NRW: Gericht hebt Demonstrationsverbot auf

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat ein vom Land verhängtes Demonstrationsverbot für Silvester und den Neujahrstag kurzfristig aufgehoben. Die Landesregierung hatte in der Corona-Schutzverordnung für den 31.12. und den 1.1. Demonstrationen grundsätzlich untersagt. Dahinter stand die Sorge, dass angemeldete Versammlungen missbraucht werden könnten, um das Verbot von Silvesterfeiern zu umgehen.

Geklagt hatte eine Frau aus Dortmund – sie ist nach eigenen Angaben zwar für die Corona-Schutzregeln, sah in dem Versammlungsverbot aber einen zu starken Eingriff in ihre Grundrechte. Das sahen die Richter ähnlich und gaben dem Eilantrag statt.

Die Richter befanden, diese Regelung sei rechtswidrig und unverhältnismäßig – die Behörden könnten den Infektionsschutz auch ohne das pauschale Versammlungsverbot gewährleisten. Die Polizeidienststellen im Land seien deshalb kurz vor dem Jahreswechsel über die neue Rechtslage informiert worden, bestätigte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums. Sollten Demonstrationen nun noch kurzfristig angemeldet werden, wird die Polizei sie entsprechend überwachen.
(Quelle: WDR, 31.12.20)


Freiheitsentziehung bei Quarantäneverstoß

Wer gegen die Vorgaben des Gesundheitsamtes verstößt und eine angeordnete Corona-Quarantäne bricht, kann durch einen richterlichen Beschluss untergebracht und überwacht werden.
Wie der Landkreis Emsland bestätigt, „befindet sich auf emsländischem Kreisgebiet eine Wohnung, die die Landkreise Emsland und Grafschaft gemeinsam nutzen“. Nach Informationen der „Meppener Tagespost“ liegt diese Quarantäne-Wohnung in der Gemeinde Twist. Dort werden auf richterlichen Beschluss Personen untergebracht, die sich nicht an die Quarantäne halten.

Damit die Betroffenen ihre Quarantäne nicht unerlaubt verlassen, erfolgt die Überwachung durch einen privaten Sicherheitsdienst. Für die Verpflegung sorge eine Hilfsorganisation, teilte der Landkreis mit. Eine Quarantäne anordnen und aufheben kann nur das Gesundheitsamt. Wer gegen diese Auflagen verstößt und somit die Gesundheit anderer gefährdet, kann in eine strengere Quarantäne geschickt werden. (Quelle: GN, 31.12.20)


Italien meldet weitere 555 Todesfälle

Italien meldet 555 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Binnen eines Tages seien 23.477 Neuinfektionen verzeichnet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vortag, die Todeszahl blieb jedoch unter den 575 vom Mittwoch.
Insgesamt sind in Italien 74.159 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Das ist die höchste Zahl in Europa und die fünfthöchste weltweit. Einer Studie zufolge ist die Zahl der Corona-Toten aber wahrscheinlich noch höher. (Quelle: TSP, 31.12.20)


Norwegen führt Corona-Testpflicht für Einreisende ein

In Norwegen muss man sich bei der Einreise ab dem 2. Januar verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. Der Corona-Test solle so schnell wie möglich am Flughafen oder einem anderen Grenzübergang und spätestens einen Tag nach der Ankunft in dem skandinavischen Land vorgenommen werden, teilte die norwegische Regierung am Donnerstag mit. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld. Von der Testpflicht ausgenommen werden Kinder unter zwölf Jahren. Weitere Ausnahmen gibt es unter anderem für Arbeitnehmer mit kritischen Funktionen und Grenzpendler. Mehrere kleinere Grenzübergänge sollen im Zuge der Maßnahme geschlossen werden.

Norwegen habe gleich doppelt Sorge vor importierten Corona-Fällen, erklärte Ministerpräsidentin Erna Solberg: Zum einen sorge man sich vor Ausbrüchen von neuen, mutierten Coronavirus-Varianten, die ansteckender als die bisherige Form sein könnten. Zum anderen kehrten nach Weihnachten viele Menschen aus Ländern mit deutlich höheren Infektionszahlen nach Norwegen zurück.

Norwegen ist bislang im europäischen Vergleich recht gut durch die Corona-Krise gekommen. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet hat das Nicht-EU-Land neben Finnland, Island und Griechenland momentan eine der niedrigsten Neuinfektionszahlen des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). (Quelle: TSP, 31.12.20)


Stralsund: Letzte Patientin verlässt Klinik nach Impfpanne

Vier Tage nach der Impfpanne in Stralsund ist auch die letzte vorsorglich im Krankenhaus behandelte Frau wieder zu Hause. „Ich bin froh und auch erleichtert, dass alle Personen wieder zu Hause sind und es ihnen nach und nach besser geht“, sagte Landrat Stefan Kerth (SPD).

Am Sonntag war in einem Pflegeheim in Stralsund an acht Mitarbeiter versehentlich die fünffache Dosis des gelieferten Impfstoffes der Firma BioNTech/Pfizer verabreicht worden. Vier von ihnen wurden daraufhin vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Drei wurden bereits nach einer Nacht wieder entlassen.

Dem Landrat zufolge berichten allerdings drei Personen von immer noch andauernden Symptomen, wie Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, allgemeiner Schwäche und leichtem Schwindel. Fünf sprachen von einer Besserung ihres Befindens. Das Gesundheitsamt stehe im täglichen telefonischen Kontakt mit allen. Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. (Quelle: ZEIT, 31.12.20)


Belgien: 26 Altenheim-Bewohner sterben nach Nikolausbesuch an Covid-19

Nach einem Besuch des Nikolaus‘ sind in Mol nahe Antwerpen 26 Bewohner des Hemelrijck Altenheimes an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der als Nikolaus verkleidete Mann war mit CoViD-19 infiziert, sich aber seiner Infektion nicht bewusst, wie die flämischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten. Er wurde erst später positiv getestet.

Derzeit sind in dem Altenheim in der Provinz Antwerpen 169 Menschen untergebracht, wie ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP sagte. 85 Bewohner und 40 Mitarbeiter hätten sich mit dem Coronavirus angesteckt. Der als Nikolaus verkleideter Mann stattete den Bewohnern am 5. Dezember einen Besuch ab, wenige Tage später wurde der Corona-Ausbruch bemerkt. Der Virologe Marc Van Ranst deutete an, dass die Mehrheit der Infizierten im Pflegeheim „von derselben Quelle“ angesteckt worden sei. Der Sprecher der flämischen Gesundheitsbehörde, Joris Moonens, betonte jedoch, es gebe „keine Gewissheit“, dass der Nikolaus die Bewohner angesteckt habe.

Die Alten- und Pflegeheime in Belgien sind von der Corona-Krise besonders stark betroffen: Seit Beginn der Pandemie starben 11.066 Heimbewohner mit dem Coronavirus. Das entspricht rund 57 Prozent aller Todesfälle im Land. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte der belgischen Regierung im November die „Vernachlässigung“ von Altenheimen während der Pandemie vorgeworfen. (Quelle: TSP, 31.12.20)


November- und Dezemberhilfen: Bürokratie versagt, Betroffene warten

Die Novemberhilfen sollen eine finanzielle Stütze für vom Lockdown betroffene Unternehmen bieten. Seit dem 25. November werden bei Direktanträgen von Solo-Selbstständigen bis 5.000 Euro, bei Anträgen über prüfende Dritte – wie etwa Steuerberater – Abschläge von bis zu 50.000 Euro gezahlt. Doch inzwischen ist Ende Dezember und ein sogenannter harter Lockdown in Kraft; doch zahlreiche Wirte warten noch immer auf ihr erstes Geld, beklagt Rainer Balke vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Niedersachsen: „Wir telefonieren täglich mit unseren Mitgliedern.“ Viele seien unzufrieden und würden sich ein schnelleres Vorangehen wünschen.

Die Landesregierung weist die Vorwürfe zurück. „EDV-Probleme beim Bund hätten für Verzögerungen gesorgt“, behauptet Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Bund und Länder müssten jetzt dafür sorgen, dass die Überbrückungshilfen „schnell und unbürokratisch“ kommen. Angekündigte Auszahlungen erst im März werden allerdings „womöglich zu spät“ sein. Es brauche jetzt „eine neue gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten“, so der Minister.

Auch Dirk Wöhler, DJ und Betreiber einer Event-Agentur, ist auf finanzielle Hilfen angewiesen, denn seit zehn Monaten sind seine Auftragsbücher leer: „Uns wurde im März der Stecker gezogen, seitdem geht gar nichts mehr. Als Unternehmer habe ich 89 Prozent Umsatzeinbußen“, beklagt Wöhler. Auch bei ihm sei bisher kein Cent von der Novemberhilfe angekommen.

Im Frühjahr konnten die Betroffenen ihre Hilfe noch selbst beantragen, doch diesmal läuft alles über Steuerberater. Und die seien schon jetzt völlig überlastet, sagt Florian Bernschneider vom Arbeitgeberverband Region Braunschweig, und versteht nicht, warum Hilfszahlungen nicht über die Finanzämter automatisch abgewickelt werden. Schließlich seien dort alle Daten zu Umsätzen und Gewinnen bekannt.

Zwar soll es bald erste Abschlagszahlungen geben, bis aber die versprochenen Hilfen – unter anderem von bis zu 75 Prozent des Vorjahresumsatzes im November – vollständig fließen, wird es noch dauern. Wegen der Verlängerung des Lockdowns sind nach dem Modell der Novemberhilfen auch milliardenschwere Dezemberhilfen geplant – auch dabei soll es Abschläge geben. Doch das Geld wird wohl erst in Wochen fließen. (Quelle. NDR, 31.12.20)

📌 Bis dahin haben übrigens die dafür zuständigen Öffentlichbediensteten noch zwei Mal ihr eigenes Gehalt in voller Höhe erhalten.


Joe Biden plant Gedenken für Corona-Tote am Abend vor Vereidigung

Der künftige US-Präsident Joe Biden plant kurz vor seiner Vereidigung eine Gedenkzeremonie für die Hunderttausenden Menschen, die in den USA an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. Das für die Vereidigung des Präsidenten zuständige Komitee teilte am Donnerstag mit, am Abend vor Bidens Amtseinführung im Januar werde es in der US-Hauptstadt Washington am Lincoln Memorial eine Gedenkzeremonie geben, um an die vielen Corona-Toten im Land zu erinnern.

Andere Städte in den USA seien eingeladen, zur gleichen Zeit mit ähnlichen Aktionen an dem Gedenken teilzunehmen, etwa durch Lichtinstallationen an Gebäuden oder das Läuten von Kirchenglocken. Biden wird am 20. Januar vereidigt. Die Gedenkzeremonie ist für den frühen Abend (Ortszeit) am 19. Januar geplant. Die Corona-Pandemie ist in den USA außer Kontrolle. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang mehr als 19,7 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 342.000 Menschen sind bislang gestorben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Den zweiten Tag in Folge erreichten die Vereinigten Staaten einen Höchststand mit Blick auf die Zahl der an einem Tag erfassten Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Am Mittwoch meldeten die Behörden 3.744 Tote mit einer bestätigten Corona-Infektion – zwölf mehr als am Vortag, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Silvestermorgen hervorging.(Quelle: TSP, 31.12.20)


Grafschafter Negativ-Zahlen

Am letzten Tag des Jahres meldet die Veraltung des Landkreises Grafschaft Bentheim noch einmal einen deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen. Demnach gibt es 73 weitere bestätigte Fälle. Das ist der dritthöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Aktuell sind heute insgesamt 537 GrafschafterInnen mit dem Covid-19-Erreger infiziert.

Die Grafschaft weist damit erneut das höchste Infektionsgeschehen in Niedersachsen auf. Der Sieben-Tages-Inzidenzwert kletterte auf 177, im Landesdurchschnitt liegt er offiziell bei 93.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung liegt im Landkreis weiterhin bei 62. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 2.556 Grafschafter mit dem Coronavirus infiziert. 1957 Bürger gelten als genesen. 758 Menschen müssen den Jahreswechsel zuhause in Quarantäne verbringen.

Die aktuell 537 Covid-19-Fälle teilen sich wie folgt auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 41 (+4), Emlichheim: 40 (+1), Uelsen: 94 (+3), Neuenhaus: 58 (+5), Wietmarschen: 29 (0), Nordhorn: 184 (+12), Schüttorf: 91 (+3).
(Quelle: GN, 31.12.20)


BioNTech beantragt Veränderungen bei EMA-Zulassungsbedingungen

Europas Bürgerinnen und Bürger können auf Millionen zusätzliche Dosen des BioNTech-Impfstoffs Comirnaty hoffen. Nach Informationen des Spiegels hat der Mainzer Hersteller bei der europäischen Arzneimittelbehörde Ema einen Antrag auf eine Veränderung der Zulassungsbedingungen eingereicht. BioNTech setze sich demnach dafür ein, dass Ärztinnen und Ärzte künftig sechs volle Impfdosen zu je 0,3 Mililitern aus den bereitgestellten Durchstechfläschchen mit insgesamt 2,25 Mililitern fertigem Impfstoff herausholen dürfen – sofern sie sechs volle Dosen aufziehen können.

Dies würde etwa im Fall Deutschlands bedeuten, dass im Januar pro Woche bis zu 800.000 anstatt bisher 670.000 Dosen des BioNTech-Impfstoffs bereitstehen könnten. Bis Ende März könnten hierzulande so mehr als 1,5 Millionen zusätzliche Impfungen zustande kommen.

Die Ema hatte gegenüber dem Spiegel erklärt, sie werde einen solchen BioNTech-Antrag „rapide“ prüfen und im Falle einer positiven Bewertung ihre Zulassungsbedingungen ändern. Bislang erlaubt die Ema nur die Extraktion von fünf Impfdosen (also 1,5 Mililiter Impfstoff) – und weist die Ärzte in der Produktinformation für Comirnaty mehrmals an, den Rest wegzuwerfen. (Quelle: ZEIT, 31.12.20)


Doch schon nach 10 Monaten: Schneller melden

Positive Ergebnisse von Corona-Tests müssen mit Beginn des neuen Jahres digital von den Laboren an die Gesundheitsämter gemeldet werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „So lassen sich Infektionsketten schneller nachvollziehen und unterbrechen.“ Die Zeit, in der Nachweise über Neuinfektionen per Fax geschickt und dann per Hand in die Systeme der Ämter übertragen wurden, sei damit endgültig vorbei.

Mit dem digitalen System erfahren die Gesundheitsämter sofort, wenn jemand positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Konkret müssen Mitteilungen zu positiven Tests ab 1. Januar über das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem (Demis) laufen, an das alle Gesundheitsämter angeschlossen sind. Bereits genutzt wird es laut Ministerium bisher von 88 Prozent der Ämter. Darüber seien in den vergangenen sieben Tagen mehr als 100.000 Meldungen übermittelt worden. (Foto: CC s. Archiv v 2.8.15; Quelle: ZEIT, 31.12.20)

📌 Manchmal lese ich solche Meldungen und frage mich, wo eigentlich der Unterschied zwischen 1960 und 2020 liegt. Doch schon 10 Monate nach Pandemiebeginn werden Selbstverständlichkeiten umgesetzt und der dafür verantwortliche Minister erfährt trotz dieser beeindruckenden Demonstration eigener Unfähigkeit gerade höchste Zustimmungswerte.


Niedersachsen-Zahlen erreichen neue Höchstmarken

An Silvester hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 47 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind allein in Niedersachsen bislang 1.993 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Im Laufe des Silvestertages ist die 2.000-Grenze überstiegen worden.

Die hohe Zahl der Todesfälle in den vergangenen Tagen ergibt sich laut NLGA aus der verzögerten Meldung über die Feiertage und das anschließende Wochenende, was nach Ausrede klingt, weil die Festtage und der vergangene Sonntag bereits fünf Tage zurückliegen. Generell könne es in diesen Tagen vermehrt zu Schwankungen kommen, da die Zahlen aus den Kommunen unregelmäßiger als üblich übermittelt würden. Entsprechend seien, so das NLGA, aus den täglichen Zahlen derzeit kaum generelle Tendenzen des Pandemie-Verlaufs abzulesen. Dies gelte auch für den Inzidenzwert.

Nach Angaben des NLGA ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 2.107 Fälle gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt offiziell jetzt bei 93,2 Fällen je 100.000 Menschen. Alle Zahlen geben den offiziellen Stand von Silvester, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 31.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 31.12.2020, 08:00 Uhr

Keine neuen Toten aber eine hohe Zahl von Neuinfektionen und damit deutlich mehr akut Erkrankten meldet der Landkreis Emsland.

Die Infektionsgesamtzahlen steigen wieder deutlich schneller als in den letzten Tagen: Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie beträgt damit jetzt 5.116 (+89). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.627 Personen (+32) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 414 (+57) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 990 (+90) gestiegen und angesichts der Zahl der akut Erkrankten deutlich zu niedrig.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei 91,1 (= +298 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit um 11 Punkte auf 177,2 gestiegener Inzidenz deutlich höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell unverändert 4 CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen zwei Erkrankte invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 660 Menschen (+13) erkrankt. 593 (+2) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 55 (+11) akut Erkrankten. In der Stadt gab es aber in den letzten Tagen keine weiteren Verstorbenen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 156 147 1 8
Einheitsgemeinde Emsbüren 116 87 0 29
Samtgemeinde Freren 360 329 13 18
Einheitsgemeinde Geeste 209 184 1 24
Stadt Haren (Ems) 331 322 1 8
Stadt Haselünne 259 227 2 30
Samtgemeinde Herzlake 158 137 3 18
Samtgemeinde Lathen 248 245 0 3
Samtgemeinde Lengerich 118 110 1 7
Stadt Lingen (Ems) 660 593 12 55
Stadt Meppen 548 485 11 52
Samtgemeinde Nordhümmling 164 159 0 5
Stadt Papenburg 585 551 5 29
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 35 25 1 9
Einheitsgemeinde Salzbergen 91 70 3 18
Samtgemeinde Sögel 374 341 0 33
Samtgemeinde Spelle 236 199 11 26
Einheitsgemeinde Twist 134 122 2 10
Samtgemeinde Werlte 334 294 8 32
Gesamt* 5.116 (+89) 4.627 (+32) 75 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 414 (+57)

(Silvester 2020)


Deutschland-Zahlen an Silvester: Weitere 964 Corona-Tote


(Quelle: RKI, 31.12.20)


Neujahrsansprache: Merkel stimmt auf harte Zeiten ein

Angela Merkel stimmt Bürgerinnen und Bürger auf harte Zeiten ein
In ihrer voraussichtlich letzten Neujahrsansprache im Amt hat die Bundeskanzlerin weitere Belastungen in der Corona-Krise angekündigt.

„Diese Tage und Wochen, da gibt es nichts zu beschönigen, sind schwere Zeiten für unser Land. Und so wird es auch noch eine ganze Weile bleiben.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache

Es werde noch eine ganze Zeit an den Einzelnen liegen, wie Deutschland durch die Pandemie komme: „Der Winter ist und bleibt hart.“

Verschwörungstheorien, die die Gefährlichkeit des Coronavirus infrage stellen, seien nicht nur unrichtig, sondern auch „zynisch und grausam“ all jenen gegenüber, die in der Pandemie geliebte Menschen verloren haben.

Ihre Neujahrsansprache schloss Merkel mit persönlichen Worten. Da sie bei der Bundestagswahl im September nicht wieder antrete, sei es „heute aller Voraussicht nach das letzte Mal, dass ich mich als Bundeskanzlerin mit einer Neujahrsansprache an Sie wenden darf.“ Nie zuvor in ihrer Kanzlerschaft habe sie ein so sorgenvolles Jahr erlebt. „Ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Nie in den letzten 15 Jahren haben wir alle das alte Jahr als so schwer empfunden – und nie haben wir trotz aller Sorgen und mancher Skepsis mit so viel Hoffnung dem neuen Jahr entgegengesehen.“

📌Unterlegt von sanften Streicherklängen der Nationalhymne hat die Ansprache an diesem Silvester 2020 etwas Pastorales. Muss so nicht sein, meine ich, gerade auch, weil vieles richtig ist, was Angela Merkel sagt. Update: In der TV-Ansprache gab’s keine Musik.

(Quelle: ZEIT, 31.12.20)


China lässt Sinopharm-Impfstoff offiziell zu

Mit Sinopharm hat nun auch in China erstmals ein Pharmahersteller eine Zulassung für die breite Anwendung eines Corona-Impfstoffes erhalten. Die Daten hätten gezeigt, dass der Impfstoff die einschlägigen Standards der Weltgesundheitsorganisation und der Nationalen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde erfülle, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Dem Impfstoff von Sinopharm sei daher eine „bedingte Zulassung“ erteilt worden. In Zukunft müssten die Haltbarkeit und die Schutzwirkung der Impfimmunität kontinuierlich beobachtet werden. Sinopharm hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sein Impfstoff einen mehr als 79-prozentigen Schutz vor Covid-19 (79,34 Prozent) bieten soll. Diese Angabe wurde von den Behörden bestätigt.
(Quelle: ARD, 31.12.20)


Medien: London erwägt Verschiebung von Auffrischungsimpfung

Die Regierung in London erwägt einem Medienbericht zufolge, die Auffrischungs-Impfungen gegen Corona erst später zu geben. Bei mehr als 500.000 Personen könnte die zweite Impfung bis zu zwölf Wochen verschoben werden, berichtet die Zeitung „The Guardian“. Ursprünglich sollten je nach Vakzin zwischen der ersten und der zweiten Impfung drei bis vier Wochen liegen. Das britische Gesundheitssystem NHS überdenkt dem Bericht zufolge derzeit seine Impfstrategie. Mit der Verschiebung der zweiten Dosis könnten erstmal mehr Menschen geimpft werden. Bereits die erste Impfung bietet bereits einen gewissen Schutz vor Corona. (Quelle: Guardian, 31.12.20)


USA verzeichnen mit 3.927 Corona-Toten neuen Tageshöchstwert

In den USA ist mit mehr als 3.900 Corona-Toten ein neuer Tageshöchstwert verzeichnet worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität mitteilte, starben 3.927 Menschen binnen 24 Stunden an den Folgen einer Corona-Infektion. Außerdem wurden 189.671 Neuansteckungen registriert. Seit Beginn der Pandemie starben in den USA mehr als 341.800 Menschen an einer Corona-Infektion, über 19,7 Millionen Ansteckungen wurden verzeichnet. Die Vereinigten Staaten sind das am schlimmsten von der Gesundheitskrise getroffene Land der Welt.

(Quelle: Tagesschau, 31.12.20)


Bund und Länder rechnen mit Krisen-Ausgaben von 1,3 Billionen Euro 2020

Allein in diesem Jahr haben Bund und Länder einem Medienbericht zufolge bis zu 1,3 Billionen Euro ausgegeben, um die Folgen der Coronakrise zu bewältigen. Dazu zählen sämtliche Hilfspakete, die erwarteten Einnahmeausfälle durch die Krise und Garantien in Höhe von etwa 826,5 Milliarden Euro, wie aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

Für das Jahr 2021 rechnet die Bundesregierung demnach mit weiteren Corona-Folgekosten von etwa 184 Milliarden Euro.

Der Bund stellte 397,1 Milliarden Euro der Ausgaben bereit, die Länder wurden mit insgesamt 82,8 Milliarden Euro belastet, wobei die Gemeinden sich daran mit 2,3 Milliarden Euro beteiligten. Die Sozialkassen zahlten insgesamt 27 Milliarden Euro.

Angesichts der Ausgaben forderte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, einen Lastenausgleich, um Steuererhöhungen und Kürzungen zulasten der Mittelschicht und ärmerer Menschen zu verhindern.

(Quelle: ZEIT, 31.12.20)


Überblick zur Nacht

  • Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 55.649 weitere Fälle von Coronavirus sowie 1.194 Todesfälle durch COVID-19, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Brasilien hat seit Beginn der Pandemie offiziell mehr als 7,6 Millionen Fälle des Virus registriert, während die offizielle Zahl der Todesopfer nach Angaben des Ministeriums auf 193.875 gestiegen ist.
  • In Großbritannien wurden 231 Personen für ihre Verdienste um die Coronavirus-Krise bei den traditionellen Neujahrsauszeichnungen genannt – 18,6% der Gesamtzahl. Auf der Liste der Ausgezeichneten standen 123 Gesundheits- und Sozialarbeiter, 10% der gesamten Liste, die aus einem Pool von vielen hundert Nominierungen für das Gesundheitskomitee ausgewählt wurden.
  • In Mexiko hat Präsident Andrés Manuel López Obrador einen Arztes kritisiert, der seinen Einfluss genutzt habe, um seine eigenen Familienmitglieder früh gegen das Coronavirus impfen zu lassen, obwohl die ersten Dosen den Mitarbeitern des Gesundheitswesens an vorderster Front vorbehalten waren.
  • Die ursprünglich in Großbritannien entdeckte, hochinfektiöse Coronavirus-Variante ist jetzt auch in Kalifornien festgestellt worden, gab der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch bekannt, einen Tag, nachdem der erste bekannte US-Fall im Bundesstaat Colorado registriert worden war.
  • Frankreich meldete am Mittwoch 26.457 neue Coronavirus-Infektionen in den letzten 24 Stunden , ein deutlicher Anstieg gegenüber 11.395 am Dienstag und ein seit dem 18. November nicht mehr gesehenes Niveau. In dem Land, das am Sonntag seine schrittweise Impfkampagne gestartet hat, ging die Zahl der wegen des Krankheitszustands ins Krankenhaus eingelieferten Personen zurück auf 183 über 24 Stunden.
  • Irland hat ein Reiseverbot aus dem Vereinigten Königreich und Südafrika in das Land bis zum 6. Januar verlängert – wegen der neuen, ansteckenderen Variante von COVID-19: Das teilte die irische Regierung mit. Der neue Covid-Stamm, der Irland von Großbritannien aus erreichte, verbreitet sich schneller im Land als die schlimmsten Prognosen“, erläuterte der Premierminister des Landes, Micheal Martin, als er eine Verschärfung der CoViD-19-Beschränkungen ankündigte, darunter die Schließung des „nicht wesentlichen“ Einzelhandels für die nächsten vier Wochen.
  • Der Oxford-AstraZeneca-Impfstoff wird voraussichtlich erst im April in den USA für den Notfall zugelassen, sagte der Chefberater des US-Impfstoffprogramms . Die Rekrutierung für die US-Studie im späten Stadium des britischen Arzneimittelherstellers ist fast abgeschlossen, und über 29.000 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet
  • Die Sekundarschulen in ganz England werden in den ersten beiden Semesterwochen für die meisten Schüler geschlossen sein, und sowohl die Primar- als auch die Sekundarschulen in London und anderen von Covid am stärksten betroffenen Gebieten werden wahrscheinlich länger geschlossen bleiben als geplant, teilte der britische Bildungsminister Gavin Williamson mit. Großbritannien hat aktuell die höchste tägliche Zahl an Todesfällen seit dem 24. April verzeichnet.
  • Frankreich setzt am 31. Dezember 100.000 Polizisten und Gendarmen im ganzen Land ein, um Partys, Versammlungen und Feiern einzudämmen – sowie das traditionelle Abfackeln von Fahrzeugen.
  • In Schottland hat Premierministerin Nicola Sturgeon davor gewarnt, dass die neue hochinfektiöse Variante von Covid-19, bekannt als B.11.7, schnell zur dominierenden Sorte wird, nachdem das Land heute eine Rekordzahl an positiven Fälle der Mutation gemeldet hat.
  • Die Behörden in China haben zig Millionen chinesische Wanderarbeiter aufgefordert, während der im Februar anstehenden (chinesischen) Neujahrsfeiertage im Februar, der traditionell wichtigsten Zeit für Besuche bei den Familien, nicht nach Hause zu reisen, um die Übertragung von Coronaviren zu verhindern, obwohl nach offiziellen Angaben die lokale Übertragung von CoViD-19 bereits so gut wie beseitigt ist.
  • Die griechische Regierung hat angekündigt, dass sie ihren hochrangigen Beamten keine Priorität beim Impfen mehr einräumt. Die Korrektur erfolgte allerdings erst, nachdem zuvor die griechischen Kabinettsmitglieder geimpft worden waren, und zwar vor die meisten Beschäftigten im Gesundheitswesen. Das hatte zu einer scharfen Gegenreaktion von Gewerkschaften und Oppositionsparteien geführt (Quelle: The Guardian, 31.12.20)

EMA: Zulassung des AstraZeneca-Oxford-Impfstoff dauert

Der von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelte Coronavirus-Impfstoff, der seit Mittwoch in Großbritannien notfallmäßig zugelassen wurde, wird laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) im Januar wahrscheinlich noch kein grünes Licht in der Europäischen Union erhalten.

Die Regulierungsbehörde, die die Zulassung von Impfstoffen in der EU überwacht, hatte den Pfizer-BioNTech-Impfstoff am 21. Dezember genehmigt. Allgemein wird erwartet, dass sie am 6. Januar über den Impfstoff von Moderna entscheidet.

Die EU-Entscheidung über den AstraZeneca-Oxford-Stoß wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Zusätzliche wissenschaftliche Informationen zu Fragen der Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs sind unseres Erachtens notwendig, um die für eine bedingte Genehmigung für das Inverkehrbringen (CMA) erforderliche Strenge zu unterstützen, und dies wurde vom Unternehmen angefordert“, heißt es in einer Erklärung der EMA vom Mittwoch. „Weitere Informationen aus den laufenden klinischen Studien werden ebenfalls ab Januar erwartet.“

Die in Amsterdam ansässige Zulassungsbehörde teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass sie noch keinen formellen Genehmigungsantrag für die Zulassung erhalten und daher keinen Zeitplan für die Genehmigung des Impfstoffs habe.

Der stellvertretende Geschäftsführer der Regulierungsbehörde, Noel Walthion, sagte am Dienstag gegenüber der belgischen Zeitung Het Nieuwsblad, dass eine mögliche Genehmigung im Januar „unwahrscheinlich“ sei. Der Impfstoff von AstraZeneca-Oxford werde aber derzeit einer „fortlaufenden Überprüfung“ unterzogen, die es der EMA ermögliche, Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten zu prüfen, noch bevor der Hersteller einen formellen Zulassungsantrag gestellt habe. Dieses Verfahren beschleunige die Zulassung, sobald sie beantragt werde, so die EMA.

Die Agentur sagte, es sei „bekannt, dass die britische MHRA eine vorläufige Notfall-Genehmigung für den Impfstoff erteilt hat, die sich schon daher von einer endgültigen Zulassung für das Inverkehrbringen unterscheidet.“

Ein AstraZeneca-Sprecher erklärte gegenüber AFP, man habe „ein vollständiges Datenpaket eingereicht, um einen Antrag auf bedingte Genehmigung für das Inverkehrbringen des Impfstoffs AstraZeneca Covid-19 bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur zu unterstützen“. Er fügte hinzu: „AstraZeneca hat fortlaufend Daten übermittelt und wird weiterhin eng mit der EMA zusammenarbeiten, um den Beginn eines formellen CMA-Antragsverfahrens zu unterstützen.“ (Quelle: The Guardian, 31.12.20)


Hollywood: Erneuter Drehstopp

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen sind in Hollywood erneut nahezu sämtliche Dreharbeiten eingestellt worden. Die Produktion sei bis mindestens Mitte Januar unterbrochen, hieß es in einem Schreiben der Schauspielergewerkschaft Sag-Aftra an ihre Mitglieder. Die Gesundheitsbehörden des Kreises Los Angeles hatte die Filmproduzenten zuvor aufgefordert, angesichts des „katastrophalen“ Anstiegs der Corona-Zahlen eine Pause einzulegen.
In Südkalifornien gilt bis auf Weiteres eine Ausgangssperre. Viele Krankenhäuser sind überlastet und können keine weiteren Notfälle mehr aufnehmen. Hollywood hatte bereits im März einen erstem Produktionsstopp verhängt. Erst im Sommer gingen die Dreharbeiten für einige Produktion wieder los, allerdings in viel geringerem Umfang als normal. (Foto bissartig via pixabay; Quelle: Tagesschau, 30.12.20)


Keine einstweilige Anordnung: Fleischindustrie scheitert in Karlsruhe

Die Fleischindustrie ist vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert, mit einer einstweiligen Anordnung das Arbeitsschutz-Kontrollgesetz zu stoppen, mit dem „die Politik“ auf die Missstände in den Schlachthöfen des Landes reagiert hat. Die Karlsruher Richter lehnten den erlass einer einstweiligen Anordnung gegen das Gesetz ab.

Das neue Arbeitsschutz-Kontrollgesetz soll die auch in Niedersachsen oft kritisierte Werkvertrags- und Leiharbeit in der Fleischwirtschaft ein Ende haben. Bundestag und Bundesrat hatten unter dem Eindruck zahlreicher Corona-Fälle in Schlachtbetrieben noch kurz vor Weihnachten das Gesetz verabschiedet. Doch Fleisch- und Leiharbeitsunternehmen wollten sich damit nicht abfinden. Sie riefen das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe an, um das Gesetz, das zum 1. Januar 2021 in Kraft tritt, in letzter Minute zu verhindern. Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Gericht die entsprechenden Eilanträge zurückgewiesen hat.

Die Eilanträge hatten eine Einzelperson, die bei einem Werkvertragsunternehmen angestellt ist und im Rahmen von Werkverträgen Aufträge in diesen Bereichen der Fleischwirtschaft erbringt, mehrere Werkvertragsunternehmen, ein Unternehmen zur Arbeitsüberlassung gestellt, die vorrangig oder nur in diesem Sektor tätig sind, sowie mehrere Unternehmen der Fleischwirtschaft, die selbst bisher vorrangig Fremdpersonal in diesen Bereichen einsetzen.

Die Kläger befürchten „gravierende und schwer oder überhaupt nicht wieder gut zu machende Nachteile“, sollten die neuen Regelungen in Kraft treten. Dieser Argumentation sei das Gericht in seinem Beschluss vom Dienstag nicht gefolgt. Deswegen lehnte das Bundesverfassungsgericht am Dienstag die von den Klägern geforderte einstweilige Anordnung gegen das Gesetz ab (mehr: PM, Aktz. 1 BvQ 152/20 u.a.). Wann das Gericht ein endgültiges Urteil in dieser Sache fällt, ist derzeit nicht absehbar; es könnte durchaus mehrere Jahre dauern. Der Verband der Zeitarbeitsunternehmen hofft nun auf „flexible Tarifverträge und auf das noch ausstehende endgültige Urteil“.

Der katholische Prälat Peter Kossen, der sich zunächst von Vechta und mittlerweile von Lengerich aus immer wieder für die Arbeiter in fleischverarbeitenden Betrieben eingesetzt hat, begrüßte heute die Entscheidung. So könne mit dem Gesetz nun ein deutlicher Schritt gegen einen „mafiös verseuchten Bereich“ gemacht werden, sagte Kossen NDR 1 Niedersachsen. Auch die Gewerkschaften hatten immer wieder auf die schlechte Lage der Werkvertrags- und Leiharbeiter in Schlachthöfen hingewiesen. Die Situation hatte sich in der Corona-Krise durch massenhafte Infektionen an mehreren Schlachthöfen auch in Niedersachsen verschärft. (Foto: CC s. Archiv v. 25.4.13; Quelle: NDR, BVerfG, 30.12.20)


Niederlande: Nachbarregion Twente ist Hotspot

In der jenseits der Landesgrenze gelegenen niederländischen Twente-Region ist die Zahl der Corona-Infektionen sehr hoch und in den vergangenen sieben Tagen sind dort so viele Einwohner an Corona gestorben wie noch nie.

In Twente ist -wie in den anderen Teilen der Niederlande- aber ein leiht rückläufiger Trend der Zahlen ebenfalls erkennbar: 4.033 positive Tests wurden Mittwoch gemeldet, vor einer Woche waren es noch 4.489. Aber: Laut RIVM scheint Twente noch immer der größte „Corona-Brandherd“ zu sein. Die Krankenhäuser sind voll belegt, außerdem fehlt Pflegepersonal; viele Mitarbeiter sind selbst infiziert.

Die hohen Ansteckungszahlen der vergangenen Wochen in der Twente sind auch an den Sterbefällen der vergangenen sieben Tage sichtbar: 46 Menschen sind nach einem vorherigen positiven Coronatest gestorben. Zwei Mal so viel als noch eine Woche zuvor und als bislang verzeichnet. 12 Tote sind in Enschede zu verzeichnen, der Rest verteilt sich beinahe gleichmäßig in der Region. Sieben neue Sterbefälle wurden am Mittwoch gemeldet. Die Verdopplung der Sterbefälle ist laut Tubantia eine viel stärkere Steigung als im Vergleich zum Rest des Landes (von 472 auf 583) – angesichts der hohen Infektionszahlen sei in Twente noch lange keine Besserung der Situation in Sicht.

Die gerade in Kraft getretene Quarantäne-Pflicht ist für Besucher, die ihren Partner, ihr Kind oder ihre Eltern in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland besuchen möchten, im Übrigen gelockert, teilt das Duitsland Instituut mit. Eigentlich müssen Reisende, die aus einem Risikogebiet mit der Codefarbe Orange wiederkommen, zehn Tage in Quarantäne. Besucher aus Deutschland müssen allerdings einen negativen Corona-Test vorweisen, heißt es von der Regierung.

In den gesamten Niederlanden wurden in der vergangenen Woche etwa 67.300 Menschen auf das Virus positiv getestet, meldete das zuständige Institut für Umwelt und Gesundheit RIVM am Mittwoch. Eine Woche zuvor waren es noch 82.000. Das sei eine positive Wendung, schreibt die niederländische Tageszeitung Tubantia und es könnten erste Auswirkungen des Lockdowns sein, der vor zwei Wochen ausgerufen wurde. (Quelle: Tubantia/GN, 30.12.20)


Irland verhängt Shutdown für mindestens einen Monat

Wegen stark gestiegener Corona-Neuinfektionen und der Ausbreitung einer neuen Virusvariante fährt Irland das öffentliche Leben für mindestens einen Monat herunter. Die Situation sei sehr ernst, sagte Regierungschef Micheal Martin am Mittwochabend. „Die Zahlen werden sich in den kommenden Tagen weiter verschlechtern.“ Angesichts des Tempos, in dem das Coronavirus um sich greife, müsse die Bremse gezogen werden, sagte Martin.

Die Beschränkungen ähneln einer Ausgangssperre. Von Mittwochabend an sind private Besuche ebenso verboten wie öffentliche Versammlungen – Ausnahmen gibt es für Hochzeiten mit bis zu sechs und Begräbnisse mit bis zu zehn Menschen. Die Menschen sollen ihre Häuser nur für Arbeit, Ausbildung und andere notwendige Zwecke verlassen. Sport im Freien ist im Umkreis von fünf Kilometern um die Wohnung erlaubt. Der Schulstart nach den Weihnachtsferien wird um drei Tage auf den 11. Januar verschoben.

Der kommende Monat werde „sehr hart für alle“, sagte Martin. Aber dank der Impfmittel gebe es Hoffnung. „Zum ersten Mal, seit diese schreckliche Krankheit unser Land befallen hat, ist ein Ende in Sicht.“ Er sei zuversichtlich, dass bis Ende Januar Zehntausende Menschen in Irland geimpft sein würden. (Quelle: TSP, 30.12.20)


Emsland: Sieben Tote im Pflegeheim in Schapen

Im katholischen Seniorenzentrum St. Elisabeth in Schapen hat sich die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Bewohner und Mitarbeiter weiter erhöht. Das berichtet die „Lingener Tagespost“: Doch das Gesundheitsamt des Landkreises hat den Ausbruch bisher ebenso verschwiegen wie die Internetseite der Pflegeeinrichtung. Aber: Sieben infizierte Bewohner sind dort in den vergangenen Tagen verstorben.

„Alle im Haus verstorbenen Bewohner mit Covid-19 hatten schwere bis sehr schwere Vorerkrankungen und haben die zusätzlichen Belastungen, die mit Corona einhergehen, leider nicht überstanden“, relativierte Christoph Prekel, der Geschäftsführer der St. Martin Pflege GmbH, die dramatische Todeszahl. Die zum Caritas-Verbund zählende GmbH betreibt neben dem Haus in Schapen auch das St. Johannesstift Spelle, das Seniorenzentrum am dortigen Rathaus und die ambulanten Pflege Freren/Lengerich/Spelle. Prekel betont: „Die Trauer bei uns im Haus ist groß, und unsere Gedanken sind bei den Verstorbenen und ihren Angehörigen.“

Die Zahl der infizierten Bewohner ist zuletzt nur gering auf 26 gestiegen, aber bei den MitarbeiterInnen hat sich die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Pflegekräfte von 15 auf 20 erhöht. In den letzten Tagen seien laut Geschäftsführer Prekel jedoch keine weiteren Neuinfektionen hinzugekommen.

„Anfang des neuen Jahres wird zur Absicherung noch mal für alle Bewohner und Mitarbeiter ein Labortest zur Kontrolle in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland durchgeführt“, erklärt Prekel das weitere Vorgehen. Wie das Virus in das Haus gelangen konnte, ist nach wie vor ungeklärt. Derzeit gelte im Seniorenzentrum St. Elisabeth ein vom Landkreis Emsland ausgesprochenes Besuchsverbot. „Im Johannesstift sind Besuche nach Terminabsprache weiterhin möglich“, erklärt Prekel.

„Nach wie vor haben sich die täglichen Schnelltestungen vor Dienstbeginn bewährt. So können wir gewährleisten, dass nur gesunde Mitarbeiter ihre Arbeit mit unseren Bewohnern aufnehmen“, sagt Geschäftsführer Prekel. Dabei würden Mitarbeiter aus anderen Häusern der St. Martin Pflege GmbH unterstützen.

Auch die Mitarbeiter des Seniorenzentrums St. Elisabeth seien hoch engagiert, würden Schichten von infizierten Kollegen übernehmen. „Das Coronavirus hat uns täglich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Wir haben als Team viel dazu gelernt und sind enger zusammengewachsen“, erklärt Prekel. Das Engagement aller Kollegen, die Versorgung der Bewohner sicher zu stellen, sei großartig. Jetzt bereite sich das Haus auf die Impfungen vor und wünsche sich „für das neue Jahr wieder ein wenig Normalität“. (Quelle: LT, 30.12.20)


Berlin: Demonstrationen bleiben an Silvester verboten

In Berlin bleiben Demonstrationen an Silvester und Neujahr verboten. Das für beide Tage geltende Versammlungsverbot sei rechtlich nicht zu beanstanden, entschied das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg in einem Eilverfahren. Es schloss sich damit einem nur wenige Stunden zuvor getroffenen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin an, gegen den ein Antragsteller Beschwerde eingelegt hatte. Er hatte für Silvester eine Versammlung am Brandenburger Tor geplant und war rechtlich gegen deren auf § 26 Berliner Infektionsschutzverordnung gestütztes Verbot der Behörden vorgegangen.

Letztlich ohne Erfolg: Angesichts der speziell zu Silvester besonders gesteigerten Gefahr infektiöser Kontakte und der aktuellen Infektionslage mit einem Höchststand an Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus sei das auf zwei Tage beschränkte Verbot rechtmäßig, so das OVG.
(Beschl. v. 30. 12 2020, Aktz. OVG 1 S 177/20)
(Quelle: Tagesschau, 30.12.20)


Paul-Ehrlich-Institut: Corona-Impfungen auch für Allergiker geeignet

Menschen mit allergischen Erkrankungen haben generell kein höheres Risiko für schwerwiegende und unerwünschte Wirkungen bei der Corona-Impfung. Das habe eine eingehende Prüfung der Datenlage durch Experten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Europäischen Arzneimittelbehörde ergeben, teilte das PEI mit. Bekannte Allergien gegenüber Lebensmitteln und Medikamenten seien deshalb laut der Ema-Zulassung keine Kontraindikation gegen den derzeit in Deutschland eingesetzten Impfstoff.

In Großbritannien war es nach Beginn der Impfungen mit dem Impfstoff Comirnaty der Unternehmen BionNTech und Pfizer in Einzelfällen zu schweren allergischen Reaktionen gekommen. Die britischen Behörden empfahlen daraufhin, Menschen nicht zu impfen, die schon einmal eine schwere allergische Reaktion auf einen Impfstoff, ein Medikament oder auf ein Lebensmittel hatten. In der Zulassungsstudie waren Patienten mit schweren Allergien ausgeschlossen.

Mögliche Auslöser der beobachteten schwerwiegenden Reaktionen könnten der Wirkstoff oder eingesetzte Hilfsstoffe sein. Dazu gehörten die PEG (Polyethylenglykol)-haltigen Nanopartikel, in denen der Wirkstoff verpackt ist. Personen, die eine bekannte Allergie gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes haben, sollten PEI und Ema zufolge nicht geimpft werden. Grundsätzlich könnten sich aber auch Allergiker gegen Covid-19 impfen lassen. Bei Menschen, die auf die erste Dosis allergisch reagieren, sollte die zweite Dosis nicht verabreicht werden. Grundsätzlich solle jede Person 15 Minuten nach der Impfung beobachtet werden und eine angemessene medizinische Behandlung für schwere allergische Reaktionen bereitstehen. (Quelle: DIE ZEIT, 30.12.20)


Nächste Impfstofflieferung kommt „doch schon“ am 8. Januar

Für die Corona-Impfungen in Deutschland soll nun „doch schon“ am Ende der ersten Woche des neuen Jahres Nachschub kommen. Mit dem Impfstoff-Hersteller BioNTech habe vereinbart werden können, dass die nächste Lieferung – wie ursprünglich geplant – bereits nächste Woche, am 8. Januar, erfolgen werde, wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Danach solle die nächste Lieferung am 18. Januar kommen, ab dann vorerst wöchentlich jeweils montags. Dabei würden anfangs etwa 670.000 Dosen pro Woche geliefert.

Aus mehreren Bundesländern war am Mittwoch Kritik laut geworden, dass eine für die erste Kalenderwoche 2021 zugesagte Lieferung ausbleiben sollte. Demnach sollte es erst am 11. Januar Nachschub geben, also in der zweiten Kalenderwoche 2021.

(Quelle: DIE ZEIT, Twitter, 30.12.20)


SPD Generalsekretär kritisiert „Chaos rund um den Impfstart“

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die Organisation des Corona-Impfstarts in Deutschland kritisiert und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Versäumnisse vorgeworfen. „Das Chaos rund um den Impfstart finde ich sehr ärgerlich“, sagte Klingbeil der „Rheinischen Post“. Spahn spreche von etwas föderalem Durcheinander und zeige mit dem Finger auf die Bundesländer. „Der Minister selbst hatte Monate Zeit, den geplanten Impfstart vorzubereiten. Hierzu hat er ausreichende Kompetenzen bekommen.“

Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Land Niedersachsen auf dem letzten Platz der bisherigen Impfungen in Deutschland steht. Verantwortlich dafür zeichnet Gesundheitsministerin Reimann (SPD). (Quelle: NDR, 30.12.20)


Debatte um Wiedereröffnung der Schulen

In der Politik ist eine Debatte um die mögliche Wiederöffnung von Schulen nach dem 10. Januar entbrannt. Während Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) für eine schnelle Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts plädierte, will ihre rheinland-pfälzische Amtskollegin Stefanie Hubig (SPD) vorläufig am Fernunterricht festhalten. Die Frage der Schulöffnungen soll Thema bei den Spitzenberatungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder kommende Woche sein.

„Auch wenn der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert wird, sollten Kitas und Grundschulen wieder öffnen für Präsenzunterricht“, sagte Eisenmann der Bild-Zeitung vom Mittwoch. In diesen Altersklassen sei es unerlässlich, dass Kinder in Kitas gehen und in Schulen lernen. Eisenmanns Aussagen wurden teils scharf zurückgewiesen. So etwa von der SPD-Chefin Saskia Esken, die sie als „geradezu unverantwortlich“ bezeichnete.

Auch Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres geht davon aus, dass die Mehrzahl der Schüler in der Hauptstadt „frühestens am 18. Januar“ wieder regulär zur Schule gehen kann. Lediglich für „die abschlussrelevanten Jahrgänge“ solle es schon vorher Wechselunterricht geben.

Während Schulen zu Anfang der Pandemie nicht als Pandemietreiber galten, zeichnen neue Studien ein anderes Bild. In den vergangenen Tagen machte vor allem eine Untersuchung aus Hamburg Schlagzeilen, der zufolge sich im September sehr wahrscheinlich mindestens 25 Schüler und Lehrkräfte einer Schule bei einem einzigen Infizierten ansteckten. (Quelle: ZEIT, 30.12.20)


Schweden weiter mit erhöhter Sterblichkeitsrate

Schweden registrierte am Mittwoch 8.846 Neuinfektionen sowie 243 weitere Covid-19-Todesfälle, wie Statistiken der Gesundheitsbehörden zeigten.

Die Gesamtzahl der Todesopfer des 11-Mio-Einwohner-Landes aufgrund der Pandemie liegt jetzt bei 8.727.

Die Gesundheitsbehörden haben festgestellt, dass Statistiken über die Weihnachtszeit aufgrund weniger Tests und Verzögerungen bei der Meldung von Todesfällen weniger zuverlässig sind als zu anderen Zeiten.

Die schwedische Sterblichkeitsrate pro Kopf ist um ein Vielfaches höher als die der nordischen Nachbarn, aber niedriger als in mehreren europäischen Ländern, die sich für Sperrungen entschieden haben, was Schweden nicht getan hat. (Quelle: The Guardian, 30.12.20)


Grafschaft Bentheim: Ausgangssperre gilt auch Silvester

Aufgrund der angeordneten Ausgangssperre müssen die Menschen in der Grafschaft abends und nachts Zuhause bleiben – und das tun sie auch, das berichtet zumindest der GrafschafterLandrat Uwe Fietzek: „Die Akzeptanz der Grafschafterinnen und Grafschafter für die getroffenen Maßnahmen kann als hoch eingestuft werden. Darüber freue ich mich sehr.“

Bisher seien etwa 140 Verstöße festgestellt worden. Kontrolliert wird die Ausgangssperre von der Polizei, die von der Bereitschaftspolizei unterstützt wird. „Die meisten Verstöße lassen sich darauf zurückführen, dass sich nach dem Besuch bei den Verwandten einfach zu spät auf den Weg nach Hause gemacht wurde. Verstöße wurden im gesamten Kreisgebiet festgestellt. Es gibt keine Kommune, die als Hotspot bezeichnet werden kann. Auch lässt sich nicht feststellen, dass es in bestimmten Alters- oder Gruppenstrukturen zu vermehrten Verstößen kam“, erläutert Nicola Simon, Leiterin der Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim.

