Britischer Corona-Held „Captain Tom“ mit Corona im Krankenhaus

Der durch seine Spenden-Sammelaktion zum Corona-Helden aufgestiegene britische Weltkriegsveteran Tom Moore ist mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der 100-Jährige sei nach einer Lungenentzündung vor einer Woche positiv auf das Virus getestet worden, schrieb Moores Tochter Hannah am Sonntag im Internetdienst Twitter. Nachdem er zunächst zu Hause behandelt worden sei, brauche er nun zusätzliche Unterstützung beim Atmen und sei seit Sonntag im Krankenhaus.

Moore hatte sich ursprünglich vorgenommen, bis zu seinem 100. Geburtstag Ende April 2020 hundert Mal mit seinem Rollator seinen Garten abzuschreiten und sich dafür sponsern zu lassen. Er hoffte, auf diese Art 1000 Pfund zusammenzubekommen – doch die Aktion fand derart viel Zuspruch, dass Moore schließlich 33 Millionen Pfund (gut 36 Millionen Euro) für den nationalen Gesundheitsdienst NHS sammelte.

Der Senior wurde zu einer nationalen Berühmtheit. Das Militär ernannte ihn zum „Ehren-Oberst“, im Juli wurde er von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

Premierminister Boris Johnson schrieb am Sonntag auf Twitter, seine Gedanken seien bei Moore und dessen Familie. Der Veteran habe die gesamte Nation inspiriert, „und ich weiß, dass wir alle Ihnen eine vollständige Genesung wünschen“. (Quelle: TSP, 31.01.21)


Astrazeneca liefert der EU nun doch mehr Impfstoff

Der Hersteller Astrazeneca will nach EU-Angaben im ersten Quartal nun doch mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern als angekündigt. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu, also insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Sonntagabend auf Twitter mit. Das ist die Hälfte der ursprünglich anvisierten Menge von 80 Millionen Dosen.

Von der Leyen schrieb auch, Astrazeneca wolle eine Woche früher mit der Lieferung beginnen als geplant. Die Firma wolle zudem ihre Produktionskapazität in Europa ausbauen. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sprach von einer guten Nachricht und einem guten Schritt nach vorn.

Astrazeneca hatte vor gut einer Woche überraschend mitgeteilt, im ersten Quartal statt 80 Millionen nur 31 Millionen Dosen Impfstoff an die EU-Staaten zu liefern. Die EU reagierte empört und setzte die Firma unter Druck, die Lieferkürzung zurückzunehmen. Das soll laut von der Leyen nun zumindest zum Teil geschehen. Der Impfstoff ist seit Freitag in der EU für Erwachsene ohne Altersbegrenzung zugelassen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission das Mittel aber nur für Erwachsene unter 65 Jahren. (Quelle: TSP, 31.01.21)


Großbritannien impft knapp 600 000 Menschen an einem Tag

Während das Corona-Impfprogramm in der EU nur schleppend vorankommt, verzeichnet Großbritannien Rekordzahlen. Allein am Samstag wurden nach Angaben der Regierung im Vereinigten Königreich knapp 600.000 Impfdosen verabreicht. Die Zahl der Erstimpfungen stieg damit auf knapp neun Millionen. Eine zweite Dosis haben demnach aber erst rund 490.000 Menschen erhalten. Bis Mitte Februar will die Regierung allen 15 Millionen Menschen aus den am meisten gefährdeten Personengruppen eine Impfung ermöglichen.

Großbritannien ist anders als die EU nicht von Lieferverzögerungen beim Impfstoffhersteller Astrazeneca betroffen. Wie sich herausstellte, hat London sich im Vertrag mit dem britisch-schwedischen Unternehmen ausbedungen, dass die heimische Produktion zunächst nur zugunsten des eigenen Impfprogramms verwendet werden darf. Den Impfstoff von Pfizer und Biontech importiert Großbritannien allerdings aus der EU. Handelsministerin Liz Truss wollte am Sonntag keinen Zeitplan ausgeben, wann das Land auch Impfstoff abgeben wolle. Sie versicherte aber, man wolle sicherstellen, „dass die ganze Welt von der Expertise im Vereinigten Königreich“ profitiert.

Zwar ist die Zahl der Neuinfektionen im Vereinigten Königreich in den vergangenen Wochen deutlich gesunken, doch liegt sie mit mehr als 20.000 Fällen, die allein am Sonntag gemeldet wurden, noch immer auf einem hohen Niveau. Auch bei der Zahl der Todesfälle gibt es einen Abwärtstrend. Am Sonntag wurden 587 neue Fälle verzeichnet. An Wochenenden ist diese Zahl aber wegen Verzögerungen im Meldesystem häufig deutlich niedriger als an Wochenenden. (Quelle: TSP, 31.01.21)


Erneut Proteste gegen Corona-Regeln in Niederlanden

Eine Woche nach schweren Ausschreitungen haben in den Niederlanden erneut hunderte Menschen gegen Corona-Schutzvorschriften der Regierung protestiert, allerdings insgesamt deutlich weniger aggressiv. In Amsterdam löste die Polizei am Sonntag eine verbotene Kundgebung mit rund 600 Teilnehmern – zumeist junge Männer – auf dem zentralen Platz vor dem Reichsmuseum auf, berichtete der Sender NOS. Zuvor seien Sicherheitskräfte mit Gegenständen beworfen worden.

Die Polizei rückte in einer geschlossenen Linie aus zahlreichen Beamten sowie Pferden, Hunden und Einsatzwagen gegen die Versammelten vor und verdrängte die Protestierenden von dem offenen Gelände. Der Aufenthalt auf dem Museumsplatz war von der Stadtverwaltung unter Hinweis auf die Gefahr erneuter Gewaltausbrüche untersagt worden. Mehr als 30 Menschen wurden zeitweilig in Gewahrsam genommen. Zudem nahm die Polizei nach eigenen Angaben in mehreren Orten Menschen fest, die in sozialen Netzwerken zu Krawallen aufgerufen haben sollen. Ihnen werde Unruhestiftung vorgeworfen.

Eine Woche zuvor waren in mehr als zehn niederländischen Städten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen, vor allem gegen die abendliche Ausgangssperre, in Angriffe auf Polizisten, Zerstörungen und Plünderungen ausgeartet. Die Behörden sprachen von den schlimmsten Krawallen in 40 Jahren. (Quelle: TSP, 31.01.21)


„Spaziergang“ trotz Verbot: Corona-Proteste in Wien.

Bei einem nicht genehmigten Protest gegen Corona-Maßnahmen sind am Sonntag in Wien mehrere Menschen angezeigt worden. Rund 5000 Personen hatten sich nach Polizeiangaben trotz eines Verbots solcher Kundgebungen in der österreichischen Hauptstadt zu einem „Corona-Spaziergang“ getroffen. Die Stimmung sei zunehmend aggressiver geworden, berichteten Beobachter vor Ort. Unter den Teilnehmern waren bekannte Vertreter der rechten Szene.

Weil viele Teilnehmer keine Masken trugen oder den vorgeschriebenen Abstand zur Vermeidung von Corona-Infektionen nicht einhielten, kündigte die Polizei die Auflösung der Versammlung auf Twitter an. Als Teilnehmer sich in Richtung Parlament bewegten und Aufrufen, sich zu zerstreuen, nicht nachkamen, schritt die Polizei ein. Sie nahm Personalien auf und zeigte Menschen an, wie sie auf Twitter schrieb. (Quelle: TSP, 31.01.21)


Schweiz muss Impfplan wegen Lieferengpass korrigieren

Auch die Schweiz ist massiv von Lieferengpässen mit Corona-Impfstoffen betroffen. Sie kann deshalb im Februar nur halb so viele Impfungen vornehmen wie vorgesehen, wie das Bundesamt für Gesundheit am Sonntag berichtete. Zuerst hatte die „NZZ am Sonntag“ darüber berichtet.

Ursprünglich vorgesehen waren 1,3 Millionen Impfungen. Tatsächlich stehen nun aber nur 650 000 Impfdosen der Unternehmen Pfizer/Biontech und Moderna zur Verfügung. Das Bundesamt erklärte, man sehe keine gravierenden Konsequenzen. Die nicht gelieferten Dosen dürften spätestens im März eintreffen. Die Regierung hatte versprochen, dass bis Juni in der Schweiz alle Menschen, die das wünschen, geimpft werden können.

Bis 27. Januar wurden in der Schweiz gut 262 000 Impfungen vorgenommen. Rund drei Prozent der Bevölkerung dürften damit geimpft worden sein. Für die Verabreichung der nötigen zweiten Dosis steht nach Erkenntnissen des Bundesamtes genügend Impfstoff zur Verfügung. (Quelle: TSP, 31.01.21)


Portugal: Deutschland hilft – aber wann?

Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Portugal soll Hilfe durch die Bundeswehr erhalten. „Nach jetzigem Kenntnisstand wird es sich um materielle und personelle Hilfe handeln“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin am Sonntag. Zahl der Helfer und Umfang der Hilfsgüter würden „zunächst noch geprüft“. Die Bundeswehr hatte nach einem Hilfeersuchen aus Portugal ein medizinisches Erkundungsteam in das Nachbarland Spaniens geschickt, dessen Erkenntnisse nun ausgewertet würden.

Portugal selbst hat sich zur Eindämmung der Pandemie mittlerweile abgeriegelt. Seit Sonntag ist. Die Corona-Lage in Portugal ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa „sehr schlimm“. Das Land ist besonders stark von der als höher ansteckenden Virusvariante aus Großbritannien betroffen, weshalb in Deutschland seit Sonntag eine Einreisesperre aus dem Land gilt. (Quelle: FAZ, 31.01.21)


Demo in Brüssel: Festnahmen

Bei nicht genehmigten Demonstrationen gegen die belgischen Corona-Maßnahmen sind am Sonntag in Brüssel mindestens 200 Menschen festgenommen worden. „Wir beenden die Demonstration außerhalb des Hauptbahnhofes“, erklärte die Brüsseler Polizei auf Twitter. Alle Teilnehmer könnten gehen, wenn sie identifiziert seien und kein Grund für eine Festnahme vorliege.

Unter den Festgenommenen seien auch viele Fußballfans, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei war mit großem Aufgebot vor Ort, nachdem es in den benachbarten Niederlanden zu Ausschreitungen bei Protesten gegen Ausgehverbote gekommen war. In Belgien herrscht seit Wochen ein nächtliches Ausgehverbot, ohne dass es zu Gewalttaten gekommen war. (Quelle: ARD, 31.01.21)


Baden-Württemberg untersucht zweifach

Baden-Württemberg will die Coronavirus-Mutanten durch die Untersuchung aller positiven Corona-Tests in Schach halten. Dafür sollen die Test-Labore künftig sämtliche positiven Proben an die Labore der Universitätskliniken weiterleiten. „Damit bekommen wir einen Überblick über die Ausbreitung der neuen Virusvarianten im Land und können sie besser kontrollieren und überwachen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Samstag in Stuttgart.

Die Dynamik der Verbreitung der Varianten aus Großbritannien und Südafrika sei besorgniserregend. Der Grünen-Politiker betonte: „Wir müssen alles daransetzen, dass sich diese gefährlichen Mutanten in Baden-Württemberg nicht weiter ausbreiten.“ Die neue Initiative könne rasch klären, wie verbreitet die Virusvarianten im Land wirklich seien und wie sich dieser Anteil von Woche zu Woche verändere. Die Ausweitung der Tests hatte die Landesregierung am Samstag beschlossen.

Der Bund zahlt die Untersuchung von maximal zehn Prozent der Proben. Für den Rest kommt das Land auf und stellt dafür 31,5 Millionen Euro bereit. Schon seit dem 20. Dezember lassen die Gesundheitsämter im Land alle positiven Proben von Personen, die aus Südafrika oder Großbritannien eingereist sind, auf die Mutanten hin untersuchen.

Nach dem Ausbruch einer mutierten Coronavirus-Variante in einer Freiburger Kita hatte Baden-Württemberg auf eine frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen verzichtet. So wird jetzt der Corona-Lockdown auch in Kitas und Schulen bis zum 21. Februar dauern.

Das Land rechnet derzeit mit etwa 10 000 positiven Proben pro Woche. In den Laboren des Landesgesundheitsamtes und der Unikliniken werden die Proben durch die Sequenzierung des vollen Genoms nicht nur auf die beiden bislang bekannten, sondern auf alle Virusvarianten hin untersucht. „So können wir auch neue, bislang unbekannte Varianten des Coronavirus aufdecken“, erläuterte Lucha. (Quelle: Faz, 31.01.21)


Arbeitgeber fordern „bessere Strategie“

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag eine bessere Strategie gefordert. Dulger sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist gut und richtig, dass es nun einen Impfgipfel geben wird. Denn es war ja seit Monaten erkennbar, dass es einer möglichst bundesweit abgestimmten Impfstrategie bedarf.“ Diese sei aber weder mit den Parlamenten noch mit der Wirtschaft abgestimmt. „Das halten wir nach wie vor für ein Defizit.“ Dieser Zustand führe auch automatisch zu Diskussionen innerhalb der Bevölkerung, aber auch bei den Betrieben.

„Die Anpassung unserer Impfstrategie und die Steigerung der Impfgeschwindigkeit ist ein zentraler Wettbewerbsvorteil. Hier müssen wir besser werden“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. „Wir bewältigen diese Krise nur, wenn wir konsequent durchimpfen. Damit das gelingt, muss der Staat aber auch mehr Vertrauen schaffen, indem er über die Chancen einer Impfung informiert und indem er auch Vorbild ist. Hier könnten sich die Bundeskanzlerin oder der Bundespräsident öffentlich impfen lassen als vertrauensstärkendes Signal.“ Die Arbeitgeber könnten bei den Impfungen unterstützend mitwirken, wenn Betriebsärzte Beschäftigten impfen lassen könnten, so Dulger. (Quelle: Faz, 31.01.21)


Wien: Cafés geöffnet … oh, wait

Einige Traditionscafés in Wien öffnen trotz des aktuellen Lockdowns wieder als „Fliegende Lerncafés“. Schüler und Studierende sollen nach vielen Monaten des Fernunterrichts aufgrund der Corona-Pandemie kostenlos in Ruhe und angenehmer Atmosphäre sowie mit stabiler Internetverbindung lernen. Die Nachfrage ist rege. Für Cafétier Berndt Querfeld ein logischer Schulterschluss: „Ein Kaffeehaus ist der Inbegriff eines Orts zum Lernen und Studieren.“
In einer ersten Testphase vor Weihnachten wurde in fünf teilnehmenden Betrieben über 500 Mal etwa ein kleiner Marmortisch in den Cafés über eine Online-Plattform gebucht. Nach rechtlicher Prüfung auf Grundlage der bestehenden Corona-Verordnungen der Regierung konnte das Projekt diese Woche an zunächst vier Adressen voll durchstarten.
Schüler der Oberstufe und Studierende können sich für jeweils zwei Stunden einen Platz anmieten. Das Tragen einer besonders schützenden FFP2-Maske, viel Abstand und regelmäßiges Desinfizieren sind Pflicht. Das 1899 eröffnete Café Museum etwa darf bei 300 Quadratmetern Fläche nur 15 Lernenden gleichzeitig Einlass gewähren. „In Friedenszeiten wäre uns die Idee nie gekommen“, so Querfeld, unter anderem Chef des auch bei Größen aus Politik und Wirtschaft beliebten Café Landtmann. Mit der Aktion erreiche man junge Menschen, die sich bisher ihren Kaffee gerne mal nur zum Mitnehmen von amerikanischen Ketten holten.
Insgesamt gibt es laut Aussage von Kaffeehäuser-Obmann Wolfgang Binder in Wien etwa 2100 Kaffeehäuser oder Espressi. Rund 150 davon gelten als klassische Traditionshäuser. Obwohl die finanziellen Hilfen der Regierung seiner Meinung nach gut bei den Betreibern ankommen, rechnet er damit, dass 20 bis 30 Prozent der Betriebe die Pandemie nicht überleben werde. Die schwer gebeutelten Gastronomiebetriebe sind in Österreich mindestens noch bis Ende Februar geschlossen. Eine Öffnung ab März ist aufgrund der noch immer hohen Zahl an Neuinfektionen ungewiss. (Quelle: Faz, 31.01.21)


Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wieder geöffnet

Die Gedenkstätte des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau ist ab 1. Februar wieder für Besucher geöffnet. Mit Blick auf die Corona-Pandemie habe man für die Besucher eine spezielle Besichtigungsstraße ausgearbeitet, bei dem der Bewegungsfluss in eine Richtung laufe und Begegnungen auf ein Minimum beschränkt seien, teilte die Gedenkstätte am Sonntag mit. Außerdem wurden Ausstellungsvitrinen entfernt, um mehr Platz zu schaffen, damit die Besucher den vorgeschriebenen Abstand einhalten können.

Polens Regierung hatte am Donnerstag eine vorsichtige Lockerung des Lockdowns verkündet. Unter anderem sollen die seit Anfang November geschlossenen Museen und Kunstgalerien zum 1. Februar wieder öffnen dürfen.

Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau verzeichnet in normalen Jahren nach eigenen Angaben mehr als eine Million Besucher. Der Name Auschwitz hat sich als Synonym für den Holocaust und Inbegriff des Bösen weltweit ins Bewusstsein eingebrannt. Allein dort brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um, zumeist Juden. In ganz Europa ermordeten sie während der Schoah etwa sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens.
(Foto Fabian Börner, zugeschnitten von Agp CC Attribution-Share Alike 3.0 Germany, Quelle FAZ, 31.01.21)


FC Bayern: „Sehr ärgerlich und auf keinen Fall zu tolerieren“

Gleich zwei Bundesliga-Spieler haben sich durch Tätowierungen während der Corona-Pandemie Ärger eingehandelt. Fußball-Profi Corentin Tolisso vom FC Bayern München muss wegen seines neuen Tattoos und eines Verstoßes gegen die Corona-Vorgaben des Vereins eine Geldstrafe zahlen. „Dieser Verstoß ist sehr ärgerlich und auf keinen Fall zu tolerieren. Wir werden Corentin Tolisso daher mit einer empfindlichen Geldstrafe belegen, den Betrag werden wir für soziale Zwecken spenden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in einer Vereinsmitteilung vom Samstag.

Der 26 Jahre alte Franzose Tolisso hatte sich diese Woche eine Tätowierung stechen lassen und damit nach Angaben der Münchner gegen die Corona-Vorgaben des Klub verstoßen. Dabei hatten die Münchner schon genug Aufregung um die positiven Corona-Tests von Javi Martinez und Leon Goretzka. Auch Matheus Cunha von Hertha BSC wird für seine Tätowierungen während der Corona-Pandemie eine Strafe zahlen.

Rummenigge sagte, Voraussetzung für die Spiele während der Pandemie sei, dass sich alle Beteiligten an das Hygienekonzept hielten. „Corentin Tolisso hat jetzt gegen diese Vorgaben verstoßen, obwohl unsere sportliche und medizinische Führung diese Vorgaben fortwährend und deutlich intern kommuniziert“, kritisierte er. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor darüber berichtet. Auf einem Foto in den sozialen Netzwerken war demnach zu sehen, dass weder Tolisso noch der Tätowierer einen Mund-Nasen-Schutz getragen hatten.

Bayerns Trainer Hansi Flick sagte beim Pay-TV-Sender Sky: „Das ist ein No-Go und es tut ihm auch sehr leid“, bewertete der Coach den Verstoß. „Aber es ist vorbei, es ist geschehen, das kann man nicht mehr ungeschehen machen. Das darf nicht vorkommen.“
Sportvorstand Hasan Salihamidzic sagte vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim bei Sky, es werde eine Strafe für Tolisso geben, „die er spüren wird“. „Das ist natürlich ärgerlich“, sagte Salihamidzic. „Ich habe mit ihm gesprochen, er hat es verstanden und weiß, dass er einen Fehler gemacht hat“, ergänzte der Sportvorstand, der von einem „klaren und deutlichen“ Gespräch berichtete.

Am Samstagabend hatte sich auch Profi Tolisso über die sozialen Medien zu Wort gemeldet. „Ich möchte mich hiermit für mein Fehlverhalten entschuldigen. Es tut mir leid, dass ich gegen die Bestimmungen meines Klubs und der DFL (Deutsche Fußball Liga, Anmerkung der Redaktion) verstoßen habe. Ich weiß, dass ich unsere Fans und den FC Bayern München enttäuscht habe. Es tut mir leid!“, schrieb der Franzose auf Twitter.
(Quelle: FAZ, 31.01.21)


Österreich nimmt schwer kranke Patienten aus Portugal auf

Österreich übernimmt von Portugal schwer kranke Corona-Patienten. Wie viele Menschen nach Österreich geflogen werden sollen, werde mit dem portugiesischen Gesundheitsministerium abgeklärt, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Sonntag mit, wie die dpa berichtet. „Es ist ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu helfen, um Menschenleben zu retten“, sagte er.
Österreich hatte zuvor bereits Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen. Das portugiesische Gesundheitsweisen steht wegen hoher Infektionszahlen massiv unter Druck. Nach Behördenangaben stehen nur noch wenige Intensivbetten zur Verfügung. (Quelle: FAZ, 31.01.21)


Habeck fordert „Not-Impfstoffwirtschaft“

Vor dem Impfgipfel am Montag hat Grünen-Chef Robert Habeck die Umstellung auf eine „Not-Impfstoffwirtschaft“ gefordert. „Es ist unabdingbar, alle Anstrengungen zu unternehmen, um mehr Impfstoff zu produzieren“, sagte Habeck den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. Das gelte erst recht angesichts des Vorgehens des britisch-schwedischen Unternehmens Astra-Zeneca. Alle Pharmakonzerne seien „unverzüglich ihren Fähigkeiten entsprechend in die Produktion einzubeziehen“, verlangte Habeck. „Dies gilt für all die Impfstoffe, die erwiesenermaßen erfolgreich sind oder noch eine schnelle Aussicht auf Erfolg haben.“ Dabei dürfe die Regierung auch nicht vor verpflichtenden Lizenzvergaben zurückschrecken. Außerdem forderte der Grünen-Chef die „zügige Umsetzung einer überarbeiteten Impfstrategie“.

Habeck folgt mit seinem Vorstoß dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der in der „Welt“ am Samstag ebenfalls eine staatlich gelenkte Not-Impfstoffwirtschaft gefordert hatte. „Ich bekenne mich zur sozialen Markwirtschaft“, sagte der CSU-Chef der Zeitung. Es gebe aber wegen der Corona-Pandemie eine Notlage, die auf längere Sicht die Marktwirtschaft fundamental beschädigen könne. „Deshalb sollte es eine Not-Impfstoffwirtschaft geben, in der der Staat klare Vorgaben macht. Wir brauchen also mehr Produktionskapazitäten und schnellere Genehmigungsverfahren.“ Söder hatte zudem gefordert, „schnellstens“ auch den russischen und chinesischen Corona-Impfstoff zu prüfen. Wenn diese sicher und effizient seien, sollten auch sie genutzt werden. (Quelle: FunkeGruppe, 31.01.21)


Australien: Ausgangssperre für 2 Millionen nach einer (1) Neuinfektion

Nach einem einzigen Infektionsfall mit dem Coronavirus hat die australische Perth einen fünftägigen Lockdown für ihre knapp zwei Millionen Einwohner angekündigt. Die Schulen dürfen am Montag nicht wie geplant öffnen, alle Einwohner müssen ab Sonntagabend zu Hause zu bleiben. Sie dürfen nur noch das Haus verlassen, um zum Arzt, zum Einkaufen oder zur Arbeit zu gehen oder Sport zu treiben. Betroffen sind alle Einwohner der Stadt Perth sowie der naheliegenden Regionen Peel und South West. Nach Angaben der Behörden war ein Wachmann in einem Quarantäne-Hotel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er steckte sich vermutlich bei einem Reiserückkehrer an, der in dem Hotel untergebracht war, und offenbar mit der ansteckenderen Virus-Variante infiziert war, die zuerst in Großbritannien aufgetreten war.

Es handele sich um die erste Ansteckung innerhalb des Bundesstaats Western Australia seit zehn Monaten, erklärten die Behörden. „Unser Modell ist, sehr, sehr schnell und scharf damit umzugehen“, sagte der Regierungschef von Western Australia, Mark McGowan. Der Ausbruch solle unter Kontrolle gebracht und eine Ausbreitung in der Bevölkerung verhindert werden.

Australien ist mit seinen 25 Millionen Einwohnern bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen – vor allem auch wegen seiner strengen Auflagen. Vor drei Wochen war schon in der Stadt Brisbane an der Ostküste nach einem einzigen Ansteckungsfall ein kurzer Lockdown verhängt worden. Bislang verzeichneten die australischen Behörden etwas mehr als 28.800 Infektions- und 909 Todesfälle. (Quelle: FAZ, 31.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Sonntag, 31. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 15 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, steigt damit auf 3.282. Zudem registrierte das Land 985 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht und liegt in Niedersachsen im Landesdurchschnitt damit bei 78,7 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 31.01.21)


WHO-Team besucht Wochenmarkt in Wuhan

Das Expertenteam der WHO, das die Ursprünge des Coronavirus in China untersuchen soll, hat am Sonntag den Markt in Wuhan besichtigt, auf den der erste größere Ausbruch des Virus zurückging. Die Spezialisten der Weltgesundheitsorganisation antworteten nicht auf Fragen von Journalisten, die am Eingang des abgeriegelten Marktes warteten. Der Markt war Anfang vergangenen Jahres geschlossen worden. (Quelle: FAZ, 31.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen innerhalb eines Tages 11.192 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor genau einer Woche waren es noch 12.257 gemeldete Neuinfektionen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Seit Beginn der Pandemie zählt das RKI 2.216.363 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in Deutschland.

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 399 auf insgesamt 56.945. Am Sonntag vor einer Woche waren 349 Fälle gemeldet worden.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging jetzt auf 90,2 leicht zurück. Sie sinkt seit Wochen, ihren bislang höchsten Stand hatte sie am 22. Dezember mit 197,6 erreicht.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Der derzeitige Corona-Lockdown in ganz Deutschland gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst noch bis zum 14. Februar. Wie es bei rückläufigen Zahlen danach weitergehen soll, ist noch unklar. (Quelle: RKI, 31.01.21)


Bundespolizei kritisiert Airlines

Bundespolizeipräsident Dieter Romann hat Flugunternehmen vorgeworfen, sich nicht an die Vorschriften zur Bekämpfung der Pandemie zu halten. „Allein in den letzten sechs Tagen hat die Bundespolizei bei der Einreise im Luftverkehr rund 600 Verstöße durch Luftfahrtunternehmen festgestellt“, sagte Romann der „Bild am Sonntag“.

So seien Passagiere aus Hochinzidenz- und Mutationsgebieten eingereist, die keine digitale Anmeldung und/oder keinen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen konnten, obwohl das von den Luftfahrtunternehmen vor Abflug geprüft werden müsse. „Das ist verantwortungslos“, sagte Romann. „Den Luftfahrtunternehmen drohen jetzt pro Verstoß und Passagier Bußgelder der Gesundheitsämter von bis zu 25.000 Euro.“

Seit Samstag gibt es weitgehende Einreisesperren für Menschen aus Ländern, in denen besonders ansteckende Virusvarianten grassieren. Betroffen sind Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien, ab diesem Sonntag kommen die afrikanischen Staaten Lesotho und Eswatini hinzu. Es gibt dazu ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar. Ausnahmen gelten unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr. (Quelle: FAZ, 31.07.21)


Bund: Engpass bei Moderna wird durch andere Impfstoffe wettgemacht

Verringerte Impfstofflieferungen des Biotechkonzerns Moderna werden in Deutschland nach Angaben des Gesundheitsministeriums durch Mehrlieferungen anderer Hersteller mehr als ausgeglichen. Während Moderna 43.200 Dosen weniger liefere als geplant, lieferten Biontech und Astrazeneca den Bundesländern bis zum 22. Februar 1.747.000 Impfdosen mehr als bisher geplant, erklärt das Ministerium auf Twitter. Zuvor beklagte der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher auf Twitter Minderlieferungen von Moderna: „Wie soll man da die Impfungen planen?“ In den vergangenen Tagen sprachen bereits Moderna selbst und mehrere europäische Länder von Lieferengpässen des US-Konzerns. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Protest in Paris

Tausende Franzosen protestieren gegen Sicherheitsgesetz und Corona-Regeln. Allein in Paris war der Platz der Republik zur Hälfte gefüllt. Einige Demonstranten forderten, trotz der Pandemie Rave-Partys veranstalten zu dürfen. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Ärzte beklagen unzureichende Therapiemöglichkeiten für Covid-19-Patienten

Ein Jahr, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund der Corona-Pandemie den Gesundheitsnotstand ausgerufen hat, beklagen Ärzte, dass zu wenige Mittel zur Behandlung von Covid-19 bereitstehen. Das liegt laut der neuen Chefin der US-Arzneimittelbehörde, Janet Woodcock, unter anderem daran, dass zu wenig dazu geforscht wurde und die volle Konzentration der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus galt. Das berichtet die New York Times.

18,5 Milliarden Euro habe die US-Regierung demnach in die Entwicklung von Impfstoffen gesteckt, allerdings nur 8,2 Milliarden Euro in die Entwicklung von therapierenden Medikamenten. Einige Therapiemöglichkeiten – wie Remdesivir oder Dexamethason – würden zwar genutzt. Allerdings können diese Medikamente nicht bei allen Patienten eingesetzt werden. Andere Medikamente, zu denen geforscht wurde, stellten sich erst relativ spät als nicht brauchbar heraus. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Nur noch sieben freie Intensivpflege-Betten in Portugal

In Portugal, wo die britische Corona-Variante grassiert, gibt es nach Daten des Gesundheitsministeriums nur noch sieben freie Betten für die Intensivpflege. Von 850 solcher Betten auf dem Festland, die für Covid-19-Patienten bereitstehen, sind 843 belegt. Für die zehn Millionen Einwohner gibt es zudem 420 Intensivpflege-Betten, die aber für andere Krankheitsfälle reserviert sind. Nach Angaben des Ministeriums wurden binnen 24 Stunden 12.435 Neuinfektionen und 293 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Bislang wurden über 711.000 Infektions- und 12.179 Todesfälle registriert. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Merkel wirbt bei Familien um Geduld in der Corona-Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Corona-Krise angesichts des Lockdowns als „gewaltigen Kraftakt“ für Familien bezeichnet und um Geduld geworben. „Noch sind wir nicht so weit, Kitas und Schulen wieder öffnen zu können“, sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Aber: „Je konsequenter wir uns jetzt verhalten, auf Kontakte verzichten und da, wo sie unumgänglich sind, Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Masken tragen, desto schneller wird das wieder möglich sein.“

Der Lockdown ist derzeit bis Mitte Februar befristet. „Wir setzen alles daran, Kitas und Schulen als erstes wieder öffnen zu können, um den Kindern ein Stück ihres gewohnten Alltags wiederzugeben und um Familien zu entlasten“, so Merkel. Zwar gingen die Infektionszahlen zurück, gleichzeitig gebe es aber eine sehr reale Gefahr durch die hochansteckenden Virusmutationen. „Deshalb müssen wir auf unserem Weg durch die nächsten Wochen vorsichtig und behutsam handeln.“

Es sei „bitter“, dass Kinder und Jugendliche derzeit auf vieles verzichten müssten, was in dieser Lebensphase sonst so wichtig sei und Freude mache: Freunde treffen, Hobbys nachgehen, feiern oder einfach nur unbeschwert in den Tag hineinleben. Merkel sagte, sie werde am Donnerstag ihre digitalen Bürgerdialoge fortsetzen und sich mit Müttern und Vätern über deren Erfahrungen in der Corona-Pandemie austauschen. (Foto: CC s. Archiv. v. 22.03.20; Quelle: TSP, 30.01.21)


Spahn: Zweiten Corona-Jahrestag „wird es in dieser Form nicht geben“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass die Corona-Pandemie im kommenden Jahr weitgehend überwunden sein wird. „Einen zweiten Jahrestag wird es in dieser Form nicht geben“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Im Lauf des Jahres werden wir die Pandemie weitestgehend unter Kontrolle bekommen – durch die Impfungen und durch die Möglichkeit, das Vakzin an Mutationen anzupassen.“ Es sei „enorm“, dass innerhalb von nur einem Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt worden sei und der Aufbau der komplexen Produktion innerhalb weniger Monate gelinge.

Über die Schärfe der Kritik am schleppenden Impfbeginn zeigte sich Spahn verwundert. „Nachdem wir wochenlang über die Impfreihenfolge und Knappheit am Anfang diskutiert haben, hätte aus meiner Perspektive jedem klar sein müssen, dass das einige Zeit dauern wird“, betonte der Minister. Dennoch verstehe er die Enttäuschung und wolle nichts schönreden. Es bleibe das Ziel der Bundesregierung, dass jeder aus der höchsten Risikogruppe der über 80-Jährigen bis Ende März geimpft sei. Das hänge jedoch von den Lieferungen aus dem europäischen Impfstoff-Kontingent ab. (Foto: CC s. Archiv. v. 21.10.20; Quelle: TSP, 30.01.21)


Razzia im Skiort St. Anton – 96 Anzeigen gegen Ausländer

Nach Berichten über ausländische Skitouristen, die sich regelwidrig auf österreichischen Pisten tummeln, hat die Polizei bei einer Razzia in Tirol 96 Anzeigen erstattet. 15 Beamte kontrollierten am Freitagabend 133 Personen in 44 Unterkünften in St. Anton am Arlberg und im Stanzertal, wie die Tiroler Polizei berichtete. „Es wurden unter anderem Briten, Dänen, Schweden, Rumänen, Deutsche, Australier, Iren und Polen kontrolliert und angezeigt“, teilte die Polizei mit. „Das Strafmaß nach dem Epidemiegesetz bei Übertretungen der Einreise- bzw. Notmaßnahmenverordnung beträgt bis zu 2180 Euro.“

Der Bürgermeister von St. Anton, Helmut Mall, hatte diese Woche Alarm geschlagen, weil seiner Ansicht nach zu viele Ausländer im Ort waren, die wegen der Corona-Regeln nicht hätten da sein dürfen. Sie nutzten offenbar Schlupflöcher in den Verordnungen: „Viele Leute haben Zweitwohnsitze angemeldet und geben an, Aussicht auf Arbeit zu haben. Aber im Tourismus gibt es derzeit keine Jobs“, zitierte die Zeitung „Kurier“ den Bürgermeister. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Spahn will Impfverordnung wegen Astrazeneca überarbeiten

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission über eine Altersbeschränkung beim Impfstoff von Astrazeneca hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Überarbeitung der Impfverordnung angekündigt. Man werde generell an einer Priorisierung festhalten, aber die „Alterskomponente“ für den Astrazeneca-Impfstoff aufgreifen, sagte Spahn am Samstag bei einem digitalen „Townhall“ zu den Corona-Impfungen.

Zuvor hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten. Am Montag will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder zu einem Impfgipfel zusammenkommen. Die Impfverordnung sieht eine Priorisierung vor. Die höchste Priorität haben Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, und etwa das Personal in Pflegeheimen.

Am Freitag hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission den Astrazeneca-Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hieß es. Zuvor hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA die europaweite Zulassung des Impfstoffs empfohlen, und zwar für Erwachsene ab 18 Jahren ohne eine Altersbegrenzung. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Tests: Variante in Südafrika schmälert Impfstoff-Wirksamkeit

Klinische Impfstoff-Studien in Südafrika zeigen Wissenschaftlern zufolge, dass die dort aufgetretene Virus-Variante die Wirksamkeit der Präparate verringert. Untersucht wurde die Effizienz der beiden Vakzine von Novavax und Johnson&Johnson, die vorläufige Ergebnisse veröffentlichten. Die Impfstoffe waren demnach deutlich weniger wirksam bei Probanden in Südafrika, wo die ansteckendere Variante weit verbreitet ist, als in Ländern, in denen die Mutation weniger häufig nachgewiesen wurde. „Eindeutig haben die Mutanten einen verringernden Effekt auf die Wirksamkeit der Vakzine“, sagt Anthony Fauci, der Direktor des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Ramelow plädiert für Corona-Fahrplan bis Ostern

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht sich vor dem Impfgipfel am Montag für eine längerfristig angelegte Corona-Politik aus. „Meine Perspektive ist keine Lockerungsdebatte, sondern ein Fahrplan, der uns über Monate hinweg eine Perspektive gibt“, sagt der Linken-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Dazu gehören ein Kriterienkatalog, was bei bestimmten Inzidenzen geschieht, und medizinische Versorgungskapazitäten.“ Eine Debatte über Lockdown und Lockerungen führe nicht weiter. Der Fahrplan solle möglichst bis Ostern gelten. „Dabei sollten wir auch die Langzeitwirkungen für jüngere Menschen nicht aus dem Blick verlieren.“ (Quelle: TSP, 30.01.21)


Der eine weniger, der andere mehr

Verringerte Impfstofflieferungen des Biotechkonzerns Moderna werden in Deutschland nach Angaben des Gesundheitsministeriums durch Mehrlieferungen anderer Hersteller mehr als ausgeglichen. Während Moderna 43.200 Dosen weniger liefere als geplant, lieferten Biontech und Astrazeneca den Bundesländern bis zum 22. Februar 1.747.000 Impfdosen mehr als bisher geplant, erklärt das Ministerium auf Twitter. Zuvor beklagte der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher auf Twitter Minderlieferungen von Moderna: „Wie soll man da die Impfungen planen?“ In den vergangenen Tagen sprachen bereits Moderna selbst und mehrere europäische Länder von Lieferengpässen des US-Konzerns. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Bericht: Ärzte beklagen unzureichende Therapiemöglichkeiten für Covid-19-Patienten

Ein Jahr, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund der Corona-Pandemie den Gesundheitsnotstand ausgerufen hat, beklagen Ärzte, dass zu wenige Mittel zur Behandlung von Covid-19 bereitstehen. Das liegt laut der neuen Chefin der US-Arzneimittelbehörde, Janet Woodcock, unter anderem daran, dass zu wenig dazu geforscht wurde und die volle Konzentration der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus galt. Das berichtet die New York Times.

18,5 Milliarden Euro habe die US-Regierung demnach in die Entwicklung von Impfstoffen gesteckt, allerdings nur 8,2 Milliarden Euro in die Entwicklung von therapierenden Medikamenten. Einige Therapiemöglichkeiten – wie Remdesivir oder Dexamethason – würden zwar genutzt. Allerdings können diese Medikamente nicht bei allen Patienten eingesetzt werden. Andere Medikamente, zu denen geforscht wurde, stellten sich erst relativ spät als nicht brauchbar heraus.

Nur noch sieben freie Intensivpflege-Betten in Portugal

In Portugal, wo die britische Corona-Variante grassiert, gibt es nach Daten des Gesundheitsministeriums nur noch sieben freie Betten für die Intensivpflege. Von 850 solcher Betten auf dem Festland, die für Covid-19-Patienten bereitstehen, sind 843 belegt. Für die zehn Millionen Einwohner gibt es zudem 420 Intensivpflege-Betten, die aber für andere Krankheitsfälle reserviert sind. Nach Angaben des Ministeriums wurden binnen 24 Stunden 12.435 Neuinfektionen und 293 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Bislang wurden über 711.000 Infektions- und 12.179 Todesfälle registriert. (Quelle: Tagesschau, 30.01.21)


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Merkel wirbt bei Familien um Geduld in der Corona-Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Corona-Krise angesichts des Lockdowns als „gewaltigen Kraftakt“ für Familien bezeichnet und um Geduld geworben. „Noch sind wir nicht so weit, Kitas und Schulen wieder öffnen zu können“, sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Aber: „Je konsequenter wir uns jetzt verhalten, auf Kontakte verzichten und da, wo sie unumgänglich sind, Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Masken tragen, desto schneller wird das wieder möglich sein.“

Der Lockdown ist derzeit bis Mitte Februar befristet. „Wir setzen alles daran, Kitas und Schulen als erstes wieder öffnen zu können, um den Kindern ein Stück ihres gewohnten Alltags wiederzugeben und um Familien zu entlasten“, so Merkel. Zwar gingen die Infektionszahlen zurück, gleichzeitig gebe es aber eine sehr reale Gefahr durch die hochansteckenden Virusmutationen. „Deshalb müssen wir auf unserem Weg durch die nächsten Wochen vorsichtig und behutsam handeln.“

Es sei „bitter“, dass Kinder und Jugendliche derzeit auf vieles verzichten müssten, was in dieser Lebensphase sonst so wichtig sei und Freude mache: Freunde treffen, Hobbys nachgehen, feiern oder einfach nur unbeschwert in den Tag hineinleben. Merkel sagte, sie werde am Donnerstag ihre digitalen Bürgerdialoge fortsetzen und sich mit Müttern und Vätern über deren Erfahrungen in der Corona-Pandemie austauschen. (dpa)

Spahn: Zweiten Corona-Jahrestag „wird es in dieser Form nicht geben“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass die Corona-Pandemie im kommenden Jahr weitgehend überwunden sein wird. „Einen zweiten Jahrestag wird es in dieser Form nicht geben“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Im Lauf des Jahres werden wir die Pandemie weitestgehend unter Kontrolle bekommen – durch die Impfungen und durch die Möglichkeit, das Vakzin an Mutationen anzupassen.“ Es sei „enorm“, dass innerhalb von nur einem Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt worden sei und der Aufbau der komplexen Produktion innerhalb weniger Monate gelinge.

Über die Schärfe der Kritik am schleppenden Impfbeginn zeigte sich Spahn verwundert. „Nachdem wir wochenlang über die Impfreihenfolge und Knappheit am Anfang diskutiert haben, hätte aus meiner Perspektive jedem klar sein müssen, dass das einige Zeit dauern wird“, betonte der Minister. Dennoch verstehe er die Enttäuschung und wolle nichts schönreden. Es bleibe das Ziel der Bundesregierung, dass jeder aus der höchsten Risikogruppe der über 80-Jährigen bis Ende März geimpft sei. Das hänge jedoch von den Lieferungen aus dem europäischen Impfstoff-Kontingent ab. (dpa)

Razzia im Skiort St. Anton – 96 Anzeigen gegen Ausländer

Nach Berichten über ausländische Skitouristen, die sich regelwidrig auf österreichischen Pisten tummeln, hat die Polizei bei einer Razzia in Tirol 96 Anzeigen erstattet. 15 Beamte kontrollierten am Freitagabend 133 Personen in 44 Unterkünften in St. Anton am Arlberg und im Stanzertal, wie die Tiroler Polizei berichtete. „Es wurden unter anderem Briten, Dänen, Schweden, Rumänen, Deutsche, Australier, Iren und Polen kontrolliert und angezeigt“, teilte die Polizei mit. „Das Strafmaß nach dem Epidemiegesetz bei Übertretungen der Einreise- bzw. Notmaßnahmenverordnung beträgt bis zu 2180 Euro.“

Der Bürgermeister von St. Anton, Helmut Mall, hatte diese Woche Alarm geschlagen, weil seiner Ansicht nach zu viele Ausländer im Ort waren, die wegen der Corona-Regeln nicht hätten da sein dürfen. Sie nutzten offenbar Schlupflöcher in den Verordnungen: „Viele Leute haben Zweitwohnsitze angemeldet und geben an, Aussicht auf Arbeit zu haben. Aber im Tourismus gibt es derzeit keine Jobs“, zitierte die Zeitung „Kurier“ den Bürgermeister. (dpa)

Spahn will Impfverordnung wegen Astrazeneca überarbeiten

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission über eine Altersbeschränkung beim Impfstoff von Astrazeneca hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Überarbeitung der Impfverordnung angekündigt. Man werde generell an einer Priorisierung festhalten, aber die „Alterskomponente“ für den Astrazeneca-Impfstoff aufgreifen, sagte Spahn am Samstag bei einem digitalen „Townhall“ zu den Corona-Impfungen.

Zuvor hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten. Am Montag will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder zu einem Impfgipfel zusammenkommen. Die Impfverordnung sieht eine Priorisierung vor. Die höchste Priorität haben Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, und etwa das Personal in Pflegeheimen.

Am Freitag hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission den Astrazeneca-Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hieß es. Zuvor hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA die europaweite Zulassung des Impfstoffs empfohlen, und zwar für Erwachsene ab 18 Jahren ohne eine Altersbegrenzung. (Quelle: TSP, 30.01.21)

Ramelow plädiert für Corona-Fahrplan bis Ostern

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht sich vor dem Impfgipfel am Montag für eine längerfristig angelegte Corona-Politik aus. „Meine Perspektive ist keine Lockerungsdebatte, sondern ein Fahrplan, der uns über Monate hinweg eine Perspektive gibt“, sagt der Linken-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
„Dazu gehören ein Kriterienkatalog, was bei bestimmten Inzidenzen geschieht, und medizinische Versorgungskapazitäten.“ Eine Debatte über Lockdown und Lockerungen führe nicht weiter. Der Fahrplan solle möglichst bis Ostern gelten. „Dabei sollten wir auch die Langzeitwirkungen für jüngere Menschen nicht aus dem Blick verlieren.“ (Reuters)


Deutschland-Zahlen

Erneut verspätet hat heute das RKI die aktuellen Coronazahlen gemeldet. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.321 registrierte Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das waren etwa 4.100 weniger als vor einer Woche. Laut RKI wurden zudem 794 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 56.546.

Das RKI zählt seit Pandemie-Beginn 2.205.171 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen in Deutschland. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und lag am Samstag bei 90,9. Gestern meldete das RKI eine 7-Tage-Inzidenz von 94,4. Vor einer Woche hatte sie noch bei 113 gelegen. Ziel der Bundesregierung ist eine Inzidenz von unter 50, damit Infektionsketten von den Gesundheitsämtern wieder nachverfolgt werden können. (Quelle: RKI, 30.01.21)


EU-Kommission verteidigt sich

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die Corona-Impfstrategie der Europäischen Union verteidigt und den Hersteller Astra-Zeneca zu klaren Lieferzusagen gedrängt. „Was ich verlange, ist Transparenz und Planungssicherheit“, sagte von der Leyen am Freitag im Deutschlandfunk.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern habe vor einer Woche sehr überraschend und ohne plausible Erklärung eine Lieferkürzung angekündigt. Dabei seien die Bestellungen der EU verbindlich und nicht mit Einschränkungen versehen. „Der Vertrag ist glasklar“, sagte von der Leyen. Um das zu zeigen, wolle man das Dokument an diesem Freitag veröffentlichen.

Angesichts der kurzen Entwicklungszeit der Impfstoffe binnen zehn Monaten während der Pandemie seien Startschwierigkeiten völlig nachvollziehbar. „Das ist in Ordnung“, sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission. Doch wolle man eine Erklärung, so dass gemeinsam Lösungen gefunden werden könnten.

Vorwürfe an ihre Adresse wies von der Leyen zurück. Die EU-Kommission habe den Vertrag mit Astra-Zeneca rechtzeitig abgeschlossen. Dass Großbritannien früher bestellt habe, spiele für die Lieferpflichten des Unternehmens keine Rolle. „Das ist nicht wie beim Bäcker, wo man Schlange steht“, sagte sie. (Quelle: FAZ, 30.01.21)


Mexiko: Präsident soll Infektion überstanden haben

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hat nach seiner Corona-Infektion nach eigener Aussage das Schlimmste überstanden. „Ich habe immer noch Covid, aber die Ärzte sagen, dass die kritische Phase vorbeigeht“, sagte López Obrador in einer Videobotschaft aus dem Regierungssitz in Mexiko-Stadt. „Es geht mir gut, ich muss mich aber immer noch ausruhen.“ Er habe sich zu der Videobotschaft entschlossen, um „Gerüchten“ zuvorzukommen.

López Obrador war am vergangenen Sonntag positiv auf das Coronavirus getestet worden, leidet nach offiziellen Angaben aber nur unter milden Symptomen. Der 67-Jährige hatte in der Vergangenheit Herzprobleme und Bluthochdruck, was ein Risikofaktor bei einer Corona-Erkrankung ist.

Vor López Obrador hatten sich bereits mehrere andere Staats- und Regierungschefs mit dem Coronavirus angesteckt, darunter der frühere amerikanische Präsident Donald Trump, der brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro, der britische Premierminister Boris Johnson und der französische Präsident Emmanuel Macron. (Quelle: FAZ, 30.01.21)


Australian Open mit zehntausenden Zuschauern

Trotz Corona-Pandemie sollen bis zu 30.000 Menschen pro Tag der Tenniselite bei den am 8. Februar beginnenden Australian Open zusehen dürfen. Das kündigte der Sportminister des Bundesstaats Victoria, Martin Pakula, auf Twitter an. „Es wird die bedeutendste internationale Veranstaltung mit Menschenmassen sein, die die Welt seit vielen, vielen Monaten gesehen hat“, fügte er in einem Fernsehstatement hinzu. Der erste Grand Slam des Jahres beginnt wegen der Pandemie drei Wochen später als üblich. Mit dabei sind auch die Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic und Ashleigh Barty sowie die Deutschen Alexander Zverev und Angelique Kerber.

Für die ersten acht Tage des Turniers solle die Kapazität im Melbourne Park auf 30.000 Zuschauer pro Tag und Nacht gedeckelt werden, in den letzten sechs Tagen solle die Zahl auf 25.000 Besucher pro Tag sinken, sagte Pakula. „Das bedeutet, dass wir in der Rod Laver Arena, wenn wir uns dem Ende des Turniers nähern, eine unglaubliche Atmosphäre haben werden, die sich nicht so sehr von der Atmosphäre unterscheiden wird, die wir bei allen Opens in den vergangenen Jahren erlebt haben“, sagte der Minister. Insgesamt würden so rund 390.000 Menschen erwartet. Das seien etwa 50 Prozent des Durchschnitts verglichen mit den letzten drei Jahren, sagte er. (Quelle: Tagesschau, 30.01.21)


Überraschung: Anwälte sehen EU-AstraZeneca-Vertrag unterschiedlich

Der Streit zwischen der EU und AstraZeneca ging am Freitag unverändert weiters, auch nachdem die Europäische Kommission den Vertragstext -abgesehen von zahlreichen Schwärzungen wegen angeblicher Geschäftsgeheimnisse- des zwischen den beiden getroffenen Abkommens über Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs des Unternehmens veröffentlicht hatte.

Die Präsidentin der Kommission, Ursula von der Leyen, sagte, es sei „glasklar“, dass AstraZeneca laut Vertrag in Großbritannien produzierte Dosen an die EU liefern müsse, um einen Auftragsmangel auszugleichen. Aber die Firma sagte umgehend, dass dies nicht der Fall ist.

„Es gibt einen Ausdruck auf Deutsch, der unserem Äquivalent von“ ‘clear as mud’“entspricht, was“ klar wie Kloßbrühe“ist. Und genau das denke ich, ist die besondere Regel 5.1 in dem abgeschlossenen Vertrag. Ich denke, das ist ‚klar wie Kloßbrühe “, sagte James Turner QC von Quadrant Chambers, der sich auf grenzüberschreitende Handelsstreitigkeiten spezialisiert hat.

Turner sagte, er glaube, dass AstraZeneca nur so viel tun müsse, wie es vernünftigerweise könnte, um die ursprüngliche Bestellung der EU von 300-Millionen-Dosen mit in der EU hergestellten Lagerbeständen zu erfüllen, was vernünftigerweise so ausgelegt werden müsse, dass Großbritannien nicht einbezogen werde.

„Es scheint mir, dass AstraZeneca in Bezug auf die anfänglichen 300-m-Dosen einen ziemlich guten Grund hat zu argumentieren, dass es nicht erforderlich ist, in Großbritannien hergestellte Impfstoffe in die EU umzuleiten.

„Und das ist wirklich die Schlussfolgerung … Im Wesentlichen heißt es in Abschnitt 5.1 ganz klar, dass AstraZeneca seine vernünftigsten Anstrengungen unternehmen wird, um die Anfangsdosen innerhalb der EU herzustellen.“

Richard Parkinson – der Anwaltsgesellschaft JMW Solicitors – erklärte den Vertrag hingegen so, dass das Unternehmen verpflichtet sei, die 300-Millionen-Dosen von Produktionsstätten einschließlich der in Großbritannien zu liefern. „Wenn es diese Dosen produziert hat, scheint es mir, dass es sie liefern müsste, da ihre bisherigen Bemühungen zur Schaffung dieses Impfstoffvolumens geführt haben.“

„Der Vertrag enthält offenbar nichts, wonach die Bestellungen des Vereinigten Königreichs Vorrang haben. Also ist wohl AstraZeneca in der Lage, zwei Kunden zu haben, die offenbar jeweils einen gültigen Anspruch auf die hergestellten Dosen haben. “

Beide Anwälte wiesen darauf hin, dass der Vertrag unter die belgische Gerichtsbarkeit fallen würde. Turner betonte, dass er das belgische Recht nicht hinreichend kenne, betonte aber, seine Analyse des Dokuments habe ihn zu der Überzeugung geführt, dass AstraZeneca keinen Grund hätte zu argumentieren, dass die Impfdosen nicht aus Großbritannien entnommen werden dürfen, um das Defizit auszugleichen. Der Vertrag mit der EU lege fest, dass kein anderes Abkommen Vorrang haben sollte.

Parkinson fügte hinzu: „Auch wenn der britische Vertrag vorsieht, dass ihm Vorrang eingeräumt werden sollte, hat dies keinen Einfluss auf die Position der EU – obwohl dies gleichzeitig Großbritannien seinerseits natürlich einen Grund liefere, eine Klage gegen AstraZeneca zu erheben.“

David Greene, ein anderer führender Londoner Jurist, sagte gestern voraus, der Streit werde wahrscheinlich durch ein Schiedsverfahren beigelegt werden, um einen Gerichtsstreit zu vermeiden, falls sich herausstellen sollte, dass AstraZeneca sich nicht mit der EU im Vorfeld einige. (Quelle: The Guardian, 30.01.21)


Jetzt auch in den USA: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln

Die US-Seuchenbehörde CDC hat das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmittel angeordnet. Das gelte für Flugzeuge, Schiffe, U-Bahnen, Busse, Züge, Taxis und Mitfahrdienste, teilte die CDC mit. Auch an Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen, Bahnhöfen, Haltestellen und Schiffterminals sei ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Für kurze Zeit, etwa zum Trinken oder Essen, könne der dieser abgenommen werden. Die Verordnung gelte nicht für Kinder unter zwei Jahren oder bei bestimmten medizinischen Indikationen. (Quelle: Tagesschau, 30.01.21)


Deutschland debattiert Lockerungen
Neue Diskussion um Lockerungen Politikerinnen und Politiker diskutieren erneut kontrovers über mögliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen ab Mitte Februar. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte, er sehe keinen großen Spielraum für Lockerungen des Corona-Lockdowns. „Im Moment kann niemand seriös beurteilen, wie es Mitte Februar weitergeht“, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. „Aber eines kann man nach allen Erfahrungen bei der Infektionsbekämpfung sagen: Man wird auch nach einem Lockdown nicht sofort und vollständig zu normalen Verhältnissen zurückkehren können“, betonte Seehofer. „Das wird nur stufenweise möglich sein. Andernfalls droht ein Rückfall in die dritte Welle.“

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte in einem ARD Extra, sie sehe die Mutation des Virus mit großer Sorge. Deshalb werde eher über eine Verschärfung der Bestimmungen zu reden sein. Ähnlich äußerte sich Unionsfraktionchef Brinkhaus. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, noch ein wenig länger etwas härtere Maßnahmen seien besser als ein zermürbendes „Raus-Rein-Raus-Rein“. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer dagegen hält Lockerungen für denkbar, sollten die Corona-Zahlen weiter zurückgehen. Der saarländische Ministerpräsident Hans mahnt in der „Rheinischen Post“ einen langfristigen Perspektivplan an.


Reisen in Mutationsgebiete „geradezu töricht“

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die von der Bundesregierung beschlossenen Einreiseverbote verteidigt. „Das Beförderungsverbot ist eine drastische Maßnahme, aber es ist zum Schutz unserer Bevölkerung absolut notwendig“, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ .

„Es geht um die Abwehr von hoch infektiösen, mutierten Viren“, sagte Seehofer. Er appellierte zugleich dringend an die Bevölkerung, jede nicht zwingend notwendige Reise ins Ausland zu unterlassen. Das sehe er als „Bürgerpflicht“. „Jetzt ohne wirklich zwingenden Grund in Mutationsgebiete zu reisen, das muss ich deutlich sagen, wäre geradezu töricht“, betonte Seehofer.

Um die Ausbreitung von besonders ansteckenden Coronavirus-Mutationen zu bremsen, hatte die Bundesregierung am Freitag die Einreise aus Portugal, Irland, Großbritannien, Südafrika und Brasilien ab heute drastisch eingeschränkt. Am Sonntag kommen mit Lesotho und Eswatini zwei kleine südafrikanische Staaten hinzu.

Die vom Kabinett beschlossene neue Verordnung legt fest, dass Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar aus diesen Ländern prinzipiell keine Passagiere mehr nach Deutschland befördern dürfen. Ausnahmeregeln gibt es unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie Transitpassagiere. Auch der Warenverkehr bleibt unangetastet. „Für die wenigen Ausnahmefälle gilt aber: Sie müssen bei Einreise ein negatives Testergebnis vorweisen und dann in Quarantäne“, sagte Seehofer der Zeitung.

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff kritisierte, pauschale Einreiseverbote seien „nicht der richtige Weg“. Mutationsgebiete müssten ausgewiesen und klar benannt werden. „Dann muss die Einreise von dort so reduziert werden, dass verbindlich alle Einreisenden noch am Flughafen getestet werden können“, sagte Lambsdorff der „Rheinischen Post“.

Der CDU-Innenexperte Patrick Sensburg warnte unterdessen vor Einreisen nach Deutschland mit gefälschten Corona-Tests. „In Ländern wie Russland, Ukraine, Türkei oder Ägypten gibt es inzwischen einen großen Markt für gefälschte Tests“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Somit bestehe ein hohes Risiko, dass Krankheitserreger und auch Coronavirus-Mutationen eingeschleppt werden. (Quelle: TSP, 30.01.21)


Überblick zur Nacht

  • Der französische Premierminister Jean Castex hat eingeräumt, dass die Corona-Lage in Frankreich „besorgniserregend“ ist, noch aber gebe es eine letzte Chance, eine dritte nationale Sperrung zu vermeiden, die wirtschaftlich schädlich wäre.
  • Die Krise wegen Impfstoffmangels in der EU hat zu einer umfassenden diplomatischen Auseinandersetzung geführt, nachdem Brüssel eine Brexit-Klausel zur Einführung von Grenzkontrollen für Dosen aus der Republik nach Nordirland bemüht hatte .
  • In Kanada hat Premierminister Justin Trudeau strengere Einschränkungen für Reisende als Reaktion auf neue, ansteckendere Varianten von CoViD-19 angekündigt – einschließlich der Einstellung der Flugverbindungen nach Mexiko und zu allen karibischen Zielen bis zum 30. April.
  • Deutschland hat beispiellose und drastische Reisebeschränkungen beschlossen, die Reisende aus Großbritannien, Portugal und Irland praktisch von der Einreise ausschließen.
  • Die EU-Arzneimittelbehörde hat den Covid-Impfstoff von AstraZeneca zur Anwendung bei Erwachsenen ohne Beschränkungen zugelassen. Es ist der dritte Covid-Impfstoff, der von der Europäischen Arzneimittel-Agentur grünes Licht erhalten hat, nach denen von Pfizer/Biontech und Moderna.
  • Das Tempo der Covid-Pandemie hat sich in jeder Region der Welt zum zweiten Mal in Folge verlangsamt, wie eine AFP-Bilanz bis Donnerstag zeigt, mit durchschnittlich 11% weniger Neuerkrankungen pro Tag oder 564.300 im Vergleich zur Vorwoche. (Quelle: The Guardian, 29.01.21)

Vorschau auf das, was auf uns zukommt: In Belgien explodieren die Zahlen

In Belgien breitet sich die „britische“ Mutante des Coronavirus mit rasender Geschwindigkeit aus. Das geht aus einer internen Analyse angesehener Virologen für die belgische Regierung hervor, die der F.A.Z. vorliegt. „Es ist schon jetzt völlig klar, dass diese Variante in sehr kurzer Zeit der vorherrschende Stamm sein wird, der vorausberechnet vor Ende Februar 90 Prozent aller neu festgestellten Infektionen ausmacht“, heißt es in der Studie, die der Regierung am Dienstag übermittelt worden ist und die zunächst als „vertraulich“ eingestuft wurde.

Derzeit schätzen die Forscher den Anteil auf 15 bis 25 Prozent; der Haupteintrag soll während der Weihnachtsferien erfolgt sein. Die Prognose beruht auf knapp 1.800 positiven Coronatests, die seit dem 1. Dezember im belgischen Labor-Verbund genetisch entschlüsselt worden sind. Sie weckt Zweifel daran, ob das in dieser Woche von der Regierung verhängte Verbot touristischer Reisen überhaupt noch zur Eindämmung der hochansteckenden Mutante im Land taugt.

Belgien gehört – anders als Deutschland – zu den wenigen Ländern, die systematisch und in aussagekräftiger Zahl positive Virustests entschlüsseln; nur so können Mutanten sicher identifiziert werden. Die Wissenschaftler von der Katholischen Universität Löwen um Marc Van Ranst und Emmanuel André schließen aus den Ergebnissen, dass die britische Mutante B1.1.7 an jedem einzelnen Tag 11 Prozent mehr Ansteckungen verursacht als der „Wildtyp des Virus“. Daraus ergibt sich eine Reproduktionsrate von 1,65; das heißt, dass 100 Infizierte 165 weitere Personen anstecken. Während der zweiten Welle hatte dieser Wert niemals über 1,4 gelegen. Die Erkenntnisse deckten sich mit jüngsten Studien im Vereinigten Königreich, Dänemark und Portugal, heißt es in der Analyse.

Momentan liegt die Inzidenz in Belgien auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie in Deutschland: 250 Infektionen auf 100.000 Einwohner in zwei Wochen. Der Mikrobiologe André warnte jedoch gegenüber der Zeitung „De Morgen“ vor einer dritten Welle, die „noch unter der Wasseroberfläche“ sei, aber ab Anfang März in die Höhe schießen werde. Er riet zu „lokalen Abriegelungen“ von Schulen, Unternehmen und ganzen Gemeinden, sobald eine Mutante nachgewiesen sei. (Quelle: FAZ, 29.01.21)


Kabinett beschließt weitreichende Einreisesperre

Für Länder, in denen sich besonders ansteckende Varianten des Coronavirus stark ausgebreitet haben, gilt in Deutschland ab Samstag eine weitreichende Einreisesperre. Das Kabinett beschloss am Freitag ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar, das aber zahlreiche Ausnahmen unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr vorsieht, wie das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage bestätigte. Betroffen sind zunächst Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien, ab Sonntag auch die kleinen afrikanischen Staaten Lesotho und Eswatini.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die Einreisesperre bereits am Donnerstag angekündigt. Sie betrifft vor allem die Fluggesellschaften. Alleine Lufthansa bietet derzeit 55 Hin- und Rückflüge pro Woche in die betroffenen Länder an. Wegen der zahlreichen Ausnahmeregeln dürften aber nicht alle gestrichen werden.

Neben den genannten Ausnahmen gibt es noch weitere. Die Beförderung von medizinischem Personal, Ambulanzflüge, der Organtransport und die Beförderung „aus dringenden humanitären Gründen“ sind weiter erlaubt. Auch Transitpassagiere dürfen weiter in Deutschland landen, und Crews von Luftfahrzeugen und Schiffen dürfen ebenfalls einreisen.

Die Bundesregierung hatte die Einreise nach Deutschland bereits in den letzten Wochen und Monaten Schritt für Schritt erschwert. Rund 160 der knapp 200 Länder weltweit sind inzwischen in eine von drei Corona-Risikokategorien eingestuft. Für die niedrigste gilt eine Testpflicht spätestens 48 Stunden nach Einreise und eine zehntägige Quarantänepflicht, von der man sich nach fünf Tagen durch einen zweiten negativen Test befreien kann.

Für inzwischen rund 40 Länder in den beiden höheren Kategorien – darunter die Mutationsgebiete – wurden die Regeln bereits in der vergangenen Woche verschärft. Bei der Einreise aus diesen Ländern muss man nun schon bei Einreise einen negativen Test vorlegen, was an der deutsch-tschechischen Grenze zu Schlangen und Staus geführt hat.

Die Bundesregierung verfügte die Einreisesperre im Alleingang unabhängig von den EU-Partnern. Hintergrund ist, dass man sich unter den 27 EU-Staaten nicht auf ein einheitliches Vorgehen bei den Mutationsgebieten verständigen konnte. Vor der Kabinettsentscheidung verständigten sich die Botschafter am Freitag lediglich auf Empfehlungen für verschärfte Regeln beim Reisen innerhalb der Europäischen Union – hinter den deutschen Vorstellungen blieben sie damit zurück. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Stiko-Chef verteidigt Altersvorgabe für Astrazeneca-Impfstoff

Nach der europäischen Zulassung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca hat der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) die von seinem Gremium empfohlene Altersvorgabe verteidigt. Die Daten von Astrazeneca seien nicht ausreichend, um die Wirksamkeit der Impfung in der Altersgruppe ab 65 Jahre beurteilen zu können, sagte Thomas Mertens am Freitagabend bei einer Videoschalte des Science Media Center. Man brauche weitere Informationen dazu, wie gut der Impfstoff auch ältere Menschen vor Covid-19 schütze.

Das Präparat von Astrazeneca werde „aktuell aufgrund der derzeit verfügbaren Daten nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen“, hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Impfkommission am erklärt. „Wir haben nicht die Qualität des Impfstoffs bewertet, sondern die Qualität der Daten“, betonte Mertens. Der Virologe fügte hinzu, dass die Stiko ihre Empfehlungen nach dem Einreichen weiterer Daten zur Effizienz bei älteren Menschen aktualisieren werde. Gleichzeitig betonte er, die Sicherheit des Impfstoffs stehe außer Zweifel. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Einmal mehr: Italien kündigt Lockerungen an

Italien will trotz Bedenken von Experten ab Montag die Beschränkungen in zahlreichen Regionen lockern. Elf von ihnen würden von orangen Zonen in gelbe umgestuft, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit dürfen dort etwa Gaststätten tagsüber öffnen. Ein Berater des Ministeriums, Walter Ricciardi, hat vor einigen Tagen im Gegenteil einen „echten Lockdown“ gefordert, um nicht Zustände wie in Spanien oder Portugal hinaufzubeschwören. Hintergrund ist die Sorge über neue, ansteckendere Virus-Varianten. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Britische Provinz Nordirland wirft EU „Akt der Feindschaft“ vor

Der Streit um Impfstofflieferungen zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Unternehmen Astrazeneca hat sich am Freitag zu einer diplomatischen Krise zwischen London und Brüssel entwickelt. Der britische Premierminister Boris Johnson rief die EU-Kommission zu einer umgehenden Erklärung über ihre Absichten hinsichtlich möglicher Kontrollen an der irisch-nordirischen Grenze auf.

In einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen brachte er nach Angaben aus London „schwere Besorgnis“ zum Ausdruck. Die EU hatte am Freitag angekündigt, den Export von Impfstoffen künftig genehmigungspflichtig zu machen, nachdem Astrazeneca mitgeteilt hatte, nur einen Bruchteil der zugesagten Lieferung leisten zu können. Dabei steht die Vermutung im Raum, dass in der EU produzierte Vakzine an Drittstaaten wie Großbritannien geliefert wurden.

In einem Text der auf Webseite der EU am Freitagabend wurde der Eindruck erweckt, Brüssel wolle einen Notfallmechanismus in Gang setzten, der Kontrollen an der inneririschen Grenze erlaubt. Der offenbar weder mit Dublin noch mit London abgestimmte Schritt rief helle Empörung in Großbritannien und vor allem in Nordirland hervor.

Die EU-Erklärung, die später von der Webseite entfernt wurde, bezog sich auf Artikel 16 des Nordirland-Protokolls, der einseitige Schutzmaßnahmen bei unerwarteten negativen Auswirkungen der Einigung erlaubt. Im konkreten Fall will sich die EU damit davor schützen, dass über Nordirland als Hintertür doch unreguliert Impfstoffdosen nach Großbritannien gelangen.

Nordirlands Regierungschefin Arlene Foster hat der EU einen „Akt der Feindschaft“ im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoffstreit vorgeworfen. Die EU schaffe eine harte Grenze zwischen Nordirland und Irland, wie sie das Nordirland-Protokoll eigentlich verhindern solle, schrieb Foster am Freitagabend auf Twitter. Dies sei ein „unglaublicher Akt der Feindschaft“ und ein „aggressives und beschämendes Vorgehen“. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Frankreich verschärft Maßnahmen – kein Lockdown

Frankreich kündigt angesichts der Gefahr durch die neuen Virus-Varianten schärfere Maßnahmen an. Zwar sei gegenwärtig kein neuer Lockdown nötig, sagt Ministerpräsident Jean Castex. Allerdings werde der Reiseverkehr mit Nicht-EU-Staaten ab Sonntag gestoppt, innerhalb der EU werde ein Test benötigt. Zudem würden dann auch Einkaufspassagen geschlossen, in denen keine Lebensmittel verkauft werden. Die Polizei werde Verstöße gegen die Ausgangssperre und verbotene Partys ahnden. (Quelle: TSP, 29.01.21)


EMA macht Weg für AstraZeneca-Impfstoff in der EU frei

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gibt grünes Licht für den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca. Ein EMA-Ausschuss empfahl am Freitag eine bedingte Zulassung des Impfstoffs. Die finale Entscheidung muss nun noch von der Europäischen Kommission gefällt werden. Dies gilt als Formsache. Es wäre die dritte Zulassung für einen Covid-19-Impfstoff in der Europäischen Union. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Grafschaft Bentheim: 3 weitere Corona-Tote

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung steigt in der Grafschaft Bentheim auf 79. Wie die Kreisverwaltung in Nordhorn mitteilt, sind am Freitag drei weitere Todesfälle in diesem Zusammenhang zu beklagen. Laut Landkreis gibt es 16 Neuinfektionen mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.139.

Als genesen gelten 2.898 Grafschafter. Das sind 21 mehr als noch am Donnerstag. In Quarantäne befinden sich 345 Menschen. Der Inzidenzwert sinkt nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) von 62 auf 58.3.

Derzeit zählt der Landkreis 170 Infizierte, 73 (+2) davon in Nordhorn.
(Quelle: GN, 29.01.21)


Astrazeneca-Vertrag mit der EU veröffentlicht

Im Impfstoffstreit hat die EU-Kommission am Freitag ihren Rahmenvertrag mit dem Pharmakonzern Astrazeneca veröffentlicht. Wichtige Passagen des Dokuments vom August 2020 wurden allerdings unter Hinweis auf Geschäftsgeheimnisse geschwärzt. Darunter sind auch die für das erste Quartal vorgesehenen Liefermengen, um die seit Tagen ein heftiger Streit tobt.

Die EU-Kommission begrüßte gleichwohl die Bereitschaft des Unternehmens zu mehr Transparenz. Dies sei wichtig, um Vertrauen der Europäer aufzubauen und sicherzustellen, dass sie sich auf Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Impfstoffe in der EU verlassen könnten. Die Kommission hoffe, alle Verträge mit Impfstoffherstellern veröffentlichen zu können.

Astrazeneca hatte vor einer Woche mitgeteilt, dass die EU nach der erwarteten Zulassung im ersten Quartal nur einen kleinen Teil der bestellten Menge erhalten soll. Als Grund wurden Produktionsprobleme genannt. Die EU-Kommission drängt das Unternehmen, die Kürzung zurückzunehmen. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Braun lobt „vorbildliches“ Verhalten zu Weihnachten

Kanzleramtschef Helge Braun sieht in den zuletzt gesunkenen Corona-Infektionszahlen „ein tolles Ergebnis“ und eine Perspektive für Lockdown-Lockerungen. In einem RTL/NTV-Interview sagt er: „Wir können in Deutschland alle gemeinsam stolz auf uns sein.“ Dass die befürchtete Weihnachtswelle ausgeblieben sei, sei darauf zurückzuführen, dass sich die Deutschen „ganz vorbildlich“ verhalten hätten. Dies mache Hoffnung, dass man eine Öffnungsstrategie starten könne, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter die Schwelle von 50 falle.

Er sprach sich dabei für eine schrittweise Öffnung aus, um einen „Jojo-Effekt“ zu vermeiden. Bei dem Impfgipfel am Montag im Kanzleramt werde es vor allem auch um die Frage an die Industrie gehen, wie man schneller an Impfmengen kommen könne. Es sei ein ermutigendes Zeichen, dass Unternehmen, die noch nicht so weit in der Impfstoffentwicklung seien, Produktionsanlagen anböten. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Österreich will Einreiseregeln auch für Pendler verschärfen

Wegen der Ausbreitung verschiedener Mutationen des Coronavirus will auch Österreich die Einreiseregeln verschärfen. Für Pendler sind nun verpflichtende Tests bei der Einreise vorgesehen, wie aus dem der österreichischen Nachrichtenagentur APA vorliegenden Entwurf des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Sie müssten demnach ein ärztliches Zeugnis oder einen Testnachweis, der nicht älter als 72 Stunden ist, an der Grenze vorlegen. Dem Vernehmen nach ist der Rhythmus der Nachweispflicht noch unklar. Eine tägliche Attest-Vorlage gilt als unwahrscheinlich. Die Maßnahme soll in frühestens einer Woche in Kraft treten. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Ungarn lässt chinesischen Impfstoff zu

Ungarn hat als erstes EU-Land einen Corona-Impfstoff aus China zugelassen. Die Anwendung des Mittels des chinesischen Herstellers Sinopharm wurde genehmigt, wie die Medikamentenaufsicht mitteilt. Ministerpräsident Viktor Orban hatte kurz zuvor erklärt, dass bereits bis Samstag ein Kaufvertrag unterzeichnet werden könnte. Ungarn hat bereits auch als bislang einziges EU-Land den russischen Impfstoff Sputnik V gekauft, für den es bislang ebenfalls keine Zulassung der EU-Behörden gibt. ((Quelle: TSP, 29.01.21)


EU baut Corona-Ampel mit dunkelroten Zonen aus

Für eine verstärkte Reisebegrenzung zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden in der Europäischen Union künftig Hochrisikogebiete als „dunkelrote“ Zonen gekennzeichnet. Die Botschafter der EU-Staaten stimmten dem Vorschlag der Europäischen Kommission bei einem Treffen in Brüssel zu, wie Diplomaten Reuters miteilten. Dies soll dazu beitragen, nicht unbedingt nötige Reisen zu minimieren und eine Verbreitung von infektiöseren Virus-Mutanten einzudämmen. Die Kennzeichnung gilt für Regionen mit mehr als 500 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen zwei Wochen. In der Europäischen Union gibt es bereits ein Ampelsystem zum Ausmaß der Corona-Ausbreitung in den 27 Mitgliedstaaten. Der größte Teil der EU ist bereits rot gekennzeichnet. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Leipziger Buchmesse abgesagt

Die Leipziger Buchmesse wird 2021 aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie in ihrer klassischen Form abgesagt. Das erfuhr MDR KULTUR aus Veranstalterkreisen. Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, erklärte, durch die Entwicklung der Pandemie bleibe keine andere Wahl: „Bis zuletzt hatten wir gerungen, persönliche Begegnungen in den Messehallen zu ermöglichen. Der schwere Verlauf der Pandemie lässt uns aber keine Wahl. Eine Veranstaltung mit mehr als 100.000 Gästen kann unter Gewährleistung der Gesundheit und angesichts der aktuellen Rechtslage nicht stattfinden.“

Die Veranstalter hatten die Leipziger Buchmesse bereits frühzeitig vom März in den Mai verlegt, um eine Absage zu verhindern. Doch nun wird doch die Notbremse gezogen – erneut. Die Leipziger Buchmesse war 2020 eine der ersten Großveranstaltungen, die wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden ist. MDR KULTUR und die ARD hatten die abgesagte Leipziger Buchmesse 2020 als „virtuelle Buchmesse“ ins Studio nach Halle geholt, live im Netz und im Radio.

Nach Informationen von MDR KULTUR sollen trotzdem Lesungen in Leipzig oder digital stattfinden. Auch der Preis der Leipziger Buchmesse soll vergeben werden – in welcher Form ist noch unklar. Auf dem Messegelände jedenfalls findet nichts statt, weder Fach-, noch Besucher- oder Manga-Messe. (Quelle: ARD, 29.01.28)


Razzia bei Arzt wegen mutmaßlich falscher Atteste für Maskenbefreiung

Polizei und Staatsanwaltschaft in Hessen sind mit einer Razzia gegen einen Arzt vorgegangen, der in der Corona-Pandemie mutmaßlich falsche Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt haben soll. Eine Arztpraxis und eine Wohnung in Gersfeld im Landkreis Fulda wurden am Mittwoch durchsucht, wie die Ermittler am Freitag mitteilten. Gegen den Mediziner wird wegen des Verdachts des Ausstellens falscher Gesundheitszeugnisse ermittelt.

Im Zuge von Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in der Innenstadt von Fulda waren der Polizei im November vermehrt ärztliche Atteste vorgelegt worden, die vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreien sollten. In mehreren Fällen waren diese von dem Arzt ausgestellt. Bei der Razzia wurden digitale Beweismittel beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Griechenland verschiebt Öffnung von Oberschulen

Angesichts wieder gestiegener Corona-Fallzahlen verschiebt Griechenland Pläne für eine Öffnung aller Hochschulen ab der kommenden Woche. Schulen in Hochrisikogebieten müssten den Fernunterreicht fortsetzen, sagt Vize-Bildungsministerin Zeta Makri dem staatlichen TV-Sender ERT. Einzelheiten sollen in Kürze folgen. Eigentlich wollte die Regierung am 1. Februar alle Oberschulen erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder öffnen, da der Druck auf das Gesundheitssystem in den vergangenen Wochen nachgelassen hatte. Allerdings hat die Zahl der neuen Positiv-Tests seit Anfang der Woche wieder stark zugenommen und sich verdoppelt. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Ministerpräsidentin Dreyer fordert nationalen Impfplan

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ruft einem Medienbericht zufolge Bund und Länder dazu auf, bei dem angekündigten Impfgipfel am Montag einen „nationalen Impfplan“ aufzustellen. Dieser müsse „verlässlich bis Ende September jedem Impfwilligen eine Impfung“ ermöglichen, sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bisher seien die Impfzentren „im Leerlauf“, weil nicht genügend Impfstoff vorhanden sei. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Zulassung von AstraZeneca-Impfstoff doch ohne Altersbegrenzung?

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, rechnet im Gegensatz zu Gesundheitsminister Jens Spahn damit, dass die Europäische Arzneimittelbehörde EMA den Impfstoff von Astrazeneca ohne Altersbegrenzung zulassen wird. Cichutek räumt bei einer Pressekonferenz in Berlin allerdings ein, dass die Datenlage bei Älteren etwas schwächer sei. Dennoch werde der Impfstoff auf der Grundlage zugelassen, da der Nutzen größer sei als die Risiken.

Spahn hatte zuvor gesagt, er rechne nicht mit einer uneingeschränkten Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs. Die Datenlage reiche dafür nicht aus. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Mutation von Virus könnte weitere Impfung nötig machen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es für möglich, dass aufgrund von Mutationen des Coronavirus eine neue Impfung erforderlich ist. Zudem sei auch nicht klar, wie lange eine Impfung vorhalte und ob oder wann erneut geimpft werden müsse, sagt Spahn in Berlin. Insofern sei es vernünftig, längerfristig Impfstoffe bei den Herstellern zu bestellen. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Die meisten sterben außerhalb des Krankenhauses „sehr akut“

Laut RKI-Präsident Lothar Wieler sterben die meisten mit dem Coronavirus infizierten Menschen, vor allem ältere, mittlerweile außerhalb des Krankenhauses. „Sie sterben sehr akut“, sagt der RKI-Präsident. Werden alte Menschen also erst gar nicht auf Intensivstationen gebracht, fragt eine Journalistin. Das sei ein Vorwurf, der von Patientenschützern komme.

