Israel beginnt mit dritter Impfung älterer Menschen

In Israel können sich ab Sonntag alle Menschen ab 60 zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Zudem werden Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Gesundheitsrisiko erlaubt. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Impfungen bereits seit Anfang Juni offen. Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu dem Alleingang bei den Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer entschlossen. Trotz der steigenden Infektionszahlen dürfen geimpfte Touristen ab Sonntag wieder nach Israel einreisen. (Quelle: ARD, 31.07.21)


Demo gegen Corona-Maßnahmen in der Schweiz

In der Schweiz haben mehrere tausend Menschen gegen die Einschränkungen in der Corona-Pandemie und gegen die Impfkampagne demonstriert. Laut Polizei versammelten sich in Luzern rund 5000 Demonstranten. Ein Beamter sei im Laufe der Kundgebung angegriffen und verletzt worden, hieß es. Zwei Menschen seien vorübergehend festgenommen worden.

Die Demonstranten kritisierten, dass die Corona-Politik die Freiheit unnötig und viel zu stark einschränke. „Freiheit ist systemrelevant“, lautete eines der Transparente.
In Luzern versammeln sich Demonstranten zu einer Kundgebung des sogenannten „Aktionsbündnis der Urkantone“ gegen die Corona-Maßnahmen des Bundes.
Initiiert wurde die Kundgebung in Luzern vom „Aktionsbündnis der Urkantone“. (Quelle: Tagesschau, 31.07.21)


„Querdenken“-Demo am Abend in Berlin bleibt verboten

Eine für den Abend angemeldete Demonstration aus dem „Querdenken“-Milieu in Berlin bleibt verboten. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) jetzt entschieden. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Damit bestätigte das OVG eine Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts. Insgesamt wurden 13 fürs Wochenende geplante Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen verboten. Über das endgültige Verbot einer weiteren „Querdenken“-Kundgebung im Berliner Tiergarten, an der 22.500 Menschen angemeldet worden waren, hat das OVG noch nicht befunden.

Entgegen der Erwartungen eines erhöhten Demonstrations-Aufkommens trotz der Verbote gestaltet sich die Lage für die Polizei ruhig. Nur vereinzelt seien Personendaten aufgenommen und Platzverweise erteilt worden, von Menschen, die zu eigentlich verbotenen Demonstrationen wollten, sagte ein Polizeisprecher. (Quelle: RBB, 31.07.21)


WHO, WTO, IWF und Weltbank fordern Impfstoff für alle

Vier der wichtigsten internationalen Organisationen haben in einem gemeinsamen Appell mehr Corona-Impfstoff für ärmere Länder gefordert. In den Entwicklungsländern herrsche eine „akute und alarmierende Knappheit“ an Vakzinen, erklärten die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Welthandelsorganisation (WTO), der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank. Länder mit großen Impffortschritten sollten dringend Dosen für ärmere Länder freigeben. (Quelle: Tagesschau, 31.07.21)


Grünen-Politiker: Kostenpflichtige Tests schaffen keinen Impfanreiz

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen bezweifelt, dass mit der Abschaffung der kostenlosen Corona-Tests Menschen zum Impfen bewegt werden können. Das sei ein Trugschluss, sagte Dahmen dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. „Ich bin als Arzt und Politiker nicht davon überzeugt, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt Menschen mit Debatten über Druck, Zwang und Bestrafung zum Impfen bekommen.“ Dahmen forderte stattdessen mehr Aufklärung und Informationen über das Impfen. (Footo: JD/twitter; Quelle: Tagesschau, 31.07.21)


Landkreis Berchtesgadener Land verschärft Corona-Regeln

Weil im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land die Inzidenz unverändert hoch bleibt, gelten von Montag an wieder strengere Regeln. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lag der Wert heute bei 60,4. Damit ist der oberbayerische Landkreis auch bundesweiter Spitzenreiter.

Auf der Homepage des Landratsamts kündigte die Behörde an, dass von Montag an wieder in vielen Bereichen eine Testpflicht gilt – zum Beispiel in der Gastronomie oder bei kulturellen Veranstaltungen. Davon ausgenommen seien vollständig Geimpfte und Genesene. Zudem greifen strengere Kontaktbeschränkungen: Es dürfen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und zwei weiteren Haushalten treffen, Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Wenn in drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem bayerischen Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Inzidenz höher als 50 liegt, gelten am übernächsten Tag strengere Regeln. Die Zahlen zur Berechnung der Inzidenz beruhen auf den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Morgen. Sie können sich nachträglich noch ändern. Die LGL-Daten stammen ebenfalls vom Morgen. (Quelle: Tagesschau, 31.07.21)


Frankreich: Erneut Demos gegen Gesundheitspass und Impfpflicht

Der Protest gegen die Ausweitung des Gesundheitspasses und die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen in Frankreich hält an. In der Hauptstadt Paris versammelten sich das dritte Wochenende in Folge Tausende Menschen, um gegen die verschärften Regelungen zu demonstrieren.

Insgesamt waren in mehr als 150 Städten, darunter Toulon, Montpellier, Bordeaux, Marseille und Nizza, Demonstrationen angemeldet. Bereits an den beiden vergangenen Wochenenden waren jeweils mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen.

In Paris mischten sich auch viele Anhänger der „Gelbwesten-Bewegung“ unter die Demonstranten. Sie warfen der Regierung auf Plakaten unter anderem einen „Angriff auf die Freiheit“ vor. Mehr als 3.000 Polizisten waren im Einsatz, unter anderem auf den Champs-Elysées, deren Hauptzugänge abgeriegelt waren.

Das französische Parlament hatte das Gesetz zur Verschärfung der Corona-Regeln am vergangenen Sonntag nach langem Ringen verabschiedet. Es tritt am 9. August in Kraft. Denkbar wäre allerdings, dass der Verfassungsrat das Gesetz noch verhindert. Die Opposition hatte das Gremium angerufen, entscheiden soll es am 5. August. Frankreich kämpft derzeit mit zahlreichen Neuinfektionen während der vierten Corona-Welle. Zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei etwa 214. Etwa 47 Prozent aller Franzosen sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

(Quelle: Tagesschau, 31.07.21)


China: Steigende Zahlen – Örtlich harte Maßnahmen

Auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante reagieren Chinas Behörden mit harten Maßnahmen. Im Pekinger Stadtbezirk Changping, wo bisher zwei Fälle gemeldet wurden, müssen rund 41.000 Menschen in ihren Wohnungen bleiben. In der chinesischen Hauptstadt handelt es sich um die ersten offiziell verzeichneten Corona-Fälle seit sechs Monaten.

Die Touristenstadt Zhangjiajie in der Provinz Hunan, in der eine Handvoll Ansteckungen auf eine Theatervorstellung zurückzuführen sind, verhängte am Freitag eine Ausgangssperre für alle 1,5 Millionen Einwohner und schloss alle Touristenattraktionen, wie aus einer offiziellen Mitteilung hervorgeht. Die Regierung in Peking verfolgt eine Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz kleine Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet. In insgesamt 14 Provinzen verzeichneten die Behörden am Samstag einen Anstieg der Infektionsfälle. Im Juli registrierten die Behörden 328 symptomatische Infektionen – fast genauso viele wie im gesamten Zeitraum von Februar bis Juni. (Quelle: Tagesschau, 31.07.21)


London ruft Schwangere wegen Delta zur Impfung auf

Die britischen Gesundheitsbehörden haben angesichts des Vormarsches der Delta-Variante alle Schwangeren aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Einen entsprechenden offenen Brief an schwangere Frauen, Hausärzte und Geburtshelfer veröffentlichte die leitende Hebamme des Gesundheitsdienstes in England, Jacqueline Dunkley-Bent. Sie wies auf eine neue Studie hin, wonach sich bei ungeimpften Schwangeren das Risiko einer schweren Erkrankung erhöht hat, seit die Delta-Variante im Land grassiert.

Der Impfstoff könne Schwangere davor schützen, ins Krankenhaus zu müssen, erklärte Dunkley-Bent in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. Er könne das Leben von Mutter und Kind retten. Laut der neuen Studie der Universität von Oxford ist der Anteil der schwangeren Frauen, die mit einer mittelschweren bis schweren Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurden, seit dem Auftreten der Delta-Variante im Mai „erheblich“ gestiegen. 99 Prozent von ihnen waren demnach nicht geimpft, jede Zehnte musste intensivmedizinisch behandelt werden. (Quelle: Tagesschau, 31.7.2021


Berliner OVG befasst sich mit Corona-Demos

Die Verbote von Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen beschäftigen nun das Berliner Oberverwaltungsgericht. Bis zum frühen Samstagmittag seien drei Eilanträge gegen das Verbot einer Demonstration am Samstag und von zweien am Sonntag eingegangen, sagte eine Sprecherin. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte am Freitag einen Antrag gegen das Verbot einer „Querdenken“-Demonstration zurückgewiesen. Die Berliner Polizei hatte bis Freitagabend insgesamt 13 am Wochenende geplante Demonstrationen verboten, die dem Milieu der „Querdenken“-Szene zugerechnet werden. (Quelle: Tagesschau, 31.7.2021)


D: Jeder fünfte Jugendliche einmal geimpft

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn sind 900.000 der 12- bis 17-Jährigen geimpft, jeder Fünfte in dieser Altersgruppe erhielt eine Erstimpfung.


ArbeiterInnen kehren in Bangladesch in Fabriken zurück

In Bangladesch bereiten sich Hunderttausende Arbeiterinnen und Arbeiter der Textilindustrie auf die Rückkehr in die Fabriken vor. An Bahnhöfen, Fährhäfen und Busstationen in mehreren Teilen des südasiatischen Landes herrschte großes Gedränge. Allein am 70 Kilometer von Dhaka entfernten Fährhafen Shimulia warteten Zehntausende auf ihren Transport in die Hauptstadt.

Zuvor hatte die Regierung ab Sonntag die Wiederöffnung der 4.500 Textilfabriken angekündigt, die die europäischen und nordamerikanischen Märkte mit Kleidung beliefern. Angesichts neuer Höchststände bei den Corona-Neuinfektionen hatten die Behörden zunächst die Schließung von Fabriken, Büros und Geschäften bis zum 5. August angeordnet. Nun dürfen Bekleidungsfabriken vorzeitig öffnen, die namhafte westliche Modemarken beliefern.

Die für das Land wirtschaftlich bedeutende Textilindustrie hatte vor „katastrophalen Konsequenzen“ gewarnt, sollten die Aufträge der internationalen Mode-Labels nicht fristgerecht ausgeführt werden. Die Branche hat in Bangladesch mehr als vier Millionen Beschäftigte. Nach offiziellen Angaben wurden in dem Land bisher rund 1,2 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 20.000 Todesfälle durch Covid-19 registriert. Experten gehen aber davon aus, dass die tatsächlichen Infektions- und Todesfälle mindestens vier Mal so hoch liegen. (Quelle: Tagesschau, 31.7.2021)


Mehr als 4.000 Neuinfektionen in Tokio

In der Olympia-Stadt Tokio setzt sich der Anstieg der Neuinfektionen fort. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 4058 neue Infektionen registriert. Es ist das erste Mal, dass die Zahl der Fälle über der Marke von 4000 liegt, nachdem die Neuinfektionen drei Tage lang jeweils über 3000 gelegen hatten.

Der wichtigste Coronavirus-Berater der Regierung, der Mediziner Shigeru Omi, hatte angesichts der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante vor einer Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt. Die japanische Regierung setzt auf die freiwillige Kooperation der Bevölkerung. Harte Ausgangssperren verhängte Japan seit Beginn der Pandemie nie. Die Regierung fordert die Bürger immer wieder auf, zu Hause zu bleiben und sich die Olympischen Spiele dort anzuschauen. Auch an die Jüngeren wird inzwischen appelliert, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Es gibt aber Klagen über Vakzin-Mangel. In Japan sind bisher vor allem die über 65-Jährigen geimpft. (Quelle: Tagesschau, 31.07.21)


194.000 (!) neue Infektionen in den USA

Die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen in den USA ist deutlich gestiegen. Die Behörden meldeten für Freitag 194.608 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Die ungewöhnliche hohe Zahl liegt wahrscheinlich darin begründet, dass der von der gegenwärtigen Corona-Welle besonders betroffene Bundesstaat Florida Neuinfektionen nur noch einmal pro Woche meldet. Der Staat meldete am Freitag 110.477 Neuinfektionen – rund 50 Prozent mehr als in der Vorwoche. Der allergrößte Teil der erfassten Infektionen sind nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC auf die Delta-Variante zurückzuführen. Bislang haben in den USA nach Daten der Gesundheitsbehörde CDC 57,2 Prozent der Menschen mindestens eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten, 49,4 Prozent sind vollständig geimpft.


Gesundheitsministerium will Ende der kostenlosen Coronatests

Die Bundesregierung plant ein Ende der kostenlosen Coronatests. „Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen“, teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.

Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Corona-Tests sollten kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können – also in wenigen Wochen.“ Ausnahmen müssten natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche.(Quelle: ARD, 31.7.2021)


BDI-Präsident: „Impfen, impfen, impfen“

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, hat eindringlich zum Impfen aufgerufen. „In der Tat sind wir momentan in einem Wettlauf zwischen Impfdurchdringung und neuen Virusvarianten. Es ist ja nicht gesagt, dass Delta die letzte ist“, sagte er im Interview der Woche im Deutschlandfunk: „Der einzige Weg, der für mich plausibel erscheint – und ich habe auch noch keinen anderen Vorschlag von Wissenschaftlern gehört – ist: impfen, impfen, impfen.“ Er sei kein Fan vom Schlagwort Impfpflicht, fügte Russwurm hinzu: „Ich bin grundsätzlich jemand, der an die Eigenverantwortung und die Eigenverantwortlichkeit des Menschen glaubt.“ Aber wer sich, „ohne dass er eine medizinische Begründung dafür hat, die Impfung verweigert, der muss auch akzeptieren, dass er dafür Konsequenzen tragen muss.“ (Quelle: ARD, 31.7.2021)


Emsland-Überblick

Aktuell liegt die Quote der Erstimpfungen im Emsland bei 67,01 Prozent, vollständig geimpft sind inzwischen 53,31 Prozent der Emsländerinnen und Emsländer. Damit liegen die Werte zwar spürbar über dem Bundesdurchschnitt (61,3 Prozent erstgeimpft, 50,9 Prozent vollständig geimpft; Stand 28.07.2021), zum Schutz aller ist es trotzdem unerlässlich, diese Quote kontinuierlich und deutlich zu steigern. Angesichts der nunmehr hohen Verfügbarkeit aller Impfstoffe haben sich niedrigschwellige Impfaktionen ohne vorherige Anmeldung als effektives Mittel erwiesen, deshalb steht für die kommenden Tage erneut eine ganze Reihe derartiger Angebote auf dem Programm der Impfteams.

Zuletzt konnten bereits verschiedene Sonderimpfaktionen erfolgreich durchgeführt werden, in den Impfzentren etwa eine Kinderimpfaktion mit rund 400 Impfungen. Auch die Impfwoche ohne Anmeldung, bei der von Montag bis Donnerstagabend mehr als 1300 Erstimpfungen erfolgt sind, ist auf sehr gute Resonanz gestoßen und wird daher bis auf Weiteres verlängert: Die Impfzentren in Lingen (Emslandhallen) und Papenburg (Forum Alte Werft) sind also weiter jeweils von 9 bis 12:30 Uhr sowie von 13:30 bis 16:30 Uhr für spontane Erstimpfungen geöffnet, eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht erforderlich.

Gute Erfolge konnten zuletzt auch die mobilen Impfteams im Rahmen von Sonderimpfaktionen verbuchen – etwa in Dörpen (160 Erstimpfungen) oder mit einer betriebsinternen Impfaktion für Mitarbeitende der Meyer-Werft sowie deren Partnerfirmen (ca. 380 Impfungen).

Weitere niedrigschwellige Impfmöglichkeiten werden daher in den kommenden Tagen in den emsländischen Kommunen angeboten: So gibt es beispielsweise vor dem Heimspiel des SV Meppen (Samstag, 31.07.) am Stadion von 11 bis 14 Uhr die Möglichkeit, sich unkompliziert impfen zu lassen. Am Montag, 02.08., erfolgt von 10 bis 13 Uhr eine Impfaktion an der Hochschule Osnabrück am Campus Lingen. Ebenfalls am kommenden Montag ist ein mobiles Impfteam in der Aula der Grundschule Werlte (Hilligenweg 48, 49757 Werlte) von 9 bis 16 Uhr im Einsatz. Am Dienstag, den 4. August, können sich Impfwillige im Familienzentrum in Sögel (Prinzenkamp 1, Sögel) von 9 bis 16 Uhr impfen lassen. In der Stadt Haren wird am Mittwoch, den 5. August, von 9:30 bis 12 Uhr am Rathaus ein Impfangebot unterbreitet, von 14 bis 16 Uhr werden Impfungen bei der Tafel im evangelischen Gemeindezentrum angeboten.

Die verschiedenen Angebote beziehen sich auf Erstimpfungen, erhältlich sind in der Regel alle derzeit zugelassenen Impfstoffe, da die Zahl der verfügbaren Impfdosen die Zahl der Impfwilligen inzwischen deutlich übersteigt. Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht erforderlich, mitzubringen ist lediglich ein Ausweisdokument bzw. Lichtbildausweis und – sofern vorhanden – der Impfausweis. Eine Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren kann in Begleitung eines Erziehungsberechtigten und nach Beratung ebenfalls erfolgen. (Quelle: NordNews, 31.07.21)


Grafschafter Zahlen

Zehn neue Corona-Fälle meldet der Landkreis Grafschaft Bentheim am Sonnabend. Damit steigt der Sieben-Tage-Inzidenzwert erneut auf nun 20,4. Am Freitag war er vorübergehend auf 13,1 gesunken. In Quarantäne befinden sich zurzeit 206 Bewohner der Grafschaft (Freitag: 197). Der Landkreis verzeichnet zurzeit 57 aktuelle Covid-19-Fälle. Diese verteilen sich wie folgt auf die sieben Kommunen:
Bad Bentheim: 9 (-3), Emlichheim: 0 (-1), Uelsen: 6 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 1 (0), Nordhorn: 30 (0) und Schüttorf: 11 (+5) (Quelle: GN, 31.07.21)


Zahlen im Emsland

An Wochenenden informiert der Landkreis Emsland seine Bevölkerung nicht über die aktuelle Entwicklung. Er meldet die Neuinfektionen nur an das Robert Koch-Institut des Bundes in Berlin.

Danach beträgt die 7-Tage-Inzidenz 10,1 (Grafik links). Sie liegt damit unter der 10,7, der Zahl des gestrigen Tages: Die Zahl der Infizierten belief sich gestern auf 12.794, heute sind es mit 12.790 und damit vier Infizierte weniger als gestern. In diesem Punkt werfen die Daten des emsländischen Gesundheitsamtes einmal mehr eher Fragen auf, als dass die Antworten geben – auch wenn es auf der Website des Landkreises heißt, die Daten „würden im Nachgang bereinigt“ (z.B. doppelte Erfassungen der vergangenen Monate (sic!) korrigiert)“. Ausgerechnet am Wochenende?


Niedersachsen und Corona

Am Samstag, 31. Juli, sind in Niedersachsen 219 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts zwei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.817. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 264.988 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Rund 256.000 sind genesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt leicht. Sie liegt jetzt bei 15,8 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 16,2 Fälle). (Quelle: RKI, 31.07.21)


Radprofi Geschke kehrt bald nach Deutschland zurück

Der positiv auf Corona getestete Radprofi Simon Geschke wird am Sonntag Japan verlassen und in die Heimat zurückkehren. Wie der Deutsche Olympische Sportbund mitteilte, ist auch ein vorgeschriebener zweiter PCR-Test zur Aufhebung der Quarantäne negativ ausgefallen. Der 35-Jährige war am vergangenen Samstag nach einem positiven Corona-Test in ein abgeschottetes Hotel in Tokio gebracht worden. Nach den Pandemie-Vorschriften für Olympia hätte Geschke bis maximal 14 Tage in der Quarantäne festgehalten werden können. „Wir haben im intensiven Austausch zwischen unserem Leitenden Olympiaarzt Bernd Wolfarth, den Behörden und der Medizinischen Kommission des IOC die Rückreise um zwei Tage beschleunigen können“, sagte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig der Nachrichtenagentur dpa. „Dennoch bleiben unser großes Bedauern und Mitgefühl für Simon Geschke, der durch die Infektion um sein olympisches Erlebnis gebracht wurde.“ Im Umfeld der Olympischen Spiele in Tokio sind 21 weitere Corona-Fälle registriert worden. Das gaben die Organisatoren der Spiele bekannt. Athleten sind dieses Mal nicht betroffen. (Quelle: Sportschau, 31.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit nun dreieinhalb Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Morgen lag sie bei 16,9 – am Vortag betrug der Wert 16,5, am Samstag der Vorwoche 13,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2400 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1919 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 28 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.769.165 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.653.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.658. (Quelle: RKI, 31.07.21)


Australien: Behörden verhängen Ausgangssperre in Brisbane

Die Behörden haben in Australiens drittgrößten Stadt Brisbane nach einem Corona-Ausbruch eine strenge Ausgangssperre verhängt. Wie der stellvertretende Ministerpräsident des australischen Bundesstaates Queensland, Steven Miles, mitteilte, werden Millionen von Einwohnern der Stadt und einiger anderer Gebiete ab Samstagnachmittag für drei Tage zu Hause bleiben müssen. Australien hatte die Corona-Pandemie lange mit der Schließung seiner Grenzen, der schnellen Verhängung von Lockdowns bei Ausbrüchen und intensiver Kontaktverfolgung weitgehend eindämmen können. Allerdings sind nur rund 13 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft und seit einem Monat steigt aufgrund der hochansteckenden Delta-Variante die Zahl der Infektionen. Mit Sydney befindet sich größte Stadt des Landes bereits seit Wochen im Lockdown. (Quelle: ARD, 31.07.21)


Scholz: Menschen sollten untereinander für Impfung werben

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) ruft die Bürger auf, untereinander für Impfung zu werben. „Wir alle sollten bei der Arbeit oder im Sportverein sagen: Ich habe mich impfen lassen, das war gut.“ Wer sich so verhalte, leiste einen Beitrag, auch diejenigen zu überzeugen, die skeptisch seien, sagt Scholz der Funke Mediengruppe. Zusätzlich sollten Inzidenzen nicht mehr als Hauptrichtwert in der Pandemie gelten. Die Situation in Krankenhäusern und auf Intensivstationen müsse auch betrachtet werden.

Scholz: „Die Infektionszahlen steigen wieder, damit müssen wir umgehen. Aber es ist schon ein großer Unterschied zum Winter und zum Frühjahr, weil so viele jetzt geimpft und damit geschützt sind.“ (Quelle: ARD, 31.07.21)


SPD-Spitze ermutigt Jugendliche zur Immunisierung

Führende SPD-Politiker dringen auf mehr Impfungen gegen das Corona-Virus bei jungen Menschen. „Die Infektion selbst mag bei den meisten Kindern und Jugendlichen harmlos verlaufen. Doch auch bei ihnen gibt es die Gefahr von Long-Covid“, sagte die Ko-Parteivorsitzende Saskia Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie sprach sich dafür aus Impfmobile zu den Schulen zu schicken, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen.

Esken fordert ebenso wie Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz junge Menschen auf, sich auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission immunisieren zu lassen. Impfstoffe seien zugelassen und stünden zur Verfügung, sagte Scholz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ich traue 15-Jährigen zu, gemeinsam mit ihren Eltern eine solche Entscheidung treffen zu können.“

Die Stiko empfiehlt die Impfung für zwölf- bis 17-Jährige bislang nicht generell, sondern nur für Risikogruppen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna aber bereits für diese Altersgruppe freigegeben. Mit dem Einverständnis ihrer Eltern können die Kinder und Jugendlichen sich deshalb bereits impfen lassen. (Quelle: ZEIT, 31.07.21)


Städtetag wünscht sich mehr Impfungen an Schulen

Auch der Deutsche Städtetag hat vor Beginn des neuen Schuljahrs in einigen Bundesländern mehr Impfungen für ältere Schüler an Schulen gefordert. “Um den Unterricht in Präsenz abzusichern, appellieren wir an die Länder, mehr Impfungen in Schulen möglich zu machen”, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Mehr Impfangebote für die über Zwölfjährigen könnten ein Beitrag sein zum Schutz junger Menschen und für weniger Infektionen an Schulen sein.

Das könne über mobile Impfteams in den Schulen laufen, wie in Schleswig-Holstein, oder über mehr Angebote für Jugendliche etwa in Fußballstadien oder Einkaufszentren, sagte Dedy.
Wir müssen mit den Impfungen zu den jungen Leuten gehen und nicht warten, bis sie ins Impfzentrum oder in die Arztpraxis kommen.

Allerdings bedürfte es dazu dann erst des Einverständnisses der Eltern. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein starten an diesem Montag mit dem neuen Schuljahr, Hamburg folgt am Donnerstag. Alle drei Länder starten mit Präsenzunterricht. Es werde nach Schulbeginn mit Sicherheit zu neuen Infektionen kommen. Die Länder müssten Klarheit schaffen, wie Unterrichtsausfall trotz neuer Corona-Infektionen vermieden werden könne, fordert Dedy, die Quarantäne-Regeln dürften für Schulen daher nicht zu streng sein. Die Länder sollten sie bundesweit einheitlich fassen, damit für alle Schulen das Gleiche gelte. Quelle: ZEIT, 31.07.21)


Bundestagswahl auch in vierter Corona-Welle sicher

Bundeswahlleiter Georg Thiel sieht die Bundestagwahl Ende September auch bei einem heftigen Verlauf der vierten Corona-Welle nicht in Gefahr. „Wir haben alle Schlüsselpositionen dreifach besetzt und sorgen dafür, dass ab Anfang September diese drei Personen nicht mehr zusammen in einem Raum sind“, sagte Thiel der Rheinischen Post. Auch auf einen steigenden Briefwahl-Anteil seien die Wahlleiter gut vorbereitet.

„Es gibt zum Beispiel QR-Codes auf den Wahlbenachrichtigungen, um die Beantragung der Briefwahlunterlagen zu vereinfachen und zu beschleunigen“, sagte Thiel. „Das Personal für die Bearbeitung dieser Anträge ist stark aufgestockt worden“. Insgesamt würden dieses Jahr mehr Wahlhelfer benötigt. Es werde vielerorts weniger Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in den Urnenwahllokalen dafür mehr in den Briefwahlbezirken geben. Und es solle nach Möglichkeit größere Wahllokale geben, um Abstände besser einhalten zu können.

Eine Herausforderung sei die Organisation in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten. Besonders im Wahlkreis 198 in Rheinland-Pfalz, in dem unter anderem Ahrweiler liegt, „sind vielerorts die für die Wahl relevanten Strukturen nicht mehr existent“, sagte Thiel. Seine Behörde plane deshalb, provisorische Infrastruktur aufzubauen. Wo Wahllokale fehlen, könnten etwa Zelte oder Container aufgestellt werden, sagte er der Zeitung. Gerüchte über eine Verschiebung der Wahl in den betroffenen Gebieten wies er zurück. „Auch in den Überschwemmungsgebieten findet die Bundestagswahl am 26. September statt.“ (Quelle: ZEIT, 31.07.21)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Großbritannien hat mit der Lieferung von 9 Millionen Covid-19-Dosen ins Ausland begonnen. Zu den Ländern, die davon profitieren sollen, gehören Belize, Indonesien und Kenia.
  • Dr. Anthony Fauci sagte, die Erteilung der vollständigen Zulassung für Covid-19-Impfstoffe könnte Amerikaner anspornen, die sich bisher nicht impfen ließen. Derzeit sind die Impfstoffe Moderna, Pfizer/BioNTech und Johnson & Johnson nur unter Ausnahmeorschriften zugelassen.
  • Die USA haben bis Freitag 344.928.514 Dosen Covid-19-Impfstoffe verabreicht und 399.090.105 Impfdosen verteilt, teilten die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten CDC mit.
  • Afrikas konsequentester Lockdown in Uganda wurde nach 42 Tagen gelockert. Präsident Yoweri Museveni hat die Beschränkungen, die eingeführt wurden, um eine umfassende zweite Welle von Covid-Infektionen zu stoppen, einige Märkte und Einkaufszentren wiedereröffnet.
  • In Mexiko hat das Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass am Freitag weitere 459 Menschen an Covid-19 gestorben sind, was die Zahl der Todesopfer auf mindestens 240.456 erhöht. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer soll allerdings bis zu 60 % über den offiziellen Zahlen liegen.
  • In Brasilien sind weitere 963 Menschen an Covid-19 gestorben, was die Zahl der Todesopfer auf 555.460 erhöht. Weitere 40.904 Neuinfektionen wurden offiziell bestätigt, womit das Land seit Beginn der Pandemie mehr als 19,8 Millionen Fälle registriert hat.
  • In Kanada hat die Chefin der Nationalen Gesundheitsbehörden davor gewarnt, dass das Land einer vierten Welle von Covid-19 ausgesetzt sein könnte, wenn die CoViD-Beschränkungen zu schnell aufgehoben werden. Zugleich forderte sie die junge Menschen in Kanada auf, sich impfen zu lassen.
  • Der Walt Disney Konzern macht die Impfung für alle ihre Beschäftigten in den USA verpflichtend, berichtet Reuters.
  • Die EU wird wahrscheinlich bis Oktober 40 Millionen weitere Moderna-Impfstoffdosen erhalten, nachdem die Produktion in den US-amerikanischen Fabriken gesteigert worden ist.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat nachdrücklich dazu aufgerufen, Covid zu stoppen, bevor tödlichere Varianten auftauchen. Offizielle erklärte, die Delta-Variante sei eine Warnung an die ganze Welt, gegen das Virus vorzugehen, bevor es wieder zu etwas Schlimmerem mutiere.
    (Quelle: The Guardian, 31.07.21)

Offizielle Zahl der Todesopfer in Mexiko steigt auf über 240.000

Das mexikanische Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass am Freitag weitere 459 Menschen an Covid-19 gestorben sind, was die Zahl der Todesopfer auf mindestens 240.456 erhöht. Die tatsächliche Zahl soll, u.a. aufgrund von Problemen bei der Datenübermittlung, um bis zu 60 % höher liegen.

Im Land wurden weitere 19.346 neue Fälle offiziell bestätigt, was bedeutet, dass 2.829.443 Menschen in dem südamerikanischen Land das Virus inzwischen hatten, berichtet Reuters. (Quelle: The Guardian, 31.07.21)


Kanada: Warnung vor 4. Welle

Kanadas Chief Public Health Officer hat gewarnt, dass das Land mit einer vierten Welle von Covid-19 konfrontiert sein könnte, wenn die Beschränkungen zu schnell aufgehoben werden.

Dr. Theresa Tam sagte, die Impfraten hätten dazu beigetragen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle zu reduzieren, doch die Rate müsse weiter steigen, um eine neue Belastung der Krankenhäuser zu vermeiden. Sie verwies auf die Delta-Variante, die hinter einer zukünftigen Zunahme der Fälle stehen werde.

Associated Press berichtet, dass sie junge Leute aufforderte, sich so schnell wie möglich vollständig impfen zu lassen, und sagte, dass sie weiterhin hinter anderen Altersgruppen zurückbleiben und mit den höchsten Übertragungsraten von Krankheiten in Verbindung gebracht werden.

Etwa 6,3 Millionen Kanadier sind bisher ungeipmft und mehr als 5 Millionen haben noch keine zweite Impfung erhalten, erläuterte sie in einer Pressekonferenz. „Mit etwas mehr als fünf Wochen bis zum Ende der Ferien in Kanada ist diese Zeit entscheidend für den Aufbau des Schutzes, bevor wir uns diesen Herbst an Schulen, Hochschulen, Universitäten und Arbeitsplätzen treffen“, erläuterte Frau Tam. (Quelle: The Guardian, 31.07.21)



Krankenhausgesellschaft fordert mehr Transparenz durch Indikatorenmix

In der Debatte um die Hauptrichtwerte für Corona-Lockerungen hat sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zu Wort gemeldet. Die DKG fordert eine Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen als maßgeblichen Richtwert. „Es kann doch nicht sein, dass das Robert-Koch-Institut auf allen diesen Daten sitzt, keine neuen Vorschläge macht und wir nach wie vor nur über die Inzidenzen reden“, sagte DKG-Chef Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Auch Bundes- und Landespolitiker verschiedener Parteien hatten sich zuletzt gegen die Inzidenz als Hauptrichtwert ausgesprochen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verwies auf die hohe Impfquote, dank der eine höhere Inzidenz nicht so schnell zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führe.

Das maßgeblich für die Beobachtung des Infektionsgeschehens zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) will aber weitgehend an der Inzidenz als Richtwert für Corona-Maßnahmen festhalten. „Das ist für mich unbegreiflich“, sagte DKG-Chef Gaß. Es gehe schließlich darum, „die Akzeptanz in der Bevölkerung für Maßnahmen gegen Corona zu erhalten“.
Gaß geht davon aus, dass die neue Testpflicht für Reiserückkehrer zu steigenden Inzidenzen führen wird, weil schlichtweg mehr getestet wird. Diese Entwicklungen müssten richtig eingeordnet werden, etwa Gegenüberstellung mit der Quote der positiven Testergebnisse, sagte er.

Die DKG will mit einem Mix aus verschiedenen Indikatoren mehr Transparenz schaffen. Nach Informationen des RND schwebt den Krankenhausvertretern eine Matrix vor, die nach Altersstufen differenziert Kennzahlen zur Infektionslage, zu den Testungen, zur Impfsituation und zur Auslastung der Krankenhäuser kombiniert.
Die Sieben-Tages-Inzidenz wäre dabei nur noch einer von insgesamt zwölf Indikatoren. Weitere Kennzahlen wären etwa die Quote der positiven Tests, die Impfrate und die Klinikbelegung durch Covid-19-Erkrankte. (Quelle: ZEIT, 31.07.21)


Ärzteverband für organisatorische Unabhängigkeit der Impfkommission

Angesichts des politischen Drucks auf die Ständige Impfkommission (Stiko) hat der Verband der Amtsärzte vorgeschlagen, die Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Einrichtung organisatorisch abzusichern. „Man müsste überlegen, wie die Stiko künftig aufgehängt ist, um ihre Neutralität und Unabhängigkeit zu sichern“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der Ärzte Zeitung.

Derzeit ist die Stiko am Robert Koch-Institut angesiedelt, einer Bundesbehörde. Damit gerate die Stiko aber „in den Bereich Politik und Politikberatung“, sagteTeichert. Auch brauche die Kommission hauptamtliche Strukturen, die die professionelle Arbeit der ehrenamtlich tätigen Kommissionsmitglieder unterstütze.

Seit Wochen werden die Wissenschaftler der Impfkommission von Politikern gedrängt, eine ausdrückliche Empfehlung zur Impfung älterer Kinder und Jugendlicher auszusprechen. Bisher tut sie das nur bei Vorerkrankungen. Allerdings hat die Europäische Arzneimittelbehörde Ema mehrere Impfstoffe für Kinder ab zwölf Jahren grundsätzlich zugelassen, Eltern und Kinder können sich daher nach Beratung mit einem Arzt dennoch für eine Impfung entscheiden. Zuletzt hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) auf die Ema verwiesen und gesagt, er wolle die Stiko „an ihre Verantwortung erinnern“.

Stiko-Chef und Virologe Thomas Mertens reagierte mit Unverständnis. „Die Ema bewertet, ob ein Impfstoff grundsätzlich sicher und wirksam ist. Individuelle Impfempfehlungen kann sie aber schon wegen der unterschiedlichen Regeln und epidemiologischen Voraussetzungen in den Mitgliedsstaaten nicht aussprechen“, sagte er der Schwäbischen Zeitung. Die Stiko gehe „wesentlich tiefer in der Auswertung der verfügbaren Daten“.

„Zum einen zeigen unsere Erhebungen und Modelle deutlich, dass Jugendliche wesentlich seltener schwer erkranken als Erwachsene und zum anderen hat die Impfung dieser Altersgruppe relativ geringe Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Pandemie“, erklärte er. Die Stiko werde an ihrem Vorgehen festhalten. „Wir nehmen uns weiter die Zeit, die wir brauchen, um alle Daten auszuwerten, wie es unserem Auftrag entspricht.“ (Quelle: ZEIT, 31.07.21)



Andorra wird Sonntag Hochinzidenzgebiet

Die Bundesregierung hat Andorra ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Das in den Pyrenäen gelegene Fürstentum war heute aber der einzige Staat in Europa, für den das Robert Koch-Institut eine Veränderung der Lagebewertung mitteilte. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Eine ganze Reihe afrikanischer Staaten wurde dagegen wegen einer veränderten Lage vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft: Südafrika, Botswana, Simbabwe, Sambia, Mosambik, Malawi, Eswatini (das frühere Swasiland), Lesotho und Namibia. Nicht mehr Risikogebiet ist die auch bei Urlaubern beliebte Dominikanische Republik.

Ab Sonntag gibt es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken: Hochrisikogebiete (bisher Hochinzidenzgebiete) und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren. Die Kategorie der einfachen Risikogebiete entfällt. (Quelle: ZEIT, 30.07.21)


Stiko: Noch ungenügend Daten zu dritter Impf-Dosis

Nach der Entscheidung Israels zu Auffrisch-Impfungen gegen Corona für ältere Menschen sieht die Ständige Impfkommission (Stiko) noch nicht die nötigen Daten für eine solche Empfehlung in Deutschland. Es sei aber eines der Themen, mit denen sich das Gremium weiter intensiv beschäftige, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens heute der Deutschen Presse-Agentur. Den unabhängigen Experten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten, erklärte Mertens.

Laboruntersuchungen zu Antikörperspiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt. Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten.

Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben. Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben. Präsident Izchak Herzog (60) hat heute als erster seine Auffrischungsimpfung erhalten. (Quelle: NDR, 30.07.21)


Berliner Verwaltungsgericht weist Eilantrag gegen Demonstrationsverbot zurück

Das Berliner Verwaltungsgericht hat einen Eilantrag gegen das Verbot einer Demonstration von Gegnern der Corona-Politik zurückgewiesen. Das Gericht bestätigte nach Angaben eines Sprechers die Einschätzung der Polizei zu möglichen Gesundheitsgefahren durch die Demonstration. Der Eilantrag war von den Initiatoren einer für Sonntagvormittag geplanten Demonstration unter dem Motto „Friede, Freiheit, Wahrheit“ eingereicht worden. Dazu waren 3.500 Teilnehmer angemeldet.

Inzwischen gingen dem Gerichtssprecher zufolge zwei weitere Eilanträge gegen Demonstrationsverbote ein. Bei einem davon geht es dem Sprecher zufolge um das Verbot einer Kundgebung auf der Straße des 17. Juni, zu der für Sonntag 22.500 Teilnehmer angemeldet waren. Dazu aufgerufen hat die Initiative Querdenken 711 aus Stuttgart.

Die Berliner Polizei hat zwölf für Samstag und Sonntag geplante Kundgebungen und Demonstrationen untersagt. Die Verbote beträfen Versammlungen, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich bereits wiederholt über Infektionsschutzregeln hinweggesetzt hätten, hieß es zur Begründung. (Quelle: ZEIT, 30.07.21)



Überblick am Abend

  • NGO-Aktivisten kritisierten heute, dass die weltweite Einführung von Impfstoffen „die tödlichste Profitmacherei der Geschichte“ darstellen könnte. Die People’s Vaccine Alliance veröffentlichte eine Analyse, wonach Pharmaunternehmen für die Impfstoffe mindestens das Fünffache über dem Selbstkostenpreis verlangen. Laut einer AFP-Zählung sind acht Monate nach Beginn der Impfkampagne weltweit mehr als 4 Milliarden Dosen Covid-Impfstoffe verabreicht, überwiegend in wohlhabenderen Ländern.
  • Israel will Menschen über 60 eine dritte Impfung des Pfizer/BioNTech Covid-19-Impfstoffs anzbieten, teilten die Medien des Landes mit. Durch diese Impfkampagne wird Israel faktisch zu einem Testgelände für die Boosterimpfungen. Angesichts der deutlich nachlassenden Wirksamkeit der Impfungen wird das Land wahrscheinlich die Genehmigung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) einholen.
  • Das britische Pharmaunternehmen AstraZeneca hat angekündigt, über seine Zukunft auf dem Impfstoffmarkt nachzudenken, nachdem es mit dem Covid-Impfstoff im ersten Halbjahr einen Umsatz von 1,2 Mrd. Sie hatten beschlossen, den Impfstoff zum Selbstkostenpreis zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen hatte eine exklusive Lizenzvereinbarung mit der Oxford Universität abgeschlossen, die zunächst versucht hatte, mit Herstellern zusammenzuarbeiten, um ohne Lizenzgebühren zu produzieren.
  • Pakistan will ab August Flugreisen für ungeimpften Passagiere verbieten und außerdem alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bis Ende nächsten Monats impfen lassen, kündigte die Regierung zusammen mit einer Reihe anderer drakonischer Einschränkungen an. Ab dem 31. August dürfen nicht geimpfte Mitarbeiter Behörden, Schulen, Restaurants oder Einkaufszentren nicht mehr betreten.
  • Ein „großer Teil“ von 9 Millionen Covid-Jab-Dosen, die Großbritannien in den kommenden Wochen an Entwicklungsstaaten spenden soll, ist nur bis Ende September ahaltbar, was „afrikanische Länder daran Scheitern lässt“. Dr. Ayoade Alakija, Co-Vorsitzende der Africa Union Vaccine Delivery Alliance, sagte am Freitag, die Spenden seien daher wie ein „trojanisches Pferd“ und dass „die begrenzte Haltbarkeit tatsächlich all unsere Bemühungen zur Eindämmung dieser Pandemie behindern könnte“.
  • In den USA kündigte die Biden-Regierung an, dass sie das Ende eines landesweiten Räumungsverbots am Samstag zulassen werde, und behauptete, ihr seien die Hände gebunden seien, nachdem der Oberste Gerichtshof signalisiert hatte, er werde Räumungsverbote für Wohnungen nur bis Ende dieses Monats akzeptieren – was Hunderttausende von Räumungen inmitten der schleppenden Verteilung zugesagter Unterstützungsgelder zur Folge haben dürfte.
  • Die Gesundheitsbehörden in China haben in der ostchinesischen Stadt Nanjing im größten Coronavirus-Notfall des Landes seit Monaten Kontrollpunkte eingerichtet und wohl auch Flüge ausgesetzt. In den letzten 10 Tagen wurde bei mehr als 170 Menschen die Delta-Variante diagnostiziert.
  • Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte sagte, Beamte sollten diejenigen, die sich weigern, sich gegen Covid zu impfen, in ihren Häusern festnehmen. Rechtsexperten sagten, das sei verfassungswidrig und spiegele Dutertes „militaristische Denkweise“ wider, nachdem der behauptete, die Reaktion auf die Pandemie sei wichtiger als Gesetze, die die Bewegungsfreiheit garantieren
  • Ein mutmaßlicher Anti-Lockdown-Demonstrant aus Sydney, der ein Polizeipferd geschlagen haben soll, wird in Haft bleiben, nachdem er einen Covid-Test abgelehnt hat, der eine Voraussetzung für sein Erscheinen vor Gericht war. Seine Anwältin Hollie Blake behauptete vor Gericht, dass Beamte der Justizvollzugsanstalten es ihr unmöglich machten, Zugang zu ihrem Mandanten zu erhalten. (Quelle. The Guardian, 30.07.21)

Kostenlose Bratwurst lockt zum Impfen

Eine Bratwurst als Belohnung hat der Impfstelle im südthüringischen Sonneberg einen regelrechten Ansturm beschert. Bis zum Nachmittag kamen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung 250 Menschen, um sich neben einer Impfdosis auch noch eine Thüringer abzuholen. Normalerweise werden dort jeden Tag durchschnittlich bis zu 140 Impfungen verabreicht.

Das Lockangebot mit Bratwurst ist eine von mehreren Ideen, mit denen Thüringen der zunehmenden Impfmüdigkeit begegnen will. Dazu gehören nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch Impfangebote bei Fußballspielen. (Foto: stux via pixabay; Quelle: ZEIT, 30.07.21)


Niedersachsen gibt über 120.000 Impfdosen von AstraZeneca zurück

Niedersachsen will 120.400 Dosen des Impfstoffs AstraZeneca, die noch in den Verteilzentren des Landes lagern, an den Bund zurückgeben. „Es ist allgemein bekannt, dass die Nachfrage vor allem nach AstraZeneca rückläufig ist“, sagte Sprecherin Stefanie Geisler vom Landesgesundheitsministerium heute in Hannover. Dieser Impfstoff werde deshalb nicht mehr nachbestellt. Der Bestand in den Impfzentren reiche für noch ausstehende Impfungen aus. Die Impfstoffe gehörten dem Bund, erläuterte die Sprecherin. Dieser habe angeboten, ungenutzte Dosen zurückzunehmen und bei Bedarf an andere Länder zu verteilen. Die Kühlketten würden bei der Rücknahme genauso eingehalten wie bei der Anlieferung: „Die Haltbarkeit und Verwendbarkeit ist gewährleistet.“

Nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) sollten auch die Arztpraxen ungenutzten Impfstoff an den Bund zurückgeben können. „In vielen Praxen lagert noch Impfstoff von Astrazeneca, der hochwirksam und noch gebrauchsfähig ist, aber aufgrund der Debatte um mögliche Nebenwirkungen von vielen Impfwilligen zurückgewiesen wird“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende Jörg Berling. „Der Bund muss einen Weg finden, diesen Impfstoff rasch aus den Praxen in die Verteilzentren zurückzuführen, um ihn dann anderweitig zu verbrauchen.“ (Quelle: NDR, 30.07.21)


Südafrika ab Sonntag kein Virusvariantengebiet mehr

Deutschland stuft Südafrika ab Sonntag nicht mehr als Virusvariantengebiet ein. Die auch in Deutschland vorherrschende Delta-Variante habe die Beta-Variante dort mittlerweile weitgehend verdrängt, sagt eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums zu Begründung. Mit der Herabstufung entfallen etwa das Beförderungsverbot und harte Quarantäneauflagen. Südafrika wird nun als Hochrisiko- oder Hochinzidenzgebiet eingestuft. „Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nur noch für zehn Tage in Quarantäne, kann sie aber durch einen Test auf fünf Tage verkürzen.“

Heruntergestuft werden auch afrikanische Länder wie Namibia, Botsuana, Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe. (Quelle: NDR, 30.07.21)


„Watt en Schlick Festival“ als Modellprojekt startet

Mit einem umfassenden Test- und Hygiene-Konzept hat in Dangast das „Watt en Schlick Festival“ als Modellprojekt des Landes Niedersachsen begonnen. Zu dem dreitägigen Open-Air-Festival am Jadebusen im Kreis Friesland werden an diesem Wochenende insgesamt bis zu 6.000 Menschen erwartet.

Das Modellprojekt wurde vom Landkreis mit Zustimmung des Landes Niedersachsen genehmigt. Besucher und Künstler müssen sich täglich testen lassen – auch Genesene und bereits Geimpfte. Dazu wurden mehrere Teststationen auf den Campingplätzen und vor dem Einlass eingerichtet. Wissenschaftler der Jade Hochschule Wilhelmshaven wollen das Festival begleiten.

Die Veranstalter riefen Besucher auf, bereits mit tagesaktuellen negativen Testergebnissen anzureisen, um Warteschlangen vor dem Camping- und Festivalgelände zu verhindern.
Hinweis: Das Festival ist nahezu ausverkauft. es gibt nur Restkarten für Sonntag

(Quelle: NDR, 30.07.21)


Testpflicht für ungeimpfte Reiserückkehrer gilt ab Sonntag

Wer nach Deutschland einreisen will und mindestens zwölf Jahre alt ist, muss ab Sonntag nachweisen, dass er geimpft, genesen oder getestet ist. Eine entsprechende Verordnung beschloss das Bundeskabinett. „Alle nicht geimpften Einreisenden nach Deutschland müssen sich künftig testen lassen – egal ob sie mit dem Flugzeug, Auto oder der Bahn kommen“, erklärte Minister Jens Spahn (CDU). „Damit reduzieren wir das Risiko, dass zusätzliche Infektionen eingetragen werden.“ Der Impfschutz erleichtere das Reisen. „Wer geimpft ist, spart sich Test und Quarantäne“, twitterte der Minister.

Zudem wird das System der Einreisebestimmungen vereinfacht. Künftig gibt es nur noch zwei Kategorien zur Einstufung von Ländern und Regionen: Hochrisiko- und Virusvariantengebiete. Die Kategorie der „einfachen“ Risikogebiete entfällt. Bei der Rückkehr aus Hochrisikogebieten müssen Ungeimpfte eine zehntägige Quarantäne antreten, die frühestens ab dem fünften Tag mit einem negativen Test beendet werden kann. Bei Virusvariantengebieten gilt weiter grundsätzlich die 14-tägige, nicht verkürzbare Absonderungspflicht für alle.

(Quelle: ZEIT, 30.07.21)


Sächsische Impfkommission gibt Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren

Die Sächsische Impfkommission (Siko) hat eine generelle Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen. Die Empfehlung gilt ab Sonntag, wie die Siko mitteilte. Bisher galt sie erst für Kinder ab 16 Jahren oder jüngere Jugendliche bei bestimmten Risikofaktoren und chronischen Krankheiten. Sachsen ist das einzige Bundesland, das eine eigene Impfkommission hat.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt Corona-Impfungen zwischen zwölf und 17 Jahren bislang weiterhin nur für Jugendliche mit Vorerkrankungen oder auf Wunsch nach individueller ärztlicher Beratung. Die Stiko verweist dabei auf die bislang dünne Datenlage.

Aus der Politik waren immer wieder Forderungen laut geworden, die Corona-Impfung für alle Jugendlichen ab zwölf Jahren zu empfehlen. Die Stiko kritisiert den wachsenden Druck aus der Politik. Die Forderungen empörten ihn und seien möglicherweise dem Wahlkampf geschuldet, sagte Kommissionsmitglied Martin Terhardt dem Sender rbb. Er empfinde den Druck als “groben Fehler”. Zudem entwerte es die Arbeit der Stiko.

Die Sächsische Impfkommission begründete die Änderung ihrer Impfempfehlung mit der „überaus dynamischen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie“ und dem wachsenden Wissensstand zu Impfungen. In die generelle Impfempfehlung bei Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren seien Daten aus den USA und Israel eingeflossen.
Hier überwiegt der Nutzen eindeutig das Risiko adverser Reaktionen.
Sächsische Impfkommission

Mit adversen Reaktionen sind mögliche Nebenwirkungen gemeint. Besonderes Augenmerk legte das Gremium demnach auf das Auftreten von Herzmuskelentzündungen in Verbindung mit der Impfung. Bei männlichen Jugendlichen zwischen zwölf bis 17 Jahren sei hier mit einer Häufigkeit von bis zu 70 pro eine Million vollständig Geimpfter zu rechnen. Gleichzeitig würden in dieser Altersgruppe zwei Todesfälle und 71 Intensivbehandlungen aufgrund von Covid-19 sowie 5.700 Corona-Infektionen verhindert. Bei weiblichen Impflingen liege die Häufigkeit von Herzmuskelentzündungen bei etwa zehn von einer Million vollständig Geimpfter bei Verhinderung eines Todesfalls und von 38 Intensivbehandlungen, teilte die Sächsische Impfkommission mit.

(Quelle: ZEIT, 30.07.21)


Umfrage: Mehr Menschen machen sich wegen Corona Sorgen um ihre Gesundheit

Wegen der anhaltenden Pandemie machen sich einer Umfrage zufolge wieder mehr Menschen Sorgen um ihre Gesundheit. In einer Befragung für das ZDF-Politbarometer sahen 44 Prozent der Teilnehmenden ihre Gesundheit durch das Coronavirus in Gefahr – das sind sechs Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Wochen. Mehr als jeder zweite Befragte über 18 Jahren sieht dagegen aktuell keine persönliche Gesundheitsgefährdung durch das Virus.

Die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung hält gut die Hälfte der Befragten für gerade richtig. Das sind elf Prozentpunkte weniger als zuvor. Härtere Auflagen wünscht sich etwa jeder Dritte, 16 Prozent finden die geltenden Regeln übertrieben. Eine allgemeine Impfpflicht lehnen rund zwei von drei Bürgerinnen und Bürgern ab. (Quelle: ZEIT, 30.07.21)


Deutsche Wirtschaft wächst nach Corona-Einbruch wieder

Die deutsche Wirtschaft hat mit Ende des Corona-Lockdowns im Frühjahr wieder deutlich zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt laut einer ersten Schätzung mit. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft in der dritten Corona-Welle um 2,1 Prozent eingebrochen, geht aus neuesten Berechnungen der Statistiker hervor. Zunächst war nur von einem Minus von 1,8 Prozent die Rede. (Quelle: ZEIT, 30.07.21)


Niedersachsen-OVG: Saunen dürfen bei Inzidenz unter 50 geöffnet bleiben

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat die coronabedingte Schließung von Saunen bei einer Inzidenz über 35 gekippt. Es handele sich um keine notwendige Infektionsschutzmaßnahme, begründete der 13. Senat in einem Eilbeschluss am Freitag. Damit bleiben auch Schwimmbäder und Thermen bei einer anhaltenden Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 35 und 50 geöffnet. Die entsprechende Regelung in der kürzlich geänderten niedersächsischen Corona-Verordnung wurde außer Vollzug gesetzt und ist nicht mehr zu beachten. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Az.: 13 MN 350/21).

Eine Antragstellerin, die in der Region Hannover eine Saunalandschaft betreibt, hatte sich gegen die geänderte Corona-Verordnung gewandt. Die Lüneburger Richter folgten ihrer Argumentation und sehen die grundsätzliche Schließung von Saunen bei einer Inzidenz zwischen 35 und 50 nicht als notwendige Schutzmaßnahme an. Es sei nicht ersichtlich, dass vom Sauna-Betrieb eine besondere Infektionsgefahr ausgehe und Saunen einen unverhältnismäßig großen Publikumsverkehr hätten, hieß es. Dem lediglich leicht erhöhten Risiko könne mit einer Testpflicht oder Kapazitätsbegrenzungen entgegengetreten werden.

Darüber hinaus herrsche keine größere Infektionsgefahr als bei vergleichbaren Begegnungen von Menschen auf engem Raum, die bei einer Inzidenz über 35 nicht verboten seien. Somit liege eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung zum Beispiel gegenüber Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen vor, die bei diesen Infektionswerten geöffnet bleiben dürfen.

Mit einem weiteren Antrag gegen eine Schließung von Saunen bei einer Inzidenz über 50 war die Geschäftsfrau erfolglos, weil eine solch hohe Inzidenz in der Region Hannover im Moment nicht absehbar sei. Am Freitag lag der Wert in der Region bei 29,8. Die Richter wollen über einen solchen Antrag erst entscheiden, wenn eine Überschreitung dieser Schwelle droht.

(Quelle: GN, 30.07.21)


Fast alle Lehrer in Niedersachsen mindestens einmal geimpft

Rund 95 Prozent der Lehrkräfte in Niedersachsen haben mittlerweile mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte das niedersächsische Kultusministerium am Freitag mit.

Die zweifache Impfdosis haben demnach 79 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer erhalten. „Wir sind jetzt fast sicher, dass wir bis zum Ende der Ferien und zu Beginn der Schulzeit nahezu alle Lehrkräfte durchgeimpft haben“, so ein Sprecher des Ministeriums. Ausgenommen seien jene, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Insgesamt lag die Impfquote in Niedersachsen nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Freitag bei den Erstimpfungen bei gut 64 Prozent, vollständig gegen Corona geimpft waren demnach knapp über die Hälfte der Menschen im Land.

Schlechter sieht es ausgerechnet bei den Schutzbefohlenen der Lehrkräfte aus: Nur etwa 8,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben den Angaben zufolge den vollen Impfschutz. Für gezielte Impfaktionen an den Schulen gebe es derzeit keine konkreten Pläne, sagte ein Sprecher. Man setze weiterhin auf die bestehenden Impfmöglichkeiten. Immerhin: Knapp 27 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben bereits ihre erste Spritze erhalten, obwohl es für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren noch keine generelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte dennoch wiederholt Impfangebote für diese Gruppe gefordert, weil Kinder und Jugendliche das Virus weitergeben könnten. An vielen Orten im Land gab es deshalb Sonder-Impfaktionen. (Quelle: NDR, 30.07.21)


Grafschafter Zahlen

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie in der Grafschaft Bentheim steigt um einen neuen Fall auf 5.446, das teilt der Landkreis am Freitag mit. Demgegenüber gibt es 5.266 Genesene. In Quarantäne befinden sich197 Personen (Donnerstag: 208). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt seit Donnerstag bei 124.
Nach Berechnungen der Kreisverwaltung beträgt der Inzidenzwert in der Grafschaft am Freitag 13,1. Laut Mitteilung liegen die offiziellen Angaben des Robert-Koch Institutes am Freitagvormittag noch nicht vor. Am Vortag lag der Inzidenzwert bei 21,1.

Die 56 aktuellen Infektionen (Donnerstag: 60) verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag: Bad Bentheim: 12 (-1), Emlichheim: 1 (0), Uelsen: 6 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 1 (0), Nordhorn: 30 (-2) und Schüttorf: 6 (-1).
(Quelle: GN, 30.07.21)


Lokale Inzidenzen

Lingen: 3,6 (gestern: 5,4)
Meppen: 5,6 (5,6)
Papenburg: 37,3 (50,6)


Wenig Umdenken bei Mobilität nach Corona

Die Corona-Pandemie hat die Menschen in Deutschland vorübergehend eines Großteil ihrer Mobilität beraubt, aber das ist einer repräsentativen Befragung zufolge für die meisten kein Grund, beim Reisen oder auch auf dem Weg zur Arbeit dauerhaft etwas umzustellen. „Die Ergebnisse legen nahe, dass die große Mobilitätsrevolution ausgeblieben ist“, ergab die Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI.

Dafür waren in Großstädten lebende Menschen jeweils im vergangenen und im laufenden Jahr beispielsweise gefragt worden, ob sie für die Zeit nach Corona einen Rückgang ihrer freizeitbezogenen Mobilität erwarten: Im August 2020 hatten viele dies noch bejaht. Im April diesen Jahres kehrte sich ihre Haltung quasi um. „Die Mehrheit sagte, dass sie in Zukunft wieder mobil sein und wieder raus in die Welt wollen“, sagte der Wissenschaftler Johannes Schuler, der das Projekt geleitet hatte. „Dieser Trend war 2020 nicht erkennbar.“
(Quelle: ZEIT, 30.07.21)


Bier in Deutschland weiterhin weniger gefragt

Das liebste alkoholische Getränk der Deutschen leidet noch unter den Monaten mit geschlossenen Kneipen und Restaurants. Der Absatz von Bier ist im ersten Halbjahr 2021 weiter eingebrochen, berichtet das Statistische Bundesamt. Im Inland wurden 3,3 Milliarden Liter und damit 4,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum verkauft.