Die Ausgangssperre wird für Silvester und Neujahr nicht gelockert, stattdessen sei auch an diesen Tagen mit Kontrollen zu rechnen.

(Quelle: GN, 30.12.20)


Bremen: Feuerwerksverbot gerichtlich bestätigt

Das Bremer Oberverwaltungsgericht (OVG) hat mehrere Eilanträge gegen das Feuerwerksverbot in der Coronaverordnung des Stadtstaates abgelehnt. Die Verordnung, die zeitlich befristet und mit der erforderlichen Begründung versehen sei, beruhe auf einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Das Verbot vermindere den Anreiz, sich in der Silvesternacht in geselliger Stimmung nach draußen zu begeben und reduziere Anlässe für ein beabsichtigtes oder unbeabsichtigtes Zusammentreffen mit anderen – und könne damit Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 vorbeugen. Es eigne sich auch, die Kapazitäten in den Krankenhäusern zu schonen. (OVG Bremen, Az.: 1 B 467/20, 1 B 468/20 und 1 B 474/20)
Eine Beschränkung des Feuerwerksverbotes auf bestimmte Plätze trage nicht in gleichem Maße zu einer Reduzierung der Sozialkontakte bei, hieß es weiter.

Die Beschlüsse sind nicht anfechtbar. Sie heben sich von Beschlüssen des OVG Niedersachsen ab, das vor Weihnachten das niedersächsische Feuerwerksverbot aufgehoben und damit Unverständnis hervorgerufen hatte (Quelle: RB, 30.12.20)


Neue Lieferungen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs erst am 11. Januar

Die deutschen Bundesländer werden erst am 11. Januar wieder neue Lieferungen des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer erhalten. Das geht aus einem internen Bericht des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der dem Online-Magazin Business Insider vorliegt.

Demnach wurden Stand Mittwoch nur 275 Boxen à 4.875 Impfstoffdosen an die Länder geliefert – 31 Boxen am Samstag, 107 am Montag, 137 am Mittwoch. Deutschlandweit stehen zurzeit also gerade einmal knapp 1,34 Millionen Dosen des Impfstoffs zur Verfügung. Am 11. Januar werden erneut 137 Boxen geliefert, insgesamt knapp 668.000 Impfstoffdosen. Weitere Lieferungen à 137 Boxen erfolgen dann wöchentlich.

Am 16. Februar, dem letzten im Bericht notierten Liefertermin, wären dann insgesamt 1.097 Boxen, beziehungsweise knapp 5,34 Millionen Dosen des BioNTech-Pfizer-Impfstoffs ausgeliefert. Diese reichen für die Impfung von knapp 2,7 Millionen Menschen. (Quelle: ZEIT, 30.12.20)


Papst Franziskus mahnt die Deutschen

Papst Franziskus hat die Deutschen zur Dankbarkeit trotz des Corona-Jahrs gemahnt. „Am Ende dieses schwierigen Jahres sind wir vielleicht versucht, erst einmal all das zu sehen, was nicht möglich war und was uns gefehlt hat. Vergessen wir darüber aber nicht die vielen, unzählbaren Gründe, die wir haben, Gott und unseren Mitmenschen zu danken“, sagte er in seiner wöchentlichen Videoansprache in einem Gruß an deutschsprachige Gläubige.
Manche meinten, sie hätten ein Anrecht auf das Gute, das ihnen widerfahre, sagte der Papst.

Letztlich sei jedoch „alles Geschenk, ja Gnade“. Jeder verdanke sich und seinen Werdegang Eltern, Erziehern, Freunden und vielen anderen Menschen, vor allem aber Gott. „Ehe wir denken konnten, wurden wir gedacht; ehe wir lernten zu lieben, wurden wir geliebt. Wir verdanken uns nicht uns selbst. Leben heißt vor allem, empfangen zu haben“, so Franziskus.
(Foto: CC s. Archiv v. 25.12.; Quelle: BR, 30.12.20)


Studie: Zahl der Corona-Fälle in Wuhan womöglich zehn Mal so hoch

Die Zahl der Corona-Infektionen beim Ausbruch der Pandemie in Wuhan ist laut einer chinesischen Studie möglicherweise zehn Mal so hoch gewesen wie bisher angegeben. Bis April hätten rund 4,43 Prozent der elf Millionen Einwohner Wuhans Antikörper gegen das neuartige Coronavirus entwickelt, heißt es in der Studie des Chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle (CDC). Dies entspricht der Studie zufolge rund 480.000 Corona-Infektionen in der Millionenmetropole bis April. Das sind fast zehn Mal so viel wie die bislang offiziell genannten rund 50.000 Fälle.
China hat für den Umgang mit der Pandemie und seine Informationspolitik insbesondere in der Anfangsphase viel Kritik aus dem In- und Ausland geerntet. (Quelle: ARD, 30.12.20)


SPD-Chefin Esken fordert Plan für Schulunterricht im Januar

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken fordert konkrete Planungen für den Schulunterricht nach dem 10. Januar. Dabei dürften Präsenzunterricht und digitale Bildung nicht länger „gegeneinander ausgespielt werden“, sagte Esken den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. „Stattdessen brauchen wir einen Plan, wie wir die Ziele von Bildungsgerechtigkeit und Gesundheitsschutz optimal verbinden.“
Der Bund habe Zugang und finanzielle Ausstattung für die Digitalisierung der Schulen verbessert, sagte die SPD-Chefin weiter. „Jetzt ist es an der Zeit zu zeigen, wie man damit digital gestützten Unterricht gestalten kann, und zwar nicht erst im Quarantänefall.“ Zumindest ab Klasse 7 sei Distanzlernen möglich, vor allem im Wechsel mit Präsenzphasen, damit Lehrkräfte und Schüler im engen Kontakt blieben. (Quelle: ARD, 30.12.20)


Kalayci wirft Regierung schlechte Organisation bei Impfungen vor

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat der Bundesregierung vorgeworfen, bei der Verteilung des Corona-Impfstoffes schlecht organisiert zu sein. Im rbb kritisierte Kalayci (Foto lks.), dass bislang zu wenig Impfstoffdosen auf die Länder verteilt würden: Berlin bekomme bis Jahresende 58.500 Impfdosen, eine Lieferung stehe dabei noch aus. „Das würde gerade einmal für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen reichen.“ Sie fügte hinzu: „Wir sind alle enttäuscht über die geringen Menge.“
Der Bund habe nun zugesagt, dass Berlin ab Anfang des Jahres knapp 30.000 weitere Impfdosen bekommt. Allerdings gebe es Unsicherheiten bei den Lieferterminen, sagte die Senatorin. Das mache die Planung extrem schwierig. Deshalb seien die Berliner Impfzentren auch nicht im Vollbetrieb.
(Foto: Stephan Röhl for Heinrich-Böll-Stiftung CC Attribution-Share Alike 2.0 GeneriQuelle: ARD, 30.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 62 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind allein in Niedersachsen bislang 1.946 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Der massive Anstieg der Todesfälle in den vergangenen Tagen ergibt sich laut NLGA aus der verzögerten Meldung über die Feiertage und das anschließende Wochenende. Generell könne es in diesen Tagen vermehrt zu Schwankungen kommen, da die Zahlen aus den Kommunen unregelmäßiger als üblich übermittelt würden. Entsprechend sind aus den täglichen Zahlen derzeit kaum generelle Tendenzen des Pandemie-Verlaufs abzulesen. Dies gilt auch für den Inzidenzwert.

Nach Angaben des NLGA ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 1.502 Fälle gestiegen. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 105.764 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 92,1 Fällen je 100.000 Menschen.
Alle Zahlen geben den Stand von Mittwoch, 30.12.2020, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 30.12.20)


USA: Kongressmitglied stirbt mit 41 Jahren an Coronafolgen

Ein erst kürzlich in den US-Kongress gewählter Abgeordneter der Republikaner ist nach einer Corona-Infektion gestorben. Bei Luke Letlow seien Komplikationen im Zusammenhang mit seiner Erkrankung an Covid-19 aufgetreten, teilte sein Sprecher Andrew Bautsch mit.
Letlow wurde nur 41 Jahre alt. Er hatte sich erst zu Monatsbeginn in einer Stichwahl um ein Kongressmandat eines Wahlbezirks im Staat Louisiana durchgesetzt und sollte in wenigen Tagen vereidigt werden. Im Januar hätte er dann sein Amt im Repräsentantenhaus in Washington antreten sollen. (Quelle: Tagesschau, 30.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 30.12.2020, 08:00 Uhr

Nach den Feiertagen und dem letzten Wochenende des Jahres zeigt die offizielle Statistik des Landkreises Emsland weitere zwei Corona-Toten seit gestern; ein Verstorbener lebte in Herzlake, der andere und in Spelle. Wie stets verschweigt der Landkreis weitere Ddetails. Anzunehmen ist, dass es sich bei den Verstorbenen um Bewohner von Senioreneinrihtungen handelt. Bisher sind damit insgesamt 75 (+2) Infizierte im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben. Die Mortalitätsrate im Emsland liegt laut RKI zurzeit weiter bei knapp 1,5 % der Erkrankten.

Die Infektionsgesamtzahlen steigen wieder deutlich schneller als in den letzten Tagen: Das belegen die 67 Neuinfektionen seit gestern, wodurch die Gesamtzahl seit Pandemiebeginn jetzt die Grenze von 5.000 Erkrankten überschritten hat. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie erhöht sich damit auf 5.027 (+67). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.595 Personen (+52) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 357 (+13) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 900 (-100) gesunken.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei 91,5 (= +299 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der Grafschaft Bentheim liegt er mit 166,2 deutlich höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 4 CoViD-19-Erkrankte (-1) intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen zwei Erkrankte (+/-0) invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 647 Menschen (+13) erkrankt. 591 (+8) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 44 (+5) akut Erkrankten. In der Stadt gab es aber in den letzten Tagen keine weiteren Verstorbenen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 153 146 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 110 81 0 29
Samtgemeinde Freren 358 328 13 17
Einheitsgemeinde Geeste 204 182 1 21
Stadt Haren (Ems) 330 321 1 8
Stadt Haselünne 256 226 2 28
Samtgemeinde Herzlake 157 133 3 21
Samtgemeinde Lathen 248 244 0 4
Samtgemeinde Lengerich 115 110 1 4
Stadt Lingen (Ems) 647 591 12 44
Stadt Meppen 544 482 11 51
Samtgemeinde Nordhümmling 164 159 0 5
Stadt Papenburg 569 551 5 13
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 31 24 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 87 69 3 15
Samtgemeinde Sögel 366 340 0 26
Samtgemeinde Spelle 234 199 11 24
Einheitsgemeinde Twist 131 116 2 13
Samtgemeinde Werlte 323 293 8 22
Gesamt* 5027 (+67) 4595 (+52) 75 (+2)
Aktuelle Covid-19-Fälle 357

Deutschland-Zahlen
Erstmals mehr als 1000 Tote binnen 24 Stunden

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat zum ersten Mal die Marke von 1000 überschritten und damit einen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1.129 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem wurden
22.459 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (23.12.) waren 24 740 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 962 Todesfällen gemeldet worden.

Das RKI hatte vor den Weihnachtstagen mitgeteilt, dass die aktuellen Zahlen nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar seien, da es zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Dennoch war die Zahl der neuen Todesfälle am Mittwochmorgen deutlich höher als vor einer Woche.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 141,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 330,0 und Thüringen mit 255,1 den niedrigsten Wert hatte Niedersachsen mit 79,6.

Das rki meldete nach Angaben der Süddeutschen Zeitung für den Landkreis Emsland eine offizielle 7-Tage-Inzidenz von 60,3; die SZ selbst errechnete aber aus den Rohdaten eine tatsächliche Inzidenz von 88,7. Die Sterblichkeitsrate beträgt 1,47. In der Grafschaft Bentheim lauten die Zahlen 167,0 offiziell, SZ-Berechnung: 166,2 und Sterblichkeitsrate 2,5%.

(Quelle: rki, 30.12.20)


Städte und Gemeinden rufen zu Verzicht auf Feuerwerk und Böller auf

Der Deutsche Städtetag hat die Bevölkerung aufgerufen, zum Jahreswechsel mit Blick auf das Corona-Geschehen verantwortungsvoll zu handeln und auf das Abbrennen von Feuerwerken zu verzichten. „Leider ist es uns in diesem außergewöhnlichen Jahr nicht gelungen, die Infektionslage nachhaltig in den Griff zu bekommen“, sagte Städtetag-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Städte appellierten deshalb an die Bürgerinnen und Bürger, Silvester zu Hause im engsten Kreis zu verbringen.

Bleiben Sie an Silvester zu Hause oder feiern Sie bei Freunden nur in kleinem Kreis

Helmut Dedy, Deutscher Städtetag

In diesem Jahr sollten Bürgerinnen auf das traditionelle Böllern verzichten, sagte Dedy. „Das neue Jahr lässt sich auch ohne Feuerwerk begrüßen.“ An vielen Orten gelten ohnehin Verbote für Feuerwerk – zum Beispiel auf öffentlichen Plätzen. „In einigen Städten gibt es sogar ein flächendeckendes Böllerverbot und damit auch auf privaten Grundstücken“, sagte Dedy.

Dass die Bundesregierung den Verkauf von Feuerwerk verboten habe, sei richtig. Er rief die Bürger zu einem verantwortungsvollen Umgang auf – auch jenseits der Verbote. Es müsse verhindert werden, dass Notaufnahmen und Krankenhäuser durch unsachgemäßes Hantieren mit Böllern zusätzlich mit Verletzen belastet werden. (Quelle: Zeit, 30.12.20)


Ärztepräsident fordert langfristige Strategie für Risikogruppen

Ältere und vorerkrankte Menschen muss es aus Sicht von Ärztepräsident Klaus Reinhardt erleichtert werden, ihre Kontakte während der Pandemie zu minimieren.

Warum ist es so schwer, deutschlandweit feste Senioren-Zeitfenster für Einkäufe im Einzelhandel zu schaffen oder spezielle Terminslots in öffentlichen Einrichtungen?

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer

Außerdem müssten Bund und Länder überdenken, ob der Lockdown erst aufgehoben werden kann, wenn es weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche gibt. „Ob wir uns strikt an der Inzidenz von 50 orientieren, muss man mit Blick auf andere wichtige Faktoren, wie zum Beispiel die psychosozialen Folgen der Schulschließungen, genau abwägen“, sagte Reinhardt am Dienstag.

Der Ärztepräsident forderte nicht nur für Pflegeheime, sondern auch für pflegende Angehörige ausreichende Testmöglichkeiten und Schutzmaterial. „Ja, das alles kostet Geld und die Umsetzung ist nicht trivial, aber mit solchen Mitteln können unter Umständen Menschenleben gerettet und Lockdowns verhindert werden“, sagte er. (Quelle: ARD, 30.12.20)



Überblick am Abend

  • Dänemark hat eine harte Sperre um zwei Wochen bis zum 17. Januar verlängert, um die Ausbreitung von CoViD-19 zu stoppen, nachdem die Zahl der Neuinfektionen im vergangenen Monat drastisch gestiegen war, sagte die Premierministerin des Landes am Dienstag.
  • Großbritannien hat am Dienstag 53.135 neue Infektionen gemeldet. Es starben weitere 414 Menschen an CoViD-19.
  • Frankreich meldete am Dienstag 11.395 neue Coronavirus-Infektionen in den letzten 24 Stunden und sprang damit zum ersten Mal seit vier Tagen wieder über die 10.000-Schwelle. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sagte, die Regierung könne bald eine frühere Ausgangssperre verhängen, die aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in den östlichen Landesteilen bereits um 18 Uhr statt um 20 Uhr beginnen würde.
  • Nur vier von zehn Menschen in Frankreich möchten sich aktuell gegen CoViD-19 impfen lassen, ergab eine Umfrage am Dienstag, während die Besorgnis über den langsamen Start der Impfkampagne des Landes zunimmt.
  • Irland meldete am Dienstag mit 1.546 Neuinfektionen die meisten Covid-19-Fälle an einem einzigen Tag, verglichen mit einem früheren Rekord von 1.296 am Samstag.
  • Präsident Abdelmadjid Tebboune ist nach einer Behandlung wegen Covid-19 in Deutschland nach Algerien zurückgekehrt, berichtete das staatliche Fernsehen am Dienstag.
  • Deutschland könnte allen, die es wollen, bis zum Sommer Impfungen gegen das Coronavirus anbieten, sofern ein dritter Impfstoff von Johnson & Johnson, AstraZeneca oder CureVac die EU-Zulassung erhält, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn.
  • Chile teilte am Dienstag mit, es habe seinen ersten Fall der britischen Variante des Coronavirus registriert. Die Gesundheitsbehörden führten deshalb eine obligatorische Quarantänezeit für alle Besucher, die aus dem Ausland in die südamerikanische Nation einreisen, wieder ein.
  • Argentinien startete am Dienstag mit der Impfung seiner Bürger gegen das Coronavirus mit 300.000 Dosen des russischen Sputnik V-Impfstoffs.
  • Weitere Gebiete Englands könnten strengeren Coronavirus-Beschränkungen unterworfen werden; Gesundheitsminister am Mittwoch wird dazu dem Britischen Unterhaus entsprechende Änderungen vorlegen. Matt Hancock wird zu den Abgeordneten sprechen, nachdem diese wichtige Gesetze zum Handelsabkommen mit der Europäischen Union nach dem Brexit verabschiedet haben.
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate haben eine „begrenzte Anzahl“ von Fällen der erstmals in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Mutation im Land infiziert wurden, sagte ein Regierungsbeamter. (Quelle: The Guardian, 29.12.20)

Spahn: Nach dem 10. Januar „ohne Zweifel“ noch Einschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stimmt die Bevölkerung darauf ein, dass die umfassenden staatlichen Corona-Beschränkungen auch nach Ablauf der Frist am 10. Januar zumindest teilweise verlängert werden. Bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in den ARD-„Tagesthemen“ laut Vorabmeldung. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“. In welchem Umfang, müssten dann Anfang Januar Bund und Länder entscheiden. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, „dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können“, sagte er. (Quelle: TSP, 29.12.20)


Erste britische Impfpatientin erhält zweite Dosis

Vor drei Wochen wurde Margaret Keenan als erster Mensch in Großbritannien gegen das Coronavirus geimpft – nun hat die mittlerweile 91-Jährige die zweite Dosis des Mittels erhalten. Der Großmutter wurde die Spritze am Dienstag in der mittelenglischen Stadt Coventry gesetzt. Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen pro Person nötig.

„Es ist fantastisch zu sehen, dass Margaret Keenan ihre zweite Dosis der Pfizer-Biontech-Corona-Impfung bekommen hat“, twitterte Gesundheitsminister Matt Hancock.

„Wir werden es gemeinsam durch diese Pandemie schaffen.“ Der Chef des Klinikums, Andy Hardy, sagte, die Pflegekräfte hätten seit der ersten Impfung am 8. Dezember den Kontakt mit „Maggie“ Keenan gehalten. „Wir freuen uns, dass Margaret sich zu Hause gut erholt hat“, sagte Hardy. „Es ist wichtig, dass jeder, der kann, sich impfen lässt.“ Premierminister Boris Johnson hatte an Weihnachten gesagt, bisher hätten knapp 800.000 Menschen eine (Quelle: TSP, 29.12.20)


Brasilien: Höchste Zahl an Neuinfektionen seit drei Monaten

Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 58.718 bestätigte Neuinfetkionsfälle von Coronavirus sowie 1.111 Todesfälle: Das teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit.

Es ist die schlimmste vom Ministerium seit dem 15. September gemeldete tägliche Zahl der Todesopfer, was die Besorgnis über eine wachsende zweite Infektionswelle in Lateinamerikas größtem Land verstärkt.

Brasilien hat seit Beginn der Pandemie fast 7,6 Millionen Fälle des Virus registriert, während die offizielle Zahl der Todesopfer nach Angaben des Ministeriums auf 192.681 gestiegen ist. (Quelle: The Guardian, 29.12.20)


Weiterer Neuinfektionen-Rekord in Großbritannien

Großbritannien meldet den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen: Diese steigt auf 53.135 nach 41.385 am Montag. Die Zahl der neuen Todesfälle liegt mit 414 auch höher, hier wurden am Vortag 357 verzeichnet. Die Gesundheitsbehörde Public Health England nennt die Entwicklung „extrem besorgniserregend“. (Quelle: TSP, 29.12.20)
EU kauft weitere 100 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer

Die Europäische Union kauft weitere 100 Millionen Impfdosen von Pfizer/BioNTech. „Wir werden damit über 300 Millionen Dosen dieses Impfstoffes verfügen, der als sicher und effektiv eingestuft wurde“, schreibt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter. Wann der zusätzliche Impfstoff zur Verfügung stehen wird, sagt sie zunächst nicht. Die EU kaufte im November zunächst 200 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 100 Millionen. (Quelle: TSP, 29.12.20)


Angriff auf Polizisten bei Party einer lokalen AfD-Politikerin

In Cottbus soll am Wochenende eine Party in der Wohnung einer AfD-Stadtverordneten eskaliert sein. Nach einer Polizeimeldung wurden Beamte am Sonntag gegen halb zwei in der Nacht wegen ruhestörenden Lärms und des Zündens von Feuerwerk zu der Wohnung gerufen, in der sich neun Personen im Alter von 18 bis 46 Jahren aufhielten.Die 33 Jahre alte Wohnungsinhaberin soll sich gegenüber den Beamten aggressiv verhalten und eine Identitätsfeststellung abgelehnt haben. Ein 35 Jahre alter Mann habe dann unvermittelt einen Polizeibeamten angegriffen, so dass er stürzte. Der Mann habe sich umgehend auf den Polizisten gekniet und ihn gewürgt. Erst durch den Einsatz von Pfefferspray sei der Angriff gestoppt worden. Der Mann und die Wohnungsinhaberin seien daraufhin in Gewahrsam genommen worden.

Atemalkoholtests hätten Werte von 1,58 und 1,77 Promille ergeben, daher seien Blutproben veranlasst worden. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Widerstands gegen und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. Nach Angaben der „Lausitzer Rundschau“ soll die Party in der Wohnung der Stadtverordneten Monique Buder stattgefunden haben. Auch der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Freiherr von Lützow habe zu den Gästen gehört. Das Gesundheitsamt wurde nach Polizeiangaben über die Verstöße gegen die Eindämmungsverordnung informiert.

Laut der „Lausitzer Rundschau“ gelten beide AfD-Politiker als Gegner der Maskenpflicht. Buder soll demnach im November an einer „Querdenker“-Demonstration in Leipzig teilgenommen haben, von Lützow im August an einem Protestmarsch. (Quelle: FAZ.net, 29.12.20)


Impfpanne in Stralsund: Eine Betroffene weiter im Krankenhaus

Nach der Impfpanne in einem Stralsunder Pflegeheim wird eine Frau weiter in einer Klinik behandelt. Wie ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen am Dienstag sagte, leidet sie unter grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Schwindel. Die anderen sieben Betroffenen waren bereits am Sonntag, dem Tag des Vorfalls, beziehungsweise Montag nach Hause geschickt worden.

Sie sind alle Mitarbeiter eines Stralsunder Pflegeheims. Ihnen war versehentlich die fünffache Dosis des Impfstoffs gegen Covid-19 gespritzt worden. Inzwischen lägen Details zur fehlerhaften Impfung vor. Entgegen den Anweisungen des Impfstoffherstellers Biontech/Pfizer habe eine Krankenschwester den Inhalt der Gläser zwar mit der korrekten Menge Kochsalzlösung gemischt.

Dann habe sie dem Arzt aber Spritzen mit dem kompletten Inhalt statt nur mit einem Fünftel des Volumens zum Impfen gereicht. „Das hat sie achtmal gemacht. Dann waren die acht Gläser alle, mit denen eigentlich 40 Leute geimpft werden sollten.“ Der Sprecher des Landkreises verwies darauf, dass Biontech/Pfizer sogar eine bebilderte Schreibtischunterlage zur Aufbereitung des Impfstoffs mitgeliefert habe. (Quelle: TSP, 29.12.20)


„Bleiben Sie zu Hause!“: Weiter Andrang in Wintersportorten

Nach dem Besucherandrang in einigen deutschen Wintersportgebieten über Weihnachten befürchten die Behörden eine neue Welle von Ausflüglern zu Silvester. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) appellierte am Dienstag mit Blick auf die Corona-Pandemie an die Bürger, auf Kurztrips nach Winterberg im Sauerland zu verzichten.

„Große Menschenansammlungen erhöhen das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Pandemie“, mahnte er. „Mein Appell lautet daher: Bleiben Sie zu Hause!“ Das Land unterstütze Winterberg bei allen Maßnahmen, um weitere Tagestouristen von der Anreise abzuhalten, sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind bereit, auch kurzfristig mehr Einsatzkräfte zu schicken.“ Verstöße gegen Corona-Regeln würden konsequent geahndet.

Dabei geht es vor allem ums Rodeln, Spazierengehen und Wandern, denn Skilifte stehen wegen der Maßnahmen gegen die Pandemie still. Trotzdem hatten sich bereits am Dienstagmorgen wieder zahlreiche Ausflügler auf den Weg nach Winterberg gemacht. Tagesbesucher hatten schon am Sonntag und Montag für ein Verkehrschaos mit überfüllten Parkplätzen und kilometerlangen Staus gesorgt. (Quelle: WDR, 29.12.20)


Bisher rund 42.000 Menschen in Deutschland geimpft

deutschlBis einschließlich Montag haben in Deutschland erst 41.962 Menschen die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Das berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag. Der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug demnach 19.084 Impfungen. Das ist allerdings nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften, sondern kann auch Nachmeldungen einschließen, wie das RKI schreibt.

Eine Impfquote, also den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung, nennt das RKI zunächst nicht. Dazu sei die Zahl der Geimpften derzeit noch zu gering, erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher.

Die Daten legten nahe, dass in den ersten Tagen – entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission – vor allem mobile Impfteams in Altenheimen impften, erläuterte Glasmacher mit Blick auf die eher geringe Zahl an Impfungen bundesweit. Das sei sicherlich aufwändiger, als Impfungen in gut organisierten Impfzentren durchzuführen. Ob und wie viele mobile Impfteams zum Einsatz kämen und wann die Impfzentren an den Start gingen, entschieden die Bundesländer.

Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass alle Geimpften bereits sicher vor der Erkrankung Covid-19 geschützt sind.

„Manche Menschen bauen bereits nach der ersten Impfung einen ausreichenden Immunschutz auf, andere aber nicht. Man stellt mit der Auffrischungsimpfung sicher, dass die Impfwilligen tatsächlich vernünftig geschützt sind“, hatte Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Uni Rostock kürzlich erläutert. (Quelle: TSP, 29.12.20)


Zulassung von AstraZeneca-Impfstoff im Januar unwahrscheinlich

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hält eine Zulassung des Corona-Impfstoffes des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca schon im Januar für unwahrscheinlich.“Sie haben noch nicht einmal einen Antrag bei uns gestellt“, sagte der stellvertretende EMA-Direktor Noel Wathion der belgischen Zeitung „Het Nieuwsblad“.

Die EMA habe zwar einige Informationen über den Impfstoff erhalten. Diese reichten aber nicht, um eine bedingte Marketinglizenz zu rechtfertigen. „Wir benötigen zusätzliche Daten zur Qualität des Impfstoffs. Danach muss das Unternehmen einen formellen Antrag stellen“, sagte Wathion. Dies mache es unwahrscheinlich, dass eine Genehmigung bereits im Januar erteilt werden könne.

In Großbritannien wird dagegen erwartet, dass die nationale Arzneimittelbehörde den AstraZeneca-Impfstoff in den kommenden Tagen zulässt. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hatte vor Weihnachten erklärt, AstraZeneca habe der Behörde ein vollständiges Datenpaket über das Vakzin vorgelegt.

Großbritannien war auch bei der Zulassung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer, das seit zwei Tagen in Deutschland verimpft wird, schneller gewesen als die europäische Behörde. Als weltweit erstes Land hatten die Briten den Impfstoff schon Anfang Dezember zugelassen, die EU-Genehmigung erfolgte erst am 21. Dezember. Eine Zulassung erteile die EMA erst dann, „wenn wir uns sicher sind, dass das Produkt sicher, qualitativ hochwertig und wirksam ist“, hatte EMA-Chefin Emer Cooke erklärt.

Von dem Impfstoff der Firma AstraZeneca soll Deutschland einen EU-Anteil von 56,2 Millionen Dosen erhalten. (Quellen: Reuters, Tsp, 29.12.20))


Thüringer Landkreis Sonneberg ruft Katastrophenfall aus

Der Thüringer Landkreis Sonneberg hat am Dienstag pandemiebedingt den Katastrophenfall ausgerufen. Hauptgrund sei die angespannte Lage in mehreren Pflege- und Betreuungseinrichtungen, dem Rettungswesen sowie den örtlichen Krankenhäusern, erklärte Landrat Hans-Peter Schmitz (parteilos). All das ergebe sich aus Personalengpässen, die auf die Corona-Pandemie zurückzuführen seien.

„Nach sorgfältiger Prüfung haben wir uns entschlossen, den Katastrophenfall auszurufen, um das Leben und die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen“, sagte Schmitz. Es gehe vor allem darum, einen rechtlichen Rahmen für den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften zu schaffen, „um die Bewältigung der diffusen pandemischen Lage in wesentlichen Bereichen der Daseinsvorsorge zu gewährleisten“.

Ziel sei es, die zur Verfügung stehenden Kräfte unter einer einheitlichen Leitung zu bündeln und im Bedarfsfall umgehend einsetzen zu können, hieß es. Zur Koordinierung sei eine Sanitätseinsatzleitung gebildet worden. Außerdem wurde der Katastrophenschutzzug des Landkreises in Alarmbereitschaft versetzt.

Sonneberg ist der kleinste Landkreis in Thüringen mit rund 58.000 Einwohnern. (Quelle: TSP, 29.12.20)


Grafschaft: Zwei weitere Corona-Tote

eimZu den bisherigen Fällen an mit COVID-19 Infizierten sind am Dienstag 16 neue Fälle hinzugekommen. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 2459. Es sind zwei weitere Todesfälle hinzugekommen. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt nun bei 59. In Quarantäne befinden sich 649 Personen. Der Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes steigt auf 167.
Die aktuellen 504 Covid-19-Fälle teilen sich wie folgt auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 34 (+2), Emlichheim: 39 (0), Uelsen: 93 (-1), Neuenhaus: 49 (-1), Wietmarschen: 30 (0), Nordhorn: 169 (+5), Schüttorf: 90 (+2)

(Quelle: GN, 29.12.20)


Lauterbach fordert verkürzte Sommerferien

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich gegen eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb nach dem 10. Januar ausgesprochen. „Nach dem Lockdown darf es keine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht geben. Maske, Lüften plus 30 Kinder geht nicht, ansonsten droht wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“.

Er forderte „bundesweit geteilte Klassen, zusätzliche Unterstützung für Lernschwächere, ausnahmslose Maskenpflicht in den Schulgebäuden und verkürzte Sommerferien zum Ausgleich der Defizite“. Verkürzte Sommerferien hatte vor kurzem auch schon der Deutsche Kinderschutzbund gefordert und sich im Gegenzug für eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis Ende Januar ausgesprochen.

Wie es nach dem 10. Januar an den Schulen weitergeht, ist noch weitgehend offen. Am Montag wollen die Kultusminister der Länder über das Schulthema sprechen. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, zumindest Kitas und Grundschulen „in jedem Fall wieder“ in Präsenz zu öffnen. (Foto CC s. Archiv v. 15.06.20; Quelle: TSP, 29.12.20)


Spahn gibt Gehälter-Garantie für Kliniken ab

Angesichts der finanziellen Not vieler Krankenhäuser hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Garantie für die Weiterzahlung von Gehältern ausgesprochen. „Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern – darauf können sich die Beschäftigten verlassen“, sagte Spahn den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Mittwoch. Zuvor hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) gewarnt, dass viele Kliniken bald die Gehälter nicht mehr zahlen könnten.

Dem neuen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts zufolge ist ein großer Teil der Häuser in der Pandemie in Geldnot geraten – unter anderem, weil geplante Operationen verschoben werden mussten. Es besteht zudem bereits Personalmangel in der Pflege und im Operationssaal. Spahn kündigte an, dass Bund und Länder Anfang Januar über weitere Maßnahmen beraten würden. (Quelle: TSP, 29.12.20)


Warn-App jetzt mit Kontakt-Tagebuch

Für die Corona-Warn-App gibt es ein weiteres Update. Wichtigster neuer Bestandteil ist dabei ein Kontakt-Tagebuch. Nutzer können darin alle Begegnungen und besuchten Orte der jeweils zurückliegenden 14 Tage eintragen. Im Fall einer Infektion sollen so Infektionsketten nachvollzogen werden können. Das Eintragen der Daten und die Weitergabe an das Gesundheitsamt sind aber freiwillig. Die Daten werden zudem nach 16 Tagen automatisch von der App gelöscht.

Nutzer eines iPhones können die aktuelle Version 1.10 ab sofort aus dem App-Store manuell herunterladen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen. Android-Nutzern soll die neue Version der App aber innerhalb von 48 Stunden nach der Veröffentlichung zur Verfügung stehen, kündigten die Entwickler an. (Quelle: TSP, 29.12.20)


Münsterland: 16 Tote seit Montag

Im Münsterland sind nach Angaben der Gesundheitsämter der Region (Dienstag, 29. Dezember, 17.45 Uhr) aktuell 3118 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert (Vortag: 3317). Im Vergleich zum Vortag gab es 234 Neuinfektionen und 417 Genesungen.
Die Zahl der Todesfälle im Münsterland liegt bei 458 (442); der WDR meldete 17 Tote seit gestern. Insgesamt hat es seit Beginn der Pandemie im Münsterland bislang 26.889 Corona-Fälle gegeben, 23.313 Menschen gelten als wieder gesundet.
Die aktuellsten Zahlen aus den Münsterland-Kreisen und aus der Stadt Münster; Vergleichswerte in Klammern geben der Stand der letzten vorherigen Meldung wieder:
Münster: Neuinfizierte 57, Infizierte gesamt 4.208 (4.151), davon gesundet 3.520 (3.455), verstorben 49 (47), aktuell infiziert 639 (649); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 100,9 (101,8) – Stand Dienstag (29.12.)
Kreis Borken: Neuinfizierte 20, Infizierte gesamt 6.651 (6.631), davon gesundet 5.781 (5.713), verstorben 125 (118), aktuell infiziert 745 (800); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 115,5 (130,1) – Stand Dienstag (29.12.)
Kreis Coesfeld: Neuinfizierte 9, Infizierte gesamt 2.928 (2920), davon gesundet 2.599 (2502), verstorben 40 (38), aktuell infiziert 289 (380); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 104,3 (128,3) – Stand Dienstag (29.12.)
Kreis Steinfurt: Neuinfizierte 103, Infizierte gesamt 7401 (7298), davon gesundet 6362 (6245), verstorben 160 (158), aktuell infiziert 879 (895); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 113,3 (119,1) – Stand Dienstag (29.12.)
Kreis Warendorf: Neuinfizierte 45, Infizierte gesamt 5701 (5656), davon gesundet 5051 (4981), verstorben 84 (81), aktuell infiziert 566 (594); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 159,8 (153,7) – Stand Dienstag (29.12.)
(Quelle: MZ, 29.12.20)


Peking riegelt zehn Stadtteile ab

In Peking werden zehn Stadtteile im nordöstlichen Bezirk Shunyi abgeriegelt. Dort wurden 16 Infektionen seit dem 18. Dezember gemeldet. „Die Covid-Prävention und -Kontrolle der Hauptstadt muss den Notfallmodus einleiten“, sagt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Dies ist die erste Absperrung in der chinesischen Hauptstadt seit dem letzten Ausbruch des Coronavirus in den Monaten Juni und Juli. (Quelle: Tagesspiegel, 29.12.20)


Meyer Werft ist „relativ optimistisch“

Die Meyer Werft in Papenburg (Landkreis Emsland) blickt trotz der Corona-Pandemie relativ optimistisch auf das kommende Jahr. Dies berichtet NDR 1 Niedersachsen. Mit einem neu gebauten Logistikzentrum würden die Materialtransporte noch besser koordiniert und Kosten für sonstige Lagerflächen gesenkt. In diesem Jahr hat die Meyer Werft zwei Kreuzfahrtschiffe ausgeliefert. 2021 werden nach Angaben der Werft zwei weitere Schiffe fertig, darunter die „Odyssey of the Seas“. (Quelle: NDR, 29.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Am Dienstag hat das Landesgesundheitsamt 80 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind allein in Niedersachsen bislang 1.884 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Der heutige massive Anstieg der Todesfälle ergibt sich laut Niedersächsischem Landesgesundheitsamt (NLGA) aus der verzögerten Meldung über die Feiertage und das anschließende Wochenende. Nach Angaben des NLGA ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 837 Fälle gestiegen. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 104.262 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 93,7 Fällen je 100.000 Menschen. Alle Zahlen geben den Stand von Dienstag, 29.12.2020, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 29.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 29.12.2020, 08:00 Uhr

Die offizielle Statistik des Landkreises Emsland meldet weitere drei Corona-Toten seit gestern; ein Verstorbener lebte in Spelle, und zwei in Haselünne. Bisher sind damit insgesamt 73 (+3) Infizierte im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben. Die Mortalitätsrate im Emsland liegt laut RKI zurzeit bei knapp 1,5 % der Erkrankten.

Die Infektionsgesamtzahlen steigen etwas langsamer im Emsland: Das belegen die 17 Neuinfektionen seit gestern, wenngleich am langen Weihnachtswochenende auch weniger getestet wurde. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie erhöht sich damit auf 4.960 (+17). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.543 Personen (+30) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 344 (-16) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.000 (-40) gesunken.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt -falls ich richtig gerechnet habe- bei 87,7 (= +284 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der Grafschaft Bentheim lag er gestern mit 160,4 deutlich höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 CoViD-19-Erkrankte (-1) intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen zwei Erkrankte (+/-0) invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 634 Menschen (+3) erkrankt. 583 (+4) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 39 (-1) akut Erkrankten. In Lingen gab es in den letzten Tagen keine weiteren Verstorbenen

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 153 146 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 103 80 0 23
Samtgemeinde Freren 357 326 13 18
Einheitsgemeinde Geeste 202 180 1 21
Stadt Haren (Ems) 326 316 1 9
Stadt Haselünne 253 224 2 27
Samtgemeinde Herzlake 155 131 2 22
Samtgemeinde Lathen 248 244 0 4
Samtgemeinde Lengerich 115 107 1 7
Stadt Lingen (Ems) 634 583 12 39
Stadt Meppen 541 475 11 55
Samtgemeinde Nordhümmling 163 159 0 4
Stadt Papenburg 563 545 5 13
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 31 24 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 82 67 3 12
Samtgemeinde Sögel 357 337 0 20
Samtgemeinde Spelle 228 194 10 24
Einheitsgemeinde Twist 129 114 2 13
Samtgemeinde Werlte 320 291 8 21
Gesamt* 4.960 (+17) 4.543 (+30) 73 (+3)
Aktuelle Covid-19-Fälle 344

(29.12.20)


Angespannte Lage auf Intensivstationen

Die Zahl der Menschen, die sich mit dem Virus infizieren und intensivmedizinisch betreut werden müssen, bleibt hoch. „Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung der Intensivmediziner, Uwe Janssens, im ZDF.

So gebe es etwa im Raum Aachen oder auch in Köln unter zehn Prozent freie Intensivbetten. „In anderen Regionen sieht das ähnlich aus“, sagte der Mediziner. Allein im Norden sei die Lage mit rund 30 Prozent freien Betten noch gut. „Insgesamt kämpfen wir noch mit der Last der hohen Infektionszahlen der letzten Wochen.“

Und das habe auch Auswirkungen auf das Personal: „Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen“, sagte Janssens. (Quelle: ZEIT, 29.12.20)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben binnen 24 Stunden 12.892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 852 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag bekannt gab. Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Dennoch war die Zahl der Todesfälle vor einer Woche mit 731 Fällen geringer. Ein Höchststand von 952 Todesfällen war am 16. Dezember registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen betrug vor einer Woche 19.528.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 149,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 364,7 und Thüringen mit 273,7 den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,2.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.664.726 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 29.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Dienstag auf 30.978. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.277.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Montag bei 0,74 (Sonntag: 0,83). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 74 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.
(Quelle: rki, 29.12.20)


Niedersachsen: Weitere Landkreise beginnen heute mit Impfungen

Nach dem Beginn der Impfkampagne am Sonntag in den Landkreisen Cloppenburg und Osnabrück geht es heute in weiteren Landkreisen los. Laut Sozialministerium stehen die nächsten 50.000 Impfdosen bereit.

Fest steht dem Ministerium zufolge, dass die Grafschaft Bentheim ab heute impfen will. Der Landkreis sollte am Montag 1.000 Impfdosen erhalten. Geplant ist laut Landkreis, dass am Vormittag zwei mobile Impfteams Bewohner und Personal einer Senioreneinrichtung in Nordhorn impfen.

Bis zum Jahresende sollen rund 127.000 Impfdosen zur Verfügung stehen. „Damit sind wir ab Dienstag in der Lage, jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt mit dem Impfstoff zu beliefern, der uns signalisiert, dass vor Ort alles für die Impfung in den besonders gefährdeten Einrichtungen bereit ist“, sagte Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, am Montag. Die Landkreise und kreisfreien Städten hätten einen Tag vor Heiligabend Nachricht bekommen, dass nun Impfstoff abgerufen werden könne, so ein Sprecher des Sozialministeriums. Dieser werde ausgeliefert, wenn die Kommunen sich impfbereit meldeten.

Die Nachricht sei etwas überraschend gekommen, sagte Thomas Walter, Erster Kreisrat des Landkreises Gifhorn. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Der Impfstart brauche Vorlauf, so Walter weiter. Der Landkreis wolle Anfang Januar mit den Impfungen starten – auch, weil man noch auf Daten aus den Senioren- und Pflegeheimen warte. Ähnliches ist von der Feuerwehr Hannover zu hören, die das Impfen in der Region Hannover organisiert. Dort müssten Daten aus etwa 180 Senioreneinrichtungen abgefragt werden. Wie ein Sprecher der Berufsfeuerwehr sagte, können die Impfungen vermutlich am Mittwoch in zwei Heimen beginnen.

Gerade jetzt, zwischen Weihnachten und Neujahr, sei es für viele Senioren- und Pflegeheime eine große Herausforderung, die notwendige Organisationsarbeit zu leisten und die Einwilligung der Bewohnerinnen und Bewohner zu beschaffen, so Scholz. „Ziel muss es sein, beim Besuch der mobilen Teams in den Einrichtungen möglichst viele Menschen zu impfen. Das erfordert großen Einsatz der Beschäftigten vor Ort und eine gewisse Vorbereitungszeit, für die wir vollstes Verständnis haben.“

Der Landkreis Nienburg und die Stadt Osnabrück wollen dem Ministerium zufolge am Mittwoch die ersten Personen impfen. Sie bekommen demnach einen Tag zuvor jeweils 1.000 Dosen vom Land. „Wir gehen davon aus, dass die allermeisten Landkreise und Städte in der ersten Januarwoche mit den Impfungen beginnen können und die Kampagne dann im ganzen Land weiter Fahrt aufnimmt“, sagte Scholz.

Das Ministerium wies aber darauf hin, dass die meisten Menschen in Niedersachsen sich noch gedulden müssen. „Die 50 Impfzentren werden erst in einem nächsten Schritt im Laufe des Januars ihren Betrieb aufnehmen“, hieß es in einer Mitteilung. Daher sei es momentan noch nicht möglich, über die Impf-Hotline des Landes Termine zu vereinbaren: „Die Landesregierung wird den Start der Terminvergabe rechtzeitig und mit einem zeitlichen Vorlauf kommunizieren und bittet hier noch um ein wenig Geduld.“

(Quelle: NDR, 29.12.20)

Es fällt übrigens schwer, bei diesem Geschwurbel der Verwaltung unseres Bundeslandes noch sachlich zu sein. Oder anders: Sie versemmeln es gerade grandios.


Coronakrise und 2021: Deutsche skeptisch

Die Deutschen sehen der weiteren Entwicklung der Corona-Krise im kommenden Jahr laut einer Umfrage überwiegend skeptisch entgegen. Nach der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur glaubt nur jeder Vierte (26 Prozent), dass die Pandemie 2021 weitgehend überwunden wird. Zwei Drittel meinen dagegen, dass das gefährliche Virus das Leben der Menschen in Deutschland noch das ganze Jahr über beeinträchtigt. 22 Prozent erwarten sogar eine starke Beeinträchtigung. (Quelle: ARD, 29.12.20)


Städtetag fürchtet Einbruch bei Kommunalfinanzen

Der Deutsche Städtetag hat Bund und Länder gebeten, auch in den kommenden zwei Jahren entgangene Gewerbesteuern auszugleichen. Allein 2021 würden die deutschen Städte und Gemeinden etwa 6,6 Milliarden Euro weniger einnehmen als ursprünglich erwartet, weil die lokalen Unternehmen durch die Corona-Einschränkungen weniger Steuern zahlten, sagte der Präsident des Städtetags Burkhard Jung.

2020 hätten die Kommunen dank der Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern trotz massiver Einbrüche weiter investieren können, sagte Jung. Für die kommenden zwei Jahre fehle aber noch eine entsprechende Strategie.

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einnahmequelle der Kommunen. Um die coronabedingten Einbrüche auszugleichen, springt der Bund im laufenden Jahr mit 6,1 Milliarden Euro ein und für die Länder mit 4,8 Milliarden Euro. (Quelle: ZEIT, 29.12.20)


US-Repräsentantenhaus stimmt für höhere Corona-Hilfsgelder

Das US-Repräsentantenhaus hat für eine Anhebung von Hilfszahlungen an coronabedingt erwerbslos gewordene Bürger votiert und ist damit einer Forderung von Präsident Donald Trump gefolgt. Die von den Demokraten dominierte Kammer sprach sich am Montag mit 275 zu 134 Stimmen dafür aus, die Einmalzahlung auf 2000 Dollar zu erhöhen. Mit den Republikanern war zuvor im Ringen um ein Corona-Hilfspaket ein Kompromiss erzielt worden, der eine Arbeitslosenunterstützung von 600 Dollar vorsieht.

Trump setzte am Sonntag nach tagelanger Blockade widerstrebend seine Unterschrift unter das Kompromissgesetz, das auch den Betrieb der Bundesbehörden bis September sicherstellt und dafür 1,4 Billionen Dollar einplant. Der scheidende Präsident fordert 2000 Dollar für durch die Pandemie arbeitslos gewordene Amerikaner. Mit der Haltung trieb er einen Keil zwischen seine Republikaner, die mehrheitlich gegen umfassendere Ausgaben sind. Heute soll sich der Senat mit der Anhebung der Corona-Hilfsgelder befassen. (Quelle: Tagesschau, 29.12.20)


Wegen Corona: Rio riegelt Stadtstrände zu Silvester ab

Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro verschärft wegen der Corona-Pandemie die Einschränkungen weiter und sperrt zu Silvester die Strände. „Die Zufahrt zu den Stränden wird blockiert“, schrieb die Stadtverwaltung von Rio auf Twitter. Bewohner und Arbeiter in diesen Gegenden müssten mit Dokumenten belegen, dass sie berechtigt seien, sich dort aufzuhalten.
(Foto: NettoFigueiredo via pixabay; Quelle: Tagesschau, 29.12.20)


Krankenhausgesellschaft: Kliniken mit Liquiditätsproblemen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt, dass Kliniken ohne zusätzliche Bundeshilfen bereits im ersten Quartal die Gehälter ihrer Mitarbeiter nicht mehr bezahlen können. „Die Kliniken sind in einer dramatischen Situation: Das Geld aus der Regelversorgung fehlt“, sagt der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die Krankenhäuser verfügten nur noch begrenzt über finanzielle Mittel. Die Kliniken bräuchten eine Liquiditätssicherung.

Der DKG-Präsident schlägt vor, dass die Kliniken auf der Basis von 2019 monatlich ihr Budget erhalten sollten. Am Ende des Jahres 2021 könne dann spitz abgerechnet werden.

(Quelle: ARD, 29.12.20)


Überblick zur Nacht

  • Während die Länder der Europäischen Union mit der Einführung des Pfizer / BioNTech-Impfstoffs begonnen haben, gab Spanien jetzt bekannt, dass es ein Register von Personen erstellt, die sich weigern, geimpft zu werden, und es mit anderen Mitgliedsländern teilen wird. Der Impfstoff wird in Spanien nicht obligatorisch sein, aber Salvador Illa, Spaniens Gesundheitsminister, sagte dem spanischen Fernsehen, der beste Weg, das Virus zu besiegen, sei, „uns alle zu impfen – je mehr desto besser“.
  • Acht PflegerInnen in Deutschland wurden versehentlich fünffach erhöhte Dosen des CoViD-19-Impfstoffs injiziert, teilten die örtlichen Behörden am Montag mit – sie leiden jedoch bisher nicht unter schwerwiegenden Nebenwirkungen. Die sieben Frauen und ein Mann im Alter zwischen 38 und 54 Jahren sind Angestellte eines Altersheims in Stralsund.
  • Aus Südkorea kommen an diesem Dienstag Meldungen, das Land werde einen Vertrag mit dem Pharmaunternehmen Moderna unterzeichnen, um Covid-19-Impfstoffe für 20 Millionen Menschen anzubieten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Präsidentenamt. Die Nation meldete am Dienstag 40 Todesfälle, ein Tagesrekord. Dies geschah einen Tag, nachdem die Behörden versprochen hatten, die Bemühungen um die Einführung eines öffentlichen Impfprogramms gegen Coronaviren zu beschleunigen und das Land seine ersten Fälle der Virus-Mutation entdeckte, die in Großbritannien entdeckt worden waren.
  • Thailand bestätigte am Dienstag 155 neue Coronavirus-Fälle, von denen die meisten lokal übertragene Infektionen waren, so das Gesundheitsministerium in Bangkok.
  • Die Gesundheitsbehörden in Indien erklärten am Dienstag, sie hätten sechs Personen gefunden, die in den letzten Wochen aus Großbritannien zurückgekehrt waren und mit dem neuen, ansteckenderen Stamm des Coronavirus infiziert sind. Alle sechs Patienten seien in Quarantäne.
  • Das US-Militär hat damit begonnen, Armeeangehörige in Japan und Südkorea zu impfen.
  • Russland gibt die dritthöchste Zahl an Covid-19-Todesopfer der Welt zu.
  • Ganze 12 Touristen aus Großbritannien sind nach der Flucht von Hunderten in Quarantäne im Schweizer Skigebiet geblieben. (Quelle: The Guardian, 29.12.20)

USA: So viele Passagiere wie seit 9 Monaten nicht mehr

In den USA haben am Sonntag so viele Reisende einen Flughafen genutzt wie seit neun Monaten nicht mehr. Die Verkehrssicherheitsbehörde erklärte, es seien knapp 1,285 Millionen Menschen einer Sicherheitskontrolle unterzogen worden, die höchste Zahl seit 15. März. Seit dem 18. Dezember seien mehr als zehn Millionen Menschen auf dem Luftweg gereist.

