damit wurden auch die Landesgrenzen wieder für Touristen geöffnet. Im selben Zuge hob das Auswärtige Amt in Berlin die Reisewarnung für das EU-Land auf. (Foto s. CC im Archiv v. 22.04; Quelle: ARD, 23.06.20)


Hamburg:170 Obdachlose wieder auf der Straße

Von Anfang April bis Juni haben 170 Obdachlose in Hamburger Hotels gelebt. Damit sie vor Corona geschützt sind, wohnten sie in Einzelzimmern, betreut von Sozialarbeitern der Diakonie Hamburg, der Alimaus und Hinz & Kunzt. Finanziert wurde dies mit 450.000 Euro an Spenden. Kurz bevor jetzt die Zeit abläuft, zogen die drei Träger jetzt eine durchweg positive Bilanz, weil die Menschen sich erholten und stabilisierten. Nun aber brauchen 150 eine Anschlussperspektive.
„Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Diakonie-Pastor Dirk Ahrens. Auch wohnungslose Menschen hätten das Bedürfnis, mal die Tür hinter sich zuzumachen. „Das Projekt hat gezeigt, dass Einzelunterbringung funktioniert“. Man habe Menschen erreicht, die sonst durchs Raster der städtischen Angebote fallen, und ihnen neben Schutz vor Ansteckung auch Ruhe bieten können, um neue Perspektiven zu gewinnen. „Wir haben kein zusätzliches Personal eingestellt und keine Security-Kräfte gebraucht“, ergänzt Diakonie Fachbereichsleiter Dirk Hauer. „Die Straßensozialarbeiter haben im Wesentlichen das gemacht, was sie immer machen“ (mehr und Quelle: TAZ, 23.ß6.20).



Quarantäne auch in Magdeburg: 800 Betroffene

Wegen des sprunghaften Anstiegs von Corona-Infektionen stehen seit dem Wochenende in den Magdeburger Stadteilen Neue Neustadt und Salbke 19 Hausaufgänge unter Quarantäne. Trümper zufolge sind rund 800 Bewohner betroffen.

Magdeburg setzt bei der Einhaltung der Quarantäne-Regeln auf Freiwilligkeit. Für die betroffenen Bewohner, viele davon aus Rumänien, sind Hilfsorganisationen angefordert. Seit dem Wochenende stehen in der Landeshauptstadt mehrere Hausaufgänge unter Quarantäne, nachdem es dort einen sprunghaften Anstieg an Corona-Infektionen gegeben hatte.

Inzwischen steigt der Unmut: Viele Betroffene fühlen sich allein gelassen, weil sie trotz der Zusagen seit Freitag schlecht versorgt in ihren Wohnungen warten. Einige Familien, besonders solche mit vielen Kindern, hätten nicht genug Lebensmittel besorgen können und seit Freitag Probleme mit der Versorgung, weil sie nicht einkaufen dürfen. Einige hätten wegen ihrer Leiharbeiterjobs auch nicht genug Geld, um für zwei Wochen im Voraus Lebensmittel für die ganze Familie zu kaufen. Die Stadt Magdeburg hatte deshalb Hilfslieferungen versprochen. Diese kommen allerdings erst seit heute. Am frühen Nachmittag brachten die Johanniter die ersten Verpflegungspakete.

In Magdeburg sind seit Beginn der Pandemie rund 220 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden; etwa die Hälfte innerhalb der vergangenen anderthalb Wochen.
(Quelle: MDR, 23.06.20)


Niederlande aktuell


Laschet: „Lockdownchen“ bis 30. Juni im Kreis Gütersloh

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat einen Lockdown für den gesamten Kreis Gütersloh bis zum 30. Juni verkündet. Laschet sieht nach dem Corona-Ausbruch bei der Fleischfabrik Tönnies in Gütersloh „ein enormes Pandemie-Risiko“. Der Ausbruch mit inzwischen mehr als 1.552 positiv getesteten Mitarbeitern sei der größte einzelne Infektionsgeschehen in NRW seit Beginn der Coronakrise. Deshalb werde zu allen Maßnahmen zurückgekehrt, die in Kraft waren, bevor die Lockerungen begannen. „Wir führen wieder eine Kontaktbeschränkung wie im März ein“, sagte Laschet am Dienstag.
Der CDU-Politiker kündigte zudem an, Quarantänemaßnahmen und Tests auszuweiten – alle Mitarbeiter von Fleischfabriken in NRW sollen getestet werden, alle Bürger sollen die Gelegenheit erhalten, sich kostenlos testen zu lassen.
Für den Fall, dass es zu mehr Erkrankungen geben sollte, werden mehr Betten in umliegenden Kliniken bereitgehalten.
update:
Das Land Bayern hat es am Dienstag Hotels und ähnlichen Einrichtungen verboten, Gäste aus dem Kreis Gütersloh (NRW) „und anderen Kreisen aufzunehmen, in denen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner gab.“ (Quelle: TSP,/WDR 23.06.20)

NRW-Oberverwaltungsgericht: Erhebung der Kundendaten ist rechtmäßg

Kundenkontaktdaten dürfenvon Gastronomie, Friseuren und Fitnessstudios weiterhin auf Grundlage der Coronaschutzverordnung erhoben werden. Die entsprechenden Regelungen des Landes Nordrhein-Westfalen zur Rückverfolgbarkeit möglicher Infektionsketten sei rechtmäßig, entschied das Oberverwaltungsgericht in Münster in einem Eilverfahren (AZ: 13 B 695/20.NE).

Mit der vorsorglichen Erhebung der Daten soll sichergestellt werden, dass bei Nachweis einer Neuinfektion die Kontaktpersonen des Betroffenen leichter durch die Gesundheitsämter identifiziert werden könnten. Der Beschluss ist unanfechtbar. Die Coronaschutzverordnung des Landes NRW sieht für bestimmte Wirtschaftsbereiche vor, dass Kunden ihren Namen, Adresse, Telefonnummer sowie Zeitraum des Aufenthalts schriftlich hinterlassen müssen. Ein Bochumer Rechtsanwalt hatte die Regelungen für unverhältnismäßig gehalten. Seine Anträge wies das höchste nordrhein-westfälische Gericht jetzt zurück.

Gleichlautende Verordnungsbestimmungen gibt es auch in anderen Bundesländern, zB in Niedersachsen. Die Entscheidung ist also über die NRW-Landesgrenzen hinaus bedeutsam. Rechtswidrig dürfte es allerdings sein, wenn Polizeibeamte die ausgefüllten Listen abfotografieren – so geschehen vor drei Wochen bei einer Gaststättenkontrolle am Marktplatz in Lingen (Ems).

(Quelle: ARD/BN, 23.06.20)


Virologe Kekulé: 1 Woche ist zu kurz

Der wegen des massenhaften Corona-Ausbruchs beim Fleischkonzern Tönnies verhängte einwöchige Lockdown ist aus Sicht des Virologen Alexander Kekulé zu kurz angesetzt. Es dauere in der Regel zwei Wochen, bis bei allen Infizierten Symptome aufgetreten seien, sagte Kekulé im Podcast von MDR Aktuell. Im schlimmsten Fall würden die Einschränkungen am 30. Juni wieder aufgehoben, und erst danach werde klar, wie viele Menschen sich tatsächlich angesteckt hätten. Er gehe nicht davon aus, „dass man den Lockdown nach einer Woche wieder beenden können wird“, betonte Kekulé auch mit Blick auf die Zeit, welche die Behörden für Testungen und Auswertungen benötigten. (Quelle: Tagesschau, 23.02.60)


Welthandel bricht um bis zu 18,5 % ein

Der globale Warenaustausch ist der Welthandelsorganisation WTO zufolge in der ersten Jahreshälfte wegen der Coronakrise in Rekordtempo eingebrochen. Er sei im ersten Quartal um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen und dürfte im ablaufenden zweiten Vierteljahr um 18,5 Prozent fallen, sagte die WTO voraus. „Der Rückgang des Handels, den wir jetzt erleben, ist historisch gesehen beträchtlich – er wäre sogar der steilste, der jemals verzeichnet wurde“, sagte WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo. (Logo: WTO, Quelle: ARD, 23.06.20)


Deutsche Wirtschaft: Minus 6,5% in 2020

Der Absturz der deutschen Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 dürfte heftiger ausfallen als von den „Wirtschaftsweisen“ Ende März erwartet. Die Berater der Bundesregierung rechnen nun damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,5 Prozent schrumpfen wird. „Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen“, erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars P. Feld.

Wie andere Experten auch gehen die „Wirtschaftsweisen“ davon aus, dass Europas größte Volkswirtschaft nach der schweren Rezession bereits im nächsten Jahr wieder wachsen wird. Für 2021 prognostiziert der Sachverständigenrat 4,9 Prozent Wachstum.

Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau planen gut zwölf Prozent der Unternehmen einen Personalabbau, wie die Gewerkschaft IG Metall unter Berufung auf eine Umfrage unter Betriebsräten von mehr als 800 Firmen mitteilt. „In über 40 Prozent der Betriebe wurden Leiharbeiter abgemeldet und in 37 Prozent liefen die Befristungen aus.“ Bei der vorigen Erhebung im April planten nur acht Prozent Stellenstreichungen.

(Quelle: ARD, 23.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 23.06.2020, 9.30 Uhr

Die neuen Zahlen im Emsland: Keine neuen Infektionen, keine neuen Todesfälle, 432 Geheilte. Das bedeutet, es gibt nur noch 5 aktive Coronafälle im Landkreis. Ca. 80 Emsländer*innen (+/- 0) befinden sich noch in häuslicher Quarantäne.

In Lingen (Ems) (76/72/4) gibt es weiterhin keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 41 9 3
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1 0
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0 1
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 7 7 0 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2 1
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 462 (+/- 0) 432 (+3) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 5


Niedersachsen mit zweitem Nachtragshaushalt

In Niedersachsen ist ein zweiter Nachtragshaushalt geplant. Heute wollen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, Finanzminister Reinhold Hilbers (beide CDU) und Innenminister Boris Pistorius (SPD) über Einzelheiten des Entwurfs informieren.

Der zweite Nachtragshaushalt soll über Kredite finanziert werden, wie Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) im Vorfeld mitgeteilt hat. Die Landesregierung wolle „den Auswirkungen des Coronavirus entgegenwirken und Niedersachsen auf einen erfolgreichen Neustart nach der Corona-Krise vorbereiten“, heißt es. Es wird damit gerechnet, dass der zweite Nachtragshaushalt weitere Kredite in Höhe von etwa acht Milliarden Euro umfasst. Mitte Juli sollen die neuen Kredite im Landtag beschlossen werden. Die Pandemie setzt der Landeskasse massiv zu. Ein 4,4-Milliarden-Paket hatte die Landesregierung bereits im März beschlossen, um der Wirtschaft und dem Gesundheitswesen unter die Arme zu greifen.

Das Land steht finanziell vor schwierigen Zeiten. Steuerschätzungen des Landesrechnungshofs zufolge kommen auf Niedersachsen in den nächsten vier Jahren Mindereinnahmen von acht Milliarden Euro zu. „Es muss jetzt mehr denn je Ziel des Landes sein, bei der Aufstellung des Haushalts 2021 Optimierungs- und Einsparpotenziale zu erschließen“, sagte Rechnungshof-Präsidentin Sandra von Klaeden Anfang Juni. Sie forderte die Landesregierung auf, trotz der Pandemie die Kreditaufnahme zu begrenzen. Schulden, die im Rahmen der Corona-Krise aufgenommen würden, dürften ausschließlich zu deren Bewältigung genutzt werden. Zudem müsse der Bedarf dem Parlament gegenüber nachgewiesen und begründet werden. (Quelle: NDR, 23.06.20)


Corona-Warm-App floppt in Frankreich

In Frankreich wurde die staatlich unterstützte Tracing-App „StopCovid“ bislang nur von 1,9 Millionen Personen heruntergeladen. Das entspricht rund zwei Prozent der Bevölkerung. Die App sei 1,8 Millionen mal aktiviert worden. Sie wurde am 2. Juni eingeführt und soll Nutzer warnen, wenn sie Kontakt hatten zu Personen, die mit dem neuartigen Coronavirusinfiziert sind.
Zum Vergleich: In Deutschland hatten sich nach Angaben der Bundesregierung zuletzt 11,7 Millionen Smartphone-Nutzer die Corona-Warn-App auf ihr Handy geladen. (Quelle: TSP/Reuters, 23.06.20))

Deutschland-Zahlen

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 503 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190.862 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8.895 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 10 im Vergleich zum Vortag. Etwa 175.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: RKI, 23.06.20)


Zusammenfassung am Morgen (Schwerpunkt USA)

  • Laut Johns-Hopkins-University sind weltweit 9.079.452 Infektionsfälle gemeldet. Mindestens 471.754 infizierte Menschen sind gestorben. Die Vereinigten Staaten sind mit mehr als 2,3 Millionen Fällen und 120.402 Todesfällen das am stärksten betroffene Land der Welt.
  • China meldete für den 22. Juni 22 neue Coronavirus-Fälle, von denen 13 in der Hauptstadt Peking sind. Das teilte die Nationale Gesundheitskommission am Dienstag mit. Dies im Vergleich zu 18 bestätigten Fällen am Tag zuvor, von denen 9 in Peking waren. Weitere sieben asymptomatische Covid-19-Patienten, die infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, wurden am 22. Juni wie am Vortag gemeldet. China zählt diese Patienten nicht als bestätigte Fälle.
  • Die Zahl der CoViD-19-Todesopfer in den USA hat 120.340 erreicht. Bestätigte Fälle von Covid-19 in Florida haben 100.000 überschritten, während sich die Covid-19-Aufnahme in einer Kette von acht Krankenhäusern in Houston im vergangenen Monat auf 1400 verdreifacht hat. Alarmierende 20% der Covid-19-Tests in Arizona sind positiv. Laut einer Analyse von Associated Press hat die Zahl der neu bestätigten Covid-19-Fälle in den USA 26.000 erreicht, gegenüber 21.000 pro Tag vor zwei Wochen.
  • Im US-Bundesstaat Kalifornien sind die Menschen nachdrücklich aufgefordert worden, Masken zu tragen, während Covid-19-Krankenhausaufenthalte verzeichnet wurden. Beamte aus Kalifornien flehten die Einwohner geradezu an, Gesichtsmasken zu tragen und Abstand zueinander zu halten, nachdem am Wochenende eine Rekordzahl von Menschen mit Coronavirus-Symptomen in die Krankenhäuser eingeliefert worden waren. Die Ausbreitung des Virus scheint sich zwar in vielen Teilen des Bundesstaates stabilisiert zu haben, in einigen ländlichen Regionen Süd- und Zentralkaliforniens steigen sie jedoch rapide und geben den Behörden Anlass zu großerr Sorge.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO forderte am Montag eine rasche Steigerung der Produktion von Dexamethason, einem preiswerten Steroid, dass offenbar die Sterberate bei kritisch kranken Coronavirus-Patienten verringert. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Nachfrage sei bereits gestiegen, nachdem eine britische Studie veröffentlicht worden war. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Produktion hochgefahren werden könne.
  • Im Bundesstaat Texas bleiben trotz des dramatischen Anstiegs von Covid-19 „die Geschäfte weit offen“. Der texanische Gouverneur, Greg Abbott, sagte, der Staat werde trotz eines dramatischen Anstiegs der Krankenhausbehandlungen und von CoViD-19-Neuinfektionen „offen für Geschäfte“ bleiben. Durchschnittlich 3.200 Texaner pro Tag werden jetzt in Krankenhäuser eingeliefert, sagte Abbott. Das sei doppelt so viel wie Mitte Mai. Abbott forderte die Texaner auf, Masken zu tragen und Social-Distancing zu praktizieren, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Er verzichtete jedoch darauf, Masken verbindlich vorzurschreiben und forderte auch nicht die Unternehmen auf, ihre Dienstleistungen einzuschränken.
  • Zwei weitere Mitarbeiter der Wahlkampagne von US-Präsident Donald Trump, die sich am Samstag in Tulsa, Oklahoma, für seine Kundgebung befanden, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Samstag war Stunden vor der Kundgebung bereits bekannt geworden, dass sechs Mitglieder des Vorabstabs der Kampagne positiv getestet worden waren .
  • Die USA haben die Geltung bestimmter Arbeitsvisa und Green Cards bis Ende des Jahres ausgesetzt und ein bestehendes Verbot verlängert, um die US-Arbeitnehmer angesichts der wirtschaftlichen Belastung aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu schützen .
  • Südafrika hat jetzt über 100.000 Infektionen, die höchsten auf dem afrikanischen Kontinent, wobei die Zahl der Todesfälle auf 2.000 anstieg. Trotz der düsteren Zahlen liegt die offizielle Sterblichkeitsrate in Südafrika bei 2%, während sich 52,6% der Viruspatienten erholt haben. Das am stärksten betroffene Gebiet ist die Provinz Westkap, auf die 1.458 Todesfälle und mehr als die Hälfte der Infektionen des Landes entfallen.
    (Quelle: The Guardian, 23.06.20)


Gütersloh vor regionalem Lockdown

Im Kreis Gütersloh gibt es 1.553 positive Befunde von den Personen, die unmittelbar in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück tätig sind, sagte gestern Abend der Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch. Insgesamt seien 6.650 Proben genommen worden. Zuvor hatten die Behörden noch von 200 weniger bestätigen Corona-Fällen in der Tönnies-Belegschaft berichtet.

Mit weiteren Infektionen wird gerechnet. Landrat Adenauer sagte, man stoße jetzt in ein Dunkelfeld. Hintergrund ist, dass Familienangehörige von Tönnies-Mitarbeitenden bislang noch nicht getestet wurden.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte im WDR-Fernsehen, es gebe eine große Wahrscheinlichkeit, dass das Virus sich seit Wochen in Gütersloh verbreite. Entsprechend wahrscheinlich sei es, dass viele Menschen in Gütersloh – nicht nur Mitarbeitende von Tönnies – inzwischen mit dem Virus infiziert seien. Lauterbach sprach sich deshalb für vorübergehende schärfere Maßnahmen im Kreis Gütersloh aus.

Angesichts dessen steht ein regionaler Lockdown offenbar unmittelbar bevor., wobei tausende Tönnies-Arbeiter bereits in Quarantäne sind. Eine Notbetreuung in Kitas und Schulen wird komen und als weitere Maßnahme werden Kontaktbeschränkungen komen. Um die Wohnverhältnisse zu entspannen, bemüht sich die Landesregierung um Ersatzquartiere für Betroffene etwa in Reha-Kliniken. (Quelle: WDR, 23.06.20)


Männer häufiger

Männer erkranken oft schwerer an Covid-19 und sterben häufiger als Frauen. Nach Daten der Forschungsinitiative Global Health 50/50 aus mehr als 20 Ländern wie auch nach Zahlen des des Robert Koch-Instituts (RKI) für Deutschland infizieren sich Frauen ähnlich häufig wie Männer. Bei den Sterberaten liegt die Verteilung jedoch etwa bei einem Drittel zu zwei Dritteln. Nach dem Situationsbericht des RKI vom 21. Juni starben in fast allen Altersgruppen mindestens doppelt so viele Männer wie Frauen: Bei den 20- bis 29-Jährigen waren von den neun Todesopfern sechs Männer. Bei den 60- bis 69-Jährigen waren von 845 Toten 624 Männer und bei den 70- bis 79-Jährigen waren von 1998 Toten 1343 männlich. (Quelle: ARD, 23.06.20)


Überblick zur Nacht

  • Südafrika hat jetzt über 100.000 Infektionen, die höchste Zahl auf dem afrikanischen Kontinent; die Zahl der Todesfälle ist auf 2.000 angestiegen.
  • Brasilien hat 21.432 neue bestätigte Fälle sowie 654 neue Todesfälle gemeldet. Das Land hat seit Beginn der Pandemie 1,1 Millionen Infektionsfälle, während die kumulierten Todesfälle am Montag 51.271 erreichten, die zweithöchste Zahl der Todesopfer auf der Welt.
  • Großbritannien: Museen, Galerien und Kinos in England dürfen ab dem 4. Juli wiedereröffnet werden, zusammen mit Pubs, Restaurants und Friseuren, wird der britische Premierminister Boris Johnson am Dienstag bekannt geben.
  • USA: Die am Montag veröffentlichten Daten der US-Regierung zeigten, dass schwarze Amerikaner etwa viermal so häufig wie Weiße wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden.
  • Die Regierung der USA hat bestimmte Kategorien von Arbeitsvisa für Nichteinwanderer bis Ende des Jahres aussetzen und ein bestehendes Verbot bestimmter Green Cards verlängern, um die US-Arbeitnehmer angesichts der wirtschaftlichen Zerstörung im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie zu schützen.
  • Die Zahl der Todesopfer bei Coronaviren in den USA hat nach Angaben der John Hopkins University 120.225 erreicht. Zwei weitere Mitarbeiter der Kampagne von US-Präsident Donald Trump, die sich am Samstag in Tulsa, Oklahoma, für seine Kundgebung befanden, wurden positiv auf das Coronavirus getestet .
  • Daten aus dem Covid-19-Informationssystem in Serbien zeigen, dass mehr als doppelt so viele infizierte Patienten gestorben sind als von den Behörden mitgeteilt, und dass in den letzten Tagen Hunderte mehr Menschen positiv auf das Virus getestet wurden, als die serbische Regierung offiziell veröffentlicht hat.
    (Quelle: The Guardian, 23.ß6.20)

Saudi-Arabien begrenzt Zahl der Pilger

Saudi-Arabien begrenzt drastisch die Zahl der Pilger bei der diesjährigen muslimischen Wallfahrt Hadsch. Teilnehmen dürfe in diesem Jahr nur eine „sehr begrenzte Zahl“ von Gläubigen, die sich bereits im Land befänden, teilte das saudische Hadsch-Ministerium laut staatlicher Nachrichtenagentur SPA mit. Die Hadsch beginnt 2020 Ende Juli. 2019 hatten mehr als zwei Millionen Gläubige an der Wallfahrt teilgenommen. Rund 1,8 Millionen Muslime reisten dafür aus dem Ausland ein. Saudi-Arabien hat mit rund 34 Millionen Einwohnern bisher mehr als 160.000 Corona-Fälle und mehr als 1300 Tote gemeldet. Es ist damit das arabische Land mit den meisten Fällen.
(Quelle: Tagesschau, 22.06.20)


Verleihung der Golden Globes verschoben

Die Verleihung der Golden Globes wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Die Vergabe der Filmpreise ist nun für den 28. Februar 2021 geplant, teilten die Veranstalter in Los Angeles mit. Bislang waren die Golden Globes stets Anfang Januar verliehen worden. Die glänzenden Weltkugeln, die in diesem Januar zum 77. Mal ausgegeben worden waren, sind nach den Oscars Hollywoods bedeutendste Filmpreise. Zuvor war bereits bekannt gegeben worden, dass die Oscars 2021 wegen der Coronavirus-Pandemie erst am 25. April vergeben werden – acht Wochen später als geplant. (Quelle: ARD, 22.06.20)


Kreis Gütersloh: Landrat hält Lockdown für vorstellbar

Wegen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies wird im Kreis Gütersloh ein Herunterfahren des öffentlichen Lebens immer wahrscheinlicher. Die Zahl der infizierten Beschäftigten war nach Angaben des Kreises Gütersloh auf 1553 gestiegen. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte zuvor weitere Maßnahmen angekündigt und auf die Zahl der Neuinfektionen verweisen.

Derzeit betrage diese im Kreis Gütersloh 263 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Das liege deutlich über dem Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen innerhalb von einer Woche, der in Nordrhein-Westfalen gilt. Auch der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer sagte auf die Frage, ob die aktuelle Entwicklung nach einem Lockdown rieche, „ich würde sagen ja“.

Auf Usedom ist ein Ehepaar aus Gütersloh – der Stadt mit dem massiven Corona-Ausbruch – am Montag dazu aufgefordert worden, vorzeitig abzureisen. Das berichtet der NDR.
(Quelle: Tagesschau, 22.06.20)


Mehr als neun Millionen Corona-Infizierte weltweit

Weltweit haben sich Zählungen der John-Hopkins-Universität zufolge 9.0006.757 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mit mehr als 2,5 Millionen Infektionsfällen führt deuropa die Statistik weiter an. Danach folgen die USA mit knapp 2,3 Millionen Fällen.

Seit Mitte Mai hat sich die Zahl der weltweiten Fälle verdoppelt. Allein in den vergangenen sieben Tagen wurden mehr als eine Million neuer Fälle verzeichnet. Aufgrund abweichender Testpraktiken sowie -kapazitäten in den verschiedenen Ländern sind die Zahlen jedoch nur bedingt miteinander vergleichbar.

In Deutschland haben sich bislang 191.905 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie eine Auszählung des Tagesspiegels ergibt. Rund 7600 Fälle sind derzeit aktiv. Eine detaillierte Übersicht finden Sie hier. (Quelle: TSP, 22.06.20)


Rasche Steigerung von Dexamethason

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte am Montag eine rasche Steigerung der Produktion von Dexamethason, einem billigen Steroid, das die Todesfälle bei kritisch kranken Coronavirus-Patienten verringert.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Nachfrage sei bereits gestiegen, nachdem eine britischer Untersuchung gegen das Medikament veröffentlicht worden war. Der WHo-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass die Steroid-Produktion hochgefahren werden könne.

Rund 2.000 Patienten hatten das Medikament von Forschern unter der Leitung eines Teams der Universität Oxford erhalten. Laut den in der vergangenen Woche veröffentlichten Ergebnissen verringerte es die Zahl der Todesfälle um 35%. „Obwohl die Daten noch vorläufig sind, gab uns die jüngste Erkenntnis, dass das Steroid Dexamethason ein lebensrettendes Potenzial für kritisch kranke Covid-19-Patienten hat, einen dringend benötigten Grund zum Feiern“, sagte Tedros laut AFP auf einer virtuellen Pressekonferenz in Genf. (Quelle: The Guardian, 22.06.20)


Göttinger Hochhaus: 350 dürfen raus

In dem Göttinger Hochhauskomplex, dessen etwa 700 Bewohner derzeit wegen des Coronavirus unter Quarantäne stehen, durften am Montagabend die ersten 350 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Sie waren zuvor zwei Mal negativ auf das Virus getestet worden. Der Göttinger Oberbürgermeister, Rolf-Georg Köhler (SPD), hatte dieses Vorgehen am Sonntag angekündigt, „um die Lage zu entschärfen. Wer zweimal negativ getestet ist, kann die Anlage maximal in Dreiergruppen und mit An- und Abmeldungen verlassen“, sagte Köhler.

Am Sonntag hatte es in dem Wohnkomplex einen Todesfall gegeben. Der Mann, Jahrgang 1977, sei aber nicht mit dem Virus infiziert gewesen. Die Infektionszahlen im Landkreis Göttingen sind durch den Massenausbruch gestiegen und liegen aktuell bei 247 Infizierten. Damit ist der Grenzwert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten.

Ein Lockdown für den gesamten Landkreis werde es in der aktuellen Situation aber trotzdem nicht geben, teilten Stadt und Landkreis Göttingen mit. Der Ausbruch beschränke sich auf den Wohnkomplex am Rande der Innenstadt und sei lokal eingegrenzt, die Infektionsketten würden unterbunden.(Quelle: NDR, 22.06.20)


IG Metall startet Aktionswoche in Coronakrise

Mit einer Informationsveranstaltung bei der Papenburger Meyer Werft hat am Montag eine Aktionswoche der IG Metall Küste begonnen. Unter dem Motto „Wenn wir zusammenhalten, ist alles möglich“ will die Gewerkschaft auf den drohenden Personalabbau in der Corona-Krise unter anderem in der Automobilindustrie, in der Luft- und Raumfahrtbranche, im Maschinenbau, in der Stahlindustrie sowie auf den Werften aufmerksam machen. Proteste gibt es an insgesamt 16 Standorten und in mehr als 100 Betrieben.

Eine weitere Aktion in Niedersachsen in dieser Woche ist ein Autokorso am Donnerstag in Emden von VW zu den Nordseewerken. Davor gibt es laut IG Metall Infoveranstaltungen in den Betrieben. Geplant sind außerdem Aktionen im Emsland, etwa beim Fahrzeughersteller Krone, bei Premium Aerotec in Varel (Landkreis Friesland) sowie in verschiedenen Betrieben im Bereich Oldenburg und Wilhelmshaven. Die Woche endet mit einem Autokorso in und durch Oldenburg.

Die Ergebnisse einer Befragung von 650 Betrieben mit 217.000 Beschäftigten im IG-Metall-Bezirk Küste zeigen: 70 Prozent der Unternehmen sind in Kurzarbeit oder planen diese, so die Gewerkschaft. Fast 80 Prozent melden demnach, dass bei ihnen Arbeitszeitkonten und Resturlaub abgebaut werden. „Jeden Tag kommen neue Hiobsbotschaften. Bei Unternehmen wie der Meyer Werft sowie Airbus und Premium Aerotec ist das Wachstum durch Corona jäh gestoppt worden“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. (Quelle: IGM, 22.06.20)


Niederlande verzeichnen keine Todesfälle durch Coronaviren

RIVM, das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt in den Niederlanden, hat zum ersten Mal seit Anfang März keine Covid-19-Todesfälle gemeldet. Es gab nur 69 Neuinfektionen und zwei Krankenhauseinweisungen.

Die Gesamtzahl der Todesfälle im Land beträgt weiterhin 6.090, und die Gesamtzahl der positiv getesteten Personen ist auf 49.658 gestiegen. (Quelle: RIVM, 22.06.20)


Tönnies: Einige Werkarbeiter wohl abgereist

Einige Mitarbeiter des vom Corona-Virus getroffenen Fleischverarbeiters Tönnies könnten der Gewerkschaft NGG zufolge in ihre Heimatländer zurückgekehrt sein. „Es ist davon auszugehen, dass einige reisen“, sagte der NGG-Landesvorsitzende in NRW Mohamed Boudih. Zudem hätten auch noch nicht alle Mitarbeiter des Schlachthofs mit rund 7000 Beschäftigten schriftliche Aufforderungen erhalten, sich in Quarantäne zu begeben. In dem Schlachthof sind unter anderem auch Menschen aus Rumänien, Bulgarien oder Polen beschäftigt.

Ein Sprecher des verantwortlichen Kreises Gütersloh sagte dazu, es habe „mündliche Aufforderungen“ an die Mitarbeiter gegeben, sich in Quarantäne zu begeben. Zudem hatte der Kreis „eine Allgemeinverfügung erlassen“, dass alle auf dem Betriebsgelände tätigen Personen und Personen, die in Gemeinschaftsunterkünften wohnen, sich bis zum 2. Juli in häusliche Quarantäne begeben müssen.

In dem Schlachtbetrieb waren bis Sonntag 6139 Personen auf Corona getestet worden. 1331 der Tests seien positiv ausgefallen. (Quelle: Tagesschau 22.06.20)


Frankreich öffnet Schulen

In Frankreich sind die Schulen für Schüler unter 15 Jahren ab heute wieder geöffnet und der Unterricht ist obligatorisch, obwohl nur noch zwei Wochen bis zum Ende des Schuljahres verbleiben. Alle Schüler müssen nach beiden Seiten 1 Meter voneinander entfernt sein (aber nicht unbedingt vorne oder hinten) und Masken tragen; die gesamte Klasse soll anwesend sein.
(The Guardian, 22.06.20)


Corona-Warn-App: Fast 12 Mio Downloads

Laut RKI ist die Corona-Warn-App bereits knapp 12 Millionen Mal heruntergeladen worden. Ziel der App ist es, möglichst schnell Infektionsketten zu unterbrechen. Das Handyprogramm soll Nutzer warnen, wenn sie sich in der Nähe von Menschen aufgehalten haben, die später positiv auf Sars-Cov-2 getestet wurden. (Quelle: RKI, 22.06.20)


Corona-Warn-App läuft auf 85 % der Smartphones

Die Bundesregierung hat Verständnis für die Kritik gezeigt, dass die Corona-Warn-App auf älteren Smartphones nicht läuft. „Natürlich würde man sich wünschen, dass (…) jeder mit jedem alten Smartphone damit arbeiten könnte, aber es gibt da technische Gründe, die durch ein politisches Wollen der Bundesregierung nicht wegzuwischen sind“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die App nutze neue Techniken und Sicherheitsverfahren, die ältere Smartphones nicht leisteten. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren hätten die Entwickler an der App gearbeitet.

„Sie läuft auf mehr als 85 Prozent der in Deutschland vorhandenen Smartphones“, sagte er. Die Entwickler hätten zugesagt, noch einmal zu überprüfen, ob eine Steigerung möglich ist. Knapp eine Woche nach dem Start wurde die Corona-Warn-App nach Seiberts Angaben inzwischen bereits 11,7 Millionen mal heruntergeladen. (Quelle: ARD, 22.06.20)


Südkorea: 2. Welle

Die Gesundheitsbehörden in Südkorea sehen das Land mittlerweile einer zweiten Welle der Coronavirus-Ausbreitung ausgesetzt. Ursprünglich seien sie davon ausgegangen, dass eine zweite Infektionswelle im Herbst oder Winter beginnen könnte, sagte die Direktorin der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (KCDC), Jeong Eun Kyeong, laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap. „Unsere Voraussage erwies sich als falsch.“ Schwerpunkt der zweiten Welle ist demnach zunächst die Hauptstadt und Umgebung. Im Großraum Seoul lebt fast die Hälfte der etwa 51,6 Millionen Einwohner.

Die Einschätzung kommt ungeachtet der Tatsache, dass die Behörden zuvor den geringsten landesweiten Anstieg bestätigter Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 seit fast einem Monat vermeldet hatten. Am Sonntag seien 17 Fälle hinzugekommen. Das war das erste Mal seit dem 26. Mai, dass weniger als 20 Neuinfektionen nachgewiesen wurden. (Quelle: Tagesschau, 22.06.20)


Dortmund schließt sechs Schulen

Für rund 8.000 Schüler in Dortmund endet das Schuljahr überraschend eine Woche früher. Die Stadt hat insgesamt sechs Schulen wegen Corona-Fällen geschlossen. Betroffen sind zwei Grundschulen, drei Berufskollegs und eine Hauptschule.

Weil es nicht gelang, alle Kontaktpersonen zu ermitteln, werden die Schulen vorsorglich ganz dicht gemacht. Einen Zusammenhang zwischen den Fällen gebe es nicht, sagte ein Stadt-Sprecher. Die Stadt geht davon aus, dass keine Reihentests nötig sind. (Quelle: WDR, 22.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 22.06.2020, 10 Uhr

Es gibt nach dem Wochenende noch keine neuen Zahlen im Emsland. Ca 80 Emsländer*innen (- 20) befinden sich noch in häuslicher Quarantäne.

Neue Zahlen gibt es für Lingen (Ems) (76/72/4). In unserer Stadt gibt es weiterhin keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 40 9 4
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1 0
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0 1
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0 1
Samtgemeinde Sögel 7 6 0 1
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2 1
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 462 (+/- 0) 429
(+/- 0)
25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 8

(22.06.20)


Italien: Fast die Hälfte aller Corona Toten aus der Lombardei


Thailand weiterhin mit niedrigen Zahlen

Thailand meldet weiterhin nur geringe Infektionszahlen. Am Wochenende habe es drei neue Coronavirus-Fälle gegeben, teilten am Montag die Behörden mit. Diese neuen Fälle beträfen thailändische Staatsangehörige, die aus Indien zurückgekehrt und in staatlicher Quarantäne entdeckt worden seien. Im Land selbst habe es seit 28 Tagen keine lokalen Infektionen gegeben.

Thailand hat offiziell bisher insgesamt 58 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 unter 3.151 Infektionen verzeichnet, von denen sich 3.022 Patienten erholt haben.

(Quelle: The Guardian, 22.ß6.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Die Gesamtzahl der bestätigten Coronavirus-Fälle beträgt jetzt 8.929.394, wobei die weltweite Zahl der Todesopfer laut Johns-Hopkins-Universität 467.676 erreicht hat. Beide Zahlen dürften in Wirklichkeit aufgrund unterschiedlicher Testraten und Definitionen, Zeitverzögerungen und vermuteter Unterberichterstattung höher sein.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldete am Sonntag einen Rekordanstiegderi weltweiten Coronavirus-Fälle; die Gesamtzahl innerhalb von 24 Stunden stieg um 183.020 Infizierte. Der größte Anstieg war laut Tagesbericht mit über 116.000 Neuerkrankungen in Nord- und Südamerika zu verzeichnen. Der bisherige höchste Tageswert für neue Fälle lag am 18. Juni bei 181.232.
  • Die städtische Gesundheitsbehörde in Peking meldete am Montag neun neue Fälle des Coronavirus in der Stadt für den 21. Juni, gegenüber 22 am Tag zuvor. Die Stadt mit mehr als 20 Millionen Einwohnern meldete ihren ersten Fall der jüngsten Welle am 11. Juni. Das Wiederaufleben wurde mit einem Lebensmittelmarkt im Südwesten der chinesischen Hauptstadt in Verbindung gebracht. Bisher sind 236 Menschen in der Stadt von dem Ausbruch infiziert.
  • Die chinesische Zollbehörde teilte am Sonntag mit, sie habe die Einfuhr von Geflügelprodukten aus einem Werk des US-amerikanischen Fleischverarbeiters Tyson ausgesetzt, das vom Coronavirus betroffen ist. Auf der Website der Behörde hieß es, sie habe sich für den Stopp entschieden, nachdem das Unternehmen zahlreich Coronavirus-Fällen in Werken in Arkansas bestätigt hatte, wo insgesamt 481 Personen positiv auf das Virus getestet wurden.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson wird am Dienstag weitere Lockerungen der britischen Coronavirus-Sperrung bekannt geben, womöglich auch die Aufhebung der Zwei-Meter-Regel des Social Distancing. Die britische Ökonomie steht weiter im Mittelpunkt. Um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen, war sie besonders vom Lockdown betroffen. Zwar dürfen Einzelhändler inzwischen wiedereröffnen, doch viele Unternehmen, insbesondere im Gastgewerbe und in der Freizeit, bleiben geschlossen.
  • Die Europäische Union und China wollen versuchen, die bestehenden Spannungen auf einem Videogipfel am Montag abzubauen. Es sind ihre ersten formellen Gespräche seit sich die Beziehungen verschlechtert haben, nachdem die EU Peking vorgeworfen hatte, es habe Desinformationskampagnen über das neuartige Coronavirus geführ. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, der Generaldirektor und Vorsitzende der EU, werden mit Ministerpräsident Li Keqiang und Präsident Xi Jinping sprechen.
  • Mexiko meldete am Sonntag 5.343 Neuinfektionen und 1.044 zusätzliche Todesfälle durch das Coronavirus Damit erhöhte sich die Gesamtzahl in Mexiko auf 180.545 Fälle und 21.825 Todesfälle. Die Regierung hat angegeben, dass die tatsächliche Anzahl infizierter Personen wahrscheinlich erheblich höher ist als die bestätigten Fälle.
  • Bürger/innen, die nach Neuseeland zurückkehren, dürften künftig zwei Wochen lang in Wohnmobilen unter Quarantäne gestellt werden, nachdem die Hotels in Auckland fast voll ausgelastet sind, sagte das dortige Gesundheitsministerium. Die Regierung hatte wohl auch überlegt, Rückkehrer/innen in Armee-Stützpunkten dunterzubringen, sagte der zuständige Chef der Gesundheitsbehörden Dr. Ashley Bloomfield. Am Samstag wurden mehr als 200 Rückkehrer in Bussen in andere Gemeinden des Landes gebracht, weil die Hotels in Auckland voll war. In Neuseeland gibt es derzeit neun aktive Fälle von Coronavirus.
  • Mehrere Polizeibeamte wurden bei Zusammenstößen mit Bewohnern eines Hochhauses in der deutschen Stadt Göttingen verletzt, die wegen eines Coronavirus-Ausbruchs unter Quarantäne gestellt worden waren, teilten die Behörden am Sonntag mit.
  • Die niederländische Polizei ist am Sonntag in Den Haag mit berittenen Einsatzkräften und Wasserwerfern gegen Demonstranten -darunter zahlreiche Hooligans- vorgegangen, die gegen die Corona-Politik der Regierung protestierten. 400 Protestierer wurden vorläufig festgenommen.
  • Angesichts der zunehmenden Besorgnis, nicht genügend Krankenhausbetten zu haben und um die steigende Zahl von Fällen zu bewältigen, hat die Provinzregierung von Delhi als erste im Land ihre Hotels angefordert. Ab dieser Woche werden 25 Einrichtungen als Notfall-Covid-19-Pflegezentren für Patienten mit leichten bis mittelschweren Symptomen umfunktioniert.
    (Foto: Erde CC 19.07.19 im Blogarchiv; Peling, CC s.unten; Quelle: The Guardian, 22.06.20)

Kurzarbeiter: Bayern vorn

In Bayern gibt es dem Ifo-Institut zufolge deutschlandweit die meisten Kurzarbeiter während der Corona-Krise. Dort waren im Mai 1,469 Millionen Menschen in Kurzarbeit, was 26 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten entspreche, teilte das Münchner Forschungsinstitut mit. Im einwohnerstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen waren es demnach 1,466 Millionen oder 21 Prozent, in Baden-Württemberg 1,09 Millionen oder 23 Prozent. Es folgen Niedersachsen und Bremen mit zusammen 767.000 oder 23 Prozent. „Gerade in den Ländern mit bedeutender Automobil- und Zuliefererindustrie wird besonders viel Kurzarbeit gefahren“, erläuterte Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Insgesamt schätzt das Institut die Zahl der Kurzarbeiter im Mai auf etwa 7,3 Millionen. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für 2020 im Jahresschnitt mit 2,2 Millionen Kurzarbeitern und in der Spitze mit 7,5 Millionen.(Quelle: ARD, 22.ß6.20)



Die Regeln in Niedersachsen ab heute

In Niedersachsen greift ab heute, Montag 22.06.20, die fünfte Stufe der Corona-Lockerungen. Die wohl gravierendste Änderung bei der Rückkehr zur Normalität betrifft die Kontaktbeschränkungen. Künftig können sich wieder Gruppen von bis zu zehn Personen treffen. Bislang war dies auf Mitglieder aus zwei Haushalten beschränkt. Auch das Picknicken und Grillen im Freien ist möglich.

Kinos und Theater profitieren ebenfalls von der geänderten Verordnung. Sie dürfen ab Montag unter strengen Auflagen wieder öffnen. Die Zuschauer müssen sich an den Mindestabstand halten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem ist die Zahl der Besucher auf höchstens 250 beschränkt. Die Veranstalter müssen wie Friseure und Restaurant-Betreiber die Kontaktdaten der Gäste erfassen, damit mögliche Infektionsketten später nachverfolgt werden können. Auch Saunen sowie Indoor- und Outdoor-Freizeiteinrichtungen dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Chöre und Blasorchester können im Freien proben und auftreten.

Für viele Eltern ist die wichtigste Neuerung, dass die Kitas am Montag in den eingeschränkten Betrieb zurückkehren. Für alle Kinder soll es dann ein – wenn auch zeitlich noch beschränktes – Betreuungsangebot geben. „Das ist eine lange geplante und sehr notwendige Maßnahme im Angesicht stabil niedriger Infektionszahlen“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). In den Einrichtungen gelten allerdings weiter strenge Hygienevorschriften. Zudem dürfen die einzelnen Gruppen nur getrennt voneinander betreut werden.

In Hotels und anderen Herbergen hebt das Land die Belegungsbeschränkung auf. Somit dürfen die Häuser ihre Betten unter Beachtung der Abstandsregel wieder zu 100 Prozent belegen. Aufatmen können auch die Anbieter von Busreisen, denn künftig dürfen Gruppen von zehn Personen zusammen sitzen. Das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Meter zwischen Personen verschiedener Haushalte gilt in diesem Fall nicht. Damit können die Unternehmer ihre Reisebusse wieder voller besetzen.

Gelten soll die neue Verordnung bis zum 5. Juli. Für die Zeit danach hat der Krisenstab der Landesregierung eine deutlich kompaktere, leichter verständliche Version der Corona-Maßnahmen angekündigt. Lediglich einige Grundregeln sollen dann noch bestehen bleiben. (Quelle: NDR, 22.06.20)


Bulgariens Tennisstar Dimitrow mit Coronavirus infiziert

Einen Tag nach seinem letzten Spiel bei der Adria Tour ist der bulgarische Tennisprofi Grigor Dimitrow positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der 29-Jährige am Sonntag auf seinem Instagram-Account mit. „Ich möchte sicher gehen, dass jeder, der mit mir in den letzten Tagen in Kontakt war, sich testet und die nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergreift“, schrieb Dimitrow, der sich aktuell in seiner Wahlheimat Monaco aufhält. „Grischo“, wie ihn seine bulgarischen Fans nennen, entschuldigte sich wegen möglicher Unannehmlichkeiten.

Bei der vom Weltranglistenersten Novak Djokovic organisierten Adria Tour im kroatischen Zadar hat auch der deutsche Tennisstar Alexander Zverev teilgenommen. Der Australian-Open-Halbfinalist verpasste am Sonntag den Einzug in das Finale, das nach dem Bekanntwerden von Dimitrows Positivtest laut serbischen Medienangaben nicht mehr ausgetragen wurde.

Das Turnier war ohnehin in die Kritik geraten, weil die Vorsichtsmaßnahmen nicht allzu ernst genommen wurde. Bei den Spielen waren Zuschauer zugelassen worden, ein Sicherheitsabstand von einem Meter wurde entsprechend der TV-Bilder aber nicht eingehalten. Zverev verabschiedete sich mitunter per Handschlag und Schulterklopfen von seinem Gegner, gab auch dem Schiedsrichter die Hand. Auch Ballkinder waren auf dem Platz.