Der Deutsche Brauer-Bund ist enttäuscht. Vor allem kleinere Brauereien seien abhängig von Gastronomie und Veranstaltungsgeschäft – und dort hagelte es derzeit wieder Absagen.
Nach sieben Monaten Lockdown ist die Wiedereröffnung der Außengastronomie und der Innengastronomie nur schleppend angelaufen. Der Stotterstart im Gastgewerbe schlägt voll auf Brauereien und das Fassbiergeschäft durch.

Besonders stark ging der gesamte Bierabsatz im Januar (minus 27 Prozent) und Februar (minus 19,1 Prozent) zurück. In den Vergleichsmonaten im Jahr 2020 herrschte schließlich noch ein uneingeschränkter Betrieb in den Restaurants, Bars und Hotels. Immerhin wurde im Juni dieses Jahres 11,2 Prozent mehr Bier abgesetzt als im Juni 2020, der noch vom ersten Lockdown geprägt war. (Quelle: 30.07.21)


Schäuble fordert von Stiko Freigabe von Corona-Impfung für Kinder

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich dafür stark gemacht, Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren freizugeben. „Die Corona-Risiken sind auch für sie um ein Vielfaches höher als die einer Impfung“, sagte Schäuble der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) sollte daher entsprechenden EU-Empfehlungen folgen.

„Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Corona-Impfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab zwölf Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen“, sagte Schäuble weiter. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema hatte vergangene Woche nach dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer auch die Vakzine von Moderna für Jüngere zugelassen. (Quelle: ZEIT, 30.07.21)



Lehrerverband für Pflichtförderung von leistungsschwächeren Schülern

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat sich für eine verpflichtende Förderung von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern in der Corona-Krise ausgesprochen. „Extraförderung wird gerade von denen, die sie am nötigsten brauchen, oft weniger stark in Anspruch genommen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Wir als Lehrerverband sind deshalb für eine verpflichtende Extraförderung für jene Schülerinnen und Schüler, bei denen die weitere Schullaufbahn ansonsten gefährdet wäre.“

Meidinger warnte vor langfristigen Wissenslücken. „Es besteht die Gefahr, dass dauerhafte Lücken entstehen. Da geht es auch um so grundlegende Fertigkeiten wie Lesen und Schreiben“, sagte Meidinger. Lernstandserhebungen seien nun dringend nötig, weil in den meisten Ländern völlig unklar sei, wie groß die Lücken überhaupt seien.

Um den zusätzlichen Unterricht zu stemmen, sollte nach Meidingers Einschätzung vor allem pädagogisches Fachpersonal gewonnen werden, das idealerweise im Präsenzunterricht arbeiten könne. Bestenfalls würden die Förderstunden von Lehrerinnen und Lehrern selbst angeboten – und nicht von externen Anbietern. (Quelle: ZEIT, 30.07.21)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 30. Juli, sind in Niedersachsen 221 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.815. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 264.769 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt leicht. Sie liegt jetzt bei 16,2 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 16,4 Fälle).

Seit Freitagfrüh ist das sogenannten RKI Covid-Dashboard, das die Daten zur Pandemie für Bundesländer und Landkreise aufschlüsselt, nicht erreichbar. Der Grund ist laut RKI eine technische Störung. Darum liegen Angaben zu Genesenen derzeit etwa nicht vor. (Quelle: NDR, 30.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit über drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 17,0 – am Vortag betrug der Wert 16,0, am Freitag der Vorwoche 13,2. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2.454 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Fallzahl-Tabelle des RKI vom Freitagmorgen (Stand 09.51 Uhr) hervor. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2089 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 30 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 34 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.766.765 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.637. (Quelle: RKI, 30.07.21)


Neues aus Berlin


Mehrere Bundesländer geben ungenutzte Impfdosen an Bund zurück

Vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurück. So wollen Hamburg und Berlin Zehntausende Impfdosen zurückführen. Andere Bundesländer prüfen noch oder beabsichtigen dies derzeit nicht. In einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, „Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen“, an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll nicht an den Bund zurückgeführt werden. Als erstes sollen Covid-19-Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben. „Nur so kann die pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Covid-19-Impfstoffe unter Einhaltung der erforderlichen Lagerungs- und Transportbedingungen sichergestellt werden“, heißt es in dem Schreiben.

„Hamburg wird von dieser Möglichkeit Gebrauch machen“, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um einen Lagerbestand von rund 6000 Fläschchen mit rund 60.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca. „Dieser Impfstoff ist noch mindestens drei Monate haltbar.“ Auch beim Vakzin von Johnson & Johnson gebe es einen Lagerbestand. „Hiervon haben wir gegenwärtig etwa 24.000 Dosen vorrätig.“ Das Mittel werde aber bei den mobilen Impfaktionen – etwa in Jobcentern – eingesetzt.

Berlin will bis zu 62.400 Impfdosen an den Bund zurückgeben, hieß es aus der Gesundheitsverwaltung. Demnach handelt es sich um den aktuellen Lagerbestand des Vakzins von Astrazeneca, der noch mehrere Monate haltbar ist.

Auch Niedersachsen hält Impfstoffretouren an den Bund für wahrscheinlich. Es sei aber noch nicht absehbar, wie viele Impfdosen zurückgegeben werden, sagte eine Sprecher des Gesundheitsministeriums der dpa in Hannover. Dass es sich dabei vor allem um Dosen des Vakzins von Astrazeneca gehe, liege nahe.

Die Gesundheitsministerien in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein prüfen Sprechern zufolge noch eine Rückgabe von Impfdosen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Baden-Württemberg teilte mit, dass das Land rund 4000 Dosen Astrazeneca zurückgeben wolle, bei denen allerdings das Verfallsdatum mit Ende Juli angegeben sei.

In Rheinland-Pfalz ist eine Rückgabe von Impfdosen im Moment noch kein Thema. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Mainz sagte der dpa: „Derzeit erreichen wir voraussichtlich nahezu eine Vollverwertung des angelieferten Impfstoffs vor Ablaufdatum.“ Sollte dies künftig nicht mehr gewährleistet sein – dies beträfe voraussichtlich erst im Oktober Chargen von Astrazeneca – könnte sich Rheinland-Pfalz vorstellen, das Angebot des Bundes zur Rückgabe anzunehmen. (Quelle: GN, 30.07.21)


RKI: Zunehmend Coronafälle nach Reisen gemeldet

Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim derzeitigen Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren.

Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland. Ein besonders starker Zuwachs seit Mitte Juli ist für die Türkei verzeichnet, hier verdoppelte sich die Zahl der pro Woche erfassten Fälle ungefähr. Mit Frankreich, Italien, Österreich und Dänemark stehen weitere beliebte Reiseziele auf den ersten zehn Plätzen der Liste.

Eine Corona-Ausbreitung durch heimkommende Sommerurlauber soll durch neue Regeln für die Einreise nach Deutschland gebremst werden. Auf breitere Testpflichten müssen sich nach einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vor allem Nicht-Geimpfte einstellen.

Der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI – die Rede ist von mindestens 81 Prozent. Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen bei weitem nicht bei jedem Fall vor.

In Deutschland und dem europäischen Ausland sind dem Bericht zufolge als besorgniserregend eingestufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent). Der Anteil war über Wochen teils sehr rasch gewachsen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt laut RKI derzeit vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 10 und 34 Jahren. Die mit Abstand höchsten Werte werden für die Vorwoche bei den Untergruppen der 15- bis 19-Jährigen mit 40 und bei den 20- bis 24-Jährigen mit 45 verzeichnet. Vor allem die Menschen ab 60, bei denen die Impfquote höher ist als bei Jüngeren, sind bislang von dem deutlichen Anstieg verschont.

Da die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen insgesamt noch niedrig sei, könnten Gesundheitsämter viele Infektionsketten nachvollziehen, hält das RKI fest.

Weiter setzt sich laut RKI der Rückgang der Zahl von Krankenhaus- und Intensivstation-Fällen mit Covid-19 nicht fort. Stattdessen sei der Anteil von Patienten mit dieser Diagnose an allen Fällen mit schweren Atemwegsinfektionen vergangene Woche wieder leicht angestiegen. „Insgesamt liegen die Werte zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.“ (Quelle: GN, 30.07.21)


Olaf Scholz: Breitere Testpflichten schützen Gesundheit der Bürger

Olaf Scholz hat die geplante Einführung von breiteren Testpflichten für nach Deutschland Einreisende verteidigt. „Es geht darum, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land zu schützen“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat in den ARD-Tagesthemen. „Wir alle sind es gewohnt, uns testen zu lassen, das tun wir schon seit sehr, sehr langer Zeit.“ Viele würden sich ohnehin im Urlaub testen lassen, zum Beispiel weil es für bestimmte Aktivitäten notwendig sei.

Olaf Scholz:
Wir müssen vermeiden, dass es jetzt im Herbst wieder zu Situationen kommt wie im letzten Jahr – da hilft uns das Impfen, aber eben auch das Testen.

(Quelle: TSP, 29.07.21)


Möglicher Corona-Ausbruch in Hamburger Bar: Nur 55 machen Test

Wegen eines möglichen Corona-Ausbruchs in einer Hamburger Cocktailbar hat die Sozialbehörde dort am Donnerstag einen Reihentests durchgeführt. Nur 55 Menschen haben daran teilgenommen.

165 Menschen hatten sich für den Reihentest in der Hamburger „Sands Bar“ am Dammtor angemeldet. Am Ende machten nur 55 Personen mit, 39 hatten sich angemeldet und 16 kamen nach Angaben der Sozialbehörde spontan.

Die Aktion richtete sich an alle, die sich in der Bar am vergangenen Sonnabend nach 19.30 Uhr aufgehalten hatten. Sie sollten sich auf eine mögliche Corona-Infektion testen lassen. Denn ein Gast war im Nachhinein positiv getestet worden und hatte laut Behörde bereits am Folgetag schwere Symptome entwickelt. Inzwischen haben weitere Gäste der Bar nach Behördenangaben Symptome gezeigt.

Die Behörde hatte unter Berufung auf Besucherinnen und Besucher der Bar sowie die Auswertung von Bild- und Videoaufnahmen von mangelnden Abständen, Verstößen gegen die Maskenpflicht „und zahlreichen Kontakten unter den tanzenden, feiernden und singenden Gästen“ berichtet. Sie ging von bis zu 500 Anwesenden aus. Der Inhaber der Bar hatte die Darstellung zurückgewiesen. Die Ergebnisse des Reihentests sollen zu Beginn der kommenden Woche vorliegen. (Quelle: NDR, 30.07.21)


Leopoldina-Forscher kritisiert Verhalten von Impfgegnern

Der Verhaltensforscher Armin Falk von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat das Nein zu Corona-Schutzimpfungen kritisiert. „Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner“, sagte Falk der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

„Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz“, sagte Falk, der Ökonom an der Bonner Universität und Mitglied der Leopoldina ist. Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig sei, forderte er eine „Impfverpflichtung“. Zumindest solle aber der Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte erschwert werden. Sonst laufe es darauf hinaus, dass „die Kooperativen die Dummen sind“. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, nahm der Wissenschaftler von seiner Kritik aus.

Auch bei Krankenhausbehandlungen will Falk den Impfstatus berücksichtigen. „Wenn Beatmungsgeräte knapp werden oder wir noch mal in eine Triage-Situation kämen, was ich nicht hoffe, und wir dann vor der Wahl stehen, ob ein Geimpfter oder ein Nicht-Geimpfter die Behandlung bekommt, dann würde ich sagen, dass der Impfstatus mit in die Abwägung einfließen sollte“, sagte er der FAZ. (Quelle: TSP, 29.07.21)


RKI: Mehr Infektionen durch Reisen

Auslandsreisen tragen laut Robert Koch-Institut (RKI) zunehmend zum Infektionsgeschehen in Deutschland bei. Von 28. Juni bis 25. Juli seien 3.662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren, schreibt das Institut in seinem wöchentlichen Lagebericht. Als wahrscheinliche Infektionsländer gelten demnach Spanien, die Türkei und die Niederlande, gefolgt von Kroatien und Griechenland.

Die meisten Fälle – mindestens 81 Prozent – sind laut RKI aber weiterhin auf Ansteckungen im Inland zurückzuführen. Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen allerdings bei Weitem nicht in jedem Fall vor. Insgesamt wird bei Stichproben mittlerweile in neun von zehn Fällen die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus gefunden.
(Quelle: TSP, 29.08.21)


Impfzertifikate in Apotheken schrittweise wieder erhältlich

Vor gut einer Woche hatte der Deutsche Apothekerverband (DAV) das Ausstellen digitaler Corona-Impfzertifikate gestoppt. Grund waren Hinweise auf eine Sicherheitslücke. Nun stellen erste Apotheken wieder Zertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) mitteilte. Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite http://www.mein-apothekenmanager.de informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann.

Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

Dem Handelsblatt war es gelungen, „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten“ auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate online ausgestellt worden seien. „Alle erteilten Zugänge wurden überprüft und verifiziert; dabei wurde die Rechtmäßigkeit aller anderen Zugänge bestätigt“, heißt es laut Abda. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Portugal will in drei Schritten lockern

Portugal will angesichts sinkender Corona-Zahlen seine Beschränkungen in drei Schritten lockern. Ab Sonntag werde die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben, sagt Ministerpräsident Antonio Costa. Auch Einschränkungen bei den Öffnungszeiten für Restaurants und Geschäfte würden fallen. Ab September werde die Verpflichtung zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit aufgehoben, ab Oktober dürften Bars und Nachtclubs für Besucher mit Negativtest wieder öffnen. Die Zahl der Corona-Toten und Klinik-Einweisungen war in Portugal zuletzt so langsam gestiegen wie seit Februar nicht mehr. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Habeck an Stiko: „Die sollen mal ein bisschen in die Gänge kommen“

Grünen-Parteichef Robert Habeck hat die Ständige Impfkommission (StiKo) aufgefordert, ihre Empfehlung Jugendliche unter 18 Jahren nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, nochmal zu überprüfen.

„Das Liegenlassen der Überprüfung, ob der Impfstoff für Jugendliche empfohlen werden kann, ist nicht angemessen für die Zeit. Die sollen mal ein bisschen in die Gänge kommen“, sagte Habeck. Die Ständige Impfkommision empfiehlt aktuell nur für Volljährige eine Impfung gegen das Coronavirus mit den vorhandenen Impfstoffen. Für zwölf bis 17-Jährige gibt es lediglich für vorerkrankte Jugendliche eine Empfehlung.

Angesichts des nahenden Schulstarts in einigen Bundesländern mache er sich Sorgen um die Sicherheit an den Schulen. „Man nimmt den Mund zu voll, wenn wir sagen, dass wir uns darauf richtig gut vorbereitet haben.“ Die Konzepte für Luftreinigungen und digitalen Unterricht seien über die Ferien hinweg nicht weiterentwickelt worden. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Lauterbach befürwortet neue Regelung für Reiserückkehrer

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürwortet die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gewollte Regelung für Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten. Demnach sollen Ungeimpfte in Quarantäne, bis sie ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen können. „Für Geimpfte und Genesene sollte es freie Fahrt geben“, schrieb Lauterbach am Donnerstag auf Twitter. Mit der Regelung könne die vierte Welle begrenzt werden. Spahn plant, die Regelung schon am Sonntag umzusetzen. (Foto: CCs. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 29.07.21


Zahl der Neuinfektionen in Afrika sinkt leicht

Obwohl in Afrika erst 1,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft sind, beginnt die Zahl der Fälle leicht zu sinken. Im Wochenvergleich gingen die Neuinfektionen laut John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) um 15 Prozent auf insgesamt 239.000 Fälle zurück. Allerdings warnte am Donnerstag die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti: „Der Kontinent befindet sich noch immer im Griff der dritten Infektionswelle, wir sind definitiv noch nicht aus dem Gröbsten raus.“

Die Anfang Mai erstmals registrierte Infektionswelle wird von der hochansteckenden Delta-Variante getrieben und führt nun im Westen des Kontinents zu steigenden Fallzahlen. Bisher hat Afrika 82 Millionen Impfdosen beschafft. „Wenn wir eine zweimalige Impfung ansetzen, benötigen wir 820 Millionen Dosen Impfstoff, um bis zum Jahresende das Ziel einer zu 30 Prozent komplett durchgeimpften Bevölkerung auf dem Kontinent zu erreichen“, sagte Moeti.

Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC gut 6,5 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 167.000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen jedoch höher liegen. Dennoch macht Afrika offiziell lediglich 3,4 Prozent der weltweiten Infektionsfälle aus. Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Mehr als 200 Infektionen in Österreich nach Festival in Kroatien

In Österreich sind 215 Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern nach einem Festival in Kroatien registriert worden. Die Veranstaltung „Austria goes Zrce“ fand vorige Woche auf der Insel Pag statt. Knapp 8000 Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren waren zu der mehrtägigen Strandparty gereist, wie der Veranstalter Martin Reitstätter am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Österreichische Gesundheitsbehörden haben Besucher nun aufgefordert, sich testen zu lassen, um weitere mögliche Infektionen aufzuspüren.

Laut Reitstätter wurden alle Partygäste vor dem Betreten des Geländes zwei Mal überprüft, ob sie geimpft, getestet oder von Corona-19 genesen waren. „Wir haben uns an die Vorgaben der österreichischen und kroatischen Regierungen gehalten“, sagte er. Reitstätter wies Vorwürfe einer Besucherin zurück, die im Gespräch mit der Zeitung „Der Standard“ über teils laxe Kontrollen berichtete. Rund 60 Prozent der Gäste waren laut einer von den Veranstaltern durchgeführten Umfrage zumindest teilgeimpft. „Was uns am allermeisten schreckt: Dass es so viele Geimpfte unter den positiv Getesteten gibt“, sagte Reitstätter.

Rund ein Drittel der Neuinfektionen in Österreich sind laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) derzeit auf Auslandsreisen zurückzuführen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt auf 32. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Index-Besitzer geht gegen Club-Schließung vor

Diskothekenbetreiber Holger Bösch aus Schüttorf (Grafschaft Bentheim) geht mit einem Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg gegen die Schließung seiner Großdiskothek Index vor. Er will mit einem Normenkontrollverfahren gegen das angeordnete Schließung seines Index vorgehen.

Es gebe keine Belege dafür, dass Diskotheken generell Pandemietreiber seien, sagte Index-Clubbesitzer Holger Bösch aus Schüttorf dem NDR in Niedersachsen. Er musste seine Veranstaltungsräume nach der Änderung der Corona-Verordnung der niedersächsischen Landesregierung schließen, weil die Inzidenz in der Grafschaft Bentheim seit mehr als fünf Tagen bei mehr als 10 liegt. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte am Dienstag bei der Pressekonferenz des Krisenstabs mitgeteilt, dass die Inzidenz-Grenze für Disco-Schließungen von 35 auf 10 herabgesetzt werden.

Der Kläger bekommt nach eigenen Angaben Unterstützung von mehr als 25 Diskotheken aus 18 niedersächsischen Landkreisen. Bösch, der in Schüttorf die größte Diskothek Deutschlands betreibt, ist Vizepräsident im Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe. (Quelle: NDR, 29.07.21)


SPD-Fraktion fordert Kostenübernahme für PCR-Tests von Reiserückkehrern

Der Staat muss nach Ansicht der SPD-Fraktion die Kosten für geplante PCR-Tests für Rückkehrer aus Corona-Hochrisikogebieten übernehmen. Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollten bei Einreise aus einem solchen Land Schnelltests zur Abkürzung der Quarantäne bald nicht mehr ausreichen, sagte der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider der Deutschen Presse-Agentur. Die dann geforderten PCR-Tests seien aber erheblich teurer. „Für eine Familie kann das schnell mehrere hundert Euro betragen“, sagte Schneider. „Deshalb fordere ich, dass in diesen Fällen die Kosten für die PCR-Tests vom Staat übernommen werden.“ Der Urlaub dürfe nicht zur Kostenfalle werden.

Die Pläne des Gesundheitsministeriums sehen eine generelle Testpflicht bei Einreisen nach Deutschland vor, um die Corona-Ausbreitung zu bremsen. Ein mit anderen Ressorts abgestimmter Entwurf sieht ein Inkrafttreten an diesem Sonntag vor. Er soll aber noch weiter beraten werden.

Grundsätzlich müssten dann alle Einreisenden ab sechs Jahren einen negativen Test, eine zurückliegende Coronaerkrankung oder eine vollständige Impfung nachweisen. Wer aus einem Hochrisikogebiet kommt und nicht geimpft oder genesen ist, müsste für zehn Tage in Quarantäne gehen. Diese könnte frühestens ab dem fünften Tag mit einem negativen PCR-Test beendet werden. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Google und Facebook verhängen Impfpflicht für Arbeit im Büro

Die US-Internetkonzerne Google und Facebook schreiben für die Arbeit im Büro künftig eine Corona-Impfung vor. Dies werde in den kommenden Wochen zunächst in den USA eingeführt und danach auf andere Regionen ausgeweitet, erklärte Google; bei Facebook gilt dies ebenfalls für die USA. In Deutschland ist indes nicht mit einer Impfpflicht am Arbeitsplatz zu rechnen – auch aus rechtlichen Gründen. ((Quelle: TSP, 29.07.21)


Lehrerverband lehnt Impfpflicht ab

Der Lehrerverband lehnt eine Impfpflicht ab. Die Impfquote bei Lehrkräften sei mit knapp 90 Prozent bereits eine der höchsten aller Berufsgruppen in Deutschland, sagt Verbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger dem „Handelsblatt“. Eine Impfpflicht bei einem Impfstoff, über den – anders als beim Masernimpfstoff – keine jahrzehntelangen Erfahrungen vorlägen, werde für falsch gehalten. (Quelle: TSP, 29.07.21)


In Dresden gelten wieder strengere Auflagen

Die Landeshauptstadt Dresden verschärft erneut die Corona-Regeln. Die 10-er Inzidenz sei den fünften Tag in Folge überschritten worden, teilte die Stadtverwaltung zur Begründung mit. Damit ist das Tragen eines medizinischen Mund-Nasenschutzes beim Einkaufen wieder Pflicht.

Eine Maskenpflicht gelte nun auch wieder bei Großveranstaltungen, in Kraftfahrzeugen – wenn Personen aus unterschiedliche Hausständen mitfahren – sowie für Handwerker und Dienstleister in den Räumlichkeiten der Auftraggeber. Die Regelungen gelten ab Samstag (31. Juli).

Laut sächsischer Corona-Schutzverordnung sind damit nun auch wieder Kontaktbeschränkungen verbunden. Treffen dürfen sich demnach zehn Personen unabhängig von der Zahl der Hausstände. Geimpfte und Genesene sowie Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Familien-, Vereins- und Firmenfeiern in Gastronomiebetrieben sind in abgetrennten Räumlichkeiten und auf Freiflächen mit bis zu 50 Personen zulässig.

Bei Eheschließungen und Beerdigungen sind den Angaben zufolge ebenfalls bis zu 50 Personen zulässig. In Museen, Kinos, Konzerthäusern oder Theatern sowie bei Sportveranstaltungen gelte wieder eine Testpflicht, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Ausgenommen sind davon Geimpfte und Genesene.

Die Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner betrug am Donnerstag sachsenweit 10,1. In Dresden lag der Wert bei 12,4. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Schwurbler-Demo in Nordhorn

Etwa 100 Demonstranten haben sich nach Polizeiangaben am Donnerstagvormittag vor der Nordhorner Eissporthalle versammelt, um gegen die Corona-Regeln zu demonstrieren. Die Kritik der Teilnehmer, die zum großen Teil per Bus von auswärts angereist waren, richtete sich dabei insbesondere gegen die Polizei. Die Beamten sind in ihren Augen „Handlanger der Regierung“.
Nach der etwa einstündigen Kundgebung vor der Eissporthalle hat die Bereitschaftspolizei vor dem Nordhorner Amtsgericht Stellung bezogen. Dort muss sich gegen Mittag ein Mann wegen mutmaßlicher Missachtung von Corona-Auflagen verantworten. Der Betroffenee hatte den Gerichtstermin während der Kundgebung im Nordhorner Sportpark angekündigt. (Quelle: GN, 29.07.21)


50% in Niedersachsen vollständig gegen Corona geimpft

Laut Robert Koch-Institut sind 50,6 Prozent der Niedersachsen – 4.047.480 Personen – vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 64,2 Prozent haben bis Donnerstag mindestens eine Impfung erhalten.

Mit niedrigschwelligen Impfangeboten sollen jetzt auch diejenigen erreicht werden, die bislang noch nicht geimpft wurden. Zuletzt war die Impfkampagne ins Stocken geraten. In diesem Zusammenhang ist auch eine Impfpflicht diskutiert worden. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) lehnt die Pflicht jedoch ab. Niedersachsen versuche stattdessen noch einmal, stärker die Gruppe der 20- bis 40-Jährigen anzusprechen und diese von einer freiwilligen Impfung zu überzeugen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte Mitte Juli eine Impfpflicht für Lehrkräfte abgelehnt.

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hingegen hält es für richtig, wenn gegen das Coronavirus Geimpfte mehr Möglichkeiten und Freiheiten bekommen als Nichtgeimpfte. „Es gibt keinen Grund, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte weiter vorzuenthalten, nur weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen“, sagte Montgomery. Das Thema Impfpflicht dürfte auch eine Rolle beim nächsten Bund-Länder-Gipfel im August spielen. (Quelle: NDR, 29.07.21)


„Reduzierte Grundimmunität“

Nach Lockerung der Corona-Maßnahmen nehmen auch andere Infektionen zu – etwa ausgelöst durch das Respiratorische Synzytial-Virus. Das RSV ist vor allem für Frühgeborene und Kleinkinder gefährlich, weil es akute Atemwegserkrankungen hervorruft. Aber auch ältere Menschen können schwer an der Infektion mit grippeähnlichen Symptomen erkranken.

Deutschlands größte Kinderklinik, das Olgahospital des Klinikums Stuttgarts, hat den vergangenen zwei Wochen einen Anstieg von Atemwegserkrankungen und auch von RSV-Infektionen festgestellt. In der pädiatrischen Notaufnahme, in der jährlich über 30.000 Kinder versorgt werden, seien PCR-Schnelltest mit Paneldiagnostik zum Nachweis oder Ausschluss einer Reihe von Erregern wie dem RSV etabliert, erklärt Jan Steffen Jürgensen Vorstandsvorsitzender des Klinikums Stuttgart.

„Saisonal suchen im Sommer sonst eher weniger Kinder die Kindernotaufnahme im Olgahospital auf, typischerweise etwa 70 am Tag, von denen sonst nur circa 20 Prozent stationär aufgenommen werden müssen“, sagt Jürgensen.

Seit rund zwei Wochen liege die Zahl der in der Notaufnahme vorgestellten Kinder, die hauptsächlich aufgrund von Infektionen kommen, nun fast beim Doppelten des saisonal Üblichen. Zuletzt seien es etwa 130 Kinder am Tag gewesen. Stationär wurden im Olgahospital des Klinikums Stuttgart sowohl in der letzten als auch in der vorletzten Woche jeweils drei Kinder wegen schwer verlaufender RSV-Infektionen versorgt.

Die gesamte Grippe- und Erkältungssaison sei nahezu ausgeblieben, Kinder hätten keine Immunisierung durchlaufen können, erläutert Jürgensen. „Durch die Lockerung der Corona-Maßnahmen und die Öffnung von Schulen und Kitas sind jetzt auch Kinder wieder verstärkt exponiert.“

Unklar bleibt, ob die steigende Zahl der RSV-Fälle in Zusammenhang mit vermehrten Tests steht. Keine vermehrte Zahl an RSV-Erkrankungen konnten zumindest die Berliner Charité und das Kinderkrankenhaus Auf der Bult in Hannover feststellen.

Die Techniker Krankenkasse verzeichnet sogar einen Rückgang der Krankenhausaufenthalte: „Während unsere Versicherten 2019 noch 8.768 Krankenhausaufenthalte wegen dieser Erkrankung hatten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 5.172 und im laufenden Jahr nur noch 97“, erklärt ein Sprecher.

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist in der Publikation „Vorbereitungen für den Herbst und Winter“ von vergangener Woche auf die Verschiebung saisonaler Erkrankungswellen hin und fordert die „frühzeitige Vorbereitung auf ein verstärktes Krankheitsgeschehen, auch angesichts der zusätzlich zu erwartenden Belastung durch akute Atemwegsinfektionen“.

So warnt das RKI vor einem parallelen Anstieg von Sars-Cov-2, Influenza und RSV aufgrund einer reduzierten Grundimmunität. Außerdem könne das gemeinsame Auftreten dieser Infektionskrankheiten zu einer deutlichen Gesundheitsbelastung durch die Erkrankungen selbst und zusätzlich durch sekundäre Pneumonien führen. Präventions- und Versorgungsmöglichkeiten sollten rechtzeitig bestellt und gelagert werden, außerdem seien Informationskampagnen zu initiieren. (mehr und Quelle: TSP, 29.09721)


Weniger Skeptiker gegen Corona-Impfung für Kinder

Einer Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen stehen laut einer YouGov-Umfrage inzwischen mehr Menschen offen gegenüber. Nach der repräsentativen Befragung hat der Anteil der Skeptiker abgenommen: Nur noch 37 Prozent gaben an, eine Impfung dieser Gruppen skeptisch zu sehen – nach 44 Prozent Ende Mai. 46 Prozent erklärten, sie seien nicht skeptisch – Ende Mai waren es 43 Prozent, wie das Meinungsforschungsinstituts YouGov am Donnerstag mitteilte. Demnach stehen vor allem AfD-Wähler der Impfung von Kindern und Jugendlichen skeptisch gegenüber.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat vorerst keine generelle Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen – sie empfiehlt Impfungen für 12- bis 17-Jährige nur bei bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas. Unabhängig davon sind Impfungen aber als individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindern und den Ärztinnen und Ärzten möglich. Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Warn-App ruft fast 690.000 Menschen in England und Wales zu Isolation auf

In England und Wales ruft die offizielle Corona-Warn-App fast 690.000 Menschen auf, sich in Isolation zu begeben. Sie seien in der Woche bis zum 21. Juli in Kontakt mit einer infizierten Person gewesen, wie offizielle Daten zeigen. Unternehmen aller Branchen beklagen, dass sie Schwierigkeiten haben, den Betrieb aufrechtzuerhalten, wenn so viele Beschäftigte angewiesen werden, zu Hause zu bleiben. ((Quelle: TSP, 29.07.21)


Positiver Corona-Fall bei Juventus Turin – Mannschaft in Quarantäne

Nach einem Corona-Fall befindet sich die erste Mannschaft des italienischen Fußball-Rekordmeisters Juventus Turin in Quarantäne. Bei den routinemäßigen Kontrollen sei der Tunesier Hamza Rafia positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Erstligist am Donnerstag mit. Rafia spielt eigentlich im Angriff des U23-Teams der Bianconeri. Weil er aber mit der ersten Mannschaft um den portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo trainiert habe, müsse sich diese nun in Isolation begeben, erklärte eine Sprecherin des Vereins auf Nachfrage. Spieler mit einem negativen Test dürften zwar weiter trainieren, aber keinen Kontakt außerhalb der Gruppe haben, erklärte Juve weiter.

Am 21. August startet die Serie A in die neue Saison. Einen Tag später soll Juventus Turin unter dem neuen Trainer Massimiliano Allegri auswärts bei Udinese Calcio spielen. (Quelle: TSP, 29.07.21)


RKI korrigiert Niedersachsen-Zahlen

Am Donnerstag, 29. Juli, sind in Niedersachsen 331 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.814. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 264.548 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt leicht. Sie liegt jetzt bei 16,4 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 15,8 Fälle).

Das RKI hat seine Angaben am Donnerstagmittag revidiert. NDR.de hat die Werte dementsprechend angepasst. Zuvor waren 374 Neuinfektionen und drei Todesfälle gemeldet worden. (Quelle: NDR, 29.07.21)


IOC sieht Olympische Spiele nicht als Grund für Corona-Verbreitung

Die Olympischen Spiele in Tokio sind nach Darstellung des IOC nicht der Grund für die Verbreitung des Coronavirus in der japanischen Hauptstadt. Das erklärt der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Mark Adams, dem Sender NHK zufolge. In Tokio herrscht wegen der Pandemie der Ausnahmezustand, die Zahl der täglichen Neuinfektionen hat in den vergangenen Tagen Rekordwerte erreicht. Am Donnerstag verzeichnen die Behörden 3865 weitere Ansteckungsfälle in Tokio – so viele wie noch nie an einem Tag. Auch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Spiele wurden bereits etliche Coronafälle nachgewiesen. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Impfquote legt weiter leicht zu

Die Corona-Impfquote steigt in Deutschland weiter leicht an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag sind inzwischen 50,9 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 9.45 Uhr). Das entspricht 42,36 Millionen Menschen. Am Vortag war ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: Erstmals war mehr als die Hälfte der Bevölkerung zwei Mal gegen die Viruskrankheit immunisiert. Mindestens eine Impfdosis haben dem RKI zufolge inzwischen 61,3 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 51,01 Millionen Menschen verabreicht bekommen. Im Schnitt werden fünf Menschen pro Sekunde geimpft.

Bei den Bundesländern liegt Bremen mit 59,2 Prozent Bevölkerungsanteil der vollständig Geimpften weiterhin an der Spitze, das Schlusslicht bildet Sachsen mit 46,5 Prozent. Die meisten Impfdosen wurden bislang mit 20,50 Millionen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen verabreicht.(Quelle: TSP, 29.07.21)


Grüner Pass soll steigende Corona-Zahlen in Israel bremsen

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt in Israel seit Donnerstag wieder der sogenannte Grüne Pass. Bei Versammlungen von mehr als 100 Menschen müssen Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies gilt unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser.

Der Grüne Pass, der Erleichterungen für Geimpfte und Genesene brachte, war in Israel im Februar eingeführt worden. Nach einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen waren die meisten Beschränkungen jedoch wieder aufgehoben worden.
Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Israel hatte zuletzt wieder die 2000er-Marke überschritten. Am Donnerstagmorgen meldete das Gesundheitsministerium 2165 neue Infektionen für den Vortag. 159 Corona-Patienten sind schwer erkrankt. Mehr als 57 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Grafschafter Zahlen – Weiterer Todesfall

Es ist ein weiterer CoViD19-Todesfall in der Grafschaft Bentheim zu beklagen, der in Verbindung mit dem Coronavirus gebracht wird. Das berichtet das Kreishaus am Donnerstag. Die Zahl dieser Todesfälle steigt somit auf 124, zuletzt war Mitte Juni ein Todesfall gemeldet worden.
Des Weiteren werden zwei weitere Corona-Fälle verzeichnet. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert sinkt laut Robert-Koch-Institut leicht auf 21,1. Am Mittwoch lag der Inzidenzwert bei 24,1. In Quarantäne befinden sich zurzeit 208 Grafschafter.

Insgesamt sind bisher 5.445 Corona-Fälle in der Grafschaft bestätigt worden. 5261 Grafschafter gelten inzwischen als genesen. Das sind 15 Genesene mehr als noch am Vortag.

Die 60 aktuellen Infektionen (Mittwoch: 72) verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag: Bad Bentheim: 13 (-4), Emlichheim: 1 (0), Uelsen: 6 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 1 (0), Nordhorn: 32 (-3) und Schüttorf: 7 (-7).
(Quelle: GN 29.07.21)


Nur noch ein Viertel arbeitet im Homeoffice

Nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie ist eine stetig wachsende Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer wieder in der Firma tätig. Im Juli arbeitete nach einer neuen Schätzung des Münchner Ifo-Instituts nur noch ein Viertel der Beschäftigten (25,5 Prozent) zumindest zeitweise zuhause, eine Fortsetzung des rückläufigen Trends der vergangenen Monate. Im Juni waren es noch 28,4 Prozent gewesen.

Die Münchner Ökonomen führten das am Donnerstag nicht nur auf das Ende der Homeoffice-Pflicht für Unternehmen zurück: „Die Menschen suchen wieder häufiger den persönlichen Kontakt im Büro“, sagte Ifo-Wissenschaftler Jean-Victor Alipour am Donnerstag.

Überdurchschnittlich häufig in den eigenen vier Wänden arbeiten nach wie vor Beschäftigte in Dienstleistungsberufen. Besonders deutlich sichtbar war die Entwicklung laut Ifo-Einschätzung in Fernsehen und Rundfunk: Der Anteil der Heimwerker fiel demnach von 60,9 Prozent in Juni auf 36,9 Prozent im Juli.(Quelle: TSP, 29.07.21)


Schäuble fordert Einschränkungen nur noch für Nichtgeimpfte

Im Zuge der Diskussion um eine Impfpflicht in Deutschland fordert Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) Corona-Einschränkungen bald nur noch für Nichtgeimpfte. Die Impfpflicht-Debatte gehe „in die falsche Richtung“, sagte Schäuble im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er sprach sich für eine Aufhebung von Corona-Auflagen nur für Geimpfte aus, um Impf-Unwillige zur Immunisierung zu bewegen.

Da die Gefahr der Ansteckung durch Geimpfte oder Genesene geringer ist, könnten diese Gruppen nicht dauerhaft allen Beschränkungen unterwerfen werden, die für Nichtgeimpfte gelten müssen, um die Pandemie zu bekämpfen, sagte der CDU-Politiker. „Für eine solche unterschiedliche Behandlung von Getesteten einerseits und Genesenen und Geimpften andererseits, sehe ich keine verfassungsrechtlichen Probleme, da das Risiko des Impfens nach heutigem Wissensstand extrem gering ist.“

Frankreich, wo Nichtgeimpfte nicht länger freien Zugang etwa zu Restaurants oder Kulturveranstaltungen erhalten, könne ein Vorbild für Deutschland sein. Ein gewisser gesellschaftlicher Druck sei aus Schäubles Sicht „nicht verkehrt“.

Der 78-Jährige zeigte sich enttäuscht über die gesunkene Impfquote in Deutschland. „Ich kann die mangelnde Impfbereitschaft nicht nachvollziehen, das macht mich maßlos traurig“, sagte er der NOZ. Darin zeige sich „die tiefe Widersprüchlichkeit“ der Gesellschaft. Zu Beginn des Jahres hätten die Menschen es nicht erwarten können, die rettende Spritze zu bekommen. „Und jetzt verzweifeln Hausärzte, weil Impfdosen massenhaft bei ihnen liegen bleiben“, sagte Schäuble. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Biden fordert alle zivilen Bundesangestellten zu Impfen auf

US-Präsident Joe Biden wird einem Insider zufolge am Nachmittag ankündigen, dass sich alle zivilen Bundesangestellten gegen das Coronavirus impfen lassen sollen. Anderenfalls müssten sie sich regelmäßig auf eine Infektion testen lassen, Masken tragen, Abstand halten und sich Reisebeschränkungen unterwerfen. Wer sich gegen eine Impfung entscheide, werde nicht entlassen, sagt der Insider. Auch werde kein Impfstoff vorgeschrieben. In den USA gibt es rund 2,18 Millionen Zivilbeschäftigte, weitere 570.000 arbeiten für den US Postal Service. Ob auch für die Postangestellten die Impfaufforderung gilt, war zunächst nicht klar. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Kretschmann macht Druck bei Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert mehr Tempo bei der geplanten Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer. Kretschmann sagte am Donnerstag im Deutschlandfunk, die Bundesregierung müsse schauen, dass sie das möglichst schnell auf die Reihe bringe. Das im September zu machen, sei zu spät. Die Bundesregierung hätte sich darauf besser vorbereiten können. Die Einhaltung müsse der Bund sicherstellen. Kretschmann sagte, die Kontrolle der Testpflicht bei Einreisen mit dem Zug oder mit dem Auto sei schwierig. Überprüfungen könnten nur stichprobenartig erfolgen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Dienstagabend mit Blick auf eine erweiterte Testpflicht den 1. August als Datum genannt und sich auf eine Zusicherung des Bundes berufen. Die Bundesregierung hatten den Starttermin am Mittwoch aber noch offen gelassen. (Foto CCs. Archiv v. 12.4.20; Quelle: TSP, 29.07.21)


Dobrindt verteidigt Tourismus-Angebote für Geimpfte

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt verteidigt, dass Hoteliers Zimmer ausschließlich für Geimpfte anbieten. Bei steigenden Infektionszahlen könnten Geimpfte mehr Normalität erleben als Nicht-Geimpfte, sagt er dem „Münchner Merkur“. „Deswegen kann ich die Entscheidung von Hoteliers, ihr Angebot ausschließlich für Geimpfte zur Verfügung zu stellen, nachvollziehen“, sagt der CSU-Politiker. „Ich glaube, dass im Tourismus und Veranstaltungsbereich zunehmend das Angebot auf Geimpfte und Genesene fokussiert wird.“ (Quelle: TSP, 29.07.21)


73.900 Neuinfektionen und 505 weitere Tote in USA

In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 73.850 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 34,85 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um mindestens 505 auf 610.783. Weltweit weisen die USA die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf. (Quelle: TSP, 29.07.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 5,4
Meppen: 5,6
Papenburg 50,6


Osnabrück: Studierende können sich in Mensa impfen lassen

Die Stadt Osnabrück will die Impfquote bei Jüngeren nach oben treiben und bietet jetzt Studierenden eine Impfung in der Mensa an. Seit gestern Vormittag impft dort ein Team vom Impfzentrum alle Interessierten. Wie die Stadt mitteilt, will sie in Zukunft dort hingehen, wo sich viele unter 30-Jährige aufhalten, um ihnen unkompliziert ein Impfangebot zu machen. (Foto: Uni Osnabrück CC s. Archiv v. 19.2.20; Quelle: NDR, 29.07.21)


Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 29. Juli, sind in Niedersachsen 372 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.819. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 264.858 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt leicht. Sie liegt jetzt bei 16,4 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 15,8 Fälle). (Quelle: NDR, 29.07.21)


Hausärztekritik an Booster-Impfung

Ältere Menschen sollen laut Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) ab Herbst eine dritte Corona-Impfung bekommen können. Der niedersächsische Hausärzteverband hält den Vorstoß für verfrüht.

Es gebe noch nicht ausreichend wissenschaftliche Daten darüber, ob vollständig Geimpfte schwer erkrankten, sagte Jens Wagenknecht, Vize-Landeschef der Hausärzte. Wenn Todesfälle und schwere Erkrankungen durch die bereits bestehende Immunisierung verhindert werden könnten, könne man möglicherweise auf die Auffrischung verzichten. Zudem müsse man die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (StiKo) abwarten. Sollte ein Auffrischen der Corona-Impfung sinnvoll sein, könnte das ab Dezember nach der Grippeimpfzeit auch in Arztpraxen geschehen, so Wagenknecht.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Behrens hatte das Thema bei der Landespressekonferenz angerissen. „Wir müssen zu Auffrischungsimpfungen kommen“, so Behrens am Dienstag. Darüber sei am Tag zuvor im Kreise der Gesundheitsminister und -ministerinnen der Länder und des Bundes intensiv diskutiert worden. Das Robert Koch-Institut (RKI) sei gebeten worden, eine wissenschaftliche Grundlage dazu auszuarbeiten. Behrens rechnet auf dieser Grundlage dann damit, dass die Europäische Arzneimittelagentur den Plänen zustimmen werde. Der RKI-Bericht solle bereits am kommenden Montag vorgestellt werden.

Behrens rechnet damit, dass im Oktober mit den dritten Impfungen in Alten- und Pflegeheimen begonnen werden kann. Dafür würden in Abstimmung mit den Kommunen mobile Teams aufgestellt. „Wir wissen aus Impfdurchbrüchen in Alten- und Pflegeheimen, dass die Immunisierung der Älteren sich schneller reduziert, als das bei Jüngeren der Fall ist“, sagte die Gesundheitsministerin. „Wir werden ja im September die großen Impfzentren schließen“, so Behrens, „das erste Einsatzgebiet der mobilen Teams werden die Auffrischungsimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen sein“.

Nach Angaben des RKI vom Mittwoch haben in Niedersachsen 64,1 Prozent der Menschen mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. 49,8 Prozent sind bereits vollständig gegen das Virus geimpft. Allein für die unter Zwölfjährigen steht noch kein Impfstoff zur Verfügung – das sind etwa elf Prozent der Bevölkerung. (Quelle: NDR, 29.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in gut drei Wochen auf mehr als das Dreifache gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von heute Morgen lag sie bei 16,0 – am Vortag betrug der Wert 15,0 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3520 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.19 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1890 Ansteckungen gelegen, wahrscheinlich fehlten damals jedoch 19 Neuinfektionen aus Brandenburg.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 10 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 42 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.769.608 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.655.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.702.
Update: Das Robert Koch-Institut teilte im weiteren Verlauf des Vormittags auf Twitter mit, dass die Corona-Fallzahlen von Donnerstagmorgen nochmal auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

(Quelle: RKI, 29.07.21)


Jugendliche aus Twente (NL): Impfrate verdoppelt sich in 14 Tagen

Die Jugendlichen im niederländischen Twente Jugendliche haben sich in den letzten Wochen in großer Zahl gegen Corona impfen lassen. Dies geht aus Zahlen der örtlichen Gesundheitsbehörden GGD in Twente hervor. Der Anteil der geimpften jungen Leute aus Twente unter 20 Jahren hat sich in zwei Wochen mehr als verdoppelt.

Die Impfquote sind von 19,3 Prozent geimpfter Jugendlicher vor etwas mehr als zwei Wochen auf jetzt 43,5 Prozent in die Höhe geschossen. In der niederländischen Nachbarregion haben mehr als 28.000 Teenager zumindest ihre erste Injektion erhalten. Hinzu kommen 1.258 Ersttermine in den GGD-Systemen.

Jugendliche holten also nach einer zunächst zögerlichen Beteiligung deutlich auf. Die Impfbereitschaft war bei der jüngeren Gruppe deutlich geringer als bei anderen Gruppen. Mehr als 90 Prozent der über 70-Jährigen sind bereits geimpft.

Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren dürfen seit fast einem Monat den Pfizer-Biontech-Impfstoff von der Gesundheitsämtern bekommen. Fast die Hälfte ist mittlerweile geimpft. Landesweit seien mittlerweile 41 Prozent der Jugendlichen mindestens einmal geimpft worden, berichtete das RIVM am Dienstag. Die Gesamtzahl der geimpften Jugendlichen wird voraussichtlich 72 Prozent erreichen.

Derzeit liegt diese „Bereitschaft“ bei den Teenagern in Twente mit 43,5 Prozent über dem Landesdurchschnitt. GGD Twente ist mit den Zahlen zufrieden. „Die Impfung ist der beste Weg, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. (Quelle: Tubantia, 28.07.21)


Index-Chef geht vor Gericht

Holger Bösch, Betreiber des Schüttorfer Index, ist wütend. Er kann nicht nachvollziehen, warum er laut der neuen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen seine Schüttorfer Diskothek, das „Index“, wieder schließen muss. „Die Jugend und die Clubs sollen wieder als Sündenbock herhalten“, ist er sich sicher. Er will gegen die neue Corona-Verordnung ein sogenanntes Normkontrollverfahren beim Oberverwaltungsgericht anstreben und betont: „Wir sind keine Pandemietreiber.“ Aufgrund der neuen Verfügung müssen Clubs, Diskotheken und Shisha-Bars ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 10 schließen. In der Grafschaft liegt sie am Mittwoch bei 24,1.

Besonders wütend ist Bösch über die Aussagen der niedersächsischen Gesundheitsministerin Daniela Behrens (Foto u.). Diese hatte am Dienstag die Änderung der Verordnung mit der Aussage begründet, „dass sich in diesen Einrichtungen vergleichsweise viele Menschen angesteckt hätten.“ Holger Bösch hält dagegen: „Wir haben uns an alle Vorgaben gehalten und sogar noch mehr gemacht. Wir haben wirklich jeden vorab getestet.“ An den 15 Öffnungstagen hatte das „Index“ etwa 30.000 Besucher. Dabei seien die Besucher verantwortungsvoll gewesen: „Jeder hat sich bemüht, nichts falsch zu machen. Auch die jungen Leute haben Angst“, berichtet er.

Bösch selbst sei nur ein Corona-Fall bekannt, der im Zusammenhang mit dem „Index“ stehe. „Als der Gast am Abend hier war, haben wir ihn negativ getestet. Am Montag oder Dienstag ist er dann positiv getestet worden. Niemand weiß, ob er sich vorher, hier oder woanders angesteckt hat. Das hat mir das Gesundheitsamt auch bestätigt“, berichtet Bösch. Es sei für ihn völlig unverständlich, wieso die Ministerin den Clubs und Diskotheken höhere Infektionszahlen zuschreibe. „Das ist keine Politik mehr, das ist Populismus. Denn diese Aussagen beziehen sich nicht auf die wirklichen Zahlen“, findet der „Index“-Betreiber. Er lädt die Ministerin Daniela Behrens dazu ein, sich vor Ort ein Bild von dem Hygienekonzept zu machen.

Auch andere Diskotheken in der Umgebung sind in Bösch Augen keine Pandemietreiber. Allerdings hätten die Schlagzeilen, als 400 Menschen in Quarantäne geschickt werden mussten, nach dem ein infizierter Mann eine Diskothek in Osnabrück besucht hatte, ein schlechtes Licht auf die Branche geworfen. „Wenn nach einem Fußballspiel im Stadion ein Corona-Fall bekannt wird, werden auch nicht gleich alle Besucher in Quarantäne geschickt“, sagt Bösch. Einige Gesundheitsämter in anderen Landkreisen haben aus seiner Sicht überzogen gehandelt: „Man muss doch auch differenziert betrachten, wer isoliert werden muss, wer wirklich ein Erstkontakt war.“

Generell fehle es ihm bei der Pandemiebekämpfung an Vergleichbarkeit: „Wieso dürfen die Menschen ohne Maske in den Stadien stehen und Fußball schauen, aber hier nicht zusammen feiern? Das ist ungerechtfertigt“, klagt der Diskobetreiber an. „Das geht gar nicht. Das ist der Todesstoß für die Branche“, ist Bösch sich sicher. Diskotheken und Clubs hätten bereits während der 16-monatigen Zwangsschließung aufgrund der Corona-Pandemie gelitten. Dabei hätten sie nur eine Teilkostenerstattung erhalten, niemand sei für die Verluste aufgenommen, wie in manchen anderen Branchen. Außerdem hätten sich viele Mitarbeiter in dieser langen Zeit eine neue Stelle gesucht. Nach der spontanen Öffnung im Mai habe das „Index“ etwa 180 Aushilfen neu eingestellt. Sollte der Club wieder länger schließen müssen, sei Bösch gezwungen, die Aushilfen wieder zu entlassen. „Obwohl die natürlich fest mit den Einnahmen rechnen. Wir werden in eine schlimme Lage gebracht. Wir werden dann kaum noch Personal finden, weil wir die Branche sind, die ständig schließen muss“, beklagt Bösch.

Seine größte Hoffnung ist es, dass er vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg recht bekommt und wie bisher unter den Hygieneauflagen weiter machen kann. (Foto: CC s. Archiv v. 9.3.21; Quelle: GN, 28.07.21)


Berlin verbietet zwei Querdenken-Demonstrationen am Wochenende

BerlinZwei für das Wochenende in der Hauptstadt geplante Querdenken-Kundgebungen gegen die Corona-Politik sind verboten worden. Das gab die Berliner Polizei bekannt. „Unter Berücksichtigung und nach Bewertung der objektiven Sachlage haben wir bisher zwei Versammlungen, eine am 31. Juli und eine am 1. August 2021, verboten.“ Um welche Demonstrationen genau es sich dabei handelt, teilte die Polizei auf Nachfrage nicht mit. Die Prüfung weiterer Versammlungen dauere außerdem noch an.

Am Sonntag ist unter anderem für den Nachmittag eine Querdenken-Kundgebung auf der Straße des 17. Juni in der Nähe des Brandenburger Tors geplant. Die Organisatoren von der Initiative Querdenken 711 hatten dafür 22.500 Teilnehmer angemeldet, wie deren Sprecher Michael Ballweg am Mittwoch vor Bekanntwerden des Verbots sagte.

Die Stuttgarter Initiative hat zu der Veranstaltung unter dem Motto „Das Jahr der Freiheit und des Friedens – Das Leben nach der Pandemie“ aufgerufen. Nach RBB-Informationen ist die Kundgebung eine der von der Versammlungsbehörde der Polizei verbotenen Veranstaltungen. Ballweg sagte am Mittwochabend, er habe noch keine Kenntnis davon. Er ergänzte mit Blick auf mögliche Verbote: „Es gibt auch immer noch den juristischen Weg.“

Die Berliner Behörden hatten bereits Ende August 2020 eine Kundgebung der Initiative Querdenken 711 auf der Straße des 17. Juni verboten, zu der 22.000 Teilnehmer angemeldet worden waren. Die Polizei hatte als Grund dafür angeführt, dass durch die Ansammlung Zehntausender Menschen, oft ohne Maske und Abstand, ein zu hohes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung entstehe.

Das Verwaltungsgericht Berlin kippte die Entscheidung damals mit der Argumentation, es habe keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit gegeben. Das Land habe nicht darlegen können, dass das von den Veranstaltern vorgelegte Hygienekonzept nicht eingehalten werden sollte. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Corona-Ausbruch in Bar: Erste Gäste melden Symptome

Die Hamburger Sozialbehörde befürchtet einen Corona-Ausbruch in einer Bar am Dammtor-Bahnhof. Sie ruft Gäste der Bar „Sands“ daher für Donnerstag zum Reihentest auf. Ein Gast war nach seinem Besuch am vergangenen Sonnabend dort positiv auf Corona getestet worden.

Die Hamburger Sozialbehörde hat mittlerweile erste Hinweise darauf, dass es tatsächlich einen Corona-Ausbruch gegeben hat. Ein halbes Dutzend Gäste habe sich bereits mit Corona-Symptomen bei der Sozialbehörde gemeldet, erklärte Sprecher Martin Helfrich am Mittwoch. Damit könnte sich eine erste Vermutung bestätigen, dass der infizierte Gast am Sonnabend tatsächlich hoch ansteckend war. Ergebnisse darüber, wie viele Menschen sich tatsächlich angesteckt haben, werden Anfang kommender Woche erwartet.

Die meisten Gäste sollen sich am Sonnabend zwar draußen unter freiem Himmel aufgehalten haben, dennoch befürchtet die Sozialbehörde, dass der Gast andere Menschen infiziert haben könnte. Denn er war allem Anschein nach hoch ansteckend, bei ihm traten nach Behördenangaben bereits am Folgetag schwere Symptome auf. Zudem wurde am vergangenen Sonnabend auf der Terrasse der „Sands“-Bar am Bahnhof Dammtor nach Einschätzung der Behörde wohl ziemlich ausschweifend getanzt, gefeiert und gesungen.

Ein weiteres Problem: Nur gut 300 Gäste der Bar sollen sich laut Behörde per Luca-App registriert haben. Die Behörde geht aber davon aus, dass deutlich mehr – nämlich 400 bis 500 Menschen – an dem Abend dort waren. Das hätten Befragungen und Auswertungen von Fotos und Videos ergeben. Die Bild- und Videoaufnahmen zeigen laut Sozialbehörde zudem, dass im Laufe des Abends Abstände und Maskenpflichten nicht mehr eingehalten wurden und es „zu zahlreichen Kontakten unter den tanzenden, feiernden und singenden Gästen“ kam.

Der Inhaber der Bar bestreitet diese Vorwürfe inzwischen. Er habe fünf Türsteher und die würden darauf achten, dass sich alle Gäste registrieren. Niemand komme ohne die Luca-App in seine Bar, sagte er NDR 90,3. Und getanzt wurde nach seinen Aussagen nicht. Er räumte aber ein: Tatsächlich wurden am späten Abend Abstände teilweise nicht eingehalten.

Die möglicherweise 100 bis 200 nicht registrierten Menschen konnten noch nicht informiert werden. Deshalb folgt nun ein Aufruf zum Reihentest in zwei Tagen. Der Test soll am Donnerstag vor Ort in der „Sands“-Bar stattfinden. Vorab sei eine Anmeldung bei der Sozialbehörde per E-Mail (luca@kasse.hamburg.de) oder telefonisch unter 040 / 428 23 1371 nötig.

Nach Angaben eines Behörden-Sprechers ist die Situation nicht vergleichbar mit Fällen in St. Georg oder St. Pauli, wo ebenfalls jeweils ein Gast nach dem Besuch in einer Bar beziehungsweise einem Musikclub positiv getestet worden war. Dort hatte sich insgesamt nur ein weiterer Gast angesteckt. In der „Sands“-Bar könnte es zahlreiche Kontakte unter den draußen tanzenden, feiernden und singenden Gästen gegeben haben, so der Sprecher. Wie viele Besucherinnen und Besucher der Bar bereits in Qurantäne sind, konnte der Sprecher bislang noch nicht sagen. (Quelle: NDR, 28.07.21)


Scholz: Schnelltests in Zukunft kostenpflichtig, aber günstig machen

Nach Ansicht des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD) sollen ungeimpfte Erwachsene bald für Corona-Schnelltests selbst zahlen müssen. Es gelte nun, einen „Zeitpunkt in naher Zukunft“ zu finden, ab wann dies gelten solle, sagte der SPD-Kanzlerkandidat bei einer Veranstaltung der Zeitschrift Brigitte. Es sei nicht einsehbar, dass der Staat weiter die Kosten übernehme, wenn es die „bessere Alternative des Impfens“ gebe. Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich dafür ausgesprochen.

Das dürfe aber nicht für diejenigen gelten, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen könnten oder für die es – wie für Kinder – keine Impfempfehlung gebe, schränkte Scholz ein.