Der US-Chefimmunologe Anthony Fauci erklärte, die hohe Reisetätigkeit könne zu einer weiteren Zunahme von Covid-19-Fällen führen. Auf belebten Flughäfen könnten die Abstandsregeln nur schwer eingehalten werden, und bei den Treffen an den Feiertagen seien Menschen aus unterschiedlichen Haushalten zusammengekommen. „So sehr wir auch davon abraten, es passiert trotzdem“, sagte Fauci.

Die Zahl der Infektionsfälle in den USA steigt seit etwa zwei Monaten. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden inzwischen mehr als 330.000 Todesfälle gemeldet. (Quelle: Tagesschau, 28.12.20)


WHO verlangt verstärkte Erbgutuntersuchungen des Coronavirus

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat verstärkte Erbgutuntersuchungen von Sars-CoV-2 gefordert. Man müsse neuen Virus-Varianten auf die Spur kommen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros. Die WHO arbeite eng mit Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zusammen, um Veränderungen des Virus und ihre Folgen besser zu verstehen. Es sei wichtig, die Möglichkeiten zur Untersuchung der Genomsequenz weltweit auszuweiten und die WHO und andere Staaten über neue Erkenntnisse zu informieren, sagte Tedros.

In Großbritannien und Südafrika sind jüngst neue Virusvarianten entdeckt worden, die ansteckender sein sollen als die bislang bekannten. Die Untersuchungen dazu dauern noch an – die WHO rechnet in den nächsten Tagen oder Wochen mit Ergebnissen entsprechender Studien aus den beiden Ländern. (Quelle: Tagesschau, 28.12.20)


Russland gibt zu: Corona-Zahlen geschönt

Russland hat am Montag zugegeben, dass die Zahl der CoViD-19-Todesopfer bemehr als dreimal höher war als zuvor zugegeben. In Wahrheit ist Russland das Land mit der drittgrößten Zahl von Todesfällen weltweit.

Seit Monaten hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit der niedrigen Todesrate Russlands durch das Virus geprahlt und sagte Anfang dieses Monats vollmundig behauptet, sein Land habe bei der Bekämpfung der Pandemie bessere Arbeit geleistet als westliche Länder.

Doch schon seit Beginn der Pandemie hatten einige russische Experten gesagt, die Regierung habe den Corona-Ausbruch im Land heruntergespielt. Am Montag gaben russische Offizielle nun zu, dass dies wahr sei. Die Statistikbehörde Rosstat gab an, dass die Zahl aller Todesfälle zwischen Januar und November im Vergleich zum Vorjahr um 229.700 gestiegen ist.

„Mehr als 81% dieses Anstiegs der Sterblichkeit in diesem Zeitraum sind auf Covid zurückzuführen“, sagte die stellvertretende Premierministerin Tatiana Golikova, was bedeutet, dass mehr als 186.000 Russen an Covid-19 gestorben sind. (Quelle: The Guardian – mehr (engl.), 28.12.20)


Hamburg: Bildungsbehörde unterdrückte Corona-Studie

Ein Massenausbruch an einer Hamburger Schule geht auf eine Person zurück: Das zeigen Genomsequenzierungen. Die Studie wird nun durch „Frag den Staat“ öffentlich und zeigt, die Bildungsbehörde hat Unwahres erklärt.

Fast 40 Corona-Infizierte an der Hamburger Heinrich-Hertz-Schule: Als das im September bekannt wurde, war das einer der ersten größeren Ausbrüche an einer Schule in Deutschland. Damals hieß es von den Behörden: Viele Schülerinnen und Schüler hätten sich außerhalb der Schule angesteckt. Doch jetzt stellt sich heraus: Das stimmte nicht. Der Ausbruch ist ganz im Gegenteil überwiegend auf eine Person zurückzuführen, über die sich das Coronavirus dann an der Schule ausbreitete.

Das geht aus einer Auskunft der Hamburger Arbeits,- Sozial- und Gesundheitsbehörde hervor, die kurz vor Weihnachten auf der Plattform „Frag den Staat“ veröffentlicht wurde (die Anfrage findet sich hier). Demnach haben das Heinrich-Pette-Institut (HPI) und das Uniklinikum Eppendorf im September in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Hamburg-Nord den Ausbruch an der Heinrich-Hertz-Schule, einer Stadtteilschule ab der 5. Klasse, untersucht.

Die Forschenden hätten dadurch die folgenden Erkenntnisse gewonnen, heißt es weiter: „Infektionen/Übertragungen haben in der Schule stattgefunden.“ In den untersuchten und verwertbaren Proben sei eine hohe Anzahl von identischen Genomsequenzen identifiziert worden. „Daher ist die überwiegende Mehrzahl der Übertragungen höchstwahrscheinlich auf eine einzige Infektionsquelle zurückzuführen. Die Möglichkeit, dass der Ausbruch aus unabhängigen Einträgen resultiert kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.“

Adam Grundhoff, der zuständige Virologe am HPI, ergänzte auf Nachfrage am Montag, das Ergebnis sei auch deswegen so eindeutig, weil die betreffende Genomsignatur zu dem Zeitpunkt im Hamburg noch nicht in Erscheinung getreten sei: „Das ist also auf eine Quelle zurückzuführen.“

Insgesamt seien „unter 30“ Fälle rekonstruierbar gewesen, die praktisch alle diese Genomsignatur aufwiesen. Er gehe aber nicht davon aus, dass alle Ausbrüche in Schulen so verlaufen: „Das ist sicher heterogener.“ Geplant sei, die Analyse in eine größere Studie einfließen zu lassen. Mit der Analyse sei man Anfang Oktober fertig gewesen, er könne aber nicht sagen, wann die Ergebnisse vom Gesundheitsamt weiterkommuniziert wurden.

Politisch brisant ist das Ergebnis der Analyse nicht nur, weil es der Aussage der Kultusministerinnen und Kultusminister widerspricht, dass Schulen keine Infektionstreiber der Pandemie sind.

Anfang Januar will die Kultusministerkonferenz beraten, wie es mit dem Schulen nach dem Lockdown weitergehen soll. Bislang sieht es so aus, als ob die KMK keine Änderung ihrer Strategie plant und weiter auf die schnellstmögliche Wiederaufnahme des Regelbetriebs ohne größere Schutzmaßnahmen setzt, vom Lüften abgesehen. Die Studie dürfte das schwieriger machen.

Heikel könnte die Studie auch für Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) werden. Denn es drängt sich der Eindruck auf, dass Rabes Schulbehörde die Veröffentlichung der Studie unterdrücken wollte.

Deren Ergebnisse gelangten jetzt nur an die Öffentlichkeit, weil eine Nutzerin auf „Frag den Staat“ unter Berufung auf das Hamburger Transparenzgesetz danach fragte. Es war dann nicht etwa die angefragte Schulbehörde, die antwortete, sondern eben die Gesundheitsbehörde. (Quelle: TSP, 28.12.20)


Südafrika verschärft Maßnahmen

Wegen rasant steigender Infektionszahlen verschärft die südafrikanische Regierung mit sofortiger Wirkung die Corona-Einschränkungen. Das teilte Präsident Cyril Ramaphosa in einer Fernsehansprache mit. Dazu gehört ein Verkaufsverbot für Alkohol, die Absage von Veranstaltungen und eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Die im ganzen Land geltende nächtliche Ausgangssperre wird ausgeweitet und gilt nun von 21 bis 6 Uhr.

Die Zahl der Ansteckungen hat in Südafrika inzwischen die Millionen-Marke überschritten. Es kursiert dort eine neue Variante des Sars-CoV-2-Virus, die als Treiber für die neue Infektionswelle gilt. „Seit Heiligabend wurden 50.000 neue Infektionen gemeldet“, sagte Ramaphosa. Zugleich sei die Bevölkerung im Umgang bei den Vorsichtsmaßnahmen nachlässig geworden. (Quelle: Tagesschau, 28.12.20)


Corona-Mutation auch in Niedersachsen

Die neue Coronavirus-Variante aus England ist jetzt auch in Niedersachsen nachgewiesen worden. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) habe bei einem Infektionsfall aus dem November im Nachhinein die Virus-Variante B1.1.7 bestimmen können, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Hannover mit. Es handele sich um die Proben eines mittlerweile gestorbenen, sehr alten Covid-Patienten mit Vorerkrankungen sowie seiner Frau. Das Referenzlabor der Berliner Charité habe das Ergebnis bestätigt.
Die neue Virus-Variante ist inzwischen für einen Großteil der Infektionen im Süden Englands verantwortlich und nach ersten Erkenntnissen möglicherweise besonders ansteckend. Laut Ministerium hatte sich die Tochter des Patienten Mitte November in England aufgehalten und dort wohl angesteckt. Tochter und Ehefrau des Gestorbenen seien mittlerweile aber wieder genesen. Weitere Ansteckungen habe es im Zusammenhang mit diesen Fällen nach den Erkenntnissen des Gesundheitsamtes der Region Hannover nicht gegeben.

Der Leiter des Krisenstabs der niedersächsischen Landesregierung, Heiger Scholz, sprach den Angehörigen sein Beileid aus. „Das Auftreten der Virus-Variante ist für uns alle ein weiterer Anlass, uns ganz besonders streng an die geltenden Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen zu halten“, sagte der Gesundheitsstaatssekretär. „So lange wir dies tun, nehmen wir jeder Variante des Virus die Chance, sich zu verbreiten.“ Zuvor hatte Scholz im Interview mit radio ffn über das Auftreten der neuen Variante in Niedersachsen berichtet.

Dagegen hatte der vor Weihnachten am Flughafen Hannover positiv getestete Passagier nicht die Coronavirus-Variante aus Großbritannien, wie die Region Hannover am Montag mitteilte. Wegen der Mutation war die Einreise von 63 Fluggästen aus London am 20. Dezember zunächst gestoppt worden. Für sie wurden Feldbetten in einem Terminal aufgestellt, nur eine Person wurde positiv getestet. Sie wurde mit ihrer Familie in einem Quarantäne-Transport zum Zielort gebracht, wo sie sich isolieren sollte. Weitere Angaben wurden aus Datenschutzgründen nicht gemacht.

Die meisten EU-Staaten hatten nach dem Bekanntwerden der Mutation entschieden, Reisen aus und nach Großbritannien weitgehend einzuschränken. In Deutschland wurde die Virusvariante B1.1.7 auch bei einer Frau festgestellt, die am 20. Dezember von London nach Frankfurt am Main geflogen war. In anderen Ländern wie Dänemark oder in den Niederlanden ist der mutierte Virustyp inzwischen ebenfalls nachgewiesen worden. (Quelle: GN, 28.12.20)


Kein Anpfiff zwischen Everton und ManCity

Wenige Stunden vor dem geplanten Anpfiff ist das Spitzenspiel der Premier League zwischen dem FC Everton und Manchester City abgesagt worden. Die jüngste Testrunde auf das Coronavirus habe zahlreiche weitere positive Fälle bei dem Club erbracht, teilte der Tabellensechste der englischen Fußball-Meisterschaft aus Manchester mit. „Auf der Grundlage der medizinischen Empfehlungen hat die Premier League in Absprache mit beiden Vereinen den Spieltermin verschoben“, gab ManCity bekannt. Die Premier League begründete die Absage als Vorsichtsmaßnahme. Grundlage für die Entscheidung sei, dass die Gesundheit von Spielern und Angestellten Priorität habe, hieß es. Morgen werde es weitere Corona-Tests geben. Einen Nachholtermin für die Partie des Tabellendritten Everton gegen das Team des deutschen Nationalspielers Ilkay Gündogan gibt es zunächst nicht. Gündogan hat eine Erkrankung mit Covid-19 zu einem früheren Zeitpunkt nach eigenen Angaben überstanden.

Der Club von Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola hatte bereits am ersten Weihnachtsfeiertag bekanntgegeben, dass die Spieler Gabriel Jesus und Kyle Walker sowie zwei Mitglieder des Betreuerstabs positiv getestet wurden. Die Namen der jetzt zusätzlich mit dem Coronavirus infizierten Spieler und Betreuer nannte der Club nicht. Alle hätten sich in Selbstisolation begeben. Außerdem sei der Trainingsplatz des Profi-Teams für unbestimmte Zeit geschlossen worden. (Quelle: ARD, 28.12.20)


Auch Kanzleramtschef Helge Braun für längeren Lockdown

Kanzleramtschef Helge Braun hält eine Verlängerung des Corona-Lockdowns über den 10. Januar hinaus für wahrscheinlich. „Ich rechne damit, dass wir zunächst am 5. Januar, wenn wir uns das nächste Mal treffen, das Ganze noch nicht genau beurteilen können und deswegen den Lockdown noch fortsetzen müssen“, sagte Braun in einem Interview mit RTL/ntv. Der CDU-Politiker und Mediziner impfte am Montag in Gießen Mitarbeiter des Uniklinikums Gießen und Marburg.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 5. Januar mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber beraten, wie es nach dem 10. Januar weitergeht. Die derzeitigen bundesweiten Einschränkungen mit der Schließung von Läden, Schulen und Kindergärten sind bislang bis zu diesem Tag befristet.

Auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich dafür aus, den harten Lockdown Anfang Januar zu verlängern. Die aktuellen Infektionszahlen seien trügerisch, sagte er RTL/ntv. Sein Eindruck sei, „dass die Menschen sich über Weihnachten sehr zurückgenommen haben.“ Sorge bereite ihm aber Silvester. „Ich habe große Sorge, dass an Silvester gefeiert wird. Das muss dringend unterbunden werden.“ (Quelle: HR, ARD, 28.12.20)


11 Niederländer mit mutiertem Virus infiziert

Die britische Virus-Variante ist inzwischen bei elf Niederländern nachgewiesen worden. Dies haben Stichproben in Laboruntersuchungen ergeben, wie Gesundheitsminister Hugo de Jonge dem Parlament in Den Haag mitteilte. Von den elf Infizierten wohnen demnach fünf in der Region Amsterdam und fünf in Rotterdam. Eine Person kommt aus Nimwegen im Osten an der deutschen Grenze, sie war erst kürzlich in England gewesen.

Vergangene Woche war die Virus-Variante erstmals in den Niederlanden festgestellt worden. Der Minister kündigte weiterführende Untersuchungen über die Verbreitung dieser sehr ansteckenden Virus-Mutation an. (Quelle: NDR, 128.12.20)


Impfdosen mit zweifelhafter Kühlkette werden doch nicht genutzt

Entgegen anderslautender Ankündigungen wird der Pannen-Impfstoff aus der ersten Lieferung in Oberfranken in Bayern doch nicht verwendet. 1.000 Dosen bleiben somit im Depot, wie ein Sprecher des Landratsamts Lichtenfels der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Dies hätten sämtliche von der Panne in der Kühlkette betroffenen Landräte in Oberfranken gemeinsam beschlossen, eine entsprechende Erklärung werde vorbereitet.

Einzig in Stadt und Landkreis Bamberg hatte es keine entsprechenden Probleme gegeben. „Von fachlicher Seite wird der Impfstoff als durchaus impfbar eingeschätzt“, erläuterte der Sprecher des Landratsamtes. Allerdings wollten die Verantwortlichen jegliche Zweifel ausräumen und der Bevölkerung einen hundertprozentig einwandfreien Impfstoff anbieten.

Zum Start der bundesweiten Impfaktion gestern hatte es in Oberfranken Probleme mit der Kühlung gegeben – der Impfstoff muss bei extremen Temperaturen um die minus 70 Grad Celsius tiefgekühlt werden. Wie die Regierung von Oberfranken mitteilte, habe die herstellende Firma Biontech nach einer Überprüfung die Qualität der Impfdosen dennoch bestätigt und die Dosen freigegeben. Den Angaben zufolge sollten die Einheiten noch im Laufe des Montags vor allem in Alten- und Pflegeheimen verwendet werden. (Quelle: NDR, 28.12.20)


Umfrage: Mittelstand trotz Corona zuversichtlich

Der deutsche Mittelstand geht trotz der anhaltenden Corona-Krise recht zuversichtlich ins neue Jahr. Dies zeigen die Ergebnisse der Unternehmerumfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) mit über 2300 Teilnehmern. Demnach ist die große Mehrheit der Mittelständler hoffnungsvoll, was das eigene Unternehmen angeht: Über 70 Prozent schätzen die eigene Geschäftslage als befriedigend oder besser ein, und knapp 70 Prozent erwarten eine gleichbleibende oder sogar günstigere Entwicklung der Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten.

Pessimistisch sind die Unternehmer dagegen, was die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für 2021 angeht. Über 60 Prozent erwarten eine Rezession in Deutschland. Entsprechend stark schlägt sich die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit auf die geplante Investitionstätigkeit nieder: Nur 25 Prozent wollen in den nächsten zwölf Monaten ihr Investitionsvolumen steigern, knapp 40 Prozent aber weniger investieren als in diesem Jahr. (Quelle: Tagesschau, 28.12.20)


Corona-Schnelltest aus Bayern erhält Sonderzulassung

Ein von einem bayerischen Startup entwickelter neuer Corona-Schnelltest hat eine Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhalten. Das erklärte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in München. Das Schnellverfahren des Unternehmens GNA Biosolutions aus dem Münchner Vorort Martinsried soll Ergebnisse in weniger einer Stunde liefern, aber vergleichbar zuverlässig sein wie herkömmliche PCR-Tests.

Das Testgerät ist transportabel und kann acht Proben gleichzeitig analysieren. Das Verfahren war in den vergangenen Monaten am Münchner Flughafen probeweise eingesetzt worden.

(Quelle: BR, 28.12.20)


Bis Jahresende: 1,3 Millionen Impfdosen

Für die deutsche Impfkampagne gegen das Corona-Virus sollen noch bis Ende dieses Jahres 1,3 Millionen Impfstoffdosen des Herstellers Biontech ausgeliefert werden. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums teilte mit, dass es sukzessive im ersten Quartal elf bis 13 Millionen Dosen werden sollen. Somit kämen pro Woche rund 670.000 Einheiten zusammen, wobei zwei Dosen pro Person benötigt werden. (Quelle: ARD, 28.12.20)


Aufbereitungsfehler: Pflegeheim-Mitarbeiter erhalten fünffache Impfdosis

Wegen individueller Fehler bei der Aufbereitung des Impfstoffes ist acht Mitarbeitern eines Pflegeheims in Stralsund die fünffache Dosis des Corona-Impfstoffes verabreicht worden. Nach dem Vorfall am Sonntag seien die sieben Frauen und ein Mann nach Hause geschickt worden. Wie der Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth, sagte, haben sich zwischenzeitlich vier der acht Betroffenen zur Beobachtung vorsorglich stationär in einem Krankenhaus aufnehmen lassen. Sie zeigten grippeähnliche Symptome.

Der Landkreis berichtete in seiner Mitteilung, dass nach Informationen des Herstellers Biontech größere Dosen des Impfstoffes in der Phase-1-Studie bereits an Probanden ohne schwerwiegende Folgen getestet worden seien. Es seien keine bleibenden, unerwünschten Ereignisse gemeldet worden. Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle und grippeähnliche Symptome träten dosisabhängig auf und seien im Allgemeinen leicht bis mittelmäßig und vorübergehend.

Eine Sprecherin von Biontech bestätigte diese Informationen. In den Versuchen seien Mengen bis zu 100 Mikrogramm ohne schwerwiegende Folgen verabreicht worden. Die übliche Impfdosis liege bei 30 Mikrogramm. Sie verwies auf die ausführliche Produktinformation ihres Unternehmens. Der erste Satz laute: „Dies ist eine Mehrdosendurchstechflasche, deren Inhalt vor der Verwendung verdünnt werden muss.“ (Quelle: TSP, 28.12.20)



Niedersachsen-Zahlen

Am Montag hat das Landesgesundheitsamt 8 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind allein in Niedersachsen bislang 1.804 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 98,6 Fällen je 100.000 Menschen. Über die Feiertage wird allerdings auch nicht so viel getestet, wie an normalen Wochentagen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 366 Fälle gestiegen. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 103.425 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Alle Zahlen geben den Stand von Montag, 28.12.2020, 9 Uhr, wieder.
Zur Interpretation der Fallzahlen schreibt das Land: „Erfahrungsgemäß sind die Meldezahlen nach den Wochenenden und nach Feiertagen niedriger als an den übrigen Wochentagen. Grund dafür ist, dass an Wochenenden und Feiertagen weniger getestet wird. Durch die zusätzlichen Feiertage über Weihnachten ist dieser Effekt aktuell stärker ausgeprägt.“
(Quelle: NDR, 28.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 28.12.2020, 08:00 Uhr

Die offizielle Statistik des Landkreises Emsland meldet heute fünf Tote seit Heilig Abend; ein Verstorbener lebte in Herzlake, und gleich vier in der Samtgemeinde Spelle. Bisher sind insgesamt 70 (+5) Infizierte im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben. In Niedersachsen sind nur in der Region Hannover (299, in Osnabrück (152) und Hildesheim (77) mehr Menschen an CoViD-19 verstorben.

Die Infektionsgesamtzahlen steigen auch im Emsland, gleichzeitig steigt die Zahl der als genesen Geltenden: Das belegen die 152 Neuinfektionen seit dem 24.12.. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie erhöht sich damit auf 4.943 (+152). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.513 Personen (+193) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 360 (-46) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Trotz der zahlreichen neuen Infektionen ist die Zahl der in Quarantäne geschickten Kontaktpersonen auf 1.040 (-230) deutlich gesunken, was man nicht verstehen muss.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 90,2(= +292 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der Grafschaft Bentheim liegt mit 160,4 der Inzidenzwert deutlich höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 CoViD-19-Erkrankte (+/-0) intensivmedizinisch behandelt; 4 (+2) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (+1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen zwei Erkrankte (+1) invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 631 Menschen (+14) erkrankt. 579 (+22) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 40 (-8) akut Erkrankten. In Lingen gab es in den letzten Tagen keine weiteren Verstorbenen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 153 146 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 100 80 0 20
Samtgemeinde Freren 357 325 13 19
Einheitsgemeinde Geeste 202 177 1 24
Stadt Haren (Ems) 326 315 1 10
Stadt Haselünne 253 222 0 31
Samtgemeinde Herzlake 155 130 2 23
Samtgemeinde Lathen 248 244 0 4
Samtgemeinde Lengerich 115 106 1 8
Stadt Lingen (Ems) 631 579 12 40
Stadt Meppen 534 473 11 50
Samtgemeinde Nordhümmling 163 159 0 4
Stadt Papenburg 563 540 5 18
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 30 23 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 82 67 3 12
Samtgemeinde Sögel 355 336 0 19
Samtgemeinde Spelle 228 191 9 28
Einheitsgemeinde Twist 129 112 2 15
Samtgemeinde Werlte 319 288 8 23
Gesamt* 4.943

(+152 seit 24.12.)

4.513

(+193 seit 24.12.)

70

(+5 seit 24.12.)

Aktuelle Covid-19-Fälle 360 (-46 seit 24.12.)

Grenze von 30.000 Todesfällen überschritten

Die Zahl der mit oder an dem Coronavirus gestorbenen Menschen hat in Deutschland die Grenze von 30.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 348 weitere Todesfälle – damit stieg die Zahl auf 30.126, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen bekannt gab. Darüber hinaus wurden 10.976 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Die Zahl der Neuinfizierten und der Opfer sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 16.643 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am 16. Dezember registriert worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 157,8. Ihr bisheriger Höchststand war am vergangenen Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 371,3 und Thüringen mit 288,2, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,0.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.651.834 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28.12., 00.00 Uhr). Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.255.700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 0,83 (Samstag: 0,89). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“. (Quelle: rki/TSP, 28.12.20)


60 Klagen gegen Kostenbeteiligung an Corona-Rückholaktion

Acht Monate nach der beispiellosen Rückholaktion wegen der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung erst gut ein Viertel der veranschlagten Kostenbeteiligung von den Flugpassagieren kassiert. Einige wollen gegen die Zahlungsbescheide sogar vor Gericht ziehen. Nach einer Antwort des Auswärtigen Amts auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Roman Müller-Böhm, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, gibt es inzwischen 60 Klagen.

Bis zum 16. Dezember zahlten die zurückgeholten Touristen oder Geschäftsreisenden den Angaben des Ministeriums zufolge 10,6 Millionen Euro in die Staatskasse ein. Das entspricht 11 Prozent der im Juni berechneten Gesamtkosten der Aktion von 93,8 Millionen Euro. Das Auswärtige Amt ging damals aber davon aus, dass sich die aus aller Welt zurückgeholten Reisenden insgesamt zu knapp 40 Prozent beteiligen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte die Aktion am 17. März zusammen mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften gestartet, nachdem viele Länder wegen der Corona-Pandemie kurzfristig Grenzen geschlossen und Flugverbindungen gekappt hatten. Insgesamt wurden etwa 240.000 Reisende zurückgebracht. Die Reiseveranstalter flogen die Touristen kostenlos aus, die bei ihnen gebucht hatten. (Quelle: TSP, 28.12.20)


Spahn gegen Sonderrechte für Geimpfte

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt Sonderrechte für Geimpfte ab. „Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden“, sagte Spahn. „Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten.“ Es sei diese gegenseitige Rücksicht, die die Nation zusammenhalte: „Gegen die Pandemie kämpfen wir gemeinsam – und wir werden sie nur gemeinsam überwinden.“ Zuvor hatten sich schon Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegen Privilegien für Geimpfte ausgesprochen. (Foto CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 28.12.20)


Schwesig in Sorge, dass nicht immer genügend Impfstoff da ist

In der Debatte über den knappen Corona-Impfstoff weist Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf die Verantwortung der Bundesregierung für die Beschaffung hin. „Ich habe die Sorge, dass wir nicht immer genügend Impfstoff rechtzeitig da haben“, sagte die SPD-Politikerin am Sonntagabend in einer „Bild“-Sendung. Sie gehe aber davon aus, dass die Bundesregierung dafür sorgt, dass genügend Impfstoff bereitsteht. „Von Anfang an haben wir uns die Aufgaben so aufgeteilt: Der Bund organisiert den Impfstoff und wir vor Ort die Logistik mit unseren Impfzentren und vor allem mit unseren mobilen Teams.“

Schwesig geht nach eigenen Worten davon aus, dass der bis zum 10. Januar befristete Lockdown verlängert werden muss. Die Infektionen pro hunderttausend Einwohner in sieben Tagen müssten deutlich unter 50 kommen, „damit wir wieder in besserem Fahrwasser sind – und das wird noch eine lange Strecke“. (Quelle: TSP, 28.12.20)


Corona-Berichte: China stellt Bloggerin vor Gericht

Während des Corona-Lockdowns berichtete sie in kurzen Online-Videos kritisch aus Wuhan. Deswegen steht eine chinesische Bloggerin jetzt in Shanghai vor Gericht und ihr drohen mehrere Jahre Gefängnis.

Die 37-Jährige Zhang Zhan machte Anfang des Jahres das, was Reporterinnen, Blogger, Journalisten auf der ganzen Welt machen: Sie recherchierte und berichtete über Dinge, die schief laufen. Während der Zeit des harten Corona-Lockdowns von Wuhan war Zhang Zhan vor Ort, in der zentralchinesischen Millionenmetropole, in der die weltweite Covid-19-Pandemie begonnen hatte.

Mehrere Wochen lang produzierte Zhang Zhan in Wuhan kurze Online-Videos: In diesen Mini-Reportagen sprach sie unter anderem über Alltagsprobleme in Krankenhäusern, über Korruption in staatlichen Stellen und andere Missstände während des Covid-Lockdowns in Wuhan.

Im Mai wurde die studierte Juristin dann von der chinesischen Polizei festgenommen und inhaftiert. Im September begann sie einen Hungerstreik und wurde daraufhin zwangsernährt. Heute beginnt nun in Shanghai der Prozess. Die Behörden werfen Zhang Zhan „Unruhestiftung“ vor. Sie muss mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen listet China auf ihrer Rangliste der Pressefreiheit ganz hinten, auf Rang 177 von 180 Staaten weltweit. Weniger Pressefreiheit als in China gibt es demnach nur in Eritrea, Turkmenistan und Nordkorea.

(Quelle und mehr: Tagesschau.de, 28.12.20)


Trump unterzeichnet Hilfspaket

Nach tagelangem Zögern hat US-Präsident Donald Trump ein vom Kongress mit überparteilicher Mehrheit beschlossenes Corona-Hilfspaket unterzeichnet. Das erklärte ein Sprecher Trumps auf Twitter.

Das Maßnahmenbündel hat einen Umfang von rund 900 Milliarden US-Dollar (etwa 740 Milliarden Euro). Trump hatte zunächst gedroht, ein Veto gegen das Gesetzespaket einzulegen. Er bezeichnete das Paket als „Schande“ und forderte Nachbesserungen. Der scheidende US-Präsident begründete seinen Widerstand vor allem damit, dass die vorgesehenen Sonderzahlungen in Form von 600-USD-Schecks an die Bürger zu niedrig seien. Die Demokraten hatten deutlich höhere finanzielle Hilfen gefordert, die die Republikaner aber abgelehnt hatten. Teil der Einigung ist, dass ab heute über Nachbesserungen verhandelt werden soll.

Für Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner wäre das Auslaufen der bisherigen Corona-Hilfen existenzbedrohend gewesen: Für sie endete in der Nacht auf Sonntag um Mitternacht die daran gekoppelte Arbeitslosenunterstützung. Zudem hätte die fehlende Unterschrift Trumps bedeutet, dass Mieter nicht mehr im gleichen Ausmaß vor Zwangsräumungen geschützt sind und Hilfen für schwer mitgenommene Unternehmen nicht freigegeben werden.

Das Hilfspaket ist zudem an einen Haushaltsgesetzentwurf im Umfang von 1,4 Billionen Dollar gekoppelt, das den Betrieb der Bundesregierung bis September finanzieren soll. Hätte der US-Präsident seine Unterschrift weiterhin verweigert, wäre am Dienstag ein sogenannter Shutdown der Bundesbehörden eingetreten.

Trumps Einlenken in dem Streit um das Gesetzespaket folgte auf eindringliche Forderungen aus den Reihen der Demokraten, aber auch jenen der Republikaner. Die beiden Parteien hatten das Corona-Hilfspaket nach einem mühsam errungenen Kompromiss beschlossen – samt dem daran geknüpften Haushaltsgesetzentwurf. Am vergangenen Montag war das Maßnahmenbündel von Repräsentantenhaus und Senat verabschiedet worden.

Spitzenpolitiker hatten sich empört über Trumps Blockadehaltung gezeigt. „Was der Präsident im Moment macht, ist unglaublich grausam“, sagte der demokratische Senator Bernie Sanders dem Sender ABC. „So vielen Leuten geht es schlecht.“ Der republikanische Senator Pat Toomey drängte Trump ebenfalls zur Unterschrift. Er könne danach immer noch höhere Hilfen fordern. Der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, zeigte sich frustriert über die Unberechenbarkeit des Präsidenten. „Ich habe aufgegeben, zu erraten, was er als nächstes tun könnte“, so Hogan.

Auch Trumps gewählter Nachfolger Joe Biden hatte den Präsidenten dazu gedrängt, den Entwurf zu unterzeichnen. Der Amtsinhaber stehle sich aus der Verantwortung, so Bidens Vorwurf.

Das neue Hilfsprogramm ergänzt die früheren Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie. Bereits im März hatte der US-Kongress ein gigantisches Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht – es handelte sich mit einem Umfang von 2,2 Billionen Dollar um das größte Hilfspaket der US-Geschichte. Die Finanzmittel wurden dann im April mit einem weiteren Hilfsprogramm aufgestockt. (Foto: CC s. Archiv v. 20.4.20; Quelle: ARD, 28.12.20)



Zusammenfassung zur Nacht

  • Krankenhäuser in England wurden aufgrund der wachsenden Zahl von Coronavirus-Patienten angewiesen, Betten freizugeben. Der staatliche Nationale Gesundheitsservice NHS England hat angekündigt, dass der gesamte Gesundheitsdienst mindestens bis Ende März auf höchster Alarmstufe bleiben muss. In Großbritannien sind inzwischen 70.572 Menschen an Covid-19 gestorben.
  • Dr. Anthony Fauci, der Leiter der US-amerikanischen Coronavirus-Taskforce, sagte, dass die in Großbritannien entdeckte Covid-19-Variante „sehr ernst“ genommen werden muss, aber wahrscheinlich keine ernsthafteren Erkrankungen verursachen oder gegen Impfstoffe resistent sein wird. Weitere Länder, darunter Jordanien, Kanada und Norwegen, haben am Sonntag berichtet, dass BürgerInnen positiv auf die Corona-Mutation getestet wurden.
  • Hunderte britischer Touristen, die im Schweizer Skigebiet Verbier unter Quarantäne gestellt waren, haben sich nächtens abgesetzt, anstatt ihre Zeit der Selbstisolation abzuwarten. Ungefähr 200 der 420 Touristen sind aus einem Luxus-Resort in den schweizerischen Alpen im Schutz der Dunkelheit abgereist.
  • Die Zahl der Todesopfer in den Krankenhäusern und Pflegeheimen in Frankreich ist seit Samstag um 173 gestiegen. Inzwischen sind im Land 62.746 Menschen am CoVid-19-Virus gestorben. Die Neuinfektionen sind in den letzten 24 Stunden um 8.822 gestiegen.
  • Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa berief ein Dringlichkeitstreffen des nationalen Coronavirus-Taskforce des Landes ein, nachdem die dortige Corona-Mutation sich stark verbreitet. Südafrika hat die Schwelle von einer Million bestätigter Fälle in der Pandemie überschritten.
  • In Italien hat das Gesundheitsministerium bestätigt, dass weitere 298 Menschen an CoViD-19 gestorben sind. Damit sind es 71.925, die höchsten in Europa und die fünfthöchsten weltweit.
  • Die erste Lieferung eines CoViD-19-Impfstoffs in die Türkei hat sich aufgrund eines Coronavirus-Ausbruchs im Pekinger Zoll verzögert, gab der Gesundheitsminister des Landes. Die Türkei haben sich zunächst für den in China entwickelten Impfstoff entschieden.
  • Zahlreiche Länder der Europäischen Union haben am Sonntag eine massive Impfaktion gestartet, bei der ältere Menschen und Mediziner zuerst Vakzine erhielten, um die Pandemie zu bekämpfen, bei der weltweit mehr als 1,7 Millionen Menschen ums Leben kamen.
    (Quelle: The Guardian, 28.12.20)

Derweil in Österreich

https://twitter.com/chriszeintl/status/1343170040770797569?s=20


Wintersport: Andrang, als gäbe es kein Morgen
Im sauerländischen Wintersportort Winterberg hat es trotz Corona-Pandemie einen Besucheransturm mit Staus und mehreren Unfällen gegeben.
in Polizeisprecher des Hochsauerlandkreises berichtete von extrem vielen Besuchern und Verkehrsbehinderungen. Die Stadt hatte bereits am Nachmittag dazu aufgerufen, nicht mehr in das Gebiet zu reisen. Die Parkplätze seien voll, hieß es. Schon an den vergangenen Wochenenden seien viele Menschen für einen Tagesausflug nach Winterberg gefahren, obwohl die Skipisten geschlossen seien. Morgen will die Stadt mit der Polizei und den Straßenbehörden über mögliche Maßnahmen beraten.
Auch in anderen Regionen Deutschlands wie im Hohen Venn an der Grenze zu Belgien oder im Schwarzwald sorgten Besuchermassen über die Weihnachtsfeiertage teils für Verkehrschaos. (Quelle: WDR, 27.12.20)


Israel: Erneuter, dritter Lockdown

Nach dem erneuten starken Anstieg der Corona-Infektionszahlen hat in Israel ein dritter zweiwöchiger Teil-Lockdown begonnen. Die meisten Menschen dürfen sich nur noch in einem Umkreis von einem Kilometer um ihr Zuhause bewegen.
Die meisten Geschäfte müssen schließen, Lieferdienste dürfen aber weiter arbeiten. Bei Unternehmen ohne Publikumsverkehr darf höchstens die Hälfte der Belegschaft ins Büro kommen. Die Schulen bleiben teilweise geöffnet – das Land setzt auf Hybridunterricht. Die Maßnahmen können um weitere zwei Wochen verlängert werden, wenn es nicht gelingt, die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf unter 1000 zu senken.
(Quelle: Tagesschau, 27.12.20)


Corona-Mutation: Auch Norwegen

Auch in Norwegen ist eine vermutlich ansteckendere Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, die sich in Großbritannien verbreitet hat. Infiziert sind zwei Reisende, die diesen Monat aus Großbritannien gekommen sind, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Norwegen hatte diese Woche als Schutzmaßnahme ein Landeverbot für Flugzeuge aus Großbritannien erlassen. Bis zum 10. Januar gelten neben der generellen zehntägigen Quarantäne nach Ankunft für Reisende aus Großbritannien mehrere zusätzliche Anforderungen in Norwegen: Innerhalb von 24 Stunden nach Einreise muss ein PCR-Test und frühestens an Tag sieben ein neuer Test gemacht werden.

Den Angaben zufolge ist die Virusmutation damit nun schon in rund einem Dutzend europäischen Staaten nachgewiesen worden. Schweden hatte erst am Samstag eine Infektion gemeldet, in Dänemark wurden schon mehr als 40 registriert. (Quelle: ARD, 27.12.20)


Polen geht Montag in den „Lockdown“

Von Montag bis mindestens 17. Januar gelten in ganz Polen strengere Vorschriften, um die Corona-Pandemie wirkungsvoller einzudämmen. Einkaufszentren, Skilifte, Diskotheken, Nachtclubs und andere Einrichtungen müssen dann schließen. Für die Silvesternacht wird eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt, den Zugverkehr zwischen dem vorpommerschen Grenzbahnhof Grambow und Stettin bis zum 17. Januar einzustellen. Die Grenze nach Polen bleibt aber grundsätzlich offen. Eine Einreise ohne Quarantäne ist aber nur aus familiären und beruflichen Gründen möglich.
(Quelle: NDR, 27.12.20)


Münsterland-Zahlen

Im Münsterland wurden seit Heiligabend 727 weitere Menschen mit Corona-Infektion gemeldet, so die offizielle Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) (Stand Sonntag, 27.12.2020). Seit Beginn der Pandemie wurden münsterlandweit insgesamt 26.208 Corona-Fälle durch Tests nachgewiesen. Nach dem Stand von Heiligabend sind bislang im Münsterland 414 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Beim Landeszentrum für Gesundheit Nordrhein-Westfalen lagen am Sonntag (27.12.2020) keine vollständig aktualisierten Daten vor. Einige Gesundheitsämter werden erst am Montag (28.12.2020) mit den Nachmeldungen für die Feiertage beginnen. Der hier abgebildete Datenstand des RKI (26.12.2020, 0 Uhr) enthält daher meldebedingte Abweichungen, so auf jeden Fall für den Kreis Borken und Münster. (Quelle: WDR, 27.12.20)


Bayern: Impfstartverzögerung nach Kühlkettenproblemen

In einigen bayerischen Landkreisen ist der Start der Coronavirus-Impfungen aufgrund von Temperaturschwankungen in der Kühlkette verschoben worden. Vorsichtshalber sei wegen abweichender Normwerte bei der Kühlung in den Transportboxen auf die Impfung verzichtet worden, teilten sechs Landräte mit.

Betroffen waren in Oberfranken Lichtenfels, Kronach, Hof, Bayreuth, Wunsiedel, Forchheim und Kulmbach. In Schwaben verzichteten Augsburg und Dillingen auf die Impfung. Auf Nachfrage der Landkreise konnte der Impfstoffhersteller BioNTech allerdings Entwarnung geben: „Wir haben den Landkreisen Dillingen und Augsburg heute Vormittag mitgeteilt, dass die Temperaturabweichung, die registriert wurde, keinen Einfluss auf die Qualität des Impfstoffes hat“, sagte eine BioNTech-Sprecherin.

In Landkreis Lichtenfels waren die Impfstoffe in einer Kühlbox angekommen, die eine Temperatur von unter acht Grad Celsius haben sollte. Laut einem Sprecher des Landratsamtes habe sie zeitweise darüber gelegen. (Quelle: ZEIT, 27.12.20)


Lockdown auf Mallorca

Wegen der seit Wochen steigenden Corona-Zahlen werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf Mallorca erneut verschärft. Unter anderem werden Restaurants, Cafés und Kneipen auf der spanischen Urlaubsinsel ab Dienstag auch werktags schon um 18.00 Uhr – also vier Stunden früher als bisher – schließen müssen. Das teilte die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol mit.

Außerdem wird der Ladenschluss von 22.00 Uhr auf 20.00 Uhr vorgezogen. Ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte sowie Läden für den Grundbedarf, wie etwa Tankstellen. Strengere Auflagen gibt es auch für Einkaufszentren und große Geschäfte mit mehr als 700 Quadratmetern Verkaufsfläche. Sie müssen an den Wochenenden und an den Feiertagen schließen. Die nächtliche Ausgangssperre ab 22.00 Uhr wird beibehalten, entgegen den Erwartungen wird sie aber in der Silvesternacht nicht gelockert.

Die neuen Restriktionen sollen zwei Wochen lang – bis zum 11. Januar – gelten. Die Balearen sind seit Mitte des Monats die Region mit den höchsten Corona-Zahlen in ganz Spanien. Besonders schlimm ist die Lage auf Mallorca. Dort kletterte am Sonntag die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen zwei Wochen auf 607. (Quelle: ARD, 27.12.20)


Britische Coronavirus-Variante auf Madeira aufgetaucht

Die neue Variante des Coronavirus, die mit einem raschen Anstieg der Infektionen in Großbritannien in Zusammenhang gesetzt wird, ist auf der portugiesischen Insel Madeira entdeckt worden. Das teilte die regionale Katastrophenschutzbehörde mit. In ihrer Erklärung heißt es, dass die neue Variante „bei Reisenden entdeckt wurde, die aus dem Vereinigten Königreich nach Madeira kamen“. Es wurden keine Angaben darüber gemacht, wie viele Personen damit infiziert sein sind. (Quelle: Tagesschau, 27.12.20)


Impfstart in Finnland: Ärzte und Pfleger zuerst

Mit der Impfung von Ärzten und Pflegern hat auch in Finnland die Immunisierung gegen das Coronavirus begonnen. Drei Frauen und drei Männer erhielten in der Universitätsklinik Helsinki die Impfung. Die Klinikmitarbeiter gehörten der Intensiv- oder Lungenstation an oder arbeiteten bei den Corona-Tests mit, sagte die stellvertretende Chefärztin der Klinik, Eeva Ruotsalainen.

Finnland hatte am Samstag die erste Lieferung von knapp 10.000 Impfdosen gegen das Coronavirus erhalten. Der Impfstoff stammt von den Herstellern Biontech und Pfizer. Auch die Universitätskliniken in Turku, Tampere, Kuopio und Oulu erhielten Impfdosen.

(Quelle: Tagesschau, 27.12.20)


Lauterbach gegen Sonderrechte für Geimpfte

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lehnt Sonderrechte für Geimpfte ab. „Privilegien für die Geimpften sind weder kontrollierbar noch gut zu rechtfertigen“, sagt der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Im Übrigen ist nicht auszuschließen, dass Geimpfte andere noch anstecken können.“ Sollten nur die Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie Moderna zur Verfügung stehen, könnten in den kommenden Monaten nur Risikogruppen geimpft werden.

Daher gebe es keinen Grund, über Sonderrechte zu spekulieren. Nach Ansicht des SPD-Politikers helfen Privilegien für Geimpfte auch nicht der Wirtschaft. „Wirklich gefährlich ist für die Wirtschaft ein ständiges Hoch- und Runterfahren des öffentlichen Lebens“, so Lauterbach. „Die Frage, ob die kleine Gruppe der Geimpften mehr darf als andere, ist in diesem Zusammenhang nicht relevant.“
(Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 27.12.20)


Großbritannien: Weiterer Impfstoff vor der Zulassung

Der Impfstoff von AstraZeneca steht in Großbritannien kurz vor der Zulassung. Derweil bekräftigt der Hersteller nochmal die Sicherheit seines Vakzins. „Wir glauben, dass wir die Gewinner-Formel gefunden haben“, sagte Unternehmenschef Pascal Soriot der „Sunday Times“. Der Impfstoff von AstraZeneca könne einen „hundertprozentigen Schutz“ gegen schwere Verlaufsformen einer Erkrankung mit dem Covid-19-Erreger bieten und wirke bei 95 Prozent der Patienten. Von dem AstraZeneca-Impfstoff soll Deutschland über die Europäische Union 56,2 Millionen Dosen erhalten.

AstraZeneca entwickelte seinen Impfstoff zusammen mit der Universität Oxford. Es sei inzwischen die Rezeptur gefunden worden, die mit zwei Dosen „genauso gut wirkt wie die anderen“ bisher zugelassenen Impfstoffe, sagte Soriot. Er zeigte sich zudem zuversichtlich, dass der AstraZeneca-Impfstoff auch gegen die Corona-Mutation wirksam sei, die kürzlich in Großbritannien entdeckt wurde.

Die Entscheidung der britischen Gesundheitsbehörde MHRA über die Marktzulassung des AstraZeneca-Vakzins wird in den kommenden Tagen erwartet, laut „Sunday Times“ soll sie bereits am Montag fallen. (Quelle: NOZ, 27.12.20)


Bahn droht wiederholten Maskenmuffeln mit Reiseverbot

Die Deutsche Bahn droht Maskenmuffeln in Zügen mit einem dauerhaften Beförderungsausschluss. Ein Bahnsprecher sagte der „Welt am Sonntag“, wer das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wiederholt verweigere, ohne eine Ausnahme glaubhaft machen zu können, „verstößt gegen die Coronaschutzverordnungen der Länder und begründet somit eine Wiederholungsgefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung“. Gemäß der Eisenbahnverordnung könne ein Beförderungsausschluss „bei drohender Gefahr präventiv ausgesprochen werden“.

Bislang droht Fahrgästen, die ohne Mund-Nasen-Bedeckung in Zügen angetroffen werden, der einmalige Rauswurf aus dem Zug am nächsten Bahnhof und ein Bußgeld von der im jeweiligen Bundesland zuständigen Gesundheitsbehörde. „Für den Adressaten eines Beförderungsauschlusses bedeutet das, dass er bei erneut auffälligem Verhalten eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs bekommt“, führte der Bahnsprecher aus.

Nach Angaben der Bundespolizei wurden zwischen dem 12. September und dem 7. Dezember fast 200.000 Menschen ohne Maske in Zügen und Bahnhöfen angetroffen, wie die Zeitung weiter schreibt. Die Bahn geht jedoch davon aus, dass sich 99 Prozent ihrer Kunden an die geltende Maskenpflicht halten. (Quelle: TSP, 27.12.20)


Augsburger Baptisten verstoßen an Heiligabend gegen Corona-RegelnLaut Mitteilung der Augsburger Polizei trafen Streifenbeamte an Heiligabend etwa 200 Menschen im Veranstaltungsraum einer freikirchlichen Gemeinde an. Die Gläubigen hätten keine Mindestabstände eingehalten. Der Veranstalter der Versammlung sei daher angezeigt worden. Zu der Art der Zusammenkunft machte die Polizei keine Angaben. Am ersten Weihnachtstag sei die Baptisten-Gemeinde erneut kontrolliert worden. Dabei habe es keine Beanstandungen gegeben. (Quelle: ZEIT, 27.12.20)


Erstes Impfzentrum eröffnet: Lange Schlangen in Berlin

Als erstes von sechs Impfzentren wurde das in der Arena-Halle in Berlin-Treptow am Sonntagnachmittag eröffnet. Dort bekommen Ärzte, Krankenschwestern, Krankenpfleger und Pfleger in Heimen die Spritze gegen das Coronavirus. Schon vor der Eröffnung um 14 Uhr hatten sich Dutzende in eine Schlange mit Abstand eingereiht, um geimpft zu werden.

Dort, wo vor der Pandemie Konzerte über die Bühne gingen, wurden 80 Kabinen für das Impfen eingerichtet. Es ist das größte der geplanten sechs Berliner Impfzentren.

Bis zum 30. Dezember sollen täglich 90 Ärzte in den mobilen Impfteams sowie in der Arena arbeiten. Wann die übrigen fünf Impfzentren in Berlin eröffnet werden, stand noch nicht fest. (Quelle: TSP, 27.12.20)


Wo sind sie hin, die Briten?

In der Schweiz haben hunderte Touristen aus Großbritannien teils über Nacht die behördlich angeordneten Quarantäne verlassen. Hoteliers in dem bei britischen Wintertouristen beliebten Skiort Verbier im Kanton Wallis hätten das gemerkt, weil vor den Zimmertüren abgestellte Frühstückstabletts nicht angerührt worden seien, berichtete die Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Der Ort habe vor Weihnachten 420 Gäste aus Großbritannien, darunter Schweizer, die dort leben, identifiziert, die in Quarantäne mussten. Etwa 50 seien umgehend abgereist. Von den 370 anderen sei am Sonntag weniger als ein Dutzend noch da gewesen. ein Gemeindesprecher kritisierte die „plötzliche Quarantänepflicht“ für Anreisende aus Großbritannien scharf. Die Gemeinden hätten keine Hilfe bekommen, um die Bestimmungen umzusetzen.

Die Schweiz hatte am 20. Dezember alle Flüge aus Großbritannien und Südafrika gestoppt, weil in den Ländern neue und mutmaßlich noch ansteckendere Varianten des Coronavirus nachgewiesen worden waren. Sie ordneten an, dass alle seit dem 14. Dezember Eingereisten rückwirkend für zehn Tage ab Ankunftsdatum in Quarantäne mussten.