Dimitrow hatte sich nach eigenen Angaben bereits am Vortag unwohl gefühlt. Dort war aufgefallen, dass er ein Händeschütteln mit Borna Coric und dem Schiedsrichter vermieden hatte. Auf das Spiel gegen Pedja Krastin verzichtete er. (Quelle: TSP, 22.06.20)


Nebenwirkungen: Kritik an chinesischem Impfstoff

Einige Nebenwirkungen und eine Technik, die schon bei HIV scheiterte – der Impfstoff von CanSino-Biologics ist weit entwickelt, aber „bedenklich“, so urteilen Experten.
Es war eine der Erfolgsmeldungen der vergangenen Tage: Ein in China entwickelter Impfstoff der Firma CanSino Biologics zeigte sich in ersten Tests an 108 Freiwilligen nicht nur als verträglich, sondern löste den Angaben der Forscher im Fachblatt „Lancet“ zufolge auch eine messbare Immunreaktion aus.
Doch in einem Kommentar im „New England Journal of Medicine“ wird nun Kritik an der Impfstofftechnologie, der Interpretation der Daten und der Entscheidung, den Impfstoff für die zweite Prüfphase an mehr Menschen zuzulassen, geübt.
Drei Probandengruppen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren hatten entweder eine geringe, mittlere oder hohe Dosis der Versuchsvakzine bekommen. Bei „50 bis 75 Prozent“ der Probanden stieg daraufhin die Menge neutralisierender Antikörper gegen Sars-CoV-2-Viren um das Vierfache.
Ob das für einen Immunschutz ausreicht, ist jedoch offen. „Wir haben keine Ahnung, welche Konzentrationen nötig sind, damit sich ein Schutz einstellt“, sagte Hildegund Ertl vom Zentrum für Impfstoff- und Immuntherapie am Wistar Institut in den USA dem Fachblatt „Nature“.
Außerdem zeigten sich in der Studie durchaus bedenkliche Nebenwirkungen: etwa 54 Prozent der Geimpften berichtete über „Schmerzen“ an der Einstichstelle, 46 Prozent entwickelten vorübergehend leichtes Fieber, Müdigkeit (44 Prozent) sowie Kopfschmerzen (39 Prozent). Schwere Nebenwirkungen seien nur bei einem Patienten aufgetreten, der eine hohe Dosis der Vakzine bekommen hatte. Er entwickelte für 48 Stunden ein schweres Fieber über 38,5 Grad Celsius, schwere Müdigkeitserscheinungen, Atembeschwerden und Muskelschmerzen. (Quelle: FAZ.net, 22.06.20)


Niedersachsen: 673 Straftaten und 8.593 Ordnungswidrigkeiten

Rund drei Monate nach Beginn der Corona-Auflagen hat die niedersächsische Polizei insgesamt 9.266 entsprechende Verstöße registriert. Darunter sind 673 Straf- und 8.593 Ordnungswidrigkeitsverfahren. Das teilte das niedersächsische Innenministerium dem NDR Niedersachsen mit. Die meisten Fälle hat die Polizeidirektion Osnabrück erfasst, die wenigsten die Direktion in Göttingen. Differenzen entstünden auch, weil die Dienststellen die Fälle teilweise unterschiedlich erfassten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Durch die vielen, teilweise regional unterschiedlichen Verordnungen, die sich immer wieder verändern, sei die rechtliche Einordnung der Verstöße teilweise schwierig, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer von der Staatsanwaltschaft Osnabrück, in deren bereich überdurchschnittlich viele Straftaten (181) und Ordnungswidrigkeiten (2.597) verzeichnet wurden. „Zu uns kommen in der Regel die Fälle, bei denen es zu Eskalationen gekommen ist.“ Als Beispiel nannte er Streitigkeiten zwischen Bürgern und Sicherheitsleuten vor Supermärkten, wenn Bürger es nicht eingesehen hätten, dass sie Masken tragen sollen. Auf der anderen Seite wolle die Staatsanwaltschaft die Bürger nicht kriminalisieren. „Das soll ja nicht sein, dass jemand, der seine Maske vergessen hat, nun plötzlich mit dem Strafrecht zu tun hat“, so Retemeyer. (mehr und Quelle: NDR, 22.06.20)


RKI: R-Wert erneut stark gestiegen

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,88 (Vortag: 1,79) gestiegen. Der „4-Tage-R“ werde nun auf 2,88 geschätzt, der „7-Tage-R“ auf 2,03, teilte das Institut am Sonntagabend in seinem täglichen Lagebericht mit. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Der Wert reagiert auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen, verursacht z.B. durch einzelne Ausbrüche, empfindlich, wie das RKI erläutert. Insbesondere bei einer insgesamt kleinen Anzahl von Neuerkrankungen könne dies zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,03 (Vortag: 1,55). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

„Die weitere Entwicklung muss in den nächsten Tagen beobachtet werden, insbesondere in Bezug auf die Frage, ob es auch außerhalb der beschriebenen Ausbrüche zu einem Anstieg der Fallzahlen kommt“, so das RKI. (Quelle: RKI, 22.06.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Die weltweite Gesamtzahl der bestätigten Fälle liegt bei 8.857.137; gestorben sind laut Johns-Hopkins-Universität (Baltimore) 465.826 Menschen.
  • Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hat am Sonntag weitere 32.411 Coronavirus-Fälle in den USA gemeldet. Die Gesamtzahl i den USA beträgt jetzt 2.248.029. Die Zahl der Todesfälle ist um 560 auf 119.615 gestiegen.
  • Die Vereinten Nationen haben den Taliban und den afghanischen Sicherheitskräften „absichtliche“ Angriffe gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen und Einrichtungen in einer Zeit vorgeworfen, in der Afghanistan mit der Coronavirus-Epidemie zu kämpfen hat.
  • Lateinamerika und die Karibik haben laut einer AFP-Bilanz, die auf offiziellen Zahlen basiert, zwei Millionen Fälle überschritten, davon in Brasilien mehr als die Hälfte aller Infektionen.
  • Die Zahl der Todesopfer bei Coronaviren in Großbritannien ist am Samstag um 43 auf 42.632 gestiegen. Insgesamt 304.331 Personen haben positiv getestet. Der britische Gesundheitsminister sagte, das Land sei auf dem besten Weg, die Beschränkungen am 4. Juli weiter zu lockern.
  • Nach den neuesten Angaben der Regionalregierung gab es in Schottland am fünften Tag dieses Monats keine neuen Todesfälle bei Coronavirus-Patienten.
  • Saudi-Arabien hat seine landesweite Ausgangssperre aufgehoben, die verhängt wurde, um die Ausbreitung des Coronavirus im März zu begrenzen.
  • Dubai hat angekündigt, dass ausländische Besucher ab dem 7. Juli einreisen dürfen, während diejenigen mit Aufenthaltsvisum ab Montag in das Land einreisen können.
  • Laut Gesundheitsbehörden hat der Iran zum dritten Mal in Folge mehr als 100 neue Todesfälle durch Coronaviren gemeldet.
  • Die Zahl der Todesopfer in Brasilien hat 50.000 überschritten, während die in der Ukraine 1.002 erreicht hat. Russland hat weitere 7.728 neue Fälle und 109 neue Todesfälle verzeichnet.
  • Marokko hat nach einem Anstieg der Covid-19-Fälle ein Feldkrankenhaus eröffnet.
  • Zwei Gebiete in Peking haben ihren Coronavirus-Spiegel nach dem jüngsten Ausbruch im Land auf ein hohes Niveau erhöht.
  • Die Zahl der Todesfälle durch Coronaviren in Frankreich ist gegenüber dem Vortag um sieben auf 29.640 gestiegen, teilte das nationale Gesundheitswesen des Landes mit. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg um 284 auf 160.377. Frankreich hat weltweit die fünfthöchste Zahl an Todesfällen durch Coronaviren, obwohl die Zahl der täglichen Opfer in den letzten zwei Monaten stark gesunken ist, so dass das Land seine Wirtschaft schrittweise wieder öffnen kann.
    (Quelle: The Guardian, 22.06.20)

Den Haag: Demonstration gegen Lockdown

Nach einer verbotenen Demonstration gegen die Lockdown-Maßnahmen von mehr als tausend Demonstranten in der Gegend von Malieveld in Den Haag (Niederlande), sind am Sonntag rund 400 Menschen zeitweise festgenommen worden. „Viele von ihnen wurde inzwischen freigelassen “, sagte die Polizei auf Twitter. Nach Auseinandersetzungen mit Protestierern hatte waren berittene Polizei und Anklage Wasserwerfer eingesetzt worden

Der Haager Bürgermeister Johan Remkes kommentierte, die Demonstration sei verboten worden, weil die Behörden Informationen hatten, dass „Unruhestifter“ aus allen Teilen der Niederlande, einschließlich Gruppen bekannter Fußballhooligans nach Den Haag kommen wollten. „Das hat nichts mit Protest oder dem Recht auf freie Meinungsäußerung zu tun. Diese Gruppe hat absichtlich versucht, die öffentliche Ordnung zu stören “, sagte Remkes in einer Erklärung. (Quelle: The Guardian, 21.06.20)



Mehr als zwei Millionen Corona-Fälle in Lateinamerika

In Lateinamerika und der Karibik ist die Zahl der offiziell registrierten Coronavirus-Infektionen am Wochenende auf über zwei Millionen gestiegen. Aus der Region wurden am Samstag insgesamt 2.007.621 bestätigte Fälle gemeldet, wie eine AFP-Zahlung ergab. Über die Hälfte der Fälle wurde aus Brasilien gemeldet. Dort war am Freitag die Marke von einer Million Infektionen offiziell überstiegen worden.

Alarmierend ist die Lage auch in Chile, wo sich die Zahl der Corona-Toten mehr als verdoppelte und am Samstag den Behörden zufolge auf .7144 anstieg, nachdem bisher nur vermutete Corona-Todesfälle neu in die Statistik mit aufgenommen wurden. Die Gesamtzahl der Infektionen wurde von den Behörden mit mehr als 236.000 angegeben.

In Mexiko wurden bisher über 20.000 Todesopfer infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gezählt. Mit über 4.700 Neuinfektionen binnen eines Tages stieg dort die Gesamtzahl der Infektionen den Behörden zufolge auf 175.202 Fälle. Auch Peru ist mit rund 250.000 Infektionsfällen und mehr als 7.800 Toten eines der am stärksten betroffenen Länder in Lateinamerika.

Aus Brasilien, wo der rechtsradikale Präsident Jair Bolsonaro die Corona-Krise kleinredet, wurden am Samstag 1.067 Millionen Infektionsfälle und rund 50.000 Tote gemeldet. In dem Land mit 210 Millionen Einwohnern waren allein am Freitag binnen eines Tages mehr als 54.000 neue Infektionsfälle gemeldet worden. Experten gehen von einer um ein Vielfaches höheren Dunkelziffer in Brasilien aus, das nach den USA das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt ist. (Grafik: Wikipedia. Quelle: TSP, 21.06.20)


Schweiz: Corona-Warn-App startet am 25. Juni

Die Schweizer Corona-App SwissCovid App für Mobiltelefone ist ab dem 25. Juni erhältlich. Sie könne im Apple Store und im Google Play Store heruntergeladen werden, hieß es auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Die App soll die manuelle Rückverfolgung von Kontakten ergänzen, wenn sich jemand mit dem Coronavirus infiziert hat. Die Nutzung ist freiwillig und kostenlos.

Je mehr Personen die App installieren und verwenden, umso wirksamer unterstützt sei aber die Eindämmung des neuen Coronavirus. Wenn die App installiert und die Funktion Bluetooth angeschaltet ist, registrieren zwei Smartphones, die sich innerhalb eines Tages in weniger als zwei Metern Abstand für insgesamt mehr als 15 Minuten befunden haben, den Kontakt anonym auf den Geräten.

Wenn sich jemand infiziert, würde er vom ärztlichen Dienst einen Code erhalten, mit dem er über die App alle diese Kontakte benachrichtigen kann. Die Kontaktierten sollen sich dann an eine Hotline wenden. Nach drei Wochen werden die Kontakte gelöscht. Standortdaten werden nicht gespeichert. (Quelle: ARD, 21.06.20)


Jetzt 1331 Infizierte bei Tönnies

Die Zahl der Corona-Infizierten in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück ist auf 1331 gestiegen. Dies teilte der Kreis Gütersloh am Sonntag mit. Die Reihentestungen auf dem Gelände der Firma seien am Samstag abgeschlossen worden, hieß es. Insgesamt 6139 Tests seien gemacht worden, 5899 Befunde lägen bereits vor.

Bei 4568 Beschäftigten konnte demnach das Virus nicht nachgewiesen werden. „Bei den Testungen zeigte sich, dass die Zahl der positiven Befunde außerhalb der Zerlegung deutlich niedriger sind als in diesem Betriebsteil“, hieß es weiter.

In den vier Krankenhäusern im Landkreis werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon liegen 6 Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf der sechs sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte.

update:

Nach dem Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies will der Landkreis Gütersloh kostenlose Corona-Tests für die dort lebenden Anwohner bereitstellen. Das solle „in den nächsten Tagen“ geschehen, kündigte Landrat Sven-Georg Adenauer an.

Für die Tests zahlen will nach eigener Aussage der Tönnies-Konzern. Adenauer hatte angeregt, „dass es für die Firma Tönnies möglicherweise interessant wäre, für diese Kosten aufzukommen. Das muss die Firma aber selber entscheiden.“

Kurz darauf kam die Bestätigung des Betriebs: „Zusage. Wir stehen zu unserer Verantwortung und übernehmen die Kosten für einen freiwilligen flächendeckenden Coronatest im Kreis Gütersloh. Die Details stimmen wir mit dem Kreis Gütersloh ab“, sagte ein Sprecher von Unternehmenschef Clemens Tönnies an.

(Quelle: WDR, 21.06.20)


Spanien hat Notstand beendet

Spanien befindet sich seit Mitternacht nicht mehr im Corona-Notstand. Sonntag ist damit der erste Tag nach 14 Wochen, an dem sich die 47 Millionen Bürger wieder im ganzen Land frei bewegen können. Auch die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten sind seit Mitternacht wieder offen. Nur die Grenze zu Portugal bleibt auf Wunsch der Regierung in Lissabon noch bis zum 1. Juli für die meisten Reisenden geschlossen.

Mit mehr als 28 000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19 und mehr als 245 000 Infizierten ist Spanien eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Inzwischen sind die Corona-Zahlen stark gesunken. (Quelle: Süddeutsche, 21.06.20)


Ukraine-Zahlen

Die Zahl der CoViD-19-Todesfälle in der Ukraine hat laut offiziellen Angaben Regierungswebsite 1.000 überschritten.

Das Land bestätigte 36.560 Infektionsfälle des Coronavirus, wobei die Zahl der Todesopfer derzeit bei 1.002 liegt. (Quelle: The Guardian, 21.06.0)


Russland-Zahlen

Russland hat 7m Sonntag 7.728 neue Fälle von Coronavirus gemeldet, was die Gesamtzahl der Fälle im Land auf 584.680 erhöht.

Weitere 109 Menschen sind in den letzten 24 Stunden gestorben, was laut dem nationalen Coronavirus-Reaktionszentrum die Zahl der offiziellen Todesopfer auf 8.111 erhöht. (Quelle: The Guardian, 21.06.20)


Überblick am ganz frühen Morgen:

  • Brasilien hat 1.022 neue Todesfälle registriert, was die Gesamtzahl der bekannten Covid-19-Todesfälle des Landes von 48.954 auf 49.976 erhöht; die Infektionen sind von 1.032.913 am Freitag auf 1.067.579 am Samstag gestiegen, was einem Anstieg von 34.666 entspricht.
  • Die Reproduktionsrate des Coronavirus in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) für öffentliche Gesundheit am Samstag auf 1,79 gestiegen und liegt damit weit über dem, was zur längerfristigen Eindämmung des Ausbruchs erforderlich ist. Die im täglichen Lagebericht von RKI veröffentlichte Rate entspricht einem Wert von 1,06 am Freitag.
  • In Italien brachte ein Kollektiv am Samstag 67 Migranten in Sicherheit, als das erste Rettungsschiff die italienischen Küsten erreichte, seit die Behörden beschlossen hatten, alle Häfen wegen der Coronavirus-Pandemie im April zu schließen.
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde teilte am Samstag mit, dass sie die Städte Hebron und Nablus im besetzten Westjordanland vorübergehend abriegeln werde, um die Ausbreitung des Coronavirus nach einem starken Anstieg der Infektionen einzudämmen.
  • In Chile hat die Regierung hat ihre geschätzte Zahl der Corona-Todesfälle am Samstag von zuvor bestätigten 4.265 auf mehr als 7.000 korrgiert.
  • Da die Zahl der Coronavirus-Fälle in Israel seit der Lockerung einer Reihe von Sperrmaßnahmen weiter zunimmt, erwägt Premierminister Benjamin Netanyahu eine Wiederaufnahme des Lockdown.
  • Der Iran prüft, das Tragen von Masken an öffentlichen Orten und auf überdachten Plätzen innerhalb weniger Tage obligatorisch zu machen, sagte Präsident Hassan Rouhani am Samstag, als die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle immer weiter über 200.000 stieg.
  • Griechenland hat eine weitere Verlängerung der Sperrungen in seinen Migrantenlagern angekündigt, Stunden nachdem 2.000 Menschen im Zentrum von Athen anlässlich des Weltflüchtlingstages protestiert und die Behandlung der Geflüchteten durch die Regierung angeprangert hatten.
  • In Portugal teilte die Staatsanwaltschaft teilte am Samstag mit, sie habe eine Untersuchung zu einer Geburtstagsparty eingeleitet, an der am 7. Juni zahlreiche Menschen in der Algarve-Stadt Lagos teilnahmen, was zu vielen neuen Coronavirus-Infektionen hätte führen können.
    (Quelle: The Guardian: 21.06.20)

R-Faktor deutlich über kritischem Wert – RKI aber zurückhaltend

Der Virus-Reproduktionsfaktor „R“ in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts deutlich über den kritischen Wert von „1“ gestiegen. Das sei aber vor allem auf lokal begrenzte Ausbrüche unter anderem auf dem Tönnies-Schlachthof in Gütersloh zurückzuführen, erklärte das RKI am Samstagabend in seinem täglichen Bericht. Ein bundesweiter Anstieg der Fallzahlen sei daraus bisher nicht abzuleiten.

Insgesamt hatte es zuletzt bundesweit 601 neu bestätigte Infektionen gegeben, womit die Gesamtzahl auf 189.135 stieg. Die Zahl der Verstorbenen legte um elf auf 8883 zu.

Das eher auf kurzfristige Änderungen reagierende „4-Tage-R“ werde aktuell auf 1,79 geschätzt, das ausgeglichenere „7-Tage-R“ auf 1,55, so das RKI am Samstagabend. 100 Infizierte stecken damit rechnerisch im Schnitt 179 beziehungsweise 155 Personen an und die Zahl der Erkrankten nimmt damit insgesamt zu. Am Freitag hatte der „7-Tage-R“, bei 1,17 gelegen, am Donnerstag bei 1,00 und am Mittwoch bei 0,89.

Ziel ist ein Wert von unter 1, weil damit die Zahl der Infizierten rechnerisch sinkt. Das ist auch mit Blick auf die Frage wichtig, ob Lockerungen ausgeweitet oder wieder zurückgenommen werden müssten. Das RKI schaut sich aber nicht allein die R-Zahlen an. Wichtig sind dem Institut zufolge auch die Zahl der Neuinfektionen im Tagesvergleich, die Zahl der positiv ausgefallenen Tests sowie die Be- und Auslastung des Gesundheitswesens. (Quelle: RKI, 20.06.20)


Europa-Überblick

Die Zahl der CoViD-19-Todesfälle in Frankreich ist seit Freitag um 19 auf 29.633 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Die Anzahl der bestätigten Coronavirus-Fälle erhöhte sich um 641 auf 160.093. Frankreichs Corona-Todesrate ist die fünfthöchste der Welt.

In Portugal sind aktuell etwas mehr als 1.500 Menschen durch CoViD-19-Infektionen verstorben. Es gibt 38.841 Infektionsfälle bei einer Bevölkerung von rund 10 Millionen.

Italien meldete am Samstag 49 Todesfälle durch Covid-19, verglichen mit 47 am Tag zuvor, teilte die Zivilschutzbehörde mit, während die tägliche Zahl der Neuerkrankungen von 251 am Freitag auf 262 stieg.

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch Coronaviren seit dem 21. Februar liegt nun bei 34.610, nach Angaben der Agentur die vierthöchste der Welt nach den USA, Brasilien und Großbritannien. Die Zahl der bestätigten Fälle beläuft sich auf 238.275, die achthöchste weltweite Zahl, berichtet Reuters.


Chile: Zahl der Corona-Todesopfer verdoppelt sich fast

Chile hat am Samstag seine Schätzung der durch das Coronavirus verursachten Fälle und Todesfälle erhöht und berichtet, dass sich die offizielle Zahl der Todesopfer fast verdoppelt hat.

Inmitten der Bemühungen, die viel kritisierte Meldung von Todesfällen aufgrund von Viren neu zu organisieren, erhöhte die Regierung ihre geschätzte Anzahl tödlicher Fälle von zuvor bestätigten 4.265 auf mehr als 7.000, berichtet die Financial Post.

„In Bezug auf diejenigen, die aufgrund einer Laborbestätigung aufgrund von Covid-19 gestorben sind, dh Todesfälle, bei denen Covid-19 eine mögliche oder wahrscheinliche Ursache ist, steigt die Zahl um 3.069“, sagte Rafael Araos, der Chefepidemiologe des Landes.

Präsident Sebastian Pinera ersetzte diesen Monat den Gesundheitsminister des Landes, als die Kontroversen über die Coronavirus-Zahlen des Landes zunahmen. Offizielle Daten zeigen, dass es in Chile bisher 236.748 Infektionen gab. (Quelle: The Guardian, 20.06.20)


Göttingen: Quarantäne-Unruhe

In Göttingen steht ein gesamter Hochhauskomplex mit rund 700 gemeldeten Bewohnern unter Quarantäne, nachdem dort bisher knapp 120 Corona-Infektionen festgestellt worden sind. Doch nicht alle Menschen wollen sich offenbar mit den Auflagen abfinden. Am Quarantäne-Wohnkomplex eskalierte die Lage. Am Samstagnachmittag kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern und Polizisten.

Einige Einsatzkräfte wurden verletzt, als nach Angaben der Beamten metallene Gegenstände und Pyrotechnik aus dem Gebäude auf die Polizisten geworfen wurden. Außerdem versuchten laut Polizei mehrere Bewohner über Gitter zu klettern, die den Komplex derzeit absperren. Rund 100 Menschen hätten zudem versucht, sich an Polizisten vorbeizudrängen. Es sei Verstärkung aus Braunschweig angefordert worden.

Die Stadt Göttingen hatte zeitgleich damit begonnen, mehrere Hundert Hochhausbewohner ein weiteres Mal zu testen. Nach Angaben eines Sprechers sollten diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion getestet werden, die bei der ersten großen Test-Aktion Anfang der Woche ein negatives Ergebnis hatten. Mit einem Ergebnis sei Anfang der kommenden Woche zu rechnen.

Die Stadt hatte die rund 700 gemeldeten Bewohner eines Gebäudekomplexes unter Quarantäne gestellt – vorerst bis zum 25. Juni. Seit Donnerstag wurden bei knapp 120 Bewohnern dort Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt, nachdem sich zwei Frauen angesteckt hatten. In der Anlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

Erst im Mai war es im nur wenige Hundert Meter entfernten 18-geschossigen Iduna-Zentrum zu einem Corona-Ausbruch gekommen, weil nach Darstellung der Stadtverwaltung dort Mitglieder mehrerer Familien bei privaten Feiern die Hygiene- und Abstandsregeln verletzt hatten. (Quelle: NDR, 20.06.20)


Ostfriesische Insel erlauben Tagestouristen

Die Ostfriesischen Inseln wollen ab kommender Woche wieder für Kurzurlauber öffnen. Eine einheitliche Regelung dazu gibt es f allerdings nicht. Ein Überblick:

Ab Montag lassen Juist und Baltrum wieder Tagesgäste zu. Am Dienstag folgen Borkum, Spiekeroog, Langeoog und Wangerooge. Norderney, das traditionell die meisten Tagesgäste hat, darf bis Ende Juni nur besucht werden, wenn die Urlauber mindestens eine Nacht bleiben. Die unterschiedlichen Regelungen hängen mit den unterschiedlichen Allgemeinverfügungen der jeweils zuständigen Landkreise zusammen, die entweder am Montag enden – wie in den Landkreisen Aurich und Leer – oder erst am Dienstag, wie in den Landkreisen Wittmund und Friesland.

Für Wangerooge hat der Landkreis Friesland allerdings gleich wieder eine Beschränkung angeordnet: Für Tagesgäste gilt ein Verbot an Wochenenden und zum Ferienbeginn. Langeoog lässt ab Dienstag zunächst nur jeweils 200 Tagesgäste auf die Insel – an Wochenenden gar keine. An Wochenenden ist traditionell Bettenwechsel auf den Inseln.

Die Reedereien bleiben vorerst dabei, die Fähren nur halbvoll fahren zu lassen. So könne man die Zahl von Tagestouristen begrenzen, sagt der Geschäftsführer des Verbands der Ostfriesischen Inseln, Göran Sell. (Quelle: NDR, 20.06.20)



Israel steckt in der zweiten Corona-Welle

Israel hatte das Coronavirus fast besiegt. Im Mai steckten sich pro Tag nur noch fünf Menschen neu mit dem Virus an. Es galt quasi als besiegt, Netanyahu sprach von einer „großen Erfolgsgeschichte“. Doch nun hat das Land jeden Tag Hunderte Neuinfektionen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte am Donnerstag vor der Presse, die Bevölkerung müsse ihr „Verhalten ändern“. Wenn nicht, müsse das Land zurück in den Lockdown.

Israel galt als eines der Länder, die das Coronavirus vorbildlich bekämpft und so beinahe ausgerottet hatten. Schon im März schloss es seine Grenzen, fuhr die Wirtschaft herunter und schränkte die Bewegungsfreiheit ein. Zeitweise durften Israelis sich maximal 100 Meter von ihren Häusern entfernen. Die strikten Maßnahmen drückten die Corona-Infektionen. Doch dann öffnete sich Israel wieder. Zusammenkünfte wurden erlaubt, die Wirtschaft nahm den Betrieb auf. Mit jedem Verbot, das fiel, stieg die Zahl der Fälle.

Offiziell herrscht in Israel zwar an vielen Orten eine Mundschutzpflicht, die Bürger sind aufgerufen, Abstand voneinander zu halten. Doch ein Regelbruch wird selten bestraft. Viele Israelis steckten sich nach der Öffnung bei privaten Treffen an. Als Infektionsherde erwiesen sich außerdem Schulen, die zusammen mit der Wirtschaft wieder aufmachten. „Sie wurden schnell zu Clustern“, sagt Cohen. Mehr als vierzig Prozent der neuen Corona-Fälle seien Kinder, die sich im Unterricht angesteckt hätten. (mehr und Quelle: DER SPIEGEL, 20.06.20)


Türkei: Infektionszahlen steigen

Die Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan zufolge bei der Eindämmung des Coronavirus nach den jüngsten Lockerungen an Erfolgen eingebüßt. „Die Zahlen der vergangenen Tage zeigen, dass wir unsere Position im Kampf gegen die Epidemie verloren haben“ sagte Erdogan in einer Fernsehansprache.

Aber die Beachtung von Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln werde die Menschen schützen und zu einer Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr beitragen. Die Türkei hatte im Juni Restaurants und Cafés wieder geöffnet sowie Ausgehverbote am Wochenende und einige Reisebeschränkungen aufgehoben. Doch seit dem 1. Juni hat sich die Zahl der neuen Covid-19-Fälle auf fast 1600 pro Tag verdoppelt. (Quelle: TSP, 20.06.20)


Überblick am Nachmittag

  • Der Leiter der Weltgesundheitsorganisation sagte am Freitag, dass sich die Pandemie beschleunigt und dass am Tag zuvor mehr als 150.000 Fälle gemeldet wurden, die höchste Zahl an einem einzigen Tag. Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte Reportern in Genf, dass fast die Hälfte der neu gemeldeten Fälle auf dem amerikanischen Kontinent lag, mit einer signifikanten Anzahl in Südasien und im Nahen Osten.
  • Wladimir Putin hat „Helden“ -Doktoren gefeiert, die während der Coronavirus-Epidemie gestorben sind, und sie mit Medizinern auf dem Schlachtfeld aus vergangenen Kriegen verglichen. Er machte die Aussage vor der kontroversen Abstimmung im nächsten Monat, die voraussichtlich die Präsidentschaft des russischen Präsidenten bis 2036 verlängern wird. Der staatliche Gesundheitswächter sagte diese Woche, dass fast 500 Mediziner, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, gestorben waren, eine hohe Zahl im Vergleich zu anderen Ländern.
  • Französische Demonstranten haben das Gesundheitsministerium des Landes am Samstag mit roter Farbe übergossen, um so das Blut der an Covid-19 Verstorbenen zu symbolisieren und gegen die schlechten Arbeitsbedingungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen des öffentlichen Sektors zu demonstrieren. „Seit Jahren machen uns die Gesundheitspersonal darauf aufmerksam, dass sie nicht über genügend Ressourcen in Bezug auf Personal, Betten und Ausrüstung verfügen, um die Menschen anständig betreuen zu können“, so Aurelie Trouve, Sprecherin der Attac-Aktivistin Gruppe, die hinter dem Protest stand, sagte Reuters.
  • In Australien wurde das für Sonntagabend geplante AFL-Ligaspiel zwischen Essendon und Melbourne wurde verschoben, nachdem der Essendon-Spieler Conner McKenna positiv auf Covid-19 getestet wurde.
  • Die Stadt Tulsa, Oklahoma, ist bereit für Donald Trumps erste Wahlkampfkundgebung seit der Coronavirus-Pandemie in den USA, bei der bisher mehr als 118.000 Menschen ums Leben kamen. Die Indoor-Rallye im BOK Center mit einer Kapazität von 19.000 Personen in Tulsa findet statt, da die Stadt und der Bundesstaat Oklahoma einen Anstieg der Covid-19-Fälle verzeichnen und die örtlichen Gesundheitsbehörden die Kampagne dringend auffordern, die Veranstaltung zu verschieben, aus Angst vor dem engen Kontakt zwischen den Teilnehmern, die dies tun werden nicht verpflichtet sein, Gesichtsmasken zu tragen, könnte zu mehr Todesfällen führen.
    )Queöe: The Guardian, 20.06.20)

Corona-Warn-App: Inzwischen mehr als 10 Millionen Nutzer

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrem wöchentlichen Podcast zur Nutzung der Corona-Warn-App aufgerufen. Die App könne zum „Begleiter und Beschützer“ werden und bei der Unterbrechung von Infektionsketten helfen. Sie freue sich darüber, dass schon in dieser ersten Woche Millionen Menschen die App heruntergeladen haben, so Merkel.

Die Benutzung der App sei absolut freiwillig. Es gebe keine Belohnung für die Benutzung und keinen Nachteil, wenn sich jemand dagegen entscheide.

Das Robert-Koch-Institut, in dessen Verantwortung die Corona-Warn-App entwickelt wurde, hatte am Freitag mitgeteil, die App sei inzwischen mehr als 9,6 Millionen mal heruntergeladen worden. Inzwischen stieg die Nutzerzahl auf mehr als 10 Mio. (Foto: Pixabay; Quellen: tagesschau, RKI, 20.06.20)


Frankreich will Stadien ab 11. Juli wieder eingeschränkt öffnen

Frankreich will ab 11. Juli seine Stadien wieder für Zuschauer öffnen. Maximal 5000 Menschen dürften dann auf den Rängen Platz nehmen, erklärte die französische Regierung. Bereits ab Montag dürfen Kinos und Kasinos in dem Land wieder öffnen. Die Verbesserung der Lage in der Corona-Pandemie erlaube es, „bestimmte Verbote aufzuheben, vorausgesetzt, dass alle wachsam bleiben“, hieß es in der Erklärung.

Die Zahl von 5000 Zuschauern in Stadien und auf Rennbahnen könne evetuell Mitte August angepasst werden, wenn sich die Situation weiter verbessert. Die Regierung stellte auch die Aussicht auf die Wiedereröffnung von Clubs, Messen und Ausstellungen ab September in Aussicht. Auch die Wiederaufnahme internationaler Kreuzfahrten steht dann demnach im Raum. (Quelle: AFP, 20.06.20)


Mexiko-City lockert nicht

Geplante Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen in Mexiko-City sind wegen anhaltend hoher Infektionszahlen verschoben worden. Für kommende Woche war in der mexikanischen Hauptstadt die Wiedereröffnung in begrenztem Umfang unter anderem von Einkaufszentren, Restaurants, Hotels und Kirchen vorgesehen. Da die Stadt nach dem Ampelsystem der mexikanischen Behörden zur Messung der Ausbreitung des Coronavirus noch immer auf rot stehe, würden die Öffnungen vorerst nicht erfolgen, teilte Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum mit. „Wir müssen vorsichtig sein“, sagte sie.

Lateinamerika ist derzeit – fast vier Monate, nachdem dort die ersten Fälle festgestellt wurden – einer der globalen Brennpunkte der Corona-Pandemie. Mexiko hat – mit rund 20.000 – nach Brasilien die zweithöchste Zahl der registrierten Todesfälle nach Covid-19-Erkrankungen in der Region. (Quelle: TSP, 20.06.20)


Hurricane virtuell 2020: Das Line-Up in der Übersicht

Das Hurricane-Festival kann in diesem Jahr wegen Corona nicht in Scheeßel stattfinden. Doch das Hurricane virtuell macht aus der Not eine Tugend und lässt trotz allem Festivalstimmung aufkommen. Auf ndr.de/hurricane gibt es ab heute viele Highlight-Konzerte der vergangenen Jahre. Mit dabei sind etwa Macklemore, Mumford & Sons, Bilderbuch, Billy Talent und Feine Sahne Fischfilet.

Seit Freitag und noch bis Sonntag streamt NDR.de die Auftritte von 38 Acts in drei jeweils mehr als zehnstündingen Sendungen live. Darunter sind die besten Auftritte der vergangenen Jahre und einige Überraschungen.

Durch die Sendungen führen Bosse, Porky von Deichkind, Elton und Jen von Grossstadtgeflüster. Sie haben sich auf dem Eichenring in Scheeßel getroffen und über ihre Lieblings-Hurricane-Momente gesprochen. Dieses Wochenende wird gerockt – nur eben zu Hause… (Mehr und Quelle: NDR, 20.06.20)


Peking testet alle Mitarbeiter von Lieferdiensten

Nach dem erneuten Corona-Ausbruch in der China sollen in Peking in den kommenden Tagen alle Mitarbeiter von Lieferdiensten getestet werden. Das berichtet die staatliche Zeitung „Beijing News“. Nachdem sich die Tests zunächst auf die Bezirke rund um den Markt, wo das Virus aufgetreten war, konzentriert hatten, sollten nun Zehntausende Mitarbeiter von Lieferdiensten, die täglich i nder ganzen Stadt unterwegs sind, getestet werden.

Wie die staatliche Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, wurden in der Hauptstadt 21 weitere Ansteckungen nachgewiesen. Landesweit wurden insgesamt 27 Infizierte gemeldet. Seit der neue Ausbruch auf einem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, ist die Zahl der Infizierten damit auf über 299 gewachsen. (Foto: Peking, Kaiserpalast via pixabay; Quelle: tagesschau,de, 20.06.20)


Greta Thunberg: Lehren aus Corona ziehen

Greta Thunberg muss die Welt die Lehren aus der Coronakrise ziehen und den Klimawandel mit ähnlich großer Dringlichkeit behandeln, also „mit der erforderlichen Kraft“ zu handeln.

In einem Interview mit der BBC sagte die Schwedin, sie glaube nicht, dass ein „grüner Wiederaufbauplan“ die Krise allein lösen werde. Sie sagte auch, dass die Welt jetzt einen „gesellschaftlichen Wendepunkt“ in Klimafragen oder bei Themen wie „Black Lives Matter“ erlebe.

„Die Menschen beginnen zu begreifen, dass wir nicht immer bei diesen Themen wegschauen können“, sagte Frau Thunberg: „Wir können diese Dinge, diese Ungerechtigkeiten nicht immer wieder unter den Teppich kehren“. (Foto und Quelle: BBC, 20.06.20)


RKI: Mehr Infektionszahlen in Deutschland

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 601 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Bereits am Vortag hatte die Zahl mit 770 Fällen merklich höher gelegen als an den Vortagen. Inzwischen haben sich seit Beginn der Corona-Krise 189.135 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete.

Die Zunahme der Fallzahlen sei insbesondere auf größere Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin zurückzuführen, hieß es vom RKI. 8.883 nachweislich mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach bisher in Deutschland – das sind im Vergleich zum Vortag 11 Menschen mehr. Etwa 174.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Quelle: RKI, 20.06.20)


Trump mit umstrittener Wahlkampf-Kundgebung im Bundesstaat Oklahoma

Donald Trump wird am Samstag eine Kundgebung in Tulsa (Oklahoma) abhalten – seine erste Wahlkampftagung seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie.

Die Kundgebung ist atuell einer der größten Indoor-Events in den USA, nachdem große Versammlungen im März wegen des Coronavirus verboten wurden. Sie wurde trotz der Proteste der örtlichen Gesundheitsbehörden geplant.

Es ist mehr als drei Monate her, seit das letzte Mal eine Trump-Kundgebung in den USA stattfand. Die Arbeitslosenquote lag am 2. März bei etwa 3,5%. Die Zahl der Coronavirus-Fälle in den USA wurde auf 91 geschätzt und Trump erklärte: „Unser Land ist stärker als je zuvor.“ (Foto: CC s. April-Archiv dieser Seite; Quelle: The Guardian, 20.06.20)


Autoversicherer: Geld zurück?

Den deutschen Autofahrern hilft die Corona-Krise beim Sparen – und das nicht nur durch gesunkene Benzinpreise. Weil weniger gefahren wird und weniger Unfälle passieren, können viele Fahrzeugbesitzer auch von der Autoversicherung Geld zurückbekommen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei Versicherern und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergab. Wer monatelang nicht ins Büro pendelte und daher 2020 weniger Kilometer fahren wird als bei seiner Versicherung angegeben, kann seinen Vertrag dem GDV zufolge häufig anpassen. (Quelle: tagesschau.de, 20.06.20)


Luxemburg: Gesamte Bevökerung wird auf Corona-Infektion getestet

Luxemburg will die gesamte Bevölkerung des Landes testen und damit eine zweite Corona-Welle verhindern. Dazu seien die Einwohner und Beschäftigten in kleine Gruppen eingeteilt worden, deren Mitglieder abwechselnd und regelmäßig getestet werden: „Wenn es neue Infektionen gibt, dann wissen wir sehr genau, wo es passiert und können Ketten unterbrechen“, sagte der Direktor des Luxemburger Gesundheitsinstituts, Ulf Nehrbass.

An derzeit 17 Teststationen seien pro Tag bis zu 20.000 Tests möglich. Luxemburg sei das erste europäische Land, dass Tests auf Covid-19 derart umfassend anbiete, sagte Nehrbass. Derzeit seien bereits zehn Prozent der gut 600.000 Einwohner plus 300.000 Grenzgänger „durchgetestet“. Für die freiwilligen Testungen von Anfang Mai bis Ende Juli stehen rund 30 Millionen Euro bereit. „Es wäre gut, wenn die Tests auch danach weiter gehen“, sagte Nehrbass, der auch Sprecher der Covid-19 Task Force in Luxemburg ist. Die zweite Welle werde im Herbst erwartet – „und da sollten wir bereit sein.“

(Quelle: ARD, 20.06.20)


Niedersachsen-Zahlen

Nach Angaben des Landes Niedersachsen gab es gestern (Stand: 19. Juni, 10 Uhr) 13.071 laborbestätigte Covid-19-Fälle (+22 im Vergleich zum Vortag) in Niedersachsen. Davon sind 11.409 Menschen wieder genesen. 620 mit dem Coronavirus infizierte Menschen im Land sind gestorben. (Quelle: NDR, 20.06.20)


Wegen Tönnies‘ Coronaausbruch ist Tönnies in „Arbeitsquarantäne“

Nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies müssen sämtliche Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück in Quarantäne. Das betreffe auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze, wie der Kreis Gütersloh mitteilte.

Einige Mitarbeiter können den Angaben nach aber in sogenannte Arbeitsquarantäne. Das heißt, dass sie sich nur zwischen Arbeits- und Wohnort bewegen dürfen. Das gilt auch für Clemens Tönnies, Gesellschafter des größtem Schlachtbetrieb Deutschlands, wie ein Konzernsprecher der Deutschen-Presse Agentur sagte.

Bereits zuvor waren 7000 Menschen in Quarantäne geschickt worden. Der Kreis Gütersloh bat sogar die Bundeswehr um Hilfe, um die Mitarbeiter reihenweise zu testen. Bis zum Freitagnachmittag erfolgten 3500 Test, 803 Befunde waren positiv und 463 negativ, die restlichen standen noch aus.

Eine übervolle Kantine, Mindestabstand – Fehlanzeige: Ein Video aus der Tönnies-Fleischfabrik, das dem SWR vorliegt, hatte zuvor Verstöße gegen Hygienevorschriften gezeigt – zu einer Zeit, als diese vom Land NRW verschärft wurden.

Am Sonntag soll es wegen des Ausbruchs in dem Konzern eine Sondersitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts geben. Dort wird dann gegebenenfalls über weitere Maßnahmen debattiert. Ministerpräsident Armin Laschet hatte den Ausbrauch am Freitag das „größte, bisher nie dagewesene Infektionsgeschehen in NRW“. Man werde alles tun, um die weitere Ausbreitung der Infektion zu bekämpfen, sagte er in Düsseldorf. Dabei schloss er einen regionalen Lockdown nicht mehr aus.

(Quelle: Spiegel, t-online.de 20.06.20)


Lingen und Meppen sagen Tagestouren zu den Inseln ab

Die Lingen Wirtschaft + Tourismus GmbH (LWT) und die Tourist Information Meppen (TIM) haben die für die Sommermonate geplanten Tagestouren auf die ostfriesischen Inseln aufgrund des Coronavirus absagen. Bereits gekaufte Tickets werden erstattet.

„Aufgrund der aktuell geltenden Bestimmungen des Landes Niedersachsen haben wir uns entschlossen, die geplanten Tagestouren auf die Inseln Borkum, Langeoog, Norderney, Spiekeroog und Ameland abzusagen – zum Schutz unserer Gäste“, erklärte LWT-Geschäftsführer Jan Koormann die Entscheidung. An den eintägigen Touren von LWT und TIM auf die Nordseeinseln haben in der Vergangenheit viele Menschen aus Lingen wie Meppen teilgenommen.

Die aktuell geltende Verordnung des Landes Niedersachsen erlauben Busreisen nur, wenn die Fajrgäste während der ganzen Fahrt einen Mundschutz tragen und außerdem entsprechende Abstandsregeln zwischen ihnen eingehalten werden. Auch während der Fährüberfahrt besteht die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes, das „würde die Freude an den Tagestouren mindern.“ Einige Inseln, so auch Borkum, erlauben zudem zum aktuellen Zeitpunkt keinen Tagestourismus. Bereits gekaufte Tickets können selbstverständlich bei der Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden. Der volle Kaufpreis wird erstattet. (Quelle: LWT, 20.06.20)


USA: Weitere Bundesstaaten mit neuen Corona-Höchstzahlen

Mehrere US-Bundesstaaten haben in dieser Woche täglich neue Höchstzahle an Coronavirus-Fällen gemeldet. Offizielle warnen daher nachdrücklich uvor der Entwicklung und fordern gleichzeitig größere Wachsamkeit und mehr Schutz durch Abstandsregeln und Hygiene.

Florida, einer der am stärksten betroffenen Staaten, meldete am Freitag 3.822 neue Fälle; damit übertraf er die am Vortag aufgestellte Höchstzahl. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle beträgt jetzt nahezu 90.000. Insgesamt 3.104 Menschen sind an CoViD-19 gestorben.

South Carolina meldete am Freitag ebenfalls eine neue tägliche Höchstzahl von 1.081 Infektionen – das siebte Mal in elf Tagen mit eier neuen Höchstzahl. Die Staatsepidemiologe bat die Bewohner am Donnerstag dringend, Masken zu tragen und Abstände zu anderen einzuhalten.

„Wir verstehen, dass das, was wir weiterhin von allen verlangen, nicht einfach ist und dass viele es satt haben, dieselben Warnungen zu hören und dieselben täglichen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen“, sagte die Epidemiologin Dr. Linda Bell in ihrer Erklärung. „Jeden Tag, an dem wir nicht alle unseren Beitrag leisten, verlängern wir die Dauer von Krankheiten, Arbeitsausfällen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen in unserem Staat.“

Auch Texas und Arizona verzeichneten neue Tageshochs, wobei jeder Rekord am Vortag gebrochen wurde. Laut einer Datenbank der New York Times meldete Arizona 3.183 neue Coronavirus-Fälle und Texas mehr als 4.600. Texas war der sechste Bundesstaat der USA, mit mehr als 100.000 Fällen. Die Infektionszahlen dort haben sich im letzten Monat verdoppelt.

Die jüngsten Zahlen in allen vier US-Bundesstaaten die Schwierigkeiten der politischen Entscheidungsträger in den USA, ein Gleichgewicht zwischen den Lockerungen für die angeschlagene Volkswirtschaft einerseits und der Eindämmung künftiger Ausbrüche andererseits zu finden.

In dieser Woche haben Corona-Ausbrüche in weiten Teilen des Südens und Westens der Vereinigten Staaten zugenommen. Auch die Behörden in Oklahoma und Kalifornien meldeten am Donnerstag ihre höchsten täglichen Fallzahlen.
(Quelle: New York Times, 20.06.20)


Überblick zur Nacht

  • Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Brasilien hat 1 Million überschritten, und das Land näherte sich am Freitag 50.000 Todesfällen.Das brasilianische Gesundheitsministerium hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) insgesamt 978.142 bestätigte Fälle und 47.748 Todesfälle gemeldet. Die Infektionszahl in dem größten südamerikanischen Land war in der vergangenen Woche um durchschnittlich 25.000 Neuerkrankungen und 1.000 Todesfälle pro Tag gestiegen. Freitagnachmittag (Ortszeit) berichtete ein Zusammenschluss brasilianischer Nachrichtenagenturen, dass eine unabhängige Bilanz der COVID-19-Statistiken der staatlichen Gesundheitsbehörden belege, dass das Land -im Gegensatz zu den offiziellen Angaben- bereits die Marke von 1 Million bestätigten Fällen überschritten habe.Im brasilianischen Amazonasgebiet wurden die lokalen Behörden des Rassismus beschuldigt, nachdem sie eine Reihe indigener Dörfer gesperrt und den indigenen Völkern die Einreise in eine Stadt aufgrund eines Ausbruchs des Coronavirus untersagt hatten.
  • In Großbritannien wird den Ministern im Kabinett inzwischen vorgeworfen, die Schwere der Pandemie heruntergespielt zu haben, nachdem sie an 22 aufeinander folgenden Tagen ab April mehr als 1000 Todesfälle pro Tag verursacht hatte.
  • Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Saudi-Arabien überstieg am Freitag nach einem Anstieg der Infektionen 150.000.
  • Die neuseeländische Regierung steht in der Kritik, nachdem diese Woche bei drei zurückgekehrten Reisenden der Coronavirus bestätigt wurde, die vor dem Verlassen der Quarantäne nicht getestet wurden.
    Am Samstagmittag (Ortszeit) meldete das Land zwei weitere Fälle von Covid-19 bei einem Ehepaar, das auf einem Rückführungsflug aus Indien nach Auckland, Neuseeland, zurückgekehrt sei. Ihr Baby, das mit ihnen gereist ist, wurde aufgrund seines jungen Alters bisher nicht getestet, ist aber eventuell auch infiziert.
    (Quelle: The Guardian, 20.06.20)

Niedersachsen: 160 Mehr Forschungsprojekte

Die Coronavirus-Pandemie hat Niedersachsens Hochschulen eine Fülle von Forschungsprojekten zu eben diesem Thema auf den Weg gebracht: Nach Angaben der Landeshochschulkonferenz (LHK) gibt es mittlerweile mehr als 160 einzelne Forschungs- und Lehraktivitäten zum Thema Coronavirus und seinen Folgen. Das teilte die LHK am Donnerstag in Hildesheim mit. Die Vielfalt der Themen macht deutlich, das sich die Virus-Krise auf praktisch alle Bereiche des Lebens auswirkt.

Klinische Studien in der Humanmedizin sowie Impf- und Therapiestudien sind nur einige Teile der wissenschaftlichen Aufarbeitung. Was macht Corona mit der Arbeitswelt, mit Schulen und ihren Lehrkräften, mit Jugendlichen? Was bedeuten die Einschränkungen von Kontakten für psychisch Kranke? Wie können Lehre, Freizeit, gesellschaftlicher Austausch ins Digitale verlegt werden? Das Themenspektrum erstreckt sich von der Alltagsmaske bis zum Versicherungsschutz, und natürlich spielen auch die gravierenden Folgen für die Wirtschaft eine Rolle. Die niedersächsische Wissenschaft beleuchtet die Pandemie von allen Seiten und ist zudem an Forschungsnetzwerken etwa der Universitätsmedizin beteiligt.

Die Virus- und Infektionsforschung der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universitätsmedizin Göttingen, der Tierärztlichen Hochschule, der Leibniz Universität Hannover sowie der Technischen Universität Braunschweig befassen sich mit dem neuartigen Coronavirus. Aber auch andere Unis und Hochschulen beteiligen sich an Projekten – vor allem zu den Auswirkungen der Pandemie.

Einige Beispiele für Forschungsprojekte:

  • Wie Covid‐19‐Tests effizienter werden könnten (TU Braunschweig)
  • Corona: Einkaufs‐ und Ernährungsverhalten sowie Resilienz des Ernährungssystems aus Sicht der Bevölkerung (Georg-August-Universität Göttingen)
  • Stress² ‐ Die Auswirkung von chronischem und akutem Stress durch die Corona‐Pandemie auf unachtsame Smartphone-Nutzung (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover)
  • Management in der Onkologie während der COVID‐19 Pandemie – ethische, rechtliche und gesundheitsökonomische Implikationen (Medizinische Hochschule Hannover)
  • Digitalunterricht während der Corona Pandemie – ist das Schule? Eine Untersuchung zum verfassungsrechtlichen Schulbegriff (Leibniz Universität Hannover)
  • Barrierefreie Kommunikation in der Corona‐Krise: Informationen in Einfacher Sprache (Universität Hildesheim)
  • Krise und Verstaatlichung (Universität Lüneburg)
  • Covid 19 im OP‐Saal – Entwicklung und Verbreitung von Coronaviren über Aerosole (Universität Oldenburg)
  • Aktuelle gesellschaftliche Themen/Teil 1: Einflüsse der Corona‐Pandemie auf Persönlichkeitseigenschaften und soziale Beziehungen (Universität Osnabrück)
    Hier gibt es eine Gesamtübersicht der aktuellen SARS-CoV-2 Forschungs- und Lehraktivitäten an den niedersächsischen Hochschulen.
    (Quelle NDR, 19.06.20)

Oldenburg: Kein Kramermarkt, Leer: Kein Gallimarkt

In diesem Jahr wird es in Oldenburg keinen Kramermarkt geben. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Die Absage sei eine Folge der Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung, während der Corona-Pandemie bis mindestens Ende Oktober keine Großveranstaltungen und Volksfeste zuzulassen. Damit seien auch der Gallimarkt in Leer und der Rodenkirchener Markt in diesem Jahr nicht möglich. (Quelle: NDR, 19.06.20)


Die Weltgesundheitsorganisation warnt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am Freitag vor einer „neuen und gefährlichen Phase“ der Coronavirus-Pandemie, in der Menschen trotz der sich beschleunigenden Ausbreitung der Krankheit nicht mehr aufmerksam sind.