In den Schulen und Betrieben müssten Tests weiter kostenlos sein, sagte Scholz. Für alle anderen müssten die Tests „so billig wie möglich sein“. Er finde nicht, „dass es da um Strafe geht“, erklärte Scholz. Es sei aber auch nicht einzusehen, dass der Staat Tests bezahle, wenn es die bessere Alternative des Impfens gegeben hätte. Denn die Impfung schütze nicht nur einen selbst, sondern auch andere. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)


SPD bringt Bundestagssondersitzung zu Reiserückkehrern in Gespräch

In der Debatte um eine mögliche Testpflicht für Reiserückkehrer hat die SPD eine Sondersitzung des Bundestags ins Gespräch gebracht. Es werde derzeit beraten, ob und wann eine solche „notwendig und sinnvoll“ sei, sagte ein Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Den Sozialdemokraten sei vor allem wichtig, eine rechtssichere Lösung zu schaffen, die vor Gericht Bestand hat. Diese müsste dann der Bundestag absegnen, „notfalls in einer Sondersitzung noch im August“, sagte der rechtspolitische Sprecher der Fraktion, Johannes Fechner. Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte er, die Bundesministerien für Inneres, Justiz und Gesundheit arbeiteten an einer Gesetzesänderung „und sind schon auf der Zielgeraden“.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten sich zuvor für eine schnelle Regelung ausgesprochen, ebenso die Ministerpräsidenten mehrerer Bundesländer. Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer äußerte sich zögerlich. (Quelle: ZEIT, 28.08.21)


Vollständig geimpfte EU-Bürger dürfen ab 2. August wieder Urlaub in England machen

Vollständig geimpfte Besucher aus der EU und den USA dürfen ab dem 2. August ohne Quarantäne wieder nach England einreisen. Dies kündigt der britische Verkehrsminister Grant Shapps an. Die Quarantäneausnahme soll nur für diejenigen gelten, die einen in den USA oder EU zugelassenen Impfstoff erhalten haben. Die Tourismusbranche hat der Regierung vorgeworfen, die Einreisebeschränkungen zu langsam zu lockern.


Bundespolizei verstärkt Grenzüberwachung zu den Niederlanden

Die Bundespolizei hat ihre Überwachung der deutsch-niederländischen Staatsgrenze in der Grafschaft Bentheim verstärkt, nachdem das Nachbarland seit Dienstag wieder als Hochinzidenzgebiet eingestuft ist. Dafür sind nach Auskunft der Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim am Montag etwa 30 zusätzliche Einsatzkräfte in die Grafschaft gereist, die voraussichtlich zunächst bis einschließlich Donnerstag bleiben. Dann soll entschieden werden, wie es weiter geht.

Thomas Gerbert, Sprecher der Bundespolizeidirektion Hannover, bestätigte am Mittwoch auf GN-Anfrage eine erhöhte Präsenz in den niedersächsischen Grenzregionen, auch in der Grafschaft Bentheim: „Das heißt bei uns ,intensivierte Binnengrenzfahndung‘ auf Schiene und Straße. Unsere Einsatzkräfte schauen, ob die Einreisenden geimpft oder genesen sind oder einen aktuellen PCR-Test vorlegen können.“ Unter bestimmten Voraussetzungen wird auch ein Antigen-Schnelltest akzeptiert.

Urlauber, die sich länger als 24 Stunden in den Niederlanden aufgehalten haben, müssen darüber hinaus vor der Einreise ins Bundesgebiet eine digitale Einreiseanmeldung vorlegen. Diese könne aber „zur Not auch noch während der Kontrolle“ vorgenommen werden. Weitere Informationen gibt es dazu auf http://www.einreiseanmeldung.de.

Flächendeckend ist die Überwachung jedoch nicht, wie Ralf Gehling, Leiter der Bundespolizeiinspektion in Bad Bentheim, gegenüber den GN bestätigt: „Wir haben keine festen Kontrollstellen eingerichtet. Vielmehr zeigen wir an vielen Stellen Präsenz, unter anderem auch auf Bundesstraßen.“ Gehling legt Wert auf den Hinweis, dass es sich auch nicht um „Grenzkontrollen“, sondern um eine verstärkte „Grenzüberwachung“ handelt. (Quelle: GN, 28.07.21)


Baerbock hält Verschärfung der Einreiseregeln für notwendig

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat eine sofortige Verschärfung der Reiseregeln als absolut notwendig bezeichnet. Man dürfe nicht die Fehler des vergangenen Sommers wiederholen, indem man sich erst über besseren Schutz Gedanken mache, wenn die Reiserückkehrer bereits wieder zurück seien, sagte Baerbock am Mittwoch beim Besuch eines Zementwerks im schwäbischen Alb-Donau-Kreis.

Es sei absolut notwendig, dass Reiserückkehrer, die keine zweifache Impfung hätten, ab sofort vernünftig getestet würden. Denn die Inzidenzen gingen wieder hoch. Man habe bereits gesehen, dass Reiserückkehrer Infektionen auch in Kitas und Schulen hereingebracht hätten. (Foto: CC s. Archiv v.4.4.20; Quelle: TSP, 28.08.21)



Bremen impft am schnellsten

Seit dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland Ende Dezember ist Bremen bislang am schnellsten vorangekommen. In der Hansestadt sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bereits 70,1 Prozent der Einwohner mindestens einmal geimpft worden. Mit einer Quote von 58,3 Prozent liegen die Bremerinnen und Bremer auch bei den vollständig Geimpften bundesweit an der Spitze.

Daran seien „ganz viele“ beteiligt, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) und verwies auf Arztpraxen, Betriebsärzte, Hilfsorganisationen und das Engagement der Wirtschaft. Die Impfzentren funktionierten reibungslos, in Call-Centern würden die allermeisten Anrufer ohne Warteschleife direkt durchgestellt. „Das spricht sich rum in Bremen und Bremerhaven. Mit so einer positiven Stimmung wächst auch die Impfbereitschaft“, sagte Bovenschulte.

Am langsamsten ist bisher Sachsen vorangekommen. Dort sind 51,8 Prozent der Menschen mindestens einmal geimpft und 46,1 Prozent vollständig. Das Landesgesundheitsministerium sieht als einen möglichen Grund die derzeit niedrigen Fallzahlen und eine damit verbundene Sorglosigkeit. Eine Impfung werde gedanklich auf die Zeit nach den Sommerferien geschoben. Auch fehlende Testpflichten spielten wohl eine Rolle: „Die Relevanz der schnellen Impfung – die einen jenseits des Schutzes vor schweren Verläufen eben auch von Testpflichten befreit – rückt dadurch möglicherweise in den Hintergrund“, erklärte das Ministerium.
(Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Niedersachsen: Auffrischungsimpfungen ab Herbst

In Niedersachsen könnte nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums bereits im Herbst eine Corona-Auffrischungsimpfung vor allem für die Bewohner und Bewohnerinnen von Senioren- und Pflegeheimen notwendig werden. „Die Wahrscheinlichkeit ist aus unserer Sicht hoch“, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm, am Mittwoch. Das Land bereite sich organisatorisch auf die Auffrischungsimpfungen vor und sei dazu in Gesprächen mit den Kommunen.

Weil die großen Impfzentren im September schließen, könnte die Durchführung der Auffrischungsimpfungen verstärkt von mobilen Impfteams übernommen werden, sagte Grimm. „Für die wäre dann die erneute Impfung in den Pflegeheimen ein gutes Einsatzgebiet, das sich auch schon in der ersten Runde sehr bewährt hat“, ergänzte der Sprecher. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ und das Politikjournal „Rundblick“ hatten zuerst über die Pläne berichtet.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte am Dienstag gesagt, man gehe derzeit davon aus, dass es für Erwachsene eine jährliche Auffrischungsimpfung brauche, „gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse“ darüber werde es aber voraussichtlich in den kommenden Monaten geben. Die Gesundheitsminister der Länder und des Bundes hätten am Tag zuvor darüber beraten. Das Robert-Koch-Institut sei gebeten worden, eine wissenschaftliche Grundlage auszuarbeiten.

Niedersachsen nehme bei möglichen Auffrischimpfungen ab dem Herbst auch deshalb zuerst die Älteren in den Blick, weil die Immunisierung sich in dieser Gruppe schneller reduziere als bei Jüngeren. In Pflege- und Altenheimen sei es immer wieder zu Corona-Ausbrüchen gekommen, obwohl Bewohner und Pflegepersonal geimpft gewesen seien.

Hoffnung setzte die Ministerin auf die mRNA-Impfstoffe: „Ich glaube, dass diese mRNA-Technologie ein ähnlicher Quantensprung ist wie früher die Erfindung der Antibiotika.“ So habe etwa der Hersteller Biontech/Pfizer in Aussicht gestellt, eine Grippe- und Coronaschutzimpfung in einer Spritze zu kombinieren.

In Niedersachsen haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch knapp 64,1 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. 49,8 Prozent sind demnach vollständig gegen das Virus geimpft. Rund 11 Prozent der Bevölkerung sind unter 12 Jahre alt, für sie steht noch kein Impfstoff zur Verfügung. (Quelle: GN, 28.07.21)


Twente: Infektionszahlen rückläufig

Im benachbarten niederländischen Twente wurden in den letzten 24 Stunden 169 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Es gab keine neuen Todesfälle durch das Virus. Dies geht aus den am Mittwochnachmittag von RIVM veröffentlichten Zahlen hervor. National wurden 3.513 Neuinfektionen identifiziert.

Der Durchschnitt der letzten sieben Tage in Twente beträgt 175,4 (Vorwoche 327,7). In diesem Zeitraum wurden 1.228 Infektionen registriert, 1066 weniger als am vergangenen Mittwoch, als die Zahl noch bei 2.294 lag. Gestern wurden 153 Neuinfektionen gezählt. Die positivsten Tests gab es in Enschede (41), gefolgt von Almelo (24) und Hengelo (23).

Innerhalb der Region ist Oldenzaal die Gemeinde mit dem höchsten Infektionsfaktor (44,0) mit 14 Fällen, umgerechnet auf 100.000 Einwohner. Für die gesamte Region Twente sind es derzeit 26,8. Damit steht die Region an dritter Stelle der Tagesliste der 25 niederländischen Sicherheitsregionen. Für dieses Ranking gilt: Je niedriger die Position, desto besser.

Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt hat in den letzten 24 Stunden landesweit 3.513 Neuinfektionen gemeldet. Das sind 529 weniger als am Dienstag. Dann wurden 4.042 positive Tests gemeldet.
Die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern ist gestiegen. Insgesamt wurden nun 629 Corona-Erkrankte aufgenommen, 13 mehr als am Dienstag. Die meisten befinden sich auf der Pflegestation. 164 Patienten werden wegen Corona auf der Intensivstation behandelt, 5 mehr als gestern. Diese neuen Zahlen wurden heute Nachmittag vom LCPS (National Coordination Center for Patient Distribution) bekannt gegeben. (Quelle: Tubantia, 28.07.21)


WHO registriert deutlich mehr Covid-19-Tote

Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Toten weltweit ist innerhalb einer Woche stark angestiegen: um 21 Prozent auf 69.000 in sieben Tagen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in Genf berichtete. Die WHO bezieht sich auf Regierungsangaben für die Woche vom 19. bis 25. Juli. Insgesamt seien bislang mehr als vier Millionen Menschen weltweit nach einer Infektion gestorben. Experten verweisen darauf, dass nicht alle Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus an Covid-19 sterben, gemeldet werden. Andererseits hatten einige Gestorbene schwere Vorerkrankungen.

Die Zahl der in der vergangenen Woche gemeldeten Infektionen lag bei 3,8 Millionen, das waren acht Prozent mehr als in der Vorwoche. Auf dem amerikanischen Kontinent stiegen sowohl Infektions- als auch Totenzahlen deutlich. Ebenso starben mehr Menschen in Südostasien. Seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 sind fast 194 Millionen Infektionen gemeldet worden.

Die WHO betrachtete auch mehr als 90 Studien über die Wirksamkeit der von der WHO zugelassenen Impfstoffe in der Realwelt. Eine WHO-Notfallzulassung erhielten bislang die Mittel von Astrazeneca, Johnson&Johnson, Moderna, Pfizer/Biontech, Sinovac und Sinopharm. Das Bild sei nicht vollständig, weil mehr als 60 Prozent der Studien aus nur drei Ländern mit frühen Impfkampagnen stammten (Israel, USA und Großbritannien) und 71 Prozent nur Astrazeneca und Pfizer/Biontech betrachteten.

Allgemein lasse sich sagen, dass die Impfstoffe gut vor schweren Krankheitsverläufen schützen, so die WHO: Die Wirksamkeit habe bei den Impfstoffen von Astrazeneca, Moderna, Pfizer/Biontech und Sinovac bei über 80 Prozent gelegen. Bei Astrazeneca und Pfizer/Biontech seien auch bei Infektionen mit der hochansteckenden Delta-Variante des Virus die Zahl der schweren Verläufe deutlich reduziert worden. Zu den anderen Mitteln liegen keine oder nicht genügend Studien vor.

Die WHO verweist darauf, dass sich ein gewisser Prozentsatz von Geimpften mit dem Coronavirus anstecken kann, was auch bei anderen Krankheiten üblich sei. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass sich bei Infizierten, die mindestens einmal geimpft waren, die Ansteckung von Mitglieder des eigenen Haushalts um 50 Prozent reduzierte und noch wesentlich stärker ein bis zwei Wochen nach der zweiten Impfung. (Quelle: TSP, 28.07.21)


Öffentliche Haushalte melden Rekordschulden nach erstem Corona-Jahr

Durch die Pandemie sind die Schulden der öffentlichen Haushalte bei Banken und Privatunternehmen deutlich angestiegen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung waren beim sogenannten nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2020 mit 2.172,9 Milliarden Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Innerhalb eines Jahres ist damit die öffentliche Verschuldung um 14,4 Prozent auf den höchsten Stand gestiegen, der jemals in der Statistik am Ende eines Jahres gemessen worden sei.

Laut dem Statistikamt entspreche die Summe einer Pro-Kopf-Verschuldung von 26.141 Euro – 3.281 Euro mehr als Ende 2019. Diese Entwicklung habe sich nach vorläufigen Ergebnissen im ersten Quartal 2021 fortgesetzt, teilte das Statistikamt mit. Der Anstieg sei insbesondere bei Bund und Ländern auf die Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise zurückzuführen, darunter Hilfspakete und Mehrwertsteuersenkung. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute und der sonstige inländische und ausländische Bereich, wie private Unternehmen im In- und Ausland.

Der Bund war den endgültigen Zahlen zufolge Ende 2020 mit 1403,5 Milliarden Euro verschuldet, das ist ein Plus von 18,1 Prozent. Die Schulden der Länder stiegen demnach um 9,8 Prozent auf 636 Milliarden Euro. Bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden war der Anstieg dagegen mit 1,5 Prozent deutlich geringer, die Schulden belaufen sich auf 133,3 Milliarden Euro. Die Schulden der Sozialversicherung sanken auf 44 Millionen Euro. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Flughafenverband meldet wachsende Nachfrage nach Flügen

Eine steigende Nachfrage nach Europaflügen hat an den deutschen Flughäfen im Juni für eine leichte Erholung gesorgt. Das berichtete der Flughafenverband ADV. 5,5 Millionen Gäste an den 28 erfassten Flughäfen bedeuteten zwar eine extreme Steigerung von mehr als 260 Prozent im Vergleich zum pandemiegeprägten Vorjahresmonat, waren aber immer noch weniger als ein Viertel (23,3 Prozent) des Aufkommens im Vorkrisen-Juni 2019.

Lediglich bei den Europaflügen wuchs die Passagierzahl wieder über ein Viertel (26,5 Prozent) des Vorkrisenniveaus. „Die sinkende Inzidenz, der Impffortschritt und die gelockerten Reisebeschränkungen einhergehend mit dem Ferienbeginn lösen die Bremsen“, erklärte der Verband. Die Anzahl der Flugreisen werde in diesem Sommer deutlich über dem Vorjahresniveau liegen. Bei den Interkontinentalverbindungen und im innerdeutschen Flugverkehr wurden erst 18,4 Prozent beziehungsweise 16,2 Prozent der alten Werte erreicht.

Besonders gefragt sind weiter die Frachtkapazitäten der Flugzeuge. Mit knapp 450.000 Tonnen lag im Juni das Aufkommen 15,5 Prozent über der Menge aus dem Mai 2019. Hintergrund sind die internationalen Seefracht-Probleme. In den veränderten Lieferketten werden mehr zeitkritische Güter mit dem Flugzeug transportiert. Der ADV rechnet mit weiterem Wachstum bei der Fracht, wenn zunehmend Beilade-Möglichkeiten in den Passagiermaschinen angeboten werden. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Psychische Gesundheit von Kindern genauso wichtig wie Bildung

Während der Corona-Pandemie sollte nicht nur auf die Schließung von Bildungslücken, sondern auch auf die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler geachtet werden. Das empfiehlt das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung aufgrund einer Studie.

Demnach können Kinder, die psychisch gesund sind, sehr viel besser Lernrückstände aufholen. „Kontakte mit Gleichaltrigen, Lebensfreude und altersgerechte Erlebnisse in Sport, Freizeit oder Reisen sind daher zukünftig zentral, nicht nur Nachhilfeangebote“, hieß es.

Hilfreich seien dabei etwa Programme, die Kindern aus ökonomisch schwachen Familien Schulausflüge finanzierten. Im Zuge der Pandemie hätten „psychosoziale und gesundheitliche Beeinträchtigungen“ zugenommen, hieß es. Das solle bei politischen Entscheidungen umfangreich berücksichtigt werden.(Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Grafschafter Zahlen

Vier Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet der Landkreis Grafschaft Bentheim am Mittwoch, am Dienstag waren es zuletzt drei neue Coronafälle. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen steigt in der Grafschaft damit auf 5443, es gibt demgegenüber 5246 Genesene. In Quarantäne befinden sich am Mittwoch 202 Grafschafter (Dienstag: 205). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 123.
Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes liegt am Mittwoch bei 24,1. Am Vortag betrug der Wert noch 22,6.

Die 74 aktuellen Infektionen (Dienstag: 72) verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag:

Bad Bentheim: 17 (+3), Emlichheim: 1 (0), Uelsen: 6 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 1 (0), Nordhorn: 35 (-1), Schüttorf: 14 (0) (Quelle: GN, 28.07.21)


Mehr als die Hälfte der Deutschen zweimal geimpft

Jeder zweite Mensch in Deutschland hat bereits zwei Impfdosen gegen das Coronavirus erhalten. 50,2 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hätten den vollen Schutz, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit. Dies sind 41,8 Millionen Menschen. Zudem sind demnach 50,85 Millionen mindestens einmal geimpft, das entspricht einem Anteil von 61,1 Prozent.

Das sei ein „Meilenstein“, so Spahn. Gleichzeitig appellierte er an die Impfbereitschaft: „Je mehr sich jetzt impfen lassen, desto sicherer werden Herbst und Winter!“ (Quelle: ZEIT, 28.08.21)


SPD unterstützt generelle Testpflicht für Reiserückkehrer

Die ersten Menschen kommen aus den Sommerferien zurück – und damit steigt die Gefahr, dass sie das Virus wieder nach Deutschland bringen. Dagegen soll ein engmaschiges Testregime für Reiserückkehrer helfen, das nun mehrere Politikerinnen und Politiker fordern.

Auch die SPD befürwortet eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer. „Ich bin unbedingt dafür, dass wir Reisende uns genau anschauen“, sagte Parteichefin Saskia Esken am Morgen bei RTL und n-tv. „Es ist ganz deutlich ja zu sehen, dass Reisen ins Ausland Risiken mit sich bringen.“ Rückkehrer würden möglicherweise die Delta- oder andere Varianten mitbringen.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte im ZDF: „Auch wir als SPD – inklusive der Justizministerin – wollen, dass das Reisen sicherer wird. Und das bedeutet, die Testpflicht auszuweiten.“ Aber das müsse rechtlich sauber und verhältnismäßig sein. Es sei jetzt am Bundesgesundheitsminister, eine rechtssichere Grundlage zu schaffen. „Und dann sind wir aber auch sehr schnell handlungs- und umsetzungsfähig, dass diese erweiterten Tests für Reiserückkehrer auch kommen.“ Erste Entwürfe seien nicht ordentlich gewesen. Da müsse jetzt schnell nachgearbeitet werden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Dienstagabend erklärt, der Bund habe zugesichert, er werde bis zum 1. August alles probieren, um eine einheitliche Testpflicht einzuführen, „nicht nur für Flugreisen, sondern auch beispielsweise für alles, was an normalem Autoweg oder Bahnweg kommt“. Derzeit gilt die Testpflicht nur für Menschen, die per Flugzeug nach Deutschland einreisen. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)



Italiens Arzneimittelbehörde gibt Moderna-Vakzin für Jugendliche frei

Die italienische Arzneimittelagentur Aifa hat den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für die Altersgruppen zwischen 12 und 17 Jahren freigegeben. Die technisch-wissenschaftliche Kommission habe die Auffassung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA vollständig akzeptiert, teilte die Aifa am Mittwoch in Rom mit. Die verfügbaren Daten hätten die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs für diese Altersgruppe gezeigt.

Die EMA hatte am vergangenen Freitag empfohlen, das Vakzin von Moderna auch Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu spritzen. Die Experten bewerteten die Daten positiv und machten damit den Weg frei. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung gegen Covid-19 bisher nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen.

In Italien sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwochmorgen rund 57 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre gegen die Viruskrankheit durchgeimpft. Zuletzt registrierten die Behörden am Dienstag mehr als 4.500 Corona-Neuinfektionen und 24 Tote mit dem Virus binnen eines Tages. Die täglichen Neuinfektionen sind in den vergangenen Wochen wieder gestiegen, und im Durchschnitt infizierten sich immer jüngere Menschen.

In einem Bericht vom Dienstag erklärten Experten des Nationalen Gesundheitsinstituts außerdem, dass seit Februar fast 99 Prozent der Corona-Toten nicht durchgeimpft waren. Mit Stand vom 21. Juli hatten 423 Tote, die positiv mit dem Coronavirus waren, den Impfzyklus abgeschlossen, wie aus der Stichprobe von Krankenakten hervorging. Gemessen an der Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem 1. Februar (35.776) seien das 1,2 Prozent gewesen. (Quelle: TSP, 28.07.21)


Pfizer rechnet mit noch höherem Umsatz durch Impfstoff

Die gemeinsam mit der deutschen Biontech vermarktete Corona-Impfung lässt die Kassen bei Pfizer in diesem Jahr noch lauter klingeln als gedacht. Der US-Pharmakonzern hob am Mittwoch zur Vorlage der Quartalsbilanz seine Umsatzprognosen für die Impfung an und schraubte daher auch seine Jahresziele ein weiteres Mal höher. Wie Pfizer mitteilte, rechnet das Management nun mit Erlösen durch den Impfstoff von rund 33,5 Milliarden Dollar (28,4 Mrd Euro). Zuletzt war der Konzern von rund 26 Milliarden Dollar ausgegangen.

Für den Jahresumsatz sagt Pfizer einen Anstieg auf 78 Milliarden bis 80 Milliarden Dollar voraus, nachdem zuvor noch 70,5 Milliarden bis 72,5 Milliarden im Plan standen. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll sich in einer Bandbreite von 3,95 bis 4,05 Dollar bewegen. Die alte Prognose hatte auf 3,55 bis 3,65 Dollar gelautet.

Im zweiten Quartal trieben die Impfaktionen, in denen das Mittel Comirnaty des Duos Pfizer/Biontech eine wichtige Rolle spielt, das Wachstum der Amerikaner kräftig an: Die Erlöse wurden mit knapp 19 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahreswert nahezu verdoppelt. Unter dem Strich verdiente Pfizer knapp 5,6 Milliarden Dollar. Dies war ein Plus von rund 60 Prozent. (Quelle: TSP, 28.07.21)


Norwegens Regierung verschiebt erneut letzten Öffnungsschritt

Norwegen verschiebt zum zweiten Mal die vierte und letzte Stufe in seinem Öffnungsplan. Nun werde Mitte August erneut beraten, ob weitere Lockerungen möglich seien, sagt Gesundheitsminister Bent Höie. Damit sind weiterhin unter anderem private Versammlungen nur bis 20 Menschen erlaubt. Im April hatte die Regierung einen Vier-Stufen-Plan bekanntgegeben, um die Corona-Beschränkungen schrittweise aufzuheben. Bis Mitte Juni wurden die drei ersten Lockerungsstufen umgesetzt. Bislang haben 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung eine erste Impfung erhalten, 41 Prozent sind vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 28.07.21)


Doch noch: Großbritannien spendet erstmals Impfdosen

Mehr als sieben Monate nach dem Start der eigenen Impfkampagne spendet Großbritannien erstmals Corona-Impfdosen ins Ausland. Das bestätigte eine Regierungssprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt gibt das Land neun Millionen Astrazeneca-Impfdosen an das UN-Impfprogramms Covax ab, wie das Außenministerium später am Tag bekanntgeben wollte. 817.000 Dosen sollen nach Kenia gehen, davon 400.000 noch in dieser Woche. Bis Mitte nächsten Jahres will das Vereinigte Königreich 100 Millionen Impfdosen abgeben.

Großbritannien hatte bei den Herstellern so viel Impfstoff bestellt, dass es ausreichen würde, um die eigene Bevölkerung mehrfach zu impfen. Da das Land bislang jedoch kaum Impfstoff exportierte und keine Dosen spendete, wurde den Briten immer wieder Impfnationalismus vorgeworfen.

Dass die Regierung nun bereitwillig dem internationalen Covax-Programm nicht nur Geld gibt, sondern auch Impfstoff zur Verfügung stellt, dürfte auch damit zu tun haben, dass die britische Impfkampagne in den Endspurt geht. Mehr als 88 Prozent der erwachsenen Briten haben bereis eine Dosis erhalten, knapp 71 Prozent sind vollständig geimpft. Da die ältere Bevölkerung weitgehend durchgeimpft ist, sind derzeit vor allem noch die jüngeren Erwachsenen an der Reihe. Wegen seltener Blutgerinnsel wird der Impfstoff von Astrazeneca an diese Altersgruppe jedoch wie in vielen anderen Ländern gar nicht mehr vergeben. (Quelle: 28.07.21)


Bahn fährt erneut Milliarden-Verlust ein

Die Deutsche Bahn fährt in der Corona-Krise weiter milliardenschwere Verluste ein. In den ersten sechs Monaten des Jahres steht unter dem Strich ein Minus von über 1,4 Milliarden Euro, wie Konzernunterlagen zeigen, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlagen. Vor allem der Fernverkehr mit ICE und IC war dafür verantwortlich. Hier wirkte sich aus, dass die Bahn ihre Züge trotz geringer Auslastung auch auf Wunsch des Bundes in der Pandemie ohne große Einschränkungen weiterfuhr. Immerhin blieb der Verlust im Gesamtkonzern deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,7 Milliarden Euro. Dafür sorgten unter anderem höhere Gewinne der Speditionstochter Schenker und des Schienennetzes. Der Umsatz fiel den Unterlagen zufolge mit rund 21,8 Milliarden Euro mehr als zehn Prozent höher aus als im Vorjahresvergleich.

Eine Bahn-Sprecherin wollte die Zahlen nicht kommentieren. Die Deutsche Bahn will ihre Halbjahresbilanz am Donnerstag der Öffentlichkeit vorstellen. (Quelle: TSP, , 28.07.21)


Zahl der Neuinfektionen in den USA steigt deutlich auf mehr als 70.700

In den USA steigt die Zahl der an einem Tag erfassten Neuinfektionen an. Die Behörden meldeten am Dienstag 70.740 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Mittwochmorgen (MESZ) hervorging. Das sind etwa 28.000 mehr als vor genau einer Woche. Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion stieg im Wochenvergleich von 286 auf 533.

Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300.462 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4460 Toten verzeichnet. Mehr als 83 Prozent aller erfassten Infektionen im Land sind nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurückzuführen.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang etwa 34,6 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 611.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen – aber nicht relativ zur Bevölkerung – sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt. Bislang haben in den USA nach CDC-Daten mehr als 56,9 Prozent der Menschen mindestens die erste Impfung erhalten, rund 49 Prozent sind vollständig geimpft.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der CDC. In manchen Fällen werden die Zahlen – unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten – nachträglich aktualisiert. (Quelle: TSP, 28.07.21)


Kein erhöhtes Thrombose-Risiko nach zweiter Astrazeneca-Dosis

Eine zweite Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs Vaxzevria führt einer Studie zufolge zu keinem erhöhten Risiko seltener Blutgerinnsel. Nach den im Fachmagazin „Lancet“ veröffentlichten Daten traten je einer Million Geimpfte 2,3 Fälle sogenannter TTS-Thrombosen auf.

Dies sei vergleichbar mit der Fallzahl bei ungeimpften Personen. Nach der ersten Dosis wurde noch eine Rate von 8,1 Fällen je eine Million Geimpfte festgestellt. „Sofern nach der ersten Dosis kein TTS festgestellt wurde, sprechen diese Ergebnisse für die Verabreichung von zwei Dosen Vaxzevria“, sagt Astrazeneca-Manager Mene Pangalos. (Quelle: TSP, 28.07.21)


Kinderferienlager abgebrochen wegen Corona-Infektionen

Der Landkreis Nordwestmecklenburg hat ein Ferienlager mit 75 Kindern wegen mehrerer Corona-Infektionen vorzeitig beendet. Die Teilnehmer im Alter von 9 bis 13 Jahren sind nach Angaben des Kreises nun zu Hause in Quarantäne.

Nach bisherigen Untersuchungen soll der Ursprung der Infektionskette ein Mitglied aus dem Betreuerteam sein, das kurz vor dem Lagerstart mit Bekannten aus dem Urlaub aus Spanien zurückgekehrt war. Nach Angaben des Landkreises gab es zu Beginn der Betreuertätigkeit einen negativen Schnelltest für das Teammitglied. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Durchsuchungen wegen Abrechnungsbetrug bei Corona-Tests

Seit dem Morgen durchsucht die Polizei in Berlin über 150 Orte. Der Hintergrund: Verdacht auf Abrechnungsbetrug bei kostenlosen Corona-Schnelltests. Wie die Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mitteilt, richten sich die Ermittlungen gegen mehr als 50 Verdächtige.

Unterdessen ist in Berlin die Zahl der privaten Teststellen deutlich gesunken auf inzwischen noch 1.382. Zwischenzeitlich waren es nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit mal knapp 300 Teststellen mehr. Die Auslastung liege demnach seit mehreren Wochen bei 15 bis 20 Prozent pro Tag.

Hintergrund des Rückgangs dürfte sein, dass inzwischen an vielen Orten, etwa in der Außengastronomie, kein negativer Corona-Test mehr erforderlich ist und mit dem Anstieg der Impfquote die Nachfrage nach Tests nachlässt. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Wissenschaftler rechnen mit geringerer Wahlbeteiligung bei Bundestagswahl

Im September wählen die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ein neues Parlament. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie rechnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bertelsmann Stiftung aber mit einer geringeren Wahlbeteiligung.

Ergebnisse einer Studie zeigten zudem, dass die Wahlbeteiligung auch eine vertiefte soziale Spaltung widerspiegeln könnte. Wenn aufgrund neuer Beschränkungen im Herbst etwa weniger Leute zur Wahlurne gingen, sei dies „mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer sich wieder verschärfenden sozialen Spaltung verbunden“, hieß es.

Bessergestellte würden darüber hinaus ohnehin häufiger per Brief ihre Stimme abgeben. Laut Umfragen der Wissenschaftler sind prekär lebende Menschen um 15 Prozent weniger geneigt, im September auch wirklich zur Wahl zu gehen, als noch im Jahr 2017.(Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Impfmüdigkeit und mehr Infektionen lassen Konsumklima stagnieren

Die wieder steigenden Infektionszahlen drücken auf die Konsumstimmung der Menschen in Deutschland. Die Erwartungen der Deutschen an die Konjunktur und die Einkommenserwartung seien leicht zurückgegangen – trotzdem sei die Kauflust noch einmal ganz leicht gestiegen, teilte das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK mit. Es erstellt monatlich eine Prognose zur Konsumlaune in Deutschland. Im Juni hatte die Konjunkturerwartung der Deutschen ein Zehnjahreshoch erreicht.

„Die Phase sinkender Inzidenzen ist zu Ende gegangen und die Infektionszahlen steigen wieder“, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. „Zudem hat die Dynamik beim Impfen trotz ausreichend vorhandenen Impfstoffs zuletzt deutlich nachgelassen“, fügte er hinzu. „Dies verhindert gegenwärtig einen weiteren deutlichen Anstieg der Konsumstimmung.“

Ein weiterer belastender Faktor sei das Thema Inflation. Die Erfahrung zeige, dass steigende Preise, wie derzeit zu beobachten, auf die Konsumstimmung drückten. Der Forscher glaubt jedoch, dass der private Konsum auch in der zweiten Jahreshälfte eine Stütze der Konjunktur in Deutschland sein kann. Auch die „gut gefüllten Portemonnaies“ der Menschen in Deutschland würden dazu beitragen.

Das Unternehmen befragt jeden Monat im Auftrag der EU-Kommission 2.000 Menschen. Die Studie zum Konsumklima ist ein Auszug aus der Gesamtbefragung. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)



RKI sieht Inzidenz weiter als Leitindikator für Infektionsdynamik

Die Inzidenz sollte aus Sicht des Robert Koch-Instituts weiter der Leitindikator für die Infektionsdynamik bleiben. Das geht aus einem Papier hervor, das RKI-Chef Lothar Wieler bei einer Schaltkonferenz mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder präsentierte.

„Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik (hohe Inzidenzen haben zahlreiche Auswirkungen)“, heißt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das auch mehrere Medien berichten. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibe wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnahmen zur Kontrolle zu initiieren. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll es deshalb in der Schalte zu größeren Diskussionen gekommen sein, weil viele Länder von der Inzidenz als wichtigstem Kriterium abkommen wollen.

Zur aktuellen Lage heißt es in dem Papier, dass die Inzidenzen seit rund drei Wochen wieder stiegen, der Anteil der Hospitalisierungen seit rund zwei Wochen. „Die vierte Welle hat begonnen.“

Hohe Impfquoten allein seien nicht ausreichend, die vierte Welle flach zu halten, heißt es weiter. Zusätzliche „Basisschutz-Maßnahmen“ seien notwendig, um die vierte Welle so zu senken, dass die Patientenzahlen in Krankenhäusern nicht zu hoch würden. Als Maßnahmen nennt das Papier eine Reduzierung der Kontakte sowie eine Reduktion der Mobilität. (Quelle: ZEIT, 28.07.21)


Lüneburg: Corona-Inzidenz steigt auf 74 – Schärfere Regeln

Der Landkreis Lüneburg hat mit 74 landesweit die mit Abstand höchste Inzidenz. Ab heute gelten verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen der Stufe 3. Ausnahmen gibt es für Einzelhandel und Tourismus.

Der Landkreis nutzt damit die Möglichkeiten der neuen Corona-Verordnung des Landes. Die sieht vor, dass einzelne Bereiche von stärkeren Regeln befreit werden können, wenn diese nachweislich nicht zum Anstieg der Infektionszahlen beigetragen haben. Für Lüneburg bedeutet das: Hotels, Pensionen, oder Campingplätze dürfen mit einem Hygienekonzept weiterarbeiten. Neben dem Test bei Anreise ist zweimal wöchentlich ein Test erforderlich. Auch der Einzelhandel wird von den strengeren Corona-Regeln befreit, abweichend vom Stufenplan der Landesregierung wird es in Lüneburg keine Testpflicht für den Einkauf geben.

  • Zusammenkünften drinnen und draußen sind insgesamt mit einem Haushalt und zwei Personen eines anderen Haushalts (Zwei-Haushalte-Regelung) zulässig. Das gilt auch für private Feiern zu Hause. Kinder bis 14 Jahre zählen hierbei nicht mit, das Gleiche gilt für vollständig Geimpfte und Genesene mit entsprechendem Nachweis.
  • Bei Spieltreffen dürfen bis zu zehn Kinder bis 14 Jahre zusammenkommen
  • Gastronomische Betriebe bleiben geöffnet, dürfen im Innenbereich aber nur die halbe Kapazität bereithalten und ihre Gäste ausschließlich an Tischen bewirten. Innen ist ein negatives Testergebnis – alternativ Impf- oder Genesenennachweis – erforderlich, außerdem beginnt um 23 Uhr eine Sperrzeit. Auch draußen darf nur an Tischen bewirtet werden, ein Test ist allerdings nicht erforderlich.
  • Private geschlossene Feiern in der Gastronomie sind nur noch draußen und unter der Berücksichtigung der Zwei-Haushalte-Regelung zulässig. Alle Gäste benötigen ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenennachweis. Abstands- und Maskenpflicht sind zu beachten, solange nicht ein Sitzplatz eingenommen wurde.
    Clubs und Diskotheken sind geschlossen.
  • Für Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kino, Theater, Zoos und Museen gelten ebenfalls strengere Regeln, darunter teilweise Masken- und Testpflicht.
  • Alten- und Pflegeheime dürfen nur noch mit negativem Testergebnis – alternativ Impf- oder Genesenennachweis – und Maske besucht werden.

Dass die Werte im Landkreis Lüneburg in die Höhe geschossen sind, hängt wohl im Wesentlichen mit einer Abiturfeier in Bardowick zusammen. Dem Landkreis zufolge hatte eine infizierte Person mitgefeiert. Von der Infektion wusste die Person offenbar nichts.

Nach Angaben des Landkreises ist es auffällig, dass das Durchschnittsalter der Erkrankten derzeit bei 23 Jahren liegt. Deshalb lädt der Landkreis Jugendliche und junge Erwachsene ausdrücklich ein, zum Impfzentrum zu kommen und sich impfen zu lassen. (Quelle: NDR, 28.07.21)


Niedersachsen und Corona

Am Mittwoch, 28. Juli, sind in Niedersachsen 276 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.813. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 264.216 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt leicht. Sie liegt jetzt bei 15,8 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 15,5 Fälle). (Quelle: NDR, 28.07.21)


Erneuter Zapfenstreich für Diskotheken in der Grafschaft Bentheim.

Erneuter Zapfenstreich für Diskotheken in der Grafschaft Bentheim. Laut der neuen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen müssen Diskotheken, Clubs und Shisha-Lokale bereits ab einer Sieben-Tage-Inzidenz über 10 schließen. In der Grafschaft liegt die Inzidenz am Dienstag bei 22,6. „Es ist eine Fortsetzung der Enttäuschung“, sagt Hans-Bernhard Pikkemaat, Betreiber des Eventcenters „Zak“ in Uelsen. Pikkemaat muss seinen Betrieb nach etwa acht Wochen wieder schließen. Er habe zwar schon geahnt, dass es soweit kommen könnte, verstehen könne er es jedoch nicht: „Es wird der Eindruck vermittelt, dass Clubs Superspreader sind. Das stimmt aber nicht“, sagt er. Auch die Betreiber des Clubs „Index“ in Schüttorf verteidigen ihr Hygiene-Konzept bei Facebook: „Im Index hat sich niemand nachweislich infiziert. Begriffe wie Corona-Hotspot, Superspreading-Event oder Pandemietreiber sind also völlig aus der Luft gegriffen und haltlos.“

„Zak“-Betreiber Pikkemaat führt die Entscheidung der Landesregierung auch auf die mediale Aufmerksamkeit zurück. Nach dem Besuch eines infizierten Mannes in einer Osnabrücker Diskothek war berichtet worden, dass mehr als 400 Menschen in Quarantäne geschickt worden sind. „Das ist bei einigen Medien gepusht worden. Es sind zwar 400 Menschen in Quarantäne geschickt worden, es ist aber nur ein Besucher ein Tag nach der Feier positiv getestet worden“, verteidigt Pikkemaat die Situation. Er lobt indes die Arbeit seiner Kollegen: „Alle mir bekannten Clubs hatten eine Teststation vor der Tür und haben nur getestete Besucher hineingelassen und für eine größtmögliche Sicherheit gesorgt.“ Auch in Uelsen und Schüttorf hätten nur vor Ort getestete Menschen in den Diskotheken feiern dürfen. Für die Schüttorfer „Index“-Betreiber ist klar: „Die Jugend soll wieder mal als Sündenbock herhalten.“ Auf Facebook fordert die Diskothek ihre Besucher auf, sich bei dem Ministerpräsidenten Stephan Weil und der Landesregierung zu beschweren.

Pikkemaat ist im GN-Gespräch diplomatischer: „Es gab klare Regeln vom Land Niedersachsen. Da muss ich die Regierung loben, dass sie uns die Eröffnung möglich gemacht hat. In NRW ging das nicht.“ Das Tanzlokal Abacco in Nordhorn hatte schon in der vergangenen Woche beschlossen, den Betrieb angesichts steigender Inzidenzzahlen wieder einzustellen. Jetzt müssen die Betriebe offiziell auf unbestimmte Zeit schließen. Erst bei einer Inzidenz unter 10 dürfen die Clubs mit halber Auslastung und Mundschutzpflicht wieder öffnen. (Quelle: GN, 28.08.21)


Integrationsbeauftragte fordert mehrsprachige Impfangebote

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), fordert besser auf Menschen mit Migrationsgeschichte zugeschnittene Impfangebote. „Nötig ist ein mehrsprachiges und aufsuchendes Informations- und Impfangebot vor Ort“, sagte sie der „Rheinischen Post“. „Es gibt gute Beispiele in den Kommunen – von Corona-Lotsen, die vor Ort aufklären, über Info-Busse und Lautsprecherwagen bis hin zu mobilen Impfstationen. Diese Beispiele müssen jetzt lokal und kommunal Schule machen.“ Widmann-Mauz erinnerte daran, dass jeder und jede Vierte in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte hat. Die meisten könnten über deutschsprachige Medien erreicht werden, „aber für Menschen, deren Deutschkenntnisse gering sind, brauchen wir andere Kanäle“.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, forderte angesichts der schleppenden Impfkampagne mehr Einsatz in sozialen Brennpunkten. „Gerade um sozial schwächere Gruppen zu erreichen, müssen wir direkt vor Ort – in den sozialen Brennpunkten – präsent sein“, sagte er der „Rheinischen Post“. (Quelle: ARD, 28.07.21)


Met nur für Geimpfte geöffnet

Die New Yorker Metropolitan Opera lässt in der kommenden Spielzeit nur geimpfte Zuschauer ein. Sowohl Publikum als auch die auftretenden Künstler müssen einen vollständigen Impfschutz vorweisen, wie das Haus inmitten der Debatte um die Impfpflicht in den USA mitteilte. „Die Met wird ein vollständig geimpftes Haus sein“, erklärten die Veranstalter in einer E-Mail an ihre Besucher. Kinder unter zwölf Jahren – die derzeit nicht geimpft werden dürfen – dürfen das Haus nicht betreten, auch wenn die sie begleitenden Erwachsenen geimpft sind. Die Met beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeiter und ist damit die größte Organisation für darstellende Künste in den Vereinigten Staaten. Sie ist seit Pandemie-Beginn im März 2020 geschlossen. Die Leitung hofft, Ende September wieder öffnen zu können. (Quelle: ARD, 28.07.21)


Chef der Kassenärzte: Grundsätzliche Impfgegner nicht erreichbar

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sieht die niedergelassenen Ärzte in einer Schlüsselposition, um Skeptiker von einer Corona-Impfung zu überzeugen. Diese seien in den Praxen am besten aufgehoben, und die wichtige und häufig aufwendigere Beratung müsse adäquat vergütet werden, sagte Gassen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich schränkte er ein: „Grundsätzliche Impfgegner werden wir nicht erreichen.“ Eine Impfpflicht lehnte Gassen ab. „Es geht um Akzeptanz, nicht um Zwang“, sagte er und fügte hinzu: „Überlegen sollten wir aber, ob bei vorliegenden Impfangeboten für alle die Bürgertests noch kostenlos angeboten werden können.“ Mit Vorliegen eines Impfangebots sollten aus seiner Sicht Tests nur noch für diejenigen kostenlos sein, die sich nicht impfen lassen können, zum Beispiel Kinder. (Quelle: ARD, 28.07.21)


16 neue Corona-Fälle im Olympia-Umfeld – Keine Athleten betroffen

Die Organisatoren der Olympischen Spiele in Tokio haben 16 neue Corona-Fälle um Umfeld der Spiele registriert. Unter den neuen Betroffenen war kein weiterer Olympia-Sportler, wie die Organisatoren am Mittwoch mitteilten. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan seit Beginn der Erfassung am 1. Juli stieg damit auf 169. Insgesamt infizierten sich demnach bislang 17 Athletinnen oder Athleten mit dem Coronavirus. Im deutschen Team hatte es am vergangenen Freitag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben. (Quelle: ARD, 28.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2.768 Corona-Neuinfektionen, wie aus den Zahlen weiter hervorgeht, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.28 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2.203 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Morgen lag sie bei 15,0 – am Vortag betrug der Wert 14,5, beim jüngsten Tiefststand vom 6. Juli waren es 4,9.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 19 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.761.169 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.649.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.586. (Quelle: RKI, 28.08.21)


Amtsärzte plädieren für Corona-Impfung von Kindern ab zwölf Jahren

Angesichts der wieder schnell steigenden Corona-Infektionszahlen sprechen sich die deutschen Amtsärztinnen und -ärzte dafür aus, auch alle Kinder ab zwölf Jahren zu impfen. „Wenn die Vakzine getestet, geprüft und zugelassen sind, sehe ich keinen Grund, sie nicht zur Impfung zu empfehlen, auch für Jüngere“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wenn es eine Zulassung für Impfstoffe gegen Covid-19 auch für Kinder und Jugendliche gibt, bin ich dafür, dass Menschen damit geimpft werden“, sagte Teichert. Die Inzidenzen seien bereits in den niedrigeren Altersgruppen besonders hoch. „Das wird sich bald in die noch jüngeren Gruppen verschieben. Warum sollten wir diese Altersgruppen nicht vor Corona schützen?“, gab Teichert zu bedenken. „Zumal die Jungen viele Kontakte haben. Da ist es doch sinnvoll, sie zu impfen.“ (Quelle: Tagesschau, 28.08.21)


Bericht: RKI-Chef Wieler hält an Inzidenz als „Leitindikator“ fest

Angesichts der Diskussion über den Umgang mit steigenden Infektionszahlen hat sich RKI-Chef Lothar Wieler einem Medienbericht zufolge weiterhin für die Inzidenz als „Leitindikator“ ausgesprochen. Wie die „Bild“ berichtete, präsentierte der Direktor des Robert-Koch-Instituts bei einer Schaltkonferenz zwischen Kanzleramtschef Helge Braun und den Chefs der Staatskanzleien der Länder am Montag ein Papier, in dem er dafür plädierte, an der Inzidenz festzuhalten. Damit widerspricht Wieler auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der vor einigen Wochen erklärt hatte, dass der Inzidenzwert an Aussagekraft verliere. (Quelle: Tagesschau, 28.08.21)


WTO weiter uneins über Aussetzung der Impfstoff-Patente

Die Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) sind weiter uneins über eine Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe. Ein Ende der Diskussionen sei nicht absehbar, sagte WTO-Sprecher Keith Rockwell nach mehrstündigen Beratungen des Allgemeinen Rats der WTO. Das Thema sei „sehr emotional“ und „zu wichtig“. Die WTO-Miglieder wollen Anfang September bei einem informellen Treffen erneut beraten, bevor am 13. und 14. Oktober ein weiteres formelles Treffen stattfindet. Indien und Südafrika hatten im vergangenen Oktober eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes bei den Vakzinen vorgeschlagen, um die Produktion von Corona-Impfstoffen in Entwicklungsländern zu beschleunigen und der ungleichen Verteilung von Impfstoffen entgegenzuwirken. Pharmakonzerne und die Länder, in denen sie angesiedelt sind, argumentieren, Patente seien nicht das Haupthindernis bei der Erhöhung der Produktion. Zugleich warnen sie, dadurch würden Innovationen ausgebremst. (Quelle: ARD, 28.08.21)


Söder: Strengere Einreiseregeln ab August

Schon in einer Woche werden in Deutschland strengere Regeln für die Einreise aus einem Urlausland gelten, auch auf Straße und Schiene. Davon geht der bayerische Ministerpräsident Markus Söder aus. „Der Bund hat uns jetzt zugesichert, er wird bis zum 1. August alles probieren, eine einheitliche Testpflicht einzuführen, nicht nur für Flugreisende“, so Söder im Interview mit den ARD-tagesthemen. Eine einheitliche Regelung für alle Länder werde verständlicher und sicherer. Sie sei auch relativ einfach: „Jeder braucht einen Test.“ Bei Autoreisenden setzt Söder auf Schleierfahndung, „sehr intensive Stichproben nicht direkt an der Grenze, sondern im Umfeld.“ Die Fachleute bei der Polizei hätten ein gutes Gespür, wer zu kontrollieren sei, und die Gesundheitsämter seien auch angehalten, vermehrt Stichproben durchzuführen. (Quelle: Tagesschau, 28.08.21)


Großbritannien will offenbar Geimpfte wieder ins Land lassen

Der britische Premierminister Boris Johnson will einer Zeitung zufolge vollständig geimpfte Reisende aus der EU und den USA wieder ins Land lassen. Die Regelung könnte ab kommende Woche gelten, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider. Minister hätten Johnson zu dem Schritt gedrängt. (Quelle: ARD, 28.08.21)


USA: CDC empfiehlt wegen Delta wieder Maskentragen

Wegen der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC künftig wieder das Maskentragen in Innenräumen. Auch vollständig Geimpfte sollen nach dem Willen der CDC dann in einigen Teilen des Landes, in denen sich das Virus momentan besonders stark ausbreitet, in öffentlichen Räumen wieder Mund und Nase bedecken.

Die CDC verwies auf neue Informationen über die Fähigkeit der Delta-Variante, sich auch unter Geimpften zu verbreiten und erklärte, in den Schulen sollten Schüler, Mitarbeiter und Besucher in jedem Fall auch dann eine Maske tragen, wenn sie bereits zwei Mal geimpft worden seien. Bei früheren Varianten des Virus sei in geimpften Menschen nur eine geringe Viruslast festgestellt worden, so dass es als unwahrscheinlich gegolten habe, dass sie das Virus weiter verbreiten, sagte CDC-Direktorin Rochelle Walensky. Aber bei der Delta-Variante sei die Virusmenge in infizierten geimpften Menschen nicht von der Virusmenge in den Nasen und Rachen von ungeimpften Menschen zu unterscheiden. Geimpfte Menschen „haben das Potenzial, dieses Virus auf andere zu übertragen“, sagte Walensky.

Im Mai hatte die CDC für die allermeisten Situationen das Maskentragen in Innenräumen für vollständig geimpfte Personen nicht mehr für notwendig gehalten. Angesichts der deutlich ansteigenden Infektionszahlen wegen der Delta-Variante, die bereits mehr als 80 Prozent aller Neuansteckungen ausmacht, drehen die US-Experten ihre Einschätzung nun aber zurück. Besonders stark war die Zahl der neuen Fälle zuletzt in vielen südlichen US-Bundesstaaten wie Florida, Missouri oder Arkansas gestiegen. Dort ist die Impfquote besonders niedrig. Die CDC gibt nur Empfehlungen ab. Letztlich entscheiden die US-Bundesstaaten selbst.
(Quelle: Tagesschau, 28.08.21)


Neuinfektionen im Iran so hoch wie nie

Der Iran meldet als Teil einer fünften Welle 34.951 Neuinfektionen am Tag und damit den zweiten Rekordstand in Folge. Gesundheitsminister Said Namaki kritisierte im staatlichen Fernsehen eine mangelnde Umsetzung der Vorschriften: „Wenn die Gesundheitsvorgaben weiter so eingehalten wie jetzt, besteht wenig Hoffnung, dass wir aus der ‚roten‘ Lage herauskommen.“ Den Behörden zufolge befolgen weniger als 40 Prozent der Bevölkerung die Vorschriften etwa zur Maskenpflicht. In dem Land mit 83 Millionen Menschen sind bislang nur 2,5 Millionen vollständig geimpft. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


São Paulo geht per Gesetz gegen „Impf-Feinschmecker“ vor

Die brasilianische Metropole São Paulo will mit einem Gesetz verhindern, dass sich Menschen den Corona-Impfstoff für die eigene Immunisierung selbst aussuchen. Demnach rutschen die in Brasilien als „Impf-Feinschmecker“ bezeichneten Menschen an das Ende des Impfkalenders, wenn sie erwischt werden. „Derjenige, der wegen Verweigerung der verfügbaren Impfung aus dem Impfplan gestrichen wurde, wird wieder in den Plan aufgenommen, nachdem die Impfung der anderen zuvor festgelegten Gruppen abgeschlossen ist“, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung im Amtsblatt der Stadt. Wie das Gesetz gegen die „sommeliers de vacina“ konkret durchgesetzt werden soll, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Kontrollen dürften schwierig werden: Meistens erkundigen sich die Menschen gleich bei der Ankunft an einer Impfstation und noch vor der Anmeldung, welcher Impfstoff dort verabreicht wird. Als besonders beliebt gilt das Präparat von Biontech/Pfizer.
(Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Baden-Württemberg: GEW fordert mehr Engagement für sichere Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert mehr Engagement bei den Corona-Maßnahmen seitens der kommunalen Träger der Schulen in Baden-Württemberg. Monika Stein, GEW-Landesvorsitzende, sagte: „Die Schulen brauchen die Unterstützung vom Schulträger und der Regierung.“

Die Landesregierung werde wohl eine Verpflichtung an die Kommunen aussprechen müssen – nach dem Motto: „Ihr stattet die Schulen mit Luftreinigungsgeräten aus.“ Die meisten warteten ab und seien „ultrazögerlich“, so Stein. Zugleich müsse die Landesregierung sich aber schon jetzt um mehr Personal für Schulen und Kitas kümmern – „damit genug Leute da sind, für kleinere Gruppen und fachliche Hilfe“, sagt Stein. Klar sei, dass es sozial-emotionale Unterstützung geben müsse, weil viele Kinder und Jugendliche aus allen Rhythmen und Strukturen gefallen seien. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Mehrere Regionen Frankreichs führen Maskenpflicht im Freien wieder ein

Wenige Wochen nach der Aufhebung der Maskenpflicht im Freien in Frankreich wird diese in immer mehr Regionen und Städten des Landes wieder eingeführt. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus muss in der Präfektur Gironde im Südwesten Frankreichs auch im Freien wieder eine Maske getragen werden. Auch in anderen Landesteilen im Osten und Südosten des Landes sowie auf der Mittelmeerinsel Korsika gilt wieder eine strengere Maskenpflicht. Der Präfektur zufolge stieg die Inzidenz in der Gironde bei Bordeaux binnen zwei Wochen von 40 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner auf inzwischen 314. In Korsika stieg die Inzidenz zuletzt sogar auf 699. Die korsischen Behörden verhängten daher eine Maskenpflicht im Freien für belebte Straßen in großen Städten. Zuerst hatte das Département Pyrénées-Orientales (Östliche Pyrenäen) Mitte Juli die Maskenpflicht wieder eingeführt. Ausnahmen gelten nur am Strand und in der Natur. Erst Mitte Juni war die Maskenpflicht im Freien landesweit aufgehoben worden. In Innenräumen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln galt sie weiter. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Iran verzeichnet neuerlichen Corona-Höchstwert

Im Iran hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsbehörden meldeten heute mehr als 34.900 neue Fälle, so viele wie noch nie an einem Tag seit dem Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert von 31.814 Neuinfektionen wurde erst einen Tag zuvor registriert. Die Behörden verzeichneten weitere 357 Todesfälle durch Covid-19. Die Gesamtzahl der Todesopfer durch das Virus stieg damit auf 89.479, das ist die höchste Zahl im Nahen Osten. Die rasante Ausbreitung der Delta-Variante führte bereits in der vergangenen Woche zu neuen Beschränkungen für die Bewohner der Hauptstadt. Die Regierung ordnete die Schließung von Verwaltungsbüros, öffentlichen Orten und nicht lebensnotwendigen Geschäften in Teheran an. Dennoch waren die Einkaufszentren und Märkte weiterhin voll, in den Büros und U-Bahn-Stationen drängten sich die Menschen.

Die iranische Regierung hat bisher strenge Vorschriften vermieden, um die Bevölkerung nicht zusätzlichzu belasten. Das Land leitet unter einer ganzen Serie von Krisen: harten Sanktionen durch die USA, einer weltweiten Isolation, einer Hitzewelle und Stromausfällen. Hinzu kommen Proteste wegen einer Wasserknappheit im Südwesten. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Zahl der Toten in Großbritannien auf Tageshoch seit März

In Großbritannien ist die Zahl der Corona-Toten auf den höchsten Tageswert seit mehr als vier Monaten gestiegen. Am Dienstag meldeten die Behörden den Tod von 131 Menschen, das waren so viele wie seit dem 17. März nicht. Damals starben 141 Menschen innerhalb von vier Wochen nach einer Corona-Infektion.

In den vergangenen sieben Tagen gab es landesweit 480 Corona-Tote, 40 Prozent mehr als in der Vorwoche. „Dies liegt unter anderem an der hohen Fallzahl, die in den vergangenen Wochen registriert wurde“, sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle. „Wir wissen, dass Todesfälle folgen, wenn es eine hohe Anzahl von Neuinfektionen gibt, und die Daten von heute zeigen, dass wir uns immer noch in der dritten Welle befinden.“ Allerdings gibt es Anlass für vorsichtigen Optimismus. Am Dienstag sank die Zahl der Neuinfektionen den siebten Tag in Folge. Knapp 230.000 Neuinfektionen in einer Woche bedeuten ein Minus von gut 30 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Kanada hat Impfstoff für alle Berechtigten

Kanada hat Ministerpräsident Justin Trudeau zufolge jetzt genug Impfstoff vorrätig, um alle Berechtigten versorgen zu können. Mit dem Kauf von 66 Millionen Dosen liege seine Regierung zudem vor der angepeilten Frist Ende September. In Kanada wird spekuliert, dass Trudeau vorgezogene Wahlen ausrufen könnte und dabei mit Erfolgen im Kampf gegen die Pandemie werben will. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Großbritannien nimmt weitere Berufe von Auflagen aus

Großbritannien lockert die Auflagen zur Isolation für Tausende weitere Mitarbeiter in systemrelevanten Berufen. Die Regierung teilte mit, dies gelte unter anderem für Gefängnisaufseher, Tierärzte und Mitarbeiter der Straßenreinigung. Damit soll dem Personalmangel entgegengewirkt werden, der in einigen Branchen bereits zu Verwerfungen geführt hat. Auslöser ist die Corona-Warn-App des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS, die Kontaktpersonen von coronainfizierten Menschen informiert und auffordert, sich zehn Tage lang zu isolieren. Derzeit registriert die App Zehntausende neue Fälle pro Tag, mit einer entsprechend hohen Zahl von Kontaktpersonen, die wie gewünscht zuhause bleiben. In Supermärkten, Restaurants und der Logistik hat das zu Personalmangel geführt. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Nächste Ministerpräsidentenrunde mit Merkel am 10. August

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder wollen sich am 10. August zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie abstimmen. Das teilte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) und Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller mit. „Der Korridor, um der gegenwärtigen Entwicklung noch wirksam entgegen zu wirken, wird enger“, erklärte Müller und bezog sich damit auf die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen. Deshalb müsse nun zügig gehandelt werden. Er und andere Regierungschefs hatten ein zügiges Handeln und eine schnelle Beratung der Ministerpräsidenten gefordert. Diese werde nun am übernächsten Dienstag in gewohnter Form mit Bundeskanzlerin Angela Merkel als Videoschaltkonferenz stattfinden, hieß es.