Gesundheitsminister Spahn sagte, das sei eine ärztliche Entscheidung. Wieler zufolg seien im Gegensatz zur ersten Welle im Frühjahr sehr viel mehr Hochaltrige infiziert. „Letzte Woche hatten wir 900 Ausbrüche in Altenheimen.“ Leider sei diese Klientel nicht ausreichend geschützt. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Inzidenz sinkt nicht überall in Deutschland

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner habe am Donnerstag in Deutschland erstmals seit Ende Oktober unter 100 gelegen, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler. Aber sie sei nur in den am stärksten betroffenen Ländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen gesunken. In den anderen zwölf Ländern sei die Inzidenz nahezu gleich geblieben – in manchen Landkreisen sogar gestiegen. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Auch Erfolge beim Impfen

„Wir dürfen beim Thema Impfen den Blick auf das bereits Erreichte nicht verlieren“, sagt die Leiterin der Infektiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Marylyn Martina Addo. Die Schnelligkeit bei der Impfstoff-Entwicklung sei ein großer Erfolg. „Dass wir überhaupt hier angekommen sind, ist nicht selbstverständlich, weil die Impfstoff-Entwicklung ein sehr komplexer Prozess ist“, sagt Addo, die per Video zur Pressekonferenz zugeschalten ist. Auch deute alles darauf hin, dass die Impfstoffe gegen die Mutanten wirken. (Quele. TSP, 29.01.21)


„Wissen nicht, ob die Varianten gefährlicher sind“

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist in Sorgen wegen der Coronavirus-Varianten.“Es werden immer mehr Fälle und Ausbrüche gemeldet“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. „Wir wissen noch nicht, ob die Varianten gefährlicher sind.“ Das werde nun überall auf der Welt untersucht. Es sei etwa noch unklar, ob sich bereits zuvor infizierte Menschen oder Geimpfte durch die neuen, zuerst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien aufgetretenen Varianten anstecken können.

Sicher sei aber, dass sie die Infektionszahlen in kurzer Zeit nach oben treiben können. „Die Intensivstationen verkraften keinen weiteren Anstieg“, sagt Wieler. Bisher wurden die Virus-Mutanten laut Bundesgesundheitsministerium 150 Mal in Deutschland nachgewiesen. (Quelle: TSP, 29.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Weiterhin bleibt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona in Niedersachsen hoch. Am Freitag, 29. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 56 weitere Todesfälle gemeldet. Zudem registrierte das Land 990 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt landesweit auf 3.227. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen im Landesdurchschnitt jetzt bei 79,7 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 29.01.21)


Deutschland-Zahlen – 839 Todesfälle

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz gestern erstmals seit Monaten unter die Marke von 100 gerutscht ist, sinkt die Zahl weiter. Auch bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnete das RKI einen leichten Rückgang im Vergleich zur Vorwoche. Der Trend bei den täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist weiter leicht rückläufig. Die Gesundheitsämter übermittelten dem RKI 14.022 registrierte Neuansteckungen. Vergangenen Freitag lag die Zahl bei 17.862. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz sank laut dem RKI leicht – und liegt nun bei 94,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder – am Donnerstag lag sie erstmals seit Ende Oktober unter 100.

Zudem meldeten die Gesundheitsämter 839 neu registrierte Todesfälle – im Vergleich zu 859 am vergangenen Freitag. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 55.752. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.192.850 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 29.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,90 (Vortag 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI/ARD, 29.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 29.01.2021, 08:00 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet aus Papenburg und Meppen drei weitere Corona-Tote in den letzten 24 Stunden. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit 115 (+3).

Durch 33 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich jetzt die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.509 (+33). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 6.027 Personen (+48) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 367 (-18) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen ist auf lediglich 741 gesunken; auf einen Corona-Kranken kommen also offiziell nicht einmal zwei Menschen in häuslicher Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA seit gestern bei 66,1 (= +216 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Inzidenz-Wert bei 58,3 (+80 Neuinfektionen in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 12 (+1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (-1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig zwei (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, einer von ihnen wird invasiv beatmet.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 823 Menschen (+12) erkrankt. 759 (+7) von ihnen gelten als genesen. Bei unverändert 15 Pandemie-Toten führt dies in der Summe zu aktuell 49 (+5) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 209 191 2 16
Einheitsgemeinde Emsbüren 156 147 0 9
Samtgemeinde Freren 375 353 15 7
Einheitsgemeinde Geeste 243 228 2 13
Stadt Haren (Ems) 374 365 1 8
Stadt Haselünne 299 287 4 8
Samtgemeinde Herzlake 205 186 4 15
Samtgemeinde Lathen 272 264 0 8
Samtgemeinde Lengerich 134 124 1 9
Stadt Lingen (Ems) 823 759 15 49
Stadt Meppen 722 645 16 61
Samtgemeinde Nordhümmling 232 219 1 12
Stadt Papenburg 945 855 23 67
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 51 43 1 7
Einheitsgemeinde Salzbergen 114 105 3 6
Samtgemeinde Sögel 458 433 1 24
Samtgemeinde Spelle 326 300 13 13
Einheitsgemeinde Twist 143 137 2 4
Samtgemeinde Werlte 428 386 11 31
Gesamt* 6.509 (+33) 6.027 (+48) 115 (+3)
Aktuelle Covid-19-Fälle 367

(29.01.21)


Heil für HartzIV-Zuwendung

Hilfsbedürftige wie Hartz-IV-Empfänger sollten nach Ansicht von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil neben kostenlosen FFP2-Masken auch einen finanziellen Zuschuss erhalten. Der SPD-Politiker wies in der „Augsburger Allgemeinen“ darauf hin, dass mit der Schließung sozialer Einrichtungen oder Büchereien viele Alltagshilfen wegfielen, die hilfsbedürftige Menschen sonst nutzen können. Hinzu kämen steigende Kosten etwa für Strom oder die Förderung der Kinder.

„Hilfsbedürftige Menschen treffen die lang andauernden Maßnahmen besonders hart“, betonte Heil. „Ich will deshalb einen Corona-Zuschuss für hilfsbedürftige Menschemit dem die größten Belastungen ausgeglichen werden können. Corona darf nicht zur sozialen Spaltung unserer Gesellschaft führen.“ Auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat sich für eine finanzielle Kompensation für Bedürftige ausgesprochen. (Foto CC s. Archiv v. 27.11.20; Quelle FAZ, 29.01.21)


BDI gegen #zeroCorona

BDI-Präsident Siegfried Russwurm hält Forderungen nach einer Ausweitung des Lockdowns für falsch. „Was das komplette Runterfahren bringen würde, ist völlig unklar. Keiner weiß, ob es überhaupt dazu beiträgt, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Doch der Schaden wäre gewaltig“, sagte Russwurm dem „Handelsblatt“.

Wenn die Produktion für drei oder vier Wochen stillgelegt würde, müsste man die gleiche Zeit für das Hochfahren verwenden. „Dann reden wir ganz schnell über eine negative Wachstumszahl des BIP für das Gesamtjahr“, warnte Russwurm. Solche Strategien seien nicht sehr realitätsnah und würden „erhebliche Kettenreaktionen in ganz Europa auslösen“, sagte Russwurm. (Quelle: FAZ, 29.01.21)


WHO-Untersuchung startet

Die WHO-Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus in China beginnt. Zwei Wochen nach ihrer Ankunft in der Stadt Wuhan haben die Forscher ihre Quarantäne beendet. Die Experten wollen sich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge nun sowohl mit chinesischen Wissenschaftlern treffen als auch Märkte und Krankenhäuser in Wuhan besuchen. Die internationalen Experten sollen herausfinden, wo das Virus erstmals aufgetreten ist und woher es stammt. (Quelle: FAZ, 29.01.21)


Übersicht am Abend

  • In Frankreich hat das Gesundheitsministerium angekündigt, dass die im Februar erwarteten Lieferungen des Moderna-Impfstoffs um 25% geringer ausfallen werden. Inzwischen hat der Mangel an Impfstoffen Paris und zwei andere Regionen – die zusammen ein Drittel der französischen Bevölkerung ausmachen – gezwungen, einige Erstimpfungen zu verschieben. Das Gesundheitsamt für Paris und die Ile de France, ein Gebiet mit 12,1 Millionen Einwohnern, teilte den regionalen Krankenhäusern in einer Telefonkonferenz am Mittwoch mit, dass ab dem 2. Februar alle ersten Impfungen mit dem CoViD-19-Impfstoff in medizinischen Einrichtungen ausgesetzt würden.
  • Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag 23.770 neue Coronavirus-Infektionen in den letzten 24 Stunden, gegenüber 26.916 am Mittwoch. Die Zahl der Covid-19-Todesopfer des Landes stieg nach einem Anstieg von 350 am Mittwoch um 344 auf 74.800, den siebthöchsten der Welt.
  • Der rechtsgerichtete brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der von sich sagt, er werde sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen, hat geschworen, alle Brasilianer schnell zu impfen, und seinen Ton gemildert, nachdem seine öffentliche Unterstützung aufgrund eines uneinheitlichen Impfstoff-Rollouts sowie einer brutalen zweiten Infektionswelle nachgelassen hatte, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
  • Die Coronavirus-Krise kostete den globalen Tourismussektor im Jahr 2020 1,3 Billionen US-Dollar an Einnahmeverlusten, da die Zahl der Reisenden nach Angaben der Vereinten Nationen „das schlechteste Jahr in der Geschichte des Tourismus“ war.
  • Ein Mann ist im Libanon seinen Verletzungen erlegen, nachdem es letzte Nacht zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen war, die über die kombinierten Auswirkungen der schweren Wirtschaftskrise mit den Lockdown-Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus verärgert waren, berichtet AFP. Es gab auch am Donnerstag neue Proteste.
  • Dänemark wird seine derzeitigen Beschränkungen wegen des Coronavirus‘ um drei Wochen verlängern, um die Ausbreitung der ansteckenden Coronavirus-Variante einzudämmen, die erstmals in Großbritannien registriert wurde, sagte die dänische Premierministerin am Donnerstag.
  • Die USA haben ihre ersten Fälle einer Coronavirus-Variante entdeckt, die erstmals in Südafrika entdeckt wurden, sagten Gesundheitsbeamte in South Carolina – Reuters berichtet.
  • Deutschland hat die Verwendung des Impfstoffs der Uni Oxford mit AstraZeneca für Personen über 65 Jahren blockiert, berichtet die Financial Times.
  • Spanien hat darauf bestanden, dass es den Umgang der Europäischen Union mit einem Mangel an Covid-19-Impfstoffen unterstützt, nachdem ein bekanntgewordenes Dokument aus Madrid darauf hinwies, dass das Gesundheitsministerium farin Brüssel kritisiert, berichtet Reuters.
    (Quelle: The Guardian, 28.01.21)

USA: Militär hilft beim Impfen

Die amerikanische Katastrophenschutzbehörde Fema hat das Militär des Landes um Hilfe bei den Impfungen gebeten. Die Bitte werde „vorrangig, aber sorgfältig geprüft“, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zur Zahl der dafür benötigten Soldaten macht er keine Angaben. In Regierungskreisen heißt es jedoch, es könnten Tausende sein. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Portugal schließt Grenze zu Spanien

Die portugiesische Regierung hat wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen die Schließung der Grenze zum Nachbarland Spanien ab Freitag angeordnet. Für zunächst zwei Wochen darf die Grenze demnach nur noch in Notfallsituationen überschritten werden, wie Innenminister Eduardo Cabrita laut Medien am Donnerstag in Lissabon mitteilte. Schon während der ersten Corona-Welle im Frühjahr vergangenen Jahres war die gemeinsame Grenze monatelang geschlossen. Erst am 1. Juli wurde sie wegen damals stark rückläufiger Corona-Zahlen wieder geöffnet.

Die Corona-Lage ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa „sehr schlimm“. Am Donnerstag wurden in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 16.423 Neuinfektionen und 303 weitere Corona-Tote registriert. Das war ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Auf Deutschland hochgerechnet entspräche das etwa 130.000 Neuinfektionen und rund 2400 Toten binnen 24 Stunden. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Johnson kritisiert deutsche Astrazeneca-Empfehlung

Der britische Premier Boris Johnson hat die deutsche Empfehlung zurückgewiesen, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur bei unter 65-Jährigen einzusetzen. „Unsere eigene Zulassungsbehörde hat sehr klar gemacht, dass der Oxford/Astrazeneca-Impfstoff sehr gut und wirksam ist, und bereits nach einer Dosis eine sehr hohe Schutzwirkung bietet und sogar noch mehr nach zwei Dosen“, sagte Johnson bei einem Besuch in Schottland am Donnerstag zu Journalisten. Die Belege zeigten, dass die Behörde der Meinung sei, das Vakzin erziele in allen Altersgruppen eine gute Immunantwort.

Die Immunologin Mary Ramsay der Gesundheitsbehörde Public Health England räumte ein, dass die Gruppe der Älteren in den Phase-III-Studien des Impfstoffs klein gewesen sei – andere Daten zur Immunantwort seien jedoch „beruhigend“ ausgefallen. Die Ständige Impfkommission in Deutschland hatte zuvor das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca mit Einschränkungen empfohlen. Aufgrund von derzeit verfügbaren Daten solle dieser Impfstoff nur für Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren genutzt werden, hieß es im Bundesgesundheitsministerium. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Biontech darf auch in Marburg produzieren

Biontech hat auch die arzneimittelrechtliche Erlaubnis zur Herstellung von Corona-Impfstoff in seinem Werk im hessischen Marburg erhalten. Das teilte das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt mit. Vor zwei Wochen hatte Biontech bereits die Genehmigung zum Betrieb seiner Anlage für die Produktion des Mittels bekommen – in dem Fall war das RP Gießen zuständig.

Nach Angaben eines Sprechers der Darmstädter Behörde steht noch ein weiterer formaler Schritt an: Um den in Marburg hergestellten Impfstoff in der Europäischen Union vermarkten zu können, sei noch eine Genehmigung der EU-Arzneimittelagentur EMA nötig. (Quelle: TSP, 2801.21)


Meldungen über schwere Impf-Nebenwirkungen weniger als ein Promille

Bei den Impfungen gegen das Coronavirus treten nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nur wenige unerwünschte Reaktionen auf. Im ersten Monat seit Beginn der Impfungen (27.12.2020 bis 24.1.2021) wurden dem Institut in Langen 1232 Verdachtsfälle mit insgesamt 3404 unerwünschten Reaktionen gemeldet, wie die Behörde am Donnerstag berichtete. 182 Fällen wurden als schwerwiegend eingestuft.

Bezogen auf die Gesamtzahl der Impfungen sind das laut PEI 0,7 Meldungen pro 1000 Impfdosen, für schwerwiegende Nebenwirkungen 0,1 Meldungen pro 1000 Impfdosen. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Müdigkeit. (Quelle: TSP, 28.01.21)


Einführung von Corona-Impfpässen kommt voran

Die Europäische Union treibt die Einführung von Corona-Impfpässen voran. Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, haben sich die EU-Staaten auf Empfehlungen geeinigt, welche Informationen solche Dokumente enthalten sollen. Ziel ist die Vergleichbarkeit und gegenseitige Anerkennung in den 27 Staaten.

Impfnachweise sollen demnach sowohl in Papier- als auch in elektronischer Form möglich sein. Neben Basisinformationen etwa zu Personalien, dem verwendeten Impfstoff und der ausstellenden Behörden soll es eine Art elektronisches Siegel geben, etwa einen QR-Code oder eine Registrierung. Ziel sei, den Impfstatus einer Person rasch und eindeutig festzustellen, heißt es in den Richtlinien. Später könnten damit auch weitere Informationen verlinkt werden. (Quelle: TSP, 28.01.21)


EMA: Zweite Impfung mit Biontech/Pfizer-Impfstoff innerhalb von drei Wochen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Richtlinien für die Anwendung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontech verschärft. Danach muss die zweite Dosis innerhalb von drei Wochen gespritzt werden, wie einem Beschluss hervorgeht. Zuvor hatten die Experten empfohlen, dass zwischen der ersten und zweiten Impfdosis „mindestens 21 Tage“ liegen sollten. Nun wird klar von drei Wochen gesprochen, und es wird davon abgeraten, die Zeitspanne zu verlängern. (Quelle: TSP, 28.01.21)


USA: Südafrika-Mutation erstmals nachgewiesen

Die zunächst in Südafrika identifizierte Mutation des Coronavirus ist erstmals in den Vereinigte Staaten nachgewiesen worden. Die Variante wurde in South Carolina unabhängig voneinander bei zwei Erwachsenen nachgewiesen, erklärte die zuständige Gesundheitsbehörde des Bundesstaats am Donnerstag. Die beiden Personen seien zuvor nicht verreist gewesen, hieß es. Damit schien bestätigt, dass sich die Variante zumindest in begrenztem Ausmaß bereits vor Ort im Umlauf befindet. „Es sind die ersten beiden Fälle mit dieser Variante in den Vereinigten Staaten“, erklärte die Behörde.

Experten vermuten, dass die bereits zugelassenen Corona-Impfungen gegenüber der Mutation aus Südafrika, bekannt als B.1.351, etwas weniger wirksam sind. Sie sollen ausreichenden Schutz bieten, allerdings womöglich weniger langfristig. Zudem sollen Antikörper-Behandlungen gegenüber der Variante weniger effektiv sein. Die Erkenntnisse stützen sich bislang aber nur auf vorläufige Daten. Auch in Deutschland wurde die Variante bereits nachgewiesen. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Nizza (F): Restaurant-Widerstand gegen Corona-Schutzmaßnahmen

Essen bestellen, ein Glas Wein dazu – und das alles in einem Restaurant: Das ist im Moment kaum vorstellbar. In Frankreich herrscht daher Aufregung über die Protestaktion eines Lokals in Nizza. Entgegen aller Corona-Beschränkungen öffnete das Restaurant und empfing Dutzende Gäste zum Mittagessen am Mittwoch, wie mehrere Medien berichteten. „Ich kann es nicht mehr ertragen, meine leere Terrasse zu sehen. Das ist mein Widerstand“, zitierte die Regionalzeitung „Nice Matin“ den Betreiber. Restaurants sind in Frankreich mittlerweile seit Ende Oktober geschlossen, die Corona-Lage im Land ist sehr angespannt.

Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie auf der überdachten Terrasse zahlreiche Menschen gemeinsam aßen. „Freiheit“, rief der Besitzer beim Servieren des Essens. „Es war eindeutig eine militante Aktion“, zitierte die Zeitung „Le Parisien“ Benoît Huber, den Stabschef des Präfekten. Damit die Situation nicht eskaliere, habe die Polizei weitgehend nicht eingegriffen. Die Präfektur kündigte jedoch an, dass alle, die identifiziert werden könnten, eine Geldstrafe zahlen müssten. Der Restaurantbetreiber wurde am Mittwochabend in Polizeigewahrsam genommen, ebenso wie ein Koch. Es handle sich um einen illegal dort arbeitender Ausländer, so die Präfektur. Berichten zufolge ist der Betreiber zunächst deswegen in Gewahrsam genommen worden. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Frankreich: Zahl der mit Mutanten Infizierten vervierfacht

Die hoch ansteckenden Coronavirus-Varianten breiten sich in Frankreich schnell aus: Gesundheitsminister Olivier Véran sagte am Donnerstag in Paris, die festgestellten Infektionen mit einer mutierten Form des Virus hätten sich zuletzt vervierfacht. Sie stiegen demnach in den vergangenen Wochen von täglich 500 auf 2000 an. Laut dem Minister ist vor allem die britische Variante B.1.1.7 auf dem Vormarsch.

Véran warnte, diese Varianten könnten „eine sehr starke epidemische Welle“ hervorrufen, wenn die Regierung nicht bald einschreite. Der Gesundheitsminister sprach von derzeit durchschnittlich 20.000 Positiv-Tests pro Tag. Die Varianten würden demzufolge in Frankreich bereits rund zehn Prozent aller positiven Tests ausmachen. Für den Pariser Großraum hatte die nationale Gesundheitsbehörde diesen Trend bereits bestätigt. Neben der britischen wurde Véran zufolge zu einem geringen Teil auch die südafrikanische Mutante festgestellt. (Quelle: TSP, 28.01.21)


Israel: 0,04 Prozent der Geimpften trotzdem positiv getestet

Israel hat nach der Impfung von Hunderttausenden Menschen ermutigende Daten zur Wirksamkeit eines Corona-Impfstoffs veröffentlicht. Von 715.425 Israelis, die zwei Dosen des Biontech-Pfizer-Präparats erhalten hatten, sind danach 371 positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Dies sind 0,04 Prozent der zweifach Geimpften. 16 Erkrankte mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben von Pfizer hat der Impfstoff eine Woche nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 95 Prozent. (Quelle: TSP, 28.01.21)


Baden-Württemberg verzichtet auf Grundschul- und Kitaöffnung

Baden-Württemberg verzichtet nach einem Ausbruch der Corona-Mutation in einer Freiburger Kita auf eine frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Stuttgart aus Regierungskreisen erfahren haben will, hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) entschieden, den Corona-Lockdown auch in Kitas und Schulen bis zum 14. Februar fortzusetzen.

Bei dem Ausbruch einer neuen Coronavirus-Variante in einer Freiburger Kita hatten sich deutlich mehr Menschen angesteckt als bisher bekannt war. Bei 18 Kindern und Erzieherinnen und Erziehern aus der Kita Immergrün sei eine mutierte Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald am Donnerstag in Freiburg mit. Es stehen noch weitere sieben Überprüfungen aus. Inzwischen gelten elf Kinder und 14 Erzieher aus der Kita als Corona-Fälle. Das ist ein Kind mehr als nach den Angaben vom Mittwoch. Hinzu kämen neun enge Kontaktpersonen. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Impfmisere: Spitzentreffen Bund und Länder

Angesichts der Corona-Impfmisere planen Bund und Länder ein Spitzentreffen am kommenden Montag. Der Termin für einen sogenannten „Impfgipfel“ wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag aus Kreisen der Länder und des Bundes bestätigt, nachdem zunächst das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ berichtet hatte.

Weil es bei den Impfstofflieferungen seit Wochen ruckelt und Hersteller wiederholt geringere Mengen in Aussicht stellten, als zunächst geplant, hatten mehrere SPD-Politiker einen Impfgipfel gefordert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuletzt offen für eine solche Runde gezeigt, an der voraussichtlich auch die Impfstoff-Hersteller teilnehmen sollen.

Spahn will, dass an dem „Impfgipfel“ auch Vertreter der EU-Kommission teilnehmen. Erforderlich sei ein einheitliches und verlässliches Handeln, sagt Spahn in Berlin. Nur so entstehe Vertrauen in der Bevölkerung. (Quelle: FAZ, TSP, 28.01.21)


Impfstoffkrise: Hamburgs Bürgermeister macht seinem Ärger Luft

Der Corona-Impfstoff bleibt knapp – und deshalb wächst der Druck auf die Bundesregierung und die EU. Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) macht jetzt seinem Ärger Luft.

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat Tschentscher am Donnerstag Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert. Es habe große Ankündigungen gegeben, aber das, was tatsächlich an Impfstoff geliefert werde, sei eine „herbe Enttäuschung“, schreibt Tschentscher in einer Stellungnahme. Mehrfach seien Zusagen nicht eingehalten worden. Das müsse sich ändern, die Zeit dränge. Denn jeder Tag des Lockdowns sei ein großer Schaden für Bildung, Wirtschaft, Kultur und Gesundheit.

Hamburgs Bürgermeister setzt deshalb auf den sogenannten Impfgipfel am kommenden Montag. Bei dem Gespräch zwischen Bund und Ländern müssten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit mehr Impfstoff geliefert werde. Konkrete Vorschläge machte Tschentscher allerdings nicht. Und der von ihm kritisierte Gesundheitsminister dämpfte bereits die Erwartungen an das virtuelle Treffen: Kurzfristig sei es kaum möglich, mehr Impfstoff zu produzieren, sagte Spahn.

An der Videokonferenz sollen neben Mitgliedern der Bundesregierung und den Regierungschefs der Länder auch Vertreter der Impfstoffhersteller sowie der betreffenden Verbände teilnehmen, wie ein Regierungssprecher in Berlin mitteilte. (Quelle: NDR, 28.01.21)


Hartz IV-Bezieher erhalten 50 Millionen FFP2-Masken

Die Bundesregierung stellt den rund fünf Millionen Beziehern von Hartz IV ein Kontingent kostenloser FFP2-Schutzmasken zur Verfügung. Dies kündigen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin an. Jedem Bezieher der Grundsicherung steht demnach zehn Masken zur Verfügung. Die Berechtigten würden angeschrieben von den Krankenkassen und könnten die Masken dann in der Apotheke nach Vorlage des Personalausweises abholen, sagt Spahn. Heil betonte: „Es ist wichtig, dass wir die gesamte Gesellschaft im Blick haben.“ (Quelle: FAZ, 29.01.21)


(28.01.21)


Camping-Boom

In der Corona-Pandemie haben viele Deutsche den Reiz des Campens entdeckt – die Caravaning-Branche profitierte von dieser Entwicklung. Erstmals überhaupt seien 2020 mehr als 100.000 neue Wohnmobile und Wohnwagen verkauft worden, teilte am Donnerstag der Caravaning Industrie Verband (CIVD) mit. Der Umsatz stieg demnach um 6,3 Prozent zum Vorjahr auf einen Rekordwert von 12,5 Milliarden Euro.

2020 ist laut dem Verband bereits das siebte Jahr in Folge, das die Branche mit einem neuen Bestwert abschloss. Auch für 2021 seien die Aussichten gut. Vergangenes Jahr wurden genau 107.203 sogenannte Freizeitfahrzeuge zugelassen. Das ist fast ein Drittel mehr als 2019.

Die Nachfrage war so hoch, dass die Hersteller in Deutschland nicht nachkamen. Die Produktion sei wegen der Corona-Pandemie „erheblich“ beeinträchtigt gewesen; sie sank um 6,9 Prozent gegenüber 2019, erklärte der Verband. Knapp 116.000 Freizeitfahrzeuge liefen demnach vom Band. Für das laufende Jahr sei eine Steigerung der Produktion „fest eingeplant“. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Wacken: „Wir können die Rückkehr auf unseren Holy Ground nicht erwarten.“

Die Organisatoren des Heavy-Metal-Festivals Wacken Open Air (WOA) sind ebenso mutig wie optimistisch, dass das Spektakel im kommenden Juli wieder veranstaltet werden kann. 2020 musste das Festival, zu dem rund 75.000 Fans in den Kreis Steinburg kommen, wegen der Corona-Pandemie abgesagt und durch ein Online-Festival ersetzt werden.

„Wir stecken mitten in den Vorbereitungen für die kommende Ausgabe des WOA und können die Rückkehr auf unseren Holy Ground nicht erwarten“, sagte Mitgründer und Veranstalter des WOA, Thomas Jensen der „Norddeutschen Rundschau“. „Natürlich kann die Entwicklung einer Pandemie nicht genau vorhergesagt werden, aber der Impfstoff und der Einsatz von Schnelltests stimmen uns sehr positiv für dieses Jahr und lassen uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.“ (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Luftfrachtraten steigen

Die Preise für Lufttransporte aus Asien – und hier insbesondere aus China – steigen derzeit deutlich und behindern zunehmend den weltweiten Warenfluss, berichtet die „WirtschaftsWoche“ unter Berufung auf eine Übersicht der Logistikberatung Cullinan Consulting. Demnach kassieren die Fluglinien derzeit rund neun Dollar, um ein Kilogramm Fracht nach Mitteleuropa zu bringen, nach rund 3,80 Dollar Mitte Januar. „Mit einer westlichen Linie wie Lufthansa sind es bis zu drei Dollar mehr“, sagt Cullinan-Chef Nathan Zielke. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


EU-Kommission: Unternehmenshilfen bis 10 Mio Euro hierzulande ok

Der deutsche Staat kann von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen künftig Fixkostenhilfen in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro gewähren. Zudem können Unternehmen nun mit direkten Zuschüssen von bis zu 1,8 Millionen unterstützt werden. Die EU-Kommission hat entschieden, dass die sogenannten EU-Beihilferegeln für Staatshilfen coronabedingt bis Ende des Jahres nochmals deutlich gelockert werden, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Damit könnten die 27 EU-Länder bis zum 31. Dezember weiterhin betroffene Unternehmen mit großen Summen unterstützen, ohne gegen EU-Wettbewerbsregeln zu verstoßen.

Der sogenannte befristete Rahmen für staatliche Beihilfen wurde bereits mehrfach geändert. Die Bundesregierung hat sich bei der EU-Kommission dafür eingesetzt, die Beihilferegeln deutlich auszuweiten. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Dramatische Lage in Portugal – Bitte um Hilfe an EU-Partner

Portugal befindet sich nach den Worten von Ministerpräsident Antonio Costa in der schwersten Phase der Coronavirus-Pandemie. „Wir werden diesen schlimmsten Moment noch für ein paar weitere Wochen haben, das ist sicher“, sagte Costa dem Sender TVI am Donnerstag. Portugal gehört zu den Ländern, in denen sich eine gefürchtete mutierte Form des Virus derzeit am schnellsten verbreitet. Die Bundesregierung erwägt deshalb eine Einreisesperre gegen das Land sowie für Reisende aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika.

Die portugiesische Regierung hat bei den EU-Partnern bereits um Hilfe gebeten, darunter auch bei Deutschland. Allerdings braucht das Land vor allem Ärzte und Pflegepersonal. Dazu sei Deutschland derzeit aber nicht in der Lage, sagte Costa. Portugal registrierte bislang insgesamt 668.951 Positiv-Tests. 11.305 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Am Mittwoch wurde mit 293 neuen Todesfällen die bisherige Tageshöchstzahl gemeldet. Als wichtig geltende Kennziffern wie die Sieben-Tage-Inzidenz und die Zahl der Toten pro eine Million Einwohner sind in Portugal derzeit die weltweit höchsten.

Einige Krankenhäuser melden bereits einen Mangel an freien Betten. Auch Sauerstoffgeräte sind rar, und das medizinische Personal ist stark überlastet. „Es ist kein Ende in Sicht“, sagte eine Krankenschwester des Cascais Krankenhauses in der Nähe von Lissabon der Nachrichtenagentur Reuters. Vor dem größten Krankenhaus des Landes, dem Santa Maria in der Hauptstadt, stauten sich am Mittwochabend mehr als 20 Rettungswagen, die auf freie Betten warteten. Auch mit dem Impfen geht es schleppend voran. Drei Ärzte-Gewerkschaften erklärten, dass Tausende Mediziner noch keinen ausreichenden Schutz erhalten hätten.

Noch am Donnerstag wollte die Regierung ihre Pläne für die weitere Impfstrategie vorlegen. Costa sagte, die Lage habe sich vor allem deshalb so zugespitzt, weil die Regierung die Auflagen zwischen Weihnachten und Silvester zu sehr gelockert habe. Zudem habe sich die zuerst in Großbritannien aufgetretene Mutante in Portugal sehr schnell verbreitet. Costa räumte ein, in der Krise nicht immer klar genug kommuniziert zu haben. (Quelle: TSP, 28.01.21)


Europäische Union droht Impfstofflieferanten

Die Europäische Union sollte nach den Worten von Ratspräsident Charles Michel rechtliche Mittel und Zwangsmaßnahmen prüfen, um die Lieferung von Impfstoffen wie vereinbart sicherzustellen. Auf rechtliche Mittel werde man zurückgreifen, wenn es keine zufriedenstellende Lösung bei den Gesprächen mit den Impfstoff-Herstellern gebe, schreibt Michel am Mittwoch in einem Brief an vier Staats- und Regierungschefs der EU. „Ich unterstütze alle Bemühungen, die Angelegenheit mit den Unternehmen durch Dialog und Verhandlungen zu lösen.“ Sollte eine zufrieden stellende Lösung nicht gefunden werden, dann sei er dafür, alle Optionen zu prüfen. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Niedersachsen impft nicht und kann auch nicht organisieren

Das System zur Vergabe von Corona-Impfterminen in Niedersachsen ist unter dem Ansturm der Anmeldungen am Donnerstagmorgen zusammengebrochen.

Mehr als 500.000 Niedersächsinnen und Niedersachsen ab 80 Jahren können sich telefonisch um Termine für die zwei benötigten Impfungen bemühen. Für die meisten dürfte das allerdings ein frustrierendes Unterfangen sein, denn bereits zu Beginn war die Hotline mit der Telefonnummer (0 800) 99 88 665 nicht mehr zu erreichen. Nutzer von NDR.de berichten, dass nur ein Besetztzeichen oder gar die Ansage „Nummer nicht vergeben“ zu hören war.

„Die Leitungen sind überlastet“, bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Allein in der ersten Stunde seien mehr als 700.000 Anrufversuche eingegangen. Man bitte Impfwillige daher um Geduld und darum, es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. 250 bis 300 Mitarbeitende besetzen die Hotline und sollen montags bis sonnabends in der Zeit von 8 bis 20 Uhr die Anrufe entgegennehmen.

Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, konnten am Donnerstagmorgen lediglich 18 der 50 Impfzentren Termine anbieten. Diese waren innerhalb von eineinhalb Stunden vergeben, die genaue Anzahl lag laut Ministerium zunächst noch nicht vor. In etlichen Landkreisen wird der vorhandene Impfstoff zunächst noch für die Alten- und Seniorenheime gebraucht, zum Beispiel im Landkreis Schaumburg und der Region Hannover. Über die Telefon-Hotline können sich Interessierte – wenn sie denn durchkommen – aber weiterhin auf eine Warteliste für das Impfzentrum ihrer Wahl setzen lassen.

Auch das offizielle Online-Impfportal des Landes Niedersachsen hatte mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. So wurden beispielsweise bei der Suche nach dem nächstgelegenen Impfzentrum die Zentren in Hannover und Oldenburg gar nicht in der Ergebnisliste angezeigt. Wie auch an etlichen anderen Orten standen hier gar keine Termine zur Verfügung. Eine Warteliste gibt es auf dem Portal nach Angaben des Gesundheitsministeriums derzeit noch nicht. Die Seite werde aber wieder aktiv, sobald weitere Landkreise Termine eintragen, hieß es.

Die Landesregierung hatte bereits am Mittwoch angekündigt, dass technische Probleme mit der Telefon-Hotline und der Anmeldeplattform im Internet erwartet werden. Zudem hieß es, dass wegen der geringen verfügbaren Impfstoffmenge im ersten Schritt höchstens 15.000 Termine in bis zu 30 der 50 Impfzentren vergeben werden könnten.

Ein Problem ist nach wie vor, dass in Niedersachsen nicht so viel Impfstoff ankommt wie ursprünglich geplant und mit den Pharmafirmen vereinbart war. Zweimal sind nun schon versprochene Teil-Lieferungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs ausgefallen, unter anderem wegen einer Produktionsumstellung in einem belgischen Werk. Auch Moderna liefert bislang nur einen Teil der angekündigten Dosen. So hinkt die Landesregierung mit ihrem Impfplan hinterher.

(Quelle: NDR, 28.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Donnerstag, den 28. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.388 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus gab es zudem 46 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 3.171. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen im Landesdurchschnitt jetzt bei 82,5 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: DR: 28.01.21)


Grafschafter-Zahlen vom Donnerstag

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung steigt in der Grafschaft Bentheim auf 76. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, ist am Donnerstag ein neuer Todesfall zu verzeichnen. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt bei 15. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3123. Als genesen gelten 2877 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich am Donnerstag 319 Menschen. Der Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) sinkt von 67,1 auf 62.
Derzeit zählt der Landkreis 170 Infizierte, 71 (-2) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 28.01.21)


Deutschland-Zahlen – heute später und mehr als 1.000 Tote

Erstmals seit Ende Oktober liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) unter der Schwelle von 100. So wurden in Deutschland binnen einer Woche 98 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an die Gesundheitsämter übermittelt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Damit hat sich die Zahl der innerhalb von 7 Tagen gemeldeten Neuinfektionen seit dem Höchststand kurz vor Weihnachten – die 7-Tage-Inzidenz lag am 22. Dezember bei 197,6 – in etwa halbiert. Das politische Ziel ist eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem RKI 17.553 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Außerdem wurden 941 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Vergangenen Donnerstag hatte das RKI 20.398 Neuinfektionen und 1.013 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Der Höchststand von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen an einem Tag war am 14. Januar erreicht worden.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.178.828 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 54.913. Zum Vergleich: Das ist die Bevölkerungszahl von Lingen (Ems).

Der bundesweite 7-Tage-R-Wert lag laut dem RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,87 (Vortag 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI, FAZ, 28.01.21)


Lauterbach vs. Bach

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat das Festhalten des Internationalen Olympischen Komitees an den Olympia-Plänen und namentlich auch IOC-Chef Thomas Bach kritisiert. Dass dieser weiterhin fest davon ausgehe, dass die Spiele in Tokio in diesem Sommer stattfinden, nannte Lauterbach „sehr problematisch“. Dieses „sture Durchhalten mit der Einstellung, der Spitzensport sei von der Pandemie quasi ausgenommen, halte ich für sehr schwer vermittelbar und frustriert auch sehr viele Fans“, sagte Lauterbach in einem Sport1-Interview. Bach hatte zuvor Kritik an den Bemühungen um eine Austragung der Olympischen Spiele zurückgewiesen.

„Es ist ganz sicher nicht unverantwortlich“, betonte Bach und verwies auf die Pläne für vielfältige Corona-Maßnahmen für die Sommerspiele und die Vielzahl internationaler Sportereignisse, die in den vergangenen Monaten schon veranstaltet wurden. Das IOC sei „voll darauf konzentriert und verpflichtet“, die Spiele auszutragen.

Bach zeige „rigoristische Positionen. Zum Geschäft gehört eine gewisse Demut mit dazu. Die vermisse ich manchmal bei Herrn Bach“, sagte Lauterbach. Umfragen zufolge spricht sich eine klare Mehrheit der Japaner derzeit dafür aus, dass die Spiele nicht in diesem Sommer stattfinden.

Für Lauterbach ist auch die Austragung der Fußball-EM „ein falsches Signal“ zu einem „schlechten Zeitpunkt“. Die Europäische Fußball-Union UEFA hatte zuvor jedoch bekräftigt, an ihrem Plan eines Turniers in zwölf Städten festhalten zu wollen. (Quelle: GN, 28.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 28.01.2021, 08:00 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet aus Papenburg einen weiteren Corona-Tote in den letzten 24 Stunden. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit 112 (+1).

Durch 38 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich jetzt die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.476 (+38). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.979 Personen (+55) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 385 (-18) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen ist auf lediglich noch 718 (-28) gesunken; auf einen Corona-Kranken kommen also offiziell nicht einmal zwei Menschen in häuslicher Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA seit gestern bei 78,3 (= +256 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Inzidenz-Wert bei 67,1 (+ 92 Neuinfektionen in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 12 (+1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (-1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig zwei (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, einer von ihnen wird invasiv beatmet.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 811 Menschen (+9) erkrankt. 752 (+4) von ihnen gelten als genesen. Bei unverändert 15 Pandemie-Toten führt dies in der Summe zu aktuell 44 (+5) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 209 189 2 18
Einheitsgemeinde Emsbüren 155 147 0 8
Samtgemeinde Freren 375 352 15 8
Einheitsgemeinde Geeste 242 227 2 13
Stadt Haren (Ems) 373 364 1 8
Stadt Haselünne 299 287 4 8
Samtgemeinde Herzlake 203 186 4 13
Samtgemeinde Lathen 272 264 0 8
Samtgemeinde Lengerich 133 123 1 9
Stadt Lingen (Ems) 811 752 15 44
Stadt Meppen 716 639 14 63
Samtgemeinde Nordhümmling 231 219 1 11
Stadt Papenburg 941 842 22 77
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 51 42 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 113 104 3 6
Samtgemeinde Sögel 458 428 1 29
Samtgemeinde Spelle 326 299 13 14
Einheitsgemeinde Twist 143 137 2 4
Samtgemeinde Werlte 425 378 11 36
Gesamt* 6.476 (+38) 5.979 (+55) 112 (+1)
Aktuelle Covid-19-Fälle 385 (-18)

(28.01.21)


Überblick am Morgen

  • Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in England zwar etwas zurückgegangen, müssen aber schneller fallen, um den enormen Druck auf den staatlichen NHS zu verringern, haben Wissenschaftler im Rahmen einer Covid-Infektionsumfrage gewarnt.
  • Laut einer Laborstudie des US-amerikanischen Arzneimittelherstellers Reuters hat der Covid-19-Impfstoff von Pfizer Inc und BioNTech gegen ein gentechnisch verändertes Virus mit drei Schlüsselmutationen aus der neuen Coronavirus-Variante in Südafrika kaum an Wirksamkeit verloren.
  • Weißes Haus: Die USA wollen eine „robuste und klare“ internationale Untersuchung der Ursprünge der Covid-19-Pandemie in China, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Sie sagte gegenüber Reportern, es sei „unerlässlich, dass wir auf den Grund gehen, wie das Virus auftrat und sich ausbreitete. Sie hob „große Besorgnis“ über „Fehlinformationen“ aus „einigen Quellen in China“ hervor.
  • Die Olympia-Qualifikation in Tokio im Synchronschwimmen, die im März in Tokio stattfinden soll, ist aufgrund neuartiger Beschränkungen für Coronaviren in Japan auf Mai verschoben worden. Die Organisatoren von Tokio 2020 und die Fédération Internationale de Natation (FINA) gaben am Donnerstag bekannt, dass das Turnier, das auch als Testveranstaltung für die Olympischen Sommerspiele in Tokio dient, vom 1. bis 4. Mai stattfinden soll.
  • Mexiko verzeichnete am Mittwoch mit 27.944 Infektionen und einem Rekordwert von 1.623 bestätigten Todesfällen die höchste 24-Stunden-Zahl neu bestätigter Coronavirus-Fälle. Damit beläuft sich die Gesamtzahl des Landes bislang auf mehr als 1,8 Millionen Fälle und 153.639 Todesfälle. Mexiko hat jedoch eine extrem niedrige Testrate, und Schätzungen über übermäßiger Todesfälle zufolge liegt die tatsächliche Maut bei über 195.000.
  • Vietnam hat seine ersten Infektionsfälle seit Monaten gemeldet, nachdem in den nördlichen Provinzen Hai Duong und Quang Ninh wenige Wochen vor den Neujahrsfeiertagen zwei Infektionen festgestellt worden waren. Obwohl die neuen Fallzahlen sehr gering sind, haben sie in Vietnam, das 55 Tage ohne lokale Infektionen vergangen war, Besorgnis ausgelöst.
  • Das Eindringen von Covid-Leugnern in englischen Krankenhäuser gefährdet Leben, warnen Verantwortliche. Das Leben und die Versorgung von Patienten werde durch da Aufsuchen von Krankenhäusern durch Covid-19-Leugner empfindlich gestört, deren Online-Aktivitäten Hass gegen NHS-Mitarbeiter schüren, sagen Gesundheits- und Polizeichefs. Eindringlinge wurden letzte Woche von Sicherheitskräften aus einer Covid-19-Station vergewiesen, als einer von ihnen Mitarbeiter filmte, behauptete, das Virus sei ein Scherz und forderte, dass ein schwerkranker Patient nach Hause geschickt werde
  • Die WHO sagt, dass der „Krieg gegen das Covid-Virus“ gewonnen werden kann.Die Menschheit verliere den Krieg gegen die Covid-19-Pandemie nicht und werde schließlich das Virus besiegen, sagte die Weltgesundheitsorganisation am Mittwoch.
  • Die Biden-Administration in den USA startete am Mittwoch ihre neuen Gesundheitsinformationen auf der Ebene Amerikas mit der Prognose, dass in den nächsten vier Wochen bis zu 90.000 weitere Menschen in den USA an dem Coronavirus sterben werden – eine ernüchternde Warnung, da die Regierung sich bemüht, die Impfstrategie zu verbessern.
  • Die Gesundheitsbehörden in der Region Madrid stoppen Impfungen aufgrund von Versorgungsproblemen. Die Behörden gaben am Mittwoch bekannt, dass sie neue Impfungen gegen das Coronavirus wegen eines Mangels an Impfstoff für mindestens zwei Wochen ausgesetzt haben. Auch in Katalonien wurde davor gewarnt, dass die Versorgung knapp werde.
  • Neuseeland richtet zusätzliche Covid-Testzentren ein. In Auckland wurden über Nacht zusätzliche Covid-Testzentren eingerichtet, als Gesundheitsbeamte nach Kontakten zu zwei weiteren Neuinfektionen in Neuseeland zurückverfolgten und das Quarantänehotel schlossen, von dem angenommen wird, dass es sich das Zentrum des neuen Ausbruchs in dieser Woche ist.
  • Die frühere Nr. 1 im Frauentennis Serena Williams hat die „verrückten“ Quarantäneverfahren vor den Australia Open gelobt. In einem Interview sagte die 23-fache Grand-Slam-Gewinnerin, Australien habe es in Bezug auf Grenzkontrollen „richtig gemacht“. „Ja, es ist super, super streng, aber es ist wirklich gut. Australien hat jetzt, wie ich zuletzt gehört habe, keine Fälle von Covid “, sagte sie.„Unglaublich, richtig? Das ganze Land. Das ist wirklich erstaunlich.“
    (Quelle: The Guardian, 28.01.21)

Öffentliche Verwaltung glänzt: Bisher keine Deutschland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Donnerstag bisher keine neuen Fallzahlen zum Coronavirus gemeldet. Das RKI-Dashboards war am Donnerstagmorgen nicht erreichbar. Besuchern wurde der Hinweis eingeblendet, dass die Daten derzeit aktualisiert werden. Wann die aktuellen Zahlen abrufbar sein werden, ist zunächst unklar.
(Foto: CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: FAZ, 28.01.21)


Deutsche Reisebranche fest im Coronagriff

Die Corona-Krise hat die deutsche Reisebranche weiter fest im Griff. Das Geschäft mit Pauschalreisen im Winter ist wegen der Lockdowns in vielen Ländern praktisch verloren. Der Umsatz mit Vorausbuchungen für die diesjährige Sommersaison lag Ende Dezember zusammengerechnet um 68 Prozent unter dem noch von der Corona-Pandemie unbeeinflussten Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer Auswertung von Travel Data + Analytics (TDA) hervor, die Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Mit Buchungen für die Osterferien Ende März/Anfang April hielten sich die Menschen den Angaben zufolge zurück. Nur wenige glaubten im Dezember, dass Reisen zu diesem Zeitpunkt wieder möglich sein werden, erklärte das Analysehaus. Erst für die Zeit ab Pfingsten steigt die Nachfrage in Reisebüros und bei klassischen Online-Reiseportalen. Gebucht wurden vor allem Sommerurlaube in der Ferienzeit Juli und August 2021. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala standen Griechenland und die Kanaren.

Werden die bis Ende Dezember 2019 gebuchten Sommerreisen berücksichtigt, die im Laufe des vergangenen Jahres coronabedingt abgesagt werden mussten, weist das aktuelle Geschäft ein Umsatzplus von 25 Prozent aus. Umbuchungen aus dem Vorjahr sind dabei enthalten. Der Umsatz für die laufende Wintersaison von November bis April brach einschließlich der Stornierungen um 86 Prozent ein. Das Minus werde sich in den kommenden Monaten weiter vergrößern, da Urlaubsreisen während des Lockdowns kaum stattfinden, erläuterte das Analysehaus. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


Wegen Corona: Deutsche Flughäfen mit niedrigen Zahlen, sehr niedrigen

Corona hat die Zahl der Passagiere an den deutschen Flughäfen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gedrückt. Von Januar bis Dezember 2020 wurden bundesweit 63 Millionen Fluggäste gezählt, wie aus Branchendaten für die 21 Verkehrsflughäfen hervorgeht. Das ist nur ein Viertel der Zahl von 2019. Die Luftfahrtbranche spricht von der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Am Donnerstag (12.30 Uhr) will der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft Bilanz ziehen.

Im März hatten Reisebeschränkungen wegen der Pandemie den Luftverkehr zusammenbrechen lassen. Während im Sommer wieder etwas mehr Menschen in Flugzeuge stiegen, herrscht seit dem Herbst wieder häufig Leere in den Terminals. Die Hälfte der Passagiere des gesamten Jahres 2020 wurden im Januar und Februar abgefertigt – vor den ersten Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Die Flughäfen schreiben Verluste in Milliardenhöhe.

Größte Verlierer sind nach den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen Saarbrücken und Paderborn, wo die Passagierzahlen rund 87 Prozent unter dem Vorjahr lagen. Dortmund schnitt mit einem Minus von 55 Prozent noch am besten ab. Bei den großen Flughäfen wie Frankfurt, München, Berlin und Düsseldorf bewegen sich die Rückgänge um drei Viertel. Im Umfeld der Flughäfen ist es deutlich ruhiger als vor der Krise. Im Passagierverkehr ging die Zahl der Flüge bundesweit um rund 59 Prozent zurück. Bei der Luftfracht gab es dagegen nur ein leichtes Minus. (Quelle: FAZ, 28.01.21)


CCC kritisiert Niedersachsens Behörden

Nordrhein-Westfalen hat es schlecht vorgemacht: Minuten nach der Freischaltung der digitalen Plattform brach diese zusammen. Nun rechnet auch der niedersächsische Corona-Krisenstab damit, dass ab heute sowohl die Homepage als auch die Impf-Hotline dem anfänglichen Ansturm nicht gewachsen sein werden, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

So warb vorsorglich der Leiter des Krisenstab Heiger Scholz bereits vorab um Verständnis. Das kann Falk Garbsch, Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), nicht nachvollziehen. Er finde es bedenklich, dass dieses Versagen vorab von Politikern und Behörden angekündigt werde. Diese und weitere digitalen Pannen seien ein klares Zeichen dafür, „dass die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung in den letzten zehn, fünfzehn Jahren einfach verschlafen wurde“, sagte Garbsch dem Evangelischen Pressedienst.

Der CCC-Experte bemängelte, dass öffentliche digitale Systeme seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder versagt hätten. So seien die Plattform für die Soforthilfen für Unternehmen und die E-Learning-Plattformen für Schulen mehrfach zusammengebrochen. „Offensichtlich fehlen die Konzepte, mit solchen System umzugehen“, sagte Garbsch. Zahlreiche Online-Dienste zeigten, dass es durchaus möglich sei, mit großen Nutzerlasten klarzukommen, so der Computer-Experte. „Die großen sozialen Netzwerke machen den ganzen Tag nichts anderes“, sagte Garbsch. Offenbar seien die von den Ländern beauftragten Firmen der Aufgabe nicht gewachsen.

Garbsch empfiehlt, entsprechende Seiten dezentral zu betreiben. „Warum schafft man zum Beispiel nicht auf kommunaler Ebene E-Learning-Plattformen für Schulen an, anstatt so etwas auf Deutschland- oder Landesebene anzubieten?“, fragte Garbsch. Die Vorteile lägen auf der Hand: Wenn es Zusammenbrüche gebe, seien nicht alle Schulen betroffen. Zudem sinken die Risiken bei kleineren Systemen. Um den Kreis zur Impftermin-Vergabe zu schließen: Der CCC-Sprecher sagt, dass es für Nutzer und Betreiber einfacher und risikoärmer wäre, die Termine für die Impfzentren der Landkreise dezentral zu vergeben. (Quelle: NDR, 28.01.21)


Niedersachsen startet Vergabe von Impfterminen: Höchstens 15.000

Für Hunderttausende Senioren beginnt heute Morgen -einen Monat nach dem groß angekündigten Impfstart – die Vergabe von Terminen für die Corona-Impfungen in Niedersachsen. Anmelden können sich von 8 Uhr alle Frauen und Männer über 80 Jahre, die zu Hause leben. Sie können unter der Telefonnummer 0800 9988665 oder im Internet auf http://www.impfportal-niedersachsen.de einen Termin beantragen. Die Landesregierung kündigte an, dass im ersten Schritt höchstens 15.000 Termine in bis zu 30 der 50 Impfzentren vergeben werden können, weil der Impfstoff knapp ist.

Der niedersächsische Corona-Krisenstab rechnet bereits im Vorfeld damit, dass sowohl die Homepage als auch die Impf-Hotline dem anfänglichen Ansturm nicht gewachsen sein werden. (Quelle: NDR, 2801.21)


Einzelhändler und Mitarbeiter demonstrieren in Rostocker Innenstadt

In der Rostocker Innenstadt wollen Einzelhändler und ihre Mitarbeiter gegen Mittag auf die Probleme ihrer Branche durch die Folgen der Pandemie aufmerksam machen. Die Händler sind wegen des Lockdowns und fehlender Einnahmen zunehmend verzweifelt, bislang gebe es keine nennenswerte Unterstützung, wie der Geschäftsführer des Handelsverbands Nord in Rostock, Kay-Uwe Teetz, sagte. Die Teilnehmenden wollten der Öffentlichkeit berichten, dass hier Arbeitslose stehen, wenn die Bundesregierung nicht bald helfe. Deshalb seien persönliche Beiträge der Betroffenen und ein Demonstrationszug durch die Stadt geplant.

(Quelle: NDR, 28.01.21)


Überblick zur Nacht

  • Neuseeland untersucht zwei positive Fälle von CoViD-19, nachdem die südafrikanische Variante des Virus in einer der größten Städte des Landes bestätigt wurde.
  • Frankreich meldet 26.916 bestätigte CoViD-19-neuinfektionen in den letzten 24 Stunden, gegenüber 22.086 am Dienstag. Der größte eintägige Sprung seit November, als das Land zum zweiten Mal im Lockdown war.
  • In Lissabon, Portugal, sind die Krankenhäuser voll mit Covid-19-Patienten und haben Probleme, den Sauerstoffbedarf zu decken. Der Leiter der Ärztekammer sagte, Deutschland habe Militärmediziner in das Land geschickt, um zu sehen, wie sie helfen können.
  • Obwohl sowohl die Fußball-Europameisterschaft als auch die Olympischen Spiele in Tokio dieses Jahr auf den Sommer gedrängt wurden, ist Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, zuversichtlich, dass die Spiele stattfinden werden, aber aus Sicherheitsgründen möglicherweise ohne Fans.
  • Die Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) haben mitgeteilt, dass die USA am Mittwochmorgen 24.652.634 Dosen COVID-19-Impfstoffe im Land verabreicht und 47.230.950 Dosen verteilt haben.
  • Der Pop-Sänger Engelbert Humperdinck, 84, ist positiv auf Coronavirus getestet worden. Er bittet um „Gebete, gute Energie, Liebe und Unterstützung“, nachdem das Virus „einen Weg in sein Zuhause gefunden hat“.
  • Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation () hat am Mittwoch mitgeteilt, dass in Nord- und Südamerika über 1 Million Menschen an Covid-19 gestorben sind.
  • Der stellvertretende irische Premierminister Leo Varadkar sagte in einem Interview mit Virgin Media Television, es sei „sehr unwahrscheinlich“, dass die Iren diesen Sommer außerhalb des Landes reisen können.
  • Die Behörden in Madrid stellen die Einführung von Impfstoffen ein, nachdem Verzögerungen beim Versand die Versorgung in Katalonien bedrohen, teilten die spanischen Behörden mit. (Quelle: The Guardian, 28.01.21)

Niedersachsen: Donnerstag geht es los

Morgen startet die Vergabe der Impftermine. Doch allgemein wird erwartet, dass das System zur Vergabe von Corona-Impfterminen in Niedersachsen unter dem Ansturm der Anmeldungen am Donnerstag zusammenbricht.

Die Landesregierung kündigte am Mittwoch an, dass im ersten Schritt höchstens 15.000 Termine in bis zu 30 der 50 Impfzentren vergeben werden können, weil der Impfstoff knapp ist. Darüber hinaus drohen technische Probleme mit der Telefon-Hotline und der Anmeldeplattform im Internet. Von Donnerstag an können sich alle Frauen und Männer über 80 Jahre, die zu Hause leben, für die Impftermine anmelden.

Bei einer Sitzung des kommunalen Verwaltungsausschuss in Lingen sagte der Oberbürgermeister Krone, dass alle Senior*innen des Geburtsjahrs 1941 als 80jährige eingestuft werden, unabhängig davon, wann sie taggenau das 80. Lebensjahr vollenden. Krone empfahl auch für die Anfahrt Taxen zu nutzen. Dafür würden die gesetzlichen Krankenkassen die Fahrkosten übernehmen; die Hausärzte würden die entsprechenden Verordnungen ausstellen. Offen blieb dabei, ob auch die privaten Krankenversicherungen Taxikosten zahlen

Ein Problem ist nach wie vor, dass in Niedersachsen nicht so viel Impfstoff ankommt, wie ursprünglich geplant und mit den Pharma-Firmen vereinbart. Zweimal sind nun schon versprochene Teil-Lieferungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs ausgefallen, unter anderem wegen einer Produktionsumstellung in einem belgischen Werk. Auch Moderna liefert bislang nur einen Teil der angekündigten Dosen. So hinkt die Landesregierung mit ihrem Impfplan hinterher.

Eigentlich sollten bis Ende Januar alle Bewohner in Niedersachsens Alten- und Pflegeheimen sowie die dort Beschäftigten eine Impfung erhalten haben. Am Dienstag waren es aber gerade einmal 60 Prozent, wie der Leiter des niedersächsischen Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, bei einer Pressekonferenz zugab. Doch liege hier weiterhin die Priorität. Das wiederum hat zur Folge, dass für andere Senioren vielerorts kein Impfstoff zur Verfügung steht. So können die zu Hause lebenden Menschen, die Jahrgang 1941 und älter sind, wohl erst ab der ersten Februarwoche geimpft werden statt ab 1. Februar. In jedem Fall seien Wartelisten zu erwarten, sagte Staatssekretär Scholz.

Einen Termin ausmachen können die Menschen dieser ersten Impfgruppe mit höchster Priorität aber wie geplant ab dem 28. Januar. Dafür können sie entweder die Hotline (0 800) 99 88 665 oder die Internetseite http://www.impfportal-niedersachsen.de nutzen. Vergeben werden dann zwei Termine – einer für die Erst- und einer für die Folge-Impfung, nach der erst der volle Impfschutz wirksam ist. Die Hotline, die zwar schon geschaltet ist, über die aber noch keine Termine vergeben werden, verzeichnet derzeit pro Tag 5.000 bis 8.000 Anrufe. Die Landesregierung rechnet mit einem weiteren Anstieg ab Donnerstag. 250 bis 300 Mitarbeiter sollen dann bei der Hotline arbeiten und montags bis sonnabends in der Zeit von 8 bis 20 Uhr die Anrufe entgegennehmen.

Bei der Priorisierung der Impfgruppen hält sich Niedersachsen an die von der Ständigen Impfkommission ausgearbeitete Reihenfolge. Neben den über 80-Jährigen gehört zur ersten Gruppe unter anderem auch Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko, wie etwa Beschäftigte von Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdiensten. Zur zweiten Gruppe mit hoher Priorität zählen unter anderem Menschen, die älter als 70 Jahre sind, außerdem Personen mit Demenz oder einer geistigen Behinderung, sowie enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen. Zur dritten Gruppe gehören Menschen, die älter als 60 Jahre sind, außerdem Krebskranke und Diabetiker. Auch Polizei, Feuerwehr, Erzieher, Lehrkräfte sowie Mitarbeiter in Unternehmen der kritischen Infrastruktur werden der dritten Gruppe zugeordnet.

Die Impfung erfolgt derzeit nur mit den beiden einzigen in Europa zugelassenen Vakzinen: dem vom Mainzer Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer sowie dem des US-Herstellers Moderna. Beide sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Voraussichtlich in den kommenden Tagen will die zuständige Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) auch über eine Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca entscheiden, den das schwedische Pharmaunternehmen zusammen mit der Universität Oxford entwickelt hat. Bei diesem handelt es sich um einen sogenannten Vektor-Impfstoff. (Quelle: NDR, 27.01.21)


Studie zufolge leicht veränderte Symptome bei britischer Virus-Variante

Einer Studie der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sind die Symptome bei der zuerst in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante leicht anders als bei der bislang vorherrschenden. Husten, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Halsschmerzen treten demnach etwas häufiger auf. Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns hingegen etwas seltener. Keinen Unterschied gibt es demnach bei der Häufigkeit von Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Durchfall oder Erbrechen. Befragt wurden 6000 zufällig ermittelte Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Die in Großbritannien aufgetretene Variante B117 ist nach Ansicht britischer Experten 30 bis 70 Prozent leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Hinweise, dass sie auch häufiger zu tödlichen Verläufen von Covid-19 führen könnte, beruhen bislang nur auf einer sehr unsicheren Datenlage, wie Experten betonen. (Quelle: TSP, 27.01.21)


BioNtech will mehr liefern

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech will der EU möglichst mehr von seinem Produkt liefern als eigentlich geplant. „Natürlich arbeiten wir daran, die Lieferverringerung bei den Ampullen auch wieder auszugleichen und im ersten Quartal sogar mehr als 100 Prozent der Dosen zu liefern“, sagte Finanzvorstand Sierk Poetting der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstagsausgaben). Wegen Umbaumaßnahmen in einem belgischen Werk liefern Biontech und sein amerikanischen Partner Pfizer derzeit weniger Impfstoff an die EU als vorgesehen. Die Gesamtmenge der Lieferungen im ersten Quartal soll aber gleich bleiben. Poetting bekräftigte im Gespräch mit den Zeitungen das Ziel, „alle der EU zugesagten Impfstoffdosen auszuliefern und gleichzeitig die Produktionskapazitäten auszubauen“. Biontech tue „alles, um die EU bestmöglich zu versorgen“.

„Um die Situation zu begreifen, muss man wissen: Wir liefern aufgrund der Dringlichkeit und der Nachfrage immer alles weltweit aus, was da ist“, erläuterte Poetting die Lage. „Wir haben vorproduziert, auf eigenes Risiko, bevor es eine Zulassung gab. Wir haben aber keinen Puffer, mit dem man Schwankungen ausgleichen könnte.“ So könnten dann „sieben Tage Umbauten eben eine Lücke von sieben bis zehn Millionen Dosen bedeuten“. Der Umbau des belgischen Werks soll mittelfristig eine deutlich höhere Produktionskapazität ermöglichen. (Quelle: FAZ, 27.01.21)


Wochenlange Verzögerungen bei russischen Impfstoff

Russland kündigt die Verzögerung von Lieferungen des Sputnik-V-Impfstoffes nach Lateinamerika um bis zu drei Wochen an. Grund seien die hohe Nachfrage und Produktionsengpässe. Die staatliche Private Equity-Gesellschaft RDIF und das Gamaleya-Institut erklärten, die Produktionskapazitäten auszuweiten. Sputnik-V haben unter anderem Argentinien, Bolivien und Mexiko geordert. (Quelle: ARD, 27.01.21)


Bundeswehr schickt Militärärzte nach Portugal

Die Bundeswehr hat ein militärärztliches Erkundungsteam nach Portugal geschickt, um Hilfsmöglichkeiten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu auszuloten. Die medizinischen Experten sollten klären, welche Unterstützung vor Ort benötigt werde und machbar sei, bestätigte am Abend ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin einen „Spiegel“-Bericht. (Quelle: ARD, 27.01.21)


Maas warnt vor nationalen Blick in Impf-Debatte

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat vor einem zu nationalen Blick in der Corona-Impf-Debatte gewarnt. „Die Pandemie wird nur dann besiegt sein, wenn sie überall besiegt ist“, sagte Maas am Mittwochabend im Interview mit Reuters-TV. „Es nutzt nicht, früher zu sein als andere.“ Die Pandemie würde sich dann nur in Nachbarstaaten ausbreiten und über die Grenzen doch wieder ins eigene Land getragen, warnte er.

Maas verteidigte das gemeinsame europäische Vorgehen bei der Impfstoffbeschaffung. Das sei sicher bei 27 Mitgliedstaaten etwas schwieriger als wenn ein Land alleine für sich entscheide. Aber es sei der richtige solidarische Weg.
(Foto: CC s. Archiv v. 22.04.20; Quelle: TSP, 27. Jan. 2021)


Berichte: Regierung plant Einreiseverbote

Die Bundesregierung plant nach „Spiegel“-Angaben ein Einreiseverbot aus Ländern mit hoher Verbreitung von Corona-Mutanten. Eine Vorlage für eine entsprechende Verordnung befinde sich derzeit in der Abstimmung zwischen den Ressorts, berichtete der „Spiegel“ am Mittwochabend auf seiner Online-Plattform. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass ein entsprechender Beschluss derzeit abgestimmt wird.

Unionspolitiker von Bund und Ländern plädierten für strikte Reisebeschränkungen. Der Unionsfraktionsvize im Bundestag, Andreas Jung, sagte der „Welt“ (Donnerstag): „Wenn in einer Region das mutierte Virus grassiert, muss konsequent gegen die Ausbreitung vorgegangen werden – auch mit strikten Reisebeschränkungen.“

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, Wolfgang Reinhart, sagte der „Welt“: „Es kann nicht sein, dass durch Flüge hochgefährliche Virus-Mutationen nach Deutschland eingeschleppt werden.(…) Wir müssen die Kontrollen an den Flughäfen verschärfen und notfalls den Flugverkehr auf das absolut notwendige Minimum beschränken.“ Auch der CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, forderte nach Angaben der Zeitung, Flüge aus Risikogebieten mit Virusmutationen „weitestgehend“ einzuschränken.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte bereits am Dienstag der „Bild“ mit Blick auf Corona gesagt: „Die Gefährdung, die von den zahlreichen Virus-Mutationen ausgeht, verlangt von uns, dass wir auch drastische Maßnahmen prüfen und in der Bundesregierung diskutieren.“ Dazu gehörten „deutlich schärfere Grenzkontrollen“, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, „aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null“. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Mehr Erzieher als Pflegekräfte von Corona-Infektionen betroffen – Wechsel im Dezember

Die Beschäftigten in Kindergärten und Vorschulen sind im vergangenen Jahr über lange Zeit die am stärksten vom Coronavirus betroffene Berufsgruppe gewesen. In einer vom Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) am Mittwoch veröffentlichten Auswertung der Monate März bis November vergangenen Jahres lagen die Beschäftigen in Kitas und Vorschulen bei der Krankheitshäufigkeit vor Pflegekräften in Altenheimen und vor Krankenhauspersonal. Im Dezember allerdings gab es unter Altenpflegern die meisten Betroffenen.

Nach der Auswertung der Krankmeldungen von März bis November gab es unter Kitapersonal 162 Krankmeldungen je 10.000 Beschäftigte wegen einer Infektion mit dem Coronavirus. Bei den Beschäftigten in Alten- und Behindertenheimen waren es 146, gefolgt von Pflegeheimen mit 144 Krankmeldungen je 10.000 Beschäftigten. Der Durchschnitt über alle Berufsgruppen lag bei 74 Krankmeldungen je 10.000 Beschäftigten.

Im Dezember änderte sich nach der BKK-Auswertung das Bild aber deutlich. Im vergangenen Monat gab es unter Altenpflegern 408,7 Krankschreibungen je 10.000 Beschäftigte, an zweiter Stelle lag das medizinische Personal in Krankenhäusern mit 380,7 Fällen. Bei Erziehungsberufen waren es da 336,1 Fälle, der Durchschnitt bei allen Berufen lag bei 170,5 Krankschreibungen je 10.000 Beschäftigte.

Die Entwicklung bei den Erziehungsberufen erklärte die BKK mit dem Lockdown, der zum Notbetrieb in Kindergärten und Vorschulen führte. Bei den Beschäftigten in Altenheimen zeige sich an den Zahlen, dass diese am Limit arbeiten. Der Dachverband der Betriebskrankenkassen wertete Krankheitsdaten von rund vier Millionen Versicherten aus, die sich zwischen März und November krank gemeldet hatten. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Hamburgs Bürgermeister rechnet mit Verlängerung des Lockdowns

Der Hamburger Erste Bürgermeister Peter Tschentscher wendet sich gegen rasche Lockerungen. „Ich gehe davon aus, dass der Lockdown über den 14. Februar hinaus fortgeführt werden muss.“ Die Infektionszahlen seien nicht ausreichend zurückgegangen. „Zunächst müssen wir einen Überblick über das Auftreten neuer Virusmutationen und eine fundierte Einschätzung zu ihren Auswirkungen auf die Infektionsdynamik haben“, erklärt der SPD-Politiker. Erst auf dieser Grundlage könne ein Öffnungskonzept beschlossen werden. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Impfbereitschaft der Deutschen nimmt zu

Die Bereitschaft der Deutschen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, hat einer Umfrage zufolge deutlich zugenommen. Seit Mitte Dezember sei der Anteil derjenigen, die sich impfen lassen wollen, von 52 auf 63 Prozent gestiegen, wie eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) ergab. Gut jeder Fünfte sei aktuell entschlossen, sich nicht impfen zu lassen.

Die Impfbereitschaft hängt demnach eng mit dem Lebensalter zusammen: Von den Umfrageteilnehmern unter 30 hätten lediglich 46 Prozent erklärt, sie wollten sich immunisieren lassen. Bei den 45- bis 59-Jährigen seien es 66 Prozent, bei den über 60-Jährigen annähernd drei Viertel.

42 Prozent der Befragten erklärten laut „FAZ“ außerdem, sie fragten sich, ob mit der Impfung unerwünschte Nebenwirkungen riskiert würden. Ebenfalls 42 Prozent glauben, dass die Impfungen tatsächlich einen wirksamen Schutz gegen eine Corona-Infektion bringen.

Eher gering ist die Zustimmung zu Vorschlägen, Geimpfte von bestimmten Auflagen und Einschränkungen zu befreien. Lediglich 24 Prozent hielten dies für richtig, 64 Prozent fänden es falsch, berichtete die „FAZ“. Für die Erhebung wurden demnach vom 10. bis zum 20. Januar 1080 Menschen befragt. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Großbritannien: Studie zeigt Änderungen bei B.1.1.7

Einer Studie der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sind die Symptome bei der zuerst in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante leicht anders als bei der bislang vorherrschenden. Husten, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Halsschmerzen treten demnach etwas häufiger auf. Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns hingegen etwas seltener. Keinen Unterschied gibt es demnach bei der Häufigkeit von Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Durchfall oder Erbrechen. Befragt wurden 6000 zufällig ermittelte Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Die in Großbritannien aufgetretene Variante B.1.1.7 ist nach Ansicht britischer Experten 30 bis 70 Prozent leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Hinweise, dass sie auch häufiger zu tödlichen Verläufen von Covid-19 führen könnte, beruhen bislang nur auf einer sehr unsicheren Datenlage, wie Experten betonen. (Quelle: FAZ, 27.01.21)


Sie schwurbeln wieder. Erste Querdenker-Demo seit mehr als einem Monat

Nach einer mehrwöchigen Pause der Großdemos hat die „Querdenken“-Initiative um den Unternehmer Michael Ballweg (Foto, CC s. Archiv v. 25.12.20) ihre Reihe von Protestveranstaltungen wieder aufgenommen. Mit einem Autokorso demonstrierten Anhänger der Bewegung am Mittwochabend in der Stuttgarter Innenstadt gegen die anhaltenden Corona-Auflagen. Nach Angaben der Polizei nahmen mehrere Hundert Fahrzeuge am Korso teil, der sich über mehrere Kilometer durch die Stadt zog. Der Veranstalter hatte laut Anmeldung bis zu 300 Autos erwartet.

Ballweg hatte seine Anhänger an Weihnachten zu einer Pause der Großdemos aufgerufen. In einer Videobotschaft auf der Seite der Gruppe „Querdenken 711“ aus Stuttgart hatte er argumentiert, er wolle den Winter nutzen, um Kräfte zu sammeln. Die „Querdenken“-Bewegung wird mittlerweile vom Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet. Mehrere maßgebliche Akteure der „Querdenken“-Bewegung ordnet das Landesamt dem Milieu der Reichsbürger und Selbstverwalter zu, die die Existenz der Bundesrepublik leugnen und demokratische und rechtsstaatliche Strukturen negieren. Die Stuttgarter Gruppe „Querdenken 711“ ist so etwas wie die Keimzelle der mittlerweile bundesweit aktiven Corona-Protestbewegung. (Quelle: FAZ, 27.01.21)


Überblick am Abend

  • In Großbritannien hat die britische Innenminister Priti Patel neue Regeln für strengere Grenzkontrollen angesichts des beispiellosem Drucks auf das britische Gesundheitswesen und über 100.000 Todesfällen durch Covid-19 festgelegt. Die britische Innenministerin sagte, dass diejenigen, die ausreisen wollen, eine schriftliche Erklärung abgeben müssen, in der erklärt wird, warum sie reisen müssen.
  • In Tschechien hat das Gesundheitsministerium empfohlen, die neuen Covid-19-Impfungen für die nächsten zwei Wochen abzubrechen, um aufgrund von Lieferverzögerungen die zweite Dosis zu priorisieren.
  • Pakistan wird nächste Woche sein Covid-19-Impfprogramm starten, beginnend mit Gesundheitspersonal an vorderster Front, sagte ein Minister am Mittwoch. In den letzten 24 Stunden hat das Land 1.563 Neuinfektionen und 74 Todesfälle gemeldet.
  • Die deutsche Bundesregierung hat angekündigt, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 3% wachsen wird, weniger als bisher prognostiziert, da die anhaltende Pandemie die wirtschaftliche Erholung verlangsamt.
  • In einem beliebten Ferienort in Thailand verhafteten Beamte 89 Ausländer wegen Verstoßes gegen die Coronavirus-Bestimmungen auf einer Party in einer Bar. Thailand hat seit letztem April fast allen Touristen die Einreise untersagt.
  • In Großbritannien wurden weitere 1.725 Todesfälle verzeichnet, gegenüber 1.631 am Vortag, und weitere 25.308 Fälle der Krankheit. Dies ist die zweithöchste tägliche Zahl der Todesopfer seit Beginn der Pandemie. Die höchste tägliche Zahl der Todesfälle wurde am 20. Januar mit 1.820 registriert.
  • Als die Pandemie Mexiko erfasste, nahmen die Todesfälle zwischen Januar und August um fast 37% zu. Covid-19 war in den acht Monaten nach Herzerkrankungen die zweithäufigste Todesursache im ganzen Land.
  • Das französische Filmfestival Cannes 2021 wird zwischen dem 6. Juli und dem 17. Juli und nicht wie ursprünglich geplant vom 11. bis 22. Mai stattfinden, teilten die Organisatoren in einer Erklärung am Mittwoch mit.
  • Norwegen wird ab Mitternacht am Freitag Ortszeit seine Grenzen grundsätzlich für alle Einreisen außer den Notwendigsten schließen.
  • Die Produktionsanlage von Pfizer in Puurs, Belgien, hat mitgeteilt, dass die Herstellung des Impfstoffs wieder im Zeitplan liegt. Letzte Woche und Anfang dieser Woche war die Dosisproduktion um 8% niedriger als ursprünglich erwartet, berichtet Le Soir.
  • Am Holocaust-Gedenktag erhielten fast 60 Überlebende in Bratislava, Slowakei, ihre Covid-19-Impfung.
  • Südafrika erwartet, dass seine ersten von einer Million Covid-19-Impfdosen am Montag, dem 1. Februar, eintreffen, sagte Gesundheitsminister Zweli Mkhize.
  • Impfungen in Israel werden ab Donnerstag für alle Bürger ab 35 Jahren verfügbar sein, teilte das Gesundheitsministerium in Tel Aviv mit.
    (Quelle: The Guardian, 27.01.21)

Norwegen macht Grenzen wegen Mutationen weitgehend dicht

Angesichts der weltweiten Ausbreitung ansteckenderer Varianten des Coronavirus schließt Norwegen die Grenzen des Landes für fast alle Ausländer. Ab Mitternacht in der Nacht zu Freitag werde Norwegen die striktesten Einreisebeschränkungen seit Mitte März einführen, sagte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. „Die Grenze wird praktisch für alle geschlossen sein, die nicht in Norwegen leben“, sagte Solberg. Es werde nur wenige Ausnahmen geben, darunter für Mitarbeiter im Gesundheitswesen aus Schweden und Finnland. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Ausgang in der Slowakei nur noch mit negativen Corona-Test

Die Menschen in der Slowakei dürfen seit Mittwoch nur noch mit einem negativen Corona-Test das Haus verlassen. Alle Menschen zwischen 15 und 65 Jahren müssen die Bestätigung eines negativen PCR- oder Antigen-Tests bei sich tragen, wenn sie hinausgehen – egal ob zum Arzt, zum Einkaufen oder zur Arbeit. Die neue Regelung gilt vorerst bis zum 7. Februar.

Die Polizei kündigte an, die Einhaltung der Regelung mit „stichprobenartigen, aber strikten“ Kontrollen durchzusetzen. Bei Verstößen drohten hohe Bußgelder.

Das EU-Land Slowakei verfolgt bei der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus eine eigene Strategie. Vergangene Woche fanden erneut Corona-Massentests statt; 2,5 Millionen der 5,4 Millionen Einwohner wurden auf das Virus getestet. Dabei wurden 30.000 Infektionen nachgewiesen. Kommenden Monat soll es in Gegenden mit hohen Infektionszahlen erneut Massentests geben.

Der slowakische Regierungschef Igor Matovic hatte am Dienstag gewarnt, angesichts von Lieferengpässen könne die Strategie gegen die Corona-Pandemie nicht allein im Impfen bestehen. „In diesem Tempo werden wir bis September brauchen, um 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen“, sagte er. Bislang wurden zwei Prozent der Bevölkerung gegen das neuartige Coronavirus geimpft, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte.

Die strikten Corona-Restriktionen stoßen bei slowakischen Bürgern auch auf Unmut. Massenproteste gegen die Maßnahmen gab es in dem Land aber bislang nicht. In der Slowakei wurden bisher 241.392 Corona-Infektionen nachgewiesen. 4361 Infizierte starben. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Gesundheitsministerium lehnt Zwangslizenzen für Impfstoff ab

Das Bundesgesundheitsministerium lehnt die vom Grünen-Chef Robert Habeck (Foto) geforderten Zwangslizenzen zur Produktion von Corona-Impfstoff ab. „Wer Zwangslizenzen als einfache Lösung fordert, verkennt die Komplexität von Impfstoffproduktion“, sagt ein Sprecher des Ministeriums zu Reuters. „Im Übrigen stellt sich die Frage, welches Unternehmen denn mit einer solchen Zwangslizenz schneller zusätzliche Produktion schafft als es die Kooperationen der Pharmafirmen tun, die aktuell überall entstehen und die wir fördern“, fügt er hinzu. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Zahl der täglichen Corona-Toten weltweit auf neuem Höchststand

Die Zahl der täglichen Corona-Toten weltweit hat einen neuen Höchststand erreicht. In den vergangenen 24 Stunden starben weltweit 18.109 Menschen mit einer Corona-Infektion, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben errechnete. In der Woche vom 20. bis 26. Januar wurden 101.366 Corona-Tote gemeldet und damit im Schnitt rund 14.000 pro Tag. Damit war es die schlimmste Woche seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr.

Im November hatte die Zahl der täglichen Corona-Toten weltweit die Schwelle von 10.000 Fällen erreicht. Bis Mitte Dezember stieg die Zahl auf 11.000 und bis zum 8. Januar auf 12.000 Fälle. Nur drei Tage später betrug die Zahl der täglichen Corona-Toten bereits 13.000. Die meisten Todesfälle haben derzeit die USA zu beklagen, gefolgt von Mexiko, Großbritannien, Brasilien und Deutschland.

Die Gesamtzahl der Corona-Toten seit Pandemie-Beginn stieg bis Dienstag auf 2,16 Millionen weltweit, insgesamt wurden mehr als 100 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen. Zu den vielerorts steigenden Fallzahlen tragen Mutanten des Coronavirus Quelle: TSP, 27.01.21)


Britische Corona-Variante war schon Anfang Dezember in Tschechien

Die ansteckendere britische Coronavirus-Mutation ist schon früher in Tschechien angekommen als bisher angenommen. Die Virusvariante sei mindestens seit Anfang Dezember im Umlauf, teilte das nationale Referenzlabor am Mittwoch mit. Das hätten nachträgliche Analysen älterer Proben ergeben. Insgesamt sei die britische Mutante inzwischen in mehr als 200 Fällen im Labor nachgewiesen worden. Die Betroffenen stammen unter anderem aus Prag, Brünn (Brno), Jihlava (Iglau) und Pardubice (Pardubitz).

Die Gesundheitsämter wurden angewiesen, Mutationsfällen bei der Kontaktnachverfolgung Priorität einzuräumen. Ein massiver Lieferengpass drohte derweil, das begonnene Impfprogramm für die über 80-Jährigen um mindestens einen Monat zurückzuwerfen. Das teilte Gesundheitsminister Jan Blatny mit. In Prag und anderen Regionen mussten die Erstimpfungen vorläufig ausgesetzt werden.

Es werden keine neuen Termine vergeben. Damit soll sichergestellt werden, dass genug Dosen des Präparats von Pfizer und Biontech für die zweite Impfung übrig bleiben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bisher rund 220.000 Impfstoff-Dosen verabreicht. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 956.000 bestätigte Corona-Infektion und 15.791 Todesfälle. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner. (Quelle: TSP, 27.01.21)


EU-Kommissarin: Astrazeneca zur Impfstoff-Lieferung verpflichtet

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat erneut an den Pharmakonzern Astrazeneca appelliert, die vertraglich vereinbarte Menge Corona-Impfstoff fristgerecht an die EU-Staaten zu liefern. „Wir stecken in einer Pandemie, und wir verlieren jeden Tag Menschen“, sagte Kyriakides am Mittwoch. Die Hersteller von Impfstoffen hätten eine „moralische, gesellschaftliche und vertragliche Verantwortung“.