„Da saßen Familien mit kleinen Kindern plötzlich auf 20 Quadratmetern fest“, hieß es aus der Gemeinde. „Das war nicht auszuhalten.“ Einige Gäste hätten sich inzwischen aus dem benachbarten Frankreich gemeldet. Dort seien die Skistationen zwar geschlossen, aber die Briten könnten wenigstens an die frische Luft. Die Gemeindeverwaltung habe sich für die Gäste anfangs auch um Rückflüge bemüht, aber als klar war, dass nur einsteigen darf, wer nachweislich zehn Tage Quarantäne absolviert hat, hätten die Betroffenen abgewunken.

Nach Angaben der Behörden gab es seit dem 14. Dezember 92 Flüge aus Großbritannien mit geschätzt 10.000 Menschen an Bord. Sandoz meint, viele davon seien heimkehrende Schweizer gewesen, die gar nicht in den Skistationen zu finden waren.

(Quelle: GN, 27.12.20)


Peking geht wegen steigender Fälle in Notfall-Modus über

Peking hat angesichts steigender Neuinfektionen seine Corona-Maßnahmen vor Beginn der Ferienzeit in China verschärft. Alle Stadtbezirke der Hauptstadt wurden am Sonntag aufgefordert, in den „Notfall“-Modus überzugehen und Wohnanlagen abzuriegeln, in denen Neuinfektionen aufgetreten sind. Zuvor waren vier Tage in Folge lokal übertragene Fälle gemeldet worden.

Der Stadtbezirk Shunyi – in dem alle Pekinger Fälle der vergangenen Tage aufgetreten sind – hat sogar den Kriegszustand ausgerufen. Alle 800.000 Einwohner wurden getestet. Der angrenzende Stadtbezirk Chaoyang schloss die Tests an 234.413 Menschen ab, wobei kein positiver Fall ermittelt wurde. Wer noch kein Testergebnis erhalten hat, dürfe nicht nach draußen gehen, verfügte die Bezirksregierung.

China hat die Pandemie weitgehend unter Kontrolle gebracht, aber sporadisch tauchen immer mal wieder Fälle auf. Die Behörden planen, 50 Millionen Menschen aus Hochrisikogruppen vor den im Februar beginnenden einwöchigen Neujahrsferien zu impfen, wie die staatliche „Global Times“ berichtete. Peking hat seine Beamten gebeten, vom 1. Januar bis zu den Feiertagen in der Stadt zu bleiben. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, unnötige Reisen während dieser Zeit zu vermeiden. (Foto: CC s. Archiv v. 20.6.20; Quelle: TSP, 27.12.20)


(Quelle: DIE ZEIT, 27.12.20)


Niedersachsen impft: Start in Bad Rothenfelde

Die niedersächsische Impfkampagne gegen das Coronavirus hat heute im besonders belasteten Westen des Landes begonnen. Ministerpräsident Stephan Weil und Gesundheitsministerin Carola Reimann (beide SPD) wurden in einem Alten- und Pflegeheim in Bad Rothenfelde (Landkreis Osnabrück) Zeugen der ersten Immunisierungen. „Das ist der Auftakt zu der größten Impfaktion, die wir in Niedersachsen je gesehen haben“, sagte Weil.

Niedersachsen hat zunächst 9.750 Impfdosen bekommen, die bei zwei notwendigen Impfungen für knapp 5.000 Menschen reichen. Schon in den kommenden Tagen sollten weitere 60.000 Einheiten geliefert werden, sagte Weil. Begonnen werde mit den besonders gefährdeten hochbetagten Menschen und mit Pflegepersonal. Auch im Kreis Cloppenburg, der ebenfalls zu den Corona-Hotspots in Niedersachsen zählte, sollte heute mit dem Impfen begonnen werden. (Quelle: NDR, 27.12.20)


Erste Corona-Impfungen auch in Schweden

Auch im EU-Land Schweden sind die ersten Menschen zum Schutz vor dem Coronavirus geimpft worden. „Ich habe nichts gespürt“, sagte die 91-jährige Gun-Britt Johnsson, die am Sonntag in einem Pflegeheim in Mjölby, rund 230 Kilometer südwestlich von Stockholm, als erste Person landesweit geimpft worden war. Der Fernsehsender SVT übertrug die Impfung. In Schweden sollten zunächst ältere Menschen, Angehörige von Risikogruppen und Personal in Pflegeheimen und im Gesundheitssektor geimpft werden, hatte Ministerpräsident Stefan Löfven zuvor angekündigt.

Der BioNTech-Pfizer-Impfstoff war kurz vor Weihnachten in der EU zugelassen worden. In Schweden rechnet man zunächst mit einer Lieferung von rund 10.000 Impfdosen, nach Neujahr sollen dann wöchentlich größere Mengen ins Land kommen. Ziel der Skandinavier ist laut Sozialministerin Lena Hallengren, allen Erwachsenen und Kindern, die einer Risikogruppe angehören, „in der ersten Jahreshälfte 2021“ eine Impfung anzubieten.

Schweden ist in der Corona-Krise einen viel beachteten Sonderweg mit relativ lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Im Vergleich zum Rest Skandinaviens und zu Deutschland wurden in dem Land seit Pandemie-Beginn auf die Einwohnerzahl gerechnet deutlich mehr Infektionen und Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 registriert. Auch die Neuinfektionszahlen waren zuletzt deutlich höher als in Deutschland und auch höher als im Großteil der restlichen EU. Schweden rückt inzwischen von seinem Sonderweg ab. (Quelle: TSP, 27.12.20)


Pandemie kostet deutsche Volkswirtschaft Milliarden Euro

Die deutsche Volkswirtschaft hat bisher durch die Corona-Pandemie mehr als 212 Milliarden Euro verloren. Am Ende der Krise werden es 391 Milliarden Euro sein, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für die „Welt am Sonntag“ berechnete. Das DIW ging dabei von der Annahme aus, dass die Infektionszahlen im Frühling wieder sinken.

Die Ökonomen verglichen das tatsächliche und prognostizierte Wachstum mit dem sogenannten Potenzialwachstum für die Jahre 2020 bis 2022. Dieses drückt aus, wie stark die Wirtschaft ohne die Pandemie gewachsen wäre.

„Sollten wir es bis März nicht schaffen, die Infektionszahlen deutlich zu drücken, wäre das eine Katastrophe“, sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Zeitung. Es würde dann Jahre dauern, bis sich Europa und insbesondere das stark vom Export in die Eurozone abhängige Deutschland erholten. Dann drohe ein „Pleite-Tsunami“; Arbeitslose hätten es schwer, eine neue Stelle zu finden. (Quelle: TSP, 27.12.20)


Mehr als 200.000 Neuinfektionen in den USA

In den USA ist die Zahl der neu mit dem Corona-Virus infizierten Personen binnen 24 Stunden um mindestens 213.824 auf 18,91 Millionen gestiegen. Wie aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervorgeht, starben an oder mit dem Virus mindestens 1.618 Menschen. Die Gesamtzahl der Totesfälle erhöht sich damit auf 331.929. Die USA weisen in der Pandemie weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. (Quelle: TSP, 27.12.20)


Grafschaft Bentheim: 35 Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung

In der heftig von Corona-Infektionen betroffenen Grafschaft Bentheim haben in der vergangenen Nacht erneut mehrere Menschen gegen die Ausgangsbeschränkung verstoßen. „Es wurden 35 Verstöße festgestellt und entsprechende Verfahren eingeleitet“, teilte die Polizei mit. In der Nacht vorher waren etwa 40 Verstöße festgestellt worden, davor waren es 22 gewesen. Seit Mittwoch gilt in dem Landkreis an der niederländischen Grenze eine Ausgangsbeschränkung. Häuser und Grundstücke dürfen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr nur noch aus beruflichen oder medizinischen Gründen verlassen werden. Die Regel gilt zunächst bis 12. Januar.

Die Grafschaft weist nach Angaben der Nordhorner Kreisverwaltung eine Inzidenz von 172,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf – das ist der höchste Wert in Niedersachsen. Am Sonntag befanden sich 953 Grafschafter in Quarantäne. Das geht aus dem Corona-Dashboard des Landeskreises hervor. Ähnlich wie sonst nach Wochenenden geht die Zahl der Neuinfektionen auch nach den Weihnachtsfeiertagen deutlich zurück. Demnach verzeichnet der Landkreis am Sonntag lediglich eine Neuinfektion mit dem Coronavirus. Die Zahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 2.440, als genesen gelten 1.854 Grafschafter.

(Quelle: NDR, 27.12.20)


Niedersachsen: Keine Tests, keine Infektionsfälle

Das Land Niedersachsen hat im Vergleich zum Vortag nur 445 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 registriert, die meisten im Landkreis Osnabrück (+109). Vor einer Woche waren es landesweit noch 1.344 neue Fälle gewesen. Allerdings wird über die Weihnachtstage deutlich weniger getestet als an normalen Wochentagen. Der Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt für ganz Niedersachsen nun bei 100,1.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg nach Angaben des Landesgesundheitsamtes um 21 auf nun 1.796.

Der Landkreis Emsland teilte den Landesbehörden nur 10 neue Infektionsfälle mit. Mit jetzt 4.906 Fällen in der Pandemie dürfte die 5.000er-Marke in Laufe der nächsten Tagen überschritten werden. Ein weiterer Emsländer ist an Corona gestorben. Die Gesamtzahl der CoViD-19-Toten liegt jetzt bei 70 Verstorbenen in unserem Landkreis.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit im Emsland bei 82,6; weitere 270 Erkrankte wurden innerhalb der letzte Woche registriert.

Zum Vergleich: Die benachbarte Grafschaft Bentheim ist weiterhin ein landesweiter Hotspot, auch wenn infolge fehlender Tests die 200er-Inzidenz-Grenze erstmals seit Tagen wieder unterschritten ist. Nach nur einem positiven Test seit gestern (Pandemie-Gesamtzahl 2.440) und damit 237 Neuerkrankungen binnen der letzten Woche beträgt die 7-Tage-Inzidenz im Nachbarkreis Grafschaft Bentheim laut Nieders. Landesgesundheitsamt heute 172,8 und unverändert 56 Menschen sind infolge Corona verstorben.

Die Belegung der Intensivbetten ist laut DIVI unverändert: In den emsländischen Krankenhäuser werden aktuell 4 CoViD-19-Erkrankte (+/-0) intensivmedizinisch behandelt; 4 (+ 1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (- 1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen zwei Erkrankte (+/-0) invasiv beatmet werden. (Quelle: BN, 25.12.20)


(27.12.20)


Bundesweiter Impfstart

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind bundesweit angelaufen. In Berlin bekam am Morgen eine 101 Jahre alte Seniorin im Beisein von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in einem Pflegeheim eine Spritze mit dem Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer. Ein Mannschaftswagen der Polizei war vor der Einrichtung platziert. Das mobile Impfteam war gegen 7.45 Uhr in einem Transporter vorgefahren. Am Steuer saß ein Bundeswehrsoldat.

In Siegen in Nordrhein-Westfalen wurde am Vormittag die 95-jährige Erika Löwer einem Seniorenheim geimpft. In Magdeburg begannen drei mobile Impfteams um kurz vor 9.00 Uhr, Bewohnerinnen und Bewohner eines kommunalen Pflegeheims zu impfen, wie Matthias Boxhorn, organisatorischer Leiter vom zuständigen Johanniter-Regionalverband sagt. Rund 120 Senioren sowie etwa 60 Mitarbeiter wollten sich immunisieren lassen. (Quelle: TSP, 27.12.20)


Nordhorn: Finanzhilfe für Tierpark

Der Tierpark Nordhorn erhält vom Landkreis Grafschaft Bentheim für das laufende Jahr ein gering verzinstes Gesellschafterdarlehen in Höhe von 250.000 Euro und für 2021 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro. Ein entsprechender Beschluss wurde bei der Online-Kreistagssitzung der Grafschaft Bentheim am vergangenen Donnerstag von allen Fraktionen einstimmig gefasst. Die gleichen Beträge sollen auch noch einmal vom zweiten Gesellschafter, der Stadt Nordhorn, fließen.
Landrat Uwe Fietzek betonte die regionale und überregionale Bedeutung des Tierparks als Ausflugsziel und für den Tourismus im Landkreis. In der Krise habe sich die Tierparkleitung frühzeitig darum bemüht, Einsparungspotenziale zu nutzen und dabei auf Mitarbeiterkündigungen zu verzichten, um die Arbeitsplätze im Zoo zu erhalten. Durch die Schließung des Zoos aufgrund der Coronakrise rechnet dieser mit einem Besucherverlust von bis zu 190.000 Personen und mit Mindereinnahmen von rund einer Million Euro für 2020. 500.000 Euro davon kann der Tierpark durch das Aussetzen von Baumaßnahmen und Kurzarbeit selbst auffangen – für den Rest benötigt er die finanzielle Unterstützung der Gesellschafter. (Quelle: GN, 27.12.20)


Überblick am Morgen

  • Länder wie Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich, Portugal und Spanien beginnen am Sonntag mit Massenimpfungen. Zunächst soll das Gesundheitspersonal geimpft werden. Außerhalb der EU haben Großbritannien, die Schweiz und Serbien ebenfalls mit Impfungen begonnen.
  • Frankreich, das am Samstag seine erste Lieferung des Zwei-Dosen-Impfstoffs von BionTech/Pfizer erhalten hat, wird im Großraum Paris und in der Region Burgund-Franche-Comté mit den Impfungen beginnen.
  • Argentinien wird am Dienstag mit der Immunisierung seiner Bürger beginnen, nachdem es als drittes Land den russischen Sputnik V-Impfstoff zugelassen hat. Der argentinische Präsident Alberto Fernández und die Provinzgouverneure sagten am Samstag, dass das Gesundheitspersonal ihre Impfstoffe in weniger als 72 Stunden erhalten werde. Am Donnerstag kamen rund 300.000 Dosen in Argentinien an. Weitere Lieferungen werden Anfang 2021 erwartet. Russland hat am Samstag Sputnik V für Personen über 60 Jahren zugelassen. Argentinien, die drittgrößte Volkswirtschaft in Lateinamerika, wurde von Covid-19 schwer getroffen und verzeichnete fast 1,6 Millionen Fälle des Coronavirus und 42.501 Todesfälle aufgrund der Krankheit. Die Angst vor einer zweiten Welle wächst.
  • Die USA verlangen von allen Fluggästen, die aus Großbritannien anreisen, dass sie ab Montag innerhalb von 72 Stunden vor Abflug auf Covid-19 negativ getestet sind.
  • Obwohl das Arbeitslosengeld für Millionen von Amerikanern am Samstag ausläuft, blockierte Donald Trump, der Weihnachten in Florida Golf spielte, weiterhin eine Pandemie-Entlastungszahlung in Höhe von 900 Mrd. USD. Der gewählte US-Präsident Biden hat Amtsinhaber Trump aufgefordert, dem Corona-Konjunkturpaket zuzustimmen. Biden sagte, die Verweigerungshaltung sei verantwortungslos und werde verheerende Konsequenzen haben. Etwa zehn Millionen Amerikaner verlören ihr Arbeitslosengeld. Das Konjunkturpaket im Umfang von umgerechnet gut 740 Milliarden Euro ist vom Kongress bereits beschlossen worden.
  • Südkorea erwägt strengere Einschränkungen für den Großraum Seoul, nachdem am Samstag 970 neue Coronavirus-Fälle gemeldet wurden, womit sich die nationale Gesamtzahl auf 56.872 Fälle mit 808 Todesfällen beläuft. Es war die kleinste tägliche Gesamtzahl seit fünf Tagen, aber immer noch nicht weit von den am Freitag verzeichneten 1.241 registrierten Infektionen entfernt.
  • Frankreich hat nicht ausgeschlossen, dass eine dritte landesweite Sperrung verhängt wird, wenn die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter zunimmt, sagte sein Gesundheitsminister am Sonntag, da sich das Land auf einen möglichen Anstieg nach Weihnachten vorbereitet. (Quelle: The Guardian, 27.12.20)

Nach der Pandemie: Sparen oder investieren?

Wie soll es nach der Corona-Pandemie finanziell weitergehen? Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat den Staat zu einer „Ausgaben-Diät“ nach den massiven Hilfen in der Corona-Pandemie aufgefordert. Die Schuldenbremse sei die Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit des Staats gewesen, sagte Dulger der Nachrichtenagentur dpa. „Es gilt nun, die konsumtiven Ausgaben auf Diät zu setzen, um Freiräume für Zukunftsinvestitionen zu haben.“ Sobald sich die Pandemielage verbessere, müsse auch die staatliche Fürsorge nachlassen.

Dagegen warnte DGB-Chef Reiner Hoffmann: „Wer jetzt den Gürtel enger schnallen will, der verspielt unsere Zukunftsfähigkeit.“ Nötig seien Investitionen in Milliardenhöhe, betonte der Gewerkschaftsvorsitzende der dpa. „Die digitale Infrastruktur in Deutschland hat in manchen Regionen den Status eines Entwicklungslandes. Das ist unerträglich.“

Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke sagte, eine Orientierung darauf, die Corona-Schulden so schnell wie möglich wieder tilgen zu wollen, wäre vollkommen falsch. (Quelle: Tagesschau, 27.12.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.755 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Die Zahl der Toten stieg um 356 auf insgesamt 29.778. Vor genau einer Woche waren 22.771 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am Mittwoch vergangener Woche (16.12.) registriert worden. Das RKI wies darauf hin, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel mit weniger Tests und Laboruntersuchungen sowie weniger Übermittlungen von Testergebnissen durch die Gesundheitsämter zu rechnen sei. Die Zahlen sind also nur sehr bedingt vergleichbar.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 161,3 von zuletzt 170,7. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen positiv getestet wurden. (Quelle: RKI, 27.12.20)


Heute Impfstart in der EU

Bundesweit und in den meisten EU-Ländern starten heute die Impfungen gegen das Coronavirus. Die landesweite Kampagne in Deutschland beginnt in Alten- und Pflegeeinrichtungen, dafür stehen mobile Impfteams bereit. Wer zuerst geimpft wird, entscheiden die Bundesländer und Behörden vor Ort. Die ersten Impfdosen waren am Samstagmorgen in den Bundesländern eingetroffen. In den kommenden Tagen und Wochen sollen stetig weitere Dosen geliefert werden.
Mehr Informationen bei Tagesschau.de
update:
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat unterdessen in der Bild am Sonntag
„mehr Tempo bei der Produktion von Corona-Impfstoffen gefordert“. Söder erkannte: „Es gibt einfach zu wenig Impfstoff“.
In Bayern beträgt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz 180,6 (Stand: 26.12.2020, 08:00 Uhr.)
(Quelle: Tagesschau, 27.12.20)


Argentinien setzt auf russischen Impfstoff

Argentinien will ab Dienstag mit Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Hierfür wird nach Angaben der Regierung der russische Impfstoff Sputnik V genutzt, der eine Notfallgenehmigung der Behörden bekommen hatte. Argentinien ist nach Russland und Belarus das dritte Land, in dem das Vakzin grünes Licht erhalten hat. Rund 300.000 Dosen des Mittels waren am Donnerstag in Argentinien angekommen. Das südamerikanische Land hat außerdem den Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen. (Quelle: Tagesschau, 27.12.20)


Scholz: 2021 Entlastungen trotz Wegfalls der Mehrwertsteuersenkung

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat das Auslaufen der befristeten Mehrwertsteuersenkung zum Jahresende verteidigt. „Die Senkung der Mehrwertsteuer haben wir im Sommer bewusst befristet, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher größere Anschaffungen nicht wegen der Pandemie aufschieben“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Scholz trat dem Eindruck entgegen, das Jahr 2021 beginne mit einer „gefühlten Steuererhöhung“. „Falsch! Das neue Jahr beginnt mit einer ordentlichen Steuersenkung“, sagte Scholz mit Hinweis auf den Wegfall des Solidaritätszuschlags für 90 Prozent der Steuerzahler. Zudem gebe es mehr Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge. (Quelle: Tagesschau, 27.12.20)


Spahn von deutschem Impfstart überrascht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich von den bereits am Samstag gestarteten Impfungen in Halberstadt in Sachsen-Anhalt überrascht gezeigt. Der Minister freue sich für die erste Corona-Geimpfte in Deutschland, sagte sein Sprecher der „Bild am Sonntag“. „Allerdings hatten wir mit allen Partnerländern der EU und mit den 16 Bundesländern vereinbart, am Samstag an alle auszuliefern und ab Sonntag gemeinsam mit den Impfungen zu beginnen.“ (Quelle: Tagesschau, 27.12.20)


Corona-Mutation könnte Herdenimmunität schwerer erreichbar machen

Wie groß muss die Herdenimmunität gegen das Coronavirus sein, damit an ein normales Leben wie vor der Pandemie zu denken ist? Das ist eine der wichtigsten Fragen, die sich Epidemiologen derzeit stellen. Der führende US-Forscher Anthony Fauci hat nun seine Prognose nach oben korrigiert. Statt von 60 bis 70 Prozent geht er nun von 70 bis 90 Prozent aus. Der New York Times zufolge korrigierte er sich nun, da es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gebe und er denke, dass die Bevölkerung nun bereit für die Wahrheit sei.

Der deutsche Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach griff den Bericht der New York Times auf und glaubt, dass die Zunahme der Ansteckungsgefahr aufgrund der Mutationen das Erreichen der Herdenimmunität schwerer machen wird. Er geht davon aus, dass die Herdenimmunität bis Ende März durch Impfungen und Infektionen bei etwa zehn Prozent liegen wird.


„Das ist gefährlich kurzsichtig, und ehrlich gesagt, schwer zu verstehen“

Die aktuelle Corona-Krise wird nach den Worten von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nicht die letzte Pandemie sein. Alle Versuche, die Gesundheitssituation in der Welt zu verbessern seien zum Scheitern verurteilt, solange der Mensch nicht wirksam gegen den Klimawandel und für den Tierschutz eintrete, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation am Samstag.

Es sei „gefährlich kurzsichtig“, lediglich Geld im Einsatz gegen aktuelle Krankheits-Ausbrüche auszugeben anstatt sich auf künftige Gefahren vorzubereiten, sagte Tedros in einer Videobotschaft zum ersten Internationalen Tag der Epidemie-Vorsorge.

Die Menschheit müsse die Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen, forderte der WHO-Chef. Allzu lange habe die Welt lediglich in einem „Kreislauf von Panik und Nachlässigkeit“ gehandelt. „Wir werfen Geld in einen Ausbruch, und wenn er vorüber ist, vergessen wir ihn und tun nichts, um den nächsten zu verhindern. Das ist gefährlich kurzsichtig, und ehrlich gesagt schwer zu verstehen“. Die Geschichte lehre, „dass dies nicht die letzte Pandemie sein wird und dass Epidemien eine gegebene Tatsache sind“.

Die Pandemie habe ein Schlaglicht auf die enge Verknüpfung der Gesundheit von Menschen, Tieren und des Planeten geworfen, sagte Tedros. Die gesundheitliche Lage der Menschheit könne nur verbessert werden, wenn die existenzielle Bedrohung durch den Klimawandel bekämpft werde, der die Erde weniger bewohnbar mache. (Quelle: TSP, 26.12.20)


Mehr als zwei Millionen Infektionsnachweise in Italien

Italien ist das achte Land weltweit, in dem in mehr als zwei Millionen Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Zahl in den vergangenen 24 Stunden um 10.407 (Freitag: 19.037) auf 2.010.037 gestiegen. Weitere 261 (459) Menschen starben, die positiv getestet worden waren. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf 70.909. Das ist die höchste Zahl in Europa und die fünfthöchste weltweit. (Quelle: TSP, 26.12.20)


Negativer Test: Unruhe bei Deutschen, die in den Niederlanden arbeiten

Die Niederlande haben jetzt Deutschland zum Corona-Risikogebiet erklärt. Sie schreiben ab Dienstag bei der Einreise aus Deutschland grundsätzlich vor, einen negativen PCR-Test vorzulegen. Dies hat zu zahlreichen Rückfragen bei Deutschen geführt, die in den Niederlanden arbeiten.
Klar ist: Wer mit dem eigenen Fahrzeug zur Untersuchung fahren oder mit Bus und Bahn nicht weiter als 30km ins Landesinnere einreisen, ist kein negativer PCR-Test nötig. Nachzulesen ist das bei governent.nl mit dem Titel „People arriving from countries in the EU/Schengen area required to present negative COVID-19 test result“ Abschnitt „Exceptions to the requirement to present a negative test result“.
Wer Grenzgänger bzw. Berufspendler ist, lässt sich am Besten vom Unternehmen eine „Bescheinigung für Berufspendler“ ausstellen. Ein entsprechendes Formular kann man im Internet finden. (Quelle: GN, 26.12.20)


Weltweit: Mehr als 80 Millionen infiziert, 1,75 Mio Menschen tot

Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen ist seit Beginn der Pandemie auf mehr als 80 Millionen angestiegen. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA) hervor. Erst vor etwa einem Monat, am 25. November, war die Schwelle von 60 Millionen Infektionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt inzwischen bei 1,75 Millionen.

Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen von hohen Dunkelziffern aus. Die Zahlen der Universität werden regelmäßig aktualisiert und liegen oft etwas höher als amtliche Daten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Zahl der bekannten Infektionen am Sonntag mit 78,6 Millionen an und die der Todesfälle mit 1,74 Millionen. (Foto: CC s. Archiv v. 20.07.19; Quelle: KStA, 26.12.20)


Proteste gegen Schließungen in Amazonas-Hauptstadt

Die Schließung nicht essenziell notwendiger Läden angesichts erneut steigender Corona-Zahlen hat in der brasilianischen Amazonas-Hauptstadt Manaus zu Protesten geführt. Dutzende Menschen demonstrierten in den Hauptgeschäftsstraße dagegen, wie das Nachrichtenportal „G1“ am Samstag berichtete. „Ladenbesitzer bereiten sich das ganze Jahr auf den Dezember vor, damit Sie jetzt schließen, Gouverneur“, zitierte „G1“ einen Demonstranten. „Sie haben zu essen, aber viele Leute nicht.“

Die Regierung des Bundesstaates Amazonas hatte die Maßnahmen, die am Samstag in Kraft traten und zunächst für 15 Tage gelten, ergriffen, weil die Corona-Infektionen und Belegungsquoten der Krankenhäuser zuletzt wieder zunahmen. Das Hospital „Delphina Aziz“, das in Manaus als führend bei der Behandlung von Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 gilt, ist „G1“ zufolge zu 100 Prozent ausgelastet.

Manaus war eine der ersten brasilianischen Städte gewesen, die in der Corona-Krise im Frühjahr ans Limit gerieten, das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen kollabierten. Fast 200.000 Menschen haben sich im Amazonas, der etwa 4,5 Mal größer ist als Deutschland und rund vier Millionen Einwohner hat, mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 5.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 bislang gestorben. (Quelle: TSP, 26.12.20)


Neues aus der Grafschaft Bentheim

In der Grafschaft Bentheim hat die Polizei in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag etwa 40 „Verstöße gegen die neue Ausgangssperre“ registriert. An Heiligabend waren es 22.

Die Betroffenen hätten sich grundsätzlich einsichtig gezeigt, teilte die Polizei am Sonnabend mit. Trotzdem müssen sie mit einem Bußgelder von mindestens 150 Euro rechnen. Die Ausgangssperre wurde verhängt, um die hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in der Region einzudämmen.

Seit dem 23. Dezember dürfen die etwa 140.000 Einwohnerinnen und Einwohner in der Grafschaft Bentheim aufgrund einer entsprechenden Allgemeinverfügung des Landkreises zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens ihre Häuser und Grundstücke nur noch „aus triftigen Gründen“ verlassen. An Heiligabend begann die Ausgangssperre ausnahmsweise erst um 22 Uhr.

Neben dem Umstand, dass die Verhältnismäßigkeit der nächtlichen Ausgangssperre zweifelhaft ist, hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bereits im April des Jahres entschieden, dass jeder sachliche, nicht von vornherein unzulässige Grund geeignet ist, das Verlassen der Wohnung zu rechtfertigen (Beschl. v. 28.04.2020 – 20 NE 20.849). Erlaubt ist daher nach Angaben des Landrats auch, dass eine Person mit einem Hund Gassi geht.

Generell treffe die Einschränkung auf hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, so die Polizei. Das hätten die wenigen Fälle in der ersten Nacht gezeigt. Die Ausgangssperre im Landkreis gilt seit Mittwochabend. Sechs Spaziergänger und Radfahrer seien von Mittwoch auf Donnerstag verbotenerweise auf den Straßen unterwegs gewesen. An Heiligabend hätten sich die meisten Betroffenen nach einem Verwandtenbesuch schlicht zu spät auf den Heimweg begeben, so ein Polizeisprecher am Freitag.

Der Landkreis will durch die Ausgangsbeschränkung erreichen, dass die Menschen ihre Kontakte reduzieren. Erfahrungen aus anderen Städten und Ländern hätten gezeigt, dass die Infektionszahlen dadurch gesenkt werden konnte, heißt es auf der Homepage des Landkreises. An schärferen Maßnahmen führe bei einem Inzidenzwert von über 200 kein Weg vorbei, sagte Landrat Uwe Fietzek (parteilos). Im Landkreis lag der Wert am Mittwoch bei 216,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover ist es landesweit das erste Mal, dass eine Kommune in Niedersachsen mit einer derartigen Maßnahme reagiert, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Die neue Regel in der Grafschaft Bentheim gilt vorerst bis zum 12. Januar. (Quelle: NDR, 26.12.20)


Dülmen: Hinweisschilder auf Impfzentrum mit Hakenkreuzen beschmiert

Zwei Hinweisschilder auf das Impfzentrum des Kreises Coesfeld in Dülmen sind mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Nach Angaben der Polizei ereignete sich die Tat in der Nacht auf Samstag. Die beiden Hinweisschilder seien vorübergehend entfernt worden und müssten neu angebracht werden. Der Staatsschutz ermittelt, wie die Polizei mitteilte. (Quelle: WDR, 26.12.20)


Auch Spanien und Schweden melden Fälle der Corona-Mutation

Die in Großbritannien entdeckte Variante des Coronavirus ist erstmals auch in Spanien aufgetreten. In Madrid seien vier Ansteckungen mit dieser Mutation nachgewiesen worden, teilte ein Mitglied der Provinzregierung am Samstag mit. Außerdem gebe es drei Verdachtsfälle. Drei der bestätigten Fälle seien alle per PCR-Tests in der Familie eines Mannes festgestellt worden, der mit einem Flugzeug aus London eingetroffen sei.

Beim vierten Infizierten handele es sich um einen jungen Mann, der ebenfalls aus London kommend am Dienstag in Madrid eingereist sei. Der Minister beruhigte die Bürger der Region um die Hauptstadt: „Das ist für uns kein Grund, nervös zu werden.“ Den vier mit dieser neuen Virusvariante infizierten Menschen gehe es auch relativ gut, betonte er.

Die britische Variante des Virus sei zwar ansteckender als andere, aber sie führe den bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht zu einem schwereren Verlauf der Covid-19-Erkrankung. Am Samstag hatte auch Schweden von einem ersten Fall der Virus-Mutation berichtet. Bereits in den vergangenen Tagen wurde diese in Italien, Frankreich, Deutschland und auch Japan festgestellt. Die Infizierten waren fast alle zuvor aus Großbritannien eingereist. (Quelle: TSP, 26.12.20)


Ab Sonntag: Tschechien wieder im Lockdown

Tschechien geht nach den Weihnachtsfeiertagen zurück in den Lockdown. Angesichts steigender Fallzahlen gilt von Sonntag an die höchste Corona-Warnstufe der Regierung. Die meisten Geschäfte müssen – weniger als einen Monat nach ihrer Wiedereröffnung – erneut schließen. Geöffnet bleiben Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Es dürfen nur Waren für den täglichen Bedarf angeboten werden. Landesweit gelten Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre in der Zeit von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens. In der Öffentlichkeit dürfen sich nicht mehr als zwei Personen treffen. Eine Ausnahme für die Silvesternacht ist nicht vorgesehen.

Die Maßnahmen, die einem dritten Lockdown gleichkommen, gelten zunächst bis zum 10. Januar. Betroffen ist auch der Wintersport: Die Skilifte müssen ihren Betrieb einstellen. An Hochzeiten und Begräbnissen dürfen maximal 15 Personen teilnehmen.

Die Infektionszahlen waren zuletzt angestiegen. Am Samstag meldeten die Behörden 2669 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Pandemiebeginn gab es knapp 668.000 Corona-Infektionen und 10.950 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner. (Quelle: TSP, 26.12.20)


Grafschaft Bentheim: 60 Neuinfektionen

60 Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldet der Landkreis Grafschaft Bentheim am 2. Weihnachtstag. Laut dem Corona-Dashboard der Nordhorner Kreisverwaltung steigt die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie auf 2.439. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 56.
Derzeit befinden sich 1.050 Personen in Quarantäne, als genesen gelten 1.803 Grafschafter. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt erneut und liegt nun nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes bei 236,2.

Die aktuellen 580 Covid-19-Fälle teilen sich wie folgt auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 39 (-2), Emlichheim: 51 (+4), Uelsen: 105 (-3), Neuenhaus: 50 (+2), Wietmarschen: 39 (0), Nordhorn: 200 (+19), Schüttorf: 96 (+7)

(Quelle: GN, 26.12.20)


Ägypten: Krankenhaus-Brand tötet sieben Corona-Erkrankte

Bei einem Feuer in einem Krankenhaus nördlich von Kairo sind mindestens sieben Corona-Patienten ums Leben gekommen. Der Brand sei am Samstag aus noch ungeklärter Ursache in der Klinik in Obur am Rande der ägyptischen Hauptstadt ausgebrochen, hieß es aus Sicherheits- und Justizkreisen. Fünf weitere Menschen seien bei dem Brand auf der Intensivstation verletzt worden.

Bei einem ähnlichen Vorfall in der Türkei vor wenigen Tagen war der Sauerstofftank eines Beatmungsgeräts explodiert, zehn Menschen starben im dadurch ausgelösten Feuer.

Ägypten hat seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 130.000 Infektionen und über 7300 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Bereits im Juni waren bei einem Brand in einem Krankenhaus in Alexandria sieben Coronavirus-Patienten getötet und sieben weitere verletzt worden. (Quelle: TSP, 26.12.20)


Halberstadt: 101-jährige Edith Kwoizalla erhält ersten Impfstoff in Deutschland

In Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben bereits am Samstag Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Im Seniorenzentrum Krüger wurde die 101 Jahre alte Edith Kwoizalla als erste Bewohnerin geimpft. Beobachtern zufolge nahm sie den Pieks gelassen und mit einem Lächeln hinter dem Mund-Nasen-Schutz entgegen. Der Landkreis habe zuvor angefragt, ob die Einrichtung vorbereitet sei, sagte Betreiber und Pflegefachkraft Tobias Krüger.

„Jeder Tag, den wir warten, ist ein Tag zu viel“, sagte er. Insgesamt ließen sich den Angaben zufolge 40 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 10 Mitarbeitende impfen. Der offizielle Impfstart ist in Deutschland für Sonntag geplant. Am Samstag wurden einige Zehntausend Impfdosen ausgeliefert. Sie werden von den zuständigen Landesbehörden an Impfzentren und mobile Teams verteilt. Zuerst sollen Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

(Quellen: FAZ, TSP, 26.12.20)


Niedersachsen fördert Homeoffice: Bisher 3,75 €/Einw. ausgezahlt

Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeitswelt verändert. „Viele niedersächsische Firmen haben finanzielle Zuschüsse vom Land in Anspruch genommen, um auf Homeoffice umzustellen“, meldet der NDR.

Laut Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) haben je nach Branche bis zu 60 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeiten der Heimarbeit genutzt. Firmen konnten sich das Einrichten von Homeoffice-Arbeitsplätzen mit dem sogenannten Digitalbonus bezuschussen lassen. Nach Ansicht des Ministers sind die Fortschritte beim Homeoffice ein positiver Nebeneffekt der Corona-Pandemie.

Der Bonus sei zum beliebtesten Förderinstrument des Wirtschaftsministeriums geworden. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, hat die landeseigene NBank bis Dezember Anträge mit einem Gesamtvolumen in Höhe von gut 30 Millionen Euro bewilligt. Das sind bei 8 Millionen EinwohnerInnen in Niedersachsen etwa 3,75 € für jede/n von ihnen.

Die FDP hat unterdessen gefordert, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die von zu Hause arbeiten stärker steuerlich zu entlasten. Dies solle auch für diejenigen gelten, die ihr Büro nicht ausschließlich als solches nutzen. Auf Bundesebene ist bereits eine Homeoffice-Pauschale beschlossen worden

Auch seitens der Grünen kommt Kritik: Die Landesregierung habe den Ausbau der digitalen Infrastruktur versäumt. Gerade in ländlichen Gebieten würden beispielsweise Videokonferenzen aufgrund unzureichender Internetverbindungen häufig unterbrochen. (Quelle: NDR, 26.12.20)


Britische Virus-Mutation auch in Schweden

Die in Großbritannien entdeckte neue Variante des Coronavirus ist in Schweden aufgetaucht. Nach Angaben der schwedischen Gesundheitsbehörden wurde eine Person positiv darauf getestet, die bei der Einreise erkrankte. Die Person sei aus Großbritannien eingereist und befinde sich nun in Quarantäne. Weitere Fälle der neuen Virus-Variante seien bislang nicht festgestellt worden. (Quelle: TSP, 26.12.20)


Österreich im 3. Lockdown – Kurz: „Normalität wieder im Sommer 2021“

Nach einer Lockerung der Regeln über Weihnachten hat in Österreich am Samstag der dritte Lockdown begonnen. Außer Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien bleiben Geschäfte die nächsten drei Wochen geschlossen. Banken und Fahrrad-Werkstätten dürfen auch aufbleiben, Friseure nicht. Häuser und Wohnungen dürfen rund um die Uhr nur mit gutem Grund verlassen werden – allerdings zählen dazu auch Sport oder spazieren gehen. Die erlaubten Kontakte mit anderen Haushalten sind massiv eingeschränkt. Wenn Geschäfte und Kultureinrichtungen am 18. Januar wieder aufgehen, müssen Besucher zunächst einen negativen Corona-Test vorweisen, um sie zu besuchen.

„Ich glaube, dass Tests in den kommenden Monaten eine absolute Normalität werden wie das tägliche Zähneputzen“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Samstag dem ORF. Er rechnet Anfang 2021 in ganz Europa mit einer dritten Infektionswelle. Dank der Impfungen und Tests sei danach Entspannung zu erwarten, sagte er. „Ich rechne damit, dass wir im Sommer wieder in weiten Teilen zur Normalität zurückkehren können.“ Die Zahl der Neuinfektionen war berechnet auf 100.000 Einwohner zuletzt unter die Werte in Deutschland gefallen.

Zahlreiche Skigebiete waren in Österreich auf. Aber sie können wegen strikter Quarantänevorschriften für Einreisende oder etwa in Bayern für Rückkehrer praktisch nur von Einwohnern genutzt werden. Am Semmering rund 100 Kilometer südwestlich von Wien kam es am 1. Weihnachtstag zu Gedrängel auf Rodelwiesen. Deshalb wurden Absperrgitter aufgestellt, um die Zahl der Nutzer zu begrenzen, wie der Bürgermeister sagte. Die Seilbahnen haben die Zahl der Gäste, die transportiert werden können, pro Gondel auf die Hälfte reduziert und Tickets müssen vorab online gekauft werden. (Quelle: TSP, 26.12.20)


Ems-Vechte-Zahlen vom 2. Weihnachtstag

Auf der Internetseite Niedersachsen.de werden die beim Nieders. Landesgesundheitsamt in Hannover angekommenen Emsland-Infektionszahlen mit aktuell 4.896 angegeben. Das sind 29 mehr als am 1. Weihnachtstag. Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit im Emsland bei 89,6; weitere 292 Erkrankte wurden innerhalb einer Woche registriert. Die Zahl der CoViD-19-Opfer im Emsland beträgt unverändert 69.

Zum Vergleich: Nach 324 Neuerkrankungen binnen einer Woche beträgt die 7-Tage-Inzidenz im Nachbarkreis Grafschaft Bentheim aktuell 236,2; dort sind 56 Menschen infolge Corona verstorben.

Die Belegung der Intensivbetten ist laut DIVI unverändert: In den emsländischen Krankenhäuser werden aktuell 4 CoViD-19-Erkrankte (+/-0) intensivmedizinisch behandelt; 3 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 6 (+ 1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen zwei Erkrankte invasiv beatmet werden. (Quelle: BN, 25.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Am 2. Weihnachtstag hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) fünf weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind allein in Niedersachsen bislang 1.775 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist indes wieder gefallen: Sie liegt jetzt bei 111,4 Fällen je 100.000 Menschen. Über die Feiertage wird allerdings auch nicht so viel getestet, wie an normalen Wochentagen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 964 Fälle gestiegen. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 102.614 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Alle Zahlen geben den Stand von Sonnabend, 26.12.2020, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 26.12.20)


GEW fordert: Auf Wechselunterricht umstellen

Die Lehrer-Gewerkschaft GEW fordert eine frühe Entscheidung darüber, wie es nach den vielerorts verlängerten Ferien an den Schulen weitergehen soll. „Es ist abzusehen, dass die Lockdown-Maßnahmen über den 10. Januar hinaus verlängert werden müssen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deshalb bräuchten Lehrer, Schüler und Eltern frühzeitige Informationen.
„Ansagen am Freitag, die am Montag umgesetzt sein sollen, darf es nicht mehr geben. Das hat in der Vergangenheit alle Beteiligten oft genug vor unlösbare Probleme gestellt.“ Tepe sprach sich auch für eine Umstellung auf Wechselunterricht aus. (Quelle: Tagesschau, 26.12.20)


Deutschland-Zahlen

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 14.455 Corona-Neuinfektionen in Deutschland binnen 24 Stunden. Das sind deutlich weniger als vor einer Woche, als 31.300 Neuinfektionen registriert wurden.

Allerdings weist das RKI darauf hin, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel mit weniger Tests und Laboruntersuchungen sowie weniger Übermittlungen von Testergebnissen durch die Gesundheitsämter zu rechnen sei.

Weitere 240 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 170,7 von zuletzt 188,8. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen positiv getestet wurden. Insgesamt sind nun 1.627.103 Ansteckungen und 29.422 Todesfälle bestätigt.
(Quelle: RKI, 26.12.20)


Corona-Mutation auch in Frankreich

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation ist erstmals auch in Frankreich nachgewiesen worden. Das Virus wurde bei einem zuvor aus dem Vereinigten Königreich eingereisten Franzosen festgestellt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Der Mann aus dem zentralfranzösischen Tours sei am Samstag vergangener Woche aus London eingereist und am Montag positiv auf das Virus getestet worden. Untersuchungen hätten am Freitag bestätigt, dass es sich um die mutierte Corona-Variante handelt. Der in Großbritannien lebende französische Staatsangehörige zeige keine Symptome einer Corona-Erkrankung, erklärte das Ministerium weiter.

Die britische Regierung hatte am vergangenen Wochenende darüber berichtet, dass sich in Teilen Englands eine Variante von Sars-CoV-2 ausgebreitet habe, die deutlich ansteckender sein könnte als die bisherige Form. Dies hatte weltweit Besorgnis ausgelöst. Am Donnerstag war ein erster Fall der Virus-Mutation in Baden-Württemberg entdeckt worden. (Quelle: Tagesschau, 26.12.20)


DGB fordert besseren Kündigungsschutz für Corona-Erkrankte

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert einen besseren Kündigungsschutz für Beschäftigte, die an Spätfolgen einer Corona-Infektion leiden, und schlägt dazu eine Reform des betrieblichen Eingliederungsmanagements vor. „Inzwischen wissen wir, dass die Erkrankung oftmals auch mit länger anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen einhergeht. Deshalb muss die Bundesregierung das betriebliche Eingliederungsmanagement jetzt so verbessern und umsetzen, dass es in allen Betrieben fest verankert wird“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel.(Quelle: Tagesschau, 26.12.20)


Impfstart: Städtetag dämpft Erwartungen – „Viel zu wenig Impfstoff“

Der Deutsche Städtetag hat vor zu hohen Erwartungen an den Impfstart an diesem Wochenende gewarnt. Mit dem Start der Impfungen sei ein Anfang gemacht, „aber der Spuk mit dem gefährlichen Coronavirus ist noch nicht vorbei“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung gegenüber Pressevertretern. Die Infektionslage sei aktuell weiterhin besorgniserregend.

„Die Zeit für Massenimpfungen ist noch nicht gekommen. Dafür gibt es zunächst viel zu wenig Impfstoff“, so Jung weiter. Die Impfzentren seien aber eingerichtet und könnten innerhalb von einer Arbeitswoche hochgefahren werden, sagte der Leipziger Oberbürgermeister. Grundsätzlich seien die Städte „sehr erleichtert, dass jetzt mit den Impfungen begonnen werden kann“. (Quelle: Tagesschau, 26.12.20)


Südkorea-Zahlen

Südkorea hat weitere 1.132 Fälle des Coronavirus gemeldet, womit sich die Pandemiezahlen Wiederaufleben in der Weihnachtswoche verschlechtert haben. Das wiederum setzt die Regierung stärker unter Druck, strengere Einschränkungen durchzusetzen.

Die Zahlen, die am Samstag von der Korea Disease Control and Prevention Agency veröffentlicht wurden, erhöhten die Gesamtzahl auf 55.902 erhöht. Das Land hatte gestern 1.241 Fälle gemeldet – die größte tägliche Zunahme seit dem Auftreten der Pandemie. (Quelle: The Guardian, 26.12.20)


USA: Millionen Menschen verlieren ab heute ihre Corona-Hilfen

Millionen US-Amerikanern verlieren heute ihre Arbeitslosen-Hilfen, weil der scheidende US-Präsident Donald Trump das vom US-Kongress nach monatelangen Verhandlungen beschlossene Corona-Hilfspaket nicht billigen will. Ohne die Unterschrift des Präsidenten läuft für etwa 14 Millionen Bürger das Anrecht auf die Hilfen aus.

Trump hatte die Unterzeichnung des Gesetzentwurfs am Dienstag überraschend abgelehnt, nachdem das Weiße Haus zuvor eine Zustimmung signalisiert hatte. Der Entwurf liegt derzeit in Trumps Resort Mar-a-Lago in Florida zur Unterschrift bereit. Der Präsident spielte am Freitag Golf im West Palm Beach Club: Eine Person, die mit seinen Aktivitäten vertraut ist, sagte, Trump sei zusammen mit seinem engen Verbündeten Senator Lindsey Graham auf dem Golfplatz gewesen.

Die Corona-Hilfen von knapp 900 Milliarden US-Dollar sind Teil eines 2,3 Billionen umfassenden Gesetzespakets. Davon sind etwa 1,4 Billionen für regelmäßige staatliche Ausgaben vorgesehen. Da bislang auch diese Gelder blockiert sind, droht ab Dienstag die teilweise Schließung von Behörden. Trump hatte Teile des Entwurfs als verschwenderisch kritisiert.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Präsidenten seien von dessen Ablehnung des Gesetzentwurfes überrascht worden, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Das weitere Vorgehen sei unklar. Trump könne die Hilfen und Staatsgelder immer noch billigen, da er nicht explizit mit einem Veto gedroht habe. (Quelle: ZEIT, 26.12.20)


Mallorca vor regionalem Lockdown?

Milde 18 Grad, der Flugverkehr auf der Insel wurde gerade erst aufgestockt, und die Palma Tourism wirbt mit Videos von beleuchteten, weihnachtlichen Straßen aus der Balearen-Hauptstadt Palma de Mallorca (rund 415.000 Einwohner). Aber auf der Deutschen liebsten Urlaubsinsel ist die Coronavirus-Lage an Weihnachten sehr ernst; denn die Corona-Zahlen steigen ungebremst, weshalb zum Beispiel Nordrhein-Westfalen (NRW) jetzt eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Mallorca ab Montag erlassen hat.

Die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez hat am Mittwoch zu der dramatischen Entwicklung eine Pressekonferenz gegeben. Dabei schilderte sie den Tod einer 25-Jährigen, die am Vortag in Folge einer CoViD-19-Erkrankung in einem Krankenhaus der Balearen gestorben sei.

Fakt ist: Mittlerweile sind die Balearen laut Mallorca Zeitung die Region Spaniens mit den höchsten Fallzahlen. Aber immer noch dürfen Bars und Restaurants auf Mallorca, Ibiza und Menorca im Freien bei milden Dezember-Temperaturen Gäste bedienen.

Die Zahlen: An Heiligabend (24. Dezember) wurden 604 neue Corona-Fälle gemeldet, davon 436 auf Mallorca. Hier lag der R-Wert bei sehr hohen 1,61. Erst bei einem Wert von weniger als 1 nimmt das Infektionsgeschehen ab. Laut Mallorca Zeitung wurden zum selben Zeitpunkt 296 Corona-Patienten auf Mallorca, Ibiza und Menorca stationär in Krankenhäusern behandelt, davon 57 auf den Intensivstationen der spanischen Region.

Die Regionalregierung wird am Montag (28. Dezember) deshalb über neue CoVID-19-Kontaktbeschränkungen beraten. Dem Bericht zufolge könnten ganze Dörfer und Gemeinden mit hohem Infektionsgeschehen abgeriegelt werden. Bisher soll kein Lockdown für die gesamten Balearen beabsichtigt sein.
(Quelle: MallorcaZeitung, 26.12.20)



Großbritannien jetzt mit mehr als 70.000 Corona-Opfern

Hunderte weiterer Todesfälle am 1. Weihnachtstag in England haben die offizielle Gesamtzahl der Corona-Toten in Großbritannien heute auf 70.195 erhöht. Die 32.725 Neuinfektionsfälle bedeuteten, dass das Land mindestens 2.221.312 hat. Die Zahlen dürften jedoch unterschätzt werden, da Nordirland, Schottland und Wales am Weihnachtstag keine Zahlen veröffentlichen.

Separate Zahlen, die von den britischen Statistikbehörden für Todesfälle veröffentlicht wurden, bei denen Covid-19 auf der Sterbeurkunde erwähnt wurde, sowie zusätzliche Daten zu Todesfällen, die in den letzten Tagen aufgetreten sind, zeigen, dass es in Großbritannien inzwischen 86.000 Todesfälle mit Covid-19 gegeben hat.

Die Veröffentlichung der ernüchternden Zahlen erfolgte einen Tag, nachdem sich Premierminister Boris Johnson geweigert hatte, einen dritte nationalen Lockdown auszuschließen. Zuvor hatte er angesichts steigender Infektionen seine Pläne aufgegeben, die Beschränkungen für Millionen in den am stärksten betroffenen Gebieten während der Weihnachtszeit zu lockern. (Quelle: The Guardian, 25.12.20)


Zahlen in Twente (NL): „Heute ganz oben“

In den letzten 24 Stunden wurden in Twente (NL) 793 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Drei Menschen sind an dem Virus gestorben. Dies geht aus Zahlen hervor, die das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) heute Nachmittag veröffentlicht hat.