Ursprünglich war die nächste MPK für Ende August geplant. Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen hatten mehrere Ministerpräsidenten ein baldiges Treffen gefordert.(Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Niederlande: Starker Rückgang der Neuinfektionen

Die Niederlande haben einen starken Rückgang bei den Corona-Neuinfektionen registriert. In den vergangenen sieben Tagen wurden mehr als 37.000 neue Infektionen festgestellt, etwa 46 Prozent weniger als in der Vorwoche, wie das zuständige Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag demnach bei 215 Fällen pro 100.000 Einwohnern, in der Vorwoche bei fast 400. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert aktuell bei 14,5. Nach dem Wochenbericht des RIVM stiegen aber die Patientenzahlen in Krankenhäusern stark an. Seit heute gelten die Niederlande und Spanien als Hochinzidenzgebiete. Wer aus diesen Ländern nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen. (Quelle: NDR, 27.08.21)


Thailand schickt Corona-Patienten per Bahn nach Hause

Zur Entlastung des Gesundheitssystems in der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind die ersten Corona-Patienten mit der Bahn in ihre Heimatprovinzen gebracht worden. Ein Zug mit mehr als 100 Patienten und Pflegern, alle in Schutzkleidung, verließ den Bahnhof in Richtung Nordosten. Er sollte in sieben Provinzen Halt machen, wo die Patienten in Empfang genommen und in Krankenhäuser gebracht werden sollten.
„Es handelt sich um Patienten aus Bangkok, die nicht in Krankenhäusern behandelt werden konnten“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul vor Ort. „Wir wollen sie zu Ärzten in ihren Heimatstädten bringen.“ Die gesamte Reise verlaufe kontrolliert. Der Transport werde weitergehen, bis alle Corona-Patienten, für die es in der Hauptstadt kein Bett gebe, versorgt seien. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Hannover: Weiterhin 22.250 Fans in Stadion erlaubt

Trotz gestiegener Corona-Zahlen darf Fußball-Zweitligist Hannover 96 sein erstes Saison-Heimspiel gegen Hansa Rostock wie geplant vor 22.250 Zuschauern austragen. Die Region Hannover gab bekannt, vorerst keine neue Allgemeinverfügung zu erlassen, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt an drei Tagen nacheinander den Wert von 35 überschritt. „Die zuletzt gestiegenen Zahlen lassen sich mit hinreichender Sicherheit auf Einrichtungen mit Tanz- und Feierbetrieb zurückführen“, heißt es in der Mitteilung der Region. Gleichzeitig entschied das Land Niedersachsen, seine Corona-Verordnung mit Gültigkeit von morgen an so anzupassen, dass Landkreise und kreisfreie Städte künftig per Allgemeinverfügung einzelne Bereiche wie den Sport von Verschärfungen ausnehmen können, wenn die nachweislich nicht zu einem Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen haben. Voraussetzung für einen Besuch des Spiels von Hannover 96 gegen Hansa Rostock ist, dass die Zuschauer geimpft, getestet oder genesen sind. Auch Gästefans aus Rostock sind zugelassen. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Vier Profiligen helfen bei der Ausweitung des Impfangebots

Die Initiative Profisport Deutschland (IPD) möchte Städte und Gemeinden bei der Umsetzung von Impfangeboten bei Sportveranstaltungen unterstützen. Das gaben die vier größten deutschen Profiligen gemeinsam bekannt. Man wolle zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, um die Impfbereitschaft in Deutschland zu erhöhen. Dadurch soll der Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützt werden. Bereits jetzt gibt es an einigen Standorten die Möglichkeit, sich gegen das Virus impfen zu lassen. 107 Clubs der Deutschen Fußball Liga, der Basketball-Bundesliga, der ersten und zweiten Handball-Bundesliga sowie der Deutschen Eishockey Liga gehören der Initiative an. „Die Städte freuen sich über das starke Signal aus dem Profisport. Durch solche niedrigschwelligen Angebote können die Menschen direkt in ihrer Lebenswelt ein Impfangebot annehmen“, sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages. (Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Schweizer Forscher empfiehlt Abkehr von Sieben-Tage-Inzidenz

Der Berner Epidemiologe Christian Althaus empfiehlt, die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen als Maßgabe für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu machen. Orientieren könne man sich dafür an der Schweiz, wo 120 tägliche Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten als Schwellenwert für weitere Maßnahmen dienten. „Auf Deutschland bezogen würde das dann um den Faktor zehn höher sein, also etwa zwölfhundert Hospitalisierungen pro Tag als Schwellenwert“, sagte der Experte bei einer Veranstaltung des Science Media Center. Zuvor hatten weitere Mediziner ebenfalls gefordert, bei der Bewertung der Gefahr für die Corona-Ausbreitung über die bloßen Sieben-Tage-Inzidenzen hinaus zu denken.(Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Israel erlaubt in Ausnahmefällen Corona-Impfung von Kindern

Israel will in extremen Ausnahmefällen eine Impfung von Fünf- bis Elfjährigen gegen das Coronavirus erlauben. Solche Ausnahmen könnten für Kinder gelten, die besonders gefährdet seien, im Falle einer Corona-Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dies könne zum Beispiel bei extremer Fettleibigkeit, schweren chronischen Lungenkrankheiten oder Herzproblemen der Fall sein. Grundsätzlich sei eine Impfkampagne für Kinder in dem Alter derzeit kein Thema, hieß es in einer Anweisung an die Krankenkassen. Es gehe darum, die Zahl der Genehmigungen in solchen Fällen niedrig zu halten. Die Gruppe der bis Neunjährigen hat inzwischen im Altersvergleich den höchsten Anteil der registrierten Neuinfektionen in Israel. Laut Ministerium stellt sie mehr als zehn Prozent der Infizierten.(Quelle: Tagesschau, 27.08.21)


Infektionstreiber: Niedersachsen nimmt Discos und Shisha-Bars in den Fokus

Die niedersächsische Landesregierung hat die neue Impfkampagne und eine überarbeitete Corona-Verordnung vorgestellt. Laut Staatskanzlei sollen Infektionsherde stärker in den Blick genommen werden.

Am Mittwoch tritt die Änderungsverordnung in Kraft – übergangsweise bis zur nächsten Entscheidung auf Bundesebene. Am 10. August wollen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. Niedersachsen setzt mit seiner aktuellen Übergangsregelung auf eine Art „Überlaufventil“, wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) es am Dienstag nannte. Das Konzept sei es, zielgenau vorzugehen und die Infektionsherde auszumachen. „Damit sollen die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich gehalten werden“, sagte Claudia Schröder, die stellv. Krisenstabsleiterin.

Laut Gesundheitsministerium sind dem Landesgesundheitsamt in den vergangenen sieben Tagen 1.260 Neuinfektionen gemeldet worden. 789 davon traten bei Personen zwischen 15 und 34 Jahren auf – dies ist ein Anteil von 62,6 Prozent. „Wir haben in der Altersgruppe von 15 bis 34 die höchsten Steigerungen. Da müssen wir gezielt ansetzen“, so Schröder.

Konkret bedeutet dies, dass Treffen und Veranstaltungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen – die Gruppen mit einer geringen Impfquote – in den Fokus gerückt sind. Das hat Folgen für die Betreiberinnen und Betreiber von Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars. Diese hat das Land als Infektionstreiber ausgemacht. Zudem sei es offensichtlich, dass an diesen Stellen die Nachverfolgung erschwert werde. Bisher waren Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars bis zu einer Inzidenz von 35 zugelassen. „Das reduzieren wir auf 10“, so Schröder. Das Land verspricht sich davon, die Zahl der Hotspots zu verringern, „ohne gleich die gesamte Region herunterzufahren“. Für Inzidenzen unter 10 gilt in Diskotheken, Clubs und Shisha-Lokalen die Maskenpflicht künftig auch beim Tanzen. Zudem müssen Betreibende ein Hygienekonzept vorlegen und die Besucherzahl auf 50 Prozent der Kapazität begrenzen.

Landkreise und Städte sind durch die Änderungsverordnung ermächtigt, Bereiche von Regelverschärfungen auszunehmen – auch wenn die Inzidenz die Grenzwerte überschreitet. Dort können dann die Regeln des niedrigeren Grenzwerts angewendet werden. Laut einer Mitteilung der Niedersächsischen Staatskanzlei betrifft das folgende Bereiche:

  • Religiöse Veranstaltungen
  • Regelungen für Sitzungen, Zusammenkünfte und Veranstaltungen
  • Veranstaltungen von Theatern, Opernhäusern, Konzerthäusern oder ähnlicher Einrichtungen sowie von Kinos
  • Großveranstaltungen
  • Stadtführungen und Führungen durch Natur und Landschaft
  • Gedenkstätten
  • Zoos, Tierparks und botanische Gärten
  • Museen, Freilichtmuseen, Ausstellungen, Galerien und ähnliche Einrichtungen
  • Freizeitparks
  • Touristische Schiffs- und Kutschfahrten und touristische Busfahrten
  • Seilbahnen
  • Schwimmbäder, Saunen, Thermen
  • Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen
  • Beherbergung
  • Gastronomie sowie Bars und ähnliche Einrichtungen (ausgenommen Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars)
  • Einzelhandel
  • Messen, gewerbliche Ausstellungen, Spezialmärkte, Jahrmärkte und ähnliche Veranstaltungen
  • Körpernahe Dienstleistungen
  • Prostitution
  • Kindertagespflege, private Kinderbetreuung, Jugendfreizeiten
  • Kindertageseinrichtungen
  • Außerschulische Bildung, Erwachsenen- und Weiterbildung und berufliche Bildung in Einrichtungen der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung einschließlich ihrer Beherbergungsstätten, Kantinen und Mensen
  • Freizeit- und Amateursport in geschlossenen Räumen
  • Freizeit- und Amateursport unter freiem Himmel
  • Spitzen- und ProfisportImpfkampagne läuft in neun Sprachen

Die Landesregierung hat auch bei der Impfkampagne für den Sommer vor allem die jungen Menschen im Blick. In den vergangenen Tagen habe das Impfen von Zwölf- bis 17-Jährigen stark zugenommen. 26,3 Prozent dieser Altersgruppe hätten ein Vakzin bekommen. „Das war ein großer Schub, damit liegen wir bundesweit an der Spitze“, sagte Gesundheitsministerin Behrens. Genug sei es aber noch nicht. „Das ist gut zum jetzigen Moment – aber nicht, um gut in den Winter zu kommen“, so Behrens. Eine Aufklärungskampagne, die in neun Sprachen angelegt ist, startet im August und richtet sich vor allem „an junge Erwachsene und Menschen mittleren Alters“. Die Werbekampagne kostet 3,6 Millionen Euro. (Quelle: NDR, 27.07.21)


TUI verlängert Kreditlinie bei KfW und Privatbanken

Der Reisekonzern TUI hat sich mit der Staatsbank KfW und privaten Geldhäusern auf eine Verlängerung einer milliardenschweren Kreditlinie in der Corona-Krise geeinigt. Der Kreditrahmen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro stehe nun bis Sommer 2024 zur Verfügung und damit zwei Jahre länger als bisher geplant. Dies teilte TUI überraschend in Hannover mit. Den Löwenanteil der Kreditlinie stellt mit rund drei Milliarden Euro die staatliche Förderbank KfW, die den Reisekonzern nach dem Geschäftseinbruch im vergangenen Jahr zusammen mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes vor dem Aus gerettet hat. Der Rest der Summe entfällt auf 19 private Banken. (Quelle: ARD, 27.07.21)


RKI: Lolli-Methode gute Testmöglichkeit

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht sogenannte Lolli-Tests als gute Möglichkeit für eine breite Corona-Testung von Kindern. Die Lolli-Methode könne „eine Grundlage für ein breit anwendbares und systematisches Testkonzept in Kitas und Schulen“ sein, berichtete das RKI. Vor allem eine mittlere und hohe Viruslast werde mit dieser Methode „sehr sicher“ erkannt. Zudem sei die Testung im Vergleich zu Antigen-Schnelltesten sensitiver. Die Sensitivität gibt an, wie viele Kranke tatsächlich als krank erkannt werden. Nicht zuletzt werde die nicht-invasive Probenentnahme von den Kindern, den Eltern und dem Personal gut akzeptiert.
Eine Schülerin der Klasse 3a der Maria-Kunigunda-Grundschule Nour macht den „Lolli-Test“. | (Quelle: Tagesschau, 27.07.21)


Bhutan: 90 Prozent der Erwachsenen binnen sieben Tagen immunisiert

Innerhalb von nur sieben Tagen hat das Himalaya-Königreich Bhutan 90 Prozent seiner infrage kommenden erwachsenen Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Das zwischen Indien und China gelegene Land mit knapp 800.000 Einwohnern begann am 20. Juli mit der Verabreichung von zweiten Impfdosen. Das Kinderhilfswerk UNICEF sprach von der „wohl schnellsten Impfkampagne während einer Pandemie“. (Quelle: ARD, 27.07.21)


IWF warnt vor Spaltung der Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts des Mangels an Corona-Impfstoffen in vielen Ländern vor einer Spaltung der Weltwirtschaft gewarnt. Das globale Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr zwar um kräftige 6,0 Prozent wachsen, bekräftigte die in Washington ansässige Organisation ihre Prognose vom April. „Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich aber in den einzelnen Ländern weiter auseinanderentwickelt“, warnte der IWF zugleich. „Der Zugang zu Impfstoffen stellt sich dabei als die wichtigste Bruchlinie heraus.“ Auf der einen Seite könnten sich viele Industrieländer dank Impffortschritten auf eine Normalisierung freuen. Auf der anderen Seite würden viele Entwicklungs- und Schwellenländer immer noch gegen hohe Infektions- und Todeszahlen ankämpfen. Für 2022 hob der IWF seine Prognose für das Wachstum der globalen Wirtschaft von 4,4 auf 4,9 Prozent an.


Aus für Nena-Konzert in Wetzlar

Mit ihrer Wutrede gegen die Corona-Maßnahmen und dem Aufruf, sie zu ignorieren, wirbelt Nena bei einem Auftritt in Berlin viel Staub auf. Auch die Veranstaltungsbranche zieht daraus nun erste Konsequenzen. Ein geplantes Open-Air-Konzert der Sängerin in Wetzlar wird abgesagt.

Sie habe die „Schnauze voll“ von den Corona-Maßnahmen, wetterte Nena am Sonntagabend bei einem Auftritt im Rahmen der Open-Air-Reihe „Unter freiem Himmel“ in Berlin. Doch nicht nur das: Nena rief die Besucher und Besucherinnen ihres Konzerts auch dazu auf, das Hygiene-Konzept des Veranstalters zu ignorieren, Abstandsregeln zu brechen und sich vor der Bühne zu versammeln.

Die Situation eskalierte so weit, dass die Show vor der Zugabe abgebrochen wurde. Doch auch darüber hinaus ist eine heftige Diskussion über das Verhalten der 61-Jährigen entbrannt. Während sie Zustimmung aus dem Lager der Maßnahmen-Kritiker erfährt, halten viele andere ihre Aktion für unverantwortlich. Und das nicht nur mit Blick auf die Corona-Gefahren. Nena habe mit ihrem Auftritt vielmehr auch der gebeutelten Veranstaltungsbranche, für die die Freiluft-Konzerte zumindest ein kleiner Silberstreif am Horizont sind, einen Bärendienst erwiesen, heißt es. Das bleibt nun offenbar nicht ohne Konsequenzen für die Sängerin. Ein ursprünglich für den 13. September im Rahmen der Reihe „Strandkorb Open Air“ geplantes Konzert mit ihr wurde inzwischen abgesagt. Das gab der Veranstalter via Facebook bekannt.

„Wir als Veranstalter des Strandkorb-Open-Air-Wetzlar haben das Konzert mit Nena am 13. September im Einvernehmen mit der Agentur der Künstlerin unmittelbar nach den jüngsten Ereignissen in Berlin abgesagt“, ist auf der Seite der Veranstaltungsreihe in dem sozialen Netzwerk zu lesen. „Es war uns wichtig und daher auch bereits im Vorfeld vertraglich vereinbart, dass die Konzerte nicht als politische Bühne genutzt werden dürfen“, heißt es zudem.

Nenas Einstellung zum Veranstaltungsformat mit den Strandkörben stimme nicht mit dem für die Reihe ausgearbeiteten Hygiene- und Sicherheitskonzept überein, so die weitere Begründung. Man sei jedoch um ein „größtmögliches Maß an Sicherheit“ für alle Gäste bemüht. „Als Veranstalter distanzieren wir uns daher von den Aussagen und dem Auftreten der Künstlerin“, werden die Verantwortlichen deutlich.

Tatsächlich war es bei diversen Online-Ticketbörsen bereits am Dienstagmorgen nicht mehr möglich, Karten für Nenas geplanten Auftritt in Wetzlar zu erwerben. Einige wiesen zudem schon darauf hin, dass das Konzert abgesagt worden sei und die Tickets zurückgegeben werden könnten.

(Quelle: N-tv, 27.07.21)


Hamburger Dom startet am Freitag

Mit einem dynamisch anpassbaren Sicherheitskonzept öffnet der Hamburger Dom am kommenden Freitag nach anderthalb Jahren Corona-Zwangspause wieder für Besucher. Laut Bundesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller ist es das bundesweit erste größere Volksfest am regulären Standort. Es sei damit auch ein Testlauf für die Schaustellerbranche, sagten Wirtschaftsstaatsrat Andreas Rieckhof und Domreferatsleiter Sören Lemke. Wegen der Pandemie war der Dom vier Mal abgesagt worden. Anfangs dürfen nur 7000 Menschen gleichzeitig auf das Heiligengeistfeld, später bis zu 9500. Sie brauchen ein kostenloses Zeitfenster, müssen Maske tragen und einen Nachweis mitbringen, dass sie vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet sind. (Quelle: NDR, 27.07.21)


Zahl der Neuansteckungen in Tokio auf neuem Höchststand

Während der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf einen Höchststand gestiegen. Die Hauptstadt meldete 2.848 Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit wurde der vorherige Höchststand vom 7. Januar mit 2.520 Fällen übertroffen. Experten hatten schon vor dem Beginn der Spiele gewarnt, dass die täglichen Neuinfektionen während des Spektakels auf über 3.000 steigen könnten. Tokio befindet sich im mittlerweile vierten Corona-Notstand.

Nicht die Olympiateilnehmer seien das Hauptproblem, sagte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio der Nachrichtenagentur dpa. Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt stattfinden, während die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Notstand zunehmend frustriert sei. „Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung.“ (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


70 Prozent der Erwachsenen in der EU mindestens einmal geimpft

70 Prozent der erwachsenen Menschen in der EU sind mit mindestens einer Dosis gegen das Coronavirus geimpft worden. Zudem haben 57 Prozent der Volljährigen mit zwei Dosen den vollen Impfschutz erhalten, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mitteilte. Damit habe Europa im weltweiten Vergleich aufgeholt. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sprach in einem Tweet von einem „entscheidenden Meilenstein“.

Man müsse die Anstrengungen aber beibehalten, sagte von der Leyen. „Die Delta-Variante ist sehr gefährlich.“ Sie rufe daher jeden und jede dazu auf, sich impfen zu lassen, sofern die Möglichkeit dazu bestehe. Die EU wird laut von der Leyen auch künftig ausreichend Impfstoff zur Verfügung stellen. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Strenge Olympia-Quarantäne für Radprofi beschäftigt deutsche Botschaft in Tokio

Es fehle an Sonnenlicht, es fehle an Bewegung: Die Isolierung in Tokio macht dem Radprofi Simon Geschke körperlich und mental zu schaffen. Die deutsche Botschaft in Tokio überlegt deshalb mit dem DOSB, wie Geschke unterstützt werden kann.

Vor wenigen Tagen hatte Geschke gesagt, die Quarantäne sei „halb Psychiatrie, halb Gefängnis“. Die Deutsche Depressionsliga wurde daraufhin tätig, sie wandte sich mit einem offenen Brief an den Profisportler.

Für die Olympioniken gelten in Japan die gleichen strengen Regeln wie für alle Einreisenden, die positiv auf das Coronavirus getestet werden. Betroffene klagen über fehlende Frischluft und Bewegungsmöglichkeiten in der Quarantäne. Problematisch ist zudem, dass sie in ihren Quarantäneunterkünften komplett allein sind. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Dienstag wie schon am Vortag drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.439, demgegenüber stehen 5.244 Genesene. In Quarantäne befinden sich derzeit 205 Grafschafter (Montag: 211). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 123.

Das Robert-Koch Institut beziffert den Sieben-Tage-Inzidenzwert in der Grafschaft am Dienstag auf 22,6. Am Montag lag die Zahl noch bei 21,1.

Bis einschließlich Sonntag, 25. Juli 2021, wurden laut Landkreis in der Grafschaft Bentheim 150.512 Impfungen durchgeführt. Davon waren 84.740 Erstimpfungen. 65.772 Personen sind bereits vollständig geimpft. Die Zahlen enthalten die Impfungen durch das Impfzentrum sowie Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte.

Die 72 aktuellen Infektionen (Montag: 69) verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag: Bad Bentheim: 14 (0), Emlichheim: 1 (0), Uelsen: 6 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 1 (0), Nordhorn: 36 (+3), Schüttorf: 14 (0).
(Quelle: GN, 27.07.21)


Reiserückkehrer lassen Corona-Zahlen in Israel steigen

In Israel ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut deutlich gestiegen: Das Gesundheitsministerium meldet 2.112 Fälle. So viele gab es zuletzt Mitte März. Laut des Berichts eines staatlichen Fernsehsenders ist jeder 10. neue Fall ein Rückkehrer aus dem Ausland. Unter den Neuinfizierten sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte.

Die Zahl der Corona-Patienten mit schwerem Verlauf stieg auf 138, am Montag vor einer Woche waren es noch 61 gewesen. Die meisten neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Lockdown in Melbourne endet, für Sydney bleiben Einschränkungen

Nach etwa zwei Wochen enden die strengen Corona-Beschränkungen im australischen Bundesstaat Victoria mit der Metropole Melbourne. Der Lockdown werde in der Nacht zum Mittwoch aufgehoben, teilte Regional-Premierminister Daniel Andrews mit. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, sie solle „wachsam gegenüber diesem Virus sein, der Delta-Variante, bis so viele Menschen wie möglich geimpft sind“.

Somit dürfen Schulen, Restaurants, Fitnessstudios und Geschäfte wieder öffnen. Im Freien sind nun Treffen von bis zu zehn Personen erlaubt – Besuche zu Hause sind allerdings weiterhin nicht gestattet.

Auch im Bundesstaat South Australia enden die Einschränkungen am Mittwoch. Sydney bleibt hingegen nach etwa einem Monat weiterhin im Lockdown. Seit Beginn der Pandemie sind in Australien etwa 33.000 Corona-Infektionen registriert worden.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Viele Menschen in Indien wegen Corona-Kosten verschuldet

Für viele Inderinnen und Inder hat die Pandemie auch schwerwiegende finanzielle Folgen: Sie mussten sich verschulden, um die eigene Behandlung oder die eines Familienmitglieds zu bezahlen.

Die meisten Menschen in Indien haben keine Krankenversicherung. Stattdessen zahlen sie im Durchschnitt etwa 63 Prozent der Kosten für ihre medizinische Betreuung aus eigener Tasche. Ein solcher Anteil ist typisch für viele arme Länder. In der Pandemie haben jedoch viele Menschen durch die Restriktionen ihre Arbeit verloren, was die finanziellen Belastungen noch verschlimmert.

Zahlen der in Indien populären Crowdfunding-Plattform Ketto bestätigen diese Entwicklung: Dem Betreiber der Website zufolge dienten 40 Prozent der 4.500 Kampagnen via Ketto im Zusammenhang mit Covid-19 zwischen April und Juni dazu, Krankenhauskosten zu begleichen.

Bereits im Frühjahr war eine Studie des Forschungszentrums Pew zu dem Schluss gekommen, dass die Pandemie 32 Millionen Inder aus der Mittelschicht vertrieben hat. Ihr werden Menschen mit Einkommen zwischen 10 und 20 Dollar (8,5 und 17 Euro) am Tag zugeordnet. Der Studie zufolge hat die Pandemie die Zahl der Armen in Indien – also jene mit Einkommen von zwei Dollar oder weniger am Tag – um 75 Millionen vergrößert.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 7,2 (gestern 7,2)
Meppen: 8,5 (5,6)
Papenburg: 53,3 (58,6)


Sieben weitere Infektionsfälle bei den Olympischen Spielen

Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio sind sieben weitere Corona-Infektionen nachgewiesen worden, unter anderem bei zwei Athletinnen und Athleten. Das teilten die Organisatoren der Spiele mit. Die Zahl der positiven Tests rund um die Spiele ist seit Beginn der Erfassung am 1. Juli somit auf 155 gestiegen.

Die Chefin des Flüchtlingsteams des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) muss zudem weiter auf eine Anreise zu den Spielen warten: Langstreckenläuferin Tegla Loroupe war positiv auf das Coronavirus getestet worden und muss somit weiter in Doha in Katar bleiben. Loroupe, die vom Internationalen Olympischen Komitee zur Chefin der Mission des Flüchtlingsteams berufen worden war, hatte sich im Trainingslager der Mannschaft in Katar mit dem Virus infiziert und konnte daher nicht nach Japan reisen.

Die Krankenhäuser der japanischen Hauptstadt bereiten sich inzwischen bereits auf die Aufnahme zusätzlicher Covid-19-Patientinnen und -Patienten vor: Die Zahl der Betten soll von derzeit 5.967 auf 6.406 erhöht werden, wie der Sender TBS berichtet. In Tokio hat sich die Zahl der täglichen Neuansteckungen mit 1.429 Fällen im Vorwochenvergleich verdoppelt. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Hochinzidenzgebiet Niederlande: Ab heute neue Regeln für Rückkehrer nach D

Wer aus den Niederlanden zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für nach geltender Corona-Verordnung zehn Tage in Quarantäne. Diese kann aber nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzt werden. Der kleine Grenzverkehr bleibt hingegen uneingeschränkt möglich. Für Aufenthalte von weniger als 24 Stunden und für den Besuch enger Verwandter von höchstens 72 Stunden besteht keine Anmelde- und Quarantänepflicht. Allerdings muss in diesem Fall schon bei der Einreise ein Nachweis über Test, Impfung oder Genesung mitgeführt werden.

Grenzpendler, die aus beruflichen Gründen, wegen ihres Studiums oder Schulbesuchs regelmäßig ein- und ausreisen, sind ebenfalls von Anmelde- und Quarantänepflichten befreit. Sie müssen sich unter anderem zweimal in der Woche testen lassen. Da umgekehrt Deutschland für die Niederlande kein Risikogebiet ist, gilt dort für deutsche Urlauber keine Quarantäne und Testpflicht. (Quelle: NDR, 27.07.21)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 27. Juli, sind in Niedersachsen 101 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts vier weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.812. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 263.940 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt leicht. Sie liegt jetzt bei 15,5 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 15,9 Fälle). An Wochenenden sind die Zahlen nach Angaben des RKI häufig niedriger, da weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen, weniger Laboruntersuchungen durchgeführt und weniger Infektionsnachweise gemeldet werden. (Quelle: NDR, 27.07.2021)


Medienbericht: Spahn plant erhebliche Verschärfung der Reiseauflagen

Die Bundesregierung bereitet einem Medienbericht zufolge eine erhebliche Verschärfung der Corona-Reiseauflagen vor. Das Gesundheitsministerium will „eine schnellstmögliche Ausweitung der Test-Pflichten bei Einreise“, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagausgaben) laut Vorabbericht. Bisher müssen Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten einen negativen Corona-Test vorlegen – es sei denn, sie sind vollständig geimpft oder genesen. Künftig will Minister Jens Spahn (CDU) einen Test offenbar unabhängig davon verlangen, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln die Reisenden nach Deutschland kommen, heißt es in dem Bericht.

„Die Abstimmung in der Regierung dazu läuft“, erklärt eine Sprecherin des Ministeriums. Wie die Zeitungen weiter berichten, sträubt sich bisher im Kabinett vor allem Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegen die Pläne, weil die umfassende Testpflicht unverhältnismäßig sei. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 27.07.21)


Veranstalterverband fordert Konzerte nur für Geimpfte

Großveranstaltungen nur noch für Geimpfte und Genesene – das ist laut Verband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft der einzige Weg zurück in die wirtschaftliche Normalität.
„Im Bereich der Großveranstaltungen und Konzerte gibt es spätestens ab Ende September, wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, nur diesen Weg“, sagt Jens Michow, geschäftsführender Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV).
Auch das Personal und die Künstler müssten für solche Veranstaltungen dann natürlich geimpft sein.

Die Alternative – Veranstaltungen weiterhin nur mit Abstandsgeboten, Maskenpflicht und begrenzter Besucherzahl – ist laut Michow wirtschaftlich nicht durchführbar. (Quelle: TSP, 27.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit knapp drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen lag sie bei 14,5 – am Vortag betrug der Wert 14,3, beim Tiefststand vom 6. Juli 4,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1545 Corona-Neuinfektionen, wie aus den Zahlen vom Dienstagmorgen weiter hervorgeht, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.37 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1183 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 38 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 34 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 758 401 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 647 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 565. (Quelle: RKI, 27.07.21)


Inzidenz bei 59,7: Schärfere Regeln in Lüneburg

Der Landkreis Lüneburg hat landesweit den höchsten Inzidenzwert. Bundesweit steht die Region auf Platz zwei. Von heute an treten die ersten Verschärfungen in Kraft. Ab Mitte der Woche gilt die höchste Stufe.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts lag die Inzidenz am Dienstagmorgen bei 59,7. Zum Vergleich: Der Nachbar-Landkreis Lüchow-Dannenberg hat eine Inzidenz von 1. Liegt die Inzidenz drei Tage in Folge bei mehr als 50, werden nach der Vorgabe des Landes zusätzliche Schutzmaßnahmen in Kraft gesetzt.

Zunächst gilt von heute an im Landkreis Lüneburg neben einer Sperrstunde ab 23 Uhr auch eine Testpflicht für den Innenbereich der Gastronomie. Auf privater Ebene müssen Kontakte eingeschränkt werden. Und ab Mitte der Woche sollen die Corona-Regeln noch einmal verschärft werden, dann greift die höchste Stufe 3.

Aktuell plant die Landesregierung allerdings, den Stufenplan für die Corona-Regeln teilweise zu lockern. Bei einem eindeutigen örtlich begrenzten Infektionsgeschehen könnten einzelne Bereich wie Gastronomie, Einzelhandel oder das Hotelgewerbe von strengeren Regeln befreit werden. Einzelheiten zu den Plänen will die Landesregierung in der Landespressekonferenz morgen Mittag bekannt geben. Ob der Landkreis Lüneburg sie im Detail umsetzen wird, sei aber noch offen, sagte eine Kreissprecherin.

Dass die Werte im Landkreis Lüneburg in den vergangenen Tagen in die Höhe geschossen sind, hängt wohl im Wesentlichen mit einer Abiturfeier in Bardowick zusammen. Dem Landkreis zufolge hatte eine infizierte Person mitgefeiert. Von der Infektion wusste die Person offenbar nichts. In den vergangenen Tagen seien weitere Menschen aus dem Umfeld krank geworden, sagte ein Landkreissprecher dem NDR in Niedersachsen am Freitag. Unter den Gästen dieser und weiterer Veranstaltungen seien bisher rund 40 Infektionen bekannt geworden, teilte der Landkreis mit. (Quelle: NDR, 27.07.21)



Dänemark erwägt dritte Impfung für Kreuzgeimpfte

In Dänemark könnte Menschen mit einer Kreuzimpfung zweier verschiedener Corona-Impfstoffe eine dritte Dosis angeboten werden – endgültig entschieden ist darüber aber noch nicht. Erst wenn die gesundheitsfachliche Bewertung dazu abgeschossen sei, werde entschieden, ob man eine dritte Impfdosis geben könne, teilte das dänische Gesundheitsministerium mit.

Wann das soweit sei, konnte das Ministerium nicht einschätzen. Ein möglicher dritter Stich für Kreuzgeimpfte könnte in jedem Fall erst dann angeboten werden, wenn das allgemeine Impfprogramm abgeschlossen sei. Der dänische Rundfunksender DR hatte berichtet, dass mehrere Länder außerhalb des EU- und Schengenraums eine Impfung mit unterschiedlichen Präparaten bei der Einreise nicht als vollständige Impfung anerkennen. Das kann Reiseprobleme für jene rund 150.000 dänischen Bürgerinnen und Bürger mit sich bringen, die zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bekommen haben. Dänische Medien hatten zuletzt von einer in Dänemark lebenden Thailänderin berichtet, die ihre Eltern nicht in Thailand besuchen kann, weil sie mit der Kreuzimpfung nicht quarantänefrei einreisen darf.

151.335 Bürger, darunter vor allem Gesundheits- und Pflegepersonal, hatten im nördlichsten deutschen Nachbarland zunächst das Mittel von AstraZeneca erhalten, das Dänemark dann aber aus Sorge vor Blutgerinnseln aus dem offiziellen Impfprogramm gestrichen hatte. Darauf hatten die Däninnen und Dänen bei der Zweitimpfung entweder das Präparat von BioNTech/Pfizer oder das von Moderna erhalten. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Inzidenz über 35: Noch keine Verschärfungen für Hannover

In der Region Hannover liegt die Inzidenz den dritten Tag über dem kritischen Grenzwert von 35 – wohl zurückzuführen auf größere Feiern. Eine neue Allgemeinverfügung werde zunächst nicht erlassen.

Die aktuellen Regelungen blieben solange bestehen, bis eine neue Verordnung des Landes in Kraft trifft, teilte die Region am Montagnachmittag mit. Die sei für diesen Mittwoch angekündigt. Die zuletzt gestiegenen Zahlen ließen sich mit großer Sicherheit auf „Einrichtungen mit Tanz- und Feierbetrieb“ zurückführen. „Diese Betriebe sind zurzeit teilweise bereits eigenständig geschlossen beziehungsweise wird die neue für den 28. Juli 2021 angekündigte Verordnung die Schließung dieser Betriebe ab einer Inzidenz von 10verfügen“, heißt es. Einschränkungen für Bereiche wie Einzelhandel, Gaststätten und Sportveranstaltungen wären aktuell nicht verhältnismäßig, da es dort keine größeren Infektionsgeschehen gebe. Sobald die angekündigte neue Corona-Verordnung des Landes in Kraft getreten sei, wolle die Region die Situation neu bewerten.

Zuletzt wurden Stimmen laut, die eine Verschiebung der Grenzwerte ins Spiel gebracht haben. Fraglich ist zudem, ob die Politik an den Inzidenzen allein festhält, oder ob die Zahl der belegten Intensivbetten eine Rolle spielen soll. In der Region Hannover waren die Infektionszahlen zuletzt wie auch im Landkreis Lüneburg in die Höhe geschnellt. Während im Nordosten vor allem eine Abiturfeier für den neuerlichen Anstieg der Infektionen Ausgangspunkt war, ist die Zunahme der Corona-Infektionen in der Region Hannover offenbar vor allem auf Ansteckungen in Bars, Clubs und Diskotheken zurückzuführen. Zuletzt waren deshalb in der Landeshauptstadt und den Umlandgemeinden rund 3.000 Menschen in Quarantäne. (Quelle: NDR, 26.07.21)



Zahl der Neuinfektionen in der Türkei steigt stark an

In der Türkei ist die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Neuinfektionen auf mehr als 16.000 angestiegen – das ist der höchste Stand seit Anfang Mai. Zudem starben weitere 63 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Das Land hatte Anfang Juli alle wegen der Pandemie erlassenen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Seitdem steigen die Fallzahlen. Die Türkische Ärztevereinigung TTB warf der Regierung eine falsche Pandemiepolitik vor und forderte strengere Maßnahmen. Etwa solle die Regierung von Einreisenden entweder zwei Impfungen oder eine zweiwöchige Quarantäne verlangen.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Nach Lockdown-Pause für Opferfest: Corona-Höchstwert in Bangladesch

Nachdem Bangladesch einen strikten Lockdown mehr als eine Woche für das muslimische Opferfest Eid Al-Adha aufgehoben hatte, hat das Land seine höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit Pandemiebeginn registriert. Mehr als 15.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden am Montag in dem mehrheitlich muslimischen 160-Millionen-Einwohner-Land gemeldet. Zudem seien knapp 90 Prozent der Betten in Krankenhäusern belegt, sagte Gesundheitsminister Zahid Maleque. Innerhalb eines Tages wurden zudem 247 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona gemeldet.

Während der zeitweisen Aufhebung des Lockdowns reisten Zehntausende Menschen mit überfüllten Fähren und Bussen aus großen Städten in ihre Dörfer, um dort das Opferfest am vergangenen Mittwoch zu feiern. Inzwischen gilt der strikte Lockdown wieder, und Menschen dürfen nur aus gutem Grund auf die Straße – etwa um Essen oder Medikamente zu kaufen oder um Beerdigungen zu besuchen. In dem Land sind weniger als vier Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. (dpa)


Griechenland empfiehlt Impfungen auch für 12- bis 15-Jährige

Griechenland empfiehlt nun auch Impfungen für Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. Diese könnten den Impfstoff von BioNTech/Pfizer und den von Moderna bekommen, sagt die Chefin des Impfkomitees, Maria Theodoridou. Die Einbeziehung dieser Gruppe in das allgemeine Impfprogramm könne helfen, andere gesundheitsgefährdete Jugendliche und Angehörige zu schützen und den Weg für Schulöffnungen im September zu ebnen. Die griechische Regierung bietet unter anderem Bargeld und kostenlose mobile Daten für Jugendliche, um die Impfquote zu steigern.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


New York verlangt von Beschäftigten Impfung oder wöchentliche Tests

Die Stadt New York fordert von ihren städtischen Bediensteten bis Mitte September eine Impfung gegen das Coronavirus. Andernfalls müssten sie sich künftig wöchentlich testen lassen, hat Bürgermeister Bill de Blasio angekündigt. Betroffen sind rund 340.000 Beschäftigte, unter ihnen Lehr- und Polizeikräfte. New York ist damit einer der größten Arbeitgeber in den USA, der einen solchen Schritt ergreift.

Damit wird niemand zu einer Impfung gezwungen. Die Behörden hoffen aber, dass vielen bislang Zögerlichen die wöchentlichen Tests zu umständlich und zu unangenehm sind und sie sich doch noch für eine Impfung entscheiden. „Es geht um unsere Erholung. Es geht um das, was wir tun müssen, um New York City wieder zurückzubringen“, sagte de Blasio.

Das angestrebte Datum, der 13. September, fällt mit dem Schulbeginn nach den Ferien zusammen. Der demokratische Bürgermeister hat angekündigt, dass alle Schülerinnen und Schüler dann wieder Vollzeit-Präsenzunterricht erhalten sollen. Die Wiedereinführung einer umfassenden Maskenpflicht in Innenräumen, wie vom Bezirk Los Angeles verhängt, sei nicht geplant, sagte de Blasio.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Corona in Osnabrücker Disco: Keine Massen-Quarantäne

Weil ein Gast in einer Osnabrücker Disco Virage mit dem Coronavirus infiziert war, mussten 1.370 Feiernde mit einer Isolationspflicht rechnen. Nun ist klar: Geimpfte und Genesene müssen nicht in Quarantäne.

Nach dem Corona-Fall im Virage liegen weitere Labor-Ergebnisse vor. Demnach könne weitgehend ausgeschlossen werden, dass sich Gäste mit der Beta- oder Gamma-Variante infiziert haben, sagte eine Sprecherin der Stadt Osnabrück dem NDR in Niedersachsen am Montag. Wäre dies der Fall, müssten selbst Geimpfte und Genesene in Quarantäne. Bisher gehen die Behörden demnach davon aus, dass sich der betroffene Mann mit dem Wildtyp oder der Delta-Variante infiziert hatte. „Das würde bedeuten, dass alle geimpften oder genesenen Personen, die mit ihm zusammen in der Diskothek waren, nicht in Quarantäne gehen müssten“, hatte die Stadt am Sonnabend mitgeteilt.

Der Mann aus dem Landkreis Vechta hatte die Disco am Sonnabend vorvergangener Woche für etwa vier Stunden besucht, wie Stadt und Landkreis Osnabrück am Freitag mitteilten. Später habe er Symptome bemerkt und bei ihm sei eine Corona-Infektion nachgewiesen worden. Wann genau der Nachweis erfolgte, teilten die Behörden nicht mit.

Von den betroffenen Discobesuchern leben 480 in der Stadt und im Landkreis Osnabrück. Sie würden vom Gesundheitsdienst der Region angerufen, um sie gegebenenfalls in Quarantäne zu schicken, hieß es. Zunächst war von 405 Betroffenen die Rede – weitere 75 Personen seien nun außerhalb der Kontaktnachverfolgungsapp ermittelt worden, teilte die Stadt am Montagnachmittag mit. 319 Personen von ihnen hätten nach jetzigem Stand eine Quarantäneverfügung des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück erhalten. „Bisher haben sich bereits elf Folgefälle ergeben, fünf aus der Stadt Osnabrück und sechs aus dem Landkreis“, so die Stadt.

Die für die Wohnorte der anderen Gäste zuständigen Gesundheitsämter hätten die Kontakte erhalten. Die Übermittlung der Daten per App habe einwandfrei funktioniert.
(Quelle: NDR, 26.07.21)


Dritte Liga: MSV spielt weiterhin nicht

Auch das zweite Saisonspiel des Drittligisten MSV Duisburg gegen den TSV Havelse am kommenden Freitag (19.00 Uhr) ist vom Deutschen Fußball-Bund abgesagt worden. Grund dafür sei „die Quarantäne für die Mannschaft und das Trainerteam des MSV. Die spielleitende Stelle des DFB stimmte einem entsprechenden Antrag der Duisburger zu“, teilte der Verband am Montag mit. Schon das Saisoneröffnungsspiel zwischen dem MSV und dem VfL Osnabrück am vergangenen Freitag war abgesagt worden, nachdem zuvor bei den vorgeschriebenen Covid-19-Testungen bei drei Duisburger Spielern positive Befunde aufgetreten waren.

Ausgenommen von den Quarantänemaßnahmen sind laut DFB genesene und vollständig geimpfte Spieler. Laut Paragraph 15 der DFB-Durchführungsbestimmungen muss ein Club mindestens 16 Spieler aufbieten, was die aktuelle Quarantäne-Situation bei den Meiderichern nicht möglich macht. Termine für die Neuansetzungen der beiden MSV-Spiele gibt es laut DFB noch nicht. (Quelle: GN, 26.07.21)


Niedersachsen: Was man aktuell zu Corona wissen sollte

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt, ebenso die Zahl der gegen das Coronavirus Geimpften. In manchen Regionen drohen mit dem Erreichen der Inzidenz-Schwellen 10, 35 oder 50 neue Einschränkungen. Die Landesregierung will ihre Verordnung zeitnah nachjustieren. Was man zur Corona-Lage in Niedersachsen und in Bremen wissen sollte.

Wie ist die Corona-Lage und wo sind die Hotspots?
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen am Montag bei 15,9 – und damit etwas höher als im Bundesdurchschnitt (14,3). Gleichzeitig wächst der Anteil der gegen das Virus geimpften Bevölkerung: 63,6 Prozent der Menschen in Niedersachsen haben mittlerweile mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Knapp die Hälfte (49,5 Prozent) sind vollständig geimpft. Die mit Abstand höchste Inzidenz im Vergleich der niedersächsischen Landkreise und kreisfreien Städte hatte der Kreis Lüneburg mit 63,0. Von Dienstag an sollen hier strengere Regeln gelten – so sind hier etwa bei Zusammenkünften drinnen und draußen nun noch maximal zehn Menschen aus drei Haushalten zulässig, das gilt auch für private Feiern zu Hause. Auch in der Region Hannover lag der Wert über der 35er-Schwelle – bei 35,4. Die Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte liegen mittlerweile bei einer Inzidenz von mehr als 10. Für diese Schwellen sieht die Corona-Verordnung neue Einschränkungen vor – eine Übersicht liefert der Stufenplan.

Die Corona-Verordnung wird angepasst – was soll sich ändern?
Die Landesregierung will die Corona-Verordnung in dieser Woche anpassen. Der Änderungsentwurf sieht unter anderem vor, dass die Landkreise und kreisfreien Städte mehr Handlungsspielraum erhalten. Sie sollen per Allgemeinverfügung einzelne Bereiche von Verschärfungen ausnehmen können, wenn diese nachweislich nicht zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen haben. Gleichzeitig will die Landesregierung stärker „die Verursacher von Infektionen“ in den Blick nehmen. In dem Änderungsentwurf heißt es unter anderem, dass die Schließung von Diskotheken, Clubs, Bars und Shisha-Lokalen bei einer Inzidenz von mehr als 10 vorgesehen sei.

Ist der Inzidenzwert überhaupt noch aussagekräftig?
Die Sieben-Tage-Inzidenz ist bislang ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. In der Landesregierung ist man sich aber einig, dass es einen neuen Maßstab braucht, der auch andere Kriterien wie den Impffortschritt oder die Auslastung in den Krankenhäusern berücksichtigt. Niedersachsen will sich schnellstmöglich mit Bund und Ländern über einen solchen neuen Maßstab beraten. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach sich für einen bundeseinheitlichen und leicht nachvollziehbaren neuen Wert aus. Die ursprünglich für Ende August geplante Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) will er – genau wie viele seiner Kollegen in anderen Bundesländern – vorziehen. Die geplante Änderung an der niedersächsischen Corona-Verordnung soll als „notwendige Übergangsregelung“ dienen.

Kann es sein, dass auch Geimpfte und Genesene in Quarantäne müssen?
Grundsätzlich sind diese beiden Personengruppen nach einer Empfehlung des Robert Koch-Institutes (RKI) von Quarantänemaßnahmen ausgenommen. Aber: Die 44 eigenverantwortlichen Gesundheitsämter in Niedersachsen können mit Begründung davon abweichen, wenn sie vor Ort zu einer anderen Einschätzung der Infektionslage kommen. In Einzelfällen, bei denen bereits bekannt ist, dass es Kontakt zu einem Infizierten mit den Virusvarianten Beta (B.1.351) oder Gamma (P.1) gab, empfiehlt das RKI sogar immer eine Quarantäne der vollständig geimpften sowie genesenen Kontaktpersonen.

Bleibt die Corona-Impfung freiwillig?
Die steigenden Corona-Infektionszahlen haben die Debatte um eine Impfpflicht und den Umgang mit Ungeimpften neu aufflammen lassen. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) sprach sich am Montag auf NDR Info aber erneut für die Freiwilligkeit bei der Corona-Impfung aus und sagte, dass vorerst Getestete die gleichen Rechte haben sollen wie Geimpfte oder Genesene. Niedersachsen versuche jetzt noch einmal, gezielt die Gruppe der 20- bis 40-Jährigen anzusprechen und diese von einer freiwilligen Impfung zu überzeugen. Corona-Tests seien immer „nur eine Krücke“, eine Momentaufnahme über die aktuelle Viruslast. Im Herbst müsse man deshalb darüber nachdenken, ob die, die sich dann immer noch nicht impfen haben lassen, für ihre Tests bezahlen sollten.

Worauf muss ich achten, wenn ich jetzt in den Urlaub fahre?
Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Niedersachsen zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese Zeit aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen. Generell empfiehlt das niedersächsische Gesundheitsministerium, Vorsicht walten zu lassen: „Wir können nur dazu appellieren, wenn man aus einem Gebiet kommt mit hohen Inzidenzen – ganz unabhängig davon, wie die Einstufung durch das Robert Koch-Institut und das Auswärtige Amt ist -, sich gut zu beobachten, sich regelmäßig zu testen und Vorsicht walten zu lassen.“ (Quelle: NDR, 26.07.21)


Was gilt in Bremen?

Der Bremer Senat brachte vorige Woche Lockerungen auf den Weg, die nun am 2. August in Kraft treten können, nachdem der Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuss der Bürgerschaft am Montag keinen Änderungsbedarf anmeldete. Nach der neuen Verordnung besteht kein Abstandsgebot mehr in Kitas, Schulen und Aus-, Fort-, und Weiterbildungseinrichtungen, soweit Schüler in bestimmte Gruppen (Kohortenprinzip) eingeteilt sind. Zudem sind Veranstaltungen mit bis zu 25 000 gleichzeitig anwesenden Personen zulässig, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird und ein Hygienekonzept vorliegt. Das Bundesland Bremen wies laut RKI am Montag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 17,5 aus. (Quelle: NDR, 26.07.21)


USA behalten Reisebeschränkungen für Europäer wegen Delta-Variante bei

Die USA wollen die Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufheben. „Wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Wegen der Delta-Variante würden die Corona-Fallzahlen steigen – vor allem unter den Ungeimpften. „Und es scheint wahrscheinlich, dass sich das in den kommenden Wochen fortsetzen wird“, sagte Psaki weiter.

Die EU hatte die Mitgliedsstaaten bereits im vergangenen Monat aufgefordert, Beschränkungen für Reisende aus den USA und mehreren anderen Ländern schrittweise aufzuheben. Deutschland hatte daraufhin Einreisen unter anderem aus den USA „zu allen zulässigen Aufenthaltszwecken einschließlich Tourismus“ wieder erlaubt.

Dass die USA im Gegenzug ihre Einschränkungen für Reisende aus Europa nicht lockerten, sorgte für Kritik unter anderem aus der deutschen Wirtschaft. Eine Einreise aus dem Schengen-Raum in die USA ist für Ausländer in der Regel weiterhin nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Die Biden-Regierung hat stets betont, sie lasse sich bei ihren Entscheidungen in der Pandemie von wissenschaftlichen Erkenntnissen leiten.

Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel Mitte Juli in Washington hatten sich viele Bewegung bei dem Thema erhofft. US-Präsident Joe Biden hatte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel angekündigt, sich in den kommenden Tagen zu dem Thema äußern zu wollen. Es müsse nun eine nachhaltige Entscheidung getroffen werden, die nicht nach kurzer Zeit wieder zurückgenommen werde, hatte die Kanzlerin betont.

Bidens Vorgänger Donald Trump hatte im März 2020 einen Einreisestopp für Ausländerinnen und Ausländer aus weiten Teilen Europas angeordnet. Bereits im Januar – kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt – hatte er dann ein Ende des Einreiseverbots aus Europa angeordnet. Sein Nachfolger Biden lehnte die Lockerung mitten in der Pandemie aber ab; Trumps Entscheidung trat nie in Kraft. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Neue Höchststände bei Neuinfektionen in Iran und Irak

Im Iran und im Irak hat die Delta-Variante des Coronavirus zu neuen Höchstständen bei den neuen Corona-Fällen geführt. Im Iran wurden laut Gesundheitsministerium erstmals seit Pandemie-Beginn innerhalb von 24 Stunden mehr als 30.000 neue Fälle registriert. 322 weitere Menschen starben an Covid-19. Der Iran ist im Nahen Osten das am stärksten betroffene Land. Präsident Hassan Ruhani hatte erst Anfang Juli vor einer fünften Infektionswelle gewarnt. Erst knapp zehn Prozent der rund 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner haben eine erste Impfung erhalten.

Im Irak wurden gut 12.000 neue Fälle binnen eines Tages verzeichnet – auch dort ist dies der höchste Wert seit März 2020. Insgesamt sind in dem Nachbarland des Iran bereits mehr als 18.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


EU-Studie: Zahl der vereinsamten Menschen verdoppelt

Während der Corona-Krise leiden immer mehr EU-Bürgerinnen und -Bürger unter Einsamkeitsgefühlen. Das geht aus einer Studie des wissenschaftlichen Dienstes der EU-Kommission hervor. Demnach gaben in den ersten Monaten der Pandemie 25 Prozent der EU-Bürger an, sich mehr als die Hälfte der Zeit einsam zu fühlen; 2016 lag dieser Anteil bei rund zwölf Prozent, also etwa der Hälfte.

Während vor der Pandemie hauptsächlich ältere Menschen unter Einsamkeit litten, vervierfachte sich in den Monaten April bis Juli 2020 der Anteil der 18- bis 25-Jährigen auf 36 Prozent. Auch unter Singles stieg während Ausgangssperren das Einsamkeitsempfinden um 26 Prozentpunkte an.

Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Dubravka Šuica, verlangte Gegenmaßnahmen. Wissenschaftliche Befunde legten nahe, dass Einsamkeit den sozialen Zusammenhalt und das Vertrauen in die Gemeinschaft, aber auch die Wirtschaftsleistung schwächen könne, erklärte die für Demokratie und Demografie zuständige EU-Kommissarin. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Niederlande lockern Reisewarnungen

Die Niederlande warnen ab morgen nicht mehr pauschal vor Reisen in europäische Hochrisikogebiete. Warnungen sollen dann nicht mehr von der Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Zielland abhängen, sondern vom Auftreten von Virusvarianten, die in den Niederlanden bisher noch nicht nachgewiesen wurden. Reisewarnungen nur aufgrund von Infektionszahlen seien nicht verhältnismäßig, erklärte die Regierung.

Zugleich werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Regeln für Heimkehrer aus Ländern mit hoher Inzidenz verschärft. Ab dem 8. August können demnach nur noch Geimpfte oder negativ Getestete einreisen. Eine Quarantänepflicht werde es aber nicht geben. Mehrtägige Festivals bleiben in den Niederlanden in diesem Sommer verboten.

Nach Behördenangaben haben in den Niederlanden bereits mehr als 83 Prozent der Erwachsenen eine erste Impfdosis erhalten, 59 Prozent sind schon vollständig geimpft. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen lag zuletzt bei 266 – Deutschland stuft das Nachbarland im Nordwesten daher als Hochinzidenzgebiet ein.

(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Südafrika: Alkoholverkauf wieder erlaubt, Schulen offen

Wegen sinkenden Corona-Zahlen hat die südafrikanische Regierung mehrere Lockerungen beschlossen. Die durchschnittliche Zahl bestätigter Neuinfektionen habe in der vergangenen Woche bei etwa 12.000 gelegen, sagte Präsident Cyril Ramaphosa in einer Rede an die Bevölerung. Das entspricht einem Rückgang von 20 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Geschäfte dürfen nun von Montag bis Donnerstag wieder Alkohol verkaufen, auch Restaurants und Bars dürfen alkoholische Getränke anbieten. Die Schulen sind wieder vollständig geöffnet, eine nächtliche Ausgangssperre wurde auf die Zeit zwischen 22 und vier Uhr beschränkt. Ramaphosa kündigte zudem die Wiedereinführung einer monatlichen Zahlung von 350 Rand für Arbeitslose bis nächsten März an.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Indonesien: Viele Corona-Tote trotz weniger Neuinfektionen

Die Infektionszahlen in Indonesien gehen weiter zurück. Innerhalb von 24 Stunden wurden 28.228 neue Corona-Fälle registriert, teilte das indonesische Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Corona-Toten aber stieg um 1.487 auf insgesamt 84.766. Die Zahl der täglich Genesenen erreichte einen Höchststand von 40.374.

Es gebe Anzeichen dafür, dass die Pandemie in Indonesien unter Kontrolle sei, da die Belegung der Krankenhausbetten und die täglichen neuen Fälle zu sinken begännen, sagte Indonesiens Präsident Joko Widodo.

In Indonesien wird die hochansteckende Delta-Variante für die starken Corona-Ausbrüche verantwortlich gemacht. Besonders betroffen sind die Hauptinsel Java und die Touristeninsel Bali. Am Donnerstag vergangener Woche etwa wurden in dem Inselstaat fast 50.000 Neuinfektionen verzeichnet. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


EU-Kommission will gelockerte Slot-Regeln für Fluglinien verlängern

Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die wegen der Corona-Pandemie gesenkten Vorgaben für die Nutzung von Start- und Landerechten von Fluggesellschaften bis Ende März 2022 beizubehalten. Die niedrigere Vorgabe bleibe bestehen, um zukünftigen unvorhergesehenen Umständen entgegenzutreten, teilte EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean mit. Der Vorschlag der Kommission zur Verlängerung der niedrigeren Vorgabe müsste noch vom EU-Parlament und dem Rat der EU angenommen werden.

Airlines müssen die ihnen zugestandenen Start- und Landerechte an großen Verkehrsflughäfen während eines Flugplans normalerweise zu 80 Prozent tatsächlich nutzen, um in der Flugplanperiode des Folgejahres ihr Recht darauf zu wahren. Wegen der Corona-Pandemie strichen aber zahlreiche Airlines Verbindungen. Wirtschafts- und Umweltverbände warnten vor „Geisterflügen“ ohne Passagiere, die nur stattfänden, um die Slots nicht zu verlieren. Daraufhin hatte die EU von März 2020 bis diesen März diese Vorgaben vollständig ausgesetzt.

Seit März liegt die Nutzungsrate vorübergehend bei 50 Prozent. Diese Vorgabe soll nun verlängert werden bis Ende März kommenden Jahres. Eine Nutzungsrate der Slots von 50 Prozent sei „adäquat für alle Beteiligten, um eine effiziente Nutzung der Flughafenkapazitäten zu gewährleisten“, erklärte Verkehrskommissarin Vălean.

Widerstand kam vom internationalen Luftfahrtverband Iata, der die 50 Prozent als „realitätsfern“ bezeichnete. Die Kommission habe die Argumente der Mitgliedstaaten und der Fluggesellschaften, die sich für ein niedrigeres Limit ausgesprochen hätten, ignoriert. Der Verband verwies auf die weiterhin unsichere Lage angesichts der Corona-Pandemie sowie eine in den Wintermonaten stets niedrigere Nachfrage an Flügen.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Filmfestspiele Venedig sollen erneut unter Beschränkungen stattfinden

Die 78. Ausgabe der Filmfestspiele Venedig findet in diesem Jahr erneut unter Corona-Beschränkungen statt. Allerdings erlaube der sogenannte Grün e Pass – der Nachweis über eine Impfung, einen Negativtest oder eine Genesung – sich in diesem Jahr etwas beruhigter zu bewegen, sagte Festspielpräsident Roberto Cicutto. Die Filmbiennale soll vom 1. bis 11. September stattfinden.