Das Virus, das inzwischen mehr als 454.000 Menschen getötet und 8,4 Millionen Menschen weltweit infiziert hat, nimmt in Amerika und Teilen Asiens stark zu, während Europa beginnt, die erfolgreichen restriktiven Maßnahmen zu lockern. Die Sperren, die verhängt wurden, um die Ausbreitung von CoViD-19 zu stoppen, haben zu schweren wirtschaftlichen Schäden geführt. Aber die WHO unterstreicht, die Pandemie sei immer noch eine große Bedrohung.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte aam Freitag, die Welt befinde sich in einer neuen und gefährlichen Phase. Viele Menschen hätten verständlicherweise genug davon, zu Hause zu sein … aber das Virus verbreite sich immer noch schnell.

Einen Impfstoff gebe trotz mehrerer Studien bestenfalls in Monaten, nachdem Wissenschaftler noch mehr über das Virus, seine Symptome und das Ausmaß seiner Ausbreitung herausgefunden haben, bevor fas Serum identifiziert werden kann. (Quelle The Guardian, 19.06.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Spanien erwartet in den kommenden Stunden in seinen Gesprächen mit Großbritannien eine Entscheidung darüber, ob ein Reisekorridor eingerichtet werden soll, um zu vermeiden, dass Reisende aufgrund der Coronavirus-Pandemie unter Quarantäne gestellt werden, teilte eine Quelle des spanischen Außenministeriums am Freitag mit.
    „Spanien ist bereit, für das Vereinigte Königreich offen zu sein. Wir führen Gespräche mit ihnen über ihre Quarantäne. Wir sind in der Lage, ohne Quarantäne zu öffnen “, fügte die Quelle hinzu.
  • In Italien wurden nach einer Studie des italienischen Higher Health Institute (ISS) bereits im Dezember in Mailand und Turin Spuren des Coronavirus gefunden. Die Forscher untersuchten 40 Proben, die zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 entnommen wurden, sowie 24 Kontrollproben zwischen September 2018 und Juni 2019. Coronavirus-Spuren wurden auch in Abwasserproben gefunden, die am 29. Januar in Bologna gesammelt wurden.
  • Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle im Iran lag am Freitag nach zusätzlichen 2.615 Neuinfektionen bei 200.262. Die staatlichen Medien warnten angesichts eines erneuten Anstiegs an Infektionen nachdrücklich vor fehlendem Abstandhalten. Das staatliche Fernsehen zeigte mehrere Familien, die ohne Maske und Abstandhalten picknickten.Zum ersten Mal seit zwei Monaten haben die täglichen Todesfälle die meiste Zeit dieser Woche die Zahl 100 überschritten. Das Teheraner Gesundheitsministerium informierte in den letzten 24 Stunden über 120 Todesfälle, insgesamt 9.392, und 2.615 neue Fälle für insgesamt 200.262.

Schweiz lässt wieder größere Veranstaltungen zu

Die Schweiz wird ab kommender Woche wieder Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen zulassen, weil die Fälle des Coronavirus nachlassen. Das erklärte die Regierung am Freitag in Bernund erklärtedie Schweiz für besser gerüstet, um mit neuen Schüben fertig zu werden.

„Ab Montag, dem 22. Juni, werden die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus größtenteils aufgehoben. Nur das Verbot von Großveranstaltungen wird bis Ende August bestehen bleiben “, sagte das Kabinett.

Laut Behörden wurden insgesamt mehr als 31.000 Menschen positiv auf das Virus getestet; 1.680 Menschen sind in der Schweiz seit Februar an COVID-19 gestorben.

Neue Infektionen sind auf wenige Dutzend am Tag geschrumpft, so dass die Schweiz Schulen, Geschäfte und Grenzen zu anderen Mitgliedern des Schengen -Taumswieder eröffnen kann, wenn sich das Leben wieder normalisiert. Aber die Wirtschaft befindet sich wie viele andere in einer scharfen Rezession.

Die Regierung appellierte an die Öffentlichkeit, für angemessene Hygiene und körperlichen Abstand zu sorgen, verwarf jedoch die Empfehlung auf, im Homeoffice zu arbeiten und den Sicherheitsabstand für die Interaktion mit Fremden von zwei auf 1,5 Meter zu verringern.

Es hieß auch, man wolle wieder die einzelnen Kantone oder Regionen die Bekämpfun der Pandemie überlassen. „Angesichts der wissenschaftlichen Informationen, der Erfahrungen mit der Bewältigung der ersten Welle und der jetzt verfügbaren zusätzlichen Ressourcen ist die aktuelle Situation nicht mehr mit der Situation zu Jahresbeginn vergleichbar“, heißt es offiziell (Quelle The Guardian, 19.06.20).


Corona-Krise trifft Schiffbau

Die Corona-Krise trifft den Schiffbau mit ganzer Wucht. Mehr als 6.000 Menschen arbeiten in niedersächsischen Werften und nochmal rund 12.000 Personen in Zulieferbetrieben. Wie die Arbeitsplätze im Schiffbau und die Schiffbauindustrie insgesamt erhalten werden können, stand am Freitag auf der Tagesordnung im Deutschen Bundestag – wurde jedoch an weitere Ausschüsse überwiesen. Die Fraktionen von Union und SPD fordern die Bundesregierung auf, der Schiffbauindustrie dadurch zu helfen, dass öffentliche Aufträge für den Bau von Behörden-, Forschungs- und Marineschiffen vorgezogen und an deutsche Werften vergeben werden.

Das sei besser „als nur Geld“ zu geben, findet etwa der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff (Emden) – schließlich bekomme man hinterher auch etwas. Außerdem sollten möglichst innovative und umweltfreundliche Technologien verbaut werden, fordert Saathoff, damit der Schiffbau für die Zukunft gerüstet sei. Für Reinhard Lüken vom Verband Schiffbau und Meerestechnik wäre es ein guter Anfang, wenn öffentliche Aufträge vorgezogen und an deutsche Werften vergeben würden. Aber ausreichen werde das nicht, befürchtet er. Er glaubt, dass die volle Wucht der Folgen der Corona-Krise den Schiffbau erst mit Zeitverzug treffen werde. Und zwar dann, wenn die jetzigen Aufträge abgearbeitet sind und keine neuen mehr nachkämen. Diese Gefahr sieht auch die IG Metall Küste. (Foto: Meyer Werft CC s. Blogbeitrag v. 05.10.13; Quelle: NDR, 19.02.20)


Osnabrück schickt Tönnies-Mitarbeiter in Quarantäne

Stadt und Landkreis Osnabrück wollen verhindern, dass der massive Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies im nahe gelegenen Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) auf die Region übergreift. Aus diesem Grund hat der Gesundheitsdienst eine Reihe von Schutzvorkehrungen veranlasst: So müssen Tönnies-Mitarbeiter aus Rheda-Wiedenbrück, die in der Stadt oder im Landkreis Osnabrück wohnen, für zwei Wochen in Quarantäne. Bis zum 2. Juli dürfen die betroffenen Personen ihre Wohnung nicht verlassen und auch keinen Besuch empfangen. Das gelte unabhängig davon, ob sie bei der Tönnies-Unternehmensgruppe direkt oder bei Subunternehmern angestellt seien, sagte Osnabrücks Sozialdezernentin Katharina Pötter. (Quelle: NDR, 19.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 19.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Todesfälle, aber zwei Neuinfektionen im Emsland. Die Emsland-CoViD-19-Zahl beträgt damit jetzt 462 Infektionen; das sind 142,2 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 429 (+ 3) Infizierte gelten als genesen. Akut sind damit 8 Menschen (+1) infiziert, und ca 100 Emsländer*innen (+/-0) befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Neue Zahlen gibt es auch nicht für Lingen (Ems) (76/72/4). In unserer Stadt gibt es weiterhin keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 (+2) 40 9 4
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1 0
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0 1
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0 1
Samtgemeinde Sögel 7 6 0 1
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2 1
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 462 (+2) 429 (+3) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 8 (-1)

Niedersachsen schaffte Maskepflicht in Restaurants ab

Die heute in Hannover vorgestellte neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen sieht unter anderem vor, dass ab Montag wieder Treffen von Gruppen bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit erlaubt sind. Dazu zählen nach Angaben des Krisenstabs auch Picknicks oder Grillevents in Parks.

Für den Kulturbetrieb gelten ebenfalls Lockerungen: Kinos, Theater und Konzertsäle können unter Auflagen wieder öffnen. Außerdem gilt unter anderem: Kinder- und Jugendreisen mit bis zu 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dürfen wieder durchgeführt werden, kleine Breitensportveranstaltungen sind möglich, Sportunterricht in Schulen ist wieder erlaubt, die Kitas öffnen für alle Altersgruppen. (Quelle: NDR, 19.06.20)


KfW: Normalisierung erst 2021

Deutschlands mittelständische Unternehmen rechnen einer Umfrage zufolge mit einem langen Weg aus der Corona-Krise. Trotz Lockerungen der Beschränkungen gehen 60 Prozent der etwa 3,8 Millionen Firmen davon aus, dass sie die Krisenfolgen noch lange spüren werden. Das geht aus einer zweiten repräsentativen KfW-Sonderbefragung zu dem Thema hervor. Im Schnitt erwarten diese Unternehmen eine Normalisierung ihrer Geschäftslage erst in gut acht Monaten – also ungefähr im März 2021. „Der Weg aus dem Corona-Tal wird ein langer, mühsamer sein“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib voraus. (Quelle: Tagesschau, 19.06.20)


Verband: Ferienhaus-Buchungen „teils wieder“ auf Vor-Krisen-Niveau

Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind bei Urlaubern nach Branchenangaben in der Corona-Krise gefragt. In den Ferienorten an Nord- und Ostsee seien die Unterkünfte für die Sommerferien zu 90 Prozent ausgelastet, teilte der Deutsche Ferienhaus-Verband der Nachrichtenagentur dpa mit. Hoch im Kurs stünden auch beliebte Regionen in Süddeutschland wie das Allgäu und die Bodenseeregion. Dort gebe es kaum Abweichungen zum Buchungsgeschehen des Vorjahres. Wer noch etwas buchen möchte, müsse flexibel sein, empfahl der Verband. (Quelle: Tagesschau, 19.06.20)
Mehr auch hier (englischsprachig)


Tönnies-Schlachthof: Bundeswehr im Einsatz

Bis kommenden Dienstag sollen insgesamt 7.000 Mitarbeiter des Fleischverarbeiters Tönnies in Rheda-Wiedenbrück auf Corona getestet sein. Der Kreis Gütersloh hatte Amtshilfe bei der Bundeswehr angefordert, die heute starten soll. Noch 5.300 Arbeiter müssen getestet werden. Bisher werden die Mitarbeiter des Kreises dabei durch ehrenamtliche Kräfte vom Malteser Hilfsdienst und vom Deutschen Roten Kreuz unterstützt, doch die Vielzahl an Tests übersteige deren die Kapazitäten.

Ausgewertet wurden bereits 1.106 Ergebnisse, nach Angaben des Kreises Gütersloh gibt es inzwischen 730 registrierte Neuinfektionen. Im Sender RTL sagte der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Donnerstagabend (18.09.2020), es sei ein „Riesenproblem“, dass die in Quarantäne versetzen Arbeiter aus dem Betrieb sich nicht an die Auflagen hielten und in der Stadt und in Schwimmbädern unterwegs seien. Er werde für die Einhaltung der Quarantäne die Polizei einsetzen. (Quelle: WDR, 19.06.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Die weltweite Zahl der Todesopfer durch Covid-19 beträgt 453.289 meldete heute Nacht die Johns-Hopkins-Universität. Zugleich sind 8.464.739 Fälle offiziell bekannt. Beide Zahlen dürften aufgrund unterschiedlicher Testraten und Definitionen, Zeitverzögerungen und vermuteter Unterberichterstattung zu niedrig sein.
  • Die Vereinigten Staaten stellten am Donnerstag Chinas Glaubwürdigkeit bei der Meldung neuer Coronavirus-Fälle in Peking in Frage und forderten neutrale Beobachter auf, das Ausmaß des Ausbruchs zu bewerten. China hat die Hauptstadt Peking gesperrt, um eine zweite Welle von Covid-19 zu stoppen. Es wurden 158 neue Fälle gemeldet, seit letzte Woche ein neuer Cluster entdeckt wurde. US-Außemminister Mike Pompeo, ein ausgesprochener Kritiker Chinas, forderte während Gesprächen am Mittwoch mit
    dem hochrangigen chinesischen Beamten mehr Transparenz Hawaii mit dem hochrangigen chinesischen Politiker Yang Jiechi, Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas. Der Pompeio begleitende US-Diplomat für Ostasien sagte: „Ich würde hoffen, dass ihre Zahlen und ihre Berichterstattung genauer sind als das, was wir im Fall von Wuhan und anderen Orten gesehen haben in der VR China, aber das bleibt abzuwarten. “
  • China hat am Freitag die Genomdaten für das Coronavirus hinter dem jüngsten Covid-19-Ausbruch in der Hauptstadt Peking auf de Website des staatlichen National Microbiology Data Center am Freitag veröffentlicht. Die halbstaatliche Beijing News berichteten auch, dass die Genomsequenzierungsdaten für das Virus an die Weltgesundheitsorganisation übermittelt worden sei, die zuvor um Zugang zu den neuen Daten gebeten hatte.
  • Tokio hat am Freitag alle verbleibenden Beschränkungen für Unternehmen aufgehonem, obwohl Experten wegen einer möglichen zweiten Welle des Coronavirus zur Vorsicht mahnen. Die Maßnahme, die letzte Phase einer dreistufigen Lockerung der Präventionsmaßnahmen in der japanischen Hauptstadt sind mit dem Segen der örtlichen Behörden auch Live-Musik, Nachtclubs und ähnliche Einrichtungen zugelassen, in denen die Risiken durch geschlossene Räume, überfüllte Lokale und engern Kontakt kaum zuvermeiden sind.
  • Anthony Fauci hält eine Rückkehr zu vollständigen Sperren für unwahrscheinlich. Die USA benötigen keine umfassenderen Sperren, um den Covid-19-Ausbruch unter Kontrolle zu bringen, obwohl die nationale tägliche Infektionsrate keine Anzeichen eines Rückgangs zeigt, sagte der führende Regierungsexperte Anthony Fauci in einem Interview am Donnerstag. „Ich glaube nicht, dass wir darüber reden werden, wieder gesperrt zu werden“, sagte er, als er gefragt wurde, ob Bereiche wie Kalifornien und Texas, die einen starken Anstieg ihrer Fallzahlen verzeichnen, Aufträge für den Aufenthalt zu Hause erneut ausstellen sollten. „Wir werden über den Versuch sprechen, die Gebiete des Landes besser zu kontrollieren, in denen es anscheinend viele Fälle gibt. “
  • Die WHO hat bis Ende 2021 2 Milliarden Impfstoffdosen im Auge. Die Weltgesundheitsorganisation gab am Donnerstag bekannt, dass bis Ende des Jahres einige hundert Millionen Covid-19-Impfstoffdosen hergestellt werden könnten – und sich an diejenigen richten, die am anfälligsten für das Virus sind. Die UN-Gesundheitsbehörde sagte, sie arbeite an dieser Annahme mit Blick auf zwei Milliarden Dosen bis Ende 2021, als Pharmaunternehmen schnell nach einem Impfstoff suchen. Die Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan sagte, die Forscher arbeiteten an mehr als 200 Impfstoffkandidaten die Welt, darunter 10, die sich in menschlichen Tests befinden.
  • San Quentin (Kalifornien): Die Zahl der Coronavirus-Fälle im kalifornischen Staatsgefängnis San Quentin hat sich in den letzten zwei Wochen verdreifacht, was Anwälte, Familienangehörige und Anwälte dazu veranlasste, dringende Maßnahmen zu fordern, um die Freilassung von Gefangenen zu beschleunigen und die Ausbreitung unter den Justizvollzugsbeamten einzudämmen. San Quentin, Kaliforniens ältestes Gefängnis meldete am 3. Juni zunächst 15 positive Fällen. Seitdem ist diese Zahl auf 46 gestiegen.
  • Indien hebt Exportverbot für Hydroxychloroquin auf. Indien hat am Donnerstag ein Exportverbot für Hydroxychloroquin, ein Medikament, das von US-Präsident Donald Trump zur Behandlung des Coronavirus bevorzugt wird, vollständig aufgehoben, da noch Fragen zur Wirksamkeit des Malariamedikaments gegen Covid-19 bestehen. Die Generaldirektion Außenhandel sagte in einer Mitteilung, dass „Hydroxychloroquin und seine Formulierungen“ nun „frei“ für den Export seien.
  • Covid-19-Tests an Tausenden von Menschen in Neuseeland haben laut Gesundheitsbehörden keine neuen Fälle aufgedeckt. Die Tests wurden angeordnet, nachdem zwei Frauen aus angeordneter Quarantäne entlassen wurden, ohne getestet worden zu sein – und später das Coronavirus hatten. Dr. Ashley Bloomfield, Leiter der staatlichen Gesundheitsbehördet, sagte auf einer Pressekonferenz, dass keine weiteren neuen Covid-19-fälle gemeldet wurden, sei „sehr beruhigend“.
  • Alle Geschäfte in Wales können ab Montag wieder geöffnet werden, solange Abstandsregelungen möglich sind. Dies ist Teil der Lockerung der Sperrbeschränkungen durch die dezentrale Regierung. Die Richtlinie, dass Personen sich nicht mehr al 5 Meilen von zuhause aufhalten dürfen.
  • Das mexikanische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag einen Rekord von 5.662 neu bestätigten Fällen von Coronavirus-Infektionen sowie 667 weitere Todesfällen. Daraus folgt eine Gesamtzahl von 165.455 Infizierten und 19.747 Todesfällen im Land. Die Regierung hat zugegeben, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten wahrscheinlich erheblich höher ist als die bestätigten offiziellen Fälle.
  • Chinesischer medizinischer Experte sagt, dass das Coronavirus in Peking unter Kontrolle ist: „Die Epidemie in Peking wurde unter Kontrolle gebracht“, sagte Wu Zunyou, der Chefepidemiologe der chinesischen Seuchenbehörde, obwohl es in der Hauptstadt immer noch sporadisch neue Fällen geben könne. Die Stadt ermittelte 158 Infektionen seitdem am 11. Juni der neue Corona-Ausbruch auf dem das weitläufigen Lebensmittelgroßmarkt Xinfadi im Südwesten der Stadt entstand.
    (Foto: A. Fauci, PD; Quelle The Guardian, 19.06.20)


Maas vs. Laschet

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) nach dem Corona-Ausbruch in einem Tönnies-Schlachthof kritisiert. Laschets Äußerungen über bulgarische und rumänische Gastarbeiter seien „höchst gefährlich“. Bei einem Besuch in Bulgarien forderte Maas Laschet auf, sich zu entschuldigen.
Laschet hatte auf die Frage, was der Corona-Ausbruch über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: „Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt.“
„Es ist höchst gefährlich über solche Schuldzuweisungen, die in der Sache auch noch absurd sind, Diskussionen, die wir auch in Deutschland haben, zu verstärken und auch zu verschärfen“, sagte Maas. Laschet gieße damit „Öl ins Feuer“, wie es „niemand, der verantwortliche Politik macht, tun darf“.
Auch die bulgarische Außenministerin Ekaterina Zaharieva kritisierte die Äußerung scharf. „Ich bin der Meinung, dass dieses Statement wirklich unangemessen war“, sagte sie. Sie sprach in dem Zusammenhang laut offizieller Übersetzung auch von Rassismus, ohne Laschet das aber direkt vorzuwerfen. (mehr und Quelle: WDR, 19.06.20; Foto: CC)


Deutschland-Zahlen

Innerhalb von 24 Stunden haben die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut 770 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 188.534 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8872 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 16 im Vergleich zum Vortag. Etwa 174.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: RKI, 19.06.20)


Institut für Weltwirtschaft: Folgen der Krise gravierend

Die wirtschaftlichen Folgen, die das Coronavirus für Deutschland hat, sind laut dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel gravierend. Das Institut geht davon aus, dass die Krise aufs Jahr gesehen zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,8 Prozent führen wird. Außerdem soll sie in der Spitze rund eine Million Arbeitsplätze in Deutschland kosten. Das schreibt das Institut in seiner am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturprognose. Die schwerste Wirtschaftskrise seit Kriegsende habe ihren Tiefpunkt zwar durchschritten, sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths, mahnte aber gleichzeitig zur Vorsicht: „Das ist noch keine Entwarnung, denn der Tiefpunkt war extrem tief.“ ( Quelle: NDR, 18.06.20)


Überblick am Abend

  • Die weltweite Zahl der Todesopfer durch Covid-19 beträgt 450.000
    Die weltweite Zahl der Todesopfer durch Coronavirus hat 450.000 überschritten. Laut der in den USA ansässigen Johns Hopkins University liegt die Zahl bei 450.716.
  • Kanada hat am Donnerstag 100.000 Fälle von Coronavirus erreicht. Die Provinz Ontario kündigte weitere 190 Fälle pro Tag an, nachdem die Daten des Gesundheitsamtes zeigten, dass 99.853 Menschen positiv diagnostiziert worden waren. Das brachte das Land über die 100.000-Marke und auf den 17. Platz der globalen Liste.
  • Laut offiziellen Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums nähert sich der Iran 10.000 Todesfällen durch den Ausbruch des Coronavirus im Land. In der Islamischen Republik waren fast 200.000 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert, und die Zahl der Todesfälle an einem einzigen Tag aufgrund der Pandemie lag am Sonntag zum ersten Mal seit zwei Monaten bei über 100.
  • Die Weltgesundheitsorganisation hat nach dem 4:2-Elfmeterschießen von Napoli gegen Juventus in der Coppa Italia auf den Straßen von Neapel in Italien als „rücksichtslose“ Feierlichkeiten verurteilt. Eine große Menge von Fans versammelte sich in der Stadt und ignorierte die geltenden Regeln zur sozialen Distanzierung, um die Verbreitung von Covid-19 zu verhindern.
  • „Die Epidemie in Peking wurde unter Kontrolle gebracht“, sagte Wu Zunyou, der Chefepidemiologe des chinesischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, obwohl die Hauptstadt immer noch mit sporadischen Neuerkrankungen rechnen kann. Die Stadt verzeichnete 158 Infektionen seit der Bestätigung des ersten am 11. Juni in ihrem schlimmsten Ausbruch seit Anfang Februar, der auf das weitläufige Lebensmittelgroßhandelszentrum Xinfadi im Südwesten der Stadt zurückzuführen ist.
  • Die WHO hofft, dass in diesem Jahr Hunderte Millionen Impfstoffdosen hergestellt werden können Soumya Swaminathan, Chefwissenschaftlerin der WHO, sagte: „Ich bin hoffnungsvoll, ich bin optimistisch. Die Entwicklung von Impfstoffen ist jedoch ein komplexes Unterfangen, das mit großer Unsicherheit verbunden ist. “ Sie fügte hinzu: „Das Gute ist, wir haben viele Impfstoffe und Plattformen. Selbst wenn der erste oder der zweite versagt, sollten wir nicht die Hoffnung verlieren, wir sollten nicht aufgeben.“
  • New York City wird am kommenden Montag mit der zweiten Wiedereröffnungsphase beginnen, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag und verwies auf die fortgesetzten Verbesserungen der Coronavirus-Daten. Büros, Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants im Freien, Friseursalons und Friseurläden gehören zu den Unternehmen, die in der zweiten Phase ihre Türen wieder öffnen dürfen.
    (Foto New York City via piaxabay; Quelle: The Guardian, 18.06.20)

Fußball: Aufsteiger Arminia verzichtet auf Aufstiegsfeier

Es hätte heute Abend beim Spiel gegen Darmstadt 98 ein rauschendes Fest werden können/sollen/müssen. Verdient hätte es sich Bald-Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld allemal, der in der kommenden Saison im Fußball-Oberhaus spielt. Doch Corona macht dem Tabelleführer der 2. Bundesliga einen Strich durch die Rechnung. Eine mögliche Aufstiegsfeier findet nicht statt.
Trotz aller Lockerungen „zeigt uns die aktuelle Lage in unserer direkten Nachbarschaft im Kreis Gütersloh deutlich, dass die Gefahr durch COVID-19 noch lange nicht gebannt ist“, teilte der Verein mit. Und schickte eine eindringliche Bitte an alle Arminia-Fans hinterher: „Bleibt bitte zuhause, damit wir gemeinsam die Gesundheit aller weiterhin schützen.“ (Quelle. WDR, 18.06.20)


UNHCR: Mehr für Flüchtlinge tun

Regierungen und Unternehmen müssen mehr tun, um Flüchtlinge in die Wirtschaft zu integrieren und zu verhindern, dass sie während der Coronavirus-Pandemie durchs Raster fallen, sagte ein hochrangiger Vertreter der Vereinten Nationen.

Die weltweite Flüchtlingsbevölkerung ist auf fast 30 Millionen Menschen gestiegen – fast doppelt so viele wie vor einem Jahrzehnt, so die neuen Zahlen der U.N.-Flüchtlingsagentur (UNHCR). Flüchtlinge haben als erste die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie gespürt, weil sie häufig in der Schattenwirtschaft arbeiten. „Als der Lockdown erfolgte, haben wir sehr, sehr schnell gesehen, dass Flüchtlinge … ihren Arbeitsplatz verloren“, sagte Gillian Triggs (UNHCR) in einer Online-Diskussion der Thomson Reuters Foundation über die Herausforderungen, denen sich Flüchtlinge in den Covid-19-Zeiten gegenübersehen.

Die Hälfte der Flüchtlinge im Libanon und in Kolumbien hat ihre Einkommensquelle verloren, und fast zwei Drittel der kürzlich in den USA angesiedelten Flüchtlinge dürften ihren Arbeitsplatz verloren haben, sagten Diskussionsteilnehmer.

Die Pandemie hat außerdem auch Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung verstärkt und zu einem starken Anstieg vo Zwangsräumungen geführt, fügte Triggs hinzu, der stellvertretende Hohe Schutzkommissar des UNHCR.

Sie sagte, Flüchtlinge müssten in die nationalen Gesundheitssysteme einbezogen werden, nicht nur zu ihrer eigenen Sicherheit, sondern für alle. „Wenn eine Person mit Covid krank ist, sind wir alle“, fügte sie hinzu. (Quelle: The Guardian, 18.06.20)


Galeria Kaufhof will 62 Filialen schließen

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will 62 seiner 172 Filialen schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen. Der ohnehin rote Zahlen schreibende letzte große deutsche Warenhauskonzern war durch die Corona-bedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. „Wir gehen von einer Milliarde Umsatzverlust in diesem Jahr aus und rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona. Das heißt, bis Ende 2022 könnten die Umsatzeinbußen sogar auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro steigen“, beschrieb der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz im Mai die Probleme. Die detaillierten Pläne sollen morgen vorgestellt werden. (Quelle: NDR, 18.06.20)



Amnesty International kritisiert ägyptische Regierung

Amnesty International (AI) forderte am Donnerstag, dass Ägypten die „Aktionen und Einschüchterungen“ von Medizinern einstellt, die sich während der Coronavirus-Pandemie öffentlich geäußert hatten.

Amnesty dokumentierte die Fälle von acht Beschäftigten im Gesundheitswesen – sechs Ärzte und zwei Apotheker – die seit März willkürlich wegen Online- und Social-Media-Beiträgen inhaftiert wurden, in denen sie ihre Sorgen und Kritik zum Ausdruck brachten. Außerdem wurden sieben Ärzte befragt, die angaben, Sicherheits- und Verwaltungsbedrohungen gegen Kollegen im Gesundheitswesen mitbekommen zu haben, nachdem diese in sozialen Medien Mitteilungen veröffentlicht hatten.

„Amnesty International fordert die ägyptischen Behörden auf, ihre Kampagne der Belästigung und Einschüchterung von Beschäftigten im Gesundheitswesen, die sich zu Wort melden, unverzüglich zu beenden“, sagte Philip Luther, Direktor von Amnesty für den Nahen Osten und Nordafrika.

„Die Kampagne untergräbt nicht nur die Meinungsfreiheit im Land weiter, sondern behindert auch die Bemühungen derjenigen, die sich mit der Gesundheitskrise befassen, und gefährdet das Leben von ihnen und anderen“, fügte er hinzu. Anfang der Woche forderte Ägyptens oberste Ärztegewerkschaft die Behörden auf, ihre inhaftierten Kollegen unverzüglich freizulassen.

Behandelnde Ärzte hatten das ägyptische Gesundheitsministerium nochmals und mit Nachdrucl aufgefordert, den Mitarbeitern des Gesundheitswesens Coronavirus-Tests, persönliche Schutzausrüstung und einen angemessenen Zugang zur Gesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen, wenn sie an der Krankheit erkranken.

„Beschäftigte im Gesundheitswesen in Ägypten wurden verhaftet, kriminalisiert und strafrechtlich verfolgt, nur weil sie es gewagt hatten, ihre persönlichen Sicherheitsbedenken auszudrücken, und in einigen Fällen wurde ihnen der Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung verweigert“, sagte Amnesty. Die Coronavirus-Krise hat bisher rund 70 ägyptischen Ärzten das Leben gekostet, die in einem überlasteten Gesundheitssystem arbeiten.

Nach offiziellen Angaben hat Ägypten landesweit fast 50.000 COVID-19-Fälle registriert, darunter 1.850 Todesfälle. (Quelle: The Guardian, 18.06.20)


Oyten: Zahl der Corona-Infizierten in Pflegeheim steigt

Das Coronavirus hat sich in einem Pflegeheim in Oyten im niedersächsischen Landkreis Verden weiter ausgebreitet. Inzwischen seien 33 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 14 Personen aus der Belegschaft positiv getestet worden, teilte der Sprecher des Landkreises, Ulf Neumann, heute mit. Eine mit dem Virus infizierte 85-jährige Frau aus der Einrichtung ist vor wenigen Tagen im Krankenhaus gestorben. (Quelle: NDR, 18.06.20)


Göttingen: 700 in Quarantäne

In einem Hochhaus-Komplex in Göttingen sind 100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Stadt am Mittag mit, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Das gesamte Gebäude stehe ab sofort vollständig unter Quarantäne. Laut Krisenstab der Stadt ist von einer hohen Zahl von Kontaktpersonen ersten Grades auszugehen. Insgesamt wurden 700 Personen getestet, zum Teil auch von außerhalb des Komplexes. 60 Testergebnisse lägen noch nicht vor. Mit diesem erneuten Corona-Ausbruch in Göttingen ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf 44,8 gestiegen.

Anfang der Woche waren alle, die in dem Hochhaus wohnen auf Corona getestet worden. Zuvor war bei zwei Bewohnerinnen das Virus nachgewiesen worden. Für den Massentest setzte die Stadt erstmals ein mobiles Testzentrum ein. Zwei umgebaute Busse standen zur Verfügung. Das gesamte Gelände wurde während der Testphase abgesperrt worden und von der Polizei kontrolliert.

Die Infektionen bei den beiden Frauen waren nach Angaben der Stadt bei einer präventiven Routinekontrolle in einer Klinik entdeckt worden. Nach aktuellem Stand gebe es keinen Zusammenhang mit dem massiven Coronavirus-Ausbruch in einem benachbarten Wohnblock („Iduna-Haus“), einem Hochhauskomplex am Rande der Innenstadt. (Quelle: NDR, 18.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 18.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Todesfälle und keine Neuinfektion im Emsland. Die Emsland-CoViD-19-Zahl bleibt damit bei 460 Infektionen; das sind 141,5 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 426 (+ 2) Infizierte gelten als genesen. Akut sind damit 9 Menschen (+2) infiziert, und ca 100 Emsländer*innen (- 10) befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Neuen Zahle gibt es für Lingen (Ems) (76/72/4). In unserer Stadt gibt es keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 51 38 9 4
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1 0
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0 1
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1 1
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0 1
Samtgemeinde Sögel 7 6 0 1
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2 1
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 460 (+/- 0) 426 (+2) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 9 (-1)

Osnabrück: Zwei Kinos öffnen schon heute

In Osnabrück heißt es ab heute in zwei Kinos wieder: Film ab! Die Eröffnung unter Einschränkungen hatte die Betreiber im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht erstritten.Trotz zahlreicher Lockerungen in der Corona-Krise dürfen sonst in Niedersachsen die Kinos erst am kommenden Montag (22.06.) unter Auflagen wieder öffnen. (Quelle: NDR, 18.06.20)


Schausteller gehen gegen Verbot von Großveranstaltungen vor

Die Schausteller werden sich gegen die geplante Verlängerung eines Verbots für Großveranstaltungen bis Ende Oktober wehren. Ein solches Verbot sei ein „Todesstoß“ für die Branche, sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter. Derzeit sei eine Klage im Eilverfahren vor dem Bayerischen Verfassungsgericht in der Vorbereitung. Ritter betonte, dass auch Klagen in anderen Regionen denkbar seien. Er kritisierte, dass es statt einer Einzelfallprüfung ein pauschales Verbot für Veranstaltungen geben solle. Auch auf einer Kirmes könnte man eine Maskenpflicht und Abstandsregeln einführen sowie Plexiglas-Scheiben verwenden.
Im Rahmen einer Sitzung des Verwaltungsausschusses der Stadt Lingen (Ems) informierte OB Krone die Ausschussmitglieder, dass auch das -in NRW zulässige- Modell „Mobiler Freizeitpark“ in Niedersachsen verboten bleibe. Der Schaustellerverband habe deshalb die Anfrage an die Stadt Lingen (Em) zurückgezogen, auf dem Festplatz an der Lindenstraße einen solchen „mobilen Freizeitpark“ zu veranstalten. Das Stadtoberhaupt zeigte für die Position des Landes Niedersachsen kein Verständnis, weil die Veranstalter Vorsorge und Hygienemaßnahmen penibel beachten würden. Die Fraktion „Die BürgerNahen“ regte an, das Verbot verwaltungsgerichtlich überprüfen zu lassen. Dies soll jetzt geprüft werden. (Foto: CC s.07.04.20; Quelle: NDR, BN, 18.06.20)


Brasilien: Fast 1 Million Infiizierte

Brasilien verzeichnete am Mittwoch 1.269 zusätzliche Todesfälle durch Covid-19; damit erhöhte sich die offizielle Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus auf 46.510, die weltweit höchste Zahl außerhalb der USA.

Das Gesundheitsministerium registrierte seit sDienstag 32.188 neue Fälle des Virus, was insgesamt 955.377 bestätigten Fällen entspricht, was ebenfalls nach den USA weltweit an zweiter Stelle steht. (Quelle: The Guardian, 18.06.20)


TUI-Aufsichtsrat berät Entlassungen bei tuifly

Zwar starten am Donnerstag wieder die ersten „Ferienflieger“ von Hannover nach Mallorca – doch der Reisekonzern TUI mit Hauptsitz in Hannover steckt tief in der Krise. Darum trifft sich am Donnerstagnachmittag der Aufsichtsrat und beschäftigt sich mit den Sparplänen. Unter anderem geht es für die Mitarbeiter der Fluggesellschaft und TUI-Tochter TUIFly um sehr viel: Der Konzern plant, mindestens die Hälfte der 2.000 Jobs in Deutschland zu streichen.

Die Flugzeugflotte soll von 39 auf 17 Maschinen reduziert werden, einige Standorte werden ganz schließen. Der Hauptsitz Hannover soll zwar erhalten bleiben, allerdings mit deutlich weniger Mitarbeitern als bisher. Gründe für das massive Sparprogramm sind nach Unternehmensangaben nicht nur die Einbrüche durch die Corona-Krise, sondern auch Überkapazitäten am Markt: Es gebe zu viele Flugzeuge.

Endgültig beschlossen sind die Vorstandspläne allerdings noch nicht. Die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat halten die Eingriffe für zu drastisch – auch vor dem Hintergrund, dass der TUI-Konzern einen staatlichen Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro erhalten hat.
Deshalb wollen die tui-Arbeitnehmer am Nachmittag demonstrieren. Sollte der Aufsichtsrat dem Sparprogramm zustimmen, beginnen auf dieser Basis die Gespräche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt, könnten Monate vergehen. (Quelle: NDR, 18.06.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Die weltweite Todeszahl durch das Coronavirus nähert sich langsam einer halben Million Menschen, wobei weltweit mehr als 8,2 Millionen Fälle der Krankheit bestätigt wurden. Der Tracker der Johns-Hopkins-Universität registrierte am Mittwochabend mehr als 445.000 Todesfälle durch Covid-19, jeder vierte Todesfall davon in den USA, dem bei weitem am stärksten betroffenen Land.
  • Dass preiswertes Steroid helfen kann, Leben zu retten, es sollte aber nur ins schweren Fällen verabreich werden, sagte der WHO-Chef Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus; die Forschung biete endlich „grüne Hoffnungsschimmer“.
  • Amerikas führender Experte für öffentliche Gesundheit hat die Nation gewarnt, dass sie sich „noch in der ersten Welle“ von Coronavirus-Infektionen und Todesfällen befindet, da sechs Staaten eine Rekordzahl neuer Fälle melden, während die Lockdown-Beschränkungen weiterhin rasch gelockert werden.
    Der Bundesstaat New York verzeichnete jedoch am 16. Juni 17 Todesfälle durch Coronaviren, die niedrigste tägliche Zahl an Todesopfern seit Beginn des Ausbruchs. Noch vor 10 Wochen starben 800 New Yorker an einem einzigen Tag, daher ist der Rückgang außergewöhnlich.
  • Deutschland hat zugestimmt, Großveranstaltungen, einschließlich Festivals und Messen, für weitere vier Monate zu verbieten, um sich in einigen Fällen vor einem zweiten Anstieg zu schützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt ein Treffen aller 16 Ministerpräsidenten ab, bei dem sie sich einigten, das Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober zu verlängern.
  • Millionen von Menschen in Peking leben unter erneuten Einschränkungen, und die Zahl der Virusfälle nimmt weiter zu. Die chinesische Hauptstadt meldete am Mittwoch weitere 31 Fälle, womit sich die Zahl in der vergangenen Woche auf 137 erhöhte. Vor dem jüngsten Anstieg war die chinesische Hauptstadt 57 Tage ohne einen vor Ort infizierten Fall vergangen.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Versuche mit dem von Donald Trump verfochtenen Malariamedikament zur Behandlung des Coronavirus eingestellt. Die WHO sagte, sie habe die Prüfung von Hydroxychloroquin im Rahmen ihrer Mehrländer-Studie eingestellt, weil es keinen Nutzen gezeigt habe. Vor zwei Tagen hatte auch die zuständige US-Aufsichtsbehörde die Ausnahmegenehmigung für die Verwendung widerrufen, nachdem immer mehr Beweise dafür vorlagen, dass es keinen Nutzen hat sondern vor allem schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen kann.
    Die WHO begrüßte zugleich die erfolgreiche britische Studie mit Dexamethason, dem kostengünstigen entzündungshemmenden Medikament, das bei der Anwendung bei Coronavirus-Patienten Leben rettet. Die globale Organisation sagte, sie sei ein „lebensrettender Durchbruch“ im Kampf gegen das Virus und ordnete eine eigene Analyse des Arzneimittels an. Einige Wissenschaftler – darunter Südkoreas führender Beamter im Gesundheitsministerium – äußerten inzwischen aber Vorsicht in Bezug auf das Medikament.
    (Quelle The Guardian, 18.06.20)

Hotspot Landkreis Gütersloh wegen Tönnies-Schlachthof

Mit 657 Infizierten gibt es wieder einen folgenreichen Corona-Ausbruch in einer deutschen Fleischfabrik. Die Produktion im Tönnies-Fleischkonzern im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück wurde vorübergehend eingestellt, der Kreis Gütersloh schließt Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien und stellt gut 7.000 Menschen unter Quarantäne.

Mit den Maßnahmen solle verhindert werden, dass sich das Virus in der Bevölkerung im Kreis Gütersloh ausbreite, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU). Einen allgemeinen Lockdown im Kreisgebiet wird es aktuell nicht geben, wie die Kreisverwaltung mitteilte.

„Wir haben mit dem Fall in Rheda-Wiedenbrück einen wirklich großen Ausbruch'“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im ZDF heute journal. „Wenn von 1.000 Testungen mehr als zwei Drittel positiv sind, dann ist das schon eine Alarmsituation.“ Man setze nun alles daran, dass es bei einem lokalen Ausbruch bleibe, so Laumann.

Er sei sich sicher, dass die Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen auch mit den Wohn- und Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie zu tun habe. „Die Bedingungen, wie wir in Deutschland zur Zeit Schlachthöfe betreiben, können so nicht bleiben.“ Damit müsse Schluss sein – „Schluss wird nur sein, wenn diejenigen, denen Schlachthöfe gehören, eine Generalhaftung für Werkvertragsarbeitnehmer haben“. Der Bundestag müsse die gesetzlichen Regelungen zur Fleischindustrie nun im Eildurchgang beschließen, forderte Laumann.

Der zum Tönnies-Konzern zählende Schlachthof Weidemark im emsländischen Sögel übernimmt wegen der Situation in Rheda-Wiedebrück jetzt Schlachtvieh des Mutterunternehmens. Ein Sprecher sagte aber, Werkvertragsmitarbeiter würden zwischen den Standorten nicht ausgetauscht.

Der Schlachthof in Sögel ist bereits wegen der laufenden Grillsaison gut ausgelastet. Daher werden dort jetzt zusätzliche Schichten geprüft, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Derzeit werde eine zusätzliche Schicht für Sonnabend erwogen, dazu gebe es Gespräche mit der Gemeinde Sögel, sagte der örtliche Weidemark-Geschäftsführer. Damit Schweinehalter aus der Region aufgrund der Corona-Fälle in Nordrhein-Westfalen keinen Nachteil haben, sollen örtliche Vertragspartner bevorzugt abgefertigt werden, betonte er. In Sögel werden aktuell rund 70.000 Schweine pro Woche geschlachtet.

(Quelle: WDR/NDR, 17.06.20; Foto: Skultpuren in Sögel. CC s. 27.12.2011)


Restaurantfeier im Landkreis Leer: Ein Mensch gestorben

Nach der bundesweit bekannt gewordenen Restaurant-Feier in Moormerland (Landkreis Leer) Mitte Mai, in deren Folge sich zahlreiche Menschen mit dem Coronavirusinfizierten, gibt es jetzt einen ersten Todesfall.

Das hat eine Sprecherin des Landkreises bestätigt. Bei dem Toten handelt es sich demnach um einen 73-jährigen Mann aus dem Landkreis, der an den Folgen von Covid-19 starb. Der Mann sei bei der Eröffnungsfeier des Restaurants dabei gewesen, sagte die Sprecherin. Der Todesfall hat auch die Staatsanwaltschaft Aurich auf den Plan gerufen. Sie will offenbar wegen fahrlässiger Tötung ermitteln.

Aktuell gebe es noch drei Infizierte aufgrund des Corona-Ausbruchs in dem Restaurant. Darunter auch zwei Patienten in kritischen Zustand, sagte die Sprecherin.
(Quelle: NDR,. 17.06.20 Foto Skulpturen in Sögel, Emsland)


Bremen schränkt wegen Corona-Verstößen Alkoholverkauf ein

Zu Hunderten feierten sie -wie bereits eine Woche zuvor – am Wochenende in der Bremer Innenstadt – oft ohne Abstand und ohne Mund- und Nasenschutz (mehr…). Bremen verschärft die Regeln. Außer-Haus-Verkauf von Alkohol ist in den Wochenendnächten verboten

Die neue Verordnung gilt ab Freitag (19.06.) 22 Uhr. Dann darf in der Nacht von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und außerdem vor Feiertagen jeweils ab 22 Uhr im Viertel zwischen Humboldtstraße und Weser, an der Schlachte und rund um die Disko-Meile kein Alkohol außer Haus mehr verkauft werden. Auch Supermärkte dürfen dann dort keinen Alkohol mehr verkaufen.

Die Gastronomiebetriebe in den betroffenen Gebieten dürfen auch nach 22 Uhr an ihren Tischen oder Theken Alkohol ausschenken. Hier gelten weiterhin die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln.

Wer sich nicht an das Außer-Haus-Verkaufsverbot von alkoholischen Getränken hält, muss mit Bußgeldern in Höhe von 300 bis 2.000 Euro rechnen. Auch sogenannte Test-Käufe seien denkbar, um zu kontrollieren, ob die Verkaufsverbote eingehalten werden. Zu kontrollieren, ob Menschen in den betroffenen Gebieten Alkohol trinken, den sie außerhalb der Zonen oder vor Beginn des Verkaufsverbots gekauft haben, sei allerdings nicht möglich, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Dienstag. (Quelle: RB, 17.06.20)


Wirtschaft: Große Umsatzverluste im April in Kleidungs- und Schuhgeschäften

Viele Verbraucher haben wegen der Corona-Pandemie in letzter Zeit deutlich weniger eingekauft. Es gibt jetzt Zahlen des Statistischen Landesamts in NRW dazu, wie sich das im April auf den Einzelhandel ausgewirkt hat. Kleidungs- und Schuhgeschäfte verloren demnach im Vorjahresvergleich im April rund zwei Drittel ihres Umsatzes. Bei Sport- und Spielwarenläden sowie Elektronikgeschäften ging der Umsatz um rund ein Viertel zurück. Viele Menschen bestellten dafür Produkte im Internet: Im Versand- und Internethandel wuchs der Umsatz entsprechend um fast ein Drittel. zu den Profiteuren zählt auch der Lebensmittelhandel. (Quelle: WDR, 17.06.20)


Hotspot Oyten: Eine Tote, vier weitere Infizierte

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Oyten (Landkreis Verden) ist die Zahl der Infizierten angestiegen. Wie der Landkreis mitteilte, sollen sich vier weitere Menschen angesteckt haben. Die zwei Frauen und zwei Männer sind Kontaktpersonen von erkrankten Pflegekräften aus der Alten- und Pflegeeinrichtung, in der das Virus am vergangenen Donnerstag festgestellt worden war. Zuvor waren bereits 24 Bewohner und elf Pflegekräfte positiv getestet worden.

Am Dienstag war eine 85-jährige Bewohnerin des Heims im Krankenhaus in Achim an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben.

Um die Pflegekräfte zu schützen, wurden die Zelt-Hygiene-Schleusen vor dem Heim gegen zwei feste Container ausgetauscht. Dort können die Pflegekräfte auch ihre Alltagskleidung deponieren. Das Altenheim wurde abgeriegelt und alle Personen, die sich dort aufgehalten haben, getestet. Außerdem müssen eine Kita-Gruppe in Bassen und eine Lerngruppe in Oyten vorerst dicht bleiben, weil es dort Verbindungen zu infizierten Mitarbeitern des Altenheims gibt. (Quelle: NDR, 17.06.20)


Scholz: Erste Schuldentilgung eventuell schon 2023

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hofft darauf, dass die deutsche Wirtschaft bereits Anfang 2022 wieder das Niveau erreichen wird, das sie vor der Corona-Krise hatte. Die aktuellen Maßnahmen sollen maßgeblich dazu beitragen, dass die Konjunkturdelle eher wie ein V statt wie ein U aussehen werde, sagte Scholz in den ARD-Tagesthemen. Ab 2023 könnte die Bundesregierung dann beginnen, die Schulden abzubauen, die sie für das Konjunkturpaket und die Hilfsprogramme aufnimmt. (Quelle: ARD, 17.06.20)


Wesermarsch: Trauerfeier aufgelöst

In Blexen bei Nordenham (Landkreis Wesermarsch) hat die Polizei eine Trauerfeier mit rund 80 Personen aufgelöst. Derzeit gilt wegen der Corona-Pandemie und den entsprechenden Beschränkungen, dass maximal 50 Personen an Beerdigungen und Trauerfeiern teilnehmen dürfen und dass diese den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten müssen. Unter den Trauernden in der Blexener Schützenhalle waren außerdem Personen, die selbst positiv auf das Coronavirus getestet worden waren und unter amtlich angeordneter Quarantäne standen.