Der Durchschnitt der letzten sieben Tage liegt bei 692 (letzte Woche 457). In diesem Zeitraum wurden 4.842 Infektionen festgestellt, 1.643 mehr als am vergangenen Freitag, als die Zahl noch bei 3.199 lag. Am Donnerstag wurden 743 Neuinfektionen gemeldet.

Die meisten positiven Tests wurden in Enschede (133) durchgeführt, gefolgt von Twenterand (84) und Hengelo (81). Innerhalb der Region ist Twenterand mit 84 Fällen, umgerechnet auf 100.000 Einwohner, die Gemeinde mit dem höchsten Infektionsfaktor (248,9). Heute sind es 125,7 für die gesamte Region Twente. Damit steht die Region heute ganz oben auf der Liste der 25 niederländischen Sicherheitsregionen.

Niederlande
Das RIVM meldet in den letzten 24 Stunden landesweit 11.550 Neuinfektionen. Das sind 5 weniger als Donnerstag. Dann wurden 11.555 positive Tests gemeldet. (Quelle: Tubantia, 25.12.20)


Niederlande: Reisende aus D brauchen ab Dienstag negativen PCR-Test

Wer in die Niederlande reisen will, benötigt beim Einchecken ab dem 29. Dezember einen negativen PCR-Coronatest. Das gelte gleichermaßen für Reisende per Zug, Bus, Flugzeug oder Schiff, wie das Auswärtige Amt am Freitagabend mitteilte. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein.
Die Niederlande haben laut Auswärtigem Amt Deutschland zum Risikogebiet erklärt. Wer in den Niederlanden angekommen ist, dem wird dringend empfohlen, sich in eine zehntägige Hausquarantäne zu begeben. Der negative Test, der für die Einreise in die Niederlande benötigt werde, sei kein Ersatz für diese Quarantäne. (Quelle: AA, 26.12.20)


GB: Weihnachtsansprache der Queen

Die britische Königin Elizabeth II. hat bei ihrer traditionellen Weihnachtsansprache betrübten und trauernden Menschen Mut zugesprochen. „Sie sind nicht allein“, sagte die Monarchin in der am Freitag übertragenen Ansprache.

Für viele sei die Weihnachtszeit von Trübsal und Trauer um geliebte Menschen gefärbt, andere vermissten Freunde und Familie, die wegen der Coronavirus-Pandemie nicht bei ihnen sein könnten, so die 94-Jährige. Dabei sei das einzige, was sie sich wirklich an Weihnachten wünschten eine Umarmung oder ein Händedruck. „Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, dann sind Sie nicht allein und meine Gedanken und Gebete sind Ihnen sicher“, sagte die Queen.

Die Königin lobte die Arbeit von freiwilligen Helfern während der Corona-Pandemie. „Gute Samariter sind quer durch die Gesellschaft aufgetaucht und haben Fürsorge und Respekt für jedermann gezeigt.“

(Quelle: TSP; 25.12.20)


Zahl der Neuinfektionen in Italien steigt auf mehr als 19.000

Die Gesundheitsbehörden in Italien haben nach knapp zwei Wochen wieder mehr als 19.000 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages verzeichnet. Fast 19.040 Fälle seien demnach gemeldet worden. Höher lag der Wert zuletzt am 12. Dezember, mit damals knapp 20.000 Ansteckungen. Binnen 24 Stunden wurden 459 Tote mit Sars-CoV-2 registriert.

Italien verzeichnet damit seit Beginn der Pandemie mehr als 71.000 Tote mit dem Coronavirus und insgesamt fast 2,03 Millionen Infektionen. Zuletzt schien sich ein Trend sinkender Infektionszahlen abzuzeichnen.

Dem neuesten Corona-Lagebericht zufolge ist außerdem der Reproduktionswert wieder gestiegen und lag für den aktuell erhobenen Zeitraum vom 1. bis zum 14. Dezember bei etwa 0,9. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Dem Gesundheitsministerium macht zudem die weiterhin die hohe Auslastung der Intensivstationen Sorgen.

Um die Pandemie kontrollieren und auch die Kontaktverfolgung der Corona-Fälle sicherstellen zu können, müsse die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf etwa 5.000 bis 6.000 sinken, hatte der Experte des Gesundheitsministerium, Silvio Brusaferro, zuletzt in einem Interview mit der Zeitung Corriere della Sera gesagt. (Quelle: ZEIT, 25.12.20)


Neue Corona-Variante treibt Infektionen in Südafrika nach oben

Durch die neu aufgetretene Coronavirus-Mutation sind die Infektionszahlen in Südafrika stark gestiegen. 14.305 neue Fälle sind innerhalb von 24 Stunden bestätigt worden, so viele wie noch nie zuvor in dem Land. Die südafrikanische Variante 501.V2 ist ansteckender als das ursprüngliche Covid-19-Virus.

Der Sieben-Tage-Durchschnitt hat sich somit in Südafrika innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt. (Quelle: ZEIT, 25.12.20)


Russland verhängt Quarantäne für Reisende aus GB

Berichten der Nachrichtenagentur Interfax zufolge verhängt Russland eine Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus Großbritannien. Die Isolation müsse dann zwei Wochen eingehalten werden.

In Großbritannien ist eine Mutation des Coronavirus aufgetaucht, die bis zu 70 Prozent ansteckender sein soll als der bislang bekannte Erreger. (Quelle: Tagesschau, 25.12.20)


Corona-Mutation auch in Japan

Das mutierte Coronavirus, das sich derzeit in Großbritannien ausbreitet, wurde auch in Japan nachgewiesen. Nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums wurden fünf Personen positiv auf den mutierten Erreger getestet. Alle waren zuvor aus Großbritannien nach Japan eingereist. (Quelle: Tagesschau, 25.12.20)


Basketball: Corona-Fall bei Alba Berlin

Die Bundesliga-Begegnung zwischen dem deutschen Basketball-Meister Alba Berlin und dem Syntainics MBC wird kurzfristig verschoben. Wie die Basketball-Bundesliga heute mitteilte, kann das Spiel morgen nicht stattfinden, da ein Mitglied aus dem Teamumfeld von Alba positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die Person wurde unverzüglich isoliert. Zudem lag eine unklare Kontaktsituation vor. Alle anderen Spieler und Teammitglieder der Berliner wurden negativ getestet.

Double-Gewinner Alba stellte einen Antrag auf Spielverlegung, diesem wurde durch die BBL entsprochen. Über die Neuansetzung werde zu gegebener Zeit informiert, hieß es. Die Berliner hatten bereits vor zwei Monaten erheblich unter dem Coronavirus zu leiden. Damals wurden gleich sechs Profis positiv getestet, mehrere Spiele wurden verlegt.
(Foto: CC s. Archiv v. 27.04.20; Quelle: Sportschau, 25.12.20)


Italien erhält Impfstoff-Lieferung

In Italien ist die erste Lieferung mit dem Corona-Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer angekommen. Das bestätigte das italienische Gesundheitsministerium.

Zuvor hatten Medien übereinstimmend berichtet, dass 9.750 Impfdosen über die belgisch-italienische Grenze transportiert worden seien. Der Transport wurde von Polizeiautos der Carabinieri eskortiert, wie auf einem Video zu sehen war, das das Gesundheitsministerium verbreitete. Die Impfdosen seien auf dem Weg nach Rom.

Am 27. Dezember will Italien in der Hauptstadt die ersten Impfungen verabreichen. Der Tag ist EU-weit als Impfstart vorgesehen, auch in Deutschland soll von da an geimpft werden. (Quelle: Tagesschau, 25.12.20)


Türkei: Einreise nur mit negativem Test

Wer künftig in die Türkei einreisen will, muss zuerst ein negatives Testergebnis vorweisen. Wie Gesundheitsminister Fahrettin Koca mitteilte, gilt das für Flugreisende ab Beginn der kommenden Woche und für alle anderen ab Mittwoch.

Der PCR-Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Wer als Flugpassagier keinen Test vorweisen könne, dürfe gar nicht erst nicht einsteigen, sagte er Koca. Wer aus Großbritannien, Südafrika oder Dänemark komme, werde nach der Einreise darüber hinaus separat in Quarantäne genommen. (Quelle: ZEIT, 25.12.20)


Dänemark macht die meisten Geschäfte dicht

Ab heute müssen in Dänemark die meisten Läden schließen. Betroffen sind auch Geschäfte mit einer Fläche von weniger als 5000 Quadratmetern. Der Lockdown soll vorerst bis zum 3. Januar in Kraft bleiben. Allerdings dürfen die Betreiber noch Pakete ausgeben, die bereits im Internet bestellt und bezahlt wurden.

Supermärkte, Lebensmittelläden, Apotheken und Geschäfte mit medizinischer Ausrüstung dürfen weiter geöffnet bleiben. Einkaufszentren und Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 5000 Quadratmetern mussten in bereits am 17. Dezember schließen, Friseure, Masseure und ähnliche Betriebe dann ab dem 21. Dezember.

(Quelle: NDR, 25.12.20)



Deutschland-Zahlen

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet heute 25.533 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden. 412 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt deutschlandweit bei 188,8.

Das RKI weist allerdings darauf hin, dass über die Feiertage weniger Menschen einen Arzt aufsuchen und weniger getestet wird – und damit auch weniger Infektionen an die Gesundheitsämter übermittelt werden.

(Quelle: RKI/NDR, 25.12.20)


USA verlangen von Briten negativen Coronatest bei Einreise

Britische Staatsbürger müssen künftig einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie in die USA einreisen wollen. Eine entsprechende Regelung gelte ab Montag, teilte die US-Seuchenschutzbehörde CDC mit. In Großbritannien grassiert eine Mutation des Cornavirus, die deutlich ansteckender sein soll. (Quelle: ARD, 25.12.20)


Trauriges Weihnachten: 4 weitere Tote im Emsland

Das Land Niedersachsen meldet vier weitere Corona-Tote im Emsland. Auf der Internetseite Niedersachsen.de werden die in Hannover angekommenen Infektionszahlen mit insgesamt 4.867 angegeben. Das sind 40 mehr als am Heiligen Abend. Die 7-Tage-Inzidenz steigt damit auf 97,9; das sind weitere 320 Erkrankte innerhalb einer Woche.

Das Traurige sind allerdings die vier Corona-Toten direkt an Weihnachten 2020. Weil der Landkreis keine Details meldet und das Land nur die Summe der Gestorbenen mitteilt, können hier keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt werden. Durch die Verstorbenen steigt die Gesamtzahl der CoViD-19-Opfer im Emsland auf 69.

Die Belegung der Intensivbetten ist laut DIVI unverändert: In den emsländischen Krankenhäuser werden aktuell 4 CoViD-19-Erkrankte (-1) intensivmedizinisch behandelt; 3 (+ 1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (+ 1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen zwei Erkrankte invasiv beatmet werden. (Quelle: BN, 25.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Am Freitag hat das Landesgesundheitsamt 7 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind allein in Niedersachsen bislang 1.770 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist indes wieder gefallen: Sie liegt jetzt bei 119 Fällen je 100.000 Menschen. Über die Feiertage wird allerdings auch nicht so viel getestet, wie an normalen Wochentagen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 1.332 Fälle gestiegen. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 101.650 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Alle Zahlen geben den Stand von Freitag, 25.12.2020, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 25.12.20)


Grafschaft Bentheim: Die Zahlen

553 Grafschafter gelten am 1. Weihnachtstag als mit dem Coronavirus infiziert, seit Beginn der Pandemie sind es insgesamt 2379. Das sind 65 mehr als noch an Heiligabend. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung liegt unverändert bei 56.
Die Zahl der Genesenen stieg um 30 auf 1770. 996 Grafschafter sind weiterhin in Quarantäne. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt erneut und liegt nun nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) bei 224,6.

Die aktuellen 553 Covid-19-Fälle teilen sich wie folgt auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 41 (+2), Emlichheim: 47 (0), Uelsen: 108 (+10), Neuenhaus: 48 (+6), Wietmarschen: 39 (0), Nordhorn: 181 (+9), Schüttorf: 89 (+8)
(Quelle: GN, 25.12.20)


Querdenken-Initiator ruft zu Demo-Pause auf

Der Initiator der sogenannten Querdenker, Michael Ballweg, hat die Gegner der Corona-Maßnahmen dazu aufgerufen, das über den Jahreswechsel verhängte Versammlungsverbote in Berlin zu respektieren. In einer Videobotschaft rief Ballweg dazu auf, nicht zur Jahreswende zu Demonstrationen in die Hauptstadt zu fahren. Stattdessen solle man Kräfte für den Frühling sammeln.

Ballweg kündigte auch an, dass er „bis auf Weiteres“ keine Großdemonstrationen mehr anmelden wolle und empfehle dies auch „allen Querdenken-Gruppen in allen Orten Deutschlands“. Allerdings würde es ihn freuen, wenn weiterhin „kleine Versammlungen in ganz Deutschland“ unter Beachtung der Corona-Auflagen abgehalten würden.

Bei vergangenen Querdenken-Demonstrationen hatten sich viele Teilnehmer nicht an die Auflagen zum Schutz vor dem Coronavirus wie etwa Abstandsgebote gehalten. Demonstrationen der Bewegung wurden deshalb wiederholt von der Polizei aufgelöst. (Foto: Wald-Burger8 GNU Free Documentation License; Quelle: Tagesschau, 25.12.20)


US-Kongress streitet weiter über Corona-Hilfspaket

Im US-Kongress gibt es weiter Streit um das geplante weitere Hilfspaket gegen die Corona-Krise. Die Republikaner wendeten sich gegen einen Vorstoß der Demokraten, die geplanten Direktzahlungen an Bürger deutlich aufzustocken. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, appellierte daraufhin an den scheidenden Präsidenten Donald Trump, Druck auf seine Parteikollegen auszuüben, um deren „Blockade zu beenden“.

Im Streit um das gigantische Hilfspaket mit einem Volumen von rund 900 Milliarden Dollar (740 Milliarden Euro) hatten sich zuletzt die Fronten verschoben. Trump lehnte das in mühseligen monatelangen Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten ausgehandelte Maßnahmenbündel überraschend ab. Er nannte die darin vorgesehenen Schecks für Bürger von bis zu 600 Dollar „lächerlich“ niedrig und verlangte eine Erhöhung auf 2000 Dollar. Dies entspricht der ursprünglichen Forderung der oppositionellen Demokraten, diese wird aber von Trumps Republikanern als zu hoch abgelehnt. (Quelle: Tagesschau, 25.12.20)


Corona-Impfung in Lateinamerika beginnt

Mexiko, Chile und Costa Rica haben als erste Länder in Lateinamerika mit der Impfung der Bevölkerung gegen das Coronavirus begonnen. Der Impfstart in Mexiko wurde während der morgendlichen Pressekonferenz von Präsident Andrés Manuel López Obrador live übertragen. Alle drei Länder benutzten den Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer. Die erste Ladung des Impfstoffes war am Mittwoch aus Belgien in Mexiko angekommen. Sie stammte Medienberichten zufolge aus dem Pfizer-Produktionswerk in Puurs, von wo aus
auch der Impfstoff für Deutschland ausgeliefert werden soll. (Quelle: Tagesschau, 25.12.20)


Papst Franziskus hat im Petersdom die Christmette gefeiert:
„Nicht sich selbst bemitleiden, sondern andere trösten“

Pandemiebedingt nahmen an der Messe statt der sonst rund 7.000 Besucher in diesem Jahr nur rund 200 teil. Zudem war der Gottesdienst wegen der in Italien derzeit geltenden Sperrstunde in den frühen Abend vorverlegt worden.

In seiner Predigt rief das katholische Kirchenoberhaupt die Menschen zu neuem Selbstbewusstsein auf. Zu wissen, „ein Sohn Gottes, eine Tochter Gottes zu sein“, sei das „unzerstörbare Innerste unserer Hoffnung – der glühende Kern, der das Leben aufrechterhält“. Weiter betonte Franziskus, die Zeit der Menschen sei nicht dazu da, „sich selbst zu bemitleiden, sondern um die Tränen derer zu trösten, die leiden“.

Papst Franziskus hat in diesen Tagen der Stadt Rom 4.000 Corona-Testkits geschenkt, die diese für obdachlose Menschen verwenden soll. Wie die Zeitung „Il Messaggero“ berichtete, stammen die Kits aus Slowenien, von wo auch der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz kommt. Als Bischof von Rom kümmern sich die Päpste traditionell auch um soziale Probleme in der Stadt.

(Foto Manfred Kindlinger, pixabay; Quelle: DLF, BR, 25.12.20)


Weihnachtsansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Steinmeier hat sich zuversichtlich geäußert, dass die Corona-Pandemie überwunden wird. In seiner Weihnachtsansprache erinnerte er an Opfer ebenso wie Helfer. Steinmeier betonte, die allermeisten Menschen in Deutschland verhielten sich rücksichtsvoll und solidarisch.

Die Ansprache wird am ersten Feiertag ausgestrahlt. Der Bundespräsident unterstrich mit Blick auf die Pandemie, zwar sei der Weg noch länger und beschwerlich, das Licht am Ende des Tunnels werde aber heller. Auch dieses Weihnachten sei ein Fest der Hoffnung. Seit dieser Woche seien Impfstoffe zugelassen, ab Sonntag werde geimpft. Man komme dem Ausgang der Krise Schritt für Schritt näher.

Steinmeier sagte auch, er denke an die Menschen, die den Kampf gegen die Krankheit verloren hätten. Viele seien einen bitteren, einen einsamen Tod gestorben, und sie alle fehlten, so der Bundespräsident. Er dankte jenen, die im Kampf gegen das Virus in der ersten Reihe stünden und nannte exemplarisch Ärztinnen, Pfleger, Erzieherinnen, Wissenschaftler und Busfahrer. Das Land sei stark, weil so viele Menschen für andere da seien und in der Krise über sich hinauswüchsen.

Steinmeier betonte, diejenigen, die die Gefahr des Virus leugneten, seien zwar oft besonders laut. Aber die Vernünftigen seien die große Mehrheit. Die allermeisten Menschen im Land verhielten sich rücksichtsvoll und solidarisch.

Der Bundespräsident forderte auch Solidarität mit der jungen Generation. Die Pandemie habe viele junge Menschen ausgebremst – junge Menschen, die in den Beruf einstiegen, eine Ausbildung oder ein Studium hätten beginnen wollen. Man müsse nun dafür sorgen, dass sie in eine bessere Zukunft aufbrechen könnten.

(Quelle: DLF, 24.12.20)


USA-Zahlen

Die US-Seuchenbehörde CDC teilt mit, 3.362 Menschen seien binnen 24 Stunden nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Neuansteckungen habe sich innerhalb eines Tages um 221.408 auf 18.391.571 erhöht. (Quelle: TSP, 24.12.20)


Italien: Infektionen steigen auf mehr als 2 Millionen

In Italien steigt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 18.040 auf insgesamt 2,009 Millionen. Damit ist das Land, das von der ersten Corona-Welle besonders hart getroffen wurde, das achte Land mit insgesamt mehr als zwei Millionen erfassten Ansteckungsfällen.

Zudem melden die Behörden 505 weitere Tote in Zusammenhang mit dem Virus. Seit Ausbruch der Pandemie im Februar sind damit in Italien 70.900 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus verstorben. Das ist die höchste Zahl in Europa und die fünfthöchste weltweit.

(Quelle: ARD, 24.12.20)


FIFA sagt U17- und U20-WM ab

Der Fußball-Weltverband FIFA hat die für das kommende Jahr geplanten U17- und U20-Weltmeisterschaften der Männer wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Die Turniere sollen dann im Jahr 2023 stattfinden, wie die FIFA mitteilte. Die U20-WM wird wie geplant in Indonesien ausgetragen und das U17-Turnier in Peru.

„Die COVID-19-Pandemie stellt weiterhin eine Herausforderung für die Ausrichtung internationaler Sportveranstaltungen dar und wirkt sich restriktiv auf den internationalen Reiseverkehr aus“, hieß es in der FIFA-Mitteilung. „Es wurde deutlich, dass sich die globale Situation nicht auf ein ausreichendes Niveau normalisiert hat, um die Herausforderungen zu bewältigen, die mit der Ausrichtung beider Turniere verbunden sind, einschließlich der Durchführbarkeit der entsprechenden Qualifikationswege.“

(Quelle: ARD, 24.12.20)


Corona-Mutation in Deutschland nachgewiesen

In Baden-Württemberg ist am Donnerstag bei einer Frau die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation B.1.1.7. (auch VUI.202012/01) nachgewiesen worden. Es handele sich um den ersten bekannten Fall in Deutschland, teilte ein Sprecher des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums mit.

Die erkrankte Frau sei am 20. Dezember aus Großbritannien über den Flughafen Frankfurt/Main nach Baden-Württemberg eingereist. Sie befinde sich in häuslicher Isolation. (Quelle: TSP, 24.12.20)


Applaus für Weihnachtspredigt von Bischöfin Fehrs in Hamburg

Mit Applaus haben Besucher eines Freiluft-Weihnachtsgottesdienstes vor dem Hamburger Michel die Predigt von Bischöfin Kirsten Fehrs bedacht. Unter Verweis auf die Weihnachtsgeschichte hatte die Chefin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland heute Nachmittag bei der Christvesper auf dem Kirchplatz vor Sankt Michaelis den „anderen Ort“ in den Mittelpunkt ihrer Predigt gestellt – und trotz der Corona-Pandemie Hoffnung gemacht. „Wir werden uns verändern, wir müssen es sogar. Der Stern bringt uns auf den Weg“, sagte sie vor rund 50 Gottesdienst-Besuchern. Im stündlichen Wechsel finden heute Nachmittag Gottesdienste in und vor dem Michel statt. Die Christmette am späten Abend soll ebenfalls draußen auf dem Kirchplatz abgehalten werden – wo auch gesungen werden darf.
(Foto v. Cachris Awomi CC Attribution-Share Alike 4.0 International; Quelle: NDR, 24.12.20)


Bahn: Viele Züge nur zu einem Drittel belegt

Der über Weihnachten übliche Ansturm auf Zugverbindungen in Deutschland ist ausgeblieben. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die Corona-Pandemie der Grund. Man rechne für den gesamten Weihnachtsreiseverkehr mit einer durchschnittlichen Auslastung von 35 bis 40 Prozent. Um Abstandsregeln besser einzuhalten, setzt die Bahn etwa 100 Sonderzüge ein. Bis Ende des Jahres stehen Fahrgästen demnach 13.000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung. (Quelle: DB, 24.12.20)


Münsterland-Zahlen

Im Münsterland wurden am Mittwoch 545 weitere Menschen mit Corona-Infektion gemeldet, so die offizielle Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) (Stand Donnerstag, 24.12.2020, 00.00 Uhr). Damit ist gleichzeitig die Zahl der akut Infizierten erstmals über die 4.000er-Marke auf 4.101 gestiegen. Seit Beginn der Pandemie wurden münsterlandweit insgesamt 25.481 Corona-Fälle durch Tests nachgewiesen.
Bislang sind im Münsterland 414 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben, das sind vier mehr als am Vortag, so das RKI. Der sogenannte Inzidenzwert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist in Münster und in den Kreisen Borken und Coesfeld gestiegen, in den Kreisen Steinfurt und Warendorf etwas gesunken. (Quelle: WDR, 24.12.20)


(24.12.20)


Dänemark: 33 Fälle des englischen Corona-Virus

Im nördlichen deutschen Nachbarland Dänemark sind bislang 33 Fälle der in Großbritannien aufgetretenen Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Sie seien zwischen dem 14. November und 14. Dezember sowohl in der Hauptstadtregion Kopenhagen als auch in den Regionen Nordjütland, Süddänemark und Seeland gefunden worden, teilte das dänische Gesundheitsinstitut SSI am Donnerstag mit. Das deute darauf hin, dass die neue Variante in Dänemark Fuß gefasst habe, allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. Inwieweit sich die Virus-Variante schneller ausbreite, lasse sich anhand der bisherigen Daten nicht sagen, schrieb das SSI in einer Risikobewertung. Es gebe bislang keine Anzeichen dafür, dass eine Ansteckung mit der neuen Variante einen schlimmeren Verlauf habe oder Impfstoffe nicht gegen sie wirkten. (Quelle: TSP, 24.12.20)


Aus Nigeria gemeldet: Mutation, die nächste

In Nigeria kursiert der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC zufolge eine weitere neue Coronavirus-Variante. Es sieht so aus, als habe sie sich getrennt von den Viren-Mutanten in Südafrika und Großbritannien entwickelt, sagte der Leiter der Africa CDC, John Nkengasong, am Donnerstag. Allerdings gebe es noch wenige Daten darüber und es werde weiter geforscht. Die Variante wurde in zwei Patientenproben entdeckt, die im August und Oktober entnommen wurden, wie aus einem Bericht von Forschern in Nigeria hervorgeht.

Wie weit verbreitet die neue Variante in Nigeria oder in anderen Ländern ist, sei noch nicht bekannt. Nkengasong betonte aber, dass Mutationen bei derartigen Viren nicht ungewöhnlich seien. „Wir sollten erwarten, dass diese neuen Varianten weiter auftauchen werden.“ Die Variante in Nigeria besitze jedoch nicht exakt dieselbe Mutation N501Y, die für die rasche Ausbreitung der Corona-Mutante in Großbritannien verantwortlich gemacht wird.

Forscher haben schon mehrere Coronaviren mit genetischen Veränderungen entdeckt. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO wies darauf hin, dass sich alle Viren mit der Zeit verändern. Die meisten Mutationen brächten ihnen keine Vorteile, manche sogar Nachteile.

Jüngst hatten Großbritannien und Südafrika die Entdeckung von neuen Varianten des Coronavirus verkündet. Diese haben Ähnlichkeiten, hatten sich aber unabhängig entwickelt. Daraufhin hatten etliche Staaten, darunter Deutschland, den Reiseverkehr aus diesen Ländern eingeschränkt.

Der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize hatte bereits vergangene Woche davon gesprochen, dass die Variante 501.V2 in seinem Land kursiere. Sie werde in Südafrika schnell übertragen und sei dort für den Großteil der zweiten Welle der Corona-Pandemie verantwortlich, sagte CDC-Leiter Nkengasong. Allerdings sehe er keinen Grund, in Afrika das Reisen einzuschränken. Man benötige auf dem Kontinent ohnehin bei Reisen einen negativen Corona-Test.

Am Mittwoch hatte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock in Großbritannien zwei Fälle der Mutante 501.V2 aus Südafrika gemeldet. In Großbritannien war zuvor zudem die Variante B.1.1.7. (auch VUI.202012/01) bekannt geworden, die jedoch schon länger dort kursiert. Sie soll sich ebenfalls sehr rasch übertragen aber keine verstärkten Symptome auslösen. (Quelle: TSP, 24.12.20)


Niedersachsen: > 100.000 Infizierte und Tageshöchstzahl Neuinfizierter

Am Donnerstag hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 32 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind allein in Niedersachsen bislang 1.763 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Landesweit steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: Sie liegt jetzt bei 124 Fällen je 100.000 Menschen.
Nach Angaben des NLGA ist auch die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden gestiegen, und zwar um den Höchstwert von 2.147. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 100.318 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Alle Zahlen geben den Stand von Donnerstag, 24.12.2020, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 24.12.20)


Schnelltests und mehr für Lastkraftwagenfahrer in Dover

Ein Team französischer Feuerwehrleute ist mit 10.000 Coronavirus-Tests für LKW-Fahrer nach Dover gekommen, damit die Lastwagenfahrer zu Weihnachten den Ärmelkanal überqueren und nach Frankreich einreisen kömne.

Die französische Botschafterin in Großbritannien, Catherine Colonna, sagte, die beiden Länder seien „Nachbarn, Partner, Verbündete und (ja) Freunde“, und 26 Feuerwehrleute hätten an Heiligabend Tausende von Schnelltests in den Hafen gebracht.

Ein von Colonna auf Twitter veröffentlichtes Bild mit den Hashtags #StrongerTogether und #thursdayvibes zeigte die orangefarbenen Freiwilligen, die am Donnerstag vor Tagesanbruch Covid-Tests an Spediteuren durchführten. Der Schritt erfolgte, als der britische Transportminister Grant Shapps versprach, dass Fähren am Weihnachtstag und am zweiten Weihnachtstag fahren würden, um den Stau aufzulösen beseitigen, der durch die 48-stündige Grenzschließung Frankreichs enstand, mit der die neue, hyperinfektiöse Covid-Mutation am Überqueren des Kanals gehindert werden sollte.

Am Mittwoch hatte es im Hafen von Dover zunehmende Spannungen gegben, als LKW-Fahrer, von denen viele seit mehr als 48 Stunden in Dover feststeckten, gegenüber den britischen Beamten protestierten. Geschätzt wird, dass inzwischen bis zu 10.000 Lkw an den Häfen der Südküste Englands warten, darunter ein LKW-Notparkplatz am Flugplatz Manston, wo inzwischen 170 Soldaten die Versorgung der Lkw-Fahrer unterstützen.

Die französische Botschaft in Großbritannien twitterte:

„26 französische Feuerwehrmänner sind heute Morgen früh in #Dover eingetroffen und haben 10 000 Covid19-Tests mitgebracht. Sie arbeiten bereits eng mit den Briten vor Ort zusammen und testen die Fahrer auf ihrem Weg nach Frankreich! #StrongerTogether #FrancoBritishFriendship ”

Es ist nicht klar, warum die 10.000 französischen Tests an der britischen Küste Kent eigentlich benötigt wurden – die britische Regierung hatte am Mittwochabend bekanntgegebn, dass vier mobile Teststandorte in Betrieb seien und weitere fünf eingerichtet würden -, aber Minister Shapps begrüßte demonstrativ die Hilfe aus Frankreich.

Der britische Minister, der tagelang mit seinem französischen Amtskollegen über die Öffnung der Häfen verhandelt hatte, twitterte: „Wir stellen nicht nur sicher, dass die Fähren jetzt an Weihnachten und am zweiten Weihnachtstag fahren, sondern arbeiten auch hervorragend mit französischen Feuerwehrleuten zusammen, die zusammen mit dem NHS testen und suchen, während unser brillantes Militär sich großartig anstrengt, den durch die Schließung der französischen Grenze entstandenen Stau aufzulösen. “

(Quelle: The Guardian, 24.12.20)



Neues aus der Grafschaft Bentheim: Ausgangssperre eingehalten

Seit Mittwochabend gilt in der Grafschaft Bentheim eine –rechtlich zweifelhafte– nächtliche Ausgangssperre. Nach Angaben der Polizei haben sich die meisten Menschen in der ersten Nacht gleichwohl daran gehalten.

Lediglich sechs Verstöße seien festgestellt worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Es handelte sich demnach um Spaziergänger und Radfahrer, die verbotenerweise auf den Straßen unterwegs waren. Die Betroffenen hätten sich einsichtig gezeigt, müssen aber trotzdem mit Bußgeldern rechnen. Entsprechende Verfahren seien eingeleitet worden, so der Sprecher. Die wenigen Fällen würden die hohe Akzeptanz der Maßnahme zeigen. Die Polizei werde aber dennoch weiter mit zahlreichen Kräften kontrollieren. Betroffen sind von der Ausgangssperre rund 140.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Menschen im Landkreis dürfen ihre Wohnungen, Häuser und Grundstücke zwischen 21 und 5 Uhr nicht mehr „ohne triftigen Grund“ verlassen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover ist es landesweit das erste Mal, dass eine Kommune in Niedersachsen mit einer derartigen Maßnahme reagiert, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Die neue Regel in der Grafschaft Bentheim soll vorerst bis zum 12. Januar gelten.

In der Grafschaft Bentheim lag am Mittwoch der 7-Tage-Inzidenzwert bei 216,5 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. An schärferen Maßnahmen führe bei einem Inzidenzwert von über 200 kein Weg vorbei, sagte Landrat Uwe Fietzek (parteilos). Eine solche Maßnahme sei bereits in zahlreichen Kreisen in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern umgesetzt worden, betonte er. Was er nicht sagte: Die Gerichte haben sie vielfach relativiert oder kassiert (mehr…).

In Niedersachsen bleibt der Landkreis Bentheim bislang aber eine Ausnahme – und das, obwohl auch andere Landkreise auf hohe Inzidenzwerte kommen. Der Landkreis Gifhorn zum Beispiel hatte zwischenzeitlich den landesweit höchsten Wert, auch wenn dieser mittlerweile wieder etwas gesunken ist und aktuell bei 175 liegt. Auf Ausgangssperren hatte man dort auch vorher schon verzichtet. Landrat Andreas Ebel (CDU) appelliert stattdessen an die Bürger, sich auch Weihnachten nur im allerengsten Kreis zu treffen.

Bei solchen Zahlen richten sich alle Augen auf den Start der Impfungen. Laut Landesregierung sind die 50 Impfzentren in Niedersachsen einsatzbereit. Mit dem Impfen begonnen werden soll am 27. Dezember – und zwar in den Landkreisen Osnabrück und Cloppenburg, weil hier die Inzidenzwerte entweder über Wochen sehr hoch lagen und viele Senioren- und Pflegeheime von Corona-Ausbrüchen betroffen waren. (Quelle: NDR, 24.12.20)


Neue Höchstwerte bei Covid-19-Toten und Neuinfektionen in Russland

Russland meldet 29.935 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt haben sich damit mehr als 2,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt. Zudem starben 635 weitere Menschen mit oder an dem Virus, das ist ebenfalls ein neuer Höchstwert. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt damit auf 53.096. Bei den Infektionszahlen liegt Russland weltweit hinter den USA, Indien und Brasilien an vierter Stelle. (Quelle: TSP, 24.12.20)


Studie zeigt: Drei Prozent der Menschen in München hatten Corona

Einer groß angelegten Antikörper-Studie zufolge hatten sich in München bis Anfang November knapp 3,3 Prozent der Einwohner mit dem neuen Coronavirus infiziert. Seit Ende der ersten Welle habe sich die Zahl derjenigen, die Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus entwickelt haben, fast verdoppelt, teilten die Forscher der Infektions- und Tropenmedizin der Uniklinik München auf einer Pressekonferenz mit. Es ist die erste große Studie bundesweit, die Ergebnisse über die Infektionszahlen in der zweiten Welle liefert.

Mit 3,3 Prozent lag die Zahl derjenigen, die sich in der Vergangenheit mit Sars-CoV-2 infiziert hatten, doppelt so hoch wie die Zahl der von den Gesundheitsbehörden bestätigten Fälle. In der ersten Runde lag die Zahl derer, bei denen Antikörper nachgewiesen worden waren, viermal so hoch wie die offiziellen Zahlen. Dass die Dunkelziffer nun geringer sei, zeige auch, dass sich die Teststrategie in Bayern bewähre, sagte Studienleiter Michael Hoelscher.

Die Wissenschaftler um Hoelscher hatten in einer ersten Runde der Untersuchung vom 5. April bis 10. Juni rund 5300 Menschen aus repräsentativ ausgewählten Haushalten untersucht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten gut 1,7 Prozent der Menschen Antikörper entwickelt.

Waren die Forscher im Frühjahr noch persönlich in Teams in den Haushalten erschienen, um den Menschen Blut abzunehmen, schickten sie nun Anfang November den Testteilnehmern ein Kit zur Selbstblutabnahme per Fingerprick zu mit der Bitte, einige Blutstropfen auf ein Filterpapier zu tupfen und dieses per Post zurückzuschicken. Bis zum 9. Dezember – also für die Auswertung der zweiten Welle der Studie – gingen gut 4250 Blutproben ein.

Die Sterblichkeit der Infizierten in der ersten Runde lag nach einer neuen Berechnung bei 0,47 Prozent. Allerdings lässt sich diese Zahl nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen, wo die Infektionssterblichkeit höher liegen dürfte. Einer der Gründe: Die Stichprobe könnte zu klein sein. (Quelle: ZEIT, 24.12.20)


So viele Wunschzettel wie noch nie für den Weihnachtsmann in Himmelpfort

Kinder aus aller Welt haben an den Weihnachtsmann im brandenburgischen Himmelpfort so viele Wunschzettel geschickt wie noch nie. In der Weihnachtspostfiliale der Deutschen Post nördlich von Berlin sei im Corona-Jahr die Rekordzahl von 320.000 Briefen eingegangen, berichtete Unternehmenssprecherin Anke Blenn. Im Vorjahr waren es 294.000 und im Jahr 2014, als die Filiale 30-jähriges Bestehen feierte, 312.000 Wunschzettel. Mit 21.000 Briefen aus 62 Ländern sei auch die Zahl der Einsendungen von Kindern aus dem Ausland in diesem Jahr höher als sonst. Im Vorjahr waren es 14.500.

„Angesichts der Corona-Beschränkungen haben offensichtlich viele Kinder und deren Eltern das Briefeschreiben wieder entdeckt, um sich auf sehr persönliche Weise an den Weihnachtsmann zu wenden, ihm etwas zu malen oder zu basteln“, sagte Blenn. „Neben den Klassikern wie Puppen, Dinos, Polizei- und Feuerwehrautos, Gesellschaftsspielen oder bei den Älteren Smartphones und Tablets wünschten sich 2020 viele Kinder Gesundheit für ihre Familien und dass „Corona weg geht““.

Einige Kinder hätten sich auch Gedanken gemacht, ob der Weihnachtsmann wegen der Corona-Beschränkungen an Heiligabend zur Bescherung kommen könne, berichtete Blenn. Die kleine Nina habe daher geschrieben, der Weihnachtsmann möge ihr die ersehnten Rollschuhe bitte per Post schicken, falls er nicht selbst vorbeikommen könne.

Nach Angaben der Deutschen Post begann die Geschichte der Weihnachtspostfiliale 1984. Zwei Kinder aus Berlin und Sachsen schickten Briefe nach Himmelpfort an den Weihnachtsmann. Eine Postmitarbeiterin beantwortete sie – und im Jahr darauf kamen bereits 75 Briefe an. 1995 stellte die Post zum ersten Mal zusätzliche Mitarbeiterinnen ein, um die Briefberge zu beantworten. (Quelle: TSP, 24.12.20)


Weniger Coronatests in der Weihnachtswoche

Deutsche Labore werden in der Woche vom 21.12 bis 27.12. wohl deutlich weniger Tests auf Sars-CoV-2 durchführen als zuletzt, heißt es im aktuellen Situationsbericht des Robert Koch-Instituts.

Während Labore in der vergangenen Woche rund 1,6 Millionen Proben per PCR auf das neuartige Coronavirus testeten, sind es diese Woche nur rund 1,2 Millionen PCR-Tests. „Insgesamt ist während der Feiertage mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen“, schreibt das RKI. Die Daten dazu könnten deshalb nur ein unvollständiges Bild der epidemiologischen Lage in Deutschland ergeben.

In der vergangenen Kalenderwoche gaben laut RKI 57 Labore einen Rückstau von insgesamt 21.364 abzuarbeitenden Proben an. Das ist etwas mehr als in der Vorwoche.

Auch die Zahl der Tests, die positiv ausfielen, stieg in der vergangenen Kalenderwoche leicht an. Das RKI verweist aber darauf, dass seit einigen Wochen vermehrt Antigen-Tests zum Einsatz kommen. Fallen diese positiv aus, werden sie meist per PCR bestätigt, was sich in einer Erhöhung der Testpositivenrate niederschlagen kann. Ein Vergleich der aktuellen Positivraten mit denen von vor einigen Wochen sei deshalb schwierig.

Viele medizinische Labore arbeiten seit Beginn der Corona-Pandemie sieben Tage die Woche unter großem Einsatz der Fachangestellten. Zu dem immensen Arbeitsaufwand kommen noch Lieferschwierigkeiten. Laut RKI-Bericht gaben 45 Labore an, unter solchen zu leiden. Probleme gab es vor allem dabei, Plastikverbrauchsmaterialien und Pipettenspitzen zu beschaffen. (Quelle: DIE ZEIT, 24.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 24.12.2020, 08:00 Uhr

Die offizielle Statistik, die der Landkreis heute an Heilig Abend mitteilt, meldet heute einen weiteren Toten infolge CoViD-19 in Freren. Bisher sind insgesamt 65 (+1) Infizierte im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben.

Die Infektionsgesamtzahlen steigen auch im Emsland, gleichzeitig steigt die Zahl der als genesen Geltenden: Das belegen die 60 Neuinfektionen seit gestern. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie erhöht sich damit auf 4.791 (+60). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.320 Personen (+43) gestiegen.

Im Emsland sind folglich 406 (+16) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Trotz der zahlreichen neuen Infektionen ist die Zahl der in Quarantäne geschickten Kontaktpersonen auf 1.270 (-210) deutlich gesunken, was man nicht verstehen muss.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 84,1 (= +270 Neuinfizierte in 7 Tagen). Gegenläufig ist die Entwicklung in der Grafschaft Bentheim, wo heute mit 227,5 der höchste Inzidenzwert erreicht wurde.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 CoViD-19-Erkrankte (+/-0) intensivmedizinisch behandelt; 2 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 4 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein/e Erkrankte/r invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 617 Menschen (+8) erkrankt. 557 (+6) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 48 (+2) akut Erkrankten. Seit gestern gab es keine weiteren Verstorbenen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 150 138 1 11
Einheitsgemeinde Emsbüren 90 73 0 17
Samtgemeinde Freren 353 314 13 26
Einheitsgemeinde Geeste 189 154 1 34
Stadt Haren (Ems) 322 310 1 11
Stadt Haselünne 242 204 0 38
Samtgemeinde Herzlake 149 124 1 24
Samtgemeinde Lathen 247 243 0 4
Samtgemeinde Lengerich 112 98 1 13
Stadt Lingen (Ems) 617 557 12 48
Stadt Meppen 507 459 11 37
Samtgemeinde Nordhümmling 160 157 0 3
Stadt Papenburg 559 519 5 35
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 27 20 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 75 61 3 11
Samtgemeinde Sögel 348 332 0 16
Samtgemeinde Spelle 216 180 5 31
Einheitsgemeinde Twist 123 95 2 26
Samtgemeinde Werlte 305 282 8 15
Gesamt* 4791 (+60) 4320 (+43) 65 (+1)
Aktuelle Covid-19-Fälle 406 (+16)

(24.12.20)


Deutschland-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 32.195 neue Fälle und 802 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Donnerstag bekanntgab. Am vergangenen Donnerstag (17.12.) übermittelten die Gesundheitsämter dem RKI 26.923 neue Corona-Fälle und 698 Todesfälle.

Allerdings fehlten bei diesem Wert aus technischen Gründen rund 3500 Infektionen aus Baden-Württemberg. Auch wegen der deswegen entstandenen Nachmeldungen war am Freitag der Höchstwert von 33.777 Neuinfektionen verzeichnet worden. Der Höchststand von 962 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstag bei 196,2. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 425,7, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 327,9. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 95,6 verzeichnet.

Auch die Positivquote der Tests in Deutschland steigt weiter an. Dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend zufolge kletterte der Wert in der Woche 51 vom 14. bis 20. Dezember bei 1,58 Millionen Tests auf 11,67 Prozent. In der Vorwoche waren es bei 1,50 Millionen Tests 11,31 Prozent gewesen. In der Woche vom 9. November waren es bei 1,42 Millionen Tests 8,87 Prozent.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.587.115 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Donnerstag auf 28 770. Rund 1 184 400 gelten nach Schätzungen inzwischen als genesen. (Quelle: RKI; TSP, 24.12.20)


Überblick zur Nacht

  • Kanada ist das zweite Land weltweit, das den Moderna-Impfstoff für den Einsatz erlaubt. Die kanadische Regierung hat außerdem bekannt gegeben, dass sie das Verbot für ankommende Cargo- und Passagierflüge aus Großbritannien bis zum 6. Januar verlängert.
  • Das Finanzministerium In Großbritannien kündigt zusätzliche 800 Mio. GBP an Coronavirus-Mitteln für die autonomen Gebiete Großbritanniens an. 400 Mio. GBP sind für die schottische Regierung, 200 Mio. GBP für Wales und 200 Mio. GBP für Nordirland.
  • Frankreich hat nach Angaben des französischen Gesundheitsbehörden in den letzten 24 Stunden 14.929 neue Covid-Fälle und 276 weitere Todesfälle registriert.
  • Peru wird voraussichtlich im ersten Quartal 2021 eine „bedeutende Menge“ Impfstoffe von der Covax-Allianz erhalten. Die globale Cova-Allianz will dazu beitragen, Covid-19-Impfstoffe für die Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu sichern.
  • New York hat am Mittwoch damit begonnen, internationale Einreisende unter Quarantäne zu stellen, um sich gegen die neue Variante von Covid-19 aus Großbritannien zu schützen.
  • Mexiko wird am Donnerstag mit Ankunft der ersten Impfstoffe mit der Impfung von Gesundheitspersonal beginnen.
  • Die erste Charge des Pfizer Covid-19-Impfstoffs trifft am Mittwochabend (Ortszeit) in Costa Rica ein Die Impfungen beginnen am Donnerstag, sagte Präsident Carlos Alvarado auf einer Pressekonferenz.
  • Nordirland hat einen Fall der neuen britischen Covid-19-Variante bestätigt. Der positive Fall wurde gefunden, nachdem eine Genomanalyse an einer kleinen Anzahl von Verdachtsfällen durchgeführt worden war.
  • Die derzeitige Rate an Coronavirus-Infektionen in Südafrika wird voraussichtlich bald die Zahlen übertreffen, die während der ersten Viruswelle Anfang dieses Jahres aufgestellt wurde, warnte das Gesundheitsministerium in Pretoria.
  • Argentinien hat als erstes lateinamerikanische Land den russischen Impfstoff Sputnik V zugelassen.
  • Das Pharmaunternehmen Moderna erwartet, dass sein Impfstoff vor der in Großbritannien gemeldeten neuen Variante schützt.
  • Großbritannien hat ein Reiseverbot für Passagiere aus Südafrika eingeführt, nachdem iim Land zwei Fälle eines weiteren neuen Covid-19-Stammes gefunden wurden.
  • Die Verkehrskommissarin der Europäischen Union, Adina Valean, sagte, sie sei erfreut, dass gestrandete Lastwagen jetzt „langsam über den Kanal“ kommen, nachdem die Einschränkungen zwischen Frankreich und Großbritannien aufgehoben wurden. (Quelle: The Guardian, 24.12.20)


Peru: Mehr als eine Million Infektionen

Als fünftes Land in Lateinamerika und 17. Land der Welt hat Peru mehr als eine Million Corona-Fälle registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in dem südamerikanischen Land seit Beginn der Pandemie auf 1.000.153. Mehr als 37.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Corona bislang gestorben.

Ende August war Peru, ein Staat mit knapp 32 Millionen Einwohnern, mit 90 Toten je 100.000 Einwohnern zum Land mit der höchsten Sterblichkeit in Zusammenhang mit dem Virus geworden. Trotz großer Bemühungen war es der peruanischen Regierung damals nicht gelungen, die Infektionszahlen zu drücken. (Quelle: Tagesschau, 23.12.20)


GB-Zahlen

In Großbritannien werden 39.237 Neuinfektionen verzeichnet, ein Rekord. Zudem werden 744 weitere Todesfälle bekannt. Am Vortag waren es 36.804 Neuinfektionen und 691 Tote. (Quelle: Tagesschau, 23.12.20)


Aufgeheizte Stimmung unter festsitzenden Lkw-Fahrern in England

Im südenglischen Dover ist es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und wütenden Lkw-Fahrern gekommen, die kurz vor Weihnachten seit Tagen wegen der französischen Grenzblockade zur Eindämmung der neuen Coronavirus-Variante festsitzen. Zahlreiche Fahrer protestierten am Mittwoch in den frühen Morgenstunden mit einem Hupkonzert gegen ihre missliche Situation und zogen in die Straßen rund um den Hafen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Dabei kam es auch zu kurzen Handgemengen mit Polizisten.

Trotz der Wiederaufnahme des Reise- und Frachtverkehrs zwischen Großbritannien und Frankreich dürften tausende Fernfahrer Weihnachten fernab ihrer Familie verbringen. Es werde „einige Tage dauern“, bis sich der immense Lkw-Stau rund um den Hafen von Dover auflöse, warnte die britische Regierung. Dort sind rund 4.000 Laster gestrandet. Der Fähr- und Eisenbahnverkehr lief langsam wieder an – für die Betroffenen ist in der Regel ein negativer Coronatest Voraussetzung.

Es gebe nun „viel zu tun“ und das Problem werde nicht „sofort“ gelöst sein, sagte Wohnungsbauminister Robert Jenrick dem Sender Sky News zur Lage der Lkw-Fahrer. Hunderte von ihnen stecken auf der Autobahn Richtung Dover fest, weitere auf einem ungenutzten Flughafen. Unter anderem dort sollen sich die Fahrer testen lassen können – der negative Coronatest darf nicht älter als 72 Stunden sein.

Der Hafen von Dover hatte in der Nacht zum Mittwoch wieder geöffnet, nachdem sich Paris und London auf eine Lockerung der strikten Reise- und Verkehrsbeschränkungen geeinigt hatten. Frankreich hatte wegen der in Großbritannien aufgetauchten neuen Coronavirus-Variante die Grenzen für den Frachtverkehr geschlossen. Das hatte die Befürchtung von Versorgungsengpässen in Großbritannien vor allem bei frischen Gütern geschürt.

Das Verkehrsministerium sprach am Vormittag von mehr als 5000 Fahrzeugen, die sich in der Grafschaft Kent stauten. Der britische Spediteursverband RHA schätzte, dass es sogar bis zu doppelt so viel sein könnten. Das Hauptaugenmerk lag auf dem still gelegten Flugplatz Manston gut 30 Kilometer nördlich von Dover. Allein hierhin wurden etwa 3000 Lastwagen umgeleitet. (Foto CC s. Archiv v. 20.12.20; Quelle: TSP, 23.12.20)


Biontech und Pfizer liefern weitere 100 Millionen Impfdosen an USA

Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer liefern zusätzliche 100 Millionen Dosen ihres Corona-Impfstoffes an die USA. Die Präparate werden in Anlagen in den USA produziert, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl der Impfdosen für die USA auf 200 Millionen.

Mindestens 70 Millionen der zusätzlichen Impfstoffdosen sollen den Angaben zufolge bis zum 30. Juni 2021 geliefert werden. Die verbleibenden 30 Millionen Dosen sollen bis spätestens 31. Juli folgen. Die US-Regierung werde 1,95 Milliarden Dollar für die zusätzliche Menge bezahlen und habe außerdem die Option, bis zu 400 Millionen zusätzliche Dosen des Biontech/Pfizer-Präparats zu erwerben, hieß es.