Dem Direktor zufolge sind in diesem Jahr 59 Länder vertreten. Fünf weibliche Regisseurinnen sind dabei, drei weniger als im vergangenen Jahr. Eine starke Rückkehr verzeichneten die Organisatoren bei den US-amerikanischen Filmproduzenten und Filmstars.

Die Jury wird in diesem Jahr vom südkoreanischen Regisseur und Oscar-Gewinner Bong Joon Ho geleitet. Den Wettbewerb eröffnet der Film Madres paralelas vom spanischen Regisseur Pedro Almodóvar. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Israel überprüft Corona-Quarantäne mithilfe von SMS und GPS

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen überprüft Israel künftig die Einhaltung der Quarantäne von Reiserückkehrern aus bestimmten Ländern mit besonders hohen Inzidenzen mithilfe von SMS und GPS. In sogenannte rote Länder dürfen Israelis nur mit Sondergenehmigung reisen. Betroffene sollen während der einwöchigen Quarantäne SMS mit einem Link erhalten, kündigte ein Sprecher des Ministers für innere Sicherheit an. Die Empfängerinnen und Empfänger müssten auf den Link klicken und damit ihre GPS-Koordinaten an die Behörden senden.

Wer nicht auf den Link klicke, werde so wie bisher Kontrollbesuche von der Polizei erhalten, erklärte der Sprecher weiter. Ab kommender Woche werde es dann die Möglichkeit geben, auf den Link zu klicken und ein Selfie mit den GPS-Koordinaten des aktuellen Aufenthaltsortes zu verschicken. Israel hatte im vergangenen Jahr die Einhaltung der Quarantäne auch mit der Überwachung von Handys durch den Geheimdienst überprüft.

Außerdem dürfen ab sofort nur noch Reisende in das große Abfluggebäude des internationalen Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv. Begleiter müssen draußen bleiben, wie ein Sprecher der Flughafenbehörde bestätigte. Auch das Abholen von Reisenden im Gebäude ist demnach nicht mehr gestattet.

Am Montag meldete das Gesundheitsministerium 1.398 Neuinfektionen am Vortag. Bei rund 2,1 Prozent der fast 68.000 Getesteten fiel das Ergebnis demnach positiv aus. Die Zahl der Schwerkranken stieg auf 108, es gab keine neuen Todesfälle. Die meisten der neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Deltavariante des Virus. Unter den Neuinfizierten in Israel sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte.

Mehr als 57 Prozent der 9,3 Millionen Landesbewohner sind bereits vollständig geimpft. Die Impfkampagne in Israel war besonders zu Beginn sehr erfolgreich, sie kam schnell voran und sorgte damit international für Aufsehen. Nach einer gewissen Stagnation kam sie zuletzt wegen des Neuanstiegs der Krankheitsfälle wieder in Fahrt. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Kroatien, Litauen, Zypern und Slowenien bekommen EU-Hilfen

Die Europäische Union hat grünes Licht für Corona-Hilfen für Kroatien, Litauen, Zypern und Slowenien gegeben. Mit der Entscheidung der EU-Finanzminister erhöht sich die Zahl der Länder, deren Anträge auf Aufbauhilfen bewilligt wurden, auf 16. Darunter ist auch Deutschland. In ihren Aufbauplänen müssen die Staaten im Detail darlegen, wofür sie die Hilfen verwenden wollen.

Die EU will mit insgesamt 800 Milliarden Euro die wirtschaftliche Erholung anschieben. Die Mittel sollen in Form von Zuschüssen und günstigen Krediten fließen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Klimaschutz und Digitalisierung. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Delta sorgt für Höchststand an Neuinfektionen im Iran

Trotz eines Lockdowns registriert der Iran einen neuen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen. Ursache ist laut Gesundheitsbehörden die zunehmende Verbreitung der Delta-Variante. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden binnen eines Tages 31.814 Neuinfektionen gemeldet. Im selben Zeitraum starben 322 Patienten und Patientinnen im Zusammenhang mit dem Virus.

Seit Beginn der Pandemie infizierten sich im Iran nach offiziellen Angaben bereits mehr als 3,7 Millionen Menschen mit Corona; 89.000 Menschen starben.

Der Iran ist von der Pandemie besonders hart betroffen, auch weil die Wirtschaftskrise und US-Sanktionen die Einfuhr von Impfstoffen erheblich erschweren. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher nur schleppend voran. Bislang wurden ungefähr 13 Prozent der Iraner mit hauptsächlich chinesischen Vakzinen geimpft.(Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Indien verfehlt Ziel von halber Milliarde Impfungen bis Monatsende

Indien wird das selbstgesetzte Ziel von einer halben Milliarde Covid-Impfungen bis Ende des Monats verfehlen. Der Hersteller des einzigen zugelassenen heimischen Impfstoffs, Bharat Biotech, könne die Produktion nicht wie erwartet hochfahren, teilt die Regierung mit.

Bislang wurden in Indien 430 Millionen Dosen verimpft. Ursprünglich sollten bis Ende Juli 516 Millionen Einheiten gespritzt werden. In Indien war im Oktober erstmals die besonders aggressive Delta-Variante des Virus entdeckt worden. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Grafschafter Zahlen

Drei weitere Covid-19-Fälle meldet die Kreisverwaltung am Montag für die Grafschaft Bentheim. Damit sind derzeit 69 aktuelle Infektionen bekannt. Auf 21,1 beziffert das Robert-Koch-Institut den Sieben-Tage-Inzidenzwert am Montag. Damit ist dieser Wert leicht wieder gesunken, am Sonntag lag er noch bei 23,3. In Quarantäne befinden sich derzeit 211 Grafschafter, am Sonntag waren es noch 220. Insgesamt sind bisher 5.436 Infektionen im Kreisgebiet bestätigt worden. Wie auch am Sonntag gelten 5.244 Menschen als genesen. In Verbindung mit dem Coronavirus werden weiterhin 123 Todesfälle genannt.
Die 69 aktuellen Infektionen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag: Bad Bentheim: 14 (0), Emlichheim: 1 (0), Uelsen: 6 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 1 (0), Nordhorn: 33 (+1) und Schüttorf: 14 (+2).
(Quelle: GN 26.07.21)


Menschen mit Kreuzimpfung bekommen in Dänemark bald dritte Dosis

In Dänemark soll Menschen mit einer Kreuzimpfung zweier verschiedener Corona-Impfstoffe eine dritte Dosis angeboten werden. Damit werde begonnen, wenn die nationale Impfkampagne abgeschlossen sei, teilte das dänische Gesundheitsministerium dem Rundfunksender DR mit. Hintergrund ist demnach, dass mehrere Länder außerhalb des EU- und Schengenraums eine Impfung mit unterschiedlichen Präparaten bei der Einreise nicht als vollständige Immunisierung anerkennen.

Rund 151.000 Menschen haben in Dänemark zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bekommen, vor allem Gesundheits- und Pflegepersonal. Sie wurden zunächst mit AstraZeneca geimpft. Als dieser Impfstoff aus Sorge vor Blutgerinnseln aus dem offiziellen Impfprogramm gestrichen wurde, bekamen sie als Zweitimpfung die Wirkstoffe von BioNTech/Pfizer oder Moderna. Mit diesen beiden Impfstoffen soll auch die dritte Impfung erfolgen. (Quelle: ZEIT, 27.07.21)


Zentren in Lingen und Papenburg impfen ohne Termin

Der Landkreis Emsland ruft ab heute zu einer Impfwoche auf. Bis Freitag können sich Impfwillige vormittags und nachmittags in den Zentren in Lingen und Papenburg ohne Anmeldung spontan impfen lassen. Es sei für alle ausreichend Impfstoff verfügbar – und zwar von allen gängigen Herstellern, hieß es vonseiten des Landkreises. Mit dem Angebot wolle man diejenigen erreichen, die noch keine Erstimpfung erhalten haben. Am Dienstag sind die beiden Anlaufstellen bis 19 Uhr geöffnet, damit sich Arbeitnehmer nach dem Job impfen lassen können. Das Angebot gelte auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. (Quelle: NDR, 26.07.21)


Die Infektionszahlen im Emsland sind über das Wochenende weiter gestiegen auf eine 7-Tage-Inzidenz von jetzt 15,9. Allein 33 Erkrankten/Infizierten kommen aus Papenburg, dies treibt die Zahlen nach oben.

Lingen: 7,2 (Freitag: 5,5)
Meppen: 5,6 (Freitag: 0,0)
Papenburg: 58,6 (Freitag: 74,1)

[Hinweis : Beginnend mit heute habe ich die Berechnungen der Inzidenz in den drei großen Städte im Landkreis Emsland auf die inzwischen vorliegenden statistischen Einwohnerzahlen des Landes per 31.12.2020 umgestellt: Lingen 55.232 (bisher 54708), Meppen 35.457 (35313), Papenburg 37.551(37766)]


Montgomery: Grundrechte nicht wegen Impfskeptikern vorenthalten

Montgomery warnt „Grundrechte vorzuenthalten, nur weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen“

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält es für richtig, wenn gegen das Coronavirus Geimpfte in Deutschland mehr Freiheiten bekommen als Nicht-Geimpfte. „Es gibt keinen Grund, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte weiter vorzuenthalten, nur weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Damit stellte er sich hinter Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU), der am Wochenende Einschränkungen für Nicht-Geimpfte ins Spiel gebracht hatte. „Helge Braun hat völlig recht. Es geht ja nicht um Privilegien für Geimpfte, sondern um Grundrechtseinschränkungen“, sagte Montgomery.

Scharfe Kritik übte der Weltärztepräsident an der Haltung der FDP. Wer wie die Liberalen eine Impflicht „durch die Hintertür“ vermute und mehr Rechte für Geimpfte ablehne, bediene „einen primitiven Populismus“ und verstehe „den Begriff der Freiheit nicht richtig“. Eine Impfung nutze nicht nur den Geimpften selbst, sondern der ganzen Gesellschaft, betonte Montgomery. „Nur durch Impfen können wir alle unsere Freiheiten wiedergewinnen.“ (Foto: CC s. Archiv v. 19.5.20; Quelle TSP, 26.07.21)


Überblick am Morgen

  • China meldete gestern offiziell 76 neue Fälle den höchsten Stand seit Ende Januar. Sie gründen sich auf einen Anstieg lokaler Infektionen in der östlichen Stadt Nanjing, wo eine zweite Runde von Massentests zur Eindämmung des Ausbruchs gestartet wird.
  • Das französische Parlament hat am Sonntagabend nach einem Kompromiss zwischen den Gesetzgebern des Ober- und Unterhauses dafür gestimmt, Impfpässe zu einem wichtigen Bestandteil des täglichen Lebens zu machen. Der Durchbruch bei den Gesprächen kam einen Tag, nachdem Frankreich erneut von Protesten gegen die Regeln erschüttert wurde, bei denen über 160.000 teilnahmen und Dutzende festgenommen wurden.
  • Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid hat sich für einen Tweet entschuldigt, der darauf hinwies, dass die Nation sich nicht vor dem Coronavirus „ducken“ müsse.
  • In Großbritannien sollens ab Oktober laut Regierungsplänen nur vollständig geimpfte Fußballfans Premier League-Spiele und andere Veranstaltungen mit mehr als 20.000 Zuschauern besuchen dürfen
  • Junge Menschen werden an Covid-19 „schwer krank“, warnte ein Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses für Impfung und Impfung des Vereinigten Königreichs, als er sie nachdrücklich aufforderte, sich impfen zu lassen.
  • In Australien verzeichnete am Sonntag der Bundesstaat New South Wales den zweithöchsten täglichen Anstieg des Jahres von örtlichen Covid-19-Neuinfektionen, nachdem sich Tausende von Menschen einem Anti-Lockdown-Protest angeschlossen hatten.
  • In Malaysia hat die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle seit Beginn der Pandemie überstieg am Sonntag 1 Million überstiegen, nachdem das Gesundheitsministerium des Landes eine Rekordzahl von 17.045 neuer Fällen gemeldet hatte.
  • Russland meldete offiziell am Sonntag 24.072 neue Covid-19-Fälle, darunter 3.406 in Moskau, womit die offizielle nationale Zahl seit Beginn der Pandemie 6.126.541 beträgt.
  • Südkorea wird diese Woche die Regeln zur sozialen Distanzierung im größten Teil des Landes verschärfen und warnen, dass sich seine schlimmste Covid-19-Welle aller Zeiten in den Sommerferien weiter ausbreiten könnte.
  • In Großbritannien wurden neue Bedenken geäußert, dass die Polizei wegen Covid-19-Kontakten in die Isolation gezwungen wurde, nachdem gesagt wurde, dass die Zahl der abwesenden Metropolitan Police Officers fast jeden fünften erreicht habe.
  • Der japanische Premierminister Yoshihide Suga und die Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, trafen sich am Sonntag, um über die Olympischen Spiele in der Hauptstadt und Anti-Coronavirus-Maßnahmen zu diskutieren.
    (Quelle: The Guardian, 26.04.21)

Niedersachsen und Corona

Am Montag, 26. Juli, sind in Niedersachsen 57 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.808. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 263.839 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt leicht. Sie liegt jetzt bei 15,9 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 15,8 Fälle). An Wochenenden sind die Zahlen nach Angaben des RKI häufig niedriger, da weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen, weniger Laboruntersuchungen durchgeführt und weniger Infektionsnachweise gemeldet werden. (Quelle: NDR, 26.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit knapp drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montagmorgen lag sie bei 14,3 – am Vortag betrug der Wert 13,8 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 958 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 546 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden drei Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche war es ein Todesfall gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.756.856 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.646.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.527. (Quelle: RKI, 26.07.21)


Dehoga fordert positive Anreize für Geimpfte

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert die Bundesregierung auf, positive Anreize für Durchgeimpfte zu schaffen, um die Impfquote zu erhöhen. „Dies bedeutet, dass der Restaurantbesuch wie der Hotelaufenthalt auf jeden Fall für doppelt Geimpfte auch im Herbst und Winter weiterhin erlaubt sein muss“, sagt Dehoga-Geschäftsführerin, Ingrid Hartges, den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. Auch brauche es außer Inzidenzen neue Entscheidungskriterien für die Beurteilung der Infektionslage. „Im 17. Monat der Pandemie und einer Impfquote von aktuell 50 Prozent ist es dringend geboten, andere Parameter zu definieren.“ Es müssten weitere Faktoren, wie zum Beispiel die Impfquote, die Entwicklung der Krankheitsverläufe, der Hospitalisierungsgrad sowie die Sterberate Berücksichtigung finden. (Quelle: TSP, 26.07.21)


Französische Abgeordnete billigen Impfpflicht für Gesundheitspersonal

In Frankreich hat das Parlament das Gesetz zur Schaffung einer Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und der Ausweitung des sogenannten Gesundheitspasses verabschiedet. Mit 156 Ja-Stimmen, 60 Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen wurde der Text am späten Sonntagabend (!) von der Nationalversammlung angenommen. Gegen die Corona-Verschärfungen waren in Frankreich am Wochenende zehntausende Menschen auf die Straße gegangen.

Vor der Nationalversammlung hatte bereits der Senat das Gesetz gebilligt. Um die Endfassung des Gesetzestextes war tagelang gerungen worden. Nach einer Reihe von Änderungen am ursprünglichen Gesetzentwurf einigten sich Abgeordnete der Nationalversammlung und Senatoren am Sonntagnachmittag nach einer vierstündigen Sitzung schließlich auf einen Kompromiss-Text.

Das nun verabschiedete Gesetz sieht eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte vor. Anders als von der Regierung vorgeschlagen, droht Impf-Verweigerern in diesen Berufen allerdings nicht die Entlassung, sondern nur eine Aussetzung des Gehalts.(Quelle: TSP, 26.07.21)



Urlauber nehmen Corona-Hochinzidenz in Spanien gelassen

Die Einstufung Spaniens als Corona-Hochinzidenzgebiet einschließlich beliebter Urlaubsziele wie Mallorca, den Kanaren oder der Costa Brava haben viele deutsche Urlauber gelassen aufgenommen. Noch bis Montag, 23.59 Uhr, können sie unter Vorlage eines negativen Corona-Tests in die Heimat zurückzukehren. Ab Dienstag muss dann ein Nachweis über eine vollständige Impfung oder über eine überstandene Corona-Erkrankung erbracht werden, um einer zehntägigen Quarantäne zu entgehen. Erst nach fünf Tagen besteht die Möglichkeit, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Nach Angaben des Reiseveranstalters Tui gab es bis Sonntag zunächst kaum Anzeichen, dass eine größere Zahl von Menschen ihren Mallorca-Urlaub vorzeitig abbrechen oder bereits gebuchte Aufenthalte stornieren wollte. „Erste Informationen von der Playa de Palma deuten darauf hin, dass die Gäste weiter ihren Urlaub auf Mallorca verbringen möchten. Sie fühlen sich vor Ort gut aufgehoben, meiden größere Menschenansammlungen und sind zum großen Teil schon geimpft“, sagte Tui-Sprecher Aage Dünhaupt am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Trend habe sich auch am Sonntag fortgesetzt.

Pauschalurlauber, die aktuell in Spanien sind, werden nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) von ihrem Veranstalter über die geänderte Situation informiert. Sollten Reisende vorzeitig ihren Urlaub beenden wollen, kümmerten sich die Veranstalter um eine Flugumbuchung. Auch Urlauber, die in den nächsten Tagen eine Reise nach Spanien geplant haben, würden von den Veranstaltern kontaktiert. Deutschlands zweitgrößter Reiseveranstalter DER Touristik hatte bereits angekündigt, dass Gästen kostenfreie Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten angeboten würden. (Quelle: TSP, 25.07.21)


Tunesien: Proteste gegen Regierung wegen Corona-Welle

In Tunesien haben Hunderte Menschen wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen im Land protestiert und den Rücktritt der Regierung sowie die Auflösung des Parlaments gefordert. In der Hauptstadt Tunis blockierten Sicherheitskräfte am Sonntag die Straßen nahe dem Parlamentsgebäude. Hunderte drangen laut Augenzeugen trotzdem bis dorthin vor. Teils kam es dabei zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Auch in anderen Teilen des Landes kam es zu Protesten. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Tunesien erlebt derzeit einen starken Anstieg der Corona-Fallzahlen. Bisher wurden 555.000 Corona-Infektionen und etwa 18.000 Todesfälle gemeldet. Frankreich, Italien, Spanien sowie Länder im arabischen Raum lieferten Impfstoff, Beatmungsgeräte und anderes medizinisches Material, um das kleine Mittelmeerland zu unterstützen. Die Impfungen kommen nur langsam voran. Der Statistik-Website „Our World in Data“ zufolge wurden bisher nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Der Slogan „Das Volk will den Sturz des Regimes“, der bei den Protesten zu Beginn der arabischen Aufstände vor zehn Jahren populär wurde, war am Sonntag erneut in Tunis zu hören. Damals hatten anhaltende Massenproteste zur Flucht von Langzeitherrscher Zine El Abidine Ben Ali geführt. Andere riefen Slogans gegen die islamisch-konservative Ennahda, die größte Partei im Land.

Tunesien hat seit den Aufständen von 2011 als einziges Land der Region den Übergang in die Demokratie geschafft. Das Land leidet aber unter einer schweren Wirtschaftskrise, die vor allem die Jüngeren trifft. Die Corona-Pandemie hat die Lage verschärft. Das Misstrauen vieler Tunesier gegen die herrschende Elite ist groß. Seit Januar kam es wieder zu Protesten im Land. Sie richten sich unter anderem gegen die hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Korruption. (Quelle: TSP, 25.07.21)


Impfaktion für Geflüchtete in der Obergrafschaft Bentheim

Mannan N. hält DRK-Mitarbeiterin Andrea Benesch seinen linken Arm hin. Ein kurzer Pieks und er hat seine erste Corona-Impfung erhalten. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Nordhorner Impfarzt Dr. Martin Goldstein verlässt der Impfling den Raum und nimmt auf einem der Stühle draußen Platz, um die 15 Minuten Beobachtungszeit abzuwarten.
Die Impfaktion im Schüttorfer Jugendzentrum „Komplex“ am Sonnabend wurde von einem mobilen Impfteam des Landkreises geleitet und ist auf Initiative der Schüttorfer Flüchtlingshilfe zustande gekommen.

Vor acht Wochen habe man nach einer Möglichkeit gesucht, dass Geflüchtete in Schüttorf eine Corona-Impfung erhalten, berichtet Arthur Lieske. Zusammen mit Gönül Ucar und Sabine Temme ist er Teil eines durch den Landkreis bis zum Februar nächsten Jahres finanzierten Projekts zur Betreuung von Zufluchtssuchenden in Schüttorf. Eine Anfrage bei der Stadt Schüttorf habe ergeben, dass solch ein Impfangebot nicht vorgesehen sei, erzählt Lieske, der sich daraufhin beim Landkreis erkundigte. „Ich habe mit dem Chef des Impfzentrums gesprochen und der war sofort bereit, ein mobiles Team zu schicken, wenn wir vor Ort alles organisieren würden“, betont Lieske. Einzige Bedingung: Es sollten mindestens 60 Teilnehmer zusammengetrommelt werden. Um das zu schaffen, holten die Schüttorfer kurzerhand die Bad Bentheimer Flüchtlingshilfe mit ins Boot. Gemeinsam konnten beide Einrichtungen die erforderliche Anzahl an Impfwilligen mobilisieren.

Den größten Teil der Kosten, an denen sich die Stadt Schüttorf und die reformierte Kirchengemeinde beteiligen, trägt der Landkreis. Die Organisation einschließlich der Anamnesen wurde von den Flüchtlingshelfern vor Ort übernommen. Ein großer Brocken war, die Geflüchteten unter Einsatz von Dolmetschern, über die Impfung und den Impfvorgang zu informieren. „Damit waren wir die letzten zehn Tage beschäftigt“, erklärt Lieske, der viel damit zu tun hatte, Gerüchte, dass die Covid-Impfung das Erbgut verändern oder unfruchtbar machen würde, auszuräumen.

Nachdem alle Impfwilligen in Schüttorf versorgt waren, zog das mobile Impfteam weiter nach Bad Bentheim, um dort im Soziokulturellen Zentrum „Treff 10“ seine Arbeit fortzusetzen. (Quelle: GN, 25.07.21)


Lauterbach unterstützt Einschränkungen für Nicht-Geimpfte

Für seinen Vorstoß für Einschränkungen für Nicht-Geimpfte erhält Kanzleramtsminister Helge Braun Rückendeckung von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: „Wir müssen leider mit deutlich steigenden Fallzahlen rechnen, wenn die Menschen aus den Ferien zurückkommen und sich im Herbst wieder verstärkt in Innenräumen begegnen“, sagte Lauterbach der „Süddeutschen Zeitung“. Dann werde man „nicht mehr damit über die Runden kommen, die Getesteten den Geimpften und Genesenen gleichzustellen“. Die Zahl der falsch negativen Tests sei für ein solches Vorgehen zu hoch, sagte Lauterbach. Es werde „nichts anderes übrigbleiben, als den Zutritt zu Räumen, wo viele Leute eng zusammenkommen, auf Genesene und Geimpfte zu beschränken“. (Foto CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: Tagesschau, 25.07.21)


Macron reagiert scharf auf Demonstrationen in Frankreich

Bei einem Besuch in einer Klinik in Französisch-Polynesien hat sich der französische Präsident Emmanuel Macron mit einem Appell an die Demonstranten:innen, die gegen eine Verschärfung von Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie auf die Straße gegangen sind, gewandt.

An die Protestierenden gerichtet, die in Paris unter anderem „Freiheit, Freiheit“ skandierten und zum Sturz von Präsident Macron aufriefen, den sie als „Tyrannen“ bezeichneten, sagte Macron laut „Welt“: „Was ist eure Freiheit wert, wenn ihr mir sagt, ‚Ich will nicht geimpft werden‘, ihr aber morgen euren Vater, eure Mutter oder mich infiziert?“

Die Demonstrierenden könnten sich „frei und auf respektvolle Weise ausdrücken, aber von Protesten wird das Coronavirus nicht weggehen“, so Macron weiter. „Ich möchte zur Einigkeit aufrufen“, erklärte er. „Es gibt Leute, die eine irrationale, manchmal zynische, manipulative Mobilisierung betreiben.“ (Foto CC s. Archiv v. 17.12.20; Quelle: TSP, 25.07.21)


Söder und Schwesig wollen schärfere Regeln für Reiserückkehrer

Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen inmitten der Feriensaison nehmen Forderungen nach schärferen Regeln für Reiserückkehrer zu. „Die neuen Regeln für Reiserückkehrer müssen von 11. September auf 1. August vorgezogen werden“, sagte der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagausgabe). „Denn eine Quarantäne-Verordnung erst nach den Ferien ergibt keinen Sinn.“ Die Regelung für Reiserückkehrer solle bundesweit einheitlich auf einer Ministerpräsidentenkonferenz geregelt werden. Das bislang für Ende August geplante Treffen solle vorgezogen werden.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verlangt schärfere Regeln für Reiserückkehrer. „Schon bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet sollten zwei Tests und eine Quarantäne bis zum zweiten Test verpflichtend sein“, sagte sie dem „Handelsblatt“. Ein Test bei der Rückkehr sei nicht aussagekräftig genug.

Der Präsident des Weltärztebundes, Ulrich Montgomery, warnte vor einem Infektionsanstieg durch Reiserückkehrer aus Spanien und Italien. Der Viren-Eintrag durch jüngere Urlauber, die oft noch nicht zwei Mal geimpft seien, werde steigen, sagte er der „Rheinischen Post“. Dem müsse man „mit konsequenter Quarantäne für ungeimpfte Reiserückkehrer“ begegnen.

Angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die kurzfristige Einberufung einer Bund-Länder-Konferenz gefordert. „Bund und Länder müssen sich zügig abstimmen. Deshalb sollte die nächste Ministerpräsidentenkonferenz möglichst bald stattfinden“, sagte der Regierungschef am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Wir müssen alles dafür tun, damit das normale Leben möglichst aufrecht erhalten bleiben kann.“

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht aktuell einen kurzfristigen Abstimmungsbedarf zwischen Bund und Ländern. „Auch wenn die Lage auf den Intensivstationen deutlich besser geworden ist, dürfen wir jetzt nicht die gute Ausgangslage für den Herbst verspielen“, teilte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Ebenso wie Müller rief Woidke die Bürger dazu auf, sich impfen zu lassen. „Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere“, betonte der Regierungschef. Woidke verwies darauf, dass immer mehr Reiseländer zu Hochrisikogebieten würden. „Das war zu befürchten“, sagte er. „Deshalb brauchen wir konsequente Einreisekontrollen.“ (Quelle: TSP, 25.07.21)


Solingen hat bundesweit höchste Inzidenz

Wie Tagesspiegel-Daten zeigen, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Solingen aktuell bei über 70. Damit steht die kreisfreie Großstadt in Nordrhein-Westfalen in Deutschland an der Spitze. Wie die Stadt mittelt, sei eine Siegesfeier von etwa 1000 Italien-Fans nach dem EM-Finale der Auslöser für den Inzidenzanstieg gewesen sein, berichtet der „WDR“.

Damit erreicht Solingen als erste Kommune in NRW die höchste Warnstufe der nordrhein-westfälischen Coronaschutzverordnung, die Stufe 3 (Sieben-Tage-Inzidenz ab 50).

In der Folge gelten wieder strenge Einschränkungen für die Stadtbevölkerung. Nur noch Angehörige aus zwei Haushalten dürfen sich draußen treffen. In der Außengastronomie herrscht wieder eine Test- und Platzpflicht und der Einzelhandel, der nicht zur Grundversorgung zählt, darf nur noch eine Person pro 20 Quadratmeter rein lassen. (Quelle: TSP, 25.07.21)


Habeck – Geimpfte sollten mehr Freiheiten bekommen

Grünen-Chef Robert Habeck zeigt sich offen dafür, Geimpften mehr Freiheiten zu geben. „In dem Moment, wo allen Menschen ein Impfangebot gemacht worden ist, sieht Solidarität so aus: Man muss sich nicht impfen lassen, aber kann nicht damit rechnen, dass alle anderen auf ihre Freiheit verzichten, weil man sich nicht hat impfen lassen“, sagt Habeck den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die Konsequenz ist, dass Geimpfte beziehungsweise Genesene zukünftig unter Umständen mehr Möglichkeiten und Zugänge haben können, als Menschen, die sich gegen eine Impfung entschieden haben.“ Für diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen könnten, müsse es Ausnahmen geben. (Foto CC s. Archiv v. 30.11.16; Quelle: TSP, 25.07.21)


Slowakisches Parlament billigt Erleichterungen für Geimpfte

In der Slowakei soll das digitale Covid-Zertifikat der EU künftig als Eintrittskarte zum Beispiel für Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe dienen können. Das Parlament in Bratislava schuf dafür die rechtliche Grundlage. Dafür stimmten nach Angaben der Agentur TASR 77 Abgeordnete des Nationalrats. Es gab 55 Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Zum Einsatz kommen soll der sogenannte Grüne Pass erst im Fall einer weiteren Coronavirus-Welle. Das Zertifikat gibt Aufschluss über eine vollständige Impfung oder einen negativen Test. Das Gesetzesvorhaben war von heftigen Protesten begleitet worden. Am Freitag hatte die Polizei Tränengas eingesetzt, um Hunderte Impfgegner an der Stürmung des Parlamentsgebäudes zu hindern. Bei den Zusammenstößen wurde eine Polizistin verletzt.

Kritik an dem Gesetz übte auch der sozialdemokratische Ex-Ministerpräsident Peter Pellegrini: Er warnte vor der Aufspaltung der Menschen in zwei Klassen. Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky entgegnete, dass von Geimpften nur ein „minimales Risiko“ ausgehe. In dem EU-Mitgliedsstaat mit knapp 5,5 Millionen Einwohnern sind inzwischen mehr als 1,9 Millionen Menschen vollständig geimpft. Im August will das Finanzministerium eine Impflotterie lancieren, um gegen die schwächelnde Impfbereitschaft vorzugehen. (Quelle: Tagesschau, 25.07.21)


Grafschafter Zahlen

66 aktuelle Corona-Fälle gibt es am Sonntag in der Grafschaft Bentheim. Das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Am Sonntag sind weitere fünf Corona-Fälle hinzugekommen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wird vom Robert-Koch-Institut auf 23,3 beziffert, am Samstag lag dieser Wert bei 21,9. In Quarantäne befinden sich zurzeit 220 Grafschafter.

Insgesamt sind bisher 5.433 Covid-19-Fälle in der Grafschaft nachgewiesen worden. 5.244 Menschen gelten als wieder genesen. In Verbindung mit dem Coronavirus werden weiterhin 123 Todesfälle genannt.

Die insgesamt 66 aktuellen Infektionen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag: Bad Bentheim: 14 (0), Emlichheim: 1 (0), Uelsen: 6 (+1), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 1 (0), Nordhorn: 32 (+3) und Schüttorf: 12 (+1). (Quelle: GN, 25.07.21)


Polizei löst in mehreren deutschen Großstädten Partys auf

In mehreren Großstädten hat die Polizei in der Nacht Partys mit Hunderten Teilnehmern aufgelöst. Im Berliner Volkspark Hasenheide waren sogar rund 4000 Menschen zusammengekommen, wie die Polizei mitteilte. In München und Dortmund wurden Gruppen von etwa 500 Leuten aufgelöst. Anwohnerinnen und Anwohner des Berliner Parks hatten sich am späten Samstagabend über laute Musik beschwert. Nach der Christopher-Street-Day-Demo am Samstag hatte es nach ersten Erkenntnissen auch Teilnehmende in die Hasenheide verschlagen. Die Einsatzkräfte ließen die Musik stoppen und forderten die Feiernden auf, den Park zu verlassen. Erst am frühen Morgen war der Einsatz beendet, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die meisten hätten ohne Widerstand auf die Anweisungen gehört.

Eine Party an einer Brücke an der Isar in München schätzte die dortige Polizei in der Nacht wegen des hohen Wasserstands als gefährlich ein. Zusätzlich sei der Infektionsschutz nicht mehr gewährleistet gewesen, und die Teilnehmerzahl habe die derzeit erlaubte Anzahl für Treffen überschritten. Der Großteil der feiernden Jugendlichen verließ die Party nach dem Eingreifen der Polizei ruhig. Einige Partygäste wären jedoch aggressiv geworden und es sei unter anderem ein Stein auf die Beamten geworfen worden, so die Polizei. Auch im Dortmunder Park der Partnerstädte kam die Mehrzahl den Ansagen der Polizei nach, es kam der Polizei zufolge aber auch zu Widerstand. Gegen 2.30 Uhr warf demnach eine bislang unbekannte Person eine Glasflasche auf einen der Streifenwagen. Außerdem soll sich eine 41-Jährige dem Platzverweis widersetzt haben. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. (Quelle: ARD, 25.07.21)


Laschet bekräftigt Ablehnung einer Impfpflicht

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat seine ablehnende Haltung zu Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte bekräftigt und eine Impfpflicht abgelehnt. „Ich halte nichts von einer Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Sonntag im ZDF-„Sommerinterview“. „Freiheitsrechte müssen für alle gelten, wenn man keine Impfpflicht will.“

Laschet lehnte damit den Vorstoß von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) ab, wonach getestete Ungeimpfte in der vierten Welle der Pandemie künftig möglicherweise nicht dieselben Freiheiten haben könnten wie Geimpfte. „Bei hohem Infektionsgeschehen trotz Testkonzepten würden Ungeimpfte ihre Kontakte reduzieren müssen“, sagte Braun der „Bild am Sonntag“. Das könne bedeuten, dass Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche „selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist“.

Laschet argumentierte, mehr Kreativität beim Impfen könne die Chance auf eine Herdenimmunität deutlich erhöhen. Er warb dafür, „freiwillig und mit Anreizen, aber nicht mit Zwang“ zum Impfen zu ermutigen. Das könne etwa bedeuten, unbürokratische Impfangebote zu machen, etwa bei Sport- und Kulturveranstaltungen.

Der CDU-Vorsitzende sagte, das übergeordnete Ziel sei jetzt die Bekämpfung der Pandemie, sodass „alle Freiheits- und Grundrechte wieder in Kraft gesetzt werden“. Dafür sei eine hohe Impfquote wichtig. Es müsse alles dafür getan werden, mehr Menschen zu überzeugen, sich impfen zu lassen. (Quelle: TSP, 25.07.21)


Söder: Ministerpräsidenten der unionsgeführten Länder beraten am Dienstag

CSU-Chef Markus Söder fordert Quarantäne-Regelungen für Reise-Rückkehrer schon ab kommenden Sonntag. „Die neuen Regeln für Reiserückkehrer müssen von 11. September auf 1. August vorgezogen werden, denn eine Quarantäne-Verordnung erst nach den Ferien ergibt keinen Sinn“, sagt Söder der „Augsburger Allgemeinen“. Dies sollte auf einer Ministerpräsidentenkonferenz geregelt werden. Deshalb habe er die Regierungschefs der unionsgeführten Länder für kommenden Dienstag zu einer Schalte eingeladen. Es müsse auch über ein gemeinsames Impfprogramm für Schülerinnen und Schüler sowie über eine verbindliche Formel aus Inzidenzwert, Impfquote und Krankenhausbetten gesprochen werden, um künftig zu wissen, ab wann Maßnahmen ergriffen werden müssten. (Quelle: TSP, 25.07.21)


24.000 neue Corona-Infektionen in Russland

Russland hat innerhalb eines Tages 24.072 neue Corona-Infektionen verzeichnet, wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht. Damit erkrankten seit Beginn der Pandemie 6.126.541 Menschen an dem Virus. In den vergangenen 24 Stunden wurden 779 neue Todesfälle gemeldet. Insgesamt starben 153.874 Menschen an oder mit dem Coronavirus in Russland. (Quelle: Tagesschau, 25.07.21)


Scharfe Kritik an Großbritanniens Gesundheitsminister Javid

In Großbritannien steht Gesundheitsminister Sajid Javid in der Kritik. Er hatte am Samstag an die Bevölkerung getwittert: „Falls Sie es noch nicht getan haben, lassen Sie sich bitte sich impfen, da wir lernen müssen, mit diesem Virus zu leben, anstatt sich davor wegzuducken.“ Die Vize-Chefin der oppositionellen Labour-Partei twitterte zurück, 127.000 Briten seien an dem Virus gestorben, davon könnten Zehntausende noch leben, wenn die Regierung in der Corona-Krise nicht versagt hätte. „Wie können Sie es also wagen, Menschen zu verunglimpfen, die versuchen, sich und ihre Familien zu schützen?“ (Quelle: TSP, 25.07.21)


Emslandinzidenz: 15,3

Auf der Seite des Robert Koch-Instituts wird die aktuelle Anzahl der Gesamtinfizierten am heutigen Sonntag mit 12.759 EmsländerInnen angegeben. Am gestrigen Tag hatte das Institut die Gesamtzahl mit 12.749 angegeben. Somit gab es rechnerisch 10 neue Infektion bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt heute bei 15,3. (Quelle: Nordnews, 25.07.21)


Proteste gegen Corona-Auflagen in mehreren europäischen Ländern

In mehreren europäischen Ländern haben Tausende Menschen gegen wieder strengere Corona-Maßnahmen und gegen Nachteile für Ungeimpfte demonstriert. In Frankreich gingen am Samstag landesweit mehr als 160.000 Menschen auf die Straßen, wie der französische Nachrichtensender Franceinfo berichtete. Sowohl dort als auch bei einer Demonstration von Impfgegnern in Athen kam es zu Ausschreitungen und Festnahmen. In Rom protestierten 3000 Menschen unter anderem gegen das digitale Corona-Zertifikat der EU, auch in anderen italienischen Städten wurde Medienberichten zufolge demonstriert.

In allen drei Ländern haben die Regierungen zuletzt die Corona-Maßnahmen angesichts steigender Infektionszahlen wieder verschärft. In Frankreich wurde eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal auf den Weg gebracht, in Griechenland ist eine solche bereits verfügt worden.

Zudem planen die Regierungen in Italien und Frankreich, den Zugang zu vielen Örtlichkeiten an den Nachweis einer Corona-Impfung, eines negativen Testergebnisses oder einer Genesung zu koppeln. In Frankreich könnten solche Nachweise bald etwa für Fernzüge und Einkaufszentren zur Pflicht werden, in Italien müssen entsprechende Nachweise ab dem 6. August etwa für den Besuch von Innenbereichen von Gaststätten und Fitnessstudios vorgelegt werden. (Quelle: TSP, 25.07.21)


Niedersachsen und Corona

Am Sonntag, 25. Juli, sind in Niedersachsen 147 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts aber keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt weiter bei 5.808. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 263.782 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt hat sich seit gestern nicht verändert. Sie liegt unverändert bei 15,8 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 15,8 Fälle). (Quelle: RKI, 25.07.21)


Algerien kündigt Produktion von Sinovac-Impfstoff an

Algerien will künftig den chinesischen Corona-Impfstoff Sinovac im eigenen Land herstellen. Experten aus China seien dazu bereits am Freitag in dem nordafrikanischen Land eingetroffen, um die Produktionsanlagen der staatlichen Pharmafirma Saidal zu inspizieren, teilte die Regierung in Algier am Samstag mit. Ein Datum für den Produktionsbeginn wurde zunächst nicht genannt.

Ab September ist in dem Land zudem die Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik-V geplant. Bisher haben die Behörden mehr als 160.000 Corona-Fälle und 4000 Tote seit dem Beginn der Pandemie registriert. Am Freitag wurde mit 1350 Ansteckungen binnen eines Tages ein neuer Höchstwert gemeldet. Rund sechs Monate nach dem Beginn der Impfkampagne sind nur knapp zehn Prozent der 44 Millionen Einwohner des Landes immunisiert. (Quelle: ZEIT, 25.07.21)


Geschke klagt über Quarantäne-Umstände

Der bei den Olympischen Spielen positiv auf das Coronavirus getestete Radprofi Simon Geschke hat die Umstände der Quarantäne beklagt.“Man wird um 7 Uhr von einem Lautsprecher geweckt im Zimmer. Dann muss man Fieber und Sauerstoffsättigung messen. Für mich ist es unverständlich, warum das so früh sein muss, wenn man dann den ganzen Tag kaum etwas zu tun hat“, sagte der 35-Jährige am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Geschke verglich das Hotel, bei dem Türen und Fenster verschlossen sind, mit einer Psychiatrie. Die Wäsche müssen die Bewohner des Hotels selbst im Waschbecken waschen, dreimal täglich dürfen sie zum Essen abholen in die Lobby. Dabei ist es untersagt, sich eigenes Essen zu bestellen. Geschke muss wohl mindestens acht Tage in der Quarantäne verbringen. Laut Regularien wird der Berliner erst am sechsten Tag erneut getestet und dann noch einmal 24 Stunden später. Sind diese Tests negativ, darf man das am Folgetag verlassen. (Quelle: SPIEGEL, 25.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 13,8 – am Vortag betrug der Wert 13,6 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1.387 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1.292 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 4 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 3 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.755.898 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.644.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.524. (Quelle: RKI, 25.07.21)


Kretschmann schließt Impfpflicht nicht aus

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine Impfpflicht im weiteren Kampf gegen die Corona-Krise für denkbar. „Wir planen keine Impfpflicht. Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“«, sagte der Grünen-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen.“ Es könne gut sein, „dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen“.

Er nannte die Masern als Beispiel: „Da gibt’s auch eine Impfpflicht für die Kitas, weil Masern höchst ansteckend sind.“ Ohne Impfungen werde man die Pandemie nicht in die Knie zwingen können. (Foto: CC s. Archiv v. 12.4.20; Quelle: SPIEGEL, 25.07.21)


FDP: Wahlvorbereitungen für Impfkampagne nutzen

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, schlägt vor, die Vorbereitung der Bundestagswahl zu nutzen, um die Impfkampagne auszuweiten. „In den nächsten Wochen werden etwa 60 Millionen Wahlberechtigte angeschrieben, um sie über die Wahl am 26. September 2021 und die zuvor stattfindende Briefwahl in Kenntnis zu setzen“, sagte er der Funke Mediengruppe. „Diese Kontaktaufnahme sollte der Staat nutzen, um zur Corona-Impfung einzuladen sowie über die Vorteile einer Impfung und das nächstgelegene Impfzentrum zu informieren.“ Zudem sollten die Krankenkassen die Impfung flächendeckend in ihre Bonus- und Prämienmodelle integrieren. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag sind in Deutschland 49,1 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Mindestens eine Impfdosis haben 60,8 Prozent der Bevölkerung bekommen. (Quelle: SPIEGEL, 25.07.21)


Kommunen fordern: Corona-Lockdown im Herbst verhindern

Die Kommunen appellieren an Bund und Länder, einen weiteren Corona-Lockdown im Herbst zu verhindern. Ein Lockdown wäre verheerend für die Menschen, aber auch für die Wirtschaft, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele Bürgerinnen und Bürger würden eine solche Maßnahme kaum akzeptieren, meinte er. Bund und Länder müssten sich zeitnah darauf verständigen, welche Maßstäbe wann und wo gelten für weitere Einschränkungen im Herbst. „Es ist absehbar, dass die Inzidenzzahlen weiter steigen werden“, sagte Landsberg. Die Krankheitsverläufe seien aber weniger gravierend, da in erster Linie eher jüngere Menschen betroffen seien.

Es müsse ein neuer Maßstab gefunden werden. „Er muss die Inzidenz, aber auch die Belastung der Krankenhäuser in den Blick nehmen. Das sollte bundeseinheitlich zwischen den Ländern vereinbart werden“, forderte Landsberg. „Wir müssen vermeiden, dass in einem Land die Restaurants wieder schließen, weil die Inzidenz über 100 steigt und in einem anderen Land dies schon bei 50 oder erst bei 150 erfolgt.“ (Quelle: SPIEGEL, 25.07.21)


Britische Bauern fürchten um ihre Lebensmittel

Der anhaltende Mangel an Lastwagenfahrern in Großbritannien bedingt durch die Corona-Pandemie stellt britische Landwirte vor Probleme. Der Mangel sei ein erhebliches Problem für die Branche, sagte der Vize-Präsident der National Farmers Union, Tom Bradshaw, der dpa. „Wir hören von Lieferungen, die gestrichen oder verschoben werden müssen, was bedeutet, dass hochwertige britische Früchte, Salate, Milch und andere Produkte womöglich vernichtet werden müssen.“

In den vergangenen Tagen machten in den sozialen Netzwerken und in den britischen Medien gehäuft Bilder von leeren Supermarktregalen die Runde, da etliche Filialen ihre Bestände nicht wie gewohnt auffüllen konnten. In den vergangenen Wochen waren viele Fernfahrer ausgefallen, weil sie als Kontakte von Corona-Infizierten oder selbst Erkrankte in Quarantäne gehen mussten. Doch auch neue Visa-Regeln, die seit dem Brexit gelten, stellen die Branche, von der viele andere abhängen, vor Probleme. „Das wird ein immer drängenderes Problem und es muss sich etwas tun“, sagte Bradshaw. So müssten etwa die Fahrprüfungen für Lastwagenfahrer beschleunigt werden oder frühere Fahrer ermutigt werden, den Job wieder aufzunehmen. (Quelle: Tagesschau, 25.07.21)


Braun: „Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte“

Wegen steigender Coronazahlen in Deutschland hat Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) mögliche Einschränkungen für Nicht-Geimpfte angekündigt. „Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte“, sagte Braun der Bild am Sonntag.

Der Staat habe die Pflicht, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen, so Braun. Bei hohem Infektionsgeschehen trotz Testkonzepten müssten Ungeimpfte aus seiner Sicht wieder ihre Kontakte reduzieren. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist.“

Der Kanzleramtsminister befürchtet zudem ein Ansteigen der Inzidenz in Deutschland bis zur Bundestagswahl am 26. September auf 850 und damit 100.000 Neuinfektionen täglich. Braun fügte hinzu, dass dadurch Krankenstände historische Höchststände erreichen würden. Dadurch müssten alle ungeimpften Kontaktpersonen der Infizierten in Quarantäne. „Die Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse in den Betrieben wären massiv. Das sehen wir bereits in Großbritannien“, sagte Braun.

Sorge bereitet Braun vor allem der Schulstart nach den Sommerferien: „Wenn die Inzidenz wie erwartet steigt, wird es sehr schwer, die Infektionen aus den Schulen herauszuhalten.“ Er verlangt daher, dass Eltern, Lehrkräfte und Schulpersonal sich impfen lassen. Zudem fordert der CDU-Politiker die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Schulunterricht weiter aufrechtzuerhalten. (Foto; CC s. Archiv v. 6.3.21; Quelle: SPIEGEL, 25.07.21)


Französischer Senat stimmt Gesetz über verschärfte Corona-Regeln zu

Der französische Senat hat für ein Gesetz mit verschärften Corona-Regeln gestimmt, darunter eine Impf-Pflicht für Beschäftige im Gesundheitswesen. Der Text wurde in der Nacht zum Sonntag mit 199 Ja- und 123 Nein-Stimmen angenommen. Nach einer Reihe von Änderungen am ursprünglichen Vorschlag müssen Senat und Nationalversammlung sich allerdings noch auf einen gemeinsamen Text einigen. Am Samstag hatten mehr als 160.000 Menschen in Frankreich gegen die neuen Regeln protestiert.

Das Gesetz sieht unter anderem eine Ausweitung des Gesundheitspasses für nicht Geimpfte vor. Für das Betreten von Gaststätten und Fernzügen würde dann eine Testpflicht gelten. In Kinos, Theatern oder Museen muss bereits seit Mittwoch eine Impfung, eine überstandene Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden.(Quelle: ZEIT, 25.07.21)


Zehn weitere Corona-Fälle im Olympia-Umfeld

Die Olympia-Organisatoren von Tokio haben zwei weitere Corona-Fälle bei Athleten bestätigt. Im Umfeld der Sommerspiele wurden insgesamt zehn Neuinfektionen bestätigt. Damit stieg die Zahl der positiven Tests bei den Spielen seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf 132.

Einer der betroffenen Athleten ist der Mitteilung zufolge ein niederländischer Ruderer. Das Oranje-Team hatte bereits am Samstag den Corona-Fall des 21 Jahre alten Finn Florijn bestätigt. Im deutschen Team hatte es am Eröffnungstag durch Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben.

US-Golfstar Bryson DeChambeau wird die Olympischen Spiele wegen eines positiven Corona-Tests verpassen. Bei dem 27-jährigen Amerikaner wurde die Infektion vor seiner Abreise in die japanische Hauptstadt festgestellt, teilte das US-Team mit. Damit fehlt einer der Favoriten auf die Goldmedaille bei dem olympischen Golfturnier.

„Ich bin zutiefst enttäuscht, nicht für das Team USA an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können“, sagte DeChambeau laut der Mitteilung. „Mein Land zu repräsentieren bedeutet mir die Welt. Ich wünsche dem Team USA für nächste Woche in Tokio viel Glück.“ Der Weltranglisten-Sechste will sich nun darauf konzentrieren, gesund zu werden und auf die US-Tour zurückzukehren.(Quelle: ZEIT, 25.07.21)


Tag der Seenotretter pandemiebedingt „nur im netz“

Zum „Tag der Seenotretter“ lädt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) stets am letzten Sonntag im Juli ein. Zehntausende Menschen besichtigen dann in der Regel an Nord- und Ostsee die Stationen. Pandemiebedingt wird es dieses Mal aber so wie im vergangenen Jahr wieder bei einem digitalen Angebot bleiben.
Gezeigt wird ein eigens produzierter einstündiger Film über die Arbeit der Seenotretter. Zuschauende erleben das Training einer Freiwilligen-Crew und einen Seenotretter, der über die Nacht berichtet, in der er selbst aus Lebensgefahr gerettet wurde. Der Film soll ab Sonntag dauerhaft online abrufbar sein, sagte ein Sprecher.

Zudem werden um 11.00 Uhr und um 15.00 Uhr Aktionen zum Mitmachen angeboten: Online können Interessierte dabei sein, wenn es auf Helgoland an Bord des größten Seenotrettungskreuzers „Hermann Marwede“ geht. In Zinnowitz auf Usedom wiederum können sie von Zuhause aus erleben, wie das Rettungsboot „Hecht“ im Einsatz ist. Für die digitale Teilnahme an den Terminen ist eine Voranmeldung bis eine Stunde vorher auf http://www.seenotretter.de/tds erforderlich. (Quelle: GN, 25.07.21)


Proteste gegen „grünen Pass“ in Italien

Tausende Italiener haben am Samstag landesweit gegen die neuen Corona-Maßnahmen der Regierung demonstriert. „Freiheit“ und „Nieder mit der Diktatur“ skandierten die Demonstranten, die mehrheitlich keine Masken trugen. Die Proteste fanden unter anderem in Rom, Neapel, Turin und Mailand statt. In Genua trugen Demonstranten gelbe Sterne, auf denen „ungeimpft“ stand.

Italien führt am 6. August einen obligatorischen Gesundheitspass für den Zugang zu geschlossenen Räumen wie Bars und Restaurants, aber auch Schwimmbädern, Sporthallen, Museen, Kinos und Theatern sowie Spielhallen ein. Betreibern, die die Maßnahmen nicht umsetzen, drohen empfindliche Strafen.

Das als „grüner Pass“ bekannte Dokument wird an Menschen ausgegeben, die ihre erste Impfdosis erhalten haben, aber auch an diejenigen, die von Covid-19 genesen sind oder in den 48 Stunden zuvor negativ getestet wurden. Seit der Bekanntgabe der Maßnahme am Donnerstag stiegen die Buchungen von Impfterminen in einigen kleineren Regionen nach Behördenangaben um 200 Prozent. (Quelle: ZEIT, 24.07.21)


Ausschreitungen bei Corona-Protesten in FrankreichIn Paris und anderen französischen Städten haben rund 161.000 Menschen gegen die Verschärfung der Corona-Regeln demonstriert. Das berichtete der französische Nachrichtensender Franceinfo am Samstag unter Berufung auf das Innenministerium. Allein in Paris seien rund 11.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Am Rande des Protestes kam es in der Hauptstadt im Bereich der Prachtstraße Champs-Élysées zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas und Wasserwerfer ein, wie Fernsehbilder zeigten.

Innenminister Gérald Darmanin verurteilte Gewalt gegen Sicherheitskräfte oder Medienvertreter. Es seien in Paris neun Menschen festgenommen worden. Vor einer Woche hatten nach Angaben von Darmanins Ministerium landesweit rund 114 000 Menschen protestiert.

Die Mitte-Regierung von Premier Jean Castex hatte angesichts eines Anstiegs der Corona-Zahlen strengere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Das Land mit rund 67 Millionen Menschen kämpft nach Einschätzung von Castex mit einer vierten Corona-Welle. (Quelle: TSP, 24.07.21)


Italiener protestieren gegen Corona-Regeln

In Italien haben Medienberichten zufolge Tausende Menschen gegen strengere Corona-Regeln protestiert. In Rom versammelten sich Schätzungen zufolge etwa 3.000 Gegner des sogenannten Grünen Passes, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Das digitale Corona-Zertifikat der EU wird in Italien auch Grüner Pass genannt.

Auch in weiteren Städten, darunter Mailand, Turin und Neapel, kam es zu Protesten, wie unter anderem die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte angesichts deutlich steigender Infektionszahlen strengere Corona-Maßnahmen auf den Weg gebracht und die Zutrittsregeln zu zahlreichen Aktivitäten im Innenbereich verschärft. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Demos gegen Bolsonaros Corona-Politik

Tausende Brasilianer sind gegen die Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen. Bei Demonstrationen im ganzen Land forderten sie ein Amtsenthebungsverfahren gegen den rechten Staatschef, mehr Impfungen gegen das Coronavirus und wirtschaftliche Hilfen in der Pandemie, wie das Nachrichtenportal „G1“ berichtete. Zu Protesten kam es in mindestens 13 Provinzhauptstädten, darunter Rio de Janeiro, Recife und Salvador.
Die Regierung von Präsident Bolsonaro verharmloste die Pandemie von Anfang an und stemmte sich mit Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen gegen harte Ausgangsbeschränkungen. Zuletzt zog Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Mittlerweile prüft ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Bolsonaros Krisenmanagement in der Pandemie. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Tansania erhält erste Lieferung von Corona-Impfstoffen

Das ostafrikanische Tansania hat erstmals eine Lieferung von Corona-Impfstoffdosen erhalten. Außenministerin Liberata Mulamula und der amerikanische Botschafter Donald Wright nahmen die Charge von einer Million Dosen des Herstellers Johnson & Johnson am Julius-Nyerere-Flughafen in Daressalam in Empfang. Tansania hatte zu den wenigen Ländern in Afrika gehört, die bisher noch keine Impfstoffe gegen das Coronavirus bekommen oder mit einem Impfprogramm für ihre Bevölkerungen begonnen hatten. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei in Paris

In Paris kommt es bei Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen und Impfbestimmungen zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Fernsehberichten zufolge setzt die Polizei im Zentrum der Hauptstadt Tränengas ein. Dem Sender France Info zufolge hatten einige Demonstranten Polizisten angegriffen.
(Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Frankreich: Proteste gegen Impfpflicht

In Frankreich sind erneut zahlreiche Gegnerinnen und Gegner der geplanten Impfpflicht für das Gesundheitspersonal auf die Straße gegangen. In Paris und Toulouse versammelten sich Hunderte Demonstranten. Proteste waren im Laufe des Tages unter anderem auch für Lyon, Straßburg, Lille und Marseille angekündigt. Nach Behördenangaben wurden landesweit mehr als hunderttausend Protestierende erwartet. Ihr Protest richtet sich neben der Impfpflicht auch gegen den Gesundheitspass, der Aufschluss über eine Impfung oder einen Negativ-Test gibt. Bei landesweiten Protesten hatten zuletzt bereits mehr als 110.000 Menschen vor einer „Gesundheits-Diktatur“ gewarnt. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


TUI: Die meisten Urlauber wollen auf Mallorca bleiben

Nach der angekündigten Hochstufung Spaniens zum Corona-Hochinzidenzgebiet gibt es zunächst keine Hinweise, dass eine größere Zahl von Menschen ihre Mallorca-Urlaube vorzeitig abbrechen oder gebuchte Aufenthalte stornieren wollen. „Erste Informationen von der Playa de Palma deuten darauf hin, dass die Gäste weiter ihren Urlaub auf Mallorca verbringen möchten. Sie fühlen sich vor Ort gut aufgehoben, meiden größere Menschenansammlungen und sind zum großen Teil schon geimpft“, sagte ein Sprecher des Reiseveranstalters TUI der Nachrichtenagentur dpa. Die Einstufung Spaniens als Hochinzidenzgebiet tritt am Dienstag in Kraft.(Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Polen plant längere Isolierung bei Delta-Variante

Im Kampf gegen die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus und andere neue Mutanten verschärft Polen seine Quarantäneregeln. Wenn bei einem Infizierten eine Variante mit erhöhter Ansteckungsgefahr festgestellt wird, kann das Gesundheitsamt künftig über eine Verlängerung der häuslichen Isolierung auf bis zu drei Wochen entscheiden. Das geht aus einer neuen Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor, wie das Nachrichtenportal „Gazeta.pl“ berichtete.