Erschreckend sei, dass einige Personen keinerlei Einsicht für das eigene Fehlverhalten zeigten, sagte ein Polizeisprecher. Obwohl die Angehörige, um die getrauert wurde, am Wochenende im Alter von 49 Jahren an Covid-19 verstorben war.

Die Polizei trat in Vollschutz-Anzügen auf, um sich nicht anzustecken. Der Landrat der Wesermarsch Thomas Brückmann kritisierte das Verhalten der Trauergemeinde scharf. Er habe großes Verständnis für die Trauer einer Familie, doch gerade der Tod der Angehörigen nach ihrer Corona-Infektion mache deutlich, wie gefährlich das Virus ist. Deshalb sei es wichtig, dass die bestehenden Corona-Verordnungen eingehalten werden, so Brückmann.

Gegen die Personen, die bereits vor der Trauerfeier unter Quarantäne standen, wurden Strafverfahren eingeleitet. Zudem hat der Landkreis Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Teilnehmer eingeleitet, die zum Teil aus ganz Deutschland, aus Belgien und der Schweiz kamen. Alle müssen jetzt in häusliche Quarantäne, die Behörden ermitteln weitere Kontaktpersonen. (Quelle: NDR, 17.06.20)


Corona-Warn-App: Mehr als 6 Mio Downloads

Die neue Corona-Warn-App wurde bereits von mehr als 6,4 Millionen Menschen heruntergeladen. Für das Bundesgesundheitsministerium ist das eine überraschend hohe Resonanz seit dem Start der App am Dienstag. Die hohe Zahl der Downloads solle noch mehr Bürger motivieren mitzumachen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Ziel der Corona-Warn-App ist, dass Corona-Infektionen leichter und schneller nachvollzogen werden können. Dafür misst sie, ob sich Handynutzerinnen und Handynutzer über eine längere Zeit näher als zwei Meter gekommen sind. Wenn Nutzerinnen und Nutzer positiv getestet wurden und dies in der App geteilt haben, werden diejenigen, die sich länger in der Nähe aufgehalten haben, informiert. Dann kann man sich freiwillig – auch ohne Symptome – auf Kosten der Krankenkasse testen lassen. Kontaktdaten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur auf den jeweiligen Smartphones. (Quelle: WDR, 17.06.20)


Bund-Länder-Konferenz: Schulen sollen nach Ferienende wieder ganz öffnen

Die Schulen in Deutschland sollen spätestens nach den Sommerferien in allen Bundesländern in den Regelbetrieb zurückkehren können. Dies gelte, falls sich die Infektionslage in der Corona-Krise weiterhin gleichbleibend gut entwickle. Das beschlossen der Bund und die Länder heute bei einem Treffen in Berlin. Über die Umsetzung in der Praxis werden die Kultusminister der Länder zusammen mit Experten beraten.

Außerdem wurde das grundsätzliche Verbot von Großveranstaltungen für weitere vier Monate bis mindestens Ende Oktober verlängert. Dies gelte für solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sei, hieß es. (mehr…)

Die bisherigen Regeln zum Mindestabstand, zu den Hygienemaßnahmen und zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bleiben vorerst bestehen. Sie hätten sich bislang bewährt, so Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und der bayerische Ministerpräsident Marcus Söder (CSU) nach der gemeinsamen Sitzung.

„So lange es kein Medikament gibt, so lange es keinen Impfstoff gibt, müssen wir mit der Pandemie leben“, sagte die Kanzlerin. Die Politiker bewerteten den Start den neuen Corona-Warn-App als gut.

Weitere Punkte
Daneben haben sich Bund und Länder auch in weiteren Themenbereichen auf gemeinsame Beschlüsse geeinigt:

– Bei höherem Infektionsgeschehen können weitergehende Kontaktbeschränkungen erlassen werden, bei niedrigerem Infektionsgeschehen kann das Abstandsgebot bei Zusammenkünften sicher bekannter Personen auch unterschritten werden
– Die Länder streben zeitnah auch einen möglichst vollständigen Regelbetrieb der Kinderbetreuungsangebote an
– Die Kapazitäten für gezielte Testungen vor allem in Einrichtungen mit besonders anfälligen Personengruppen sollen ausgebaut werden
– Inzwischen ist unter anderem der touristische Reisebusverkehr in den meisten Ländern wieder erlaubt. Die Länder gewährleisten geeignete Standards für einen optimalen Gesundheitsschutz der Reisenden und des Personals. (Quelle: NDR, 17.06.20)


Fußball:“Heißer“ August

Der Corona-bedingte Sommerfahrplan für die Fortsetzung im Fußball-Europapokal steht, für die beiden in den Wettbewerben noch vertretenen Wolfsburger Teams könnte es einen heißen August geben: Champions League und Europa League werden ab dem Viertelfinale in Turnierform zu Ende gespielt. Es gibt keine Hin- und Rückspiele, sondern jeweils immer nur eine Partie. Das hat das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Mittwoch bekannt gegeben. Ob Zuschauer zugelassen werden, soll im Juli entschieden werden. (Quelle: ARD, 17.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 17.06.2020, 10 Uhr

Es gibt weiter keine neuen Todesfälle und nur eine Neuinfektion im Emsland. Die Emsland-CoViD-19-Zahl steigt damit auf 460 Infektionen; das sind 141,5 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 424 (+/- 0) Infizierte gelten als genesen. Akut sind damit 11 Menschen (+1) infiziert, und ca 110 Emsländer*innen (+ 10) befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Neuen Zahle gibt es für Lingen (Ems) (76/72/4). In unserer Stadt gibt es keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0
Samtgemeinde Freren 51 36 9
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1
Stadt Haselünne 32 32 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4
Stadt Meppen 72 68 4
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0
Stadt Papenburg 34 32 2
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0
Samtgemeinde Sögel 7 6 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2
Samtgemeinde Werlte 14 14 0
Gesamt* 460 424 25
Aktuelle Covid-19-Fälle 11

(17.06.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Laut Johns-Hopkins-Universität (Baltimore, USA), die sich auf offizielle Regierungsdaten stützt, liegt die weltweite Zahl der Todesopfer bei CoViD-19 inzwischen bei 441.668. Es sind 8.162.276 Corona-Infektionen bekannt.
  • Peking erhöhte seine Notfallmaßnahmen, nachdem Dutzende neuer Coronavirus-Fälle auftauchten. Die Einwohner/innen haben jegliche „unnötigen“ Reisen zu unterlassen wurden. Hunderte von Flügen wurden abgesagt, Schulen geschlossen und alle Wohnanlagen angewiesen, die strengen Kontrollen wieder aufzunehmen, Zuvor hatten die Behörden am Dienstagabend das vierstufige Covid-Notfallsystem der Stadt von Stufe drei auf Stufe zwei erhöht. Alle Bewegungen innerhalb und außerhalb der Stadt werden jetzt „streng kontrolliert“, sagten die Behörden. Sie meldeten am Dienstag 31 neue Fälle des Virus in Peking, wodurch sich die Gesamtzahl der Infektionen in den letzten sechs Tagen auf 137 erhöhte.
  • Gleich sechs US-Bundesstaaten meldeten am Dienstag neue Spitzenwerte an Corona-Infizierungen. Arizona, Florida, Oklahoma, Oregon und Texas hatten in der letzten Woche bereits Allzeithochs verzeichnet hatten. Nevada meldete am Dienstag auch die höchste Zahl an Coronainfektionen binnen 24 Stunden; bisher war der Spitzenwert am 23. Mai verzeichnet worden. Auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte nimmt deutlich zu oder erreicht Rekordhöhen. Offizielle Stellen in vielen Bundesstaaten führen den Anstieg auf die Wiedereröffnung von Unternehmen und die Wochenendversammlungen am Memorial Day Ende Mai zurück.
  • Neuseeland hat nach dem „Grenz-Fiasko“ die Quarantäne in die Hände des Militärs gelegt. Die neuseeländische Regierung hat bisher 320 enge Kontakte der beiden Frauen identifiziert, die vor ihrer Einreise nicht getestet worden waren. Premierministerin Ardern sagte, sie würde Gesundheitsminister David Clark nicht entlassen. Sie hat jedoch das Militär aufgefordert, den Quarantäne- und Isolationsprozess zu überwachen.
  • Japanische Forscher bestätigten jetzt das Vorhandensein des Coronavirus in Kläranlagen, was als Nachweis für beorstehende Corona-Ausbrüche dienen könnte. Die Ergebnisse bestätigen ähnliche Studien in Australien, den USA und Europa. Experten für öffentliche Gesundheit sagen, dass Stichprobenmessungen eingesetzt werden könnten, um die Anzahl infizierter Menschen in einer Region zu schätzen, ohne jeden Einzelnen zu testen.
  • Mexiko verzeichnete mit 730 Gestorbenen die dritthöchsten tägliche Todeszahl in der Pandemie. Ungeachtet dessen kündigte die Regioerung Pläne für die Wiedereröffnung von Kirchen und religiösen Feiern an. Offizielle stellen bestätigten, dass die Coronainfizierungen um 4.599 auf insgesamt 154.863 gestiegen sind, die zweithöchste tägliche Zunahme bis gestern überhaupt.
  • Brasilien meldet einen neuen Rekordanstieg und damit den schlimmsten Tag überhaupt. Es meldete 34.918 eue Fälle innerhalb von 24 Stunden, was die Gesamtzahl auf 923.189 Infektionen erhöhte. Das Gesundheitsministerium teilte mit, das Land habe seit Montag 1.282 neue Todesfälle zu beklagen
  • Mehr als 170 der 2.000 Gesundheitspersonal in Guinea-Bissau haben Covid-19 unter Vertrag genommen, sagte ein Experte der WHO am Dienstag und warnte davor, dass Krankenhäuser kurz vor dem Kollaps stehen. Das schlecht ausgestattete Gesundheitssystem der kleinen westafrikanischen Nation mit 2 Millionen Einwohnern hat große Probleme, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. 1.400 Menschen sind infiziert und 15 Menschen gstorben. Für die Behandlung von Patienten gibt es vor allem zu wenige Intensivbetten mit Beatmungsgeräten.
  • Japans Exporte sind im Mai so stark eingebrochen wie seit der globalen Finanzkrise 2009 nicht mehr. Der Wert der Ausfuhren sank im Jahresvergleich um 28,3 Prozent auf 4,2 Billionen Yen (rund 35 Mrd Euro), wie die japanische Regierung mitteilte. Damit beschleunigte sich der Rückgang bei den Exporten deutlich. Im März hatte das Minus bei den Ausfuhren erst bei knapp 12 Prozent betragen, im April waren es knapp 22 Prozent. Grund für den starken Einbruch war vor allem die Schwäche der US-Wirtschaft infolge der Restriktionen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.
  • Das preiswerte Steroid Dexamethason ist die erste lebensrettende Behandlung schwer an Covid-19-erkrankter, die von Wissenschaftlern als „großer Durchbruch“ bezeichnet wird und Hoffnungen auf das Überleben Tausender der Schwerkranken weckt. Der Entzündungshemmer Dexamethason verringert nach klinischen Studien das die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen sind.

(Quelle: The Guardian, 17.06.20)



Türkei bleibt außen vor

Für die meisten europäischen Staaten hat die Bundesregierung die corona-bedingte allgemeine Reisewarnung aufgehoben und durch besondere Reisehinweise ersetzt, die auf der Seite des Auswärtigen Amtes zu lesen sind. Die Türkei, das drittbeliebsteste Urlaubsziel der Deutschen, bleibt aber als Risikogebiet eingestuft

Die Bundesregierung hat das Land entsprechend eingestuft, ebenso 130 weitere Staaten. Auf der vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Liste stehen auch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten, Thailand und Marokko. Sie wird regelmäßig aktualisiert. Die Folge: Wer aus einem Risikogebiet wieder nach Deutschland einreist, muss mit 14 Tage Quarantäne rechnen.

Vor allem die Türkei drängt darauf, die Reisewarnung aufzuheben. Es ist nach Spanien und Italien das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen. Außenminister Mevlüt Çavusoglu hatte sich vor einigen Tagen enttäuscht über den Kurs der Bundesregierung gezeigt. Alles sei vorbereitet für eine sichere Reise in die Türkei, sagte er dem „Spiegel“ und erklärte: „Die wissenschaftlichen Gründe hinter der Entscheidung sind für uns nur schwer zu verstehen.“
(mehr und Quelle, Tagesschau, 17.06.20)


WHO: „Lebensrettender Durchbruch“

Eigentlich gedacht zur Behandlung von allergischen Reaktionen oder Asthma zeigt der Wirkstoff Dexamethason auch Erfolge bei Corona-Patienten. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einem Durchbruch.

Die Weltgesundheitsorganisation sieht in den vorläufigen Ergebnisse einer britischen Studie zu einem Medikament gegen Covid-19 einen Durchbruch im Kampf gegen die Krankheit. Bei dem Entzündungshemmer Dexamethason handle es sich um das erste Mittel, das die Sterblichkeit von Corona-Patienten verringere, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen seien, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Die vorläufigen Ergebnisse der noch unveröffentlichten klinischen Studie weisen darauf hin, dass Dexamethason die Sterberate bei schweren Verläufen senken könnte. Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um ein Drittel, wie die federführenden Wissenschaftler von der Universität Oxford berichteten. Die Ergebnisse der Studie sind aber bisher nicht von anderen Experten begutachtet worden. (Quelle: ARD, 17.06.20)


„Machen Sie mit!“ – Bundespräsident wirbt für Corona-Warn-App

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wirbt für die neue Corona-Warn-App. Kaum eingeführt, haben er und seine Frau Elke Büdenbender sich diese schon auf ihre Handys geladen. Auf Facebook und Instagram veröffentlichten sie ein Foto, auf dem sie im Park von Schloss Bellevue zum Beweis ihre Handys mit App präsentierten. „Wir nutzen die Corona-Warn-App – machen Sie mit!“, riefen sie die Bevölkerung auf.

Bis zum Abend war die Corona-Warn-App mehr als 2 Millionen mal heruntergeladen worden. Kritisch zeigte sich am Dientag, dass die App nur mit den jeweils neuesten Versionen der Betriebssystems von iPhone („13.5“) und Android funktioniert. Viele mobile Telefone können aber nicht auf die neueste Version „upgedatet“ werden, weil die Hardware dafür nicht ausreicht. (Foto: © Bundespräsidialamt, Quelle: Tagesschau.de, 17.06.20)


Zusammenfassung vom Tage

  • China: Laut Behördenangaben ist der Ausbruch in Peking „extrem schwerwiegend“, weil inzwischen Dutzende weitere Fälle aufgetreten sind. Reisemöglichkeiten aus der chineischen Stadt sind inzwischen eingeschränkt worden.
  • Der australische Außenminister hat China beschuldigt, Desinformation, „Angst und Spaltung“ verbreitet zu haben. er kündigte an, Australien wolle eine aktivere Rolle in globalen Gremien spielen.
  • Mit Tränengas ist die französische Polizei gegen eine Demonstration in Paris vorgegangen, die von Mitarbeitern des Gesundheitswesens angeführt wurden. Diese hatten mehr Investitionen in das Gesundheitssystem in Frankreich fordert. Zuvor waren die Polizeibeamten mit Gegenständen beworfen woden.
  • Die „Hungerpandemie“ des Virus bedroht Lateinamerika, sagt die UNO. Die Coronavirus-Krise drängt 40 Millionen Menschen in Süd- und Mittelamerika sowie in der Karibik in die Ernährungsunsicherheit, warnten die Vereinten Nationen.
  • Spanien: Aufgrund der Reisebeschränkungen in Großbritannien und der hohen Infektionsrate mit Coronaviren besteht die Möglichkeit, dass Touristen aus Großbritannien davon ausgenommen bleiben.
  • Die weltweite Ölnachfrage könnte im nächsten Jahr so schnell wie noch nie n in der Geschichte des Marktes steigen und innerhalb kurzer Zeit das Vorkrisenniveau erreichen, sofern nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) keine neuen ökologischen Richtlinien verabschiedet werden.
  • Deutschland appelliert an die Nation, die Coronavirus-App herunterzuladen. Die Bundesregierung hat an ihre Bürger appelliert, eine neu verfügbare Coronavirus-Warn-App herunterzuladen, als sie das bisher ausgefeilteste Tool zur Bekämpfung der Pandemie herausbrachte.
    (Quelle: The Guardian, 16.06.20)

CCC: Corona-Warn-App ohne nennenswerten Mängel

Die Spezialisten des Chaos Computer Club (CCC) finden „keine nennenswerten Mängel“ an der heute gestarteten Corona-Warn-App. „Es ist keine alltägliche Erfahrung, dass wir vor Risiken warnen und auch von Seiten der Bundesregierung auf uns gehört wird“, sagte Linus Neumann, Sprecher des CCC. Bei den ersten Plänen hatte der CCC vor möglichen Lücken beim Datenschutz gewarnt.

(Quelle: ARD, 16.06.20)



Niedersachsen lockert weiter und will „verständlichere Verordnung“ abfassen

Von der nächsten Corona-Verordnung, die ab dem kommenden Montag greifen soll, sollen Sportveranstaltungen und Kinos profitieren. Kinos sollen unter strengen Auflagen öffnen können. Auch Theater- und Musikbühnen dürfen eingeschränkt wieder bespielt werden. Ebenfalls wieder möglich sein soll es, bei Sportveranstaltungen im Freien zuzuschauen.
Auch Saunen sollen demnach, wenn die Verordnung so beschlossen wird, wieder öffnen dürfen – mit entsprechenden Abstandsregeln und allen Hygienevorschriften in Umkleide und Dusche.

Auch die Kontaktbeschränkungen sollen laut Entwurf gelockert werden: Künftig soll der Aufenthalt in der Öffentlichkeit in Gruppen von bis zu zehn Personen erlaubt sein. Wenn die Zusammenkünfte aus Angehörigen bestehen, sollen sogar mehr als zehn Personen zulässig sein. Weiter geschlossen bleiben sollen laut dem Entwurf Clubs, Diskotheken, Messen, Spezialmärkte (ohne Eintritt) sowie Bordelle.

Staatssekretär Heiger Scholz, Leiter des Krisenstabs der Niedersächsischen Landesregierung, erläuterte, dass am Donnerstag über Lockerungen für Kinos und Zuschauer beim Sport entschieden werde. Am Freitag soll dann die neue Verordnung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Scholz deutete Zuschauer-Maximalgrenzen für die Veranstaltungen an. Bei Sportveranstaltungen sei etwa vorstellbar, dass nicht mehr als „vielleicht 450 Zuschauer“ erlaubt werden, sagte der Beamte.

Verordnung soll leichter verständlich werden

Mit der für Montag geplanten Verordnung soll die letzte Phase des niedersächsischen Fünf-Stufen-Plans umgesetzt werden. Dies soll, so Scholz, die „letzte klassische Lockerungsverordnung“ mit umfangreichen Vorschriften sein. Danach wolle man umstellen: Die verbleibenden Grundregeln sollen in einer kompakten Neufassung dargestellt und so „ein bisschen lesbarer“ werden. Nach Inkrafttreten der neuen Regeln werde man sich wieder zusammensetzen. Ergebnisse seien in zwei bis drei Wochen möglich.

Eine Rückkehr zu einem Alltagsleben ohne Corona-Einschränkungen werde es erst im Sommer 2021 geben, kündigte Scholz an. Wenn Ende 2020 oder Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehe, benötige die benötige die Produktion und Impfung größerer Teile der Bevölkerung noch entsprechend Zeit.
(Quelle: NDR, 16.06.20)
-.-.-.
Wir durften heute einmal mehr einer Orgie ungezügelter hannöverscher Bürokratie beiwohnen Nachdem sogar in der Kreistagssitzung des Landkreises Emsland am Montag dieser Woche die CDU dazu aufforderte, eine lesbare Verordnung auf den Weg zu bringen, sind die hannöverschen Trotzköpfe nur bereit, ihr inzwischen 33 Seiten langes, in weiten Teilen unlesbares Papier erst beim nächsten Mal „ein bisschen lesbarer“ abzufassen. Was für eine Hybris!


Kinder deutlich seltener infiziert

In Stuttgart hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann heute auf einer Pressekonferenz das vorläufige Ergebnis einer Studie vorgestellt, die die Universitätskliniken Ulm und Heidelberg durchgeführt haben. Das Ergebnis: Kinder stecken sich nicht häufiger, sondern „tendenziell seltener“ mit dem Coronavirus an als Erwachsene.

Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten seien Kinder im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus keine Infektionstreiber, resümierte Klaus-Michael Debatin, Ärtzlicher Direktor für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Ulm. Insgesamt hätten sie sich seltener angesteckt als ihre Eltern. Zu diesem Ergebnis war auch der am 27. Mai veröffentlichte Zwischenbericht gekommen. Ein abschließendes Ergebnis wird in drei bis vier Wochen erwartet. (Quelle: TSP, 16.06.20)


Impfstoff: China meldet Fortschritte

Die China National Biotec Group (CNBG) hat mitgeteilt, ihr experimenteller Coronavirus-Impfstoff habe in klinischen Studien Antikörper ausgelöst, und das Unternehmen plant spätere Studien am Menschen im Ausland.

Bisher wurde nicht nachgewiesen, dass ein Impfstoff Menschen wirksam vor dem Corona-Virus schützen kann, das über 400.000 Menschen getötet hat; weltweit befinden sich mehrere Kandidaten in verschiedenen Entwicklungsstadien.

Der Impfstoff, der von einem in Wuhan ansässigen Forschungsinstitut der CNBG-Muttergesellschaft Sinopharm entwickelt wurde, hat nach vorläufigen Daten aus einer klinischen Studie mit 1.120 gesunden Teilnehmern bei allen geimpften Personen ohne nachteilige Nebenwirkungen hochgradige Antikörper induziert. CNBG sagte, es suche proaktiv nach Möglichkeiten für späte und groß angelegte Phase-3-Studien in Übersee.

China testet aktuell fünf „Impfstoffkandidaten“ gegen Covid-19 in Studien am Menschen. (Quelle. The Guardian, 16.06.20)



Absage: Grafschafter Musiktage und Emsbürener Musiktage

Die Grafschafter Musiktage fallen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das hat der Landkreis Grafschaft Bentheim mitgeteilt. Der Gesundheitsschutz für Teilnehmer und Besucher gehe vor, heißt es in der Mitteilung. Die Grafschafter Musiktage waren für Ende September geplant. Im kommenden Jahr sollen sie nach Angaben des Landkreises voraussichtlich wie gewohnt stattfinden.

Auch die Emsbürener Musiktage finden in diesem Jahr nicht statt. Nach 45 Jahren ist dies der erste Ausfall. Angesichts der Corona-Pandemie wären die unterschiedlichen Veranstaltungen und insbesondere die internationalen Meisterkurse mit vielen Vorsichtsmaßnahmen, Regelungen und Risiken verbund. Insbesondere die Meisterkurse bauten auf ein Zusammenspiel nationaler und internationaler Dozenten und Teilnehmer, was in diesem Jahr durch Reise- und Kontaktbeschränkungen sehr erschwert werden würde.

(Quelle: LK NOH, EMT, 16.06.20)


Singapur stoppt Airport-Ausbau

Singapur wird den Bau des großen Flughafenterminals 5 für mindestens zwei Jahre stoppen, da die globale Luftfahrt Schwierigkeiten hat, sich von der Coronavirus-Pandemie zu erholen.

Verkehrsminister Khaw Boon Wan sagte, die Regierung werde die Zeit für eine Untersuchung nutzen, wie sich die Luftfahrtbranche nach der Pandemie verändern wird, und um neue Designs einzuführen, damit die Einrichtung die zukünftigen Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllen kann.

Experten haben analysiert, dass sich die Fluggesellschaften auf Änderungen einstellen müssen, die tiegreifender sind als nach dem 9. September 2001 in den USA.

Das Terminal 5 des Flughafens Changi, das in der Anfangsphase bis zu 50 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigte, sollte um 2030 fertiggestellt werden.

Das Fluggeschäft wurde von der Pandemie schwer getroffen, und Branchenexperten rechnen nicht damit, dass der Verkehr vor 2023 wieder auf das Niveau von 2019 zurückkehren wird. (The Guardian, 16.06.20)


Bremen erlässt Alkoholverkaufsverbote

Der Bremer Senat verbietet ab Freitagabend den Außer-Haus-Verkauf von Alkohol an der Schlachte, im Viertel und auf der Diskomeile. Das Verbot für den Außer-Haus-Verkauf von alkoholischen Getränken gilt ab Freitag, 22 Uhr in drei Zonen. Im Viertel reicht diese laut Innensenator Mäurer von der Humboldtstraße bis zur Weser. Es gehe darum, das Hauptgeschehen einzuschränken, sagt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Auf die Frage, ob das nicht für die Geschäfte am Ziegenmarkt einen Nachteil gegenüber den Geschäften am Dobben, die außerhalb der Verbotszone liegen, darstelle, sagte Mäurer, dass es darum gegangen sei, einen Kompromiss zu finden. Die beiden anderen Zonen befinden sich an der Schlachte und rund um die Diskomeile. (Quelle: RB, 16.06.20)


Ungarn beendet Ermächtigungsgesetz

Das ungarische Parlament hat heute ein Gesetz verabschiedet, mit dem der Regierung von Premierminister Viktor Orban die Sonderbefugnisse in der Coronavirus-Krise entzogen werden. Orban hatte sich Ende März ermächtigt lassen, zusätzliche und unbefristet Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandamie zu treffen. Das Gesetz ermöglichte es seiner rechtsgerichteten Regierung, Verordnungen und Vorschriften zu erlassen. Ab Anfang Mai beendete die ungarische Regierung nach und nacden nationalen Lockdown. (Quelle: The Guardian, 16.06.20)



📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 16.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Corona-Zahlen im Emsland. Alle Zahlen sind dieselben wie gestern.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0
Samtgemeinde Freren 50 36 9
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1
Stadt Haselünne 32 32 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4
Stadt Meppen 72 68 4
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0
Stadt Papenburg 34 32 2
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0
Samtgemeinde Sögel 7 6 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1
Einheitsgemeinde Twist 20 17 2
Samtgemeinde Werlte 14 14 0
Gesamt* 459 424 25
Aktuelle Covid-19-Fälle  

10

 



Corona beschleunigt Wandel

Die internationale Warenproduktion war schon vor der Corona-Krise durch wachsenden Robotereinsatz und Digitalisierung im Wandel, die Entwicklung dürfte sich nun aber noch beschleunigen. Das schreibt die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) in ihrem neuen Weltinvestitionsbericht.

Die gerade für Entwicklungsländer so wichtigen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) dürften in diesem Jahr um 40 Prozent einbrechen, und der Trend deutet nach der Unctad-Analyse nicht auf eine Rückkehr zu früheren Wachstumsraten hin. Im vergangenen Jahr lagen die FDI bei 1,54 Billionen Dollar (1,36 Billionen Euro). Das war ein Zuwachs von drei Prozent, nach Rückgängen 2017 und 2018.

Einen weiteren Rückgang insgesamt fürchten die Ökonomen auch für das kommende Jahr, um fünf bis zehn Prozent, ehe 2022 eine Erholung kommen könne. In diesem Jahr dürften die FDI unter eine Billion Dollar fallen, so tief wie seit 2005 nicht mehr. Die Aussicht auf eine tiefe Rezession werde viele internationale Firmen zwingen, geplante Investitionen vor allem im Ausland zu überdenken, fürchten die Unctad-Ökonomen. (Quelle: Tagesschau, 16.06.20)


Globale Covid-19-Fälle erreichen 8 Millionen

Laut Johns-Hopkins-Universität sind weltweit 8 Millionen Coronavirus-Fälle gezhlt. Die offiziell gezählten Infektionen stehen jetzt bei 8.001.138, die Todesfälle bei 434.849.

Die USA machen mehr als ein Viertel aller Fälle mit 2.110.736 Infektionen aus. Es gab bisher 116.090 Todesfälle.

Brasilien ist mit 888.271 Infizierten und 43.959 Todesfällen der nächstgrößte Hotspot.

Bei den Infektionen liegt Russland mit mehr als 530.000 Fällen an dritter Stelle. Aber das Land hat offiziell nur 7.081 Todesfälle verzeichnet, die Covid-19 zugeschrieben werden. Die Todeszahlen werden allerdings massiv bezweifelt (Foto: CC0 Public Domain; Quelle: The Guardian, 16.06.20)


Deutschland-Zahlen

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 378 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 186.839 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt.

8.800 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von neun im Vergleich zum Vortag. Etwa 173.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 500 mehr als noch einen Tag zuvor.(Quelle: Tagesschau, 16.06.20)


Geld vom Bund für Meyer Werft?

Die Corona-Pandemie hat die Meyer Werft in Papenburg (Landkreis Emsland) in eine schwere Krise gestürzt. Der Markt für Kreuzfahrtschiffe ist zusammengebrochen. Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Das Land Niedersachsen hatte bereits erste Gespräche zur Zukunft der Werft geführt. Jetzt könnte auch der Bund mit einspringen. Das Bundeswirtschaftsministerium betätigt, dass es mit der Meyer Werft wegen finanzieller Hilfen in Kontakt steht.

Wörtlich heißt es in einem Schreiben, das NDR 1 Niedersachsen vorliegt: „Derzeit prüft die Bundesregierung, welche Unterstützungsmaßnahmen anwendbar sind, um die Beschäftigung auf der Werft und bei den Zulieferunternehmen zu sichern.“ Möglich, so das Ministerium, wären Hilfen aus dem Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem Wirtschaftsstabilisierungsfond und dem Konjunkturpaket.

Dass der Bund die Werften unterstützen sollte, hatten Mitte Mai schon die fünf norddeutschen Küstenländer in einem gemeinsamen Appell gefordert. Und auch der niedersächsische Bundestagsabgeordnete und Haushaltspolitiker der Linken, Victor Perli, findet, dass der Bund speziell der Meyer Werft jetzt helfen sollte. Allerdings sollte die Werft im Gegenzug ihren Firmensitz aus Luxemburg zurück nach Deutschland verlegen, die Arbeitsplätze sichern und die Mitbestimmungsrechte ausweiten, so Perli zu NDR 1 Niedersachsen.

Stammbelegschaft muss länger auf Urlaubsgeld warten
Der finanziell angeschlagenen Meyer Werft fehlen nach eigenen Angaben rund 1,2 Milliarden Euro. Am Montag wurde bekannt, dass sie der Stammbelegschaft das Urlaubsgeld offenbar später als geplant auszahlen will.

Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen soll es erst überwiesen werden, wenn das Kreuzfahrtschiff „Iona“ an die Reederei übergeben ist. Zuvor war die Auszahlung für Ende Juni geplant. Ein Werftsprecher äußerte sich auf Anfrage von NDR 1 Niedersachsen dazu nicht. Er sagte aber, dass die Übergabe der „Iona“ frühestens im Juli stattfinden werde. Der ursprüngliche Termin war Anfang Mai.
(Quelle: NDR, 15.06.20)


BP mit hohen Abschreibungen

BP wird den Wert seines Öl- und Gasvermögens um bis zu 17,5 Mrd. USD (14 Mrd. GBP) abschreiben und eventuell gezwungen sein, neu entdeckte fossile Brennstoffe zunächst nich zu fördern. Die Prognosen des Unternehmens haben ergeben, dass die Covid-19-Pandemie die Öl-Nachfrage für die nächsten 30 Jahre beeinträchtigen könnte. Der britische Ölmulti teilte auch mit, dass er den größten Verlust seit zehn Jahren hinnehmen müsse, da seine Ölpreisprognosenum fast ein Drittel gefallen sind.

Die Senkung der bisherigen Ölpreisprognosen von BP auf durchschnittlich 55 $ pro Barrel zwischen 2020 und 2050 könnte bedeuten, dass BP gezwungen ist, entdeckte Öl- und Gasevorkommen nicht zu fördern, weil sich die Projekte als unwirtschaftlich erweisen.

Bereits in des vergangenen Woche hatte BP angekündigt, bis Ende des Jahres weltweit 10.000 Stellen abzubauen, was etwa 15% der 70.000 BP-Mitarbeiter entspricht. Den Mitarbeitern wurde mitgeteilt, dass der Stellenabbau unabdingbar sei, damit das Unternehmen mit den weltweiten Einbruch der Ölnachfrage aufgrund der Coronavirus-Pandemie bewältigen könne. (Quelle: The Guardian, 15.06.20)


Erdgas- und Erdölproduzent Neptune Energy schließt Lingen und baut in Hannover seine neue Deutschlandzentrale auf.

Die Geschäftsführung informierte am Montag die Beschäftigten des Unternehmens über die geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen. Demnach werde der Standort Lingen (Landkreis Emsland) mit 165 Arbeitsplätzen stillgelegt. In Hannover sollen 100 Jobs entstehen. Als Gründe für diesen Schritt nennt das Unternehmen die wegen der Corona-Krise schlechten Weltmarktpreise für Erdöl und Erdgas sowie die Nähe zu anderen großen Öl- und Gasproduzenten und zur niedersächsischen Landespolitik. (Quelle: NDR, 15.06.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 15.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Todesfälle und nur eine Neuinfektion im Emsland. Die Emsland-CoViD-19-Zahl steigt damit auf 459 Infektionen; das sind 141,2 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 424 (+ 3) Infizierte gelten als genesen. Akut sind damit 10 Menschen (-2) infiziert, und ca 100 Emsländer*innen (+/-0) befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Neuen Zahle gibt es für Lingen (Ems) (76/72/4). In unserer Stadt gibt es keine akuten Infektionsfälle.

Gemeinde/Stadt Infizierte davon genesen Verstorbene
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0
Samtgemeinde Freren 50 36 9
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1
Stadt Haselünne 32 32 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4
Stadt Meppen 72 68 4
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0
Stadt Papenburg 34 32 2
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0
Samtgemeinde Sögel 7 6 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1
Einheitsgemeinde Twist 20 (+1) 17 2
Samtgemeinde Werlte 14 14 0
Gesamt* 459 (+1) 424 (+3) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 10 (-2)

(15.06.20)


China: Vertuschung, Verschwinden und Zensur

China hat die gemeinsame Erklärung mit der EU zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 45 Jahren eigenmächtig abgeändert. Die Regierung in Peking strich eine Passage mit dem Hinweis, dass sich das Coronavirus von Wuhan ausgebreitet und eine weltweite Pandemie ausgelöst habe, aus dem Dokument.

Zugleich droht die Volkrepublik der EU, es andernfalls nicht in der englischsprachigen Staatszeitung „China Daily“ zu veröffentlichen. Dort werde nur mit Genehmigung des chinesischen Außenministeriums publiziert. Die EU-Botschaft habe sich der Zensur gebeugt, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Damit wird die Liste der chinesischen Vertuschungsversuche immer länger. EU-Diplomaten nennen es ein „Ärgernis“, dass die EU sich derart vorführen lasse. Jedes Entgegenkommen ermuntere Peking offenbar, den Druck zu erhöhen und weitere Zumutungen zu testen. Chinas Ziel ist es, das schlechte Ansehen der USA unter Präsident Donald Trump zu nutzen, um sich als neue Führungsmacht der Erde zu positionieren.

Bereits Ende April hatte Peking die EU erfolgreich gedrängt, ihren Bericht zur chinesischen Desinformation über den Ursprung und die Ausbreitung des Coronavirus abzumildern. Seit Wochen verlangt China außerdem von europäischen Regierungen, darunter auch die Bundesregierung, den chinesischen Umgang mit der Pandemie als Vorbild zu loben.

Peking droht Staaten, die der These vom Vorbild China nicht folgen oder gar eine internationale Untersuchung über den Auslöser und den Verlauf der globalen Pandemie verlangen wie Australien, mit Sanktionen.

Gleichzeitig verschwinden plötzlich chinesische Wissenschaftler, Coronapatienten und Bürgerjournalisten, die dem Propagandabild widersprechen, und tauchen nicht wieder auf. Dazu gehört, zum Beispiel, die Forscherin Huang Yan Ling. Sie arbeitete in dem Hochsicherheitslabor für Virologie in Wuhan, das seit Jahren an Corona-Virenstämmen forscht. Nachdem Regimekritiker in sozialen Netzwerken Chinas behauptet hatten, dass sie „Patient Zero“ der Pandemie war – und nicht ein Besucher eines Markts für Wildtiere, wie Peking behauptet -, verschwand sie. Alle Hinweise auf sie und ihre Forschung wurden von der Webseite des Labors gelöscht, ebenso die Hinweise in den sozialen Netzwerken.

Ähnlich verstörend ist der Fall der Bürgerreporter Fang Bin und Chen Qiushi. Fang Bin, ein Geschäftsmann in Wuhan, hatte mit selbstgedrehten Videos die offizielle Propaganda über die Abläufe am Ursprungsort der Pandemie konterkariert und erste Zweifel geweckt, ob China die Lage wahrheitsgemäß darstellt und ob die offiziellen Zahlen über Infizierte und Tote stimmen. Seit Februar hat man nichts von ihm gehört.

Es ist gewiss möglich, dass nichts weiter dahinter steckt als die üblichen Methoden eines autoritären Systems, um die Kontrolle über Informationsflüsse zu behalten. Ebenso ist aber möglich, dass nicht ans Tageslicht kommen soll, was in Wuhan wirklich geschehen ist. Das kann nur durch eine internationale Untersuchung mit Zugang zu allen Quellen klären – wie sie unter anderem Australien fordert.

Wer etwas zu verbergen hat, handelt so…

(Quelle und mehr: TSP, 15.06.20)


Lauterbach: Virus ist noch da

Italien, Griechenland, Frankreich – Menschen aus Deutschland dürfen jetzt wieder in viele europäische Länder reisen. Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für die meisten EU-Staaten aufgehoben – pünktlich zur Sommersaison. Der SPD-Gesundheitsexperte und ausgebildeter Epidemiologe Karl Lauterbach hat aber erneut davor gewarnt, jetzt unbeschwert in den Badeurlaub zu fahren. Auf NDR Info sagte Lauterbach, Reisen seien noch immer eine gefährliche Idee. „In vielen Ländern ist das Virus noch da.“ (Foto: Martin Kraft CC BY-SA 4.0 Quelle: NDR, 15.04.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Fälle gehen weltweit über 7,9 Millionen. Laut dem Tracker der Johns Hopkins University, der sich auf offizielle Regierungszahlen stützt, gab es 433.394
    Weltweit bekannte Todesfälle durch Coronaviren seit Beginn der Pandemie. Die Anzahl der bestätigten Fälle liegt bei 7.912.981.
  • Die Pekinger Behörden haben Wohngebäude gesperrt und Verantwortliche wegen eines neuen Ausbruchs von Covid-19 entlassen.Gesundheitsbeamte warnten davor, dass das Risiko einer weiteren Ausbreitung „sehr hoch“ sei. Ein Sprecher der Pekinger Stadtverwaltung , sagte am Sonntag, es sei eine „außergewöhnliche Zeit“. Ab Montag wurden 10 Wohnviertel rund um einen zweiten Fischmarkt, den Yuquandong-Markt in Haidian geschlossen, nachdem dort am Wochenende ein asymptomatischer Infektionsfall entdeckt worden war.
  • Chinesische Gesundheitsbehörden meldeten am Montag 49 neue Coronavirus-Fälle, darunter 36 weitere in der Hauptstadt Peking, wo ein weiterer Cluster die Angst vor einer zweiten Infektionswelle schürt.
  • Hongkongs Disneyland gab am Montag bekannt, dass er am 18. Juni wieder öffnet, wenn auch für eine geringere Anzahl von Besuchern und mit verbesserten Hygienemaßnahmen; der Ausbruch der Coronapandamie hatte den Vergnügungspark Ende Januar zur Schließung gezwungen. Die von China regierte Stadt hat in letzter Zeit nur eine Handvoll neuer Coronafälle gemeldet. Insgesamt wurden 1.110 Infektionen und 4 Todesfälle verzeichnet.
  • Die US-Republikaner beharren darauf, dass die angekündigte Wahlkundgebung von Präsident Trump in Tulsa das Coronavirus nicht verbreitet – entgegen der Besorgnis vor Ort. Ein republikanische Abgeordneter spielte am Sonntag (Ortszeit) die Bedenken herunter, dass die für das nächste Wochenende in Tulsa, Oklahoma, geplante -Wahlkundgebung zur Verbreitung von Covid-19 beitragen könnte. Bruce Dart, Direktor des Gesundheitsministeriums der Stadt Tulsa, sagte, er befürchte, dass die Kundgebung sowohl für die Teilnehmer als auch für den Präsidenten gefährlich sein könnte. „Ich wünschte, wir könnten dies auf eine Zeit verschieben, in der das Virus kein so großes Problem darstellt wie heute“, sagte Dart gegenüber der Lokalzeitung.
  • Die britische Wirtschaft wird in diesem Jahr um 8% schrumpfen und wird sich nach Angaben eines führenden Wirtschaftsprognostikers wahrscheinlich erst 2023 von den Schäden erholen, die durch die Coronavirus-Krise entstanden sind. Im April war die britische Wirtschaft nach offiziellen Zahlen um rekordverdächtige 20,4% geschrumpft. An diesem Montag werden Tausende Geschäfte in England wiedereröffnet, nachdem die Regierung die Beschränkungen für nicht wesentliche Geschäfte aufgehoben hat, die auf dem Höhepunkt der Pandemie im März verhängt wurden. Trotz der Aufhebung der Beschränkungen prognostizieren Experten für die kommenden Tage nur eine bescheidene Belebung.
  • In Brasilien sind weitere 612 Todesfälle registriert, womit die Zahl der Todesopfer des Landes auf 43.332 gestiegen ist. Das Gesundheitsministerium teilte auch 17.110 neue Coronavirus-Infektionen an, womit sich die Gesamtzahl des Landes auf 867.624 erhöhte.
  • Die offiziell bestätigten Coronavirus-Fälle in Kolumbien sind auf über 50.939 gestiegen,1.667 Menschen sind an CoVid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Sonntag mit, während die Zahlen im benachbarten Ecuador nur knapp darunterliegen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
  • Die chlienischen Bergarbeitergewerkschaften haben eine Neubewertung der Betriebsabläufe der größten Kupferminen des Landes gefordert, nachdem die Zahl der Coronavirus-Fälle unter den Kumpeln „alarmierend“ gestiegen sei.
  • Frankreich hat neun neue Todesfälle durch Coronaviren gemeldet, insgesamt 29.407 und der fünfte Tag mit weniger als 30 Todesfällen, berichtet Reuters.
    Der französische Präsident Emmanuel Macron hat gesagt, dass ganz Frankreich in die „grüne z
  • Die offiziellen Zahl der neuen Coronavirus-Fälle in der Türkei betrug in den letzten 24 Stunden auf 1.562, wie die Daten des Gesundheitsministeriums am Sonntag zeigten. Das ist fast doppelt so hoch wie Anfang Juni, als Ankara die Reisebeschränkungen aufhob und Einrichtungen wiedereröffnete.
  • Ägypten werde am 1. Juli alle seine Flughäfen wieder eröffnen, sagte der Minister für Zivilluftfahrt am Sonntag, nachdem die regulären internationalen Flüge im März eingestellt worden waren.
    (The Guardian, 15.04.20)

Göttingen: Nach weiterer Infektion neue Massentests

In Göttingen hat es in einem Häuserkomplex nahe des Stadtzentrums einen weiteren Corona-Ausbruch gegeben. Es handelt sich um ein anderes Gebäude als das sog. Iduna-Hochhaus, das wegen zahlreicher Corona-Infektionen mit dem Ende des Ramadan in den Blick geraten war. Nach Angaben des Göttinger Krisenstabs sind demnach zwei miteinander befreundete Frauen mit dem Virus infiziert. Die Infektion sei bei einer präventiven Routinekontrolle in einer Klinik entdeckt worden.

Die Stadt habe nach dem Bekanntwerden der Fälle alle namentlich genannten Kontaktpersonen ersten Grades kontaktiert, sagte die Leiterin des örtlichen Krisenstabs. Auch diese Personen wurden auf das Coronavirus getestet. Die Testergebnisse waren am Sonntag noch nicht bekannt. Die Stadtverwaltung habe zudem entschieden, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner des Gebäudekomplexes getestet werden sollen, so Broistedt. Die Tests sollen ihr zufolge am Montag und Dienstag, 15. und 16. Juni, vor Ort durchgeführt werden. Dabei komme erstmals ein mobiles Testzentrum mit Bussen zum Einsatz, welches der Krisenstab auf Basis der jüngsten Erkenntnisse entwickelt hat.

Die Bewohner seien am Sonnabend mit einem Brief darüber informiert worden, wann und wo sie getestet werden. Um die Menschen über die anstehenden Tests zu informieren, würden im betreffenden Gebäudekomplex außerdem Plakate aufgehängt, die auf die Test-Aktion hinweisen. (Quelle: NDR, 15.06.20)


Zahlen im Norden

Zahl der Neuinfektionen in den norddeutschen Bundesländern: 35 weitere Fälle in Niedersachsen, fünf in Hamburg, einer in Schleswig-Holstein und keiner in Mecklenburg-Vorpommern. (Quelle NDR, 15.06.20)


„Band der Solidarität“ – Auch Polizei ist mit Unteilbar-Demo in Berlin zufrieden

Tausende Menschen standen am gestrigeb Sonntag auf Berlins Straßen, verbunden durch grüne, blaue und orangene Plastikbänder. Die ungefähr neun Kilometer lange Menschenkette symbolisierte ein „Band der Solidarität“. Sie führte quer durch die Stadt vom Brandenburger Tor bis nach Neukölln.

Demonstriert wurde unter anderem für eine solidarische Gesellschaft – gegen Rassismus, Diskriminierung und soziale Ungerechtigkeit. Mitglieder des eigenen Angaben zufolge aus mehr als 130 Organisationen bestehenden „Unteilbar“-Bündnisses hatten zu der Demo aufgerufen (im Newsblog können Sie den Demo-Sonntag nachlesen).

Die Veranstalter schätzten die Zahl der Teilnehmenden auf 20.000. Die Polizei kam bei ihrer Schätzung am Nachmittag auf etwa 8000 Menschen, gab aber an, dass danach noch weitere Menschen dazugekommen seien, und verwies auf die Zahlen des Versammlungsleiters. (Quelle: TSP, 15.06.20)


Frankreich lockert weiter

Ab morgen dürfen in Frankreich Restaurants und Cafes im Großraum Paris wieder öffnen. Präsident Macron erklärte in einer Fernsehansprache, welche Beschränkungen noch aufgehoben werden. Steuererhöhungen schloss er aus.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron drückt beim Lockern der coronabedingten Beschränkungen aufs Tempo. So könnten Restaurants und Cafés im Großraum Paris schon vom Montag an wieder komplett öffnen, kündigte der 42-Jährige bei einer Fernsehansprache an. Da die Hauptstadt besonders von der Covid-19-Pandemie betroffen ist, darf bisher nur auf Außenterrassen von Lokalen gegessen und getrunken werden. Bisher wurde mit einer Normalisierung in der Gastronomie frühestens zum 22. Juni gerechnet.

„Von morgen an können wir das Kapitel der ersten Phase der Krise schließen, die wir durchmachen“, sagte der Staatschef. Er rief gleichzeitig seine Landsleute zur Einheit auf, um den Wiederaufbau im Land zu meistern. Seine Ansprache war die vierte seit Beginn der schweren Gesundheitskrise Mitte März. (Quelle: ARD, 15.06.20)


Spanien öffnet Grenzen früher

Spanien lässt EU-Bürger früher als zunächst geplant wieder einreisen. Laut Ministerpräsident Sánchez lässt der Verlauf der Corona-Pandemie dies zu. Nur die Grenze zu Portugal bleibt geschlossen, was das Nachbarland auf der iberischen Halbinsel ausgesprochen ärgert.

Ursprünglich war geplant, dass die aktuellen Einreiseregeln wegen der Coronavirus-Krise bis zum 1. Juli gelten. So lange sollten nur Menschen mit Erstwohnsitz in Spanien ins Land kommen oder Reisende mit anderem wichtigem Grund – aber explizit keine Touristen.

Die EU-Kommission hatte allen Mitgliedsstaaten empfohlen, die Grenzen schon morgen, am 15. Juni, wieder zu öffnen. So weit will Spanien nicht gehen, weil bis zum 21. Juni noch der Ausnahmezustand gilt und selbst Spanier nicht frei im Land reisen dürfen.