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag mit Astrazeneca über bis zu 400 Millionen Impfstoffdosen. Der Konzern hat jedoch angekündigt, nach der für Freitag erwarteten Zulassung des Impfstoffs im ersten Quartal nur einen kleinen Teil der zugesagten Menge zu liefern. Als Grund wurden Produktionsprobleme in einem Werk in Belgien angegeben. Die EU lässt das nicht gelten, zumal der Konzern noch in drei anderen Werken produziere. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Großbritannien führt Quarantäne in Hotels für Einreisende ein

Zum Schutz vor der Einschleppung weiterer Corona-Mutationen wird Großbritannien für Einreisen aus Gebieten mit besonders hohem Risiko eine verpflichtende Quarantäne in Hotels einführen. Briten und in Großbritannien ansässige Menschen, die aus Gebieten auf einer sogenannten „Roten Liste“ einreisten, müssten sich für 10 Tage in von der Regierung bereitgestellte Unterkünfte wie Hotels begeben, kündigte der Premierminister Boris Johnson am Mittwoch an.

Berichten zufolge müssen die Einreisenden die Hotel-Quarantäne selbst bezahlen. Weitere Details sollen erst in der kommenden Woche erläutert werden. Für ausländische Einreisende aus den 22 Ländern auf der Liste ohne Wohnsitz in Großbritannien soll es Einreiseverbote geben. Neben mehreren Ländern im Südamerika und im Süden Afrikas steht auch Portugal wegen seiner engen Beziehungen zu Brasilien auf der Liste.

„Es ist klar, dass noch immer zu viele Menschen jeden Tag ins Land ein- und wieder ausreisen“, sagte die britische Innenministerin Priti Patel am Mittwoch im Unterhaus. Ziel sei es, die Zahl der Reisenden auf das absolute Minimum auf jene zu reduzieren, für die Reisen „absolut wesentlich“ sei. Reisende sollen daher künftig nachweisen müssen, weshalb sie sich auf Reisen begeben. Dies ist im aktuellen harten Lockdown nur in Ausnahmefällen erlaubt. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Gema vergibt weitere 19 Millionen an Clubs und Festivals

Clubs, Festivals und Musikaufführungsstätten können neue Corona-Hilfen erwarten. Der Musikrechteverwerter Gema kündigte am Mittwoch in München weitere 19 Millionen Euro aus dem Kulturpaket der Bundesregierung an. Zuvor waren bereits 30 Millionen Euro an die Gema für die Antragssteller geflossen. „Bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte sich die Gema für eine Aufstockung der Fördersumme eingesetzt, um 280 offene Anträge bewilligen zu können“, hieß es in einer Mitteilung.

„Rund fünf Millionen Euro konnten bereits ausgezahlt werden, der Rest folgt in den nächsten Wochen.“ Spätestens Ende Februar sollten Vergabe und Auszahlung der nun 49 Millionen Euro abgeschlossen sein. „Durch das Verbot öffentlicher Veranstaltungen ist dieser Wirtschaftszweig in seiner Existenz bedroht“, sagte Gema-Chef Harald Heker.

Der Bund hatte noch vor dem zweiten Lockdown für die Kultur ein eigenes Programm in Höhe von einer Milliarde Euro aufgelegt. Das will Grütters nun um weitere 1,5 Milliarden aufgestockt wissen, auch weil der zweite Lockdown noch nicht eingepreist gewesen sei. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Niedersachsen: B.1.1.7 landesweit

In Niedersachsen gibt es gerade ein déjà vu. Wie vor einem Jahr nehmen die Corona-Infektionen langsam zu. Nur ist es 2021 die Corona-Mutation B.1.1., die inzwischen in weiteren Regionen Niedersachsens nachgewiesen worden. Betroffen sind neun Menschen in der Stadt und im Landkreis Göttingen, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Zwei weitere Betroffene stammten aus angrenzenden Landkreisen beziehungsweise Bundesländern, präzisierte die Behörde. Mehrere positiv Getestete seien bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben beschäftigt – ob dies Auswirkungen auf den Dienstbetrieb habe, konnte die Verwaltung am Mittwoch noch nicht sagen.

Ein weiterer Fall im Landkreis Stade bezieht sich auf den Corona-Ausbruch beim Flugzeughersteller Airbus im Werk in Hamburg-Finkenwerder, wie der Landkreis ebenfalls am Mittwoch mitteilte. Am Wochenende war bekannt geworden, dass bei Airbus 21 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Nach Angaben des Landkreises Stade steckten sich bei Airbus zwei Mitarbeiter mit der sogenannten britischen Variante des Virus an. Laut Hamburger Gesundheitsbehörde wurde B.1.1.7. insgesamt in sieben Fällen in der Hansestadt nachgewiesen.

Bei vier Personen im Landkreis Ammerland wurde ebenfalls die britische Variante entdeckt. Drei von ihnen gehören nach Behördenangaben zu den aus Großbritannien eingereisten und positiv auf CoViD-19-getesteten Mitarbeitern eines Westersteder Unternehmens.

Der erste Fall in Niedersachsen war Ende Dezember öffentlich geworden. Es handelte sich um einen in der Medizinischen Hochschule Hannover im November verstorbenen Mann, dessen Probe nachträglich untersucht wurde. Seine Tochter hatte sich wohl bei einem England-Aufenthalt infiziert und danach ihre Eltern angesteckt.

Mitte Januar wurde die Mutation bei einer Kita-Mitarbeiterin aus der Region Hannover nachgewiesen. Drei Fälle von B.1.1.7. gab es laut niedersächsischem Gesundheitsministerium zudem im Januar im Landkreis Vechta. Die bisher vor allem in Großbritannien aufgetretene Virus-Variante B.1.1.7 ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Ob sie auch tödlicher ist, lässt sich bislang nicht gesichert sagen.

(Quelle: NDR, 26.01.21)


In Schweden dürfen 2021 keine Nerze gezüchtet werden

In Schweden dürfen in diesem Jahr keine neuen Nerze herangezüchtet werden. Im Frühjahr dürfen diesmal keine Jungtiere geboren werden, wie die schwedische Ministerin für den ländlichen Raum, Jennie Nilsson, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekanntgab. Das bedeutet, dass die Nerzzüchter zwar ihre derzeit rund 90.000 Zuchttiere behalten, jedoch in der bevorstehenden Paarungszeit keine neuen heranzüchten dürfen. Grund dafür sind die Sorgen darüber, dass Nerze besonders anfällig für Coronaviren sein sollen und sie verbreiten können.

Den ersten Fall bei einem Pelztier entdeckten die Schweden laut Nilsson im Oktober. Die Paarungszeit der Nerze findet normalerweise im Februar und März statt. Die Jungtiere kommen im April und Mai zur Welt, im November werden sie dann für ihren Pelz gekeult.

Damit gehen die Schweden deutlich weniger radikal gegen die Nerze im Land vor als ihre Nachbarn im Süden: Dänemark als führender Nerzfellproduzent hatte im November aus Corona-Sorgen die massenhafte Keulung von mehreren Millionen Pelztieren veranlasst. Die dänische Nerzzucht wurde bis Ende 2021 verboten, die Züchter werden mit einem Milliardenbetrag entschädigt. Wissenschaftler in Finnland und Russland sitzen derweil daran, einen Corona-Impfstoff für Nerze zu entwickeln. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Habeck fordert notfalls Zwangslizenzvergabe bei Impfstoffen

Grünen-Parteichef Robert Habeck hat die Bundesregierung aufgefordert, die Produktion von Impfstoffen notfalls durch eine Zwangslizenzvergabe deutlich zu erhöhen. Die Produktion müsse steigen, und die Bundesregierung sei gefordert, alles zu tun, was irgend gehe, sagt Habeck der „Rheinischen Post“. Für die Pharmakonzerne solle sich die historisch schnelle Impfstoffentwicklung auszahlen. „In letzter Konsequenz jedoch hätte die Bundesregierung über verpflichtende Lizenzvergabe die Möglichkeit, die Beteiligten zu Kooperation zu zwingen“, sagt Habeck. „Wenn Bayer vor Wochen angekündigt hat, dass sie Impfstoffe produzieren können, bis heute aber nicht richtig eingebunden sind, dann ist das auch ein politisches Versäumnis.“ (Quelle: TSP, 27.01.21)


Schweiz: Flugreisende aus Deutschland brauchen negativen Test

Schweiz-Reisende müssen bei der Einreise per Flugzeug künftig einen negativen Corona-Test vorlegen. Das beschloss die Schweizer Regierung am Mittwoch. Dies gilt auch für Reisende aus Deutschland. Die Tests würden vor dem Einsteigen geprüft. Neu werden – ähnlich wie in Deutschland – auch die Kontaktdaten aller Einreisenden erfasst, egal, ob sie mit Flugzeug, Bus, Bahn oder Schiff ankommen. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Altmaier: Weniger Dynamik bei Aufschwung

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland wird nach dem Einbruch 2020 nach den Worten von Wirtschaftsminister Peter Altmaier in diesem Jahr weniger Dynamik haben als erhofft. Der CDU-Politiker sprach am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts von einem gespaltenen Bild. Während sich die Industrie weiter robust zeige, sei der Dienstleistungssektor stark betroffen. Zwar flachten die Infektionszahlen ab. Die Lage sei aber weiter ernst, die Gefahr der Virus-Mutanten noch nicht ausgestanden.

Vor diesem Hintergrund senkte die Bundesregierung ihre Wachstumserwartungen für 2021. Nach einem Einbruch der Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr rechnet die Regierung mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent. Das Niveau der Wirtschaftsleistung vor der Krise dürfte erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden. In seiner Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose hatte Altmaier für 2021 noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent gerechnet.

Altmaier sagte, Deutschland stehe im internationalen Vergleich gut da. Es müsse alles dafür getan werden, damit sich der Aufschwung verstetige. Er sprach sich erneut dafür aus, die Sozialabgaben zu stabilisieren und Firmen bei Bürokratie zu entlasten. Altmaier sagte, er sei beim Bürokratieabbau mit dem Erreichten noch nicht zufrieden. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Johnson: Schulen in England sollen ab 8. März wieder öffnen

Schulen in England sollen von der zweiten Märzwoche an wieder schrittweise geöffnet werden. Das sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Mittwoch im Parlament in London. Das Datum ergebe sich aus dem Fortschritt des Impfprogramms.

„Wenn wir unser Ziel erreichen, jeden in den vier am stärksten gefährdeten Gruppen bis 15. Februar mit einer ersten Dosis zu impfen (…), dann werden diese Gruppen drei Wochen später Immunität erlangt haben, das ist am 8. März“, sagte Johnson. Weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens sollen dann im Anschluss zurückgenommen werden, sagte der konservative Politiker. Einen genauen Zeitplan legte er dafür nicht vor.

Großbritannien hat sich zum Ziel gesetzt, bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus zu impfen. Bislang wurden dort mehr als 6,8 Millionen Menschen mit mindestens einer ersten Dosis geimpft. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Baden-Württemberg sagt Grundschul- und Kita-Öffnung ab

Die baden-württembergische Landesregierung wird die Grundschulen und Kitas doch nicht zeitnah wieder öffnen. Eine Pressekonferenz, bei der über die Öffnungen informiert werden sollte, wurde am Mittwoch kurzfristig abgesagt. Der Grund sei das Auftreten einer mutierten Virusvariante in einer Freiburger Kindertagesstätte. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte am Dienstag angekündigt, bei gleichbleibender Infektionslage über eine Öffnung von Grundschulen und Kitas zu entscheiden.

In der Freiburger Kita seien bereits zwei Fälle der Variante bestätigt, teilte ein Regierungssprecher mit. 21 weitere Corona-Infektionen seien festgestellt worden und würden nun auf die Variante hin überprüft. Die Entscheidung über die Öffnung von Kitas und Grundschulen müsse deshalb verschoben werden. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Frankreichs Regierung: „Sehr strenger Lockdown“ wird geprüft

Frankreich steht vor einer neuen Verschärfung der Corona-Maßnahmen: Die Regierung prüfe eine Reihe von Szenarien, zu denen auch „ein sehr strenger Lockdown“ gehöre, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung unter Leitung von Präsident Emmanuel Macron. Die geltende landesweite Sperrstunde um 18.00 Uhr reiche nach Einschätzung von Experten nicht aus, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

Präsident Macron sprach sich nach Angaben des Sprechers zudem dafür aus, auf EU-Ebene Sanktionen gegen Luftfahrtgesellschaften zu prüfen, die gegen die Einreiseregeln verstoßen. Wenn eine Airline etwa Passagiere aus Nicht-EU-Ländern ohne vorgeschriebene PCR-Tests an Bord lasse, könne im äußersten Fall „ein zeitweises Geschäftsverbot in Frankreich“ drohen, sagte Attal.

Die Regierung will in den kommenden Tagen mit Gesundheitsexperten und Sozialpartnern über die möglichen Verschärfungen beraten. Frankreich verzeichnet seit der Jahreswende wieder steigende Infektionszahlen. Zuletzt wurden mehr als 22.000 tägliche Neuinfektionen verzeichnet, auch der Druck auf die Krankenhäuser wächst. Virologen warnen vor einer schnellen Ausbreitung der ansteckenderen britischen Corona-Variante.

Kultur- und Sporteinrichtungen, Restaurants und Cafés sind in Frankreich derzeit geschlossen. Schulen und Geschäfte können dagegen bis 18.00 Uhr öffnen. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Schweiz will breiter und öfter testen

Die Schweiz will zur Früherkennung von Infektionsausbrüchen die Coronavirus-Tests ausweiten. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt vorbeugende und wiederholte Tests in Alters- und Pflegeheimen, sozialmedizinischen Institutionen sowie Organisationen der Krankenpflege und bei Hilfe zu Hause. Die Kosten werden künftig vom Bund übernommen, unabhängig davon, ob vorbeugend, im Rahmen eines bereits erfolgten Infektionsausbruchs oder im Umfeld eines größeren unkontrollierten Infektionsausbruchs getestet wird. Ob sich jemand testen lässt, bleibt grundsätzlich freiwillig. Bei einem Infektionsausbruch können allerdings breite Tests angeordnet werden. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Londoner Covid-Patient kommt nach 306 Tagen aus Klinik

Nach mehr als 300 Tagen im Krankenhaus ist ein 74 Jahre alter Covid-Patient in London nach Hause entlassen worden. „Das Beste am Zuhause sein ist, nicht im Krankenhaus zu sein“, sagte der Londoner Geoffrey Woolf nach seiner Rückkehr dem Sender BBC. „Ich kann essen, wann und was ich will, und ich kann meine Söhne und Freunde sehen.“ Woolf war im März vergangenen Jahres schwer an Covid-19 erkrankt und danach über zwei Monate lang künstlich beatmet und ins Koma versetzt worden.

Zwischenzeitlich gab es kaum noch Hoffnung – doch im Juli wachte Woolf unerwartet wieder auf. Es dauerte weitere Monate mit Sprechtraining und Physiotherapie, bis er sich von einem erlittenen Schlaganfall und seiner Erkrankung soweit erholt hatte, dass er nach insgesamt 306 Tagen in zwei verschiedenen Krankenhäusern nach Hause entlassen werden konnte. Heute sitzt der 74-Jährige im Rollstuhl.

Die Söhne des früheren Anwalts brachten dem Literatur-Fan einen E-Reader mit Hörbüchern ins Krankenhaus, die sie ihm sogar während des Komas vorspielten – eine Maßnahme, die Ärzten und Pflegern zufolge positive Effekte hatte und nun auch in mehreren anderen Krankenhäusern zum Einsatz kommt. Woolfs Söhne riefen die Hilfsorganisation „Books for Dad“ ins Leben, die seither rund 400 E-Reader mit Hörbüchern an Patienten ausgeliefert hat. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch, den 27. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.170 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 81 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 3.125. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut leicht gesunken und liegt in Niedersachsen im Landesdurchschnitt jetzt bei 82,3 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 27.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 27.01.2021, 08:15 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet zwei weitere Corona-Tote in den letzten 24 Stunden. Beide stammten (wieder) aus Papenburg . Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit 111 (+2).

Durch 30 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich jetzt die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.438 (+30). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.924 Personen (+47) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 403 (-19) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen ist auf lediglich 746 gesunken; auf einen Corona-Kranken kommen also offiziell nicht einmal zwei Menschen in häuslicher Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 78,3 (= +256 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Inzidenz-Wert bei 67,1 (+ 92 Neuinfektionen in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 11 (-1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 5 (-2) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig zwei (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, einer von ihnen wird invasiv beatmet.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 802 Menschen (+5) erkrankt. 748 (+6) von ihnen gelten als genesen. Bei unverändert 15 Pandemie-Toten führt dies in der Summe zu aktuell 39 (-1) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 208 187 2 19
Einheitsgemeinde Emsbüren 152 147 0 5
Samtgemeinde Freren 372 351 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 240 225 2 13
Stadt Haren (Ems) 371 361 1 9
Stadt Haselünne 299 286 4 9
Samtgemeinde Herzlake 203 183 4 16
Samtgemeinde Lathen 272 263 0 9
Samtgemeinde Lengerich 133 123 1 9
Stadt Lingen (Ems) 802 748 15 39
Stadt Meppen 716 623 14 79
Samtgemeinde Nordhümmling 229 215 1 13
Stadt Papenburg 933 826 21 86
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 51 42 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 110 103 3 4
Samtgemeinde Sögel 458 428 1 29
Samtgemeinde Spelle 323 299 13 11
Einheitsgemeinde Twist 143 137 2 4
Samtgemeinde Werlte 423 377 11 35
Gesamt* 6438 (+30) 5924 (+47) 111 (+2)
Aktuelle Covid-19-Fälle 403

Drosten hält Reisebeschränkungen „aus wissenschaftlicher Sicht“ für sinnvoll

In der Debatte um die Drosselung des touristischen Reiseverkehrs im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der prominente Virologe Christian Drosten Einschränkungen als „aus wissenschaftlicher Sicht“ sinnvoll bezeichnet. Angesichts sinkender täglicher Corona-Fallzahlen in Deutschland „muss man natürlich auf das achten, was von Außen kommt“, sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité Berlin am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“.

Je stärker die Ausbreitung des Coronavirus innerhalb Deutschlands gebremst werde, „desto wichtiger wird das, was von Außen eingeschleppt wird“, sagte Drosten in Bezug auf die Sorge wegen der Ausbreitung von Virus-Mutanten.

Der Virologe, der die Bundesregierung berät, riet zugleich in der Debatte um mögliche Lockerungen der derzeitigen Corona-Restriktionen zu Vorsicht: „Wir werden zu irgendeinem Zeitpunkt so viele Menschen geimpft haben, dass das Virus sich nicht mehr von selbst verbreitet. (…) Die Frage ist nur: Wie lange dauert das?“ Er sei sich nicht sicher, dass dies schon in nächster Zeit geschehen werde. Wenn die Maßnahmen jetzt einfach beendet würden, „dann werden wir sicherlich erleben, dass das Virus sich wieder ganz stark vermehrt“.

Der aktuelle harte Lockdown in Deutschland gilt einstweilen noch bis zum 14. Februar. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Deutschland-Zahlen: Wieder knapp 1.000 CoViD-19-Tote

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.202 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden knapp 1.000, genau: 982 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekannt gab. Am Mittwoch vor einer Woche hatte das RKI 15.974 Neuinfektionen und 1.148 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 101,0. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,88 (Vortag 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: rki, 27.01.21)


Gewerkschaften fordern mehr Corona-Hilfen

Die Gewerkschaften fordern mehr Corona-Hilfen für Menschen mit geringem Einkommen. Jobcenter müssten einspringen, wenn bedürftigen Schülern Laptops fürs Home-Schooling fehlten, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Das müsse möglich sein, auch ohne dass belastete Familien dafür vor Gericht ziehen müssten. Auch Bezieher von Wohngeld und Kinderzuschlag benötigen in der Pandemie eine Extra-Hilfe. Piel forderte zudem für Menschen in Hartz IV eine Soforthilfe in Höhe von 100 Euro. Damit schloss sich der DGB den jüngsten Forderungen mehrerer Sozialverbände an. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Hohe Inanspruchnahme von Notbetreuung in Kitas
Etwa jedes dritte Kita-Kind trotz Lockdowns in den Einrichtungen betreut

Trotz des harten Corona-Lockdowns in Deutschland besucht laut einem Zeitungsbericht derzeit etwa jedes dritte Kita-Kind eine Notbetreuung. Ungeachtet der Appelle der Regierungen der Bundesländer an die Eltern, die Kinder möglichst selbst zu Hause zu betreuen, sei die Inanspruchnahme der Notbetreuung seit Jahresbeginn gestiegen, berichten Medien

Diese hatten Daten zur Notbetreuung aus allen 16 Bundesländern angefragt. Zwölf Länder lieferten den Zeitungen entsprechende Angaben. Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen und Hessen übermittelten keine solche Daten.

Unter den Ländern, die Daten lieferten, seien teilweise deutliche Unterschiede in der Inanspruchnahme der Notbetreuung zu erkennen, berichten die RND-Zeitungen. So sei in Hamburg im Lockdown knapp die Hälfte der Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren in der Notbetreuung der Kitas, in Bayern seien es hingegen nur knapp 20 Prozent.

In Lingen hatte während einer Sitzung des städtischen Verwaltungsausschusses OB Krone gestern gesagt, dass aktuell rund 44% der Kita-Kinder die Einrichtungen besuchen. Das sind rund 1100 Kinder. (Quelle: TSP, BN, 27.01.21)


Niederlande: Weitgehende Ruhe nach Ausschreitungen der vorherigen Abende

Nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage ist es in den Niederlanden am vierten Abend der Ausgangssperre weitgehend ruhig geblieben. Ein massives Polizeiaufgebot überwachte am Dienstag in mehreren Städten – darunter Amsterdam, Rotterdam und Den Haag – die Einhaltung der Ausgangssperre, die zwischen 21.00 Uhr und 04.30 Uhr gilt. Dabei kam es nur vereinzelt zu Konfrontationen.

In Amsterdam versammelte sich nach Angaben der Polizei eine größere Gruppe junger Männer, die Feuerwerkskörper entzündeten. Die Gruppe sei schnell aufgelöst worden, berichteten niederländische Medien.

An den drei Vorabenden hatte es heftige Ausschreitungen in mehreren Städten gegeben. Dabei wurden auch Geschäfte geplündert. Die Polizei nahm hunderte Menschen fest. In zahlreichen Städten wurde die Polizei mit Sondervollmachten für den Einsatz gegen Randalierer ausgestattet.

(Quelle: TSP, 27.01.21)


Bundesärztekammer macht Druck

Die Bundesärztekammer macht wegen der Lieferschwierigkeiten bei den Corona-Impfstoffen Druck auf die Bundesregierung. „Vor allem die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen und natürlich auch die Beschäftigten in Kliniken und Pflegeinrichtungen müssen geimpft sein, bevor sich die hochansteckende Virusvariante aus Großbritannien weiter in Deutschland ausbreitet. Da zählt buchstäblich jeder Tag“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf. Ausreichend Personal und Infrastruktur seien durchaus vorhanden, betonte der Allgemeinmediziner. Die mehr als 440 Impfzentren in Deutschland könnten längst im Volllastbetrieb laufen, wenn genügend Impfstoffe zur Verfügung stünden. Gleiches gelte für die Arztpraxen. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Astrazeneca bestreitet Bevorzugung von Nicht-EU-Staaten bei Corona-Vakzin

Astrazeneca-Chef Pascal Soriot hat den Verdacht zurückgewiesen, sein Unternehmen liefere eigentlich für die EU bestimmte Impfdosen an andere Länder. Astrazeneca verkaufe das Vakzin „nicht anderswo für Profit“, versicherte Soriot in einem am Dienstagabend veröffentlichten Interview mit einem Verbund europäischer Zeitungen, zu dem das deutsche Blatt „Die Welt“ gehört.

Astrazeneca habe seinen Impfstoff gemeinnützig entwickelt, „wir verdienen damit kein Geld“, betonte der Unternehmenschef. Er fügte hinzu: „Ich denke, wir behandeln Europa wirklich fair.“

Innerhalb der EU-Kommission gibt es den Verdacht, Engpässe bei der Belieferung der Europäischen Union mit dem Astrazeneca-Vakzin könnten darauf zurückzuführen sein, dass der britisch-schwedische Hersteller Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder mit ungekürzten Mengen des Impfstoffs beliefert.

Astrazeneca hatte bei zwei Treffen mit der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten am Montag Brüssel zufolge nicht ausreichend erklären können, wie es zu den Lieferengpässen gekommen ist. Nach Angaben der Kommission ist für diesen Mittwoch ein weiteres Treffen mit dem Unternehmen angesetzt.

Soriot hob hervor, dass Astrazeneca seinen Liefervertrag mit Großbritannien drei Monate früher als mit der EU geschlossen habe. Auch bei der Belieferung Großbritanniens habe es „Anfangsprobleme“ gegeben. Dort habe es aber drei Monate mehr Zeit gegeben, um diese Probleme zu beheben. In der EU befinde sich Astrazeneca zwei Monate hinter dem ursprünglichen Plan.

Das Astrazeneca-Vakzin ist bislang nicht in der EU zugelassen. Eine Entscheidung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA über die Zulassung des Präparats wird für Freitag erwartet. (Quelle: TSP, 27.01.21)


Neues aus GB und Irland

Die britische Regierung wird laut einem Bericht der „Times“ im Laufe des Tages Pläne für eine Hotel-Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus 30 Hochrisikoländern vorstellen. Vorgesehen sei, dass sich britische Reisende, die aus südamerikanischen Staaten, Portugal, Südafrika oder Kap Verde nach Hause kommen, bei ihrer Ankunft zunächst in Hotels isoliert werden.

Forderungen aus seiner Regierung nach einer vorübergehenden Schließung der Grenzen lehnte Premierminister Boris Johnson dem Bericht zufolge aber ab.

Auch Irland verhängt eine generelle Quarantäne-Pflicht für Einreisende – erstmals. Die meisten können die Zeit der Isolation zu Hause oder anderen Orten ihrer Wahl verbringen. Einreisende aus Südafrika und Brasilien sollen hingegen in von der Regierung festgelegten Unterkünften isoliert werden. In diesen beiden Staaten sind Mutanten des Virus aufgetreten, von denen angenommen wird, dass sie besonders ansteckend sind.
Seinen derzeitigen Lockdown verlängert Irland bis zum 5. März. Damit bleiben die Schulen, die für die Versorgung der Bürger nicht wesentlichen Geschäfte sowie die Restaurants und Pubs bis zu diesem Datum geschlossen, wie Regierungschef Micheal Martin am Dienstag mitteilte.

Irland hat zuletzt einen starken Anstieg der Infektionszahlen erlebt. In dem Fünf-Millionen-Einwohner-Land wurden bislang insgesamt rund 3000 Todesopfer im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen verzeichnet. (Quelle: FAZ, 27.01.21)


Überblick zur Nacht

  • Der Vorstandsvorsitzende von AstraZeneca hat darauf bestanden, dass Großbritannien bei der Lieferung von Impfstoffen an erster Stelle stehen wird. Aufrufe zur Umleitung von Impfdosen an die Europäische Union lehnte er -trotz entgegenstehender Verträge- ab.
  • In den USA werden die Bundesstaaten ab nächster Woche nach Engpässen im ganzen Land eine Erhöhung der Impfstoffmenge um 17% erhalten. Die Regierung wird 10,1 Millionen erste und zweite Dosen liefern, nach 8,6 Millionen in dieser Woche.
  • Anführer indigener Stämme im Amazonas-Regenwald haben laut Reuters die Regierungen aufgefordert, sicherzustellen, dass Impfstoff-Rollouts alle ihre Gemeinden erreichen. Jose Gregorio Diaz, Leiter des Koordinierungsgremiums der indigenen Völker des Amazonasbeckens (COICA), sagte, sein Volk stehe vor einem „Gesundheitsnotstand“.
  • Die Zahl der Todesopfer in Frankreich stieg am Dienstag auf über 74.000 insgesamt; die neuen Fallzahlen blieben den vierten Tag in Folge über 20.000. Präsident Emmanuel Macron hofft, dass eine neue Ausgangssperre ab 18 Uhr ausreicht, um den Anstieg einzudämmen.
  • Island hat seine ersten Impfstoffpässe ausgestellt, um das internationale Reisen für Menschen zu erleichtern, die den Stich hatten, berichtet AFP.
  • Der Libanon meldet einen neuen täglichen Rekord von Covid-19-Todesfällen während eines zweiten Protesttages gegen strenge Sperrmaßnahmen. Weitere 73 Menschen starben laut Associated Press in den letzten 24 Stunden an dem Virus.
  • Brasilien hat 61.963 Neuinfektionsfälle und weitere 1.214 Todesfälle gemeldet. Das südamerikanische Land hat damit seit Beginn der Pandemie 8.933.356 bestätigte Infektionen verzeichnet. Die Zahl der Todesopfer ist auf 218.878 gestiegen.
  • Das Gesundheitsministerium in Gambia hat angekündigt, dass es Menschen, die sich weigern, sich selbst zu isolieren, „öffentlich benennen und beschämen“ wird, nachdem 40 die Quarantäne letzte Woche abgelehnt hatten oder aus Behandlungskliniken geflohen waren. Das westafrikanische Land hat seit Beginn der Pandemie 128 Todesfälle verzeichnet. (Quelle: The Guardian, 26.01.21)

Verdacht auf britische Corona-Variante:
3000 Mitarbeiter in Bayreuther Klinik in Quarantäne

Nach dem Auftauchen der britischen Corona-Mutante gilt am Klinikum Bayreuth für etwa 3000 Mitarbeiter eine Quarantäneanordnung. Alle Beschäftigten unterliegen nach Anordnung der Gesundheitsbehörden ab sofort einer sogenannten Pendelquarantäne, wie die Klinik am Dienstag mitteilte. Sie dürfen noch ohne öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit und nach Hause pendeln, im häuslichen Umfeld müssen sie aber eine Quarantäne einhalten.

In der Klinik gibt es elf Verdachtsfälle auf die als deutlich ansteckender geltende Variante des Coronavirus. Ein abschließendes Ergebnis werde aber erst in zehn bis 14 Tagen erwartet. Insgesamt sind laut Klinik 99 Mitarbeiter des Klinikums derzeit positiv auf Corona getestet, diese Mitarbeiter seien nicht im Dienst. Eine Reihentestung von bislang mehr als 2800 Mitarbeitern habe am Wochenende 18 positive Fälle ergeben.

Neben der Quarantäneanordnung gilt auch für alle geplanten Eingriffe ein Aufnahmestopp. Entlassen werden können Patienten nur noch, wenn bei ihnen innerhalb von 48 Stunden zwei negative Coronatests gemacht wurden. (Quelle: TSP, 26.01.25)


Weltweit bereits mehr als 100 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen auf mehr als 100 Millionen angestiegen. Das ging am Dienstag aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA) hervor. Erst vor etwa einem Monat, am zweiten Weihnachtsfeiertag, war die Schwelle von 80 Millionen Infektionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt inzwischen bei mehr als 2,1 Millionen. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von hohen Dunkelziffern aus.

Die Webseite der US-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert. (Quelle: TSP, 26.01.25)


Pfizer-BioNtech forschen an verbessertem Impfstoff gegen Mutanten

Der US-Pharmakonzern Pfizer und der Mainzer Biotechkonzern BioNTech tüfteln an einer verbesserten Version ihres Impfstoffs gegen Corona-Varianten. Man leiste bereits die Vorarbeiten, um schnell auf Corona-Mutanten reagieren zu können, falls es Hinweise darauf gebe, dass das Vakzin an Wirksamkeit einbüße, heißt es in einer Pfizer-Email an Reuters.
(Quelle: TSP, 26.01.21)


Niederlande: Keine Krawalle, aber Festnahmen und gespannte Stimmung

Nach den im Zuge von Corona-Maßnahmen ausgelösten schweren Krawallen der vergangenen Tagen ist es am Dienstagabend in den Niederlanden zunächst weitgehend ruhig geblieben. Zum Beginn der Ausgangssperre um 21.00 Uhr registrierte die Polizei nur vereinzelt kleine Zusammenstöße mit Randalierern. In Rotterdam wurden am Abend 17 Menschen vorsorglich festgenommen, auch aus Breda wurden Festnahmen gemeldet. In Amsterdam versammelte sich im Westen nach Angaben der Polizei eine große Gruppe junger Männer. Die Lage sei wie auch in Hilversum angespannt, meldete die Polizei.

In den zwei Nächten zuvor hatte es schwere Krawalle in zahlreichen Städten gegeben. Auslöser der Unruhen war die Ausgangssperre, die als bisher schwerste Corona-Maßnahme am Samstag erstmals in kraft getreten war. Hunderte junger Männer waren daraufhin plündernd und randalierend durch die Straßen gelaufen und hatten Polizisten mit Feuerwerk und Steinen angegriffen.

Städte und Polizei hatten sich nun massiv auf mögliche Unruhen vorbereitet. Bürgermeister erließen Notmaßnahmen und schränkten den Aufenthalt in den Zentren stark ein. Schaufenster waren mit Sperrholz verbarrikadiert. Die Polizei patrouillierte. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Ciesek: Mutationen brauchen mehr Antikörper

Nach gut einem Jahr Pandemie hat zuletzt vor allem auch das Auftreten von Mutationen des ursprünglichen Coronavirus für Aufregung gesorgt. Die britische, die südafrikanische und die brasilianische Variante sind inzwischen auch in Deutschland und teils auch im Norden registriert worden. Es gibt nun die Befürchtung, dass eine Impfung nicht oder nicht so gut gegen diese Mutationen wirken könnte. Die Mutationen E484K und K417N kommen nur in der südafrikanischen und brasilianischen Variante vor und „haben wahrscheinlich einen Einfluss auf die Neutralisierung“, sagt Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt am Main. Es handelt sich um sogenannte Escape-Mutationen. Das heißt, dass eine Virus-Variante sich der Neutralisation der Immunantwort entziehen kann, dass man sich also möglicherweise noch einmal infizieren kann, nachdem man schon infiziert war. Auch die Wirksamkeit von Impfstoffen und Antikörper-Therapien könnte damit eingeschränkt sein.

Ciesek berichtet jedoch von zwei vorveröffentlichten Studien zum Immun-Escape, die nahelegen, dass auch bei diesen Mutationen die Neutralisierung etwa durch eine Impfung nicht komplett aufgehoben, sondern nur schwächer geworden ist. Weitere Untersuchungen seien dazu aber noch nötig, sagt Ciesek. Die vorläufige vorsichtige Schlussfolgerung der Expertin: „Es führt dazu, dass es mehr Antikörper braucht, um den gleichen Effekt zu bekommen, wie wenn man beim ‚Wildtyp‘ neutralisieren würde.“

Die derzeit in Deutschland verimpften Vakzine von Biontech und Moderna haben laut Ciesek ein großes Potenzial: „Die mRNA-Impfstoffe sind sehr effektiv und sorgen dafür, dass wir einen Überschuss an Antikörpern bilden,“ erklärt die Virologin. Nichtsdestotrotz hat die Firma Biontech bereits angekündigt, den Impfstoff kurzfristig anpassen zu können. Und auch der Anbieter Moderna arbeitet an einem veränderten Impfstoff, der speziell auf die südafrikanische Mutation zielt, wie ein sogenannter „Booster“ wirkt und der bei der – ohnehin erforderlichen – zweiten Impfung verabreicht werden könnte, berichtet Ciesek. „Das muss natürlich erst mal noch in Studien überprüft werden, aber wäre eine Möglichkeit, wie man damit umgehen könnte. Da muss man aber auch immer zeigen, dass dieser neue Impfstoff, der auf die Variante abzielt, auch noch das ursprüngliche Virus, also den Wildtyp neutralisieren kann.“ (Podcast – Quelle: NDR, 26.01.21)


Corona-Forschung: Medizinpreis für Göttinger Wissenschaftler

Der Biochemiker Professor Patrick Cramer erhält den mit 500.000 Schweizer Franken dotierten Louis-Jeantet-Preis für Medizin 2021. Die Begründung: Cramers Beitrag zur Corona-Forschung.

Dem Göttinger Forscher und seinem Team gelang es demnach kurz nach Ausbruch der Pandemie im vergangenen Frühjahr zu filmen, wie das Coronavirus sein Erbgut verdoppelt – also vermehrt. Diese sogenannte Gentranskription ist das Spezialgebiet des Forschers vom Göttinger Max-Planck-Institut: Durch die Kombination verschiedener Methoden – vom Elektronenmikroskop bis zur Bio-Informatik – machte Cramer die „Kopiermaschinen“ in den Zellen erstmals richtig sichtbar. „Dank seiner richtungweisenden Forschung können wir die Gentranskription heute im molekularen Detail verstehen“, so die Leiterin des Göttinger Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie, Marina Rodnina.

Cramers Team gelang es auch sichtbar zu machen, wie das erste zugelassene Medikament gegen Covid-19, Remdesivir, im Falle des Coronavirus in diesen Kopierprozess eingreift. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Remdesivir das Kopieren des viralen Erbguts zwar stört, diesen Vorgang aber nicht vollständig blockiert. „Das erklärt zumindest zum Teil, warum das Medikament nicht so wirksam ist, wie man erwartet hatte“, sagte Cramer. Auch das sei eine Grundlage für weitergehende Forschungen: Zum Beispiel wie antivirale Mittel die Vermehrung von Coronaviren blockieren können.

Das Preisgeld von 500.000 Euro möchte der Biochemiker, der vor rund 20 Jahren bereits mit dem späteren Nobelpreisträger Roger Kornberg an der Stanford University in Kalifornien forschte, unter anderem für seine Corona-Forschung einsetzen. Der Louis-Jeantet-Preis für Medizin wird regelmäßig von einer Schweizer Stiftung vergeben.

(Quelle: NDR, 26.01.25)


Sanofi will BioNtech/Pfizer bei Impfstoffproduktion unterstützen

Der französische Pharmariese Sanofi wird dem US-Konkurrenten Pfizer und dessen deutschem Partner BioNtech bei der Produktion ihres Corona-Impfstoffs helfen. So sollen bis Ende 2021 mehr als 100 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Vakzins von Sanofi für die EU produziert werden, kündigte der Chef von Sanofi, Paul Hudson, in einem Interview mit der Zeitung „Le Figaro“ an.

Sanofi arbeitet selbst an zwei Impfstoffen zur Corona-Bekämpfung; diese werden jedoch voraussichtlich nicht vor Ende des Jahres auf den Markt kommen. Sanofi hatte im Dezember Probleme bei der Impfstoffentwicklung eingeräumt. (Quelle: TSP, 26.01.21)


EMA-Chefin: Begrenzte Zulassung für Astrazeneca-Impfstoff denkbar

Die EU-Arzneimittelagentur EMA schließt nicht aus, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Europa nur für eine bestimmte Altersgruppe zugelassen wird. „Ich werde der Entscheidung nicht vorgreifen“, sagte EMA-Chefin Emer Cooke in einer Anhörung im Europaparlament. Eine begrenzte Zulassung sei aber grundsätzlich möglich. Dies werde genau geprüft.

Cooke bestätigte, dass für den Astrazeneca-Impfstoff nur wenige Testdaten für ältere Menschen vorlägen. Die EMA prüfe nun im Zulassungsverfahren alle vorhandenen Daten darauf, was diese für die getesteten Bevölkerungsgruppen aussagten und was sich daraus belastbar für andere Gruppen schließen lasse. Die Behörde erhalte für das laufende Zulassungsverfahren immer noch neue Daten vom Hersteller. Diese trügen dazu bei, die Leistung des Impfstoffs besser einzuschätzen, sagte Cooke. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Großbritannien überschreitet Marke von 100.000 Corona-Toten

In Großbritannien sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 100.000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag erhöhte sich die Zahl der Toten um weitere 1631 und erreichte damit 100.162. Großbritannien ist damit das erste Land in Europa, dass diese Marke überschreitet. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Gesundheitsminister beraten am Samstag über Astrazeneca

Die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werden dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zufolge am Samstag über den Corona-Imfpstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca beraten. „Wir erwarten am Wochenende die Zulassung dieses Impfstoffes durch die europäische Arzneimittelbehörde“, sagt Laumann. Dann werde es auch „einen ‚Beipackzettel‘ geben, auf dem steht, wofür der Impfstoff besonders geeignet und wofür er auch vielleicht nicht besonders geeignet ist“. „Wir werden am Samstag eine Telefonschalte haben zusammen mit dem Bundesgesundheitsminister um dann zu gucken, wie wir damit umgehen“, fügt Laumann hinzu. (Quelle: TSP, 26.01.21


Zehn Paletten FFP2-Masken aus Lagerhalle gestohlen

Zehn Paletten mit FFP2-Masken sind bei einem Einbruch aus einer Lagerhalle in Ostwesfalen gestohlen worden. Nach derzeitigen Erkenntnissen hebelten Unbekannte zwischen Sonntagabend und Montagmorgen ein Bürofenster auf und verschafften sich so Zutritt zu dem Gebäude, in dem unter anderem palettenweise Schutzmasken gelagert waren. Anschließend öffeneten sie das Rolltor und transportierten die Beute ab. Nach Angaben der Polizei entstand ein Schaden von 40.000 Euro. Die Polizei hofft den Tätern (Quelle: TSP, 26.01.21)


SPD fordert Aufklärung möglicher Probleme bei Impfstoff-Lieferung

Die SPD im Bundestag hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgefordert, auf offene Fragen zur Bereitstellung der Corona-Impfstoffe zu antworten. „Dafür muss der Bundesgesundheitsminister in den Fachausschüssen auf jeden Fall Rede und Antwort stehen“, sagte Fraktionschef Rolf Mützenich am Dienstag. „Offensichtlich gibt es Mängel. Und gibt es möglicherweise auch berechtigte Nachfragen“, so Mützenich.

„Ein Impfstoffmangel, das wäre mit Sicherheit etwas, was den Gesundheitsminister umtreiben sollte – und keine anderen Fragen“, mahnte Mützenich. Zugleich forderte Mützenich die Impfstoffhersteller auf, ihre Zusagen einzuhalten. Das Bundesgesundheitsministerium hatte einen 30-seitigen Fragenkatalog der SPD beantwortet, den diese im Zuge der Debatte über Probleme beim Corona-Impfstart kurz nach dem Jahreswechsel übermittelt hatte.

Der Fragenkatalog hatte der SPD den Vorwurf eingebracht, mit dem sensiblen Thema Impfen Wahlkampf zu betreiben. Mützenich verteidigte den Fragenkatalog als gerechtfertigt. Bereits der SPD-Kanzlerkandidat und Vizekanzler Olaf Scholz hatte vergangene Woche entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Fast 100 Fälle von mutierten Corona-Varianten in Schweden registriert

Die zunächst in England aufgetretene mutierte Variante des Coronavirus ist in Schweden mittlerweile fast 100 Mal nachgewiesen worden. Bislang seien 95 Fälle der britischen Variante registriert worden, sagte Staatsepidemiologe Anders Tegnell am Dienstag auf einer Online-Pressekonferenz. Von der aus Südafrika stammenden Virus-Variante gebe es bisher drei Fälle in Schweden. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese mutmaßlich schneller übertragbaren Mutanten häufiger auftreten werden, sei hoch.

Aus Sorge vor der britischen Virus-Variante hat Schweden die Grenzen für Einreisende aus Großbritannien und auch aus seinen Nachbarländern Dänemark und Norwegen vorübergehend bis zum 14. Februar geschlossen. Unabhängig davon verlängerte die schwedische Regierung am Dienstag die Maßnahme, dass sie von nicht-notwendigen Reisen außerhalb des EU-, Schengen- und Europäischen Wirtschaftsraums abrät. Diese Maßnahme gilt nun bis zum 15. April und damit auch über Ostern.

Schweden ist in der Corona-Krise einen vielbeachteten Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen gegangen. Das skandinavische EU-Land hat bislang rund 556.000 Corona-Infektionen sowie knapp 11.250 damit in Verbindung stehende Todesfälle registriert. Auf die Bevölkerung des Zehn-Millionen-Einwohner-Landes herunter gerechnet sind das etwa doppelt so hohe Werte wie in Deutschland. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Britische Mutation in tschechischem Krankenhaus nachgewiesen

Die gefürchtete britische Coronavirus-Mutation B.1.1.7 breitet sich in einem Krankenhaus in Tschechien aus. Diese Virusvariante sei für die „ungewöhnlich aggressive Ausbreitung“ unter dem Personal verantwortlich, teilte der Leiter des Stadtkrankenhauses in Slany (Schlan) am Dienstag mit. Das hätten Laboruntersuchungen nachgewiesen. Die Kleinstadt liegt knapp 30 Kilometer nordwestlich von Prag.

Die Infektionskette ist noch nicht geklärt. Keiner der Patienten stamme aus Großbritannien, hieß es. Die britische Virusmutation gilt als ansteckender als der bisher verbreitete Stamm. Derzeit sind den Angaben nach 80 der 400 Klinikmitarbeiter in Quarantäne. Sie hatten sich mit dem Coronavirus infiziert – allerdings wurde nicht bei allen eine Ansteckung mit der Mutation nachgewiesen. Der Großteil des Personals hatte bereits die erste von zwei Impfstoff-Dosen erhalten, die aber allein keinen vollständigen Schutz bietet.

Die Behörden meldeten landesweit 6910 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es 946.946 bestätigte Infektionen und 15.618 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Impf-Terminvergabe in NRW startet frustrierend

Beim Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen bei über 80-jährigen Menschen in Nordrhein-Westfalen hat es Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zufolge „Frustrationserlebnisse“ gegeben. Einige Bürger hätten mehrere Stunden am Telefon oder am Computer verbringen müssen, sagt Laumann. In dem Bundesland lebten rund 1,2 Millionen Menschen im Alter von über 80 Jahren. In NRW habe es bislang 347.177 Erstimpfungen gegen Corona gegeben, der Löwenanteil davon Bewohner von Altenheimen. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Studie: Corona trifft Kulturindustrie härter als Tourismus

Laut einer Studie hat die Kultur in Europa mehr unter der Corona-Krise gelitten als andere europäische Wirtschaftszweige. Demnach sei der Gewinn im Jahr 2020 um rund 31 Prozent eingebrochen, mehr als im Tourismus (27 Prozent) und bei der Automobilindustrie (25 Prozent), wie die französische Nachrichtenagentur AFP mit Bezug auf den ihr vorliegenden Bericht von Ernst & Young am Dienstag berichtete. Am stärksten seien die Kulturakteure im Bereich Bühnenkunst mit 90 Prozent weniger Einnahmen betroffen, gefolgt von der Musik mit 76 Prozent.

Die europäische Kulturindustrie habe vor der Krise zu den wirtschaftlichen Schwergewichten der EU gezählt, sagte der Autor der Studie, Marc Lhermitte, zu AFP. Sie habe 2019 mit 4,4 Prozent mehr zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen als die Telekommunikation oder die Pharmaindustrie. Die Studie wurde bei der international aufgestellten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft von der französischen Verwertungsgesellschaft SACEM (Société des Auteurs, Compositeurs et Éditeurs de Musique) in Auftrag gegeben. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Schleswig-Holstein legt Stufenplan für künftige Corona-Lockerungen vor

Die schwarz-grün-gelbe Landeskoalition in Schleswig-Holstein hat einen konkreten Vorschlag für einen abgestuften Lockerungsplan im Fall einer Verbesserung der Coronalage in den kommenden Monaten vorgelegt. Wie die Regierung mitteilte, sieht er vier Stufen vor, die sich an den bekannten Inzidenzstufen 100, 50 und 35 orientieren. Dazu kommen ergänzende Erwägungen wie die Lage auf Intensivstationen, die Impfquoten und epidemiologische Faktoren wie die mögliche Verbreitung von neuartigen Mutationen.

Auch die Frage, wie lange die Inzidenzwerte durchgehend erreicht werden müssen, bevor ein neue Stufe aktiviert wird, spielt dabei eine Rolle. Dabei gibt es Phasen von sieben beziehungsweise 21 Tagen. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einem „Vorschlag“ an den Bund und die anderen Bundesländer in der nun beginnenden Debatte um einen „Perspektivplan“ für die kommenden Monate. Kiel hoffe dabei auf bundesweit einheitliche Regelungen. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland gegen Corona geimpft

Rund einen Monat nach dem Start der Corona-Impfkampagne haben zwei Prozent der Einwohner in Deutschland die erste Dosis erhalten. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervor. Demnach wurde nun mehr als 1,6 Millionen Menschen das Mittel einmal verabreicht (Stand 10.00 Uhr).
Je nach Bundesland variiert die Impfquote deutlich: In Mecklenburg-Vorpommern haben 3,2 Prozent die erste Dosis bekommen, in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen je 1,6 Prozent. Bei den meisten Geimpften handelt es sich laut RKI-Statistik um Pflegeheimbewohner, alte Menschen und Personal in Krankenhäusern und Altenheimen. Mehr als 283.000 Menschen haben die zweite Dosis bekommen, die etwa drei Wochen nach der ersten gespritzt werden soll. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Merkel mit kritischer Bilanz

Merkel zieht kritische Corona-Bilanz Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Rückblick auf ein Jahr Corona-Pandemie auch eine kritische Bilanz gezogen. Es seien in Deutschland Schwachstellen und Stärken sichtbar geworden, sagte sie beim Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums.

Die Tagung ersetzt in diesem Jahr die traditionelle Jahrestagung in Davos. In Deutschland habe man sehr auf den Gemeinsinn und den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern bauen können. Ein gutes Fundament seien die soliden Finanzen gewesen. So habe man Unternehmen und Bürgern helfen können, fügte Merkel hinzu. Kritisch äußerte sie sich zur Geschwindigkeit von Prozessen in Deutschland: „Die Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig.“ Prozesse seien oft sehr bürokratisch geworden und dauerten lange. Da habe man nachzuarbeiten. „Wo wir nicht gut aussahen, das zeigt sich bis in die heutigen Tage, das ist der Mangel an Digitalisierung unserer Gesellschaft.“ Merkel nannte als Beispiele die mangelnde Vernetzung der Gesundheitsämter, der Verwaltung und des Bildungssystems. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Österreich: Vorgaben für Gottesdienste verschärft

Die Katholische Kirche in Österreich hat ihre Corona-Schutzmaßnahmen verschärft. Ab sofort ist in Kirchen eine FFP2-Maske Pflicht, der bisher geltende Mindestabstand von 1,5 Metern wird auf zwei Meter erhöht. Keine Maskenpflicht besteht für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr. Die am Montag von der Österreichischen Bischofskonferenz beschlossenen Maßnahmen gelten vorerst bis zum 6. Februar, wie die Wiener Presseagentur Kathpress berichtete. Öffentliche Gottesdienste bleiben untersagt; die Kirchen stehen wie bisher tagsüber weiterhin für das persönliche Gebet offen. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Proteste gegen Lockdown im Libanon

Aus Protest gegen den anhaltenden Lockdown sind in Beirut Dutzende Menschen auf die Straße gegangen. Die Bereitschaftspolizei hinderte sie daran, zentrale Verkehrsadern der libanesischen Hauptstadt lahmzulegen, wie die Zeitung „Daily Star“ berichtete. Zu Zusammenstößen wie am Montagabend in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripolis sei es nicht gekommen. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Verband: Einzelhändler bekamen im Schnitt nur 11.000 Euro

Die von den Corona-Beschränkungen stark betroffenen Einzelhändler haben laut ihrem Branchenverband im vergangenen Jahr im Schnitt nur jeweils 11.000 Euro an Hilfszahlungen erhalten. „Die staatlichen Coronahilfen für den Einzelhandel waren im vergangenen Jahr meist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisierte am Dienstag der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth. „Das reicht in der Regel nicht einmal für die Mietzahlungen in den Lockdown-Monaten.“ (Quelle: Tagesschau, 26.01.21)


Staatshilfen für Galeria Karstadt Kaufhof möglich

Die Bundesregierung verhandelt mit dem angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof über Staatshilfen. Wie die Nachrichtenagentur dpa von Insidern erfuhr, geht es um ein Darlehen bis zu einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Eine Entscheidung könnte am Mittwoch in einer Sitzung des Ausschusses des Wirtschaftsstabilisierungsfonds fallen. In diesem sitzen Vertreter von mehreren Bundesministerien. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, Galeria Karstadt Kaufhof habe sich mit der Bundesregierung grundsätzlich auf einen Staatskredit in Höhe von bis zu mehreren Hundert Millionen Euro geeinigt, um das Unternehmen bis Ostern durchzufinanzieren. Der Deal sei aber noch nicht final bewilligt, die Details würden noch verhandelt.

Die Bundesregierung hatte den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im März 2020 gegründet, um in der Corona-Krise große Unternehmen mit Garantien und Kapitalhilfen zu unterstützen und Arbeitsplätze zu erhalten. Vereinbart wurden bereits zum Beispiel ein milliardenschweres Rettungspaket für die Lufthansa sowie Hilfen für den Reisekonzern TUI. (Quelle: Tagesschau, 26.01.21)


Weitere Fälle von Mutation in Berliner Klinik

Am Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum sind zwei weitere Fälle der britischen Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt seien damit 24 Fälle bekannt, darunter 14 Patienten und 10 Mitarbeiter. Das sagte der Leiter des Gesundheitsamts Reinickendorf, Patrick Larscheid, der Nachrichtenagentur dpa. Er sprach von einer „erfreulichen Nachricht“, denn es stünden momentan keine weiteren Testergebnisse aus. Es waren rund 1700 Mitarbeiter und mehr als 500 Patienten untersucht worden. Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende. Weil in dem Krankenhaus in der vergangenen Woche Infektionen mit dem Virus bekannt wurden, war ein Aufnahmestopp verhängt worden.(Quelle: Tagesschau, 26.01.21)


Tschechien hofft auf Einlenken Bayerns in Pendlerfrage

In den tschechischen Grenzregionen hofft man weiter auf ein Einlenken Bayerns bei der Corona-Testpflicht für Berufspendler, die in Deutschland arbeiten. Seit der Einstufung Tschechiens als Hochrisikogebiet müssen sich tägliche Grenzgänger alle 48 Stunden testen lassen. „Das wird aus meiner Sicht langfristig nicht aufrechtzuerhalten sein“, sagte der Präsident der Verwaltungsregion Karlovy Vary (Karlsbad), Petr Kulhanek, der Nachrichtenagentur dpa. Eine Frequenz von zweimal die Woche wie in Sachsen halte er eher für praktikabel. Der konservative Politiker geht von 15.000 bis 20.000 Pendlern allein aus seiner Region aus. Es sei für ihn eine Priorität, den Pendlern so gut wie möglich zu helfen.

Doch er warnte: „Unsere Möglichkeiten sind nicht unbegrenzt.“ Man könne das Testniveau kurzfristig hochfahren, nicht aber über Wochen aufrechterhalten. „Es ist für uns eine Belastung, wenn wir Gesundheits- und anderes Personal für andere Aktivitäten als die Betreuung der CoViD-19-Patienten einsetzen müssen“, kritisierte Kulhanek. Die Region hat die Hilfe der Armee angefordert. Soldaten sollen nach den Plänen die Teststelle am Übergang Pomezi nad Ohri-Schirnding besetzen. Nach dem Andrang von Sonntag und Montag blieb die Lage an den Grenzen zunächst ruhig. Die Behörden in Tschechien meldeten landesweit 6.910 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle seit Pandemiebeginn stieg auf 15.618. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Norderney: Impfteam kommt mit dem DGzRS-Rettungsschiff

Auf der Nordseeinsel Norderney sind am Dienstag die ersten etwa 150 Menschen gegen Corona geimpft worden. Ungewöhnlich: Das Impfteam kam per Schiff. Der Seenotretttungskreuzer gehört zur Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Der Seenotrettungskreuzer „Eugen“ brachte ein siebenköpfiges Impfteam samt gekühltem Impfstoff vom Hafen Norddeich auf die beliebte Urlaubsinsel. Das Team impfte dort die Bewohner eines Alten- und Pflegeheims und deren Betreuer, so ein Sprecher des Landkreises Aurich. Auch der Rettungsdienst auf der Insel und bestimmte Mitarbeiter des örtlichen Krankenhauses hätten die erste Impfung erhalten.

Ein Mann im grünen Kittel impft einen anderen Mann gegen das Coronavirus. 3 Min
Startschuss für Corona-Impfungen: Unterwegs mit dem Impfteam
Das mobile Impfteam hat im Alten- und Pflegeheim Haus Schlüter in Bad Rothenfelde mit dem Impfen begonnen.

Alltäglich sei es für die Seenotretter nicht, einen Impfstoff zu transportieren, sagte der Kapitän der „Eugen“, Heiko Erdwiens: „Deshalb war es schon ein besonderer Einsatz für uns.“ Man sei froh, helfen zu können und den dringend benötigten Impfstoff auf die Insel zu bringen.

Zum Landkreis Aurich zählen auch die Inseln Juist und Baltrum. Dort sei jedoch zunächst nicht geimpft worden, weil es keine Pflegeheime gebe, so der Landkreissprecher. Erst wenn die Impfungen der Über-80-Jährigen anstünden, sollten mobile Impfteams alle drei Inseln übersetzen. (Quelle: NDR, 26.01.21)


Scholz offen für Braun-Vorstoß zur Schuldenbremse

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich offen gezeigt für Überlegungen von Kanzleramtschef Helge Braun, die Schuldenbremse im Grundgesetz für einige Jahre auszusetzen. Es gebe mehrere Optionen, welche Antwort man im Bundeshaushalt mit Blick auf die finanziellen Herausforderungen gebe, erklärte Scholz. Frühere Aussagen aus dem vorigen Jahr, er wolle im Bundeshaushalt 2022 die Schuldenregel wieder einhalten, wiederholte Scholz nicht.

Stattdessen unterstrich er: „Für mich als Bundesfinanzminister ist klar: Ich lehne Kürzungen in den sozialstaatlichen Sicherungssystemen ab und werde die Investitionen weiterhin auf Rekordniveau halten, um für künftiges Wachstum und Beschäftigung zu sorgen.“ Scholz bezeichnete Brauns Vorstoß als einen „interessanten Gastbeitrag“ in einer Zeitung. Der Kanzleramtschef habe darin einen Vorschlag des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aufgegriffen. „Neben vielen Vorzügen macht dieser Vorschlag hohe gesetzgeberische Eingriffe nötig, die einen breiten parteiübergreifenden Konsens voraussetzen“, erklärte Scholz offenkundig mit Blick auf die für eine Grundgesetzänderung erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit.
(Foto CC s. Archiv v. 16.05.20; Quelle: Tagesschau, 26.01.21)


Rund 150.000 Corona-Patienten 2020 in deutschen Kliniken behandelt

Die Kliniken in Deutschland haben im vergangenen Jahr nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft rund 150.000 Corona-Patienten behandelt. Die Zahl nannte Hauptgeschäftsführer Georg Baum bei einer Pressekonferenz. 28.000 Patienten seien intensivmedizinisch versorgt worden. „Der Scheitel ist hoffentlich erreicht gewesen Anfang Januar mit der Belastung der Intensivstationen.“ Aktuell würden rund 4600 Menschen auf Intensivstationen behandelt. Die Zahl ist den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Wochen um 20 Prozent gesunken.

„Der Lockdown wirkt, er macht sich bemerkbar, gleichwohl darf jetzt nicht der Eindruck entstehen, es ist jetzt alles in Ordnung“, sagte Baum. Die Kliniken stünden weiter unter hoher Belastung. Die Krankenhausgesellschaft forderte mit Blick auf das laufende Jahr, das weiterhin vom Coronavirus dominiert sein werde, „kurzfristige Finanzhilfen“ und kritisierte die bisherigen Hilfen in der zweiten Corona-Welle als „unsicher und unzureichend“.

Der Verband verwies auf Einnahmeausfälle durch weniger Überweisungen in die Kliniken. Viele Patienten verzichteten derzeit auf einen planbaren Krankenhausaufenthalt. Die Kliniken hätten zudem Behandlungen zurückgefahren, um Personal auf die Behandlung von Covid-19-Erkrankten zu konzentrieren oder um Personalausfälle zu kompensieren. (Quelle: Tagesschau, 26.01.21)


WHO: Moderna-Impfstoff nicht für Schwangere

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht ihre Empfehlungen für den Einsatz des Covid-19-Impfstoff des US-Konzerns Moderna. Demnach sollen zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Unter besonderen Umständen könne der Abstand auch 42 Tage betragen. Nicht eingesetzt werden solle das Vakzin bei Schwangeren – es sei denn, sie arbeiteten im Gesundheitswesen oder seien Risiko-Bedingungen ausgesetzt. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Behinderte fordern höhere Priorität bei Impfung

Behinderte Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf haben, müssen nach Ansicht von Selbsthilfeorganisationen vorrangig geimpft werden. Sie müssten bei der Impfstrategie eine genauso höchste Priorität haben wie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Altenheimen, forderte die LIGA Selbstvertretung in Berlin. Die Organisation wies darauf hin, dass im benachbarten Österreich Behinderte mit einem hohen Erkrankungsrisiko in der ersten Prioritätsgruppe geimpft werden. Die LIGA Selbstvertretung ist ein Zusammenschluss von 13 bundesweit tätigen Selbstvertretungsorganisationen, die von behinderten Menschen selbst verwaltet werden. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Italien: Rücktritt von Regierungschef Conte bestätigt

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella hat den Rücktritt von Regierungschef Giuseppe Conte bestätigt. Aus Regierungskreisen war zuvor verlautet, Conte habe diesen Schritt in einer Kabinettsitzung bekanntgemacht. Bereits am Montag hatte sich abgezeichnet, dass der parteilose Jura-Professor damit die politische Krise des Landes inmitten der Corona-Pandemie lösen will. Die beiden wichtigsten Parteien der bisherigen Koalition, die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die Sozialdemokraten, hatten ihre Unterstützung für den Schritt signalisiert. (Quelle: Tageschau, 26.01.21)


Patientenschützer: Impfstoff-Hersteller machen was sie wollen

Patientenschützer fordern ein energisches Einschreiten der Bundesregierung sowie der Europäischen Kommission gegen die Lieferverzögerungen bei Impfstoffen. „Die Impfstoff-Hersteller machen, was sie wollen“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Berlin und Brüssel trügen aber eine Mitverantwortung. „Die Verträge sind blauäugig verhandelt. Selbst Forschungsgelder in Milliardenhöhe haben Deutschland und Europa ohne Bedingungen überwiesen. Jetzt kommt die Quittung.“ Bundesregierung und Europäische Kommission müssten das stoppen, „sei es mit Regressforderungen oder Ausfuhrbegrenzungen“. Der Druck auf die Hersteller müsse erhöht werden, forderte Brysch. „Die Menschen wollen sich impfen lassen, doch es gibt keinen Impfstoff.“ Das aber sei der Branche egal. „Es geht ums Geld, koste es, was es wolle.“ (Quelle: NOZ, 26.01.21)


900 Holocaust-Überlebende starben 2020 an Corona

Rund 900 Holocaust-Überlebende sind nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr in Israel nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt starben im Jahre 2020 rund 17 000 Holocaust-Überlebende, wie Israels Zentrales Statistikbüro am Dienstag mitteilte. Bei rund 5300 Holocaust-Überlebenden sei eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, 17 Prozent seien daran gestorben. Alle Holocaust-Überlebenden seien über 75 Jahre alt, rund 17 Prozent davon über 90. Ingesamt betrug die Zahl der Holocaust-Überlebenden in Israel demnach zum Ende des Jahres 2020 rund 179 600. Die Zahlen wurden anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktag am Mittwoch veröffentlicht. (Quelle: ARD, 26.01.21)


AstraZeneca will EU früher beliefern

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca bietet nach Informationen aus EU-Kreisen an, die Staatengemeinschaft eine Woche früher als bislang geplant mit seinem Impfstoff zu beliefern. Die Lieferungen sollten am 7. Februar beginnen und nicht erst am 15. Februar, sagen EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Keine Klarheit gebe es in der Frage, ob Impfstoff aus Großbritannien in die EU umgleitet werden könne, um hier mehr Vakzin verfügbar zu haben.


Post-Chef: Große Unternehmen könnten Beschäftigte selbst impfen

Die 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt könnten ihre Beschäftigten Post-Chef Frank Appel zufolge selbst impfen und damit den Kampf gegen das Corona-Virus einen entscheidenden Schritt voranbringen. „Wenn es ausreichend Impfstoff gibt, wären wir froh, wenn wir all unsere Beschäftigten selbst impfen könnten“, sagt Appel in einer virtuellen Diskussionsrunde des Davoser Weltwirtschaftsforums. Aktuell wolle der Bonner Konzern aber keine Impfstoffe für seine mehr als 500.000 Beschäftigten kaufen sondern dies den Regierungen überlassen. Wenn einzelne Staaten aber sagten, multinationale Unternehmen sollten das Impfen übernehmen, könnten dem die 500 umsatzstärksten Unternehmen der Fortune-500-Liste nachkommen. Dies könne einen Durchbruch bedeuten. (Quelle: Tagesschau, 26.01.21)


Steinmeier ruft zu verstärkten Anstrengungen auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland angesichts des andauernden Lockdowns zu verstärkten Anstrengungen aufgerufen. „Weil die Lage ernst ist, müssen wir unsere Anstrengungen alle gemeinsam noch einmal verstärken“, sagte Steinmeier zum Auftakt eines Gesprächs mit Studierenden über deren Lage in der Pandemie laut vorab verbreitetem Redemanuskript. „Vernunft, Geduld, Durchhaltevermögen, das sind in diesem langen, dunklen Corona-Winter nach wie vor unsere wichtigsten Mittel.“

Der Bundespräsident ging auf die besonders schwierige Lage gerade für Studierende ein. Die Corona-Maßnahmen verlangten den Menschen „enorm viel ab – auch Ihnen, den Jungen, die hinaus wollen ins Leben und stattdessen seit Monaten zu Hause sitzen“, sagte er. „Sie alle starten unter wirklich sehr schwierigen Umständen ins Leben.“ Die Hochschulen seien verwaist, Lehre und Studium gebe es fast nur noch digital, Mensen, Bibliotheken und Labore seien geschlossen, sagte Steinmeier. Kontakte seien eingeschränkt und Auslandsaufenthalte kaum möglich.

Steinmeier dankte den Studierenden für den „Kraftakt“, den sie tagtäglich stemmten. Gefragt seien nun „sehr viel Kreativität, Improvisationstalent und starke Nerven“. Als positiv hob Steinmeier hervor, dass es Universitäten und Hochschulen gelungen sei, „Lehre und Studium praktisch komplett auf digitale oder hybride Formate umzustellen“. Dafür danke er. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Friseure senden finanziellen „Notruf“

Deutschlands angeschlagene Friseurbranche fordert von der Politik stärkere und schnellere Finanzhilfen. „Es sind alle Rücklagen aufgebraucht, teilweise auch die Altersvorsorge – es geht um Existenzen“, sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, in Köln über die Situation in vielen Betrieben. Die Branche sende einen „Notruf“. Es dauere zu lang, bis Coronahilfen ankommen, und dann kompensierten sie nur einen viel zu kleinen Teil der Umsatzeinbußen. Die Branche brauche eine Perspektive, wann sie wieder aufmachen könne, forderte Wollseifer. In Deutschland gibt es 80.000 Friseurbetriebe mit 240.000 Mitarbeitern. Seit Mitte Dezember sind die Salons wegen der Pandemie geschlossen. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Baerbock will Lehramtsstudenten als Krisenhelfer einsetzen

Nach Ansicht von Grünen-Chefin Annalena Baerbock vernachlässigt die Bundesregierung in ihrer Corona-Politik die Interessen von Kindern. „Kinder kommen in dieser Pandemie immer zu kurz, und das darf nicht so weitergehen“, sagt sie der „Augsburger Allgemeinen“. „Jedes fünfte Kind in Deutschland hat in den vergangenen Wochen überhaupt keinen Zugang zur Bildung gehabt“, so Baerbock. Bei den Grundschülern hätten manche das ABC vergessen, bei anderen sei die Tagesstruktur komplett weggebrochen. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stehle sich aus der Verantwortung. Als Sofortmaßnahme müssten Lehramtsstudenten als Krisenhelfer eingesetzt werden. Der Bund müsse dafür Geld zur Verfügung stellen.
(Foto CC s. 04.04.20; Quelle: ARD, 26.01.21)


Doch schon: EU plant Programm zur Pandemie-Abwehr

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen plant als Lehre aus der Corona-Pandemie ein auf Dauer angelegtes Programm zur Abwehr biologischer Gefahren. Ziel sei, in Partnerschaft mit privaten Unternehmen gezielt neue, gefährliche Erreger aufzuspüren und dann im großen Stil Impfstoffe zu entwickeln und zu produzieren, sagte von der Leyen in einer Rede beim Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums. „Wir können nicht auf die nächste Pandemie warten, bevor wir uns vorbereiten“, sagte von der Leyen. „Deshalb wird dieses neue Programm auf Dauer angelegt.“

Das Programm solle verlässlich finanziert werden, statt im Notfall Gelder umzuschichten. Und es solle Technologieunternehmen mit Behörden wie der EU-Arzneimittelagentur EMA und der EU-Kommission an einen Tisch bringen. „Wir wissen, dass Vorbereitung alles ist“, so von der Leyen. „Und wir wissen, dass in einer Pandemie keine Zeit zu verlieren ist. Wir brauchen diese Zusammenarbeit von öffentlichem und privatem Sektor, um früher Bescheid zu wissen und gemeinsam schneller zu entwickeln und zu produzieren.“ (Quelle: ARD, 26.01.21)


100.000 Corona-Tote in Großbritannien

In Großbritannien sind seit Beginn der Pandemie mehr als 100.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Bis Mitte Januar war bei fast 99.000 Menschen in England und Wales Covid-19 auf dem Totenschein verzeichnet, wie die britische Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Seitdem kamen nach offiziellen Zahlen der Regierung mehrere Tausend weitere Todesfälle in ganz Großbritannien hinzu. Nach einem massiven Anstieg der Fallzahlen im Zusammenhang mit der neuen Variante B.1.1.7 im Dezember verzeichnete das Land die weltweit höchste tägliche Covid-Todesrate. Der britischen Regierung wird vorgeworfen, wiederholt zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Krankenhäuser stehen massiv unter Druck, derzeit werden mehr Corona-Patienten künstlich beatmet als zu jedem anderen Zeitpunkt der Pandemie. (Quelle: WDR, 26.01.21)


Krankenhäuser fordern notfalls tägliche Tests wegen Mutationen

Angesichts von neuen und stärker ansteckenden Virus-Mutationen fordern die Krankenhäuser umfangreichere Tests. Die Strategie müsse hier angepasst werden, das komplette Schließen von Häusern wie etwa in Berlin dürfe nur das letzte Mittel sein, sagt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum. Stattdessen müssten Patienten und Personal konsequent getestet werden: „Tag für Tag, wenn es sein muss.“ Dafür sollte es eine Vorgabe des Robert Koch-Instituts (RKI) geben, die zusätzlichen müssten einschließlich von PCR-Tests dann auch bezahlt werden. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Hotelbetreiber AccorInvest erhält Millionenhilfe

Die französische Hotelgruppe AccorInvest mit Marken wie Ibis, Novotel und Mercure erhält in der Corona-Pandemie staatliche Hilfe in Höhe von einer halben Milliarde Euro. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire kündigte die Kreditbürgschaft für den Hotelbetreiber und -investor im Sender Radio Classique an. „AccorInvest ist in großen finanziellen Schwierigkeiten“, betonte er. AccorInvest betreibt fast 900 Hotels in 28 Ländern. Der Umsatz der Gruppe war in der Pandemie um rund 70 Prozent eingebrochen. Mitte Januar hatte der Konzern deshalb die Streichung von 1900 Stellen in Europa angekündigt. Davon sollen rund 770 in Frankreich wegfallen.

Zuvor hatte Frankreich bereits Milliardenhilfen für andere Schlüsselzweige wie die Luftfahrt- und Automobilindustrie gebilligt. Das Corona-Hilfspaket des Landes hat einen Umfang von 100 Milliarden Euro. Es ist das größte Konjunkturpaket seit dem Zweiten Weltkrieg. (Quelle: ARD, 26.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Dienstag, den 26. Januar, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 486 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 58 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 3.044. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken und liegt in Niedersachsen jetzt bei 85,5 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 26.01.21)


Ministerium weist Berichte zu AstraZeneca-Wirksamkeit zurück

Das Bundesgesundheitsministerium hat Berichte über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs der Firma AstraZeneca bei über 65-Jährigen zurückgewiesen. Aktuelle Berichte dazu könne man nicht bestätigen, erklärte ein Sprecher. Das „Handelsblatt“ berichtete, nach Angaben aus Koalitionskreisen rechne die Bundesregierung nur mit einer Wirksamkeit von acht Prozent bei über 65-Jährigen. Auch die „Bild“-Zeitung berichtete darüber. Das Ministerium erläuterte, auf den ersten Blick scheine es so, dass Dinge verwechselt würden: Rund acht Prozent der Probanden der AstraZeneca-Wirksamkeitsstudie seien zwischen 56 und 69 Jahre alt gewesen, nur 3 bis 4 Prozent über 70 Jahre. Daraus lasse sich aber nicht eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei Älteren ableiten. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) werte die Studien aus, erklärte das Ministerium. Bekannt sei seit dem Herbst, dass in den ersten eingereichten Studien von AstraZeneca weniger Ältere beteiligt gewesen seien als bei Studien anderer Hersteller. (Quelle: Tagesschau, 26.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 26.01.2021, 08:45 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet einen weiteren Corona-Toten aus Papenburg in den letzten 24 Stunden. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit 109 (+1).

Durch 22 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.408 (+22). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.877 Personen (+36) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 422 (-15) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen ist auf 819 gesunken.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 86,3 (= +282 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Inzidenz-Wert bei 74,4 (+102 Neuinfektionen in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 12 (+1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 7 (+2) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig zwei (+1) CoVid-19-Erkrankter intensivmedizinisch versorgt, einer von ihnen wird invasiv beatmet.

In der Stadt Lingen (Ems) ist in den letzten 24 Stunden kein/e CoViD-19-Erkrankte/r gestorben. Insgesamt sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 797 Menschen (+1) erkrankt. 742 (+6) von ihnen gelten als genesen. Bei 15 Pandemie-Toten führt dies in der Summe zu aktuell 40 (-5) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 208 185 2 21
Einheitsgemeinde Emsbüren 150 146 0 4
Samtgemeinde Freren 372 351 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 239 222 2 15
Stadt Haren (Ems) 370 361 1 8
Stadt Haselünne 298 284 4 10
Samtgemeinde Herzlake 203 182 4 17
Samtgemeinde Lathen 271 262 0 9
Samtgemeinde Lengerich 131 123 1 7
Stadt Lingen (Ems) 797 742 15 40
Stadt Meppen 705 622 14 69
Samtgemeinde Nordhümmling 229 212 1 16
Stadt Papenburg 931 809 19 103
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 51 41 1 9
Einheitsgemeinde Salzbergen 110 103 3 4
Samtgemeinde Sögel 455 427 1 27
Samtgemeinde Spelle 323 297 13 13
Einheitsgemeinde Twist 142 137 2 3
Samtgemeinde Werlte 423 371 11 41
Gesamt* 6408 (+22) 5877(+36) 109 (+1)

Aktuelle Covid-19-Fälle

422


Erneut Corona-Krawalle in den Niederlanden

Die Niederlande haben am Montagabend erneut schwere Ausschreitungen in Folge von aus dem Ruder gelaufenen Protesten gegen die Corona-Ausgangssperre erlebt. Hunderte gewaltbereite Jugendliche randalierten nach Polizeiangaben bis zum späten Montagabend in mehreren Städten und griffen die Polizei an. Die Menschen hatten sich kurz vor Beginn der Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie in Stadtzentren versammelt. In großen Gruppen zogen sie plündernd und randalierend durch die Straßen. Unruhen wurden aus etwa zehn Städten gemeldet – darunter Amsterdam, Den Haag und Rotterdam. Mehr als 151 Personen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.

„Schamlose Diebe“, klagte Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb über den Mob. In seiner Stadt waren unter anderem Geschäfte zerstört und geplündert worden. „Wir konnten noch keine Bestandsaufnahme machen, aber es ist trotzdem eine traurige Bilanz“, wurde er von der Zeitung „De Telegraaf“ zitiert. In Den Bosch waren die Ereignisse nach einem Bericht eines Reporters des TV-Senders NOS „gehörig aus dem Ruder gelaufen“. Nach einem Feuerwerk sei eine sehr große Gruppe von Randalierern in die Stadt gezogen. „Auf der gesamten Strecke wurden Plünderungen begangen, Feuer gelegt, Autos zerstört, Geschäfte geplündert.“

In Rotterdam wurden Polizisten nach Berichten von NOS von rund 100 Randalierern mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Die mobile Einheit der Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Nach Polizeiangaben wurden in der Hafenstadt rund 50 Menschen festgenommen.

Randalierer zogen durch verschiedene Städte der Niederlande, schlugen Fensterscheiben ein und plünderten Geschäfte. Bushaltestellen wurden demoliert, Feuer gelegt und Polizisten mit Feuerwerk und Steinen angegriffen. Auch Journalisten und Kamera-Teams waren nach Medienberichten Opfer von Gewalt. Die Polizei forderte inzwischen über Twitter Bürger auf, eventuelle Videoaufnahmen von den Ereignissen einzusenden, um die Ermittlungen zu erleichtern.

In Brabant und den Bosch versuchten Randalierer nach Medienberichten auch, in Krankenhäuser einzudringen. Die Polizei habe die Zugänge weiträumig abgeriegelt. Krankenwagen mussten in andere Kliniken ausweichen.

Gegen Mitternacht hatte die Polizei die Lage weitgehend unter Kontrolle, wie Polizeichef Willem Woelders im TV-Sender NOS sagte. „Wir stellen fest, dass es im größten Teil der Niederlande wieder ruhig ist.“

Anlass der Unruhen sind die von der Regierung verhängten verschärften Corona-Maßnahmen und eine seit Samstag geltende Ausgangssperre. Doch Polizei und Bürgermeister der betroffenen Städte gehen davon aus, dass sich verschiedene Gruppen an den Krawallen beteiligen – darunter Corona-Leugner und Fußball-Hooligans und Neonazis.

Sonntagnacht hatten schwere Unruhen in etwa zehn Städten das Land erschüttert. Die Polizei hatte von den schlimmsten Krawallen seit 40 Jahren gesprochen. Polizei und Bürgermeister hatten zuvor bereits vor weiteren Unruhen gewarnt, nachdem mehrere Aufrufe in den sozialen Medien erschienen waren. Erste Krawalle hatte es bereits am Samstag gegeben.

Am Samstagabend war in den Niederlanden erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie landesweit eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Bürger müssen von 21.00 bis 4.30 Uhr in ihren Wohnungen bleiben. Verstöße werden mit Geldbußen von 95 Euro bestraft. (Quelle: TSP, 26.01.21)


Grüne sehen fortgesetzte Missachtung des Bundestags

Die Grünen werfen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut vor, den Bundestag unzureichend in die Bekämpfung der Corona-Pandemie einzubinden. „Es ist eine Unverschämtheit, dass die Bundeskanzlerin diese Woche nicht dem Plenum Rede und Antwort steht“, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. „Darin setzt sich die Missachtung der Regierung gegenüber dem Parlament in der Corona-Krisenbekämpfung fort.“

Die Grünen hatten vergeblich verlangt, dass Merkel eine Woche nach der Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns eine Regierungserklärung im Bundestag abgibt. Die Kanzlerin hatte zuletzt am 16. Dezember in einer Regierungsbefragung ihren Kurs im Kampf gegen Corona erläutert. Die letzte Regierungserklärung dazu mit anschließender Debatte gab sie am 26. November ab.

Hofreiter kritisierte auch, dass der Bundestag weder über die Prioritäten bei den Impfungen noch über einen Stufenplan zur Bekämpfung der Pandemie entscheiden konnte. „So wichtig die Arbeit und Zusammenarbeit der Exekutive in einer Krisensituation ist, die zentralen Debatten und Entscheidungen gehören ins Parlament.“ (Quelle: TSP, 26.01.21)


Organisation: Corona verstärkt Migrationsdruck auf EU

Als Folge der Corona-Pandemie wird die Zahl der Flüchtlinge in Europa in diesem Jahr nach Einschätzung der Migrationsorganisation ICMPD steigen. Die Verfügbarkeit von Impfstoffen und die Versorgung von Patienten sorgten nach Einschätzung des in Wien ansässigen ICMPD (International Centre for Migration Policy Development) mit dafür, dass mehr Migranten nach Europa wollten. „Die gute Gesundheitsversorgung in Europa ist ein Anziehungspunkt für illegale Immigranten“, sagte ICMPD-Chef Michael Spindelegger dem „Handelsblatt“.