Die Änderung soll demnächst im Amtsblatt veröffentlicht werden und damit in Kraft treten. Bisher galt, dass die Isolierung bereits nach zehn Tagen beendet werden kann, wenn der Betroffene keine Symptome mehr zeigt. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Ungarn: Orban stellt Bedingungen an EU-Corona-Hilfen

Ungarn will von der Europäischen Union keine Mittel aus dem Corona-Wiederaufbaufonds annehmen, falls Brüssel dies von einer Abschaffung des Gesetzes zur Einschränkung von Informationen über Homo- und Transsexualität abhängig macht. Das verfügte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban in einer Verordnung, die im Ungarischen Gesetzblatt erschienen ist. Die EU-Kommission prüft seit Wochen rechtliche Schritte gegen das Gesetz, weil sich dieses gegen nicht-heterosexuelle Menschen richte. Die EU-Kommission verzögere die Genehmigung für den ungarischen Corona-Wiederaufbauplan „aufgrund ihrer politischen Ablehnung der nationalen Gesetzgebung zum Schutz der Kinder“, heißt es in Orbans Verordnung. Ungarn werde in diesem Zusammenhang nur ein Abkommen akzeptieren, in dem „die Europäische Kommission Ungarn keine Bedingung auferlegt, die für andere Mitgliedstaaten nicht gilt“. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


USA: Fox News kurbelt Impfquote an

In den USA stiegen die Infektionszahlen zu Beginn der Pandemie rasant an, dann wurde im Eiltempo geimpft. Inzwischen lahmt das Impfprogramm, viele Bundestaaten verfehlten die angepeilte Impfquote von 70 Prozent. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner wollen sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Insbesondere der Sender Fox News machte Stimmung gegen die Kampagne. Doch nun legte er eine Kehrtwende hin, berichtet Stefanie Germann.(Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Regierender Bürgermeister Müller für Abstimmung zwischen Bund und Ländern

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sieht Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller aktuell einen kurzfristigen Abstimmungsbedarf zwischen Bund und Ländern. „Auch wenn die Lage auf den Intensivstationen deutlich besser geworden ist, dürfen wir jetzt nicht die gute Ausgangslage für den Herbst verspielen“, teilte er der Nachrichtenagentur dpa mit. Das Impfen müsse unkomplizierter werden. „Jede Impfung zählt, auch um die aktuellen Freiheiten zu sichern.“ Gleichzeitig müssten Ungeimpfte wieder umfassender mit negativen Tests nachweisen, dass sie nicht ansteckend sind, wenn sie irgendwo Zugang haben wollten. (Foto: CC s. Archiv v. 13.4.20; Quelle: RBB, 24.07.21)


Englands Fußball-Nationaltrainer ruft zum Impfen auf

Der englische Fußball-Nationaltrainer Gareth Southgate hat junge Erwachsene in seinem Land aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Oldies wie ich haben schon beide Impfungen, sodass wir mit unserem Leben weitermachen können, aber für euch Jüngere ist nun die Chance, dass sich alles öffnet, dass ihr eure Freiheiten zurückbekommt“, sagte der 50-Jährige in einer Videobotschaft. „Schiebt es nicht mehr auf, geht und bringt es hinter euch“, so Southgate weiter. In Großbritannien haben mittlerweile knapp 88 Prozent der Erwachsenen eine erste Corona-Impfung erhalten, fast 70 Prozent sind vollständig geimpft. Allerdings gibt es gerade unter den 18- bis 29-Jährigen noch viele Ungeimpfte, obwohl die Altersgruppe bereits seit mehreren Wochen eingeladen ist. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Deutschland: Impfquote von 50 Prozent rückt näher

In den kommenden Tagen dürfte Deutschland bei der Corona-Impfquote die Marke von 50 Prozent überschreiten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 49,1 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht 40,82 Millionen Menschen. Mindestens eine Impfdosis haben dem RKI zufolge 60,8 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 50,54 Millionen Menschen verabreicht bekommen. Zuletzt wurden 517.470 Dosen gespritzt. Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,7 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 56,3 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,5 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (45,3 Prozent).


Britische Regierung lockert Quarantäne-Regeln weiter

Wegen massiver Personalausfälle in vielen Bereichen hat die britische Regierung die Corona-Quarantäne-Regeln für weitere Berufsgruppen gelockert. So dürfen in England auch Zugführer, Grenzbeamte oder Feuerwehrleute, die Kontakt zu Corona-Infizierten hatten, sich nun täglich testen, statt in Quarantäne zu gehen. Dies gab die Regierung bekannt. Zunächst hatten diese Sonderregeln nur für Beschäftigte des Gesundheitsdienstes und später auch für Beschäftigte der Lebensmittelversorgung gegolten. In Großbritannien kommt es derzeit an vielen Stellen des öffentlichen Lebens zu Problemen: Züge fallen aus, Supermarktregale bleiben zeitweise leer und Mülltonnen werden nicht geleert.

Durch steigende Infektionszahlen und dementsprechend vielen Kontakten zu Infizierten, müssen sich Millionen Britinnen und Briten sich zu Hause isolieren. Mitte August sollen die Quarantäne-Regeln in England für alle vollständig Geimpften gelockert werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Vereinigten Königreich zuletzt bei 497 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Stand: 18. Juli). Trotzdem gelten in England seit dieser Woche kaum noch Corona-Beschränkungen. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Grafschafter Zahlen

Am Samstag gibt es in der Grafschaft keine Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Aktuell sind demnach 61 Corona-Fälle im Kreisgebiet bestätigt. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wird vom Robert-Koch-Institut auf 21,9 beziffert. Am Freitag lag der Wert noch bei 28,4. In Quarantäne befinden sich 221 Grafschafter, das sind 53 Personen mehr als noch am Freitag.
Insgesamt sind bisher 5.428 Covid-19-Fälle in der Grafschaft nachgewiesen worden. 5.244 Menschen gelten als wieder genesen, das ist ein Genesener mehr als noch am Freitag. In Verbindung mit dem Coronavirus werden weiterhin 123 Todesfälle genannt. Aktuell sind 61 GrafschafterInnen infiziert. (Quelle: GN, 24.07.21)


Emslandinzidenz bei 12,5

Auf der Seite des Robert Koch-Instituts wird die heutige Zahl der Gesamtinfizierten am heutigen Tage mit 12.749 angegeben. Am gestrigen Tag hat das Berliner Institut die Gesamtzahl mit 12.742 angegeben. Somit gab es rechnerisch 7 neue Infektionen bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt heute bei 12,5. (Quelle: Nordnews, 24.07.21)


Bayern: Berufsverband der Pflegenden lehnt Impfpflicht ab

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern hat eine Impfpflicht für Pflegekräfte erneut abgelehnt. „Ich glaube allerdings sehr wohl, dass es eine moralische Pflicht gibt, sich impfen zu lassen, gerade für alle Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten“, sagte Verbandspräsident Georg Sigl-Lehner der „Augsburger Allgemeinen“. „Aber diese moralische Pflicht gilt auch für die Gesamtbevölkerung.“ Zum einen könne man so andere Menschen schützen. Zum anderen sei der Selbstschutz ein wichtiges Argument, sich impfen zu lassen. „Diese moralische Pflicht, sich impfen zu lassen, habe ich meines Erachtens aber auch, weil ich ja selbst Kinder habe, einen Partner, eine Familie, für die ich Verantwortung trage.“ Sigl-Lehner sagte aber auch, das Grundrecht, sich nicht impfen zu lassen, müsse respektiert werden. (Quelle: RB24, 24.07.21)


Russland: Zahl der Neuinfektionen sinkt leicht

In Russland steigt die Zahl der in Zusammen mit einer Corona-Infektion Verstorbenen weiter an. Die Behörden meldeten 799 neue Todesfälle binnen 24 Stunden, der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Neuinfektionen habe um knapp 24.000 zugelegt. Das sind etwa fünf Prozent weniger Neuansteckungen als vor einer Woche. In der Hauptstadt Moskau sei die Zahl um etwa ein Viertel auf 3376 gesunken. Der Moskauer Bürgermeister zuletzt mit den Worten zitiert worden, die Behörden hofften, dass der Höhepunkt in Moskau damit überschritten sei. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Zehnkämpfer Kaul sieht deutschen Corona-Fall als Warnung

Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul bewertet den Corona-Fall des deutschen Radsportlers Simon Geschke bei Olympia in Tokio auch als Warnung vor der Durchlässigkeit einer Kontaktblase. „Es verdeutlicht noch einmal mehr, dass wir auch in dem Olympischen Dorf sehr darauf aufpassen müssen, mit wem wir uns treffen, mit wem wir uns zusammen aufhalten, und diese Kontakte möglichst minimieren müssen“, sagte der 23-Jährige der Nachrichtenagentur dpa auf seinem Flug nach Tokio. Der Fall zeige auch, „dass so eine Blase nicht immer komplett funktioniert. Wir müssen natürlich hoffen, dass es nicht mehr wird“, so Kaul. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Festnahmen bei Corona-Protesten in Australien

Bei Demonstrationen gegen Corona-Lockdowns in Sydney und anderen australischen Städten hat es Zusammenstöße und Festnahmen gegeben. Die Polizei nahm mehrere Personen fest, die Absperrungen durchbrochen und nach nach Polizeiangaben Beamte mit Plastikflaschen und anderen Gegenständen beworfen hatten. Die Kundgebungen waren mit Verweis auf die wegen der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen nicht genehmigt. Dennoch gingen Tausende auf die Straßen, viele trugen keine Masken. Der Gesundheitsminister von New South Wales, Brad Hazzard, sagte zu den Protesten: „Wir leben in einer Demokratie und normalerweise bin ich einer, der das Recht der Leute zum Protest unterstützt. Aber zur Zeit haben wir (die Corona-) Fälle durch die Decke gehen und wir haben Leute, die denken, es ist okay, rauszugehen und möglicherweise eng bei einer Demonstration zusammenzukommen.“(Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Island kehrt zu Corona-Beschränkungen zurück

Wegen steigender Corona-Zahlen führt Island wieder neue Beschränkungen im öffentlichen Leben ein. Von Sonntag an müssen Bars und Clubs ab Mitternacht schließen, bei Veranstaltungen sind dann maximal 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlaubt, wie die Regierung laut Berichten des isländischen Senders RUV mitteilte. Außerdem sollen die Menschen wieder mindestens einen Meter Abstand halten und in Innenräumen Masken tragen. Island hatte sich erst vor vier Wochen von seinen Corona-Maßnahmen verabschiedet. Nach 15 Monaten Abstand halten, Maske tragen und weiteren Maßnahmen wurden alle Beschränkungen aufgehoben. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Deutsches Olympia-Team: „Weiter sehr achtsam sein“

Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig sieht nach dem Corona-Fall des Radprofis Simon Geschke im deutschen Olympia-Team keine Anzeichen von wachsender Verunsicherung. „Ich habe bei den Athleten keine gesteigerte Angst nach diesem Vorfall wahrgenommen“, sagte er bei einer Pressekonferenz in Tokio. Alle seien aber erleichtert, dass der Fall außerhalb des olympischen Dorfes in einem Außenquartier in einer kleinen Gruppe passiert sei.

„Für das deutsche Team ist es eine Erinnerung, dass wir weiter sehr achtsam sein müssen und nicht nachlässig werden dürfen, dass wir das auch bis zum Ende der Spiele durchhalten“, sagte er. Weiter sagte Schimmelpfennig: „Wir werden weitere Fälle nicht gänzlich ausschließen können, aber die Wahrscheinlichkeit minimieren.“ (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Nachmeldungen in Brasilien: Fallzahlen schnellen hoch

Aufgrund Zehntausender Nachmeldungen hat Brasiliens Gesundheitsministerium innerhalb eines Tages mehr als 100.000 Corona-Infektionen registriert. Bei der Veröffentlichung der täglichen Fallzahlen meldete das Ministerium in Brasilia 108.732 neue Fälle. Der plötzliche Anstieg kam dadurch zustande, dass der Bundesstaat Rio Grande do Sul seine über 500 Tage gesammelten Corona-Daten aktualisiert und mehr als 64.000 neue Fälle auf einmal übermittelt hatte.. Insgesamt haben sich in Brasilien bislang mehr als 19,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Niedersachsen: 7-Tage-Inzidenz steigt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronafällen in Niedersachsen ist weiter gestiegen. Am Samstag meldete das Robert Koch-Institut einen Wert von 15,8 – so viele Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Am Freitag hatte die Inzidenz bei 14,9 gelegen. Spitzenreiter im Vergleich der Landkreise und kreisfreien Städte war der Kreis Lüneburg mit einem Inzidenzwert von 51,0. Die niedrigsten Werte wurden im Landkreis Lüchow-Dannenberg (0) und im Kreis Friesland (1,0) gemeldet. Landesweit wurden im Vergleich zu Freitag 231 neue Corona-Fälle registriert.

Nach Daten des DIVI-Intensivregisters werden in Niedersachsen derzeit 26 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, sieben von ihnen werden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag am Samstagmorgen bei 288, davon haben 139 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. (Quelle: GN, 24.07.21)


Grafschafter Zahlen

Am Samstag gibt es in der Grafschaft keine Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Aktuell sind demnach 61 Corona-Fälle im Kreisgebiet bestätigt. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wird vom Robert-Koch-Institut auf 21,9 beziffert. Am Freitag lag der Wert noch bei 28,4. In Quarantäne befinden sich 221 Grafschafter, das sind 53 Personen mehr als noch am Freitag.
Insgesamt sind bisher 5428 Covid-19-Fälle in der Grafschaft nachgewiesen worden. 5244 Menschen gelten als wieder genesen, das ist ein Genesener mehr als noch am Freitag. In Verbindung mit dem Coronavirus werden weiterhin 123 Todesfälle genannt.

Die insgesamt 61 aktuellen Infektionen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag: Bad Bentheim: 14 (0), Emlichheim: 1 (-1), Uelsen: 5 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 1 (0), Nordhorn: 29 (0), Schüttorf: 11 (0).


Niedersachsen will Discos bei Inzidenz über 10 schließen

Angesichts der stetig steigenden Infektionszahlen will Niedersachsens Landesregierung die Corona-Verordnung anpassen. Konkret geht es dabei um schärfe Maßnahmen für „infektionstreibende Bereiche“.

Die neue Verordnung zielt nach Angaben der Staatskanzlei im Kern darauf ab, die Verursachenden von Infektionen noch stärker in den Blick zu nehmen. So solle vermieden werden, dass bei weiter steigenden Inzidenzen bald Bereiche betroffen sind, „die nachweislich nichts zu dem Anstieg beigetragen haben“, so die Staatskanzlei. Dagegen sollen für Bereiche, „die zuletzt nachweislich erheblich zur Zunahme der Infektionen beigetragen haben“, die Regelungen verschärft werden. Konkret ist vorgesehen, dass beispielsweise Diskotheken, Clubs, Bars und Shisha-Einrichtungen bei einer Inzidenz über 10 schließen müssen.

Darüber hinaus will die Landesregierung mit der neuen Verordnung, die Mitte kommender Woche in Kraft treten soll, den Landkreisen und kreisfreien Städten mehr Handlungsspielraum geben, wenn es um den Wechsel in eine andere Stufe geht. Im Falle eines dauerhaften Anstiegs über die Inzidenzstufen von 10, 35 oder 50 sollen die Landkreise und kreisfreien Städte dann Bereiche von Verschärfungen ausnehmen können, „die nachweislich nicht zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen haben“. In diesen würden dann weiterhin die Regeln für die darunter liegende Inzidenzstufe gelten. Ausnahmen könnte es demnach beispielsweise für die Bereiche Beherbergung, Gastronomie, Einzelhandel, körpernahe Dienstleistungen und Sport geben.

Die Staatskanzlei wies darauf hin, dass noch Gespräche mit Verbänden geführt werden und infolgedessen noch einige beispielhaft genannte Bereiche gestrichen oder hinzugefügt werden könnten. Die geplante Änderungsverordnung solle als Übergangsregelung dienen. (Quelle: NDR, 24.07.21)


Libanon: Krankenhäuser nicht für weitere Welle gewappnet

Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise im Libanon ist das Gesundheitssystem nach Angaben eines führenden Mediziners kaum für eine weitere Ansteckungswelle mit dem Coronavirus gewappnet. „Alle Krankenhäuser sind jetzt noch weniger vorbereitet als während der Welle zu Beginn des Jahres“, sagte der Leiter des größten öffentlichen Krankenhauses des Landes, Firass Abiad. Es mangele mehr denn je an medizinischem Personal, die Medikamente würden knapp und es gebe ständig Stromausfälle.

„Wir bekommen nur zwei bis drei Stunden Strom und den Rest der Zeit müssen die Generatoren laufen“, sagte Abiad. Auch mangele es an Medikamenten. „An manchen Tagen fehlen Antibiotika, an anderen Tagen Betäubungsmittel“, sagte Abiad. Manchmal „müssen wir die Verwandten der Patienten bitten, in anderen Krankenhäusern oder Apotheken zu versuchen nötige Medikamente zu finden“. Nachdem die Zahl der Covid-19-Fälle im Frühjahr gesunken war, steigt sie nun wieder an. Zuletzt wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums allein bei der Ankunft am Beiruter Flughafen 98 Menschen positiv getestet. Sollte sich daraus eine Welle wie zu Anfang des Jahres entwickeln, „wäre das katastrophal“, sagte Abiad. (Quelle: ARD, 24.07.21)


Olympia: Radsportler Geschke nach Positivtest in Hotel-Quarantäne

Nach seinem positiven Corona-Test ist der deutsche Radprofi Simon Geschke in ein Quarantäne-Hotel in Tokio eingezogen. Wie Bernd Wolfarth, Chefmediziner des deutschen Olympia-Teams, mitteilte, muss der 35-jährige gebürtige Berliner nach den geltenden Regeln dort bis zu zehn Tage bleiben. Sein Zimmerkollege im Außenquartier, Emanuel Buchmann, war negativ getestet worden und konnte am olympischen Rennen über 234 Kilometer teilnehmen.
(Quelle: ARD, 24.07.21)


Vietnam: Hanoi im Lockdown

Die vietnamesische Hauptstadt Hanoi geht wegen eines Anstiegs der Coronavirus-Fälle in einen 15-tägigen Lockdown. Nach der Anordnug dürfen sich in der Öffentlichkeit nicht mehr als zwei Personen treffen. Nur Behörden, Krankenhäuser und systemrelevante Geschäfte dürfen öffnen. Bereits vor einigen Tagen waren alle Aktivitäten im Freien verboten worden. Zuletzt registrierte die Stadt 70 Neuinfektionen, landesweit wurde die bislang höchste Zahl mit 7295 Fällen festgestellt. Fast 5.000 davon waren in der größten Metropole, Ho-Chi-Minh-Stadt. Dort gilt ein Lockdown bis zum 1. August. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Malaysia meldet Höchstwert der Neuinfektionen

In Malaysia wurden binnen eines Tages 15.902 neue Corona-Infektionen registriert, wie das Gesundheitsministerium des Landes mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Beginn der Pandemie. Die Zahl der insgesamt nachgewiesenen Corona-Fälle stieg damit auf 996.393.

(Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Tschentscher verteidigt Maskenpflicht an Schulen

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat die weiterhin relativ harten Corona-Auflagen an den Schulen in der Hansestadt verteidigt. „Wir wollen einen Rückfall in der Pandemie und Einschränkungen im Präsenzunterricht unbedingt vermeiden“, sagte Tschentscher der Nachrichtenagentur dpa. Deshalb beginne der Unterricht nach den Sommerferien am 5. August so, wie es vor den Ferien gewesen sei: „Präsenzunterricht in allen Klassenstufen, aber mit Schnelltests, Hygienekonzepten, regelmäßigem Lüften und dem Tragen von Masken in Innenräumen.“

Andere Bundesländer wie Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder das Saarland haben ihre Maskenregelungen für Schulen bereits gelockert. In Bayern etwa gibt es gar keine Maskenpflicht mehr an den Schulen, sofern die regionale Sieben-Tage-Inzidenz unter 25 liegt. „In geschlossen Räumen ist das Infektionsrisiko aufgrund von Aerosolen höher als im Freien“, sagte Tschentscher. Hinzu komme, dass die neue Delta-Variante nach den bisherigen Erkenntnissen noch ansteckender sei. „Deswegen sind Schutzvorkehrungen wie das Tragen einer Maske in geschlossenen Räumen und überall, wo es eng wird, jetzt noch bedeutender als im vergangenen Jahr.“ (Quelle: NDR, 24.07.21)


Steigende Inzidenz: KBV sieht keinen Grund zu „Aufregung“

Ärzte und Krankenhäuser sehen trotz steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland keinen Grund zu besonderer Aufregung. „Corona wird für Geimpfte ungefährlicher, das sehen wir bislang an den Zahlen in Großbritannien und auch an den bisherigen Daten aus Deutschland. Impfen ist der beste Individual-Schutz“, sagte Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Die vierte Welle darf und wird deswegen nicht zu einem vierten Lockdown führen.“ Benötigt würden zusätzliche Parameter als die reine Fallzahl, so Gassen. „Es braucht einen Plan, wie genau die Länder und der Bund bei steigenden Infektionszahlen unter zusätzlicher Berücksichtigung weiterer Parameter reagieren, um überhastetes und unvorbereitetes Vorgehen nach altem holzschnittartigem Muster zu verhindern.“ (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Verband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert STIKO

In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder hat der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, die Ständige Impfkommission (STIKO) scharf kritisiert. „Ich ärgere mich über die intransparente Art, wie da im Moment gearbeitet wird. Es wird gesagt, dass man die Datenlage nicht für ausreichend hält, aber nicht warum man das so einschätzt und auch nicht, wann es denn ausreichend wäre“, sagte Fischbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Faktoren wie Herdenimmunität oder soziale Auswirkungen wie eine Zunahme von Kindeswohlgefährdungen, wenn es wieder zu Einschränkungen für Kinder kommen sollte, würden von der STIKO nicht berücksichtigt.

Fischbach appellierte auch an Erwachsene, sich impfen zu lassen, um Kinder zu schützen. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Heil: 38 Milliarden Euro für Kurzarbeitergeld

Nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil belaufen sich die Gesamtausgaben für das Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise seit Anfang 2020 auf 38 Milliarden Euro. „Das ist verdammt viel Geld. Die Alternative, Massenarbeitslosigkeit, wäre aber für unser Land sehr viel teurer“, sagte Heil der „Rheinischen Post“. Dem Bundesarbeitsminister zufolge habe der Bund 26 Milliarden Euro an Rücklagen aus guten Arbeitsmarktzeiten gehabt und die Bundesagentur für Arbeit habe schnell und unbürokratisch geholfen. „Ich will nicht ausschließen, dass es in Einzelfällen Fehler gegeben hat. Das wird zu gegebener Zeit nach Recht und Gesetz kontrolliert werden“, sagte der SPD-Politiker. (Foto CC s. Archiv v. 14.5.21; Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


GEW fordert Luftfilter in allen Klassenräumen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert die Anschaffung von Luftfiltern für alle Klassenräume in Deutschland. „Wenn die Schulen krisenfest werden sollen und es nach den Sommerferien wieder regelmäßigen Präsenzunterricht geben soll, dann sind Luftfilter – neben einem Hygienekonzept inklusive regelmäßiger Tests – in allen Klassenräumen erforderlich“, sagte GEW-Chefin Maike Finnern der „Rheinischen Post“. Der Bund habe zwar endlich ein Förderprogramm auch für mobile Luftfilter aufgesetzt. „Die Förderung ist aber auf die Schulräume der Kinder und Jugendlichen bis zwölf Jahre beschränkt. Das reicht nicht aus, da die hohen Zahlen besonders Jugendliche und junge Erwachsene betreffen“, sagte Finnern. „Jetzt müssen die Länder und Kommunen schnell reagieren und die finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen, damit alle Schulen flächendeckend mit Luftfiltern ausgestattet werden können.“ (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Mehr als 40 Millionen Fälle in Lateinamerika und Karibik

In Lateinamerika und der Karibik sind seit dem Beginn der Corona-Pandemie mehr als 40 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der Toten stieg auf 1.353.335 Menschen, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Daten ergab. In zahlreichen Ländern stiegen die Inzidenzen zuletzt wieder an, unter anderem durch die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante. Weltweit wurden bisher rund 193 Millionen Menschen positiv getestet, 4.143.687 Menschen starben. Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Weil erwartet Normalität, wenn Mehrheit geimpft ist

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht in der Corona-Pandemie das Impfen gegen das Virus als zentralen Schlüssel für eine Rückkehr zur Normalität. „Ein Leben in Normalität wird sich dann ergeben, wenn eine sehr große Mehrheit in der Gesellschaft vollständig geimpft ist“, sagte Weil der Nachrichtenagentur dpa. Die verfügbaren Impfstoffe schlügen auf die bisher bekannten Mutationen gut an. „Ich verstehe nicht, dass gerade jetzt, in dem Moment, wo wir genug Impfstoff haben, die Bereitschaft in der Bevölkerung deutlich an Schwung verliert“, sagte Weil. „Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel für die Kinder derzeit noch kein Impfstoff zugelassen ist, dann müssen sich vom Rest der Gesellschaft weitaus mehr Menschen als die 80 Prozent impfen lassen.“ Auf dieser Grundlage könnte dem Regierungschef zufolge die Gesellschaft mit Corona zu einem ähnlichen Umgang wie mit dem Influenza-Virus gelangen. Auch dieses habe man nicht ausrotten können und man werde im Zweifel auch Corona nicht ausrotten können. „Aber mit einem wirksamen Impfschutz in unserer Gesellschaft können wir damit leben“, sagte Weil. (Foto CC s. Archiv v. 24.10.21; Quelle: NDR, 24.07.21)


Niedersachsen und Corona

Am Sonnabend, 24. Juli, sind in Niedersachsen 231 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts erneut einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.808. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 263.635 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt weiter an. Sie liegt jetzt bei 15,8 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 14,9 Fälle). (Quelle: NDR, 24.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.919 Corona-Neuinfektionen gemeldet, 311 mehr als eine Woche zuvor. Auch die Zahl der Todesfälle steigt, wenngleich auf niedrigem Niveau: Zuletzt wurden 28 Fälle binnen 24 Stunden registriert, sechs mehr als vor einer Woche. Nach Recherchen von ZEIT ONLINE haben die Gesundheitsämter 2.100 Neuinfektionen registriert, 580 mehr als eine Woche zuvor. 40 Infizierte sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben, 22 mehr als am Freitag vor einer Woche. Die Daten von ZEIT ONLINE basieren auf den direkten Angaben der Landkreise und sind somit weniger stark von verzögerten Meldeketten betroffen als die Daten des Robert Koch-Instituts (RKI); daher können sie abweichen.

Nach RKI-Informationen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an: zuletzt von 13,2 auf 13,6 innerhalb eines Tages. Beim jüngsten Tiefstand am 6. Juli lag die Inzidenz noch bei 4,9. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. (Quelle: RKI, 24.07.21)


17 neue Corona-Fälle bei Olympia

Die Zahl der positiv auf Corona getesteten Olympia-Teilnehmer steigt weiter. Bei den Olympischen Spielen in Tokio haben die Organisatoren 17 neue Corona-Fälle vermeldet. Damit stieg die Zahl der positiven Tests seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf insgesamt 123. Wie das Organisationskomitee in dem am Samstag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehört zu den Betroffenen eine Athletin oder ein Athlet, die oder der nicht aus Japan kommt. Tags zuvor hatte die deutsche Olympia-Mannschaft ihren ersten Corona-Fall bekanntgegeben. Der Radsportler Simon Geschke war positiv auf das Virus getestet worden. (Quelle: Tagesschau, 24.07.21)


Langzeitfolgen durch Schulschließungen befürchtet

Die „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm befürchtet wegen der steigenden Infektionszahlen und einem erneut drohenden Unterrichtsausfall an den Schulen von Herbst an erhebliche wirtschaftliche Langzeitfolgen. Der Ausfall an Wirtschaftsleistung durch Bildungsverluste könnte nach Berechnungen bis zum Ende des Jahrhunderts in die Billionen gehen, sagte Grimm der Nachrichtenagentur dpa. Anhaltender Bildungsverlust sei das größte Risiko einer vierten Corona-Welle in Deutschland.

„Das Problem ist, dass man wieder keine Strategie hat, etwa durch Testen vor die Welle zu kommen“, sagte Grimm. Politisch sei es vermutlich keine Option, im Falle stark steigender Infektionszahlen die Schulen ohne Einschränkungen offen zu halten – zumal ein Großteil der Schülerinnen und Schüler nicht gegen Covid-19 geimpft sei. „Das kann signifikante wirtschaftliche Auswirkungen in der langen Frist nach sich ziehen“, sagte Grimm. Die Gefahr sei, dass Erfolge auf dem Arbeitsmarkt für die Betroffenen ausblieben und sich der ohnehin schon eklatante Fachkräftemangel noch einmal deutlich verstärke. Es bestehe zudem die Gefahr, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern zurückfalle, in denen solche Einschränkungen nicht notwendig sind oder nicht stattfinden. (Quelle: ARD, 24.07.21)




Spanien und Niederlanden sind Hochinzidenzgebiete

Die Bundesregierung hat ganz Spanien und die Niederlande wegen hoher Corona-Infektionszahlen in der Pandemie zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Die Einstufung gelte von Dienstag an, teilte das Robert-Koch-Institut mit. Damit gilt für Einreisende oder Reiserückkehrer eine zehntägige Quarantänepflicht, sofern sie nicht geimpft oder von Corona seit höchstens sechs Monaten genesen sind. Bei Hochrisikogebieten kann ein vorgelegter Negativtest erst nach fünf Tagen von der Quarantänepflicht befreien.

Bei der Einreise aus einem einfachen Risikogebiet sind die Einreiseregeln nicht ganz so streng: Es muss ein Meldeformular ausgefüllt und spätestens bis 48 Stunden nach der Einreise ein negatives Testereignis vorgelegt werden. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt diese Pflicht.

Als einfache Risikogebiete gelten künftig die Länder Dänemark (mit Ausnahme von Grönland), Irland, Malta und Monaco sowie die Regionen Korsika, Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d’Azur und das Übersee-Département Martinique in Frankreich.

Georgien gilt als bereits von Sonntag an als Hochrisikogebiet. Nach der Einstufung zum Hochinzidenzgebiet durch Deutschland hat Spanien betont, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen nicht mehr das Maß aller Dinge sein könne. Für die Einschätzung des Corona-Risikos müssten auch andere Größen wie die Lage in den Krankenhäusern und der Stand der Impfkampagne berücksichtigt werden, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen in Madrid. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht. Es handele sich um die souveräne Entscheidung eines anderen Landes, die man nicht kommentieren wolle, hieß es.

Spanien und Niederlande jetzt Hochinzidenzgebiet: Was sich für Urlauber ändert

(Quelle: SZ, 23.07.2021)


Hunderte müssen nach Disco-Besuch in Quarantäne

Wegen zweier Corona-Fälle sollen in Aachen etwa 900 Besucher einer Discothek in Quarantäne. Das Gesundheitsamt weiß allerdings nicht, wer. Denn die hinterlegten Kontaktdaten seien „oft unleserlich“ gewesen, teilte das Gesundheitsamt mit, die Nachverfolgung der Kontaktpersonen scheitere „am Zustand der Liste“. Daher fordert das Amt nun alle, die am vergangenen Freitag oder Samstag in der Disco „Apollo“ waren, dazu auf, sich sofort in Quarantäne zu begeben. „Man darf nicht noch schnell ein letztes Mal einkaufen gehen oder an anderen Treffen mit Freunden teilnehmen“, sagte Gesundheitsdezernent Michael Ziemons. Am Freitag und am Samstag waren jeweils etwa 450 Menschen in der Disco feiern – und unter ihnen auch jeweils eine infizierte Person.

Wegen eines mit dem Coronavirus infizierten Besuchers könnten auch in Osnabrück mehr als 400 Menschen in Quarantäne geschickt werden. Das hänge davon ab, welche Virus-Variante der Discobesucher gehabt habe, sagte eine Stadtsprecherin am Freitag. Bei der Delta-Variante seien die Geimpften und Genesenen von der Quarantäne ausgenommen, bei der ansteckenderen Gamma-Variante müssten auch sie in Quarantäne. Die Bestimmung des Virustyps sei vom Labor noch nicht abgeschlossen. Insgesamt hatten den Angaben zufolge etwa 405 Menschen aus der Region Osnabrück mit dem aus dem Landkreis Vechta stammenden Besucher Kontakt. In der Nacht vom vergangenen Samstag auf Sonntag hatten sich in der Discothek 1370 Menschen per App registriert. (Quelle: SZ, 23.07.2021)


Corona-Krise erschwert Geldfälschern das Handwerk

In Deutschland ist ersten Halbjahr wegen der Corona-Krise deutlich weniger Falschgeld aufgetaucht. Insgesamt seien rund 21.400 falsche Euro-Scheine sichergestellt worden, 13 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2020, wie die Bundesbank am Freitag mitteilte. Grund dafür seien die Corona-Beschränkungen, erläuterte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. „Die Konsummöglichkeiten waren gerade in den Bereichen, in denen Bargeld eine bedeutende Rolle spielt, stark eingeschränkt.“ Der durch Falschgeld verursachte Schaden belief sich auf eine Million Euro.

Der Anteil falscher 20-Euro-Scheine Blüten lag bei 41 Prozent, der falscher 50er bei 39 Prozent. Falsche Hunderter kamen auf sechs Prozent. Die Gefahr mit Falschgeld in Berührung zu kommen ist in Deutschland weiterhin eher gering. Rechnerisch kamen fünf falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. (Quelle: TSP, 23.07.2021)


Jetzt mehr als eine Million Corona-Fälle in Pakistan

Pakistan hat Behörden zufolge die Marke von einer Million Corona-Fällen seit Beginn der Pandemie überschritten. Das Gesundheitsministerium zeigte sich am Freitag zugleich alarmiert über die Ausbreitung der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante des Coronavirus in der derzeitigen vierten Welle.

Diese erstmals im Nachbarland Indien aufgetretene Variante ist mittlerweile auch in Pakistan vorherrschend. Neben einem schwach aufgestellten Gesundheitssystem sehen Experten auch die bisher niedrige Impfrate als Problem im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus an.

In Pakistan haben bisher etwa 20 Millionen Menschen die erste Corona-Impfung erhalten – das entspricht nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Regierungsbeamte machten für die schleppende Impfkampagne den Mangel an Impfstoffen auf dem internationalen Markt und verzögerte Lieferungen im Rahmen des UN-Impfprogramms Covax verantwortlich. ((Quelle: TSP, 23.07.2021)


Grafschafter Zahlen

Nach Angaben der Verwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim gibt es am Freitag elf Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Grafschaft Bentheim. Aktuell sind also 62 Corona-Fälle im Kreisgebiet bestätigt. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wird vom Robert-Koch-Institut auf 28,4 beziffert. In Quarantäne befinden sich 168 Grafschafter, das sind fünf weniger als noch am Donnerstag.
Insgesamt sind bisher 5428 Covid-19-Fälle in der Grafschaft im Labor nachgewiesen worden. 5243 Menschen gelten als wieder genesen, das ist ein Genesener mehr als noch am Donnerstag. In Verbindung mit dem Corona-Virus werden weiterhin 123 Todesfälle gebracht.

Die insgesamt 62 aktuellen Infektionen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag: Bad Bentheim: 14 (0), Emlichheim: 2 (-1), Uelsen: 5 (+2), Neuenhaus: 0, Wietmarschen: 1 (+1), Nordhorn: 29 (+8 = 7-Tage-Inzidenz 39,0), Schüttorf: 11 (0). (Quelle: GN, 23.07.21)


Kursleiterin im Nordhorner Delfinoh positiv getestet

Am Dienstag ist der Schnelltest einer Kursleiterin im Nordhorner Hallen- und Freibad Delfinoh trotz vollständiger Impfung positiv ausgefallen. Ein anschließender PCR-Test bestätigte dann ihre Infektion mit dem Coronavirus. Das Containmentteam des Gesundheitsamtes ist derzeit noch mit der Nachverfolgung von 120 Kursteilnehmern und Begleitpersonen beschäftigt. Betroffen sind die Kurse im Zeitraum vom 15. Juli bis zum 20. Juli.
Auf Grund der täglichen Tests bleibt die gemeldete Infektion im Delfinoh vorerst ein Einzelfall. Nach Angaben des Gesundheitsamtes warten die verbliebenden Kursleiter auf die Ergebnisse der PCR-Tests.

Frei- und Hallenbad bleiben dennoch regulär geöffnet. „Allerdings schließen wir das Hallenbad am Wochenende auf Grund der hochsommerlichen Temperaturen,“ erklärte Hildegard Greve von den Bäderbetrieben Nordhorn Niedergrafschaft (??). Aktuelle Information über die Kurse in der kommenden Woche werden noch „rechtzeitig bekannt gegeben“. (Quelle: GN, 23.07.21)


Apotheken stellen weiterhin keine Impfzertifikate aus

Apotheken in ganz Deutschland können nach wie vor keine Corona-Impfzertifikate ausstellen. Es stehe noch nicht fest, wann die Zertifikate in Apotheken wieder erhältlich seien, teilte eine Sprecherin des Deutsche Apothekerverbands (DAV) am Freitag mit. Der DAV hatte die Ausstellung in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt, da es am Donnerstag Berichte über eine Sicherheitslücke gab.

Dem „Handelsblatt“ war es demnach gelungen, „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten“ auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate online ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge, hieß es am Donnerstag.

Es werde daran gearbeitet, dass Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen könnten, sagte die Sprecherin. Ein Datum stehe aber noch nicht fest. Laut DAV sei davon auszugehen, dass die mehr als 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen. ((Quelle: TSP, 23.07.2021)


Griechenland: Debatte um Verfassungskonformität der Impfpflicht

Impfungen gegen Corona können in Griechenland laut Regierungschef Kyriakos Mitsotakis verpflichtend gemacht werden. Dies sei nicht verfassungswidrig, wie Impfgegner immer wieder behaupteten, sagte Mitsotakis am Freitag. „Der Staat ist berechtigt, von allen Bürgern die Erfüllung ihrer Pflicht zu gesellschaftlicher und nationaler Solidarität zu fordern.“ Dies stehe im Artikel 25 der griechischen Verfassung und damit sei die Impfpflicht im Einklang mit der Verfassung, so der Regierungschef.

In Athen und anderen Städten Griechenlands war es in den vergangenen Tagen zu Demonstrationen von Impfgegnern gekommen. Sie warfen der Regierung vor, dass eine Impfpflicht nicht verfassungskonform sei. Unter den Demonstranten waren zahlreiche Rechtsextremisten und religiöse Eiferer. In einigen Fällen kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um radikale Impfgegner auseinander zu treiben.

Die konservative Regierung hatte am Donnerstag gesetzlich durchgesetzt, dass sich nur noch Geimpfte in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten dürfen. Zudem müssen sich Arbeitende im Bereich Gesundheit impfen lassen. Anderenfalls können sie vom Dienst suspendiert werden. Sie würden dann so lange kein Geld bekommen, wie sie nicht geimpft sind. Zudem dürfen in der Privatwirtschaft Arbeitgeber von ihren Angestellten fordern, dass sie sich impfen lassen. Anderenfalls können auch sie entlassen werden. (Quelle: TSP, 23.07.2021)


Corona-Zahlen steigen – Impftempo lässt weiter nach

Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland weiter steigt, nimmt das Impftempo deutlich ab. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag 2.089 neue Positiv-Tests. Das sind 633 mehr als am Freitag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 13,2 von 12,2 am Vortag.

Trotz der Appelle zum Impfen von Kanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und vieler Ministerpräsidenten verlangsamt sich das Impftempo in Deutschland aber weiter: Am Donnerstag wurden 565.235 Personen geimpft – am Donnerstag vor einer Woche waren es noch 758.572. Das entspricht einem Rückgang um etwa 25 Prozent im Vergleich zum Tag in der Vorwoche.

Auch die Einbindung der Haus- und Betriebsärzte, die zunächst auf die Lieferung von Impfstoff gedrängt hatten, haben das Tempo in den vergangenen Tagen nicht mehr erhöhen können. Länder und Kommunen wollen nun verstärkt Impfangebote im Alltag machen. (Quelle: TSP, 23.07.2021)


Junge Erwachsene in England am stärksten betroffen

Junge Erwachsene sind in der jüngsten Infektionswelle in England am stärksten betroffen. Das geht aus Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health England hervor, die in dieser Woche veröffentlicht wurden. Demnach lag die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Menschen innerhalb einer Woche in dieser Altersgruppe bei zuletzt knapp 1155 – der höchste je festgestellte Wert seit Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr. Insgesamt wurde die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien zuletzt mit 488 angegeben.

Gründe für die hohe Ansteckungsrate dürfte nach Ansicht von Experten unter anderem sein, dass die Impfrate bei jüngeren Menschen niedriger ist als bei den Älteren. In Großbritannien wurde streng nach Altersgruppen geimpft, angefangenen bei den Ältesten. Knapp 60 Prozent der 20- bis 29-Jährigen haben erst eine Impfung bekommen. Hinzu komme, dass Menschen dieser Altersgruppe mehr soziale Kontakte pflegen als ältere Menschen.

In Großbritannien steigen die Infektionszahlen seit Wochen wieder an. Das wird vor allem auf die starke Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurückgeführt. Hinzu kommt, dass die britische Regierung für den größten Landesteil England inzwischen fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben hat. (Quelle: TSP, 23.07.2021)


Hier kommen wir nicht schnell genug voran, obwohl genug Impfstoff zur Verfügung steht. Es ist wichtig, jetzt sehr viel mehr Informationsarbeit zu leisten – auch im privaten Umfeld, damit die Impfquote schneller ansteigt. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit von erneuten schmerzhaften Eingriffen im Winter.

Christian Drosten, Leiter der Virologie der Berliner Charité, im dpa-Interview zur Impfkampagne in Deutschland


BVG: Mehr als 10.000 mal Bußgelder wegen Maskenverstößen

Die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hat seit Beginn der Maskenpflicht im Juli 2020 fast 170.000 mal auf Verstöße hingewiesen. Das teilte ein Sprecher auf Anfrage des Tagesspiegel mit. Zum Vergleich: Vor der Pandemie wurden jeden Tag 3,5 Millionen Passagiere von der BVG transportiert.

Insgesamt wurde seither 10.455 mal ein Bußgeld von 50 Euro bei Verstößen gegen die Maskenpflicht erhoben. Theoretisch sind auch höhere Strafen von bis zu 500 Euro möglich, die wurde aber noch nicht umgesetzt. Das ergibt eine Bußgeldsumme von mehr als einer halben Million Euro.

In den vergangen Monaten ist die Zahl der Bußgelder nicht gestiegen. Im April wurden 533 verhängt, im Mai 1.156, im Juni 554 und im Juli bisher 225. Die erhöhte Zahl im Mai könnte unter anderem mit der Einführung der FFP2-Maskenpflicht im April zusammenhängen.

Die BVG widerspricht auf Anfrage Mutmaßungen, wonach immer mehr Berliner in Bus und U-Bahn keine Maske tragen würden. Auch den Tagesspiegel erreichen dazu täglich neue Lesermails, die auf angeblich fehlende Kontrollen hinweisen und in Einzelfällen nachlassende Masken-Disziplin anprangern.

Laut BVG liegt die Zahl der Träger aber weiterhin zwischen 97 und 99 Prozent der Kunden. Die Zahlen würden tagesaktuell erhoben, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Die BVG widersprach auch dem Vorwurf, dass zu wenig kontrolliert würde. 200 Mitarbeiter seien dafür im Einsatz. (Quelle: TSP, 23.07.21)


Impfaktionen in Bremen und Osnabrück

Vor dem Heimspiel von Werder Bremen gegen Hannover 96 können sich laut Bremer Gesundheitsamt Fans am Weser-Stadion eine Impfung mit dem Impfstoff Johnson&Johnson abholen. Das vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebene Impfmobil soll von 11 Uhr bis 18 Uhr auf dem Parkplatz am Stadion stehen. „Wir werden diese Pandemie nur mit großer Impfbereitschaft überwinden, deshalb würden wir uns freuen, wenn viele Werder-Fans dieses Angebot annehmen“, sagte der Präsident und Geschäftsführer des SV Werder Bremen, Hubertus Hess-Grunewald. Eine vorherige Anmeldung sei nicht notwendig.

Wenn möglich, sollten Impfwillige ein Ausweisdokument, die Krankenkassenkarte und ihren Impfausweis mitbringen. Der Impfstoff von Johnson&Johnson ist für alle Personen ab 18 Jahren zugelassen. Für einen vollständigen Impfschutz ist nur eine Impfung nötig.

In Osnabrück findet die für heute geplante Impfaktion in der Halle Gartlage vor dem ursprünglich geplanten Saisonauftaktspiel des VfL Osnabrück gegen den MSV Duisburg trotzdem statt. An der Aktion werde trotz der Absage des Eröffnungsspiels der 3. Liga festgehalten, sagte ein Stadtsprecher am Donnerstagabend. Der Deutsche Fußball-Bund hatte die Begegnung zuvor abgesagt, weil die Duisburger dies beantragt hatten, nachdem das zuständige Gesundheitsamt eine Quarantäne für die Mannschaft und das Trainerteam des MSV verhängt hatte. (Quelle: NDR, 23.07.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen 5,5 (gestern: 3,7)
Meppen 0,0 (0,0)
Papenburg 74,1 (58,2)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 23. Juli, sind in Niedersachsen 268 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts erneut einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.807. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 263.404 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt weiter an. Sie liegt jetzt bei 14,9 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 13,9 Fälle) – und weiter leicht über dem Bundesdurchschnitt von 13,2. (Quelle: NDR, 23.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 13,2 – am Vortag betrug der Wert 12,2. Der jüngste Tiefstand lag am 6. Juli bei 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter zuletzt binnen eines Tages 2.089 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 34 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen.

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz ist nach Angaben des RKI bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche wies die Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 34 Jahren auf. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. In diesen Gruppen sind weniger als 5 Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst.

In einer zufällig für Erbgutanalysen ausgewählten Stichprobe lag der Anteil der Delta-Variante bei 84 Prozent, so das RKI. Das ist ein weiterer Zuwachs im Vergleich zur Vorwoche, als der Anteil noch rund zwei Drittel betragen hatte. (Quelle: RKI/SZ, 23.07.21)


Neuseeland setzt quarantänefreies Reisen nach/von Australien aus

Neuseeland wird quarantänefreies Reisen zwischen Australien und dem eigenen Land ab Freitagabend für mindestens acht Wochen aussetzen. Wie Regierungschefin Jacinda Ardern mitteilt, habe man die Entscheidung getroffen, weil Australien gegen einen Ausbruch der hochinfektiösen Delta-Variante kämpfe. „Wir haben immer gesagt, dass sich unsere Reaktion mit der Entwicklung des Virus weiterentwickeln würde. Dies ist keine Entscheidung, die wir leichtfertig getroffen haben, aber es ist die richtige Entscheidung, um die Neuseeländer zu schützen“, so Ardern. (Quelle: TSP, 23.067.21)


Auch Mecklenburg-Vorpommern für frühere Ministerpräsidentenkonferenz

Wie Niedersachsen plädiert auch Mecklenburg-Vorpommern dafür, das nächste Treffen der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Corona-Lage vorzuziehen. Dabei solle insbesondere über die Ausbreitung der Delta-Mutation und das Impfen von Jugendlichen beraten werden, sagte Regierungssprecher Andreas Timm in Schwerin. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) habe bereits Ende Juni den Bund aufgefordert, bis Anfang August gemeinsam mit den medizinischen Experten und der Ständigen Impfkommission eine Strategie für die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren vorzulegen.

Timm zufolge muss angesichts deutschlandweit steigender Corona-Zahlen auch noch einmal über die Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gesprochen werden. „Es muss verhindert werden, dass es nach den Sommerferien zu einem deutlichen Anstieg der Zahlen kommt“, betonte Timm.

Schwesig hatte beklagt, dass sich Bund und Länder nicht bereits Ende Juni auf schärfere Regelungen für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland verständigt hatten. Auch im Sommer 2020 seien die Corona-Infektionszahlen niedrig gewesen und dann hätten Reiserückkehrer das Virus wieder eingetragen. „Man darf die gleichen Fehler nicht zweimal machen“, hatte die SPD-Politikerin gemahnt.

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) hatte sich zuletzt in einem Zeitungsinterview dafür ausgesprochen, die bislang für Ende August geplante Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie vorziehen. (Quelle: TSP, 23.07.21)


GB: Tägliche Tests für Arbeitende im Lebensmittelsektor

Großbritannien will tägliche Corona-Tests für Mitarbeiter im Lebensmittelsektor einführen, um die Branche am Laufen zu halten. Mit einem negativen Testergebnis könnten Angestellte weiterarbeiten, auch wenn sie vorher von einer App-Warnung aufgefordert worden seien, sich in Quarantäne zu begeben, teilt die Regierung mit.
Nach offiziellen Corona-Warnungen für hunderttausende Mitarbeiter im Einzel- und Großhandel waren in Großbritannien Regale in Supermärkten leer geblieben. Die mit der App-Warnung zusammenhängenden Probleme – in England kurzerhand Pingdemic getauft – fallen in eine Zeit, in der Premierminister Boris Johnson die Wirtschaft gerade erst weitgehend von Corona-Restriktionen befreit hat. (Quelle: TSP, 23.07.21)


Ethikratsvorsitzende besorgt über Fortgang der Corona-Pandemie

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, mahnt zu einem weiteren Ernstnehmen der Corona-Pandemie. „Ich habe die Sorge, dass Ermüdung und Überdruss inzwischen groß sind“, sagte sie im Interview der „Rheinischen Post“. Zudem hätten viele Menschen die Vorstellung, nur das zu tun, was vorgeschrieben sei. „Wir brauchen aber eine neue Form geteilter Verantwortung von Staat, Gesellschaft und jedem Einzelnen – zum eigenen Schutz und dem Schutz anderer.“

Vonseiten der Politik brauche es eine „klare und wertschätzende Kommunikation, die auf die Zielgruppen abgestimmt ist“, sagte Buyx. Zudem hoffe sie, dass derzeit alle Vorbereitungen für einen sicheren Schulbetrieb getroffen würden: „Es war dazu ja nun über ein Jahr Zeit.“ Generell gelte es, weniger in Kategorien von Einschränkungen und Lockdown zu denken: „Nicht Gesundheit oder Freiheit, sondern Gesundheit in Freiheit.“ So könnten regelmäßige Tests und Masken hilfreich sein, um eine vierte Welle flach zu halten – auch wenn diese nicht mehr vorgeschrieben seien. (Quelle: TSP, 23.07.21)


Ethikratsvorsitzende Woopen gegen erneute Schulschließungen – KBV-Chef Gassen warnt vor „überhastetem Vorgehen“

Die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, Christiane Woopen, hat angesichts steigender Corona-Neuinfektionen vor erneuten Schulschließungen gewarnt. „Es muss alles Erdenkliche getan werden, um die Kinder vor weiteren Belastungen aus der Schließung von Schulen zu schützen“, sagte Woopen im Interview mit der „Rheinischen Post“. Die Professorin für Medizinethik fügte hinzu: „Steigende Infektionszahlen dürfen nicht mehr automatisch dazu führen, dass die Schulen schließen.“

Es sei zu hoffen, dass über die Sommerferien alle Vorbereitungen für einen sicheren Schulbetrieb getroffen werden, „es war dazu ja nun über ein Jahr Zeit“, sagte Woopen. Um sicheren Schulbetrieb zu ermöglichen, brauche es gar nicht so viel: regelmäßige PCR-Massentests, die Corona-Warnapp oder ähnliche Lösungen vor Ort, Hygieneregeln und Luftreinigungsanlagen.

Woopen war auch Mitglied des Expertenrats, der die NRW-Landesregierung während der Pandemie beraten hatte. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte das Gremium vor Kurzem aufgelöst und dies damit begründet, dass die wesentlichen Fragen der Pandemie aus wissenschaftlicher Sicht zunächst geklärt seien.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, warnte Bund und Länder angesichts steigender Corona-Infektionszahlen vor „überhastetem Vorgehen“ und einem erneuten Lockdown. „Es ist zunächst einmal nicht überraschend, dass die Fallzahlen wieder steigen. Das alleine aber ist wenig aussagekräftig, da sich die Inzidenzen mit steigender Impfquote von der Zahl der schweren Verläufe entkoppeln“, betonte Gassen. (Quelle: TSP, 23.07.21)


Australien: Pfizer/Biontech für 12-15jährige zugelassen

Die australische Arzneimittelbehörde lässt den Impfstoff vom Biontech und Pfizer nun auch für zwölf bis 15-Jährige zu. Laut Gesundheitsminister Greg Hunt habe sich die Behörde alle Bewertungen gründlich angeschaut und dann für eine Zulassung entschieden. Bisher war das Vakzin in Australien nur für Personen ab 16 Jahren zugelassen. (Quelle: TSP, 23.07.21)


Intensivmediziner fordern höheres Impftempos

Intensivmediziner fordern eine Erhöhung des Impftempos, um eine vierte Welle mit der hochansteckenden Delta-Variante besser unter Kontrolle zu halten. „Es ist das Wichtigste, dass sich möglichst viele vollständig impfen lassen. Das ist unsere effektivstes Mittel gegen die Pandemie. Nur so lässt sich die vierte Welle abschwächen´“, sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge.
Um gegen die Delta-Welle gerüstet zu sein, sei eine Impfrate von 85 Prozent nötig. Marx sei besorgt, weil etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland nicht vollständig und 32 Millionen gar nicht geimpft seien. (Quelle: TSP, 23.07.21)


BÄK: Mehr Schutzmaßnahmen in den Schulen

Angesichts steigender Corona-Inzidenzen und der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante fordert der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, mehr Schutzmaßnahmen für Schüler zu Beginn des neuen Schuljahres. Wie Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht sagt, müsse es Ziel sein, tägliche Testungen vor dem Unterrichtsbeginn zu ermöglichen. So könne man die Infektionsdynamik verringern und Wechselunterricht vermeiden. Reinhardt schlägt dafür die Nutzung von leicht durchführbaren, sogenannten Lolly-Tests vor. Diese sollten flächendeckend für alle Schüler zur Verfügung gestellt werden. ((Quelle: TSP, 23.07.21)


Italien verschärft Corona-Maßnahmen

Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Italien die Corona-Regeln. Ab dem 6. August ist unter anderem für Restaurantbesuche im Innenbereich, in Museen, Fitnessstudios und Schwimmbädern mindestens ein einfacher Impfnachweis, ein negativer Corona-Test oder ein Genesungsnachweis notwendig. Dies gab der italienische Ministerrat am Donnerstagabend bekannt. Der Notstand wurde einer Mitteilung zufolge bis zum 31. Dezember verlängert

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen. Experten zufolge wurden vor allem bei jungen Menschen mehr Ansteckungen registriert. „Die Delta-Variante ist bedrohlich, weil sie sich schnell ausbreitet“, sagte Ministerpräsident Mario Draghi bei einer Pressekonferenz am Abend. Gesundheitsminister Roberto Speranza betonte, dass sich die Menschen impfen lassen sollten.

Den Angaben zufolge sollen für die Einteilung der Risiko-Zonen gegen die Pandemie (weiße, gelbe, orangene und rote Zonen) ab August neue Regeln gelten. Statt der Inzidenz werden demnach künftig die Auslastung der Krankenhausbetten auf den Covid-19-Stationen sowie auf den Intensivstationen die entscheidenden Parameter sein. Am Donnerstag registrierten die Gesundheitsbehörden in Italien knapp 5057 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages und 15 Tote. Mehr als 53 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre wurden bislang vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 22.07.21)


RKI ruft zu Vorbereitungen für Corona-Welle in Herbst und Winter auf

Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt wegen eines als wahrscheinlich eingeschätzten Anstiegs der Corona-Fälle im Herbst und Winter darauf, schon jetzt vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. So sollten schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Belastung für das Gesundheitswesen klein gehalten „und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können“, schreibt das RKI in einem am Donnerstag veröffentlichten Strategiepapier, das auf verschiedene Szenarien eingeht. Diese dürften aber nicht als Vorhersagen verstanden werden, vielmehr wolle man ihrem Eintreten entgegenwirken. Laut Modellierungen könnten die meisten Infektionen Erwachsene unter 60 und Kinder unter 12 Jahren betreffen.

Unter den getroffenen Annahmen ergebe sich bei der Belegung der Intensivstationen, der Sieben-Tage-Inzidenz und den Krankenhausbehandlungen ein langsamer Anstieg bis Oktober, schreibt das RKI. Dieser werde sich dann beschleunigen und im Januar/Februar 2022 gipfeln, bevor die Werte wieder sinken. Wie hoch die Spitzenwerte ausfallen, hängt in den Modellierungen von den angenommenen Impfquoten und der Frage ab, ob Menschen ihr Verhalten ändern und Kontakte reduzieren: Höhere Quoten und Verhaltensänderungen lassen die Kurven deutlich abflachen. Solche Modellierungen sind aber mit etlichen Unsicherheiten behaftet.

Die Bevölkerung sollte, so das RKI, „frühzeitig darüber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens“ und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der sogenannten ECMO-Kapazität (spezielle Maschinen für Patienten mit schwerem Lungenversagen). Auch eine Belastung durch Atemwegsinfektionen wie Grippe und andere Erreger sei zu erwarten, die in der Vorsaison wegen Kontaktbeschränkungen kaum zirkulierten. Das betreffe auch Kinder und Jugendliche.

Als Handlungsempfehlungen listet das RKI eine „erfolgreiche Impfkampagne“, „klassische Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter“ und den gezielten Einsatz von Maßnahmen. Das RKI rät zum Beispiel, „jetzt“ Auffrischimpfungen insbesondere für Ältere und Risikogruppen zu planen.

Denkbar sei etwa das Szenario, dass bei Hochbetagten mit zunehmendem zeitlichen Abstand zur Impfung vermehrt Infektionen auftreten könnten, sogenannte Impfdurchbrüche, schreibt das RKI. Es könne in Pflegeheimen zu schweren Ausbrüchen kommen.

Mit Blick auf Schulen und Kitas weist das RKI unter anderem darauf hin, dass bauliche, strukturelle, organisatorische und technische Maßnahmen „intensiviert und bis zur Öffnung nach den Sommerferien abgeschlossen sein“ sollten.

Das Institut betont: „Die Vorstellung des Erreichens einer Herdenimmunität im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus“ – also ein weitgehendes Zurückdrängen oder Ausrotten – sei nicht realistisch. Eine breite Grundimmunität durch Impfen werdevermutlich diesen Herbst und Winter noch nicht erreicht sein, weil die erwartbare Impfquote von circa 70 bis 80 Prozent unter Erwachsenen noch nicht ausreiche. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Praxis durchsucht: Falsche Corona-Impfausweise ausgestellt?

Polizei und Staatsanwaltschaft Hildesheim haben eine Gemeinschaftspraxis im Landkreis Gifhorn durchsucht. Die Mediziner stehen im Verdacht, falsche Corona-Impfausweise ausgestellt zu haben.

Ausgangspunkt für die Ermittlungen war ein anonymer Hinweis, bei dem es zunächst um den Verdacht von Schein-Impfungen gegen Masern ging. Die Ermittler vermuten, dass die Mediziner auf Wunsch der Eltern den Kindern statt eines Impfstoffes Kochsalzlösung verabreicht haben. In der Folge stellte sich heraus, dass in der Gemeinschaftspraxis möglicherweise auch falsche Corona-Impfausweise ausgestellt worden sind – und zwar „in größerem Umfang“, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem NDR in Niedersachsen sagte. Über die Anzahl könne bisher nur gemutmaßt werden, möglich sei eine zweistellige Zahl, so der Sprecher.