Die Entscheidung der spanischen Regierung sieht nun so aus: Mit dem Ausnahmezustand enden auch die Einreisebeschränkungen für Bürger des Schengen-Raums; dann muss auch niemand mehr in Quarantäne. Der Verlauf der Pandemie lasse dies zu, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez. (Quelle: Tagesschau, 14.06.20)


Überblick am Abend

  • Die EU hat den Staaten empfohlen, ihre Grenzen ab dem 15. Juni wieder vollständig zu öffnen, aber einige, wie Polen und Griechenland, haben dies bereits getan. Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis reiste am Samstag auf die Ägäis-Insel Santorin, um die Tourismus-Saison seines Landes zu eröffnen. „Griechenland ist bereit, Touristen in diesem Sommer willkommen zu heißen, indem Sicherheit und Gesundheit für uns oberste Priorität haben“, sagte er dort.
  • Nachdem Südasien in den ersten Monaten des Ausbruchs verschont geblieben zu sein scheint, kämpft es inzwischen darum, neue Fälle einzudämmen. Der pakistanische Planungsminister warnte am Sonntag, dass sich die Fälle des Landes bis Ende des Monats verdoppeln und bis Ende Juli einen Höchststand von 1,2 Mio. erreichen könnten.
    Er fügte hinzu, das Land müsse aufhören, „das Problem leicht zu nehmen“, obwohl Abstandhalten und Schließen von Unternehmen im Entwicklungsland Pakistan unmöglich und lebensbedrohlicher sein könne als das Virus. Pakistan hat 140.000 Covid-19-Fälle und 2.700 Todesfälle verzeichnet.
  • Die tägliche Zahl der Todesopfer im Iran lag zum ersten Mal seit dem 13. April bei über 100, was einer Gesamtzahl von mehr als 8.800 Todesfällen entspricht. „Es war sehr schmerzhaft für uns, die dreistellige Zahl bekannt zu geben“, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Sima Sadat Lari. „Dies ist ein unvorhersehbarer und wilder Virus, der uns jederzeit überraschen kann.“
  • Russland, das dritthäufigste betroffene Land der Welt mit mehr als 500.000 bestätigten Fällen, sei aus seiner ersten Corona-Welle nur „mit minimalen Verlusten“ hervor, sagte der Präsident Wladimir Putin am Sonntag. Er zog einen Vergleich zwischen der „Leistung seines Landes“ und der der USA.
    Russland hat fast 7.000 Todesfälle verzeichnet, eine Zahl, die einige in Frage gestellt haben, während die USA mit mehr als 2 Millionen Fällen und 115.000 verzeichneten Todesfällen den schlimmsten Ausbruch der Welt verzeichnen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand in der [russischen] Regierung oder in den Regionen sagt, wir werden nicht das tun, was die Regierung oder der Präsident sagen“, ergänzte Putin mit Blick auf Streitigkeiten zwischen US-Präsident Donald Trump und den Gouverneuren einzelner US-Bundesstaaten, wie man mit der Pandemie umgeht. „Es scheint mir, dass das Problem [in den USA] darin besteht, dass die Interessen einzelner Gruppe, in diesem Fall der Parteien, über die der gesamten Gesellschaft gestellt werden, über die Interessen der Menschen.“
  • Eine starke Zunahme der Fälle in Chile stürzte die Regierung in eine Krise und führte am Samstag zum Rücktritt des Gesundheitsministers Jaime Mañalich, kurz nachdem 234 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden bestätigt worden waren, die bislang höchste tägliche Zahl.
  • Das afghanische Gesundheitsministerium sagte, es sei aufgrund fehlender Labors und einer Überlastung mit Patienten nicht in der Lage, die Tests auf Coronaviren zu steigern. Der amtierende Gesundheitsminister sagte am Samstag, dass medizinische Mitarbeiter neue Coronavirus-Patienten eher anhand ihrer Symptome als anhand von Tests bestimmen würden; die Anzahl der bestätigten Infektionen liegt in der Hauptstadt Kabul inzwischen bei mehr als 10.000.
  • Israel hat einen Anstieg der Coronavirus-Fälle gemeldet, als Schulen, Unternehmen, Restaurants, Bars, Touristenattraktionen und andere Einrichtungen wiedereröffnet wurden. Dies führte dazu, dass 177 Bildungseinrichtungen im ganzen Land wieder geschlossen wurden, nachdem fast 500 Schüler und Lehrer positiv auf das Virus getestet wurden.
  • Die Weltgesundheitsorganisation bestätigte am Wochenende, die Corona-Pandemie in Afrika habe sich beschleunigt. In der botswanischen Hauptstadt Gaborone wurde am Samstag ein kompletter Lockdown in Kraft gesetzt, nachdem neue Fälle aufgedeckt worden waren.
  • In den USA, die mit mehr als 115.000 die meisten Covid-19-Todesfälle gemeldet haben, meldeten mehr als ein Dutzend Bundesstaaten, darunter das bevölkerungsreiche Texas und Florida, ihre höchsten täglichen Fallzahlen in den letzten Tagen.
    (Quelle. The Guardian, 14.06.20)

Bremerhaven: 112 Infizierte, ein Toter

In Bremerhaven und dem angrenzenden Landkreis Cuxhaven ist der Zahl der mit Corona infizierten Mitglieder einer evangelischen Pfingstgemeinde auf mindestens 112 gestiegen. Wie die Stadt Bremerhaven am Sonntag mitteilte, ist inzwischen auch ein 75-jähriger Angehöriger der Kirchengemeinde am Donnerstag zu Hause an seiner Covid-19-Erkrankung gestorben.

Ein alarmierter Rettungsdienst habe dem vorerkrankten Mann nicht mehr helfen können, so die Stadtverwaltung. Die Infektion des Mannes mit dem Coronavirus war zuvor nicht bekannt und bestätigte sich erst bei einer nachträglichen Untersuchung. Das Gesundheitsamt sucht nun nach den Kontaktpersonen des Mannes.

Laut Bremerhavener Stadtverwaltung gehören vor allem kinderreiche russlanddeutsche Familien der Freikirche an. Sie führen nach Berichten aus der Stadt ein abgeschiedenes Leben – geprägt auch durch die Erfahrung, dass sie als Christen und nationale Minderheit in der Sowjetunion verfolgt wurden. Nach der Häufung der Infektionen hätten die Behörden, die Familien aufgesucht und aufgefordert, sich testen zu lassen. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde das Virus vermutlich nicht in Gottesdiensten übertragen, sondern bei sozialen Kontakten der Gemeindemitglieder miteinander. (Quelle. NDR, 14.06.20)


Überblick am Sonntagmorgen

  • Laut Johns-Hopkins-University, die sich auf offizielle Regierungszahlen stützt, sind seit Beginn der Pandemie weltweit 430.128 Todesfälle durch Coronaviren offiziell bestätigt worden. Die Anzahl der Infektionen liegt bei 7.766.952. Die tatsächlichen Zahlen für Todesfälle und Fälle dürften allerdings aufgrund unterschiedlicher Definitionen und Testraten, Zeitverzögerungen und vermuteter Zensur und Propaganda deutlich höher sein.
  • In China versucht die gemeldeten 57 neuen Virusfälle einzugrenzen. Die Nationale Gesundheitskommission sagte, 36 der neuen Fälle seien durch inländische Infektionen in Peking, zwei weitere inländische Infektionen in der nordöstlichen Provinz Liaoning, die enge Kontakte zu den Fällen in Peking hätten. Die neuen Infektionen haben zu erneuten Sperren geführt,. Die Bewohner von 11 Wohnsiedlungen in der Nähe des Marktes stehen unter strikter häuslicher Quarantäne. Die Fälle sind die ersten in Peking seit zwei Monaten.
  • Laut jüngster Umfragen für den britischen Observer befürwortet weniger als ein Drittel der Briten den Umgang der Regierung mit der Coronavirus-Pandemie. Die Umfrage ergab, dass die Zustimmung zur Bewältigung der Coronavirus-Krise durch die Regierung um vier Punkte auf ein neues Tief gesunken ist. Nur drei von zehn Personen stimmen den Corona-Maßnahmen zu. Die Johnson-Regierung verliert 18 Prozent für ihren Umgang mit der Pandemie.
    Umfragen zufolge befürwortet die Hälfte der Briten eine Verlängerung der Übergangszeit zum Brexit, während drei Viertel der Ansicht sind, dass Großbritannien bei der Bekämpfung des Coronavirus sehr eng mit der Europäischen Union zusammenarbeiten sollte.
  • Der US-Bundesstaat Staat New York verzeichnete am Freitag die niedrigste Zahl an Todesopfern seit Beginn der Pandemie. Gouverneur Andrew Cuomo teilte am Samstag zugleich die niedrigste Anzahl von Krankenhausaufenthalten wegen CoViD-19 seit Ende März mit.
  • Australien erwägt kürzere Quarantänezeiten für Studenten und Geschäftsreisende aus Ländern mit geringer Übertragungsrate. Dies ist Teil einer Reihe von Maßnahmen zur „Wiedereröffnung“ Australiens für internationale Reisen. Der Bundesstaat Victoria bestätigte am Sonntag neun neue Infektionsfälle, acht davon Einreisende in Hotelquarantäne), will aber die bestehenden Corona-Beschränkungen lockern. (Quelle: The Guardian, 14.06.20)

Deutsche Bahn baut Auslandsverbindungen aus

Die Deutsche Bahn will bis Ende Juni wieder in alle Nachbarländer fahren. Das Angebot werde schrittweise hochgefahren, teilte das Bundesunternehmen am Sonntag mit. Seit März waren in der Corona-Krise zahlreiche Auslandsverbindungen ausgefallen. Auf den meisten Verbindungen fahren inzwischen schon seit Anfang Juni Züge. Nun kommen nach und nach weitere Strecken hinzu. Ab dem 22. Juni soll dann auch der Eurocity nach Polen zwischen Berlin und Warschau wieder fahren. Das Angebot Richtung Schweiz, Österreich und Niederlande ist bereits komplett.

(Quelle: DB, 14.06.20)


200.000 Zurückweisungen an den deutschen Grenzen

Die Bundespolizei hat bei den Corona-Grenzkontrollen bis zum 11. Juni rund 196.000 Zurückweisungen ausgesprochen. Die Zahl nannte Bundesinnenminister Horst Seehofer der „Bild am Sonntag“. Seit dem 16. März seien 6.000 Beamte täglich im Einsatz gewesen.

In der Nacht zum Montag enden um Mitternacht die in der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen an der deutschen Grenze. (Quelle: KStA, 14.06.20)


Griechenland hofft auf Touristen

Reisende aus zahlreichen Staaten können ab morgen ohne Quarantänepflicht nach Griechenland reisen. Flüge wird es zunächst aber nur nach Athen und Thessaloniki geben.
Am Freitag hatte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias mitgeteilt, Griechenland habe angesichts des Neustarts des Tourismus 687 Ärzte und Pflegepersonal auf den Inseln eingestellt. Zudem seien rund 450 Betten in Intensivstationen für Urlauber zur Verfügung gestellt worden.
Zu den Flüchtlingslagern auf den Inseln der Ägäis und dem griechischen Festland gibt es keine neuen Informationen…(Quelle: TSP, 14.06.20)


China-Zahlen

China hat mehr Coronavirus-Neuinfektionen. Die nationale Gesundheitsbehörde meldete am Sonntag 57 Covid-19-Neuerkrankungen und damit die meisten seit dem 13. April.

38 der neuen Fälle seien lokal übertragen worden, davon allein 36 in Peking. Dies ist die höchste tägliche Infektionszahl für Chinas Hauptstadt seit Beginn der Daten-Veröffentlichung nach Beginn der Pandemie im Dezember. In Peking hatten die Behörden Massentests nach dem Virus-Ausbruch auf einem Großmarkt angeordnet, der die Furcht vor einer zweiten Infektionswelle schürte. Um das Virus einzudämmen, wurden zudem strenge Schutzmaßnahmen verhängt. Unter anderem wurden elf Wohnviertel abgeriegelt.

19 der landesweit bestätigten Neuinfektionen waren den Angaben zufolge sogenannte importierte Fälle von Reisenden aus Übersee, von denen 17 in der südöstlichen Provinz Guangdong ankamen. Die Behörden meldeten zudem neun Ansteckungen ohne Krankheitssymptome, die in China nicht zu den bestätigten Fällen gezählt werden. Neue Todesfälle gab es nicht. (Quelle: Reuters/dpa, 14.06.20)



Überblick zur Nacht

  • Die Infektionen in der Türkei haben zugenommen, seit die Reisebeschränkungen aufgehoben und die Einrichtungen Anfang des Monats wiedereröffnet wurden. Das Land, die Nummer drei unter den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen, hoffte darauf, dass auch für sie die Reisewarnung aufgehoben wird. Dies hatte die Bundesregierung in der vergangenen Woche abgelehnt.
  • Israel verzeichnet ebenfalls einen Anstieg der Coronavirus-Fälle, nachdem Schulen, Unternehmen, Restaurants, Bars, Touristenattraktionen und andere Einrichtungen wiedereröffnet wurden. Inzwischen sind 177 Schulen und Bildungseinrichtungen im ganzen Land wieder geschlossen worden, nachdem 493 Schüler und Lehrer positiv auf das Virus getestet wurden.
  • Frankreich meldete 24 neue Coronavirus-Todesfälle in den 24 Stunden bis Samstag, womit sich die Zahl auf 29.398 erhöhte und der vierte Tag mit weniger als 30 Todesfällen markiert wurde.
  • Der iranische Präsident Hassan Rouhani warf den Bürgern am Samstag vor, dass sie sich weniger an Gesundheitsmaßnahmen halten, und so die Ausbreitung des Coronavirus nicht gestoppt werden kann.
  • Algerien wird seine Sperrung für Coronaviren am Sonntag weiter lockern, eine Ausgangssperre lockern, die Wiederaufnahme des öffentlichen Verkehrs in den Städten ermöglichen und weitere Geschäfte eröffnen, teilte die Regierung am Samstag mit.
  • Libanesische Demonstranten gingen am Samstag in Beirut und anderen Städten in meist friedlichen Protesten gegen die Regierung auf die Straße und forderten ihren Rücktritt, da das Land unter Sperrbeschränkungen immer tiefer in wirtschaftliche Not gerät.
    (Quelle: The Guardian, 14.06.0)

Dänemark lockert Einreisebeschränkungen

Reisende aus einigen Ländern dürfen ab Montag wieder nach Dänemark einreisen, da das Land seine Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit Coronaviren schrittweise aufhebt. Reisende aus Deutschland, Island und Norwegen dürfen nach Dänemark einreisen, sofern sie eine Unterkunft für mindestens sechs Nächte gebucht haben, berichtet die DPA.

Die dänische Polizei erwartet eine große Anzahl, allein die Deutschen werden voraussichtlich rund 14.000 Ferienhäuser ansteuern, die sie im Voraus gebucht haben. Die dänische Polizei riet den Reisenden, mit Verspätungen zu rechnen und Verkehrsinformationen zu verfolgen und nach Möglichkeit zu vermeiden, zu den geschäftigsten Tageszeiten zu reisen.

Die Polizei sagte, sie werde über Twitter und andere Kanäle laufend über die Verkehrssituation auf Dänisch, Englisch und Deutsch informieren. Dänemark öffnete am Samstag den Grenzübergang Padborg nach Deutschland nahe Flensburg..

Dänemark hatte am 14. März alle bis auf drei alle seiner 13 Grenzübergänge geschlossen. Inzwischen sind 597 Menschen im Land an Covid-19 gestorben. (Quelle: The Guardian, 14.06.20)


Ägypten: Rekordanstieg am Samstag

Ägypten bestätigte am Samstag 1.677 neue Coronavirus-Fälle und 62 Todesfälle. Das ist jeweils der höchste tägliche Anstieg iseit Ausbruch der Corona-Pandemie.

Insgesamt hat das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt 42.980 Infektionsfälle registriert, darunter 1.484 Todesfälle, teilte das Gesundheitsministerium in seiner Erklärung mit. The Guardian, 14.06.20)


Reisewarnung soll für drei EU-Länder bleiben – auch Finnland

Die Reisewarnung für Touristen aus Deutschand wird an diesem Montag wahrscheinlich nur für 23 der 26 anderen EU-Staaten aufgehoben. Nach Spanien hat auch Finnland seine Einreisesperre für Urlauber über den 15. Juni hinaus verlängert. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts wird das skandinavische Land deswegen nun zu den Ländern gezählt, für die die Reisewarnung bestehen bleiben könnte. Das dritte Land ist Schweden, das derzeit als einziges EU-Land die „Pandemiekriterien“ für eine Aufhebung der Warnung nicht erfüllt. Dort wird die Obergrenze von insgesamt 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche noch überschritten. (Quelle: ARD, 14.06.20)


Chile: Gesundheitsminister tritt zurück

Mitten in der Corona-Krise in Chile ist Gesundheitsminister Jaime Mañalich zurückgetreten. Präsident Sebastián Piñera gab die Demission am Samstag persönlich bekannt. Zuvor hatten die stetig wachsenden Infektionsfälle in dem Land für heftige Kontroversen gesorgt.

Die Behörden hatten am Freitag einen Rekord an neuen Todes- und Infektionsfällen in dem südamerikanischen Land verzeichnet. Binnen 24 Stunden steckten sich demnach über 6700 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus an, 222 weitere starben an den Folgen ihrer Infektion. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten auf insgesamt mehr als 3.100 und die Zahl der Infizierten auf über 167.000.

Ein Vertreter des Gesundheitsministeriums warnte, dass die Zahlen vor allem in der Region um die Hauptstadt Santiago weiter steigen werden – trotz einer seit mehr als einem Monat geltenden Ausgangssperre. Erst seit Freitag gelten nun auch für die Städte Valparaíso und Viña del Mar sowie für eine Reihe kleinerer Ortschaften Kontaktsperren. (Quelle: TSP, 13.06.20AFP)


Antwort auf Herrn Trump: „Europe first“ – Europa kauft Impfstoff

Italien, Deutschland, Frankreich und die Niederlande haben einen Vertrag mit dem Pharnaunternehmen AstraZeneca unterzeichnet, um die europäischen Bürger mit einem Coronavirus-Impfstoff zu versorgen, erklärte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Samstag.

Der Vertrag mit dem britisch-schwedischen multinationalen Pharmaunternehmen umfasst 400 Mio. Dosen des Impfstoffs, der mit der Universität Oxford entwickelt wurde. Die Testphase ist bereits weit fortgeschritten und endete voraussichtlich im Herbst, schrieb Roberto Speranza auf Facebook. Er fügte hinzu, dass bis Ende dieses Jahres eine erste Charge von Dosen verfügbar sein werde.

Die Europäische Kommission erhielt am Freitag von den EU-Regierungen das Mandat, im Voraus über den Kauf vielversprechender Coronavirus-Impfstoffe zu verhandeln, sagte der oberste Gesundheitsbeamte der EU. (Quelle: The Guardian, 13.06.20)


Italien-Zahlen

In Italien steigt die Zahl der Coronavirus-Toten um 78 auf 34.301. Die Zahl der Neuinfektionen erhöht sich um 346 auf 236.651, wie die zuständige Behörde mitteilt. Das ist die siebthöchste Zahl weltweit hinter den USA, Russland, Brasilien, Spanien, Großbritannien und Indien.

Italiens Regierung hat angekündigt, die Corona-Krise zu weitreichenden Reformen zu nutzen. Ministerpräsident Giuseppe Conte stellte ehrgeizige Vorhaben in Aussicht, darunter den Abbau der Bürokratie, die Digitalisierung und regenerative Energiequellen, verbesserte Bildung, mehr Unterstützung für Arme und bessere Berufschancen für Frauen. „Wir müssen die Gelegenheit ergreifen, und die Krise zu einer Chance machen, und alle Hindernisse beseitigen, die das Land gebremst haben“, sagte Conte zum Auftakt von mehrtägigen Beratungen über den Weg aus der Corona-Misere.

Nach Schätzung der italienischen Regierung wird die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr um wenigstens acht Prozent einbrechen. Hilfe verspricht sich Italien insbesondere vom geplanten europäischen Wiederaufbaufonds. Pläne der EU-Kommission zufolge wäre Italien mit Zuwendungen von 170 Milliarden Euro größter Nutznießer des Fonds.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte Italien zuvor dazu aufgerufen, die richtigen Reformschritte gemäß den EU-Prioritätensetzungen zu unternehmen: Diese sehen vor allem einen umweltfreundlichen Umbau der Wirtschaft und eine bessere digitale Infrastruktur vor.

(Quelle: Tagesschau, 13.06.20)


Oyten: Mindestens 28 Infizierte in Pflegeheim

Bei einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Oyten sind nach Angaben des Landkreises Verden bislang 28 Infektionen festgestellt worden. Betroffen sind demnach acht Pflegekräfte und 20 Bewohnerinnen und Bewohner des Heims. Beim Pflegepersonal weist eine Person stärkere Symptome auf. Das Heim wurde angewiesen, infizierte und nicht infizierte Bewohner sofort räumlich zu trennen. Außerdem wurden die Kontaktpersonen der infizierten Pflegekräfte ermittelt. (Quelle: NDR, 13.06.20)


UPS Lagenhagen: Jetzt 156 Infizierte

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle beim Paketdienstleister UPS in Langenhagen (Region Hannover) ist weiter gestiegen. Inzwischen seien insgesamt 156 Mitarbeiter positiv getestet worden, bestätigte ein Sprecher der Region Hannover am Freitag in Hannover. Zuvor hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) darüber berichtet. 49 Menschen seien inzwischen genesen, so der Sprecher.

Infektionen haben sich mehr als verdoppelt
Bei dem Unternehmen in Langenhagen waren Ende Mai zunächst 72 Corona-Infektionen festgestellt worden. Weil es nun mehr als doppelt so viele Fälle gibt, fordert die Gewerkschaft ver.di laut HAZ flächendeckende Tests der gesamten Belegschaft. Am UPS-Standort in Langenhagen, unweit des Hannover Airports, sind rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Region Hannover, ein öffentlich-rechtlicher Zusammenschluss der Gemeinden und Städte um die Landeshauptstadt, sieht dagegen „keine Notwendigkeit für einen Massentest bei UPS“. Insgesamt seien seit dem Ausbruch im Mai 307 UPS-Beschäftigte getestet worden, teilte die Region mit. Weitere Tests seien nicht vorgesehen. Der Regions-Sprecher räumte jedoch gegenüber der HAZ ein, dass die Infektionen bei UPS zu steigenden Zahlen in zahlreichen Kommunen der Region geführt hätten. (Quelle: NDR, 13.06.20)


Schweden: Dreimal pro Woche über 1000 Neuansteckungen pro Tag

Schweden hatte in der vergangenen Woche erneut einen hohen Anstieg an Covid-19-Infektionen zu verzeichnen. Dabei sank die Zahl der Neuinfizierten von Donnerstag auf Freitag sogar leicht von 1347 (Donnerstag) auf 1251 (Freitag) Fälle, wie aus Statistiken der schwedischen Behörde für öffentliche Gesundheit hervorgeht.

Dennoch hat Schweden damit bereits zum dritten Mal in einer Woche mehr als 1000 Neuansteckungen innerhalb nur eines Tages zu verzeichnen. Auch in der Vorwoche waren die Zahlen mehrmals über den 1000-Fälle-Wert geklettert.

Schweden hatte sich zu Beginn der Corona-Pandemie in der EU bewusst gegen einen nationalen Lockdown entschieden und damit eine höhere Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus in Kauf genommen. Die Strategie droht nun jedoch, sich als falsch zu erweisen. (Quelle: Tsp, 13.06.20)



Niedersachsen: Neues aus der Verordnungswelt

Die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen umfasst 33 (!) Seiten. Sie ist ähnlich bürokratisch-perfektionistisch wie unser gesamter öffentlicher Dienst und dieser Blick auf die Webseite der Landesregierung.

 


Warum gehamstert wurde und wird?

Etliche Fragen rund um die Corona-Seuche, berichtet heute die SZ, „bleiben weiter ungeklärt, doch eine Gewissheit gibt es nun immerhin: Wissenschaftler haben entschlüsselt, welche psychischen Merkmale dazu beitragen, dass Menschen Klopapier horten. Nachdem viele Länder Kontaktbeschränkungen verhängten, kam es zu einem seltsamen Phänomen: Vernunftbegabte Erwachsene legten Vorräte an Toilettenpapier an, die den Eigenbedarf weit überstiegen. Manche Hersteller steigerten ihren Umsatz um bis zu 700 Prozent. Aber welche Menschen hamsterten besonders viel? Und warum?…“ (weiter und Quelle SZ, 13.06.20)


Somalia: Islamistische Terrormiliz richtet Corona-Behandlungszentrum ein

Die terroristische al Shabaab-Miliz hat am Freitag in Somalia mitgeteiltn, sie habe ein COVID-19-Behandlungszentrum eingerichtet, und eingeräumt, die Krankheit stelle eine ernsthafte Bedrohung dar.

„Das Komitee für Prävention und Behandlung von Corona (Viren) von Al Shabaab hat ein COVID-19-Zentrum eröffnet“, sagte die Gruppe in einer Sendung in ihrem Radiosender Andalus. Das Zentrum befinde sich in Jilib, etwa 380 Kilometer südlich der somalischen Hauptstadt Mogadischu.

In der Radiosendung dankte ein Mann, der sich als Scheich Mohamed Bali nannte, al Shabaab für die Einrichtung des Zentrums und bat diejenigen Menschen mit Corona-Symptomen, sich beim Zentrum zu melden. „Wir danken der [al-Shabaab-]Verwaltung, die das Zentrum eingerichtet hat. Wir bitten die Menschen, die Krankheit nicht zu verbergen, um eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Die Menschen sollten sich beim Zentrum melden“, sagte er.

Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpft die Gruppe darum, die vom Westen unterstützte Zentralregierung des Landes am Horn von Afrika zu stürzen und eine eigene, fundamentalislamische Regierung zu etablieren, die auf ihrer eigenen, strengen Auslegung der islamischen Scharia-Gesetze basiert. Auf das Konto der Miliz gehen zahlreiche terroristische Bombenanschläge und bewaffnete Angriffe gegen militärische wie zivile Ziele darunter Hotels, Kreuzungen und Kontrollpunkte.
(Quelle NYTimes, 13.06.20)

ps Da wollte ich nun die (die via Wikipedia gefundene) Flagge der Terroristen in den Beitrag setzen, aber WordPress lässt das nicht zu. Jetzt also die Flagge Somalias…


Überblick am Vormittag

  • In ganz Australien fanden am Samstag Kundgebungen zu #BlackLivesMatter und Flüchtlingsrechten statt. Bei vielen gab es zahlreiche Verstöße gegen die strengen Corona-Vorschriften.
  • Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt sagte, die mexikanische Hauptstadt werde nächste Woche die Beschränkungen für den Autoverkehr und den öffentlichen Verkehr aufheben und 340.000 Fabrikarbeitern die Wiederaufnahme der Arbeit ermöglichen, obwohl immer noch neue Fälle von Coronavirus auftreten.
  • Neuseeland hat seit 22 Tagen keine neuen Fälle von Covid-19 mehr registriert. Nach der Genesung einer Frau aus Auckland am Montag sind in Neuseeland keine aktiven Fälle von Covid-19 bekannt, und niemand liegt mit dem Virus im Krankenhaus.
  • Der US-Experte für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte, die Wahlveranstaltungen von US-Präsident Donald Trump seien „eine Gefahr“ und „riskant“. Er forderte die Teilnehmer auf, eine Maske zu tragen und Händedesinfektionsmittel zu verwenden. (Quelle: The Guardian, 13.02.20)

Indien meldeten größten Anstieg

Indien hat den größten Eintagesanstieg bei Coronavirus-Infektionen gemeldet: 11.458 bestätigte Infektionen erhöhen die Gesamtzahl nach offiziellen Angaben auf über 300.000.

Die Fallzahlen in Indien nehmen stetig zu – trotz eines landesweiten Lockdown, der Ende März begann, allerdings inzwischen gelockert wurde.

Trotz der steigenden Fälle verbessert sich die Genesungsrate. Mehr als 147.000 Menschen haben sich erholt, teilte die indische Regierung am Freitag mit. Indien hat demnach 145.779 aktive Fälle und 8.884 Todesfälle. (Quelle: The Guardian, 13.02.60)



Hannover: Zeugnisübergabe im Autokino

Trotz der corona-bedingten Einschränkungen müssen die Absolventen der International School Hannover nicht auf ihre Abschlussfeier verzichten: Im Autokino auf dem Schützenplatz erhalten sie heute Vormittag ihre Zeugnisse.
Vermutlich sei es die erste Drive-in-Graduation in Deutschland, teilte die Schule mit. Möglich mache dies der Veranstalter Hannover Concerts, der Technik sowie Personal zur Verfügung stelle. Erwartet werden 150 bis 200 Fahrzeuge. Die 50 Absolventinnen und Absolventen sollen mit Abstand auf der riesigen Bühne stehen, tragen Roben und schwenken am Schluss der Veranstaltung ihre Doktoranden-Hüte. (Quelle: NDR, 13.06.20)


Niedersachsen: Keine Pläne für landesweite Strand-App

Eine Strand-App zur Vermeidung überfüllter Badeorte, wie es sie unter anderem im schleswig-holsteinischen Scharbeutz gibt, ist in Niedersachsen als landesweites Projekt bisher nicht geplant. Das sagte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Im Hinblick auf die Sommerurlaubssaison zeigt sich das Ministerium optimistisch. Die Lockerungen für den Tourismus seien gerade noch rechtzeitig gekommen. Es gebe „eine gute Buchungslage“. Insbesondere naturnahe Ziele und Angebote für Radfahrer und Wanderer seien gefragter als sonst. (Quelle: NDR, 13.06.20)



Vor dem Start: Corona-Warn-App

Die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App sind nach ausführlichen Tests zuversichtlich, dass die geplante Entfernungsmessung per Bluetooth-Funk auch im Alltag funktionieren wird. „Inzwischen sind wir überzeugt, dass wir eine gute Lösung haben, mit der man starten kann – auch wenn wir wissen, dass sie nicht perfekt ist“, sagte SAP-Manager Jürgen Müller der Deutschen Presse-Agentur.

Die offizielle deutsche App wird in der folgenden Woche verfügbar sein (mehr…). Sie setzt auf Smartphone-Schnittstellen von Apple und Google auf und wurde von SAP und der Deutschen Telekom entwickelt. Die Corona-Warn-App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind – und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. „Das Ziel ist, dass Millionen teilnehmen“, sagte Müller. (Foto: CC s.unten; Text-Quelle: Tagesspiegel, 13.06.20)



OVG-NRW: „eigentlich auch regulärer Unterrichtsbetrieb“

Nach der neuen Coronabetreuungsverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (OVG-NRW), die ab Montag gilt, müsse in den Klassenräumen kein Mindestabstand von 1,50 Meter mehr eingehalten werden. Das gelte für alle Schulen, auch für weiterführende, sagte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Münster am Freitag (12.06.202). Deshalb könne eigentlich auch in den weiterführenden Schulen regulärer Unterricht stattfinden, rechtlich spreche nichts dagegen, es sei eine Frage der Organisation. Im Gegensatz dazu will das Schulministerium , dass nur die Grundschulen ab kommenden Montag (15.06.2020) wieder in den Regelbetrieb zurückkehren, nicht aber die weiterführenden Schulen.

Anlass für das Oberverwaltungsgericht, sich mit der Schulfrage zu beschäftigen, war unter anderem die Klage einer Familie aus Euskirchen. Sie hat zwei Kinder auf dem Gymnasium und verlangt, dass die wieder ganz normal zur Schule gehen dürfen, sie hätten ein Recht auf Bildung. Dieser Argumentation folgte das Gericht nicht. Aber die Richter sehen auch keinen Grund, warum es ab Montag nicht auch an weiterführenden Schulen wieder regulären Unterricht geben sollte (Az 13 B 779/20 NE; PM) (Quelle: OVG/WDR, 13.06.20)


Rückholaktion: Rechnungen des Auswärtigen Amtes „kommen bald“

Die Rückholaktion, mit der das Auswärtige Amt nach Ausbruch der Corona-Pandemie rund 250.000 Deutsche aus dem Ausland heimgeflogen hat, war in der Geschichte Deutschlands ohne Beispiel. Nun sollen dafür die Betroffenen „bald“ die Flugrechnungen erhalten.

Jetzt so viele Rechnungen für die Zurücjgeholten auszustellen, sei ein enormer Aufwand, entschuldigt das Ministerium seine bisherige Untätigkeit. Doch bald soll es soweit sein: „In den nächsten Tagen und Wochen“ würden „die Betroffenen informiert, hieß es aus dem Amt auf Anfrage der ARD.

Außenminister Heiko Maas hatte vor Kurzem gesagt: „Das ist auch nötig – aus Gleichbehandlungsgrundsätzen, weil wir bei der Rückholaktion auch mit privaten Anbietern zusammengearbeitet haben. Diejenigen, die mit kommerziellen Fluggesellschaften geflogen sind, mussten ihre Tickets auch bezahlen.“

Fällig soll eine Pauschale werden. Die richtet sich nach der Entfernung, nach vergleichbaren Durchschnittspreisen für ein Economy-Ticket und nach den Kosten ähnlicher Rückholaktionen anderer EU-Länder, wie das Auswärtige Amt erklärte. Ob die tatsächlich entstandenen Kosten gedeckt sind, spielt demnach keine Rolle.
(Quelle. Tagesschau, 13.06.20)


Münsterland-Zahlen

Im Münsterland ist die Zahl der amtlich bestätigten akut Corona-Infizierten (Stand 12.06.2020, 12.40 Uhr) im Vergleich zu Mittwoch unverändert. 84 Menschen gelten aktuell als infiziert.
Seit dem Ausbruch der Pandemie sind im Münsterland 4.541 Fälle durch Tests nachgewiesen worden. 4.280 Menschen sind inzwischen wieder gesund. 177 sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. (Quelle: WDR, 13.06.20)


Polen hat Grenze wieder geöffnet

Nach knapp drei Monaten hat Polen n der Nacht zum Samstag seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern iwieder geöffnet. Dies bedeute, dass es auch keine Fieber-Kontrollen und keine Quarantänepflicht für Einreisende aus der EU mehr gebe, sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes am Samstag laut Nachrichtenagentur PAP. „Wir kehren zum freien Reisen zurück.“ (Quelle: FAZ, 13.06.20)


USA-Bundesstaaten mit mehr Corona-Infizierungen

Angesichts anhaltender Corona-Neuinfektionen hat die US-Gesundheitsbehörde CDC alle Bewohner des Landes dazu aufgerufen, die Situation weiter ernst zu nehmen. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, sagte der bei der CDC für Infektionskrankheiten zuständige Jay Butler am Freitag bei einer telefonischen Pressekonferenz.

Wie die „New York Times“ berichtet, verzeichneten mit Florida und Texas zwei der bevölkerungsreichsten US-Bundesstaaten in dieser Woche auch den höchsten Anstieg an Neuinfektionen seit Beginn der Krise. Auch neue strikte Ausgangsbeschränkungen „könnten wieder nötig werden“, so CDC. Das müsse auf lokaler Ebene je nach Infektionsgeschehen entschieden werden.

CDC-Direktor Robert Redfield rief alle US-Amerikaner dazu auf, sich weiter an Abstands- und Hygieneempfehlungen zu halten. „Wir machen echte Fortschritte, aber es bleibt noch viel Arbeit.“

Am Freitag hatte die CDC einen Anstieg der Corona-Infektionen binnen eines Tages um 21.744 auf nunmehr insgesamt 2.016.027 Fälle gemeldet Die Zahl der Corona-Toten in den USA erhöhte sich demnach um 947 auf 113.914.
(Quelle: Tagesschau, 13.06.20)


Nicht vorbei:
Behörden in Peking riegeln wegen neuer Corona-Fälle elf Wohngebiete ab

Wegen mehrerer neuer Corona-Infektionsfälle haben die Behörden in Peking elf Wohngebiete abgeriegelt. Auch neun Schulen und Kindergärten seien geschlossen worden, sagten Behördenvertreter am Samstag bei einer Pressekonferenz in der chinesischen Hauptstadt. Die insgesamt sieben Neuinfektionen stehen demnach im Zusammenhang mit einem Fleischmarkt.

Sechs der Neuinfektionen seien am Samstag registriert worden, hieß es auf der Pressekonferenz. Sie alle stünden in Zusammenhang mit dem Xinfadi-Fleischmarkt. Dessen Chef sagte der staatlichen Webseite Beijing News, das Virus sei auf Schneidebrettern nachgewiesen worden, auf denen importierter Lachs verarbeitet wurde. Wie die Zeitung „Beijing Daily“ berichtete, nahmen große Supermarktketten wie Wumart und Carrefour in der Nacht zum Samstag sämtliche Lachsprodukte aus ihrem Sortiment.

45 von bislang 517 untersuchten Personen, die den Markt Xinfadi besucht hätten, seien positiv getestet worden, teilten die Behörden am Samstag mit. Der Markt sei einstweilen geschlossen worden. Für den Stadtbezirk Fengtai seien Notstandsmaßnahmen verfügt worden. 10.000 Händler und Beschäftigte des Marktes sollen getestet werden. Zur Eindämmung des Virus verboten die Behörden zudem umgehend Sportveranstaltungen und Reisen in andere Provinzen. Wegen der neuen Fälle wurden die Pläne fallengelassen, die Grundschulen in Peking für Erst- bis Drittklässler am Montag wieder zu öffnen.

Bereits am Freitag hatten die Behörden zwei Märkte in Peking geschlossen, die einer der Infizierten besucht hatte. Reporter berichteten von einem massiven Polizeiaufkommen vor den Märkten.

Am Donnerstag hatten die Behörden in Peking erstmals seit zwei Monaten wieder einen Corona-Infektionsfall festgestellt. Der Infizierte hatte Peking laut offiziellen Angaben in den vergangenen Wochen nicht verlassen.

China, das Ursprungsland des neuartigen Coronavirus, hatte die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 durch strikte Ausgangsbeschränkungen weitgehend unter Kontrolle gebracht. Bei der Mehrzahl der Fälle in den vergangenen Monaten handelte es sich um Ausländer, die bei ihrer Rückkehr nach China positiv getestet wurden. (Quelle: Tagesspiegel, 13.06.20)


Brasilien ist der neue COViD-19-Brennpunkt: 41.800 Tote

Das vom rechtsgerichteten Präsidenten Bolsonaro regierte Brasilien ist der neue Brennpunkt der Corona-Pandemie. Am Freitag überholte das südamerikanische Land Großbritannien bei der Zahl der COViD-19-Todesfälle. Mit mehr als 41.800 Todesfällen steht Brasilien nun an Platz zwei der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt nach den USA.

Mehr als 900 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Brasília mit. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich auf fast 829.000. Experten gehen allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. Demnach könnte die tatsächliche Zahl der Infektionsfälle zehn bis 15 Mal so hoch liegen wie in den offiziellen Statistiken angegeben.

(Quelle: Tagesspiegel, 13.06.20)


Deutschland-Zahlen

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 348 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 186.022 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete. 8.781 mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach in Deutschland. Etwa 171.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
In Niedersachsen sind offiziell 12.922 Infektionen festgestellt worden. 613 Menschen starben an CoVid-19 und 11.83 gelten als genesen. (Quelle: RKI, 13.06.20)


Starker Anstieg in der Türkei

In der Türkei sind binnen 24 Stunden 1195 Corona-Fällle gemeldet worden – damit überstieg die Zahl der Neuinfektionen erstmals die Marke von 1000. Knapp zwei Wochen lang hatte sie bei etwa 800 oder 900 gelegen. Insgesamt haben sich in dem Land bislang 175.218 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der Todesfälle stieg um 15 auf 4778.

Vor zwei Wochen hatte die türkische Regierung weitreichende Lockerungen genehmigt: Restaurants, Cafés, Fitnessstudios, Parks, Strände und Museen dürfen seit dem 1. Juni wieder öffnen. Am ersten Wochenende nach dem Inkraftreten der Lockerungen waren viele Menschen an der Küste und in Parks unterwegs, häufig ohne Mundschutz.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca teilte mit, „der falsche Optimismus“ ermögliche es dem Virus wieder, sich auszubreiten. Er forderte die Öffentlichkeit auf, Mundschutz zu tragen und sich an die Abstands- und Hygiene-Empfehlungen der Regierung zu halten. (Quelle: ARD, 13.06.20)


Fußball: Vietnam mit Publikum, Italien mit Geisterspielen

Vietnam war das erste Land, in dem Fußballfans wieder Spiele sehen konnten. Das Spitzenspiel zwischen Ha Tinh und Ha Noi musste wegen Überfüllung abgebrochen werden. und fortgesetzt, als niemand verletzt zu sein schien. Tausende Fans standen auf der Laufstrecke rund um das Spielfeld. In Vietnam wurden 333 Fälle von Covid-19 bestätigt, wobei keine Todesfälle verzeichnet wurden.

In der Zwischenzeit kehrte der italienische Fußball heute Abend nach 96 Tagen mit Gesterspielen zurück. Das Rückspiel der Coppa Italia im Halbfinale zwischen dem AC Mailand und Juventusfand fand in Turin statt (Endstand: 0:0). Die oberste heimische Liga, die Serie A, wird am 20. Juni wieder aufgenommen. (Quelle: The Guardian, 12.06.20)



Zusammenfassung am Abend

  • Hillary Clinton hat Präsident Trump dafür kritisiert, dass er am kommenden Freitag in Tulsa, Oklahoma, eine Kundgebung plant, obwohl er weiterhin Bedenken hinsichtlich der Coronavirus-Pandemie hat. Die ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidatin verurteilte Trump, weil er die Teilnehmer der Versammlung gebeten hatte, einen Haftungsausschluss in Bezug auf die Risiken einer möglichen Ansteckung mit dem Virus zu unterzeichnen.
  • Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskiy hat persönliche Treffen und Besuche abgesagt und wird seine Kontakte auf einen engen Kreis beschränken, nachdem seine Frau positiv auf Coronavirus getestet wurde. Olena Zelenska sagte, sie habe positiv auf Coronavirus getestet, aber ihr Mann und ihre beiden Kinder seien negativ getestet.
  • Italien: Ministerpräsident Giuseppe Conte wurde am Freitag von Staatsanwälten drei Stunden lang befragt, die mutmaßliche Versäumnisse staatlicher Behörden untersuchen, zwei Städte der Lombardei zu Beginn der Coronavirus-Pandemie unter Quarantäne zu stellen.
  • Muttermilch hat laut WHO keine Verbindung zur Ausbreitung des Coronavirus. Stillende Mütter scheinen Covid-19 nicht an ihre Säuglinge weiterzugeben, sagte ein Experte der Weltgesundheitsorganisation. Neue Mütter, die mit dem Virus infiziert sind, sollten im Allgemeinen weiter stillen, wenn sie dies wünschen und nicht von ihren Babys getrennt werden sollten.
  • Deutschland und Frankreich werden am Montagabend die Grenzkontrollen mit ihren Nachbarn beenden, die sie vor drei Monaten eingeführt hatten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen.
  • Laut türkischer Ärztekammer sind die Sperrmaßnahmen wegen der Coronaviren zu früh gelockert worden. Die oberste medizinische Vereinigung des Landes kritisierte die Entscheidung, die Beschränkungen für Coronaviren zu lockern, und sagte, dass die Wissenschaft die Schritte nicht unterstütze. Sie seien zu früh gekommen, weil das Land die erste Welle der Pandemie noch nicht überwunden hatte.
    Knapp zwei Wochen lang hatte die Zahl der Neuinfektionen bei etwa 800 oder 900 gelegen. Insgesamt haben sich in dem Land bislang 175.218 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der Todesfälle stieg binnen 24 h um 15 auf 4778.
  • Die Todesfälle durch Coronaviren in Neu-Delhi sind fast doppelt so hoch wie offizielle Zahlen zeigen, heißt es aus Indien. Inzwischen hat der Subkontinent Großbritannien mit der vierthöchsten Anzahl von Fällen weltweit überholt.
  • Der französische Präsident Emmanuel Macron wird den britischen Prinzen Charles treffen, wenn er nächste Woche London besucht, seine erste Auslandsreise seit der Coronavirus-Krise.
    (Quelle: The Guardian, 12.06.20)

Trump jetzt mit Haftungsausschluss

Wer an Präsident Trumps Wahlveranstaltungen teilnehmen will, muss sich registrieren lassen- Die Einladung von Präsident Trump zu diesen Kundgebungen enthält jetzt einen Haftungsausschluss für Coronaviren, so CNN.


UN: Sorge um gestrandete Seefahrer

In der Coronavirus-Krise machen sich die Vereinten Nationen Sorgen um Hunderttausende auf den Weltmeeren gestrandete Seefahrer. Aufgrund von Reisebeschränkungen hätten Hunderttausende der insgesamt rund zwei Millionen Seefahrer weltweit seit bis zu 15 Monaten ihre Schiffe nicht verlassen können, sagte UN-Generalsekretär António Guterres laut Mitteilung in New York. Das sei „eine sich vergrößernde humanitäre Krise und eine Sicherheitskrise“. Guterres rief alle Länder dazu auf, die Arbeit der Seefahrer als systemrelevant anzusehen und sicherzustellen, dass Crews sicher ausgetauscht werden könnten. (Quelle: ARD, 12.06.20)


Stadt Braunschweig genehmigt Deutsche Leichtathletikmeisterschaften

Die eigentlich für voriges Wochenende geplanten deutschen Leichtathletik-Meisterschaften dürfen nun definitiv am 8. und 9. August in Braunschweig stattfinden. Die Stadt genehmigte nach Angaben des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) die Veranstaltung. Zuschauer sind bei den Titelkämpfen nicht zugelassen. Der Verband hatte für die Meisterschaften ein Hygienekonzept erarbeitet, angepasst an die Anforderungen in Niedersachsen. „Wir verfolgen natürlich die aktuellen Lockerungen, und wenn eine Möglichkeit besteht, planen wir Wettbewerbe der Mittel- und Langstrecke ein“, sagte DLV-Präsident Kessing. Bisher sind nur Laufwettbewerbe bis 800 Meter in getrennten Bahnen vorgesehen. Das hatte Kritik hervorgerufen. (Quelle: ARD, 12.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 12.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Todesfälle und keine Neuinfektionen im Emsland. Die Emsland-CoViD-19-Zahl bleibt damit bei 458 Infektionen; das sind 141,2 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 421 (+/-0) Infizierte gelten als genesen. Akut sind damit 12Menschen (- 2) infiziert, und ca 100 Emsländer*innen (+/-0) befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Neuen Zahle gibt es für Lingen (Ems) (76/72/4). In unserer Stadt gibt es keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0
Samtgemeinde Freren 50 36 9
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1
Stadt Haselünne 32 32 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1
Stadt Lingen (Ems) 76 72 (+1) 4
Stadt Meppen 72 67 4
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0
Stadt Papenburg 34 30 2
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0
Samtgemeinde Sögel 7 6 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1
Einheitsgemeinde Twist 19 17 2
Samtgemeinde Werlte 14 14 0
Gesamt* 458 421 25
Aktuelle Covid-19-Fälle  

12


Russland-Zahlen

Russland hat bei der Zahl registrierter Corona-Infizierter die Marke von 500.000 überschritten. Am Donnerstag kamen innerhalb eines Tages mehr als 8700 neue Fälle hinzu, wie die Behörden in Moskau mitteilten. In dieser Größenordnung bewegt sich die Zahl der Neuinfektionen bereits seit mehreren Tagen. Kremlchef Wladimir Putin bezeichnete die Lage zuletzt als stabil. Das Land hat mit nunmehr 502.400 Infektionen die meisten Corona-Fälle in Europa. 6532 Patienten starben bislang mit dem Virus. (Quelle: ARD, 12.06.20)


258 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut 258 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185.674 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8763 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Etwa 171.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: Tagesschau, 12.06.20)


Corona-Angst und Konjunktursorgen: Dow Jones bricht ein

Eine düstere Konjunktureinschätzung durch die US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle haben die Anleger an der Wall Street in die Flucht getrieben. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial brach am Donnerstag um 6,90 Prozent auf 25.128,17 Punkte ein und fand sich damit auf dem Niveau von Ende Mai wieder. Dies war der größte prozentuale Tagesverlust auf Schlusskursbasis seit März.
Zwischenzeitlich wäre der Dow fast unter die Marke von 25.000 Punkten gesackt. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Ende um 5,89 Prozent auf 3002,10 Punkte nach unten.

Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hatte bereits zur Wochenmitte angesichts der schweren Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie klare Worte gefunden. Er sagte, dass ein erheblicher Teil der Jobverluste dauerhaft sein könnte. Hinzu kamen neue Infektionszahlen: In einigen südlichen US-Staaten wie Florida und Texas stiegen die Neuinfektionen wieder. (Quelle: TSP, 12.06.20)


Chile: Zahlen steigen immer weiter

Einhundert Tage nach Beginn der Pandemie hat Chile 154.092 bestätigte Fälle von Coronavirus und 2.648 Todesfälle gemeldet. Das südamerikanische Land ist mit einer Überlastung des Gesundheitswesens konfrontiert. „Es waren sehr harte 100 Tage“, sagte Gesundheitsminister Jaime Mañalich zur Presse und ergänzte: „Der Juni wird der härteste Monat im Kampf gegen die Krankheit sein.“

Chile meldete am 3. März die ersten Infektion mit dem Coronavirus, der von Reisenden verursacht wurde, die von Reisen nach Asien und Europa zurückgekehrt waren. Ab Mitte März hatte die Regierung drei Monate lang den Katastrophenzustand erklärt, ihre Grenzen und Sschulen geschlossen und Quarantänen für die am stärksten betroffenen Gebiete eingeführt. Mitte April verwies Präsident Sebastian Pinera auf eine „neue Normalität“ und einen Plan, die Chilenen wieder zur Arbeit und in die Schule zu bringen.


Beamtenbund für Verschiebung der Tarifrunde

Wegen der Corona-Krise und ihren wirtschaftlichen Folgen sollte nach Ansicht des Beamtenbundes dbb die in diesem Jahr anstehende Tarifrunde für den öffentlichen Dienst ins nächste Frühjahr verschoben werden. Die Tarifverträge für die Kommunen und den Bund laufen Ende August aus. „Wir fordern die Arbeitgeber auf, eine einvernehmliche Übergangslösung mit den Gewerkschaften zu finden“, sagte der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende des Gewerkschaftsdachverbands Beamtenbund und Tarifunion dbb, Kai Tellkamp. Voraussetzung für eine Übergangslösung sei ein konkretes Angebot der Arbeitgeber, das sich an der Inflationsrate orientieren könnte. (Quelle: NDR, 11.06.20)


Dominikanische Republik: Präsidentschaftskandidat infiziert

Dreieinhalb Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in der Dominikanischen Republik hat der Spitzenkandidat Luis Abinader, er und seine Frau seien positiv auf Coronavirus getestet. worden.Der Inselstaat ist mit 1 von 500 infizierten Menschen (=200/100.000) eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie in der Karibik und Lateinamerika betroffenen Länder und befindet sich weiterhin im Ausnahmezustand.

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sollen am 5. Juli stattfinden, nachdem sie aufgrund des Ausbruchs vom ursprünglichen Datum des 16. Mai verschoben wurden. Es wird erwartet, dass rund 7,5 Millionen Dominikaner ihre Stimme im In- und Ausland abgeben.

Laut einer Ende Mai veröffentlichten Meiungsumfrage liegt Abinader (Slogan: #Luis Contigo) mit 39% zwei Punkte vor dem Kandidaten der Regierungspartei Gonzalo Castillo. Wenn keiner der Kandidaten in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreicht, wird er am 26. Juli in eine Stichwahl geraten.

Abinaders Gegner waren unter den ersten, die ihm öffentlich eine schnelle Genesung wünschten. „Wir bitten Gott um seine schnelle Genesung und gute Gesundheit“, schrieb Präsident Danilo Medina auf Twitter. „Sie haben all unsere Unterstützung und Solidarität.“
(Quelle: The Guardian, 11.06.20)



Zusammenfassung am Abend

  • Die weltweite Zahl der Todesopfer durch Coronavirus steigt auf 460.000. Laut Johns Hopkins University (Baltimore, USA) liegt die Zahl in den Vereinigten Staaten bei 459.621. Die USA sind mit 113.407 das Land mit der höchsten Zahl an Todesopfern.
  • Brasilianische Beamte haben eine Vereinbarung mit Chinas Sinovac Biotech zur Herstellung seines Coronavirus-Impfstoffs in Sao Paulo angekündigt, wo im nächsten Monat Tests mit 9.000 Freiwilligen beginnen sollen.
  • Frankreichs Zahl der Todesopfer bei Coronaviren stieg am Donnerstag um 27 gegenüber einem durchschnittlichen täglichen Anstieg von 50 in den letzten 15 Tagen auf 29.346, die fünfthöchste Zahl der Welt. Am Mittwoch wurden 23 Todesfälle durch Covid-19 gemeldet.
  • Nach der Kritik an Polizisten, die im Einsatz keine Gesichtsmasken tragen, unter anderem von Anwälten, Demonstranten und dem Bürgermeister, hat das New Yorker Polizeidepartement eine bizarre Antwort gegeben und behauptet: „Wir können unsere Energie besser nutzen“.
  • Fast die Hälfte der in Bahrain entdeckten asymptomatischen Coronavirus-Träger birgt laut Untersuchungen der Coronavirus-Taskforce des Landes ein Risiko, das Virus auf andere zu übertragen.
  • Die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 in Italien betrug am Donnerstag 53 Verstorbene gegenüber 71 am Vortag. Unter Berufung auf die Zivilschutzbehörde des Landes stieg die Zahl der Todesopfer auf jetzt 34.167.
  • Vertreter und Experten der Europäischen Union fürchteten in einer Erklärung, dass es in Europa in den kommenden Wochen zu einer Zunahme von Coronavirus-Infektionen aufgrund der Massenproteste gegen Rassismus kommen dürfte, die sich auf dem gesamten Kontinent ausgebreitet haben.
    (Quelle. The Guardian, 22.06.20)

Gegen Corona mit Lungentransplantation

Chirurgen in Chicago haben einer jungen Frau mit schweren Lungenschäden durch das Coronavirus am vergangenen Freitag eine neue Lunge transplantiert . dies wurde heute bekannt. Nur wenige andere COVID-19-Überlebende in China und Europa haben Lungentransplantationen erhalten.

Die namenlose Patientin in Chicago ist in den Zwanzigern und war vor ihrer Operation im Northwestern Memorial Hospital fast zwei Monate lang an einem Beatmungsgerät und einer Herz-Lungen-Maschine. Das 10-stündige Verfahren war eine Herausforderung, da „das Virus ihre Lungen voller Löcher und fast mit der Brustwand verschmolzen hatte“, sagte Dr. Ankit Bharat, der die Operation durchführte.

Sie bleibt zunächst auf einem Beatmungsgerät angewiesen, ist aber inzwischen wieder in der Lage, mit ihrer Familie per Telefonvideo zu sprechen. Die behandelnden Ärzte sagen, dass ihre Chancen auf ein normales Leben gut sind. „Wir gehen davon aus, dass sie sich vollständig erholen wird“, sagte Dr. Rade Tomic, Ärztlicher Direktor des Lungentransplantationsprogramms des US-Krankenhauses.
(Foto: Lunge, 3D-Rekonstruktion AndreasHeinemann CC BY 2.5; Quelle: The Guardian, 11.06.20)


(11.06.20)


Indien mit starker CoViD-19 Zunahme

Indien meldete am Donnerstag fast 10.000 neue Coronavirus-Fälle, wobei die Gesundheitsdienste in den am stärksten betroffenen Städten Mumbai, Neu-Delhi und Chennai von den zunehmenden Infektionen geradezu überschwemmt wurden.

Indiens hat 286.579 bestätigte Fälle erreicht, der fünfthöchste der Welt, bei bestätigten 8.102 Corona-Todesfällen, davon 357 in den letzten 24 Stunden. Es wird allerdings angenommen, dass die tatsächlichen Infektionszahlen aufgrund begrenzter Tests höher sind.

Die entwicklung ist eingetreten, nachdem die Regierung nach mehr als zwei Monaten Lockdown die Wiedereröffnung von Restaurants, Einkaufszentren und Kultstätten in den meisten Teilen Indiens vorantrieb. U-Bahnen, Hotels und Schulen sind weiterhin geschlossen. (Quelle: The Guardian, 11.06.20)


Finnland öffnet Grenzen, nur nicht für Schweden

Finnland öffnet sich für Reisende aus dem Baltikum und dem Großteil Skandinaviens. Die Grenzkontrollen für den Straßen-, Flug- und Fährverkehr nach Estland, Lettland, Litauen, Norwegen, Dänemark und Island werden ab Montag aufgehoben, wie Innenministerin Maria Ohisalo bekanntgab.

Finnlands wichtigstes Nachbarland Schweden, das derzeit noch mit verhältnismäßig hohen Coronavirus-Zahlen fertig werden muss, bleibt dagegen außen vor: Die Lage bei den schwedischen Nachbarn sei leider so schlecht, dass die für das Land geltenden Beschränkungen noch nicht aufgehoben werden könnten, sagte Ohisalo. (Quelle: TSP, 11.06.20)


Russland führt neues Medikament ein

Russland hat sein erstes zugelassenes Medikament gegen die vom Coronavirus ausgelöste Atemwegserkrankung Covid-19 eingeführt. Die ersten Lieferungen der als Avifavir bekannten antiviralen Arznei seien an mehrere Krankenhäuser gegangen, teilte der russische Staatsfonds RDIF mit, der hinter dem Projekt steht. Sieben der über 80 russischen Regionen seien bereits beliefert worden, sagte RDIF-Chef Kirill Dmitriew. Weitere sollten folgen.

Der russische Staatsfonds RDIF hat Studien finanziert und ist zu 50 Prozent am Pharmaunternehmen ChemRar beteiligt, das Avifavir herstellt. Dmitriew sagte, mehr als zehn Länder hätten das Medikament bereits angefragt. Unlängst hatte der RDIF-Chef Reuters gesagt, ChemRar werde so viel von dem Mittel herstellen, um rund 60.000 Menschen pro Monat behandeln zu können.

In Russland ist mittlerweile mehr als eine halbe Million Menschen mit dem Virus infiziert, über 6500 Menschen sind im Zusammenhang damit gestorben. (Quelle: ARD, 11.06.20)



Corona-Warn-App kostet den Bund rund 20 Millionen Euro

Die Entwicklung der Corona-Warn-App des Bundes durch den Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom wird rund 20 Millionen Euro kosten. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa mit Verweis auf Regierungskreise. Dazu kommen noch 2,5 bis 3,5 Millionen Euro monatlich für den Betrieb von zwei Hilfshotlines der Deutschen Telekom für App-Anwender.

Die Kosten für die Software-Entwicklung bewegen sich damit am unteren Ende der von der Bundesregierung prognostizierten Größenordnung in Höhe eines „zweistelligen Millionenbetrags“. Bei den Kosten für die Callcenter müsse berücksichtigt werden, dass die Anwender nicht in langen Warteschlangen landen sollten. Außerdem wolle man den Service nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Türkisch zur Verfügung stellen.

Die sogenannte Tracing-App soll helfen, Infektionsketten leichter und schneller zu erkennen und nachzuverfolgen. Nach der Veröffentlichung der App soll die Anwendung in den kommenden Wochen immer wieder optimiert und aktualisiert werden.
(Foto CC s. unten; Quelle: Tagesschau, 11.06.20)


DIW will weiteres, milliardenschweres Konjunkturpaket

Deutschland braucht aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ein weiteres Konjunkturpaket. Rund 192 Milliarden Euro sollen demnach in den nächsten zehn Jahren investiert werden: etwa in Kitas und Ganztagsschulen, in Schlüsseltechnologien, Unternehmensgründungen, eine Entschuldung der Kommunen und eine Umstiegsprämie für Menschen, die vom Auto auf Fahrrad, Bus und Bahn wechseln. Ziel müsse ein digitaler, ressourcen- und klimaschonender Umbau der Industrienation sein, teilte das Institut mit.

Das vorgeschlagene Paket könne das jährliche Wachstum in den kommenden zehn Jahren um durchschnittlich 0,5 Prozent jährlich erhöhen, so das DIW. Zugleich werde die Beschäftigung um mehr als 800.000 Arbeitsplätze aufgebaut. Das von der Bundesregierung bereits beschlossene Konjunkturprogramm von 130 Milliarden Euro gehe zwar in die richtige Richtung, stabilisiere aber vor allem kurzfristig, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Das jetzt vorgeschlagene zweite Konjunkturpaket schaffe mehr Arbeitsplätze, als durch die Corona-Krise verloren gegangen seien. Durch höhere Steuereinnahmen finanziere es sich knapp zur Hälfte selbst.

Das Institut rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 8,1 Prozent schrumpft und im nächsten Jahr um 4,3 Prozent wächst. Eine zweite Corona-Welle würde die Prognose weiter trüben. (Quelle: DIW, 11.06.20)


Umweltministerin Schulze will Digitalisierungsschub für die Umwelt nutzen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SOD) hat mehr Nachhaltigkeit bei der Digitalisierung gefordert. Schulze stellte heute das Ergebnis einer Datenrecherche vor, die das Wuppertal-Institut und Ernst & Young im Auftrag des Bundesumweltministeriums durchgeführt haben. Auf dieser Grundlage zog das Ministerium eine Zwischenbilanz der Corona-Maßnahmen im Hinblick auf Umweltpolitik und Digitalisierung. Demnach hat die Pandemie erhebliche Folgen für beide Bereiche: Dazu gehören weniger Verkehr, mehr Datenvolumen und ein verändertes Einkaufsverhalten.

Laut der Datenanalyse ist der Personenverkehr während der Corona-Krise zurückgegangen, der Datenverkehr dafür um 10 Prozent gestiegen. Schulze will daher erreichen, dass Datenübertragung ressourceneffizienter wird. Der Digitalisierungsschub in Wirtschaft und Verwaltung müsse mit Blick auf den Energieverbrauch nachhaltig sein. Für die Umwelt biete die schnellere Digitalisierung während der Corona-Pandemie Chancen und Risiken. Man müsse nun durch kluge Politik die Chancen für den Umweltschutz nutzen.
(Foto: Svenja Schulze CC s unten im Mai-Archiv; Quelle: Tagesschau, 11.06.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 11.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Todesfälle aber zwei Neuinfektionen im Emsland. Die Emsland-CoViD-19-Zahl steht damit bei 458 Infektionen; das sind 141,2 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 419 (+/-0) Infizierte gelten als genesen. Akut sind damit 14 Menschen (+ 2) infiziert, und ca 100 Emsländer*innen (+/-0) befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Keine neuen Zahlen gibt es in Lingen (Ems) (76/71/4/1)

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0
Samtgemeinde Freren 50 36 9
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1
Stadt Haselünne 32 32 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0
Samtgemeinde Lathen 10 9 0
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1
Stadt Lingen (Ems) 76 71 4
Stadt Meppen 72 67 4
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0
Stadt Papenburg 34 29 2
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0
Samtgemeinde Sögel 7 6 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1
Einheitsgemeinde Twist 19 17 2
Samtgemeinde Werlte 14 14 0
Gesamt* 458 419 25
Aktuelle Covid-19-Fälle 14

Studie: „Blutwerte erlauben Prognose über Krankheitsverlauf“

Bei einer Covid-19-Erkrankung lässt sich anhand von zwei Typen von Abwehrzellen im Blut vorhersagen, ob ein Patient einen schweren Verlauf oder nur milde Symptome entwickelt.
Dies ergibt eine Studie an 40 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan. Die Befunde seien in Deutschland bei mehreren Patienten bestätigt worden, sagt Co-Autor Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen und Vizepräsident der Gesellschaft für Virologie. Mehrere Medien hatten zuvor über die im Fachblatt „EBioMedicine“ veröffentlichte Studie berichtet. (Quelle: Tagesschau, 11.06.20)


Merkel berät mit Chinas Regierungschef Li über Corona und Wirtschaft

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berät an diesem Donnerstag (10.00 Uhr) mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang über Konsequenzen aus der Corona-Krise. In der Videokonferenz soll es um die bilateralen Beziehungen, wirtschaftspolitische und internationale Themen gehen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert ankündigte.

Die Unionsfraktion und Menschenrechtspolitiker riefen die Kanzlerin dazu auf, sich für die Freiheiten in Hongkong stark zu machen, die durch Chinas Pläne für ein Sicherheitsgesetz in der chinesischen Sonderverwaltungsregion bedroht seien. (mehr und Quelle: Handelsblatt, 11.06.20)


Trump: „Laut und ungestüm und groß!“ Und dumm.

Erstmals seit mehr als drei Monaten will US-Präsident Donald Trump voraussichtlich am Freitag kommender Woche wieder eine Wahlkampfveranstaltung abhalten – trotz der andauernden Corona-Pandemie. Trump kündigte an, die erste Kundgebung werde es voraussichtlich am Freitagabend in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma geben. Weitere Veranstaltungen seien in Florida, Texas und Arizona geplant. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte mit Blick auf das Virus, man werde für die Sicherheit der Teilnehmer sorgen.

Der Kommunikationsdirektor von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, sagte dem rechten US-Sender Fox News, die geplanten Kundgebungen Trumps würden „laut und ungestüm und groß“ werden – anders als die Veranstaltungen des designierten Herausforderers der Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden. Murtaugh wies Kritik an Wahlkampfveranstaltungen des Präsidenten während der Pandemie zurück. Er sagte, Trump-kritische Medien hätten sich auch nicht daran gestört, dass bei den Protesten infolge des Todes des Schwarzen George Floyd Corona-Schutzmaßnahmen ignoriert worden seien. Trump bewirbt sich bei der Wahl im November um eine zweite Amtszeit.

(Foto: CC s. Mai-Archiv; Quelle: ARD, 11.06.20)


Überblick am Morgen

  • Laut einer aktuellen Zählung sind in Lateinamerika inzwischen 70.000 Pandemie-Todesfälle zu beklagen. Gestern meldete Mexiko einen Tagesrekord für bestätigte Infektionen. Brasilien, die größte Volkswirtschaft in der Region, ist nach wie vor das am stärksten betroffene Land Lateinamerikas; dort beträgt die Zahl der Todesopfer knapp 40.000. Dies ist die dritthöchste Zahl der Todesopfer weltweit nach den USA und Großbritannien.
  • Kuba wird alle Besucher auf Coronavirus testen, wenn es -wie geplant- wieder Touristen ins Land lässt. Die Urlauber sollen zunächst nur die Strandresorts belegen, sagte Premierminister Manuel Marrero Cruz am Mittwoch.
  • Mexiko-Stadt wird als Kernstück seines Plans zur Wiedereröffnung seiner Wirtschaft umfangreiche Tests durchführen, sagte die Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum. Der Plan weicht von der Strategie der mexikanischen Regierung ab, die weit verbreitete Tests als Verschwendung von Ressourcen bezeichnet hat. Das Ziel in der 9-Millionen Meropole ist, bis Juli etwa 100.000 Tests pro Monat durchzuführen und außerdem zu versuchen, neue Infektionen so schnell wie möglich zu erkennen und zu isolieren, sagte Sheinbaum. Am Mittwoch bestätigte Mexiko 4.883 Coronavirus-Fälle in einem neuen Tagesrekord.
    (Quelle: The Guardian, 11.06.20)

USA: Düstere Prognose

In den USA könnte bis September die Zahl der Menschen, die an den Folgen von Covid-19 gestorben sind, bei 200.000 liegen. „Selbst wenn wir keine zunehmenden Fälle haben, selbst wenn wir die Kurve flach halten, ist es realistisch, dass wir irgendwann im September 200.000 Tote erreichen werden“, sagte Ashish Jha, der Leiter des Harvard Global Health Institutes, in einem Interview dem Sender CNN. „Und das ist nur bis September. Die Pandemie wird im September nicht vorbei sein.“ Jha sagte, dass dies darauf zurückzuführen sei, dass die Vereinigten Staaten das einzige große Land seien, das die Beschränkungen zur Eindämmung des Virus gelockert habe, ohne zuvor das Fallwachstum auf ein kontrolliertes Niveau zu bringen. (Quelle: Tagesschau, 11.06.20)


Knapp zwei Wochen nach Pfingsten: Zah der Corona-Infektionen steigt

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 555 neue Corona-Infektionen gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185.416 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt.
8755 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 26 im Vergleich zum Vortag. Etwa 171.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: RKI, 11.06.20)


Burundi: Scheidender Ministerpräsident tot – CoViD-19 als Ursache vermutet

Der scheidende Präsident von Burundi ist an einer Krankheit gestorben, die von vielen als Covid-19 vermutet wird. Als Todesursache von Pierre Nkurunziza wurde in einer Regierungserklärung allerdings ein Herzinfarkt benannt. Der 55-Jährige sollte nach den Wahlen im vergangenen Monat im August zurücktreten.

Es ist unklar, wann der Politiker starb. In einer Regierungserklärung heißt es, der Präsident, ein begeisterter Sportbegeisterter, habe am Samstag an einer Partie Volleyball teilgenommen, sei jedoch in dieser Nacht krank geworden und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der Gesundheitszustand des ehemaligen Fußballspielers verbesserte sich am Sonntag, aber „überraschenderweise verschlechterte sich am Morgen des 8. Juni 2020 plötzlich sein Gesundheitszustand und er hatte einen Herzinfarkt“. Die Erklärung beschrieb Nkurunzizas Tod als „unerwartet“ und forderte die Menschen auf, ruhig zu bleiben. Sieben Tage Trauer wurden angekündigt.

Nkurunziza hatte sich geweigert, Corona-Beschränkungen in dem kleinen und armen afrikanischen Land aufzuerlegen, um Sportereignisse und politische Massenkundgebungen zu ermöglichen. Spekulationen über die Todesursache wurden durch unbestätigte Berichte angeheizt, wonach die Frau Nkurunzizas vor 10 Tagen mit Covid-19 nach Nairobi, der kenianischen Hauptstadt, geflogen wurde.

Den Behörden in Burundi wird vorgeworfen, die Bedrohung durch die Coronavirus-Pandemie, absichtlich heruntergespielt zu haben. (Quelle: The Guardian, 11.02.20)


Lage in Göttingen entspannt sich weiter – Schulen sollen Montag öffnen

Die Lage in Göttingen hat sich nach dem jüngsten Corona-Ausbruch weiter leicht entspannt. Der statistische Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Stadt und Kreis Göttingen innerhalb von sieben Tagen sei auf 31,43 gesunken, teilte ein Stadtsprecher heute mit.

Am Montag und Dienstag waren es noch 42,72 beziehungsweise 35,4. Ab einem Wert von 50 könnte es weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Stadt oder Kreis geben. Angesichts der Entwicklung sei es nun das Ziel, die Schulen ab Montag wieder zu öffnen, sagte der Sprecher. (Quelle: NDR, 11.06.20)


Keine CoViD-19-Patienten in den Emsland-Krankenhäusern

(Quelle: DIE ZEIT, 10.06.20)

 


Lufthansa vor tausenden Entlassungen

Bei der Lufthansa stehen offenbar Tausende Stellen auf der Kippe. Die Lufthansa bezifferte den rechnerischen Überhang auf 22.000 Vollzeitstellen, wie eine Unternehmenssprecherin nach einem Tarifgipfel der Lufthansa mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo und Verdi auf Anfrage sagte.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo betonte, sie sei bereit, bis zur außerordentlichen Hauptversammlung Ende Juni eine Lösung zu erreichen. Zugleich forderte sie: „Die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns müssen einen Kündigungsschutz bekommen und daran glauben, dass das Management endlich einen gemeinsamen Kurs geht.“ (Quelle: Tagesschau, 10.06.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte soll im Rahmen einer Untersuchung zu mutmaßlichen Fehlern der Behörden befragt werden. Die Staatsanwälte in Bergamo, der vom Virus am schlimmsten betroffenen Provinz Lombardei, werden auch den Gesundheitsminister und den Innenminister befragen.
  • Das US-amerikanisches Pharmaunternehmen Eli Lilly & Co hat heute erklärt, ein Medikament, das es speziell zur Behandlung von Covid-19 entwickelt hat, könne bereits im September zur Verwendung zugelassen werden. Der Chefwissenschaftler des Unternehmens sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass das erreicht werden könnte, wenn mit einer der beiden getesteten Antikörpertherapien alles gut läuft.
  • Prinz Joachim von Belgien wurde von den spanischen Behörden mit einer Geldstrafe von 10.400 Euro belegt, nachdem er zu einer Party in Cordoba gegangen war, wo er sich infiziert hatte. Joachim flog von Brüssel nach Madrid und reiste dann am 26. Mai nach Cordoba, um mit 27 anderen Gästen an der Party teilzunehmen und zwar zu einer Zeit, als solche Zusammenkünfte auf maximal 15 Teilnehmer beschränkt waren.
  • Frankreich dürfte in den kommenden Monaten 800.000 Arbeitsplätze verlieren, warnte der Finanzminister, da die Wirtschaft von den Auswirkungen der Sperrung betroffen ist. Bruno Le Maire sagte gegenüber einem Finanzausschuss im Parlament: „Nach unserer Einschätzung werden in den kommenden Monaten 800.000 Arbeitsplätze verloren gehen, was 2,8% der Gesamtbeschäftigung entspricht.“
  • Moskau wird im Mai 57% mehr Todesfälle melden als in den drei Vorjahren, wie ein führender russischer Radiosender berichtet hat. Wie bereits in St. Petersburg weisen diese Zahlen darauf hin, dass die Zahl der CoViD-19-Todesopfer in diesem Monat mindestens zweimal höher sein dürfte als die offiziellen Zahlen des Monats.
  • Um mindestens 6 % wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr schrumpfen, wobei der beispiellose Rückgang in Friedenszeiten und die „außerordentliche Unsicherheit“ durch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus-Ausbruchs verursacht sind, so die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
  • Die Fluggesellschaften werden aufgrund der Coronavirus-Pandemie, wie die International Air Transport Association (IATA) prognostiziert hat, voraussichtlich 84 Mrd. USD (65,9 Mrd. GBP) verlieren. Da die meisten Flugzeuge der Welt derzeit geparkt sind, sagte IATA, dass sich der Umsatz wahrscheinlich halbieren würde und von 419 Mrd. USD gegenüber 838 Mrd. USD im Vorjahr sinken würde.
  • China und Russland werden beschuldigt, Desinformationskampagnen innerhalb der Länder der Europäischen Union durchgeführt zu haben. Die EU-Kommission hat einen Plan zur Bekämpfung einer „großen Welle“ von Fakenews über das Coronavirus entwickelt. Die Europäische Kommission sagte, Russland und China führten „gezielte Einflussoperationen und Desinformationskampagnen durch. in der EU, in ihren Nachbarländern sowie weltweit.“
  • Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle von Coronavirus in Afrika hat laut WHO 200.000 überschritten. Nach Daten, die auch vom Africa Centers for Disease Control veröffentlicht wurden, meldeten 54 afrikanische Länder bis Mittwochabend insgesamt 203.899 Infektionsfälle, 5.530 Tote und 91.398 Genesungen.
  • Dänemark, das erste Land außerhalb Asiens, das die Sperrung von Coronaviren gelockert hatte, informierte am Mittwoch, die Verbreitung von Covid-19 habe sich seit dem Beginn der zweiten Phase der Lockdown-Lockerungen im vergangenen Monat nicht beschleunigt. Das nordische Land erlaubte im Mai Restaurants, Cafés und Einkaufszentren, iwieder geöffnet zu sein.
  • Die Asylanträge in Europa sind im April auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt gefallen, nachdem die Grenzen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen wurden. Dies zeigen die Zahlen der Europäischen Union. Die Zahl der Asylanträge ging im April auf 8.730 zurück, ein Rückgang von 86% gegenüber 61.421 im Februar.
  • Die US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) melden mit Stand Dienstag 1.974.000 bekannte Infektionsfälle, eine Zunahme von 17.376 zum Tag zuvor. Die Zahl der Toten sei um 950 auf 112.133 gestiegen.
    (Quelle: The Guardian, 10.06.20)

Bundestag und Bundesrat vor Sondersitzungen

Zur Verabschiedung der abgesenkten Mehrwertsteuer-Sätze soll es am 29. Juni Sondersitzungen von Bundestag und Bundesrat geben. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Abend. Das Kabinett will vor allem die steuerlichen Pläne aus dem 130-Milliarden-Euro schweren Konjunkturpaket in einer Sondersitzung am Freitag auf den Weg bringen. Kommende Woche wird dann der Bundestag darüber beraten.

Die Sondersitzung des Bundesrates ist notwendig, damit die von der großen Koalition geplante und auf sechs Monate befristete Mehrwertsteuersenkung am 1. Juli in Kraft treten kann. Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, soll der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von sieben auf fünf Prozent abgesenkt werden.

Die in der Koalition bereits verabredete Sondersitzung des Bundestages am 29. Juni würde dem Parlament mehr Beratungszeit kommende Woche ermöglichen, hieß es. (Quelle: Reuters, 10.06.20)


Chef von Galeria Karstadt Kaufhof verlässt den Konzern

Der angeschlagene Warenhausriese Galeria Karstadt Kaufhof muss mitten im Kampf um sein Überleben einen neuen Chef suchen. Vorstandschef Stephan Fanderl scheide aus dem Amt, teilten Galeria-Eigner Signa und der Warenhauskonzern mit. Die Trennung erfolge einvernehmlich. „Die Corona-Pandemie hat das wirtschaftliche Umfeld für den Handel massiv belastet“, erklärte Fanderl. Dies biete auch die „Chance auf eine Neuorientierung“. Vor diesem Hintergrund habe er sich mit Signa auf eine Auflösung seines Vertrags verständigt. „Die Neubesetzung der Geschäftsführung wird vom Aufsichtsrat zeitnah beraten und bestimmt“, teilte der Konzern mit.

Galeria Karstadt Kaufhof brechen in der Corona-Krise die Umsätze weg. Der Warenhaus-Riese hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dieses gilt als Vorstufe der Insolvenz, folgt den gleichen Regeln und mündet oft in ein reguläres Insolvenzverfahren. (Quelle: ARD, 10.06.20)


Bundesverfassungsgericht: Eilantrag abgewiesen

Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag einer Familie aus Bayern gegen die Schul- und Kita-Schließungen in der Corona-Krise abgewiesen. Die Kläger wiesen zwar nachvollziehbar auf die erheblichen Belastungen ihres Familien- und Berufslebens hin, heißt es in der Entscheidung. Angesichts der Gefahren für Leib und Leben müssten die Interessen der betroffenen Eltern und Kinder aber zurücktreten.

Im Eilverfahren wogen die Verfassungsrichter nur die drohenden Nachteile gegeneinander ab. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass der sofortige Wegfall sämtlicher Beschränkungen die größeren Risiken berge. Eine Rolle spielte auch, dass der Präsenzunterricht inzwischen stufenweise wiederaufgenommen wird und es Notbetreuungsangebote gibt.
(Foto: s. April-Archiv CC; Quelle: Tagesschau, 10.06.20)


Ukraine: Ausländer dürfen Babys von Leihmüttern abholen

Eltern aus dem Ausland dürfen nach einer wochenlangen Wartezeit wegen der Corona-Pandemie wieder in die Ukraine reisen, um ihre dort von Leihmüttern ausgetragenen Babys abzuholen. 31 Paare seien bereits eingereist und hätten ihre Neugeborenen getroffen, sagte die ukrainische Ombudsfrau für Menschenrechte, Ljudmila Denisowa. Unter anderem hätten Eltern aus Spanien ihre vor fünf Wochen geborene Tochter in die Arme schließen können.

Das Geschäft mit Leihmüttern floriert in der Ukraine. Die Ukraine ist eines der wenigen Länder, die gestatten, dass Ausländern diese Dienstleistung angeboten wird. Insgesamt warten derzeit 128 von Leihmüttern ausgetragene Babys in dem Land auf ihre Eltern. Die meisten von ihnen hätten bereits eine Einreisebewilligung erhalten und würden in den nächsten Wochen erwartet, sagte Deniswowa. (Quelle: Tagesschau, 10.06.20)


Pirna: Freiheitsstrafen für Gewalttäter

Trotz Versammlungsverbot demonstrierten am 13. Mai im sächsischen Pirna hunderte Bürger bei sogenannten „Spaziergängen“ gegen die Infektionsschutz-Verordnung. Dabei gab es auch Angriffe auf Polizisten. Am Mittwoch standen in einem beschleunigten Verfahren die ersten zwei von 30 „Corona-Krawallos“ (BILD) vor der Strafrichtern des Amtsgerichts.
Ein 36jähriger hatteeine Polizeisperre durchbrochen und mit der Faust einen Polizeibeamten in die Seite geschlagen, der kurz zuvor vom Mitangeklagten zu Boden gerammt worden war. Außerdem hatte der 36jährige eine Polizeibeamtin beleidigt.

Der in den letzten 10 Jahren siebenfach vorbestrafte wurde zu acht Monaten Haft auf Bewährung und 150 Sozialstunden verurteilt. Der wegen des Verwendens von verfassungsfeindlichen Kennzeichen (offenbar NS-Symbolen) vorbestrafte Mitangeklagte sollte nach dem Willen des Staatsanwalts mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen a 30 Euro davon kommen. Er forderte aber im gegensatz zu seinem Verteidiger wortreich Freispruch und erhielt sechs Monate Haft zur Bewährung und 1200 Euro Geldauflage;

Richterin Simona Wiedmer ging mit ihrem, noch nicht rechtskräftigen Urteil über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. „Ich möchte mit diesem Urteil ganz klar signalisieren, dass man seine Meinung äußern kann, dabei aber gesetzliche Regeln beachten muss“, sagt Wiedmer in der Begründung. Die Ereignisse der jüngsten Zeit bereiteten ihr große Sorge. Es könne nicht angehen, dass sich die lautesten Schreihälse durchsetzten. Sie hätte es deshalb gern gesehen, wenn die Polizei noch ein paar mehr der Gewalttäter zum Schnellverfahren bei ihr „abgeliefert“ hätte. Mit solchen Leuten sei genug diskutiert worden, das bringe alles nichts. Diesem Treiben müsse „Einhalt geboten“ werden, sagt sie. Wenn jeder seine eigenen Regeln mache, sei der Staat am Ende. Dessen Vertreter, insbesondere Polizei und Sanitäter, müssten respektiert werden.(Quelle: FAZ, 10.06.20)


Frankreich: Weniger zusätzliche Corona-Tote

Die Zahl der Todesopfer in Frankreich ist in den letzten 24 Stunden um 23 auf 29.319 gestiegen. Das liegt weit unter dem durchschnittlichen täglichen Anstieg von 53 in den letzten zwei Wochen. Die Gesamtzahl bleibt allerdings die fünfthöchste auf der Welt. Am Dienstag wurden 87 Todesfälle gemeldet.

Die Zahl der neu bestätigten Infektionsfälle stieg gleichzeitig um 545 auf 155.136, nachdem diese Zahl in den letzten drei Tagen unter der Schwelle von 500 geblieben war.

Die französische Regierung rechnet inzwischen wegen der Corona-Pandemie mit dem Verlust von 800.000 Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten. Das sind 2,8 Prozent aller Arbeitsplätze. Um der Krise zu begegnen, billigte das französische Kabinett ein umfassendes Corona-Krisenbudget. Der überarbeitete Haushaltsentwurf sieht Hilfen in Höhe von insgesamt 45 Milliarden Euro vor. Allein 18 Milliarden Euro sind für die Tourismusbranche vorgesehen. Weitere 15 Milliarden Euro sollen dem Luftfahrtsektor und acht Milliarden Euro den Autoherstellern zugute kommen.

Frankreichs Regierung will gleichzeitig den Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich am 10. Juli auslaufen lassen. Premier Édouard Philippe präsentierte einen entsprechenden Gesetzesentwurf . Allerdings: „Selbst wenn die Epidemie unter Kontrolle ist, ist sie noch nicht besiegt“, sagte Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye. Das Coronavirus zirkuliere immer noch im Land.

Der Gesetzesentwurf sieht daher eine Übergangsphase vor. Für einen Zeitraum von vier Monaten nach dem Ende des Gesundheitsnotstands behält der Premier die Befugnisse, Versammlungen einzuschränken oder den Zugang zu Transportmitteln und öffentlichen Räumen zu regeln. Strenge landesweite oder örtliche Ausgangsbeschränkungen können aber nur mit einem vom Parlament abgesegneten Gesetz wieder eingeführt werden.

(Quelle: The Guardian, Tagesschau, 10.06.20)


Niedersachsen meldet 104 Neuinfektionen

Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Neuinfektionen in Niedersachsen ist im Vergleich zum Vortag stark angestiegen. Das Gesundheitsamt meldete heute 104 neue Fälle, gestern waren es 32 gewesen. Mehr als die Hälfte der 104 Neuinfektionen wurden in der Region Hannover (+39) und in Cuxhaven (+23) registriert. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der bestätigten Covid-19-Erkrankungen auf 12.685. Als genesen werden 10.887 Menschen betrachtet. 611 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 316 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt. (Quelle: NDR, 10.06.20)


EU fordert Berichte von Onlineplattformen

Online-Plattformen wie Twitter und Facebook sollen nach Willen der EU-Kommission monatliche Berichte vorlegen, in denen sie aufzeigen, wie sie gegen falsche Informationen rund um die Corona-Pandemie vorgehen. Die Unternehmen sollen zum Beispiel darlegen, wie sie Nutzer auf Desinformation aufmerksam machen und Hinweise von Gesundheitsämtern und Behörden weiterverbreiten.

Sogenannte Fake-News könnten sowohl zu einer Gefahr für die Gesundheit der Menschen als auch für den sozialen Zusammenhalt werden. Solche Desinformationen würden auch von ausländischen Akteuren wie China oder Russland verbreitet, so der Vorwurf der EU.

(Quelle: ARD, 10.06.20)


Corona-Krise: Kündigungen bei Continental?

Der Autozulieferer Continental kommt infolge der massiven Auswirkungen der Corona-Krise aller Voraussicht nach nicht um betriebsbedingte Kündigungen herum. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir über Kündigungen sprechen müssen, ist sehr, sehr hoch“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ in einem internen Video. „Wir können aktuell keine Jobgarantien geben.“ Bei dem Dax-Konzern aus Hannover läuft bereits ein Stellenabbau wegen des allgemeinen Umbruchs in der Auto- und Maschinenbauindustrie, der möglichst sozialverträglich geschehen soll. (Foto Continental, Altes Werk Hannover via pixabay; Quelle: NDR, 10.06.20)


Kabinett lockert Einreiseverbot für Saisonarbeiter

Mit dem Stopp der Grenzkontrollen Deutschlands dürfen ab kommenden Dienstag auch Saisonarbeitskräfte aus anderen EU-Staaten und den assoziierten Schengen-Staaten wieder ohne Einschränkungen in die Bundesrepublik einreisen. Das Bundeskabinett stimmte einem entsprechenden Konzept des Landwirtschaftsministeriums heute zu.

Arbeitgeber müssen aber unverändert Hygienevorschriften bei der Beschäftigung der Arbeitskräfte einhalten.

Bisher galt, dass insgesamt höchstens 80.000 Saisonkräfte nach Deutschland einreisen dürfen, beispielsweise Erntehelfer. Das Kontingent wurde nur knapp zur Hälfte ausgeschöpft. Bis zum 3. Juni 2020 reisten laut Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner knapp 39.000 Saisonarbeitskräfte ein. (Quelle: Tagesschau, 10.06.20)


Kontrollen an deutschen Grenzen werden beendet

Vom kommenden Dienstag an soll an den deutschen Landesgrenzen wieder weitgehend Normalbetrieb herrschen. EU-Bürger können dann wieder ohne Kontrollen und ohne Quarantäne-Vorschriften einreisen – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterrichtete heute das Bundeskabinett über die geplanten Änderungen.

In fast allen Bundesländern besteht allerdings aufgrund einer Landesverordnung eine Verpflichtung zur Quarantäne bei Einreisen aus EU-Staaten, die eine Zahl von Neu-Infizierten von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tag aufweisen. Dies ist seit der vergangenen Woche in Schweden der Fall. Daher haben mehrere deutsche Bundesländer inzwischen Quarantänevorschriften für Rückkehrer aus Schweden erlassen. (Quelle: tagesschau, 10.06.20)


Ferngesteuertes Klavier

Premiere gelungen: Die Hochschule für Musik in Freiburg hat ausländische Studienbewerber erstmals mit Hilfe eines ferngesteuerten Klaviers geprüft. Wegen der Corona-Pandemie spielten drei Kandidaten aus China und Japan über das Internet vor, statt in Freiburg zu sein. Bei der Aufnahmeprüfung kamen sogenannte Disklaviere der Firma Yamaha zum Einsatz. „Ich war selbst verblüfft, wie gut es funktioniert hat“, sagte ein Sprecher der Musikhochschule. Bis auf einen „Schockmoment“, als die Verbindung für zwei Minuten unterbrochen war, habe die Übertragung ohne Störung funktioniert.

Die Disklaviere zeichneten das Spiel – unter anderem Stücke von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven – in Shanghai und Tokio auf und übertrugen es mit hochauflösenden Midi-Daten nach Freiburg. Dort gab ein weiteres Disklavier die Tastenbewegung mit einer sehr kurzen Verzögerung wieder, so dass die Jury einen analogen Klang bewerten konnte. Zudem gab es parallel eine Übertragung per Videostream. (Quelle: SWR, 10.06.20)


Dortmund: Corona-Ausbruch im Klinikum

Im Klinikum-Nord in Dortmund sind acht Mitarbeiter und vier Patienten positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte eine Sprecherin der Stadt einen Bericht der „Ruhr Nachrichten“.

Die Lage sei im Griff, betont eine Sprecherin der Stadt Dortmund. Es werden die üblichen Maßnahmen getroffen: Nachverfolgung der Kontakte, Tests und – soweit nötig – Quarantäne. (Quelle: RN, 10.06.20)


Brauereien: Leergut wird knapp

Zum Beginn des Lockdowns hatten sich zahlreiche Menschen mit Getränkekisten eingedeckt. Die leeren Pfandflaschen zurückbringen wollen viele Kunden aber offenbar nicht. Das wird für Brauereien nun zum Problem. „Angesichts der deutlich spürbaren Mehrverkäufe von Flaschenbier zum Frühsommer befürchten die Brauereien im Land Engpässe beim Mehrwegleergut“, sagte heute der Geschäftsführer des Brauereiverbandes NRW, Heinz Linden.

In der Corona-Krise würden die Menschen weniger ausgehen und dadurch mehr zu Hause trinken, so Linden. Viele Getränkehändler vermissten bei gleichzeitig steigender Nachfrage das Leergut. Ein Flaschennotstand besteht nach Einschätzung des Brauerverbands aber nicht. (Foto: Leergut, pixabay; Quelle: WDR, 10.06.0)


Bundesregierung hat Reisewarnung für Nicht-EU-Länder verlängert

Die Reisewarnung für Nicht-EU-Länder ist, wie angekündigt, bis Ende August verlängert worden. Das hat das Bundeskabinett heute beschlossen. Ausnahmen kann es für einzelne Länder geben, wo sich die Infektionszahlen gut entwickeln, das Gesundheitssystem leistungsfähig ist und Touristen auch dann nicht an der Rückreise gehindert werden, wenn dort eine Quarantäneregel besteht.

Für fast alle EU-Staaten sowie Island, Norwegen, die Schweiz, Liechtenstein und Großbritannien gelten ab Montag (15.06.2020) „nur noch“ Reisehinweise. Für Spanien und Norwegen gilt diese Regelung erst später – dort besteht derzeit noch ein Einreiseverbot.

Im Fall von Großbritannien werde der Reisehinweis „ein dringendes Abraten von Reisen dorthin enthalten“. Das sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Die verlängerte Reisewarnung gilt unter anderem für beliebte Reiseländer wie die Türkei, Ägypten oder Tunesien. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will in den kommenden Tagen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen, damit sein Land von der Warnung ausgenommen wird. (Quelle: WDR, 10.06.20)
ps: Wieviele deutsche Staatsbürger*innen sind in der Türkei eigentlich noch inhaftiert?


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 10.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Todesfälle und auch keine weiteren Neuinfektionen im Emsland. Die Emsland-CoViD-19-Zahl steht unverändert bei 456 Infektionen; das sind 140,5 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 419 (+ 2) Infizierte gelten als genesen. Akut sind damit 12 Menschen (- 2) infiziert, und ca 100 Emsländer*innen (+10) befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Keine neuen Zahlen gibt es in Lingen (Ems) (76/67/4/1).

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0
Samtgemeinde Freren 49 36 9
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1
Stadt Haselünne 32 32 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0
Samtgemeinde Lathen 9 9 0
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1
Stadt Lingen (Ems) 76 71 4
Stadt Meppen 72 67 4
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0
Stadt Papenburg 34 29 2
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 14 0
Samtgemeinde Sögel 7 6 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1
Einheitsgemeinde Twist 19 17 2
Samtgemeinde Werlte 14 14 0
Gesamt* 456 419 25
Aktuelle Covid-19-Fälle  

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Zusammenfassung am Morgen

  • Argentinien bestätigte am Dienstagabend (Ortszeit) mehr als 1.000 neue Fälle von Coronavirus an einem Tag. Damit ist die Zahl er Neuinfektionen nur wenige Tage nach der Ausweitung der Sperrmaßnahmen in der Hauptstadt Buenos Aires, dem größten Epizentrum des Virus, weiter angestiegen. Das argentinische Gesundheitsministerium verzeichnete in den letzten 24 Stunden 1.141 neue Fälle sowie 24 Todesfälle und erhöhte seine Gesamtzahl auf 24.761 Fälle und 717 Todesfälle seit Beginn des Ausbruchs Anfang März.
  • Am Dienstag (Ortszeit) meldeten 21 US-Bundesstaaten einen wöchentlichen Anstieg neuer Fälle von Covid-19. Arizona, Utah und New Mexico in der Woche bis Sonntag einen Anstieg von 40% oder mehr im Vergleich zu den vorangegangenen sieben Tagen.
  • Brasilien hat am Dienstag wieder die detaillierten Covid-19-Daten auf der offiziellen nationalen Website veröffentlicht, nachdem die rechtsgerichtete Bolsonaro-Regierung die Zahl der an CoViD-10 gestorbenen und Neuinfizierten am Wochenende entfernt hatte. Zu Wochenbeginn hatte ein Richter des Obersten Gerichtshofs angeordnet, die vollständigen Informationen wieder herzustellen.
  • Die WHO forderte neue Corona-Sperren in Pakistan. Die Weltgesundheitsorganisation forderte das Land auf, dass es „zeitweise“ Sperren wiedereinführen soll, um einem Anstieg der Coronavirus-Infektionen entgegenzuwirken, der durch die jügsten Lockerung der Beschränkungen durch das Land entstanden ist.
  • Die Infektionen in Südkorea nahmen erneut zu. Südkoreas Coronavirus-Fälle stiegen am Mittwoch nach zwei aufeinander folgenden Tagen mit weniger als 40 Fällen auf 50 neue Fälle. „Alle bis auf drei lokal übertragenen Fälle wurden aus der Metropolregion Seoul gemeldet“, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap.
  • Die Epidemie in Mexiko wird zunehmend unkontrollierter, warnt die Weltgesundheitsorganisation. Mexiko, wo die Gesamtzahl der bestätigten Fälle 120.000 überstieg und die Zahl der Todesopfer bei etwa 14.000 liegt, begann Anfang des Monats mit einer schrittweise Wiedereröffnung der Wirtschaft.
    (Quelle: The Guardian, 10.06.20)

Nicaragua: Ärzte nach Kritik entlassen

Medien in Nicaragua berichten, dass mindestens fünf Ärzte entlassen wurden, nachdem sie den Umgang der autoritären Regierung mit der Corona-Pandemie kritisiert hatten. Die Regionalvertretung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte äußerte sich besorgt über die Berichte, ebenso über mutmaßliche Drohungen gegen einen Radiosender, der sich ebenfalls kritisch geäußert hatte.

Die offiziellen Zahlen der Regierung unter Präsident Daniel Ortega und seiner Ehefrau Rosario Murillo sind noch relativ gering: Bisher liegen sie bei insgesamt rund 1460 Infektionen und 55 Todesfällen.

Die Opposition und Aktivisten zweifeln diese Statistik an und vermuten mindestens 5000 Fälle in Nicaragua und mehr als 1100 Todesopfer. (Quelle: Tagesschau, 10.06.20)


Düsseldorf Corona-Testprogramm in Kitas

Internationale Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen in der Frage, wie anfällig Kinder für eine Corona-Infektion sind und wie groß das Risiko ist, dass sie im Falle einer Erkrankung andere anstecken. Auch deutsche Institute beschäftigen sich mit der Rolle der Kinder bei der Pandemie – allerdings sind die Untersuchungen sind sehr aufwendig.