Die ICMPD-Experten beobachten, dass sich die illegale Einwanderung nach Europa neue Routen erschließe. Als Beispiele nennt das ICMPD die Fluchtrouten vom Libanon ins EU-Land Zypern oder von Mauretanien auf die Kanarischen Inseln. Dort sei die Zahl der Migranten um 900 Prozent gestiegen. In der zentralen Mittelmeerroute über Tunesien legte ihre Zahl im vergangenen Jahr demnach um 155 Prozent zu. (Quelle: Tagesschau, 26.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 6408 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 903 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Vergangenen Dienstag hatte das RKI 11.369 Neuinfektionen und 989 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings enthielten die beiden Werte Nachmeldungen aus Rheinland-Pfalz.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bei 107,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. (Quelle: RKI, 26.01.21)


Niederlande: Dritte Krawallnacht in Folge

Nachdem es bereits am Wochenende zu Ausschreitungen in den Niederlanden kam, protestieren auch Montagabend wieder zahlreiche Menschen in Städten wie Amsterdam und Rotterdam gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen. Bilder auf sozialen Netzwerken zeigen, wie teilweise Barrikaden errichtet werden. In Videos ist außerdem zu sehen, wie vermummte Menschen Polizeiwagen und andere Fahrzeuge anzünden oder mit Feuerwerkskörpern angreifen. In Rotterdam wurden viele Geschäfte geplündert. Die Randalierer riefen nicht nur dort antisemitische Parolen.

Auch in Den Bosch soll es Augenzeugen zufolge auch zu Plünderungen gekommen sein. In der Stadt Geleen hat die Polizei offiziellen Angaben zufolge auch Wasserwerfer eingesetzt, um die „Zusammenstöße zwischen der Bereitschaftspolizei und jungen Leuten, die Feuerwerkskörper auf sie werfen“ aufzulösen. Krawalle wurden aus mindestens sechs Städten gemeldet. Große Gruppen vorwiegend junger Leuten zögen randalierend durch die Stadtzentren, hieß es. Mehr als 70 Personen seien bereits festgenommen worden.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte verurteilte das Verhalten der Randalierer, die unter anderem Geschäfte plünderten, Autos und eine Coronavirus-Teststation in Brand setzten. Rutte sprach von „krimineller Gewalt“, die sich bei den Protesten in mehreren Städten Bahn gebrochen habe. Laut niederländischen Medienberichten nahm die Polizei rund 250 Teilnehmer der Proteste fest.

Eine Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 4.30 Uhr war am Samstag in den Niederlanden in Kraft getreten. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 95 Euro geahndet. Es ist die erste Ausgangssperre in dem EU-Land seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie soll zunächst bis zum 9. Februar in Kraft bleiben und bei der Eindämmung der besonders ansteckenden Coronavirus-Variante helfen, die zuerst in England festgestellt worden war. (Quelle: FAZ, twitter 26.01.21)


Brasilien: Gerichtliche Untersuchung gegen Gesundheitsminister

Der brasilianische Richter am Obersten Gerichtshof Ricardo Lewandowski hat nach einem Gerichtsdokument eine Untersuchung des Umgangs von Gesundheitsminister Eduardo Pazuello mit der Covid-19-Pandemie in der Stadt Manaus genehmigt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.Minister Pazuello hat fünf Tage Zeit, um gegenüber der Bundespolizei Stellung zu nehmen, sagt das Dokument.

Manaus im brasilianischen Bundesstaat Amazonas wurde von einer geradezu brutalen zweiten Welle schwer getroffen, die die Rettungsdienste in der Stadt an den Rand der Krise gebracht hat. Der Stadt ging der Sauerstoff aus und die Bundesregierung wurde aufgefordert, Lungenmaschinen aus dem ganzen Land zu fliegen, um die Menschen vor dem Ersticken zu bewahren.

Die Region ist inzwischen auch der Entstehungssort einer neuen Coronavirus-Variante mit ähnlichen Mutationen wie in Großbritannien und Südafrika, die nach Ansicht der Forscher viel infektsiöser sind. (Quelle: The Guardian, 25.01.21)


San Diego Zoo: Gorillas erholen sich von Infektion

Eine Gruppe von Gorillas in einem US-Zoo erholt sich von einem Ausbruch von Covid-19, der mehrere der acht Mitglieder der Gruppe krank machte, sagte der Zoo.

Die Gorillas erkrankten am 6. Januar, als zwei von ihnen zu husten begannen, heißt es in der Erklärung von San Diego Zoo Global. Die durchgeführten Tests zeigten, dass eine unbekannte Anzahl der Gorilla mit dem Corona-Virus infiziert war, wobei die Infektion wahrscheinlich über einen infizierten, aber asymptomatischen Zooangestellten entstanden war. Der Stamm, der sie infizierte, war „ein neuer, hoch ansteckender Stamm des Coronavirus, der kürzlich in Kalifornien identifiziert wurde“, hieß es. Nach der Diagnose wurden die Gorillas gemeinsam im Park unter Quarantäne gestellt.

Bei dem ältesten Gorilla, dem 48-jährigen Silberrücken Winston, wurden laut Zoo eine Lungenentzündung und eine Herzerkrankung diagnostiziert. Der Menscheaffe wurde mit Herzmedikamenten, Antibiotika und einer Antikörpertherapie gegen COVID-19 behandelt, die aus einer Versorgung stammte, die für den Menschen nicht zugelassen war.

Das Veterinärteam, das Winston behandelt hat, glaubt, dass die Antikörper möglicherweise zu seiner Fähigkeit beigetragen haben, das Virus zu überwinden “, sagte der Zoo. (Quelle: The Guardian, 25.01.21)


Brasilien 26.816 neue Coronavirus-Fälle und 627 Tote

Während Brasilien am Montag 26.816 Neuinfektionen und weitere 627 Tote meldete, hat sich ein brasilianisches Pharmaunternehmen mit der Gesundheitsbehörde Anvisa getroffen, um die Genehmigung für die Durchführung klinischer Phase-III-Studien mit dem russischen Impfstoff Sputnik V Covid-19 zu erhalten, den es in Brasilien zur nationalen Impfung und für den Export herstellen will.

União Química hat zuvor eine Ausnahmegenehmigung für die Notfallverwendung des Impfstoffs beantragt, der vom Moskauer Gamaleya-Institut hergestellt und vom Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) vermarktet wird. Anvisa benötigt Tests in Brasilien, um den Impfstoff vollständig zu registrieren, der bereits zur Impfung von Menschen in Argentinien verwendet wird.

„Wir haben keinen Zweifel, dass es genehmigt wird. Es ist nur eine Frage des Timings und der Erfüllung aller Anforderungen von Anvisa “, sagte Fernando Marques, CEO und Hauptinhaber von União Química. „Bis April werden voraussichtlich 8 Millionen Impfstoffe pro Monat hergestellt“, sagte er gegenüber Reportern.

Russland ist bereit, im ersten Quartal 10 Millionen fertige Dosen zu liefern, und kann mit dem Versand beginnen, sobald Anvisa grünes Licht für den Notfall verwendet, sagte Marques.


AstraZeneca-Impfstoff: „Kaum Wirkung bei Ü65“

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca hat Medienberichten zufolge eine vergleichsweise geringe Wirksamkeit bei Senioren und dürfte für sie keine Zulassung erhalten. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Kabinettskreise berichtete, zeigt das Mittel bei Über-65-jährigen eine Effektivität von acht Prozent.

Die „Bild“-Zeitung berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, dass die Wirksamkeit in dieser Gruppe unter zehn Prozent liege. Die Bundesregierung erwarte, dass der Konzern von der EU-Arzneimittelbehörde EMA daher nur eine Zulassung für Unter-65-jährige erhalten werde. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Schritt Freitag erfolgen wird, erste Lieferungen werden dann ab dem 15. Februar erwartet.

AstraZeneca wies inzwischen die Berichte über eine bis auf acht Prozent reduzierte Wirksamkeit bei Senioren zurück. Die Angaben seien „komplett falsch“, erklärte das Unternehmen.

Wie es am Abend nach einer ersten Runde der EU-Schaltkonferenz hieß, habe Astrazeneca kaum neue Informationen über den von der EU-Kommission heftig kritisierten Ausfall bei den Vakzinen geliefert. „Alle Mitgliedstaaten sind in ihrem Vertrauen in das Unternehmen zutiefst erschüttert“, hieß es aus der EU-Kommission.

(Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


Zusammenfassung am Abend

  • Großbritannien wird am Dienstag eine obligatorische Quarantäne für Reisende aus dem Ausland ankündigen, berichtete der Sender ITV, nachdem Premierminister Boris Johnson sagte, dass neue Coronavirus-Varianten eine Überprüfung des Grenzregimes nötig machen.
  • Die italienische Regierung hat am Montag ein formelles Mitteilungsschreiben an Pfizer geschickt, in dem sie das Pharmaunternehmen aufforderte, seine vertraglichen Verpflichtungen bezüglich der Lieferung von Covid-19-Impfstoffen einzuhalten.
  • Spanien hat eine Rekordzahl an Infektionen am vergangenen Wochenende verzeichnet. Zwischen Freitag und Montag wurden 93.822 Infektionen und 767 Todesfälle registriert. Die neuesten Statistiken, die das Gesundheitsministerium am Montag bekannt gab, machten das vergangene Wochenende zum schlimmsten der gesamten Pandemie. Die Anzahl der Fälle des Virus pro 100.000 Menschen in den letzten 14 Tagen stieg von 829 am Freitag auf 885 am Montag.
  • Am Montag kam es in mehreren Städten in den Niederlanden die dritte Nacht in Folge zu Ausschreitungen, die zunächst mit Protesten gegen die Entscheidung der Regierung verbunden waren, nachdem die bereits strenge Sperrung der Niederlande durch eine Ausgangssperre verlängert und ergänzt wurde.
  • Die Zahl der in Frankreich wegen CoViD-19 in Krakenhöäuser aufgenommenen Personen stieg in den letzten zwei Tagen um mehr als 1.000, ein seit dem 16. November nicht mehr gesehener Trend. Die Zahl der CoViD-19-Patienten auf Intensivstationen überstieg erstmals seit Dezember die Zahl von 3.000. Die Zahl der Covid-19-Todesopfer im Nachbarland stieg um 445 auf 73.494, den siebthöchsten der Welt, gegenüber 172 am Sonntag.
  • Die Menschen in Island werden bald Impfbescheinigungen erhalten, mit denen sie die Quarantäneanforderungen umgehen können. Die isländische Gesundheitsdirektion sagte am Montag, sie sei dabei, ein System für Isländer fertigzustellen, die vollständig geimpft wurden, um einen CoViD-19-Impfnachweis zu erhalten.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO berät das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die japanischen Behörden wegen der Durchführung der Olympischen Spiele in Tokio .
  • Laut Reuters hat Moderna bestätigt, dass sein CoViD-19-Impfstoff voraussichtlich vor den beiden neuen südafrikanischen und britischen Virusstämmen schützt.
  • Etwa 8,8% der weltweiten Arbeitszeit gingen im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie verloren, etwa viermal so viele wie in der Finanzkrise 2009, aber es gibt „vorläufige Anzeichen“ für eine Erholung, so die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). (Quelle: The Guardian, 25.01.21)

Biden erneuert Einreisestopp für Europäer

US-Präsident Joe Biden hat den Einreisestopp für Ausländer aus Europa erneuert. Die Maßnahme wurde zum Schutz vor einer neuen Variante des Coronavirus auch auf ausländische Reisende aus Südafrika ausgeweitet. „Der nationale Notstand, der durch den Coronavirus-Ausbruch in den Vereinigten Staaten verursacht wurde, stellt weiterhin eine ernste Bedrohung für unsere Gesundheit und Sicherheit dar“, heißt es in der von Biden unterzeichneten Proklamation.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, erklärte bei einer Pressekonferenz: „Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, um Einschränkungen des internationalen Reiseverkehrs aufzuheben.“ Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte vor etwa einer Woche ein Ende des Einreisestopps angeordnet. Bidens Team erklärte aber umgehend, dass die Beschränkungen für Reisende aus dem Schengen-Raum, aus Großbritannien, Irland und Brasilien nach dem Amtsantritt der neuen Regierung wieder eingeführt würden.

Für Personen aus den USA und anderen Risikogebieten gelten ebenfalls Beschränkungen, wenn sie in die EU einreisen wollen. In Deutschland wird bei einer Einreise aus den USA auch ein negativer Test verlangt. (Foto: CC s. Archiv v. 28.04.20; Quelle: ARD, 25.01.21)


EZB-Chefin Lagarde geht von Erholung der Wirtschaft aus

Das Jahr 2021 wird aus Sicht von EZB-Präsidentin Christine Lagarde trotz neuer Eindämmungsmaßnahmen und Unsicherheiten bei den Impfungen immer noch das Jahr der Erholung sein. „Die Fahrt scheint sich ein wenig zu verzögern sollte aber nicht entgleisen“, sagte Lagarde auf dem digitalen Davos-Forum. Die jüngsten Daten zur Euro-Zone legten allerdings nahe, dass die Wirtschaft im vierten Quartal geschrumpft sei. Das werde Auswirkungen auf das erste Quartal 2021 haben. Dies bedeute, dass die Fiskalpolitik immer noch eine dominante Rolle spielen und sehr aktiv sein müsse, sagte Lagarde.

Und die Geldpolitik müsse weiterhin dafür sorgen, dass die Finanzierungsbedingungen günstig bleiben. Das sei die erste Phase. Wenn dann die zweite Phase erreicht sei und sich die Wirtschaft wieder öffne, dann änderten sich auch die Herausforderungen. „Das wird sehr wahrscheinlich eine neue Ökonomie sein.“ Sowohl die Finanzpolitik als auch die Geldpolitik müssten aber nach wie vor Kurs halten und ihre Hilfen fortsetzen, sagte Lagarde. (Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


UN-Chef Guterres mahnt zu Eile bei Impfungen

UN-Generalsekretär António Guterres hat zur Eile bei der weltweiten Verteilung von Corona-Impfstoffen aufgerufen. „Wenn die Industrieländer glauben, dass sie in Sicherheit sind, wenn sie ihre eigenen Leute impfen und dabei die Entwicklungsländer vernachlässigen, liegen sie falsch“, sagte Guterres in einer Videorede beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF). „Es besteht jetzt die klare, reale Gefahr von Mutationen, die das Virus übertragbarer oder tödlicher oder resistenter gegen vorhandene Impfstoffe machen. Wir müssen schnell handeln.“

Die weltweiten Produktionskapazitäten der Mittel zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie müssten massiv ausgebaut werden und Lizenzen zur Verfügung gestellt werden, forderte Guterres weiter. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Impfstoffe auch in ärmeren Teilen der Erde erschwinglich sind. (Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


Kanzleramtschef Braun will Schuldenbremse länger aussetzen

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat angesichts der finanziellen Belastungen infolge der Corona-Krise gefordert, die Schuldenbremse für einen längeren Zeitraum auszusetzen. „Die Schuldenbremse ist in den kommenden Jahren auch bei ansonsten strenger Ausgabendisziplin nicht einzuhalten“, schreibt Braun in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“. (Quelle: ARD, 25.01.21)


Israelischer Dienstleister: Erste Impfergebnisse sehr ermutigend

Ein israelischer Gesundheitsdienstleister bezeichnet die ersten Ergebnisse der Pfizer/BioNTech-Impfungen als „sehr ermutigend“. Von etwa 128.600 Menschen, die beide Impfungen erhalten hätten, seien 20 später an Covid-19 erkrankt, teilt Maccabi unter Berufung auf eigene Experten mit. Das sind weniger als 0,02 Prozent. In Israel leben neun Millionen Menschen. Mehr als 2,6 Millionen von ihnen haben bislang eine Impfdosis erhalten und etwa 1,2 Millionen auch die zweite. (Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


Biden-Regierung will regelmäßig Corona-Pressekonferenzen geben

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden will dreimal pro Woche in Pressekonferenzen über die Corona-Pandemie informieren. Das erste Briefing finde am Mittwoch statt, kündigte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, an. Das Ziel sei, die Öffentlichkeit mit „klaren und richtigen Informationen“ zu versorgen.

Die Corona-Arbeitsgruppe der Vorgängerregierung hatte in der frühen Phase der Pandemie zunächst täglich Pressekonferenzen abgehalten, die Ex-Präsident Donald Trump oft überwiegend für sich beanspruchte. In den letzten Monaten von Trumps Präsidentschaft gab es diese Corona-Briefings nur noch äußerst selten und ohne Trumps Teilnahme. (Quelle: ARD, 25.01.21)


Moderna-Covid-19-Impfstoff schützt vor GB/SA-Mutationen – voraussichtlich.

Moderna teilte am Montag mit, sein COVID-19-Impfstoff habe in Labortests gegen neue Coronavirus-Varianten in Großbritannien und Südafrika virusneutralisierende Antikörper produziert.

Es wird erwartet, dass ein Zwei-Dosis-Regime des Moderna COVID-19-Impfstoffs vor neu auftretenden Stämmen schützt, die bisher nachgewiesen wurden, so das Unternehmen.

Moderna sagte jedoch, es würde in vorklinischen Studien einen Impfstoff-Booster gegen die südafrikanische Variante testen, um festzustellen, ob dies bei der Verstärkung von Antikörpern gegen die Variante und andere zukünftige Varianten wirksamer wäre.

(Quelle: The Guardian, 25.01.21)


Berlin: Großfamilie feiert Hochzeit

Am Sonntagabend beendete die Polizei die Hochzeitsfeier einer arabischstämmigen Familie in Berlin-Reinickendorf. Als die Einsatzkräfte gegen 18.45 Uhr die Wohnung betraten, stellten sie in den Räumen über 50 Personen fest. Ein Zeuge hatte zuvor in der Hechelstraße ein ständiges Kommen und Gehen aus einer Wohnung festgestellt und die Polizei gerufen.

Die Beamten nahmen die Personalien aller Anwesenden – 21 Frauen, 22 Männer und zwölf Kinder – auf, sie wurden wurden überprüft. Gegen die Erwachsenen wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Um die Hochzeit aufzulösen waren 60 Polizisten notwendig, der Einsatz dauerte zwei Stunden. Niemand leistete Widerstand gegen die Maßnahmen der Polizei.

Mit Abschluss der polizeilichen Maßnahmen gegen 20.45 Uhr mussten 37 Gäste die Wohnung verlassen. Sie erhielten Platzverweise. (Quelle: TSP, 25.01.21)


Gärtnereien sorgen sich um Millionen Blumen

Die Fachbetriebe fürchten, dass sie wegen des Lockdowns Millionen Blumen entsorgen müssen. Aktuell halten die Gärtnereien die Gewächshäuser kühl, um die Frühblüher im Wachstum zu bremsen.

Sollte der Lockdown länger anhalten, würden die Pflanzen aber eingehen und müssten vernichtet werden, so ein Sprecher der Landwirtschaftskammer in Oldenburg, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die ersten Frühlingsblüher könnten wegen des Lockdowns nicht verkauft werden, beklagt auch der Geschäftsführer eines Gartencenters in Visbek (Landkreis Vechta).

Außerdem befürchten die Gärtnereien und Floristen, dass es nach dem Lockdown zu Engpässen kommen könnte, wenn sämtliche Gartencenter ihre Regale mit den neuen Saisonpflanzen befüllen wollen. Dadurch könnten auch die Preise steigen. Die Branche fordert deshalb, dass die Baumärkte und Gartencenter wieder öffnen dürfen. (Quelle: NDR, 25.01.21)


Polen am Montag: 2.419 Neuinfektionen und 38 neue Tote

Die Gesamtzahl der Todesopfer im Land liegt jetzt bei 35.401, wobei insgesamt 1.478.119 Infektionen registriert wurden. Seit dem Donnerstag (21. Januar) sind die täglichen Infektionen zurückgegangen.

Das Gesundheitsministerium berichtete auch, dass 14.544 erkrankte in Krankenhäuser eingeliefert wurden, während 170.854 unter Quarantäne stehen. Seit die Regierung am 27. Dezember ihr nationales Impfprogramm gestartet hat, wurden nach Angaben auf der offiziellen Website der Regierung 707.474 Menschen in Polen gegen Covid-19 geimpft.

Gesundheitspersonal gehörte zu den ersten Geimpften, und am Freitag begann Polen mit der Impfung von Senioren über 80 Jahren.

Im Dezember hatte die Regierung angekündigt, dass Polen vom 28. Dezember bis 17. Januar in eine „nationale Quarantäne“ eintreten werde. Inzwischen wurden die Beschränkungen jedoch auf den 31. Januar verlängert. U.a. wurden Hotels, Skipisten, Einkaufszentren, Fitnessstudios und Schwimmbäder geschlossen. (Quelle: The Guardian, 25.01.21)


Indonesien weist russischen Social-Media-Star aus

Ein russischer Social-Media-Star mit Millionen von Anhängern ist aus Bali ausgewiesen und abgeschoben worden, nachdem er auf der indonesischen Ferieninsel eine Party abgehalten hatte, die gegen die Virenregeln verstieß. Das teilten die indonesischen Behörden am Montag mit.

Der 33-jährige Sergey Kosenko wurde am Sonntag in ein Flugzeug nach Moskau gesetzt und darf laut Nachrichtenagentur AFP für mindestens sechs Monate nicht zurückkehren.

„Wir haben administrative Maßnahmen gegen Sergey in Form einer Abschiebung ergriffen“, sagte der Justizminister von Bali, Jamaruli Manihuruk. Kosenko hat in seiner Heimat fast fünf Millionen Follower auf Instagram.

Einwanderungsbeamte gingen gegen ihn vor, nachdem er ein Video von einer Party gepostet hatte, die er diesen Monat in einem Hotel auf Bali abgehalten hatte und die gegen die Gesundheitsregeln verstieß, die große Versammlungen verbieten. Trotz des Verbots waren mehr als 50 Personen anwesend.

Kosenko habe sein Besuchervisum auch missbraucht, indem er auf der Insel Geschäfte gemacht habe, fügten die Verantwortlichen hinzu.

Kosenko stammt aus Smolensk, einer Stadt westlich der russischen Hauptstadt, bezeichnete laut seinen sozialen Medien seine Deportation als „empörend“. „Wenn in Russland das Gesetz nicht so funktioniert, wie es sollte, gibt es hier überhaupt kein Gesetz“, schrieb Kosenko. „Es gibt keine Unschuldsvermutung – sie deportieren dich einfach.“ (Quelle: The Guardian, 25.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Montag, den 25. Januar, hat das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) 457 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 15 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.986.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken und liegt in Niedersachsen jetzt bei 88,6 Fällen je 100.000 Einwohner. Nach dem Wochenende fallen die Zahlen in der Regel niedriger aus, weil es über die freien Tage zu Verzögerungen in den Meldeketten der Labore und Gesundheitsämter kommt. (Quelle: NDR, 25.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 25.01.2021, 08:30 Uhr

Fünf Menschen im Landkreis Emsland sind seit Freitag an CoViD-19 gestorben – eine/r in Lingen, je zwei in Meppen und Papenburg. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit 108 (+5).

Durch 95 Neuinfektionen seit Freitag beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.386 (+95). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.841 Personen (+139) deutlich gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 437 (-49) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne befindlichen Kontaktpersonen ist auf 932 gesunken.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 89,3 (= +292 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Inzidenz-Wert bei 69,3 (+95 Neuinfektionen in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 11 (+1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 5 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig zwei (+1) CoVid-19-Erkrankter intensivmedizinisch versorgt, einer von ihnen wird invasiv beatmet.

In der Stadt Lingen (Ems) ist ein/e CoViD-19-Erkrankte/r gestorben. Insgesamt sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 796 Menschen (+17) erkrankt. 736 (+8) von ihnen gelten als genesen. Bei 15 (+1) Pandemie-Toten führt dies in der Summe zu aktuell 45 (+8) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 206 184 2 20
Einheitsgemeinde Emsbüren 150 146 0 4
Samtgemeinde Freren 372 351 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 239 222 2 15
Stadt Haren (Ems) 370 360 1 9
Stadt Haselünne 298 284 4 10
Samtgemeinde Herzlake 203 182 4 17
Samtgemeinde Lathen 269 262 0 7
Samtgemeinde Lengerich 131 123 1 7
Stadt Lingen (Ems) 796 (+17) 736 (+8) 15 (+1) 45
Stadt Meppen 703 619 14 (+2) 70
Samtgemeinde Nordhümmling 229 207 1 21
Stadt Papenburg 922 799 18 (+2) 105
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 50 41 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 109 103 3 3
Samtgemeinde Sögel 453 426 1 26
Samtgemeinde Spelle 323 295 13 15
Einheitsgemeinde Twist 142 135 2 5
Samtgemeinde Werlte 421 366 11 44
Gesamt* 6.386 (+95) 5.841 (+139) 108 (+5)
Aktuelle Covid-19-Fälle 437 (-49)

Was ab heute (25.01.) in Niedersachsen gilt

Erneut wurde die sog. Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen überarbeitet. Längst sind aber die von weltfremd erscheinenden Verwaltungsbeamten formulierten Regeln dieser Verordnung so kompliziert, dass sie kaum mehr jemand versteht.

Die NOZ hat die neuen und alten Vorschriften jetzt verständlich zusammengefasst. Eine Übersicht.


Enschede: Randalierer gegen Krankenhaus

Der Enscheder Krankenhausleiter Jan den Boon hat kein gutes Wort für die Demonstranten und Randalierer übrig, die am Sonntagabend eine einschüchternde Atmosphäre rund um das Medisch Spectrum Twente (MST) in Enschede geschaffen haben: „Ich finde es schrecklich“.

Nach der Zerstörung von Geschäften zogen Demonstranten gegen die Ausgangssperre und Randalierer am Sonntagabend vor das MST-Krankenhaus am Enscheder Koningsplein. „So wie sie die Geschäfte angegriffen haben, haben sie auch unser Krankenhaus angegriffen“, sagt Den Boon, Mitglied des Verwaltungsrates. Es musste zusätzliches Sicherheitspersonal aktiviert werden, die in den bedrohlichsten Momenten an den Eingängen stand. Gerüchte, dass Fenster eingeschlagen und Feuerwerkskörper in die Notaufnahme geworfen worden wären, erwiesen sich als falsch. Es war letztlich nicht nötig, die Zugänge des Krankenhauses zu schließen und zu verbarrikadieren.

Aber die Atmosphäre war so einschüchternd, dass der Leiter des Dienstes die Polizei kontaktierte. Laut Den Boon gab es im Krankenhaus selbst keine Angst. Es gab jedoch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Mitarbeiter während des Wechsels von der Abend- zur Nachtschicht.

Den Boon kann nicht sagen, wie bewusst beschlossen wurde, ins Krankenhaus zu gehen. Er spricht von einer klaren Aggression gegenüber dem MST. „So wie die Geschäfte angegriffen werden, ist auch das Krankenhaus angegriffen. Ich denke nicht, dass es zweckmäßiger war. Die Rettungsdienste und die Polizei werden angegriffen und in diesem Trend ist jetzt das Krankenhaus an der Reihe “, analysiert er.

„Es ist dasselbe und ich finde das traurig. Es ist schrecklich. Wir kämpfen alle. Ich verstehe auch, dass Menschen sich unwohl fühlen. Aber um dies zum Ausdruck zu bringen, indem man alles zerstört und uns angreift, ist das nicht zu verstehen. Nur wenn wir alle gemeinsam Verantwortung übernehmen, kommen wir aus dieser Krise heraus “, sagt Den Boon.

Am Montag wird der Klinikchef intern untersuchen, wie alle auf die angespannte Situation reagiert haben, um zu beurteilen, ob zusätzliche interne Kommunikation erforderlich ist. Er überlässt den Umgang mit Randalierern und die Erklärung ihrer Motive gerne den zuständigen Behörde. „Ich möchte sie nicht größer machen als sie sind.“

Ihm zufolge sind auch verletzte Randalierer weiterhin zur Behandlung im Krankenhaus willkommen. „Da unterscheiden wir nicht zwischen Menschen.“
(Quelle: Tubantia, 25.01.21)


Alleinstehende Ältere vor Hürden auf dem Weg zur Impfung

Viele Senioren im Deutschland sehen sich derzeit auf dem Weg zu einer Corona-Impfung vor mehreren Hürden. Während Menschen über 80 Jahren in Alten- und Pflegeheimen von Impfteams aufgesucht werden, müssen sich Ältere, die zu Hause leben, selbst um eine Impfung kümmern. Die Terminvergabe ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Mit der Anmeldung über ein Onlineportal sind Ältere oft überfordert, Telefonhotlines waren zum Start in mehreren Ländern überlastet.

Zudem gibt es bislang noch nicht in allen Ländern die Möglichkeit, sich in einem Impfzentrum impfen zu lassen. So sind etwa in Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen frühestens ab dem 1. Februar Impfungen in den Zentren geplant. In Ländern wie Baden-Württemberg, wo Impfungen in großen Impfzentren bereits zum Jahreswechsel möglich wurden, gab es Probleme mit der telefonischen Anmeldung. Zudem wurde der Start der rund 50 Kreisimpfzentren wegen des Mangels an Impfstoff verschoben.

Ein weiteres Problem bleibt für viele über 80-Jährige mit eingeschränkter Mobilität der Weg zum Impfzentrum. Auch eine mögliche Infektion bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln schreckt viele Ältere und ist dennoch für sie oftmals die einzige verfügbare Möglichkeit. Eine Kostenübernahme für eine Taxifahrt zum Impfzentrum und wieder nach Hause, wie etwa in Berlin, gibt es in den wenigsten Ländern. Impfungen zu Hause werden derzeit nicht angeboten. In Mecklenburg-Vorpommern gab es bereits erste Impfungen bei Hausärzten.

(Quelle: ARD, 25.01.21)


Tschechien: Ärger über verschärfte deutsche Testpflicht für Grenzgänger

Die verschärften deutschen Einreiseregeln für Berufspendler aus Tschechien stoßen im Nachbarland auf Kritik. Seit Sonntag müssen die Grenzgänger bei jeder Fahrt in die Bundesrepublik einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Hintergrund ist die Einstufung Tschechiens als Hochrisikogebiet. Nur in Sachsen genügen zwei Tests pro Woche.

Den grenzüberschreitenden Arbeitskräften und ihren Familien werde das Leben erschwert, sagte Jan Triska von der tschechischen Pendlervereinigung (APCR). Wer es sich leisten könne, werde sich nach einer neuen Arbeit in Tschechien umsehen. Für viele gehe es indes um ihre Existenz. „Die Unsicherheit ist wahnsinnig groß“, sagte Triska. Viele seien der Ansicht, dass die Verschärfung politisch motiviert sei. „Die Politiker in Deutschland schieben die ungünstige Corona-Lage auf die Pendler, auf die Tschechen, auch wenn es dafür keine relevanten Daten gibt“, sagte der Vertreter der Interessengruppe.

Nach Schätzungen fahren 35.000 bis 60.000 Tschechen regelmäßig zur Arbeit nach Deutschland. Auf ein anderes Problem machte der Präsident der Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary), Petr Kulhanek, im Fernsehsender CT aufmerksam. Die Forderung, die Pendler alle 48 Stunden neu zu testen, sei eine „enorme Belastung“ für das Corona-Testsystem. Es drohe, dass echte Verdachtsfälle keinen Termin mehr für einen Test auf das Virus Sars-CoV-2 bekommen würden. (Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


EU-Impfkampagne gerät zunehmend in die Kritik

Es läuft nicht rund bei der Impfkampagne in der EU. Erst musste der Hersteller Biontech/Pfizer einen Engpass bei der Produktion der Vakzine vermelden, und jetzt kann das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca im ersten Vierteljahr offenbar viel weniger Impfdosen an die 27 EU-Staaten liefern als ursprünglich geplant. Der vorübergehende Ausfall ist für die EU aus zwei Gründen besonders bitter: Zum einen, weil Astrazeneca genau der Konzern ist, auf den die Gemeinschaft bei den Verhandlungen im vergangenen Jahr in erster Linie gesetzt hat und mit dem Brüssel bei der Impfstoffbestellung noch vor allen anderen Firmen handelseinig wurde.

Und zum anderen, weil das Vakzin weniger aufwändig gekühlt werden muss und von daher eine geringere Impf-Logistik erfordert. Vor allem in den ost- und südeuropäischen Mitgliedstaaten wird dieser Vorteil geschätzt. Das Unternehmen wird nun bei dem Treffen mit dem Brüsseler Lenkungsausschuss zur Impfstrategie, das an diesem Montag geplant ist, einiges zu erklären haben. Dazu zählt die Frage, wo die Impfdosen sind, zu deren Vorproduktion sich das Unternehmen gegenüber der EU verpflichtet hat. Schließlich nahm Astrazeneca nach dem Abschluss des Vorvertrages mit Brüssel eine Anzahlung in dreistelliger Millionenhöhe entgegen, die das Risiko des Zulassungsverfahrens abdeckte.

Und es gibt auch zwei Gründe, warum der Ausfall bei Astrazeneca politisch besonders brisant ist: Falls das Unternehmen nur die geplanten Lieferungen an die EU kappt, nicht aber die Versorgung der Menschen in Großbritannien, dann wird es in Brüssel eine derartige Ungleichbehandlung kaum rechtfertigen können. Und zum anderen hängt in Deutschland das Versprechen der Kanzlerin, dass bis Ende September (!) alle ein Impfangebot erhalten sollen, auch an der Zuverlässigkeit des Herstellers. (Quelle: TSP, 25.01.21)


Lauterbach: Brauchen „sehr harten Lockdown“

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht davon aus, dass die bislang vor allem in Großbritannien verbreitete Mutation des Coronavirus auch in Deutschland zur dominanten Form werden wird. „Wir sehen ja momentan, dass wir jetzt in mehreren Krankenhäusern auch schon mit der Mutante zu tun haben. Das heißt, das ist bei uns im Land angekommen, und deshalb wird sie irgendwann so wie in anderen Ländern auch dann die Führung übernehmen und wird Probleme machen“, sagte Braun in der ARD-Talkshow „Anne Will“. „Da bin ich sehr sicher“, ergänzte er auf Nachfrage.

Umso wichtiger sei es nun, die Infektionszahlen „sehr stark“ zu senken und damit eine weiteren Verbreitung der Mutation die Grundlage zu entziehen, fügte Braun hinzu. „Wir wollen sie so lange wie möglich aus dem Land raushalten und da, wo sie schon ist, eben sehr niedrig halten. Das wird man auf Dauer nicht schaffen“, sagte Braun.

Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Ob sie auch tödlicher ist, lässt sich bislang nicht gesichert sagen. Auch in Brasilien und Südafrika kursieren Virus-Mutationen mit wohl besonderem Risiko.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte dazu: „Man muss davon ausgehen, dass auf einen Monat betrachtet diese drei Varianten sechs- bis achtfach so ansteckend sind. Und wenn ich dann die jetzigen Zahlen hochrechne, dann bin ich schnell bei dem Szenario, das Christian Drosten vorgerechnet hat.“

Der Virologe hatte im „Spiegel“ mit mim schlimmsten Fall 100.000 Neuinfektionen pro Tag bei einem zu frühen Lockdown-Ende gerechnet. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war bislang mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Seitdem sind die Zahlen deutlich gesunken.

Lauterbach warnte: „Wir werden einen sehr harten und sehr gut funktionierenden Lockdown brauchen, weil die neuen Varianten von einem ganz anderen Kaliber sind. Die haben noch einmal ein ganz anderes Bedrohungspotenzial.“ Lauterbach geht – genau wie Drosten – nicht davon aus, dass der Sommer die Ausbreitung des Virus weitgehend stoppen wird. (Quelle: TSP, 25.01.21)


Deutschland-Zahlen – Indizwert unverändert

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6.729 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober. Außerdem wurden 217 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Vergangenen Montag hatte das RKI 7.141 Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings sind die Daten aus Rheinland-Pfalz zu diesem Zeitpunkt nur unvollständig übermittelt worden. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen zudem meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 111,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. (Quelle: RKI, 25.01.21)


Neuseeland: Erste Infektion seit Monaten

In Neuseeland haben die Behörden erstmals seit Monaten wieder eine Corona-Infektion verzeichnet. Betroffen sei eine 56-Jährige, die am 30. Dezember von einer Auslandsreise zurückgekehrt sei, teilt die Regierung mit. Während der zweiwöchigen Zwangsquarantäne sei die Frau zunächst zwei Mal negativ getestet worden. Doch nach der Quarantäne sei bei einem weiteren Test die südafrikanische Variante des Virus nachgewiesen worden. 15 engere Kontaktpersonen seien identifiziert und kontaktiert worden. Ihr Ehemann sei negativ getestet worden. (Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


Frust über Probleme im US-Impfprogramm

Der Kandidat von US-Präsident Joe Biden für das Gesundheitsministerium, Xavier Becerra, hat sich frustriert über Schwierigkeiten bei den Corona-Impfungen gezeigt. „Das ist nicht Amerika“, erklärte er mit Blick auf lange Wartezeiten, gecancelte Impftermine und regionale Engpässe bei den Impfstoff-Vorräten. So solle man jene, die verletzlich seien, nicht behandeln, sagte er dem Nachrichtensender CNN. Einen Zeitplan, wann alle Amerikaner, die dies wollten, geimpft werden könnten, könne er noch nicht anbieten, sagte Becerra. Als Gesundheitsminister soll er nach der Bestätigung durch den US-Senat die Federführung im Kampf gegen die Pandemie übernehmen.

Biden hatte angekündigt, dass in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit 100 Millionen Impfungen verabreicht werden. (Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


China: Leichter Anstieg bei Zahl der Neuinfektionen

China meldet 124 Neuinfektionen nach 80 einen Tag zuvor. 67 der neu hinzugekommenen Fälle wurden in der nordöstlichen Provinz Jilin verzeichnet, wie aus offiziellen Daten hervorgeht. (Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


Mexikanischer Präsident an Corona erkrankt

Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe leichte Symptome, erklärte er. Die mexikanische Regierung hat in der Pandemie bislang weitgehend auf Einschränkungen verzichtet und etwa die Grenzen nicht geschlossen. López Obrador hat die Gefahr durch das Virus immer wieder heruntergespielt. (Quelle: Tagesschau, 25.01.21)


KMK-Vorsitzende spekuliert über „Schulöffnungen Anfang Februar“

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, hält erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich. „Sicher nicht vollständig“, schränkte die brandenburgische Bildungsministerin in der „Rheinischen Post“ ein. „Aber ich halte das bei entsprechender Infektionslage beispielsweise mit Wechselunterricht für möglich. Allerdings kann das anfangs auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten.“ Distanzunterricht über einen langen Zeitraum tue insbesondere den Grundschulkindern nicht gut. „Kein Land sollte auf ein anderes warten müssen, um seine Schulen zu öffnen“, sagte die SPD-Politikerin und verwies auf ein sehr unterschiedliches Infektionsgeschehen in den Bundesländern.

Zur Frage, ob Abschlüssen während der Corona-Pandemie ein Makel haften bleiben könnte, sagte Ernst: „Diese Absolventen werden es sein, die unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen einen Abschluss gemacht haben. Sie haben gelernt, noch eigenverantwortlicher zu arbeiten. Das wird ihnen im späteren Leben sogar helfen. Und ich hoffe, dass auch die Personalabteilungen in diesem Meistern der Krise einen besonderen Wert potenzieller Bewerberinnen und Bewerber erkennen werden.“ Ein Abschlusszeugnis der Jahre 2020 und 2021 könne künftig als besondere Auszeichnung gelten, nicht als Makel. Die SPD-Politikerin sprach sich im Interview mit der Zeitung zudem für Lernangebote in den Sommerferien aus. „Das finde ich sehr wichtig. In den Sommerferien sollten Schulen Angebote machen, auch um Lernstoff nachzuholen, der im Distanzunterricht auf der Strecke blieb. Das hat es ja auch im letzten Jahr schon in vielen Bundesländern gegeben“, sagte Ernst.

(Quelle: ARD, 25.01.21)


US-Dollar stabilisiert sich

Der US-Dollar stabilisierte sich am Montag nach einem jüngsten Rückgang, weil neue Sorgen über das Coronavirus und die Weltwirtschaft die Anleger dazu veranlasst haben, an der „Währung des sicheren Hafens“ festzuhalten, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Analysten erwarten jedoch, dass der Dollar wieder schwächer werden könnte, wenn die US-Notenbank „Fed“ ihr Engagement für eine äußerst akkommodierende Geldpolitik auf ihrer Zinssitzung im Laufe dieser Woche bekräftigt – wie allgemein erwartet.

(Quelle: The Guardian, 25.01.21)


Türkei: Traurige Bilanz

Mehr als 25 000 Menschen sind in der Türkei an oder mit dem Coronavirus gestorben. Das gab das Gesundheitsministerium in Ankara bekannt. Seit der ersten bekannten Infektion am 11. März 2020 hat das Land mehr als 2,4 Millionen Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 gezählt. Am 14. Januar startete die Türkei ein Impfprogramm. Bislang erhielten mehr als 1,2 Millionen Menschen nach Angaben von Gesundheitsminister Fahrettin Koca eine erste Dosis des chinesischen Sinovac-Impfstoffs.

Im Dezember hatte die Regierung wieder Restriktionen wie Lockdowns an Wochenenden und Ausgangsbeschränkungen abends auch unter der Woche eingeführt, um einer zweiten Infektionswelle entgegenzuwirken. Restaurants und Cafés dürfen Lebensmittel nur noch liefern oder zur Abholung anbieten, Hochzeiten und Beerdigungen sind auf eine Teilnehmerzahl von 30 Personen beschränkt. (Quelle: ARD, 25.01.21)


Enschede: Randale nach Demonstration

Eine Demonstration gegen die Ausgangssperre in Enschede (Provinz Overijssel) ist am Sonntagabend außer Kontrolle geraten. Rund 150 bis 200 Menschen versammelten sich auf dem Oude Markt, um einen „Marsch für die Freiheit“ abzuhalten. Die Situation eskalierte schnell. Feuerwerk wurde gezündet, Straßenmöbel und Fahrräder wurden geworfen.

Fünfzig Polizisten waren im Einsatz, darunter dreißig Bereitschaftspolizisten. Die Polizei berichtet, dass Beamte mit Steinen, Eiern und Golfbällen beworfen wurden. Am Ende verhaftete die Polizei zwischen 20 und 30 der Randalierer. Sie wurden in die Polizeiwachen in Enschede, Hengelo und Borne verlegt.

Die Unruhen begannen nach einem Aufruf in sozialen Medien, in möglichst großer Zahl ins Zentrum von Enschede zu kommen. Ungefähr 150 bis 200 Personen, darunter eine große Anzahl von Zuschauern, folgten diesem Anruf, obwohl es keine Erlaubnis für eine Demonstration gab.

Die Atmosphäre in der Innenstadt von Enschede wurde schnell aggressiver. Die Polizei und die Bereitschaftspolizei waren mit mehreren Männern und Autos vor Ort. Die Randalierer zündeten vielfach Feuerwerkskörper. Eines der Feuerwerksprojektile explodierte unter einem mit Beamten besetzten Polizeiauto. Feuerwerkskörper wurden auch an verschiedenen anderen Orten in der Stadt gezündet. Die Demonstranten sangen auch Protestlieder, die sich unter anderem an Premierminister Mark Rutte richteten. Eine Reihe von Demonstranten rief „Diktatur, Diktatur“.

Als um 21 Uhr die Kirchenglocken läuteten und die allgemeine Ausgangssperre begann, kam von den Demonstranten ein Jubel. Die Gruppe bewegte sich langsam durch die Stadt in Richtung Van Heekplein. Dabei warfen sie mit verschiedenen Gegenständen. Straßenmöbel mussten unter anderem leiden. Schaufenster des Süßwarenladens Jamin und des Juweliers Gruyter wurden eingeschlagen. Später am Abend wurde versucht, Fenster des MST-Krankenhauses einzuschlagen.

Zwölf Bereitschaftspolizisten und weitere Polizisten mit Hunden waren bereit, auf dem van Heekplein einzugreifen. Die Demonstranten verzogen sich dann aber. Einige von ihnen zogen in das ANWB-Gebäude in Kuipersdijk. Von den Balkonen entlang der Straße forderten besorgte Anwohner die Beamten auf, die Randalierer einzusperren.

Ein Polizeisprecher sagte am späten Sonntagabend zu dem Eindruck, dass anfangs zu wenige Beamte vor Ort waren und die Polizei die Zahl der Demonstranten möglicherweise unterschätzt habe: „Wir haben mit der üblichen Taktik gearbeitet. Zunächst haben wir uns die Situation angesehen. Wir werden nur so handeln. Aber nehmen Sie einfach an, dass wir gut informiert waren. “

Ein Unternehmer aus der Raadhuisstraat hatte nach den Schäden bei Jamin und Juwelier Gruyter kein gutes Wort für die Randalierer. „Es ist in Ordnung, wenn sie demonstrieren, aber dann macht es normal.“ Dem Besitzer von Jamin wurden Bilder von mehreren Personen angeboten, die die Randalierer zeigten.

Gegen 22 Uhr hatten sich die Dinge etwas beruhigt. Es waren jedoch immer noch viele Polizisten auf den Beinen, um im Stadtzentrum zu patrouillieren.

Update:
Niederländische Politiker verurteilten inzwischen die Gewalt. Dies habe nichts mit legitimen politischen Demonstrationen zu tun, erklärte Justizminister Ferd Grapperhaus. „Das ist schlicht kriminelles Verhalten.“

Zuvor hatte die Polizei bereits in Amsterdam und Eindhoven mit Wasserwerfern verbotene Demonstrationen beendet. Hunderte Demonstranten hatten nach Polizeiangaben gegen die Corona-Maßnahmen protestiert und die Polizei mit Feuerwerkskörpern und Steinwürfen angegriffen.

In Eindhoven wurden Geschäfte geplündert und Brände gelegt. Mehr als 30 Menschen festgenommen.Der Bürgermeister von Eindhoven, John Jorritsma, äußerte sich in drastischen Worten über die Eskalation der Proteste. Wenn die Lage sich weiter derart entwickle, „bewegen wir uns auf einen Bürgerkrieg zu“, sagte er vor Journalisten.

In Amsterdam ging die Polizei mit Pferden, Hunden und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Wasserwerfer waren im Einsatz. Allein in Amsterdam gab es etwa 170 Festnahmen.

(Quelle: Tubantia, TSP, 24./25.01.21)


USA-Zahlen etc.

Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) meldeten am Sonntag 24.876.261 Fälle des neuen Coronavirus, ein Anstieg von 171.844 gegenüber der vorherigen Zählung, und sagten, die Zahl der Todesfälle sei um 3.414 auf 416.010 gestiegen.

Präsident Joe Biden wird den meisten Nicht-US-Bürgern, die kürzlich in Südafrika waren, ab Samstag die Einreise in die USA verbieten, um die Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante einzudämmen. Das teilten Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens mit.

Biden wird auch ein Reiseverbot für fast alle Nicht-US-Passagiere einführen, die in Brasilien, Großbritannien, Irland und 26 Ländern in Europa waren und das Reisen über offene Grenzen erlauben.

Eine Reihe weiterer Reisebeschränkungen wird ebenfalls in dieser Woche in Kraft treten. Auf Anordnung des Leiters des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind Masken für alle Flugzeuge, Fähren, Züge, U-Bahnen, Busse, Taxis und Mitfahrgelegenheiten erforderlich. Fahrzeuge teilen, sagten Beamte.

Am Dienstag treten neue CDC-Regeln in Kraft, nach denen alle internationalen Flugreisenden ab zwei Jahren einen negativen Coronavirus-Test vorlegen müssen, der innerhalb von drei Kalendertagen nach der Reise durchgeführt wurde, oder einen Nachweis über die Genesung von Covid-19 zur Einreise in die USA vorlegen müssen.

CDC-Offizielle sagten, man werde bei Bedarf im Einzelfall humanitäre Ausnahmen für einzelne Reisende in Betracht ziehen. Die CDC-Verordnung legt fest, dass sich Reisende nach ihrer Rückkehr in die USA sieben Tage lang unter Quarantäne stellen und innerhalb von drei bis fünf Tagen nach ihrer Rückkehr einen neuen Covid-Test absolvieren sollten. (Quelle: The Guardian, 24.01.21)


Vitamin D hilft offensichtlich

Nachdem in wissenschaftlichen Berichten veröffentlichte Forschungsergebnisse eine „beeindruckende lineare Korrelation“ zwischen dem Breitengrad der europäischen Länder und dem Datum ihres Covid-Anstiegs im Herbst gezeigt und auf den Vitamin-D-Spiegel als einen beitragenden Faktor hingewiesen haben, gibt es Forderungen, Mängel des Sonnenschein-Nährstoffs rasch zu beheben der Kontinent.

Jon Rhodes, emeritierter Professor für Medizin an der Universität von Liverpool, sagte: „Diese Studie bestätigt frühere Berichte, die Zusammenhänge zwischen dem Covid-19-Risiko und dem Breitengrad zeigen, und dies passt zu seiner offensichtlichen Saisonalität. Das Risiko, an Covid-19 zu sterben, korreliert mit ethnischer Zugehörigkeit, Fettleibigkeit und auch mit dem Mangel an Sonnenlicht / ultravioletter Exposition – sei es als Folge des Breitengrads, der Jahreszeit oder der Institutionalisierung. Alle diese Faktoren sind stark mit einem Vitamin-D-Mangel verbunden.“

„Vitamin D-Mangel beeinträchtigt die Immunfunktion und eine kürzlich durchgeführte Studie hat gezeigt, dass dies durch tägliche Supplementierung leicht korrigiert werden kann. Ärzte, von denen viele selbst Vitamin-D-Präparate einnehmen, wissen, dass placebokontrollierte Interventionsstudien nicht die einzige Form nützlicher wissenschaftlicher Beweise sind – Rauchen und Lungenkrebs sind ein klassisches Beispiel.“

„Wir wissen, dass etwa die Hälfte der britischen Bevölkerung wahrscheinlich einen Vitamin-D-Mangel hat. Es ist äußerst dumm, während der Pandemie nicht auf eine tägliche Vitamin-D-Supplementierung für alle zu drängen – es ist sehr billig und sicher, schadet im schlimmsten Fall nicht und kann im besten Fall für viele lebensrettend sein.“

Der Autor der Studie, Stephan Walrand von Cliniques Universitaires, dem größten Krankenhaus in Brüssel, Belgien, schrieb in dem Artikel:

„Wie bereits aus früheren Korrelationsstudien hervorgeht, sollte eine niedrige [Vitamin D] -Konzentration als Faktor für den Schweregrad von Covid-19 angesehen werden. Europa und die nördlichen USA beginnen diesen Herbst mit einer langen CoViD-19-Krise, da sie erst Ende März 2021 wieder auf ein Niveau über der UV-Tagesdosis der Oktobersonne zurückkehren werden. Maßnahmen zur Verringerung der Schwere der Pandemie im kommenden Winter durch kontrollierte Maßnahmen Eine vorbeugende Vitamin-D-Supplementierung sollte in Betracht gezogen werden.

Ein Diagramm aus der Studie zeigt keine Korrelation zwischen Temperatur oder Luftfeuchtigkeit und Covid-Anstiegsdaten, sondern eine starke Beziehung zum Breitengrad.
Ein Diagramm aus der Studie zeigt keine Korrelation zwischen Temperatur oder Luftfeuchtigkeit und Covid-Anstiegsdaten, sondern eine starke Beziehung zum Breitengrad.

Die Forschung, die auf einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin D-Spiegeln und den schlechtesten Covid-Ergebnissen hinweist, nimmt zu. Es gibt viele Dutzend Beobachtungsstudien aus der ganzen Welt, die solche Hinweise geben, zusammen mit einer randomisierten Kontrollstudie („RCT“) aus Andalusien, Spanien.

In der Anfang September durchgeführten Studie erhielten 50 Patienten mit Covid-19 eine hohe Dosis Vitamin D, während weitere 26 Patienten den Nährstoff nicht erhielten. Die Hälfte der Patienten, denen kein Vitamin D verabreicht wurde, musste auf die Intensivstation gebracht werden, zwei starben später. Nur ein Patient, der Vitamin D erhielt, musste auf der Intensivstation aufgenommen werden. Später wurden sie ohne weitere Komplikationen freigelassen.

Die Forscher führen jetzt eine viel größere Studie in einer Reihe von Krankenhäusern durch. In der Zwischenzeit werden in den kommenden Wochen Ergebnisse eines großen französischen Prozesses erwartet, der Berichten zufolge von der französischen Regierung im Dezember als „nationale Forschungspriorität“ bezeichnet wurde. (Grafik: Vitamin D-Struktur; Quelle: The Guardian, 24.01.21)


Fauci : Mehr als 100 Millionen Impfungen in 100 Tagen Biden-Präsidentschaft

Neuer Präsident, neue Strategie: Bisher hat Joe Biden, davon gesprochen, in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit 100 Millionen Menschen eine Corona-Impfung zu ermöglichen. Der oberste amerikanische Virologe, Anthony Fauci, betonte am Sonntag, dass dies ein Mindestziel sei, dass übertroffen werden könnte. „Das ist der Boden, nicht die Decke“, sagte Fauci im TV-Sender CBS.

Die Zahl wurde zum Teil als nicht ambitioniert genug kritisiert, nachdem die Trump-Regierung ein schnelleres Tempo versprochen hatte. Die Trump-Regierung hatte die Verfügbarkeit der Impfstoffe für alle im Sommer in Aussicht gestellt. Daran gibt es aber inzwischen Zweifel. Bisher wurden erst rund 20 Millionen Amerikaner geimpft, nur gut drei Millionen von ihnen bekamen bereits beide Impfdosen. Dabei wurde in einigen Bundesstaaten weniger als die Hälfte der dorthin gelieferten Impfdosen eingesetzt.

Gesundheitsminister Xavier Becerra hat den einzelnen US-Bundesstaaten gleichzeitig mehr Unterstützung aus Washington versprochen. „Man kann den Bundesstaaten nicht einfach sagen: Hier ist der Impfstoff, hier sind Masken, jetzt legt los“, sagte Becerra am Sonntag im Nachrichtensender CNN. Becerra ließ auf wiederholte Nachfragen offen, wann jeder Amerikaner die Möglichkeit haben werde, eine Corona-Impfung zu bekommen. Das hänge unter anderem von der Koordination zwischen örtlichen und zentralen Behörden ab – und er wolle erst einen Termin nennen, wenn dieser verlässlich feststehe. „Das Flugzeug ist im Sturzflug – und wir müssen es hochreißen. Das wird nicht über Nacht passieren“, sagte Becerra. (Quelle: FAZ, 24.01.21)


Frankreich vor 3. Lockdown?

Kommt in Frankreich der dritte Lockdown? Dem französischen Gesundheitsminister Olivier Véran zufolge ja – zumindest, wenn die gegenwärtigen Beschränkungen nicht ausreichen, um die Inzidenzzahlen weiter nach unten zu drücken. Derzeit gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre ab 18 Uhr, seit dem heutigen Sonntag gibt es zudem verschärfte Einreisebeschränkungen. Demnach müssen Menschen, die auf dem Luft- oder dem Seeweg aus anderen EU-Ländern einreisen, nun mit einem PCR-Test, nachweisen, dass sie keine Corona-Infektion haben. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Für Einreisen auf dem Landweg, etwa bei Pendlern, gilt weiterhin keine Testpflicht.

Auch Regierungssprecher Gabriel Attal sagte dem Sender France 3, alle Szenarien lägen „auf dem Tisch“. „Die nächsten Tage werden entscheidend sein“, fügte er hinzu. Mehrere Infektiologen äußerten die Einschätzung, dass ein dritter Lockdown in Frankreich nach denen von März bis Mai sowie von Oktober bis Dezember unvermeidlich sei. Hinzukommt, dass auch Frankreich derzeit mit Schwierigkeiten beim Impfen zu kämpfen hat. Bis Samstag erhielten eine Million Menschen im Land mindestens eine der zwei benötigten Impfdosen, wie Premierminister Jean Castex mitteilte – zum Vergleich: In Deutschland waren es bislang 1,5 Millionen.

Erst am Samstag teilte das französische Gesundheitsministerium mit, dass seit Beginn der Pandemie landesweit 72.877 Corona Tote gezählt wurden. Laut der Johns-Hopkins-University haben sich in Frankreich bisher insgesamt knapp 3,1 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. (Quelle: FAZ, 24.01.21)


Israel stellt fast alle Passagierflüge ein

Israel will den internationalen Flugverkehr wegen hoher Corona-Infektionszahlen drastisch einschränken. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag, man wolle den Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv „hermetisch abriegeln“. Nach israelischen Medienberichten soll die Maßnahme am Montagabend um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten und mindestens bis Ende des Monats gelten. Netanjahu sagte, es sollte nur wenige Ausnahmen von der Sperre geben.

Ziel sei es, das Einschleppen weiterer Corona-Mutationen nach Israel zu verhindern. Bis zu 40 Prozent der Neuerkrankungen gehen nach amtlichen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. Die israelische Regierung war wegen laxer Kontrollen am Flughafen scharf kritisiert worden. (Quelle: TSP, 24.01.21)


Österreich: FFP2 Masken kostenlos

In Österreich gilt ab Montag die Pflicht, die besonders wirksamen FFP2-Masken unter anderem beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen. Supermärkte händigen die Masken oft gratis aus oder verlangen einen geringen Betrag. Die Händler versichern, dass genügend Masken für alle Kunden vorrätig seien. Auch Patienten müssen beim Arztbesuch die FFP2-Masken nun verpflichtend tragen. Außerdem wird der verpflichtende Mindestabstand von einem auf zwei Meter vergrößert. Quelle: Tagesschau, 24.01.21)




Niederlande: Gewalttätige Proteste gegen Ausgangssperre

Die verschärften Corona-Maßnahmen mit einer Ausgangssperre haben in den Niederlanden zu Protesten und Krawallen geführt. In Amsterdam und Eindhoven beendete die Polizei am Sonntag mit Wasserwerfern eine zuvor verbotene Demonstration. Hunderte Demonstranten hatten nach Polizeiangaben in beiden Städten gegen die Corona-Maßnahmen protestiert und die Polizei mit Feuerwerkskörpern und Steinen angegriffen.

In Amsterdam hatten sich trotz eines Verbotes hunderte Demonstranten auf dem Museumsplein im Zentrum versammelt. Die Polizei ging auch mit Pferden, Hunden und dem Einsatz von Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Auch in Eindhoven (Privinz: Noord-Brabant) im Süden demonstrierten Hunderte trotz des Verbotes und gingen mit Gewalt gegen die Polizei vorgegangen. Mehr als 30 Menschen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.

Bereits am Abend zuvor hatte es in der Kleinstadt Urk nördlich von Amsterdam Krawalle gegeben, als Dutzende Menschen gegen die Sperrstunde protestiert hatten. Sie hätten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen und Polizeiautos demoliert, wie die Polizei mitteilte. Jugendliche steckten nach Polizeiangaben ein Corona-Testzentrum des Gesundheitsamtes in Brand. Sie griffen zudem ein Kamerateam des TV-Senders NOS mit Pfefferspray an. Zwei Personen wurden festgenommen und Dutzende Geldstrafen verhängt. Landesweit hat die Polizei nach eigenen Angaben in der ersten Nacht der Sperrstunde mehr als 3.600 Geldstrafen verhängt und 25 Personen festgenommen. Auch in Stein im Süden des Landes gab es Zusammenstöße mit der Polizei, als die Beamten eine illegale Party mit etwa 100 Besuchern beenden wollten.
(Quelle: FAZ, 24.01.21)


Ägypten startet Impfkampagne

Ägypten hat mit dem Impfen gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Dosen des von dem staatlichen chinesischen Konzern Sinopharm produzierten Impfstoffs wurden nach offiziellen Angaben am Sonntag Beschäftigten des Gesundheitswesens in der Stadt Ismailia am Suezkanal verabreicht. Die Gesundheitsministerin Hala Sajed sagte, Priorität habe bei den Impfungen das Personal von 40 Krankenhäusern in ganz Ägypten, die für die Behandlung und Isolierung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten vorgesehen sind. Danach seien ältere Menschen und solche, die unter chronischen Krankheiten leiden, an der Reihe.

Pro Person würden innerhalb von 21 Tagen zwei Spritzen verabreicht. Der Impfstoff sei zu 86 Prozent wirksam. Es wird vermutet, dass er bei Temperaturen von zwei bis acht Grad Celsius transportiert werden kann und damit nicht solch extrem tiefe Temperaturen benötigt wie mach anderer Impfstoff. (Quelle: ARD, 24.01.21)


Konfrontationen ultraorthodoxer Israelis mit Polizei

Hunderte ultraorthodoxe Israelis haben sich Konfrontationen mit Polizisten geliefert, die Corona-Regeln durchsetzen wollte. Die Polizisten waren von den frühen Morgenstunden an im Einsatz, um die regelwidrige Öffnung strengreligiöser Bildungseinrichtungen zu verhindern. Ein einflussreicher Rabbiner hatte zuvor dazu aufgerufen, die Schulen im ultraorthodoxen Sektor trotz eines allgemeinen Verbots zu öffnen.

In der Hafenstadt Aschdod sowie in Jerusalem kam es zu teilweise heftigen Konfrontationen mit der Polizei. Im strengreligiösen Viertel Mea Schearim in Jerusalem wurden Sicherheitskräfte als „Nazis“ beschimpft. Auch in Bnei Brak bei Tel Aviv blockierten strengreligiöse Einwohner Straßen und bewarfen Polizisten mit Steinen. Nach Polizeiangaben wurden bei Zusammenstößen mehrere Polizisten verletzt und mindestens 15 Demonstranten festgenommen.

Viele Ultraorthodoxe fühlen sich nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher Vorgaben ihrer Rabbiner als denen des Staates. In ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen.

Nach Medienberichten gehören inzwischen 40 Prozent der Corona-Neuinfizierten dem tiefreligiösen Sektor an. Gleichzeitig lassen sich im Vergleich zum Rest der Gesellschaft weniger Ultraorthodoxe gegen das Coronavirus impfen. (Quelle: ARD, 24.01.21)


Lübeck: Corona-Ausbruch in Klinik – Mehr als 120 Infizierte

In den Lübecker Sana-Kliniken hat es einen großen Corona-Ausbruch gegeben. Bislang seien 81 Mitarbeiter positiv getestet worden, erklärte eine Kliniksprecherin am Sonntag. Außerdem sind laut „Lübecker Nachrichten“ 43 Patienten positiv getestet worden. 99 Mitarbeiter seien derzeit in Quarantäne. Die Infektionen gingen vermutlich auf einen Patienten der chirurgischen Station zurück. Planbare Operationen wurde ausgesetzt, um die Notfallversorgung zu sichern. (Quelle: Tsp, 24.01.21)


Schweden schließt Grenze für Reisende aus Norwegen

Nach dem Auftreten einer Corona-Mutation in Norwegen schließt, wie angekündigt, Schweden die Grenzen für Reisende aus dem Nachbarland. Laut Innenminister Mikael Damberg gilt das Verbot bis 14. Februar, wobei es Ausnahmen für Pendler und einige andere Gruppen gibt. Damit soll auch Shopping-Tourismus über die lange gemeinsame Grenze unterbunden werden, da in Norwegen zuletzt wegen des Auftretens einer ansteckenderen Virus-Variante verschärfte Lockdowns verhängt wurden – so in der Hauptstadt Oslo und im Umland. (Quelle: ARD, 24.01.21)


Niedersachsen hält an Schulferienterminen fest

Wechselunterricht und Distanzlernen sollen keine Auswirkungen auf die Schulferien in Niedersachsen haben. Das hat das Kultusministerium mitgeteilt.

„In so einer verrückten Zeit ist man gut beraten, nichts grundsätzlich auszuschließen“, sagte Minister Grant Hendrik Tonne (SPD). „Unser Ziel ist aber so viel Verlässlichkeit wie möglich. Dazu gehören die Ferienzeiten.“ Die Ferien seien sowohl für die Lehrer als auch die Schüler „bitter nötig“, betonte Tonne.

Das Kultusministerium rechnet damit, dass von Montag an mehr als 75 Prozent der Schüler zu Hause unterrichtet werden. Der Distanzunterricht sei aber keinesfalls mit Ferien gleichzusetzen, betonte Tonne. Das sei jetzt teilweise stressiger, als der normale Schulbesuch. „Mein Appell ist deshalb, nicht leichtfertig zu sagen, die waren doch zu Hause, die brauchen jetzt keine Ferien“, so Tonne. „Doch, die brauchen sie dringend.“

Bayern hat seine Faschingsferien vom 15. bis 19. Februar abgesagt, um in der Zeit Unterricht nachzuholen, der wegen der Pandemie ausgefallen ist. Niedersachsen hat zwei Tage Halbjahresferien am 1. und 2. Februar, Osterferien vom 29. März bis 9. April sowie Ferientage am 14. und 25. Mai. Die Sommerferien beginnen am 22. Juli.

Zuvor hatte Tonne bereits angekündigt, auch an den Terminen für die Abschlussprüfungen festzuhalten. Die Schülerinnen und Schüler hätten einen Anspruch auf faire Prüfungen, sagte er. Eine Absage zum jetzigen Zeitpunkt halte er daher für falsch.

(Quelle: NDR, 24.01.21)


Ausbruch bei Airbus: Quarantäne für rund 500 Mitarbeiter

Beim Flugzeughersteller Airbus in Hamburg hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Insgesamt 21 Mitarbeiter seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, sagte Martin Helfrich, Pressesprecher der Gesundheitsbehörde, der Nachrichtenagentur dpa. Für rund 500 Mitarbeiter wurde Quarantäne angeordnet. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Ob es sich um eine hochansteckende Mutation des Virus handelt, konnte die Behörde nicht bestätigen. „Um eine Mutation nachzuweisen, ist eine andere Untersuchung nötig, die Genom-Sequenzierung“, sagte Helfrich. Diese Untersuchung wurde auch angeordnet. Bis das Ergebnis vorliege, dauere es aber bis zu sieben Tage. „Hierzu können wir frühestens Mitte der Woche etwas sagen“, so der Sprecher.

Auch Airbus bestätigte ein Auftreten von mehreren Infektionen in einem Produktionsbereich am Standort Hamburg. „Die entsprechenden Maßnahmen wie umgehende Reihentestungen und Quarantäne wurden umgehend eingeleitet gemäß der dafür vorgesehenen Prozesse, in Zusammenarbeit mit den Behörden“, teilte Sprecher Daniel Werdung mit. Die Ursache der Fälle werde noch untersucht. Mit mehr als 12.000 Mitarbeitern ist Airbus der größte industrielle Arbeitgeber Hamburgs. (Quelle: Tagesschau, 24.01.21)


Ausgangssperre: Krawalle in den Niederlanden

Die coronabedingte Ausgangssperre hat in den Niederlanden zu Protesten und Krawallen geführt. In der Kleinstadt Urk nördlich von Amsterdam hatten Dutzende Menschen am späten Samstagabend gegen die Sperrstunde protestiert, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Sie hätten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen und Polizeiautos demoliert. Jugendliche steckten nach Polizeiangaben ein Corona-Testzentrum des Gesundheitsamtes in Brand. Zwei Personen wurden festgenommen und Dutzende Geldstrafen verhängt.

Landesweit hat die Polizei nach eigenen Angaben in der ersten Nacht der Sperrstunde mehr als 3600 Geldstrafen verhängt und 25 Personen festgenommen. Auch in Stein im Süden des Landes gab es Zusammenstöße mit der Polizei, als die Beamten eine illegale Party mit etwa 100 Besuchern beenden wollten.

(Quelle: TSP, 24.01.21)


Niedersachsen: Allerlei Ärger mit Ignoranten

Die Polizei hat am Wochenende landesweit mehrere illegale Partys aufgelöst. Im Landkreis Osnabrück wurde ein Beamter von aggressiven Feiernden verletzt.

Nach Angaben eines Sprechers hatten die Beamten nach einem Hinweis sechs betrunkene Männer zwischen 20 und 44 Jahren in einer Hütte in Belm entdeckt. Als ein Partygast zur Feststellung seiner Identität zum Streifenwagen geführt werden sollte, hätten vier Männer die Polizisten angegriffen, hieß es. Ein 29-jähriger Beamter wurde dabei so schwer am Knie verletzt, dass er nicht weiterarbeiten konnte. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein und nahmen alle Feiernden in Gewahrsam. Es wurden Ermittlungen wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

In Hannover musste die Polizei gleich mehrfach unerlaubte Zusammenkünfte beenden. In einer Gartenlaube in einer Kleingartenkolonie trafen die Beamten sieben junge Männer im Alter zwischen 17 und 19 Jahren an, die gemeinsam Marihuana konsumierten. Es wurden Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- sowie gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet und die Party beendet.

Im Stadtteil Linden-Nord lösten Polizisten einer Party in der Wohnung einer 28-jährigen Frau auf. Die Beamten stießen auf insgesamt sieben Personen und entdeckten zudem fünf große Marihuana-Pflanzen. Die Mieterin und ihre beiden 35- und 31-jährigen Mitbewohner müssen sich nun wegen des illegalen Anbaus von Betäubungsmitteln verantworten. Alle sieben Personen erwartet zudem ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln.

In Hannover-Döhren wurde gar eine Wohnung eigens zum Zweck einer gemeinsamen Feier angemietet. Als die Beamten dort eintrafen, versuchten die acht Feiernden vergeblich zu fliehen beziehungsweise sich zu verstecken. Die Personen im Alter zwischen 21 und 28 Jahren, die aus verschiedenen Haushalten stammen, wurden aus der Wohnung verwiesen. Gegen sie wird nun ebenso ermittelt wie gegen die Vermieterin. (Quelle: NDR, 24.01.21)


Alleingang: Digitale Impfkarte in Oberbayern

Altötting im Alleingang: Während in der EU noch über einen möglichen digitalen Impfpass und zu erfassende Daten diskutiert wird, hat ein Landkreis in Bayern schon eine erste digitale Impfkarte vergeben. Ein 71-jähriger Kinder- und Jugendmediziner, der noch praktiziert, bekam am Freitagnachmittag im oberbayerischen Landkreis Altötting seine zweite Corona-Impfung sowie die Impfkarte mit QR-Code.
Erfasst werden auf der Karte Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos des Geimpften, Impfstoff und die beiden Impftermine. Scannt der Geimpfte den Code, kann er die Daten auf dem Smartphone hinterlegen. Das Vorgehen sei nicht mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt worden. „Wir haben das völlig eigenständig umgesetzt“, sagte ein Sprecher des Landratsamts. Andere Landkreise hätten aber schon Interesse bekundet. Der Datenschutz sei gewährleistet, die Daten würden nur auf der Karte gespeichert.
Die Impfkarte sei freiwillig. Der Landkreis übernehme die Kosten. Der Gedanke sei gewesen, die Daten schon einmal digital zu erfassen – und später möglicherweise auf ein überregionales System zu übertragen. Derzeit wird in der EU über einen Corona-Impfpass debattiert. Die 27 Mitgliedsländer wollen sich bis Ende Januar auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Offen ist, ob der gelbe Impfpass der WHO gemeinsamer Nenner werden könnte. Diskutiert wird auch, welche Daten erfasst werden und ob dies digital geschehen soll. (Quelle: FAZ, 24.01.21)


Warnung vor Versorgungsengpass bei Obst und Gemüse

Der Deutsche Fruchthandelsverband sieht die Versorgung mit Obst und Gemüse aus dem Ausland gefährdet. Grund sei die Verschärfung der Corona-Einreise-Verordnung durch die Bundesregierung, teilte der Verband mit. Innerhalb von wenigen Stunden seien die Einreisebedingungen auch für die Fahrer von Lebensmitteltransporten so verschärft worden, dass es kaum noch möglich sei, Obst und Gemüse zum Beispiel aus Spanien nach Deutschland zu importieren.

Gemeinsam mit anderen Verbänden habe man die Bundesregierung frühzeitig auf die möglichen Konsequenzen hingewiesen, „leider ohne Ergebnis“.„Wir brauchen auch in Corona-Zeiten einen Versorgungskorridor für frisches Obst und Gemüse, sonst drohen leere Regale im Handel“, sagte Brügger.

Meine Frage: Wie wärs denn mit nem Zug? (Quelle: TSP, 24.01.21)


GB korrigiert

Nach überraschenden Aussagen des britischen Premierministers Boris Johnson über eine mögliche höhere Sterblichkeit mit einer Coronavirus-Variante rudert die Regierung nun etwas zurück. Es sei „nicht wirklich sicher, wie tödlich“ die Mutation B.1.1.7 ist, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock dem Sender Sky News. Studien hätten unterschiedliche Daten ergeben.

Das Risiko bestehe aber, dass mehr Menschen wegen der zuerst in Südostengland entdeckten Variante sterben. Erwiesen sei, dass diese sich schneller übertrage. Johnson hatte am Freitag gesagt, es gebe „einige Hinweise“ dafür, dass die neue Variante mit einer höheren Sterblichkeit verbunden sei. Dies betreffe Männer in ihren Sechzigern. Wissenschaftler hatten sich über Johnsons Aussagen verwundert gezeigt. Es lägen noch nicht ausreichend Daten vor. (Quelle: Tagesschau, 24.01.21)


Büdnbender: Mehr Mitgefühl mit den Opfern

Angesichts der steigenden Zahl an Corona-Toten mahnt die Juristin Elke Büdenbender mehr Mitgefühl mit den Opfern der Pandemie und ihren Angehörigen an. Nachdem am Freitag in Deutschland insgesamt mehr als 50.000 Tote gezählt worden waren, sagte die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Das ist eine ungeheuer große Zahl. Dennoch habe ich den Eindruck, es bleibt oftmals abstrakt. Vielleicht haben wir als Gesellschaft noch gar nicht so richtig verstanden, was das bedeutet.“

Wegen der Ansteckungsgefahr stürben Menschen mitunter sehr einsam, Angehörige könnten nicht richtig Abschied nehmen, Corona überschatte auch die Rituale rund um die Bestattung. Das hinterlasse Spuren, so die First Lady: „Auch deshalb müssen wir über diese Erfahrung, über den Tod und das Sterben, reden.“

Die Pläne des Bundespräsidenten, nach Ostern mit einer staatlichen Gedenkveranstaltung den Opfern der Pandemie zu gedenken, heißt Büdenbender ausdrücklich gut: „Ein Gedenken für alle, die an Corona verstorben sind, aber auch für Menschen, die einsam an anderen Krankheiten gestorben sind, markiert öffentlich: Das ist ein schweres, ein ungewöhnliches Leid.“ Vielleicht sei auch die Einrichtung eines öffentlichen Orts der Trauer, beispielsweise ein Gedenkpark, hilfreich für Menschen, die nicht angemessen hätten Abschied nehmen können: „Wichtig ist, dass das Leid nicht ungesehen bleibt.“
(Foto: Elke Büdenbender CC Heinrich-Böll-Stiftung CC Attribution-Share Alike 2.0 Generic; Quelle: Tagesschau, 24.01.21)


Deutschland kauft neues Corona-Medikament auf Antikörperbasis

Die Bundesregierung hat für Deutschland ein neues Corona-Medikament auf Antikörper-Basis gekauft. „Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt. Zunächst in Uni-Kliniken“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der „Bild am Sonntag“. „Der Bund hat 200.000 Dosen für 400 Millionen Euro eingekauft.“

Mit dieser Form der Antikörper wurde laut dem Medienbericht der frühere amerikanische Präsident Donald Trump nach seiner Corona-Infektion behandelt. „Sie wirken wie eine passive Impfung. Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauft verhindert wird“, sagte Spahn.

Der damalige Präsident Trump war Anfang Oktober mit dem Antikörper-Cocktail REGN-COV2 der Firma Regeneron behandelt worden. Der Wirkstoff von REGN-COV2 ist eine Kombination aus zwei speziell entwickelten Antikörpern, die sich an das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus binden und so dessen Struktur deformieren können. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass das Coronavirus menschliche Zellen angreifen kann. Die Kombination aus zwei verschiedenen Antikörpern soll laut Regeneron verhindern, dass der Erregervirus Sars-COV2 mutiert. (Quelle: FAZ, 24.01.21)


Emsland-Grafschaft-Zahlen am Sonntag

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen ist am Sonntag in Niedersachsen und auch im Emsland weiter leicht gesunken. Das zeigt der Lagebericht des Nieders. Landesgesundheitsamts (NLGA) von heute Sonntag, 24. Januar 2021.

Der Landkreis Emsland vermeldet an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen bekanntlich keine eigenen Zahlen aus den Kommunen; dann ist nämlich frei. er meldet aber die Summen nach Hannover an das NLGA. Der heutige, daher aktuelle NLGA-Bericht zeichnet für das Emsland ein etwas entspannteres Bild: Der 7-Tage-Inzidenzwert ist leicht gesunken: Am Freitag lag er noch bei 97,3. Heute liegt er laut NLGA bei 89,3 (; das ist etwa in Höhe des Landesdurchschnitts von 89,7.

Laut NLGA verzeichnete das Emsland seit Ausbruch der Pandemie 6.382 Fälle, 104 Menschen sind verstorben; das sind zwei mehr als gestern und ein CoViD-19-Toter mehr als in der letzten Statistik des Landkreises Emsland vom Freitag.

In der Grafschaft Bentheim lag die Gesamtzahl der Toten am Sonntag unverändert bei 73. Hier ist aber der 7-Tage-Inzidenzwert deutlich auf 69,3 gesunken. Kurz vor Weihnachten hatte der Inzidenzwert noch bei über 200 gelegen. Die Kreisverwaltung in Nordhorn meldete am Sonntag weitere 18 Neuinfektionen. Sonntag gab es 199 Infizierte im Landkreis, 84 davon in Nordhorn. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie am Sonntag betrug 3.087. Als genesen gelten 2.815 Grafschafter. 434 Menschen sind in der Grafschaft in Quarantäne.

(Quelle: NLGA, NOZ, GN, 24.01.21)


Union für steuerfreie Corona-Sonderzahlungen an Arbeitnehmer?

Die Union hat eine Neuauflage der steuerfreien Corona-Sonderzahlungen an Arbeitnehmer ins Spiel gebracht. „Es gibt gute Gründe dafür, eine solche Regelung auch in diesem Jahr wieder umzusetzen“, sagte Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) der „Welt am Sonntag“. Die große Koalition werde über einen solchen Steuerbonus beraten, kündigte er an. Der Bonus biete einen Anreiz, den herausragenden Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Krise zu honorieren.

Bereits zu Beginn der Corona-Krise hatte die Koalition beschlossen, einmalige Sonderzahlungen von bis zu 1500 Euro an Mitarbeiter steuerfrei zu stellen.

Der Koalitionspartner SPD verwies darauf, dass die Bonus-Regelung zuletzt bis Ende Juni verlängert wurde. „Ich hoffe, dass bis dahin noch etliche weitere Arbeitgeber von der Möglichkeit Gebrauch machen“, sagte SPD-Fraktionsvize Achim Post. „Dann werden wir Bilanz ziehen und im Lichte der Krisenentwicklung entscheiden, wie es weitergeht.“ (Quelle: FAZ, 24.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Niedersachsen weiter hoch. Am Sonntag, den 24. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 938 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 27 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.971. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken und liegt in Niedersachsen jetzt bei 89,7 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 24.01.21)


Deutschland-Zahlen
Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen – 7-Tage-Inzidenz mit 111,1

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 12.257 Corona-Neuinfektionen und 349 weitere Todesopfer gemeldet. Vergangenen Sonntag hatte das RKI 13.882 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte, stieg die Gesamtzahl der Infektionen binnen 24 Stunden auf 2.134.936 Fälle.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt nun 51.870 Fälle. Die Zahl der Genesenen nach einer Corona-Infektion gab das RKI mit etwa 1.807.500 an. (Quelle: RKI/TSP, 24.01.21)


Strengere deutsche Einreiseregeln für mehr als 20 Länder

Für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen gelten in Deutschland seit Mitternacht am Sonntag strengere Einreiseregeln. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA.

Wer von dort einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test (PCR-Test) vorweisen können. Die Tests werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums an den Flug- und Seehäfen systematisch kontrolliert. An den Landgrenzen zu anderen EU-Staaten, an denen es keine Grenzkontrollen gibt, sollen Einreisende stichprobenartig und verdachtsunabhängig überprüft werden.

Bisher hatte die Bundesregierung bei der Einreise zwischen Gebieten mit besonders ansteckenden Virusvarianten und „normalen“ Risikogebieten unterschieden. Seit Sonntag um Mitternacht gibt es drei Kategorien mit unterschiedlichen Test- und Quarantäneregeln:

  • „Normale“ Risikogebiete: Das sind Länder oder Regionen über einem Grenzwert (auch Inzidenzwert genannt) von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das gilt derzeit für fast ganz Europa mit Ausnahme einzelner Gebiete in Griechenland, Finnland, Norwegen, Österreich und Dänemark.
  • Hochinzidenzgebiete: Das sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als in Deutschland. Dazu zählen in der Regel die Länder mit einem Inzidenzwert über 200 (Inzidenz in Deutschland: 115). Es können aber auch weitere Länder unter dieser Marke unter bestimmten Bedingungen zu „Hochinzidenzgebieten“ erklärt werden.
  • Virusvarianten-Gebiete: Das sind Gebiete, in denen hochansteckende Varianten des Coronavirus aufgetreten sind. Bisher fallen Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien in diese Kategorie.