Gegen die Ärzte in der Gemeinschaftspraxis wird nun unter anderem wegen gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt. Im Falle einer Verurteilung ist eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren möglich. Wegen des Verdachts nicht gespritzter Masern-Impfstoffe wird darüber hinaus auch wegen Körperverletzung gegen die Mediziner ermittelt. Bei der Durchsuchung der Praxisräume am Mittwoch stellten die Ermittler laut Staatsanwaltschaft unter anderem Patienten-Unterlagen und Computer-Daten sicher. Das Material werde nun ausgewertet.

Die Ärztekammer Niedersachsen hat bestürzt auf die Vorwürfe reagiert. Seit Beginn der Corona-Pandemie habe sich die Kammer mit rund 100 ähnlichen Fällen befasst, sagte ein Sprecher dem NDR in Niedersachsen. Die Bandbreite reiche vom Leugnen oder Herunterspielen der Corona-Pandemie bis hin zum Ausstellen von falschen Impfausweisen oder Masken-Attesten. „Wir missbilligen das ausdrücklich“, sagte der Ärztekammer-Sprecher. (Quelle: NDR, 22.07.21)


Italien will „Grünen Pass“ einführen

Italien will zur Eindämmung der zuletzt wieder stark zunehmenden Corona-Infektionen Immunitätsnachweise bei zahlreichen Einrichtungen und Veranstaltungen verlangen. Gesundheitsminister Roberto Speranza teilt mit, dass ab 6. August der „Grüne Pass“ benötigt werde, um beispielsweise Sportstadien, Fitnesscenter, Museen, Kinos, Schwimmbäder und Handelsmessen zu besuchen. Auch für den Innenbereich von Restaurants müssten die Gäste das Zertifikat vorweisen. Es bescheinigt in Italien, dass eine Person mindestens einmal geimpft, negativ getestet oder genesen ist. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Neuinfektionen in der Türkei auf Höchststand seit Mitte Mai

In der Türkei breitet sich das Coronavirus wieder verstärkt aus. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich am Donnerstag mit 9586 Fällen in den vergangenen zwei Wochen verdoppelt, teilt Gesundheitsminister Fahrettin Koca mit. Das sei der höchste Stand seit dem 19. Mai. Die Zahlen bleiben damit aber weit unter einem Rekord von mehr als 60.000 Neuinfektionen pro Tag, die das Land in einer Welle im April/Mai registrierte. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau (unter 5 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche verzeichnen demnach die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. Das RKI schreibt, der Rückgang der Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen setze sich aktuell jedoch nicht weiter fort. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien verlangsamt sich

Der rasante Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien während der vergangenen Wochen hat sich etwas abgeflacht. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Donnerstagabend auf 333. Das war nur ein Zähler mehr als am Vortag.

Für die Balearen mit Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen wurde der Wert mit 365 angegeben – eine Steigerung von 18 Zählern im Vergleich zu Mittwoch. Damit liegen Spanien insgesamt und auch 16 seiner 17 Regionen über dem Wert von 200, ab dem Deutschland ein Land oder eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären kann.

Bei der Entscheidung über die Frage, ob Spanien oder einzelne Regionen vom Risikogebiet zum Hochinzidenzgebiet hochgestuft werden müssen, sollen aber auch andere Faktoren als nur die Inzidenzen berücksichtigt werden. Dies könnten etwa die Lage im Gesundheitssystem, die Todesrate und der Stand der Impfkampagne sein.

In Spanien sind derzeit etwa 13,5 Prozent der Betten auf Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt, binnen sieben Tagen wurden 78 Corona-Tote gezählt. 70 Prozent der 47 Millionen Einwohner haben mindestens eine Corona-Impfung verabreicht bekommen, 52,8 Prozent sind vollständig geimpft. Wie die Funke Mediengruppe am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, will die Bundesregierung Spanien als Corona-Hochinzidenzgebiet einstufen. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Schlagerhit für mehr Impfungen

Die Bundesregierung hat den Schlagerhit „Hello again“ von Howard Carpendale in einem Fernsehspot neu aufgelegt, um mehr Menschen von einer Corona-Impfung zu überzeugen. Der Clip mit einem Cover des Songs wurde am Donnerstag online veröffentlicht, ab Freitag soll er im Fernsehen und auf Streamingdiensten ausgestrahlt werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Der kurze Spot zeigt eine Frau, die nach einer Impfung die Straßen betritt, welche gerade wieder zum Leben erwachen. Zunächst hatte die Funke Mediengruppe darüber berichtet.

Das Video zeigt Menschen bei Geburtstagsfeiern, in Cafés, auf Konzerten und bei Fußballspielen. Die Botschaft am Ende lautet: „Holen wir uns das volle Leben zurück“ und „Jede Impfung zählt“. Laut Gesundheitsministerium sollen weitere TV-Spots folgen, die an die Zweitimpfung gegen Corona erinnern. „Ziel ist dabei u.a. bisher unentschlossene Bürgerinnen und Bürger für eine Erstimpfung zu erreichen“, so eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

(Quelle: TSP, 22.07.21)


Mehr als Hälfte der Erwachsenen in EU vollständig geimpft

Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in der EU ist nach Angaben der Europäischen Kommission inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Bis zum Donnerstag wurden rund 200 Millionen Menschen in der EU vollständig geimpft, wie eine Kommissionssprecherin in Brüssel mitteilte. Dies entspreche 54,7 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der EU vollständig gegen Corona geimpft sein sollen. Bei den meisten der in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe sind für die vollständige Immunisierung zwei Dosen notwendig. Nur bei dem Vakzin des US-Herstellers Johnson&Johnson reicht eine Spritze. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Seepferdchen-Schwimmkurs-Offensive in Osnabrück und Hameln

Mehrere Städte in Niedersachsen starten zum Ferienbeginn spezielle Angebote, um Kindern das Schwimmen beizubringen. Allein in Osnabrück sind fast 1.000 Kinder ab fünf Jahren dabei.

Bis Ende August werden im Nette-, Moskau- und Schinkelbad in Osnabrück rund 80 Schwimmkurse angeboten. Die Veranstalter sprechen von der größten Aktion dieser Art auch über die Region hinaus. Das Interesse ist enorm: Das ursprüngliche Kursangebot wurde nachträglich aufgestockt, weil die zunächst angebotenen Kurse innerhalb kurzer Zeit ausgebucht waren.

Die Schwimmstunden in den Hallenbädern sind eng getaktet, damit die Kinder sich schnell ans Wasser gewöhnen und schnell Lernerfolge haben. Für die XXL-Seepferdchen-Aktion haben sich Stadtwerke, Sportbund, Schwimmvereine und DLRG zusammengetan. Sie alle warnen schon lange vor der immer größer werdenden Zahl an Nichtschwimmern und befürchten, dass durch die Corona-Pandemie zwei komplette Jahrgänge „durchrutschen“ könnten. Auch Kinder, die noch kurz vor den coronabedingten Schließungen der Bäder ein Schwimmabzeichen gemacht haben, seien betroffen. Sie hätten über Monate nicht schwimmen können und entsprechend keine Praxis sammeln können, hieß es.

Ähnliche Angebote gibt es in den Sommerferien auch in Hameln und Nordhorn. Allein in Hameln werden knapp 50 Schwimmkurse in den Sommerferien in Zusammenarbeit mit DLRG und Vereinen angeboten. Das unter dem Motto „Hameln lernt schwimmen“ laufende Schwimmtraining ist kostenlos – die Stadt finanziert es mit 39.000 Euro. Weil das nicht für alle Nichtschwimmer reicht, startet die Aktion am Donnerstag zunächst mit Grundschülern. Ob das Training in Hameln nach den Sommerferien fortgesetzt wird, sei noch nicht entschieden, hieß es.

Auch andere Städte in Niedersachsen sehen Nachholbedarf bei der Wassergewöhnung – gehen dabei aber andere Wege. Auf Vergünstigungen setzt die Stadt Lüneburg: Dort wurden 20 Seepferdchen- und zehn Bronzekurse zu einem stark reduzierten Preis von 50 Euro pro Kind angeboten. Zum Schwimmen animieren wollen auch die Städte Hannover und Göttingen: Dort können Kinder und Jugendliche in den Sommerferien kostenlos ins Freibad. (Quelle: NDR, 22.07.21)


EU will 200 Millionen Corona-Impfdosen spenden

Die EU-Länder wollen an Entwicklungs- und Schwellenländer bis Ende des Jahres mindestens 200 Millionen Corona-Impfdosen spenden. Dies kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag an. Damit werde der bereits im Mai zugesagte Betrag von 100 Millionen Dosen übertroffen. Beim G7-Gipfel vergangenen Monat hatte Merkel bereits die Zahl 2,3 Milliarden Impfdosen bis Ende 2022 für ärmere Länder in Aussicht gestellt. Im Abschlusskommuniqué heißt es, mit den direkten Spenden und den Finanzzusagen kämen seit Beginn der Pandemie mehr als zwei Milliarden Impfdosen der G7 für die Verteilung zusammen. Zu den G7-Ländern zählen neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Israel will Grünen Pass wieder einführen

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Israel soll in dem Land der sogenannte Grüne Pass wieder eingeführt werden. Das Corona-Kabinett beschloss am Donnerstag, für Versammlungen von mehr als 100 Menschen erneut Beschränkungen zu verhängen. Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, müssen demnach am Eingang eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies soll unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser gelten.

Die neuen Vorschriften, die auch noch von der ganzen Regierung gebilligt werden müssen, sollen in einer Woche in Kraft treten. Am Mittwoch waren ähnliche Beschränkungen für Festhallen verhängt worden. Die im Juni kurzfristig aufgehobene Maskenpflicht in geschlossenen Räumen gilt inzwischen wieder. Laut der Entscheidung des Corona-Kabinetts müssen Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, vom 8. August an die Kosten für Corona-Tests selbst tragen. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Drei Corona-Fälle: Gesundheitsamt Aurich sucht per Brief Kinobesucher

Im ostfriesischen Aurich haben drei mit dem Corona-Virus infizierte Menschen eine Kinovorstellung am Sonntagnachmittag besucht. Zahlreiche andere Kinogänger müssen nun in Quarantäne, wie der Landkreis Aurich am Donnerstag mitteilte. Bislang habe das Gesundheitsamt diese für 20 Personen angeordnet, die ihr Ticket an der Kasse gekauft haben. Von weiteren 140 Gästen, die ihr Ticket online kauften, gebe es lediglich die E-Mail-Adressen.

Die angeschriebenen (!) Kartenkäufer hätten sich teilweise beim Gesundheitsamt nicht zurückgemeldet. Am vergangenen Wochenende hatte ein mit Corona infizierter Mann eine Disco in Georgsheil (Landkreis Aurich) besucht. Auch hier versucht das Gesundheitsamt des Landkreises Aurich die Kontaktpersonen zu ermitteln. Es soll sich um rund 1.100 junge Leute handeln. Der Landkreis Aurich verzeichnete am Donnerstag einen Inzidenzwert von 7,9. (Quelle: NDR, 22.07.21)


Ausstellung von Impfzertifikaten in Apotheken gestoppt

Apotheken in ganz Deutschland können seit Mittwoch keine Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilte am Donnerstag mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden sei.

Dem „Handelsblatt“ war es demnach gelungen „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten“ auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge.

Das „Handelsblatt“ teilte auf Anfrage mit, es sei richtig, dass das Blatt eine gravierende Sicherheitslücke bei der Erstellung digitaler Impfnachweise aufgedeckt habe. „Jedoch hat nicht das „Handelsblatt“ selbst sich einen Zugang zum System verschafft; zwei IT-Sicherheitsspezialisten haben die Schwachstelle offengelegt und damit demonstriert, dass es bei dem Portal deutliche Mängel gibt“, erklärte eine Verlagssprecherin.

Wann die Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen können, steht nach Angaben des DAV noch nicht fest. Es sei aber davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Lauterbach: Gefahr der Delta-Variante wohl höher als vermutet

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schätzt die Gefahr der Delta-Variante des Coronavirus deutlich höher ein als bislang vermutet. Sie sei nicht nur ansteckender, sondern führe auch zu mehr Todesfällen, sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies zeigten erneut jüngste Auswertungen aus Kanada. „Die ursprüngliche Hoffnung, dass die Delta-Variante zwar ansteckender sei, aber leichter verlaufe, hat sich leider nicht bestätigt. Auch nicht in den Daten aus England.“ Dies mache ihn „sehr sorgenvoll für den Herbst“. Auch mit einem leichten Verlauf bei Kindern sei nicht zu rechnen. „Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch für Kinder sein kann.“ (Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 22.07.21)


Werden Spanien und die Niederlande ab morgen Hochinzidenzgebiete?

Einem Medienbericht zufolge will die Bundesregierung Spanien am Freitag zum Hochinzidenzgebiet erklären. Dies berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ online. Dem Bericht zufolge soll dies auch für die Niederlande gelten. Das bedeutet, dass Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft sind, in eine zehntägige Quarantäne gehen müssen, die frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test auf Covid-19 beendet werden kann. In Europa stuft die Bundesregierung demnach zudem das Herzogtum Luxemburg neu als einfaches Risikogebiet ein. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Teils leere Regale und volle Mülltonnen in Großbritannien

Nach offiziellen Corona-Warnungen für hunderttausende Mitarbeiter im Einzel- und Großhandel sind in Großbritannien Regale in Supermärkten leer geblieben. Wie aus Daten der Gesundheitsbehörde NHS hervorgeht, waren fast 620.000 Beschäftigte in England und Wales per App aufgefordert worden, sich wegen Kontakten mit Infizierten zehn Tage in Quarantäne zu begeben. Auch andere Branchen wie die Industrie oder Spediteure bekommen den Personalmangel zu spüren. So machen sich insbesondere bei der Lebensmittelversorgung auch logistische Probleme bemerkbar. Die Fleischindustrie hatte vor einem Zusammenbruch der Lieferketten gewarnt. Britische Zeitungen brachten am Donnerstag Bilder mit leeren Supermarktregalen auf ihren Titelseiten.

Die mit der App-Warnung zusammenhängenden Probleme – in England kurzerhand Pingdemic getauft – fallen in eine Zeit, in der Premierminister Boris Johnson die Wirtschaft gerade erst weitgehend von Corona-Restriktionen befreit hat. Die Zahl der Corona-Fälle steigt jedoch kräftig an – Mitte der Woche wurden mehr als 44.000 Neuinfektionen registriert. Viele Menschen haben die App des britischen Gesundheitsdiensts NHS einfach gelöscht, um Quarantäne-Aufforderungen zu entgehen.

In London war das Nahrungsmittelangebot nach Reuters-Recherchen weitgehend intakt, auch wenn stellenweise Engpässe bei Tafelwasser, Soft-Drinks und einigen Salat- und Fleischproduken auftraten. „Wir sind sehr in Sorge wegen der Lage“, sagte Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng dem Sender Sky. Doch könne nicht allgemein von leeren Regalen die Rede sein. Die zweitgrößte britische Supermarktkette Sainsbury’s erklärte, Kunden würden alle Produkte vorfinden, doch womöglich nicht von jeder Marke. Die Supermarktgruppe Iceland teilte unterdessen mit, dass wegen Personalengpässen mehrere Läden geschlossen wurden. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Zahl der Neuinfektionen in USA steigt wieder – mehr als 52.000 Fälle

In den USA nimmt die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen wieder zu. Mit 52.032 neuen Fällen am Mittwoch meldeten die Behörden rund 20.000 mehr als vor genau einer Woche, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MESZ) hervorging. Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion blieb mit 333 vergleichsweise stabil. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300 462 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4461 Toten verzeichnet.

Nach jüngsten Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC ist die besonders ansteckende Delta-Variante inzwischen für rund 83 Prozent aller erfassten Infektionen im Land verantwortlich. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Infizierten nahm zuletzt wieder zu und soll laut CDC-Prognose in den kommenden Wochen weiter ansteigen.

Die Behörden beobachteten zudem mit Besorgnis, dass mehr Corona-Infektionen bei Vollgeimpften erfasst würden, selbst wenn es sich meist um weniger schwere Verläufe handele, sagte der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci am Mittwoch dem Sender CNBC. „Viren mutieren nicht, es sei denn, Sie erlauben ihnen, sich zu replizieren und in der Gemeinde zu verbreiten.“ Das einfachste und effizienteste Mittel dagegen sei, sich impfen zu lassen, so der Präsidentenberater. Bislang haben 56,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten, 48,8 Prozent gelten als voll geimpft. (Quelle: TSP, 22.07.21)


NRW will 12- bis 15-Jährige in Impfzentren impfen

Nordrhein-Westfalen will nun auch 12- bis 15-jährige in Impfzentren gegen das Coronavirus impfen. Das Land wolle dabei die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beachten, teilt das Gesundheitsministerium mit. Diese empfehle Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bei Vorliegen bestimmter Vorerkrankungen oder bei regelmäßigem Kontakt zu Personen mit erhöhtem Risiko schwerer Krankheitsverläufe, die selbst nicht geimpft werden können. Aber auch weitere Kinder und Jugendliche könnten nach ärztlicher Aufklärung eine Impfung erhalten. „Ein ‚Ärmel hoch und Spritze rein‘ soll es bei jungen Menschen nicht geben“, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.(Quelle: TSP, 22.07.21)


Australiens Premier entschuldigt sich für langsame Impfkampagne

Australiens Premierminister Scott Morrison hat wegen der langsamen Impfkampagne gegen das Coronavirus um Entschuldigung gebeten. „Es tut mir Leid, dass wir die erhofften Zielmarken nicht erreichen konnten“, sagte Morrison am Donnerstag. Die Behörden in der Metropole Sydney hatten zuvor angekündigt, dass es wegen des anhaltenden Anstiegs der Ansteckungszahlen wohl zu längerfristigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen wird.

Morrison steht derzeit stark unter Druck. Die lange Zeit sehr niedrigen Ansteckungszahlen in Australien waren zuletzt so schnell angestiegen wie seit Beginn der Pandemie nicht. Zugleich sind nur rund elf Prozent der Bevölkerung geimpft – eine der niedrigsten Impfraten unter den reicheren Ländern.

„Ich erwarte, dass die Fallzahlen noch höher steigen werden“, warnte die Regierungschefin der Provinz New South Wales, Gladys Berejiklian. Die Lage in Sydney sei „sehr ernst“. Die Millionenstadt befindet sich seit fast einem Monat im Lockdown, der Corona-Ausbruch konnte aber bislang nicht vollständig eingedämmt werden. „Bis wir genug unserer Bevölkerung vollständig geimpft haben, werden wir mit einem gewissen Maß an Einschränkungen leben,“ sagte Berejiklian.

Morrison hatte die Corona-Politik seiner Regierung lange als weltweiten „Goldstandard“ verteidigt. Anders als die europäischen Länder zielt sie darauf ab, keinerlei Ansteckungen mit dem Virus mehr zu haben. Dafür machte Australien seine Grenzen weitgehend dicht und verhängte bereits bei wenigen Ansteckungen lokal begrenzte, aber dafür umso strengere Lockdowns. Bislang hatte es in der Folge weder landesweite Lockdowns noch hohe Opferzahlen gegeben.

Auch wegen der lange sehr niedrigen Ansteckungszahlen hatte die Regierung aber kaum Verträge mit den Herstellern von Corona-Impfstoffen geschlossen. Sie setzte dann vor allem auf das Mittel von Astrazeneca. Wegen der Warnung vor sehr seltenen Blutgerinnseln als Nebenwirkungen darf das Astrazeneca-Vakzin in Australien mittlerweile nur noch an über 60-Jährige verabreicht werden. Große Mengen anderer Impfstoffe werden wohl nicht vor Ende des Jahres geliefert werden. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Studie: Doppelimpfungen mit Biontech/Pfizer oder Astrazeneca hoch wirksam gegen Delta-Variante

Eine britische Studie bestätigt eine hohe Wirksamkeit der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca gegen die Delta-Variante des Coronavirus. Zwei Dosen des Impfstoffs Covid-19 von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca seien gegen die hochgradig übertragbare Delta-Variante des Coronavirus fast genauso wirksam wie gegen die bisher dominierende Alpha-Variante, heißt es in der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Untersuchung. Demnach sind zwei Impfungen mit Biontech/Pfizer 88 Prozent wirksam, um eine symptomatische Erkrankung durch die Delta-Variante zu verhindern, verglichen mit 93,7 Prozent gegen die Alpha-Variante. Die Zweifachimpfung mit Astrazeneca schützt zu 67 Prozent wirksam gegen die Delta-Variante, verglichen mit 74,5 Prozent gegen die Alpha-Variante. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Grafschafter Zahlen

Sieben weitere Covid-19-Fälle meldet die Kreisverwaltung am Donnerstag, das geht aus dem sogenannten Dashboard des Landkreises hervor. Damit steigt die Zahl der aktuellen Infektionen auf 52 an. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert sinkt hingegen laut Robert Kochinstitut von 29,9 am Mittwoch auf 24,1. In Quarantäne befinden sich am Donnerstag 173 Grafschafter, das sind drei mehr als noch am Mittwoch.
Insgesamt sind bisher 5417 Infektionen in der Grafschaft bestätigt worden. 5242 Menschen gelten inzwischen als wieder genesen. In Verbindung mit dem Corona-Virus werden weiterhin 123 Todesfälle gebracht.

Die insgesamt 52 aktuellen Infektionen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen, in Klammern die Veränderungen zum Vortag:

Bad Bentheim: 14 (+1), Emlichheim: 3 (0), Uelsen: 3 (+2), Neuenhaus: 0, Wietmarschen: 0, Nordhorn: 21 (+4), Schüttorf: 11 (0).


DAK: Erkältungssaison 2021 nahezu komplett ausgefallen

Die Zahl der Krankmeldungen ist nach Angaben der DAK-Gesundheit in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 3,7 Prozent gefallen. Das bedeutet, dass im ersten Halbjahr durchschnittlich 3,7 Prozent der DAK-Versicherten arbeitsunfähig gemeldet waren. Das sei ein enormer Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und zum ersten Halbjahr 2019, als der Krankenstand jeweils 4,2 Prozent betragen habe, teilte die Krankenversicherung mit. Von Januar bis Juni 2021 hatten DAK-versicherte Arbeitnehmer durchschnittlich 6,7 Fehltage und damit 22 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2020.

Ein besonders großes Minus habe es bei den Atemwegserkrankungen gegeben, hieß es. Auf je 100 Versicherte kamen im gesamten Halbjahr nur 48 Fehltage – in den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es 92 mehr gewesen, wie die Auswertung der Daten ergab. „Die Erkältungssaison 2021 ist nahezu komplett ausgefallen“, sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Er erklärte das mit den Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie und plädierte dafür, sich auch künftig in Erkältungszeiten ein Beispiel an Asien zu nehmen: „Die Maske ist im Kampf gegen Krankheitserreger so einfach wie wirkungsvoll.“

Die Atemwegserkrankungen hatten im ersten Halbjahr 2021 einen Anteil von nur noch 7,1 Prozent am Krankenstand. Im Vorjahreszeitraum waren es 18,3 Prozent gewesen. Dagegen nahmen die Rückenleiden und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems deutlich zu. Der Anteil von Fehltagen mit Diagnosen dieser Art stieg von 20,7 auf 24,9 Prozent.

Knapp ein Fünftel des Arbeitsausfalls (19,8 Prozent) wurde durch psychische Erkrankungen verursacht. Damit sind sie nun zweitmeiste Ursache für Krankschreibungen. Im ersten Halbjahr 2020 hatten die seelischen Leiden mit einem Anteil von 16,7 Prozent noch an dritter Stelle gestanden. „Die Pandemie mit allen ihren Begleiterscheinungen hat auf psychische Erkrankungen wie ein Verstärker gewirkt“, erklärte Storm.

Zurück ging der Krankenstand vor allem bei Berufsgruppen im Bereich Recht und Verwaltung, die verstärkt ins Homeoffice wechselten. Bei Lehrerinnen und Lehrern sowie Erziehern und Erzieherinnen fiel der Rückgang weniger stark aus. Beschäftigte in der Altenpflege waren nahezu genauso oft krank wie im Vorjahreszeitraum.

Für ihre Analyse wertete das Berliner Iges-Institut die Daten von mehr als 2,3 Millionen Arbeitnehmern aus, die bei der nach eigenen Angaben drittgrößten deutschen Krankenkasse versichert sind. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Lokale Inzidenzen:

Lingen: 3,7 (gestern: 3,7)
Meppen: 0,0 (2,8)
Papenburg: 58,2 (58,2)


China lehnt WHO-Pläne für Studie über Ursprung des Virus ab

China lehnt Pläne der WHO ab, den Ursprung des Coronavirus in einer zweiten Phase zu untersuchen. Dann soll die Hypothese geprüft werden, dass das Virus aus einem chinesischen Labor entwichen sein könnte. China werde ein solches Vorhaben nicht akzeptieren, da es in einigen Aspekten den Erkenntnissen der Wissenschaft und dem gesunden Menschenverstand widerspreche, sagt der Vize-Minister der Nationalen Gesundheitskommission, Zeng Yixin. China lehne es ab, die Studie zu politisieren.

Die Herkunft des Virus ist unter Experten umstritten. Die ersten bekannten Fälle traten im Dezember 2019 in Wuhan auf. Es wurde angenommen, dass das Virus von Tieren, die auf einem Markt für Lebensmittel verkauft wurden, auf den Menschen übergesprungen ist. US-Geheimdiensten zufolge könnte es sich aber auch um einem Labor-Unfall handeln. (Reuters)


Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 22. Juli, sind in Niedersachsen 249 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.806. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 263.136 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt seit fast drei Wochen Wochen kontinuierlich an. Sie liegt bei 13,9 Fällen je 100.000 Einwohner(Vortag: 12,7 Fälle) – und weiter leicht über dem Bundesdurchschnitt von 12,2. (Quelle: NDR, 22.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 12,2 – am Vortag betrug der Wert 11,4 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1890 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1642 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 32 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.750.503 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.642.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.458. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Länder setzen zunehmend auf mobiles Impfen wegen sinkender Impfzahlen

Angesichts sinkender Nachfrage nach Corona-Impfungen setzen die Bundesländer zunehmend auf flexible Lösungen, um mehr Menschen zu erreichen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Das Interesse an einer Impfung lässt vielerorts nach, teilweise werden Impfzentren geschlossen. Außerdem gibt es immer mehr mobile Impfteams, und Menschen können sich vielerorts auch ohne Termin eine Spritze holen.

Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) sinkt die Anzahl der verabreichten Impfdosen in Deutschland. Am Dienstag wurden beispielsweise nur 572.482 Dosen gespritzt, verglichen mit dem Höchststand von 1,5 Millionen am 9. Juni. Besonders die Impfzentren verzeichneten einen Rückgang laut dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI).

In den hessischen Impfzentren erschienen rund 20 Prozent nicht zu ihren Terminen, wie das Innenministerium mitteilte. Auch in Berlin wurden laut Gesundheitsverwaltung rund 20 Prozent der Termine nicht genutzt. In Thüringen seien die überregionalen Impfzentren laut Gesundheitsministerium nur noch zur Hälfte ausgelastet. In Baden-Württemberg sei die Zahl der Erstimpfungen in den Impfzentren zuletzt um 70 Prozent eingebrochen, so das Gesundheitsministerium.

Stattdessen setzen viele Länder auf flexible Impfangebote. Beispielsweise sind mobile Impfteams in Fußgängerzonen, an Universitäten oder vor Fußballstadien unterwegs. Vielerorts kann man nun auch ohne Termin in Impfzentren eine Spritze bekommen. (Quelle: TSP, 22.07.21)


WHO: Langzeitfolgen von Pandemie für psychische Verfassung

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist auf die Langzeitfolgen der Corona-Pandemie für die geistige Gesundheit der Menschen hin. Es seien nicht nur die Infektionen und die Angst vor einer solchen Ansteckung, die auf die Psyche schlagen könnten, teilte das WHO-Regionalbüro Europa am Donnerstag mit. Auch von den psychologischen Effekten von Lockdowns und Selbstisolation, aber auch den Folgen von Arbeitslosigkeit, finanziellen Sorgen, sozialer Ausgrenzung und anderem sei jeder auf die eine oder andere Weise betroffen.

„Die Menschen in der europäischen Region brechen buchstäblich unter der Belastung von Covid-19 und seinen Folgen zusammen“, erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Die Auswirkungen der Corona-Krise hätten hinsichtlich der geistigen Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen enormen Tribut gefordert.

Gleichzeitig biete die Pandemie Ländern eine Gelegenheit, ihre psychische Gesundheitsversorgung zu überdenken und zu reformieren. „Das ist eine Gelegenheit, bei der es sich kein Land leisten kann, sie zu verschwenden, wenn wir besser und stärker wieder aufbauen wollen“, so Kluge. Psychische Gesundheit und Wohlbefinden sollten als grundlegende Menschenrechte betrachtet werden. ( Quelle: TSP, 22.07.21)


Kassenärzte fordern mehr Einsatz von Betrieben und Unis beim Impfen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat mehr Engagement von großen Unternehmen und Universitäten bei der Corona-Impfkampagne gefordert. „Große Arbeitgeber können noch stärker eingreifen, genau wie die Universitäten, wenn die Semester wieder losgehen“, sagte Vize-Chef Stephan Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. „Das halten wir für geeigneter, als mit dem Impfbus abends vor der Disco zu stehen.“ Derzeit zeichne sich in einigen Regionen eine Impfmüdigkeit ab, insbesondere in den Impfzentren gehe die Frequenz der Impfungen deutlich nach unten.

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen erklärte, es gebe „eine relevante Zahl von Menschen, die sich schlicht nicht impfen lassen will“. Desinteressierte könne man „schon ein bisschen schubsen“, etwa indem Bürgertests bald für alle kostenpflichtig würden, die sich theoretisch auch impfen lassen könnten. „Impfen ist der beste Individual-Schutz“, betonte er.

In den Praxen besteht laut Gassen die Gefahr, dass Impfstoff weggeschmissen werden muss, weil er nur in größeren Fläschchen angeboten wird. Um ein Fläschchen voll zu nutzen, müssten in kurzer Zeit sechs Impfpatienten kommen. Das sei aber immer seltener der Fall. „Wichtig wäre, dass die Industrie diesen Impfstoff in Einzeldosen anbietet“, sagte Gassen deshalb. „Sonst wird es zum Verfall von Impfdosen kommen.“ Auch ein Teil der Impfdosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson, die derzeit schwerer vermittelbar seien, müssten vielleicht entsorgt werden. „Damit wird man leben müssen.“

Auffrischungsimpfungen sind nach Auffassung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Herbst nur für Über-75-Jährige nötig und für chronisch Kranke mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken. „Gesunde 20- bis 60-Jährige dagegen sind dieses Jahr noch sicher“, sagte Hofmeister. Gassen plädierte zudem für neue Kriterien zur Bewertung der Corona-Bedrohung. „Es muss zum Beispiel darum gehen, wer wie schwer erkrankt. Wenn wir nur auf die Inzidenz schauen, laufen wir am Ende ohne wissenschaftliche Begründung mal wieder in eine Lockdown-Situation“, warnte er. (Quelle: TSP, 22.07.21)


Ärzte-Präsident findet Lockerungen in England „sehr, sehr gewagt“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, rät zum Abwarten vor einer Aufhebung aller Corona-Beschränkungen wie in England. Mit Blick auf das Ende fast aller Corona-Vorschriften in dem größten britischen Landesteil sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“: „Das finde ich sehr, sehr gewagt. Ob der jetzige Zeitpunkt mit stark steigenden Infektionszahlen der richtige Moment dafür ist, halte ich für mehr als fragwürdig.“ Man müsse aber auch sehen, dass die Zahl schwer erkrankter Patienten, gemessen an den Fällen von Ansteckungen, deutlich niedriger sei als auf dem Höhepunkt der zweiten Welle.

Reinhardt sagte auf die Frage, ob Deutschland sich an England ein Beispiel nehmen solle, er würde noch abwarten. „Wir wissen noch nicht, wie sich vor dem Hintergrund der Impfkampagne die Zahl schwerer Verläufe entwickelt.“ Dafür müsse man nicht nur die Entwicklung auf den Intensivstationen im Blick halten, sondern auch Gesundheitsdaten von Covid-19-Patienten auf anderen Stationen auswerten. „Die Inzidenz alleine ist wenig aussagekräftig. Wenn Menschen mit zweifacher Impfung deutlich seltener schwer erkranken, dann muss das in die Entscheidung über Öffnungsschritte einbezogen werden.“ ( (Quelle: TSP, 22.07.21)


„Impfen, Impfen, Impfen“: Einzelhandel appelliert an Kunden

Angesichts rasch steigender Inzidenzzahlen in Deutschland appelliert der Einzelhandel an die Bevölkerung, sich gegen Corona impfen zu lassen. „Nur mit einer wirkungsvollen und schnellen Impfkampagne können wir die Pandemie nachhaltig zurückdrängen und uns dauerhaft mehr Normalität auch beim Einkaufen zurückerobern“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Donnerstag in Berlin.

Unterstützt wurde der Aufruf des HDE von Vertretern namhafter deutscher Handelskonzerne wie der Rewe Group, der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), der Edeka-Zentrale, von Aldi, Otto, Douglas, Galeria Karstadt Kaufhof und Ikea.

Es gehe jetzt darum, möglichst viele Menschen von der Notwendigkeit einer Impfung zu überzeugen, sagte Genth. Vorstand und Präsidium des HDE betonten, mit einer Impfung könne jeder einzelne einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Pandemie leisten. Dies gelte für Kunden und Mitarbeiter. Die Gefahr einer vierten Infektionswelle sei nach wie vor nicht gebannt. „Wir müssen diesen Sommer nutzen, um uns noch besser gegen die Pandemie aufzustellen“, sagte Genth. „Jetzt heißt es: Impfen, Impfen, Impfen“. ( (Quelle: TSP, 22.07.21)


Zwölf weitere Corona-Fälle bei Olympia

Einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren zwölf weitere Corona-Fälle vermeldet. Wie das Organisationskomitee in dem am Donnerstag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehören zu den Betroffenen zwei Athleten, die in Japan im olympischen Dorf wohnen. Beide Personen sind keine Japaner. Insgesamt stieg die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli ermittelt wurden, auf 87. Nach Angaben der Organisatoren sind zwei weitere Personen aus dem olympischen Dorf betroffen, dabei handelt es sich nicht um Sportler. Die vier Bewohner des Dorfes mussten sich in Quarantäne begeben. (Quelle: TSP, 22.07.21)



Corona-Nasenspray kommt in den Verkauf

Wie die Jüdische Allgemeine berichtet, soll in Israel in der kommenden Woche das Nasenspray Enovid in den Verkauf gehen.

Das in Kanada entwickelte und in Israel hergestellte Medikament soll die Viruslast bei Erkrankten in 24 Stunden um 95 Prozent und in 72 Stunden um 99 Prozent senken, ergaben klinische Tests in England
Ob das Spray auch gegen die Delta-Variante wirksam ist, wird noch getestet.

(Quelle: TSP, 21.07.21)


Überblick am Abend

  • Es wird erwartet, dass die Delta-Coronavirus-Variante innerhalb von Monaten weltweit dominierend wird, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO mitgeteilt, nachdem 13 weitere Länder Fälle entdeckt haben. Der hochansteckende Stamm wurde inzwischen in 124 Ländern entdeckt.
  • In Tunesien hat Präsident Kais Saied das Gesundheitszentrum der Armee mit der Reaktion auf die Pandemie beauftragt, da die Spannungen in der Regierung inmitten der sich verschlimmernden Gesundheitskrise des Landes zunehmen.
  • Mehr als 45.000 Coronavirus-Patienten in ganz Indien haben unter dem tödlichen „schwarzen Pilz“ gelitten, der der Ausbreitung des Virus in den letzten zwei Monaten gefolgt ist, teilte das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mit.
  • Großbritannien hat in den letzte 24 h 44.104 neue Coronavirus-Fälle und 73 weitere Todesfälle zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Neuerkrankungen in der vergangenen Woche ist gegenüber den letzten sieben Tagen um 35,8% gestiegen, und die Zahl der Todesfälle hat sich um 59,8% erhöht.
  • Die Zahl der in England ins Krankenhaus eingelieferten Covid-19-Patienten hat den höchsten Stand seit fast fünf Monaten erreicht, am Montag, 19. Juli wurden 752 Einweisungen gemeldet. Dies ist ein Anstieg von 21 % gegenüber der Vorwoche und der höchste Tageswert seit dem 25. Februar.
  • Mindestens 800 Menschen in Uganda erhielten gefälschte Covid-19-Impfstoffe in einem Betrugsskandal, an dem „skrupellose“ Ärzte und Gesundheitspersonal beteiligt waren.
  • In Chile hat das Institut für öffentliche Gesundheit dem Sputnik-V-Covid-19-Impfstoff die Notfallzulassung erteilt und den in Russland hergestellten Impfstoff zu seinem Arsenal hinzugefügt, das bisher Impfstoffe von Pfizer, Sinovac und AstraZeneca umfasst.
  • Die Coronavirus-Neuinfektionen in Rom haben sich in den letzten neun Tagen verfünffacht, eine Steigerung, die vermutlich durch die Feiern zur Fußball-Europameisterschaft ausgelöst wurde. (Quelle: The Guardian, 21.07.21)

WHO: Zwölf Prozent mehr Fälle weltweit vergangene Woche

Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in der vergangenen Woche mehr als 3,4 Millionen neue Corona-Fälle aufgetreten, eine Steigerung um zwölf Prozent gegenüber der Vorwoche. Die Zahl der Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gehe indes weiter zurück. In der vergangenen Woche habe sie bei etwa 57.000 gelegen.

Bei diesem Tempo sei zu erwarten, dass die Zahl der insgesamt gemeldeten Infektionen in den kommenden drei Wochen die Marke von 200 Millionen übersteigen könnte, erklärte die WHO. Die höchsten Zuwachsraten seien im westlichen Pazifikraum und in europäischen Regionen zu verzeichnen. Vergangene Woche hätten Indonesien, Großbritannien, Brasilien, Indien und die USA die höchsten Infektionszahlen gemeldet. (Quelle: ZEIT, 21.07.21)


Fast 162 Millionen US-Bürger vollständig geimpft

In den USA sind inzwischen fast 162 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien über 339 Millionen Dosen verabreicht worden. Knapp 187 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen. (Quelle: ZEIT, 21.07.21)


Inter Mailand sagt Start beim Florida Cup in USA ab

Der italienische Fußballmeister Inter Mailand hat angesichts der wieder steigenden Neuinfektionen seinen Start beim Florida Cup in den USA abgesagt. Angesichts der Risiken, die derzeit internationale Reisen aufgrund der Ausbreitung der Pandemie mit sich brächten, werde man nicht teilnehmen, teilte der Verein mit.

Am Dienstag hatte bereits der englische Premier-League-Club FC Arsenal seine geplante USA-Reise in der Saisonvorbereitung wegen einiger positiver Tests im Verein kurzfristig abgesagt.

(Quelle: ZEIT, 21.07.21)


Angestellte im britischen Gesundheitswesen bekommen mehr Geld

Die Beschäftigten des englischen Gesundheitsdienstes NHS bekommen künftig drei Prozent mehr Gehalt. Das teilte die britische Regierung mit. Zuvor hatte es große Empörung darüber gegeben, dass trotz der extremen Belastungen der Pandemie lediglich eine Erhöhung von einem Prozent vorgesehen war. Eine Gewerkschaftssprecherin bezeichnete die Erhöhung nun als Schritt in die richtige Richtung, der aber noch immer nicht ausreiche, um den Leistungen der Beschäftigten in der Krise Rechnung zu tragen.

Die Erhöhung gilt für den Großteil der Beschäftigten des National Health Services (NHS) in England, darunter Hausärzte, Krankenpflegerinnen und Zahnärzte. Für viele andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gibt es in diesem Jahr wegen der hohen Verschuldung der öffentlichen Hand keine Gehaltserhöhungen. (Quelle: ZEIT, 21.07.21)


Griechische Polizei setzt Wasserwerfer gegen Impfgegner ein

Die griechische Polizei hat Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um eine Demonstration von Impfgegnerinnen und Impfgegnern vor dem griechischen Parlament in Athen aufzulösen. Die rund 3.000 Demonstrierenden, darunter zahlreiche religiöse Eiferer, protestierten gegen Corona-Maßnahmen, die den Druck auf die Impfverweigerer erhöhen, sich doch noch impfen zu lassen, berichteten der staatliche Rundfunk und Reporterinnen vor Ort. Zum Einsatz der Sicherheitskräfte sei es gekommen, weil zahlreiche Demonstrierende sich dem Parlament zu sehr genähert hätten, hieß es seitens der Polizei.

Die konservative Regierung hat es bereits gesetzlich durchgesetzt, dass sich nur noch Geimpfte in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten dürfen. In Gaststätten dürfen die Kundinnen und Kunden nur sitzen und nicht mehr zusammen tanzen. Beschäftigte im Gesundheitssektor und in der Altenpflege müssen sich zudem künftig verpflichtend impfen lassen – sonst können sie von ihrer Arbeit freigestellt werden und werden, solange sie nicht geimpft sind, nicht bezahlt.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Griechenland seit Anfang Juli nach umfassenden Lockerungen in die Höhe geschnellt. Die Ursache sehen die Corona-Experten vor allem im Nachtleben und bei feiernden Jugendlichen. (Quelle: ZEIT, 21.07.21)


Russland strebt Impfquote von 80 Prozent an

Bis zum 1. November sollen 80 Prozent der Russen geimpft sein. Die Impfrate habe sich zuletzt verdoppelt, sagt Vizepräsidentin Tatjana Golikowa bei einem im Fernsehen übertragenen Regierungstreffen. 33,6 Millionen Russen seien mindestens einmal geimpft und 22,6 Millionen vollständig durchgeimpft. In Russland leben allerdings rund 145 Millionen Menschen. (Quelle: ZEIT, 21.07.21)


Medizinisches Personal in New York braucht entweder Impfung oder Test

Medizinisches Personal in New York muss künftig entweder einen Impfnachweis vorlegen oder sich regelmäßig testen lassen. Bürgermeister Bill de Blasio teilte mit, dass all jene, die nicht durch eine Impfung geschützt seien, ab August jede Woche einen negativen Corona-Test vorlegen müssten.

Die US-Ostküstenmetropole will damit die sich rasch ausbreitende Delta-Variante bekämpfen. Sie ist mittlerweile in den USA dominant und sorgte zuletzt auch in New York für steigende Infektionszahlen vor allem bei nicht Geimpften.

In den USA steigen die Infektionszahlen wieder an – insbesondere dort, wo die Impfquote niedrig ist. Viele Impfverweigerer spielen die Gefahr durch die Delta-Variante herunter, schreibt unsere US-Korrespondentin Rieke Havertz. (Quelle: ZEIT, 21.07.21)


BioNTech kooperiert mit Hersteller in Südafrika

Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech weitet seine Produktion auf Afrika aus: Das südafrikanische Unternehmen Biovac erhalte künftig die Wirkstoffsubstanz aus Werken in Europa und übernehme in einem letzten Herstellungsschritt das Abfüllen und Verpacken, teilten BioNTech und Partner Pfizer aus den USA mit. Biovac solle jährlich 100 Millionen Dosen fertigstellen und von Südafrika aus deren Verteilung auf die 55 Staaten der Afrikanischen Union unterstützen. Losgehen soll es Anfang 2022. BioNTech und Pfizer haben dann insgesamt 20 Produktionsstätten auf drei Kontinenten.

„Unser Ziel ist es, Menschen auf allen Kontinenten die Herstellung und Auslieferung unseres Impfstoffs zu ermöglichen und gleichzeitig die Qualität der Produktion sowie die der Impfdosen sicherzustellen“, sagte BioNTech-Vorstandschef Uğur Şahin. Die Sicherung der Qualität ist ein Grund, warum BioNTech eine Freigabe der Patente für den Impfstoff bislang ablehnt. (Quelle: ZEIT, 21.07.21)


Niederländisches Catering-Unternehmen verlegt Hochzeiten nach Nordhorn

Der „Twente-Catering“-Chef Mark Fox aus Denekamp verlegt Hochzeitsfeiern, die unter den geltenden Corona-Regeln der Niederlande leiden, kurzerhand nach Nordhorn. Denn dort sind die Corona-Regeln nicht so streng: „Hier kannst du immer noch tanzen.“
Vergangene Woche hatte Fox, Manager der gleichnamigen Hochzeitslocation in Denekamp, ​​eine Idee, wie er gebeutelten Brautpaaren doch noch den schönsten Tag ihres Lebens bescheren kann. Die Lösung? Sie liegt in der Nähe, in Deutschland. Das berichtet die niederländische Tageszeitung Tubantia.

Seit der Verschärfung der Corona-Regeln in den Niederlanden am 9. Juli sind lange Partys bei Hochzeiten in den Niederlanden praktisch nicht mehr möglich. Das frustriere viele Brautpaare, für die das Fest nach der Zeremonie der Höhepunkt der Hochzeit sein solle. In Deutschland seien die Regeln anders, sagt Fox. „Bei uns ist jeder verpflichtet, auf einem Stuhl zu sitzen, und jede Form von Unterhaltung ist untersagt. Das will niemand. Die Leute wollen tanzen. Das ist in Deutschland noch möglich.“

Der Unternehmer prüfte daher, was möglich ist. „Zwei Kilometer entfernt kann man einfach tanzen, und das hat sich verrückt angefühlt. Wir machen auch viele deutsche Hochzeiten und haben daher viele Kontakte über die Grenze. Innerhalb von 24 Stunden hatten wir einen Saal in Nordhorn arrangiert. Das ist jetzt hergerichtet und bereit für Abendpartys.“

In der Hochzeitslocation in Denekamp sind für diesen Sommer insgesamt 21 Hochzeiten geplant. Zwei niederländische Brautpaare haben sich bereits für die Grenzlösung angemeldet, ebenso einige deutsche Paare. „Einer von ihnen ist DJ und muss auf seiner Party einfach Musik haben“, sagt Fox. Sie werden tagsüber im Restaurant Fox in Denekamp feiern, wo auch die Zeremonie stattfindet. Gegen Abend zieht die Hochzeitsgesellschaft dann nach Deutschland um.

Wie wichtig die Feier für die Brautpaare ist, ist laut dem Unternehmer nicht zu unterschätzen. „Die Leute verbringen manchmal ein Jahr damit, sich vorzubereiten, vom Fotografen bis zum Ring. Wenn sie ihre Hochzeit zum dritten Mal verschieben müssen, lässt der Spaß nach. Die neuen Maßnahmen haben enormes Leid verursacht. Einige Brautpaare hörten am Freitagabend, dass ihre Party einen Tag später nicht stattfinden kann. Das ist schmerzhaft.“

Dass er mit seiner Deutschland-Kampagne buchstäblich auf der Grenze balanciert, erkennt auch der Catering-Chef, der zugleich Vorsitzender der Dinkelland-Abteilung von „Koninklijke Horeca Nederland“ ist. Die neuen Beschränkungen haben natürlich einen Grund, die Gemeinde Dinkelland hat sich in den vergangenen Wochen zum Corona-Hotspot entwickelt.

„Irgendwann wird die Grenze überschritten“, gibt Fox zu. „Wir wollen niemanden gefährden oder es auf die Spitze treiben. Aber nach eineinhalb Jahren ist man als Unternehmer auch im Überlebensmodus. Dies wollen wir verantwortungsvoll tun. Ich breche damit keine Regel, das möchte ich klarstellen. Wenn ich dieses Wochenende in die Disco ‚Index‘ gehen möchte, kann ich das auch tun. Dreitausend Leute gehen da rein.“

Er halte sich dabei an deutsches Recht für Abendpartys, betont er. Das heißt: maximal hundert Personen im Raum und Zutritt nur mit Impfpass oder aktuellem negativen Corona-Test. Dies werde am Eingang streng kontrolliert. (Quelle: GN, 21.07.21)


Region Hannover: 3.000 Partygänger sind in Quarantäne

Die Corona-Inzidenz in der Region Hannover steigt mittlerweile wieder fast täglich. Grund dafür sind vor allem Treffen unter jungen Menschen – 3.000 müssen sich nach Partys zurzeit isolieren, berichtet der NDR.

Das Gesundheitsamt der Region Hannover hat die Betroffenen in Quarantäne geschickt, weil sie beispielsweise in Diskotheken, Clubs oder Bars gefeiert hatten, in denen sich am selben Abend auch mindestens eine mit Corona infizierte Person aufhielt. In einem Fall hat ein Infizierter auf einer Party 25 Menschen angesteckt. Ob in den Lokalitäten gegen Auflagen und Hygieneregeln verstoßen wurde, ist noch unklar.

Für das Gesundheitsamt sei die momentane Lage enorm herausfordernd, sagte ein Sprecher der Region Hannover. Wenn beispielsweise zwei Infizierte in einer Diskothek mit 500 anderen Menschen gefeiert hätten, dann müssten diese 500 Leute kontaktiert werden, damit sie in Quarantäne geschickt werden können. Das größte Problem sei dabei nicht, dass sich die jungen Menschen untereinander anstecken, so der Sprecher. Als problematisch hätten sich die Folge-Infektionen herausgestellt. In einem Fall habe das Gesundheitsamt fünf Ebenen nachverfolgen müssen. Viele Betroffene hätten mit der feiernden Person überhaupt nichts mehr zu tun gehabt.

Unterdessen haben sich nach einer Abiturfeier in Celle mindestens zwei Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Weitere 300 Teilnehmer schickte das Gesundheitsamt in Quarantäne. Die Zahl der Quarantäneanordnungen könne sich noch erhöhen, sagte ein Sprecher des Landkreises Celle am Mittwoch. Eine Möglichkeit zum „Frei-Testen“ gebe es bei der Delta-Variante nicht. Nach der Feier am vergangenen Freitag mit insgesamt rund 600 Teilnehmern war zunächst eine Person positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. Man müsse davon ausgehen, dass sie schon am Abend der Feier infiziert war, hieß es. Inzwischen wurde ein weiterer positiver Schnelltest eines Gastes mit dem PCR-Verfahren bestätigt. Bei einem dritten Schnelltest stehe das Ergebnis noch aus, so der Landkreissprecher.

Auch der Landkreis Lüneburg meldet hohe Corona-Zahlen unter jungen Menschen. Die meisten der Fälle führt der Landkreis auf Feieraktivitäten zurück. In der Grafschaft Bentheim hatten sich 19 Abiturientinnen und Abiturienten während einer privat organisierten Abi-Fahrt ins spanische Lloret de Mar infiziert.

Nach Angaben des Corona-Krisenstabs der Landesregierung ist mittlerweile mehr als jeder zweite Corona-Erkrankte zwischen 15 und 29 Jahre alt. Als Grund dafür gilt die niedrige Impfquote unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Regierungssprecherin Anke Pörksen appellierte deshalb an die jungen Menschen, sich erst impfen zu lassen und dann feiern zu gehen. Derzeit gibt es keine Pläne vonseiten des Landes, Diskotheken und Clubs wieder zu schließen.

Die Region Hannover weist unterdessen darauf hin, dass sich Menschen mit vollständigem Impfschutz sowie Genesene nach dem Kontakt zu einer infizierten Person von der Quarantäne befreien lassen können. Dazu müssen sie den Nachweis ihrer Impfung oder Genesung per E-Mail an coronavirus@region-hannover.de übermitteln. Als vollständig geimpft gelten Personen mindestens zwei Wochen nach ihrer zweiten Impfung beziehungsweise nach einer Dosis des Impfstoffs von Johnson & Johnson. Diese Regelung für Geimpfte und Genesene gilt nach Angaben des Robert Koch-Instituts bundesweit.

(Quelle: NDR, 21.07.21)


Spahn warnt vor deutlicher Zunahme der Corona-Fälle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bevölkerung gemahnt, angesichts steigender Corona-Zahlen Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Derzeit liege die Inzidenz bei rund 11. „Wenn sich das so weiter verdoppelt, alle zwölf Tage, dann werden wir im September die 400 überschreiten, im Oktober 800 – Inzidenz“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, „wollen wir das passieren lassen“.

Spahn wies darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas in einem Umfeld niedriger Ansteckungen zu öffnen. Er rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen einzuhalten. „Es geht darum, Maske im Innenraum tragen. Sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen“, sagte er. „Wir entscheiden jetzt, jetzt in diesen Tagen des Julis darüber, wie September, Oktober, November werden.“

Die Frage sei auch, was die Entwicklung unter Berücksichtigung der Impfquote für die Hospitalisierung und die mögliche Lage auf den Intensivstationen bedeuten könne. Derzeit seien 75 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft, ein Viertel nicht. „Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können sie sagen: 200 ist das neue 50“, sagte Spahn.

Das Bundeskabinett hat nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn die Quarantäneregeln bei der Einreiseverordnung für die verschiedenen Risikokategorien bis Mitte September verlängert.

(Foto: CC S. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 21.07.21)


Britische Impfkampagne gerät ins Stocken – weniger Nachfrage

Ähnlich wie in Deutschland gerät auch in Großbritannien die Corona-Impfkampagne ins Stocken. Etliche Hausärzte müssten ungenutzte, bald ablaufende Dosen an den Gesundheitsdienst zurücksenden, berichtete die „Times“ am Mittwoch. In den vergangenen Tagen hatte die Zahl der verabreichten Erstimpfungen so niedrig gelegen wie noch nie seit Beginn des Impfprogramms im Dezember. Im Sieben-Tage-Schnitt wurden zuletzt täglich rund 55.000 erste Impfungen verabreicht – in Hochzeiten waren es rund viermal so viel. Seit einigen Wochen sind alle Erwachsenen im Land impfberechtigt.

Knapp 69 Prozent der erwachsenen Briten sind bereits vollständig geimpft, 88 Prozent haben die erste Dosis erhalten. In England setzt Premierminister Boris Johnson voll auf den Schutz der Impfungen: Fast alle anderen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sind seit Montag aufgehoben, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien zuletzt bei 440 (Stand: 15. Juli) lag.

Derzeit versuchen die Behörden, mit möglichst niedrigschwelligen Angeboten jüngere und impfskeptischere Bürger zu erreichen. So ist es etwa in London vielerorts möglich, sich unbürokratisch ohne Termin in größeren Zentren impfen zu lassen. ( Quelle: TSP, 21.07.21)


Studie – Corona hat über eine Million Kinder zu Waisen gemacht

Laut einer neuen Studie haben weltweit über eine Million Kinder zwischen März 2020 und April 2021 eine Mutter, einen Vater oder eine andere Bezugsperson durch das Coronavirus verloren. Das berichtet Lucie Cluver, Professorin für Kinder- und Familiensozialarbeit an der University of Oxford und der University of Cape Town, in der „New York Times“. In Südafrika verlor jedes 200. Kind eine direkte Bezugsperson, in Peru jedes 100.

Ein Forscherteam habe demnach mathematische Modellierungen und Mortalitäts- und Fruchtbarkeitsdaten aus 21 Ländern mit 76 Prozent der weltweiten Todesfälle durch Covid-19 genutzt, um eine Schätzung aufzustellen, wie viele Kinder betroffen seien.

Das Ergebnis zeigte, dass Kinder mehr Familienmitglieder verloren, „seit AIDS zum ersten Mal in Afrika südlich der Sahara wütete“, schreibt Cluver. Mit einer steigenden Anzahl an Waisen stieg damals auch das Risiko für psychische Probleme, Infektionskrankheiten, körperlichen Missbrauch und sexuelle Gewalt sowie Armut.

Die Situation sei bei Corona jetzt ähnlich, erklärt Cluver. „Nach unseren Schätzungen verliert alle zwölf Sekunden ein Kind eine wichtige Bezugsperson durch das Coronavirus. Obwohl weltweit über eine halbe Milliarde Covid-19-Impfdosen verabreicht wurden, wurden mehr als 75 Prozent davon in den reichsten Ländern der Welt eingesetzt.“ Diese Verteilung sei ungleich, so Cluver.

Und da eine flächendeckende Impfung Jahre dauern kann, könnte die Zahl betroffener Kinder weltweit exponentiell ansteigen. Die Verantwortung für diese Kinder liege aus Cluvers Sicht bei der Weltgemeinschaft. Sie plädiert dafür, eine Initiative ins Leben zu rufen, die Unterstützung für Kinder bietet, die von tödlichen Covid-Fällen in der Familie betroffen sind.( Quelle: TSP, 21.07.21)


Studie: Zwei Drittel der Menschen in Indien haben Corona-Antikörper

Zwei Drittel der Menschen in Indien ab sechs Jahren haben Kontakt mit dem Coronavirus gehabt oder eine Corona-Impfung erhalten und entsprechende Antikörper entwickelt. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung im Auftrag der indischen Regierung mit Proben von mehr als 36.000 Menschen vom Juni und Juli, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Ergebnisse seien zwar ein Hoffnungsschimmer, sagte der Chef des Indian Council of Medical Research, Balram Bhargava, bei der Pressekonferenz. Er forderte die Bürger jedoch auch auf, sich nach wie vor an Corona-Regeln zu halten. Denn noch hätten rund 400 Millionen der mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohner des Landes keine Antikörper.

In Indien gibt es weltweit nach den USA die zweithöchste Zahl an registrierten Coronafällen – insgesamt mehr als 31 Millionen. Doch offensichtlich hat es eine sehr hohe Dunkelziffer. Die Situation hatte sich im April und Mai unter anderem im Zusammenhang mit der dort erstmals entdeckten Delta-Variante des Coronavirus dramatisch zugespitzt. An einigen Tagen wurden 400.000 Neuinfektionen gemeldet. Krankenhäuser waren teils so überlastet, dass Menschen auf Parkplätzen davor starben und der medizinische Sauerstoff ausging. Angehörige mussten selbst bei Krematorien warten.

Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt. Es werden täglich zwischen 30.000 und 40.000 neue Corona-Fälle gemeldet. Angesichts einer niedrigen Impfrate und einer zurückkehrenden Normalität warnen Experten jedoch vor einer dritten Welle. Bislang sind knapp 24 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen Corona geimpft und rund 6 Prozent vollständig.

Bei der vorangegangenen Antikörper-Untersuchung in Indien im Februar 2021 und damit vor der zweiten Welle hatten erst 21 Prozent der Menschen Corona-Antikörper. Damals wurden Menschen ab 10 Jahren entsprechend getestet. ( Quelle: TSP, 21.07.21)


Spahn: Mehr als 50 Millionen Menschen einmal geimpft

Mehr als 50 Millionen Menschen in Deutschland sind nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn mindestens einmal geimpft. Das seien 60,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. 39,3 Millionen Menschen oder 47,3 Prozent seien vollständig geimpft. „Aber das reicht noch nicht gegen Delta: Bitte lassen Sie sich impfen“, schreibt Spahn auf Twitter. ( Quelle: TSP, 21.07.21)


Frankreich verschärft Corona-Regeln wieder

Im Kampf gegen eine neue Corona-Welle gelten in Frankreich verschärfte Corona-Regeln. Im Kino, Theater oder Museum ist vom Mittwoch an ein negativer Corona-Test oder ein Impf- oder Genesungsnachweis notwendig. Das gilt, sobald mehr als 50 Menschen zusammenkommen. Die Änderungen hatte Staatschef Emmanuel Macron in der zurückliegenden Woche angekündigt. Betroffen sind laut Amtsblatt auch andere Veranstaltungen oder Orte wie beispielsweise Messen oder bestimmte Sporteinrichtungen.