Die auch unter Experten strittige Frage, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Coronavirus spielen, wollen auch das Land NRW, die Stadt Düsseldorf und die dortige Uni-Klinik beantworten – mit einer bundesweit einmaligen Modell-Corona-Studie.
Vier Wochen lang werden in der Landeshauptstadt 5.000 Kinder und Erzieher in regelmäßigen Abständen getestet und insgesamt 40.000 Tests ausgewertet. Ziel ist es unter anderem auch, das Infektionsgeschehen nach der Wiederöffnung von Kitas zu erforschen. (Quelle: WDR, 10.06.20)


Deutschland-Zahlen

Die offiziellen Zahlen für Deutschland kommen vom Robert-Koch-Institut. Demnach wurden 318 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden registriert. Damit haben sich hierzulande bislang 184.861 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. 8729 Menschen starben an CoVid-19, das sind 18 mehr als am Vortag. (Quelle: RKI, 10.06.20)


Kinderbonus soll erst im Herbst kommen – in zwei Raten

Der als Teil des Konjunkturpakets vorgesehene Kinderbonus von 300 Euro für über 16 Millionen Kinder soll in zwei Teilbeträgen im Herbst ausgezahlt werden. Durch die Aufspaltung solle vermieden werden, dass womöglich Unterhaltsansprüche gefährdet würden, berichtete Reuters unter Berufung auf einen nicht genannten Regierungsvertreter. Daher würden voraussichtlich im September und Oktober mit dem Kindergeld zwei Teilbeträge von jeweils 150 Euro überwiesen. Die Kosten beziffert das Finanzministerium auf etwa 4,3 Milliarden Euro.

Der Bonus ist Teil des zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes, das vom Kabinett am Freitag in einer Sondersitzung auf den Weg gebracht werden soll. Die Verabschiedung im Bundestag ist für kommende Woche geplant. Die Bundesregierung verspricht sich vom Kinderbonus laut dem Reuters vorliegenden Gesetzentwurf einen zusätzlichen Schub, um die Wirtschaft nach dem Einbruch durch die Coronavirus-Krise wieder anzukurbeln. „Hierdurch wird gezielt und kurzfristig ein zusätzlicher gesamtwirtschaftlicher Nachfrageimpuls insbesondere durch Familien mit geringerem bis mittlerem Einkommen und mehreren Kindern zur Stärkung der Konjunktur geschaffen“, heißt es in dem Gesetzentwurf. Der Bonus wird von Sozialleistungen wie Hartz IV nicht abgezogen. (Quelle: Reuters), 10.06.20


USA: Infektionen in Nationalgarde nach Demo-Einsatz in Washington

In der US-Nationalgarde sind nach ihrem Einsatz bei Anti-Rassismus-Protesten in Washington Fälle der Ansteckung mit dem Coronavirus aufgetreten. Zur Zahl der Infektionsfälle wollte eine Sprecherin keine Angaben machen. Die Infektionen in der Washingtoner Nationalgarde wurden nach Angaben der Sprecherin festgestellt, nachdem die Truppe bei Protesten in der Nähe des Weißen Hauses im Einsatz gewesen war. Zwar trugen viele der Demonstranten Atemschutzmasken, jedoch nicht alle. Viele Mitglieder der Einsatzkräfte trugen keine Masken.

Die Mitglieder der Truppe seien vor und nach ihrem Einsatz bei den Protesten auf das Coronavirus getestet worden, sagte die Sprecherin. Die Nationalgarde der USA besteht aus Reservisten. Sie wurde zuletzt in vielen US-Städten eingesetzt, um die Ausschreitungen einzudämmen. In Washington waren 1700 Mitglieder der Nationalgarde mobilisiert worden.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Aktuell gibt es dort laut Johns-Hopkins-Universität (Baltimore) etwa zwei Millionen offizielle Infektionsfälle und fast 112.000 CoViD-19-Tote. (Quelle: NYT, 10.06.20)


Das Letzte für heute:

Böhmermann twittert: Eine besonders perfide Form von Polizeigewalt. Tja, was soll ich sagen? Recht hat er…


DGB Niedersachsen fordert landeseigenen Investitionsfonds

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat am Dienstag in Hannover einen landeseigenen Investitionsfonds zur Überwindung der Corona-Krise vorgeschlagen. Der Gewerkschaft zufolge könne der sogenannte NFonds Eigenkapital von rund einer Milliarde Euro aus Landesmitteln bekommen und dann etwa das Zehnfache an Anleihen aufnehmen, sagte DGB-Bezirkschef Mehrdad Payandeh.
Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften haben ein Konjunkturpaket entwickelt. Dieses sieht unter anderem einen Rettungsschirm für die Kommunen inklusive Altschuldentilgung, eine dauerhafte Erhöhung des Kurzarbeitergelds auf 80 beziehungsweise 87 Prozent, einen Härtefallfonds für Menschen in Existenznöten, die Erstattung von Kita-Gebühren bei Ausfall der Betreuung, eine bessere Ausstattung von Schulen und doppelt so hohe Investitionen in Krankenhäuser vor.(mehr und Quelle: NDR, 09.06.20)


Niedersachsen mit Corona-Clustern

Die Zahl der in den niedersächsischen Corona-Hotspots Göttingen und Langenhagen infizierten Menschen ist weiter angestiegen. In Göttingen seien inzwischen 171 Personen erkrankt, bei UPS in Langenhagen bei Hannover 118, teilte die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover mit. 145 Testergebnisse im Umfeld des betroffenen Verteilzentrums von UPS in Langenhagen stünden noch aus. Bislang hätten Stadt und Kreis Göttingen alles Nötige zum Eingrenzen des Infektionsgeschehens getan. Im Moment gebe es keinen Anlass für weitere Maßnahmen wie etwa die Rückkehr zu einem Lockdown in Göttingen.

Tests von Beschäftigten in der Fleischindustrie in Niedersachsen hätten bislang 155 Infektionsfälle aufgedeckt, sagte Schröder weiter. 14 153 Beschäftigte seien inzwischen getestet worden, insgesamt sollen 17 000 Beschäftigte untersucht werden. Zuletzt seien noch drei Fälle in Geflügelbetrieben in den Landkreisen Oldenburg und Vechta aufgedeckt worden. (Quelle: SZ, 09.06.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Die technische Leitung der Weltgesundheitsorganisation Covid-19 ging auf ihre Bemerkung zurück, dass eine asymptomatische Übertragung des Virus „sehr selten“ sei. „Ich denke, dass das war ein Missverständnis“, sagte Dr. Maria Van Kerkhove und ergänzte, dass 40% der Infektionen von Menschen ohne Symptome übertragen werden könnten.
  • Berichte über Gewalt gegen Frauen in ganz Lateinamerika, das bereits seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ein Hotspot für geschlechtsspezifische Gewalt sind, haben nach Angaben des International Rescue Committee stark zugenommen. Meghan Lopez, die Regionaldirektorin des IRC für Lateinamerika, sagte, einige Frauen und Mädchen seien 24 Stunden am Tag mit Tätern konfrontiert.
  • Die Welt sieht sich aktuell von einer Nahrungsmittelkrise bedroht, der schlimmsten seit 50 Jahren, warnen die UN. UN-Generalsekretär António Guterres sagte, sozialer Schutz für arme Menschen ist dringend erforderlich, da die drohende Rezession nach der Covid-19-Pandemie für diese die Grundnahrungsmittel unerschwinglich machen könnte.
  • Ein Richter am Obersten Gerichtshof in Brasilien hat die Regierung von Jair Bolsonaro angewiesen, die Veröffentlichung der vollständigen Covid-19-Statistiken wieder aufzunehmen. Die rechtsgerichtete Regierung hatte am Samstag Empörung ausgelöst, als sie die Website des Gesundheitsministeriums mit Daten zur Pandemie einschränkte und ankündigte, die Veröffentlichung der Zahl der Corona-Todesopfer oder die Anzahl der Infektionen einzustellen.
  • Fast jeder fünfte Iraner ist seit dem Ausbruch des Landes möglicherweise mit Coronavirus infiziert worden, sagte ein Gesundheitsbeamter. Dies bedeutete, dass das Virus „viel weniger tödlich war, als wir oder die Welt erwartet hatten“, sagte Ehsan Mostafavi, ein Mitglied der Taskforce zur Bekämpfung von Covid-19.
  • Gesichtsmasken bleiben auch nach dem Ende des spanischen Ausnahmezustands Covid-19 am 22. Juni in allen öffentlichen Bereichen obligatorisch. „Die Botschaft ist Vorsicht und Vorsicht“, sagte die spanische Regierungssprecherin. „Bis es einen Impfstoff oder eine Behandlung gibt, bleibt das Virus eine Bedrohung. Wir können nicht glauben, dass die Gefahr weg ist. „
  • Indonesien hat den größten täglichen Anstieg der Covid-19-Infektionen gemeldet. Das Gesundheitsministerium des Landes verzeichnete in den letzten 24 Stunden 1.043 neue Fälle, was einer Gesamtzahl von 33.076 entspricht. Es gab auch 40 neue Todesfälle, was die Gesamtzahl der Todesfälle auf 1.923 erhöhte.
  • Die USA melden 17.598 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus. 550 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit der Pandemie gestorben, teilt die Seuchenschutzbehörde CDC mit. Die Gesamtzahl der Infektionen steigt damit auf 1.956.421, die der Todesfälle auf 110.925.
    (Quelle: The Guardian, ARD, 09.06.20)

Niedersachsen: Kitas öffnen am 22. Juni im „eingeschränkten Regelbetrieb“

Der Notbetrieb in niedersächsischen Kindertagesstätten endet am 22. Juni. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) kündigte am Dienstag in Hannover an, dass die Kitas dann einen eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder anbieten müssen. Das könne etwa bedeuten, dass dafür das Angebot zeitlich begrenzt sei. Das sei das Ergebnis von Gesprächen mit den kommunalen Spitzenverbänden und Kita-Trägern. Umfangreiche Hygieneauflagen blieben aber bestehen.

Tonne betonte, dass wohl nicht alle Kinder sofort wieder betreut werden können. Entscheidend sei der Kurswechsel in der Corona-Verordnung, dass alle wieder betreut werden sollen. 20 bis 30 Prozent der Erzieher gehören dem Minister zufolge zur Corona-Risikogruppe. Deshalb sei es möglich, nicht ausgebildete Personen behelfsweise zur Betreuung der Kinder heranzuziehen. Das sei nicht optimal, sagte Tonne, aber zurzeit nicht anders möglich. Auch der Fachkraft-Kind-Schlüssel bleibe weiter ausgesetzt. Das heißt, dass eine Gruppe auch von weniger Erzieherinnen und Erziehern als üblicherweise nötig betreut werden kann. Der „Quasi-Regelbetrieb“ sei noch nicht zu vergleichen mit dem alten Normalbetrieb aus der Zeit vor der Corona-Epidemie.

Ursprünglich hatte Kultusminister Tonne eine Öffnung zum 15. Juni angekündigt. „Wir sind mit dem Termin der Bitte nach ausreichend Vorlauf nachgekommen“, sagte er am Dienstag. (Quelle: NDR, 09.06.20)


JVA Sehnde: Starb Gefangener an Corona? Justizministerium bestreitet.

Schwere Vorwürfe gegen die Justizvollszugsanstalt Sehnde. Am Montagnachmittag ist ein 43 Jahre alter Mann in dem Gefängnis in der Region Hannover gestorben, bei dem es einen Corona-Verdacht gegeben haben soll. Gegenüber NDR 1 Niedersachsen warfen Angehörige des Mannes der Anstaltsleitung vor, den erkrankten Gefangenen sich selbst überlassen zu haben. Die Frau sagte, der 43-Jährige hätte in ein Krankenhaus verlegt werden müssen. Stattdessen sei er in einem leer stehenden Haus untergebracht worden – und zu spät von einem Arzt untersucht worden.

Das niedersächsische Justizministerium wehrt sich gegen die Vorwürfe. Sanitäter und Ärzte hätten „regelmäßig nach dem Mann gesehen“. Zudem sei es dem Verstorbenen zwischenzeitlich besser gegangen. Eine Corona-Infektion werde außerdem ausgeschlossen. Es deute laut Ministerium nichts darauf hin, dass „der Mann vernachlässigt worden“ sei. Der Leichnam soll nun obduziert werden. Die Witwe will gegen die Anstalt vorgehen. (Quelle: NDR, 09.06.20)


Göttingen: 171 Infektionsfälle

Trotz gestiegener Infektionszahlen um das sog. Iduna-Hochhaus in Göttingen hat sich die Corona-Lage in der Region etwas entspannt. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Stadt und Landkreis innerhalb von sieben Tagen sei von zuletzt 42,72 auf 35,4 gesunken, sagte die örtliche Krisenstabsleiterin Petra Broistedt (SPD) am Dienstag. Ab einem Wert von 50 könnte es wieder Beschränkungen des öffentlichen Lebens geben. Von Montag auf Dienstag seien nur drei neue Infektionen hinzugekommen.

Die Zahl der in dem Hochhaus Infizierten ist dem Krisenstab des Landes zufolge unterdessen auf insgesamt 171 gestiegen. Darunter sind den Angaben zufolge 65 Kinder und Jugendliche. Rund ein Dutzend Testergebnisse – der bisher genommenen Proben – stehen Broistedt zufolge aus. Die Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen vorliegen.

Bis zum Ende der Woche bleiben wegen der Massen-Infektion fast alle Schulen und einige Kitas in Göttingen geschlossen. Seit Dienstag ist auch der Präsenzunterricht an den Berufsbildenden Schulen eingestellt. Zudem ist bei allen Sportvereinen der Trainings- und Wettkampfbetrieb in allen Mannschafts- und Kontaktsportarten untersagt. (Quelle: NDR, 09.06.20)


Düsseldorf: Restaurant „Meerbar“ nach Kontrolle geschlossen

Die bekannte Meerbar im Medienhafen in Düsseldorf wurde nach einer Corona-Party geschlossen. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, stellte der Ordnungs- und Servicedienst Düsseldorf (OSD) bei einem Kontrollgang am Samstagabend fest, dass rund 400 Personen im Restaurant gegen die Coronaschutzverordnung verstießen.
So tanzten laut Informationen der „RP“ zahlreiche Menschen in dem Restaurant dicht gedrängt zur Musik eines DJs. Weder die Gäste noch das Personal hätten sich an den Mindestabstand gehalten und trugen keine Mund-Nase-Bedeckung.
Der Geschäftsführer des Lokals weist die Vorwürfe der Stadt weitgehend zurück. Er sagte, dass die Meerbar lediglich versiegelt worden wäre, weil „die Betreiberfrage unklar gewesen“ sei. Diese sei nun aber geklärt. Die Meerbar werde wieder für Gäste öffnen, so Thalau weiter. Wie die „RP“ schreibt, muss er dennoch von einem Bußgeld in vierstelliger Höhe ausgehen. (Quelle: RP, 09.06.20)


Schweden meldet niedrigsten Infektionsanstieg

Schweden hat den niedrigsten täglichen Anzahl neuer Fälle von Corona seit März gemeldet, nachdem nur 202 weitere Personen als positiv auf das Virus getestet wurden.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes haben 45.924 Menschen im Land mit 10,2 Mio Einwohner*innen bisher positiv auf das Virus getestet, das die Covid-19-Atemwegserkrankung verursacht. 4.717 sind gestorben; am Dienstag wurden weitere 23 Todesfälle verzeichnet.

Die jüngsten Zahlen aus Schweden, das Coronavirus-Sperrungen zugunsten einer nur empfohlenen Beratung im Bereich der öffentlichen Gesundheit ablehnte, wurden bekannt, als mehrere deutsche Bundesstaaten Reisende, die aus Schweden anreisen, für 14 Tage in Quarantäne schickten, da in Schweden die Zahl der Neuinfektionen in sieben Tagen 50 pro 100.000 Einwohner überschritten hat. Innerhalb Deutschlands soll dieses Infektionsniveau in einer Region Maßnahmen der lokalen Behörden auslösen.

Bayern folgte heute drei Nordstaaten – Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen – bei der Verhängung der Quarantäne. (Quelle: AP, 09.06.20)


EU soll Beständen an kritischen Arzneimitteln und Ausrüstungen aufbauen

Die Staats- und Regierungschefs von sechs EU-Staaten haben den Aufbau von EU-Beständen an kritischen Arzneimitteln und Ausrüstungen sowie andere Maßnahmen gefordert, um die langfristige Widerstandsfähigkeit des vereinigten Europa gegenüber Krisen im öffentlichen Gesundheitswesen zu stärken.

Die EU mit 27 Staaten und Großbritannien haben rund 1,4 Millionen Corona-Fälle gemeldet, was etwa einem Fünftel der weltweiten Gesamtzahl entspricht. Auf dem Höhepunkt der Krise griffen viele EU-Staaten auf protektionistische Maßnahmen zurück und versuchten mit Handelshemmnissen, den Export medizinischer Geräte an ihre Nachbarn zu stoppen.

In einem gemeinsamen Papier, das am Dienstag an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, geschickt wurde, unterstützen die Staats- und Regierungschefs Dänemarks, Spaniens und Deutschlands sowie Frankreichs, Belgiens und Polens Vorschläge für eine gemeinsame Forschung und Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungen. (Quelle: The Guardian, 09.06.20)


Reisewarnung für 160 Länder außerhalb der EU soll bestehen bleiben

Die Bundesregierung will die Reisewarnung für die EU aufheben, aber für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängern. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen aber gegebenenfalls Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden, die bestimmte Kriterien erfüllen. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch einen entsprechenden Beschluss fassen.

Außenminister Heiko Maas hatte am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine Reisewarnung für Touristen für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisen gewarnt – und damit eine kostenlose Stornierung ermöglicht.

In der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett, die Reisewarnung am 15. Juni für 31 europäische Länder aufzuheben. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen erst später, weil dort noch Einreisesperren gelten.

Für diese Länder wird es künftig nur noch sogenannte Reisehinweise geben. Darin wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert. Das kann auch bedeuten, dass von touristischen Reisen abgeraten wird. Zum Beispiel bei Großbritannien soll das der Fall sein, solange dort noch eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden besteht.

Für die anderen mehr als 160 Länder soll die Reisewarnung nun zunächst pauschal bis zum 31. August verlängert werden. Gleichzeitig sollen aber Ausnahmen ermöglicht werden. In einem Kriterienkatalog dafür sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden.

Zu den betroffenen Ländern außerhalb der Europäischen Union zählen auch Hauptreiseländer der Deutschen, allen voran die Türkei als drittbeliebtestes Urlaubsland. (Quelle: dpa, 090.6.20)

 


Thüringen beendet verordnete Kontaktbeschränkung

Empfehlung statt Verordnung. Ab Samstag gibt es in Thüringen keine offiziellen Kontakbeschränkungen mehr. Das hat das Kabinett beschlossen.

In Thüringen werden die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen ab 13. Juni aufgehoben. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich empfohlen, sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen zu treffen. Diese hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. (Quelle: t-online.de, 09.06.20)


Masken schützen!


Überblick am Mittag

  • Die deutschen Exporte und Importe brachen im April ein und verzeichneten den größten Rückgang seit 1990. Grund sind die durch die Coronavirus-Krise gedrosselte Nachfrage und düstere Aussichten für Europas größte Volkswirtschaft.
  • Chinas Bildungsministerium warnt, dass chinesische Studenten überlegen sollten, ob sie in Australien studieren wollen, da in Zeiten von Corona eine Reihe von „Diskriminierungsvorfällen“ gegen Menschen asiatischer Herkunft gerichtet sind.
  • Indonesien hat den höchsten täglichen Anstieg der Covid-19-Infektionen gemeldet. Das Gesundheitsministerium des Landes verzeichnete in den letzten 24 Stunden 1.043 neue Fälle, was einer Gesamtzahl von 33.076 entspricht. Es gab auch 40 neue Todesfälle, was die Gesamtzahl der Todesfälle auf 1.923 erhöhte.
  • Laut einer Studie, in der Satellitenbilder von Parkplätzen außerhalb großer Krankenhäuser und Suchmaschinendaten analysiert wurden, war Coronavirus möglicherweise bereits im August letzten Jahres in Wuhan vorhanden und verbreitete sich dort.
  • Russland hat in den letzten 24 Stunden 171 neue Todesfälle durch Covid-19 gemeldet, was die Gesamtzahl der Todesopfer auf 6.142 erhöht.
    (Quelle: The Guardian, 09.06.20)

Kuba: Ärzte und Pfleger*innen aus Italien zurück

Wie Helden wurden sie jetzt in Havanna empfangen: Nach rund zweieinhalb Monaten, in denen sie in der italienischen Region Lombardei ausgeholfen hatten, kehrten insgesamt 52 Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern in ihre Heimat Kuba zurück.

Die medizinische Brigade, bestehend aus 36 Ärzten, 15 Krankenschwestern/pflegern und einem Logistikspezialisten, traf am 22. März in Mailand ein, als Italien erst 53.578 bestätigte Fälle von Coronavirus und 4.825 Todesfälle gemeldet hatte.

Als die Zahl der Todesopfer in Italien weiter stieg, arbeiteten sie mit dem Gesundheitsdienst in der Lombardei zusammen, um schwerkranke und sterbende Patienten zu versorgen – trotz der Forderungen der USA, die medizinische Hilfe des kommunistischen Staates der Karibik abzulehnen.

Mehr als 3.300 kubanische Ärzte und Krankenhauspersonal haben sich medizinischen Brigaden angeschlossen, die inzwischen in die ganze Welt geschickt wurden, um Coronavirus-Patienten in 27 Ländern zu behandeln.

Präsident Migual Díaz-Canel persönlich überreichte den Helfern eine Medaille und eine rote Rose. Sie stünden „für den Sieg des Lebens über den Tod“, lobte er die Rückkehrer. Die Helfer müssen sich nun in eine 14-tägige Quarantäne begeben.
(Quelle: Tagesschau, 09.06.20)


Nigeria: Hotspot im Norden mit Hunderten Toten

Bis zu 600 Todesfälle in Kano, Nordnigeria, die meisten innerhalb einer Woche im April, wurden durch einen unentdeckten Ausbruch von Covid-19 verursacht. Das hat der nigerianische Gesundheitsminister Osagie Ehanire bekannt gegeben. Untersuchungen der Regierung hätten ergeben, dass 50-60% der 979 „mysteriösen“ Todesfälle mit dem Virus zusammenhängen.

Die Untersuchung begann, nachdem Berichte über Hunderte von Todesfällen in Nigerias zweitgrößter Stadt Alarm geschlagen hatten. Den Aussagen der Regierung lagen lediglich mündliche Mitteilungen zugrunde, weil keine Tests an Verstorbenen durchgeführt wurden bzw. werden konnten. Die meisten Toten wurden am nächsten Morgen nach religiöser Praxis in der mehrheitlich muslimischen Stadt beigesetzt.

Die offizielle Zahl der Todesopfer in Covid-19 in Nigeria von 361 wurde bisher nicht angepasst. In acht weiteren Bundesstaaten laufen Ermittlungen, in denen auch ungeklärte Todesfälle vorliegen.

Nigeria hatte zu Beginn seines Covid-19-Ausbruchs wichtige Schritte unternommen und aufgrund seiner Vorgeschichte mit Ebola und anderen Virusausbrüchen schnell Maßnahmen zur Virusreaktion ergriffen. Dennoch stiegen die Infektionen bisher kontinuierlich auf 12.800 Fälle; 4.040 Menschen haben sich erholt. Getestet wurden 78.000 Menschen. In Kano begannen jetzt in den letzten Tagen Community-Tests. (Quelle The Guardian, 09.06.20)


Konjunkturprogramm: Familienbonus wird nicht auf Hartz IV angerechnet

Das umfangreiche Konjunkturprogramm der CDU/CSU-SPD-Koalition enthält auch einen einmaligen Kinderbonus/Familienbonus von 300 Euro pro Kind. Dieser Bonus soll zusammen mit dem Kindergeld in den nächsten Monaten an alle Familien ausgezahlt werden. Ein Antrag ist dafür nicht notwendig.
Die Koalition verständigte sich auch darauf, dass der Bonus vom Jobcenter nicht bei Hartz IV/ Sozialhilfe Beziehenden angerechnet wird. Eine entsprechende Weisung soll die Bundesagentur für Arbeit an die Behörden herausgeben. Ein genauer Zeitpunkt für die Auszahlung wurde bislang nicht genannt. Es ist aber davon auszugehen, dass der Familienbonus in den nächsten zwei Monaten zur Auszahlung kommt. (mehr und Quelle gegen-hartziv.de : 09.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 09.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Todesfälle, aber weitere zwei neue Infektionen im Emsland – vier davon im Corona-Hotspot Freren. Die Emsland-CoViD-19-Zahl steht damit bei 456 Infektionen; das sind 140,3 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 417 (+/-0) Infizierte gelten als genesen. Akut sind damit 14 Menschen (+ 2) infiziert, und ca 90 Emsländer*innen (+10) befinden sich iin häuslicher Quarantäne.
Keine neuen Zahlen gibt es in Lingen (Ems) (76/67/4/1).

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0
Samtgemeinde Freren 49 36 9
Einheitsgemeinde Geeste 18 17 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1
Stadt Haselünne 32 32 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0
Samtgemeinde Lathen 9 9 0
Samtgemeinde Lengerich 16 14 1
Stadt Lingen (Ems) 76 71 4
Stadt Meppen 72 67 4
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0
Stadt Papenburg 34 29 2
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 (+1) 14 0
Samtgemeinde Sögel 7 (+1) 6 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1
Einheitsgemeinde Twist 19 17 2
Samtgemeinde Werlte 14 13 0
Gesamt* 456 (+2) 417 (+/-0) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 14 (+2)

 



Wirtschaft: BP streicht weltweit 10.000 Stellen

Das Öl-Unternehmen BP plant mehr als jede siebte Stelle zu streichen. Ein Grund dafür ist die gesunkene Nachfrage nach Rohöl.

Der britische Ölkonzern BP hat die Streichung von bis zu 10.000 Stellen angekündigt. Das Unternehmen begründete dies am Montag in London mit den Folgen der Corona-Krise. Der Stellenabbau betrifft etwa 15 Prozent der Beschäftigten des Unternehmens insgesamt.

Die meisten Jobs sollten bereits bis Ende des Jahres wegfallen, erklärte BP-Chef Bernard Looney in einer E-Mail an die Belegschaft. Angesichts der Probleme auf dem Ölmarkt und fallender Börsenkurse hatte BP bereits Anfang April drastische Einsparungen angekündigt.

Abgebaut werden sollen vor allem Stellen in der Verwaltung, meldete die NOZ. Nicht bekannt ist, welche Auswirkungen die Beschlüsse auf die deutschen Standorte des Unternehmens hat, das in Gelsenkichen und Lingen (Ems) Raffinerien betreibt.

Aufgrund der Pandemie ist weltweit die Nachfrage nach Öl und Ölprodukten deutlich zurückgegangen und die Preise sind massiv gesunken. Looney erklärte, sie lägen inzwischen weit unterhalb eines Niveaus, das für ein profitables Wirtschaften des Konzerns benötigt werde. (Quelle: ManagerMagazin, T-online.de, 09.06.20)



Wirtschaft: Deutscher Export bricht ein

Der deutsche Export ist im April in Folge der Coronavirus-Krise dramatisch eingebrochen. Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das war der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. Verglichen mit März 2020 verringerten sich die Exporte um 24 Prozent.

Die Grenzschließungen gerade auch im europäischen Binnenmarkt, die weltweite Verhängung von Handels- und Reisebeschränkungen sowie enorme Störungen in der See- und Luftfracht führten zu einem drastischen Rückgang der Ausfuhren. Die Importe verringerten sich um 21,6 Prozent auf 72,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresmonat.

Je nach Handelspartner waren die Exporte unterschiedlich stark beeinträchtigt: Die Ausfuhren nach China gingen im April 2020 vergleichsweise moderat um 12,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Die Exporte in die besonders betroffenen Länder Frankreich (minus 48,3 Prozent), Italien (minus 40,1 Prozent) und Vereinigte Staaten (minus 35,8 Prozent) brachen gegenüber dem Vorjahresmonat ein.

Hoffnungen auf eine grundlegende Trendwende gibt es derzeit nicht: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnen mit einem Rückgang der Exporte im Gesamtjahr um mindestens 15 Prozent. Da das wirtschaftliche Wachstum bei nahezu allen Handelspartnern dramatisch einbreche, werde auch die Nachfrage nach „Made in Germany“ deutlich sinken, erläuterte der BDI. (Quellen: BDI, dpa, Reuters, TSP, 09.06.20)


App soll Strandbesuch regeln

Schleswig-Holsteins will in der Urlaubszeit während der Corona-Krise auf die Buchung von Küstenabschnitten per Smartphone setzen. „Man kann über die App anmelden, dass man in einem bestimmten Zeitraum an einen Strandabschnitt will“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther zu entsprechenden Plänen für das Buchungssystem. „Wenn dort noch Platz ist, bucht man sich ein und hat dann eine Zugangsberechtigung.“ Die Gemeinde Scharbeutz hat das System seinen Angaben nach entwickelt, jetzt könnte es auch von anderen Orten genutzt werden. (Quelle: TSP, 09.06.20)


Komplizierter: Corona-Warn-App benötigt zuerst wohl Telefonhotline

Der Einsatz der Corona-Warn-App, die Mitte Juni zur Verfügung stehen wird, wird komplizierter als geplant. Wer von der eigenen Infektion erfährt, muss darüber vorerst über eine Hotline informieren, bevor sein Smartphone andere Menschen warnt.

Eigentlich sollten Infizierte mit dem Smartphone lediglich einen QR-Code einscannen, der von Ärzten oder Labors zur Verfügung gestellt wird. Die App würde dann automatisch alle Personen informieren, die sich innerhalb der vergangenen 14 Tage in der Nähe des infizierten Menschen befunden haben, sodass diese sich freiwillig auf eine eigene Infektion testen lassen könnten. Allerdings verfügten etliche Labore noch nicht über eine sichere Anbindung an das System. Das geplante Vorgehen sei notwendig, damit niemand ohne eine Bestätigung den Infektionsstatus auf „positiv“ stellen kann. Sonst besteht die Gefahr von Fehlalarm oder Missbrauch.

Wie der Spiegel berichtet, werden den Nutzern der App deshalb rund um die Uhr zwei Hotlines zur Verfügung gestellt: Eine, über die sie die eigene Infektion melden können. Hier werden ihnen von psychologisch geschultem Personal Testfragen gestellt, um zu vermeiden, dass sich jemand einen Scherz erlaubt. Über die zweite Hotline werden lediglich technische Fragen der Nutzer beantwortet. (Quelle: Spiegel, 09.06.20)


Professoren fordern Rückkehr zur Präsenzlehre

Nicht nur an den Schulen, auch an den Hochschulen wächst der Druck, schrittweise in den Normalbetrieb zurückzukehren. Etwa 2000 Professoren und Dozenten deutscher Universitäten und anderer Hochschulen setzen sich in einem offenen Brief für eine Rückkehr zur Präsenzlehre ein. „Wir fordern eine – vorsichtige, schrittweise und selbstverantwortliche – Rückkehr zu Präsenzformaten. Was die Schulen zu leisten in der Lage sind, sollte auch Universitäten möglich sein“, heißt es in dem Schreiben. Das Inforadio des RBB hatte zuerst darüber berichtet.

Einer der Initiatoren, der Bonner Germanistik-Professor Johannes F. Lehmann, sagte dem Sender, es sei ihm ein Rätsel, warum es an den Schulen und Kitas wieder losgehe, an den Unis aber nicht. Die selbstständige, kritische Aneignung von Inhalten setze zwingend Präsenz voraus. „Es kann ja nicht sein, dass ich morgens ins Schwimmbad gehe und mittags ins Restaurant (…), dass aber die Universitäten mitten in der Stadt geschlossen bleiben.“ (Quelle: SZ, 09.06.20)


Schweden-Quarantäne jetzt auch in Schleswig-Holstein und Mcklenburg-Vorpommern

Wer aus Schweden an seinen Wohnort in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern zurückkehrt, muss wegen der Corona-Entwicklung in dem skandinavischen Land in eine zweiwöchige Quarantäne. Das niedersächsische Gesundheitsministerium hatte dies am Sonntag mitgeteilt, in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern folgten die Behörden am Montag. In Schweden hatte es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Infizierte pro 100 000 Einwohner gegeben habe.

Rückkehrer müssen sich danach unverzüglich in die eigene Wohnung oder an ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort begeben und dort 14 Tage bleiben – selbst Einkäufe sind untersagt. Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden.

In der Coronakrise hatte in den deutschen Bundesländern zwischenzeitlich eine generelle Quarantäne-Regelung für Menschen gegolten, die aus dem Ausland nach Deutschland kamen. Dies wurde zwischenzeitlich aber wieder gelockert oder aufgehoben. (Quelle: NDR, 09.06.20)


Versuchskaninchen: 6000 Deutsche dürfen auf die Balearen

6000 Touristen aus Deutschland dürfen wohl ab dem 15. Juni nach Mallorca und auf die anderen Balearen-Inseln fliegen – also zwei Wochen vor der offiziellen Öffnung der Grenzen des einstigen Coronavirus-Hotspots Spanien für ausländische Besucher. Die Zentralregierung in Madrid habe einem Antrag der Inseln auf Durchführung eines sogenannten Pilotprojekts nach langen Verhandlungen zugestimmt, berichteten die Zeitung „El País“ und balearische Medien unter Berufung auf die Regionalregierung in Palma de Mallorca.

Das Pilotprojekt soll den Angaben zufolge dazu dienen, den Ernstfall – den erwarteten Touristenansturm nach Öffnung der Grenzen am 1. Juli – zu proben. Man wolle prüfen, ob die Sicherheitsprotokolle unter anderem an den Flughäfen und in den Hotels funktionieren, hieß es. Das Projekt werde mit Touristen aus Deutschland durchgeführt, weil in dem Land die epidemiologische Lage ähnlich wie auf den Balearen sei. (Quelle: TSP, 09.06.20)


Experten: Massenproteste in den USA könnten Wiederausbruch des Virus auslösen

Forscher der Universität in Washington gehen nach jüngsten Schätzungen davon aus, dass bis August rund 5000 mehr Menschen als bislang angenommen in den Vereinigten Staaten an den Folgen von Covid-19 sterben könnten. Laut der Prognose der Johns Hopkins Universität könnten bis August 145.728 Menschen dem Virus erlegen sein. Zu den Staaten mit den stärksten Zuwächsen gehören laut der Studie Michigan und Arizona, während Virginia, Rhode Island und Nebraska die stärksten Rückgänge aufweisen.

Experten für Infektionskrankheiten gehen davon aus, dass die Massenproteste in den US-Großstädten nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd einen erneuten Ausbruch der Krankheit auslösen könnte. Insgesamt sind in den Vereinigten Staaten mehr als 1,9 Millionen Fälle der Atemwegserkrankung gemeldet und rund 110.000 Todesfälle bestätigt, wie aus einer Reuters-Zählung hervorgeht. (Reuters)

„Super-Spreading-Event“? Gab es auch in Berlin am Wochenende. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die Form der BlackLivesMatter-Demonstration auf dem Alexanderplatz am vergangenen Samstag:

(Quelle TSP, 09.06.20)


Deutschland-Zahlen des RKI

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland ist um 252 auf 184.193 gestiegen, wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten am Dienstagmorgen zeigten. Die gemeldete Zahl der Todesopfer stieg um 16 auf 8.674. (Quelle: RKI, 09.06.20)



Deutsche Bahn gibt Mehrwertsteuersenkung an Kunden weiter

Die Deutsche Bahn will offebar die im jüngsten Corona-Konjunkturpaket beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer „1:1“ an ihre Kunden weitergeben. „Im Fernverkehr prüfen wir mit Hochdruck, wie wir die Umsetzung in unseren Vertriebssystemen sicherstellen“, heißt es in einem Brief des Vorstands an den Aufsichtsrat des Unternehmens. Für den Nahverkehr ist die Bahn demnach in Gesprächen mit anderen Beteiligten, also Verkehrsverbünden, weiteren Bahn-Betreibern und den Aufgabenträgern, die den Nahverkehr in Deutschland organisieren und finanzieren.

Nach dem Beschluss der großen Koalition in der vergangenen Woche, die Mehrwertsteuer ab 1. Juli bis Jahresende zu reduzieren, hatte Bahn-Vorstand Ronald Pofalla angekündigt zu prüfen, „wie und in welcher Form wir die Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weitergeben können“. Der ermäßigte Satz, der seit Jahresbeginn auch für Bahnfahrkarten gilt, soll von sieben auf fünf Prozent sinken. (Quelle: FAZ, SZ, 09.06.20)


Forscher: Blutgruppe könnte Einfluss auf COViD-19 haben

Möglicherweise beeinflusst die Blutgruppe das Risiko, ob man nach einer Infektion mit Sars-Cov2 schweres Atemversagen entwickelt oder nicht. Diese Vermutung legen gemeinsame Forschungen der Uni Kiel und der Uniklinik Oslo nahe, die jetzt vorab veröffentlicht wurden. Basis der noch nicht offiziell begutachteten Studie waren Daten von mehr als 1.600 Menschen mit schwerem Covid-Verlauf aus italienischen bzw. spanischen Corona-„Hotspots“ wie Mailand und Monza sowie Madrid, San Sebastian und Barcelona.

Für die Studie wurde bestimmte Stellen in der DNA untersucht, an denen häufig Genvariationen vorkommen. Diese Stellen wurden dann mit denen von Nicht-Erkrankten verglichen. So kamen die Forschungsteams darauf, dass Menschen mit Blutgruppe A offenbar ein deutlich höheres Risiko für einen Krankheitsverlauf mit Atemversagen haben, als die mit den übrigen Bluttypen. Und das zeigte sich auch in der Realität. Covid-19-Patienten mit Blutgruppe A mussten häufiger beatmet werden. Das niedrigste Risiko tragen demnach möglicherweise Menschen mit Blutgruppe 0.
Bei der neuen Untersuchung handelt es sich noch um eine Vorveröffentlichung. Der Mediziner und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bewertete die Arbeit jedoch als „robust“. Das Blutgrupppenergebnis könnte bei der Entwicklung von Medikamenten helfen.
(mehr und Quelle: MDR, 09.02.20)



Bergamo: 57% der Getesteten mit Antikörpern

57 Prozent der Menschen in der italienischen Stadt Bergamo, bei denen Blutproben entnommen wurden, haben Antikörper gebildet. Das ergab eine Auswertung der Proben von fast 10.000 Bürgern, teilten die Behörden mit. Die Stichprobe sei ausreichend repräsentativ, um Schlüsse auf die Gesamtzahl der Infizierten in der Stadt während der Pandemie zuzulassen.
Separat zu dieser Stichprobe wurden Proben von etwa 10.400 Mitarbeitern im Gesundheitswesen untersucht. Nur bei gut 30 Prozent dieser Proben wurden nach Angaben der Behörden Antikörper nachgewiesen. Bergamo war besonders schwer von der Pandemie betroffen. In der Lombardei wurden bislang mehr als 16.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. (Foto: Kirche in Bergamo via Pixabay; Quelle: ARD, 08.06.20)


(08.06.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Laut Johns-Hopkins-University sind weltweit 7 Millionen Infektionen und 400.000 Todesfälle aufgetreten. Covid-19-Infektionen liegen jetzt bei 7.068.144, während die offizielle Zahl der Todesopfer bei 404.304 liegt.
  • Südafrika hat 1.000 Todesfälle erreicht, 50.000 Menschen sind infiziert. Die düsteren Meilensteine ​​wurden nur eine Woche nach der weiteren Lockerung der Sperrbeschränkungen durch das Land überschritten. Mit 50.879 ist die Anzahl der entdeckten Infektionen die höchste in ganz Afrika, und zwei Drittel davon befinden sich in der südlichsten Provinz Westkap. Nach Ägypten liegt Südafrika mit 1.080 Todesfällen an zweiter Stelle.
  • Antirassistische Demonstranten sollten Masken tragen, sagt Tedros. Der Generaldirektor der WHO hat Menschen, die an Antirassismus-Protesten teilnehmen, aufgefordert, Masken zu tragen, und er warnte, dass die größte Bedrohung für den anhaltenden Ausbruch des Coronavirus „jetzt Selbstzufriedenheit“ sei.
  • Die Schweiz hat eine Bluetooth-App zur Kontaktverfolgung genehmigt. Die Kontaktverfolgungs-App, die eine zweite Infektionswelle verhindern soll, ist optional und es werden keine persönlichen Daten oder Standortinformationen verwendet.
  • Großbritannien hat die niedrigste tägliche Zahl der Todesopfer seit dem 22. März verzeichnet. Weitere 55 Menschen starben nach der Ansteckung mit Covid-19 in Großbritannien, wodurch die Zahl der Todesopfer des Landes auf 40.597 stieg. Dies ist die niedrigste tägliche Gesamtzahl neu gemeldeter Todesfälle seit dem 22. März; allerdings gibt es nicht selten eine Verzögerung bei der Meldung über ein Wochenende. In den Zahlen sind nicht alle Todesfälle in ganz Großbritannien enthalten, von denen angenommen wird, dass sie 50.000 überschritten haben.
  • Eine Studie hat ergeben, dass europäische Lockdown-Maßnahmen die Infektionsrate um 81% senken. Lockdowns hatten also einen dramatischen Einfluss auf die Ausbreitung des Coronavirus in Europa, weil strenge Kontrollen der Bewegungen der Menschen bis Anfang Mai geschätzte 3,1 Millionen Todesfälle verhinderten. Allein in Großbritannien wurden 470.000 Todesfälle abgewendet, sagen Forscher.
    (Quelle: The Guardian, 08.06.20)

Landgericht Osnabrück: Gastronomen klagen gegen Versicherungen

Drei Gastronomie-Betreiber klagen vor dem Osnabrücker Landgericht gegen ihre Versicherungen. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, fordern sie Geld, weil wegen der Corona-Pandemie alle Hotels und Gaststätten Mitte März geschlossen werden mussten. Zwei Restaurant-Besitzer aus Osnabrück und ein Hotelbetreiber aus dem Emsland hatten sogenannte Betriebsausfall-Versicherungen abgeschlossen.
Nach ihren Angaben sollten diese auch für die Schließung ihrer Betriebe aufgrund des Infektionsschutzgesetzes gelten. Die Versicherungen lehnen die geforderten Zahlungen zwischen 12.000 und 325.000 Euro jedoch ab. Ihrer Ansicht nach gilt der Versicherungsschutz nicht für die Corona-Pandemie, da der Erreger bei Abschluss der Vertrages unbekannt gewesen sei( Foto: LG Osnabrück; Quelle: NDR, 08.06.20)


Deutschland: Niedriges Niveau

Abgesehen von einzelnen Ausbrüchen bewegt sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. 124 von 412 Landkreisen meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in den vergangenen sieben Tagen keine Neuinfektionen. Das entspricht einem Anteil von rund 30 Prozent.
Kein Landkreis überschreitet derzeit den von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen. Wird diese Obergrenze gerechnet auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten, sollten gewöhnlich Beschränkungskonzepte erlassen werden.

Weltweit steigt die Zahl der Corona-Infektionen w trotz Entspannung in Westeuropa weiterhin deutlich. Am Wochenende seien innerhalb von 24 Stunden mehr als 136.000 Fälle gemeldet worden, so viele wie nie zuvor an einem Tag, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf.

Er warnte die Länder davor, wegen fallender Infektionszahlen bei den Vorsichtsmaßnahmen nachzulassen. Seit Ausbruch des Virus Ende 2019 sind weltweit fast sieben Millionen Infektionen und fast 400.000 Todesfälle gemeldet worden.(Quelle: RP, 08.06.20)


Münsterland: Noch 159 akut Infizierte

Im Münsterland ist die Zahl der amtlich bestätigten akut Corona-Infizierten (Stand 06.06.2020, 12.15 Uhr) im Vergleich zu Freitag um 12 gesunken. 159 Menschen gelten damit aktuell als infiziert. Seit dem Ausbruch der Pandemie sind im Münsterland 4.523 Fälle durch Tests nachgewiesen worden. 4.187 Menschen sind inzwischen wieder gesund. 177 Menschen sind in Verbindung mit CoViD-19 gestorben. (Quelle: WDR, 08.06.20)


Deutsche Wirtschaft: Produktion bricht ein

Deutsche Unternehmen haben ihre Produktion im April angesichts der Corona-Krise stark gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorgern stellten zusammen 17,9 Prozent weniger her als im Vormonat, teilte das Statische Bundesamt heute mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es sogar einen Einbruch von 25,3 Prozent.
„Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991“, hieß es. „Der konjunkturelle Tiefpunkt ist damit erreicht“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu. „Mit der schrittweisen Lockerungen der Schutzmaßnahmen und der Wiederaufnahme der Produktion in der Automobilindustrie setzt nun die wirtschaftliche Erholung ein.“ Der Weg dürfte aber steinig werden: Der exportabhängigen Industrie brachen die Aufträge im April in Rekordtempo weg. Sie fielen um 25,8 Prozent niedriger aus als im März.
(Quelle: WDR 08.06.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 08.06.2020, 10 Uhr

Es gibt keine neuen Todesfälle, aber über das Wochenende sechs neue Infektionen im Emsland – vier davon im Corona-Hotspot Freren. Die Emsland-CoViD-19-Zahl steht damit bei 454 Infektionen; das sind 139,7 auf 100.000 Einwohner*innen. Insgesamt 417 (+1) Infizierte gelten als genesen. Aktuell sind damit 12 Menschen (+ 5) infiziert. Weiterhin befinden sich ca 80 Emsländer*innen (- 20) in häuslicher Quarantäne.
Lingen (Ems) ist nicht mehr coronafrei; denn es gibt eine Neuinfektion; es handelt sich um einen Erkrankten aus der Grafschaft Bentheimder in das Lingener Hospital verlegt worden ist.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0
Samtgemeinde Freren 49 (+4) 36 9
Einheitsgemeinde Geeste 18 17 0
Stadt Haren (Ems) 32 31 1
Stadt Haselünne 32 32 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0
Samtgemeinde Lathen 9 9 0
Samtgemeinde Lengerich 16 (+1) 14 1
Stadt Lingen (Ems) 76 (+1) 71 4
Stadt Meppen 72 67 4
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0
Stadt Papenburg 34 29 2
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 14 14 0
Samtgemeinde Sögel 6 6 0
Samtgemeinde Spelle 15 14 1
Einheitsgemeinde Twist 19 17 2
Samtgemeinde Werlte 14 13 0
Gesamt* 454 (+6) 417 (+1) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 12 (+4)

Neues von heute

  • Ryanair-Chef Michael O’Leary hat erklärt, dass er trotz der neuen Quarantäneregeln der Regierung für Reisende, die nach Großbritannien kommen, keine Flüge stornieren wird, weil „die Briten diese Quarantäne ignorieren. Sie wissen, dass sie Müll ist. “ O’Learys Kommentare kommen, nachdem Ryanair, easyJet und IAG, der Eigentümer von British Airways, rechtliche Schritte gegen neue Regeln der britischen Regierung eingeleitet haben, nach denen sich alle seit heute in Großbritannien ankommenden Passagiere für 14 Tage selbst isolieren müssen
  • Die Philippinen schließen die Wiedereröffnung von Schulen aus, weil es noch keinen Impfstoff gebe. „Es ist eine Herausforderung für uns im Bildungsministerium, unsere schulische Erziehung anders aufzubauen, aber wir fühlen uns unserer Pflicht verpflichtet, Bildung auch in schwierigsten Zeiten verfügbar und erfolgreich zu machen“, hieß es in Manila. Der Unterricht soll Ende August wieder aufgenommen werden, und die Lehrer werden bei Bedarf über das Internet oder Fernsehen unterrichten. Allerdings leben Millionen von Filipinos in tiefer Armut, weshalb viele zu Hause gar keinen Zugang zu Computern und zum Internet haben.
  • Polen hat die Schließung von 12 Kohlengruben nach einem schweren Ausbruch des Coronavirus bei Bergleuten in der schlesischen Kohlebergbauregion angeordnet. Nach Angaben polnischer Medien machen Bergarbeiter bis zu 20% aller Coronavirus-Fälle in Polen aus. Am Samstag kündigte das Gesundheitsministerium 576 neue Fälle von Coronavirus an, die höchste tägliche Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie. Davon waren rund 60% Arbeiter in einer einzigen Mine in der südpolnischen Kohleregion. Das Zofiowk-Bergwerk in der oberschlesischen Stadt Jastrzebie-Zdroj (Bad Königsdorff-Jastrzemb) nahe der tschechischen Grenze gelegene Bergwerk wird vom Staatsunternehmen JSW betrieben. Die Minen werden ab Dienstag für drei Wochen geschlossen. Die Bergleute erhalten während der Schließung ihr volles Gehalt.
  • Mindestens die Hälfte der Coronavirus-Fälle in Singapur weist keine Symptome auf, sagte der Co-Leiter der Viren-Taskforce der Regierung gegenüber Reuters. „Basierend auf unserer Erfahrung hätten Sie für jeden symptomatischen Fall mindestens einen asymptomatischen Fall“, sagte Infrastrukturminister Lawrence Wong und fügte hinzu, dass die Entdeckung in den letzten Wochen gemacht wurde, als Singapur die Tests vorbereitete. Wong sagte, dass asymptomatische Fälle zwar weniger Möglichkeiten hätten, das Virus zu verbreiten, da sie weder husteten oder niesen, es in Singapur jedoch auch in solchen Fälle asymptomatischer Erkrankung gab, insbesondere zwischen Patienten, die auf engstem Raum lebten.
  • Die Coronavirus-Fälle in Saudi-Arabien übersteigen 100.000 und erreichen damit vor dem Hadsch einen neun Höhepunkt . Die Gesamtzahl der Infektionen stieg auf 101.914 – die höchste am Golf, während die Zahl der Todesopfer auf 712 stieg, teilte das Gesundheitsministerium in Riad mit der zweite Tag in Folge am Sonntag.
    (Quelle: the Guardian, 08.06.20)


Viele Lockerungen im Norden – Grundschul-Regelbetrieb in SH

Im Norden treten von heute an weitere Corona-Lockerungen in Kraft. In Schleswig-Holstein nehmen die Grundschulen den Regelbetrieb wieder auf – ohne Abstandsregeln in den einzelnen Klassen, aber mit Hygiene-Auflagen. Besuche in Schwimmbädern, Saunen und Freizeitparks werden wieder möglich, ebenso wie Treffen von bis zu zehn Menschen im privaten wie im öffentlichen Raum.