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech wird in den USA auf Basis einer Notfallzulassung seit vergangenem Montag eingesetzt. Der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna wird in den USA erst seit dieser Woche verabreicht. (Quelle: 23.12.20)


Lufthansa und Piloten einigen sich auf Sparbeitrag

Im Streit über Personalkostensenkungen in der Corona-Krise hat die Lufthansa mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eine weitere Einigung erzielt. Diese ermögliche der Lufthansa, die Kurzarbeit des Cockpitpersonals bis Ende 2021 zu verlängern, teilten beide Seiten am Mittwoch mit.

Im Gegenzug schließe der Konzern betriebsbedingte Kündigungen für die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Aviation Training sowie eine Teilgruppe der Germanwings-Piloten bis März 2022 aus. Der Sparbeitrag der Piloten steigt damit nach Gewerkschaftsangaben maximal um 450 Millionen Euro auf über 600 Millionen.

Die Airline hat rund 5000 Piloten, von denen viele derzeit wegen des Geschäftseinbruchs in der Pandemie in Kurzarbeit sind. Die Lufthansa will sich von rund 1000 Cockpit-Beschäftigten trennen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erhöhte jüngst den Druck auf die Piloten. „Mangels Einigung wird es wohl erstmals in der Geschichte unseres Unternehmens im zweiten Quartal 2021 so weit sein, dass uns 500 Kapitäne und 500 Erste Offiziere verlassen müssen“, sagte Spohr vor kurzem.

Mit der Gewerkschaft Verdi hat sich die Lufthansa bereits auf ein Krisenpaket für die rund 24.000 Tarifbeschäftigten am Boden geeinigt. Auch mit der Gewerkschaft UFO gibt eine Einigung für das Kabinenpersonal. (Quelle: TSP, 23.12.20)


NRW führt grundsätzliche Corona-Testpflicht für Einreisende ein

Nordrhein-Westfalen will ab sofort eine grundsätzliche Corona-Testpflicht für Einreisende einführen. Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf an. Da die bisherige Messlatte für Risikogebiete bei über 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen gerechnet auf 100.000 Einwohner sei, sei „fast jedes Land des Erdballs“ von der Neuregelung betroffen, sagte Laumann. Die Testpflicht werde für Ein- und Rückreisen per Flugzeug, Auto und andere Verkehrsmittel gelten.

Es gebe zwar auch zwingend nötige Reisen, für andere habe er derzeit aber kein Verständnis, betonte der Minister. Er halte es für angemessen, Ein – und Rückreisenden jetzt solche Schnelltest aufzuerlegen. Unter anderem sollten Flughäfen Angebote für Schnelltests bereit halten.

Am Dienstag hatte bereits Bayern eine solche Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten beschlossen. Sie gilt ab heute. (Quelle WDR, 23.12.20)


Mehr als 3.400 Tote in den USA – zweithöchste Tageszahl

In den USA sind binnen eines Tages 3401 Tote infolge einer Coronavirus-Infektion verzeichnet worden. Das ging am Mittwochmorgen (MEZ) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore für Dienstag hervor. Das ist die zweithöchste je registrierte Tageszahl in dem Land. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Mittwoch mit 3682 Corona-Toten verzeichnet worden.

Die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden lag am Dienstag bei 195.033. Der bisher höchste Wert wurde mit 249.709 am 18. Dezember registriert.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 18,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 322.800 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt. (Quelle: TSP, 23.12.20)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Mittwoch 26 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 2254. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt bei 56. In Quarantäne befinden sich derzeit 1156 Personen, als genesen gelten 1704 Grafschafter. Der Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes beträgt 216,5.
Die aktuellen 494 Covid-19-Fälle teilen sich wie folgt auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 35 (+1), Emlichheim: 40 (+2), Uelsen: 91 (+8), Neuenhaus: 41 (+1), Wietmarschen: 38 (+3), Nordhorn: 169 (-1), Schüttorf: 81 (+6) (Quelle: GN, 23.12.20)


Zahlen von Nebenan

In den letzten 24 Stunden wurden 377 Menschen in Twente (NL) positiv auf das Corona-Virus getestet. Elf Menschen sind an dem Virus gestorben. Dies geht aus Zahlen hervor, die das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) am Mittwochnachmittag veröffentlicht hat.

Der Durchschnitt der letzten sieben Tage liegt bei 642 (letzte Woche 370). In diesem Zeitraum wurden 4.494 Infektionen diagnostiziert, 1.904 mehr als am vergangenen Mittwoch, als die Zahl noch bei 2.590 lag. Gestern waren 474 Neuinfektionen gemeldet worden.

Die meisten positiven Tests gab es in Enschede (73), gefolgt von Hengelo (45) und Twenterand (38). Innerhalb der Region ist Twenterand mit 38 Fällen, die auf 100.000 Einwohner umgestellt wurden, die Gemeinde mit dem höchsten Kontaminationsfaktor (112,6). Heute sind es 59,7 für die gesamte Region Twente. Damit steht die Region heute auf Platz 15 der Liste der 25 niederländischen Regionen.

Im östlichen Teil des Achterhoek wurden innerhalb von 24 Stunden 96 Neuinfektionen gemeldet. Die meisten Fälle kommen aus der Gemeinde Berkelland (37), gefolgt von East Gelre (24). Ein Toter wurde im östlichen Teil des Achterhoek registriert.

Das RIVM meldet in den letzten 24 Stunden 10.447 Neuinfektionen in den Niederlanden. Das sind 576 mehr als Dienstag, als 9.871 positive Tests gemeldet wurden (Quelle: Tubantia, 23.12.20).


Ausgangssperre in der Grafschaft BentheimZahlen von Nebenan

Seit heute Abend gilt in der Grafschaft Bentheim eine Ausgangssperre. Betroffen sind rund 140.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Bewohner im Landkreis dürfen ihre Wohnungen, Häuser und Grundstücke zwischen 21 und 5 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover ist es landesweit das erste Mal, dass eine Kommune in Niedersachsen mit einer derartigen Maßnahme reagiert, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Die neue Regel in der Grafschaft Bentheim gilt vorerst bis zum 12. Januar.

Eine Ausnahme gibt es nur für den Heiligabend. An diesem Tag beginnt die Ausgangssperre erst um 22 Uhr. Auch ausgenommen von der Sperre werden Wege, die aus beruflichen oder ärztlich notwendigen Gründen unvermeidbar sind. Gassi gehen von Einzelpersonen mit dem Hund sei ebenfalls weiter möglich, hieß es.

In der Grafschaft Bentheim gab es am Mittwoch einen Wert von 216,5 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche. An schärferen Maßnahmen führe bei einem Inzidenzwert von über 200 kein Weg vorbei, sagte Landrat Uwe Fietzek (parteilos). Eine solche Maßnahme sei bereits in zahlreichen Kreisen in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern umgesetzt worden, betonte er.

In Niedersachsen bleibt Bentheim bislang aber eine Ausnahme – und das, obwohl auch andere Landkreise auf hohe Inzidenzwerte kommen. Der Landkreis Gifhorn zum Beispiel hatte zwischenzeitlich den landesweit höchsten Wert, auch wenn dieser mittlerweile wieder etwas gesunken ist und aktuell bei 175 liegt. Auf Ausgangssperren hatte man dort auch vorher schon verzichtet. Landrat Andreas Ebel (CDU) appelliert stattdessen an die Bürger, sich auch Weihnachten nur im allerengsten Kreis zu treffen.

Bei solchen Zahlen richten sich alle Augen auf den Start der Impfungen. Laut Landesregierung sind die 50 Impfzentren in Niedersachsen einsatzbereit. Mit dem Impfen begonnen werden soll am 27. Dezember – und zwar in den Landkreisen Osnabrück und Cloppenburg, weil hier die Inzidenzwerte entweder über Wochen sehr hoch lagen oder viele Senioren- und Pflegeheime von Corona-Ausbrüchen betroffen waren.(Quelle: 23.12.20)


Neue Virus-Varianten breiten sich international aus

Die ansteckendere, zuerst in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus ist nun auch in Israel nachgewiesen worden. Das Gesundheitsministerium berichtet von vier bekannten Fällen.

In Großbritannien wiederum ist eine weitere Variante des Coronavirus aufgetaucht. „Wir haben zwei Fälle einer anderen neuen Variante des Coronavirus hier in Großbritannien entdeckt,“ sagt Gesundheitsminister Matt Hancock. Dabei handele es sich um Kontaktpersonen von aus Südafrika in den vergangenen Wochen eingereisten Infizierten. „Diese neue Variante ist höchst besorgniserregend, weil sie noch übertragbarer ist und anscheinend weiter mutiert ist als die (erste) neue Variante.“

Es handelt sich den Angaben zufolge um die Mutante mit der Bezeichnung 501.V2. Am vergangenen Freitag hatte der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize davon gesprochen, dass 501.V2 in seinem Land kursiere.

Die beiden in Großbritannien Infizierten und ihre Kontakte hätten sich in Isolation begeben, sagte Hancock. Zudem seien sofortige Maßnahmen für Einreisen aus Südafrika getroffen worden, Details dazu wurden nicht genannt.

Zuletzt hatten sich die Infektionszahlen in Großbritannien deutlich erhöht. Hancock kündigte an, dass von diesem Samstag (26. Dezember) an die Corona-Maßnahmen in weiteren Gebieten in Südengland deutlich verschärft werden. Dort gelten dann weitreichende Ausgangs- und Reiseverbote wie bereits seit einigen Tagen in London.

Der Roche-Konzern geht davon aus, dass die in Großbritannien aufgetretene Variante des Coronavirus die Genauigkeit seine Covid-19-Tests nicht beeinträchtigt. Mit einer Analyse seiner Antigen-Schnelltests soll diese Annahme untermauert werden. „Wir werden unsere Ergebnisse teilen, sobald diese Untersuchungen abgeschlossen sind“, erklärt Roche.

Der vor allem für seine Krebsmedikamente bekannte Pharmariese ist auch der weltgrößte Anbieter von Tests und Verfahren zur Diagnose von Erkrankungen. (Quelle TSP, 23.12.20)


Pflegeheim darf Besuch ohne Schnelltest verweigern

Ein Pflegeheim darf Besucher nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Aachen zurückweisen, wenn diese einen Schnelltest verweigern. Das Gericht gab nach eigenen Angaben vom Mittwoch einem entsprechenden Eilantrag eines Pflegeheims aus Würselen statt. Das Pflegeheim hatte sich mit dem Antrag gegen eine Regelung in der Allgemeinverfügung „Pflege und Besuche“ des NRW-Gesundheitsministeriums gewandt.

Nach Angaben des Gerichts sieht die Regelung im Gegensatz zu ihrer bis zum 20. Dezember geltenden Fassung vor, dass einem Besucher, der einen Corona-Schnelltest ablehnt, der Besuch deshalb nicht verweigert werden darf. Das Pflegeheim aus Würselen berief sich darauf, dass nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts eine Testpflicht für Besucher einer Pflegeeinrichtung ausdrücklich empfohlen werde. Werde hierauf verzichtet, führe dies zu einer massiven Verschlechterung des Infektionsschutzes in der Pflegeeinrichtung.

Das Verwaltungsgericht folgte dieser Argumentation. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Einrichtungsleitungen einerseits ausdrücklich ermächtigt würden, den Besuch des Heims bei Verweigerung eines Kurzscreenings auf Erkältungssymptome zu verbieten, dies aber nicht gelten solle, wenn der Schnelltest verweigert werde.(Beschl. v. 23.12.20, Az. 6 L 949/20)
(Quelle: TSP, 23.12.20)


Genehmigung für AstraZeneca-Impfstoff in Großbritannien beantragt

Die Universität Oxford und der Pharmakonzern AstraZeneca haben in Großbritannien die Zulassung für den von ihnen entwickelten Corona-Impfstoff beantragt. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, er sei „hoch erfreut“, dass die Daten des „hier im Vereinigten Königreich entwickelten Impfstoffs“ der Gesundheitsbehörde MHRA „vollständig“ vorgelegt worden seien.

Inzwischen wurde der Impfstoff von Biontech und Pfizer in Großbritannien bereits 500.000 Mal verimpft. Allerdings setzt die britische Regierung vor allem auf den Impfstoff, der von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelt wurde. Von diesem Impfstoff wurden bereits 100 Millionen Dosen bestellt. Die Produktion ist laut Hancock angelaufen. (Quelle: WDR, 23.12.20)


Verwaltungsgericht Aachen: Nächtliche Ausgangssperre rechtswidrig

Der Kreis Euskirchen hat heute eine bereits gestern gerichtlich beanstandete Allgemeinverfügung erneut bekanntgegeben. Diese Fassung, die morgen in Kraft treten soll, hat der Landkreis u. a. damit begründet, dass der Inzidenzwert die maßgebliche Schwelle überschritten habe. Aktuell liege er in Euskirchen bei 209,1. Die Allgemeinverfügung sieht – ähnlich wie dies für den Kreis Düren bereits gilt und für Stadt und Städteregion Aachen erwartet wird – u. a. eine nächtliche Ausgangsbeschränkung zwischen 22 Uhr und 5 Uhr sowie weitere Einschränkungen für private Zusammenkünfte vor. Der Antragsteller, der bereits den stattgebenden Beschluss vom gestrigen Tag erstritten hatte, hatte sich auch gegen die Neuregelung mit einem Eilantrag gewendet.

Die 7. Kammer hat diesem Antrag mit Beschluss vom heutigen Tag teilweise stattgegeben. Zur Begründung hat sie ausgeführt, die Regelung betreffend die nächtliche Ausgangsbeschränkung sei voraussichtlich rechtswidrig. Es sei bereits ernstlich zweifelhaft, ob der Kreis eine derart einschränkende und eine Vielzahl von Lebenssachverhalten betreffende Regelung im Wege einer Allgemeinverfügung habe treffen können. Es spreche Vieles dafür, dass es hierfür des Erlasses einer Rechtsverordnung bedurft hätte, für die aber nicht der Kreis, sondern das für Gesundheit zuständige Landesministerium zuständig gewesen wäre. Überdies bestünden erhebliche Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Ausgangsbeschränkung. Die Allgemeinverfügung ziele offenkundig darauf ab, das Treffen mehrerer Personen im privaten Raum aus Infektionsschutzgründen nach Möglichkeit zu unterbinden. Dies könne aber bereits erreicht werden durch die geregelten Beschränkungen dieser Treffen. Einer Ausgangssperre, für die überdies nur wenige Ausnahmetatbestände formuliert seien, bedürfe es daneben nicht.

Die Kontaktbeschränkungen für Treffen im privaten Raum (u. a. Beschränkung auf den eigenen Hausstand und die Angehörigen eines weiteren Hausstandes mit höchstens insgesamt fünf Personen) seien demgegenüber voraussichtlich nicht zu beanstanden. Ihre Geeignetheit, zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beizutragen, könne nicht bezweifelt werden. In Anbetracht der überragenden Bedeutung des Rechts auf Leben und Gesundheit der Bevölkerung, die es vor einer ungebremsten Ausbreitung der COVID-19-Erkrankung zu schützen gelte, um eine Vielzahl von teils schweren Erkrankungen und Todesfällen sowie eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, erwiesen sich diese Beschränkungen als verhältnismäßig. Die Beschränkungen seien zudem zeitlich bis zum 10. Januar 2020 begrenzt. (VG Aachen, Beschl. v. 23.12.20, Az. 7 L 951/20)

(Quelle: VG Aachen, 23.12.20)


Ermittlungen gegen Heimleitung in Wolfsburg vor der Einstellung

Nach nach fast neun Monaten will die Staatsanwaltschaft Braunschweig ihre Ermittlungen gegen den Verantwortlichen des Hanns-Lilje-Heims in Wolfsburg einstellen. Das berichtet unter anderem der NDR.

Das diakonische Alten- und Pflegeheim war wegen eines massiven Corona-Ausbruchs mit 47 Todesfällen im Frühjahr dieses Jahres international in die Schlagzeilen geraten. Die Staatsanwaltschaft habe keine Hinweise für eine fahrlässige Tötung durch den Heimbetreiber gefunden, berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ am Mittwoch. Der Rechercheverbund beruft sich auf Justizkreise und auf Angehörige, die sich an die Behörde gewandt hatten. Ein strafbares Fehlverhalten habe nicht festgestellt werden können. Der Rechtsanwalt und die Angehörigen, die die Strafanzeige gegen die Diakonie gestellt hatten, haben nun zwei Wochen Zeit, einer Einstellung zu widersprechen.

Von den etwa 160 meist hochbetagten Bewohnerinnen und Bewohnern des Heims, das auf demenzkranke Menschen spezialisiert ist, waren zu Beginn der ersten Corona-Welle in Deutschland 112 an Corona erkrankt. Auch mehr als 40 Pflegekräfte hatten sich infiziert. Das Hanns-Lilje-Heim gehörte damit zu den bundesweit am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Einrichtungen für alte Menschen. Ein Wolfsburger Rechtsanwalt hatte daraufhin Strafanzeige erstattet und sie mit Hinweisen auf angeblich katastrophale Hygiene- und Arbeitsbedingungen in dem Heim begründet.

Das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung richtete sich gegen den Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Wolfsburg, die Trägerin des Heims ist. Im Raum stand der Vorwurf, dass bei der Behandlung der Corona-Fälle im Heim rechtswidrig gehandelt wurde – auch durch Unterlassen. Die Staatsanwaltschaft befragte daraufhin Angehörige und Pflegekräfte und wertete sämtliche Krankenakten aus.

NDR und WDR hatten eine Dokumentation über das Hanns-Lilje-Heim gedreht, die im Oktober in der ARD gesendet wurde. Darin schildern Pflegekräfte, dass die Vorwürfe für das Heim sehr stigmatisierend gewirkt hätten. Laut NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ zeigten sich Mitarbeitende des Heims angesichts einer möglichen Einstellung des Strafverfahrens sehr erleichtert. Das Heim sei zu Unrecht an den Pranger gestellt worden. Es sei gut, diesen Druck nicht ins neue Jahr mitnehmen zu müssen. (Quelle: NDR, 23.12.20)


GB-Urlauber nach Zypern: Ab in die Quarantäne

Reisende, die aus Großbritannien nach Zypern fliegen, werden Weihnachten in einem Quarantänehotel verbringen müssen. Knapp 200 Menschen, die gestern angekommen waren, wurden bereits in eigens zu diesem Zweck gemietete Hotels gebracht. Sie müssen die kommenden sieben Tage in ihren Zimmern bleiben, wie der staatliche zyprische Rundfunk (RIK) berichtete. Traditionell verbringen Tausende Briten ihren Weihnachtsurlaub auf der drittgrößten Mittelmeerinsel, die bis 1960 britische Kolonie war. Viele besitzen Ferienhäuser dort.

Zypern hatte angesichts der Verbreitung eines mutierten Virus in Großbritannien kein allgemeines Einreiseverbot verhängt, dafür aber scharfe Kontrollen eingeführt. Wer aus dem Vereinigten Königreich ankommt, muss einen Corona-Schnelltest machen. Ist er negativ, folgt eine siebentägige Quarantäne. Danach muss ein neuer Test gemacht werden. Erst wenn er auch dieser negativ ausfällt, darf man wieder das Quarantänehotel verlassen.

(Quelle: ARD, 23.12.20)


Kanada gibt Moderna-Impfstoff frei

Nach den USA hat auch Kanada den Einsatz des Coronavirus-Impfstoffs des US-Konzerns Moderna erlaubt. Das teilte das Gesundheitsministerium in Ottawa am Mittwoch mit. Es ist nach dem Präparat von Pfizer/Biontech das zweite Präparat im Einsatz in Kanada. Vergangene Woche hatte Premierminister Justin Trudeau erklärt, dass Kanada noch im Dezember bis zu 168 000 Dosen des Moderna-Impfstoffs bekomme und dass die Auslieferung innerhalb von 48 Stunden nach der Genehmigung des Ministeriums beginnen könne.

Modernas Mittel braucht zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen, um wirksam zu sein; von Pfizer/Biontechs Mittel wird nach drei Wochen eine zweite Dosis verabreicht. Es muss beim Transport aufwendiger gekühlt werden als Modernas Impfstoff. Die USA hatten am Mittwoch bestätigt, 100 Millionen weitere Impfdosen bei Pfizer/Biontech zur Auslieferung bis zum Jahresmitte 2021 bestellt zu haben.

Beide Mittel hatten in Testreihen eine hohe Wirksamkeit von um die 94 Prozent und nur wenige Nebenwirkungen gezeigt. Allerdings ist noch unklar, wie lange die Impfwirkung anhält, weil die behandelte Form des Coronavirus erst seit rund einem Jahr bekannt ist. (Quelle: TSP, 23.12.20)


Niedersachsen: OVG bestätigt Beschränkungen für Familientreffen

Die neuen Corona-Beschränkungen für private Familientreffen bleiben bestehen. Einen Antrag auf vorläufige Außervollzugsetzung hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg abgelehnt.

Die Kontaktbeschränkungen seien notwendig im Sinne des Infektionsschutzgesetzes, teilte das OVG mit. Sie verfolgten das legitime Ziel, die Bevölkerung vor der Infektion zu schützen, die Verbreitung von Covid-19 zu verhindern und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Gegen die Beschränkungen hatte sich ein Mann aus Lübeck mit einem sogenannten Normenkontrolleilantrag gewandt. Er wollte seinen in Niedersachsen wohnenden Vater in dessen aus vier Personen bestehenden Haushalt gemeinsam mit seiner Ehefrau und seiner zweijährigen Tochter besuchen – und zwar außerhalb der Zeit vom 24. bis zum 26. Dezember. Die Vorgaben der Corona-Verordnung verletzten ihn in seinen Grundrechten zum Schutze der Familie, der Menschenwürde und der allgemeinen Handlungsfreiheit, so der Kläger.

Der 13. Senat des OVG sieht dies nicht so. Zwar griffen die Regelungen in den grundgesetzlichen Schutz der Familie und in die allgemeine Handlungsfreiheit sein. Sie stellten aber einen „angemessenen Ausgleich zwischen diesen Grundrechten der Betroffenen und den legitimen Zielen des Verordnungsgebers dar“, so das Gericht. Private Haushalte bildeten ein Schwerpunkt des Ausbruchsgeschehens. Außerdem gebe die Regelung nicht vor, wie in einem Hausstand lebende Menschen ihren Alltag in den eigenen vier Wänden gestalten dürften. Bei wechselnden Teilnehmerkreisen könne man sich daher „mit jeder gewünschten Person treffen“, so das Gericht.

Die für die Weihnachtsfeiertage getroffene Sonderregelung ändere die Einschätzung nicht. Diese sei wegen des grundgesetzlichen Schutzes der staatlich anerkannten Feiertage und des familiären Zusammenlebens sowie des offensichtlich bestehenden Gemeinschaftsbedürfnisses in der Zeit gerechtfertigt. (Quelle: NDR, 23.12.20)


Millionen Dosen Impfstoff freigegeben – Belieferung der EU gestartet

Dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland steht nichts mehr im Wege. Das Paul-Ehrlich-Institut gab die ersten Chargen mit insgesamt mehr als vier Millionen Impfdosen der Hersteller Biontech und Pfizer frei.

Das Institut ist für die Prüfung der Impfstoffe zuständig. Die Freigabe der Chargen ist Voraussetzung für den Einsatz des Vakzins, der am Sonntag beginnen soll. Wie es weiter hieß, wurde das Zertifikat schon gestern ausgestellt – einen Tag nach der Zulassung des Impfstoffs durch die EU-Kommission. Dass die Freigabe so zeitnah erfolgte, lag den Angaben zufolge daran, dass die wissenschaftliche Prüfung der Chargen bereits vor der Zulassung begonnen hatte.

Pfizer begann am Morgen mit den ersten für EU-Länder bestimmten Auslieferungen des gemeinsam mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Corona-Impfstoffs . Drei Tiefkühllaster verließen am Mittwochmorgen das Pfizer-Werk im belgischen Puurs, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Die Transporter wurden demnach von einem großen Polizeiaufgebot begleitet.

In Deutschland sollen die gelieferten Dosen zunächst in ein Zentrallager gebracht werden, wie die ARD berichtet. Wo sich dieses Lager befindet, halte das Gesundheitsministerium geheim. Von dort aus sollten die Impfdosen dann unter Polizeischutz in die einzelnen Bundesländer weitertransportiert werden. Anschließend entscheide jede Landesregierung selbst, wie die Impfstoffe gelagert und an Impfzentren verteilt werden sollen.

Da der Impfstoff bei minus 70 Grad Celsius aufbewahrt werden müsse, seien Spezialbehälter sowie Kontroll- und Überwachungstechnik nötig.Daher würden diese Aufgabe oft Speditionen übernehmen, die sich auf Pharmatransporte spezialisiert hätten. Auf Nachfrage von AFP machte Pfizer keine Angaben zum Bestimmungsort der ersten ausgelieferten Charge.

Die EU-Kommission hatte das Biontech-Pfizer-Vakzin am Montag zugelassen. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) dafür ihr erforderliches grünes Licht gegeben.

Die Impfungen sollen in Deutschland an diesem Sonntag direkt nach Weihnachten beginnen. Die erste Lieferung mit 151.125 Dosen wird nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, die zurzeit den Vorsitz der Länder-Gesundheitsministerkonferenz innehat, am Samstag erwartet.

Jedes Bundesland bekommt zunächst 9.750 Dosen, ausgenommen Bremen, dessen erste Lieferung 4.875 Dosen umfasst. Nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) könnten bis Jahresende 1,3 Millionen Dosen an die Bundesländer ausgeliefert werden. Im Januar würden dann jede Woche mindestens weitere 670.000 Dosen hinzukommen.

Die Barmer-Krankenkasse gab am Mittwoch nach einer bundesweiten Umfrage bekannt, dass sich jeder fünfte Versicherte (22 Prozent) nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wolle. Dabei hätten Zweifel an der Sicherheit der Impfstoffe (68 Prozent), die Furcht vor Nebenwirkungen (60 Prozent) und Zweifel an der Wirksamkeit (52 Prozent) die größten Hürden dargestellt. (Quelle: Tsp, 23.12.20)


Heil bittet um Entschuldigung

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich bei den Menschen entschuldigt, die die Corona-Pandemie wirtschaftlich hart getroffen hat. Die Situation in diesem Jahr sei für viele Menschen eine „Rieseneinschränkung“ gewesen, er müsse alle Betroffenen „um Verständnis und Verzeihung bitten“, sagte Heil im ARD-Morgenmagazin.

Er blicke zurück auf ein Jahr, „das sehr fordernd war für so viele Menschen, die den Laden am Laufen gehalten haben“. Was ihn auch bedrücke, sei die Situation derjenigen, „die jetzt alleine sind“. „Vereinsamung ist brutal, gerade für ältere Menschen“, sagte Heil.

Gleichzeitig betonte der Bundesarbeitsarbeitsminister, dass es richtig gewesen sei, den Menschen in der Krise umfassende finanzielle Hilfen zur Verfügung zu stellen. In einer Zeit, in der sich Menschen Sorgen um ihre Gesundheit machten, müsse es „Ziel eines Sozialstaats sein, zu versuchen, wo immer es geht, andere Sorgen, wirtschaftliche und soziale Sorgen, Menschen von den Schultern zu nehmen“, sagte Heil. Als Versäumnis räumte er ein, dass es früher hätte Schutzkleidung für Menschen in der Pflege geben müssen. (Foto: CC s. Archiv v. 27.11.20; Quelle Tagesschau, 23.12.20)


Lkw aus GB dürfen wieder in die EU – mit negativem Coronatest

Nach 48 Stunden Grenzschließung dürfen Lastwagen wieder von Großbritannien nach Frankreich übersetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Fahrer einen negativen Corona-Test vorlegen können. Verbände rechnen angesichts der schieren Menge an Lkw nicht damit, dass sich der Rückstau in der südostenglischen Grafschaft Kent rasch auflöst. Viele Fahrer werden deshalb das Weihnachtsfest nicht mit ihren Familien verbringen können.

Nach Schätzungen des britischen Verbands der Speditionsunternehmen RHA warten mittlerweile 8000 bis 10.000 Fahrzeuge auf die Ausreise nach Frankreich. Das Land hatte wegen der rasanten Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante die Grenzen zu Großbritannien auch für den Warenverkehr geschlossen. Mehr als 2000 Lastwagen parken auf einem still gelegten Flughafen, Hunderte weitere auf der Autobahn. Nahe der südenglischen Hafenstadt Dover kam es zu Rangeleien zwischen aufgebrachten Lkw-Fahrern und der Polizei.

Der britische Verkehrsminister Grant Shapps teilte mit, es seien ausreichend Schnelltests, die ein Ergebnis nach 30 Minuten anzeigen, in die Region geschickt worden. In der wichtigen Hafenstadt Dover kamen Mitarbeiter des Gesundheitsdiensts NHS an. Sie sollen gemeinsam mit Armeeangehörigen die Tests durchführen. RHA-Chef Richard Burnett betonte, dass auch der Einsatz von Schnelltests für erhebliche Verzögerungen in der Lieferkette sorgen würden. (Quelle: ARD, 23.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch hat das Landesgesundheitsamt 38 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind allein in Niedersachsen bislang 1.731 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Landesweit steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: Sie liegt jetzt bei 121,8 Fällen je 100.000 Menschen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist auch die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden gestiegen, und zwar um 1.606. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 98.171 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Alle Zahlen geben den Stand von Mittwoch, 23.12.2020, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 23.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 23.12.2020, 08:00 Uhr

Die offizielle Statistik meldet heute einen weiteren Toten infolge CoViD-19 in Spelle bzw. Schapen. Bisher sind insgesamt 64 (+1) Infizierte im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben.

Die Infektionsgesamtzahlen steigen auch im Emsland, gleichzeitig steigt die Zahl der als genesen Geltenden: Das belegen die 55 Neuinfektionen seit gestern. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie erhöht sich damit auf 4.731 (+55). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.277 Personen (+71) gestiegen.

Im Emsland sind folglich 390 (-17) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Trotz der neuen Infektionen ist die Zahl der in Quarantäne geschickten Kontaktpersonen auf 1.480 (-240) gesunken

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 99,7 (= +326 Neuinfizierte in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 CoViD-19-Erkrankte (+/-0) intensivmedizinisch behandelt; 2 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 4 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein/e Erkrankte/r invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 609 Menschen (+12) erkrankt. 551 (+8) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 46 (+4) akut Erkrankten.Immerhin gibt es keine weiteren Verstorbenen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 148 138 1 9
Einheitsgemeinde Emsbüren 88 73 0 15
Samtgemeinde Freren 352 306 12 34
Einheitsgemeinde Geeste 185 146 1 38
Stadt Haren (Ems) 320 309 1 10
Stadt Haselünne 237 203 0 34
Samtgemeinde Herzlake 142 122 1 19
Samtgemeinde Lathen 246 243 0 3
Samtgemeinde Lengerich 110 96 1 13
Stadt Lingen (Ems) 609 551 12 46
Stadt Meppen 501 457 11 33
Samtgemeinde Nordhümmling 158 156 0 2
Stadt Papenburg 555 519 5 31
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 27 18 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 72 60 3 9
Samtgemeinde Sögel 345 331 0 14
Samtgemeinde Spelle 213 174 5 34
Einheitsgemeinde Twist 122 94 2 26
Samtgemeinde Werlte 301 281 8 12
Gesamt* 4731 (+55) 4277 (+71) 64 (+1)
Aktuelle Covid-19-Fälle 390 (-17)

(23.12.20)


Bayern verschärft

In Bayern gilt ab sofort eine strenge Corona-Testpflicht für alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Spätestens 72 Stunden nach Einreise muss beim Gesundheitsamt ein Testergebnis vorlegt werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich mit Blick auf internationale Weihnachtsbesuche erfreut über die bayerische Regelung. „Nach allem was ich sehe, finden wieder sehr viele Heimat- und auch Verwandtschaftsbesuche statt in Osteuropa, Balkan, Türkei“, sagte der CDU-Politiker in einem Interview von RTL/ntv. Man müsse miteinander sehr aufpassen, dass durch die Rückreise nicht „gleich eine neue Welle, ein neuer Impuls entsteht“. „Deswegen bin ich dankbar, dass etwa Bayern heute auch sehr klar noch mal gesagt hat: Die Testpflicht wird auch durch- und umgesetzt.“ (Quelle: BR 23.12.20)


Deutschland-Zahlen – Fast 1.000 Tote

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 962 neue Todesfälle. Außerdem wurden 24.740 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch waren 27.728 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 952 Todesfällen verzeichnet worden. Den Höchstwert mit 33-777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100. 000 Einwohner sank leicht auf 195,1. Tags zuvor war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 414,1, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

(Quelle: RKI, 23.12.20)


Joe Biden: „Die dunkelsten Tage im Kampf gegen Covid liegen noch vor uns“

Der künftige US-Präsident Joe Biden macht den Amerikanern angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie keine Hoffnung auf eine rasche Besserung der Lage – im Gegenteil. „Hier ist die einfache Wahrheit: Die dunkelsten Tage im Kampf gegen Covid liegen noch vor uns, nicht hinter uns“, sagte Biden in einer Ansprache vor den Feiertagen. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, unser Rückgrat zu stärken. So frustrierend das ist, wir werden Geduld brauchen, Durchhaltevermögen und Entschlossenheit, um das Virus zu besiegen“, sagte Biden.

Der gewählte Präsident verwies darauf, dass es noch viele Monate dauern werde, bis die rund 330 Millionen Menschen in Amerika gegen das Coronavirus geimpft werden könnten. Daher sei es wichtig, über die Feiertage und darüber hinaus weiter die bekannten Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um weitere Infektionen zu vermeiden. Dazu gehöre auch, Weihnachten in diesem Jahr nicht wie üblich mit vielen Familienmitgliedern zu feiern, mahnte Biden. In diesem Jahr sei es ein Zeichen wirklicher Zuneigung, nicht zusammen zu feiern. (Quelle: ARD, 23.12.20)


Amtsärzte fordern Verbot von Weihnachtsgottesdiensten

Die Amtsärzte haben ein bundesweites Verbot von Weihnachtsgottesdiensten gefordert. Präsenz-Gottesdienste an den Feiertagen sollten wegen des Corona-Risikos von Bund und Ländern untersagt werden, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei bekannt, dass sich das Coronavirus bei Gottesdiensten leicht übertragen könne. Deshalb dürfe „kein zusätzliches Risiko“ eingegangen werden.

Die katholische Kirche in Deutschland hatte zu Wochenbeginn angekündigt, dass sie an den Weihnachtsgottesdiensten festhalten will. Bei den Messen seien jedoch die Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen genau einzuhalten, forderte der Berliner Erzbischof Heiner Koch im Namen der Deutschen Bischofskonferenz. Die evangelische Kirche in Westfalen hatte hingegen zuvor ihren Gemeinden dringend empfohlen, während des Lockdowns und auch an Weihnachten auf alle Präsenz-Gottesdienste zu verzichten.

(Quelle: Tagesschau, 23.12.20)


Trump will nicht

Der scheidende US-Präsident Donald Trump lehnt die Unterzeichnung der rund 900 Milliarden schweren Corona-Hilfen offenbar ab. „Das Gesetz, das jetzt auf meinem Schreibtisch liegt, ist ganz anders als erwartet“, sagte Trump in einem auf Twitter geposteten Video. „Es ist wirklich eine Schande.“ Er forderte Nachbesserungen. Unter anderem soll die Einmalhilfe für US-Bürger von 600 auf 2000 Dollar angehoben werden.

Das Konjunkturpaket war am Montag nach monatelangem Ringen zwischen Republikanern und Demokraten verabschiedet worden. Das Weiße Haus hatte zuvor angekündigt, auch der Präsident unterstütze das Paket und wolle es nach den Worten eines Sprechers unterzeichnen. Das Gesetz ist die zweitgrößte staatliche Finanzspritze nach den im März verabschiedeten Hilfen von 2,3 Billionen Dollar. Die USA sind das von der Pandemie am stärksten betroffene Land. (Quelle: ARD, 23.12.20)


Theater Osnabrück weiter ohne Vorstellungen

Wegen der Corona-Pandemie wird es auch im Januar keine Vorstellungen im Theater Osnabrück geben. Das haben nach Angaben des Theaters die Leitung und die Verantwortlichen von Stadt und Aufsichtsrat gemeinsam beschlossen. Ab dem 4. Januar werde man sich intern auf die nächsten Produktionen vorbereiten, um möglichst bald wieder spielbereit zu sein. Bis dahin biete das Digitale Theater ein reiches Angebot von Schauspiel, Tanz und Musik. (Quelle: NDR, 22.12.20)


Krematorium in Zittau wegen vielen Covid-19-Toten überfüllt

Leichen müssen jetzt außerhalb des Krematoriums in Zittau zwischengelagert werden, weil so viele Menschen in Ostsachsen mittlerweile an Corona gestorben sind. Die Toten sollen „im Bereich des Hochwasserstützpunkts“ gelagert und „bei Freigabe zur Einäscherung“ ins Krematorium gefahren werden, teilte die Stadt Zittau am Dienstagabend mit. Darauf habe sich die Geschäftsführung des Krematoriums mit Oberbürgermeister Thomas Zenker kurzfristig geeinigt.

Besonders im Dezember stieg nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten dramatisch. Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Im November verdoppelte sich die Zahl der Toten von 52 im vergangenen Jahr auf 110 in diesem Jahr. Im Oktober vergangenen Jahres starben 45 Menschen, in diesem Jahr 73.

Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteige derzeit „mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums“, hieß es. Es gebe deutlich höhere Sterbefallzahlen, mehr Aufnahmegespräche, Leichenschauen und Beurkundungen in den Standesämtern. Alle Beteiligten seien an den „Belastungsgrenzen“.

Unterdessen kam es trotz hoher Corona-Fallzahlen zu Demonstrationen gegen die Beschränkungen in Ostsachsen: Entlang der Bundesstraße 96 in der sächsischen Oberlausitz haben am Sonntag Dutzende Menschen gegen Infektionsschutzmaßnahmen demonstriert. Rund 80 Personen seien in Oppach (Landkreis Görlitz) zu nicht angezeigten Versammlungen zusammengekommen, teilte die Polizeidirektion Görlitz am Montag mit. Acht Personen hätten gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen. Laut Polizei trugen sie keine Mund-Nasen-Bedeckung, hielten Abstände nicht ein oder waren mehr als 15 Kilometer von ihrer Wohnung entfernt.

Auch im etwa zehn Kilometer entfernten Großpostwitz (Landkreis Bautzen) kam es am Sonntag an der Bundesstraße 96 zu Verstößen. Dort versammelten sich laut Polizeiangaben 25 Personen zu nichtangezeigten Demonstrationen. Zwölf Menschen hätten weder Mundschutz getragen noch die erforderlichen Abstände eingehalten, hieß es. Auch sie waren mehr als die erlaubten 15 Kilometer von ihrer Meldeanschrift entfernt. (Quelle: TSP, 22.12.20)


Corona-Prämie: Spahn stellt Nachbesserungen bei für Pflegekräfte in Aussicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Nachbesserungen bei der Corona-Prämie für Pflegekräfte in Aussicht gestellt. Die Entscheidung für eine 1000-Euro-Prämie für Pflegekräfte sei im Sommer mit Blick auf das Infektionsgeschehen im Frühjahr getroffen worden, sagte Spahn am Dienstagabend im ZDF-„Heute-Journal“. Nach der zweiten, heftigeren Infektionswelle und der „Maximalbelastung“ für sehr viele Pflegekräfte müsse es einen gewissen Ausgleich geben.

Man müsse sehen, ob es nach der zweiten Ansteckungswelle eine weitere Regelung im nächsten Jahr brauche – auch für einen steuerfreien Bonus, sagte Spahn. „Ich finde es für diese Situation angemessen, dann auch im Nachgang noch eine entsprechende Anerkennung möglich machen zu können.“

Eine mögliche neue Regelung müsse alle berücksichtigen, die unter den Bedingungen der Pandemie auf Intensivstationen arbeiteten, sagte Spahn weiter. Dazu gehörten etwa auch Reinigungskräfte auf den Intensivstationen.

Die Bundesregierung hatte im Sommer entschieden, dass Pflegekräfte in Altenheimen sowie Beschäftigte in Kliniken eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 1000 Euro bekommen sollten. Kritiker hatten moniert, dass wegen der Kriterien für die Verteilung der Gelder viele Beschäftigte außen vor bleiben. Berücksichtigt wurden nur Krankenhäuser, die bis zum Stichtag im September durch die Corona-Pandemie besonders belastet wurden. 70 Prozent der Kliniken in Deutschland werden deshalb bei der Prämie nicht einbezogen. (Foto: CC s. Archiv v. 20.10.20; Quelle: TSP, 22.12.20)


President-elected Joe Biden:
„Unsere dunkelsten Tage im Kampf gegen Covid liegen vor uns, nicht hinter uns“

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat angekündigt, dem Kongress nach seiner Amtsanführung am 20. Januar ein weiteres Corona-Hilfspaket vorzulegen. Mit der Verabschiedung eines zweiten milliardenschweren Maßnahmenpakets in dieser Woche habe das Parlament „seinen Job gemacht“, sagte Biden am Dienstag in einer Ansprache an die US-Bürger. Er könne und müsse die Abgeordneten bitten, „dies im nächsten Jahr wieder zu tun“.

Am Montag hatten die Abgeordneten im Repräsentantenhaus und dem Senat in Washington ein 900 Milliarden Dollar (740 Milliarden Euro) schweres Hilfspaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie verabschiedet. Der Einigung war ein monatelanger Streit zwischen den Parteien im Kongress vorausgegangen.

Biden lobte den Kompromiss zwischen den beiden politischen Lagern. „Wir müssen parteiübergreifend zusammenarbeiten“, sagte er. Dies sei der einzige Weg, gut durch die Corona-Krise zu kommen.

Die „simple Wahrheit“ sei: „Unsere dunkelsten Tage im Kampf gegen Covid liegen vor uns, nicht hinter uns“, warnte der künftige Präsident. Bei weiteren Schritten zur Bewältigung der Krise gebe es keine Zeit zu verlieren. Biden verwies unter anderem auf fehlende Ressourcen für die Verteilung von Impfstoffen und auf schwer von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie getroffene Familien. (Foto: 28.4.20; Quelle: TSP, 22.12.20)


Gottesdienste zu Weihnachten vor der Absage

Aufgrund der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen stellt sich die Frage, ob es verantwortbar ist, Weihnachtsgottesdienste anzubieten. Immer mehr Gemeinden entscheiden sich für eine Absage.

Die evangelisch-lutherischen und katholischen Kirchengemeinden in und um Wolfsburg haben sich entschlossen, einen Großteil der Gottesdienste ins Internet zu verlegen. „Wir passen uns der Lage an, sagen zahlreiche Präsenzgottesdienste ab und bieten dafür Alternativen über YouTube oder offene Kirchen an“, teilte der Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen, Christian Berndt, mit. „Wir nehmen die steigende Sorge um die Gesundheit und die Überlastung unseres medizinischen Systems sehr ernst.“ Auch Gottesdienste unter freiem Himmel sollen abgesagt werden.

„Nur weil wir dürfen, werden wir nicht wie geplant überall Gottesdienste feiern“, sagte Thomas Hoffmann, Dechant des Katholischen Dekanates Wolfsburg-Helmstedt. Die Kirchentüren würden über Weihnachten aber für jene Menschen offenstehen, die gerne eine Kirche besuchen möchten. Dabei seien die Hygienekonzepte mit Maskenpflicht, Abstand und Händedesinfektion jedoch strikt einzuhalten. Für noch stattfindende Präsenzveranstaltungen ist zudem in der Regel eine vorherige Anmeldung über das Gemeindebüro oder die entsprechende Internetseite erforderlich.

In Meppen hat die St.-Paulus-Gemeinde den für Heiligabend geplanten Gottesdienst im Stadion des SV Meppen abgesagt. Die 400 angemeldeten Besucher würden per E-Mail informiert, sagte Pfarrer Ralf Wellbrock NDR 1 Niedersachsen. Grund seien unter anderem die hohen Infektionszahlen in der Grafschaft Bentheim. Aber auch die langen Wege ins Stadion seien nur schwer zu kontrollieren, so Wellbrock. Als Alternative denken die Gemeindeverantwortlichen über einen kleineren Gottesdienst in der Kirche nach.

In Salzgitter will die katholische Kirche die Weihnachtstage am Sonntag mit einem Autogottesdienst ausklingen lassen. Die Veranstalter erwarten ab 10 Uhr auf dem Schützenplatz in Salzgitter-Bad bis zu 70 Autos. Der Pastor soll auf einem Treckeranhänger predigen. Seine Worte sowie Musik und Gesang werden im Autoradio übertragen. Ordner sollen dafür sorgen, dass Abstände und Hygieneregeln eingehalten werden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Unter den Nutzern der Facebook-Seite von NDR Niedersachsen ist das Bedürfnis, zu Weihnachten in die Kirche zu gehen, gering. Nicht einmal zehn Prozent der Umfrage-Teilnehmenden plant in diesem Jahr den Besuch eines Gottesdienstes. Viele äußern zudem Unverständnis darüber, dass überhaupt Präsenzveranstaltungen stattfinden sollen. Dietmar Seget beispielsweise fragt sich, warum Gottesdienste möglich sind, während die Gastronomie geschlossen bleibt. „Entweder alle oder keiner. Einfach mal zu Hause bleiben“, fordert er. Ganz ähnlich sieht das auch Dirk Spatz. „Ich finde es gegenüber allen anderen, die unter Schließungen und Kontaktbeschränkung leiden, unverantwortlich, dass Gottesdienste stattfinden“, so Spatz. Deutliche Worte findet auch Janine Bohlken. „Ich finde es unchristlich, zu diesen Zeiten einen Gottesdienst zu besuchen“, sagt sie. „Das widerspricht der Nächstenliebe, man gefährdet andere und sich und genau das soll man im Moment unterlassen.“

Auch in der Politik gibt es erste Stimmen, die sich gegen größere Zusammenkünfte bei Gottesdiensten aussprechen. Der nordrhein-westfälische Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) hat die Kirchen in Deutschland zur Absage aller Präsenzgottesdienste zu Weihnachten aufgerufen. „Die völlig unabsehbare Entwicklung der Pandemie und die Nöte auf den Intensivstationen in vielen Teilen Deutschlands machen dies meiner Meinung nach unausweichlich“, sagte Stamp der Deutschen Presse-Agentur (dpa). NRW-Ministerpräsident Armin Laschet erteilte dieser Forderung jedoch umgehend eine Absage. Es gebe eine Absprache der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin, die Präsenzgottesdienste unter Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen zuzulassen, sagte der CDU-Politiker. (Quelle: NDR, 22.12.20)


Frankreich-Zahlen
Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich stabilisiert sich. Das Gesundheitsministerium gab 11.795 neue Fälle bekannt, grob unverändert zum Stand von 11.532 vor einer Woche. Am Montag waren zwar nur 5797 positive Tests vermeldet worden, jedoch laufen Ergebnisse vom Wochenende oft mit Verspätung ein. Die Zahl der neuen Todesfälle liegt bei 802.

Frankreich hat heute eine Lockerung seiner vor zwei Tagen wegen einer neuen Coronavirus-Variante beschlossenen Reisebeschränkungen mit Großbritannien angekündigt. EU-Bürger sowie Briten oder Staatsangehörige anderer Länder mit einem Wohnsitz in der EU sollen ab Mittwoch wieder von Großbritannien nach Frankreich reisen dürfen, teilte das Büro des Ministerpräsidenten mit. Alle Einreisenden müssten einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden sei und auch die neue Variante des Coronavirus nachweisen könne. (Quelle: WDR, 22.12.20)


Kardinäle aus Umfeld des Papstes infiziert

Papst Franziskus hat seine Planungen für Weihnachten nach zwei Corona-Fällen in seinem Umfeld angepasst. Seine traditionelle Weihnachtsbotschaft am 25. Dezember wird der Papst in diesem Jahr nicht von der Loggia des Petersdoms aus vortragen, wie der Vatikan mitteilte. Stattdessen werde er die Ansprache in der Benediktionsaula des Petersdoms halten und dort auch den Papstsegen „Urbi et Orbi“ („Der Stadt und dem Erdkreis“) spenden.

Nach Vatikanangaben wurde der persönliche Almosenbeauftragte des Papstes, der polnische Kardinal Konrad Krajewski, positiv auf das neue Coronavirus getestet. Der 57-Jährige trifft sich regelmäßig mit dem Papst. Auch der Kardinal Giuseppe Bertello hat sich mit dem Virus angesteckt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Vatikankreisen erfuhr. Der 78-Jährige leitet die Verwaltung des Vatikanstaats. Wegen der Corona-Beschränkungen in Italien hatte der 84-jährige Papst die Christmette an Heiligabend bereits auf 19.30 Uhr vorverlegt. In Italien gilt derzeit eine nächtliche Ausgangssperre ab. (Quelle: BR, 22.12.20)


Niedersachsen startet Impfungen in CLP und OS

Niedersachsen erhält die ersten knapp 10.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer in dieser Woche. Los geht es mit der Immunisierung in den Landkreisen Cloppenburg und Osnabrück.

Das Land hat den Landkreis Cloppenburg für die ersten Impfungen ausgewählt, weil dort die Sieben-Tages-Inzidenz wochenlang am höchsten war – und noch immer hoch ist. Das erklärte der Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, auf der wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag. Auch im Landkreis Osnabrück habe es regelmäßig hohe Inzidenzen gegeben, zudem sei das Coronavirus dort in erheblichem Maße in Senioren- und Pflegeheime eingetragen worden. Etwa 80 Prozent der Einrichtungen im Landkreis seien betroffen. Zum Vergleich: Es gebe Landkreise, in denen es in keinem einzigen Pflegeheim einen Corona-Fall gebe, sagte Scholz.

Bei der Reihenfolge der Personengruppen, die geimpft werden, hält sich das Land an die Verordnung des Bundes. Darin sind drei Kategorien von Personengruppen mit erhöhter Priorität genannt. In der ersten Gruppe sind das unter anderem Menschen, die älter als 80 Jahre sind, Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen sowie medizinisches Personal, das einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt ist. Zu dieser Gruppe zählen in Niedersachsen nach Angaben von Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) etwa 800.000 Menschen. „Es ist daher entscheidend, dass die Impfzentren regelmäßig weitere Lieferungen des Impfstoffes erhalten. Dann können wir hoffentlich sehr schnell die besonders gefährdeten Personen impfen“, so die Ministerin.