Das Land sei zurzeit mit einer vierten Corona-Welle konfrontiert, hatte Regierungssprecher Gabriel am Montag gesagt. Diese Welle könne „sehr hoch“ ansteigen, warnte er. In dem Land mit rund 67 Millionen Menschen hat weit über die Hälfte zumindest eine Impfung erhalten.

Von Anfang August an wird in Land dann auch ein Nachweis in Fernzügen, Bars, Restaurants, Einkaufszentren oder Krankenhäusern verpflichtend sein. Die Regierung brachte dazu ein Gesetz auf den Weg. Ein genauer Termin für die Änderung steht bisher nicht fest. ( Quelle: TSP, 21.07.21)


Grafschafter Zahlen

Es gibt zwei Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Grafschaft Bentheim, das geht aus dem sogenannten Dashboard des Landkreises hervor. Aktuell sind demnach 45 aktuelle Covid-19-Fälle im Kreisgebiet bekannt. In dieser Corona-Statistik ist die Zahl der Neuinfektionen am Montag nachträglich um eine weitere Infektion nach oben korrigiert worden.
Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wird vom Robert-Koch-Institut auf 29,9 beziffert. Am Dienstag lag dieser Wert noch bei 29,2. In Quarantäne befinden sich am Mittwoch 170 Grafschafter, das sind 28 mehr als noch am Dienstag. Insgesamt sind bisher 5410 Infektionen in der Grafschaft bestätigt worden. 5242 Menschen gelten inzwischen als wieder genesen. In Verbindung mit dem Corona-Virus werden weiterhin 123 Todesfälle gebracht.

Bad Bentheim: 13 (0)
Emlichheim: 3 (0)
Uelsen: 1 (+1)
Neuenhaus: 0
Wietmarschen:
Nordhorn: 17 (+2) (=28,1 Inzidenz)
Schüttorf: 11 (0)

(Quelle: GN , 21.07.21)


Lokale 7-Tage-Inzidenzen

Lingen 3,7 (+2)
Meppen 2,8 (+1)
📌 Papenburg 58,3 (+22)



Sommerferien beginnen in Niedersachsen – mit ungewissem Blick auf den Herbst

Rund eine Million Kinder und Jugendliche in Niedersachsen starten am Donnerstag in die Sommerferien. Nach einem turbulenten Schuljahr atmen Lehrkräfte, Eltern und Schüler durch.

Geschlossene Schulen, Klassen in Quarantäne, monatelanges Distanzlernen und ständige neue Vorgaben aus der Politik: Lehrer- und Elternvertreter hoffen, dass sich so ein Schuljahr nicht wiederholt. Viele fühlten sich leer und erschöpft, sagte Andrea Kunkel vom Schulleitungsverband dem NDR in Niedersachsen. Aus ihrer Sicht wird die Schule aber auch nach den Ferien nicht planbarer. „Das wird sich nicht ändern, machen wir uns nichts vor“, so Kunkel.

Ärger gibt es weiter um die Luftfilter: Kommunen beklagen, dass sie Filter nicht bestellen können. Die Förderprogramme von Bund und Land seien zwar angekündigt, aber noch nicht ausgearbeitet, heißt es. Nur auf Grundlage von Eckpunkten wollen die Kommunen aber keine Filter bestellten. Sie fürchten, falsche Geräte zu kaufen oder auf den Kosten sitzen zu bleiben. Lehrer- und Kommunalverbände rechnen damit, dass die Geräte erst im Herbst in den Schulen ankommen werden. „Wir sind handlungsunfähig“, kritisierte Jan Arning vom Niedersächsischen Städtetag.

Das niedersächsische Kultusministerium versucht zu beruhigen. Die Kommunen könnten die Geräte auch ohne die entsprechende Richtlinie beschaffen, sie hätten alle Informationen erhalten, erklärte ein Sprecher. „Es geht jetzt einerseits um zügiges Handeln und andererseits um eine realistische Erwartungshaltung. Die Schulträger können handeln und werden dafür Geld vom Land erhalten. Gleichzeitig ist klar, dass Beschaffung und Einbau nicht von heute auf morgen erfolgt sein werden“, heißt es aus dem Ministerium. (Quelle: NDR, 21.07.21)



Niedersachsen und Corona

Am Mittwoch, 21. Juli, sind in Niedersachsen 232 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.805.

Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 262.887 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Sie liegt bei 12,7 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 11,3 Fälle) – und damit über dem Bundesdurchschnitt von 11,4. (Quelle: NDR, 21.07.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen lag sie bei 11,4 – am Vortag betrug der Wert 10,9 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI inerhalb des gestrigen Tages 2.203 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.548 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 19 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 28 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.748.613 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.642.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.416. (Quelle: RKI, 21.07.21)



Lehrerverband rechnet mit Einschränkungen des Schulbetriebs

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Lehrerverbands, erwartet auch im kommenden Schuljahr Einschränkungen. Meidinger sagte der Welt, er fürchte, dass wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus Hunderttausende Schüler in Quarantäne müssen.
Niemand kann ausschließen, dass wir wegen der Delta-Variante und der mangelnden Impfquote eine enorme vierte Welle bekommen, in der dann auch wieder Wechselunterricht nötig wird.

Meidinger rief die Politik zu Ehrlichkeit auf. „Wer jetzt verspricht, dass es im nächsten Jahr auf jeden Fall vollständigen Präsenzunterricht geben wird, begibt sich auf dünnes Eis“, sagte der Verbandspräsident. „Präsenzunterricht um jeden Preis bedeutet, die Durchseuchung der Schulen in Kauf zu nehmen. So ehrlich sollte Politik das schon sagen.“

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sprach sich für Impfungen auch in den Schulen aus. Nach den Sommerferien dürfe es nicht mehr dazu kommen, dass Schulen geschlossen werden müssten, sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ich bin dafür, dass es an den Schulen auch Impfangebote für Jugendliche gibt. Das muss man schon jetzt mit mobilen Impfteams in großem Umfang vorbereiten.“ Am Ende müssten Schüler und Eltern aber selbst entscheiden, ob sie eine Impfung wollten. (Quelle: ZEIT, 21.07.21)




Stiko-Mitglied: Statt Kinder lieber mehr Erwachsene impfen

Die Medizinerin Eva Hummers, die der Ständigen Impfkommission des RKI angehört, hat an die noch nicht gegen Corona geimpften Erwachsenen appelliert, sich die Spritze geben zu lassen – auch zu Gunsten der Kinder. „Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt die Kinder in die Verantwortung nehmen und sagen, sie müssen sich impfen lassen, um impfunwillige Erwachsene in ihrem Umfeld zu schützen, während wir noch nicht wissen, ob die Impfung möglicherweise oder in welchem Umfang sie möglicherweise für die Kinder eine Gefährdung ist“, sagte Hummers dem Mannheimer Morgen.

Zugleich kritisierte die Professorin aus Göttingen die Forderungen an die Ständige Impfkommission (Stiko), die Corona-Impfung auch für Kinder zu empfehlen. „Ich finde es nicht sachgerecht und auch unangemessen, wenn die Stiko von manchen Politikern als eine etwas verschlafene Gruppe dargestellt wird, die man daran erinnern müsse, eine ‚Meinung‘ zu äußern“, sagte Hummers, die seit 2011 Mitglied der Kommission ist. (Quelle: ZEIT, 20.07.21)


Manuel Bogner
„Am Anfang war mir gar nicht klar, wozu ich gerade ‚Ja‘ sage“

Sarah Maaß leitete das Impfzentrum in Berlin-Tempelhof. Vier Monate war sie dafür verantwortlich, dass Tausende Berlinerinnen und Berliner eine Corona-Impfung erhalten. Heute schließt es. Im Interview erklärt sie, warum sie nichts von einer Impfpflicht hält, wie die Arbeit im Impfzentrum ihr Privatleben beeinflusst hat und ob sie die Entscheidung für den Job bereut hat.

Die Neurowissenschaftlerin leitete die Impfzentren im ehemaligen Flughafen Tempelhof und im Erika-Heß-Stadion. Am heutigen Dienstag schließt die Berliner Gesundheitsverwaltung nun das Zentrum in Tempelhof – und Maaß muss Abschied nehmen.

Hier geht’s zum Interview. (Quelle: ZEIT, 20.07.21)



Berlin bietet ab Freitag „Spontan-Impfungen“ in Impfzentren an

In Berlin soll es in drei Impfzentren ab Freitag „Spontan-Impfungen“ ohne Anmeldung geben. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Corona-Impfungen seien dann zwischen 14 und 17 Uhr ohne Terminvereinbarung möglich. Das Angebot sei zunächst voraussichtlich für vier bis sechs Wochen für die Impfzentren in Tegel, auf dem Messegelände in Charlottenburg und im Erika-Heß-Eisstadion in Wedding geplant. Dort soll nach Angaben der Gesundheitsverwaltung jeweils der Moderna-Impfstoff zum Einsatz kommen.

Die Impfbereitschaft in der Hauptstadt sei „relativ hoch“, sagte Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) bei der Pressekonferenz des Senats. Allerdings werde das Potenzial der vorhandenen Impfstoffe derzeit nicht voll ausgeschöpft. Es sei genug Impfstoff vorhanden, um bis Ende September 90 Prozent aller Berlinerinnen und Berliner über zwölf Jahren zu impfen.

Nach den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Institus sind in Berlin bisher fast 60 Prozent der Menschen erstgeimpft, 46 Prozent haben bereits den vollständigen Impfschutz. (Quelle: ZEIT, 20.07.21)


Auch BVB bietet Impfungen an

Borussia Dortmund macht seinen Fans ein besonderes Impfangebot: Von Donnerstag an stehen im Stadion die Impfstoffe BioNTech sowie Johnson & Johnson zur Verfügung. „Als besonderes Highlight könnt ihr im Anschluss an den kleinen Piks einen Spaziergang im Stadion machen und euren Impftermin durch ein Foto mit dem DFB-Pokal abrunden“, teilte der Verein mit.

„Macht mit, lasst euch impfen und leistet euren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie“, appellierte der Revierclub an die Fans. Die Impfung möglichst vieler Menschen könne die Chance auf die Rückkehr möglichst vieler Fans zu den Spielen der Borussia erhöhen.(Quelle: ZEIT, 20.07.21)


Impfbus zum Saisonauftakt vor dem Schalker Stadion

Die Fans des FC Schalke 04 können sich beim Saisonauftakt ihres Clubs in der 2. Fußball-Bundesliga am Freitag gegen den Hamburger SV gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie der Revierclub am Dienstag mitteilte, soll damit eine Aktion der Stadt Gelsenkirchen zur Förderung des Impftempos in der Region unterstützt werden. Von 18.00 bis 22.30 Uhr kann ein Impfbus auf dem Stadionring von den Fans auch ohne Voranmeldung genutzt werden. „Jede geimpfte Person bringt uns alle ein Stück näher zurück zur Normalität. Wir hoffen, dass sich viele Schalker, die es noch nicht getan haben, impfen lassen und ermutigen jeden, diesen wichtigen Schritt raus aus der Pandemie zu tun“, sagte Schalkes Sportvorstand Peter Knäbel. (Quelle: TSP, 20.07.21)


Briten melden 40 von Hundert mehr Neuinfektionen im Wochenvergleich

Die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien ist im Verlauf der vergangenen Woche um 40,7 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Den Regierungsangaben zufolge wurden dabei zuletzt 46.558 neue Fälle an einem Tag gemeldet. (Quelle: TSP, 20.07.21)


EMA startet Prüfverfahren für französischen Corona-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ein schnelles Prüfverfahren für den Corona-Impfstoff des französischen Herstellers Sanofi Pasteur eingeleitet. Nach den bisher vorliegenden Daten aus Laborstudien und klinischen Versuchen könnte das Präparat Vidprevtyn vor einer Covid-19-Erkrankung schützen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, ist unklar.

Nach dem beschleunigten Rolling-Review-Verfahren bewerten die Experten die Daten bereits, bevor die Versuchsreihe abgeschlossen und ein offizieller Zulassungsantrag gestellt ist. Dieses Verfahren dauert solange, bis genug Daten für einen Antrag auf Marktzulassung in der EU vorliegen. Vidprevtyn ist ein proteinbasierter Impfstoff. Er soll den Körper in die Lage versetzen, Antistoffe gegen das Virus herzustellen.

Zur Zeit werden noch vier andere Corona-Impfstoffe geprüft. Bisher wurden vier Präparate in der EU zugelassen. Das sind die Impfstoffe von Pfizer/Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. (Quelle: TSP, 20.07.21)


Pilger steinigen symbolisch Teufel mit desinfizierten Kieseln

Zahlreiche Muslime haben am Dienstag im Mina-Tal bei Mekka in Saudi-Arabien mit desinfizierten Kieselsteinen symbolisch den Teufel gesteinigt. Sie begingen damit das letzte große Ritual der Pilgerfahrt Hadsch, die in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie erneut in reduzierter Form stattfand. Während der religiösen Zeremonien trugen die Gläubigen Masken und hielten Abstand.

In der Vergangenheit war es bei der Teufelssteinigung immer wieder zu tödlichen Massenpaniken gekommen. In dem Ansturm von Millionen Pilgern wurden immer wieder Menschen erdrückt oder tot getrampelt. Diese Gefahr bestand für die rund 60.000 weiß gekleideten Pilger in diesem Jahr nicht. Im Gegensatz zu den 2,5 Millionen Gläubigen, die sich im Jahr 2019 an den heiligen Stätten drängelten, hielten sie die nötigen Abstände ein.

Zu der Pilgerreise wurden auch in diesem Jahr ausschließlich Gläubige mit Wohnsitz in Saudi-Arabien zugelassen. Für das Königreich ist der Hadsch eigentlich eine wichtige Einnahmequelle. Der Golfstaat erzielt jährlich umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro aus sämtlichen Pilgerreisen. In Mekka hängen hunderttausende Jobs am Hadsch.

Der fünftägige Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, ist angehalten, mindestens einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilzunehmen. Die symbolische Steinigung des Teufels kennzeichnet den Beginn des dreitägigen muslimischen Opferfests Eid Al-Adha. (Quelle: TSP, 20.07.21)


Ex-Berater: Johnson wollte Queen trotz Corona persönlich besuchen

Der frühere britische Regierungsberater Dominic Cummings hat weitere Anschuldigungen gegen Premier Boris Johnson erhoben. In einem ausführlichen Interview, das die BBC am Dienstagabend in voller Länge ausstrahlen wollte, erzählt Cummings, Johnson habe zu Beginn der Pandemie die Queen trotz ihres hohen Alters weiterhin persönlich treffen wollen. Er selbst habe seinen Chef davon überzeugen müssen, dass er die heute 95-jährige Monarchin damit umbringen könne, wenn er sie mit dem Virus anstecke, behauptete Cummings.

Queen Elizabeth II. und Johnson hielten ihre wöchentlichen Audienzen schließlich virtuell ab. Seit seinem Abgang aus der Downing Street erhebt der Ex-Regierungsberater Cummings, der jahrelang zum engsten Zirkel um Boris Johnson gehörte, immer wieder herbe Vorwürfe gegen diesen. So wirft er ihm unter anderem massive Fehlentscheidungen in der Pandemie vor und damit auch die verheerende britische Bilanz an Corona-Toten, die mittlerweile bei mehr als 152.000 Todesfällen mit Covid-19 auf dem Totenschein liegt.

Zuletzt brachte er Johnson auch damit in Bedrängnis, dass er Ausschnitte aus WhatsApp-Chats veröffentlichte. Im Interview kommt unter anderem eine Nachricht Johnsons zur Sprache, in der dieser im vergangenen Oktober sarkastisch „Bekommt Covid und lebt länger“ (original: „Get Covid and Live Longer“) geschrieben haben soll. Hintergrund soll das durchschnittliche Alter der damals an Covid-19 sterbenden Patienten gewesen sein.

Johnson soll der Meinung gewesen sein, dass dieses mit mehr als 80 Jahren über der durchschnittlichen Lebenserwartung liege und es daher keinen Anlass für einen weiteren Lockdown gebe. Cummings‘ Vorwürfe werden von manchen als Rachefeldzug angesehen, da er seinen Posten nach einem bitteren Machtkampf in der Downing Street verlassen hatte. Allerdings decken sich viele seiner Behauptungen mit Aussagen anderer Beteiligter oder Beobachter. (Quelle: TSP, 20.07.21)


Long-Covid-Studie: Jeder 5. Patient hat Organschäden

Ein Forschungsprojekt der Universitätsklinik Ulm zu Corona-Spätfolgen hat bislang bei etwa jedem fünften seiner Patienten Organschäden festgestellt. „Wir hatten bislang rund 250 Patienten. 20 Prozent von ihnen haben Organschäden“, sagte Dominik Buckert, betreuender Oberarzt der Spezialambulanz für Covid-Spätfolgen an Lunge, Herz und Gefäßen am Uniklinikum Ulm. Der größte Teil der übrigen Patienten fühle sich schlechter belastbar als vor der Erkrankung, sagte Buckert. Bei ihnen konnten die Mediziner aber keine Organschäden feststellen.

Die meisten Menschen, die in die Sprechstunde kommen, sind demnach zwischen 40 und 50 Jahre alt. „Und eigentlich verhältnismäßig gesund, also ohne chronische Vorerkrankungen“, so der Oberarzt. Die jüngsten der etwas mehr männlichen Patienten sind um die 20 Jahre alt. Das Uniklinikum hatte die Sprechstunde für Menschen mit Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Erkrankung bereits im Februar dieses Jahres eingerichtet.

Die Ulmer Spezialisten für innere Medizin beobachten bei den Organschäden vor allem Herzmuskelentzündungen und die Folgen davon. Dazu gehörten etwa Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, so Buckert. „Bei der Lunge beobachten wir, dass sich das Lungengerüst verändert und so ein schlechterer Gasaustausch möglich ist.“ Atemnot sei die Folge. Die bisherigen Erkenntnisse deckten sich mit den Rückmeldungen anderer Kliniken zu Corona-Spätfolgen, sagte Buckert. (Quelle: TSP, 20.07.21)


Karl Lauterbach gegen Sammelunterkünfte für Flutopfer

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach davor gewarnt, Flutopfer in den Hochwasserregionen in Sammelunterkünften unterzubringen. „Massenunterkünfte sind eine Gefahr für die Menschen, denn dort herrscht ein hohes Corona-Ansteckungsrisiko“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe

Stattdessen sollten Flutopfer in Hotels und Einzelunterkünften untergebracht werden. Nur so ließen sich Massenausbrüche verhindern und die Zahl der vermeidbaren Kontakte eingrenzen. Zugleich rief Lauterbach dazu auf, mobile Impfteams in den Katastrophenregionen einzusetzen. (Quelle: ARD, 20.07.21)


60 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal geimpft

In Deutschland sind inzwischen 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Dies sei ein „wichtiger Meilenstein“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag auf Twitter. Mindestens einmal geimpft sind demnach 49,9 Millionen Menschen. Den vollen Impfschutz haben inzwischen 38,8 Millionen Menschen, das sind laut Spahn 46,7 Prozent.

Spahn rief dazu auf, die Impfungen gegen das Coronavirus weiter wahrzunehmen: „Für einen sicheren Herbst und Winter brauchen wir allerdings noch mehr, die mitmachen und so sich und andere schützen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vergangene Woche gesagt, in Deutschland müssten Impfquoten von 85 Prozent unter den Zwölf- bis 59-Jährigen erreicht werden. Bei den über 60-Jährigen müsse die Quote bei 90 Prozent liegen, um angesichts der Verbreitung der Delta-Variante einen neuen starken Anstieg der Fallzahlen zu vermeiden. (Quelle: ARD, 20.07.21)


Grafschafter Zahlen

Grafschafter haben bereits eine erste Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das berichtet die Kreisverwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim am Dienstag. Demnach seien 60.866 Grafschafter bereits vollständig geimpft. Insgesamt seien im Impfzentrum in Nordhorn und durch die niedergelassenen Ärzte insgesamt 143.645 Spritzen gesetzt worden.
Aktuelles Infektionsgeschehen

Am Dienstag meldet die Kreisverwaltung einen weiteren Corona-Fall in der Grafschaft Bentheim. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wird vom Robert-Koch-Institut auf 29,2 beziffert. Aktuell sind 42 Infektionen bekannt. 142 Grafschafter befinden sich in Quarantäne. Insgesamt sind bisher 5.407 Covid-19-Fälle im Labor bestätigt worden. 5.242 Grafschafter haben inzwischen die Infektion überstanden, sie gelten als genesen. In Verbindung mit dem Corona-Virus werden weiterhin 123 Todesfälle gebracht.

📌 In den benachbarten Niederlanden lag der Sieben-Tage-Inzidenzwert für das gesamte Land am Dienstag bei 414,9.

Der Landkreis weist in seinem Dashboard 42 aktuelle Fälle in der Grafschaft Bentheim aus, hier aufgeteilt auf die einzelnen Kommunen (Veränderungen zum Vortag jeweils in Klammern): Bad Bentheim: 13 (0), Emlichheim: 3 (0), Uelsen, Neuenhaus und Wietmarschen: 0, Nordhorn: 15 (+1), Schüttorf: 11 (0).
(Quelle: GN, 20.07.21)


Rheinland-Pfalz startet Impfbus im Ahrtal

Aus Sorge vor einer Ausbreitung der Pandemie im Katastrophengebiet haben die rheinland-pfälzische Landesregierung und die Kreisverwaltung im Ahrtal einen Impfbus gestartet. Ohne Anmeldung für einen Termin können sich Bewohnerinnen und Bewohner der Region dort impfen lassen, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte.

In dem Bus gibt es auch die Möglichkeit zu Schnelltests. Impfen und Testen seien die beiden wichtigsten Vorkehrungen gegen eine Zunahme von Infektionen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. „Angesichts einer Infrastruktur, die so schwer beschädigt ist, ist die Gefahr da.“

Der Bus des Impfzentrums Koblenz soll heute in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit den dezentralen Impfungen starten. Dabei kommen die Impfstoffe von BioNTech sowie von Johnson & Johnson zum Einsatz.

In der Katastrophenhilfe werde „notwendigerweise Hand in Hand“ gearbeitet, „oftmals ohne Corona-Schutzmaßnahmen umfänglich einhalten zu können“, sagte Staatssekretär Denis Alt (SPD). „Mit Impfungen und Schnelltests wollen wir den Betroffenen und den zahlreichen Helferinnen und Helfern ein unbürokratisches Schutzangebot machen, um so die Pandemie im Katastrophengebiet im Griff zu behalten.“ (Quelle: SWR, 20.07.21)


Nordhorn: Impfaktion für 12- bis 17-Jährige

Nach den landesweiten Impfaktionen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren startet am Mittwoch die Grafschaft Bentheim eine ähnliche Aktion. Im Nordhorner Impfzentrum können sich 12- bis 17-Jährige gegen Corona impfen lassen. Die dortigen Ärzte hätten Erfahrungen mit dem Impfen von Kindern und Jugendlichen, so der Landkreis Grafschaft Bentheim. Allerdings müsse ein Elternteil für das medizinische Aufklärungsgespräch dabei sein. Der Biontech-Impfstoff ist für Kinder ab den 12. Lebensjahr zugelassen. Der Landkreis Vechta startet am Mittwoch eine Sonder-Impfaktion für Menschen, die von einer Corona-Infektion genesen sind. Dafür gebe es im Zentrum in Lohne 300 Dosen des Impfstoffs von Moderna. Für die Aktion von 17 bis 20 Uhr ist keine Anmeldung nötig. (Quelle: NDR, 20.07.21)


Mütter verlagerten Arbeit in der Pandemie häufiger als Väter

Aufgrund von Kinderbetreuung und Homeoffice infolge der Corona-Pandemie haben vor allem Mütter ihre Arbeit auf den Abend oder das Wochenende verlagern müssen. Das legt eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) dar. Bei etwa 52 Prozent der Mütter mit Kindern unter 14 Jahren sei dies im April 2020 der Fall gewesen. Nicht einmal ein Drittel der Väter hat die Arbeit umlegen müssen.

Der Anteil bei den Frauen sei bis Oktober auf 26 Prozent gesunken, bei den Männern auf rund 18 Prozent. Laut IAB haben insgesamt 33 Prozent der Beschäftigten, die im April 2020 Kinder unter 14 Jahren zu betreuen hatten, ihre Arbeitszeiten zumindest teilweise verlagert. Bei Menschen ohne Kinder waren es 16 Prozent.

Beschäftigte im Homeoffice haben ihre Arbeitszeit pandemiebedingt häufiger verlagert als Personen, die kein Homeoffice nutzten: In der ersten Gruppe gaben laut der Forschern im April 2020 mehr als ein Drittel an, zu anderen Zeiten zu arbeiten als noch vor der Pandemie – im Vergleich zu etwa 15 Prozent in der zweiten Gruppe. Bis Oktober 2020 seien die Anteile in beiden Gruppen deutlich auf etwa 18 beziehungsweise fünf Prozent gesunken. Insgesamt änderte dem IAB zufolge im April 2020 noch ein Viertel der Befragten seine Arbeitszeiten, bis Oktober 2020 sank dieser Anteil auf elf Prozent. (Quelle: ZEIT, 20.07.21)


Mittleres Einkommen steigt 2020 nur leicht

Das mittlere Einkommen ist im Corona-Jahr 2020 bundesweit nur leicht gestiegen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit in ihrer jährlichen Entgeltauswertung mit. Die Kurzarbeit habe vor allem zu geringeren Verdiensten geführt und den Anstieg gebremst. Im verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe ist das Einkommen sogar gesunken.

Das Medianeinkommen aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten habe im vergangenen Jahr bei 3.427 Euro gelegen und damit um 26 Euro über dem Vorjahr. Ohne Pandemieauswirkungen wäre der Median laut Bundesagentur um 69 weitere Euro gestiegen.

Einen Zuwachs gab es im vergangenen Jahr bei Versicherungsdienstleistungen (plus 111 Euro), im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 80 Euro) sowie in Erziehung und Unterricht (plus 77 Euro).

Das Medianeinkommen ist der Wert, von dem aus betrachtet es genauso viele niedrigere wie höhere Einkommen gibt – diese Zahl ist also nicht gleichzusetzen mit dem Durchschnittseinkommen. (Quelle: ZEIT, 20.07.21)


Elektroindustrie erholt sich weiter

Die deutsche Elektroindustrie erholt sich von den Einbußen infolge der Corona-Pandemie. Im Mai stiegen die Exporte kräftig um 26,6 Prozent zum Vorjahresmonat auf 17,1 Milliarden Euro, wie der Branchenverband ZVEI am Dienstag in Frankfurt mitteilte. „Vor einem Jahr waren sie bedingt durch die Corona-Pandemie allerdings auch um mehr als ein Fünftel eingebrochen“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Am kräftigsten legten die Exporte nach Spanien, Frankreich und Italien zu und auch im wichtigen Exportmarkt USA gab es einen Sprung nach oben. (Quelle: ZEIT, 20.07.21)


Niedersachsen fordert Corona-Tests für Autofahrer an Grenzen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat den Bund aufgefordert, endlich Voraussetzungen für Kontrollen des Autoreiseverkehrs zu schaffen. „Wir sind der Auffassung, dass Tests, so wie wir sie aus unserem normalen Alltag kennen, bei jeder Einreise verlangt werden sollten. Und dass an der Grenze zumindest Stichproben vorgesehen werden“, sagte der SPD-Politiker dem Bremer Weser-Kurier. Die Bundesregierung müsse dafür schnell die angekündigte Änderung der Einreiseverordnung umsetzen.

Die Grafschaft Bentheim habe bei den Inzidenzen gerade einen deutlichen Sprung nach oben gemacht und sei dadurch in Niedersachsen Spitzenreiter geworden. „Wenn man auf die geografische Lage schaut, liegt der Schluss nahe, dass die Nachbarschaft zu den Niederlanden dabei eine größere Rolle spielt.“

Impfverweigerer sollten nach Weils Auffassung künftig für Tests, die zum Zutritt in Restaurants, Kinos oder Veranstaltungen berechtigen, zahlen müssen. (Quelle: ZEIT, 20.07.21)




Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 20. Juli, sind in Niedersachsen 125 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.805. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 262.655 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Sie liegt nun bei 11,3 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 10,3 Fälle) – und damit über dem Bundesdurchschnitt von 10,9. (Quelle: NDR, 20.07.21)



Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagmorgen lag sie bei 10,9 – am Vortag betrug der Wert 10,3 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1183 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 646 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 34 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 26 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.746.410 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.641.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.397. (Quelle: RKI, 20.07.21)


Neuinfektionen in Indien auf niedrigstem Stand seit vier Monaten

In Indien geht die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen zurück. Das Gesundheitsministerium registriert 30.093 neue Fälle, das ist der niedrigste Stand seit vier Monaten. Insgesamt haben sich bisher mehr als 31,17 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt binnen 24 Stunden um 374 auf 414.482. (Quelle: TSP, 20.7.21)


Gericht erklärt Impfpflicht an US-Universität für rechtmäßig

Ein US-Bundesrichter hat am Montag die Corona-Impfpflicht einer Universität für rechtmäßig erklärt. Acht Studenten hatten gegen die verpflichtende Impfung für die 90.000 Studenten und 40.000 Angestellten der Indiana University vor dem Gericht in South Bend geklagt. Die Entscheidung von Richter Damon Leichty kann noch vor dem Obersten Gerichtshof angefochten werden. Die Universität hatte die Impfpflicht erlassen, Ausnahmen aus religiösen oder medizinischen Gründen aber zugelassen.

Die US-Verfassung erlaube es, „unerwünschte medizinische Behandlungen auf der Grundlage der körperlichen Autonomie zu verweigern“, erklärte Leichty in seinem Urteil. Sie erlaube der Universität aber auch „einen angemessenen und gebührenden Impfprozess im legitimen Interesse der öffentlichen Gesundheit“.

Die Impfkampagne in den Vereinigten Staaten, die zunächst enorme Fortschritte gemacht hatte, ist in den vergangenen Wochen ins Stocken geraten. Etwa 68 Prozent der Erwachsenen haben bislang mindestens eine Impfdosis erhalten. (Quelle: TSP, 20.07.21)


China meldet Anstieg von Fällen an der Grenze zu Myanmar

China meldet ein Wiederaufflammen des Virus in der Grenzregion zu Myanmar. Das chinesische Festland verzeichnet binnen 24 Stunden 65 neue bestätigte Fälle, verglichen mit 31 am Vortag, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilt. Das war die höchste Zahl an Neuinfektionen seit dem 30. Januar, als 92 Ansteckungen gemeldet wurden. Bei 41 der neue Fälle handele es sich um chinesische Staatsbürger, die kürzlich aus Myanmar zurückgekehrt waren, heißt es weiter. ((Quelle: TSP,209.07.21)


Weltärztepräsident warnt vor zu schnellen Öffnungen

Angesichts von erneut rapide steigenden Infektionszahlen warnt Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery vor zu schnellen Öffnungen. Schon die kleineren Öffnungsschritte der vergangenen Wochen hätten die Inzidenzwerte anwachsen lassen, sagt Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Momentan verdoppele sich die Zahl der Infizierten im Wochenrhythmus. „Jetzt die Einschränkungen unserer Kontakte einfach fallenzulassen und ‚alles zu öffnen‘ wäre brandgefährlich“, erklärte der Mediziner. „Wer das tut, riskiert den Einstieg in die vierte Welle.“ Stattdessen plädiert Montgomery für ein schrittweises und kontrolliertes Vorgehen. (Foto: CC s. Archiv v. 19.5.20; Quelle: TSP, 20.07.21)


Landesregierungen befürchten Corona-Ausbrüche in Katastrophengebieten

In den Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gibt es Befürchtungen, dass durch die Hilfsaktionen und Notunterkunft-Unterbringung vieler Menschen nach der Flutkatastrophe die Zahl der Corona-Infektionen steigt. „Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird“, sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das Landesgesundheitsministerium bereite in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonderimpfaktion in den Katastrophengebieten vor. (Quelle: TSP, 20.07.21)


Neun weitere Corona-Fälle bei Olympia

Vor Beginn der Olympischen Spiele von Tokio haben die Organisatoren neun weitere Corona-Fälle registriert. Darunter sei ein Athlet im olympischen Dorf, teilte das Organisationskomitee in seinem am Dienstagmorgen veröffentlichten Corona-Tagesbericht. Die Zahl der seit 1. Juli ermittelten positiven Tests stieg damit insgesamt auf 67. Zu diesen Fällen kommen noch vier von den Präfekturen gemeldete positive Tests. Die regionalen Behörden sind jedoch nicht dazu verpflichtet, Bericht über Corona-Fälle in Bezug auf die Sommerspiele zu erstatten. (Quelle: TSP, 20.07.21)


Delta-Variante schickt Börsen auf Talfahrt

Wegen eines möglichen Rückschlags für den weltweiten Aufschwung ziehen sich Anleger in Scharen aus den Aktienmärkten zurück. Die rasche Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus könnte die Lockerung der Pandemie-Restriktionen in einigen Regionen verzögern, sagte Anlagestratege Ian Williams vom Brokerhaus Peel Hunt.

Der Dax schloss am Montag 2,6 Prozent im Minus auf 15.133 Punkten. Damit verbuchte der deutsche Leitindex seinen größten Tagesverlust des Jahres. Der EuroStoxx50 fiel 2,8 Prozent auf 3923 Zähler. An der Wall Street stand der breit gefasste Index S&P 500 mit einem Minus von 1,6 Prozent zum ersten Mal seit rund einem Monat vor dem dritten Tagesverlust in Folge. (Quelle: TSP, 19.07.21)


Inzidenz in Spanien schnellt in die Höhe

In Spanien nimmt die Infektionsrate weiter zu. Die 14-Tage-Inzidenz stieg auf 600 am Montag von 537 am Freitag, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Seit Freitag wurden 61.628 Neuinfektionen gemeldet. Aufgrund rasant steigender Infektionszahlen hatte die Bundesregierung vor zehn Tagen ganz Spanien einschließlich Mallorca zum Risikogebiet erklärt. (Quelle: TSP, 19.07.21)


Mallorca tritt wegen hoher Corona-Zahlen auf die Party-Bremse

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen werden auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca voraussichtlich wieder schärfere Einschränkungen ergriffen. Um Partys und Trinkgelage vor allem junger Leute unter freiem Himmel zu bekämpfen, sollen Strände und Parks künftig von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr geschlossen werden. Die Justiz muss den Plänen noch zustimmen, wie die „Mallorca Zeitung“ am Montagabend berichtete. Teilnehmern solcher Partys drohen demnach künftig saftige Bußgelder in Höhe von 1000 Euro. Wenn ein Partygast mit seiner Teilnahme gegen eine Quarantäne verstößt, soll sich das Bußgeld auf 2000 Euro erhöhen. Wenn der Teilnehmer positiv auf Corona getestet wurde, werden sogar 5000 Euro fällig. Den Organisatoren illegaler Parties drohen Strafen von bis zu 100.000 Euro.
(Quelle: TSP, 19.07.21)


Frankreich: Vierte Pandemie-Welle hat begonnen

In Frankreich hat nach Darstellung der Regierung die vierte Welle der Pandemie begonnen. Kein Departement werde verschont, erklärt Regierungssprecher Gabriel Attal. Am Morgen schloss Europa-Minister Clement Beaune neue Einschränkungen nicht aus, sollten die Fälle weiter zunehmen. (Quelle: TSP, 19.07.21)


Britischer Experte korrigiert Angaben zu Einweisungen bei komplett Geimpften

Der britische Regierungsberater Patrick Vallance korrigiert auf Twitter seine Angaben zum Anteil von Geimpften unter den neuen Krankenhausfällen. „60 Prozent der Krankenhauseinweisungen wegen Covid stammen derzeit von ungeimpften Personen“, schreibt er. Zuvor sagte er bei einer Pressekonferenz mit Premierminister Boris Johnson, 60 Prozent der Eingewiesenen seien komplett geimpft gewesen.

(Quelle: TSP, 19.07.21)





Delta-Variante nun in Tschechien dominant

Die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus dominiert inzwischen das Infektionsgeschehen in Tschechien. Sie mache 70 bis 80 Prozent aller untersuchten Fälle aus, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde SZU am Montag in Prag mit. Die einst vorherrschende Alpha-Mutante – auch als „britische Variante“ bekannt – sei indes nur noch für zehn Prozent der Fälle verantwortlich.

In einem einzigen Fall wurde zudem eine neue, als „Delta Plus“ bezeichnete Virusvariante festgestellt. Bei der Patientin habe es sich um eine 30 Jahre alte Frau aus der Verwaltungsregion Südmähren gehandelt, teilte die Gesundheitsbehörde mit. In ihrem Umfeld seien keine weiteren Infektionen aufgetreten, hieß es.

Die Zahl der Neuinfektionen blieb zuletzt auf einem niedrigen Niveau. Nach aktuellen Zahlen steckten sich innerhalb von sieben Tagen 15 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis warnte indes vor Nachlässigkeit. „Die Delta-Variante ist hier“, sagte der 66-Jährige. Er kritisierte, dass in Nachtklubs in Prag die Abstandsregeln missachtet würden: „Die Leute tanzen dort.“ (Quelle: TSP, 19.07.21)


Künftig Impfungen für Kinder ab 12 Jahren in Griechenland

In Griechenland sollen Eltern ihre Kinder bald ab dem Alter von zwölf Jahren impfen lassen können. Die Impfung sei jedoch nicht obligatorisch, sagte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Montag bei einem Besuch auf der Halbinsel Peloponnes. Die Regierung richte sich bei der Ausweitung auf Impfungen für Kinder strikt nach den Empfehlungen der griechischen Impfkommission, berichtete die griechische Tageszeitung „Kathimerini“.

Bisher dürfen sich die Menschen in Griechenland ab dem Alter von 16 Jahren impfen lassen. Griechenland treibt seine Impfkampagne seit Wochen verstärkt voran, unter anderem mit einer Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegesektor. Lassen sie sich nicht impfen, werden sie ohne Gehalt von ihrer Arbeit freigestellt.

Auch beim Militär gibt es mittlerweile Impfpflicht. Ziel sei es, dass bis Anfang September mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung geimpft seien, heißt es seitens der Regierung. Die Delta-Variante habe Corona deutlich gefährlicher gemacht, lautet die Begründung. Auch gebe es Sorgen vor dem Herbst, wenn die Menschen sich wieder verstärkt in Innenräumen aufhalten. (Quelle: TSP, 19.07.21)


EU-Behörde überprüft Zulassung von Arthritismittel für Corona-Patienten

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA überprüft den Einsatz des Arthritismittels Kineret des schwedischen Biotechunternehmens Sobi zur Behandlung von erwachsenen Covid-19-Patienten mit Lungenentzündung, bei denen das Risiko eines Lungenversagens besteht. Das Ergebnis der Überprüfung wird nach Angaben der EMA für Oktober erwartet. Gegenwärtig ist Remdesivir von Gilead das einzige Medikament, das in der Europäischen Union zur Corona-Behandlung zugelassen ist. Kineret ist das zweite Mittel, das eigentlich für Patienten mit rheumatoider Arthritis gedacht ist, das von der EMA zum Einsatz bei Covid-19 überprüft wird. Bei der Behörde läuft bereits ein Antrag von Eli Lilly für seine Arznei Olumiant. (Quelle: TSP, 19.07.21)


Zwei weitere Sportler bei Olympischen Spielen Corona-positiv

Wenige Tage vor Beginn der Olympische Spiele in Tokio werden zwei weitere Sportler positiv auf das Coronavirus getestet. Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge handelt es sich um einen Beach-Volleyballer aus Tschechien und eine Turnerin aus dem US-Team. Am Sonntag war der erste Fall unter den Athletinnen und Athleten im Olympischen Dorf bekannt geworden. Seit dem 2. Juli wurden rund 60 Corona-Fälle bei Sportlern, Funktionären und Journalisten verzeichnet.

Vier Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio glauben zudem mehr als zwei Drittel der Japaner nicht an Corona-sichere Spiele. Das geht aus einer Umfrage hervor. 68 Prozent der Befragten äußerten Zweifel an der Fähigkeit der Olympia-Organisatoren, Ausbrüche verhindern zu können, berichtet die Zeitung „Asahi“. Die Verantwortlichen der Spiele meldeten am Sonntag den ersten Corona-Fall unter den Teilnehmern im Athletendorf in Tokio, womit sich die Gesamtzahl der Infektionen im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen auf mindestens zehn erhöht. (Quelle: TSP, 19.07.21)


Umfrage: Corona-Pandemie könnte Abwanderung aus Stadtzentren vorantreiben

Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie könnten viele Menschen aus den großen deutschen Städten treiben. Mehr als jeder achte Bewohner (12,9 Prozent) der Städte mit mehr als einer halben Million Einwohner will diese laut einer Befragung des Münchner Ifo-Instituts und des Immobilienportals Immowelt binnen maximal eines Jahres verlassen. Fast die Hälfte davon nennt Corona dabei als wichtigen Grund für die Entscheidung, aufs Land oder in einer kleinere Stadt ziehen zu wollen.

Natürlich wisse man nicht, wie viele Menschen dies wirklich in die Tat umsetzten, doch Pläne binnen sechs oder zwölf Monaten die Stadt zu verlassen, könne man durchaus als relativ konkret sehen, sagt Studienautor Mathias Dolls. Alle knapp 13 Prozent würden aber sicherlich nicht die Großstädte verlassen.

Auffällig sei zudem, dass bei den Menschen außerhalb der großen Städte kein besonders hoher Wunsch vorhanden ist, in diese zu ziehen. Sie seien kein Sehnsuchtsort, sagt Dolls. Dennoch werde es natürlich auch weiterhin Menschen geben, die in die großen Städte ziehen. Ob es am Ende mehr Zuzug oder mehr Wegzug geben werde, könne im Moment noch niemand sagen.

Konkret sagten 5,3 Prozent der befragten Bewohner der großen Großstädte innerhalb von sechs Monaten die Stadt verlassen zu wollen, weitere 7,6 Prozent wollen das binnen zwölf Monaten tun. Umzüge in andere große Großstädte zählten dabei nicht mit.

Ziel der großstadtmüden Bewohner waren meistens kleinere Großstädte oder die Speckgürtel. Besonders Familien mit Kindern und Menschen in der Familiengründungsphase strebten in den suburbanen Raum und in kleinere Großstädte, hieß es vom Ifo. Dolls mahnt daher, dass die Anbindung der Speckgürtel und die dortige Bildungsinfrastruktur an Bedeutung gewinnen werden.

Der Trend könnte jedenfalls weitergehen: Jenseits der schnellen Umzugspläne tragen sich noch viele weitere Bewohner der großen Städte mit Wegzugsgedanken. 18,5 Prozent wollen in den kommenden zwei oder fünf Jahren weg. Weitere 24,4 Prozent sagen, ein solcher Umzug käme für sie grundsätzlich infrage. Nicht einmal die Hälfte – 44,2 Prozent – lehnt es ab, die großen Städte zu verlassen. Zum Vergleich: Im ländlichen Raum lehnten mehr als zwei Drittel einen Wegzug an. Für die Umfrage wurden im Mai 2021 rund 18.000 Personen befragt.

Wie viele Menschen die großen Städte verlassen wollen, variiert von Ort zu Ort stark. Besonders häufig ist dies in Hannover der Fall, wo 16,5 Prozent der Befragten sagten, binnen eines Jahres wegziehen zu wollen. Dahinter folgen Frankfurt mit 16,2, Dortmund mit 14,2 sowie Berlin und Stuttgart mit je 14,1 Prozent.

Relativ nah am Durchschnitt liegen Düsseldorf mit 13,7, Köln mit 13,5, München mit 12,5 und Nürnberg mit 12 Prozent. Im Hamburg mit 11,4 und Bremen mit 11,1 Prozent ist der Wegzugswunsch eher unterdurchschnittlich ausgeprägt. Am seltensten wollen die Bewohner von Leipzig mit 10,5, Dresden mit 9,5 und Essen mit 7,6 Prozent ihre Stadt verlassen. ((Quelle: TSP, 19.07.21)


Impfgegner randalieren auf Zypern – Zwölf Polizisten verletzt

Eine Demonstration gegen Corona-Maßnahmen und -Impfungen ist am Sonntagabend auf Zypern eskaliert. Ein wütender Mob drang in die Räume des zyprischen Fernsehsenders Sigma ein und zerstörte das Mobiliar. Vor dem Medienhaus wurden Autos der Mitarbeiter des Senders angezündet, es flogen Steine und Brandsätze, mindestens zwölf Polizisten wurden verletzt, zwei von ihnen schwer, wie zyprische Medien am Montag berichteten. Bis zum Montagmorgen gab es fünf Festnahmen. Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades sprach von einem „Schlag gegen die Demokratie“.

Die Attacke auf den Sender fand am Abend während der Live-Übertragung der Nachrichtensendung statt. „Draußen brennt es und es sind Menschen ins Gebäude eingedrungen. Wenn die Polizei uns hört, bitte tun Sie etwas!“, sagte der sichtlich schockierte und verängstigte Moderator.

Rund 2000 Demonstranten waren am Nachmittag zunächst vor den Präsidialpalast in Nikosia gezogen und hatten den Rücktritt des Präsidenten gefordert. Am späten Abend gelangten sie dann vor das Medienhaus. Bei den Demonstranten handelt es sich Medienberichten zufolge um eine Mischung aus religiösen Eiferern und Impfgegnern, aber auch Randalierern aus der links- und rechtsextremen Szene.

Sie kritisieren die Corona-Maßnahmen und die teilweise Impfpflicht, die mittlerweile auf Zypern gilt. So müssen beispielsweise Mitarbeiter im Pflege- und Gesundheitssektor geimpft sein, andernfalls werden sie ohne Gehalt von ihrer Arbeit freigestellt. Für Besuche in der Gastronomie, aber auch für Behördengänge muss ein Impfnachweis oder ein Schnelltest vorgelegt werden. Den Test müssen die Bürger selbst zahlen. (Quelle: TSP, 19.07.21)


Grafschafter Zahlen

Fünf weitere Covid-19- Fälle meldet die Kreisverwaltung am Montag für die Grafschaft Bentheim. Insgesamt sind zurzeit 41 aktuelle Corona-Fälle bekannt. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt von 24,8 am Sonntag auf 28,4. In Quarantäne befinden sich derzeit 171 Menschen. Am Montag sind aufgrund des Inzidenzwertes wieder verschärfte Corona-Regeln in Kraft getreten. Sie betreffen vor allem private Treffen und Feiern.
Seit Beginn der Pandemie sind insgesamt 5406 Infektionen im Labor bestätigt worden. 5242 Grafschafter gelten inzwischen als genesen. 123 Todesfälle werden in Verbindung mit einer Infektion gebracht.

Der Landkreis weist in seinem Dashboard 41 aktuelle Fälle in der Grafschaft Bentheim aus, hier aufgeteilt auf die einzelnen Kommunen (Veränderungen zum Vortag jeweils in Klammern): Bad Bentheim: 13 (+4), Emlichheim: 3 (0), Uelsen, Neuenhaus und Wietmarschen: 0, Nordhorn: 14 (0) und Schüttorf: 11 (+1)
(Quelle: GN, 19.07.21)


Anmerkung:
Bereits Anfang Juli wurde die Zahl der Coronainfizierten in Lingen mit 1570 angegeben, irgendwann waren es auch mal 1, 2 mehr, dann wieder 1570. Man darf die LK-Zahlen also durchaus kritisch hinterfragen.


Grafschaft Bentheim und dem Emsland:
Covid-19 PatientInnen auf Intensivstationen

Die Zahlen in der Region steigen langsam wieder an. Auch deutschlandweit ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Nordnews veröffentlicht heute diese Übersicht der Situation in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland:

Grafschaft Bentheim / Emsland
Gesamt freie Betten NOH 28 % / EL 33,33 %
Betten frei NOH 7 / EL 21
Betten belegt 18 / EL 42
Betten gesamt 25 / EL 63
Covid-19 Intensiv Patienten 1/ EL 2
Beatmete Covid-19 Patienten 0 / EL 0
Covid-19 Prozentual 4 % / EL 3,17 %

(Quelle: Nordnews, 19.07.21)


Strengere Corona-Regeln in Osnabrück und der Grafschaft Bentheim

In der Grafschaft Bentheim und der Stadt Osnabrück gelten seit Montag wieder strengere Corona-Regeln. Dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen in Folge über der 10er-Grenze. Deshalb dürfen sich nun beispielsweise nur noch höchstens zehn Personen treffen, wobei Geimpfte, Genesene und Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt werden. Das Robert-Koch-Institut meldet für Montag für die Grafschaft Bentheim eine Inzidenz von 28,4 – aktuell der landesweit höchste Wert. In der Stadt Osnabrück ist die Inzidenz auf 7,9 gesunken. Damit die Regeln wieder gelockert werden können, muss die Inzidenz mindestens fünf Werktage in Folge unter 10 bleiben (Quelle: NDR, 19.07.21)


Australien weist rechte Kolumnistin wegen Quarantäne-Äußerungen aus

Australien hat eine rechte Kolumnistin aus Großbritannien wegen Verstößen gegen Corona-Regeln ausgewiesen. Innenministerin Karen Andrews erklärte, die Britin Katie Hopkins habe in Instagram-Posts angekündigt, gegen Quarantäneauflagen zu verstoßen. „Es ist entsetzlich, dass diese Person sich so verhalten hat, und sie wird das Land verlassen“, sagte Andrews dem Sender ABC. Hopkins reiste für die Teilnahme an einer Reality-Show nach Australien und ging wie vorgeschrieben vor Beginn der Dreharbeiten in einem Hotel in Sydney in Quarantäne, wo sie 14 Tage bleiben sollte. (Quelle: ARD, 19.07.21)


Stiftung Warentest: Nur vier von 20 FFP2-Masken rundum empfehlenswert

Die Stiftung Warentest hat zum zweiten Mal FFP2-Masken untersucht. Die Filterwirkung ist bei allen insgesamt 20 geprüften Masken hoch, wie die Zeitschrift „test“ berichtete. Manche könnten aber das Atmen stark beeinträchtigen. Andere säßen nicht bei jedem optimal. „Rundum empfehlen“ können die Tester demnach die Maske „Aua 9320“ vom Hersteller 3M sowie die Modelle von Lindenpartner, Moldex und Uvex.

Alle vier schützten „sehr gut“ vor Aerosolen, böten genug Atemkomfort, überzeugten in Passform und Dichtigkeit und schnitten unauffällig in den Schadstoffprüfungen ab. Die Masken stammen von Anbietern, die auf Arbeits- und Atemschutzmasken spezialisiert sind, wie Stiftung Warentest hervorhob. Die Maske von Uvex kostet demnach nur 67 Cent pro Stück; die ebenfalls empfehlenswerte 3M-Maske kostet 2,74 Euro.

Wegen geringen Atemkomforts sind sieben Masken laut Stiftung Warentest „wenig geeignet“, darunter von chinesischen Herstellern und beim Drogerie-Discounter erhältliche. Wer sie trage, bekomme eher schlechter Luft als unter Masken mit hohem Atemkomfort. Sieben weitere Masken sind laut „test“ wegen der Passform nur eingeschränkt geeignet. (Quelle: Warentest, 19.07.21)


Umsatz im Gastgewerbe im Mai erreicht nur ein Drittel des Vorkrisenniveaus

Hotels und Restaurants in Deutschland haben im Mai wegen der Corona-Einschränkungen nur etwa ein Drittel des Vorkrisenumsatzes erwirtschaften können. Er lag kalender-, saison- und preisbereinigt 64,5 Prozent unter dem Niveau des Februars 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Lage im Mai war aber bereits etwas besser als im April. Von April bis Mai dieses Jahr stiegen die Umsätze des Gastgewerbes laut Statistik preisbereinigt um 13,7 Prozent. Die Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen steigerten ihren Umsatz demnach um 26,3 Prozent. In der Gastronomie kletterte der Umsatz um 12,5 Prozent im Vergleich zum April.

Die Umsätze in der Gastronomie erholen sich nur langsam von den erneuten Corona-Einschränkungen im Frühjahr. Hotels und Restaurants haben im Mai nur etwa ein Drittel des Vorkrisenumsatzes erwirtschaften können. (Quelle: Tagesschau, 19.07.21)


Berlin weiterhin bundesweit höchsten Inzidenz-Wert

Berlin verzeichnet bei den Corona-Zahlen weiter die bundesweit höchste Inzidenz. Heute meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 15,8 Ansteckungen je 100.000 Einwohner. Neue Infektionsfälle wurden demnach nicht registriert, auch keine neuen Todesfälle. Allerdings sind die Daten an Wochenenden nur sehr eingeschränkt verfügbar. Seit Beginn der Pandemie steckten sich in Berlin laut Statistik 181.149 Menschen nachweislich an. Die meisten gelten als genesen. 3570 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

(Quelle: Tagesschau, 19.07.21)


Indien meldet über 38.000 Neuinfektionen und 499 Tote

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 38.164 Neuinfektionen binnen eines Tages. Insgesamt wurden damit seit Beginn der Pandemie mehr als 31,1 Millionen Fälle nachgewiesen. Weltweit weisen nur die USA mehr Ansteckungsfälle auf. Die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit dem Virus legt in Indien um 499 auf 414.108 zu. Das ist der niedrigste Anstieg binnen 24 Stunden seit drei Monaten. 08:02 Uhr Landsberg: „Luftfilter in jedem Klassenraum sind eine Illusion“ Der Bund fördert die Anschaffung von mobilen Aerosol-Luftfiltern für Schulen mit 200 Millionen Euro. Ein „gutes und wichtiges Zeichen“ meint Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, im Interview auf NDR Info. Aber man dürfe nicht überschätzen, was machbar sei.

„Wir haben 650.000 Klassenräume in Deutschland.“ Es sei eine Illusion zu glauben, am Ende der Sommerferien laufe überall, wo es möglich sei, der Luftfilter. Zudem hätten einige Schulen bereits schlechte Erfahrungen gemacht. „Es gibt Schulen, die haben die Dinger gekauft und festgestellt, dass sie so laut sind, dass sie keinen vernünftigen Unterricht mehr machen können.“ (Quelle: Tagesschau, 19.07.21)


Melbourne verlängert Lockdown

Wegen weiterhin steigender Infektionszahlen haben die australischen Behörden den Corona-Lockdown in der Metropole Melbourne verlängert. Anders als geplant würden die Restriktionen nicht am Dienstag um Mitternacht enden, sondern würden fortgesetzt, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews. Zur Dauer der Verlängerung äußerte er sich zunächst nicht. Als Reaktion auf einen Corona-Ausbruch hatten die Behörden in Melbourne ursprünglich einen fünftägigen Lockdown verhängt – in der Hoffnung, dass die Zahl der Neuinfektionen bis zum Ende der Beschränkungen wieder auf null zurückgehen würde. Dieses Ziel wurde nicht erreicht.

Die Behörden im Bundesstaat Victoria meldeten 13 weitere Ansteckungsfälle. Auch die Millionen-Metropole Sydney befindet sich derzeit im Lockdown. Dort wurden 98 weitere Neuinfektionen registriert. (Quelle: Tagesschau, 19.07.21)


Demonstranten greifen Fernsehsender auf Zypern an

Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen und -Impfungen haben in Zypern den Sitz eines Fernsehsenders angegriffen und mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt. Nach Polizeiangaben zogen gestern Abend nach einer Protestaktion gegen die Einführung eines Corona-„Safepass“ und gegen angebliche „Zwangsimpfungen“ rund 2500 Demonstranten weiter zum Sitz des Senders Sigma TV, setzten Autos in Brand und beschädigten das Gebäude. Ein AFP-Reporter vor Ort sah vier beschädigte Fahrzeuge mit dem Logo des Senders, eines davon vollständig ausgebrannt. Mehrere Fensterscheiben am Sendersitz waren zerbrochen. Nach Angaben von Sigma TV schützten Polizisten im Gebäude die Mitarbeiter. Berichte über Festnahmen oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.
(Quelle: Tagesschau, 19.07.21)


Freiwillige sammeln in Myanmar Corona-Tote ein

In Myanmar gehen wegen der stark steigenden Zahl an Corona-Toten Freiwillige von Haus zu Haus und holen die Leichname ab. „Wir betreiben unseren Dienst ohne Pause“, sagte Helferin Than Than Soe der Nachrichtenagentur AFP in Yangon. Jeden Tag sammle ihr Team zwischen 30 und 40 Leichen ein. „Ich denke, anderen Teams wird es ähnlich gehen wie uns.“ Die Corona-Fallzahlen in dem südostasiatischen Land steigen landesweit an.

Die Behörden meldeten am Wochenende fast 5.500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, Anfang Mai waren es nur rund 50 neue Fälle pro Tag gewesen. Beobachter schätzen die tatsächliche Infektionsrate deutlich höher ein. Viele Erkrankte meiden die Krankenhäuser in Myanmar wegen eines seit Monaten andauerndem Streiks. Der Protest richtet sich gegen den Putsch der Militärjunta im Februar. Zahlreiche Mitarbeiter des Gesundheitswesens wurden festgenommen. (Quelle: Tagesschau, 19.07.21)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 19. Juli, sind in Niedersachsen 44 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Landesweit gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.804. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 262.530 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt seit mehr als zwei Wochen kontinuierlich an – und liegt nun bei 10,3 Fällen je 100.000 Einwohner (Vortag: 10,2 Fälle).

Den höchsten Inzidenzwert hatte die Grafschaft Bentheim an der niederländischen Grenze mit 28,4. Dort gelten von Montag an schärfere Corona-Regeln. Unter anderem dürfen sich nur noch maximal zehn Personen über 14 Jahre aus zehn Haushalten treffen. Die Stadt Delmenhorst und die Region Hannover lagen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 19,3, danach folgten die Städte Wolfsburg und Salzgitter mit einer Inzidenz von 18,5 beziehungsweise 18,2.

Im Land Bremen stieg die Zahl der Neuinfektionen um 4 auf 27.634, es wurde kein neuer Todesfall registriert. In der Stadt Bremen lag die Inzidenz bei 15,0, in Bremerhaven bei 4,4.

(Quellen: NDR, GN, 19.07.21)


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