Reisende aus „normalen“ Risikogebieten müssen sich spätestens 48 Stunden nach Einreise in Deutschland auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen zweiten negativen Test ab Tag fünf vorzeitig befreien lassen. Der Unterschied bei den Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten ist die Testpflicht höchstens 48 Stunden vor Einreise. Außerdem gibt es für die Gebiete mit erhöhtem Risiko weniger Ausnahmen bei der Quarantäne. Das regeln aber die einzelnen Bundesländer. (Quelle: FAZ, 24.01.21)


Niederlande: Ausgangssperre in Kraft

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ist in den Niederlanden am Samstag wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft getreten. Wer gegen das zwischen 21.00 Uhr und 04.30 Uhr geltende Ausgangsverbot verstößt, muss mit einer Geldbuße in Höhe von 95 Euro rechnen. Nur für Hundebesitzer wird eine Ausnahme gemacht. Nach Regierungsangaben bleibt das Verbot zunächst bis 9. Februar in Kraft. Es soll helfen, die Ausbreitung der ansteckenderen Variante des Virus einzudämmen.

Mitte Januar hatte die Regierung bereits den Lockdown bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem darf sich nicht mehr als ein Gast in einem Haushalt aufhalten. (Quelle: FAZ, 24.01.21)


Brasilien Zahlen

In Brasilien hben die Behörden am Samstag mitgeteilt, dass 1.202 weitere Menschen an CoViD-19 gestorben seien, was insgesamt 216.445 Todesfälle im Land zur Folge habe. Laut Reuters gab es mehr als 8,8 Millionen bestätigte Fälle.

Eine andere Datafolha-Umfrage am 20. und 21. Januar ergab, dass 53% der Befragten die Eröffnung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den umstrittenen, rechtsgrichteten Präsidenten wegen der Behandlung der Pandemie durch den Kongress ablehnen, verglichen mit 50% in einer früheren Umfrage. Die Befürworter der Amtsenthebung fielen von zuvor 46% auf 43%. (Quelle: The Guardian, 24.01.21)



Israel impft Jugendliche

Israel hat mit der Corona-Impfung von Jugendlichen begonnen. Die größte Gesundheitspflegeorganisation des Landes, Clalit, ließ den ersten Teenagern am Samstagmorgen eine Spritze verabreichen, wie es auf der Website der Organisation hieß. Das Gesundheitsministerium hatte am Donnerstag angekündigt, bei Zustimmung der Eltern die Impfung von Oberschülern zwischen 16 und 18 Jahren zu genehmigen. Die drei weiteren Gesundheitsorganisationen wollten zu einem späteren Zeitpunkt mit der Impfung von Jugendlichen beginnen.

Seit Beginn der Impfkampagne vor einem Monat erhielten mehr als 2,5 Millionen der insgesamt rund neun Millionen Einwohner die erste Impfdosis, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 900.000 Menschen erhielten bereits die zweite Spritze. (Quelle: FAZ, 23.01.21)


Schweden schließt Grenze zu Norwegen

Schweden plant ein vorübergehendes Einreiseverbot aus Norwegen, weil sich im Nachbarland die neue mutierte Form des Coronavirus verbreitet.

Die norwegische Hauptstadt Oslo und neun Gemeinden in der Umgebung verhängten nach dem Ausbruch der ansteckenden britischen Coronavirus-Variante einige ihrer bislang härtesten Lochdown-Maßnahmen. Die schwedische Gesundheitsbehörde empfahl Reisenden aus Norwegen, sich mindestens eine Woche lang selbst zu isolieren und sich bei der Einreise nach Schweden auf CoViD-19 testen zu lassen.

Wegen der neuen, hoch ansteckenden Variante können Reisende aus Großbritannien seit Dezember nicht mehr nach Schweden einreisen.

„Die Regierung will auch ein Einreiseverbot für Norwegen, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Die Entscheidung wird in Kürze getroffen “, sagte ein Sprecher des schwedischen Innenministeriums. „Die Regierung ergreift diese Maßnahmen aufgrund der Ausbreitung der britischen Mutation des Covid-19-Virus in Norwegen“, hieß es

Nach Angaben der norwegischen Gesundheitsbehörde hat Norwegen 55 bestätigte Fälle der Virusvariante, die sich in Großbritannien bereits weit verbreitet haben. Das Innenministerium bestätigte, in Schweden sei dieslebe Anzahl bestätigter Fälle der Mutation festgestellt. (Quelle: The Guardian, 23.01.21)



Frankreich-Zahlen

Frankreich meldete in den letzten 24 Stunden 23.924 neue bestätigte Covid-19-Fälle, verglichen mit 23.292 am Freitag und 21.406 am vergangenen Samstag.

Die Zahl der Menschen auf Intensivstationen mit Coronavirus-Infektion in Frankreich ging um 16 auf 2.896 zurück, der erste Rückgang seit zwei Wochen, nachdem sie seit Mitte Januar um etwa 20 pro Tag gestiegen war. (Quelle: The Guardian, 23.01.21)


Britische Mutation in Berliner Krankenhaus nachgewiesen

Das Humboldt-Klinikum in Berlin nimmt nach dem Nachweis einer der ansteckenderen Virus-Varianten keine neuen Patienten auf. Infiziert seien 14 Patienten und sechs Mitarbeiter.
Für die Mitarbeiter gilt demnach eine sog „Pendelquarantäne“ zwischen ihren Häusern und der Klinik, Notfälle werden an andere Krankenhäuser weitergeleitet. Bei der Variante handelt es sich um die zuerst in Großbritannien nachgewiesene. (Quelle: TSP, 23.01.21)


GB-Zahlen

Großbritannien meldete am Samstag weitere 1.348 Todesfälle durch Coronavirus, nach 1.401 Todesfällen am Freitag. Die Gesamtzahl der CoViD-19-Todesopfer liegt nun bei 97.329, der höchsten in Europa und der fünfthöchsten weltweit.

Weitere 33.552 Menschen im Land wurden nach Angaben der Regierung in den 24 Stunden bis Samstag positiv getestet. Tags zuvor waren es 40.261 Neuinfektionen gewesen

(Quelle: The Guardian, 23.01.21)


Fast 500.000 Impfungen: Tagesrekord in Großbritannien

Großbritannien meldet einen Tagesrekord von 478.248 Impfungen. Der Regierung zufolge haben damit insgesamt fast 5,9 Millionen Briten die erste von zwei benötigten Dosen erhalten. In Großbritannien leben knapp 67 Millionen Menschen. (Quelle: TSP, 23.01.21)


US-Präsident Biden bereitet auf 600.000 Tote in den USA vor

Der amerikanische Präsident Joe Biden rechnet damit, dass die Zahl der Corona-Todesopfer in den Vereinigten Staaten bis weit über 600.000 steigen wird. Das Virus verbreite sich weiter stark, die Zahl der Todesopfer werde von derzeit mehr als 400.000 weiter zunehmen, sagte Biden am Freitag.

In Amerika führe die Pandemie dazu, dass „Familien Hunger haben“ und ihr Dach über dem Kopf verlieren, sagte Biden. Die Zahl der Arbeitslosen nehme zu. Der neue Präsident unterzeichnete am Freitag mehrere Anordnungen, mit denen die staatlichen Hilfen für bedürftige Familien in der Corona-Krise ausgebaut werden.

Der seit Mittwoch amtierende Biden will die durch die Corona-Krise gelähmte amerikanische Wirtschaft mit einem Rettungspaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar wieder ankurbeln. Außerdem hat er ein Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen angekündigt. (Quelle: FAZ, 23.01.21)


Pfizer/Biontech-Impfstoff schützt vor GB-CoViD-19-Mutation

Biontech hat weitere Daten zur Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs gegen die Corona-Mutante aus Großbritannien veröffentlicht. Demnach schützt die Impfung auch vor der neuen, ansteckenderen Coronavirus-Variante B.1.1.7.

„Diese Variante weist mit zehn Aminosäureveränderungen eine ungewöhnlich große Anzahl von Mutationen im Spike-Protein auf“, heißt es in der Studie, die von externen Fachleuten noch nicht geprüft ist. Das werfe Bedenken auf, dass neutralisierende Antikörper die Virusvariante möglicherweise nicht mehr wie bisher erkennen.

Mit dem Spike-Protein auf seiner Oberfläche dringt das Coronavirus in menschliche Zellen vor. Sowohl der Pfizer/Biontech-Impfstoff als auch die zweite in der EU zugelassene Vakzine von Moderne zielen darauf ab, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen diese Struktur anzuregen.

Im Labor prüfte Biontech nun, wie gut die Antikörper im Blut von zehn Probanden aus einer Impfstoffstudie Coronaviren mit den B.1.1.7.- Mutationen neutralisieren. Den Wert verglichen sie mit der Wirksamkeit gegen die ursprünglich in Wuhan aufgetretene Form des Erregers. Das Ergebnis: Es gab keinen nennenswerten Unterschied in der Effektivität der Antikörper.

Prüfungen mit Virusvarianten, die einzelne Mutationen der Mutante aus Großbritannien trugen, hatten zuvor bereits darauf hingedeutet, dass der Biontech-Impfstoff vor einer Covid-19-Erkrankung durch die neue Linie des Virus schützt (mehr dazu lesen Sie hier).

Mehr Sorgen bereitet Forschern dagegen eine Mutante aus Südafrika. Erste Untersuchungen im Labor weisen darauf hin, dass bisherige Antikörper gegen Sars-CoV-2 nicht ganz so verlässlich an diese Virusvariante binden.

Der Impfstoff könnte hier demnach etwas schlechter wirken. Dass er seine Wirksamkeit gänzlich verliert, halten Experten aber auch für unwahrscheinlich. Genauere Prüfungen laufen noch. (Quelle: Spiegel, 23.01.21)


Zusammenhang zwischen Vitamin D und CoViD-19?

Neue Forschungsergebnisse, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurden, zeigen eine „beeindruckende lineare Korrelation mit dem Breitengrad“ und dem Anstieg neuer CoViD-Fälle in den meisten europäischen Ländern im Herbst – was darauf hinweist, dass Vitamin D einen Beitrag dazu leistet.

Das Datum des Landstoßes entspricht dem Zeitpunkt, zu dem die tägliche UV-Dosis der Sonne unter ≈ 34% der Dosis von 0 ° Breite fällt. Die Einführung der gemeldeten saisonalen Variation der 25-Hydroxyvitamin D (25 (OH) D) [Vitamin D] -Konzentration im Blut in den berichteten Zusammenhang zwischen dem akuten Infektionsrisiko der Atemwege und der 25 (OH) D-Konzentration erklärt quantitativ die Dynamik des Anstiegs.

Mehrere Studien haben bereits einen Einfluss der 25 (OH) D-Konzentration auf den Schweregrad von Covid-19 belegt. Durch den Vergleich verschiedener Patientenpopulationen kann es jedoch schwierig sein, zu unterscheiden, ob eine niedrige 25 (OH) D-Konzentration ein realer Faktor ist, der dem Schweregrad von Covid-19 zugrunde liegt, oder nur ein Marker für eine andere Schwäche, die der primäre Schweregradfaktor ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine niedrige 25 (OH) D-Konzentration einen Beitrag zum Schweregrad von CoViDd-19 leistet, was in Kombination mit früheren Studien überzeugende Beweise liefert. (Quelle: The Guardian, 23.01.21)


Mehr als 200 neue Infektionsfälle in China

In China, wo das Corona-Virus Ende 2019 erstmals aufgetreten war, sind mehr als 200 neue Corona-Infektionsfälle entdeckt worden. 69 der insgesamt 206 Neuinfektionen gab es in den nordöstlichen Provinzen Heilongjiang und Jilin, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Betroffen waren demnach zudem auch die Provinz Hebei mit 15 Fällen. Aus der Hauptstadt Peking und der Millionenmetropole Shanghai wurden je drei Fälle gemeldet. 107 der Infizierten zeigten Symptome, wobei in 17 Fällen das Virus aus dem Ausland nach China gebracht worden sei, wie es weiter hieß.

Diese neuen Fällen fallen zeitlich mit dem Beginn eines 76 Tage dauernden Lockdowns der Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei vor einem Jahr zusammen. Dort war das Virus im Dezember 2019 erstmals aufgetreten. Mit strikten Maßnahmen ging das bevölkerungsreichste Land gegen das Coronavirus vor. Dazu zählten Ausgangssperren für Millionen, Zwangsquarantäne, Massentests und strikte Einreisebeschränkungen. Seit dem Sommer konnte das Virus damit weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Das Leben und die Wirtschaftstätigkeit hat sich insgesamt wieder normalisiert. (Quelle: TSP, 23.01.21)


Club-WM in Qatar mit Zuschauern

Bei der FIFA-Club-Weltmeisterschaft in Qatar mit dem FC Bayern dürfen wegen der Corona-Pandemie nur 30 Prozent der eigentlich möglichen Zahl an Fans ins Stadion. Das teilten die Organisatoren am Samstag in der Hauptstadt Doha mit. Bei dem in zwei Stadien Anfang Februar geplanten Turnier würden Fans „entsprechend der Richtlinien des katarischen Gesundheitsministeriums“ zugelassen. Das sagte Fatma al-Nuaimi, Sprecherin des für die WM-Ausrichtung zuständigen Supreme Committee for Delivery and Legacy (SC).

Die beiden neu eingeweihten Stadien bieten normalerweise Platz für jeweils 40.000 Zuschauer. Die vom 4. bis 11. Februar angesetzt Klub-WM sollte im Dezember stattfinden, wurde wegen der Pandemie aber verschoben. Für Spieler und Funktionäre gelten strikte Maßnahmen. Stadien und Einrichtungen für Training sowie die für Journalisten sollen laufend desinfiziert werden. Alle Teilnehmer müssen vor Ankunft in Katar ein negatives Testergebnis vorlegen und sich am Flughafen erneut testen lassen.

Die Fans der Klub-WM sollen in drei Gruppen unterteilt werden je nachdem, ob sie bereits geimpft wurden und ob sie sich seit 1. Oktober mit Corona infiziert haben. Angehörige der verbleibenden dritten Gruppe müssen einen Corona-Test vor jedem Spiel nachweisen, der nicht älter sein darf als 72 Stunden. Das Turnier dient auch als Testlauf im Vorfeld der Fußball-WM 2022 in Qatar. (Quelle: FAZ, 23.01.21)


3 Millionen AstraZeneca im Februar? Spahn sagt ja.

Deutschland erwartet, dass der britische Arzneimittelhersteller AstraZeneca Plc im Februar trotz der jüngsten Produktionsprobleme des Unternehmens 3 Millionen Dosen seines Covid-19-Impfstoffs liefert, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn gegenüber der Zeitung Bild am Sonntag.

AstraZeneca teilte den Vertretern der Europäischen Union am Freitag mit, dass die Lieferungen seines Covid-19-Impfstoffs an den Block im ersten Quartal des Jahres aufgrund von Produktionsproblemen um 60% auf 31 Millionen Dosen reduziert würden, sagte ein hochrangiger Beamter gegenüber Reuters.

Der Rückgang ist ein weiterer Schlag für die europäische Impfaktion gegen Covid-19, nachdem Pfizer Inc und der deutsche Partner BioNTech diese Woche die Lieferung ihres Impfstoffs an den Block verlangsamt hatten. Der Umzug sei aufgrund von Arbeiten zur Steigerung der Produktion erforderlich. (Quelle: The Guardian, 23.01.21)


Linke mit virtuellem Parteitag

Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen hat die Linke ihren Parteitag am 26. und 27. Februar mit der Wahl einer neuen Doppelspitze komplett ins Internet verlegt. Das beschloss der Parteivorstand am Samstag einstimmig, wie Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler mitteilte. „Das Corona-Geschehen lässt uns keine Wahl“, sagte er. Ursprünglich war geplant, dass man sich einen Tag online trifft und an einem Tag bei Präsenzveranstaltungen an mehreren Orten die Nachfolger der Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger und einen Vorstand wählt. Wie bei der CDU soll das Ergebnis am Ende per Briefwahl bestätigt werden. Als eindeutige Favoritinnen für die Nachfolge von Kipping und Riexinger gelten die Fraktionschefin im hessischen Landtag, Janine Wissler, und die thüringische Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow. (Quelle: FAZ, 23.01.21)


Österreich: Neue Infektionsschätzungen

In Österreich hat nach Ansicht einer Fachfrau bereits etwa jeder neunte Bürger eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht. Das sind rund elf Prozent der Bevölkerung. Schon vor drei Monaten hätten 4,7 Prozent der Österreicher eine solche Infektion hinter sich gehabt, sagte die Leiterin des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, Elisabeth Puchhammer, am Samstag.

Schätzungsweise 60 Prozent der Infektionen verliefen asymptomatisch. „Damit dürften in Österreich jetzt schon mehr als eine Million Österreicher eine Infektion mit Sars-CoV-2 hinter sich haben“, sagte sie weiter. Es gilt als sicher, dass die ehemals Infizierten zumindest eine Zeit lang vor einer Erkrankung geschützt sind. In der offiziellen Statistik sind rund 400.000 laborbestätigte Fälle von Corona ausgewiesen.

Bei der Letalität – also dem Anteil derer, die an der Krankheit sterben im Vergleich zu den insgesamt daran Erkrankten – zeige sich in den Amerika eine Rate von 1,7 Prozent, in Österreich von 1,8 Prozent und in Deutschland von 2,2 Prozent, so die Expertin weiter. (Quelle: FAZ, 23.01.21)


Niedersachsen: Abschlussprüfungen werden nicht verschoben

Obwohl der Großteil der Schüler derzeit zu Hause unterrichtet wird, will Niedersachsens Landesregierung an den Terminen für die Abschlussprüfungen in den Schulen festhalten. „Eine Absage der Prüfungen halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für falsch. Das ist eine Debatte zur Unzeit“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. „Die Schüler haben Anspruch auf eine faire Prüfung.“

Der Schulleitungsverband Niedersachsen hatte Mitte Januar gefordert, die Prüfungen abzusagen. Insbesondere bei den Lehrern stieß der Vorschlag allerdings auf Widerstand. Die Lehrer warnten vor „Notabschlüssen“, denen es bundesweit an Anerkennung mangeln könne.

Kultusminister Tonne sagte nun, eine Verschiebung der Abiturprüfungen sei „unwahrscheinlich, weil das nur wenige zusätzliche Tage bringen würde“. Er ergänzte aber: „Ob es zu Verschiebungen bei den mittleren Abschlüssen kommt, werden wir in den nächsten Wochen entscheiden.“

Tonne betonte, dass das Land es schon jetzt ermöglicht habe, Inhalte, die nicht im Unterricht behandelt wurden, von den Prüfungen auszunehmen. „Die Schulen erhalten auch bei den zentralen Prüfungen eine größere Auswahl bei den Aufgaben“, versicherte er. (Quelle: GN, 23.01.21)


Norwegen verschärft massiv

Norwegen hat die Corona-Beschränkungen in der Hauptstadt Oslo und neun angrenzenden Gemeinden verschärft. Grund sei der Ausbruch der in Großbritannien entdeckten, möglicherweise besonders ansteckenden Corona-Variante, erklärte die Regierung. Einkaufszentren und andere nicht dringend notwendige Läden müssten ab Samstagmittag bis mindestens 1. Februar schließen. Auch Restaurants dürfen nicht öffnen, organisierte Sportveranstaltungen fallen aus, private Haushalte sollen keine Besucher empfangen.

In Russland haben sich nach offiziellen Angaben 20.921 Menschen neu mit Corona angesteckt. Die Zahl der Infektionsfälle stieg damit auf 3,698 Millionen. Die Behörden meldeten 559 zusätzliche Todesfälle, insgesamt steigt die Opferzahl damit auf 68.971.

(Quelle FAZ, Twitter, 23.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Niedersachsen weiter hoch. Am Sonnabend, den 23. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.207 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 40 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.944. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken und liegt in Niedersachsen jetzt bei 91,8 Fällen je 100.000 Einwohner.

Das Emsland meldete 39 Neuinfektionen nach Hannover, aber offenbar eine/n Verstorbene/n weniger (102) als in der eigenen gestrigen (!) Statistik (103), was einmal mehr die Frage nach der Zuverlässigkeit der Angaben aufwirft. Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland ist laut NLGA auf 80,4 gefallen. Die Grafschaft meldet nach 25 Neuerkrankungen eine 7-Tage-Inzidenz von 74,4 und zwei weitere CoViD-19-Tote. (Quelle: NLGA/NDR; 23.01.21)


Überblick am Morgen

  • Die BBC berichtet, dass die British Medical Association an den Chief Medical Officer der britischen Regierung, Prof. Chris Whitty, geschrieben hat, um die Zeit zwischen den beiden Impfungen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs zu verkürzen.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson hat gewarnt, dass die neue Variante von Covid-19 30% tödlicher sein könnte.
  • Tausende Menschen in Hongkong wurden angewiesen, bei der überhaupt ersten Coronavirus-Sperrung in der Metropole in ihren Häusern zu bleiben, da die Gesundheitsbehörden einen Ausbruch in einem der ärmsten und am dichtesten besiedelten Bezirke bekämpfen.
  • China meldete am Samstag 107 neue CoViD-19-Fälle, als es der Jahrestag der weltweit ersten Coronavirus-Sperrung in der Stadt Wuhan war.
  • Belgien hat von Mittwoch bis zum 1. März alle nicht notwendige Reisen innerhalb des Landes und ins Ausland verboten, um die Ausbreitung hoch ansteckender Coronavirus-Varianten einzudämmen.
  • Australien verzeichnete einen weiteren Tag ohne Community-Übertragung von CoViD-19. In acht der letzten neun Tage im Land wurden keine neuen lokalen Fälle registriert.
  • Pfizer/Biontech haben mitgeteilt, dass es ärmeren Ländern bis zu 40 Millionen Dosen seines Covid-19-Impfstoffs uneigennützig zur Verfügung stellen wird. (Quelle: The Guardian, 23.01.21)

Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 16.417 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 879 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 18.678 Neuinfektionen und 980 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bei 112,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. (Quelle: RKI, 23.01.21)


GB: Experten irritiert über Johnsons Aussagen

Britische Experten haben sich verwundert gezeigt über die Aussagen von Premierminister Boris Johnson zu einer womöglich höheren Sterblichkeit bei der in Großbritannien nachgewiesenen Virusvariante. Derzeit liefen mehrere Untersuchungen. Es sei „nicht vollständig klar“, dass die Mutante tödlicher sei, sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle, am Samstag dem Sender BBC Radio 4. „Es ist zu früh, das zu sagen.“ Es gebe zwar Hinweise. Aber: „Es handelt sich nur um eine kleine Zahl von Fällen, und es ist viel zu früh, um zu sagen, was tatsächlich herauskommen wird“, sagte Doyle.

Der Wissenschaftler Mike Tildesley, Mitglied des Expertengremiums Sage, sagte der BBC, es sei zu früh für klare Aussagen. „Ich würde gerne noch ein oder zwei Wochen warten und ein bisschen analysieren, bevor wir wirklich starke Schlussfolgerungen ziehen.“ Die Zahl der Todesfälle sei zwar leicht gestiegen, von 10 auf 13 je 1000 Patienten. „Aber das basiert auf einer ziemlich kleinen Datenmenge“, sagte Tildesley. Er sei sehr überrascht gewesen, dass Johnson die Information auf einer Pressekonferenz verkündet habe. „Ich mache mir Sorgen, dass wir Dinge voreilig melden, wenn die Daten noch nicht wirklich besonders aussagekräftig sind“, sagte Tildesley.

Regierungschef Johnson hatte am Vorabend gesagt, es gebe „einige Hinweise“, dass die Variante tödlicher ist als die bislang vorherrschende. Die Mutation B.1.1.7 war Ende vergangenen Jahres in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht und hatte sich rasch in London und Teilen des Landes ausgebreitet.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Die in Großbritannien aufgetretene Variante ist nach Ansicht britischer Experten 30 bis 70 Prozent leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. (Quelle: TSP, 23.01.21)


CDC: Schwere allergische Reaktion auf Moderna-Impfstoff „selten“

Schwere allergische Reaktionen auf den Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna sind nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC „selten“. Nach Verabreichung von mehr als vier Millionen Dosen des Vakzins seien nur bei zehn der Impfstoff-Empfänger sogenannte anaphylaktische Schocks aufgetreten, teilte die CDC am Freitag (Ortszeit) mit. Keine der allergischen Reaktionen habe zum Tod geführt.

Die CDC stützte sich bei ihrer Einschätzung auf die Dokumentation von insgesamt 4.041.396 Impfstoff-Dosen, die zwischen dem 21. Dezember 2020 und dem 10. Januar dieses Jahres verabreicht worden waren. Insgesamt wurden dabei 108 allergische Reaktionen festgestellt. Bei zehn Impfstoff-Empfängern, alle von ihnen Frauen zwischen 31 und 63 Jahren, waren diese Reaktionen demnach schwerwiegend.

Bei neun der Frauen lag laut CDC eine Allergiegeschichte vor, Unverträglichkeiten gegen Impfstoffe waren demnach jedoch nicht bekannt. Ebenfalls neun der Frauen reagierten innerhalb von 15 Minuten nach der Injektion des Moderna-Impfstoffs allergisch. Bei der zehnten Frau trat der anaphylaktische Schock 30 Minuten nach der Verabreichung des Impfstoffs auf. Sechs der Frauen mussten den Angaben zufolge im Krankenhaus behandelt werden.

„Die klinischen und epidemiolgischen Charakteristika der Berichte über anaphylaktische Schocks nach der Verabreichung des Covid-19-Impfstoffs von Moderna ähneln jenen infolge der Verabreichung des Covid-19-Vakzins von Biontech-Pfizer“, hieß es in der CDC-Mitteilung. Auch auf den Biontech-Pfizer-Impfstoff reagierten nach ersten Erkenntnissen mehr Frauen als Männer allergisch. Experten zufolge könnte dies jedoch auch daran liegen, dass bisher deutlich mehr Frauen als Männer gegen das Coronavirus geimpft wurden. (Quelle: TSP, 23.01.21)


Thüringens Bildungsminister: Schulen wohl bis Ostern geschlossen

In Thüringen gibt es vermutlich länger als bisher geplant keinen Präsenzunterricht in den Schulen. „Ich gehe davon aus, dass wir zumindest noch bis Ostern in dieser Situation verharren, dass wir mindestens bis Ostern mit diesem System der geschlossenen Schulen arbeiten müssen“, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nach Angaben des MDR vom Freitag im Thüringen Journal. Häusliches Lernen und Distanzlernen werde anhalten.

Gleichzeitig sagte Holter: „Es werden bestimmte Schülerinnen und Schüler in der Schule sein. Das sind insbesondere die Abschlussklassen und die, die besonderen Förderbedarf haben.“ Eltern, Kinder und Lehrer müssten sich darauf einstellen, länger durchhalten zu müssen, auch wenn das eine riesige Herausforderung und Belastung für alle sei. (Quelle: TSP, 23.01.21)


Ibiza wird abgeriegelt: Steiler Infektionsanstieg

Die beliebte spanische Urlauberinsel Ibiza wird ab Samstag wegen steil ansteigender Coronazahlen vorerst bis zum Monatsende weitgehend abgeriegelt. Die wie Mallorca, Menorca und Formentera zu den Balearen-Inseln im Mittelmeer gehörende Insel darf dann nur noch aus triftigem Grund besucht werden, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen, wie die deutschsprachige „Mallorca Zeitung“ am Freitag berichtete.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen sei auf Ibiza auf mehr als 1800 gestiegen, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press. Auch auf den anderen Balearen-Inseln ist die Lage kritisch. Insgesamt liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf den Balearen bei 309. In Deutschland wurde dieser Wert mit 115 angegeben. (Quelle: TSP, 22.01.21)


Mehr Tempo beim Impfen

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat mehr Tempo beim Impfen in Deutschland verlangt. „Im zweiten Quartal müssen jede Woche mehrere Millionen Bürgerinnen und Bürger geimpft werden“, sagte der Bundesfinanzminister dem „Münchner Merkur“ vom Samstag. „Das erfordert deutlich höhere Kapazitäten als wir im Augenblick haben.“ Er fügte hinzu: „Wenn endlich genügend Impfstoff da ist, muss es schnell gehen.“

Scholz rief alle zuständigen Stelle auf, sich auf die Beschleunigung der Impfkampagne vorzubereiten. „Alle, die im Land dafür Verantwortung tragen, müssen diese heiße Phase gut vorbereiten“, sagte er. „Es darf nicht passieren, dass wir zwar genügend Impfdosen haben, aber zu wenig Impftermine.“

Die Corona-Impfungen hatten Ende Dezember in Deutschland begonnen. Bis Freitagmittag wurden nach Angaben der Bundesregierung 1,5 Millionen Impfdosen verabreicht. (Quelle: TSP, 22.01.21)


Söder kritisiert Aiwanger

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seinen Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler) für dessen Forderung nach einer Öffnung von Skiliften und Hotels ab Februar kritisiert. Ohne seinen Namen zu nennen, griff der CSU-Chef die Forderung seines Wirtschaftsministers in seiner Rede auf dem digitalen CSU-Neujahrsempfang direkt auf und machte deutlich, dass für ihn die Debatte zur Unzeit komme. Die aktuellen Corona-Maßnahmen würden zunächst bis Mitte Februar gelten, was danach komme bleibe abzuwarten. Leider gebe es immer wieder Politiker, die gerne erklärten, „wann ganz sicher was geöffnet wird“.

„Mein dringender Rat ist, wir sollten tun, was notwendig ist“, sagte Söder. Um das Vertrauen der Menschen nicht zu beschädigen, sei es wichtig, dass Politiker das richtige wollten und auch das richtige tun. (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Bundesregierung: 20 Länder Hochrisikogebiet

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag erstmals mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten. Wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, gehören dazu das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA.
Hier ein Überblick.
(Quelle: TSP, 22.01.21)


Bayern:
Wirtschaftsminister fordert Öffnung von Hotels und Skiliften im Februar

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert, die Hotels und Skilifte im Februar wieder zu öffnen. Gemeinsam sollten die Wirtschaftsminister „auch auf Bundesebene diese Öffnungsschritte einfordern“ und nicht „wieder wie Kaninchen vor der Schlange warten, was von Frau Merkel und der Ministerpräsidentenkonferenz aus Berlin kommt“, sagte Aiwanger am Freitag in München.

„Bei Hotels seh‘ ich überhaupt keinen Grund, nicht öffnen zu dürfen“, sagte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Bundesvorsitzende der Freien Wähler. Die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin sollten „akzeptieren, dass man sich in einem Hotel nicht infiziert“. Er sei auch überzeugt, „dass wir die Skilifte zeitnah öffnen können“.

Die Österreicher zeigten, dass das gehe. Mit FFP-2-Masken an den Liften und Online-Buchungen vorab, um einen Andrang zu verhindern könnten die Pisten noch im Februar öffnen. Und auch die Heilbäder könnten mit guten Hygienekonzepten und Corona-Schnellstests am Eingang im Frühjahr wieder Gäste empfangen dürfen, forderte Aiwanger auf einem Tourismus-Forum der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. (Quelle: TSP, 22.01.21)


Zwei über 80-jährige werden nicht sofort geimpft

Zwei über 80 Jahre alte Eheleute aus Essen haben keinen Anspruch auf eine sofortige Impfung gegen das Corona-Virus. Das hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen am Freitag per Eilverfahren entschieden und damit eine Entscheidung aus der Vorinstanz bestätigt (Az.: OVG NRW 13 B 58/21). Der Beschluss ist unanfechtbar.

Die im eigenen Hausstand lebenden Eheleute hatten argumentiert, dass sie als über 80-Jährige dem höchsten Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Es sei rechtswidrig, dass zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime geimpft würden, auch wenn sie das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet hätten. Die beiden 83-Jahre alten Eheleute wollten erreichen, dass ihnen die Stadt Essen unverzüglich eine Möglichkeit zur Corona-Schutzimpfung verschafft.

Die Richter am OVG aber schlossen sich der Meinung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen an. Der Vorrang der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sei nicht zu beanstanden. Das sehe die Coronavirus-Impfverordnung ausdrücklich vor. Bewohner von Altenheimen hätten ein erhöhtes Risiko, weil sie auf eine Vielzahl von Kontakten angewiesen seien. Wer in einem eigenen Haushalt lebe, könne dagegen die Zahl seiner Kontakte beschränken. Auch dass zunächst das Personal der Pflegeheime geimpft wird, sei zulässig. (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Lateinamerika und Karibik: Außenhandel bricht ein

Die Corona-Pandemie hat den Außenhandel in Lateinamerika und der Karibik einbrechen lassen. Die Exporte aus der Region gaben im vergangenen Jahr um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach, die Einfuhren um 20 Prozent, wie aus einem am Freitag vorgestellten Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hervorgeht. Damit war 2020 für den Außenhandel der Region das schlechteste Jahr seit der Finanzkrise 2008/2009. Weltweit rechnet die Welthandelsorganisation mit einem Rückgang des Warenverkehrs um etwa neun Prozent.

Sorgen bereitet der Cepal zudem, dass der Handel innerhalb der Region seit einigen Jahren immer weiter zurückgeht. „Es ist dringend nötig, dass wir die regionale Integration wieder verstärken, um uns nach der Pandemie zu erholen“ sagte Cepal-Chefin Alicia Bárcena. „Wir brauchen ein besseres Zusammenspiel der verschiedenen Integrationsmechanismen, um die Fragmentierung des regionalen Marktes zu überwinden und einen nachhaltigen und inklusiven Aufschwung zu erreichen.“ (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Hundesalon darf öffnen

Ein Hundesalon darf auch unter Lockdown-Bedingungen weiterarbeiten, wenn er seine Dienstleistung ohne Kontakt zu anderen Menschen erbringt. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gab am Freitag einem Eilantrag statt und setzte die Einschränkungen des Landes in diesem Punkt mit sofortiger Wirkung außer Vollzug. (VGH BW, AZ: 1 S 139/21)

Die Antragstellerin hatte in ihren Hundesalons bereits im März 2020 einen „Schleusenbetrieb“ eingerichtet. Die Vierbeiner werden dabei ohne direkten Kundenkontakt übergeben, bezahlt wird auf Rechnung oder kontaktlos. Das Gericht verwies auf das im Einzelhandel erlaubte „Click & Collect“, bei dem Kunden per Telefon oder Internet Ware bestellen und später selbst abholen. Hundesalons müssten gleichbehandelt werden.

Zudem gingen das Robert Koch-Institut und die Bundesregierung davon aus, dass Haustiere das Coronavirus nicht übertragen können, sondern es von Mensch zu Mensch weitergegeben werde, argumentieren die Richter. Deshalb könnten Hundesalons weiterarbeiten, während Friseurbetriebe ausnahmslos geschlossen bleiben müssten. Der Beschluss des VGH ist unanfechtbar.

(Quelle: FAZ, 22.01.21)



Mecklenburg-Vorpommern: Ausgangsbeschränkungen bei geringerer Inzidenz

Verschärfte Corona-Regelungen wie Ausgangsbeschränkungen sollen in Landkreisen und kreisfreien Städten Mecklenburg-Vorpommerns bereits ab 150 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gelten. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in Schwerin an. Demnach galt diese Vorgabe zuvor erst bei einem Wert von mehr als 200.

Die verschärfte Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr soll in Mecklenburg-Vorpommern vom kommenden Montag an gelten. (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Steinmeier kritisiert „Ignoranten“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat diejenigen kritisiert, die sich nach wie vor nicht an die Corona-Schutzmaßnahmen halten. „Einige wenige Ignoranten oder diejenigen, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen sich an den Maßnahmen nicht orientieren, ihre Lebenshaltung anders gestalten, können manches gefährden“, warnte Steinmeier am Freitag in Berlin. Sie könnten „vor allem dafür sorgen, dass die Beschränkungen noch länger anhalten, als wir uns das alle wünschen“. (Foto: CC s. Archiv v. 3.5.20; Quelle: FAZ, 22.01.21)


Polen: Keine freien Termine für Ältere bis Ende März

In Polen sind nach Regierungsangaben bereits jetzt die meisten Termine für die Corona-Impfung von Senioren bis Ende März vergeben. Landesweit ständen für diesen Zeitraum nur noch 150.000 freie Termine zur Verfügung, sagte der Chef der Regierungskanzlei, Michal Dworczyk, am Freitag in Warschau.

In den frühen Morgenstunden war die Registrierung für Menschen im Alter von 70 bis 80 Jahren angelaufen, nach Regierungsangaben umfasst diese Gruppe 2,7 Millionen Bürger. Menschen im Alter von über 80 konnten sich bereits in der vergangenen Woche anmelden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Rentnern, die vor Ärztezentren für eine Anmeldung Schlange standen, da die Telefon-Hotline vollkommen überlaufen war. In Spitzenzeiten seien bis zu 300.000 Anrufe pro Minute eingegangen, sagte Dworczyk.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag verzeichnete Polen 6640 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im gleichen Zeitraum starben 346 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft. (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Es lebe das Brautpaar!

Die britische Polizei hat bei der Kontrolle der Corona-Auflagen eine Hochzeitsfeier mit fast 400 Gästen in London aufgelöst. Es habe sich um einen „völlig inakzeptablen Verstoß“ gegen das Gesetz gehandelt, sagt ein Polizeisprecher. Gemäß der zu Beginn des Jahres verschärften Lockdown-Maßnahmen sind nur Zusammenkünfte von sechs Personen erlaubt, Hochzeitsfeiern dürfen nur unter „außergewöhnlichen Umständen“ stattfinden. Die Polizei war wegen der Feier in einer Schule in Stamford Hill im Norden der britischen Hauptstadt alarmiert worden. Die Fenster waren den Angaben zufolge verhangen. Dem Veranstalter droht nun eine Strafe von 10.000 Pfund (gut 11.000 Euro). (Quelle: FAZ, 22.01.21)



Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Niedersachsen weiter hoch. Am Freitag, den 22. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.248 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 51 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.904. DieSieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken und liegt in Niedersachsen jetzt bei 94,7 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 22.01.21)


Grafschaft Bentheim: Sechs Neuinfektionen

Die Kreisverwaltung meldet am Freitag sechs neue Corona-Fälle in der Grafschaft Bentheim. Seit Beginn der Pandemie zählt der Landkreis 3043 bekannt gewordene Corona-Fälle. 2737 Menschen gelten inzwischen wieder als genesen, das sind 36 mehr als noch am Donnerstag. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach dem Niedersächsisches Landesgesundheitsamt sinkt von 83,8 am Donnerstag auf 72,9 am Freitag. Die Gesamtzahl der Todesfälle, die mit einer Infektion in Verbindung gebracht werden, liegt weiterhin bei 71.
In Quarantäne befinden sich 363 Grafschafter. Aktuell gibt es laut Statistik 235 Infizierte im Landkreis, das sind 30 Menschen weniger als noch am Vortag. 94 davon sind in Nordhorn gezählt, 10 weniger als gestern. (Quelle: GN, 22.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 22.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland muss heute keine weiteren CoViD-19-Toten melden. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit weiterhin 103.

Durch 63 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.291 (+63). Die Zahl ist im Vergleich neidrig. Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.702 Personen (+60) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 486 (+3) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.063 (-9) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 103,1 (= +337 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Inzidenz-Wert bei 83,8. (Stand: 21.01.21)

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 10 (-1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 5 (+1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim wird gemäß DIVI gegenwärtig nur ein (-2) CoVid-19-Erkrankter intensivmedizinisch und invasiv beatmet wird. (Stand: 21.01.21)

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 779 Menschen (+2) erkrankt. 728 (+3) von ihnen gelten als genesen. Bei 14 Pandemie-Toten führt dies in der Summe zu aktuell 37 (-1) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 203 181 2 20
Einheitsgemeinde Emsbüren 150 141 0 9
Samtgemeinde Freren 372 351 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 236 220 2 14
Stadt Haren (Ems) 368 358 1 9
Stadt Haselünne 297 274 4 19
Samtgemeinde Herzlake 195 179 4 12
Samtgemeinde Lathen 266 256 0 10
Samtgemeinde Lengerich 128 123 1 4
Stadt Lingen (Ems) 779 728 14 37
Stadt Meppen 692 607 12 73
Samtgemeinde Nordhümmling 226 199 1 26
Stadt Papenburg 909 753 16 140
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 48 39 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 107 99 3 5
Samtgemeinde Sögel 444 418 1 25
Samtgemeinde Spelle 320 285 13 22
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 411 356 11 44
Gesamt* 6.291 (+63) 5702 (+60) 103
Aktuelle Covid-19-Fälle 486

Lambrecht: Es geht nicht um Privilegien

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will coronabedingte Einschränkungen von Grundrechten für Geimpfte aufheben, wenn sicher feststeht, dass Geimpfte das Virus nicht mehr weitergeben können. „Solange nicht wissenschaftlich sicher belegt ist, dass die Impfung auch vor einer Weitergabe des Virus schützt, kommt eine unterschiedliche Behandlung von Geimpften gegenüber Nicht-Geimpften nicht infrage“, sagte die Justizministerin.

„Es geht hier nicht um Privilegien, sondern um die Rücknahme von Grundrechtsbeschränkungen“, sagt die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wenn sicher feststeht, dass von Geimpften keine Gefahr für andere ausgeht, fällt ein wichtiges Begründungselement für den Grundrechtseingriff weg.“ (Quelle: Tagesschau, 22.01.21)


WHO: Umgang mit Afrika bei Impfungen „zutiefst ungerecht“

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Afrikas schwache Position bei der Anschaffung von Impfstoff gegen das Coronavirus kritisiert. „Afrika läuft Gefahr, zurückgelassen zu werden, während Länder in anderen Regionen bilaterale Abkommen treffen“, teilte das Afrika-Büro der WHO am Donnerstagabend in Brazzaville mit. Diese Deals drohten, die Preise für Impfdosen auch für Entwicklungs- und Schwellenländer in die Höhe zu treiben.

„Es ist zutiefst ungerecht, dass die schwächsten Afrikaner weiter auf Impfungen warten müssen, während in reichen Staaten Gruppen mit geringem Risiko geschützt werden“, wird WHO-Afrika-Direktorin Matshidiso Moeti zitiert. Sie verurteilte zudem das „Horten“ von Impfstoff durch Industriestaaten: Dadurch werde der Zugang für Afrikas Gesundheitsarbeiter und Risikogruppen verzögert.

Laut WHO wurden bis Anfang dieser Woche 40 Millionen Covid-19-Impfungen in 50 Ländern verabreicht, der Großteil davon in Ländern mit hohem Einkommen. Guinea sei das einzige Land Afrikas, das bisher geimpft habe. In den kommenden Wochen sollen erste Dosen der globalen Impfinitiative Covax den Kontinent erreichen. (Quelle: ARD, 22.01.21)


Überblick am Morgen

  • Südafrika muss Dosen des CoViD-19-Impfstoffs von Oxford-AstraZeneca zu einem 2,5-mal höheren Preis als die meisten europäischen Länder kaufen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Das vom Virus am stärksten betroffene Land des Kontinents hat mindestens 1,5 Millionen Impfdosen beim Serum Institute of India bestellt, die im Januar und Februar erwartet werden.
  • Frankreich führt obligatorische PCR-Tests bei Einreisenden ein. Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte seinen Amtskollegen in der Europäischen Union mit, dass Frankreich ab Sonntag PCR-Tests für alle Reisenden nach Frankreich, auch aus anderen EU-Ländern, obligatorisch machen werde, teilte sein Büro am Donnerstag mit.
  • Covid-Hotspots in der Europäischen Union werden künftig als „dunkelrote“ Zonen gekennzeichnet, und Reisende aus diesen Gebieten müssen vor der Abreise einen Test ablegen und sich unter Quarantäne stellen.
  • In Südafrika ist Kabinettsminister Jackson Mthembu an dem Coronavirus gestorbe, der erste Minister des Kabinetts, der der Krankheit erlag.
  • In China hat die Hauptstadt Peking am Freitag in Teilen der Stadt Massen-Coronavirus-Tests begonnen, während Shanghai alle Krankenhausmitarbeiter testete. China käpft gegen den stärksten Ausbruch seit März 2020. China meldete am Freitag einen leichten Rückgang der neuen täglichen Fälle – 103 von 144 Fällen am Tag zuvor.
  • Mexiko verzeichnete für die Pandemie am Donnerstag neue Tageshöchstwerte. 22.339 neu bestätigte Coronavirus-Infektionen und 1.803 Todesfälle durch Covid wurden in den letzten 24 Stunden verzeichnet. Der jüngste Anstieg der Fälle hat die Krankenhäuser überflutet. Mexiko-Stadt ist das Epizentrum der Pandemie im Land. Die Krankenhäuser in der Megacity sind zu 89% ausgelastet, während landesweit 61% der Krankenhausbetten gefüllt sind.
  • Die Pandemie übt „echten Druck“ auf die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Tokio aus, sagte der australische Premierminister, nachdem in einem Bericht behauptet wurde, die japanische Regierung habe privat abgeschlossen, dass die Spiele dieses Sommers abgesagt werden müssen.
  • In Japan hat das Kabinett am Freitag Gesetzesentwürfe zur Verschärfung der Coronavirus-Einschränkungen gebilligt. Zum ersten Mal seit Beginn des Ausbruchs können Regelverstöße mit Geldstrafen und Gefängnisstrafen geahndet werden, berichtet AFP.
  • Die Anzahl der Aufnahmen auf Intensivstationen in Spanien steigt innerhalb von 14 Tagen um 60%, die Zahl der Krankenhausaufenthalte um 82%. In einigen Regionen wie z.B. Valencia sind sog. Feldkrankenhäuser eingerichtet worden.
  • Lieferverzögerungen gefährdet den Beginn der Einführung in Australien. Die australische Regierung hat Bundesstaaten bisher nicht informiert, wie viele Pfizer/Biontech-Impfstoffe das Land bis Mitte Februar erhalten wird.
  • Die Premiere des neuen James-Bond-Film No Time To Die verzögert sich erneut, weil Hollywood mit anhaltenden Pandemie-Problemen zu kämpfen hat. Daniel Craigs letzter Auftritt als 007 soll nun am 8. Oktober starten, teilte der offizielle Bond-Twitter-Account mit. Eigentlich sollte der Film nach mehreren Verzögerungen infolge der Corona-Pandemie jetzt im April veröffentlicht werden. (Quelle: The Guardian, 22.01.21)

Deutschland-Zahlen

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 859 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 50.642. Vor genau einer Woche waren 1113 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden.

Als Covid-19-Todesfall zählt das RKI nachweislich infizierte Menschen, die direkt an Corona gestorben sind und solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht abschließend klären lässt. Es liegt im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob es einen Fall als verstorben „an“ oder „mit“ Covid-19 an das RKI übermittelt. Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Covid-19-Todesfälle ohne die Corona-Einschränkungen um ein Vielfaches höher läge.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI außerdem 17.862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche hatte das RKI 22.368 Neuinfektionen verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bei 115,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern bleiben jedoch groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 218,4 und Brandenburg mit 194,4. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 80,9.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.106.262 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 22.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.780.200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, nimmt das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI, 22.01.21)


Infektiologe: Auch vierte und fünfte Welle möglich, also „im Akkord impfen“

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner hält in der Corona-Pandemie nicht nur eine dritte, sondern auch eine vierte und fünfte Welle für möglich. Womöglich würden diese aber flacher als die erste und zweite Welle verlaufen. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir eine riesige dritte Welle bekommen, weil wir relativ früh mit dem Lockdown eingegriffen haben“, sagt der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, der mit seinem Team vor einem Jahr die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte.

„Solange es keine Durchimpfung in der Bevölkerung gibt und solange wir nicht sommerliche Temperaturen draußen haben, sollten wir uns aber an den Gedanken gewöhnen, dass es vielleicht auch eine vierte und fünfte Welle geben kann“, sagte Wendtner weiter. „Wir haben es mit unserem Verhalten selbst in der Hand. Die Kunst wird darin liegen, dass wir von diesen Wellen nicht ganz so viel mitbekommen und sie flach halten. Und das funktioniert, wenn wir uns eher früher als später konsequent dazu entschließen, Einschränkungen zu akzeptieren.“ Diese könnten dann auch eher auf ein erträglicheres Mindestmaß reduziert werden.

Das Wichtigste sei es nun, zügig mit dem Impfen voran zu kommen. „Wir müssen quasi im Akkord impfen. Es darf keine Anstrengung zu groß sein, um zum frühestmöglichen Zeitpunkt einen Großteil unserer Bevölkerung zu erreichen. Das ist das A und O in dieser Pandemie. Wir dürfen hier auch im Sommer nicht vergessen, dass danach der Herbst kommt.“

Für offene Fragen und Zweifel an der Impfung müsse es mehr Aufklärung geben. Die Impfstoffe hätten alle üblichen Testphasen durchschritten, die Nebenwirkungen seien sehr gering. Jeder könne etwa mit Mund-Nasen-Schutz, Abstand und auch Impfung dazu beitragen, dass die Pandemie unter Kontrolle komme und einschränkende Maßnahmen gelockert werden könnten. „Das ist noch mal ein Appell an die Vernunft und an die Solidarität. Nur gemeinsam können wir es schaffen.“ (Quelle: TSP, 22.01.21)



USA: Biden sieht 500.000 Tote, Fauci Licht am Ende des Tunnels

Die jüngsten Sieben-Tages-Durchschnitte bei der Zahl der Neuinfektionen deuten dem US-Experten Anthony Fauci zufolge möglicherweise auf eine bevorstehende Verlangsamung bei den Neuinfektionen hin. Er glaube weiterhin, dass die meisten US-Bürger bis Jahresmitte geimpft sein dürften, sagte Fauci weiter. Sollte die Impfquote bis Ende des Sommers 70 bis 80 Prozent erreichen, könne bis zum Herbst ein gewisse Normalität wiedererlangt werden.

Andererseits, so Fauci, sei die zunächst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Variante des Virus bereits in gut 20 US-Bundesstaaten zu finden. Die ursprünglich in Südafrika gefundene Mutation sei dagegen wohl „noch nicht“ in den USA angekommen. Es sei diese Variante, die etwas mehr Anlass zur Sorge gebe.

Der neue US-Präsident Joe Biden hat die US-Amerikaner auf eine weitere Verschlimmerung der Corona-Lage im Land eingestimmt. Wahrscheinlich werde die Zahl der Corona-Toten im Februar eine halbe Million erreichen, sagte Biden im Weißen Haus. „Die Dinge werden sich weiter verschlechtern, bevor es besser wird“, mahnte er und versprach zugleich: „Wir werden das durchstehen.“

Die Ausbreitung des Virus ist in den USA weiterhin außer Kontrolle. Mehr als 400.000 Menschen sind bereits im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Mehr als 24 Millionen Infektionen mit dem Virus wurden insgesamt im Land gemeldet. In absoluten Zahlen liegen die Vereinigten Staaten damit weltweit an der Spitze. (Quelle: Taesschau, 21.01.21)


Frankreich will bis Ende August gesamte Bevölkerung impfen können

Frankreichs Regierung geht davon aus, bis Ende August die gesamte französische Bevölkerung impfen zu können. „Wir sind in der Lage, (…) 70 Millionen Menschen, die gesamte französische Bevölkerung, bis Ende August zu impfen (…), wenn alle bestellten Impfstoffe von den europäischen und weltweiten Gesundheitsbehörden genehmigt werden“, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran im Interview mit dem Sender TF1.

Er gehe davon aus, dass bis Ende Januar wahrscheinlich 1,3 bis 1,4 Millionen Menschen geimpft würden, Ende Februar würde die Zahl auf vier Millionen steigen. Bis zum Donnerstag wurden mehr als 800.000 Menschen in Frankreich geimpft.

(Quelle: Taesschau, 21.01.21)


Niederlande verhängen erste Ausgangssperre seit Zweiten Weltkrieg

In den Niederlanden gilt ab Samstag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine nächtliche Ausgangssperre: Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmt für die Maßnahme von 21.00 bis 04.30 Uhr, die mindestens bis zum 09. Februar gelten soll. Zwar sind die Infektionszahlen seit drei Wochen rückläufig. Gesundheitsexperten fürchten jedoch die neuen, ansteckenderen Virus-Varianten.

Ministerpräsident Mark Rutte begründete den Schritt mit der „großen, großen Sorge, die wir alle haben“, angesichts der deutlich ansteckenderen britischen Corona-Mutante. Der Vorstoß wurde unter anderem vom Rechtspopulisten Geert Wilders als „unverhältnismäßig“ kritisiert.

Mitte Januar hatte die Regierung bereits den Lockdown, der eigentlich am 19. Januar enden sollte, bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem ist es untersagt, mehr als einen Menschen in seiner Wohnung zu empfangen. (Quelle: TSP, 21.01.21)


NRW: FFP2 Masken o.a. ab Montag

Ab Montag müssen in Nordrhein-Westfalen OP-Masken, FFP2-Masken oder KN95-Masken in Bussen und Bahnen, Supermärkten, Arztpraxen und Gottesdiensten getragen werden. Das geht aus der neuen Coronaschutz-Verordnung des Landes hervor, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.

„Soweit Kinder unter 14 Jahren aufgrund der Passform keine medizinische Maske tragen können, ist ersatzweise eine Alltagsmaske zu tragen“, heißt es in der neuen Verordnung. Kinder bis zum Grundschulalter sind weiter von der Maskenpflicht ausgenommen. Wo man keine OP- oder FFP2-Maske tragen muss, gelten weitgehend die bisherigen Regeln für normale Alltagsmasken. Die muss man zum Beispiel weiter auf Spielplätzen benutzen.

Gestrichen wurde das allgemeine Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Lediglich der Verkauf ist zwischen 23 Uhr und 6 Uhr verboten. In Bayern war das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit vor wenigen Tagen gekippt worden. Auch in NRW hatte es nach Medienberichten rechtliche Bedenken gegeben.

Die neue Coronaschutz-Verordnung stellt unterdessen strengere Regeln für Religionsgemeinschaften auf, was das Abhalten von Gottesdiensten angeht. Sie müssen den Behörden unter anderem gemeldet werden. Zuletzt hatte es immer wieder Ärger um Gottesdienste freikirchlicher Gemeinden in Nordrhein-Westfalen gegeben. (Quelle: WDR, 21.01.21)


Biden-Erlasse gegen Corona-Pandemie

US-Präsident Joe Biden hat an seinem zweiten Tag im Amt eine Reihe von Erlassen unterzeichnet, mit denen er die Corona-Pandemie in den Griff bekommen will. „Wir sind nicht über Nacht in diesen Schlamassel geraten und es wird Monate dauern, um das umzukehren“, sagte Biden. „Trotz der besten Absichten werden wir Rückschläge erleben.“ Aber Hilfe sei unterwegs, versprach er den Amerikanern.

Die zehn Exekutivanordnungen, die Biden unterzeichnete, sollen die Impfstoffproduktion und die Testmöglichkeiten erhöhen, die Grundlage für die Wiedereröffnung von Schulen und Geschäften legen und unmittelbar die Verwendung von Masken verstärken. Unter anderem müssen Amerikaner diese künftig bei Reisen tragen. Die verpflichtende Nutzung von Masken in Regierungsgebäuden hatte Biden bereits am Mittwoch verordnet. (Quelle: ARD, 21.01.21)


EU-Gipfel berät über gemeinsame Strategie gegen mutierte Corona-Erreger

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am Donnerstagabend eine Video-Konferenz über den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie begonnen. EU-Ratspräsident Charles Michel eröffnete das Treffen, wie dessen Sprecher auf Twitter mitteilte. Im Zentrum steht die Eindämmung neuer Varianten des Coronavirus, die sich schneller verbreiten als der ursprüngliche Erreger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte vor dem Treffen ein entschlossenes und abgestimmtes Vorgehen, um die Ausbreitung der mutierten Erreger zu verhindern. Sie schloss Grenzkontrollen als letztes Mittel nicht aus, wenn Nachbarländer nicht genug täten. Sie wolle dies aber möglichst vermeiden, betonte die Kanzlerin. Frankreich hatte im Vorfeld „Gesundheitskontrollen“ an den EU-Binnengrenzen gefordert, Belgien brachte ein vorübergehendes Verbot „nicht wesentlicher Reisen“ ins Spiel.

Darüber hinaus ziehen die Staats- und Regierungschefs eine Zwischenbilanz der seit Ende Dezember laufenden Impfkampagnen. Dabei sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, die Produktion der Wirkstoffe zu erhöhen, um schneller größere Teile der Bevölkerung zu impfen. Kontrovers diskutiert wurde daneben im Vorfeld ein Vorschlag Griechenlands, über gemeinsame Impfzertifikate Urlaubsreisen zu ermöglichen. (Quelle: TSP, 21.01.21)


Spanien mit Höchstständen

Spanien meldet mit 44.357 neuen Corona-Fällen binnen 24 Stunden den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Zudem stieg die über 14 Tage gemessene Inzidenz auf 796 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner – auch dabei handelt es sich um den höchsten jemals verzeichneten Wert. (Quelle: Tagesschau, 21.01.21)


EU-Seuchenbehörde warnt vor Gefahr durch neue Virus-Varianten

Die EU-Seuchenbehörde sieht jetzt ein hohes bis sehr hohes Risiko im Zusammenhang mit den neuen Virus-Varianten, die zunächst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien nachgewiesen wurden. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) verweist in einem Bericht auf die höhere Übertragungsrate der mutierten Varianten. (Quelle: TSP, 21.01.21)


GB: 5 Millionen Impfdoesen

Im Kampf gegen das Coronavirus sind in Großbritannien nach Angaben von Premierminister Boris Johnson bisher mehr als fünf Millionen Impfdosen verabreicht worden. „Stich für Stich schützen wir die Verletzlichsten und kommen dem Sieg über das Virus näher“, twitterte Johnson. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, das Pflegepersonal impfe 200 Menschen in der Minute. Die Regierung hatte zuvor angekündigt, bis Mitte Februar die am meisten gefährdeten Menschen wie über 70-Jährige, Pflegeheimbewohner und medizinisches Personal zu impfen, insgesamt etwa 15 Millionen Menschen. (Quelle: ARD, 2101.21)


Weitere Nachweise der Corona-Varianten in Deutschland

Im Zuge der verstärkten Suche nach den neuen Coronavirus-Varianten hat es in Deutschland weitere Treffer gegeben. Das Robert Koch-Institut (RKI, Foto lks.) hat bislang (Stand 21.1., 0.00 Uhr) 28 Nachweise der Variante B.1.1.7 aus sieben Bundesländern gemeldet bekommen, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Variante war erstmals in Großbritannien aufgetaucht und gilt als besonders infektiös. Für die Variante, die sich zunächst in Südafrika stark verbreitete, waren dem RKI insgesamt 17 Fälle aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bekannt. Die Meldungen können beim RKI allerdings zeitverzögert ankommen.

Am Donnerstag wurde erstmals in Sachsen eine Infektion mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus bekannt. Die Frau Mitte 20 war am Leipziger Universitätsklinikum ambulant und nicht wegen eines Corona-Verdachts behandelt worden. Die Infektion war laut Klinikum im Zuge eines Routine-Screenings aller Patienten nachgewiesen worden.

In Berlin waren neben anderen Nachweisen allein auf einer Station des Humboldt-Klinikums bei 15 Infizierten die britische Variante registriert. Der landeseigene Vivantes-Konzern bestätigte entsprechende Tagesspiegel-Recherchen. Bei den Fällen bei Patienten und Personal hieß es, die Ansteckungen seien nicht mit Reisen zu erklären.

In Deutschland wird noch lange nicht jeder Infizierte auf die genaue Virusvariante untersucht. Über die mögliche Verbreitung der Varianten aus Großbritannien und auch aus Südafrika könne bisher nichts gesagt werden, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV).

Die Warnung der Bundeskanzlerin und der Spitzen der Länder insbesondere vor der UK-Variante und die Aufforderung zu mehr Sequenzierungen seien „nachdrücklich zu unterstreichen“, erklärte die Berliner Gesundheitsverwaltung. (Foto: RKI v. 28.10.20; Quelle:Tsp, 21.01.21)


Will Meyer-Werft Stammbelegschaft gegen Werkvertragsarbeiter austauschen?

Es brodelt bei der Meyer Werft in Papenburg: Bis zu 1.800 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Dagegen haben am Donnerstagmittag mehrere Hundert Beschäftigte protestiert.

Die Beschäftigten kamen zum Schichtwechsel auf dem Parkplatz der Meyer Werft zusammen. Betriebsrat Nico Bloem kritisierte, dass die Werft weiter Kernarbeiten des Schiffbaus an Werkvertragspartner vergebe, bei der Stammbelegschaft aber Mitarbeitende entlassen wolle, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. 3.500 eigene Beschäftigte müssen laut Betriebsrat derzeit täglich nach sechs Stunden in Kurzarbeit nach Hause gehen, während rund 2.000 Werkvertragsarbeiter Überstunden machten. Das sei ein Skandal, so gehe man nicht mit der Belegschaft um. „Das werden wir uns nicht gefallen lassen“, so Bloem. Die Belegschaft ist zudem verärgert über ein Papier zum möglichen Stellenabbau, das in den vergangenen Tagen aufgetaucht war.

Wie viele Beschäftigte es am Ende tatsächlich trifft – darüber sollten Gespräche zwischen Werft, Gewerkschaft und Betriebsrat Klarheit bringen. Die Arbeitnehmervertreter haben die Gespräche aber unterbrochen. Der Betriebsrat fordert Informationen darüber, wie viele Werksvertragsunternehmen aktuell Mitarbeitende auf der Werft beschäftigen, welche Arbeiten sie verrichten und was in dieser Hinsicht für dieses Jahr auf der Werft geplant ist. Solange dem Betriebsrat diese Daten nicht vorlägen, würden die Arbeitnehmervertreter keine Gespräche führen, sagte Bloem.

Die Werft selbst betont, alle Bilanzen und Wirtschaftsdaten offengelegt zu haben. Dem Unternehmen liege sehr daran, die Gespräche fortzusetzen, so ein Werftsprecher. Das Unternehmen hat angekündigt, am Freitag per Videokonferenz Fragen der Mitarbeitenden zu beantworten. (Quelle: NDR, 21.01.21)


Asselborn: Strikt gegen Grenzschließungen

Vor dem EU-Gipfel zur Corona-Pandemie hat Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sich strikt gegen Grenzschließungen gewandt. Dies sei „nicht zielführend“ und verstoße aus seiner Sicht gegen EU-Recht, sagte er am Donnerstag im Deutschlandfunk. Es gehe ihm dabei „nicht um Tourismus“, sondern vor allem um Grenzgänger insbesondere im Gesundheitsbereich. Denn bei Grenzschließungen breche „in Luxemburg das Gesundheitswesen zusammen“.

Asselborn verwies darauf, dass in der EU 30 Prozent der Menschen in Grenzregionen lebten. Für Luxemburg mit seiner zentralen Lage habe dies besondere Bedeutung. Allein aus Deutschland kämen täglich 50.000 Pendler zum Arbeiten ins Land, ebenso viele seien es aus Belgien und aus Frankreich sogar 100.000, sagte er. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Südafrikanische Mutation in Leipzig

Am Leipziger Universitätsklinikum ist am Mittwoch erstmals die als sehr ansteckend geltende Mutation des Coronavirus aus Südafrika nachgewiesen worden. Man habe gegen die betroffene Person, bei der die Virus-Variante B.1.351 festgestellt worden sei, umgehend strenge Quarantäne-Maßnahmen verhängt und mit der Nachverfolgung des Infektionswegs begonnen, teilte die Leipziger Stadtverwaltung am Donnerstag mit.

Das Klinikum erklärte, es sei der erste Nachweis der Mutante in Leipzig und ganz Sachsen. Das Institut untersucht demnach seit dem 17. Dezember alle positiven Proben aus den insgesamt pro Woche dort anfallenden rund 4.000 Corona-Tests auf Hinweise einer Mutation. In keinem weiteren Fall sei bisher eine solche festgestellt worden, hieß es.

Mit der Corona-Pandemie hat Sachsen zudem eine Rekordzahl an Todesfällen binnen eines Monats verzeichnet. Fast 970 Menschen seien im Dezember in dem Bundesland gestorben, teilte das Statistische Landesamt am Donnerstag in Kamenz mit. Das seien so viele wie noch nie in einem Monat in den vergangenen 40 Jahren und fast doppelt so viele wie im Dezember 2019.

Sachsen gehört zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern in Deutschland. Inwieweit andere Faktoren zu dem Höchstwert beigetragen haben, konnten die Fachleute abschließend erst im Sommer sagen, hieß es. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Merkel: „Auf Rang eins einer Öffnung stehen Kitas und Schulen“

Was auf jeden Fall hängen geblieben ist vom mehr als einstündigen Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Bundespressekonferenz: Sie räumt mit Blick auf mögliche Lockerungen von Corona-Maßnahmen Kitas und Schulen den Vorrang ein. Man könne bei Erreichen der 50er-Inzidenz nicht wieder alles aufmachen, sondern müsse Prioritäten setzen, sagte sie. Anderenfalls drohe schnell wieder exponentielles Wachstum. „Eine Priorität für mich ist ganz klar, dass zuerst Kitas und Schulen wieder geöffnet werden müssen.“

Merkel sagte weiter: „Aber danach wird es natürlich nicht ganz einfach. Ich würde mal sagen, aus praktischen Gründen müsste man dann bald die Friseure rannehmen, aber das ist jetzt mehr anekdotisch.“ Weiter erwähnte sie den Einzelhandel. Man müsse immer über die Auswirkungen diskutieren, sagte Merkel mit Blick auf Öffnungsschritte, „sonst würden wir uns, glaub ich, gleich wieder zurückwerfen“. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 21.01.21)


Meyer Werft in der Corona-Krise

Die Krise auf der Meyer Werft in Papenburg lässt die Belegschaft um ihre Jobs bangen. Weil keine neuen Aufträge mehr reinkommen, stehen laut Werft bis zu 1.800 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Wie viele es tatsächlich am Ende sind – darüber sollten Gespräche zwischen Werft, Gewerkschaft und Betriebsrat Klarheit bringen. Die Arbeitnehmervertreter haben die Gespräche aber unterbrochen und für heute Mittag Proteste vor der Werft angekündigt.

Die Belegschaft ist verärgert über die Geschäftsführung. Die hatte aufgrund der Krise offenbar Überlegungen zum Jobabbau angestellt. Zudem ist der Betriebsrat sauer, weil die noch immer Verträge mit Werkvertragsunternehmen abgeschlossen werden. Offenbar sei doch genug Arbeit vorhanden, sagte Betriebsrat Nico Bloem gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Der Betriebsrat fordert jetzt Informationen darüber, wie viel Werksvertragsunternehmen aktuell Mitarbeiter auf der Werft beschäftigen. Welche Arbeiten sie verrichten und was in dieser Hinsicht für dieses Jahr auf der Werft geplant ist. Solange dem Betriebsrat diese Daten nicht vorlägen, würden die Arbeitnehmervertreter keine Gespräche führen, sagte Bloem.

Die Werft selbst betont, alle Bilanzen und Wirtschaftsdaten offengelegt zu haben. Dem Unternehmen liege sehr daran, die Gespräche fortzusetzen, so ein Werftsprecher. Die Protestaktion soll zum Schichtwechsel stattfinden. Die Polizei rechnet mit rund 70 Teilnehmern. Der Betriebsrat geht von gut 800 aus. (Quelle: NDR, 21.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Niedersachsen immer noch hoch. Am Donnerstag, den 21. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.444 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 43 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.853. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gesunken und liegt in Niedersachsen jetzt bei 97,4 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 21.01.21)


Überblick am Morgen

  • US-Präsident Joe Biden hat einen Erlass unterschrieben, in dem Donald Trumps Entscheidung, die Weltgesundheitsorganisation zu verlassen, zurückgezogen wird, was im Juli dieses Jahres in Kraft getreten wäre. Am 6. Juli 2020 informierte der Trump die WHO offiziell über den Rückzug des Landes, trotz weit verbreiteter Kritik und eines fast vollständigen Mangels an internationaler Unterstützung für den Schritt inmitten einer Pandemie.
  • „Keine Panik, du bekommst einen Impfstoff“, sagt die WHO. Die stellvertretende Generaldirektorin der WHO, Mariangela Simao, erklärte, die UN-Gesundheitsbehörde arbeite daran, den Zugang zu Coronavirus-Impfdosen auf der ganzen Welt sicherzustellen. „Niemand muss in Panik geraten, keinen Impfstoff zu bekommen“, sagte Simao.
  • Ein neuer US-amerikanischer CDC-Chef wurde vereidigt. Dr. Rochelle Walensky, 51, Spezialistin für Infektionskrankheiten an der Harvard Medical School und am Massachusetts General Hospital, wurde am Mittwoch als neue Leiterin der Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten vereidigt. Sie übernimmt das Ruder zu einer Zeit, in der die Zahl der Todesopfer des Landes 400.000 überschritten hat und sich weiter beschleunigt.
  • Die Mitarbeiter des staatlichen NHS bereiten sich in London darauf vor, Patienten mit zwei Londoner Bussen zu transportieren, die zu provisorischen Krankenwagen umgebaut wurden. Dies ist ein weiteres Zeichen für die Belastung, die Covid für das Gesundheitswesen der Hauptstadt darstellt.
  • Joe Biden unterzeichnete Executive Orders zur Bekämpfung der Pandemie. Biden wandte sich nach seiner Vereidigung umgehend dem Kampf gegen CoViD-19 zu und unterzeichnete Befehle, um das Tragen von Masken und soziale Distanzierung in Bundesgebäuden und -gebieten vorzuschreiben und eine Position als CoViD-19-Reaktionskoordinator einzurichten
  • Australien verzeichnete heute (Donnerstag) den vierten Tag ohne Coronavirus-Fälle, was den Chef des bevölkerungsreichsten Staates des Landes dazu veranlasste, besondere Reisemöglichkeiten auf die pazifischen Inselnationen zu fordern.
  • Die Coronavirus-Impfstoffe müssen möglicherweise in diesem Jahr neu entwickelt werden, um den Schutz gegen eine neue Mutation zu verbessern, die in Südafrika schnell aufgetaucht ist. Untersuchungen zufolge sind frühere Covid-Patienten möglicherweise nicht vor einer erneuten Infektion geschützt.
  • Indonesien plant, die breite Öffentlichkeit irgendwann zwischen Ende April und Mai mit Covid-19-Impfungen zu versorgen, sagte Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin am Donnerstag. (Quelle: The Guardian, 21.01.21)

Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 21.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute zwei weitere CoViD-19-Tote aus Papenburg und Sögel. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit 103; Papenburg, die nördlichste Kommune im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 141 (-6) akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis.

Durch 68 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.228 (+68). Die Zahl ist im Vergleich neidrig. Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.642 Personen (+55) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 483 (+7) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.074 (-49) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 103,1 (= +337 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Wert mit einer Inzidenz von 83,37 wiederum leicht gesunken.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 10 (-1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 5 (+1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim wird gemäß DIVI gegenwärtig nur ein (-2) CoVid-19-Erkrankter intensivmedizinisch und invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 777 Menschen (+10) erkrankt. 725 (+6) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 38 (+4) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 197 178 2 17
Einheitsgemeinde Emsbüren 148 139 0 9
Samtgemeinde Freren 371 350 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 233 219 2 12
Stadt Haren (Ems) 367 357 1 9
Stadt Haselünne 294 273 4 17
Samtgemeinde Herzlake 195 178 4 13
Samtgemeinde Lathen 266 256 0 10
Samtgemeinde Lengerich 127 121 1 5
Stadt Lingen (Ems) 777 725 14 38
Stadt Meppen 683 598 12 73
Samtgemeinde Nordhümmling 221 198 1 22
Stadt Papenburg 889 732 16 141
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 47 39 1 7
Einheitsgemeinde Salzbergen 107 98 3 6
Samtgemeinde Sögel 442 411 1 30
Samtgemeinde Spelle 318 283 13 22
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 406 352 11 43
Gesamt* 6.228 (+68) 5.642 (+55) 103 (+2)
Aktuelle Covid-19-Fälle 483 (+11)

Deutschland-Zahlen

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 20.398 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.088.400.

Nach den Angaben des RKI wurden zudem 1.013 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 49.783.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz geht weiter auf 119 zurück von zuletzt 123. Das ist der niedrigste Wert seit dem 1. November. Bund und Länder streben an, den Wert der binnen sieben Tagen gemeldeten Ansteckungen pro 100.000 Einwohner auf unter 50 zu drücken, um das Virus unter Kontrolle zu bringen und das Gesundheitssystem zu entlasten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei der Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen betont, dass dieses Ziel erreichbar und dringend nötig sei, um sich vor der Ausbreitung der infektiöseren Virus-Mutationen zu schützen. (Quelle: RKI, 21.01.21)


USA: Inzwischen mehr Covid-19-Tote als im Weltkrieg gestorbene US-Soldaten

Die Zahl der Corona-Toten in den USA ist inzwischen höher als jene der während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gefallenen oder auf andere Weise gestorbenen US-Soldaten. Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete bis zum späten Mittwochabend (US-Ostküstenzeit) rund 406.000 Todesfälle in Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Pandemie. Nach Angaben des US-Veteranenministeriums waren im Zweiten Weltkrieg insgesamt 405.399 Soldaten der US-Streitkräfte gestorben.

Die symbolische Marke wurde an dem Tag überschritten, als der neue US-Präsident Joe Biden sein Amt antrat. Er hat die Bekämpfung der Pandemie, welche die USA auch in eine verheerende Wirtschaftskrise gestürzt hat, zur Priorität seiner ersten Amtsmonate erklärt. Seinem Vorgänger Donald Trump wird von seinen Kritikern vorgeworfen, die Pandemie verharmlost und damit zur massiven Ausbreitung des neuartigen Virus beigetragen zu haben. (Quelle: TSP, 21.01.21)


Impfbereitschaft in Deutschland hat zugenommen

Seit dem Start der Corona-Impfungen kurz nach Weihnachten ist die Impfbereitschaft in Deutschland leicht gestiegen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 67 Prozent, dass sie sich impfen lassen wollen. 40 Prozent wollen das so schnell wie möglich tun. Weitere 27 Prozent haben das zwar fest vor, wollen aber noch mögliche Folgen der Impfung anderer abwarten.

Kurz vor dem offiziellen Start der Impfkampagne in der gesamten EU am 27. Dezember hatten 32 Prozent angegeben, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen, weitere 33 Prozent wollten das erst später tun. 19 Prozent lehnten damals eine Corona-Impfung ab, inzwischen sind es 20 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist von 16 Prozent auf 13 Prozent gesunken.

Die Angst vor Nebenwirkungen hat unterdessen deutlich abgenommen. Vor dem Start der Impfkampagnen gaben noch 57 Prozent an, negative Folgen zu fürchten. Jetzt sind es nur noch 47 Prozent. 45 Prozent haben heute keine Angst mehr – im Vergleich zu 33 Prozent im Dezember. (Quelle: TSP, 21.01.21)


Schwarzenegger geimpft

Glückwunsch, Arnie! Wenn ich sehe, wie das in Amiland geht und das mit diesem Riesen-Verwaltungsbohei bei uns vergleiche… Aber vor allem: Die haben so gar Impfstoff.

(21.01.21)


Niedersachsen und Corona: Opposition klagt vor Staatsgerichtshof

Gibt es bei der Umsetzung der Corona-Verordnungen ein Demokratie-Defizit? Zumindest am Anfang? Darüber verhandelt heute der Staatsgerichtshof, Niedersachsens höchstes Verfassungsgericht.

Geklagt hatten die Oppositionsparteien Grüne und FDP – sie wenden sich gegen die Landesregierung. Beklagt wird, dass im April und Mai drei Verordnungen erlassen wurden, bei denen möglicherweise die Unterrichtungspflicht des Landtags nicht erfüllt wurde, die aber in der Landesverfassung verankert ist. Die Opposition sieht sich – gerade zu Beginn der Corona-Krise – von der Landesregierung ungenügend informiert und eingebunden.

Die Regierung informierte zwar die Spitzen der Fraktionen über die fortlaufenden Änderungen der Corona-Verordnungen. Vorab wurden aber nicht der Landtag als Ganzes und sämtliche Abgeordnete informiert. Nach Eingang der Klage beim Staatsgerichtshof änderte die Regierung ihre Praxis und informiert seitdem den Landtag über den Inhalt von Änderungen der Corona-Verordnung vorab. Eine Verpflichtung dazu sieht sie aber weiterhin nicht, wie das Gericht mitteilte. Am Freitag wird der Landtag in einer Sondersitzung über die Ergebnisse der Bund-Länder-Gespräche vom vergangenen Dienstag debattieren. Ein Urteil wird am Donnerstag nicht erwartet. (Quelle: NDR, 21.01.21)


Australien: Keine Infektionen

Australien meldet den vierten Tag in Folge keine neuen Corona-Fälle. Die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklien, signalisiert im „Sydney Morning Herald“ eine Lockerung der Einschränkungen. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


China-Zahlen

Die chinesische Gesundheitsbehörde meldet 144 Coronavirus-Fälle. Die Behörde teilt mit, 126 Fälle seien lokalen Ursprungs. In China, wo die weltweite Seuche zuerst registriert wurde, steigt damit die Zahl der bekannten Infizierten auf 88.701. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Hausärzte warnen vor überhöhten Maskenpreisen

Der Deutsche Hausärzteverband hat vor überhöhten Preisen für OP- und FFP2-Masken im Onlinehandel gewarnt und Festpreise gefordert. „Sinnvoll wäre, sicherzustellen, dass die Masken zu fairen Preisen verkauft werden“, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Es müsse verhindert werden, dass es – wie beim ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr bei Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier – zu Wucherpreisen komme. „Hierzu könnte beispielsweise ein Festpreis festgelegt werden, der nicht überschritten werden darf“, sagte Weigeldt.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass in Bussen, Bahnen und Geschäften künftig Masken getragen werden müssen, die besser schützen als Alltagsmasken aus Stoff. Das können OP-Masken sein, FFP2-Masken oder auch KN95-Masken, die einen vergleichbaren Standard haben. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Deutscher Lehrerverband „…braucht ein Jahr zusätzlich“

Der Deutsche Lehrerverband fordert, lernschwachen Schülerinnen und Schülern bundesweit anzubieten, das Schuljahr wegen der Corona-Pandemie freiwillig zu wiederholen – ohne dass sie als „Sitzenbleiber“ gelten. „Es gibt eine Schülergruppe, die braucht ein Jahr zusätzlich“, sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag). Spätestens bei den Abschlussprüfungen oder im Abitur würden diese Jugendlichen sonst scheitern.

„Der Schüler geht dann mit weniger Rüstzeug von der Schule – und hat im weiteren Leben schlechtere Chancen“, warnte Meidinger. In einem Wiederholungsjahr könnten die Schüler gezielt Lernstoff nachholen und gefördert werden. Ideen wie automatische Versetzungen, ein halbes Extra-Schuljahr oder einen generellen Verzicht auf Sitzenbleiben und Noten wies er zurück. „Es ist besser, jetzt Druck wegzunehmen, zu sagen, das Schuljahr ist so nicht zu schaffen, ihr braucht und bekommt mehr Zeit.“

Das freiwillige Wiederholen eines Schuljahres ist auch heute schon möglich. Mancherorts wird dies allerdings als Wiederholung wegen Nichtversetzung gewertet. Das bedeutet, dass ein Jugendlicher unter Umständen die Schule verlassen muss, wenn er eine Klasse freiwillig wiederholt und am Ende des Schuljahres nicht versetzt wird. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


USA-Zahlen

Die amerikanische Seuchenbehörde CDC meldet 153.106 neue Coronavirus-Fälle. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Erreger angesteckt haben, auf 24.135.690. Die Zahl der nach einer Infektion gestorbenen Amerikaner wächst um 2297 auf 400.306. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


„Dann Gnade uns Gott“

Krankenhausärzte schließen nicht aus, dass wegen der in Großbritannien entdeckten Corona-Mutation noch härtere Einschränkungen in Deutschland nötig werden. „Wenn die Mutation so schlimm ist, wie Angaben aus England es vermuten lassen, dann Gnade uns Gott. Dann könnte es sein, dass wir alles noch mal neu bedenken müssen“, sagte Michael Weber, Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Weber verwies auf regional noch sehr hohe Infektionszahlen. Sachsen sei „absolut am Limit“, in Südbrandenburg und Thüringen sei die Lage kritisch, in Bayern gebe es trotz bereits verschärfter Regeln noch zu viele Neuinfektionen. Ein Einschleppen der Mutante könnte daher ein schnelles Nachschärfen des Lockdowns erforderlich machen, etwa mit Ausgangssperren. „Ich hoffe, dass wir dazu nicht kommen müssen“, so Weber.