Dass in Niedersachsen zuerst die Bewohner von Pflegeeinrichtungen geimpft werden, erklärte Scholz damit, dass sie einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt seien als etwa 80-Jährige, die allein wohnten. In welchen Einrichtungen mit den Impfungen begonnen wird, entscheiden laut Scholz die Landkreise. Dorthin sollen am Sonntag mobile Teams gehen, die die Menschen impfen. Wichtig sei, dass die Betreuerinnen und Betreuer etwa von Demenzkranken oder deren Angehörige mit einer Vorsorgevollmacht eine Einwilligung für die Impfung geben, sagte Scholz. Liege diese nicht vor, könne der entsprechende Bewohner nicht geimpft werden. Auch mündige Bewohner, die sich nicht impfen lassen wollen, werden laut Scholz nicht geimpft.

Da jeder Mensch zweimal geimpft werden muss, damit die Vakzine ihr volles Schutzpotenzial erreicht, werden von der ersten Lieferung zunächst rund 5.000 Menschen geimpft. Laut Scholz muss die zweite Immunisierung, die bei dem Biontech-Impfstoff nach 21 Tagen erfolgen muss, aus der gleichen Charge kommen wie die erste.

Bis Ende des Jahres erwartet Niedersachsen weitere 117.000 Impfdosen. Ab Januar sollen wöchentlich 63.000 Dosen für das Land zur Verfügung stehen. Derzeit würden Gespräche mit allen Landkreisen geführt, sagte Scholz. Bei der Versorgung mit dem Impfstoff will das Land nach der Inzidenz vorgehen – Landkreise mit hoher Inzidenz können demnach eher impfen.

Die EU-Kommission hatte am Montag den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen. Wahrscheinlich werde der Impfstoff des US-Konzerns Moderna in der EU in der ersten Januar-Woche zugelassen, sagte Scholz. Dabei handele es sich ebenfalls um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Dieser müsse aber nicht wie die Vakzine von Biontech bei minus 70 Grad, sondern lediglich bei minus 20 Grad gekühlt werden. Vom Moderna-Impfstoff wird Niedersachsen laut Scholz aber nur rund 200.000 Dosen im gesamten ersten Quartal erhalten, weil der Bund davon deutlich weniger bestellt habe.

Zudem richten sich laut Scholz die Hoffnungen darauf, dass der Impfstoff, den der britisch-schwedische Konzern AstraZeneca in Kooperation mit der Universität Oxford entwickelt hat, im ersten Quartal des neuen Jahres zugelassen wird. Weil dieser sogenannte Vektorimpfstoff bei Kühlschranktemperatur gelagert werden könne, könnten dann die Impfungen „im Regelsystem“ erfolgen – also in den Praxen der niedergelassenen Ärzte. Ministerin Reimann sagte: „Wenn solch ein Impfstoff erst mal verfügbar ist, erreichen wir relativ schnell eine sehr viel höhere Impfleistung.“ Gebe es erst einmal genügend Impfstoff, könnten bis kommenden Herbst viele Niedersächsinnen und Niedersachsen einen wirksamen Schutz gegen das Coronavirus erhalten. „Wir werden dann ganz anders in den nächsten Winter gehen können“, sagte Reimann. (Quelle: NDR, 22.12.20)


Corona erreicht Antarktis

Das Coronavirus hat eine Forschungsstation in der Antarktis und damit nun alle Kontinente erreicht. Mindestens 36 Corona-Infizierte sind auf Chiles Station „Bernardo O’Higgins Riquelme“ registriert worden. Bei den Infizierten handele es sich um 26 Mitglieder des Militärs und zehn zivile Personen einer Wartungsfirma, berichteten chilenische Medien unter Berufung auf die Armee, die die Station betreibt.

Über Monate war der Südkontinent einer der letzten Orte gewesen, in denen man sich in geschlossenen Räumen beruhigt unter Leuten aufhalten konnte. Strenge Maßnahmen trugen dazu bei, einen Corona-Ausbruch zu vermeiden. Länder mit Forschungsstationen in der Antarktis sprachen schnell Verbote für Kreuzfahrtschiffe und andere Besucher aus, die keine lebenswichtigen Vorräte liefern. (Quelle: NDR, 22.12.20)


Zunehmend angespannte Lage auf Intensivstationen

Auf Deutschlands Intensivstationen wird die Lage in der Corona-Pandemie ungeachtet des derzeitigen Lockdowns in den kommenden Wochen extrem angespannt bleiben. Es werde bis in den Januar hinein eine „fortgesetzte Grenzsituation auf den Intensivstationen“ geben, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Die Intensivmediziner zeigten sich besorgt, wie sich die Situation nach Weihnachten entwickelt. Die Zahlen auf den Intensivstationen würden weiter steigen – „egal, wie gut der Lockdown funktioniert“, sagte der Sprecher des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis. Sie rechneten mit etwa 6000 Patienten – und damit etwa 1000 Menschen mehr als momentan. Die Mediziner hofften, dass die Zahlen nach diesem Anstieg dann aufgrund des derzeitigen Lockdowns wieder fallen, sagte Karagiannidis. Ganz sicher sei aber, dass die Intensivmedizin nochmal stärker belastet werde. Hintergrund ist, dass bei steigenden Corona-Infektionszahlen die Zahl der Corona-Patienten erst mit zeitlicher Verzögerung zunimmt. (Quelle: NDR, 22.12.20)


Spanien zwingt Großvermieter zu Mietsenkungen für Kneipen

Spaniens Regierung will Großvermieter mit mehr als zehn Immobilien dazu zwingen, die Mieten für Bars und Restaurants um bis zur Hälfte zu senken. Dies solle so lange gelten, bis der nationale Ausnahmezustand infolge der Corona-Pandemie ende, sagte Regierungssprecherin Maria Jesus Montero zu der Verordnung. Man wolle den Vermietern Anreize bieten, die Mieten zu senken. Auch sollen Steuerzahlungen für Unternehmen im Gastgewerbe aufgeschoben werden. (Quelle: ARD, 22.12.20)


Dover: Stau vor dem Ärmelkanal

Wegen der geschlossenen Grenze zu Frankreich stauen sich Tausende Lastwagen in der Nähe des wichtigen Hafens Dover am Ärmelkanal. 2180 Fahrzeuge seien auf dem still gelegten Flughafen Manston geparkt worden, sagte eine Sprecherin der Kommunalverwaltung der südostenglischen Grafschaft Kent am Abend.

Etwa 630 weitere Lastwagen parkten auf mehreren Spuren der Autobahn M20 zwischen London und dem Hafen Dover. Handelsverbände gingen sogar von 4000 Lastwagen aus, die derzeit auf Ausreise warten. Die Grenze ist seit der Nacht zum Montag geschlossen. Damit reagierte Frankreich auf die rasche Ausbreitung einer in Großbritannien entdeckten neuen Variante des Coronavirus. (Foto: CC s. Archiv v. 20.12.20; Quelle: Tagesschau, 22.12.20)


Italien mit mehr Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Italien ist auf mehr als 13.000 gestiegen. 201 von ihnen lägen auf Intensivstationen, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Insgesamt sei die Zahl der Covid-19-Kranken in Intensivbetten aber um 43 auf 2687 zurückgegangen. Außerdem wurden 601 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Italien steht vor einem Weihnachtsfest voller Restriktionen wegen der Pandemie. Bereits jetzt sind Reisen in andere Regionen verboten, es sei denn, es besteht ein triftiger Grund wie Arbeit oder Gesundheit. Ab Heiligabend werden sogar Reisen über die Grenze des Wohnortes hinaus untersagt. Nur in Ausnahmefällen sind dann noch Besuche innerhalb einer Region erlaubt. (Quelle: BR, 22.12.20)


GB-Rekordzahlen


Corona-Impfung: App für Rückmeldungen zur Verträglichkeit bereit

Zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland können Interessierte mögliche Nebenwirkungen über eine App melden. Nach Angaben des bundeseigenen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) steht die Anwendung für Smartphones nun in App-Stores bereit.

Geimpfte können damit Auskunft geben, wie sie die Impfung vertragen haben. So könne man dazu beitragen, weitere Erkenntnisse über Corona-Impfstoffe zu gewinnen.

Teilnehmer sollen dazu in bestimmten Zeitabständen nach jeder Impfung über die App nach gesundheitlichen Beschwerden befragt werden. Gefragt werden soll auch, ob die Impfung vor einer Infektion geschützt hat oder noch eine Infektion auftrat. Die Informationen werden den Angaben zufolge verschlüsselt auf dem Smartphone gespeichert und mit einer Zufallsnummer an das PEI übermittelt, sobald eine Online-Verbindung besteht.

Auch auf der PEI-Website gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums eine Melde-Möglichkeit. (Quelle: Tagesschau, 22.12.20)


Thailand: Schon mehr als tausend Infizierte auf Meeresfrüchtemarkt

In Thailand werden inzwischen mehr als tausend Infektionsfälle mit einem Corona-Ausbruch auf dem größten Meeresfrüchtemarkt des Landes in Verbindung gebracht. Von mittlerweile 6.156 Corona-Tests seien 1.063 positiv gewesen, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Die meisten Infizierten seien Gastarbeiter aus Myanmar, die auf dem Mahachai-Markt in der Provinz Samut Sakhon südwestlich von Bangkok und in der thailändischen Fischindustrie arbeiten.

Thailands Regierungschef Prayut Chan-o-cha sagte in einer Fernsehansprache, der große Corona-Ausbruch sei „in erster Linie“ auf illegale Einwanderer zurückzuführen. Sie hätten Thailand damit viel „Kummer“ gemacht. Jeder, der illegale Einwanderer ins Land bringe, müsse dafür „ohne Nachsicht“ zur Rechenschaft gezogen werden.

Thailand war bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. Vor dem Ausbruch auf dem Markt waren landesweit erst gut 4.000 Infektionen registriert worden. (Quelle: TSP, 22.12.20)


Ausgangssperre in Mumbai wegen Corona-Mutation

Aus Angst vor einer Ausbreitung der neuen Coronavirus-Mutation aus Großbritannien hat der indische Bundesstaat Maharashtra eine nächtliche Ausgangssperre in Mumbai und anderen Städten verhängt. Die Regierung von Maharashtra erklärte am Dienstag, die Vorsichtsmaßnahme gelte zunächst für zwei Wochen bis zum 5. Januar. In Maharashtras Hauptstadt Mumbai leben 12,5 Millionen Menschen.

Die neue Mutation des Coronavirus wurde in Indien bislang noch nicht festgestellt. In Großbritannien leben viele Einwanderer aus Indien. Täglich fliegen hunderte Menschen zwischen Großbritannien und Mumbai beziehungsweise Neu Delhi hin und her.

Bereits am Montag hatte Indien seine Flughäfen für Flüge aus Großbritannien gesperrt. Der Flughafen von Mumbai kündigte am Dienstag zudem eine verschärfte Quarantäne- und Testpflicht für alle Fluggäste aus Europa und dem Nahen Osten an.

(Quelle: ZEIT, 22.12.20)


Tschechien: Parlament verlängert Corona-Notstand um 30 Tage

Das tschechische Parlament hat die Notstands-Vollmachten der Regierung um weitere 30 Tage verlängert. Die nun bis zum 22. Januar geltenden Sonderrechte erlauben etwa Versammlungsverbote oder Reisebeschränkungen.

(Quelle: Tagesschau, 22.12.20)


Schweizer suchen Briten

Wegen der neuen Coronavirus-Variante in Großbritannien läuft in der Schweiz die Suche nach mehreren Tausend jüngst eingereisten Briten. Am Montag hatten die Schweizer Behörden rückwirkend Quarantäne angeordnet, um die Ausbreitung des mutierten Virus in der Schweiz einzudämmen. Alle, die seit dem 14. Dezember aus Großbritannien eingereist sind, müssen bis zum zehnten Tag nach der Ankunft in Quarantäne. Das betrifft beispielsweise Tausende Skiurlauber.

Nach Angaben von Behörden kamen vom 14. Dezember bis zur Einstellung der Flüge am Sonntagabend 92 Flugzeuge aus dem Vereinigten Königreich in der Schweiz an. Allein am Genfer Flughafen waren es am vergangenen Wochenende etwa 3.500 Passagiere. Die Behörden gehen von ungefähr 10.000 Fluggästen seit dem 14. Dezember aus.

Für die Suche nach den Gästen sind die Gesundheitsbehörden der Kantone zuständig. Das Bundesamt für Gesundheit hat von den Fluggesellschaften sämtliche Passagierlisten angefordert. Ankommende müssen seit Langem ihre Adresse in der Schweiz angeben.

Besonders viele britische Gäste hat traditionell der Skiort Verbier im Kanton Wallis. Der Ort geriet Anfang Dezember in die Schlagzeilen, weil Besucherinnen Videos von dichtem Gedränge ohne jeglichen Abstand vor den Skiliften auf sozialen Medien hochgeladen hatten. Inzwischen seien aber strikte Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt worden, sagte der Direktor des zuständigen Tourismusbüros. (Quelle: ZEIT, 22.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Am Dienstag hat Niedersachsen 36 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind in allein hierzulande bislang 1.693 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Landesweit steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: Sie liegt jetzt bei 118 Fällen je 100.000 Menschen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist auch die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden gestiegen, und zwar um 1.185. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 96.565 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden.
Die 7-Tage-Inzidenz-Zahlen belaufen sich im Emsland auf 104,6 und in der Grafschaft Bentheim auf 210.
Alle Zahlen geben den Stand von Dienstag, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 22.12.20)


RKI-Chef Wieler: Lage verschlechtert sich weiter

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler informierte auf einer RKI-Pressekonferenz über die aktuelle Corna-Lage in Deutschland – und begann mit einem Appell: „Ich bitte Sie eindringlich, die Tage zwischen den Jahren in Ruhe und im kleinsten Familienkreis zu verbringen“, sagte Wieler gleich zur Eröffnung. „Das Virus lebt von unseren Kontakten.“ „Bitte schränken Sie Ihre Kontakte auf das Nötigste ein, reisen Sie nicht, und treffen Sie, wenn möglich, immer dieselben Menschen. Und am besten draußen.“

Nur auf diese Weise ließen sich die Infektionszahlen – und die Todeszahlen – verringern. „Nicht nur die Intensivbetten sind belegt“, so Wieler, „auch die anderen Betten werden immer rarer. Manche Krankenhäuser fahren schon Notprogramme, und viele Ärzte fallen selber aus wegen Covid-19.“

Lothar Wieler sah auch nach einer Woche Lockdown keine Trendwende bei den Infektionen in Deutschland. „Zur Zeit verschlechtert sich die Situation weiter“, sagt er. „Es wird vermutlich noch mehrere Wochen dauern, bis die Fallzahlen zurückgehen.“ Es stünden schwere Wochen bevor. „Wir sollten sie nicht noch schwerer machen.“

„Das Virus ist in der ganzen Bevölkerung, in allen Altersgruppen, und überall in Deutschland vorkommend“, ergänzte Wieler. Besonders viele Ausbrüche gebe es aber in Alten- und Pflegeheimen.

RKI-Impfexperte Ole Wichmann informierte über den Impfbeginn. Das Impfen werden dauern und zudem garantiere es keinen hundertprozentigen Schutz, sagt er. Daher sei noch üner Monate Abstandspflicht notwendig. Dennoch mache die Impfung Hoffnung. Es bestehe zudem Anlass anzunehmen, dass der Stoff auch gegen die aktuelle Mutation des Virus helfe. (Quelle: TSP, 22.12.20)


Sie fehlen.

Heute erinnert der Berliner Tagesspiegel an die 1025 Berlinerinnen und Berliner, die bereits am Coronavirus gestorben sind. Vom Leierkastenmann bis zum Neurologen. Das Projekt wurde inspiriert von den Artikeln Those We’ve Lost von der New York Times und Die Toten hinter der Statistik des Schweizer Tagesanzeigers. TSP: „Wir danken dem Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte sowie sämtlichen Organisationen, Leserinnen und Lesern und zuallererst den Angehörigen, die dieses Gedenkprojekt unterstützen.“ Klickt bitte rein.

(Quelle: TSP, 22.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 22.12.2020, 08:00 Uhr

Die offizielle Statistik meldet heute insgesamt drei EmsländerInnen, deren CoViD-19-Tod in den letzten 24 Stunden Eingang in die amtliche Statistik des Landkreises gefunden hat. Sie stammten aus Freren, Meppen und Spelle gemeldet worden. Der Einwohner in Spelle ist der Bewohner aus dem Pflegeheim in Schapen, dessen Tod die Lingener Tagespost bereits vorgestern am Sonntagmittag meldete. Bisher sind insgesamt 63 (+3) Infizierte im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben.

Die Infektionsgesamtzahlen steigen auch im Emsland, gleichzeitig steigt die Zahl der als genesen Geltenden: Das belegen die 29 Neuinfektionen seit gestern. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie erhöht sich damit auf 4.676 (+29). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.206 Personen (+68) gestiegen.

Im Emsland sind folglich 407 (-42) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Rund 1.720 (-110) Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 99,7 (= +326 Neuinfizierte in 7 Tagen). Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten. Denn die Infektionszahlen sind gestern dem Landkreis bekannt worden; sie beruhen auf Testungen am Wochenende, also an Tagen mit relativ wenigen Coronatests.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 CoViD-19-Erkrankte (+2) intensivmedizinisch behandelt; 2 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 4 (+1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein/e Erkrankte/r invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 597 Menschen (+3) erkrankt. 543 (+9) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 42 (-6) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 147 137 1 9
Einheitsgemeinde Emsbüren 85 71 0 14
Samtgemeinde Freren 344 302 12 30
Einheitsgemeinde Geeste 180 140 1 39
Stadt Haren (Ems) 320 306 1 13
Stadt Haselünne 237 195 0 42
Samtgemeinde Herzlake 139 119 1 19
Samtgemeinde Lathen 246 241 0 5
Samtgemeinde Lengerich 107 95 1 11
Stadt Lingen (Ems) 597 543 12 42
Stadt Meppen 500 455 11 34
Samtgemeinde Nordhümmling 158 156 0 2
Stadt Papenburg 552 516 5 31
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 26 18 1 7
Einheitsgemeinde Salzbergen 72 58 3 11
Samtgemeinde Sögel 338 328 0 10
Samtgemeinde Spelle 210 160 4 46
Einheitsgemeinde Twist 119 88 2 29
Samtgemeinde Werlte 299 278 8 13
Gesamt* 4.676 (+29) 4.206 (+68) 63 (+3)
Aktuelle Covid-19-Fälle 407



Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 19.528 neue Fälle und 731 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Dienstag bekanntgab. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.432 Neuinfektionen und 500 Todesfälle gemeldet worden – allerdings fehlten damals Daten aus Sachsen, die später nachgemeldet wurden. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Der bisherige Höchststand bei den Todesfällen war am vergangenen Mittwoch mit 952 erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Dienstag mit 197,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 426,8, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgen Thüringen mit einem Wert von 299,4 und Bayern mit 215,9. Der niedrigste Wert wird in Schleswig-Holstein mit 93,6 verzeichnet.

Die Zahl der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Dienstag auf 27.006.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.530.180 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 22.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.136.700 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,98 (Vortag: 1,04). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI, 22.12.20)


Mehr als 20 deutsche Regionen melden volle Intensivbetten

Die hohen Infektionszahlen in Deutschland schlagen sich mit Verzögerung auch mit mehr Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen nieder, die behandelt und beatmet werden müssen. Mittlerweile melden mehr als 20 deutsche Regionen, dass sämtliche Intensivbetten bei ihnen belegt sind. Besonders betroffen ist demnach das Bundesland Bayern.

Alleine dort melden unter anderem die Landkreise München, Augsburg und Regen eine vollständige Belegung ihrer Intensivbetten. In Hessen sind die Intensivstationen in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg und Offenbach vollständig belegt und in Thüringen sind die Intensivbetten im Kyffhäuserkreis und im Saale-Holzland-Kreis komplett belegt, das die Stadt Jena miteinschließt.

Erst am Montag ist die Zahl der freien Intensivbetten in Deutschland auf insgesamt 4860 gesunken, wie Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zeigen.

Eine Entlastung einzelner Kliniken soll über die sogenannte „Kleeblatt-Strategie“ erfolgen, bei der Intensivpatienten in weniger ausgelastet Kliniken verlegt werden. Deutschland ist für diese Pandemie-Strategie in fünf Regionen eingeteilt, die sich bei Bedarf untereinander helfen sollen. Für die Verlegung von Patienten sind Intensivtransportwagen und Hubschrauber notwendig, von denen es aber bundesweit nur wenige gibt. In ganz Deutschland gibt es zum Beispiel nur rund 50 Intensivtransporter. (Quelle: Tsp, 22.12.20)


Für Kretschmer sind Corona-Leugner „nur schwer auszuhalten“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist wegen der wachsenden Polarisierung der Gesellschaft in der Corona-Pandemie in Sorge. Bei der ersten Infektionswelle habe noch Respekt vor einer unbekannten Erkrankung die Bevölkerung zusammengeschweißt, sagte er. Mit sinkenden Fallzahlen habe dann eine gewisser Leichtsinn Einzug gehalten. Bestimmte Kreise hätten bewusst Fehlinformationen betrieben: „Es gab Beiträge im Internet, die die Gesellschaft bewusst spalten, verunsichern und destabilisieren sollten“, so der Politiker.

Es gebe Krankenhäuser, in denen das Personal bis zur Erschöpfung arbeitet – und zwei Straßen weiter demonstrieren Menschen, die die Existenz des Coronavirus leugnen: „Das ist nur schwer auszuhalten“, sagte Kretschmer. (Quelle: TSP, 22.12.20)


Lingen: Georgianerfest 2021 „auf der Kippe“ – Kivelingsfest fraglich
Aufgrund der Pandemie haben die ehemaligen Schüler des Gymnasium Georgianum im Frühsommer des Jahres entschieden, das 17. Wiedersehensfest der Absolventen des traditionsreichen Lingener Gymnasiums auf das letzte Augustwochenende 2021 zu verschieben.
In einem Schreiben teilt der Vorstand der „georgianer“ jetzt mit, erst im 1. Quartal des kommenden Jahres zu entscheiden, ob tatsächlich vom 27. bis zum 29. August das Georgianer-Treffen in Lingen stattfindet. Grund hierfür sei „die große Unsicherheit“. Die Erfolge der getroffenen Maßnahmen und die Auswirkungen der Impfungen seien derzeit noch nicht absehbar.
Offen ist dem Vernehmen nach auch, ob in Lingen (Ems) das auf Pfingsten 2021 verschobene Kivelingsfest zu Pfingsten im kommenden Jahr tatsächlich stattfinden kann. (Quelle: BN, 21.12.20)


Impfstoff dürfte laut Biontech-Chef bei neuer Virus-Variante greifen

Biontech-Chef Uğur Şahin zeigt sich zuversichtlich, dass der Impfstoff seiner Firma auch gegen die neue Coronavirus-Variante wirken wird. Man werde dies in den kommenden Tagen prüfen, sagt er „Bild Live“. Er selbst habe sich noch nicht impfen lassen, würde dies jedoch gerne tun. Laut britischen Wissenschaftlern ist das mutierte Coronavirus um 70 Prozent ansteckender als die ursprüngliche Virusvariante.
Auch Emer Cooke, Direktorin der Europäischen Arzneimittel-Agentur, rechnet damit, dass der zugelassene Covid-19-Impfstoff gegen die neu aufgetretene Coronavirus-Variante wirksam ist. „Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Beweis für die Annahme, dass der Impfstoff nicht gegen die neue Variante wirken könnte“, sagte Cooke am Montag in Amsterdam. Über die neue Virus-Variante müssten aber noch mehr Informationen gesammelt werden. (Quelle: Tsp, 21.12.20)


Drei Handball-Nationalspieler positiv getestet

Drei Handballer von Bundesligist MT Melsungen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Verein mitteilte, wurden bei den Nationalspielern Silvio Heinevetter und Timo Kastening sowie Yves Kunkel positive Ergebnisse festgestellt. Diese wurden in einer weiteren Testung im Abend bestätigt. Alle MT-Spieler haben sich daraufhin in häusliche Isolation begeben.

Für das am Dienstag angesetzte Bundesliga-Heimspiel gegen den TVB Stuttgart muss nun ein neuer Termin gefunden werden. Hinsichtlich der Auswärtspartie am 26. Dezember bei den Eulen in Ludwigshafen befindet sich der Verein in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Es sei jedoch zu befürchten, dass auch dieses Spiel nicht stattfinden kann, hieß es von der MT Melsungen. (Quelle: GN, 21.12.20)


Lieferungen mit Covid-19-Impfstoff werden laut Biontech „sofort beginnen“

Nach der bedingten Zulassung ihres Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union wollen die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer sofort die ersten Lieferungen des Präparats in die EU-Mitgliedsstaaten veranlassen. „Die Lieferungen werden sofort beginnen und schrittweise im Laufe der Jahre 2020 und 2021 erfolgen, um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe entsprechend der Vertragsbedingungen in der EU zu gewährleisten“, teilten die Unternehmen am Montagabend mit. Die Impfstoffdosen für Europa werden den Angaben zufolge in den Biontech-Produktionsstätten in Deutschland sowie im Pfizer-Werk im belgischen Puurs hergestellt.

„Die heutige bedingte Marktzulassung durch die Europäische Kommission ist eine historische Errungenschaft“, erklärte Biontech-Chef und Mitgründer Uğur Şahin. Der Impfstoff sei der erste, der in nicht einmal einem Jahr in einer großen Studie an mehr als 44.000 Probanden getestet und zugelassen worden sei. „Diese große Leistung basiert auf der jahrzehntelangen Arbeit vieler Wissenschaftler weltweit und ist außerdem ein Beleg für unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit unserem Partner Pfizer“, sagte Şahin.

„Wir glauben, dass Impfungen dazu beitragen können, die Zahl der Menschen in der Hochrisikobevölkerung zu verringern, die im Krankenhaus stationär behandelt werden müsses fügte er hinzu. Biontech und Pfizer würden in den nächsten zwei Jahren weitere Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit erheben und „den Impfstoff <gegenüber allen neu auftauchenden Mutationen untersuchen“. (Quelle: Tapiegel, 12.12.20)Gewählter US-Präsident Joe Biden hat sich gegen Covid-19 impfen lassenDer gewählte US-Präsident Joe Biden hat am Montagabend deutscher Zeit eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Mit der öffentlichen Impfung will er das Vertrauen in die Immunisierung gegen Covid-19 stärken, wie Biden zuvor erklärt hatte. (Quelle: Tsp, 21.12.20)


Erste Impfungen in den USA mit Moderna-Vakzine

In den USA haben am Montag die ersten Menschen den Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna verabreicht bekommen. Der Fernsehsender CNN zeigte, wie Impfdosen in einem Krankenhauses in Houston im Bundesstaat Texas verabreicht wurden. Beim Kurznachrichtendienst Twitter posteten unter anderem Krankenhäuser in Ohio und Connecticut Fotos von Ärzten und Pflegern, die den Impfstoff bekamen. Die Vereinigten Staaten sind das weltweit erste Land, in dem der Stoff abseits von Tests regulär zum Einsatz kommt. In Europa ist die Sitzung zu einer möglichen Zulassung für den 6. Januar angesetzt.

Regierungsbeamte hatten in den vorangegangenen Tagen damit gerechnet, dass mit einer ersten Lieferung knapp sechs Millionen Moderna-Impfdosen an rund 3500 Orte im Land verteilt werden könnten. Noch vor Jahresende könnten in den USA laut Unternehmensangaben 20 Millionen Einheiten verfügbar sein. Für den vollen Immunschutz sind zwei davon pro geimpfter Person im Abstand von 28 Tagen nötig. Zunächst sollen in den Vereinigten Staaten ältere Menschen und Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen geimpft werden. Auch viele Politiker haben sich bereits öffentlich impfen lassen, am Montag sollte auch der künftige US-Präsident Joe Biden eine Impfung bekommen.

Der Moderna-Impfstoff hatte am Freitag eine Notzulassung bekommen. In Testreihen hatte er eine Wirksamkeit von rund 94 Prozent. Rund 30.000 Studienteilnehmer hatten nur geringe Nebenwirkungen gezeigt. (Quelle: TSP, 21.12.20)


D: 1,3 Millionen Impfdosen bis Ende des Jahres

Die meisten EU-Länder wollen schon zwischen dem 27. und 29. Dezember mit dem Impfen beginnen. „Am 27.12. geht es in D los“, twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Die ersten Pflegebedürftigen werden geimpft.“ Bis Jahresende sollten über 1,3 Mio Impfdosen an die Bundesländer ausgeliefert und von diesen an die Impfteams verteilt
werden. „Im Januar werden jede Woche mindestens weitere 670 000 Dosen ausgeliefert“, schrieb Spahn unmittelbar nach der EU-Entscheidung.
Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) teilte mit, Spahn habe sie über die zu erwartende Menge an Impfdosen von BioNTech informiert. Demnach werden für Deutschland am 26. Dezember 151.125 Impfdosen geliefert, am 28. Dezember 521.625, und am 30. Dezember 672.750. Für die erste Kalenderwoche 2021 werden 672.750 Impfdosen erwartet.
(Quelle: tsp, 21.12.20)



NRW bekommt die ersten 9750 Impfdosen am 2. Weihnachtstag

Nordrhein-Westfalen erwartet am zweiten Weihnachtsfeiertag die erste Lieferung mit 9750 Impfdosen gegen das Coronavirus. Das teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Montagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Am 28. und am 30. Dezember sollen demnach weitere Lieferungen mit insgesamt 273.000 Impfdosen für das einwohnerreichste Bundesland folgen. Darüber hinaus würden im Januar wöchentlich exakt 141.374 Dosen des Serums erwartet.

Zuvor hatte die Berliner Senatsverwaltung nach einer Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern als Vorsitzende mitgeteilt, dass Deutschland am 26. Dezember die erste Lieferung des zugelassenen Impfstoffes der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer bekommen solle. Erwartet würden 151.125 Impfdosen. (Quelle: TSP, 21.12.20)


EU-Kommission gibt grünes Licht für Biontech-Impfstoff

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die Zulassung für den Biontech-Impfstoff gegen Covid-19 verkündet. „Wir haben eine beschränkte Marktzulassung für den Impfstoff der beiden Hersteller Biontech und Pfizer erteilt.“ Das sagte von der Leyen am Montagabend in einer Rede. Die Europäische Arzneimittel-Agentur habe den Impfstoff gründlich geprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass er sicher und wirksam gegen Covid-19 sei. „Basierend auf dieser wissenschaftlichen Einschätzung haben wir den Impfstoff für den europäischen Markt zugelassen“, sagte von der Leyen. „Dieser Impfstoff wird für alle europäischen Mitgliedstaaten zur selben Zeit und den selben Bedingungen verfügbar sein.“

Die ersten Tranchen des Impfstoffes würden von den belgischen Anlagen des US-amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer in den nächsten Tagen verschifft werden. „Die Impfungen können am 27., 28. und 29. Dezember starten“, sagte von der Leyen. Der nun zugelassene Wirkstoff sei nur der erste, mehr Impfstoffe würden bald zugelassen, „wenn sie sich als sicher und wirksam erweisen“. Die EMA werde ihre Einschätzung zum zweiten Covid-19-Impfstoff am 6. Januar abgeben.

„Während wir Impfstoffe an Europäer liefern, helfen wir auch dabei, sie für den Rest der Welt zu sichern.“ Mit 800 Millionen Euro unterstütze Europa laut von der Leyen auch die Impfstoffversorgung für ärmere Staaten. (Quelle: Tsp, 21.12.20)


Grafschaft Bentheim: Ausgangssperre

Erstmals in Niedersachsen erlässt ein Kreis wegen der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre. In der Grafschaft Bentheim im Westen des Landes dürfen die rund 140 000 Einwohner von Mittwochabend an zwischen 21.00 und 5.00 Uhr ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen, wie der Kreis mitteilte. Die neue Allgemeinverfügung gilt von Mittwoch, 23. Dezember 0.00, bis vorerst Dienstag, 12. Januar, 24 Uhr. Ausgenommen wird Heiligabend, an diesem Tag beginnt die Ausgangssperre erst um 22.00 Uhr.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover ist es das erste Mal der Fall, dass ein Landkreis in Niedersachsen zu diesem Schritt greift, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Die eigene Wohnung bzw. das eigene Grundstück darf während der Ausgangssperre nicht verlassen werden. „Ausgenommen sind natürlich Wege, die aus beruflichen oder ärztlich notwendigen Gründen unvermeidbar sind“, teilt die Kreisverwaltung mit. Auch notwendige Gänge von Einzelpersonen mit dem Hund sind demnach möglich.

Eingeschränkt wird auch der Besuch von Angehörigen in Pflegeeinrichtungen. Es dürfen nur noch zwei namentlich benannte Personen aus einem Haushalt zu Besuch kommen. Zudem werden Pflegepersonal und Besucher dazu verpflichtet, eine FFP2-Maske (ohne Ventil) in der Pflegeeinrichtung und auf dem Gelände zu tragen. Dies gilt auch für Mitarbeiter im ambulanten Dienst.

Für Menschen, die in der Grafschaft einem Heil- und Pflegeberuf nachgehen (und auch in den entsprechenden Assistenzberufen), wird ebenfalls eine Maskenpflicht eingeführt. „Mit dieser Regel haben Zahnärzte, Zahnarzthelfer, Heilpraktiker usw. die Pflicht, eine FFP2-Maske (ohne Ventil) bei der Behandlung zu tragen“, heißt es.

„Wir haben über weitere Verschärfungen nachgedacht. Diese werden bei einem weiteren Anstieg des Inzidenzwertes auch umgesetzt“, erklärte Landrat Uwe Fietzek am Montagnachmittag im Kreishaus. Er rief dazu auf, auch im Namen der Grafschafter Bürgermeister, gerade über die Weihnachtstage „nicht alle Möglichkeiten auszuschöpfen“.

Die Verschärfung der bisher geltenden Corona-Regeln war notwendig geworden, nachdem die Grafschaft am Wochenende den kritischen Inzidenzwert von 200 Infektionen auf 100.000 Bürger in den vergangenen sieben Tagen überschritten hatte. „Es sind spürbare Einschnitte, da sie an das gehen, was den Menschen ausmacht: an zwischenmenschliche Kontakte“, sagte Fietzek.

An strengeren Maßnahmen führe derzeit aber kein Weg vorbei. „Wir haben begrenzte Kapazitäten an Intensivplätzen und entsprechendem Pflegepersonal. Wir wollen auch weiterhin die Nachverfolgung gewährleisten können. Die Verantwortung dafür, dass wir nicht in ein unkontrollierbares Geschehen geraten, tragen wir alle gemeinsam“, betonte der Landrat. (Quelle: GN, Tagesschau, 21.12.20)


Stipendien für freischaffende MusikerInnen

Mit Blick auf die Corona-Pandemie fördert der Bund freischaffende Musikerinnen und Musiker mit Klassik-Stipendien. Vorgesehen sind demnach 1500 Hilfen in Höhe von jeweils 6000 Euro.

Das Programm richte sich an Interpretinnen und Interpreten von der Alten Musik bis zur frühen Moderne und ergänze Stipendien des Musikfonds für zeitgenössische Musik, hieß es. „Für freischaffende Musikerinnen und Musiker war 2020 eine echte Katastrophe“, sagte Kulturstaatsministerin Grütters. (Quelle: Tagesschau, 21.12.20)


Maas dringt auf gemeinsame EU-Reaktion auf Corona-Mutation

Nach der Entdeckung der neuen Corona-Variante in Großbritannien dringt Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf eine gemeinsame Reaktion der Europäischen Union. Er verwies darauf, dass dazu noch heute eine Koordinierungssitzung in Brüssel stattfindet.

„Wir werden uns bei den weiteren Schritten, insbesondere wie die Maßnahmen auch über den 31.12. dieses Jahres hinaus gestaltet werden, sehr eng mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union abstimmen“, sagte Maas. Damit solle verhindert werden, dass ein Einreisestopp über andere EU-Mitgliedstaaten umgangen wird.
(Foto: CC s. Archiv v. 22.4.20; Quelle: ARD 21.12.20)


Impfstoff-Entwicklung: Russen und Briten arbeiten zusammen

Im Kampf gegen das Coronavirus soll eine Kombination aus dem russischen Impfstoff „Sputnik V“ und dem Vakzin des britischen Pharmakonzerns Astrazeneca zu einem hochwirksamen Schutz vor dem Erreger führen. Das teilten beide Seiten bei der Unterzeichnung eines Memorandums für eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Impfstoffen mit.

Kremlchef Putin lobte im Staatsfernsehen die Kooperation als beispielhaft. Eine Kombination verschiedener Vakzine kann Astrazeneca zufolge womöglich zu einem besseren Schutz gegen das Virus führen. (Quelle: Tagesschau, 2112.20)



Corona-Mutation in mindetens drei weiteren Ländern nachgewiesen

Die in Großbritannien ermittelte Variante des Coronavirus ist dem Europäischen Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle zufolge bereits in mindestens drei weiteren Ländern in Europa gemeldet worden. Es habe Berichte über einige Fälle mit der neuen Version von Island, Dänemark und den Niederlanden gegeben, teilte das Zentrum mit Sitz in Stockholm mit. Es verwies auch auf Medienberichte, dass es Fälle in Belgien und in Italien gegeben habe.

Die neue Variante des Coronavirus ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Deutschland noch nicht nachgewiesen worden. (Quelle: Tagesschau, 21.12.20)


Bericht: Mindestens zehn Passagiere aus Großbritannien mit Corona infiziert

Auf den zuletzt in Deutschland gelandeten Passagierflügen aus Großbritannien sind nach einem Medienbericht bisher mindestens zehn mit Corona infizierte Passagiere identifiziert worden. Die Personen waren demnach an Bord verschiedener Flieger, die am Sonntag in Berlin, Stuttgart, Hannover und Dortmund landeten, wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Behördenkreise schreibt. Offiziell bestätigt ist das allerdings noch nicht.

Wegen der in Großbritannien aufgetretenen Mutation des Coronavirus herrscht seit Mitternacht auf deutschen Flughäfen auch in anderen europäischen Ländern ein Landeverbot für Flüge von dort. An den Flughäfen wurden die Passagiere isoliert: Sie mussten auf Feldbetten übernachten und müssen sich Corona-Tests unterziehen.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte, warteten am Vormittag etwa am Frankfurter Airport noch 87 Personen im Transitbereich darauf, getestet zu werden und weitere rund 70 bereits getestete Menschen auf ihr Ergebnis.

Die Lufthansa will vorerst ihre Flüge nach Großbritannien fortsetzen. Bei den Rückflügen nach Deutschland seien dann aber keine Passagiere an Bord, sagt ein Konzernsprecher. Sollten in Großbritannien gestrandete Deutsche zurückgeholt werden, stünde die Airline zur Verfügung. Details dazu müssten allerdings die Bundesregierung und die zuständigen Behörden entscheiden. (Quelle: TSP, 21.12.20)



AOK: ErzieherInnen am häufigsten krankgeschrieben

Laut einer Datenanalyse der Krankenkasse AOK sind Beschäftigte in der Kinderbetreuung und -erziehung bislang am häufigsten wegen Corona krankgeschrieben worden. Zwischen März und Oktober waren 2.672 von 100.000 Arbeitnehmern in diesem Bereich wegen einer Covid-19-Infektion krankgeschrieben, wie aus der Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervorgeht. Damit liege diese Gruppe mehr als das 2,2-fache über dem Durchschnitt aller AOK-Versicherten, hieß es.

Auf dem zweiten Plätz stehen unterdessen medizinische Fachangestellte mit 2.469 Krankgeschriebenen je 100.000 Beschäftigten. Bei einer ersten Auswertung für die Monate März bis Mai hatten noch Berufe in der Alten- und Krankenpflege die Spitzenplätze belegt, jetzt kamen sie auf Rang 7 und 8.

Insgesamt erhielten laut Auswertung rund 155.600 von etwa 13,2 Millionen AOK-Versicherten eine Krankschreibung im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dabei waren Frauen häufiger betroffen als Männer. (Quelle: Tagesschau, 21.12.20)


Apothekerverband: Viele Laien wollen Schnelltests kaufen

Apotheken im Rheinland berichten von hoher Nachfrage nach Corona-Schnelltests unter Laien – dürfen sie aber nicht bedienen. Laut einer Umfrage des Apothekerverbandes Nordrhein beklagen viele Mitglieder, dass sie die Antigen-Schnelltests wegen der gesetzlichen Bestimmungen nur an medizinisches Fachpersonal verkaufen können, wie der Apothekerverband Nordrhein mitteilte.

Die starke Nachfrage bei Laien sei jedoch ein klares Signal dafür, dass bald zuverlässige Tests entwickelt und zugelassen werden müssten, die einfach händelbar seien, sagte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein Thomas Preis. Es gebe offenbar eine starke Bereitschaft sich selbst zu testen.

„Hier sind in erster Linie Diagnostikhersteller im Verbund mit Zulassungsbehörden gefordert“, so Preis weiter. Da die Pandemie noch lange nicht überwunden sei, könnten so bundesweit noch mehr Tests durchgeführt werden, was die Testzentren und auch den Geldbeutel der Bürger spürbar entlaste. (Quelle: Tagesschau, 21.12.20)


Ostfriesen ohne Querdenker

Die Initiative „Querdenken“ in Ostfriesland stellt „bis auf Weiteres“ ihre Aktivitäten ein. Das teilte ein Sprecher mit, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Als Begründung nannte der Sprecher die Angst der Bevölkerung vor dem Coronavirus. Die Initiative wolle die Angst nicht noch verstärken, hieß es. Zuletzt hatte die ostfriesische Initiative weniger Zulauf erfahren. Anfang Dezember kamen nur rund 80 Menschen zu einer Demonstration nach Aurich.

Im Emsland waren die Seiten der Aktivisten bereits vor einigen Tagen aus dem Internet verschwunden. (Quelle: NDR, BN, 21.12.20)


Ein Esel und eine Gans im Erzgebirge


Fluggäste aus Großbritannien warten

Wegen der neuen Beschränkungen für Reisende aus Großbritannien warten am Berliner Hauptstadtflughafen in Schönefeld 77 Passagiere auf eine Klärung durch einen Corona-Test. Dabei handelt es sich überwiegend um polnische Staatsbürger, wie eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Berlin sagte. Betroffen waren demnach am Sonntag vier Flüge aus Großbritannien. Für die Reisenden seien Feldbetten aufgestellt worden. Wer nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat oder keinen festen Wohnsitz in Berlin hat, muss demnach zur Einreise einen negativen Test vorlegen.

Am Frankfurter Flughafen mussten rund 120 Passagiere aus Großbritannien die Nacht zum Montag im Transitbereich verbringen.

Nach einem Zwangsaufenthalt auf dem Flughafen Hannover für 62 Passagiere aus Großbritannien hat sich ein Fluggast als Covid-19-positiv herausgestellt. (Quelle: ARD, 21.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Zum Beginn der Weihnachtswoche meldet Niedersachsen 14 weitere Todesfälle. Damit sind in allein in Niedersachsen bislang 1.657 Menschen im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gestorben. Landesweit steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: sie liegt jetzt bei 114,4 Fällen je 100.000 Menschen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist auch die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden gestiegen, und zwar um 690. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 95.381 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Alle Zahlen geben den Stand von Montag, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 21.12.20)


Russland-Zahlen

In Russland melden die Behörden 29.350 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – so viele wie nie zuvor. Rund 7800 der nachgewiesenen Ansteckungsfälle fallen allein in der Hauptstadt Moskau an. Insgesamt wurden seit Beginn der Epidemie in dem Land mehr als 2,8 Millionen Fälle registriert. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, stieg um 493 auf 51.351. (Quelle: ARD, 21.12.20)


Inselbürgermeister wollen schneller impfen lassen

Die Bürgermeister der ostfriesischen Inseln hoffen, dass die Inselbewohner schneller gegen das Coronavirus geimpft werden können. Einen entsprechenden Vorschlag haben sie der Landesregierung gemacht.

Auch die Landräte der Kreise Aurich, Wittmund, Leer und Friesland unterstützen die Idee. Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) sagte, sofern ausreichend Impfstoff verfügbar sei, könnten die Menschen auf den Inseln quasi durchgeimpft werden. Übernehmen könnten dies die mobilen Teams, die schon demnächst für die Impfungen besonders gefährdeter Gruppen anreisen sollen.

Für diese Variante spreche das Infektionsrisiko, das von Touristen ausgehe, sobald Reisen wieder zugelassen werden, sagte Ambrosy. Ein weiteres Argument sei der große Aufwand, um die Impfstoffe auf die Inseln zu bringen. Es sei aber offen, ob die mobilen Impfteams auch noch andere Teile der Bevölkerung auf den Inseln impfen dürften. Das Land habe aber zugesagt, diese Möglichkeit zu prüfen. Ob es dazu komme, hänge aber von der zur Verfügung stehenden Menge an Impfstoff ab, so Ambrosy.

Die Versorgung der Inseln mit Impfstoffen stellt die Kreise vor logistische Herausforderungen. Die Fährverbindungen zu den Inseln Wangerooge, Spiekeroog, Baltrum und Juist sind abhängig von den Gezeiten und verkehren daher nicht regelmäßig. Hinzu kommen besondere Anforderungen an den Impfstoff-Transport, der Stoff der Firmen Biontech und Pfizer muss beispielsweise bei minus 70 Grad gelagert werden. Eigene Impfzentren wie auf dem Festland sind auf den Inseln nicht geplant.

(Foto: CC s. Archiv v. 14.5.20; Quelle: NDR, 21.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 21.12.2020, 09:00 Uhr

Über das Wochenende, in dem sich der Landkreis Emsland stets in Schweigen hüllt, sind zwei Menschen an CoViD-19 verstorben. Sie stammten aus Herzlake und Geeste gemeldet worden. Der seit gestern in der Lokalpresse Verstorbene, ein Bewohner aus dem Pflegeheim in Schapen ist offenbar noch nicht statistisch erfasst. Insgesamt 60 Infizierte sind bisher im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben.

Die Infektionsgesamtzahlen entwickeln sich im Emsland weiter nach oben, gleichzeitig steigt die Zahl der als gensen geltenden: Das belegen die 120 Neuinfektionen seit Freitag. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie erhöht sich damit auf 4.647 (+120). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.138 Personen (+143) gestiegen.

Im Emsland sind folglich 449 (-25) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Rund 1.830 (-50) Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 111,0 (= +363 Neuinfizierte in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 3 CoViD-19-Erkrankte (-3) intensivmedizinisch behandelt; 2 (-1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 3 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen kein/e Erkrankte/r mehr invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 594 Menschen (+16) erkrankt. 534 (+16) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 48 (+/-0) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 145 137 1 7
Einheitsgemeinde Emsbüren 84 70 0 14
Samtgemeinde Freren 344 300 11 33
Einheitsgemeinde Geeste 179 136 1 42
Stadt Haren (Ems) 320 304 1 15
Stadt Haselünne 235 180 0 55
Samtgemeinde Herzlake 139 116 1 22
Samtgemeinde Lathen 246 237 0 9
Samtgemeinde Lengerich 107 94 1 12
Stadt Lingen (Ems) 594 534 12 48
Stadt Meppen 498 449 10 39
Samtgemeinde Nordhümmling 156 156 0 0
Stadt Papenburg 543 512 5 26
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 26 17 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 71 58 3 10
Samtgemeinde Sögel 337 328 0 9
Samtgemeinde Spelle 209 149 3 57
Einheitsgemeinde Twist 116 85 2 29
Samtgemeinde Werlte 298 276 8 14
Gesamt* 4647 (+120) 4138 (+143) 60 (+2)
Aktuelle Covid-19-Fälle 449 (-25)

(21.12.20)


Überblick am Morgen

  • Eine wachsende Zahl europäischer und anderer Staaten hat das Reisen aus Großbritannien verboten, um zu verhindern, dass ein mutierter Coronavirus-Stamm die eigenen Grenzen überschreitet. Die vollständige Liste finden Sie hier.
  • Frankreich, Deutschland, Italien, die Schweiz, Portugal, Belgien, Österreich, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Rumänien, Schweden, Kroatien und die Niederlande haben angekündigt, keine Flüge aus Großbritannien mehr zuzulassen.
  • Die Tschechische Republik hat strengere Quarantänemaßnahmen für Personen erlassen, die aus Großbritannien einreisen.
  • Alle drei baltischen Staaten – Estland, Lettland und Litauen – haben alle Passagierflüge aus Großbritannien eingestellt. Litauen wird weiterhin Flüge nach Großbritannien zulassen, während Estland und Lettland diese ebenfalls eingestellt haben. Lettland hat auch den Personenverkehr mit Bussen und Fähren von und nach Großbritannien verboten. Die Verbote treten am Montag in Kraft und dauern bis Ende des Jahres.
  • Auch der Iran hat -so das iranische Gesundheitsministerium- Flüge aus Großbritannien für zwei Wochen ausgesetzt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA.
  • Israel hat ausländischen Bürgern die Einreise aus Großbritannien, Dänemark und Südafrika verboten.
  • Kuwait hat Großbritannien zu einer Liste von „Hochrisikonationen“ hinzugefügt und Flüge verboten.
  • Der Präsident von El Salvador kündigte an, dass jeder, der in den letzten 30 Tagen in Großbritannien oder Südafrika war, nicht in das Land einreisen darf.
  • Kolumbien setzt ab Montag Flüge von und nach Großbritannien aus, und Chile hat eine obligatorische zweiwöchige Quarantäne für alle eingeführt, die Großbritannien in den letzten 14 Tagen besucht haben.
  • Die Türkei und Marokko haben angekündigt, den Flugverkehr aus Großbritannien einzustellen.
  • Die offizielle saudische Presseagentur berichtet, dass Saudi-Arabien auch internationale Flüge für eine Woche einstellt.
  • Kanada hat Flüge aus Großbritannien für 72 Stunden eingestellt. Premierminister Justin Trudeau sagte in einer Erklärung, dass für 72 Stunden seit Sonntag um Mitternacht „allen Flügen aus Großbritannien die Einreise nach Kanada untersagt wird“. Er fügte hinzu, dass Reisende, die am Sonntag ankamen, einem sekundären Screening und anderen Gesundheitsmaßnahmen unterzogen würden. In einer ergöänzenden Erklärung der Regierung heißt es, dass Frachtflüge nicht in das Verbot einbezogen wurden.
  • Südkorea verzeichnete am Montag die höchste tägliche Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Der Anstieg der Infektionen belastet das Gesundheitssystem belastete und löste Polizeirazzien an Orten ausaus, die im Verdacht standen, gegen soziale Abstandsregeln zu verstoßen. Am Sonntag gab es 24 weitere Todesfälle, was einer Gesamtzahl von 698 im Land entspricht, teilte die Korea Disease Control and Prevention Agency mit. Seoul und Umgebung werden die fast alle Treffen von fünf oder mehr Personen später in dieser Woche verbieten.
  • Die Führer des Kongresses in den USA haben sich auf ein 900-Milliarden-Dollar-Paket geeinigt, um die erste neue Hilfe seit Monaten für eine von der Coronavirus-Pandemie heimgesuchte Wirtschaft bereitzustellen, sagte der oberste Republikaner und Demokrat des Senats am Sonntag, aber es blieb unklar, wann der Kongress abstimmen würde, um das Abkommen zu besiegeln.
  • Thailand testet Zehntausende von Menschen auf Covid-19, nachdem ein Ausbruch auf einem Garnelenmarkt zum größten bisherigen Anstieg der Infektionen im Land geführt hatte, das das Virus fast ausgerottet zu haben schien.
  • In Australien hat sich der Coronavirus-Cluster an den nördlichen Vororten Sydneys über die Stadt ausgebreitet. Die Behörden in New South Wales verteidigen jedoch weiterhin ihre Entscheidung, die Verwendung von Masken nicht vorzuschreiben sondern nur zu empfehlen, da der Cluster an den abgesperrten nördlichen Stränden um 15 auf insgesamt 83 Fälle wächst, als ein Rekord von 38.578 Sydneysidern am Sonntag getestet wurde. (Quelle: The Guardian, 21.12.20)

Christian Drosten: „Denke, dass die Virusvariante schon in Deutschland ist“

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk am Montagmorgen hat der Charité-Virologe Christian Drosten vor Panikmache in Zusammenhang mit dem Aufkommen einer neuen Virusvariante gewarnt. Noch sei vieles, was über die neue Virusvariante gesagt und geschrieben werde, nicht wissenschaftlich bestätigt, sagte er. Entsprechende Informationen hätten britische Forscher für die kommenden Tage angekündigt.