In Niedersachsen profitiert vor allem das Gastgewerbe von den Lockerungen, etwa mit der Öffnung von Bars und einer höheren Auslastung für Hotels. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen unter Auflagen wieder Hallen- und Spaßbäder öffnen. Vorrang haben dabei aber zunächst der Schul- und Vereinssport sowie Schwimmkurse. (Quelle: NDR, 08.06.20)


Infektionszahl steigt weltweit auf mehr als 7 Millionen

Laut Johns Hopkins University, die sich auf offizielle Regierungsdaten stützen, hat die Zahl der weltweit bestätigten Coronavirus-Fälle am Montag 7 Millionen überschritten. Die aktuelle Zahl liegt bei 7.006.436.

Mindestens 402.699 Menschen sind in etwas mehr als sechs Monaten der weltweiten Pandemie ums Leben gekommen. Die tatsächlichen Todes- und Fallzahlen i vielen Ländern dürften aufgrund unterschiedlicher Testraten, Definitionen, Zeitverzögerungen und vermuteter Unterberichterstattung deutlich höher sein.

Die USA sind mit 1.940.468 bestätigten Fällen und mehr als einem Viertel der Todesfälle weltweit am schlimmsten betroffen: 110.503. Es gibt 15 Länder mit mehr als 100.000 bestätigten Fällen, darunter auch Deutschland mit inzwischen -so die JHU- 185.750 Infizierten und 8.685 Verstorbenen.

(Quelle: The Guardian, 08.06.20)


Corona-WarnApp „in wenigen Tagen“

Die von der Bundesregierung geplante Corona-Warnapp soll in den kommenden Tagen vorgestellt werden. Das sagt Gesundheitsminister Jens Spahn der „Rheinischen Post“. Die bisherige Zeit habe man für die Entwicklung gebraucht für die Entwicklung: Die App müsse strenge Vorgaben beim Datenschutz, der Datensicherheit und bei der Energieeffizienz erfüllen. Auch solle sie allen Bürgern zugänglich sein.

Spahn hofft, dass die App gut angenommen wird: „Wenn wir in den kommenden Wochen einige Millionen Bürger von der App überzeugen, dann bin ich schon zufrieden“, sagte er. Eine zusätzliche gesetzliche Grundlage für die App lehnte der Minister unter Verweis auf die Datenschutzgrundverordnung ab.

Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems arbeitet gemeinsam mit dem Walldorfer Softwareanbieter SAP an einer App zur Kontaktverfolgung von Covid-19-Infizierten. Ursprünglich sollte eine solche App in Deutschland ähnlich wie in Österreich bereits im April auf den Markt kommen. Sie gilt als eine wesentliche Hilfe, um Beschränkungen weiter zu lockern.

( Quellen: Twitter, Tagesschau, 08.06.20)


Hausärzte in Deutschland: Weniger Infekte

Die deutschen Hausärzte registrieren aktuell wegen der Corona-Maßnahmen ein allgemein geringeres Ansteckungsrisiko mit leichten Infekten. „Durch die Abstandsregeln und das verstärkte Hygieneverhalten ist das allgemeine Ansteckungsrisiko im Moment insgesamt niedriger als sonst“, sagte jetzt Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes.

Der Arzt warb daher dafür, viele Maßnahmen auch nach dem Ende der Pandemie beizubehalten: „Viele der Regeln, die die Deutschen in der Corona-Phase eingeübt haben, sollten auf Dauer zur Routine werden: Vor allem das häufige und gründliche Händewaschen und das Lüften.“ (Quelle: Tagesschau, 08.06.20)


Seit heute Quarantäne bei Einreise nach Großbritannien

Reisende nach Großbritannien müssen sich ab heute nach der Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Damit soll eine zweite Welle von Coronavirus-Infektionen verhindert werden. „Wir alle möchten so schnell wie möglich wieder zur Normalität zurückkehren. Aber das kann nicht auf Kosten von Menschenleben gehen“, teilte die Innenministerin mit.

Die Maßnahme gilt für Reisende, die Flugzeug, Bahn oder Fähre nutzen. Die neuen Vorschriften treffen bei Unternehmen aus der Reisebranche auf heftige Kritik. Vor allem Fluggesellschaften äußern Kritik. Selbst in der konservativen Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson gibt es erheblichen Unmut über die Regelung. (Quelle: ARD, 08.06.20)


Neuseeland ohne Beschränkungen

Neuseeland will ab Dienstag alle Corona-Einschränkungen im Land aufheben. Das kündigte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern an. Kurz zuvor hatten die Behörden Neuseeland offiziell für frei vom Corona-Virus erklärt. Allerdings werden alle Einreisenden und Grenzbeamten auf Corona getestet (Quelle: The Guardian, Tagesschau, 08.06.20)



Göttigen: Infektionszahlen steigen

Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen hat die Stadt alle offiziell gemeldeten Bewohner des am stärksten betroffenen Iduna-Hochhauskomplexes auf das Virus getestet. Die endgültigen Ergebnisse sollen am Montag vorliegen. Klar ist aber bereits, dass mehrere Tests positiv sind.

Am Sonntag hat die Stadt 21 neue Infektionen verzeichnet; die Gesamtzahl beträgt nun 221. Die Stadt nähert sich dem Grenzwert: Werden 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen erreicht, müssen Corona-Regeln verschärft werden. Dieser Wert könnte bereits am Montag überschritten werden. Die meisten Schulen in Göttingen machen nun doch nicht wie vorgesehen wieder auf, sondern bleiben eine weitere Woche geschlossen.

Untersagt ist nach Angaben der Stadt der Präsenzunterricht an sämtlichen Schulen in Trägerschaft der Stadt Göttingen, an freien Schulen im Stadtgebiet sowie an der IGS Bovenden bis einschließlich Freitag. Auch zwei Kindertagesstätten bleiben noch geschlossen.
Quelle: NDR, 07.06.20)


Tuifly in Zerreißprobe

Beim Reisekonzern TUI mit Sitz in Hannover bahnt sich ein heftiger Konflikt zwischen Belegschaft und Unternehmensführung an. Grund ist der angekündigte Stellenabbau bei der unternehmenseigenen Fluggesellschaft TUIfly. Man werde den Plänen des Managements „gemeinsam mit allen Mitteln entgegentreten und für jeden einzelnen Arbeitsplatz, egal an welcher Stelle unseres Unternehmens, kämpfen“, heißt es in einem internen Brief eines Krisenstabs der Arbeitnehmervertreter von TUIfly. Das Schreiben ist unter anderem unterzeichnet von Betriebsräten sowie Mitgliedern der Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit. Die Belegschaftsvertreter kündigten „knallharte Verhandlungen“ für die in der kommenden Woche geplanten Gespräche mit der Unternehmensführung an.

Am Freitag war bekannt geworden, dass TUIfly wegen des hohen Spardrucks in der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinert werden soll. Zudem sollen die Standorte Köln, Bremen und Münster-Osnabrück schließen. Wie viele Jobs dadurch wegfallen, teilte das Unternehmen nicht mit. Laut dem Nachrichtensender „ntv“ sollen rund 700 Jobs – davon 230 Vollzeitstellen – wegfallen. Der Konzern wollte diese Zahlen nicht bestätigen. Bei TUIfly gibt es rund 2.000 Vollzeitstellen, davon 1.400 Piloten und Flugbegleiter.

(Quelle: NDR, 07.06.20)


Virusopfer-Zählen a la Bolsonaro: Jetzt auch in Spanien


IG Metall vs. SPD

Dass die SPD-Spitze mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans bei den Verhandlungen um das Corona-Konjunkturpaket massiv Stimmung gegen Kaufprämien für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren gemacht hat, könnte für sie noch ein politisches Nachspiel haben.

In den früher traditionell der SPD eng verbundenen Gewerkschaften ist die Wut darüber groß, dass es nur für die wenigen Elektro- und Plug-In-Hybrid-Pkw zusätzliche Kaufzuschüsse von 3000 Euro gibt – nicht aber für die vielen auf Halde stehenden Fahrzeuge mit Otto- oder Dieselmotor.

Der IG-Metall-Chef von Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger, erklärte gegenüber dem Bericht aus Berlin, er habe bei beiden SPD-Chefs mehrfach persönlich interveniert, um den Erhalt bedrohter Arbeitsplätze zu fördern – zuletzt bei einer gemeinsamen Telefonschalte. „Dass die Argumente nicht gehört wurden, finde ich sehr enttäuschend. Wir haben deutlich gemacht, dass es hier um die Beschäftigung (…) und damit auch um die Frage des gesellschaftlichen Zusammenhangs geht.“ Zitzelsberger kündigte an, die Sache „nicht auf sich beruhen zu lassen“ und detailliertere Kritik „beiden persönlich zu sagen“.

Andere Gewerkschaftsvertreter werden ebenfalls nachhaken und Nachbesserungen verlangen, wenn das Paket die in Not geratene Autobranche nicht ausreichend unterstützen sollte. (Quelle: FAZ, 07.06.20)


British Airways will alle Piloten entlassen

Die wegen der Corona-Krise mit großen Verlusten kämpfende Fluglinie British Airways (BA) schlägt im Ringen um einen umfassenden Personalabbau und Gehaltskürzungen eine harte Gangart gegenüber den Gewerkschaften ein. Sie erhöhte am Wochenende den Druck, indem sie mit der Entlassung aller 4300 Piloten drohte, sollte es keine Einigung auf neue Beschäftigungsbedingungen geben. Die Piloten könnten sämtlich entlassen und dann die erforderliche Zahl individuell neu eingestellt werden.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Balpa reagierte empört und sprach von einem Vertrauensbruch. British Airways verhandelt derzeit über den Abbau von rund 12.000 Stellen von insgesamt 42.000 Mitarbeitern. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen etwa 1250 Pilotenstellen gestrichen werden. (Quelle: The Guardian, 07.06.20)


Überbrlick zum späten Abend

  • Polen hat 575 neue Fälle registriert. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Polen ist um 575 gestiegen und hat 26.561 erreicht, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Vier weitere Menschen sind gestorben, was die Zahl der Todesopfer auf 1.157 erhöht.
  • Laut CDC nähert sich die Zahl der Todesopfer in den USA 110.000. Das Zentrum meldete 1.920.904 Fälle des Coronavirus, ein Anstieg von 29.214 Fällen gegenüber seiner vorherigen Zählung, und sagte, die Covid-19-Todesfälle in den USA seien um 709 auf 109.901 gestiegen.
  • Indien hat fast 10.000 neue Fälle registriert. Indien hat am Sonntag 9.971 neue Coronavirus-Fälle registriert, was einer Gesamtzahl von 246.628 Fällen mit 6.929 Todesfällen entspricht. Die Fallzahlen liegen nur hinter den USA, Brasilien, Russland, Großbritannien und Spanien zurück. Das Land bereitet sich darauf vor, am Montag Einkaufszentren, Restaurants, Hotels und Kultstätten wieder zu eröffnen.
  • Frankreich hat 13 neue Todesfälle registriert. Die Zahl der Todesopfer bei Coronaviren stieg damit am Sonntag auf 29.155, während die Zahl der bestätigten Fälle um 343 auf 153.977 stieg. Die Zahl der Menschen im Krankenhaus und auf der Intensivstation ist weiter zurückgegang
  • Saudi-Arabien hat 100.000 bestätigte Fälle bestanden. Die Zahl der Coronavirus-
    Fälle in Saudi-Arabien hat nach offiziellen Angaben 100.000 überschritten. Das Gesundheitsministerium meldete am Sonntag 3.045 neue Fälle, womit sich die Gesamtzahl der Fälle im Land auf 101.914 erhöhte, berichtet die BBC.
    (Quelle: The Guardian, 07.06.20)

Deutschland: Maskenpflicht an allen Flughäfen?

An den deutschen Flughäfen könnte es nach „Spiegel“-Informationen bald einheitlich zu einer Maskenpflicht kommen – bisher wird das noch etwas unterschiedlich gehandhabt. In den Terminal- und Abfertigungsgebäuden der größeren Flughäfen wie Stuttgart, München, Düsseldorf oder Berlin gibt es bereits eine Maskenpflicht. Beim Flughafen Frankfurt heißt es auf der Homepage, die seit dem 27. April hessenweit geltende Maskenpflicht in Fahrzeugen des öffentlichen Personennahverkehrs und den Publikumsbereichen von Geschäften, Bank- und Postfilialen „gilt auch für den Bus-Shuttle und die SkyLine, sowie Shops am Flughafen“.

Der „Spiegel“ schreibt, dass Behörden und Flughafenbetreiber derzeit ein Paket mit Maßnahmen erarbeiteten, um den Flugverkehr möglichst rasch wieder hochfahren zu können. Auch die Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer hätten Ende vergangener Woche in einer Schalte mit dem Kanzleramt über das Thema gesprochen. Zuständig für die Umsetzung einer solcher Maskenpflicht ist grundsätzlich die Landesebene. Nach Darstellung des Magazins gibt es einen Entwurf für ein Paket von Vorschriften, damit die Flughäfen wieder mehr Passagiere abfertigen könnten. Eine Maskenpflicht sei dazu notwendig, da in vielen Bereichen des Flughafens ein ausreichendes Abstandhalten nicht möglich sei, so das Papier, dessen Herkunft nicht näher beschrieben wird. Konkret genannt werden demnach die Luftsicherheitskontrollen, die Flughafen- und Shuttlebusse oder die Gepäckausgabe über Rollbänder, da sich dort viele Passagiere auf kleinem Raum drängeln. Ausgenommen werden sollten von der Maskenpflicht lediglich die Zonen, in denen die Pässe kontrolliert werden. Auch Kinder unter sechs Jahren müssten laut dem Entwurf keine Masken tragen, zudem sollen die Passagiere die Masken in den Flughafenrestaurants abnehmen dürfen, heißt es in dem Bericht. (Quelle: SPIEGEL, 07.06.20)


Weitere Lockerungen in den norddeutschen Ländern

In mehreren norddeutschen Bundesländer treten morgen weitere Lockerungen in Kraft.

In Schleswig-Holstein gehen Grundschulkinder unter Hygiene-Auflagen wieder in ihre Klassen. Auch Besuche in Schwimmbädern, Saunen und Freizeitparks werden wieder möglich – ebenso Treffen von bis zu zehn Menschen im privaten und öffentlichen Raum.

In Mecklenburg-Vorpommern öffnen die Hallen- und Spaßbäder ihre Pforten für Schul- und Vereinssport sowie Schwimmkurse. In Bayern sind Fitnessstudios, Tanzschulen und Freibäder ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Niedersachsen rückt morgen auf die vierte von fünf Lockerungsstufen vor: Profitieren kann dort vor allem das Gastgewerbe, etwa mit der Öffnung von Bars und einer höheren Auslastung für Hotels. Auch der Kulturbetrieb kann langsam wieder anlaufen – allerdings nur im Freien und unter Auflagen. (Quelle: NDR, 07.06.20)



JHU-Zahlen: Weltweit mehr als 400.000 CoViD-19-Tote

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als 400.000 Menschen infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das geht aus aktuellen Daten der Johns Hopkins-Universität in Baltimore (USA) hervor. Die meisten Opfer haben demnach die USA zu beklagen, hier starben rund 110.000 Menschen. An zweiter Stelle lag Großbritannien mit mehr als 40.000 Toten, gefolgt von Brasilien mit mehr als 35.000 Todesopfern. Weltweit wurden von der JHU fast sieben Millionen Infektionen seit Beginn der Pandemie verzeichnet, 1,9 Millionen davon in den USA. (Quelle: Tagesschau, 07.06.20)


Italien meldet 53 neue Todesfälle

Italien hat 53 weitere Covid-19-Todesfälle gemeldet, gegenüber 72 am Vortag, und 197 neue Infektionen, gegenüber 270 am Tag zuvor, teilte der italienische Zivilschutz mit.

Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt jetzt bei 33.899, nach Angaben der Agentur die vierthöchste der Welt nach denen der USA, Großbritanniens und Brasiliens.

Die Zahl der akuten Infektionen ging von 35.877 am Vortag auf 35.262 zurück. Am Sonntag befanden sich 287 Menschen auf der Intensivstation, gegenüber 293 am Samstag, was einen langfristigen Rückgang zur Folge hatte.

Die Lombardei, in der die Pandemie erstmals in dem EU-Land festgestellt wurde, ist mit 125 der 197 am Sonntag gemeldeten neuen Fälle nach wie vor mit Abstand die am schlimmsten betroffene Region. Bis Samstag waren rund 2,627 Millionen Menschen InItalien auf das Virus getestet wurden, gegenüber 2,599 Millionen am Samstag – allerdings bei einer Bevölkerung von rund 60 Millionen. (Quelle: The Guardian, 07.06.20)


Malta: Flüchtlinge dürfen an Land

Widerstrebend hat Malta es 425 Migranten, die länger als einen Monat auf einem Fährschiff vor der Küste festgehalten wurden, erlaubt, am Sonntag von Bord zu gehen. Zuvor hatten die verzweifelten Flüchtlinge laut Reuters damit gedroht, die Besatzung der gecharterten Boote zu kidnappen, in denen sie festgehalten wurden.

Premierminister Robert Abela sagte, die Regierung sei gezwungen worden zu handeln, nachdem die Besatzung eines der Boote ihn direkt um Hilfe gerufen habe.
„Sie gaben uns eine halbe Stunde Zeit, um zu handeln“, sagte er in einem Fernsehinterview. Er sagte, die Behörden hätten sich dagegen entschieden, gewaltsam an Bord des Schiffes zu gehen, nachdem das maltesische Militär vor den Risiken ernster Verletzung von Migranten und Servicepersonal gewarnt hatte. Der staatliche Fernsehsender TVM berichtete, das Schiff sei von zwei Patrouillenbooten der Armee zum Hafen von Valletta gebracht worden.

Die maltesische Regierung hatte Ende April damit begonnen, gerettete Migranten auf gecharterte Touristenboote zu bringen, weil die Häfen Maltas wegen der Covid-19-Pandemie geschlossen worden waren. (Quelle: The Guardian, 07.06.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Saudi-Arabien hat nach offiziellen Angaben 100.000 überschritten. Das Gesundheitsministerium meldete am Sonntag 3.045 neue Fälle, womit sich die Gesamtzahl der Fälle im Land auf 101.914 erhöhte, berichtet die BBC.
  • Zum ersten Mal seit Beginn des Lockdown wurden in Nordirland wie in Schottland keine neuen Todesfälle durch Coronaviren gemeldet. In Nordirland liegt die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle offiziellbei 537, während es in Schottland 2.415 sind.
  • Die Philippinen meldeten am Sonntag neun weitere Todesfälle durch Coronavirus, wodurch die Zahl der Todesopfer auf 1.003 stieg. Das Land verzeichnete außerdem 555 weitere Infektionen, was einer Gesamtzahl von 21.895 bestätigten Fällen entspricht, teilte das Gesundheitsministerium in einem Bulletin mit.
  • Die Infektionen in Afghanistan sind auf über 20.000 gestiegen. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Afghanistan liegt genau bei 20.342, nachdem das Land am Sonntag den größten täglichen Anstieg der Zahl der Todesfälle durch Covid-19 verzeichnete. Das Gesundheitsministerium hat nach dem neuesten Update 791 neue Fälle aus 1.427 Tests entdeckt.
  • Kanada hat 722 neue Coronavirus-Infektionen bestätigt, was zu einer Gesamtzahl von 95.057 führt. Das Land hat 70 Tneue odesfälle verzeichne, wodurch sich die Zahl der Todesopfer auf 7.773 erhöht hat, teilte das kanadische Gesundheitsamt mit. (Quelle: The Guardian, 07.06.20)

Niedersachsen schickt Schweden-Rückkehrer in Quarantäne

Niedersachsen hat zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie eine neue Regel für Schweden-Rückkehrer eingeführt. Wer aus Schweden an seinen Wohnort in Niedersachsen zurückkehrt, muss wegen der Corona-Entwicklung in dem skandinavischen Land in eine zweiwöchige Quarantäne, wie das das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte.

In Schweden gab es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner. Das Land ist im Kampf gegen die Pandemie einen Sonderweg gegangen, hat das öffentliche Leben viel weniger eingeschränkt als andere Staaten und mehr auf Freiwilligkeit der Bürger gesetzt. Das hat der Regierung in Stockholm zuletzt Kritik eingebracht, weil es in Schweden deutlich mehr Corona-Todesfälle gibt als bei den Nachbarn. Mehr als 4.600 Menschen sind in dem Land mit zehn Millionen Einwohnern bereits in Folge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Schwedens Staatsepidemologe Anders Tegnell hatte deshalb bereits Versäumnisse eingestanden.

Die Rückkehrer aus Schweden müssen nun unverzüglich in die eigene Wohnung oder an ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort und dort 14 Tage bleiben – selbst Einkäufe sind untersagt. Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden. (Quelle: Zeit, 07.06.20)



Weiterer Infektionsfall im Wiesenhof-Schlachthof Lohne i.O.

In einem Schlacht- und Zerlegebetrieb im niedersächsischen Lohne bei Oldenburg gibt es einen weiteren bestätigten Corona-Fall. Die Kontaktpersonen am Arbeitsplatz des Mannes und in seinem privaten Umfeld wurden in Quarantäne versetzt, teilte der Landkreis Vechta mit. Obwohl die Kollegen schon negativ getestet worden seien, nehme das Gesundheitsamt erneute Tests bei ihnen vor.

Bereits am Freitag war eine Infektion bei einer Mitarbeiterin des Betriebs bestätigt worden. Vier Familienmitglieder, die am Freitag in Quarantäne versetzt wurden, seien inzwischen ebenfalls positiv getestet worden. Mit den jetzt vorliegenden Ergebnissen habe das Gesundheitsamt die vom Land angeordnete Testreihe in Schlacht- und Zerlegebetrieben, die Subunternehmer beschäftigen, abgeschlossen, hieß es. Die Arbeits- und Lebensbedingungen von Schlachthof-Mitarbeitern waren nach einer Reihe von Coronavirus-Infektionen bundesweit in die Kritik geraten. (Quelle: NDR, 07.06.20)


Kalifornien: Krankenhäuser an der Grenze zu Mexiko überlastet


Obwohl die meisten kalifornischen Krankenhäuser einen Anstieg der Coronavirus-Patienten vermeiden konnten, sind einige Einrichtungen in der Nähe der mexikanischen Grenze überfordert. Dazu gehören das El Centro Regional Medical Center im Imperial County und das Scripps Mercy Hospital Chula Vista im San Diego County, die den Anstieg der COVID-19-Patienten mit dem grenzüberschreitenden Lebensstil der Menschen in Verbindung bringen.

Einige US-Bürger und „Residents“ die in Mexiko leben, kommen zur Behandlung über die mexikanische Grenze in die USA. Dr. Juan Tovar leitender Krankenhusarzt nahe San Diego sagte, fast die Hälfte aller COVID-positiven Patienten, die in der letzten Maiwoche Hilfe suchten, hätten angegeben, in jüngster Zeit nach Mexiko gereist zu sein. Diese Zahl stieg am Pfingstwochenende auf 60%.

„Wir verlegen unsere COVID-19-Patienten jetzt in andere, weiter nördlich gelegene Krankenhäuser – 21 in der letzten Woche -, um unser Krankenhaus hier zu entlasten“, sagte Tovar.

Ungefähr zwei Stunden östlich war das El Centro Regional Medical Center von COVID-19-Patienten so überlastet, dass einige in Gesundheitseinrichtungen in San Diego, National City und anderswo umgeleitet werden mussten. Es gab mehr als 2.025 bestätigte Fälle im Imperial County, das die höchste COVID-19-Hospitalisierungsrate im Bundesstaat aufweist, sagte Andrea Bowers, Koordinatorin für Sonderprojekte im Gesundheitsamt des Landkreises.
(Foto: Heidi De MarcoKHN; Quelle: KHN, beides CC BY-NC-ND 4.0.; 07.06.20)


Die 1:1-Konzerte inzwischen in vielen deutschen Städten

Die 1:1 CONCERTS trotzen der Corona Krise, schaffen künstlerische Kraftorte und erspielen Spendenbeiträge für die solidarische Unterstützung in Not geratener Musiker*innen. So hßt es auf der Webseite. Die Idee: Ein Konzert mit nur einer Musikerin/ einem Musiker und einem Gast: Das ist das Konzept der 1:1-Konzerte, die inzwischen in vielen deutschen Städten stattfinden. Das besondere Musikerlebnis findet immer mehr Freundinnen und Freunde.

Die Idee, kurze Privatkonzerte an besonderen Orten zu veranstalten, gibt es nicht erst seit Corona. Das Konzept basiert auf einem für die „Sommerkonzerte Volkenroda entwickelten 1:1 Konzertformat und hat dort im Jahr 2019 viele Menschen sehr berührt. Inspiriert wurde die Idee von Marina Abramovićs Performance „the artist is present“.

Den Impuls, die Konzertreihe wiederzubeleben, gab eine der beteiligten Musikerinnen, berichten Franziska Ritter und Christian Siegmund vom Berliner 1:1-Team „Am 13. März, da war der große Lockdown“, erinnert sich Siegmund. „Und unsere Flötistin saß in Stuttgart“, berichtet Ritter. Ihr Kollege führt den Satz zu Ende: „Schon am zweiten Tag hatte sie genug von dem ganzen Gestreame.“

Gleichzeitig seien in dieser Situation auch noch viele freiberufliche Musiker durch Corona in ihrer Existenz bedroht, sagt Ritter. „Wir haben in Deutschland die fantastische Situation, dass wir über Nothilfefonds und andere Hilfsmaßnahmen verfügen – und trotzdem: Das große Bedürfnis auch vieler Musiker ist, wieder spielen zu können.“

Die Idee hat sich von Stuttgart aus schnell in Deutschland verbreitet, auch Gespräche mit Städten im Ausland gibt es schon. Berlin ist seit etwa drei Wochen dabei. Und hat schon eine ganze Reihe von Konzerte veranstaltet: „Fagott, Violine, Violoncello, Posaune, Oboe, Orgel, Harfe, Bratsche, Klavier“, zählen Siegmund und Ritter auf. „Und jeder Musiker spielt vier kleine Minikonzerte“, erläutert Ritter das Konzept.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich über die Internetseite der 1:1-Konzerte anmelden. Die Termine werden einige Tage im Voraus bekannt gegeben. Es stehen dort Datum, Uhrzeit und ungefährer Ort, mit dem Hinweis, ob die Orte barrierefrei sind. Alles Weitere bleibt bis zum Ende eine Überraschung.

Das Berliner Team ist eines der kleinsten, ohne Unterstützung durch ein großes Orchester. Die drei des Berliner Organisations-Team arbeiten, wie alle Beteiligten, ehrenamtlich, stecken viel Freizeit in das Projekt.

Die Konzerte sind kostenlos, die Zuschauerinnen und Zuschauer werden aber gebeten, mit einer Spende an die Deutsche Orchester-Stiftung freischaffende Musikerinnen und Musiker zu unterstützen, die während der Coronakrise nicht auftreten können.

Es ist dieses gegenseitige Schenken, das die 1:1-Konzerte für Franziska Ritter und Christian Siegmund so besonders macht: „Das ist einer der Gründe, warum das gerade so kraftvoll durch Deutschland fegt – weil alle etwas schenken“, glaubt Ritter.

„Und dieser Gedanke des Geschenkes, der zieht sich durch das gesamte Projekt“, ergänzt Siegmund. „Jeder Gastgeber schenkt seinen Raum, jeder Hörer seiner Achtsamkeit, jeder Musiker seine Musik, wir unsere Arbeitskraft. Und das ist das, was das Projekt so zauberhaft macht.“ (Quellen: DLF mit mehr; SWR, 1to1, 07.06.20)


Polen: Corona-Cluster in den Kohleregionen im Süden des Landes

Polens Versuche, das Virus einzudämmen, werden durch Ausbrüche in Kohlengruben in der südlichen Region Schlesiens erschwert.

Wie der größte Teil Mitteleuropas reagierte Polen zwar schnell auf die Pandemie, schloss seine Grenzen, schloss nicht wesentliche Geschäfte und verbot große Versammlungen. So gab es weit weniger Todesfälle (1.155) und Infektionsfälle (26.249) als viele Länder in West- und Südeuropa .

In den letzten sechs Wochen hat Polen aber täglich etwa 300 bis 400 Neuinfektionen verzeichnet. Vier von fünf schlesischen Covid-19-Erkrankten sind dabei Bergleute, dazu kommen viele Familienangehörige. Inzwischen ist jeder zweite Corona-Fall in Schlesien ein Minenarbeiter oder ein Mitglied einer Grubenarbeiterfamilie.

In Polen stammt etwa jeder dritte Corona-Infizierte aus Schlesien, wo jedoch nur jeder elfte Pole beheimatet ist. Die Situation in Schlesien ist handgemacht. Die Kohlegruben haben nach Ausbruch der Epidemie ihre Arbeit nämlich nicht eingestellt. Auch nachdem am 5. April in der staatlichen Grube Marcel (bis 1922: Emmagrube) in Radlin unweit von Rybnik der erste Kumpel positiv auf das Virus getestet worden war, arbeitete man einfach weiter. (Quellen: FT, NZZ, 07.06.20)


Essen: Urlaub in der eigenen Stadt

Warum erst hunderte Kilometer fahren? In Essen wird seit Freitag (05.06.2020) Urlaub vor der Haustür gemacht. Insgesamt 18 Hotels bieten den Bürgern ihrer Stadt besonders günstige Konditionen an. Pro Stern und Person kostet ein Hotelzimmer 10 Euro. Inklusive (!) Frühstück. Das Angebot zieht. Insgesamt wurden mehr als 230 Zimmer gebucht, davon 220 Doppelzimmer. Besonders beliebt sind Luxushotels.

Die verfügbaren Zimmer im Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig oder das Mintrops Stadthotel in Essen-Margarethenhöhe sind nahezu ausgebucht. Nach dem Lockdown der letzten Wochen scheinen viele Essener Lust auf Hotelübernachtungen zu haben, glaubt die Organisatorin Vivian Schiller, die Direktorin des Schlosshotels Hugenpoet.

Sie und ihre Kollegen von den anderen Hotels wollen den Essenern eine schöne Auszeit von den eigenen vier Wänden bereiten. Bis zum 15.06.2020 gelten die besonderen Bedingungen für die Essener. (Quelle: WDR, 07.06.20)


Deutschland-Zahlen

Das Robert Koch-Institut meldet 301 bestätigte Neuinfektionen für Deutschland. Die Gesamtzahl der Fälle liegt damit bei 183.979. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöht sich um 22 auf 8668.
(Quelle: RKI, 07.06.20)


Überblick zur Nacht

  • Tausende von Anti-Rassismus-Demonstranten haben auf der ganzen Welt trotz des Verbot in einer Welle von Massenprotesten gegen Rassismus demonstriert, die durch den Tod von George Floyd am 25. Mai in Polizeigewahrsam in den USA ausgelöst wurden.
  • Italien meldete am Samstag 72 neue Todesfälle durch Coronaviren, gegenüber 85 gestern, da das Land offenbar aus der Pandemie hervorgegangen ist, während die Zahl der Coronavirus-Fälle in Kanada 94.335 erreicht hat.
  • Novak Djokovic, im Tennis die Nummer 1 der Welt, hat Zweifel daran geäußert, ob das US Open-Turnier wie geplant im September stattfinden wird. Coronavirus-Beschränkungen würden dies unmöglich machen.
  • Der rechtsgerichtete brasilianische Präsident Jai Bolsonaro hat seine Entscheidung verteidigt, die offiziellen Zahlen zur Coronavirus-Pandemie des Landes nicht mehr im Internet bekannt zu geben. Die Johns-Hopkins-Universität hat daraufhin am Abend Brasiliens Coronavirus-Zahlen aus seinem Tracker entfernt, der seit den Anfängen der Pandemie der weltweit bedeutendste Monitor für die Ausbreitung des Corona-Virus ist.
  • Der Sprecher des kasachischen Staatspräsidenten wurde ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er positiv auf Coronavirus getestet worden war,. Für den Präsidenten soll nach offiziellen Angaben „kein Risiko bestehen“ – eine Aussage ebenso kurz wie falsch.
  • Gegen die Organisatoren der Antirassismus-Demonstrationen in Nordirland werden stafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, weil sie gegen die Corona-Lockdown-Regeln verstoßen hätten, teilte die nordirische Polizei mit, nachdem sich auch in Belfast und Derry nach dem Tod von George Floyd Tausende für Antirassismus-Proteste versammelt hatten.
    (Quelle: The Guardian, 07.06.20)

Frankreich: Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet

Der Louvre und das Schloss von Versailles, die größten Sehneswürdigkeiten des Landes, sind seit dem Wochenende wieder geöffnet. Für die Besucher sind Gesichtsmasken sind obligatorisch und eine Einbahnstraße ist vorgeschrieben. 80% der Versailles-Besucherkommen in der Regel aus dem Ausland.

„Dieses Finanzmodell ist nicht mehr vorhanden. Wir müssen wieder von vorne anfangen “, sagte Catherine Pegard, die Direktorin des Versailler Schlosses, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber wir sind nicht die einzigen.“
(Quelle: The Guardian, 07.06.20)


Wirtschaft in Corona-Zeiten:
Menschen in Probezeit oder mit befristeten Verträgen werden zuerst gekündigt

Im April waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mehr als 2,6 Millionen Deutsche arbeitslos. Das sind 308.000 Menschen mehr als im März und 415.000 mehr als vor einem Jahr. Corona trifft die deutsche Wirtschaft stärker als die Finanzkrise und alle anderen wirtschaftlichen Krisen seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Bundesregierung hat jetzt ein milliardenschweres Konjunkturprogramm verabschiedet, mit der dieses Problem abgefedert werden soll.

Bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern werden derzeit besonders häufig gekündigt: Menschen in Probezeit oder mit einem befristeten Anstellungsvertrag. Beschäftigte mit unbefristeten Jobs könnten in den nächsten Monaten folgen, das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erwartet in der Spitze der Krise drei Millionen Arbeitslose. Der Höhepunkt soll in den nächsten Monaten, noch im zweiten Quartal des Jahres, erreicht werden. Schwierig ist die Situation besonders für diejenigen, die keine Ansprüche auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV hätten, weil sie zum Beispiel keine deutsche Staatsbürgerschaft haben.

Doch Corona verändert die deutsche Wirtschaft so stark, dass selbst Beschäftigte mit Musterlebensläufen und vorbildlichen Berufsbiografien von Arbeitslosigkeit und Unsicherheit betroffen sind. Egal, wie viel Beschäftigte bisher in ihre Karrieren investiert haben: Es kann fast jeden treffen, schreibt der Tagesspiegel und stellt zwei Schicksale vor.

(mehr hier beim Tagesspiegel, 07.06.20)


D-Day 6. Juni ohne Veteranen

Heute vor 76 Jahren landeten die Alliierten in der Normandie, um Nazi-Deutschland zu bezwingen und Europa zu befreien.

In den letzten 75 Jahren sind an jedem 6. Juni die Soldaten, die 1944 die Landung überlebten, zurückgekehrt, um an die zu erinnern, die damals starben. In diesem Jahr sind keine Veteranen an den Stränden, nicht wegen des Alters oder Gebrechen, sondern wegen des Coronavirus.

Frankreich hat zwar seinen strengen zweimonatige Corona-Lockdown vor fast einem Monat beendet, doch die geltenden Gesundheitsvorschriften verbieten Versammlungen von mehr als 10 Personen. Deshalb wurden alle Gedenkfeiern am D-Day abgesagt (…mehr beim Guardian, 06.06.20; Foto D-Day in der Normandie via Pixabay)


Moskau: Buchmesse trotz Corona-Reordzahlen

Trotz anhaltend hoher Corona-Infektionen hat in Moskau auf dem Roten Platz eine Buchmesse begonnen. Es sei wichtig, wieder ins Leben zurückzukehren, teilten die Veranstalter am Samstag mit, an dem in Russland auch der Geburtstag des Nationaldichters Alexander Puschkin und somit der Tag der russischen Sprache gefeiert wird.

Bei den Besuchern der drei Tage dauernden Veranstaltung im Freien werden am Eingang die Temperatur gemessen. Zudem müssen die Gäste wie in der ganzen Stadt vorgeschrieben Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe tragen. Es ist eines der ersten Kulturevents in Moskau seit Einführung der strengen Ausgangssperren im Frühjahr. Andere größere Veranstaltungen sind in Moskau wegen der Pandemie weiter verboten.

Russland ist nach den Infektionszahlen gesehen das am stärksten betroffene Land Europas. Insgesamt wurden bislang knapp 460.000 Fälle registriert. Täglich kommen fast 9000 neue Infektionen in der Statistik dazu; die meisten davon in Moskau. Gestorben sind bislang 5725 Menschen, so die offiziellen Zahlen. (Quelle FAZ, 06.06.20).


Niederlande: Nefarmen müssen alle Tiere töten

Niederländische Nerzfarmen haben mit der von der Regierung angeordneten Keulung der Tiere begonnen. Die Regierung hat die Sorge, dass mit Coronavirus infizierte Tiere das Virus auf den Menschen übertragen könnten. Nach Angaben der Food & Wares Authority des Landes wurden auf 10 niederländischen Farmen infizierte Nerze gefunden, auf denen die Tiere für ihr Fell gezüchtet werden.

„Alle Nerzzuchtbetriebe, in denen eine Infektion vorliegt, werden geräumt, und Betriebe, in denen keine Infektionen vorliegen, werden nicht geräumt“, sagte Regierungssrecherin Frederique Hermie. Die Regierung ordnete am Mittwoch die Keulung von 10.000 Nerzen an, nachdem sie festgestellt hatte, dass betroffene Betriebe als langfristige Reservoire für die Krankheit fungieren könnten.

Holländischer Nerz wurde im April erstmals von seinen Händlern mit Coronavirus infiziert. Die Regierung identifizierte zwei Fälle, in denen Menschen im Mai von kranken Tieren infiziert worden waren. Dies war die einzige bekannte Übertragung von Tier zu Mensch seit Beginn des globalen Ausbruchs in China.

Nach Angaben des niederländischen Verbandes der Pelzfarmer gibt es in den Niederlanden 140 Nerzfarmen, die jährlich Pelz im Wert von 90 Mio. EUR exportieren. Sprecher Wim Verhagen sagte, die Keulung sei für die Landwirte sehr schwer zu akzeptieren, da nur wenige der infizierten Tiere sichtbare Anzeichen von Krankheit aufweisen. Die Regierung entschädigt betroffene Landwirte. (Quelle: The Guardian, 06.06.20)


Göttingen: Roma-Familien widersprechen offizieller Darstellung

Roma-Familien aus Göttingen, die in kleinen Wohnungen das muslimische Zuckerfest gefeiert haben und deshalb für den massiven Ausbruch von Corona verantwortlich sein sollen, setzen sich jetzt gegen die Vorwürfe zur Wehr. In der Stadt haben sich in den vergangenen zwei Wochen mindestens 120 Menschen neu mit dem Virus infiziert, darunter 39 Schülerinnen und Schüler.

Nach Angaben des örtlichen Gesundheitsamts steckten sich viele bei privaten Feiern in dem Iduna-Haus genannten Wohnblock an. In einer Shisha-Bar, in die mehrere Jugendliche nach dem Fest weitergezogen seien, soll sich das Virus weiter verbreitet haben.

Die Stadtverwaltung hatte zudem mitgeteilt, dass viele der ermittelten „Kontaktpersonen ersten Grades“ der Aufforderung sich testen zu lassen nicht gefolgt seien. Ein den Roma-Familien zugeordneter „Patient Null“ könne das Virus weiter in die Stadt getragen habe, weil er ungeachtet einer Quarantäne-Verfügung mehrfach durch die Göttinger Fußgängerzone spaziert sei.

Bei den Familien handelt es sich um miteinander verwandte Roma aus dem Kosovo. Viele von ihnen flüchteten vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat oder den Schikanen der neuen Regierungen nach Deutschland. Ihr Aufenthaltsstatus ist zum Teil ungesichert, manche Familienmitglieder werden von den Behörden lediglich geduldet.

Wegen der Berichte über ihr vermeintliches Fehlverhalten in der Corona-Krise ergießt sich über die „arabisch-albanischen Clans“ („Bild“-Zeitung) seit Tagen eine teils wüste Hetze, die vor allem über die „sozialen Netzwerke“ verbreitet wird.

In einer am Freitag über Facebook verbreiteten Erklärung betont ein betroffener Familienvater, der seinen Namen nicht angibt, dass es anlässlich des Zuckerfestes im Iduna-Zentrum gar keine privaten Feiern gegeben habe. Zusammengekommen seien „mehrere Personen“ lediglich in der nahegelegenen Moschee. Bei dieser vom städtischen Ordnungsamt genehmigten Veranstaltung seien „sämtliche Abstands- und Hygieneregeln eingehalten“ worden.

Der „wahrscheinliche Patient Null“, heißt es weiter, sei nicht „Bestandteil unserer Familie“, es handele sich vielmehr um einen Bewohner des Iduna-Zentrums mit anderer Nationalität. Das Nicht-Einhalten von Hygiene- und Quarantäneregeln anderer Personen dürfe deshalb „nicht uns angelastet werden“. Ein sich „Jojo“ nennender Mann, der in diesen Tagen als eine Art Pressesprecher der Roma im Iduna-Haus fungiert, bestätigt die Angaben am Telefon. „Es gab keine private Feier“, sagt er. „Hundertprozentig nicht“. Und die Sache mit der Shisha-Bar? „Fake. Da ist nichts dran, überhaupt nichts dran“.

Gestützt wird diese Darstellung durch eine Erklärung des Roma-Antidiskriminierungs-Netzwerks. Auch nach dessen Angaben fanden keine Feierlichkeiten statt. Als erster Bewohner des Iduna-Zentrums sei ein Mann an Corona erkrankt, der nicht zu den in den Medien beschuldigten „Großfamilien“ gehöre. Dieser habe mehrfach gegen Quarantäne-Auflagen verstoßen und das Gebäude verlassen. Andere Bewohner, darunter die nun kriminalisierten Familien, hätten die Behörden mehrfach darauf hingewiesen, dass der Infizierte sich nicht an die Quarantäne halte, die Behörden hätten darauf jedoch zunächst nicht reagiert. „Jojo“ zufolge stammt der Betreffende aus Afrika. „Der wurde dann erst aufgrund unserer Anrufe als ‚Patient Null‘ identifiziert“, sagt er.

„Die Stadt hat nicht auf die Beschwerden der Bewohner, dass ein Mann gegen die Quarantäne verstoßen habe, reagiert und schiebt nun ihr eigenes Versagen auf die Bewohnerinnen“, beklagt das Roma-Netzwerk. Zu keinem Zeitpunkt sei versucht worden, zusammen mit den Betroffenen nach Lösungen zu suchen.

Dem Netzwerk zufolge haben die betroffenen Familien „die Angelegenheit nun in die eigenen Hände genommen“: Sie hätten ihre Wohnsituation so organisiert, dass positiv auf das Virus getestete Personen in einer Wohnung lebten und die Gesunden in einer anderen. Die Gesunden versorgten ihre unter Quarantäne stehenden Angehörigen mit den Dingen des täglichen Bedarfs.

Die Stadt Göttingen betonte in einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag, es gebe keinen Grund, an den Familienfeiern zu zweifeln, von denen Kontaktpersonen berichtet hätten. (Quelle: TSP, 06.06.20)


Wiesenhof-Schlachthof in Lohne i.O.: Corona-Infizierte

Eine Mitarbeiterin des Schlacht-und Zerlegebetriebes Wiesenhof ist mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Landkreis Vechta mit, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die Frau sei nicht in einer Sammelunterkunft untergebracht, sondern in einer Privatwohnung. Das Land hat angeordnet, sämtliche Mitarbeiter der Fleischindustrie auf das Coronavirus zu untersuchen. Bei Wiesenhof in Lohne sollen die fast 600 Testergebnisse am Sonnabend vorliegen. (Quelle: NDR, 06.06.20)


Mecklenburg-Vorpommern: Quarantäne für Hunderte

In Mecklenburg-Vorpommern müssen sich rund 350 Einwohner in häusliche Isolation begeben. In Grimmen war ein Priester, der am Pfingstsonntag einen Gottesdienst gehalten hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle Besucher des Gottesdienstes müssen nun in Quarantäne.

Gleiches gilt für etwa 250 Gäste, die am Pfingstmontag in Stralsund einen Fest-Gottesdienst zur Verabschiedung eines anderen Priesters besucht hatten. Alle hätten am Pfingstsonntag oder -montag an den katholischen Gottesdiensten in Stralsund oder Grimmen teilgenommen, begründete Landrat Stefan Kerth (SPD) heute die sogenannte Allgemeinverfügung.

Laut Behörden wurden inzwischen auch Personen positiv auf das Virus getestet, die keinen direkten Kontakt zu den Priestern hatten. Keiner der Verdachtsfälle müsse aber derzeit in einem Krankenhaus behandelt werden. (Quelle: ARD, 06.06.20)


Großbritannien: Ärzte und Wissenschaftler warnen vor 2. Welle im Winter

Führende Ärzte und Wissenschaftler haben die britische Regierung eindringlich dazu aufgerufen, das Land auf eine mögliche zweite Infektionswelle im Winter vorzubereiten. Großbritannien gehöre zu den Ländern mit den höchsten Todesraten, betonten die Experten in einem im „Guardian“ veröffentlichten Schreiben. „Besonders schlimm sind die Armen und bestimmte ethnische Minderheiten betroffen.“

Nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums sind bereits mehr als 40.000 Corona-Infizierte gestorben – kein anderes Land in Europa verzeichnet so viele Opfer. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus. Angesichts der Lage im Land halten viele von ihnen die Lockerung von Maßnahmen gegen die Pandemie für verfrüht.

Die Regierung in London steht seit Wochen in der Kritik, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert. Es mangelt an Ärzten, Pflegepersonal, Schutzausrüstungen und Tests. (Quellen: Guardian, FAZ, 06.06.20)


„Mischen Sie sich ein, wenn Sie Judenhass erleben!“

Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen sind ein Sammelbecken für Verschwörungsmythiker und Vertreter extremer Haltungen. Diese Mischung ist brandgefährlich. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat dies in einem Gastbeitrag in der FAZ unterstrichen.

„Je fragiler der gesellschaftliche Zusammenhalt ist, je größer Angst und Unsicherheit werden und je mehr gleichzeitig die Räume für physischen sozialen Austausch schrumpfen, desto eher wenden sich Menschen solchen Sündenbockerklärungen zu. Die Angst vor dem unsichtbaren Virus verbindet sich mit dem Wunsch, konkrete Schuldige identifizieren zu können. Das ist ein Grundmechanismus antisemitischen Denkens.“

mehr in der FAZ (Quelle), 06.06.20)


Corona-Zeiten: SPD Dortmund mit Parteitag im Autokino

Wo zur Corona-Zeit eigentlich Hollywood-Filme und Klassiker über die Leinwand laufen, wurde am Samstag nicht nur der Parteitag in Vorbereitung auf die Kommunalwahl im November abgehalten, sondern auch die Vertreterversammlung wiederholt.

Eigentlich hatte die Dortmunder SPD das alles schon längst hinter sich. Bereits Ende N