USA: Biden verordnet Maskenpflicht

Der neue amerikanische Präsident Joe Biden hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie für die nächsten 100 Tage eine Maskenpflicht an allen Orten im Zuständigkeitsbereich des Bundes angeordnet. Wenige Stunden nach seiner Vereidigung am Mittwoch unterzeichnete Biden im Weißen Haus eine entsprechende Verfügung. Die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, erstreckt sich auf alle Bereiche, in denen die Bundesregierung Hoheitsgewalt hat. Das sind beispielsweise Gebäude von Bundesbehörden, Flugzeuge und Züge sowie Busse im Verkehr zwischen Bundesstaaten. Auch alle Mitarbeiter der Bundesregierung sind dazu verpflichtet.

Biden hat den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu einem seiner wichtigsten unmittelbaren Ziele erklärt. Die Regierung von Bidens Vorgänger Donald Trump hatte das Tragen einer Maske nur empfohlen. Trump war immer wieder in die Kritik geraten, weil er selbst in der Regel auf eine Maske verzichtete und die Gefahr durch das Coronavirus kleinredete. In einem Tweet nach seiner eigenen Covid-19-Erkrankung hatte Trump geschrieben: „Habt keine Angst vor Covid. Lasst es nicht Euer Leben dominieren.“

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Biden für die ersten 100 Tage seiner Amtszeit neben der Maskenpflicht zwei weitere zentrale Ziele ausgerufen: Bis zum Ablauf der Frist sollen mindestens 100 Millionen Impfdosen verabreicht werden und die meisten Schulen wieder öffnen können. Biden hat wiederholt betont, das Tragen einer Maske sei eine „patriotische Pflicht“ und kein politisches Statement. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Baden-Württemberg: Tod nach Zweitinfektion

In Baden-Württemberg ist ein registrierter Corona-Patient nach einer zweiten Infektion mit dem Virus gestorben. Es ist der erste solche Fall im Südwesten, der bekannt geworden ist, und womöglich auch in Deutschland. Der Mann habe im Landkreis Freudenstadt gelebt, teilte das Landesgesundheitsamt am Mittwochabend in Stuttgart mit. Im April 2020 sei erstmals eine Corona-Infektion bei ihm nachgewiesen worden. Ende Dezember 2020 habe sich der Mann abermals angesteckt, was Anfang Januar festgestellt worden sei. „Der Patient verstarb im weiteren Verlauf an einer Covid19-Pneumonie (Lungenentzündung) und Sepsis mit Multiorganversagen.“

Der Mann habe Vorerkrankungen gehabt, sagte Stefan Brockmann der Nachrichtenagentur dpa. Er leitet in dem Landesgesundheitsamt das Referat Gesundheitsschutz und Epidemiologie. Es sei wahrscheinlich, dass der Verstorbene bei der ersten Infektion keine starke Immunität ausgebildet habe. Die Chance, dass sich ein Mensch ein zweites Mal mit dem Coronavirus ansteckt, sei bisher sehr gering. Es gebe vereinzelte Fälle, bei denen die Patienten beim ersten Mal nicht genügend Antikörper ausgebildet hätten. (Quelle: FAZ, 20.01.21)


Nächstes Update heute Mittag


Söder: Bayern startet mit Wechselunterricht am 1. Februar

Ein Pandemiegeschehen in Schulen und Kitas sei möglich, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Deswegen bleibe es beim Distanzunterricht und bei einer ausschließlichen Notbetreuung in Kitas. Ab 1. Februar wolle man jedoch mit einem Wechselunterricht in den Abschlussklassen für Abitur und Berufsausbildung beginnen. Es hänge allerdings vom Infektionsgeschehen ab. Sollten die Zahlen wieder stark steigen, „dann wird es nicht gehen“, sagt Söder. Gehe der Trend weiter wie derzeit, dann werde der Schritt umgesetzt.Es wären dann etwa 2,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht. Beim Thema Versetzung wolle man die „Freischuss-Regeln“ weiter übernehmen. Ein „Nicht-Versetzen“ würde auf die Schulkarriere eines Schülers nicht angerechnet werden. (Quelle: FAZ, 20.01.21)


Vatikan impft Obdachlose

Im Vatikan werden kostenlose Impfungen für Obdachlose in Rom angeboten. Sie finden im Atrium der Paul-VI-Halle statt, dem riesigen Auditorium, in dem die wöchentlichen päpstlichen Generalaudienzen stattfinden. Etwa 25 Obdachlose erhielten ihre erste Dosis, weitere Gruppen würden in den kommenden Tagen geimpft werden, teilt der Vatikan mit. Vergangene Woche erhielten Papst Franziskus (84) und der zurückgetretene Papst Benedikt (93) ihre ersten Impfdosen. (Quelle: The Guardian, 20.01.21)


Biontech/Pfizer-Impfstoff schützt offenbar gegen B.1.1.7-Mutation

Der von Pfizer und BioNTech entwickelte Covid-Impfstoff scheint vor der sich schnell in Großbritannien ausbreitenden Coronavirus-Variante zu schützen. Der englische The Guardian zitiert die PA Medien:

Die Ergebnisse stammen aus wachsenden Befürchtungen, dass die als B117 bezeichnete Variante Mutationen aufweist, die die Wirksamkeit der Impfstoffe zum Schutz gegen Covid-19 verringern könnten. In einer neuen Studie, die noch nicht von Experten begutachtet wurde, haben Forscher von BioNTech Blutproben von 16 Personen gesammelt, die den Pfizer-Impfstoff in früheren klinischen Studien erhalten hatten. Sie fanden heraus, dass eine im Labor hergestellte Version des Virus – mit allen Mutationen, die der B117-Variante ähneln – durch Antikörper neutralisiert wurde. (Quelle: The Guardian, 20.01.21)


Türkei zeigt, wie es geht: 1 Million Impfungen in einer Woche

Die Türkei hat innerhalb von sieben Tagen mehr als eine Million Menschen geimpft. Die Marke wurde heute überschritten, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Die Türkei hatte am vergangenen Donnerstag mit Massenimpfungen mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac begonnen – an diesem Tag ließ sich auch Präsident Recep Tayyip Erdogan impfen.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte sich sogar schon einen Tag vor dem offiziellen Start der Kampagne eine Spitze geben lassen. Die Türkei hatte Ende Dezember drei Millionen Dosen des chinesischen Impfstoffs erhalten. Das Land mit rund 83 Millionen Einwohnern hat seit März rund 2,3 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus und rund 24.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Am Dienstag wurden 6818 Neuinfektionen gemeldet. Noch im Dezember hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen bei rund 30.000 gelegen. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Niedersachsen nach den Corona-Beschlüssen:
„Fest für eine Variante entscheiden.“

Bei den Schulen geht das Land Niedersachsen nach dem Corona-Gipfel einen eigenen Weg: Statt alle Schüler ins Homeschooling zu schicken, werden Grundschüler von der Präsenzpflicht befreit.

Damit umgeht die Landesregierung den Wechsel ins sogenannte Szenario C, den reinen Distanzunterricht. Gerade für junge Schüler sei das Lernen in der Schule besonders wichtig, ebenso der Kontakt zu Gleichaltrigen, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch in einer Pressekonferenz betonte. In Niedersachsen gilt damit dieselbe Regelung wie bereits in der Vorweihnachtszeit. Die Erwartung sei, dass sich die Klassen erheblich leeren, so Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs hatten sich am Dienstag nach intensiver Diskussion darauf geeinigt, Schulen im Grundsatz geschlossen zu lassen und diesen Bereich „restriktiv“ handzuhaben. Sozialdemokrat Weil sieht die neue Regelung durch den Bund-Länder-Kompromiss gedeckt.

Die Eltern wüssten selbst am besten, was gut für ihre Kinder ist, sagte Tonne. Bis Freitag sollen sie sich „fest für eine Variante entscheiden“, damit die Schulen planen können. Dafür soll das Ausfüllen eines Formblatts genügen, das bereits an die Schulen verschickt worden sei. Die Entscheidung gilt laut Kultusminister Tonne erst einmal bis Mitte Februar – bis dahin gilt die am Dienstag beschlossene Lockdown-Verlängerung. Abschlussklassen bleiben im Szenario B, die Jugendlichen müssen weiterhin wochenweise in die Schule gehen, wie das Ministerium mitteilte.

Relativ zügig hat sich die Bund-Länder-Runde am Dienstag darauf verständigt, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern das Homeoffice ermöglichen müssen. Eine entsprechende Regelung soll laut Bundesarbeitsministerium „am Mittwoch kommender Woche“ in Kraft treten. Wo Arbeit weiterhin in Präsenz erforderlich sei, müssen demnach für Arbeitsbereiche auf engem Raum die Belegung reduziert oder FFP2-Masken zur Verfügung gestellt werden. Weil begrüßte die Entscheidung. Er bat die Verantwortlichen in den niedersächsischen Unternehmen und anderen Institutionen, für diejenigen Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten können, die Arbeits- oder Dienstzeiten noch stärker als bislang zu flexibilisieren. „Wir werden das auch in der Landesverwaltung tun“, sagte Weil. „Es muss uns gemeinsam gelingen, die mit vollen Bussen und Bahnen verbundenen Infektionsgefahren drastisch zu reduzieren.“

Um besonders im öffentlichen Nahverkehr und in Supermärkten die Infektionsgefahr zu verringern, einigten sich Länderchefs und Kanzlerin auf eine Verschärfung der Maskenpflicht. In beiden Bereichen werden medizinische Masken – dazu gehören sogenannte OP-Masken oder FFP2-Masken – verpflichtend. Sogenannte Alltagsmasken aus Stoff genügen dann nicht mehr. Die niedersächsische Staatskanzlei hatte vor dem Corona-Gipfel Bedenken an einer alleinigen FFP2-Masken-Pflicht geäußert, weil dann sichergestellt werden müsste, dass genügend kostenlose Exemplare verfügbar sind. Sogenannte OP-Masken sind dagegen wesentlich günstiger.

Für das Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen wird beim Kontakt mit Bewohnerinnen und Bewohnern eine FFP2-Maskenpflicht vorgeschrieben, wie die Staatskanzlei mitteilte. Außerdem seien bereits in der jetzigen niedersächsischen Verordnung verpflichtende Testungen für alle Bediensteten mehrmals pro Woche angeordnet. Auch Angehörige und Freunde der Bewohner müssen schon jetzt ab einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen bei jedem Besuch einen Schnelltest durchführen lassen, hieß es weiter.

Die vor dem Gipfel von Kanzlerin Merkel ins Gespräch gebrachten landesweiten Ausgangsbeschränkungen auch außerhalb von Corona-Hotspots wurden nicht beschlossen. Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen verständigte man sich lediglich auf einen Passus, wonach Länder und Landkreise in Regionen mit hohen Infektionszahlen zusätzliche Maßnahmen verhängen können. Das ist im Sinne der Landesregierung. Diese hält eine Ausgangssperre nur in Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche für sinnvoll. (Quelle: NDR, 20.01.21)


Chef-Virologe Fauci wird Ehrenbürger in Sizilien

Anthony Fauci (80), US-amerikanischer Virologe mit italienischen Wurzeln, wird Ehrenbürger des sizilianischen Sciacca. Das teilte die Gemeinde bei Agrigent mit. Faucis Großeltern väterlicherseits, Antonino Fauci und dessen Ehefrau Calogera, stammten aus der für ihre Thermalquellen und den Karneval bekannten Hafenstadt. Ursprünge mütterlicherseits liegen in der Gegend von Neapel und im schweizerischen Chur.

Zusammen mit den Bürgerrechten soll Fauci in Sciacca auch die Ehrenmitgliedschaft in der Italienischen Gesellschaft für Medizingeschichte erhalten. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Intensivmediziner sehen Notwendigkeit für längeren Lockdown

Intensivmediziner gehen davon aus, dass die geltenden Einschränkungen noch mindestens bis Ende Februar oder Anfang März andauern müssen. „Mitte Februar wird aus unserer Sicht nicht ausreichen, um von den hohen Inzidenzzahlen herunter zu kommen“, sagte der Vorsitzende der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Er pochte auch auf bundesweit einheitliche Regeln für den Lockdown. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


OVG Saarland: Familien im Saarland dürfen sich wieder treffen

Familien im Saarland dürfen sich vorläufig wieder mit mehr als zwei Haushalten und mehr als fünf Menschen treffen. Die Regelung der Corona-Verordnung zu den Kontaktbeschränkungen wurde teilweise außer Vollzug gesetzt, wie das saarländische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Saarlouis mitteilte. Das Gericht gab einer Frau Recht, die durch die Regelung daran gehindert wird, gemeinsam mit ihrem Mann ihre Enkel und deren Eltern zu treffen.

Grund für die Entscheidung des Gerichts sind zwei widersprüchliche Regelungen in der aktuellen Verordnung. Einerseits schreibt diese vor, dass sich ein Haushalt mit einem Menschen aus einem weiteren Haushalt treffen darf. Andererseits ist der familiäre Bezugskreis von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen. Nach Ansicht des OVG ist das ein Widerspruch. Für die Betroffenen sei nicht klar, welche Regel für sie gelte. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Frankreich: Studentenproteste

In mehreren französischen Städten haben Studenten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestiert. Es müsse für „alle Studenten“ wieder Lehrveranstaltungen geben, auch wenn bei reduzierter Teilnehmerzahl mehr Lehrende eingestellt werden müssten, sagte die Präsidentin der französischen Studentengewerkschaft UNEF, Mélanie Luce. Die Studenten, die wegen der Corona-Maßnahmen derzeit online lernen müssen, klagen über Vereinsamung und finanzielle Probleme.

Bei einer Demonstration mit Hunderten Teilnehmern in Paris riefen Protestierende Parolen wie „inkompentente Politik, sterbende Jugend“. In den vergangenen Wochen waren mehrere Suizide oder Suizid-Versuche unter Studenten bekannt geworden. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


1820 Corona-Tote in Großbritannien binnen 24 Stunden

Großbritannien hat den zweiten Tag in Folge einen Höchstwert an Corona-Todesfällen registriert: Innerhalb von 24 Stunden wurden 1820 Todesfälle gemeldet. Wie die Regierung weiter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen mit 38.905 Fällen etwas höher als am Vortag. Auch die Einweisungen ins Krankenhaus blieben mit 3887 Fällen auf hohem Niveau. Die Krankenhäuser sind insbesondere in England unter enormem Druck.

Inzwischen haben in Großbritannien aber auch bereits 4,6 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten. Insgesamt wurden bisher knapp 96.000 Sterbefälle registriert, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein erwähnt wurde. Andere Berechnungen besagen, dass bereits mehr als 108.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Biden: Wir können das Coronavirus besiegen

Der neue US-Präsident Joe Biden hat sich zu Beginn seiner Amtszeit zuversichtlich gezeigt, dass die USA die Pandemie hinter sich lassen können. „Wir können das todbringende Virus besiegen“, sagte Biden nach seiner Vereidigung vor dem Kapitol in Washington.

Die USA müssten der Pandemie als geschlossene Nation begegnen, appellierte er. Biden will die Amerikaner unter anderem aufrufen, zunächst 100 Tage lang Masken in der Öffentlichkeit zu tragen. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Arztpraxis in Cottbus wegen Corona-Verstößen geschlossen

Im brandenburgischen Cottbus ist erstmals eine Arztpraxis wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzvorschriften geschlossen worden. Wie die Stadt mitteilte, wurden der praktizierenden Ärztin wiederholte Verstöße gegen Auflagen sowie gegen Anordnungen des Gesundheitsamts zur Last gelegt. Die Praxisräume seien daher amtlich versiegelt und ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden.

Unter anderem hatte das Gesundheitsamt demnach die Ärztin wegen des Kontakts zu einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person unter Quarantäne gestellt. Sie habe jedoch weiterhin praktiziert und dabei Patienten ohne Mund-Nasen-Bedeckung behandelt.

Die brandenburgische Landesärztekammer bezeichnete derartige Verstöße als Ausnahme. Zu den Vorwürfen gegen die Cottbusser Ärztin wollte sich die Ärztevertretung mit Blick auf das laufende Verfahren nicht äußern. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Merkel mahnt zu größter Vorsicht – auch bei 50er-Corona-Inzidenz

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu größter Vorsicht im Umgang mit der Pandemie selbst für den Fall gewarnt, dass – wie angestrebt ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche – erreicht werden sollte.

Man solle „bitte nicht denken, dass, wenn wir bei 50 sind, das Leben des Sommers sofort wieder da ist. Dann sind wir sofort wieder im exponentiellen Wachstum“, warnte Merkel nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Frankreich fordert vor Gipfel Kontrollen an EU-Grenzen

Frankreich hat vor dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs Corona-Kontrollen an den Grenzen zwischen den Mitgliedstaaten gefordert. Die französische Regierung sei dafür, dass „Gesundheitskontrollen“ eingeführt würden, „sobald das möglich“ sei, sagte ein Regierungssprecher.

Die Staats- und Regierungschefs beraten am Donnerstagabend in einer Video-Konferenz über die Corona-Lage. Besondere Besorgnis lösen mutierte Virenformen aus, die sich schneller verbreiten als der bisherige Erreger. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Corona-Mutationen: Sechs Fälle von Berliner Klinik, drei in NRW

Auf einer Berliner Krankenhausstation ist bei vier Patienten und zwei Mitarbeitern die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante nachgewiesen worden. Es bestehe aber keine Kenntnis von vorherigen Aufenthalten in Großbritannien, teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung mit.

Alle Fälle betreffen eine Station der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Humboldt-Klinikums im Bezirk Reinickendorf, wie der kommunale Vivantes-Konzern mitteilte. Am Vormittag war zunächst von drei Patienten mit der neuen Variante die Rede. Diese seien durch ein berlinweites Routinescreening am 14. Januar aufgefallen, hieß es. (

In Nordrhein-Westfalen sind ebenfalls drei Fälle der Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden, die erstmals in England entdeckt worden war und die als deutlich ansteckender gilt.

Es gebe drei bestätigte Fälle, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Experten berichteten aber, dass es in den benachbarten Niederlanden viele Fälle gebe. Er wolle dies in den grenznahen Regionen im Auge behalten. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Giffey zu Maßnahmen: Schulen als erstes wieder öffnen

Nach den Bund-Länder-Beratungen unterstützt Familienministerin Franziska Giffey (SPD) die neuen Beschlüsse zu Schul- und Kitaschließungen. Gleichzeitig fordert sie eine schrittweise Öffnung, sobald das Infektionsgeschehen dies zulässt.

„Diese Entscheidungen sind notwendig, um zu vermeiden, dass wir noch über Monate in einer Situation wie jetzt bleiben müssen“, sagte die Ministerin. Die Kinderbetreuung etwa in Schulen und Kitas müsste als erstes wieder starten, „sobald es das Infektionsgeschehen zulässt und sobald wir auch über konkrete Öffnungsstrategien sprechen können.“

(Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Überblick am Morgen

  • Die britische Coronavirus-Mutattion ist bislang in mindestens 60 Ländern nachgewiesen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch mit, 10 mehr als vor einer Woche. Angesichts der weltweiten Zahl der Todesopfer von weit über zwei Millionen und neuen, Besorgnis erregenden neuen Varianten des Virus setzen sich Länder auf der ganzen Welt damit auseinander, wie Infektionen verlangsamt werden können, bis Impfstoffe allgemein verfügbar sind.
  • Der neue, zuerst in Südafrika festgestellte Stamm ist inzwischen in 23 Ländern und Gebieten aufgetreten, teilte die WHO in ihrem wöchentlichen Update mit. Sie nimmt an, dass auch er deutlich ansteckender ist.
  • Die Zahl der Nordkorea-ner, die nach Süden überlaufen, sank im vergangenen Jahr, nachdem Pjöngjang angesichts der Coronavirus-Pandemie seine Grenze geschlossen hatte, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Das Ministerium sagte, die Zahl liege weit unter den 1.047 von 2019.
  • In China hat die Hauptstadt Peking am Mittwoch angekündigt, alle Personen zu untersuchen, die ab dem 10. Dezember aus dem Ausland eingereist sind, nachdem der größte tägliche Anstieg in neuen Fällen seit mehr als drei Wochen gemeldet wurde.
  • China: Die Nationale Gesundheitskommission teilte am Mittwoch mit, dass am 19. Januar insgesamt 103 neue Fälle gemeldet wurden, gegenüber 118 am Tag zuvor. Die nordöstliche Provinz Jilin meldete 46 Neuinfektionen, während die Provinz Hebei in der Region von Peking 19 neue Fälle meldete. Die Hauptstadt selbst meldete sieben neue Fälle.
  • Zwei Fälle mit der britischen Virus-Variante, die besonders ansteckend sein soll, sind erstmals in Peking entdeckt worden. Wie das Gesundheitsamt nach Angaben von Staatsmedien berichtete, handelt es sich nach ersten Untersuchungen um importierte Infektionen. Sie seien im südlichen Stadtteil Daxing identifiziert worden, wo auch der neue internationale Flughafen der chinesischen Hauptstadt liegt. Die Genom-Analyse deute darauf hin, dass es sich um die Mutation B.1.1.7 handele.
  • Joe Biden gedachte am Tag vor seiner Amtseinführung bei einer Mahnwache in Washington DC der mehr als 400.000 Amerikaner, die bisher an Covid-19 gestorben sind. Gleichzeitig äußerten viele US-Amerikaner ihre Trauer in den sozialen Medien.
  • Mexiko meldete die höchste tägliche Zahl der Todesopfer seit Beginn der Coronavirus-Pandemie. Am Dienstag wurden 1.584 Todesfälle bestätigt. Es gab auch einen fast rekordverdächtigen Anstieg der neuen Virusfälle von 18.894 innerhalb eines Tages. In Mexiko wurden fast 1,67 Millionen Coronavirus-Infektionen und fast 143.000 durch Tests bestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 bestätigt. Angesichts der extrem niedrigen Testrate des Landes deuten offizielle Schätzungen darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer näher bei 195.000 liegt. (Quelle: The Guardian, 20.01.21)

Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 20.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute zwei weitere CoViD-19-Toten aus Papenburg. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland hat damit die 100erMarke überschritten; sie beläuft sich jetzt auf 101 Verstorbene (+2). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 147 (+3) akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis.

Durch 44 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.160 (+44). Die Zahl ist im Vergleich neidrig. Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.587 Personen (+26) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 472 (+16) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.123 (-13) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 97,3 (= +318 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der Wert mit einer Inzidenz von 85,3 wiederum niedriger.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 11 (+/-0) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/-0) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 3 (+1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 1 (+/-0) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 767 Menschen (+5) erkrankt. 719 (+/-0) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 34 (+5) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 194 175 2 17
Einheitsgemeinde Emsbüren 146 134 0 12
Samtgemeinde Freren 369 350 15 4
Einheitsgemeinde Geeste 230 218 2 10
Stadt Haren (Ems) 366 357 1 8
Stadt Haselünne 291 273 4 14
Samtgemeinde Herzlake 193 177 4 12
Samtgemeinde Lathen 264 254 0 10
Samtgemeinde Lengerich 126 121 1 4
Stadt Lingen (Ems) 767 719 14 34
Stadt Meppen 674 594 12 68
Samtgemeinde Nordhümmling 221 193 1 27
Stadt Papenburg 879 717 15 147
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 47 37 1 9
Einheitsgemeinde Salzbergen 106 98 3 5
Samtgemeinde Sögel 437 406 0 31
Samtgemeinde Spelle 315 280 13 22
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 395 349 11 35
Gesamt* 6160 (+44) 5587 (+26) 101 (+2)
Aktuelle Covid-19-Fälle 472 (+16)

Drosten: „Wir müssen jetzt was machen, später … ist es zu spät“

Der Virologe Christian Drosten geht in Deutschland von einer bislang geringen Verbreitung der ansteckenderen Corona-Variante aus, die zunächst in Großbritannien entdeckt wurde. Er sehe jetzt ein Zeitfenster, um die Ausbreitung hierzulande im Keim zu ersticken, sagte der Experte für Coronaviren von der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. „Wir müssen jetzt was machen, wenn wir speziell das Aufkeimen der Mutante in Deutschland noch beeinflussen wollen. Später kann man das nicht mehr gut machen, dann ist es zu spät.“ In Großbritannien hätten Lockdown-Maßnahmen bereits Effekte gezeigt. Anhand nun vorliegender Daten ist für den Virologen anzunehmen, dass die Variante tatsächlich ansteckender ist als frühere Formen.

Nachdem zuletzt eine starke Ausbreitung bestimmter Corona-Varianten im Ausland beobachtet wurde, wird nun auch in Deutschland verstärkt danach gesucht. Drosten geht von eingeschleppten Fällen vor allem über die Weihnachtstage aus. Die in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 etwa wurde laut Robert-Koch-Institut (RKI) bisher in 20 Fällen in sechs Bundesländern nachgewiesen.

Generell betonte Drosten, dass Virusmutationen normal seien und auch nicht zwangsläufig mit relevanten Veränderungen der Eigenschaften einhergehen. (Quelle: FAZ, 20.01.21)


Weil: Maßnahmen genügen – „Nach allem, was wir sehen…“

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) geht davon aus, dass die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus genügen. „Nach allem, was wir sehen, ja“, sagt er in der ARD auf eine entsprechende Frage. Es gebe eine „stetig reduzierte Zahl der Infektionen“, begründet er seine Einschätzung. Zugleich gebe aber es mit den Varianten des Coronavirus eine „große Unbekannte“.

Beim Homeoffice setze er auf die Einsicht der Arbeitgeber. „Es ist am Ende des Tages auch für die Wirtschaft das Beste, wenn wir die drohenden Risiken insbesondere durch die Mutation und wenn wir den Rückgang der Infektionen möglichst schnell beschleunigen können.“ Ein staatliches Eingreifen werde nur in Ausnahmefällen notwendig sein. (Foto: CC s. Archiv v. 2810.20; Quelle: FAZ, 20.01.21)


Deutschland-Zahlen:
1.148 neue Todesfälle, deutlich mehr als vor einer Woche

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1.148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekannt gab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19.600 Neuinfektionen und 1.060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend. Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 123,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 237,7 und Brandenburg mit 208,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,5.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,89). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI, 20.01.21)


Arbeitsminister Heil fordert: Homeoffice nutzen

Nach den Bund-Länder-Gesprächen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Beschäftigten und Unternehmen aufgefordert, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen.

Zugleich warnte er in „Bild live“ am Abend Arbeitgeber davor, die Möglichkeit zum Homeoffice willkürlich abzusagen und kündigte Kontrollen an. „Sie müssen klar sagen, wo es geht – und auch, wo es nicht geht. Wo es möglich ist, sollen sie es ermöglichen und das wird im Zweifelsfall auch von Arbeitsschutzbehörden überprüft.“ Von den Beschäftigten erwarte die Regierung, dass sie das Homeoffice im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Anspruch nähmen. (Foto: CC s. Archiv v. 22.11.20; Quelle: ARD, 20.01.21)


Bund und Länder verlängern Steuererleichterung für Unternehmen

Bund und Länder verlängern wegen der anhaltenden Corona-Pandemie eine steuerliche Erleichterung für Unternehmen. Die Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer kann demnach auch für das Jahr 2021 ausgesetzt werden, wenn das jeweilige Unternehmen stark von der Krise betroffen ist. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen.

Die Verlängerung sei ein deutliches Zeichen zur Unterstützung von Unternehmen und ihrer Liquidität, hieß es. Die Vorauszahlung muss ein Unternehmer als eine Art Pfand leisten, wenn er seine Umsatzsteuer-Voranmeldungen später als vorgeschrieben abgeben will. Da die Frist für diese Voranmeldungen sehr kurz ist, machen viele Unternehmen von der Regelung Gebrauch. Bereits im vergangenen Jahr war die Sondervorauszahlung wegen der Krise ausgesetzt worden. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Brasilien mit dramatischen Zahlen

Brasilien verzeichnete am Dienstag 62.094 Neuinfektionen. Das ist ein steiler Anstieg im Vergleich zu den 23.671 Neufällen, die am Montag und Sonntag bei 33.040 Fällen gemeldet wurden, wobei die täglichen Infektionszahlen in Brasilien schon seit Monaten dramatisch variieren.

Das Gesundheitsministerium meldete 1.192 neue Covid-19-Todesfälle, was die Zahl der Todesopfer in Brasilien auf 211.491 erhöhte.

Nur die USA haben weltweit mehr Todesfälle als Brasilien, und Brasilien hat nach den USA und Indien die dritthöchste Anzahl an Infektionen weltweit. (Quelle: The Guardian, 19.01.21)


Merkel zu den Bund-Länder-Beschlüssen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Angela Merkel hatte nach den Bund-Länder-Beratungen die Pressekonferenz am Abend mit Optimismus eröffnet. Die Zahlen der Neuinfektionen gingen zurück. „Sie machen uns Mut.“ Es spreche alles dafür, dass die harten Einschnitte der vergangenen Wochen sich auszahlten, sagte Merkel.

Sie unterstrich, sich dafür einzusetzen, dass auch die Nachbarländer Deutschlands ähnlich agierten. Die Maßnahmen in Deutschland hätten wohl keinen Erfolg, wenn die Nachbarländer „nicht synchron“ arbeiteten. Die Gefahr bestehe dann, dass das mutierte Virus von außen nach Deutschland getragen werde und die Bemühungen der Menschen hier damit zunichte mache. Sollte es kein einheitliches Vorgehen geben, „müssen wir auch Vorkehrungen treffen“, sagt Merkel. Am Donnerstag kommt die Kanzlerin mit den anderen EU-Staats- und Regierungschefs zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten.

Die Kanzlerin Angela Merkel rechtfertigte den Beschluss von Bund und Ländern, auch die Schulen und Kitas bis zum 14. Februar geschlossen zu halten. Darüber sei lange gerungen worden, und alle seien sich bewusst, dass dies „unglaubliche Einschränkungen“ seien. Aber es gebe ernsthafte Hinweise, dass die mutierte Form des Virus sich stärker bei Kindern und Jugendlichen verbreite. „Und das müssen wir auch ernst nehmen.“

(Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Gewerkschaft für Gastgewerbe will Mindest-Kurzarbeitergeld

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sieht angesichts der seit November andauernden Schließungen der Gastronomie viele Beschäftigte in ihrer Existenz bedroht. „Ihre Löhne sind ohnehin niedrig, das Kurzarbeitergeld reicht entsprechend bei Weitem nicht – viele können kaum noch ihre Miete bezahlen“, erklärt die Gewerkschaft. „Deshalb machen wir uns für ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro stark.“ (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Bund und Länder einigen sich mühsam

Seit dem frühen Nachmittag haben Bund (Wappen oben) und Länder (Wappen unten) über neue Corona-Beschlüsse beraten. Nun steht fest: Der Lockdown in Deutschland wird bis zum 14. Februar verlängert. Für Diskussionen sorgte vor allem der Umgang mit Schulen und Kitas

Der bis Ende Januar befristete Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland wird bis Mitte Februar verlängert. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach den Beratungen von Bund und Ländern mit. Damit bleiben etwa die Gastronomie, Freizeiteinrichtungen sowie ein Großteil des Einzelhandels geschlossen. Ausnahmen gelten weiterhin zum Beispiel für Supermärkte.

Merkel sagte nach Ende des mehrstündigen Corona-Gipfels in Berlin, trotz sinkender Neuinfektionszahlen seien die Maßnahmen gerade mit Blick auf die Mutation des Coronavirus notwendig. „Es geht um die Vorsorge“, sagte Merkel.

Weiterhin müssten Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Bund und Länder wollen einen weitgehenden Anspruch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu einführen. Die Regelung soll bis 15. März gelten.

Zugleich wurde vereinbart, die Maskenpflicht zu verschärfen. So müssen künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen der Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. Normale Alltagsmasken sind dort dann nicht mehr zugelassen.

Besonders lang wurde über das weitere Vorgehen bei den Schulen diskutiert. Vereinbart wurde, dass auch sie bis zum 14. Februar „grundsätzlich“ geschlossen bleiben beziehungsweise die Präsenzpflicht ausgesetzt ist. Dies soll restriktiv umgesetzt werden. In Kindertagesstätten soll analog verfahren werden. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Überblick am Abend

  • Die Covid-Pandemie hat bestätigt, wie unterfinanziert und machtlos die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist, um die Aufgaben zu erfüllen, die die Welt von ihr erwartet: Das sagt ein unabhängiges Expertengremium.
  • Deutschland verlängert seinen nationalen Lockdown bis zum 14. Februar; neue Vorschriften schreiben das Tragen von medizinischen Masken in Geschäften und im öffentlichen Verkehr vor.
  • Die südostspanische Region Valencia wird alle Bars und Restaurants „für eine begrenzte Zeit“ schließen, um die dritte Welle des Coronavirus zu verlangsamen.
  • Die EU-Mitgliedstaaten werden sich bis Ende des Monats auf die Form einer gemeinsamen Impfbescheinigung einigen; es gibt jedoch bislang keine Pläne, den Inhabern solcher Dokumente Reiserechte zu gewähren, so die Europäische Kommission.
  • Emirates und Etihad, zwei der größten Fluggesellschaften des Nahen Ostens, werden nach eigenen Angaben zu den ersten Unternehmen gehören, die eine Anwendung testen, mit der Coronavirus-Tests und -Impfungen vor Reiseantritt überprüft werden können. Die Fluggesellschaften haben sich mit der International Air Transport Association (IATA) zusammengetan, um zu den „ersten Fluggesellschaften“ weltweit zu gehören, die den IATA Travel Pass testen, teilten beide Fluggesellschaften in separaten Erklärungen mit.
  • Die Niederlande wollen die Lockdown-Maßnahmen „so bald wie möglich“ verstärken, um die Ausbreitung des Coronavirus angesichts der Befürchtungen über übertragbarere Varianten einzudämmen. Gesundheitsminister Hugo de Jonge sagte in einem Schreiben an das Parlament, dass die Regierung morgen Nachmittag zusätzliche Maßnahmen beschließen werde.
  • Dänemark will Obdachlosen vorrangig gegen CoViD-19 impfen. Nach Angaben der Sozialdienste gibt es in Dänemark etwa 6.500 Obdachlose. Die Entscheidung folgt nach Aufforderungen von Wohltätigkeitsorganisationen und Behörden, die auf ein erhöhtes Übertragungsrisiko unter Obdachlosen hingewiesen haben. Dänemark will auch seine Anti-Corona-Maßnahmen verlängern.
  • Die brasilianische Stadt Manaus im Amazonasgebiet hat mit Impfungen begonnen, weil das Gesundheitssystem der größten Stadt des Regenwaldes angesichts der Zunahme von Infektionen und der schwindenden Sauerstoffversorgung zusammenbricht.
  • Thailand will jeden strafrechtlich verfolgen, der falsche Informationen über Coronavirus-Impfstoffe in sozialen oder Massenmedien teilt. Die Ankündigung erfolgte, nachdem der Regierung vorgeworfen wurde, zu langsam zu handeln, um die Bevölkerung des Landes zu impfen, und die Strategie des Landes für den Coronavirus-Impfstoff als abhängig von einem Unternehmen des thailändischen Königs kritisiert wurde.
    (Quelle: The Guardian, 19.01.21)

Niedersachsen: Laptops für Lehrer

Das Land Niedersachsen kann für 50 Millionen Euro mobile Endgeräte für Lehrer anschaffen. Das Kabinett stimmte am Dienstag der Bund-Länder-Vereinbarung „Leihgeräte für Lehrkräfte“ zu. Zur Erinnerung: Der erste Lockdown liegt 10 Monate zurück…

Die Vereinbarung ist die dritte Erweiterung des Digitalpakts Schule. Zuvor gab es bereits das Sofortausstattungsprogramm für Schüler und die Unterstützung der Schulträger bei Verwaltungskosten. Für Niedersachsen stehen aus dem Pakt insgesamt mehr als 670 Millionen Euro für die Schulen bereit.

Über die aktuelle Vereinbarung erhält das Bundesland rund 47 Millionen Euro und stockt diese mit einem Eigenanteil von zehn Prozent um 4,7 Millionen Euro auf. Der Eigenanteil wird aus dem Corona-Sondervermögen des Landes bereitgestellt. Die Mittel sollen 2021 ausgegeben werden. Nach Angaben des Kabinetts ist es Ziel, die Schulen in die Lage zu versetzen, Lehrkräften etwa Laptops, Notebooks und Tablets für den Unterricht zur Verfügung zu stellen. Eine entsprechende Förderrichtlinie wird zeitnah veröffentlicht.

Die aktuelle Lage mit einem hohen Anteil an reinem Distanzunterricht zeige, dass das Thema mit Nachdruck verfolgt werden müsse, das gelte auch nach einem möglichen Ende der Corona-Pandemie, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Das Lernen mit digitalen Medien werde immer mehr zu einem festen Teil des Schulalltags, daher seien auch die Lehrkräfte entsprechend zu unterstützen. (Quelle: NDR, 19.01.21)


Zäh: Bund und Länder verhandeln

Bund und und Länder verständigen sich darauf, den zunächst bis Ende Januar befristeten Lockdown bis zum 14. Februar zu verlängern. Für den öffentlichen Nahverkehr werde das Tragen einer medizinischen Maske vorgeschrieben, erfährt Reuters aus laufenden Beratungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder weiter. Selbstgenähte Stoffmasken sind nicht mehr zulässig. Die Beratungen dauern um 21 Uhr bereits fast sieben Stunden. Noch tut sich in Berlin nichts.

In der Debatte mit den Ministerpräsidenten über eine weitere Schließung von Schulen zeigte sich Kanzlerin Angela Merkel nach Informationen von Reuters aus Verhandlungskreisen sehr verärgert. Sie habe in der Schalte zwischenzeitlich sogar mit einer eigenen Protokollnotiz gedroht. Zwar sei man sich mittlerweile einig, dass die Schulen bis zum 14. Februar geschlossen bleiben, heißt es. Aber es gebe Differenzen, ob die Auslegung restriktiv genug sei. Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun haben mehrfach gewarnt, dass auch Schulen zur Ausbreitung von Infektionen beitrügen, was gerade angesichts der Mutationen gefährlich sei.

In einer Fassung der Vorlage von Montagabend war noch die Reduktion der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr vorgesehen, die Verkehrsmittel sollten maximal zu einem Drittel besetzt sein. In einer neueren Vorlage fehlt dieser Vorschlag. Aus dem Abschnitt zu den Kontaktbeschränkungen wurde der warnende Verweis gestrichen, dass in anderen Staaten „generell nur Treffen mit Personen aus ein oder zwei weiteren fest definierten Haushalten gestattet seien“. In der Vorlage wurden außerdem die Passagen zur Fortsetzung des Lockdowns in Kitas und Schulen als strittig markiert. Ursprünglich war vorgesehen, die Schulen bis Mitte Februar geschlossen zu halten.

Die Länder bogen den Vorstoß des Bundes ab, Ausgangsbeschränkungen auch außerhalb von Corona-Hotspots in die gemeinsamen Beschlüsse aufzunehmen. Nach längerer Debatte einigten sich Bundesregierung und Länder nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen am Dienstag lediglich auf einen Passus, in dem festgehalten wird, dass in Regionen mit hohen Infektionszahlen zusätzliche weitere Maßnahmen verhängt werden können. Welche dies sein können, wird nicht mehr erwähnt.

Einigkeit herrscht offenbar beim Thema Homeoffice. Demnach müssen Arbeitgeber überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, sofern die Tätigkeiten es zulassen. Wo Arbeit weiterhin in Präsenz erforderlich sei, müsse für Arbeitsbereiche auf engem Raum die Belegung reduziert werden – oder es seien ohne ausreichende Abstände Masken der Norm FFP2/KN95/N95 oder andere medizinische Masken einzusetzen, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt würden. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


USA-Zahlen

Die Zahl der Corona-Toten in den Vereinigten Staaten hat zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump die Schwelle von 400.000 überstiegen. Die symbolische Marke wurde nach Angaben der renommierten Johns-Hopkins-Universität am Dienstag überschritten. Demnach wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 24 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, mehr als jedem anderen Land der Welt. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Serbien impft Sinopharm

Serbien setzt bei seiner Corona-Impfkampagne seit Dienstag auch das Vakzin des chinesischen Pharmakonzerns Sinopharm ein. Damit ist das Balkanland nach offiziellen Angaben das erste europäische Land, das zur Eindämmung des Coronavirus auf den chinesischen Impfstoff setzt. Schon am 24. Dezember waren in Serbien Impfkampagnen mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer aus Deutschland und den Vereinigten Staaten angelaufen. Auch der russische Impfstoff Sputnik V wird in Serbien eingesetzt.

Nach Angaben von Regierungschefin Ana Brnabic sicherte sich Belgrad insgesamt mehr als eine Million Impfstoffdosen. Darüber hinaus seien Vereinbarungen zur Lieferung von sechs Millionen weiteren Dosen geschlossen worden, erläuterte sie. In Serbien wurden bislang 380.000 Corona-Infektionen und 3700 Corona-Todesfälle registriert. Mitte Januar lag die Zahl der vorgenommenen Impfungen bei 20.500. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Neues aus Brasilien

Brasilianische Corona-Mutante: Sauerstoffmangel und eine neue Virus-Variante
Ein Sauerstoffengpass hat das brasilianische Gesundheitswesen zum Kollabieren gebracht. Zudem breitet sich eine neue, hochansteckende Mutante des Coronavirus aus. Sie ist möglicherweise auch für bereits Immunisierte gefährlich. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Twente: Einwohner mit Corona-Mutation B.1.1.7 infiziert

Ein Einwohner der niederländischen Grenzregion Twente ist mit der britischen Variante des Corona-Virus infiziert. Das hat das GGD Twente (Gemeentelijke Gezondheidsdiensten, ähnlich dem Gesundheitsamt) am Montag bekannt gegeben. Wie die niederländische Tageszeitung „Tubantia“ berichtete, habe das GGD bereits in der vergangenen Woche die Erwartung geäußert, dass die Variante bald auch Twente erreiche.

Jede Woche werden 25 Zufallsstichproben aus der niederländischen Region zur weiteren Untersuchung in ein Labor gesendet. Nun kam die Bestätigung, dass tatsächlich jemand mit der britischen Variante infiziert ist. Das sogenannte „Outbreak Management Team“ schätzt, dass etwa 10 Prozent der Infizierten die britische Mutation in sich tragen.

Samantha Dinsbach, Direktorin für öffentliche Gesundheit, sagte: „Wir wussten, dass es eine Frage der Zeit war, dass die britische Corona-Variante auch in Twente diagnostiziert wurde. Die höhere Ansteckungsrate ist uns ein großes Problem. Positiv zu vermerken ist, dass die Zahlen sinken – aber noch nicht schnell genug. Nur gemeinsam können wir sicherstellen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet. Es gibt keine andere Möglichkeit, als uns länger an die Maßnahmen zu halten und sich testen zu lassen, wenn man Beschwerden hat.“ (Quelle: GN, 19.01.21)


Ruanda mit Ausgangssperre

Ruanda hat für zwei Wochen eine umfassende Ausgangssperre für seine Hauptstadt Kigali verhängt.

Wer seine Wohnung verlässt, muss künftig eine Erlaubnis der Polizei vorweisen. Ausbildungsstätten, Kirchen und Transportmittel bleiben geschlossen. Bisher hat der ostafrikanische Binnenstaat 146 Todesopfer bei 11.000 Covid-Fällen. Die Weltgesundheitsorganisation lobt die Vorgehensweise Ruandas als vorbildlich. Tests – täglich mehrere tausend auf den Straßen – sind kostenlos. In Covid-19-Kliniken messen Roboter das Fieber und versorgen Patienten. Präsident Paul Kagame leitete eine Medienkampgne zur Aufklärung der Bevölkerung und bemühte sich sehr früh um Verständnis für präventive Maßnahmen. Nur eine Woche nach dem ersten gemeldeten Fall verhängte Ruanda am 21. März eine erste Ausgangssperre im ganzen Land für 45 Tage. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Drosten: „Wir müssen jetzt was machen, wenn…“

Der Virologe Christian Drosten geht in Deutschland von einer bislang geringen Verbreitung der ansteckenderen Corona-Variante aus, die zunächst in Großbritannien entdeckt wurde. Er sehe jetzt ein Zeitfenster, um die Ausbreitung hierzulande im Keim zu ersticken, sagte der Experte für Coronaviren von der Berliner Charité am Dienstag bei NDR-Info. „Wir müssen jetzt was machen, wenn wir speziell das Aufkeimen der Mutante in Deutschland noch beeinflussen wollen. Später kann man das nicht mehr gut machen, dann ist es zu spät.“ In Großbritannien hätten Lockdown-Maßnahmen bereits Effekte gezeigt.

Anhand nun vorliegender Daten ist für den Virologen anzunehmen, dass die Variante tatsächlich ansteckender ist als frühere Formen. „Wir haben den Befund auf dem Tisch. Wir haben es mit einer Mutante zu tun, die sich schneller verbreitet. Das quantitative Ausmaß, das muss man tatsächlich noch mal diskutieren.“ Die Übertragbarkeit der Variante liegt nach Einschätzung Drostens vermutlich unter den anfangs berichteten Werten von 50 bis 70 Prozent. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


EU: Staatshilfe-Regeln bis Jahresende verlängert

Die EU-Kommission will die im Rahmen der Corona-Pandemie gelockerten Regeln zu Staatshilfe für Unternehmen bis Ende des Jahres beibehalten. Dazu gehöre die Möglichkeit weiterer Hilfsgelder, teilt sie mit. Vor einer endgültigen Entscheidung werde man Rücksprache mit den Mitgliedstaaten halten. Die Regeln wurden im März gelockert. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Niedersachsen: Impfstoff-Engpass

In Niedersachsen kommt im Januar rund 40 Prozent weniger Corona-Impfstoff an als ursprünglich geplant. Dadurch verzögert sich die Impfkampagne des Landes erheblich.

Ursprünglich war geplant, dass das Land im Januar jede Woche 63.000 Dosen des Impfstoffs erhält, wie die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, am Dienstag auf der wöchentlichen Pressekonferenz des Krisenstabs sagte. Nun falle in der kommenden Woche eine Lieferung komplett aus, in der darauffolgenden Woche komme eine geringere Menge an als zugesagt. Hinzu kommen die Lieferausfälle der ersten Kalenderwoche. Der Grund dafür sei eine Produktionsumstellung in einem Werk von Biontech und Pfizer in Belgien.

Durch die Ausfälle komme das Land mit den Impfungen in Alten- und Pflegeheimen nicht im gewünschten Tempo voran, sagte Schröder. Anstatt wie geplant Ende Januar könne die Immunisierung der Bewohner und Pflegekräfte „voraussichtlich erst Mitte bis Ende Februar abgeschlossen“ werden. Durch den Lieferengpass könnten auch die Impfungen der Über-80-Jährigen, die nicht in einer Einrichtung wohnen, in den meisten Impfzentren noch nicht am 1. Februar beginnen, sagte Schröder. Die Termine verschieben sich nach hinten. Sie würden aber wie geplant ab dem 28. Januar vergeben. Zudem werde die Verteilung des Impfstoffs auf die einzelnen Landkreise aufgrund der gravierenden Veränderung neu berechnet, so Schröder.

Biontech habe zugesagt, bis zum 15. Februar wieder die zugesagte Menge an Impfstoff zu liefern. Die ausgefallenen Lieferungen würden aber nicht kompensiert. „Was fehlt, fehlt auch danach“, sagte Schröder. Auch vom Moderna-Impfstoff hat Niedersachsen nicht die versprochene Menge erhalten. Anstatt der angekündigten 20.000 Dosen erhielt das Land lediglich 6.000. Auch bei der zweiten Lieferung in der kommenden Woche komme nach aktuellem Stand wohl lediglich die Hälfte der angekündigten 20.000 Dosen an. „Es gilt, was bereits seit dem Impfstart gilt: Der einzig begrenzende Faktor ist die Impfstoffmenge“, sagte Schröder.

Weil die Vorhersagen für die Impfstoff-Lieferungen so ungenau seien, bleibe Niedersachsen dabei, die Dosis für die zweite Impfung zurückzuhalten, sagte Schröder. So sei sichergestellt, dass jeder, der eine erste Impfung erhalten habe, auch die Zweitimpfung nach 21 Tagen bekomme. Die ersten Personen hatten am Sonntag ihre Zweitimpfung erhalten. Insgesamt wurden in Niedersachsen bisher laut Schröder 95.044 Impfungen durchgeführt – der weit überwiegende Teil davon Erstimpfungen. Fast die Hälfte der Alten- und Pflegeheimbewohner sei mittlerweile geimpft, sagte Schröder – insgesamt mehr als 40.000 Menschen.

Nach derzeitigen Erkenntnissen sei der Impfstoff auch gegen die Mutation aus Großbritannien wirksam, sagte Schröder. Künftig solle es auch in Niedersachsen stichprobenartige Kontrollen auf die Mutation geben. Sobald einzelne noch fehlende Geräte eintreffen, werde das Niedersächsische Landesgesundheitsamt mit den Sequenzierungen starten. Nach jetzigem Erkenntnisstand sei klar, dass die neue Mutation das Infektionsgeschehen deutlich beschleunige, so Schröder. (Quelle: NDR, 19.01.21)


OVG Niedersachsen: Eilantrag gegen Kontaktverbot abgelehnt

Außerdem hat das OVG einen Eilantrag gegen die seit dem 10. Januar geltenden Kontaktbeschränkungen abgewiesen. Zwar hielt es der Senat für zweifelhaft, ob die Verschärfung der Kontaktbeschränkungen auf nur noch eine Person außerhalb des eigenen Haushalts eine notwendige Schutzmaßnahme darstelle. Doch die bestehenden Zweifel rechtfertigten keine umfassende Außervollzugsetzung dieser Maßnahme. Die Verschärfung verfolge mehrere legitime Ziele: Das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung vor einer Corona- Infektion zu schützen, die Verbreitung der Infektion zu verhindern und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Beschlüsse des OVG sind unanfechtbar. (Foto: OVG Niedersachsen in Küneburg, CC s. Archiv v. 22.12.19; Quelle: NDR, 19.01.21)


Schüttorfer Labor untersucht auf CoViD-19-Mutanten

Das Corona-Virus „rüstet“ auf: Zwei Mutationen, eine in Südafrika sowie eine in Großbritannien entdeckte Variante, sind inzwischen (gesichert zumindest die englische) auch in Deutschland entdeckt worden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigte Fälle in Nordrhein-Westfalen, in Baden-Württemberg sowie in Niedersachsen. „Auch wir haben angefangen, den PCR-Test auf Genomen des Virus, also auf Veränderungen der DNA, zu untersuchen“, bestätigte Prof. Dr. med. Philipp von Landenberg, Facharzt für Labormedizin und Ärztlicher Leiter des LaDR Laborzentrums West in Schüttorf.

„Wir können mit unserer Testmethode zwar eine grundsätzliche Mutation erkennen, allerdings nicht feststellen, um welche der beiden bislang bekannten Formen es sich handelt“, erklärte von Landenberg. In der vergangenen Woche habe das Schüttorfer Labor erste Tests an das RKI geschickt. „Diese Mutationsuntersuchungen sind für uns routinemäßiges Beiwerk“, erläuterte der Mediziner. „Und es sind keine großen Mengen, die bis dato gefunden wurden. Wir sprechen aktuell von fünf eingeschickten Proben. Das sind aber jeweils Ist-Stände, also Tagesabbildungen, die sich natürlich immer wieder verändern können.“

Laut Aussage Philipp von Landenbergs sollen nach Bundes-Vorgabe demnächst fünf Prozent aller positiven PCR-Proben an das Robert-Koch-Instituts versandt werden. „Das ist gerade in Vorbereitung. Wir haben uns schon vorab darauf eingestellt und könnten in zwei, drei Wochen damit anfangen.“ Eine Rückmeldung auf die fünf Proben aus Niedersachsen sei bislang nicht erfolgt, so der Ärztliche Leiter.

Er plädiert in diesem Zusammenhang, „weiter Ruhe zu bewahren und die vorgegebenen Corona-Maßgaben einzuhalten. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Mutations-Varianten in der Grafschaft zunehmen. Bisher haben wir noch sehr wenig gefunden.“

Der Eindruck deckt sich auch mit den Aussagen von Michael Kamp, Geschäftsführer der Euregio-Klinik in Nordhorn. „Bei keinem Patienten der Euregio-Klinik ist bisher eine Mutationsform festgestellt worden“, erklärte er auf GN-Nachfrage.

Für den Landkreis Grafschaft Bentheim erklärt Jürgen Hartmann von der Stabsstelle des Landrates, dass „sich laut Medienberichten die Mutation bereits seit November in Niedersachsen befinde. Die Medizinische Hochschule Hannover hatte hier Proben einer verstorbenen Person untersucht.“ Im Landkreis Vechta sei die Mutation vor gut einer Woche verzeichnet worden. Dort seien Proben von Reiserückkehrern aus England an das Labor der Charité in Berlin geschickt worden. Hartmann weiter: „Wir hatten in der Grafschaft von November bis heute fünf Reiserückkehrer aus Großbritannien. Positiv war von diesen Personen niemand.“

Die vor allem in England verbreitete Virus-Variante mit der Kennzeichnung B.1.1.7 ist nach dem derzeitigen Erkenntnisstand der Wissenschaftler nicht tödlicher als die in Deutschland bekannte Virusform. Allerdings sei die englische Mutation deutlich ansteckender. Die Rede ist hier von 50 bis 70 Prozent.

Die in Südafrika entdeckte Mutation wird als 501.V2 bezeichnet. Diese Form kann sich einen leichteren Zugang zu bestimmten Rezeptoren menschlicher Zellen verschaffen und scheint deshalb potenziell ansteckender zu sein. (Quelle: GN, 19.01.21)


IATA-Gesundheitspass bei Etihad und Emirates

Die arabischen Fluggesellschaften Etihad und Emirates führen den neuartigen Gesundheitspass des Welt-Airlineverbandes IATA für ihre Passagiere ein. Ziel des Pilotprojektes ist es, für den Luftverkehr die notwendigen Informationen zu Passagieren, Impfnachweisen, Tests und Einreisebestimmungen in einer Mobilfunk-Anwendung zu sammeln. Mit dem „IATA Travel Pass“ sollen Flugreisen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erleichtert und Quarantänen möglichst vermieden werden. Die Daten sollen dabei unter der Kontrolle der Passagiere bleiben, versichert der Verband.

Die IATA hat die App entwickeln lassen und bereits mit Piloten der British-Airways-Mutter IAG getestet. Auch die Deutsche Lufthansa ist nach eigenen Angaben an dem Projekt beteiligt, prüft bislang aber noch die Einführung für bestimmte Passagiergruppen. Parallel gibt es ein zweites App-Konzept namens CommonPass, an dem Lufthansa ebenfalls mitarbeitet und das möglicherweise in die gesamte Reisekette einschließlich der Unterkünfte integriert werden kann. Etihad will im ersten Quartal dieses Jahres den IATA-Pass zunächst auf ausgewählten Flügen aus Abu Dhabi anbieten. Emirates kündigte am Dienstag an, dass ihre Passagiere ab April ihre Corona-Testergebnisse vor Abflug in Dubai über die App vorlegen können. Grundsätzlich will IATA die Technologie sämtlichen Fluggesellschaften zur Verfügung stellen. (Quelle: NDR, 19.01.21)


Scholz für verbindliche Home-Office-Regeln

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) drängt auf verbindliche Vorgaben für mehr Homeoffice in Unternehmen. Der SPD-Kanzlerkanidat sagte am Rande von digitalen Beratungen der EU-Finanzminister: „Ich glaube, dass wir alle einig sind, dass es jetzt darum geht, dass wir dafür sorgen, dass mehr Homeoffice zustande kommt, wo das möglich ist.“ Das reduziere die Kontakte in den Betrieben und die Kontakte bei der Fahrt zur und von der Arbeit. Er sei sicher, dass „Verbindlichkeit“ das Ergebnis der heutigen Beratungen von Bund und Ländern sein werde. „Das ist mein sehr fester Eindruck“, sagte Scholz. Er sehe in dieser Frage große Einigkeit.

(Foto: CC s. Archiv v. 16.5.20; Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Münsterland und Corona

Die Stadt Münster hat mit 51,4 aktuell den niedrigsten Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen. Auch im Kreis Steinfurt ist die Inzidenz stark gesunken. Allerdings gab es in allen Münsterland-Kreisen weitere 15 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus: Je drei in den Kreisen Borken, Coesfeld, Warendorf und weitere sechs im Kreis Steinfurt.

Im Münsterland sind nach Angaben der Gesundheitsämter der Region (Dienstag, 19. Januar, 15 Uhr) derzeit aktuell 2.634 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert (Vortag: 2839*). Im Vergleich zu Montag gab es 120 Neuinfektionen und 313 Genesungen.
Die Zahl der Todesfälle im Münsterland liegt bei 645. Insgesamt hat es seit Beginn der Pandemie im Münsterland 32.182 Corona-Fälle gegeben, 28.903 Menschen gelten als wieder gesundet.

Die aktuellsten Zahlen (Vergleichswerte in Klammern geben der Stand der vorherigen Meldung wieder):
Münster: Neuinfizierte 14, Infizierte gesamt 4.937 (4.923), davon gesundet 4.355 (4315), verstorben 77 (77), aktuell infiziert 505 (531); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 51,4 (55,8)
Kreis Borken: Neuinfizierte 20, Infizierte gesamt 7.584 (7.564), davon gesundet 6.852 (6.775), verstorben 158 (158), aktuell infiziert 551 (557); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 73,2 (72,7)
Kreis Coesfeld: Neuinfizierte 12, Infizierte gesamt 3.410 (3.398), davon gesundet 3.175 (3.110), verstorben 54 (51), aktuell infiziert 181 (237); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 59,4 (58,0)
Kreis Steinfurt: Neuinfizierte 68, Infizierte gesamt 9.113 (9.045), davon gesundet 8.155 (8.075), verstorben 21 (208), aktuell infiziert 744 (762); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 100,4 (125,8)
Kreis Warendorf: Neuinfizierte 9, Infizierte gesamt 7.138 (7.129), davon gesundet 6.343 (6.260), verstorben 142 (139), aktuell infiziert 6.530 (730); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 176,4 (175,3).
(Quelle: WDR, 19.01.21)


Elektrohandwerk kommt glimpflich durch die Krise

Das Elektrohandwerk ist besser durch den Corona-Herbst gekommen als erwartet. Die Branchenunternehmen hätten im Mittel keine größeren Umsatzeinbrüche verzeichnet, teilte der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) mit. Die Erwartungen für das neue Jahr seien indes verhalten, auch weil Auftragspolster abgeschmolzen seien, hieß es in der Umfrage unter gut 1800 Betrieben. (Quelle: ZVEH, 19.01.21)


Londoner Olympia-Organisator hält Spiele für unwahrscheinlich

Der für Olympia 2012 in London verantwortliche Sir Keith Mills hält eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio noch in diesem Jahr wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie für unwahrscheinlich. Das sagte Mills im britischen Sender BBC Radio 5 Live. „Wenn ich persönlich hier so sitze und mir die Pandemie auf der ganzen Welt anschaue, in Südamerika, in Nordamerika und Afrika und in ganz Europa, dann sieht es sehr unwahrscheinlich aus“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Londoner Organisationskomitees für die Olympischen und Paralympischen Spiele vor neun Jahren. Ursprünglich hätten die Spiele in der japanischen Hauptstadt bereits im vergangenen Sommer stattfinden sollen. Nach dem Ausbruch des Coronavirus wurden sie um ein Jahr verschoben. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Bayern: Gericht kippt Alkoholverbot in Bayern

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das von der Landesregierung für ganz Bayern verhängte Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt. Nach dem Infektionsschutzgesetz sei nur an bestimmten öffentlichen Plätzen ein Alkoholverbot vorgesehen, entschied das Gericht und gab damit dem Eilantrag einer Privatperson aus Regensburg Recht. Mit dem pauschalen Alkoholverbot in ganz Bayern habe die Landesregierung die Verordnungsermächtigung des Bundesgesetzgebers überschritten. (Quelle: BR, 19.01.21)


Städte- und Gemeindebund warnt vor nicht kontrollierbaren Maßnahmen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Politik vor nicht überprüfbaren Corona-Beschränkungen gewarnt. „Macht nichts, was wir nicht kontrollieren können!“, forderte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg von Bund und Ländern. Diese wollen am Nachmittag in einer neuen Gipfelrunde über die Corona-Lage und mögliche neue Maßnahmen beraten. Landsberg sprach sich unter anderem konkret gegen eine Pflicht zum Homeoffice für Unternehmen aus. „Ich habe Bedenken, eine Homeoffice-Pflicht zu formulieren“, sagte er. „Wer soll das alles kontrollieren?“ (Quelle: ARD, 19.01.21)


Vatikan erneuert Impf-Aufruf

Der Vatikan hat erneut nachdrücklich zur Teilnahme an Corona-Impfungen aufgerufen. Der Schutz vor einer Covid-Erkrankung sei ethisch geboten. „Du spielst mit deiner Gesundheit, du spielst mit deinem Leben, aber du spielst auch mit dem Leben anderer“, wurde Papst Franziskus von der Päpstlichen Akademie für das Leben zitiert. Die Leiter der Organisation, Akademiepräsident Erzbischof Vincenzo Paglia und Kanzler Renzo Pegoraro, ließen sich demnach ebenfalls immunisieren. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


China verteidigt sich gegen Gutachter-Kritik

China hat sein Vorgehen zu Beginn des Corona-Ausbruchs vor gut einem Jahr gegen Kritik internationaler Gutachter verteidigt. Bereits einige Wochen nach der Entdeckung des Virus seien massive Beschränkungen in der Millionenmetropole Wuhan verhängt worden, die „Infektionen und Todesfälle reduzierten“, sagte ein Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. China habe zudem als erstes Land der Welt wegen des Virus „Alarm geschlagen“ und trotz der damals noch fehlenden Informationen „schnelle und entscheidende Maßnahmen“ ergriffen.

Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingesetzte Unabhängige Prüfungsausschuss hatte der chinesischen Regierung am Montag fehlendes Tempo bei den ersten Reaktionen auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor einem Jahr vorgeworfen. Es hätte in dieser Phase „Potenzial gegeben, schneller auf frühe Anzeichen zu reagieren“, hieß es in einem Bericht des Gremiums. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Doch schon: Erste Impfzentren in Hessen geöffnet

Die ersten sechs Impfzentren in Hessen haben heute ihren Betrieb aufgenommen. In Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt würden vor allem auch die nicht in Heimen lebenden Menschen im Alter von 80 Jahren und mehr aus der jeweiligen Region geimpft, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Eurostar-Züge vor ungewisser Zukunft

Der Geschäftsführer des französischen Bahnunternehmens SNCF, Jean-Pierre Farandou, hat sich wegen der Corona-Pandemie und des Brexits besorgt über die Zukunft des Bahnanbieters Eurostar geäußert. „Die Situation ist für Eurostar sehr kritisch“, sagte Farandou dem Radiosender France Inter. „Heute gibt es eine Linie, die zwischen London und Paris verkehrt, und eine weitere, die zwischen London und Brüssel-Amsterdam verkehrt“, sagte Farandou. „Und diese Züge sind nur zu zehn Prozent ausgelastet.“

SNCF gehören 55 Prozent von Eurostar. Eurostar verbindet Großbritannien mit Festlandeuropa. Der Anbieter hat wegen der Corona-Pandemie und des Brexits deutlich weniger Passagiere als früher. Die Passagierzahlen im Zugverkehr durch den Ärmelkanal sind seit März um 95 Prozent gesunken. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Corona-Krise trifft Zulieferer der Meyer-Werft hart

Die Corona-bedingte Krise der Meyer Werft wirkt sich auch auf die Zulieferer aus. Wagener Gastronomie in Sögel fertigt Abluftsysteme für die Schiffe. Dort hat sich die Mitarbeiterzahl halbiert.

Weil beim Papenburger Schiffbauer wegen der Corona-Krise die Aufträge ausbleiben und die Werft statt drei nur noch zwei Kreuzfahrtschiffe pro Jahr baut, musste Wagener bereits Mitarbeiter entlassen. 2019 hatte der Betrieb aus Sögel noch rund 60 Beschäftigte. Mittlerweile hat sich die Belegschaft durch Entlassungen auf 30 Personen reduziert.

Firmenchef Heinrich Wagener glaubt nicht daran, dass sich die wirtschaftliche Lage im Sommer wieder normalisiert. „Es wird sicherlich nicht wie vor der Krise sein“, sagte er NDR 1 Niedersachsen. Wagener befürchtet, dass er noch mehr Menschen entlassen muss.

Er hat deshalb mit weiteren sechs Partnerfirmen der Meyer Werft eine Solidaritätsaktion gestartet. Die Initiative „Gemeinsam stark“ bietet Fan-Schals an. Insgesamt 2.500 Stück – jeder Schal steht für zehn Mitarbeiter der Meyer Werft und der Partnerfirmen. Mit der Aktion wollen die Firmen ihre Verbundenheit mit der traditionsreichen Werft bekunden. Laut Werft-Chef Bernard Meyer leben in der Region rund 14.000 Menschen von der Werft, deutschlandweit sind es mehr als 24.000. (Quelle: NDR, 19.01.21)


EU-Gesundheitsbehörde baut Datensammlung zum Impfstand auf

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC baut ein System auf, mit dem frühzeitige Daten zur Verteilung und Verabreichung der Corona-Impfstoffe in Europa gesammelt werden sollen. Die Datensammlung soll zum einen die wöchentlich pro Land gelieferten Impfstoffdosen und zum anderen die Anzahl der Menschen abdecken, die bislang gegen das Coronavirus geimpft worden sind. Damit möchte die in Stockholm ansässige Behörde unter anderem Informationen zur Effizienz der nationalen Impfkampagnen liefern und mögliche Mängel bei der Verteilung der Chargen identifizieren, wie ein ECDC-Sprecher mitteilte. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Bund braucht fast 90 Milliarden Euro weniger Kredite als geplant

Der Bund hat für die Bewältigung der Corona-Krise im vergangenen Jahr deutlich weniger Schulden gebraucht, als erwartet worden war. Nach dem vorläufigen Haushaltsabschluss wurden Kredite in Höhe von 130,5 Milliarden Euro aufgenommen, wie es aus Regierungskreisen hieß. Das sind fast 90 Milliarden Euro weniger als angenommen. Der Bundestag hatte ursprünglich 217,8 Milliarden Euro Schulden genehmigt und dafür wegen der besonderen Situation zweimal die Schuldenbremse außer Kraft gesetzt.

Dass diese Summe bei weitem nicht ausgeschöpft wurde, dürfte auch daran liegen, dass ein Großteil der für November und Dezember gedachten Wirtschaftshilfen erst jetzt an die Unternehmen ausgezahlt wird. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat deshalb bereits das Kreditvolumen für das laufende Jahr angepasst und auf rund 180 Milliarden erhöht. Für beide Krisenjahre zusammen werde man rund 300 Milliarden Euro benötigen, hatte er angekündigt. (Quelle: ARD, 19.01.21)


Indiens Impfkampagne mit großen Startschwierigkeiten

Indien kämpft nach dem Start seiner großangelegten Corona-Impfkampagne mit Pannen: Von Samstag bis Montag wurden von den mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern rund 380.000 gegen das Virus geimpft, wie die Zeitung „Indian Express“ berichtete. Das sind deutlich weniger als erwartet. In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi nahmen weniger als die Hälfte der Personen, die einen Impftermin hatten, diesen auch wahr. Zudem bereitete auch die Smartphone-App, mit der die Impfberechtigten kontaktiert werden sollen, Probleme. Die automatischen Mitteilung blieben teils aus, so dass die Impfzentren die Termine per Telefonanruf bestätigen mussten. Im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu erschienen nur etwa 16 Prozent der Berechtigten. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


SPD will offenbar Insolvenzantragspflicht bis Ende März aussetzen

Die SPD-geführten Bundesländer wollen einem Papier zufolge bei den heutigen Corona-Beratungen von Kanzleramt und Ministerpräsidenten auch neue Regelungen zu Insolvenzanträgen aufnehmen. „Wegen der anhaltenden pandemischen Lage wird die bestehende Aussetzung der Pflicht zur Anmeldung der Insolvenz bis zum 31. März 2021 verlängert“, heißt es in dem Entwurf der SPD-geführten Länder, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Bislang ist die Pflicht bis Ende Januar ausgesetzt. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Tourismus- und Modebranche warnen vor verlängertem Lockdown

Der Modehandel in Deutschland warnt vor den Folgen eines verlängerten Lockdowns für die Branche und fordert eindringlich Hilfen von der Politik. „Jeder Tag, an dem die Läden geschlossen sind, verschärft die Probleme massiv“, sagte Steffen Jost, Präsident des Branchenverbands BTE, vor den Beratungen von Bund und Ländern. Weite Teile der Winterware seien aufgrund der Geschäftsschließungen nicht verkauft worden, nun treffe die neue Ware für das Frühjahr ein und müsse bezahlt werden.

Unterdessen forderte die Tourismuswirtschaft von Bund und Ländern eine Öffnungsperspektive. „Wir erwarten, dass die Politik Bürgern wie Unternehmen schon jetzt Orientierung dazu gibt, wie und unter welchen Bedingungen das öffentliche Leben und damit auch die Freizeit- und Tourismusangebote in Deutschland wieder hochgefahren werden“, sagte der Generalsekretär des Branchenverbandes BTW, Michael Rabe. Er schlägt einen bundesweit verbindlichen Strategieplan vor, in dem die Politik klären soll, ab welchem Inzidenzwert welche Bereiche geschlossen oder wiedereröffnet werden dürfen. Zudem brauche es eine umfassende Schnelltest-Strategie. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Grafschaft Bentheim: Die Zahlen

Die Kreisverwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim meldete am Dienstag nur eine Neuinfektion mit dem Coronavirus in der Grafschaft. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 2.994. Zu Wochenbeginn sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt bei 70.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts steigt in der Grafschaft leicht von 86 auf 86,8. Als genesen gelten 2.626 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich 386 Menschen. Aktuell gibt es 298 Infizierte im Landkreis. (Quelle: GN, 10.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Corona-Pandemie führt in Niedersachsen weiter zu zahlreichen Todesfällen. Am Dienstag, 19. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) im Zusammenhang mit dem Coronavirus 83 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.727. Zudem hat das NLGA 598 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen jetzt bei 102,3 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 19.01.21)


Britische Ärzte fordern Priorität für Minderheiten bei Impfungen

Britische Ärzte haben sich für eine Berücksichtigung ethnischer Minderheiten bei der Corona-Impfreihenfolge ausgesprochen. „Wir sind besorgt, weil Berichte zeigen, dass Menschen aus den schwarzen und asiatisch geprägten Communities nicht nur mit größerer Wahrscheinlichkeit schwer von dem Virus betroffen sind, sondern auch weniger wahrscheinlich eine Corona-Impfung in Anspruch nehmen“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbands Royal College of General Practitioners, Martin Marshall, dem „Guardian“. Marshall forderte das Gesundheitsministerium auf, Angehörige ethnischer Minderheiten bei der Impfreihenfolge zu berücksichtigen. Außerdem hätten Hausärzte das Recht, auf Besonderheiten ihrer lokalen Gemeinden zu achten und so gegebenenfalls zu priorisieren, erklärte Marshall. (Quelle: WDR, 19.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 19.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute noch einmal vier weitere CoViD-19-Toten. Zwei lebten in Werlte, eine/r in Papenburg und ein/e Einwohner/in kam aus Haselünne. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 99 (+4). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 144 akut Erkrankten weiter der Hotspot im Landkreis. Zum Vergleich: Das ist mehr etwa 5 mal mehr als in Lingen (Ems), der größten Stadt im Emsland.

Durch 41 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.116(+41). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.561 Personen (+46) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 456 (-9) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.135 (-71) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 105,8 (= +346 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der Wert mit einer Inzidenz von 86,8 wiederum niedriger.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 11 (-1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/-0) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 2 (-1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 1 (+/-0) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 762 Menschen (+/-0) erkrankt; aber es gab in den letzte 24 Stunden keine Neuinfektion. 719 (+4) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 29 akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 191 174 2 15
Einheitsgemeinde Emsbüren 145 133 0 12
Samtgemeinde Freren 368 350 15 3
Einheitsgemeinde Geeste 228 217 2 9
Stadt Haren (Ems) 362 355 1 6
Stadt Haselünne 288 270 4 14
Samtgemeinde Herzlake 192 176 4 12
Samtgemeinde Lathen 262 251 0 11
Samtgemeinde Lengerich 126 121 1 4
Stadt Lingen (Ems) 762 719 14 29
Stadt Meppen 669 593 12 64
Samtgemeinde Nordhümmling 221 192 1 28
Stadt Papenburg 869 712 13 144
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 46 37 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 105 98 3 4
Samtgemeinde Sögel 436 403 0 33
Samtgemeinde Spelle 315 276 13 26
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 391 349 11 31
Gesamt* 6116 (+41) 5561 (+46) 99 (+4)

Aktuelle Covid-19-Fälle

456



Deutschland-Zahlen: Wieder fast 1.000 CoViD-19-Tote

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11.369 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 989 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.802 Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Bei den aktuellen Zahlen ist zu beachten, dass die Daten Nachmeldungen enthalten können – am Vortag hatten manche Bundesländer ihre Daten nur unvollständig oder gar nicht übermittelt. Das RKI schrieb dazu in seinem Lagebericht vom Montagabend: „Aus Rheinland-Pfalz wurden gestern keine Daten übermittelt. Aus Bayern und dem Saarland wurden Daten übermittelt, allerdings sind die Daten nicht vollständig am RKI eingegangen.“

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bei 131,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 256,3 und Sachsen mit 225,7. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 83,2. (Quelle: RKI, 19.01.21)


EU: 70% der Erwachsenen bis zum Sommer geimpft

Bis zum Sommer sollen aus Sicht der EU-Kommission 70 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Union gegen das Coronavirus geimpft sein. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa lautet das Zwischenziel bis März, 80 Prozent der Menschen über 80 Jahre und der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu immunisieren.

Die Ziele sind nach dpa-Informationen Teil eines Diskussionspapiers für den EU-Videogipfel am Donnerstag. Dort sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs nach dem Willen von Ratschef Charles Michel auch die Frage erörtern, ob es einen EU-Impfpass und gegebenenfalls damit verbundene Privilegien geben soll.

Angesichts der besonders ansteckenden Mutationen des Coronavirus will die EU-Kommission die Mitgliedsstaaten drängen, mehr zur Erkennung der neuen Virusformen zu tun. Nötig ist dafür die sogenannte Sequenzierung der bei Tests entnommenen Virusproben. Die allermeisten EU-Staaten seien weit von den wünschenswerten Zahlen bei der Sequenzierung entfernt, hieß es in Brüssel. Somit würden Virusvarianten eher zufällig entdeckt – anders als in Großbritannien, wo systematischer gesucht worden sei. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Grüne warnen vor weiteren Einschränkungen für Kinder

Vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern haben die Grünen im Bundestag vor weiteren Einschränkungen für Kinder gewarnt. Kinder bräuchten Kontakt zu anderen Kindern, daher solle „die Isolation nur auf das Notwendigste reduziert werden“, sagte die kinder- und familienpolitische Sprecherin Ekin Deligöz der „Augsburger Allgemeinen“.

Kinder und Jugendliche dürften nicht zu einer „verlorenen Generation“ abgestempelt werden, sagte Deligöz, die auch Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes ist. Trotz Corona sollten Kinder eine gute Bildung und Förderung bekommen, betonte sie. Angesichts geschlossener Schulen und Kitas dürften Kinder und Eltern auf keinen Fall alleine gelassen werden.

„Für die Eltern, die nebenher arbeiten müssen, insbesondere in systemrelevanten Berufen, ist Notbetreuung unabdingbar“, sagte Deligöz. „Für andere ist mehr an Flexibilität in Homeoffice und Arbeitszeiten notwendig.“

(Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


So viele Impfdosen erhält Deutschland in den nächsten Wochen

Für die Corona-Impfungen in Deutschland liegen nun genauere Angaben zu vorübergehend geringeren Impfstoff-Lieferungen der Hersteller Biontech und Pfizer vor. Für diese Woche ist noch eine größere Menge vorgesehen, in der kommenden Woche dann aber weniger. Das geht aus einem Lieferplan von Biontech hervor, der am Montag der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vorgestellt wurde. In dieser Woche sollen die Länder demnach 842.400 Dosen bekommen – bezogen auf die nun zugelassene Entnahme von sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle. Bisher genannt worden waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche Dosen, das entspricht bei sechs möglichen insgesamt 801.450.

In der Woche vom 25. Januar soll dann aber weniger Impfstoff kommen als bisher vorgesehen, wie aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Übersicht hervorgeht: nämlich 485.550 Dosen bezogen auf sechs entnehmbare je Ampulle. Angekündigt waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche, das entspräche 801.450 Dosen bei sechs möglichen je Ampulle. Hintergrund sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, die höhere Produktionskapazitäten schaffen sollen. Bund und Länder hatten eine kurzfristige Information darüber kritisiert.

Auch für die darauf folgenden Wochen waren noch auf Basis von fünf entnehmbaren Dosen ursprünglich jeweils 667.875 Dosen vorgesehen. Bezogen auf mögliche sechs Dosen je Ampulle sollen laut Plan nun in der Woche vom 1. Februar insgesamt 684.450 Dosen kommen – in den Wochen vom 8. Februar und vom 15. Februar jeweils 742.950. Bezogen auf fünf mögliche Dosen aus einer Ampulle entspräche dies von der Woche vom 25. Januar bis zur Woche vom 15. Februar jeweils insgesamt weniger Dosen als zunächst angekündigt.

Für die Woche vom 22. Februar stellt Biontech dem Plan zufolge dann aber insgesamt mehr Impfstoff in Aussicht als bisher geplant. An die Länder geliefert werden sollen 906.750 Dosen bezogen auf sechs mögliche je Ampulle. Das entspräche 755 625 bei fünf möglichen Dosen. (Quelle: TSP, 19.01.21)


Experten raten zu hartem Lockdown

In der Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidenten haben mehrere Wissenschaftler wie Charité-Virologe Christian Drosten und RKI-Chef Lothar Wieler wegen der Coronavirus-Mutation B.1.1.7 auf härtere Lockdown-Maßnahmen gepocht. Dabei war auch der Physiker und Experte für Verkehrssystemplanug an der TU Berlin, Kai Nagel. Für ihn brachte die Kanzlerin die Dringlichkeit so auf den Punkt: „Ohne diese Mutation hätten wir dieses Treffen nicht gehabt“. Das Dilemma der Runde: „Alles trifft auf eine gewisse Pandemiemüdigkeit“. Aber auch für Nagel ist klar: „Es hat sich was geändert“, sagte er am Abend dem Tagesspiegel. Zwar gibt es mangels Sequenzierung in der Runde kein klares B.1.1.7-Bild, aber Nagel hat mit Simulationen hochgerechnet, wenn das Virus bald nur zu einem Prozent in Deutschland verbreitet sein sollte, wird es in zwei bis drei Monaten die dominante Form sein.

Und was soll jetzt helfen? Die Runde diskutierte einen „Korb an Maßnahmen“, die zugeschalteten Wissenschaftler plädieren als eine Maßnahme für Ausgangssperren. „Die Aktivitätenmuster zeigen, dass das etwas bringt, gerade für weniger private Besuche am Abend.“ Nagel hält eine Sperre von 21 Uhr bis 5 Uhr wie in Bayern für einen gangbaren Weg. Auch wenn das am Widerstand der Länder scheitern sollte, rät er: „Das sollte man als Maßnahme in der Hinterhand halten.“

Bayern zeige, dass das die Zahlen schneller nach unten bringe, zum Beispiel die Krankenhauspatienten in München. Und was wäre beim Ansteckungsrisiko Öffentlicher Verkehr angebracht? Nagels überraschende Antwort: „Die Leute sollen still sein.“ Also quasi die schweigende U- und S-Bahn. Keine Gespräche, keine Telefonate – für weniger Aerosole. Und Nagel ist für eine FFP2-Maskenpflicht flächendeckend in Innenräumen, auch bei der Arbeit, auch während des Unterrichtes (wenn Schulen wieder geöffnet werden, dann nur mit Wechselunterricht), und am besten sogar, wenn man Freunde besucht – was auch bedeutet: dort nicht zu essen.

Die Runde mit der Kanzlerin zeigte aber, wie komplex auch dieses Thema ist: FFP2-Masken werden oft falsch angelegt, wenn der Metallbügel nicht an die Nase angedrückt wird, entwicht zu viel Luft. Sie bringen aber nur was, wenn durch die Maske eingeatmet wird. Die Bilanz der Schalte aus Nagels Sicht: „Die Dringlichkeit hat sich klar gezeigt.“ (Quelle: TSP, 18.11.21)


Spanien-Zahlen

In Spanien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen an einem Wochenende auf einen Höchstwert von 84.287 gestiegen. Von Freitag bis Montag seien zugleich 455 Menschen an oder mit Corona gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Montagabend weiter mit. Am Wochenende zuvor waren noch 61.422 Infektionen und 401 Todesopfer gezählt worden. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf knapp 380. In Deutschland lag dieser Wert am Montag bei 134.

Wegen der bereits seit Wochen anziehenden Zahlen verschärften die autonomen Gemeinschaften des Landes, die deutschen Bundesländern ähneln, die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus weiter. Auch die Anfangszeiten der nächtlichen Ausgangssperren wurden – wo noch nicht geschehen – auf 22.00 Uhr vorgezogen. Diskutiert wird, Ausgangssperren auch schon ab 20.00 Uhr anzuordnen.

Eine Rückkehr zu Ausgangssperren rund um die Uhr wie in der ersten Corona-Welle im Frühjahr lehnt die Regierung in Madrid jedoch ab. Derzeit gelten in verschiedenen spanischen Gebieten teilweise sehr unterschiedliche Regelungen. In manchen Regionen wie etwa auf der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca sind Zusammenkünfte mit Menschen, die nicht im selben Haushalt leben, ganz verboten, in anderen sind sie auf vier Personen beschränkt. Kastilien riegelte alle Gemeinden ab, die nur noch aus triftigem Grund verlassen werden dürfen, wie etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen. Seit Beginn der Pandemie wurden im besonders hart getroffenen Spanien bei einer Bevölkerung von 47 Millionen insgesamt 2,33 Millionen Corona-Infektionen und 53.769 Pandemie-Tote gezählt. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Corona-Mutation erstmals in Tschechien nachgewiesen

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation ist in Tschechien angekommen. Die Variante sei in ersten Proben nachgewiesen worden, teilten die Gesundheitsbehörden in Prag am Montag mit. „Es scheint, dass derzeit etwa zehn Prozent aller Proben, die wir untersuchen, diese Virusvariante enthalten“, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny. Die britische Variante sei wohl ansteckender, aber nicht gefährlicher als das ursprüngliche Virus, erläuterte der Mediziner.

Derweil beschloss die Regierung, den wegen der Corona-Pandemie verhängten Notstand erneut zu verlängern. Der Notstand ermöglicht es, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Derzeit dürfen sich maximal zwei Personen in der Öffentlichkeit treffen. Alle Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs sind geschlossen. Von Dienstag an dürfen Läden mit Kinderbekleidung und Papierwarenhandlungen wieder öffnen. (Quelle: TSP, 18.01.21)


Fehlendes Tempo

Internationale, unabhängige Gutachter haben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der chinesischen Regierung fehlendes Tempo bei den ersten Reaktionen auf die Ausbreitung des Coronavirus vor einem Jahr vorgeworfen. Es hätte in dieser Phase „Potenzial gegeben, schneller auf frühe Anzeichen zu reagieren“, heißt es in einem am Montag vorgelegten Bericht des von der WHO eingesetzten Unabhängigen Prüfungsausschusses.

Insgesamt hätten „öffentliche Gesundheitsmaßnahmen“ von den lokalen und nationalen Behörden in China im Januar energischer umgesetzt werden können.
Die Experten kritisierten die WHO für die späte Einberufung einer Sitzung ihres Notfallkomitees am 22. Januar vergangenen Jahres.

Zudem habe das Gremium erst eine Woche später den öffentlichen Gesundheitsnotstand und damit die höchste Alarmstufe ausgerufen. Es sei „nicht klar“, warum beide Schritte nicht früher erfolgten, heißt es in dem Bericht. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Karfreitag 2021: Disneyland eröffnet – frühestens

Disneyland Paris öffnet frühestens am 2. April wieder – fast zwei Monate später als zunächst geplant. Der Betreiber verweist in seiner Begründung auf die „in Europa vorherrschenden Bedingungen“.

Ursprünglich hatte der US-Konzern den Erlebnispark bereits am 13. Februar wiedereröffnen wollen. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


6.581 in Deutschland vollständig geimpft

Rund drei Wochen nach Impfstart in Deutschland sind mindestens 6581 Menschen vollständig geimpft worden – also haben die nötige zweite Impfung erhalten. Die erste Dosis haben demnach bislang insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen gespritzt bekommen.

In Großbritannien melden die Behörden derweil ganz andere Dimensionen: Dort sind laut Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde inzwischen mehr als vier Millionen Menschen geimpft. Das Land verzeichnete jedoch auch 37.535 Neuinfektionen und 599 neue Todesfälle – bei knapp 67 Millionen Einwohnern. Quelle: FAZ, 18.11.21)


Sachsen-Anhalt nimmt Verordnung zurück

Nur rund eineinhalb Wochen nach einem Beschluss, bestimmte Bevölkerungsgruppen nach ihrer Einreise aus ausländischen Corona-Risikogebieten von der Quarantäne-Pflicht auszunehmen, will Sachsen-Anhalt die entsprechende Regelung wieder zurücknehmen. Das Landeskabinett werde am Dienstag über die angepasste Version der entsprechenden Verordnung entscheiden, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Magdeburg am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) und bestätigte damit einen Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) vom Wochenende. Grundlage bilde die inzwischen beschlossene Musterverordnung des Bundes, die Sachsen-Anhalt am Donnerstag übermittelt worden sei.

In Sachsen-Anhalt gelten seit dem 8. Januar Ausnahmen von der Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten, die nachweisen können, dass sie mindestens 14 Tage vor der Einreise eine Impfung gegen das Coronavirus vollständig abgeschlossen haben. Ebenfalls ausgenommen sind Menschen, die nachweislich vor mindestens drei Wochen und vor maximal sechs Monaten mit Sars-CoV-2 infiziert waren. (Quele: FAZ, 18.11.21)


Produktion von FFP2-Masken in Deutschland schießt nach oben

Die Produktion von FFP2-Schutzmasken in Deutschland schießt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in die Höhe. Allein durch staatliche Förderung werde eine Produktionskapazität von 6,6 Milliarden Schutzmasken jährlich angeschoben, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag zu Reuters. Davon entfielen 5,1 Milliarden auf sogenannte OP-Masken, 1,5 Milliarden auf FFP2/3-Masken, die besonders gut gegen das Corona-Virus schützen. Schon jetzt stünden Kapazitäten für die Produktion von rund 750 Millionen FFP2/3-Masken bereit. Das Ministerium hatte im Frühsommer 2020 dafür zwei Förderprogramme aufgesetzt, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten wie aus China zu reduzieren.

Nimmt man auch die nicht geförderten Masken-Produktion von Unternehmen hinzu, schätzt das Wirtschaftsministerium, „dass im Laufe des Jahres 2021 Produktionskapazitäten für zehn Milliarden Masken per anno in Deutschland zusätzlich vorhanden sein werden“. Zusätzlich gibt es große Importeure, die weiter Schutzmasken in hohen Stückzahlen aus China einführen. Diese sind meistens deutlich billiger.

Das Gesundheitsministerium teilte deshalb am Montag auf Nachfrage mit, dass es keine Berichte über Versorgungsengpässe gebe. Zur Zeit seien Gutscheine für je zwölf FFP2-Masken an 34,1 Millionen Menschen verschickt worden, die älter seien oder Vorerkrankungen hätten, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Masken stammen aus einem Ankaufprogramm des Ministeriums von 2020, als man Versorgungsengpässe befürchtet hatte. (Quelle: FAZ, 18.1.21)


Malu Dreyer: Lockdown bis zum Valentinstag

Bei den Bund-Länder-Beratungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wollen die SPD-Länderchefs nach Angaben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) eine Verlängerung der Einschränkungen im öffentlichen Leben bis zum 14. Februar vorschlagen. Bei einer Besprechung am Sonntagabend habe es Einigkeit gegeben, sich dies vorstellen zu können, wenn gleichzeitig „die Wirtschaftshilfen schneller kommen“, sagte Dreyer am Montag in Mainz. Beides müsse miteinander gekoppelt werden.

Es sei keine leichte Entscheidung, „dass der Shutdown verlängert wird um zwei Wochen“, sagte Dreyer. Es sei „aber genauso wichtig, dass wir mit den Zahlen weiter runterkommen wollen und müssen.“ Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sei zwar zuletzt zurückgegangen. „Es ist aber auch klar, dass wir noch ein ganzes Stück entfernt sind von dem, was wir erreichen wollen.“ (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Neue Corona-Variante: 35 Fälle in Garmisch-Partenkirchen

Corona-Ausbruch im Klinikum Garmisch-Partenkirchen: 73 Patienten und Mitarbeiter wurden positiv getestet. Bei 35 von ihnen wurde auch eine bislang unbekannte Variante des Virus entdeckt. Labormitarbeiter des Klinikums Garmisch-Partenkirchen hatten mit Hilfe eines speziellen Laborgeräts Unregelmäßigkeiten bei den Corona-Abstrichen festgestellt.
Zum Artikel „Virus-Mutation: Mehr positive Corona-Proben werden analysiert“.

Am Montagnachmittag traten Landrat Anton Speer (FW), der Geschäftsführer des Klinikums, Frank Niederbühl und der stellvertretende ärztliche Direktor Clemens Stockklausner vor die Presse. Im Verlauf der letzten Woche seien an zwei Orten außerhalb des Covid-Bereichs der Klinik Corona-Infektionen aufgetreten, erläuterte Niederbühl.
Es handelt sich weder um britische noch um südafrikanische Variante.

Bei einer Pressekonferenz vor dem Klinikum sagte Stockklausner, dass am Freitag unter den 73 Neuinfizierten bei 35 Tests eine Veränderung des Virus-Gens festgestellt werden konnte. Es handele sich aber dabei definitiv nicht um die britische oder südafrikanische Variante. „Wir haben im Moment eine kleine Punkt-Mutation, die weltweit aber auch in Deutschland schon mehrfach beschrieben wurde, entdeckt und es ist absolut nicht klar, ob daraus eine klinische Relevanz entsteht“, so Stockklausner.

Drei der Proben der Virus-Variationen seien an die Berliner Charité geschickt worden, sagte der ärztliche Leiter. Derzeit würden die Proben mit Hochdruck von Experten analysiert. Nun müsse man abwarten, wie groß die Veränderung gegenüber dem bekannten Coronavirus tatsächlich ist.

Man könne nicht sagen, ob diese Virus-Variante nun ansteckender oder aggressiver sei als der bislang bekannte Coronavirus. Einen Grund zur Panik gebe es nicht. Es könne auch sein, dass diese Variante sich als harmloser herausstellen werde. Das müsse man nun abwarten, so Stockklausner, in den nächsten Tagen wisse man dann mehr. Möglich sei, dass der Klon sich weiter ausbreitet – oder aber auch, dass er nächste Woche schon wieder Geschichte sei. „Wir müssen den Experten Zeit geben, ihre Arbeit zu tun“, sagte Stockklausner.

Wie ist die Situation nach jetzigem Stand einzuordnen? Eine Virus-Variante besteht grundsätzlich aus zahlreichen Mutationen. „Mutation“ ist ein ganz natürlicher Anpassungsprozess im Laufe der Evolution eines Erregers, betont Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. „Wie bei vielen anderen Virus-Erkrankungen auch, verändert sich der Erreger im Wechselspiel mit den Menschen, die infiziert werden“, sagt Wölfel.

Mutationen entstehen dem Experten zufolge immer dann, wenn sich das Virus vervielfältigt und sich dabei Kopierfehler im Genom einschleichen. Gereichen diese dem Erreger zum Vorteil, etwa, weil er sich besser vermehren kann, dann setzt sich eine mutierte Variante im Zweifel durch.

Auch dem Virologen Oliver Keppler bereitet die unbekannte Corona-Variante im Klinikum in Garmisch-Partenkirchen aktuell „keine große Sorge“. Das hat er in der Rundschau im BR Fernsehen mitgeteilt. Man kenne die neu beschriebenen Mutationen bisher noch nicht, dafür brauche es noch weitere Laboruntersuchungen. „Fakt ist, dass sie keine der aktuell vieldiskutierten Varianten beinhalten. Es muss uns einfach klar sein, Virus-Mutationen sind beim neuen Coronavirus per se sehr häufig“, so Keppler.

Dass das Coronavirus mutiert, ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Der Geschäftsführer des Klinikums Garmisch-Partenkirchen, Frank Niederbühl, betonte, seit Beginn der Pandemie seien weltweit mehr als 12.000 Veränderungen in den Sequenzen festgestellt worden.
„Eine Panikmache wäre absolut unseriös und unangebracht. (…) Allein die Tatsache, dass es eine neue Variante ist, besagt ja nicht, dass sie infektiöser ist.“ Frank Niederbühl, Geschäftsführer des Klinikums Garmisch-Partenkirchen. (Quelle: BR24, 18.11.21)


Insolvenzantragspflicht aussetzen

Der Bundesrat hat die Bundesregierung einstimmig (!) aufgefordert, die Insolvenzantragspflicht für durch die Corona-Pandemie in Not geratene Firmen weiter auszusetzen. Die Länderkammer folgte damit am Montag einem Vorstoß der schwarz-grünen hessischen Landesregierung. Ohne eine Verlängerung der nach geltendem Recht am 31. Januar auslaufenden Aussetzung „käme es aufgrund der verzögerten Auszahlung der staatlichen Hilfsleistungen zur unverschuldeten Insolvenzantragspflicht bei grundsätzlich gesunden Schuldnern“, heißt es in der Entschließung.

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und die SPD-Bundestagsfraktion dringen auf eine Verlängerung, stoßen damit aber auf Vorbehalte in der Unions-Fraktion. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Eltern erhalten pro Kind 20 Kinderkrankentage

Eltern können in diesem Jahr coronabedingt doppelt so viele Kinderkrankentage in Anspruch nehmen. Am Montag billigte der Bundesrat in einer Sondersitzung die zuvor vom Bundestag beschlossene Regelung, die rückwirkend zum 5. Januar in Kraft treten soll. Jedes Elternteil kann damit pro Kind 20 statt 10 Tage Kinderkrankengeld beantragen, Alleinerziehende 40 statt 20 Tage. Wegen der in der Pandemie eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten soll der Anspruch dieses Jahr zudem nicht nur im Krankheitsfall gelten. Insgesamt sind die Kinderkrankentage auf 45 Arbeitstage pro Elternteil beziehungsweise 90 Arbeitstage für Alleinerziehende begrenzt.

Voraussetzung für die erweiterte Leistung ist, dass Antragsteller und Kind gesetzlich versichert sind und es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann. Verlangen Krankenkassen einen Nachweis über die eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten, reicht eine Bescheinigung von Schule oder Kita. Während des Bezugs von Kinderkrankengeld haben Eltern keinen Anspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz.

Krankenkassen zahlen an Kinderkrankentagen 90 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts. Für Arbeitnehmer, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate einmalige Zahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bekommen haben, beträgt das Kinderkrankengeld 100 Prozent. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Debatte um Aufhebung von Beschränkungen „verfrüht“

Die Debatte um eine mögliche Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung ist nach Auffassung der Bundesregierung verfrüht. Man befinde sich in einer Diskussion, wo man noch nicht genau wisse, wie der Wirkstoff im Detail wirke, sagte Europastaatsminister Michael Roth am Montag am Rande einer Videokonferenz mit EU-Kollegen. Als Beispiel nannte der SPD-Politiker die noch offene Frage, ob der Impfstoff nur Geimpfte schützt oder auch dafür sorgt, dass andere Menschen durch Geimpfte nicht mehr infiziert werden können.

Es sei konsequent, wenn das gemeinsame Vorgehen der EU bei der Pandemiebekämpfung auch in einer gemeinsamen Impf-Zertifizierung münde, erklärte Roth. Derzeit habe man aber noch nicht die Situation erreicht, wo man sich damit im Detail zu beschäftigen habe. Auf Nachfrage schloss Roth nicht aus, dass es in den nächsten Wochen und Monaten noch einmal zu Grenzschließungen wegen der Pandemie kommen könnte. Er machte jedoch deutlich, dass die Bundesregierung nicht zu einer Politik der Abschottung kommen wolle.

Für einen EU-Impfpass und die Aufhebung von EU-Reisebeschränkungen für Geimpfte sprechen sich vor allem Politiker aus EU-Ländern aus, für die der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Dazu gehört zum Beispiel Griechenland. (Quelle: FAZ, 18.01.21)


Schweiz: Hotspot St. Moritz

Im Schweizer Nobelskiort St. Moritz haben die Behörden zwei Luxushotels unter Quarantäne gestellt, nachdem eine hochansteckende Coronavirus-Variante festgestellt wurde. Rund 95 Gäste und 300 Angestellte dürfen die Hotels Badrutt’s Palace Hotel und Grand Hotel des Bains Kempinski vorerst nicht verlassen, nachdem in den beiden Hotels rund ein Dutzend Infektionen festgestellt wurden.

„Zum Schutz der Gesundheit von Bevölkerung und Gästen hat das Gesundheitsamt die beiden Hotels unter Quarantäne gestellt und Coronatests für deren Mitarbeitende und Gäste angeordnet“, erklärte das Gesundheitsamt des Kantons Graubünden. Zudem wurden die Schulen und Skischulen bis geschlossen sowie das verpflichtende Tragen von Schutzmasken angeordnet. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Deutsche Behörden scheitern offenbar erneut: Fehler in „Meldekette“?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete heute nur 7.141 Neuinfektionen – das ist der niedrigste Wert seit Ende Oktober. Allerdings gibt es mit den Zahlen laut dem Institut ein Problem.

Einige Bundesländer meldeten nämlich auffällig niedrige Werte. Dies deutet auf Probleme der Behörden in ihren Meldeketten hin. Eine RKI-Sprecherin bestätigte am Vormittag den Fehler. Man prüfe derzeit, was der Grund für die wenigen Meldungen sei.

Rheinland-Pfalz meldete demnach nur ganze zwei Neuinfektionen – ein extrem niedriger Wert. Auch Bayern dokumentierte lediglich rund 270 Fälle, nachdem es vor einer Woche am Montag mehr als 2000 waren. Auch Schleswig-Holstein meldete auffällig niedrige Zahlen.

Abgesehen von diesen Problemen sind die Zahlen an Montagen generell meist kleiner, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.497 Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht am Sonntagabend. Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. (Quelle: NDR, 18.01.21)


Zivilprozess wegen Ischgl-Infektionen startet

Im Justizstreit um Corona-Ansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl ist für April vor einem Wiener Gericht die erste mündliche Verhandlung angesetzt. Das teilte der Vorsitzende des Verbraucherschutzvereins (VSV) Peter Kolba am Montag mit. Bis dahin würden weitere 100 Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich eingereicht, sagte Kolba: „Wir sind für jahrelange Verfahren gerüstet, ob die Marke Ischgl jahrelangen Streit aushält, muss Tirol beurteilen.“

Die Kläger wollen Schadenersatz. Bei der Verhandlung sollen auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie zwei Minister als Zeugen aussagen. Bei dem Verein haben sich nach eigenen Angaben Tausende Menschen gemeldet, viele davon aus Deutschland, die sich Anfang vergangenen Jahres bei Aufenthalten in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben sollen. Bei der Verhandlung am 9. April vor dem Landgericht für Zivilrechtssachen in Wien geht es laut Kolba um den Fall eines in Ischgl infizierten und dann gestorbenen Österreichers. Der Verein plane zudem, im Frühjahr eine Sammelklage zu organisieren.

Ischgl galt im März 2020 als Corona-Hotspot in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den bekannten Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein. Eine unabhängige Experten-Kommission hatte zwischenzeitlich festgestellt, dass es im Krisenmanagement zu Fehlern und Fehleinschätzungen gekommen war. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt. Der Staat Österreich hatte in einer Klagebeantwortung jegliches schuldhafte Handeln der Behörden bestritten. (Quelle FAZ., 18.11.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen hoch. Am Montag, 18. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 662 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 15 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.644. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen jetzt bei 103,8 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle NDR, 18.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 18.01.2021, 08:00 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet über das Wochenende vier weitere CoViD-19-Toten. Sie lebten alle in Papenburg. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 95 (+4). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 147 akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis. Zum Vergleich: Das ist mehr als 4 mal mehr als in Lingen (Ems).

Auch sonst steigen die Infektionen weiter. Durch 125 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.075(+125). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.519 Personen (+139) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 465 (-18) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.206 (-94) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 117,4 (= +384 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 94,0 jetzt deutlich niedriger .

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 12 (+2) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (+2) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 3 (-2) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 1 (-1) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 762 Menschen (+12) erkrankt. 15 (+23) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 33 (-11) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 191 170 2 19
Einheitsgemeinde Emsbüren 144 131 0 13
Samtgemeinde Freren 368 349 15 4
Einheitsgemeinde Geeste 228 216 2 10
Stadt Haren (Ems) 361 354 1 6
Stadt Haselünne 280 270 3 7
Samtgemeinde Herzlake 190 175 4 11
Samtgemeinde Lathen 262 251 0 11
Samtgemeinde Lengerich 126 121 1 4
Stadt Lingen (Ems) 762 715 14 33
Stadt Meppen 666 588 12 66
Samtgemeinde Nordhümmling 218 188 1 29
Stadt Papenburg 852 693 12 147
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 46 37 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 105 98 3 4
Samtgemeinde Sögel 435 402 0 33
Samtgemeinde Spelle 314 275 13 26
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 387 347 9 31
Gesamt* 6075 (+125) 5515 (+139) 95 (+4)

Aktuelle Covid-19-Fälle

465


Deutschland-Zahlen – mehr oder weniger

Das RKI meldet 7141 Neuinfektionen – das ist der niedrigste Wert seit Ende Oktober. Allerdings gibt es mit den Zahlen offensichtlich ein Problem: Für Rheinland-Pfalz werden nur zwei Neuinfektionen angegeben.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 7141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das ist laut RKI der niedrigste Wert an Neuinfektionen seit dem 20. Oktober. Außerdem wurden 214 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekanntgab. Seit dem 14. Dezember war der Wert nicht mehr so niedrig.

Rheinland-Pfalz meldete allerdings nur zwei Neuinfektionen. Dies deutet auf ein Problem in der Meldekette hin. So übermittelte beispielsweise Schleswig-Holstein, das etwa eine Million Einwohner weniger hat, dem RKI 215 Fälle.

An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.497 Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht am Sonntagabend. Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 134,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind weiter enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 274,2 und Sachsen mit 244,9. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 86,6.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,93 (Vortag: 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. (Quelle RKI/Tagesschau, 18.11.21)


Debatten vor der Konferenz am Dienstag

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisiert, dass etliche Bundesländer die gemeinsamen Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt haben. Die Hälfte der Länder mache nach den Bund-Länder-Runden wieder etwas anderes, sagt der CSU-Chef in der ARD-Sendung „Anne Will“.

Bayern führe am Montag eine Testpflicht für Berufspendler an den Grenzen ein. Nötig sei zudem, das Tempo des Impfens und der Gensequenzierung zu beschleunigen, um Virus-Mutationen zu erkennen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hält einen Bund-Länder-Beschluss zur Einführung von FFP2-Schutzmasken im Öffentlichen Nahverkehr für denkbar. Das sagte der CDU-Vize ebenfalls bei Anne Will. Bundesregierung und Ministerpräsidenten würden am Montag zunächst mit Experten über die Gefahr der Virus-Mutationen sprechen. Danach würden Länder und Bund unter sich beraten. Am Ende seien die Länder verantwortlich, machbare Maßnahmen umzusetzen.

Nach Ansicht von SPD-Chefin Saskia Esken müssen die Lockdown-Maßnahmen „auf jeden Fall verlängert“ werden. Zudem muss die Durchsetzung der beschlossenen Maßnahmen besser kontrolliert werden. In Unternehmen werde man „über den Appell hinaus Homeoffice anordnen müssen“, fügt sie hinzu. (Quelle: FAZ, ARD, 17.01.21)


Brasilien: Notfallzulassungen für Sinovac und Astra-Zeneca

Brasilien erteilt Sinovac und Astra-Zeneca Notfallzulassung: Die Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung in Brasilien, Anvisa, hat den Corona-Impfstoffen von Sinovac und Astra-Zeneca jeweils eine Notfallzulassung erteilt. Fünf Direktoren stimmten in einer live übertragenen, fünf Stunden dauernden Sitzung am Sonntag geschlossen dafür.

Von dem Impfstoff Coronavac des chinesischen Unternehmens Sinovac, mit dem die Regierung des Bundesstaates São Paulo ein Abkommen hat, sind sechs Millionen Dosen verfügbar. Ein Versuch der brasilianischen Regierung, zwei Millionen Dosen des Impfstoffs von Astra-Zeneca aus Indien zu holen, war am Freitag zunächst gescheitert.

Brasilien, ein Staat mit 210 Millionen Einwohnern, ist eines der am härtesten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas rund 8,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 209.000 Patienten sind im Zusammenhang mit CoViD-19 gestorben. Wegen der enormen Zunahme von Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit CoViD-19 war zuletzt das Gesundheitssystem in der Amazonas-Metropole Manaus zusammengebrochen. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Krawalle in Amsterdam

Die niederländische Polizei hat am Sonntag in Amsterdam eine Demonstration gegen die Regierung aufgelöst und dabei auch Wasserwerfer, Hunde und Schlagstöcke eingesetzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP und des Senders NOS hatten sich trotz eines Verbots mehrere Hundert Menschen vor dem Reichsmuseum im Stadzentrum versammelt, unter dem Motto „Nie mehr für das Kabinett Rutte stimmen“ sowie „Niederlande im Widerstand“. Auf einem Spruchband stand „Covid-Impfung = Gift“, auf einem anderen „Trump“. Nur wenige Demonstranten trugen Corona-Schutzmasken; der geforderte Mindestabstand von 1,5 Meter wurde meist ignoriert.

Für Unmut sorgen in den Niederlanden neben der Beihilfe-Affäre die wegen der Corona-Pandemie verlängerten Lockdown-Maßnahmen. Am Sonntag lehnte die geschäftsführende Regierung nach einer Beratung die zunächst erwogene Wiedereröffnung von Schulen und Kitas zum 25. Januar ab. Es bleibe dabei, dass der im Dezember verschärfte Lockdown bis zum 9. Februar aufrechterhalten werde, teilte das Kabinett unter Hinweis auf Empfehlungen von Experten mit. Auch Gaststätten und Geschäfte sind geschlossen. Persönliche Kontakte außerhalb des eigenen Haushaltes sind auf zwei Personen am Tag begrenzt. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Bund und Länder planen Ausgangssperre

Bund und Länder wollen laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ zur Vermeidung einer Ausbreitung mutierter Coronaviren bundesweit eine nächtliche Ausgangssperre einführen. Offen sei lediglich noch, von wann bis wann eine solche Ausgangssperre gelten und ob sie erst ab einer bestimmten Inzidenz in Kraft treten solle, berichtete das Magazin am Sonntag unter Berufung auf Angaben aus Regierungskreisen. Grundsätzlich hätten die Länder der Maßnahme zugestimmt. Zudem sei eine Vorgabe im Gespräch, wonach beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr nur noch die qualitativ hochwertigeren FFP2-Masken getragen werden dürfen, gegebenenfalls aber auch die einfacheren OP-Masken.

Für Betriebe und Verwaltungen solle es „eine Art Home-Office-Pflicht light“ geben, hieß es in dem Bericht weiter. Demnach soll, wo dies möglich ist, Homeoffice angeboten werden müssen. Vom Tisch sei eine zwischenzeitlich diskutierte Reduzierung des Bus- und Bahnverkehrs. Schulen und Kitas sollen dem Bericht zufolge vorerst weitgehend geschlossen bleiben. Diskutiert wird außerdem über eine Einengung des teils bestehenden 15-Kilometer-Ausgangsradius in Corona-Hochburgen.

Der neue CDU-Chef und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sagte im ZDF, er gehe davon aus, „dass wir noch einmal zu Verschärfungen kommen“. Man müsse erörtern: „Wo können wir welche Wirkung erzielen?“ Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) sagte der „Rheinischen Post“: „Wir können uns nicht leisten, dass sich die Pandemie bis in den Sommer hineinzieht.“ SPD-Fraktionsvize Katja Mast forderte: „Alle die können, müssen wo immer möglich, ins Homeoffice. Als Akt der Solidarität für die, die es nicht können.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag abermals mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Bundeselternvertretung gegen weitere Belastungen für Kita-Eltern

Die Bundeselternvertretung für Kitas (Bevki) hat sich zwei Tage vor den neuerlichen Bund-Länder-Beratungen zu den Corona-Maßnahmen gegen weitere Belastungen gewandt. „Für Familien mit Kindern ist jetzt eindeutig die Grenze der Belastbarkeit erreicht“, erklärte Bundeselternsprecher Axel Briege. „Weitergehende Maßnahmen zur Pandemieeindämmung müssen nun von anderen, stärkeren Partnern mitgeschultert werden.“

Die Elternvertretung unterbreitete ihre Forderungen in einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Abgeordneten des Bundestages. Sie verlangte darin eine bessere Unterstützung der arbeitnehmenden Elternteile durch zusätzliche, vom Bund finanzierte Urlaubstage, die Neuauflage des Corona-Kinderbonus in Höhe von 1000 Euro pro Kind und Monat und die verbindliche Festlegung auch für Unternehmen, dass die Betreuung von Kindern nicht zeitgleich mit dem Home Office zu vereinbaren sei. (Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Hamburg: Linke demonstrieren gegen Corona-Politik und -Leugner

Hunderte Linke sind in Hamburg gegen die Corona-Politik und gegen Corona-Leugner auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei zogen am Vormittag bis zu 825 Demonstranten – coronabedingt aufgeteilt in Blöcke – vom linksautonomen Zentrum Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel in Richtung Innenstadt. Außer dem Zünden von Pyrotechnik sei alles friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

„Wir werden nicht zulassen, dass die Corona-Krise auf dem Rücken jener abgewälzt wird, die im Kapitalismus eh schon die Zeche zahlen: Frauen, Migranten, Arbeiter“, sagte die Rotfloristin Svenja Lorelai. Vielmehr sollten reiche Menschen für die Krise zahlen. Auch ein weltweit freier Zugang zu Medizin und weniger Rücksicht auf Profit standen im Fokus der Demo. Auf Transparenten war etwa zu lesen „Solidarität statt Querdenken“, „Mietbefreiung für alle Corona-Geschädigten“ oder „Impfstoff für alle – Sonst gibt`s Krawalle. Pharmakonzerne enteignen“. Die meisten Teilnehmer trugen Mund-Nase-Schutz.

Am Mittag versammelten sich auch Anhänger der „Querdenken“-Bewegung in der Hafencity zu einem „Schweigemarsch“. Den laut Polizei knapp 120 Teilnehmern standen 170 linke Gegendemonstranten lautstark gegenüber, getrennt von einem starken Polizeiaufgebot. Auch diese Versammlungen seien ohne größere Zwischenfälle beendet worden, sagte der Sprecher. Nur vereinzelt habe man Teilnehmer auffordern müssen, Maske zu tragen.

(Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Experten: Lockdown „noch mindestens mehrere Wochen“

Ein Stück weit sind die Corona-Zahlen seit Weihnachten schon gesunken, doch nach Experteneinschätzung wird der Lockdown noch mindestens mehrere Wochen nötig sein. Entscheidend für seine Dauer sind nach Ansicht des Bremer Professors Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie eine Trendwende mit deutlich sinkenden Corona-Zahlen, gleichzeitig intensives Testen und besonders die breite Akzeptanz sowie erfolgreiche Durchführung der Impfung, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. „Da gerade der letzte Teil noch dauert nach den letzten Nachrichten, gehe ich von mindestens weiteren sechs bis acht Wochen aus.“ Falls eine Trendwende vorher gelinge, könnte auch vorher schon etwas geändert werden – „aber immer mit vorsichtigen und gut monitorierten Lockerungen.“ (Quelle: ARD, 17.01.21)


Viele Gesundheitsämter ohne neue Software

Bund und Länder sind laut einem Medienbericht mit ihrem Vorhaben gescheitert, bis Anfang 2021 90 Prozent der rund 380 Gesundheitsämter mit moderner Software auszurüsten. Die dafür vorgesehene Software Sormas sei zum Jahreswechsel erst in 111 der Behörden betriebsbereit gewesen, hieß es in den Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Angaben des Bundesgesundheitsministeriums. Der Anteil betrug demnach nicht einmal 30 Prozent.

Die neue Software soll das Nachverfolgen von Corona-Infizierten deutlich vereinfachen, ebenso das Dokumentieren von Symptomen sowie den Datenaustausch mit anderen zuständigen Behörden. Bislang arbeiten die Ämter vielerorts noch mit Excel-Listen und mit Software, die die Weitergabe von Daten über Landkreisgrenzen hinweg nicht erlaubt. Das Nachverfolgen von Infektionsketten wird dadurch erschwert. Auch weichen beispielsweise Meldedaten über Infektionszahlen in den Landkreisen auf Landes- und Bundesebene häufig erheblich voneinander ab.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies gegenüber den Funke-Medien darauf, dass die „Verantwortung für die Ausstattung der Gesundheitsämter und damit die Entscheidung über die Verwendung digitaler Hilfsmittel bei den Ländern und den Gesundheitsämtern selbst“ liege. Die Bundesregierung könne in diesem Zusammenhang nur unterstützend agieren. (Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Keine Grünen-Unterstützung für Bundestags-Sondersitzung

Die FDP bekommt für ihre Forderung nach eine Sondersitzung des Bundestags vor den nächsten Corona-Beratungen von Bund und Ländern keine Unterstützung von den Grünen. „Wir halten Sondersitzungen der Ausschüsse für Gesundheit und Wirtschaft zeitnah in der jetzt kommenden Woche für dringend geboten“, sagte die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Britta Haßelmann, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. „Der Bundestag muss sich zu Beginn der nächsten Sitzungswoche im Plenum in öffentlicher Aussprache mit dem Thema befassen und Erwartungen, Empfehlungen und Schlussfolgerungen diskutieren.“

„So wäre die kurzfristige und zeitnahe Information und Aussprache von Abgeordneten ermöglicht, ohne dass der Bundestag kurzfristig zusätzlich für zwei Stunden in Berlin zusammenkommt.“ Die Sondersitzungen der Ausschüsse habe ihre Fraktion bereits Ende der vergangenen Woche beantragt, sagte Haßelmann weiter. Sie appelliere an Union und SPD sich diesem Vorschlag anzuschließen.

Die FDP-Fraktion will dagegen den Bundestag schon am Dienstag zu einer Sondersitzung einberufen lassen. Da dies mindestens ein Drittel der Abgeordneten beantragen müsste, braucht sie Unterstützung von anderen Fraktionen. FDP-Fraktionschef Christian Lindner und der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann schrieben an CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke, etwaige geplante zusätzliche Grundrechtseinschränkungen müssten vorab im Bundestag Gegenstand der öffentlichen Debatte sein. „Es muss im Parlament dargelegt werden, auf welcher Datengrundlage Verschärfungen stattfinden sollen, wie deren Wirksamkeit ist und welche Alternativen erwogen werden können.“

(Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Belgien: Mehrere Menschen mit mutierter Variante infiziert

In einem Altenheim Belgien sind zahlreiche Bewohner mit dem zuerst in England entdeckten mutierten Coronavirus infiziert worden. In dem Heim „De Groene Verte“ in Merkem im Westen Flanderns seien 75 Menschen – zwei Drittel aller Bewohner – positiv auf den neuen Virustyp getestet worden, meldete die Nachrichtenagentur Belga. Alle gesellschaftlichen Aktivitäten in der Gemeinde seien nun untersagt. Nur Schulen, Kitas und medizinische Dienste blieben geöffnet. „Der Ursprung des Ausbruchs ist noch unbekannt, aber wir sind jetzt bei der Kontaktnachverfolgung“, sagte Bürgermeister Joris Hindryckx nach Angaben von Belga.

Nach wochenlangem Rückgang sind die täglichen Corona-Fallzahlen in Belgien zuletzt wieder deutlich gestiegen. (Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Verdi: Arbeitgeber bei FFP2-Masken in der Pflicht

Die Gewerkschaft Verdi sieht bei möglichen weiteren Vorgaben zum Tragen von FFP2-Masken etwa in Geschäften oder Bussen und Bahnen auch die Arbeitgeber in der Pflicht. „In jedem Fall müssen die Unternehmen ihren Beschäftigten FFP-2-Masken kostenfrei und in ausreichender Stückzahl zur Verfügung stellen“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke am Sonntag. Arbeitnehmern müsse es zudem möglich sein, zusätzliche bezahlte Kurzpausen einzulegen, um die Maske absetzen und durchatmen zu können.

Kontrollen einer Maskenpflicht dürften auch nicht den Beschäftigten aufgebürdet werden, verlangte Werneke – damit müsse Wach- und Sicherheitspersonal betraut werden. Alle Menschen müssten auch Zugang zu Masken erhalten können. „Es muss sichergestellt sein, dass FFP-2-Masken rechtzeitig in ausreichender Zahl und für Bezieher niedriger Einkommen auch kostenlos zur Verfügung stehen.“

Ab diesem Montag sollen in Bayern im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen FFP2-Masken Pflicht werden. Mit Blick auf mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen wird darüber auch bundesweit diskutiert. Auch die Deutsche Bahn prüft laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ die Einführung einer FFP2-Maskenpflicht in ihren Regional- und Fernzügen.

Mund-Nasen-Bedeckungen sind in Verkehrsmitteln und Geschäften seit Monaten Pflicht – es können aber Masken aller Art sein. FFP2-Masken bieten mehr Schutz für Träger als andere Masken. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Lauterbach geht von Absage der Fußball-EM aus

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem Ausfall der Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr. „Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute“, sagte der 57-Jährige bei „t-online“. „Es wird sich alles – leider – von allein ergeben. Wir könnten im März eine Situation erleben, in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen.“

Die Europäische Fußball-Union UEFA plant für die EM, die vom 11. Juni bis 11. Juli stattfinden soll, mit vier verschiedenen Corona-Szenarien für ihre zwölf Spielorte. Diese reichen von Spielen in vollen Stadien bis hin zu einem kompletten Zuschauer-Ausschluss. Am 5. März soll eine verbindliche Regelung getroffen werden, wie viele Zuschauer an den Spielstätten in die einzelnen EM-Stadien dürfen.

„Wir können in Europa nicht davon ausgehen, dass wir bis Mitte des Jahres ausreichend Impfstoff haben werden“, sagte Lauterbach. Es sei „am wahrscheinlichsten“, dass es keine Zuschauer in den Stadien geben werde, sollte das Turnier stattfinden können. (Quelle: TSP, 17.01.21)


FDP will Bundestags-Sondersitzung zu Corona-Beratungen am Dienstag

Die FDP hat die anderen Fraktionen im Bundestag um Unterstützung für eine Sondersitzung am kommenden Dienstag gebeten – vor den neuen Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie. „Die Bundeskanzlerin sollte nach unserer Staatsauffassung im Parlament über eine veränderte Pandemie-Lage und neue Grundrechtseinschränkungen informieren“, schrieben Fraktionschef Christian Lindner und der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann. Das Schreiben ging an die Fraktionsführungen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken, nicht aber an die der AfD. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) wurde davon unterrichtet. (Quelle: TSP, 17.01.21)


Japans Regierung dementiert Berichte über Olympia-Absage

Japans Regierung hat Berichte über eine mögliche Absage der Olympischen Spiele in Tokio dementiert. „Wir haben die Veranstaltungsorte und den Zeitplan (für die Spiele) festgelegt, und die beteiligten Personen arbeiten an Vorbereitungen einschließlich der Infektionskontrolle“, erklärte Regierungssprecher Katsunobu Kato am Sonntag laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Damit reagierte er auf Medienberichte über zitierte Äußerungen des Ministers für Verwaltungsreform, Taro Kono, wonach das Schicksal der Spiele „in beide Richtungen gehen könnte“. Es war das erste Mal, dass ein ranghohes Mitglied der Regierung Zweifel andeutete, ob die Sommerspiele in der Corona-Pandemie tatsächlich stattfinden können.

Selbst im innersten Kreis der Organisatoren wuchsen zuletzt Zweifel an einer Austragung. „Ich kann mir nicht sicher sein, weil die Wellen des Virus immer noch wie ein Elefant im Raum stehen“, wurde kürzlich das dienstälteste IOC-Mitglied, der Kanadier Richard Pound, von der BBC zitiert. Wegen der Corona-Pandemie waren die ursprünglich für das vergangene Jahr geplanten Spiele in Tokio auf diesen Sommer (23. Juli bis 8. August) verschoben worden.

Inzwischen verhängte die japanische Regierung jedoch für den Großraum Tokio sowie weitere Präfekturen erneut den Notstand, weil die Zahlen der Corona-Neuinfektionen auf immer neue Höchstwerte gestiegen waren. Gastgeber Japan und das Internationale Olympische Komitee haben jedoch bislang immer bekräftigt, an den Plänen für „sichere und geschützte Spiele“ im Juli und August festhalten zu wollen. (Quelle: TSP, 17.01.21)


Österreich verlängert Lockdown um mindestens zwei Wochen

Österreich verlängert den Corona-Lockdown um weitere zwei Wochen. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründete dies am Sonntag in Wien damit, dass Mutationen des Virus nun auch in Österreich angekommen seien. Die Lage habe sich nochmals deutlich verschärft. Ziel sei nun, vom 8. Februar an Handel und Museen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder zu öffnen. Allerdings müssten die täglich gemeldeten Neuinfektionen deutlich sinken, sagte Kurz. So lange blieben Ausgangsbeschränkungen in Kraft und Schulen im Fernunterricht.

Ursprünglich waren Lockerungen zum 25. Januar geplant. Aufgrund der neuen, in Großbritannien entdeckten Virus-Mutation hatten Experten jedoch davor gewarnt, zu früh zu öffnen. Die hoch ansteckende Virus-Variante B.1.1.7 sei ersten Erkenntnissen bereits relativ stark in Österreich verbreitet.

Zudem wird der Sicherheitsabstand, den Menschen in Österreich einhalten sollen, von einem auf zwei Meter ausgedehnt. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln müssen nun – wie in Bayern – FFP2-Masken getragen werden. Darüber hinaus appellierte die Regierung an Firmen, Beschäftigte möglichst von zu Hause arbeiten zu lassen. (Quelle: TSP, 17.01.21)


Spiel gegen Kap Verde abgesagt: Handballer erreichen WM-Hauptrunde

Nach der Absage des zweiten Vorrundenspiels gegen Kap Verde stehen Deutschlands Handballer bei der Weltmeisterschaft vorzeitig in der Hauptrunde. Wegen weiterer Corona-Fälle im Team der Afrikaner fällt die für diesen Sonntag (18.00 Uhr) in Gizeh geplante Partie aus und wird mit 10:0 für die DHB-Auswahl gewertet, teilte der Weltverband IHF mit. Damit hat die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason nach dem klaren Auftaktsieg gegen Uruguay (43:14) bereits die zweite Turnierphase erreicht.

Nachdem am Samstag zwei weitere Spieler von Kap Verde positiv getestet worden waren, standen dem WM-Neuling nur noch neun spielberechtigte Akteure zur Verfügung. Damit wurden die IHF-Regularien für die WM in Ägypten nicht mehr erfüllt. Diese schreiben vor, dass jede Mannschaft mindestens zehn Spieler inklusive eines Torhüters aufbieten muss.

Obwohl bereits vor dem Turnier etliche Corona-Fälle bei den Afrikanern aufgetreten waren, hatten sie die Reise nach Ägypten angetreten. Kurz nach der Ankunft in Kairo am vergangenen Donnerstag wurden weitere vier Spieler positiv auf Covid-19 getestet, die sich in Quarantäne begeben mussten. Trotzdem trat Kap Verde am Freitagabend zum Gruppenspiel gegen Ungarn (27:34) an.

Ob sich dabei möglicherweise auch gegnerische Spieler angesteckt haben, ist unklar. Ungarn ist an diesem Dienstag (20.30 Uhr/ZDF) letzter Vorrundengegner der DHB-Auswahl. In der Partie geht es um den Gruppensieg und wichtige Punkte für die Hauptrunde. (Quelle: TSP, 17.01.21)


Bayer prüft Einstieg in Impfstoffproduktion

Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Produktion von Corona-Impfstoffen einzusteigen. „Wir diskutieren mit Curevac und auch mit der Politik und den Behörden, was gemacht werden kann“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann der „Welt am Sonntag“. „Mit unserem Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA sowie dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren. Dies prüfen wir gerade unter Hochdruck.“ Dabei gehe es in erster Linie nicht um finanzielle Überlegungen, sondern darum, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

Anfang des Monats hatten Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen. Curevac sitzt schon seit längerem an der Entwicklung des Corona-Impfstoffs CVnCoV, für den Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie begann. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac gegen Ende März. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert. Bayer soll nun bei Zulassungsarbeiten die dafür nötige Studie mitmachen und zudem die Lieferketten im Blick haben. Dass der Konzern auch die Produktion übernimmt, ist im Vertrag nicht enthalten. Zudem bleibt Curevac der Inhaber einer Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


USA-Zahlen

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den Vereinigten Staaten ist binnen 24 Stunden um mindestens 203.611 auf 23,58 Millionen gestiegen. Das geht aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervor.

Mindestens 3.395 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich damit auf 395.548. Die Vereinigten Staaten weisen weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.
(Quelle: FAZ, 17.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen hoch. Am Sonntag, 17. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.250 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 11 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.629. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen jetzt bei 99,8 Fällen je 100.000 Einwohner.

Das Emsland hat 41 Neuinfektionen nach Hannover gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nach Angaben des NLGA von Sonntagmorgen 117,4, liegt also ber dem Landesdurchschnitt; in den letzten sieben Tagen haben sich 384 Emsländerinnen und Emsländer neu am Coronavirus infiziert.
(Quelle: NDR, Niedersachsen.de; 17.01.21)


Grafschaft Bentheim: Inzidenzwert sinkt auf unter 100

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts sinkt in der Grafschaft am Sonntag von 115,9 auf 94. Die Kreisverwaltung verzeichnet dennoch 26 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Laut dem Grafschafter Corona-Dashboard liegt die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie damit bei 2993. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt bei 69. Als genesen gelten 2618 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich 459 Menschen. Aktuell gibt es 306 Infizierte im Landkreis.
Die Fälle verteilen sich wie folgt (in Klammern die Veränderung zum Vortag: Bad Bentheim: 11 (0), Emlichheim: 29 (0), Uelsen: 20 (0), Neuenhaus: 29 (+2), Wietmarschen: 32 (+1), Nordhorn: 122 (+15), Schüttorf: 63 (+3)
(Quelle: GN, 17.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.882 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Sonntag sind allerdings die vom RKI bekannt gegebenen Zahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Vortag hatte das RKI von 18.678 Neuinfektionen berichtet, am Sonntag vergangener Woche von 16.946.

Insgesamt stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Infektionen auf 2.033.518 (Stand: 17.01., 00.00 Uhr), wie das RKI am Sonntag mitteilte. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden insgesamt 46.419 Todesfälle verzeichnet. Das sind 445 mehr als am Vortag. Der bisherige Höchststand von 1.244 gemeldeten Todesfällen pro Tag war am Donnerstag erreicht worden. Auch die gemeldeten Todeszahlen sind am Wochenende oft sehr niedrig. „Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Sonntag, 0.00 Uhr. (Quelle: rki, 17.01.21)


Brasilien-Zahlen

Brasilien verzeichnete am Samstag 61.567 neue Coronavirus-Fälle und 1.050 weitere Todesfälle. Dies war der fünfte Tag in Folge mit mehr als 1.000 Todesfällen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit.

Das südamerikanische Land hat seit Beginn der Pandemie 8.455.059 Fälle registriert, und die offizielle Zahl der Todesopfer ist nach Angaben des Ministeriums auf 209.296 gestiegen.

Es ist der dritthöchsten Opferzahlen auf der Welt nach den USA und Indien. (Quelle: The Guardian, 17.01.21)


Österreich verlängert Lockdown um zwei Wochen

In Österreich wird der bislang bis 24. Januar angekündigte Lockdown laut Nachrichtenagentur APA um zwei Wochen bis zum 8. Februar verlängert. Danach soll schrittweise wieder geöffnet werden, wobei die Gastronomie, Hotels und Veranstalter hingegen noch bis Ende Februar warten müssen, berichtet die Agentur unter Berufung auf Verhandlerkreise.

Ab 8. Februar sollen der Handel, körpernahe Dienstleistungen und Museen öffnen dürfen, allerdings nur unter verschärften Bedingungen wie dem verpflichtenden Tragen einer FFP2-Maske und strengeren Abstandsregeln. Auch die Schulen sollen dem Bericht zufolge ab dem 8. Februar wieder geöffnet werden. Die Regierung verhandelt seit Freitag mit Landeshauptleuten, Sozialpartnern und Wissenschaftlern über die weitere Vorgehensweise. Das Ergebnis soll am Sonntagvormittag bekanntgegeben werden. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Deutschland: R-Wert weiterhin bei knapp unter 1

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert liegt in Deutschland derzeit bei 0,95 (Vortag: 0,99). Das geht aus dem aktuellen Bericht des Robert-Koch-Instituts hervor. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Härterer Lockdown! Was kommt?

Bund und Länder ziehen angesichts der Corona-Krise Beratungen über das weitere Vorgehen in die kommende Woche vor. An diesem Dienstag ab 14 Uhr sind Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert gestern in Berlin sagte. Ursprünglich war die nächste Beratung erst für den 25. Januar angesetzt. Hintergrund ist eine Diskussion über mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen. Ein bereits verschärfter Lockdown ist vorerst bis zum 31. Januar vorgesehen. Das könnte jetzt an Verschärfungen kommen:

Bewegungsfreiheit: In Deutschland ist diese momentan noch nicht so stark eingeschränkt. Es gibt teilweise nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte kürzlich „drastische Ausgangssperren“ ins Gespräch gebracht, für den Fall dass die Lage „richtig aus dem Ruder läuft“.

Ein-Fester-Freund-Regel: Bei der letzten Videoschalte vereinbarten Merkel und die Länderchefs, dass man sich nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts treffen darf. Nun prüft das Kanzleramt angeblich eine weitere Verschärfung. Medien berichten, dass die eine haushaltsfremde Person, die man noch treffen darf, nun nicht mehr wechseln könnn soll. Aus der „Ein-Freund-Regel“ könnte eine „Ein-Fester-Freund-Regel“ werden, schreibt das Magazin. Auch hier würde aber wie immer gelten: Wie es dann wirklich ist, wird in der jeweiligen Corona-Verordnung der Länder festgeschrieben, die selbst zuständig für die Regelungen sind. Und da gibt es immer wieder Unterschiede.

FFP2-Maskenpflicht: Eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Bussen, Bahnen und Geschäften gilt schon seit Monaten – aber egal, ob es Alltagsmasken aus Stoff sind, Profimasken für Mediziner, Schals oder Tücher. Bayern ist jetzt vorgeprescht, FFP2-Masken zum Standard zu machen. Vielleicht ziehen andere Länder nach. FFP2-Masken filtern Partikel wirksamer aus ein- und ausgeatmeter Atemluft, bieten aber auch keinen 100-prozentigen Schutz. Anders als zu Beginn der Pandemie sind Masken nicht mehr knapp. Aber kann sie sich jeder leisten, auch ohne sie zu lange zu tragen? Für rund 27 Millionen Menschen aus Corona-Risikogruppen finanziert der Bund schon bis zu 15 FFP-2-Masken für den Winter – Kosten: 2,5 Milliarden Euro.

ÖPNV: In vielen Bussen, Bahnen und Straßenbahnen ist es inzwischen leerer. Die Politik dringt darauf, dass noch mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten, alle können es aber nicht. Die Krankenschwester, Altenpfleger oder die Verkäuferin müssten zur Arbeit kommen, heißt es beim Bahn-Lobbyverband Allianz pro Schiene. Stellschrauben könnten etwa noch entzerrte Stoßzeiten sein. Zusätzliche Fahrzeuge – zumal für wenige Kunden – ließen sich kaum auf die Schnelle organisieren. Um ein Einstellen des Nahverkehrs gehe es aber nicht, stellte die Bundesregierung klar. In Fernzügen sollen Reservierungen gezielter möglich sein, eine Reservierungspflicht gibt es aber weiterhin nicht.

Kitas, Schulen, Abschlussklassen: Bisher gilt nicht überall, dass Schulen und Kitas komplett geschlossen sind. In mehreren Bundesländern sind die Einrichtungen grundsätzlich auf, aber die Anwesenheitspflicht ist aufgehoben, und Eltern werden gebeten, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Wem das nicht möglich ist, der kann zumindest kleine Kinder zur Betreuung in Grundschule und Kita schicken. Vielleicht werden die Regeln hier noch einmal verschärft.

Home Office: Für viele Beschäftigte ist das seit Monaten Realität. Doch nach übereinstimmender Auffassung steckt hier aber noch viel Potenzial. Die Bundesregierung betont, dass beim ersten Lockdown im Frühjahr der Homeoffice-Anteil höher als jetzt gewesen sei. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte am Freitag an Unternehmen, Personalverantwortliche und Führungskräfte: „Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus.“ Sein Rat an die Beschäftigten: „Gehen Sie nicht ins Büro, wenn Sie nicht zwingend müssen.“ Zuletzt waren auch Rufe nach einer Homeoffice-Pflicht laut geworden.

Regierungssprecher Seibert sagte, die Zahl der Neuinfektionen sei weiterhin viel zu hoch. Dazu komme das neue Risiko einer Virus-Mutation, die in Irland und Großbritannien zu einem extremem Anstieg der Fälle geführt habe. Nötig sei, noch mehr zu tun, um Kontakte zu reduzieren. Dazu gehöre unter anderem eine stärkere Nutzung von Homeoffice.
(Quelle: NOZ, 16.07.21)


Frankreich-Zahlen

In Frankreich ist die Zahl der infolge des Coronavirus gestorbenen Menschen auf mehr als 70.000 gestiegen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde stieg die Zahl der Toten binnen 24 Stunden um 196 auf 70.142. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden liegt mit 21.406 knapp über dem Wert vom Freitag. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden 413.046 Menschen geimpft. (Quelle: ARD, 16.01.21)


Dritthöchste Todeszahl in Großbritannien

In Großbritannien melden die Behörden die dritthöchste Todeszahl an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Das Gesundheitsministerium gibt 1295 Todesfälle bekannt nach 1280 am Freitag. Die Zahl der Todesopfer steigt damit auf insgesamt 88.590. Die Zahl der positiven Tests beträgt 41.346 nach 55.761 am Freitag. Bislang wurden in Großbritannien rund 3,6 Millionen Impfungen verabreicht.


Portugal: Finanzminister positiv getestet

Portugals Finanzminister Joao Leao ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gibt sein Büro bekannt. Einen Tag zuvor habe er noch an einem Treffen in Lissabon mit hochrangigen EU-Vertretern wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilgenommen. Portugal hat in diesem Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft. Der 46-jährige Minister zeige keine Symptome. Er werde seine Arbeit zuhause in Selbstisolierung fortsetzen.(Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Italien streicht Flüge aus Brasilien

Italien streicht wegen einer neuen Corona-Variante Brasilien-Flüge. Alle, die in den letzten 14 Tagen auf Durchreise in Brasilien waren, dürften nicht mehr nach Italien einreisen, teilt Gesundheitsminister Roberto Speranza mit. Aus Brasilien ankommende Personen müssten sich testen lassen.
Nach Angaben seines Ministeriums gibt es 16.310 Neuinfektionen und weitere 475 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt sind in Italien 81.800 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Das ist die zweithöchste Rate in Europa und die sechshöchste weltweit. Die Gesamtzahl der Infektionen beträgt 2,369 Millionen.
(Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Portugal

In Portugal steigen die Infektions- und Todeszahlen so stark wie noch nie seit Beginn der Epidemie. Das Land meldet 10.947 neue Fälle und weitere 166 Tote. Damit steigen die gesamten Infektionen auf 539.416 bei einer Bevölkerung von etwas über zehn Millionen. 8709 Menschen starben an oder mit dem Virus.
Die 14-Tage-Inzidenz in Portugal beträgt 901 und ist damit fast doppelt so hoch wie im benachbarten Spanien, wie aus Daten des Europäischen Seuchenzentrums hervorgeht. Die Krankenhäuser des Landes stoßen an ihre Grenzen. In Portugal gibt es den Gesundheitsbehörden zufolge 672 Intensivbetten für Covid-Patienten. Davon seien 638 belegt. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Tausende protestieren in Wien gegen Maßnahmen

Rund 10.000 Menschen haben in Wien gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung protestiert. Die Demonstranten beklagten die derzeitigen Einschränkungen und forderten den Rücktritt der Regierung von Kanzler Sebastian Kurz, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Die meisten Teilnehmer der Kundgebung, unter ihnen der frühere Vizekanzler Heinz-Christian Strache, trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und missachteten die Abstandsregeln. Einem Bericht des „Kurier“ zufolge handelt es sich bei den Aktivisten um „eine Mischung aus Corona-Leugnern, besorgten Bürgern und ehemaligen Staatsverweigerern und Rechtsextremen“. Der österreichische Verfassungsschutz sehe „staatsgefährdendes Potential“ bei den Demonstranten.
An einer von linken Gruppen organisierten Gegendemonstration beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 500 Menschen. In Österreich gilt noch bis zum 24. Januar ein harter Lockdown. Bislang starben nach Angaben der Behörden landesweit rund 7000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Überblick am Abend

  • Indien hat eines der weltweit größten Covid-19-Impfprogramme gestartet. Mehr als 1,3 Milliarden Menschen sollen immunisiert werden. Die erste Dosis wurde einem Gesundheitspersonal am All India Institute of Medical Sciences in der Hauptstadt Neu-Delhi verabreicht.
  • Selbstmorde nahmen in Japan in der zweiten Welle der Covid-Pandemie zu, insbesondere bei Frauen und Kindern, obwohl sie in der ersten Welle gefallen waren. Dies ergab eine Umfrage. Laut einer Studie von Forschern der Hong Kong University und des Tokyo Metropolitan Institute of Gerontology stieg die Selbstmordrate von Juli bis Oktober gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16%.
  • In Großbritannien will Oppositionsführer Keir Starmer weitere Covid-Einschränkungen ​​unterstützen. Er sagte: „Je strenger die Beschränkungen, desto schneller bekommen wir das Virus wieder unter Kontrolle.“ Nach einer Rede vor der Fabian Society beantwortete der Labour-Chef Fragen und sagte, er sei „immer noch besorgt“ über die Anzahl der Infektionen, obwohl Anzeichen dafür vorliegen, dass sie fallen.
  • Eine weitere Coronavirus-Mutation dürfte sich trotz der Verhängung eines Reiseverbots aus den betroffenen Ländern bereits in Großbritannien befinden. Prof. John Edmunds, wissenschaftlicher Berater der Regierung, sagte, er würde es ungewöhnlich finden, wenn die zweite von zwei neuen Varianten aus Brasilien nicht bereits vorhanden wäre, obwohl sie noch nicht entdeckt worden sei.
  • Fast drei Viertel der Schwarzen in Großbritannien gaben nach einer Umfrage an, dass sie einer Covid-19-Impfung eher nicht zustimmen werden. Frauen, jüngere Menschen und Personen mit niedrigerem Bildungsniveau waren weniger zur Impfung bereit, aber besonders hoch ist die Zurückhaltung bei Menschen aus schwarzen Gruppen: 72% gaben an, dass es unwahrscheinlich oder sehr unwahrscheinlich sei, dass sie sich impfen lassen.
  • Nach Angaben der Arzneimittelbehörde in Norwegen könnten unerwünschte Reaktionen auf den Pfizer / BioNTech-Impfstoff zum Tod einiger gebrechlicher und älterer Patienten i beigetragen haben. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung gab die norwegische Arzneimittelbehörde an, 23 Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung verzeichnet zu haben.
  • Ab heute dürfen Menschen in Schottland ihre Häuser nur zu wesentlichen Zwecken verlassen oder außerhalb ihrer Häuser bleiben, da verschärfte Sperrbeschränkungen in Kraft treten. Premerministerin Nicola Sturgeon bestätigte, dass die Polizei einschreiten kann, wenn Menschen etwas tun, das nach dem Verlassen des Hauses als „nicht wesentlich“ angesehen wird.
  • 24 Tennisspieler, die zu den Australian Open nach Melbourne kommen, müssen nach zwei Covid-19-Fällen, die auf einem Charterflug mit Tennisspielern und -personal entdeckt wurden, 14 Tage in Quarantäne. Der erste Tag des Grand Slam Turniers ist 23 Tage entfernt – der 8. Februar, 23 Tage entfernt. Die beiden positiv getesteten Personen sind keine Spieler. (Quelle: The Guardian, 16.01.21)

Italien: Restaurants und Bars wieder geschlossen

Erst geschlossen, dann wieder auf, dann wieder geschlossen: Im Hin und Her der Corona-Beschränkungen müssen ab Sonntag Tausende Wirte in Italien ihre Bars, Restaurants und Pizzerien für Gäste wieder zumachen. Rund 70 Prozent der gastronomischen Betriebe seien landesweit davon betroffen, teilte der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti mit. Essen darf dann in 15 der 20 Regionen und Autonomen Provinzen nur noch zum Mitnehmen verkauft werden.

Vor dem Jahreswechsel galten wegen der Feiertage in Italien strenge Corona-Regeln, um etwa Feiern mit vielen Menschen zu verhindern. Im Restaurant essen gehen war nicht möglich. Im neuen Jahr lockerte die Regierung die Beschränkungen in vielen Regionen wieder für kurze Zeit, so dass man seine Pizza oder den Aperitif in den Bars und Gaststätten zu sich nehmen konnte.

Zuletzt machte sich jedoch die Angst vor einer dritten Corona-Welle breit und die Regierung zog die Zügel wieder straff. Der Verband Coldiretti klagte, die Einschränkungen träfen die gesamte Agrar- und Nahrungsmittelbranche. Langfristige Subventionen seien nötig, um die Wirtschaft und die Arbeitsplätze zu retten. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Laschet: Schulen können nicht Monate geschlossen bleiben

Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet mahnt zu einer sorgsamen Abwägung in der Frage, wie lange Schulen noch geschlossen sein müssen. Ziel müsse sein, wieder zu guter Bildung zu kommen, sagt Laschet in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“. „Das darf man nicht über Monate aussetzen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder werden sich Laschet zufolge am Montagabend erneut mit Wissenschaftlern über die Pandemie beraten. Am Dienstag wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen entscheiden.

(Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Tests auch in Apotheken und Zahnarztpraxen möglich

Corona-Tests sind ab sofort grundsätzlich auch in Apotheken und in Zahnarztpraxen möglich. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums trat heute in Kraft. Voraussetzung ist allerdings jeweils ein Auftrag durch die Gesundheitsbehörden. Zugleich wurde die Anzahl der Tests für ambulante Pflegedienste, insbesondere solche der ambulanten Intensivpflege sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe, auf 20 Tests pro Betreuten und Monat erhöht. Künftig können auch Tests in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe erfolgen.

„Der Kreis der beauftragungsfähigen Personen und Einrichtungen wird konkretisiert, um die für die Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes erforderliche Rechtssicherheit zu schaffen“, teilte das Ministerium dazu mit. Neben medizinischen Laboren sowie Ärztinnen und Ärzten würden auch Zahnärztinnen und Zahnärzte für Testungen an möglicherweise infizierten Menschen sowie deren Kontaktpersonen zugelassen. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Pakistan erteilt AstraZeneca Notfallzulassung

Im Kampf gegen die Pandemie hat Pakistan dem Impfstoff von AstraZeneca eine Notfallzulassung erteilt. Dies bestätigte Gesundheitsminister Faisal Sultan in Islamabad. Er gab indes keine Details über die Menge, den Zeitrahmen und die Umstände der Beschaffung bekannt. Mitarbeiter im Gesundheitswesen, ältere Bürger und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herzkrankheiten sollen als erste die Impfung gratis bekommen.

Pakistan hofft außerdem darauf, Gratisdosen von Covid-19-Impfstoffen über Gavi zu erhalten, die Impfinitiative der Weltgesundheitsorganisation WHO. Vergangenen Monat hatte Pakistan angekündigt, den Impfstoff von Sinopharm aus China zu beschaffen, doch wurde dieser bisher noch nicht zugelassen.

In der EU ist der von AstraZeneca gemeinsam mit Universität Oxford entwickelte Impfstoff noch nicht zugelassen. Damit wurde für den 29. Januar gerechnet. Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen sprach am Freitag lediglich von „Ende Januar“ für „einen dritten Impfstoff“. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Frankreich zieht nächtliche Ausgangssperre vor

Franzosen müssen sich beim abendlichen Einkaufen beeilen: Im ganzen Land gilt wegen der Corona-Krise ab heute eine nächtliche Ausgangssperre bereits von 18 Uhr an. Auch Geschäfte müssen dann schließen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen und im schlimmsten Fall auch Haftstrafen, wie das Innenministerium mitteilte. Premierminister Jean Castex hatte am Donnerstag angekündigt, dass die Regelung mindestens 15 Tage für das Festland gelten solle.

Zuvor war das ursprünglich von 20 Uhr bis 6 Uhr geltende Ausgehverbot bereits in einzelnen besonders betroffenen Départements des Landes vorverlegt worden. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, spazieren zu gehen, Sport zu treiben oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe vor die Türe gehen. Die Pandemie hat Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen schwer getroffen. Rund 70.000 Bürger starben im Zusammenhang mit einer Infektion. (Quelle: ARD, 16.01.21)


Tod nach Impfung in Weyhe: Rechtsmediziner sehen keinen Zusammenhang

Nach dem Tod einer Seniorin im Landkreis Diepholz sehen Rechtsmediziner keinen Zusammenhang zu einer vorangegangenen Corona-Impfung. Das teilte die Staatsanwaltschaft Verden nach der Obduktion mit.

„Eine Verbindung zwischen dem Ableben der Verstorbenen und der Impfung wurde nicht festgestellt“, stellte der Landkreis klar. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut müsse den Fall aber noch abschließend untersuchen. Das Institut im hessischen Langen überwacht die Sicherheit von Impfstoffen und prüft nach eigenen Angaben deutschlandweit zehn Todesfälle, die in zeitlicher Nähe zu einer Corona-Impfung stehen.

Der Fall in Weyhe hat sich in einem Seniorenheim zugetragen. Ein mobiles Impfteam hatte der 90 Jahre alten Frau den Impfstoff von Biontech-Pfizer am Mittwoch verabreicht. Etwa eine Stunde später war sie trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen verstorben, wie Landrat Cord Bockhop (CDU) auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mitgeteilt hatte. Die Frau galt laut Bockhop als allgemein fit, hatte nach dem Impfen noch mit Angehörigen telefoniert und sei unauffällig gewesen. (Quelle: NDR, 16.01.21)


Brandenburgs Regierungschef für schärfere Corona-Regeln

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält schärfere Corona-Beschränkungen für angebracht. „Es werden weitere Verschärfungen notwendig sein, auch aufgrund der Mutation des Virus‘ mit deutlich höheren Ansteckungsquoten“, sagte Woidke der Tageszeitung „Die Welt“. Einen Lockdown auch für die Industrie lehnte Woidke aber ab. „Kraftwerke müssen weiterlaufen, auch Instandhaltungsbetriebe. Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Logistik – das muss doch alles funktionieren, sonst brechen die Versorgung und das ganze Land zusammen.“ (Quelle: RBB, 16.01.21)


Linke fordert Corona-Gipfel zu Pflegeheimen

Die Linken im Bundestag fordern, das die Corona-Lage in Pflegeheime bei den neuen Bund-Länder-Gesprächenganz oben auf die Tagesordnung zu setzen. „Das nächste Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten muss auch zu einem Heimgipfel werden“, sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Situation in den Pflegeheimen sei weiter dramatisch. „Das Sterben in den Heimen ist das vielleicht dunkelste Kapitel der letzten Jahrzehnte.“ Der Fraktionsvorsitzende kritisierte: „Die Lockdown-Regeln gelten bundesweit, aber bei den Pflegeheimen gibt es bisher keine Einheitlichkeit.“ Er forderte eine nationale Kraftanstrengung und einen Null-Inzidenz-Ansatz. „Niemand darf ungetestet ein Heim betreten, FFP2-Masken-Pflicht und schnellstmögliche Durchimpfung sind dafür wesentlich“, sagte Bartsch. (Quelle: ARD, 16.01.21)


US-Finanzministerium zahlt Milliardenhilfe an Airlines aus

Das US-Finanzministerium hat mit der Auszahlung von Hilfsgeldern in Höhe von 15 Milliarden Dollar an die unter der Corona-Pandemie leidenden Fluggesellschaften begonnen. Als Gegenleistung müssen die Airlines mehr als 32.000 Beschäftigte in ihre Jobs zurückholen. Die großen Unternehmen müssen 30 Prozent der Hilfen binnen zehn Jahren an die Regierung zurückzahlen und außerdem die Vergütung von Managern deckeln. Das Verbot von Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen wurde bis März 2022 verlängert.
Finanzminister Steven Mnuchin sagte, dass das Programm „eine zusätzliche wirtschaftliche Erleichterung für die Beschäftigten bringen wird, während es auch die Gelder der Steuerzahler schützt.“ Allein Delta Air Lines rechnet mit einer Finanzspritze von 2,9 Milliarden US-Dollar aus dem vom Kongress beschlossenen Hilfspaket. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Mehr als eine Million Impfungen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Schutzimpfungen in Deutschland hat die Schwelle von einer Million überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete eine Gesamtzahl von 1.048.160 Impfungen, 79.759 mehr als am Vortag. Die Impfquote stieg damit auf 1,26 Prozent. Spitzenreiter bei den Impfungen bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 2,34 Prozent vor Schleswig-Holstein mit 1,92 Prozent. Schlusslicht ist Baden-Württemberg mit einer Quote von 0,90 Prozent hinter Thüringen mit 1,03 Prozent.

Bislang wurde fast ausschließlich die erste von zwei Impfdosen gespritzt. Am Freitag hatten erstmals einige Menschen in einem Pflegeheim in Halberstadt in Sachsen-Anhalt auch die zweite Dosis erhalten. (Quelle: ARD, 16.01.21)


Grafschaft Bentheim: Die Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Samstag 23 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sowie einen weiteren Todesfall. Laut dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung liegt die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie damit bei 2967. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung steigt auf 69. Als genesen gelten 2613 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich 515 Menschen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts sinkt weiter von 116,7 auf 115,9. Aktuell gibt es 285 Infizierte im Landkreis. (Quelle: GN, 16.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen hoch. Am Sonnabend, 16. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.177 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 46 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.618.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut NLGA in Niedersachsen bei 102,7 Fällen je 100.000 Einwohner. Am Morgen hatte das RKI eine Inzidenzzahl von knapp unter 100 angegeben.

Das NLGA informierte -neuerlich im Gegensatz zum schweigenden Landkreis Emsland- über zwei weitere CoViD-19-Tote im Emsland, wo jetzt insgesamt 92 Menschen an dem Virus verstorben sind und sich nach 71 Neuinfektionen die 7-Tage-Inzidenz auf 118,2 beläuft. Die Grafschaft Bentheim hat 23 Neuinfektionen festgestellt; dort ist die 7-Tage-Inzidenz erstmals seit Wochen unter diejenige des Emslands gesunken und beträgt jetzt 115,9.
(Quelle: NDR, NLGA, 16.01.21)


China spendet eine Million Impfstoffdosen an Kambodscha

China wird Kambodscha eine Million Dosen seines Sinovac-Coronavirus-Impfstoffs spenden, sagte der kambodschanische Premierminister Hun Sen. Er dankte dem „Freund“ Peking für seine Großzügigkeit.

Kambodscha ist seit langem ein überzeugter Verbündeter Pekings und erhält zinsgünstige Kredite und Investitionen in Milliardenhöhe aus China.

Während viele Länder früh in der Pandemie reagierten, indem sie ihre Grenzen für chinesische Reisende schlossen, lehnte Hun Sen ab und reiste sogar nach Peking, um sich mit Führer Xi Jinping solidarisch zu treffen. Er gab jetzt am späten Freitag bekannt, dass China angeboten hat, Impfdoesen der Firma Sinovac zu spenden.

„Freund China hilft uns mit einer Million Dosen“, sagte Hun Sun in einer Audio-Nachricht auf seiner offiziellen Facebook-Seite und fügte hinzu, dass damit 500.000 Menschen impfen werden.

„Um zu verhindern, dass die Nation und die Menschen mit diesem tödlichen Virus infiziert werden, müssen wir Impfstoffe verwenden, die bereits bei chinesischen Führern und Millionen von Menschen angewendet wurden … Wir können nicht länger warten.“

Zu den ersten Personen, die geimpft wurden, gehörten Gesundheitspersonal „an vorderster Front“, Lehrer, Soldaten, Leibwächter des Premierministers und Beamte rund um den König, sagte Hun Sen.

Der CoronaVac von Sinovac wurde am Freitag in der Türkei eingeführt, nachdem Tests gezeigt hatten, dass er zu 91,25 Prozent wirksam ist. Neuere, robustere Studien in Brasilien zeigten jedoch nur eine Wirksamkeitsrate von rund 50 Prozent – viel niedriger als bei Konkurrenzprodukten von Moderna, Pfizer-BioNTech und Oxford-AstraZeneca.

Eine dritte Studie in Indonesien, in der die Behörden diese Woche eine Massenimpfaktion mit CoronaVac starteten, zeigte eine Wirksamkeit von 65,3 Prozent. Kambodscha hat sich bei der Pandemie bisher gut geschlagen und nur 436 Fälle registriert, obwohl Experten sagen, dass die niedrigen Zahlen wahrscheinlich auf fehlende Tests zurückzuführen sind.

Peking hat angeboten, auch einer anderen Nation in der Region zu helfen. Der chinesische Außenminister Wang Yi versprach diese Woche, Myanmar mit 300.000 Dosen zu versorgen. (Quelle: The Guardian, 16.01.21)


(16.01.21)


(16.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 18.6788 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.019.363 (Stand: 16.01., 00.00 Uhr).

Außerdem wurden 980 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) sank am Freitagmorgen um rd 7 Punkte auf 139,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. In Niedersachsen sank der Wert mit 98,7 (= 7.889 Neuerkrankte in 7 Tagen) erstmals seit Wochen unter die Grenze von 100.

Die Gesamtzahl der Menschen, die in Deutschland an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 45.974. Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit etwa 1.657.900 an. (Quelle: RKI, 15.01.21)


Scholz: Kommunen entlasten

Vizekanzler Olaf Scholz drängt auf eine weitere finanzielle Entlastung für Kommunen und eine „Stunde Null“ für Gemeinden mit hohen Schulden. In den kommenden Jahren müssten überall in Deutschland gigantische Summen investiert werden, etwa für den Kampf gegen den Klimawandel, den Ausbau erneuerbarer Energien und der Strom-Infrastruktur, sagte der Finanzminister der Nachrichtenagentur dpa.

„Zwei Drittel der öffentlichen Investitionen werden in Deutschland von den Kommunen getätigt, dafür brauchen sie die finanzielle Kraft“, betonte Scholz. „Deshalb bin ich unverändert für eine finanzielle Entlastung der Kommunen in Deutschland und dafür, dass diejenigen, die mit besonders großen Lasten aus der Vergangenheit zu kämpfen haben, eine neue „Stunde Null“ bekommen.“ Für die Zukunft sei ganz wichtig, „dass wir die großen Aufgaben nicht zu klein machen“, mahnte der SPD-Kanzlerkandidat.
(Foto: CC s. Archiv v. 16.5.20; Quelle: Tagesschau, 15.01.21)


Brasilien: Rettungsaktion für Dutzende Frühgeborene in Manaus

Berichten zufolge versuchen die Behörden im brasilianischen Amazonasgebiet, Dutzende Frühgeborene zu retten, nachdem ein Anstieg der Coronavirus-Fälle zu einem katastrophalen Zusammenbruch der Sauerstoffversorgung von Krankenhäusern und Kliniken geführt hat.

Am Freitag (Ortszeit) hatte CNN Brasil berichtet, dass der nördliche Bundesstaat Amazonas mindestens 60 Babys von Neugeboreneneinheiten in seiner Hauptstadt Manaus in Krankenhäuser in anderen Teilen des Landes ausfliegen wolle. Die Dringlichkeitsanfrage an andere Bundesstaaten kam, als die brasilianische Luftwaffe nach einer tödlichen Unterbrechung der Sauerstoffversorgung am Donnerstagmorgen mit der Evakuierung von Coronavirus-Patienten aus der größten Stadt am Amazonas begann.

Dieser Ausfall – verursacht durch einen plötzlichen Anstieg der Krankenhauseinweisungen, der bedeutete, dass der Sauerstoffbedarf das Angebot dramatisch überstieg – führte dazu, dass Ärzte und Krankenschwestern verzweifelt darum kämpften, Covid-Patienten mit manueller Beatmung zu retten. Diejenigen, die nicht gerettet werden konnten, erhielten Berichten zufolge Morphium und das Beruhigungsmittel Midazolam, um ihr Leiden zu lindern.

„Dies ist ein beispielloses Unglück“, sagte Jesem Orellana, ein lokaler Epidemiologe, dem britischen Guardian. „In den kommenden Stunden wird Manaus der Protagonist eines der traurigsten Kapitel der Covid-19-Epidemie der Welt sein.“

Manaus war eine der am schlimmsten betroffenen lateinamerikanischen Städte in der ersten Welle der Epidemie im vergangenen April. Die Behörden mussten Massengräber graben. Am Freitag gab es vor Ort wachsende Wut auf den Staat und die Bundesregierung und den rechtsgerichteten Staatspräsidenten Bolsonaro, weil sie es versäumt hatten, sich auf das vorzubereiten, was Mediziner als Tragödie bezeichneten. (Quelle. The Guardian, 16.01.21)


Ausgangssperre und Homeoffice

Vor den Bund-Länder-Beratungen über weitere Corona-Restriktionen hat Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eine Diskussion über verschärfte Corona-Auflagen ohne Tabus gefordert und Ausgangssperren ins Gespräch gebracht. „Für die Ministerpräsidentenkonferenz darf es keine Denk- und Diskussionsverbote geben“, sagte Hans der „Rheinischen Post“. Dies gelte „für das Thema Ausgangssperre, aber auch für die Diskussion um die Arbeit im Homeoffice“. Bei der Heimarbeit sieht Hans ebenso Nachholbedarf wie beim Tragen von FFP2-Masken. „Dadurch schützt man nicht nur andere, sondern auch sich selbst“, betonte der saarländische Regierungschef. „Deshalb sollten wir als Staat dafür sorgen, dass diese Masken überall und unkompliziert allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen“. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Island: Alle positiven Covid-19-Fälle genetisch sequenziert

Island hat seit Beginn der Corona-Pandemie alle seine positiven Covid-19-Fälle genetisch sequenziert – eine zunehmend wichtige Praxis, da sich weltweit Besorgnis erregende neue Mutationen aus Großbritannien und Südafrika verbreiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Freitag alle Länder aufgefordert, die Genomsequenzierung zu beschleunigen, um die neuen Mutationen zu bekämpfen.

Wissenschaftler des Labors der isländischen Biopharma-Gruppe deCODE Genetics in Reykjavik haben in den letzten 10 Monaten auf Ersuchen der Gesundheitsbehörden des Landes jeden positiven Coronavirus-Test in Island analysiert. „Die eigentliche Sequenzierung dauert relativ kurz“, erklärt der Laborleiter Olafur Thor Magnusson und fügt hinzu, dass „etwa drei Stunden“ alles sind, was zur Bestimmung des Virusstamms erforderlich ist.

Der gesamte Prozess, von der Isolierung der DNA bis zur Sequenzierung, kann bis zu anderthalb Tage dauern. Auf diese Weise hat Island inzwischen 463 einzelne Virus-Varianten identifiziert, die Wissenschaftler Haplotypen nennen. (Quelle: The Guardian, 16.01.21)

In Deutschland ist die Sequenzierung noch Neuland und wird offenbar in nennenswertem Umfang bisher nur in Berlin durchgeführt.


Indien startet Impfkampagne

In Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern startet am Samstag eine Mega-Impfkampagne gegen das Coronavirus. Bis Juli sollen in dem Schwellenland zunächst 300 Millionen Menschen geimpft werden. Rund 150.000 Helfer wurden speziell geschult und es gab landesweit Probeläufe, bei denen der Transport von Impfstoffen und die Impfung mit Attrappen und Statisten geübt wurde.

Als erstes sollen ab Samstag 30 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen und aus anderen Risikobereichen geimpft werden. Danach folgen rund 270 Millionen Einwohner über 50 Jahren oder Risikopatienten. Zugelassen sind in Indien bisher zwei Impfstoffe: Covishield vom britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra-Zeneca, das vom Serum Institute in Indien hergestellt wird, und Covaxin vom indischen Konzern Bharat Biotech.

Um das indische Mittel gibt es allerdings heftigen Streit, weil dieses schon vor Ende der klinischen Tests eine Notfallzulassung erhielt. (Quelle: FAZ, 16.01.21)


Frankreich verschärft

Frankreich verschärft ab dem Wochenende seine Corona-Maßnahmen: Ab Samstag tritt eine landesweite Ausgangssperre zwischen 18.00 Uhr und sechs Uhr morgens in Kraft. Auch alle Geschäfte müssen dann schließen. Kritiker fürchten dadurch einen größeren Andrang, auch im öffentlichen Nahverkehr. Zudem verschärft Frankreich die Kontrollen für Einreisende aus Nicht-EU-Ländern. Sie müssen ab Montag einen negativen PCR-Test vorlegen und sollen zudem in Frankreich eine Woche lang vorsorglich in Quarantäne gehen. Danach wird ein zweiter PCR-Test fällig. Grund für die Verschärfung ist die Sorge vor einer Ausbreitung der britischen Corona-Mutation. In Frankreich wurden bisher fast 70.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt.
(Quelle: FAZ, 16.01.21)


Mexiko meldet 21.366 neue Fälle und 1.106 weitere Todesfälle

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums meldete Mexiko am Freitag 21.366 neue bestätigte Coronavirus-Fälle und 1.106 weitere Todesfälle, was einer Gesamtzahl von 1.609.735 Infektionen und 139.022 Todesfällen entspricht.

Reuters berichtet, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten und Todesfälle wahrscheinlich erheblich höher ist als die offizielle Zahl, da es an weit verbreiteten Tests mangelt. (Quelle: The Guardian, 16.01.21)


Bundesinnenministerium: Keine Grenzkontrollen

Das Bundesinnenministerium wendet sich einem Zeitungsbericht zufolge gegen Überlegungen, zur Eindämmung der Corona-Pandemie Grenzkontrollen zu den europäischen Nachbarstaaten wieder einzuführen. Derzeit gebe es innerhalb des Ministeriums „keine Überlegungen, erneut pandemiebedingte vorübergehende Binnengrenzkontrollen wiedereinzuführen“, teilte auf Anfrage ein Ministeriumssprecher der Zeitung „Die Welt“ mit.

„Auch mit Blick auf die enge Verzahnung in den Grenzregionen (insbesondere für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt) gilt es, eine erneute vorübergehende Wiedereinführung von pandemiebedingten Binnengrenzkontrollen wie in der ersten Welle zu vermeiden“, legte der Sprecher demnach dar.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte zuvor berichtet, im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen am Dienstag über weitere Corona-Restriktionen sei auch eine Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Gespräch. Zu Beginn der Pandemie hatte Bundesinnenminister Seehofer Binnengrenzkontrollen angeordnet, sie im Sommer aber wieder aufgehoben. (Quelle: FAZ, Welt, 16.01.21)



China: Zahl der Neuinfektionen sinkt

In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen erstmals seit Tagen wieder gesunken. Binnen 24 Stunden wurden 130 neue Covid-19-Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde in Peking mitteilte. Tags zuvor war mit 138 der höchste Wert seit dem 1. März 2020 erreicht worden. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle liegt den offiziellen Angaben zufolge nunmehr bei 88.118. Die Zahl der Todesfälle blieb mit 4635 unverändert.

Die Behörden haben im Januar mehr als 28 Millionen Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Die Regierung rechnet bislang nicht damit, dass im Zuge des traditionellen Neujahrsfestes die Corona-Epidemie wiederauflebt. Wenn die Kontrollen und die Vorsorgemaßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt würden, sei ein massives Wiederaufleben unwahrscheinlich, erklärte die Gesundheitsbehörde CDC zuletzt. Die Neujahrsfeiertage beginnen am 11. Februar und sind üblicherweise eine Hauptreisezeit in China. Allein 296 Millionen Bahnreisende werden erwartet. (Quelle: FAZ, 16.01.21)


DEHOGA: 80 % Umsatzverluste durch Zwangsschließungen

Die deutschen Gastwirte werden durch die Corona-bedingten Zwangsschließungen im Januar nach Prognose ihres Branchenverbandes Dehoga etwa 80 Prozent ihrer geplanten Umsätze verlieren. „Wir gehen davon aus, dass 70.000 Betriebe die Krise nicht überstehen werden“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, der „Rheinischen Post“. Wochenlange Umsatzausfälle könnten auch die gesündesten Unternehmen nicht überstehen. Damit stünden „Hunderttausende Jobs auf dem Spiel“, sagte Hartges. Sie forderte die Politik zum Handeln auf: „Die zugesagten Hilfen müssen jetzt ankommen, wo sie dringend benötigt werden, damit Arbeitsplätze und Unternehmen gerettet werden“.
(Quelle: FAZ, 16.01.21)


Überblick zur Nacht

  • Tausende von Australiern, die immer noch in Übersee gestrandet sind, haben einen weiteren Rückschlag erlitten, nachdem die Fluggesellschaft Emirates am späten Freitagabend ankündigte, alle Flüge von und nach Sydney, Melbourne und Brisbane bis auf weiteres auszusetzen. Zuvor hatten die australischen Behörden angekündigt. Die Emirates-Entscheidung folgte einige Tage, nachdem das australische Kabinett angekündigt hatte, die Zahl der zugelassenen internationalen Passagiere in die Bundesstaaten New South Wales, Queensland und Westaustralien um 50% zu senken, um Australien vor den neuen Mutationen des Corona-Virus zu schützen.
  • Die Zahl der Menschen, die nach Covid ihr Leben verloren haben, übersteigt jetzt 2 Millionen, womit ein weiterer Meilenstein der Pandemie überschritten wurde. Daten der Johns-Hopkins-Universität zeigen, dass die USA nach wie vor das am stärksten vom Virus betroffene Land sind – gefolgt von Brasilien, Indien, Mexiko und Großbritannien.
  • Der rechtsgerichtete brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sagte, das Land werde spätestens am Freitag ein Flugzeug nach Indien schicken, um Covid-19-Impfstoffe in maximal zwei oder drei Tagen abzuholen. Bolsonaro fügte hinzu, dass er wenig gegen die Pandemie in Brasilien tun könne, da eine zweite Welle durch das Land reißt und er „am Strand sein sollte“.
  • Der neue Stabschef des gewählten US-Präsidenten Joe Biden, Ron Klain, sagte in einem Online-Interview mit der Washington Post, er erwarte, dass das Land nächsten Monat 500.000 Covid-Todesfälle erreichen werde.
  • Spanien hat in den letzten 24 Stunden eine Rekordzahl von 40.197 neuen Covid-Fällen verzeichnet, was die Gesamtzahl aller bestätigten Fälle auf 2.252.164 erhöhte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind zwischen Donnerstag und Freitag 235 Menschen gestorben, was die Zahl der Todesopfer des Landes auf 53.314 steigen ließ.
  • Tunesien meldete am Freitag 4.170 neue bestätigte Coronavirus-Fäll, die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Das Land verhängte am Donnerstag eine viertägige nationale Sperrung und schloss die Schulen bis zum 24. Januar, um dem starken Anstieg der Fälle von Covid-19 entgegenzuwirken.
  • In Australien haben Gesundheitsexperten die Entscheidung der viktorianischen Regierung, das Australian Open Tennis Grand Slam Turnier fortzusetzen, vorsichtig unterstützt. Die Entscheidung der Regierung, die besonderen Quarantänebeschränkungen für die rund 1.200 Spieler und Support-Mitarbeiter, die zum Turnier kommen, voranzutreiben, während gleichzeitig Tausende von einwohnern des Bundesstaats Victoria wegen der Grenzschließungen im Nachbarbundesstaat NSW gestrandet sind, hatte in der Bevölkerung zu verärgerten Reaktionen geführt. (Quelle: The Guardian, 15.01.21)

Mehr als zwei Millionen Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Pandemie sind weltweit bereits mehr als zwei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Weltweit gab es demnach bislang mehr als 93 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus. Experten gehen von einer noch höheren Dunkelziffer aus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Der WHO zufolge gab es bis Freitag 1,98 Millionen bestätigte Todesfälle.

(Foto: CC s. Archiv v. 30.07.19; Quelle: TSP, 15.01.21)


WHO-Forderung: Auf neue Virusmutationen testen

Das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert, positiv auf Corona Getestete auf neue Virusmutationen zu testen. Die bei solchen Untersuchungen der Länder gewonnenen Daten seien notwendig, um das Virus besser zu verstehen, schrieben die Experten am Freitag in einer Empfehlung. Alle Informationen müssten auf globaler Ebene gesammelt und ausgewertet werden. »Die Bemühungen der Forschung müssen sehr, sehr schnell und stark sein«, so der Vorsitzende des Komitees, Didier Houssin, bei einer Pressekonferenz.

Neue Virusvarianten, vor allem aus Großbritannien und Südafrika, gelten als besonders ansteckend. Houssin sprach von einem Rennen zwischen dem Virus, das sich ständig verändere, um sich weiter ausbreiten zu können, und der Gesellschaft, die die Verbreitung stoppen will. »Das ist ein entscheidender Moment in der Pandemie«, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Das Komitee empfahl der WHO zudem, unbekannte Faktoren der Impfungen gegen Corona zu erforschen. Etwa, ob ein geimpfter Mensch das Virus trotzdem weitergeben könne oder wie lange der Impfstoff Schutz vor einer schweren Erkrankung biete. (Quelle: Spiegel, 15.01.21)


Debatte um Verlängerung des Lockdown

Wird der Lockdown weiter verschärft? Das werden Bund und Länder auf ihrem vorgezogenen Treffen am kommenden Dienstag besprechen. Grund für die Eile: Die Infektionszahlen sind weiterhin überaus hoch.

Dennoch wehre sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dagegen, eine Fortdauer von Beschränkungen nun bereits bis Ostern zu beschließen. „Wenn die Inzidenzen heruntergehen, muss man darauf reagieren mit entsprechenden Lockerungen“, sagte eine Sprecherin der Landesregierung am Freitag in Hannover. In einem Medienbericht hatte Weil am Freitag seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, dass beim nächsten Bund-Länder-Treffen auch über Lockerungen gesprochen werde. Entscheidend für die Dauer der Maßnahmen sei nicht das Datum, sondern die Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Am Freitag wurde bekannt, dass Bund und Länder bereits am kommenden Dienstag über weitere Maßnahmen beraten wollen. Ursprünglich war das Treffen für den 25. Januar geplant. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies auf die nach wie vor alarmierenden Infektionszahlen. Dazu komme das Risiko einer neuen Virus-Mutation. Es gehe darum, „noch mehr“ zu tun, um die Infektionszahlen zu senken, sagte Seibert. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, dass auch eine Ausweitung des Homeoffice Thema sein könnte. (Quelle: NDR, 15.01.21)


Pfizer/Biontech: Impfstoff-Lieferungen werden wegen Umbau verringert

Die Lieferungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs sollen nach Angaben der Hersteller nur eine Woche lang verringert werden. „Unser Werk in Puurs, Belgien, wird eine vorübergehende Reduzierung in der Anzahl von Dosen in der kommenden Woche erfahren«“, teilte Biontech am Freitagabend mit. In der Woche vom 25. Januar an werde man dann wieder „zum ursprünglichen Lieferplan zurückkehren“.

Dem SPIEGEL sagte eine Biontech-Sprecherin, es werde auch in der einen betroffenen Woche eine Lieferung geben. Zudem sei geplant, die Produktion bald so hochzufahren, dass die Ausfälle dieser einen Woche bis zum Ende des ersten Quartals kompensiert seien.

Nach Angaben der Impfstoffhersteller sollen die Liefermengen kräftig erhöht werden. Um diese Erweiterung möglich zu machen, seien Anpassungen im Produktionsprozess notwendig. Dies sei der Grund für die vorübergehende Verringerung der ausgelieferten Dosen im Pfizer-Werk im belgischen Puurs, hieß es. Pfizer teilte mit, die Produktionsanlagen würden ausgebaut, um mehr Impfdosen herzustellen. Genaue Zahlen wurden nicht genannt.

Die EU-Kommission, die EU-Mitgliedsstaaten und andere betroffene Länder würden über die aktualisierten Liefertermine informiert. Die beiden Unternehmen betonten, sie arbeiteten „unermüdlich“ daran, die eigenen Produktionskapazitäten auszubauen und auch weitere Zulieferer sowie Auftragshersteller hinzuziehen, um die Gesamtproduktionskapazität zu erhöhen.

Zuvor hatte das norwegische Gesundheitsinstitut vor Folgen der Herstellungskürzungen für ganz Europa gewarnt: »Die vorübergehende Kürzung wird alle europäischen Länder betreffen«, hieß es. Sie würde »ab kommender Woche« erfolgen. Auch Deutschland ist von den Engpässen betroffen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums verringere sich der zugesagte Impfstoff für die kommenden drei bis vier Wochen.

Nach Angaben der italienischen Regierung reduzieren sich die Impfstofflieferungen in das südeuropäische Land ab Montag um 29 %. Für wie lange dies gelten werde, habe der Pharmakonzern Pfizer nicht mitgeteilt, sagt der CoViD-19-Sonderbeauftragte Domenico Arcuri in Rom. Er habe sich angesichts der „Ernsthaftigkeit und des unglaublichen Timings“ der Mitteilung bei dem Konzern beschwert.

Auch das Bundesgesundheitsministerium hatte sein Bedauern über die angekündigten Engpässe erklärt. „Dies gilt umso mehr, da es verbindlich vom Unternehmen zugesagte Liefertermine bis Mitte Februar gegeben hatte“, teilte ein Sprecher laut Nachrichtenagentur Reuters mit. Weitere EU-Staaten kritisierten eine „inakzeptable Situation“ bei der Impfstoffversorgung. (Quelle: Spiegel, FAZ, 15.01.21)


Reimann: „Schlag ins Kontor“

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hat am Freitag auf die Lieferprobleme der Impfstoff-Hersteller Biontech und Pfizer reagiert. Die Infrasruktur in Niedersachsen sei „ausgesprochen leistungsfähig, aber schon die ursprünglich für das Bundesland angekündigten rund 60.000 Impfdosen pro Woche seien zu knapp, um alle impfberechtigten Personen zügig impfen zu können. Biontech/Pfizer hatte die Landesregierung am Freitagnachmittag darüber informiert, dass Niedersachsen wegen einer Produktionsumstellung in den nächsten Wochen weniger Impfdosen erhalten werde als angekündigt. Reimann nannte die Ankündigung einen „Schlag ins Kontor“.

(Quelle: NDR, 15.01.21)


Kanzleramtsminister Braun erwartet „Kraftanstrengung bis zum Sommer“

Kanzleramtschef Helge Braun hält in der Corona-Krise eine „Kraftanstrengung“ noch bis zum Sommer für nötig. Die Infektionszahlen müssten gesenkt werden, sagte Braun am Freitagabend auf dem digitalen CDU-Parteitag. Deutschland stehe noch vor drei bis vier schweren Monaten. Im Sommer, glaube er, werde sich alles sehr gut fügen. Bis dahin sei es aber noch eine Kraftanstrengung.

Wegen der kritischen Corona-Lage ziehen Bund und Länder ihre Beratungen über mögliche schärfere Beschränkungen auf nächste Woche vor. Bereits an diesem Dienstag ist dazu nun eine Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Schweiz: Läden zu, Skipisten offen

Die Schweiz hat die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus weiter verschärft und den im internationalen Vergleich lockeren Kurs aufgegeben. Wie in Deutschland auch müssen von Montag an nicht nur Restaurants, Kulturbetriebe und Freizeitstätten schließen, sondern auch die allermeisten Läden, die keine Lebensmittel verkaufen.

Außerdem gibt es fortan die Pflicht, von zu Hause aus zu arbeiten, sofern die Art der Tätigkeit dies zulässt. Wer allerdings die eigenen vier Wände verlassen will, um in den Bergen eine Runde Ski oder Snowboard zu fahren, kann dies unverändert tun. „Beim Skifahren handelt es sich um eine Aktivität, die draußen an der frischen Luft stattfindet – im Gegensatz etwa zum Einkaufen“, begründete der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset das Laisser-faire.

Im Übrigen gebe es in den Skigebieten schon zahlreiche Einschränkungen. So seien die Restaurants auch dort geschlossen. Allerdings dürfen sich Wintersportler zumindest in Graubünden auf offenen Gastro-Terrassen tummeln und dort Take-away-Speisen zu sich nehmen. Dass die Schweiz, wo die Infektions- und Todeszahlen infolge von Covid-19 schon länger überdurchschnittlich hoch sind, jetzt insgesamt die Zügel anzieht, hängt mit den mutierten Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika zusammen.

Fälle, die auf diese hochansteckenden Virusstämme zurückgehen, bewegen sich zwar noch auf einem niedrigen Niveau, verdoppeln sich aber jede Woche. Der prominenteste Infektionsfall: In Wengen im Berner Oberland steckte ein einzelner britischer Hotelgast zwischen dem 27. Dezember und dem 10. Januar 27 andere Personen an. Der gerade angelaufene Massentest in der 1200 Einwohner zählenden Gemeinde wird vermutlich noch deutlich höhere Fallzahlen zutage fördern, wobei so mancher Gast, der fluchtartig das Dorf verlassen hat, das Virus nun andernorts weitertragen dürfte.

Vorsichtshalber hat der Kanton Bern das für dieses Wochenende geplante Lauberhornrennen abgesagt. Die Skilifte in der mit Wengen verbundenen Jungfrau-Region dürfen aber offen bleiben. Ob Skigebiete schließen müssen, entscheiden in der Schweiz die jeweiligen Kantonsregierungen. Dabei orientieren sie sich an der epidemiologischen Lage, an der Auslastung ihrer Krankenhäuser und Intensivstationen sowie an der Funktionsfähigkeit der Kontaktnachverfolgung. Vor Weihnachten hatten einzelne Kantone wie St. Gallen, Schwyz und Zürich verfügt, den Skibetrieb über die Feiertage einzustellen. Inzwischen sind jedoch wieder sämtliche Skigebiete geöffnet.

Um die Infektionsgefahr zu reduzieren, dürfen geschlossene Seilbahnen nur zu zwei Dritteln ausgelastet werden; die Fenster der Gondeln bleiben offen. Es besteht Maskenpflicht in und vor den Liften. Nach Einschätzung des Verbands der Schweizer Seilbahnen haben sich die Schutzkonzepte bisher bewährt. Dort hofft man, dass die Skigebiete auch während der Schweizer Sportferien im Februar offen bleiben dürfen.

Mit vielen Wintersportlern aus Deutschland können die Eidgenossen trotz der aktuell guten Schneeverhältnisse nicht rechnen: Aus deutscher Warte ist die Schweiz ein Risikogebiet. Bei der Rückkehr nach Deutschland geht es also in die häusliche Quarantäne. (Quelle: FAZ, 15.01.21)


Moderna-Impfstoff: Erste Impfungen in Niedersachsen

In Osnabrück und Oldenburg haben am Freitag die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff der US-amerikanischen Firma Moderna begonnen. Es ist das zweite in der EU zugelassene Vakzin.

Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums wurde die Impfung in beiden Städten in Krankenhäusern verabreicht. In Oldenburg erhielten Mitarbeiterrinen und Mitarbeiter von Corona-Stationen und Krebsstationen das Vakzin. „Wir können mit diesem Impfstoff eine weitere wichtige Gruppe impfen“, sagte Oldenburgs Sozialdezernentin Dagmar Sachse am Freitag.

In Osnabrück wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zwei Krankenhäusern geimpft, wie ein Stadtsprecher sagte. Ihm zufolge stehen der Stadt 1.200 Moderna-Dosen zur Verfügung, diese Impfungen sollen im Laufe von vier bis fünf Tagen abgeschlossen werden. Von den 6.000 Dosen der ersten Moderna-Lieferung für Niedersachsen wurden bisher 2.600 weiterverteilt. Die restlichen Dosen werden für die notwendige zweite Impfung aufgehoben.

Der erste in Deutschland eingetroffene Moderna-Impfstoff war Anfang der Woche in der Artland-Kaserne Quakenbrück angekommen und von dort an alle Bundesländer verteilt worden. Weitere Lieferungen in steigendem Umfang werden zunächst im Zwei-Wochen-Rhythmus erwartet. Demnach soll Niedersachsen in der letzten Januarwoche die nächste Lieferung mit 8.400 Dosen bekommen, in der letzten Februarwoche sollen es bereits 64.800 Dosen sein. Die für Niedersachsen vorgesehen Impfdosen werden von dem Logistik-Unternehmen Hellmann verteilt. Die Osnabrücker Firma hat dafür 16 Tiefkühl-Fahrzeuge im Einsatz. (Quelle: NDR, 15.01.21)


Johnson (GB): Druck auf Gesundheitssystem ist außergewöhnlich

Der britische Premier Boris Johnson hat angesichts einer Rekordzahl an Covid-19-Patienten in Krankenhäusern den Druck auf das Gesundheitssystem als „außergewöhnlich“ bezeichnet. In einigen Krankenhäusern müssten Krebsoperationen verschoben werden und Krankenwagen vor der Tür in der Schlange stehen, sagte Johnson am Freitag in London. „Dies ist nicht die Zeit für das kleinste bisschen Entspannung.“ Die Menschen müssten weiterhin Vorsicht walten lassen und – wann immer möglich – zuhause bleiben.

Laut offiziellen Angaben werden derzeit mehr Covid-19-Patienten in britischen Krankenhäusern behandelt als jemals zuvor, insgesamt sind es mehr als 37.000. Allein am Dienstag seien mehr als 4000 Menschen neu ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte Johnson.

Für den rasanten Anstieg der Neuinfektionen macht die Regierung vor allem die in England entdeckte, wohl deutlich ansteckendere Coronavirus-Variante verantwortlich. Selbst im Supermarkt könne es gefährlich sein, zu nah an einer anderen Person in der Schlange zu stehen, warnte Johnson. Pro 100.000 Einwohnern zählte Großbritannien in der vergangenen Woche mehr als 550 Neuinfektionen. In London liegt diese Kennziffer weiter in vielen Stadtteilen bei weit über 1000.

Aus Angst vor weiteren, neuen Varianten – etwa aus Brasilien – verschärft Großbritannien weiter seine Einreiseregeln. Ab Montag ist bei der Einreise ins Land ein negativer Corona-Test notwendig, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Außerdem müssen sich alle Einreisenden ohne Ausnahmen in eine zehntägige Quarantäne begeben, die frühestens ab dem fünften Tag durch einen weiteren negativen Test beendet werden kann.

Währenddessen soll das Tempo der Impfkampagne weiter hochgeschraubt werden – unter anderem mithilfe von Apotheken und 24-Stunden-Angeboten. Bislang sind in Großbritannien 3,2 Millionen Menschen gegen das Virus geimpft worden. (Quelle: TSP, 15.01.21)


USA: Sorge wegen Corona-Mutation

Die zuerst in Großbritannien entdeckte und wohl deutlich ansteckendere Corona-Mutation könnte in den Vereinigten Staaten schon bald weiter verbreitet sein als das die ursprüngliche Variante. „Der vorausgesagte Entwicklungsverlauf dieser Variante in den USA weist Anfang 2021 ein schnelles Wachstum auf und wird im März zur vorherrschenden Variante“, teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit. Dies könne die medizinische Infrastruktur in den Vereinigten Staaten weiter anspannen und strengere öffentliche Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verlangen. In den USA wurden bislang laut der CDC 76 Fälle der Corona-Variante in zehn Bundesstaaten gemeldet. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Fast eine Million Impfdosen in Deutschland verabreicht

Seit dem Impfstart am 27. Dezember 2020 sind in Deutschland 961.682 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Dies geht aus aktuellen Angaben des Robert-Koch-Instituts hervor, das täglich über die Menge verabreichter Impfdosen informiert.

Fast die Hälfte (46 Prozent) der an Deutschland ausgelieferten Impfdosen wurde somit bereits benutzt. Viele Bundesländer halten etwa die Hälfte der Dosen zurück, damit die zweite Impfdosis, mit der ein vollständiger Impfschutz erst gewährleistet ist, sicher erfolgen kann.

Derzeit ist Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter unter den Ländern: Das Bundesland hat bereits 78 Prozent des ausgelieferten Impfstoffes verimpft. In Berlin wurde rund die Hälfte der aktuell zur Verfügung stehenden Impfdosen verabreicht.

Insgesamt hat Deutschland nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bereits 2.008.500 Impfdosen des Biontech-Impfstoffs erhalten, dazu kamen 63.600 Impfdosen des zweiten in der EU zugelassenen Impfstoffs von Moderna, die diese Woche geliefert wurden. In den kommenden Wochen soll Deutschland pro Woche 667.875 Impfdosen von Biontech erhalten.

Die Menge des Moderna-Impfstoffs wird alle zwei Wochen steigen: Das Gesundheitsministerium rechnet in der vierten Kalenderwoche mit 91.200 Impfdosen, in der sechsten mit 226.800 und in der achten Kalenderwoche mit 674.400. Der Impfstoff wird gemäß dem Bevölkerungsanteil auf die Bundesländer verteilt. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Deutlich mehr Neuinfektionen in Großbritannien

Trotz des Lockdowns steigt die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien. Sie liegt bei 55.761 nach 48.682 am Vortag. Zudem werden den vierten Tag in Folge mehr als 1000 neue Todesfälle verzeichnet. Deren Zahl liegt mit 1280 in etwa so hoch wie am Vortag. In Großbritannien wurde zuerst eine ansteckendere Variante des Virus nachgewiesen. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Italien verlängert Ausgangssperren bis 5. März

Italien verlängert seine nächtlichen Ausgangssperren bis zum 5. März. Auch die Bewegungsfreiheit zwischen einzelnen Regionen bleibt bis zum 15. Februar eingeschränkt, heißt es in einem Erlass von Premierminister Giuseppe Conte. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt zwar mit 15.000 bis 20.000 unter dem Hoch von 40.000 Mitte November. Gesundheitsminister Roberto Speranza hatte jedoch am Mittwoch vor einer Verschärfung der Lage gewarnt. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Biden will mit Rettungsprogramm Frauen stärken

Sie gelten als besonders betroffen von der Corona-Pandemie in den USA und sollen nun verstärkt Aufmerksamkeit erhalten: Der künftige US-Präsident Joe Biden nimmt in seinem gigantischen Rettungsprogramm vor allem die Frauen des Landes in den Blick. Sie sind es, die nicht nur besonders hart von Jobverlusten betroffen sind, sondern zugleich auch die fehlende Betreuung durch Kitas und Schulen auffangen.

Die Organisation The National Women’s Law Center hat vorgerechnet, dass so gut wie alle der 140.000 Jobs, die im Dezember in den USA verloren gingen, Frauen innehatten. So gingen auf der Frauenseite 156.000 Arbeitsplätze verloren, auf der Männerseite stand ein Plus von 16.000 Jobs. Die Organisation setzt sich für die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ein.

Biden will nun ein insgesamt 1,9 Billionen Dollar schweres neues Rettungsprogramm auflegen und damit die USA und insbesondere die Frauen des Landes aus der Corona-Krise führen. Die Pläne umfassen zum Beispiel einen „bezahlbaren“ Zugang zu Kindertagesstätten, sodass Eltern und vor allem Frauen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren könnten, sagte Biden bei der Pressekonferenz.

(Foto: CC s. Archiv v. 28.4.20; Quelle: TSP, 15.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen sehr hoch. Am Freitag, 15. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.473 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit Corona sind 62 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer in Niedersachsen ist damit auf 2.572 gestiegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen bei 105,7 Fällen je 100.000 Menschen. (Quelle: NDR, 15.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 15.01.2021, 09:00 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute früh einen weitere CoViD-19-Toten. D. Erkrankte lebte in Papenburg. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 91 (+1). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 146 akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis. Zum Vergleich: Das ist etwa 3,5 mal mehr als in Lingen (Ems).

Auch sonst steigen die Infektionen weiter. Durch 63 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 5.950 (+63). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.376 Personen (+76) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 483 (-14) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.300 (-48) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 114,1 (= +373 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 127,6 etwas höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 10 (+3) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 2 (+/-0) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 2 (+/-0) invasiv beatmet werden. Übrigens hängt der Rückgang in den allermeisten Fällen damit zusammen, dass CoViD-19-Patienten verstorben sind.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 750 Menschen (+1) erkrankt. 692 (+11) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 44 (-10) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 189 167 2 20
Einheitsgemeinde Emsbüren 141 125 0 16
Samtgemeinde Freren 366 348 15 3
Einheitsgemeinde Geeste 224 215 2 7
Stadt Haren (Ems) 360 348 1 11
Stadt Haselünne 279 269 3 7
Samtgemeinde Herzlake 184 168 4 12
Samtgemeinde Lathen 259 249 0 10
Samtgemeinde Lengerich 126 118 1 7
Stadt Lingen (Ems) 750 692 14 44
Stadt Meppen 636 575 12 49
Samtgemeinde Nordhümmling 213 179 1 33
Stadt Papenburg 822 668 8 146
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 43 36 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 104 98 3 3
Samtgemeinde Sögel 427 394 0 33
Samtgemeinde Spelle 313 256 13 44
Einheitsgemeinde Twist 139 134 2 3
Samtgemeinde Werlte 375 337 9 29
Gesamt* 5950 (+63) 5376 (+76) 91 (+1)
Aktuelle Covid-19-Fälle 483 (-14)

(15.01.21)


Lauterbach warnt vor Industrieschließung

Bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen kann dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach zufolge die Schließung von Betrieben drohen. „Der Lockdown ist nicht so erfolgreich, wie er sein muss“, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Unternehmen müssten stärker in den Lockdown einbezogen werden. „Wir sollten das Homeoffice verpflichtend machen – dort, wo es geht.“

Die Firmen selbst seien gut beraten, ihren Beitrag zu leisten, um den Lockdown erfolgreich zu Ende zu bringen. „Andernfalls können wir irgendwann gezwungen sein, auch Betriebe zu schließen“, sagte Lauterbach. „Möglicherweise müssten wir sogar an die Industrieproduktion heran.“ Das könne niemand wollen.

Die bisherige Wirkung des Lockdowns nannte Lauterbach enttäuschend. „Wir sind in einer sehr prekären Situation.“ Würden sich ansteckendere Corona-Varianten stärker in Deutschland verbreiteten, „hätten wir ein Riesenproblem“. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Deutschland-Zahlen: Mehr als 2 Millionen

In Deutschland haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.000.958 (Stand: 15.01., 00.00 Uhr). Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden 1113 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 146,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 287,6 und Sachsen mit 274,1. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,7.

In den vergangenen Tagen sei die Zahl der registrierten Neuinfektionen wieder angestiegen, hieß es im RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetze, werde sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 44.994. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.641.200 an. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 1,02 (Vortag: ebenfalls 1,02). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 102 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI, 15.01.21)


Weil fordert mehr Tempo von Europa

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert von der EU mehr Tempo bei der Zulassung des Impfstoffes des britisch-schwedischen Herstellers Astra-Zeneca. Zwar finde er den Ansatz richtig, bei der Impfstoffbeschaffung europäisch zu vorzugehen, sagte Weil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Doch begreife er nicht, „warum bestimmte Impfstoffe in Europa später zugelassen werden als im Rest der Welt“.

Mit dem Impfstoff könnten tausende Hausärzte in die Impfkampagne einsteigen, „was richtig Schwung in die Sache bringen würde“. Der zusammen mit der Universität Oxford entwickelte Astra-Zeneca-Impfstoff hat im Vergleich zu den bisher verfügbaren Mitteln den Vorteil, dass es deutlich billiger und leichter zu lagern ist.

Bislang sind in der EU die Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna zugelassen. Astra-Zeneca beantragte am Dienstag eine Genehmigung. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will diesen Antrag auf bedingte Zulassung bis Ende Januar prüfen.

Großbritannien hatte das Astra-Zeneca-Präparat als weltweit erstes Land Ende Dezember zugelassen. Danach folgten Argentinien und Indien. (Foto: CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: FAZ,15.01.21)


Sachsen-Anhalts Schulen: Versetzungen leichter ?

Wegen des aktuellen Corona-Notbetriebs an Sachsen-Anhalts Schulen erwägt das Bildungsministerium Lockerungen bei Versetzungsfragen. Es werde an konkreten Regelungen gearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstagabend auf Anfrage. Klarheit solle in den kommenden Tagen herrschen. Zuvor hatte der Sender MDR Jump über die Pläne berichtet.

Laut Ministerium soll es bei der Entscheidung, ob Schülerinnen und Schüler eine Klasse wiederholen müssen, ähnliche Spielräume geben wie im vergangenen Schuljahr. Nach den ersten coronabedingten Schulschließungen im März und April 2020 hatte das Land zwar keine prinzipielle Versetzung aller Schüler unabhängig von ihren Leistungen angeordnet und Sitzenbleiben war weiterhin möglich. Allerdings wurden den Lehrkräften große Spielräume eingeräumt, Kinder und Jugendliche zu versetzen, die aufgrund der Situation kaum Noten bekommen hatten. Zudem sollen Eltern leichter die Möglichkeit bekommen, ihre Kinder freiwillig eine Klasse wiederholen zu lassen.

In Sachsen-Anhalt gibt es seit Montag nur einen Notbetrieb an den Schulen: Kinder der ersten bis sechsten Klassen können betreut werden, wenn ihre Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Die Abschlussjahrgänge bekommen Präsenzunterricht, alle anderen Aufgaben für zuhause und Online-Angebote. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) kündigte angesichts der bisher unverändert angespannten Corona-Infektionslage an, dass der Distanzunterricht vermutlich mindestens bis Ende Februar fortgesetzt werden muss.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Tullner sagte, es sei klar, dass es Anpassungen an die aktuellen Bedingungen geben müsse. Diese würden derzeit erarbeitet. Mit Blick auf die Abschlussprüfungen sagte er: Die Schülerinnen und Schüler hätten lange und intensiv auf ihre Abschlüsse hingearbeitet, nun sollten sie auch einen vollwertigen Abschluss erhalten. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


RKI empfiehlt härteren Lockdown

Es reicht einfach nicht. Das Verhalten der Bundesbürger im zweiten Corona-Lockdown ist nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts weiterhin zu inkonsequent, um die Pandemie zeitnah in den Griff zu bekommen. Auch die bisherigen Pandemie-Regeln gehen dem Bundesinstitut nicht weit genug.
„Diese Maßnahmen, die wir jetzt machen – für mich ist das kein vollständiger Lockdown“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag. „Es gibt immer noch zu viele Ausnahmen und es wird nicht stringent durchgeführt.“ Mit Blick auf ansteckendere Mutationen des Coronavirus ergänzte er: „Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmert.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte am Abend deutlich, dass sie sich schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten will. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen, sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Samstag. Einen Termin für die nächste Runde mit den Regierungschefs der Länder nannte Merkel demnach nicht, Montag oder Dienstag sind den Angaben zufolge im Gespräch. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies Merkel nach Angaben mehrerer Teilnehmer zurück.

Bisher ist es nach der RKI-Statistik nicht gelungen, die Infektionsraten in Deutschland massiv zu drücken. Mehr als 25.000 neue Covid-Fälle meldete das Institut am Donnerstag. Damit bleibt es trotz kleiner Lichtblicke, die noch keinen Trend belegen, bei einem viel zu hohen Plateau. Die Quittung für die seit Wochen hohen Infektionszahlen gibt es jeden Tag in Alten- und Pflegeheimen, auf den Intensivstationen und beim Blick auf Todesfallzahlen. Mit 1244 Menschen sind am Donnerstag so viele Tote innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Das RKI hält deshalb auf der Basis von Rechenmodellen einen strengeren Lockdown für sinnvoll. Regeln, die zu weniger Kontakten führten, müssten verschärft werden, sagte Epidemiologe Dirk Brockmann. „Alle Modelle sind sich einig, dass das massiver und effektiver passieren muss.“ Deutschland müsse in einer Phase kommen, in der die Inzidenz substanziell und schnell heruntergehe. So wie im Frühjahr.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will sich bereits für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen, kündigte er an. Er würde ein früheres Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel befürworten.

„Der Aspekt mit den Toten bedrückt mich enorm“, sagte RKI-Präsident Wieler. Sehr viele finden wir in Pflege- und Altenheimen.“ Die Einrichtungen müssten besser geschützt werden. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, findet deutlichere Worte. „Die vielen Infektionen und hohen Todesraten unter den 900.000 Pflegeheimbewohnern sind vor allem auf mangelnde Hygiene zurückzuführen“, kritisierte er. Es gebe kaum noch externe Kontrollen durch die Gesundheitsämter und weiterhin keine verpflichtenden Tests vor jedem Dienstbeginn und Besuch. „Das ist die toxische Mischung.“ Bisher versagten Bund, Länder, Gemeinden und auch die Einrichtungen vor Ort bei dieser lebensentscheidenden Aufgabe.

Inkonsequenz beim Befolgen der Pandemie-Regeln in Deutschland kann für Wieler viele Gesichter haben: Firmen zum Beispiel, die gute Hygienekonzept für ihre Büros haben – doch dann treffen sich große Gruppen von Kollegen zum Mittagessen in der Kantine. „Es braucht mehr verantwortungsvolle Arbeitgeber“, mahnte er. Und Homeoffice, wo es geht.

Es braucht aber wohl auch mehr verantwortungsvolle Bürger. Die Sonntagsausflüge im Dezember nahmen nach der RKI-Mobilitätsanalyse zum Beispiel kaum ab – ganz anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr. Weihnachten gab es weniger weite Reisen, doch insgesamt ging die Mobilität nach Brockmanns Analyse im Vergleich zum Vorjahr nur um 10 bis 15 Prozent zurück. Das reiche nicht.

„In allen Bereichen gibt es Luft nach oben“, bilanzierte Wieler. Er zeichnet ein Bild für das Verhalten im Land: „Das ist, als ob Sie im Regen stehen, den Schirm nicht aufspannen und dann hinterher sagen, der Schirm funktioniert nicht.“

Im Moment ist zudem laut Wieler die Mutations-Situation in Deutschland noch nicht abschätzbar. Doch klar sei: Die ansteckenderen Virusvarianten hätten Reisende aus Großbritannien und Südafrika mitgebracht. Bislang gebe es rund 20 Belege in Deutschland. Deshalb Wielers Appell: Bitte wenn möglich nicht reisen!

Zum Schutz aller geht es darüber hinaus um Regeln, die der RKI-Chef seit Wochen gebetsmühlenartig wiederholt: möglichst wenige Menschen treffen, und wenn, dann am besten draußen. Abstand halten, Masken tragen, Händewaschen. Zu Hause bleiben und zu Hause arbeiten, wo und wann immer das möglich ist.

Doch die Realität sieht oft anders aus: Wenn die 83-Jährige im Supermarkt um 1,5 Meter Abstand an der Kasse bittet, wird sie in Berlin von anderen Kunden angeblafft – man trage doch schließlich Masken!

Das Impfen als Weg aus der Pandemie wird dauern. Mit 840 000 Menschen sei nun rund ein Prozent der Bevölkerung geimpft, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Damit habe der Weg heraus aus der Pandemie begonnen. Jeder muss jedoch zweimal geimpft werden. „Gleichzeitig sind wir noch in der schwersten Phase der Pandemie“, sagte Spahn. Die Zahl der Infektionen und Toten sei sehr betrüblich. Wieler versuchte, es positiv zu formulieren: „Am Ende dieses Jahres werden wir die Pandemie kontrolliert haben.“ Das sind noch elfeinhalb Monate – und wie viele Tote? (Quelle: faz, 14.01.21)


Merkel will nächstes Bund-Länder-Treffen vorziehen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Das machte Merkel am Abend in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Sonnabend nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern deutlich. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen. Einen konkreten Termin für die nächste Runde mit den Regierungschefs der Länder nannte Merkel demnach nicht. Die in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus verbreite sich viel schneller als die ursprüngliche Form, Wissenschaftler seien in großer Sorge, sagte Merkel demnach weiter. Die „Bild“-Zeitung sprach von einem angeblichen „Mega-Lockdown“. Diesen Bericht, wonach im Kanzleramt auch über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies sie nach Angaben mehrerer Teilnehmer zurück. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Niedersachsen startet zweite Briefkampagne zum Impfstart

Nach Kritik an einer Briefkampagne des Sozialministeriums für über 80-Jährige zum Impfstart wird es eine zweite Informationskampagne über die Kommunen geben. Diese sollen die alten Menschen über die ihnen zur Verfügung stehenden Meldedaten anschreiben, teilte das Ministerium in Hannover mit.

Die Kampagne des Ministeriums war in die Kritik geraten, weil die Deutsche Post beauftragt wurde, unter Nutzung unvollständiger Adresslisten der Deutsche Post Direkt GmbH entsprechende Haushalte anzuschreiben. Nicht alle Menschen über 80 Jahren würden somit erreicht, wurde kritisiert. Dies soll nun mit den Schreiben der Kommunen gewährleistet werden.

(Quelle: NDR, 14.01.21)



Niedersachsen: Moderna-Impfungen starten in Oldenburg und Osnabrück

Die Impfungen mit den ersten in Niedersachsen eingetroffenen Dosen des Moderna-Impfstoffs starten an diesem Freitag in Oldenburg und Osnabrück. Dort wird in Krankenhäusern geimpft, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Von den 6.000 Dosen der ersten Moderna-Lieferung für Niedersachsen seien zunächst 2.600 in die Impfzentren weiterverteilt worden, da Dosen für die zweite Impfung aufgehoben werden. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Essen: Ü80 wollen Impfung erklagen

Zwei über 80 Jahre alte Eheleute aus Essen, die schnell gegen Corona geimpft werden wollen, haben das Oberverwaltungsgericht (OVG) eingeschaltet. Nach Angaben einer Sprecherin haben die beiden 84-Jährigen am Donnerstag Beschwerde gegen eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen in der Vorinstanz eingelegt. Dort waren sie mit ihrem Wunsch gescheitert. Die Eheleute hatten argumentiert, dass sie als über 80-Jährige dem höchsten Risiko ausgesetzt seien und dass es rechtswidrig sei, dass zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime geimpft würden; auch die, die noch nicht 80 sind.

Das Verwaltungsgericht aber wies das zurück. Das Ehepaar müsse auf die Öffnung der Impfzentren und die Terminvergabe warten. Das Schutzbedürfnis in den Pflegeheime sei ungleich höher. Dies entspreche den Erkenntnissen und Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Die Über-80-jährigen, die noch in häuslicher Umgebung wohnten, seien deutlich weniger Kontakten ausgesetzt als Heimbewohner. Wann das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster in der Sache entscheidet, ist offen. (Quelle: WDR, 14.01.21)


Virusmutation in Frankreich: Massentests bei Kindern

Angesichts sich häufender Fälle der in Großbritannien verstärkt aufgetretenen Corona-Mutation will Frankreich massenweise Kinder auf das Virus testen lassen. „Wir haben ein Protokoll erstellt, das darauf abzielt, bis zu eine Million Kinder und Lehrkräfte im Monat zu testen, was enorm ist“, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag in Metz der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge. Das Virus scheine bei Kindern ansteckender zu sein. Überall dort, wo es sinnvoll sei, solle bereits ab einem Alter von sechs Jahren getestet werden.

Zuletzt waren in Frankreich immer wieder Fälle der Virus-Variante aufgetreten – etwa in Marseille und im Großraum Paris. Behörden hatten sich besorgt gezeigt und zu weiteren Maßnahmen aufgerufen. (Quelle: FAZ, 14.01.21


Baubranche rüstet sich mit Präventionsmaßnahmen

Die Baubranche einigt sich auf umfangreiche Präventionsmaßnahmen, um die Beschäftigten angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage besser zu schützen. Die Arbeitgeberverbände ZDB und HDB einigen sich mit der Gewerkschaft IG Bau darauf, dass die zuständige Berufsgenossenschaft BG Bau künftig eine Million FFP2-Masken bestellt und auf den Baustellen zur Verfügung stellt. Zudem soll es regelmäßige Corona-Tests geben. Gleichzeitig fordern Baugewerbe, Industrie und Gewerkschaft als Sozialpartner der Bauwirtschaft die Politik auf, den Medizinischen Dienst der BG Bau wie auch die Betriebsärzte in die gerade gestartete Impfkampagne mit einzubeziehen. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


1,01 Prozent in Deutschland geimpft

Gut ein Prozent der deutschen Bevölkerung ist bis Donnerstagmittag gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sowie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Den RKI-Zahlen zufolge erhielten 842.455 Menschen die erste Injektion mit dem Impfstoff. Für einen vollständigen Impfschutz sind allerdings zwei Injektionen im Abstand von etwa drei Wochen erforderlich.

Das RKI gab die Impfquote für die erste Impfung mit 1,01 Prozent an. Im Vergleich zum Vortag kamen demnach 78.116 neue Impfungen hinzu. Der Impfstoff wird bislang in erster Linie von dem deutschen Hersteller Biontech und seinem US-Partner Pfizer geliefert, in geringerem Umfang auch von dem US-Hersteller Moderna.

„Wir haben den Weg raus aus der Pandemie begonnen“, sagte dazu Spahn. Noch sei Deutschland aber „in der schwersten Phase der Pandemie“, fügte er mit Blick auf die anhaltend hohen Zahlen von Neuinfektionen und Corona-Toten hinzu.

Um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Damit dieses Ziel möglichst bald in der zweiten Jahreshälfte erreicht werden kann, müsste das Impftempo erheblich gesteigert werden. Bislang stehen die Impfstoffe aber nur in sehr begrenzter Menge zur Verfügung. Auch gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Mecklenburg-Vorpommern erreichte als Spitzenreiter laut RKI bereits eine Impfquote von 2,05 Prozent, mehr als doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Schleswig-Holstein kommt auf eine Quote von 1,64 Prozent, Sachsen-Anhalt auf 1,34 Prozent. Dagegen liegen Thüringen mit 0,66 Prozent und Baden-Württemberg mit 0,74 Prozent deutlich zurück.
(Quelle: FAZ, 14.01.21)


Nebenwirkungen?

Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bislang keine Hinweise auf möglicherweise vermehrt auftretende Nebenwirkungen bei Impfungen gegen das Coronavirus. Bis Sonntag seien ihm 325 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das PEI am Donnerstag im hessischen Langen mit. 51 Fälle davon seien als schwerwiegend einzuschätzen. Die Werte seien konsistent zu den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und zudem statistisch unauffällig.

Bis Sonntag waren in Deutschland laut Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits mehr als 600.000 Impfungen verabreicht worden. „Bisher sehen wir kein neues Risikosignal“, sagte PEI-Expertin Brigitte Keller-Stanislawski am Donnerstag vor Journalisten. Sie betonte zugleich, dass es sich um Verdachtsfälle handle, bei denen ein kausaler Zusammenhang zur Impfung nicht belegt sei. PEI-Präsident Klaus Cichutek betonte, dass die Risiken der beiden zugelassenen Impfstoffe nach bisherigen Stand „sehr, sehr begrenzt“ seien. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


USA mit hoher Zahl von Neuanträgen auf Arbeitslosenhilfe

Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA auf fast eine Million gestiegen. In der Woche bis zum 9. Januar stellten 965.000 Personen einen Antrag, rund 180.000 mehr als in der Vorwoche und so viele wie seit August nicht mehr, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte.

Die Erstanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt in der größten Volkswirtschaft der Welt wider. Wegen der Corona-Krise verharren die wöchentlichen Erstanträge auf sehr hohem Niveau. Zum Vergleich: Vor der Krise hatten die Anträge meist nur bei rund 200.000 gelegen. Im Dezember waren erstmals seit April wieder Zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen; die Arbeitslosenquote blieb bei 6,7 Prozent.
(Quelle: FAZ, 14.01.21)


Altmaier-Prognose: Dramatischer Anstieg der Insolvenzen steht nicht bevor

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet nicht mit einem dramatischen Anstieg der Insolvenzen in den nächsten Monaten. Seine Politik sei darauf ausgerichtet, dies zu verhindern, sagt der CDU-Politiker. Vermutlich habe es 2020 weniger Zusammenbrüche gegeben als 2019, was zeige, dass die Maßnahmen – etwa die wegen der Corona-Krise über viele Monate ausgesetzte Insolvenzantragspflicht – griffen. „Wir wollen aber zu normalen Verhältnissen zurückkehren.“

Ein weiteres Konjunkturprogramm hält der Wirtschaftsminister derzeit nicht für nötig. Außerdem macht er klar, dass die Corona-Hilfen nicht ewig fortgesetzt werden können. „Es geht hier nicht um eine Lösung auf Dauer“, sagt der CDU-Politiker. Der Staat müsse aber sicherstellen, dass die Substanz der deutschen Wirtschaft erhalten bleibe. Dafür werde die Regierung alle nötigen Mittel zur Verfügung stellen. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Impfbeginn in der Türkei

In der Türkei haben am Donnerstag landesweit die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Eingesetzt wird dabei der Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac. Als erstes wurden Mitarbeiter des Gesundheitswesens in den Städten des Landes geimpft, unter anderem in Istanbul und der Hauptstadt Ankara. Auch der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca seine erste Impfung. Dabei versichert er: „Das ist ein sicherer Impfstoff“.

Gesundheitsminister Koca hatte am Mittwochabend den genauen Fahrplan bekannt gegeben. Demnach sollen zunächst Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft werden, später sollen Menschen über 65 Jahren und Beschäftigte hinzukommen die in für das öffentliche Leben wichtigen Bereichen arbeiten.

In der Türkei mit ihren 83 Millionen Einwohnern wurden bisher mehr als 2,3 Millionen Corona-Fälle registriert, mehr als 23.000 Menschen starben. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Studie: Nach überstandener Infektion fünf Monate geschützt, aber…

Nach einer überstandenen Corona-Infektion sind Menschen einer Studie zufolge sehr wahrscheinlich mindestens fünf Monate vor einer abermaligen Ansteckung geschützt. Allerdings gebe es Hinweise, dass auch Personen mit Antikörpern das Virus weiterverbreiten könnten, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichte Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) unter Mitarbeitern des britischen Gesundheitssystems. Aussagen über die Effekte von Impfstoffen könne die Studie zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht machen.

An der sogenannten Siren-Studie nehmen Zehntausende Mitarbeiter des britischen Gesundheitssystems teil. Sie wurden seit Juni regelmäßig sowohl auf eine Corona-Infektion als auch auf Antikörper getestet. Von 6614 Teilnehmern, die positiv auf Antikörper getestet wurden, habe es nur bei 44 mögliche Neuinfektionen gegeben, so die Studie.(Quelle: FAZ, 14.01.21)


Für vollwertiges Abitur

Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), will Abiturienten trotz der Pandemie einen vollwertigen Schulabschluss ermöglichen. „Wir werden uns innerhalb der KMK mit allen Bundesländern austauschen, wie wir unter Beibehaltung unserer gemeinsamen Standards das Abitur auch unter diesen Rahmenbedingungen gerecht durchführen können“, sagte Ernst der Zeitung „Welt“.

Die Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen, müssten die Sicherheit haben, dass sie nicht benachteiligt werden. „Ein Notabitur hätte fatale Folgen. Wir brauchen eine gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung.“ Ob die bisherigen Maßnahmen an den Schulen nachjustiert werden müssten, hänge von der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen ab, sagte Ernst, die auch Bildungsministerin in Brandenburg ist.

„Sollten die harten Einschränkungen im Schulbetrieb jetzt noch viel länger dauern, müssen wir uns das Thema Abschlüsse noch einmal vornehmen.“ In Berlin und Brandenburg sei schon entschieden worden, dass die dortigen Schulen beim Abitur eine Aufgabe mehr zur Auswahl bekommen.(Quelle: Die Welt, 14.01.21)


Hotspot: Fleischverarbeitender Betrieb

In einem fleischverarbeitenden Betrieb in Frechen bei Köln haben sich 55 Beschäftigte mit Corona infiziert. Am 28. Dezember sei bei einer der Mitarbeiterinnen eine Covid-19-Erkrankung nachgewiesen worden, teilte der Rhein-Erft-Kreis am Donnerstag mit. Daraufhin seien die Mitbewohner in einer Gemeinschaftsunterkunft ebenfalls getestet worden. Bisher sei bei 55 Beschäftigten eine Infizierung mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, sagte eine Sprecherin. (Foto: Pixabay; Quelle: KStA, 14.01.21)


Kretschmann (Grüne): Lockdown verlängern

Der Corona-Lockdown muss nach den Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann voraussichtlich über Januar hinaus ausgedehnt werden. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen“, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in Stuttgart. Er will bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf dringen, dass die für den 25. Januar geplante Videokonferenz mit den anderen Ministerpräsidenten auf nächste Woche vorgezogen wird.

Kretschmann sagte, er werde sich für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen. Er verwies auf die weiter hohen Infektionszahlen und die neu aufgetretenen Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika, über deren Verbreitung man noch zu wenig wisse. „Wir befinden uns noch nicht in einem Abwärtstrend“, betonte Kretschmann. Auch in Baden-Württemberg seien erste Fälle der mutierten Viren aufgetreten. Man wisse noch nicht, was da auf das Land zukomme. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Niedersachsen: Alleinerziehende fordern Ausnahmen von Corona-Regeln

Alleinerziehende Eltern haben die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, die Corona-Regeln für sie zu lockern. Die neuen Kontaktbeschränkungen machten es für sie fast unmöglich, zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten oder die Unterstützung von Familie, Freunden und Bekannten in Anspruch zu nehmen, heißt es in einem Brief des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Konkret fordert der Verband, die Kinder von Alleinerziehenden bis zu einem Alter von zwölf Jahren bei den Kontaktbeschränkungen nicht mitzuzählen. Außerdem müsse die Vergabe der Notbetreuungsplätze an Kitas und Schulen von den Kommunen und nicht von den jeweiligen Einrichtungen geregelt werden, um einen verlässlichen Rahmen zu schaffen. Ein Recht auf Homeoffice für Alleinerziehende könne darüber hinaus die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen hoch. Das Landesgesundheitsamt (NLGA) meldet 1.705 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen (Vortag: 1.562, Vorwoche: 2.395). Im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung sind weitere 44 Menschen gestorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer im Land stieg damit auf 2.510. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen bei 108,6. Die beiden Landkreise Gifhorn (225,5) und Cloppenburg (202,1) überschreiten nach den Landeszahlen die kritischer 200er-Marke. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Baustellen: Kostenlose FFP2-Masken

Auf Baustellen soll es nach dem Willen der Unternehmen kostenlose oder zumindest verbilligte FFP2-Masken für die Beschäftigten geben. „Wir werden gemeinsam mit der Gewerkschaft und der Berufsgenossenschaft dafür kämpfen, dass es kostenlose oder zumindest verbilligte FFP2-Masken überall auf den Baustellen gibt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Bauwirtschaftsverbandes, Thomas Möller, am Donnerstag dem SWR-Radio.

Darüber hinaus sei man gerade dabei, Konzepte für Corona-Schnelltests zu entwickeln, sagte Möller und forderte außerdem, die Berufsgenossenschaft in die Überlegungen für ein Impfkonzept einzubeziehen. „Und wir wollen eine Kampagne starten, um die Impfbereitschaft der Bauarbeiter zu erhöhen.“ Die Unternehmen hätten selbst ein Interesse daran, die Beschäftigten zu schützen. Im Fall von Infektionen auf einer Baustelle müsse die gesamte Truppe in Quarantäne. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Niedersachsen: Kritik an „Impfstrategie“

Nach dem jetzigen Schlüssel bekommt die Region Hannover mit ihren fast 1,2 Millionen Einwohnern alle zwei Tage ein Paket mit rund 1.000 Impfdosen. Kleine Landkreise und Städte wie Wilhelmshaven, Wittmund und Holzminden erhalten aber nur alle 23 bis 30 Tage Lieferungen.

Holzmindens Landrat Michel Schünemann (parteilos) zeigt sich entsetzt über den Verteilschlüssel des Landes, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Während in Hannover bereits Menschen mit nicht mehr so hohen Risikofaktoren geimpft werden könnten, seien in Holzminden noch nicht einmal alle Hochgefährdeten an der Reihe gewesen, sagt Schünemann. Ähnlich äußert sich Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos). Wilhelmshaven habe rund 9.600 hochgefährdete Einwohner. Wenn die Impfdosen so schleppend kämen, werde man in Wilhelmshaven allein für diese Gruppe bis Ende Mai brauchen. Das sei nicht akzeptabel.

Dass der Altersdurchschnitt beim jetzigen Verteilschlüssel unberücksichtigt bleibt, empfindet Landrat Schünemann als ungerecht. Im Landkreis Holzminden lebten mehr alte Menschen als woanders. Ein Drittel der Bevölkerung sei älter als 65 Jahre. Daran müsse sich die Corona-Impfstrategie des Landes orientieren. Ein anderes Problem sei, dass die Landkreise Impfzentren aufgebaut und auch Teams im Einsatz hätten. Allerdings seien 1.000 Dosen innerhalb von drei Tagen verimpft, sagt Wilhelmshavens OB Feist. Dann gebe es wieder eine Pause von drei Wochen. Dies bezeichnet Feist als unsinnig. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Hannover: MHH reagiert auf gestiegene Zahl von Corona-Patienten

Angesichts einer drastisch angestiegenen Zahl von Corona-Fällen verschiebt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) geplante Operationen. Es gebe mehr als 50 Corona-Patienten, von denen mehr als Hälfte intensivmedizinisch betreut werden müsste, teilte die MHH am Donnerstag auf Anfrage mit. Über das Infektionsgeschehen und verschobene Operationen hatte zuvor u.a. die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Die Klinik müsse für eine ausreichende Verfügbarkeit von Intensivkapazitäten sorgen, teilte ein MHH-Sprecher mit. Daher würden zunächst bis Freitag ausschließlich Notfälle operiert werden. „Ausnahmen gelten für alle Operationen, die keine intensivmedizinische Nachbetreuung erfordern“, betonte die MHH.

Nach den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums (Stand: Donnerstag, 9.00 Uhr) werden in niedersächsischen Kliniken derzeit 1404 mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt. 288 Erwachsene und zwei Kinder benötigen intensivmedizinische Behandlung. (Quelle: GN, 14.01.21)



In 2021: 20 statt 10 Tage Kinderkrankengeld

Der Bundestag hat den Weg für das ausgeweitete Kinderkrankengeld in Pandemiezeiten frei gemacht. Das Parlament billigte am Donnerstag das neue Gesetz, demzufolge gesetzlich versicherte Eltern in diesem Jahr 20 statt zehn Tage Kinderkrankengeld pro Kind und Elternteil beantragen können. Der Anspruch soll auch für die pandemiebedingte Kinderbetreuung zu Hause gelten, etwa bei Schulschließungen.

Eltern können das Kinderkrankengeld auch beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten Für Alleinerziehende erhöhe sich der Anspruch um 20 auf 40 Tage pro Kind und Elternteil. Die neue Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Der Anspruch auf das erweiterte Kinderkrankengeld besteht mit der Neuregelung auch dann, wenn die Präsenzpflicht an der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt ist.

Abgerechnet werden sollen die zusätzlichen Leistungen über die Krankenkassen. Dafür leiste der Bund zum 1. April einen zusätzlichen Bundeszuschuss zur Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 300 Millionen Euro. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hänge davon ab, wie viele Eltern Kinderkrankengeld beantragen, erklärte das Ministerium. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Israel: Ganz und gar nicht über’n Berg

In Israel sind den dritten Tag in Folge mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 9388 Fälle gemeldet. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Israel hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, Deutschland etwa neunmal so viele.

Israel steckt mitten in einer dritten Corona-Welle. Seit Freitag gilt ein zweiwöchiger harter Lockdown mit Maßnahmen wie der Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1000 Metern verlassen. Israels Corona-Beauftragter Nachman Asch sagte dem Online-Portal „ynet“, der Lockdown könnte angesichts der hohen Infektionszahlen um eine Woche verlängert werden.

Experten rechnen aber mit baldigen Effekten der vor knapp einem Monat angelaufenen Impfkampagne. Bislang wurden in Israel mehr als 1,9 Millionen Menschen geimpft. Die Regierung will bis Ende März allen Bewohnern, die älter als 16 Jahre sind, eine Impfung anbieten. Für den 23. März ist eine Neuwahl geplant. (Quelle: FAZ, 15.01.21)


Kommunen warnen: „Menschen überfordert“

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor einer Verschärfung des Lockdowns gewarnt: Die Regierung müsse bedenken, „dass nach fast einem Jahr auch bei der Akzeptanz in der Bevölkerung gewisse Ermüdungserscheinungen feststellbar sind“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Immer neue und zum Teil nur schwer nachvollziehbare Regelungen können die Menschen überfordern mit der Folge, dass sie die Vorschriften leider nicht immer beachten.“

Statt weiterer Verschärfungen forderte Landsberg „klare Strategien und Hoffnungssignale, wie das Zurückfahren des Lockdowns erfolgen sollte“. Dazu gehöre „eine klare Perspektive, unter welchen Voraussetzungen wann, wo, welche Einrichtungen und Geschäfte wieder vorsichtig geöffnet werden sollen“.

Landsberg schlug einen „an die jeweiligen Inzidenzzahlen gekoppelten, bundesweiten verbindlichen Katalog“ vor. Darin solle festgehalten werden, wann welche Lockerungen kommen oder aber eben Verschärfungen erfolgen müssen. „Dies würde die Transparenz und Verständlichkeit erhöhen und auch die Zustimmung in der Bevölkerung sichern.“

Als Beispiel für „kaum nachvollziehbare Regelungen“ nannte Landsberg die 15-km-Beschränkungen in Gebieten, wo der Inzidenzwert über 200 Neuinfektionen pro Woche liegt. „Hier stellt sich schon die Frage, ob eine solche Einschränkung den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genügt, also angemessen und erforderlich ist“, sagte er der NOZ. Entscheidend sei schließlich nicht, wie weit jemand fährt, sondern welche Kontakte die Personen an ihrem Zielort haben. Zudem sei die Regelung kaum kontrollierbar. (Quelle: TSP, 14.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 14.01.2021, 08:00 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute früh zwei weitere CoViD-19-Tote. D. Erkrankten lebten in Dörpen und Papenburg. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 90 (+2). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 153 akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis.

Auch sonst ist die Dynamik ungebrochen. Durch 84 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 5.887 (+51). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.300 Personen (+59) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 497 (+23) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.348 (+39) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 114,1 (= +373 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 127,6 etwas höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 7 (+/-0) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 2 (-1) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (-2) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 2 (-1) invasiv beatmet werden. Übrigens hängt der Rückgang in den allermeisten Fällen damit zusammen, dass Patienten verstorben sind.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 749 Menschen (+5) erkrankt. 681 (+6) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 54 (-1) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 186 165 2 19
Einheitsgemeinde Emsbüren 139 124 0 15
Samtgemeinde Freren 366 346 15 5
Einheitsgemeinde Geeste 223 214 2 7
Stadt Haren (Ems) 360 342 1 17
Stadt Haselünne 279 267 3 9
Samtgemeinde Herzlake 179 166 4 9
Samtgemeinde Lathen 258 248 0 10
Samtgemeinde Lengerich 125 118 1 6
Stadt Lingen (Ems) 749 681 14 54
Stadt Meppen 622 573 12 37
Samtgemeinde Nordhümmling 208 174 1 33
Stadt Papenburg 809 649 7 153
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 43 35 1 7
Einheitsgemeinde Salzbergen 102 94 3 5
Samtgemeinde Sögel 424 386 0 38
Samtgemeinde Spelle 305 250 13 42
Einheitsgemeinde Twist 138 134 2 2
Samtgemeinde Werlte 372 334 9 29
Gesamt* 5887 (+84) 5300 (+59) 90 (+2)

Aktuelle Covid-19-Fälle

497


Deutschland-Zahlen: Neuer Höchststand bei Corona-Toten

Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer durch die Corona-Pandemie in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 1244 weitere Todesfälle gezählt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 1188 Verstorbenen erreicht worden.

Laut den jüngsten Angaben des RKI stieg die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf 43.881. Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstarben als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die genaue Todesursache war. (Quelle: RKI, 14.01.21)


Thread (14.01.21)


USA: Mehr als 10 Millionen Impfungen

In den Vereinigten Staaten sind seit dem Start der Impfkampagne mehr als zehn Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Wie die Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mitteilte, wurden rund 10,3 Millionen Dosen der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna verabreicht. Damit erhielten rund 3,1 Prozent aller 330 Millionen Menschen in Amerika bislang ihre erste Impfdosis. Insgesamt wurden den Angaben zufolge rund 29,4 Millionen Dosen der beiden Impfstoffe an die Bundesstaaten verteilt. Dennoch forderte etwa New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio dringend weitere Impfstofflieferungen von den Bundesbehörden. Andernfalls könne in der Metropole bereits Ende nächster Woche der Impfstoff knapp werden, schrieb de Blasio im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Vereinigten Staaten sind weltweit das am schwersten von der Pandemie getroffene Land. Die Zahl der Corona-Toten lag zuletzt bei 382.000.

Weltweit wurden binnen 36 Tagen rund 28 Millionen Impfdosen verabreicht, wie der Direktor für medizinische Notfälle bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, am Mittwoch mitteilte. Impfungen erfolgten demnach zunächst in 46 Ländern. Weltweit starben an dem Virus nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP bislang knapp zwei Millionen Menschen. (Quelle: FAZ, 13.01.21)


Spahn zu wenige Tests auf Corona-Mutation

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eingeräumt, dass in Deutschland zu wenige Laboruntersuchungen auf neue Coronavirus-Varianten überprüft werden. Es sei tatsächlich so, dass in zu vielen Ländern in Europa nicht ausreichend sequenziert werde, sagte Spahn am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger“. „Auch Deutschland gehört dazu.“ In anderen Ländern, etwa in Großbritannien oder Dänemark, werde traditionell mehr sequenziert.

Nach aktuellem Kenntnisstand scheine die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Mutation B.1.1.7 in Deutschland noch nicht allzu stark verbreitet zu sein, sagte Spahn. Um das zu überprüfen, würden die Genomsequenzen nun nachträglich ausgewertet. „Wir werden auch rückwirkend – die Proben sind ja noch da – sequenzieren“, sagte Spahn. Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass die Mutation deutlich ansteckungsfähiger sei, „dann würde das natürlich einen Riesenunterschied machen für uns im Umgang mit diesem Virus“. (Quelle: FAZ, 13.01.21)


Spanien: So viele Neuinfektionen an einem Tag wie noch nie

In Spanien steigen die Infektionszahlen weiter rasant. Das Gesundheitsministerium meldet mit 38.869 Neuinfektionen den höchsten Anstieg innerhalb eines Tages seit Ausbruch der Epidemie. Insgesamt wurden bislang 2,18 Millionen Ansteckungen bekannt. An oder mit dem Virus starben weitere 195 Menschen, insgesamt 52.878. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Portugal: Freitag neuer Lockdown mit Pflicht zum Homeoffice

Portugal verhängt ab Freitag einen neuen Lockdown. Dabei sei die Arbeit von zu Hause aus wo immer möglich Pflicht, sagt Ministerpräsident Antonio Costa. Schulen sollen geöffnet bleiben. „Die Regel ist ganz einfach: Wir sollten alle zu Hause bleiben.“ Die Pandemie habe ihre gefährlichste Phase erreicht. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Pfizer und Moderna: Impfstoffe sollen auch gegen Corona-Mutationen wirken

Die Pharmafirmen Moderna und Pfizer zeigen sich zuversichtlich, dass ihre Impfstoffe auch gegen die neuen britischen und südafrikanischen Varianten des Coronavirus wirken. „Wir gehen davon aus, dass wir geschützt sind“, sagte Moderna-Manager Tal Zaks am Mittwoch bei einer EU-Gesundheitskonferenz. Sollte es nötig werden, könnte aber auch „binnen Wochen“ eine neue Variante des Impfstoffs entwickelt werden.

Pfizer-Chef Albert Bourla sagte, man warte auf weitere Untersuchungsergebnisse zur Wirksamkeit des gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoffs gegen die Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika. „Wenn Sie nach meiner Meinung fragen: Ich denke, dass die Ergebnisse positiv sein werden“, sagte Bourla in derselben Veranstaltung der Europäischen Volkspartei. (Quelle: TSP, 13.01.21)


WHO: Zweites Jahr der Pandemie könnte noch härter werden

Das zweite Jahr der Pandemie könnte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge härter sein als das vergangene. Grund seien einige Aspekte der Virusausbreitung, sagt WHO-Experte Mike Ryan. Dies gelte insbesondere auf der Nordhalbkugel angesichts der neuen, ansteckenderen Varianten. Seine Kollegin Maria Van Kerkhove verweist zudem auf die Folgen der Feiertage. „In einigen Ländern wird die Situation sehr viel schlimmer werden bevor es besser wird“, sagt sie. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Alarmismus unter den Lehrern:
Deutliche Lernrückstände bei Kindern wegen Corona

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Lehrer im Land bereits jetzt zu erheblichen Lernrückständen bei vielen Schülern geführt. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung mit Sitz in Stuttgart, über die die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet. Demnach bemängelt fast jeder dritte Lehrer (27 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schüler messbare Defizite. 11 Prozent gaben an, dass die Pandemie zu Lernrückständen bei fast allen Schülern geführt habe. 29 Prozent gehen davon aus, dass weniger als die Hälfte der Schüler Lernrückstände aufweisen.

Besonders Förderschüler leiden der Umfrage zufolge unter den Corona-Bedingungen. Hier bestätigt jede zweite Lehrkraft (54 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schülerschaft messbare Defizite. Bei der digitalen Ausstattung sind die Schulen in Deutschland nach Auffassung der Lehrer trotz Corona-Krise kaum vorangekommen. 61 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben an, dass sie weniger gut oder schlecht auf den Fernunterricht vorbereitet seien. Dieser Wert ist im Vergleich zum April (66 Prozent) nur wenig gesunken.

Trotzdem haben die Lehrer nach eigenen Angaben beim Einsatz von Geräten und Software dazugelernt. So berichteten 62 Prozent der Befragten, digitale Technik zur Vermittlung und Aneignung neuer Lerninhalte zu nutzen – zum Beispiel für die Erstellung eigener Erklärvideos. Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr machten dies nur 36 Prozent. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Tot nach Impfung in Weyhe – Suche nach Zusammenhang

In einem Seniorenheim in Weyhe (Niedersachsen) ist am Mittwoch eine 89 Jahre alte Frau gestorben. Sie war kurz zuvor geimpft worden. Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen (Hessen) untersucht den Fall.

Die 89-Jährige soll obduziert werden, wie der Diepholzer Landrat Cord Bockhop auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Mittwochnachmittag mitteilte. Der Todesfall nach dem Impfen sei der bislang einzige im Landkreis. Die Frau galt laut Bockhop als allgemein fit, telefonierte nach dem Impfen noch mit Angehörigen und war unauffällig. Eine halbe Stunde nach dem Impfvorgang sei sie routinemäßig beobachtet worden. Kurz darauf verstarb sie trotz Wiederbelebungsmaßnahmen.

Wie Bockhop ausführte, seien im Landkreis Diepholz seit dem 5. Januar rund 3.200 betagte Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen ohne Komplikationen gegen Corona geimpft worden. Trotz des unklaren Todesfalls in zeitlicher Nähe zu einer Corona-Impfung zweifele er nicht an der Qualität des Stoffs und der mobilen Teams, betonte Landrat Bockhop. Die Maßnahmen würden wie geplant fortgesetzt. Der Landkreis liege zur Zeit mit einer Inzidenz von 99,5 Fälle etwas unter dem niedersachsenweiten Durchschnitt. Bislang stünden 64 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Bei dem mit der Aufklärung des Todesfalls betrauten Paul-Ehrlich-Institut handelt es sich um das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Es ist unter anderem für die Zulassung und Freigabe von Impfstoffen verantwortlich und untersteht dem Bundesgesundheitsministerium.

(Quelle: NDR, 13.01.21)


Sequenzierung: Neuland in Deutschland

Die Corona-Mutationen aus Südafrika und Großbritannien haben Deutschland längst erreicht. Doch wo genau sie sich hierzulande ausbreiten, ist kaum bekannt, weil positive Corona-Proben bislang nicht systematisch auf die Mutationen untersucht werden. Das soll sich nun ändern.

Labore sollen dazu verpflichtet werden, das Viren-Erbgut öfter zu untersuchen und die Ergebnisse an das Robert-Koch-Institut schicken. Dafür sollen sie 200 Euro bekommen. Je nach Inzidenz sollen zwischen fünf bis zehn Prozent der Positiv-Tests auf das Erbgut hin untersucht werden, so sieht es ein Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums vor, der ZDFheute vorliegt. Er soll noch heute vom Bundeskabinett verabschiedet werden.

Die neue Verordnung von Minister Spahn halten Virologen aber für unzureichend – und sie kommt vor allem viel zu spät (mehr…).

Das Erbgut von Viren besteht aus RNA. Bei dem „Kopiervorgang“ von RNA passieren oft Fehler – Teile von ihr gehen etwa verloren – so entstehen Mutationen, die unterschiedliche Eigenschaften haben können, zum Beispiel bei der Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch.

Um eine Mutation festzustellen, muss man die RNA-Sequenzen im Labor untersuchen und kann sie dann mit dem ursprünglichen Coronavirus-Genom oder seinen Mutationen vergleichen; denn nur wenn bekannt ist, wo Mutationen auftreten und welche Eigenschaften sie haben, können sich Menschen in den betroffenen Regionen besser schützen – beziehungsweise können Behörden und Politiker gezielter reagieren. Auch Impfstoff-Herstellern können die Daten helfen, um die Wirksamkeit ihrer Seren bei weit verbreiteten Mutanten zu überprüfen.

In Deutschland lag der Fokus bislang nicht auf der Sequenzierung. Das liegt auch an der Forschungstradition, wie der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité im Coronavirus-Update-Podcast des NDR sagte:

Alle Länder in Europa werden wenig sequenzieren, weil das einfach nun mal unter normalen Umständen, also sprechen wir mal von Influenza oder so, nicht unbedingt notwendig ist, dass jedes Virus immer sequenziert wird.
Christian Drosten, Virologe Charité

Anders als etwa Großbritannien, das ein eigenes Coronavirus-Genom-Konsortium installiert hat, um die Verbreitung und Veränderung des Virus zu beobachten. Dort wird jeder 15. Positiv-Test auf Mutationen hin untersucht, in Deutschland nur jeder 900., wie Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung Anfang des Jahres zeigten.

Der Virologe Jörg Timm etwa hatte deshalb eine mangelnde Sars-CoV-2-Sequenzierung kritisiert: „Großbritannien hat vorgemacht, wie man entsprechende Strukturen aufbauen kann. Das haben wir in Deutschland – aber auch in vielen anderen europäischen Ländern – bisher verpasst“, sagt der Leiter des Instituts für Virologie am Uniklinikum Düsseldorf. (Quelle und mehr: ZDF, FAZ, 13.01.21)


Niedersachsen: Schulleiter fordern Absage der Abiturprüfungen

Der Schulleitungsverband Niedersachsen verlangt, dass Abitur-Prüfungen und auch alle anderen Abschlussarbeiten abgesagt werden. Dazu würden beispielsweise die Abschlussarbeiten für Haupt- und Realschüler zählen. Im Zeugnis solle stattdessen eine Durchschnittsnote stehen. Die Vize-Vorsitzende des Verbands, Katharina Badenhop, hält es angesichts der hohen Corona-Zahlen und der Turbulenzen an den Schulen für „nicht vertretbar“, das Abitur und die anderen Prüfungen zu schreiben, wie sie dem NDR in Niedersachsen sagte.

„Wir können uns nicht vorstellen, dass das Abitur 2021 so stattfinden kann wie bisher“, so Badenhop. Die Politik müsse sich bewusst machen, welche Ängste und Sorgen an den Schulen bestehen. Die Aufgaben einfacher zu machen oder Inhalte zu streichen, hält sie für „Flickschusterei“. „Das ist uns zu wenig als Maßnahme“, erklärte die Schulleiterin aus Hannover. Der Schulleitungsverband wünscht sich eine bundesweite Diskussion über die Absage von Prüfungen. Badenhop verweist auf die Infektionslage: „Mittlerweile hat sich das dermaßen zugespitzt, dass auch bundesweit Überlegungen gemacht werden müssen. Niedersachsen könnte auch bundesweit den Vorreiter spielen und sagen: Wir gehen diesen Schritt.“

Die Lehrergewerkschaft GEW unterstützt den Vorstoß der Schulleiter. „Für alle Beteiligten in den Schulen gilt, dass wir uns durch die Pandemie in einer extremen Sondersituation befinden“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. „In dieser Not wäre es die logische Folge, sämtliche Abschlussprüfungen an den allgemeinbildenden Schulen zu streichen.“ Auch die GEW verweist aber auf die Folgen eines solchen Schritts. Pooth weiter: „Auf die Abiturprüfungen in Niedersachsen kann verzichtet werden, wenn die im Jahr 2021 erworbene Hochschulreife bundesweit anerkannt wird. Daher fordern wir Kultusminister Tonne auf, diese Anerkennung im Rahmen der Kultusministerkonferenz sicherzustellen.“

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD, Foto lks.) will dagegen an den Prüfungen festhalten. Es sei nicht im Sinne der Schülerinnen und Schüler, wenn die Abschlüsse einen „Corona-Makel“ hätten, heißt es aus seinem Ministerium. Die Schüler hätten das Recht, „hochwertige“ Abschlüsse zu machen. Die Prüfungen würden an die Pandemie angepasst. Ein Sprecher verwies auf zahlreiche Punkte. Allerdings: Das Ministerium schließt auch nicht aus, dass sich an diesem Kurs etwas ändert. „Wir hoffen sehr, dass sich durch den allgemeinen Shutdown die Gesamtlage derart stabilisiert, dass diese Planungen halten.“

Eine klare Absage an den Vorschlag des Schulleitungsverbandes kommt vom Philologenverband, in dem viele Gymnasiallehrer organisiert sind. „Das Abitur ist ein Qualitätszeugnis“, sagte Verbandschef Horst Audritz. „Voreilig darauf zu verzichten, halten wir für nicht sinnvoll.“ Audritz verweist auf das Abitur im vergangenen Jahr – das habe trotz des damaligen Lockdowns verhältnismäßig gut funktioniert. In diesem Jahr sei noch gar nicht so viel Unterricht ausgefallen. Außerdem hätten die Schulen die Möglichkeit, notfalls auch eigene Aufgaben zu entwickeln – das alles spreche aus Sicht der Philologen dafür, an den bisherigen Plänen festzuhalten. „Wenn die Inzidenzzahlen enorm steigen sollten – 300, 400 – und das gesellschaftliche Leben vollkommen ausgesetzt wird, dann muss man neu denken“, so Audritz. (Quelle: NDR, 13.01.21)


Hameln: Kindergeburtstag mit 30 TeilnehmerInnen – 6 auf dem Klo

Die Polizei hat am Mittwoch in Hameln eine Kindergeburtstagsparty aufgelöst. Entgegen der geltenden Corona-Kontaktregeln haben 30 Menschen zusammen gefeiert. Die Feier fand nach Angaben der Polizei in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus statt. Nachbarn hatten sich über die Party beschwert. Als die Polizei eintraf, versuchten sich die Gäste zu verstecken – in Schränken und hinter Türen. Eine Frau habe sich gar mit fünf Kindern in einer Toilette eingeschlossen, sagte ein Polizeisprecher im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen.

In der Wohnung habe niemand eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen. Auch seien die Abstände nicht eingehalten worden, so die Polizei. Die Beamten nahmen die Personalien der Anwesenden auf, erteilten Platzverweise und beendeten die Party. Gegen die 15 anwesenden Erwachsenen leitete die Polizei Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Über die Höhe der Bußgelder entscheidet der Landkreis Hameln-Pyrmont.

Laut aktueller Corona-Verordnung darf sich ein Haushalt lediglich mit einer weiteren Person treffen. Der Bußgeldkatalog sieht ein Bußgeld in Höhe von 100 bis 400 Euro für jede beteiligte Person vor, wenn die erlaubte Anzahl von Kontakten überschritten wird. (Foto: Kindergeburtstag via pixabay; Quelle: NDR, 13.01.21)


Schweiz verschärft Corona-Maßnahmen

Die Schweiz hat die Anti-Corona-Maßnahmen verlängert und nochmals verschärft. Wie die Regierung in Bern am Mittwoch mitteilte, sollen Restaurants, Kultur- und Freizeitstätten bis Ende Februar geschlossen bleiben, um die Kontakte zwischen Menschen „drastisch“ zu reduzieren. Ab kommenden Montag wird zudem das Arbeiten im Homeoffice verpflichtend. Geschäfte, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen, müssen schließen, für öffentliche Versammlungen gelten zusätzliche Beschränkungen.

Begründet wurden die neuen Bestimmungen mit einer „extrem angespannten“ epidemiologischen Lage und mit der Verbreitung von Varianten des Corona-Erregers, durch die das Risiko einer weiteren Zunahme der Fälle bestehe. Diese neuen Varianten, die erstmals in Großbritannien und Südafrika registriert wurden, seien nach den vorliegenden Erkenntnissen 50 bis 70 Prozent ansteckender als die ursprünglichen.

Die Schweiz begann schon am 23. Dezember mit den Anti-Corona-Impfungen und setzt dabei den Biontech-