Aktuelle Aussagen, wie die Zahl, dass die neue Variante 70 Prozent ansteckender sei, beruhten nicht auf gesicherten Erkenntnissen, sondern seien Schätzwerte, die ihren Weg über die Politik in die Medien gefunden hätten. Es dauere jetzt schlicht ein paar Tage, bis „eindeutige Botschaften“ der Forscher vorlägen. „Ich bin nicht so sehr besorgt“, sagte Drosten weiter. „Es kann wissenschaftliche Überraschungen geben. Aber ich bin alles andere als beunruhigt.“

Zugleich nannte er das aktuelle Vorgehen, den Reiseverkehr aus Großbritannien zu unterbrechen, „vorsichtig“ und angemessen. Wenn es mehr Informationen gebe, könne die Politik dann entsprechend reagieren.

Mit Blick auf den Süden Englands, wo die neue Virusvariante sich derzeit hauptsächlich ausbreitet, fragte Drosten: „Spült das Virus mit einer neuen Welle hoch, oder ist das Virus für die Welle verantwortlich?“ Das sei eine wichtige Frage, die nicht einfach beantwortet werden könne.

Er verwies auf andere Länder, wo die Variante nachgewiesen sei und wo es keinen direkten, starken Anstieg gegeben habe. Gleichzeitig betonte Drosten, dass er die neue Virusvariante „nicht verharmlosen“ wolle.

Vor allem die Tatsache, dass die Bindung an die menschliche Zelle stärker würde, nannte er interessant. Allerdings sagte Drosten, dass dieser Umstand das Virus sogar schwächen könnte: „Das muss nicht gut sein für das Virus.“
Laut Drosten spricht einiges dafür, dass die neue Virusvariante längst in Deutschland ist. Sie sei in England schon seit einigen Monaten in der Verbreitung und habe ihren Weg in verschiedene europäische Länder gefunden. „Wir wissen, dass es in Europa und sogar in Australien ist. Warum sollte es nicht in Deutschland sein?“

Dass die Mutation Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Impfstoffe hat, glaubt Drosten nicht. Dafür sei die Veränderung des Virus nicht weitgehend genug und die Impfstoffe zu breit in der Wirkung.
(Foto: Copyright Charité – Universitätsmedizin Berlin; Quelle: DLF, 21.12.20)



Impfstoff: Tübinger Curevac startet Studie mit Klinikpersonal

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac möchte die Wirkung seines Corona-Impfstoffs bei Krankenhausmitarbeitern untersuchen. Mit einer Studie an 2500 Mitarbeitern des Universitätsklinikums Mainz solle die Häufigkeit von Antikörpern und Covid-19-Erkrankungen erforscht werden, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit.

Die Studie solle zeigen, welchen Unterschied der Impfstoffkandidat CVnCoV für diese spezielle Personengruppe machen könne, die einem hohen potenziellen Infektionsrisiko ausgesetzt sei, so Lidia Oostvogels, Leiterin des Bereichs Infektionskrankheiten bei Curevac. Mit der ab Dienstag beginnenden Studie erhoffe sich das Unternehmen zusätzliche Erkenntnisse über den Schutz der Impfung für diese besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe.

Bereits vor einer Woche hatte das Unternehmen den Start seiner zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie bekanntgegeben. Mit ersten Ergebnissen der Studie mit wahrscheinlich mehr als 35.000 Teilnehmern rechnet Curevac nach Angaben eines Sprechers Ende des ersten Quartals 2021. In der letzten Phase geht es darum, die Sicherheit und Wirksamkeit von CVnCoV bei Erwachsenen an Standorten in Europa und Lateinamerika zu untersuchen.

Ebenso wie bei dem Mainzer Impfstoff-Entwickler Biontech basiert der Curevac-Impfstoff auf dem Botenmolekül mRNA, der im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes anregt. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Mit der EU-Kommission hat Curevac einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen. Wie viele Dosen nach Deutschland gehen sollen, sagte das Unternehmen zunächst nicht. (Quelle: SWR, 21.12.20)


„Brot für die Welt“ befürchtet Rückgang bei Kollekten

Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ befürchtet angesichts des Ausfalls zahlreicher Weihnachtsgottesdienste und einer strikten Begrenzung der Teilnehmerzahlen einen Rückgang bei den Einnahmen aus Kollekten. Traditionell sammle das Hilfswerk den Großteil seiner Kollekten in den Gottesdiensten an Heiligabend und den Weihnachtstagen, sagte die Präsidentin des Hilfswerkes, Cornelia Füllkrug-Weitzel, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dieses Jahr würden deutlich weniger Menschen einen Gottesdienst besuchen, und so sei davon auszugehen, dass die Kollekten deutlich geringer ausfallen. „Das ist bitter, besonders weil die Aufgaben für uns und unsere Partner in den Projektregionen im kommenden Jahr besonders groß sein werden“, sagte Füllkrug-Weitzel. (Quelle: Tagesschau, 21.12.20)


Ifo: Exporterwartungen der Industrie steigen

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich am Ende des Corona-Jahres etwas aufgehellt. Die Exporterwartungen der Industrie legten im Dezember auf plus 1,4 Punkte zu von minus 1,0 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter 2300 Unternehmen mitteilte. „Die deutsche Exportindustrie blickt verhalten auf das erste Quartal 2021“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Noch zu viele Unsicherheiten, wie der ungeklärte Brexit, belasten den Ausblick.“ (Quelle: Tagesschau, 21.12.20)


Niederlande weiten Einreiseverbot auf Fährpassagiere aus

Die Niederlande haben ihren coronabedingten Einreisestopp für Reisende aus Großbritannien auf Passagiere von Fähren ausgedehnt. Das bedeute, dass aus Großbritannien kommende Fähren mit Passagieren an Bord nicht mehr die Niederlande ansteuern könnten, berichtete die Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf die Regierung. Die zunächst bis zum 1. Januar geltende Regelung betreffe aber nicht Fahrer von Lastwagen.

Nach der Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien hatten die Niederlande bereits am Sonntag beschlossen, Flugpassagiere aus dem Vereinigten Königreich nicht mehr einreisen zu lassen. Deutschland und zahlreich andere europäische Länder hatten ebenfalls Flugverbote oder Grenzschließungen zum Vereinigten Königreich verkündet. (Quelle: Tagesschau, 21.12.20)



Deutschland-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben.

Innerhalb eines Tages wurden 16.643 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Am vergangenen Montag hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 16.362 etwas darunter gelegen. Allerdings sind die Zahlen zu Wochenbeginn meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben – darin waren jedoch rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 226 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 188 gelegen. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt weiter gestiegen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 26.275.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Montag mit 197,1 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,04 (Vortag: 1,06). (Quelle: RKI, 21.12.20)


USA schnüren 900-Milliarden-Konjunkturpaket

Demokraten und Republikaner im US-Kongress haben sich nach monatelangem Streit auf ein weiteres gewaltiges Corona-Konjunkturpaket verständigt. Die Chefs von Republikanern und Demokraten im US-Senat, Mitch McConnell und Chuck Schumer, verkündeten die Einigung am Sonntagabend (Ortszeit) in der Kammer des Kongresses. McConnell sagte, das Paket habe einen Umfang von rund 900 Milliarden Dollar (rund 737 Milliarden Euro).

Vorgesehen sind laut Schumer unter anderem weitere Finanzhilfen für kleine Betriebe und eine zeitlich begrenzte Aufstockung von Arbeitslosenhilfen um 300 Dollar wöchentlich. Bürger mit einem bestimmten Höchsteinkommen sollen einmalig eine direkte Hilfszahlung in Höhe von 600 Dollar pro Kopf bekommen. Auch Geld für Schulen, Kinderbetreuung und für die Verteilung der Impfstoffe im Land sei eingeplant.

Der US-Kongress hatte seit März mit der Unterstützung beider Parteien bereits Konjunkturpakete von rund 2,7 Billionen Dollar auf den Weg gebracht. Mit dem neuen Paket werden es nun deutlich mehr als drei Billionen Dollar sein – innerhalb eines Jahres. (Quelle: TSP, 21.12.20)


Charité im Notfall-Modus

Deutschlands und Europas größte Universitätsklinik, die Berliner Charité, fährt -wie angekündigt- von diesem Montag an für zunächst zwei Wochen den Betrieb auf ein Notfallprogramm zurück. Auf diese Weise soll Personal zusammengezogen werden, um weitere Covid-19-Intensivkapazitäten aufzubauen. Planbare Eingriffe werden damit über Weihnachten und den Jahreswechsel nicht gemacht, wie die Klinik vergangene Woche ankündigt hatte. Notfälle werden aber weiter behandelt und Tumoroperationen vorgenommen. Auch der Betrieb in den Rettungsstellen geht weiter. (Quelle: TSP, 21.12.20)


EMA entscheidet heute über Impfstoffzulassung

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will am Montag über die Zulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer entscheiden. Es wird mit einem positiven Entscheid der EMA gerechnet. Danach entscheidet die EU-Kommission zusammen mit den Mitgliedstaaten über die Marktzulassung. Eine positive Empfehlung der EMA ist also eine wichtige Voraussetzung dafür, dass in Deutschland wie geplant ab dem 27. Dezember gegen das Coronavirus geimpft werden kann.

In mehreren Ländern – darunter die USA, Kanada und Großbritannien – ist das Vakzin bereits zugelassen. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sollen die Impfungen in der EU zwischen dem 27. und dem 29. Dezember beginnen. Über eine Zulassung des Impfstoffes des US-Unternehmens Moderna will die EMA am 6. Januar entscheiden. (Quelle: TSP, 21.12.20)


Überblick zur Nacht

  • El Salvador hat die Eeinreise für Menschen verboten, die in den letzten 30 Tagen in Großbritannien oder Südafrika waren.
  • Das Gesundheitsministerium hin Italien hat einen Patienten mit dem gleichen Stamm des mutierten Virus in Großbritannien registriert.
  • Die Türkei, der Iran, Kolumbien und Saudi-Arabien haben Beschränkungen für Reisende aus Großbritannien in Kraft gesetzt – ebenso fast alle Staaten der Europäischen Union.
  • Weil Frankreich seine Grenze und die nachfolgenden Handelswege durch den Eurotunnel schließt, sind Unternehmen, die Fracht nach Frankreich und weiter beförderten, in Panik geraten.
  • Unter dem Vorsitz des Premierministers Boris Johnson tagt in London am Montag das Krisenkabinett, weil die europäischen Länder die Einreise aus Großbritannien geschlossen haben.
  • Katar ist das jüngste Land, das den Pfizer-Impfstoff für den Notfall zugelassen hat.
  • Führende Kongressabgeordnete in den USA haben eine Einigung über das erwartete Hilfspaket COVID-19 angekündigt, das allerdings den Kongress noch nicht durchlaufen hat.(Quelle: The Guardian, 21.12.20)

Virus erkennt deutsche StaatsbürgerInnen

(21.12.20)


Hafen von Dover ist geschlossen

Die Hafenverwaltung von Dover hat in einer Erklärung bekannt gegeben, dass der Hafen (Foto) seit Sonntagabend für den gesamten LKW-Verkehr gesperrt ist: „Der Fährhafen im Hafen von Dover ist aufgrund von Grenzbeschränkungen in Frankreich bis auf Weiteres für den gesamten begleiteten Verkehr gesperrt, der das Vereinigte Königreich verlässt.“

Die Behörde forderte sowohl „begleitete Fracht [LKW] als auch Passagierkunden auf, nicht zum Hafen zu fahren“.
(Foto Danny_Hawkwood via piaxbay, Quelle: The Guardian, 21.12.20)


Flieger aus London: Quarantäne im Flughafen Hannover

Aus Sorge vor der in Großbritannien aufgetauchten neuen Variante des Coronavirus hat die Region Hannover die Einreise für 63 Passagiere eines Flugs aus London gestoppt. Bis zum Vorliegen des Corona-Testergebnisses müssten die Passagiere auf dem Flughafengelände bleiben, sagte eine Regionssprecherin. Sie rechne damit, dass die Ergebnisse am Montag vorliegen, das stehe aber nicht fest.

Nach Angaben des Flughafens Hannover wurden im Terminal D Feldbetten aufgebaut, die Passagiere werden dort auch verpflegt. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, eine Frau wolle nach London zurückfliegen, alle anderen müssten sich dem sogenannten PCR-Test unterziehen. „Unser Ziel ist, zu verhindern, dass die neue Virusart unbemerkt nach Niedersachsen einzieht“, sagte Andreas Kranz, Leiter des Fachbereichs Öffentliches Gesundheitswesen der Region Hannover. (Quelle: Tagesschau, 20.12.20)


NRW setzt aufgehobene Quarantänevorschrift wieder in Kraft

NRW setzt Quarantänevorschriften wieder in Kraft. Das Besondere: Das Oberverwaltungsgericht des Landes (OVG), hatte die Quarantänevorschriften aufgehoben (Beschl. v. 20.11.20, Az. 13 B 1770/20.NE / PM). Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte dazu am Abend im WDR: „Sie wissen, sie ist für NRW vom Oberverwaltungsgericht aufgehoben worden. Wir werden sie ab Mitternacht wieder in Kraft setzen – insbesondere für Südafrika und Großbritannien.“ Die Passagiere, die am Sonntag an den Flughäfen Köln, Düsseldorf und Dortmund mit Maschinen aus Manchester und London ankamen, wurden demnach auf die Quarantäne-Pflicht hingewiesen.

Das OVG hatte die in der Corona-Einreiseverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geregelte Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten aufgehoben. Nach Ansicht des Gerichts hatte das Land nicht berücksichtigt, dass Reisende bei der Rückkehr aus Ländern mit geringeren Infektionszahlen als an ihrem Wohnort nach der Heimkehr einem höherem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Regelung schrieb vor, dass sich Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten nach der Einreise nach NRW in häusliche Quarantäne begeben müssen und zehn Tage lang keinen Besuch aus anderen Haushalten empfangen dürfen.

Wegen der in Großbritannien und Südafrika entdeckten Coronavirus-Mutationen hat Nordrhein-Westfalen für diese beiden Länder heute die aufgehobene Quarantäne-Verordnung wieder in Kraft gesetzt.

(Quelle: WDR, 20.12.20)


Chaos an deutschen und britischen Flughäfen nach Landeverboten

Um die Ausbreitung einer neuen Coronavirus-Mutation zu verhindern werden ab Mitternacht Flüge aus Großbritannien nach Deutschland weitgehend gestoppt. Die Ankündigung sorgte an deutschen und britischen Flughäfen für Chaos. Das berichten deutsche Medien. Demnach dürfen nicht-deutsche Reisende, die aus Großbritannien ankommen, nicht einreisen, bevor sie negativ getestet wurden. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie dem Bericht zufolge in einem Transitbereich am Flughafen warten. Laut „Bild“ bestätigte die Bundespolizei, dass seit Sonntagnachmittag eine Testpflicht bestehe. Grundlage sei eine Allgemeinverfügung, die das Bundesverkehrsministerium am Sonntag veröffentlichte.

In Hannover dürften der „Bild“ zufolge auch Deutsche, die aus Großbritannien eingereist sind, das Flughafengelände nicht verlassen bis das Ergebnis vorliegt. Dies könne demnach bis zu 24 Stunden dauern.

Auch an den Flughäfen in Großbritannien sorgen die neuen Maßnahmen für Durcheinander. In einer Durchsage eines Eurowings-Flugs nach Stuttgart ist zu hören, wie ein Pilot sich noch vor Abflug an die Passagiere wendet. Wer keinen deutschen Pass besitze, müsse sich am Stuttgarter Flughafen einem Corona-Test unterziehen und werde dort in einem Hotel untergebracht, bis das Testergebnis vorliege. Kurz darauf wendet der Pilot sich nochmal an die Fluggäste: „Alle Passagiere mit keinem deutschen Pass gibt es jetzt kein Hotel, die sind alle ausgebucht in Stuttgart. Es wird ein Bereich im Flughafen abgetrennt mit, ich sage mal, Feldbetten.“ Danach weist er darauf hin, dass die Passagiere sich entscheiden können, ob sie tatsächlich fliegen wollen. Wie die „Bild“ berichtet verließen daraufhin mehrere Personen das Flugzeug. (Quelle: Tsp, 20.12.20)


Frankreich-Zahlen

In Frankreich wurden in den letzten 24 Stunden 12.799 neue bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet, wodurch sich die Gesamtzahl der Infektionen auf 2.473.354 erhöhte. Weitere 131 Todesfälle wurden gemeldet, was die Gesamtzahl der Todesopfer auf 60.549 erhöht hat. (Quelle The Guardian, 20.12.20)


Mehr als 200.000 Neuinfektionen in den USA

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA steigt nach Angaben des US-Zentrums zur Seuchenbekämpfung (CDC) um 200.490 auf rund 17.592 Millionen. Die Zahl der Toten erhöht sich um 2.624 auf 315.260. Die CDC-Zahlen können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen. (Quelle: CDC, 20.12.20)


EU-Ratspräsidentschaft beruft Treffen wegen Virus-Mutation ein

Wegen der neuen Variante des Coronavirus beruft die deutsche EU-Ratspräsidentschaft für Montag ein Notfalltreffen mit Vertretern anderer Mitgliedstaaten ein. Berlin rufe im Rahmen des Krisenreaktionsmechanismus der Staatengemeinschaft (IPCR) nationale Experten zusammen, wie ein Sprecher der deutschen Ratspräsidentschaft am Sonntag mitteilte. Auf der Tagesordnung stehe die Koordination der Europäischen Union in Bezug auf die neue Virusvariante.

Grundsätzlich soll der IPCR-Mechanismus in schweren und komplexen Krisen schnelle und koordinierte politische Entscheidungen ermöglichen, etwa im Fall von Terroranschlägen. Dabei kommen die EU-Institutionen, die EU-Staaten und andere Betroffene zusammen. Der Mechanismus war im März durch die damalige kroatische EU-Ratspräsidentschaft wegen der Ausbreitung des Coronavirus vollständig ausgelöst worden. (Quelle: TSP, 20.12.20)


Corona-Mutation: Keine Flieger mehr aus GB

Zum Schutz vor einer neuen Variante des Coronavirus werden Flüge aus Großbritannien nach Deutschland weitgehend gestoppt. Landungen von dort sind ab Mitternacht untersagt, wie aus einer Verfügung des Bundesverkehrsministeriums von Sonntag hervorgeht.

Ausgenommen sind reine Frachtflüge, Flüge mit medizinischem Personal oder wenn Jets nur mit Crews an Bord nach Deutschland zurückkehren. Die Bundesregierung plant in der neuen Woche daneben noch weitergehende Beschränkungen auch des Reiseverkehrs zu Südafrika.

Zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland und „zur Limitierung des Eintrages und der schnellen Verbreitung der neuen Virusvarianten“ sei ein sofortiges, befristetes Verbot für Flüge aus dem Vereinigten Königreich und Nordirland geboten, erläuterte das Verkehrsministerium in der Verordnung. Von dort seien Virus-Mutationen gemeldet worden, die in Deutschland noch nicht festgestellt worden seien.

Das Landeverbot gilt laut der Verfügung zunächst bis 31. Dezember. Hintergrund ist, dass sie sich für eine möglichst schnelle Umsetzung auf eine bestehende EU-Verordnung stützt – und Großbritannien nur noch bis zum Jahresende übergangsweise im EU-Binnenmarkt ist.

Weitergehende Beschränkungen sollen aber noch per Rechtsverordnung festgelegt werden, wie es in Regierungskreisen hieß. Dies erfordert einen etwas längeren Vorlauf – denn Verordnungen müssen erst im Bundesanzeiger verkündet werden, ehe sie in Kraft treten können. Gesundheitsminister Jens Spahn erläuterte, an diesem Montag sei geplant, mit einer Verordnung „den gesamten Reiseverkehr“ mit Großbritannien und Südafrika einzuschränken.

Der CDU-Politiker sagte am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“, man nehme die Meldungen aus Großbritannien sehr ernst. „Die deutlich schnellere Übertragbarkeit, wie sie in diesem Fall vermutet wird, die würde natürlich viel verändern und deshalb ist es wichtig, den Eintrag nach Deutschland, auf Kontinentaleuropa zu unterbinden.“ Es sei wichtig, die Erkenntnisse über die Virusvariante zu verifizieren und zugleich vorausschauend zu agieren. Der Minister äußerte sich verwundert, dass wohl viele Deutsche Weihnachtsurlaub in Südafrika verbringen wollten. Er frage sich, ob diese Menschen die Botschaften nicht gehört hätten, nicht zu reisen und die Kontakte einzuschränken.

Das Bundesinnenministerium wies die Bundespolizei an, Reisende aus Großbritannien und Südafrika ab sofort systematisch zu kontrollieren. Dies gilt mit Blick auf die korrekte Registrierung in der digitalen Einreiseanmeldung, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. Erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen seien eng mit den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern abzustimmen. Reisende müssten sich auf längere Wartezeiten an den Grenzen einstellen.

Am Sonntagnachmittag erörterten Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen und Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, in einem Telefonat die Corona-Lage in England. Nach Angaben aus Paris habe im Mittelpunkt der Gespräche ein gemeinsames Vorgehen angesichts der dort aufgetretenen neuen Variante des Coronavirus gestanden.

Die spanische Regierung fordert wegen der mutmaßlich ansteckenderen Variante des Virus ein koordiniertes Vorgehen der EU. Die ersten europäischen Länder reagierten am Morgen auf die Warnung aus Großbritannien und verhängten ein Landeverbot für Flugzeuge aus dem Königreich.

Nach Angaben aus Regierungskreisen in Berlin arbeitet die EU noch an einer gemeinsamen Entscheidung für den Straßen- und Seeverkehr mit Großbritannien. Medienberichten zufolge will sie Anfang der Woche über die komplette Einstellung des Personenverkehrs zwischen dem europäischen Festland und dem Vereinigten Königreich entscheiden. Waren sollen demnach allerdings weiter transportiert werden dürfen. (Quelle: TSP, 20.12.20)



Spahn rechnet zum Impfstart mit Anlaufproblemen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellt die Bürger auf Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der Corona-Impfungen ein. „Es wird am Anfang ruckeln, da gibt’s auch nichts drumrum zu reden“, sagte er am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“. „Wir sind bestmöglich vorbereitet, aber jetzt wird’s konkret.“ Beim Hochfahren der Impfzentren werde es auch darauf ankommen, miteinander zu lernen.

Spahn zeigte sich verwundert darüber, dass es Kritik daran gab, dass es zum Start zunächst nur wenig Impfstoff geben wird. „Es ist halt zu Beginn für alle knapp. Aber das war im Übrigen auch immer bekannt. Das sage ich seit Wochen“, antwortete er auf eine Frage nach der Kritik etwa aus den Bundesländern. Er habe das immer „als gemeinsame Anstrengung verstanden“, sagte Spahn und versprach: „Deshalb wollen und werden wir auch jeden Impfstoff, der Deutschland erreicht, der uns geliefert wird, auch schnellstmöglich in die Impfzentren bringen.“

Großbritannien habe in den ersten zwölf Tagen 300.000 Menschen impfen können. „Das werden wir auch in den ersten Tagen erreichen können.“ Der Eindruck, der Rest der Welt habe ganz viel Impfstoff und Deutschland habe nichts, stimme nicht. Die Impfungen sollen unter anderem zuerst in Pflegeheimen beginnen. Für die Impfung von Pflegebedürftigen, die nicht im Heim leben, seien die Behörden vor Ort zuständig, sagte Spahn. Dort würden für sie Konzepte erarbeitet analog zur auch sonst bestehenden ärztlichen Versorgung dieser Betroffenen. (Quelle: TSP, 20.12.20)


Corona-Mutation bei Patient in Italien nachgewiesen

Die neue Corona-Variante hat Italien erreicht. Das Gesundheitsministerium des südeuropäischen Landes teilt mit, dass die Mutation bei einem Patienten nachgewiesen worden sei. Der Patient sei zusammen mit einer weiteren Person in den vergangenen Tagen aus Großbritannien zurückgekehrt und mit dem Flugzeug in Rom gelandet. Der Patient befinde sich nun in Quarantäne. (Quelle: BR, TSP, 20.12.20)


CDUCSU-Fraktion für Paketsteuer?

Die Unionsfraktion im Bundestag plant, den Onlinehandel mit einer Steuer auf Pakete zur Unterstützung der in der Coronakrise leidenden Innenstädte heranzuziehen. Die Abgabe soll beim Onlinehändler erhoben und von ihm an das Finanzamt abgeführt werden, wie aus einem vom kommunalpolitischen Sprecher Christian Haase sowie vom Fraktionsvize Andreas Jung unterzeichneten Papier hervorgeht. Das meldeten heute „Welt am Sonntag“ und „Spiegel“.

Ob im Internet bestellte Ware dadurch teurer würde, hänge von den Anbietern ab. Die Abgabe solle „sich in der Höhe proportional nach dem Bestellwert“ richten, heißt es in dem Grundsatzpapier der CDU-Politiker. Der Koalitionspartner SPD unterstützt den Vorschlag.

Es gehe um einen fairen Wettbewerb, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth. „Dazu braucht es keine neuen Steuern auf Pakete, sondern bessere Kontrollen, um sicherzustellen, dass auch bei Lieferungen aus Fernost unsere hiesigen Regelungen für Produktsicherheit und Steuerzahlungen eingehalten werden“

Die Abgabe ist als Teil eines »Pakts für lebendige Innenstädte« geplant, mit dem der durch den Corona-Lockdown erschütterte Einzelhandel gestützt werden soll. Dazu solle ein »Innenstadtfonds« aufgelegt werden, der durch Steuergelder, aber auch durch eine neue Abgabe für den Onlinehandel gespeist werden solle. Eine Paketsteuer träfe laut HDE-Chef Genth aber auch viele heimische Online-Händler, „die korrekte und pünktliche Steuerzahler sind«. »Zudem wäre das ein Bärendienst gegenüber dem Drittel der stationären Händler, die sich ein Online-Standbein aufgebaut haben.“

Zur Begründung für ihren Vorstoß schreiben die CDU-Politiker: „Mit den Einnahmen wird der Onlinehandel an den Kosten von ihm genutzter kommunaler Infrastruktur beteiligt. Beseitigt wird damit die Schieflage gegenüber dem stationären Einzelhandel, der schon heute mit seinen Steuern erheblich zum Gemeindehaushalt beiträgt.“

Die Einnahmen aus der neuen Gebühr sollten den Einzelhandel vor Ort unmittelbar entlasten: „Die Mittel werden also in vollem Umfang zur Stärkung eines vielfältigen Einzelhandels in lebendigen Innenstädten eingesetzt“, zitiert die Zeitung aus dem Papier, „nichts davon verbleibt in der Bundeskasse.“ Außerdem solle Geschäften, die wegen der Pandemie zeitweise schließen mussten, mit großzügigeren Überbrückungshilfen, Schnellkrediten und Steuererleichterungen geholfen werden.

Aus Kreisen der CDU-Mittelstandsvereinigung wird der Plan abgelehnt.

(Quelle: DER SPIEGEL, 20.12.20)


Gerhard Schröder ruft zum Impfen gegen Corona auf

Altkanzler Gerhard Schröder hat in einem Online-Video am 4. Advent dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Es gibt die Hoffnung, durch Impfen die Pandemie schließlich besiegen zu können. Jeder muss wissen: Wer sich dem verweigert, der steht in der Bekämpfung der Pandemie auf der falschen Seite“, sagte der 76-Jährige. Das Video veröffentlichte seine Frau Soyeon Schröder-Kim auf Instagram.

Schröder-Kim berichtet, dass sie wegen der Pandemie in diesem Jahr Weihnachten nicht mit ihrer Familie in Südkorea feiern kann. Der Altkanzler sagt mit Blick auf die bevorstehenden Festtage: „In diesem erneuten Lockdown wird sich zeigen, ob wir alle wirklich bereit sind, Rücksicht auf diejenigen zu nehmen, die wegen Alters oder wegen Krankheiten besonders gefährdet sind. Und zwar durch freiwilligen Verzicht auf Besuche und Feiern an den Weihnachtsfeiertagen und an Silvester.“ (Quelle: TSP, 20.12.20)


Inzidenzwert über 220: Grafschaft Bentheim vor weiteren Einschränkungen

Mit einem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 221 steht die Grafschaft in Niedersachsen weiter an der Spitze und hat am Sonntag erstmals die kritische 200er-Marke überschritten, ab der strengere Regeln erlassen werden könnten. Der Landesdurchschnitt liegt bei 111 Infektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche.

Im Kreishaus betrachte man die Entwicklung weiterhin aufmerksam und mit Sorge, teilte ein Landkreissprecher am Sonntag auf GN-Anfrage mit. Das Infektionsgeschehen in der Grafschaft sei weiterhin „äußerst diffus“. Es lassen sich bei der Nachverfolgung keine Infektionsherde erkennen. Einen Sammelausbruch, wie er im Oktober bei der Keksbäckerei Borggreve in Neuenhaus zu beobachten war, gebe es derzeit nicht.

Die Kreisspitze habe am Wochenende in mehreren Gesprächen intensiv darüber beraten, „ob und an welchen Stellschrauben noch gedreht“ werden könne, um das Infektionsgeschehen zu senken. Dabei gehe es auch um die Frage von Verhältnismäßigkeit und darum, welche Schritte rechtlich Bestand haben. Allgemein wird erwartet, dass der Landkreis am Montag neue Regeln beschließt, um die Zahl der Infektionen wieder zu senken.

Aktuell sind 451 Grafschafter positiv auf das Coronavirus getestet worden – 26 mehr als am Samstag. Die Gesamtzahl der Fälle seit Pandemiebeginn steigt auf 2.202. Als genesen gelten 1.696 Grafschafter.

Die aktuellen 451 Covid-19-Erkrankungen teilen sich wie folgt auf (in Klammern Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 29 (0), Emlichheim: 38 (+5), Uelsen: 80 (+7), Neuenhaus: 40 (+2), Wietmarschen: 35 (+7), Nordhorn: 157 (-4), Schüttorf: 72 (+9)

Die Zahl der Todesfälle liegt bei insgesamt 55. Davon entfallen 18 auf das Frühjahr und 37 auf die zweite Jahreshälfte. In Quarantäne sind am Sonntag 1.529 Grafschafter – so viele wie noch nie. (Quelle: GN, Niedersachsen.de 20.12.20)


Corona-Mutation in Großbritannien „außer Kontrolle“

Die in Großbritannien entdeckte Variante des Coronavirus bereitet den Behörden große Sorgen. „Sie ist außer Kontrolle, und wir müssen sie wieder unter Kontrolle bekommen“, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag der BBC. Nach ersten Erkenntnissen der Behörden ist die Mutation deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die Variante schwerere Krankheitsverläufe auslöse oder eine höhere Sterblichkeitsrate. Zudem gehen die Behörden bisher davon aus, dass Impfstoffe auch gegen die Mutation wirksam sind.

Minister Hancock sagte, er mache sich große Sorgen um das Gesundheitssystem. Derzeit seien mehr als 18 000 Infizierte in den Krankenhäusern, das seien fast so viele wie zum Höhepunkt der ersten Infektionswelle im Frühjahr. „Das ist ein weiterer Grund dafür, dass alle sich an die neuen Regeln halten und persönlich Verantwortung übernehmen müssen“, sagte er. Dem Sender Sky News sagte Hancock, jeder müsse sich so verhalten, als sei er mit Corona infiziert. „Das ist der einzige Weg, wie wir das Virus unter Kontrolle bekommen können.“

Wegen der raschen Ausbreitung der neuen Virus-Variante gilt in London und anderen Gegenden in Südostengland seit Sonntag ein neuer Shutdown mit weitreichenden Ausgangssperren, auch für die Weihnachtstage. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die schärferen Maßnahmen noch Monate in Kraft bleiben müssten, bis flächendeckend geimpft werden könne, sagte Hancock. (Quelle: Stuttgarter Zeitung, 20.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Die Lage in der Corona-Pandemie bleibt angespannt. Weitere 12 Menschen sind verstorben, damit sind bislang allein in Niedersachsen 1.643 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert worden. Landesweit steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: sie liegt jetzt bei 111,3 Fällen je 100.000 Menschen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist auch die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden gestiegen, und zwar um 1.344. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 94.692 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden.

Im Emsland beträgt die 7-Tages-Inzidenz nach weiteren 36 Neuinfektionen jetzt 111; dies entspricht dem heutigen Durchschnittswert in Niedersachsen. In den vergangenen 7 Tagen sind 363 CoViD-19-Erkrankungen hinzugekommen. Zu den weiteren zwei Toten im Emsland hinaus sind seit gestern keine weiteren Opfer zu beklagen. Insgesamt sind 60 Menschen im Emsland verstorben.

Dramatisch stellt sich die Situation in der benachbarten Grafschaft Bentheim dar. Hier ist die 7-Tages-Inzidenz nach Angaben des NLGA auf 220,9 gestiegen – bei weitem die höchste in Niedersachsen.

Alle Zahlen geben den Stand von heute, Sonntag 9 Uhr, wieder.

(Quelle: NDR, Niedersachsen.de, 20.12.20)


Inzidenzwert in Bayern steigt auf 217,8

In Bayern steigt die Zahl der neuen Corona-Infektionen stetig weiter – und besonders stark in der Landeshauptstadt. Münchens Inzidenzwert hat die Marke von 300 überstiegen, das Robert-Koch-Institut (RKI) berechnete ihn am Sonntagmorgen auf 300,7. Auch landesweit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz seit Tagen auf inzwischen 217,8. Vor einer Woche hatte sie noch bei 200 gelegen. Diese Zahl beschreibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. In Bayern starben laut RKI binnen eines Tages weitere 89 Frauen und Männer an dem Erreger, 14 von ihnen in München. (Quelle: SZ, 20.12.20)


DGB-Chef fordert mehr Hilfen für stationären Einzelhandel

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds Reiner Hoffmann fordert die Bundesregierung auf, dem stationären Einzelhandel die gleichen Wirtschaftshilfen wie der Gastronomie im Rahmen der Novemberhilfe zu gewähren. „Hier gibt es eine Schräglage“, sagt Hoffmann der „Rheinischen Post“ vom Montag. Hier müsse der Wirtschaftsminister mit Blick auf den kleineren stationären Handel dringend noch mal nachjustieren. „Es kann nicht sein, dass die einen 75 Prozent ihres Umsatzes ersetzt bekommen, die anderen aber nur die Fixkosten“, sagt der DGB-Vorsitzende. (Quelle: DGB, 20.12.20)


Gesundheitszustand von Macron nach Corona-Infektion weiter stabil

Der Gesundheitszustand des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron ist weiter stabil. Nach Angaben aus Elysée-Kreisen vom Sonntag sei sein Gesundheitszustand im Vergleich zum Vortag gleichbleibend. Der 42-Jährige war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er leidet unter Husten, Müdigkeit und Muskelschmerzen, wie das Präsidialamt am Samstag mitteilte.

In einem am Freitag via Twitter verbreiteten Video hatte der Staatschef mitgeteilt, dass es ihm dennoch gut gehe, er aber etwas langsamer arbeite. Macron wurde am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet und hat sich in der Präsidentenresidenz La Laterne am Rande des Schlossparks von Versailles isoliert. (Foto CC s. Archiv v. 17.12.20; Quelle: TSP, 20.12.20)


„Kümmern statt Klatschen“
Diakonie Mitteldeutschland ruft zur Mitarbeit in überlasteten Heimen auf

Die evangelische Landeskirche und die Diakonie in den neuen Bundesländern rufen zur Mitarbeit in Pflege- und Wohnheimen auf. Mit der Kampagne „Kümmern statt Klatschen“ sollen angesichts der dramatischen Situation Menschen gewonnen werden, die dort helfen, wo Unterstützung dringend gebraucht werde, heißt es in einer am Sonntag in Halle verbreiteten Erklärung des Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, und des Vorstandsvorsitzenden der Mitteldeutschen Diakonie, Christoph Stolte.

Gesucht würden Männer und Frauen, die pflegerische Erfahrung oder einen sozialen Beruf erlernt hätten beziehungsweise als Mitarbeitende in der Gastronomie Hygienezertifikate nachweisen könnten. Für potenzielle Helfer sei eine Internet-Plattform eingerichtet worden. Die Einrichtungen vor Ort würden entscheiden, welche Unterstützung gebraucht werde, ob Helfer geeignet seien und wo sie eingesetzt würden.

Stolte sprach von einzelnen Einrichtungen, in denen aktuell mehr als zwei Drittel der Mitarbeitenden krankgemeldet seien. Die Zahl der Infektionen steige täglich an. „Beifall klatschen war gestern, jetzt brauchen wir helfende Hände, Menschen, die mit zupacken, um die Arbeit in den stationären Einrichtungen zu entlasten“, bat er um Unterstützung. Das Virus kenne keine Feiertage und keine Pause, erklärte Kramer. Der Appell sei eine „Herzensbitte“. Die Diakonie Mitteldeutschland ist für die soziale Arbeit der EKM und der Evangelischen Landeskirche Anhalts zuständig. In ihren mehr als 1.700 Einrichtungen und Diensten sind rund 30.000 Mitarbeitende beschäftigt. (Quelle: EKM, 20.12.20)


Wissenschaftler zu neuer Virusvariante: „Kein Grund zur Sorge“

Die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes wird durch die in Großbritannien aufgetauchte neue Variante des Virus nach Expertenansicht vermutlich nicht entscheidend beeinträchtigt. „Ich sehe da derzeit keinen Grund für Alarm“, sagte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel. Auch Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) in Wien hält die derzeitige Entwicklung nicht für „wahnsinnig alarmierend“. Dass Mutationen auftauchen, sei nicht ungewöhnlich. Derzeit wisse man nicht, ob die beobachteten Veränderungen die Eigenschaften des Erregers überhaupt entscheidend verändern.

Seit einigen Wochen breitet sich im Südosten Englands eine Coranavirus-Variante aus, die ersten Erkenntnissen zufolge ansteckender ist als bisherige Varianten. Dass diese Variante sich schneller ausbreite, sei grundsätzlich plausibel, sagte Neher. Wenn sich das bestätige, seien deutlich schärfere Maßnahmen nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus wie gewünscht einzudämmen. Denkbar sei aber auch, dass die derzeitige verstärkte Ausbreitung dieser Variante letztlich Zufall sei und etwa auf ein Superspreading-Event zurückgehe.

Mit Blick auf die Wirksamkeit der Impfung betonen die Experten, dass der Impfstoff eine Immunreaktion gegen gleich mehrere Virusmerkmale erzeugt. Veränderungen einzelner Merkmale würden deshalb nicht dazu führen, dass das Immunsystem den Erreger nicht mehr erkenne, sagte Neher. Man müsse die weitere Dynamik genau beobachten. (Quelle: TSP, 20.12.20)


Fauci: „Ich habe persönlich den Weihnachtsmann geimpft“

Der renommierte US-Virologe Anthony Fauci hat sich nach eigenen Angaben ganz persönlich um die Sicherheit des Weihnachtsmannes in der Corona-Pandemie gekümmert. „Ich bin zum Nordpol gereist und habe persönlich den Weihnachtsmann geimpft“, sagte der Corona-Experte am Samstag auf Fragen von Kindern während einer Fernsehsendung für Familien. „Ich habe seine Immunität überprüft – er kann problemlos reisen.“

„Der Weihnachtsmann kann kommen, er kann Geschenke bringen, ihr müsst Euch keine Sorgen machen“, beruhigte Fauci die jungen Fragesteller. Er äußerte sich wenige Tage nach dem Impfstart in den USA, dem am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Land der Welt.

(Quelle: The Guardian, 20.12.20)


Virusmutation in Deutschland bisher nicht nachgewiesen

In Deutschland ist die neue Coronavirus-Variante, die sich derzeit in Großbritannien ausbreitet, nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn und Charité-Virologe Christian Drosten bisher nicht aufgetaucht.

Die Verbreitung könne Zufall sein, schrieb der Coronavirus-Experte Drosten auf Twitter. Die Mutationen verschafften dem Virus nicht zwingend einen Selektionsvorteil, auch wenn das möglich sei. Ein Selektionsvorteil kann dazu führen, dass sich ein Virus leichter ausbreiten kann.

Gesundheitsminister Spahn sagte am Sonntag in der „ARD“, die neue Coronavirus-Mutation sei bislang nicht in Deutschland nachgewiesen worden. „Die deutlich schnellere Übertragbarkeit, wie sie in diesem Fall vermutet wird, die würde natürlich viel verändern und deshalb ist es wichtig, den Eintrag nach Deutschland, auf Kontinentaleuropa zu unterbinden.“

(Quelle: TSP, 20.12.20)


Niederlande verbieten Flüge aus Großbritannien

Um die Ausbreitung einer in Großbritannien aufgetretenen neuen Variante des Coronavirus zu verhindern, dürfen aus dem Königreich kommende Passagiermaschinen vorerst nicht mehr in den Niederlanden landen. Diese Regelung gelte von Sonntagmorgen bis zum 1. Januar, erklärte die Regierung in Den Haag. Sie teilte zudem mit, dass ein Fall der neuen Mutation, die offenbar besonders ansteckend ist, auch in den Niederlanden entdeckt wurde.

„Eine ansteckende Mutation des Coronavirus zirkuliert in Großbritannien. Es soll sich leichter und schneller verbreiten sowie schwieriger zu entdecken sein“, erklärte das niederländische Gesundheitsministerium. Die nationale Gesundheitsbehörde habe deshalb empfohlen, „das Eindringen dieser Virusvariante aus Großbritannien so weit wie möglich zu verhindern“. Deshalb habe das Kabinett von Regierungschef Mark Rutte „vorsichtshalber“ das Verbot von Flügen aus Großbritannien beschlossen.

Das Flugverbot sollte am Sonntag um 06.00 Uhr in Kraft treten und bis zum 1. Januar gelten. Mögliche Regeln für andere Verkehrswege würden derzeit überprüft, erklärte das Gesundheitsministerium weiter. Zudem solle mit anderen EU-Staaten darüber beraten werden, mit welchen Schritten eine Ausbreitung der neuen Corona-Mutation verhindert beziehungsweise begrenzt werden könne.

Auf jeden Fall solle auf Reisen wenn irgendwie möglich verzichtet werden, appellierte das Ministerium an die Niederländer, die sich derzeit in einem harten Lockdown befinden: Unter anderem sind Schulen und alle nicht für den täglichen Bedarf notwendigen Geschäfte bis Mitte Januar geschlossen.

Zu dem in den Niederlanden aufgetretenen Corona-Fall mit der neuen Mutation erklärte das Ministerium, dieser sei Anfang Dezember entdeckt worden. Es handele sich ersten Ergebnissen zufolge um „die in Großbritannien beschriebene Variante“. Experten überprüften derzeit, wie es zu dieser Infektion gekommen sei und ob es damit zusammenhängende Fälle gebe.

Die britische Regierung hatte nach der Entdeckung der neuen Variante des Coronavirus, die für einen starken Anstieg der Infektionszahlen im Süden Englands verantwortlich gemacht wird, am Samstag für London und Südostengland eine Ausgangssperre verhängt.

Die neue Virus-Mutation sei ersten Erkenntnissen zufolge „bis zu 70 Prozent ansteckender“ als die bisher verbreitete Form, sagte der britische Premierminister Boris Johnson. Bisher deute aber nichts darauf in, „dass sie tödlicher ist oder eine schwerere Form der Krankheit verursacht“. Auch die Wirksamkeit von Impfstoffen werde durch den neuen Virus-Stamm nicht beeinträchtigt, versicherte Johnson. (Foto CC s. Archiv v. 20.10.19; Quelle: TSP, 20.12.20)


Niedersachsen:
Einige Banken und Sparkassen reichen Corona-Kredite nicht weiter.

In der Krise haben sich Sofort-Darlehen des Staates bewährt: Unabhängig davon, ob ein Betrieb bereits überschuldet ist, gewähren Bund und Länder günstige Darlehen, bürgen so für die Unternehmen und zahlen, falls der Betrieb pleite geht, dessen Kreditschuld. Während der Bund seine Förderprogramme meist über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abwickelt, bedient sich das Land Niedersachsen der NBank als Förderbank. Über die NBank versucht Niedersachsen auch seine Corona-Hilfen an in Not geratene Betriebe zu bringen.

Der Haken: Nach Informationen des NDR in Niedersachsen weigern sich einige Banken und sogar öffentlich-rechtliche Sparkassen, das Landesgeld an Unternehmen zu vermitteln. So versucht Messebauer Stefan Moritz aus Buxtehude schon seit Wochen, an einen Corona-Schnellkredit des Landes Niedersachsen zu kommen – bisher vergeblich. Seine Hausbank, die Sparkasse Altes Land mit Sitz in Stade, habe ihm ein KfW-Darlehen vermitteln wollen, so der Messebauer. Das aber reiche ihm nicht, da die KfW nur einen Kredit in Höhe von 25 Prozent des Jahresumsatzes von 2019 ausgibt. Das Land Niedersachsen würde über die N-Bank 50 Prozent des Umsatzes bereitstellen.

Mit dem Geld will Moritz in neue Geschäftsfelder investieren, vielleicht sogar weitere Mitarbeiter einstellen. Um seine Geschäftsidee nicht zu gefährden, will er Einzelheiten dazu nicht verraten. Aber der Businessplan stehe und das Konzept sei schlüssig, sagt seine Unternehmensberaterin Sylvia Köhnken. Auf der Suche nach einer Bank, die das Geld des Landes Niedersachsen an den Unternehmer weiterleitet, sind beide bisher allerdings gescheitert.

Die Hausbank des Messebauers ist die HASPA, die Hamburger Sparkasse. Die aber vermittele grundsätzlich keine Förderprogramme des Landes Niedersachsen, bekam der Messebauer zu hören. Dem NDR schreibt die HASPA-Pressestelle zum NBank-Kredit: „Beantragt werden kann dieser leider ausschließlich über die NBank-eigene Plattform. An diese sind wir – wie viele weitere Kreditinstitute – jedoch nicht angebunden. Eine Anbindung wäre aufgrund des sehr hohen technischen Aufwands sowie der zeitlichen Befristung des Schnellkredits nicht darstellbar gewesen. Auch haben uns bisher weniger als fünf Anfragen zu diesem speziellen Schnellkredit erreicht.“ Mit anderen Worten: Der Aufwand rechnet sich für die HASPA nicht. Der Unternehmer muss also weiter suchen.

Auch die Sparkasse Altes Land habe den NBank Kredit nicht an den Messebauer weiterreichen wollen, erzählt dieser. Nach der Anfrage des NDR scheint sich die Sparkasse allerdings bewegen zu wollen: Es sei richtig, dass sich die Sparkasse Altes Land bisher vor allem auf die KfW-Darlehen konzentriert habe, schreibt die Pressestelle. „Sollte es in Einzelfällen aus der Finanzierungsperspektive nur die Möglichkeit des Schnellkredits der NBank geben, würden wir diesen im Kundeninteresse auch realisieren.“ Moritz könnte also vielleicht doch noch an den begehrten Corona-Schnellkredt der NBank kommen. Zumal das Land angekündigt hat, das Programm im kommenden Jahr fortsetzen zu wollen.

Die Erfahrungen des Messebauers seien kein Einzelfall, sagt Unternehmensberaterin Köhnken. Einige Volksbanken und Sparkassen würden das NBank-Darlehen grundsätzlich nicht vermitteln – ebenso einige Privatbanken. Zu ihnen gehören etwa die Postbank und die Commerzbank. Auf NDR Nachfrage verweist die Postbank auf die geringe Nachfrage nach dem Schnellkredit. Kunden, die das ausdrücklich wünschten, werde man intern an Berater der Deutschen Bank verweisen. Und die Commerzbank schreibt zu den regionalen Kredithilfen der NBank: „Die Einbindung dieser Programme haben wir aufgrund der Vielzahl und der Komplexität bisher nicht in den Fokus gestellt.“ Es sei mit einem Wunder zu vergleichen, wenn die Hausbank ein Darlehen des Landes vermittele, urteilt Köhnken – so schwierig gestalte sich mitunter die Suche für Unternehmer.

Dem widerspricht Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Insgesamt seien mehr als 80 Banken bei der NBank registriert, die auch die Corona-Schnellkredite vermitteln. Rund 200 Unternehmen hätten bisher vom Corona-Geld der NBank profitiert, so der CDU-Politiker. Insgesamt habe das Land etwa 15 Millionen Euro bereitgestellt. Althusmann räumt aber auch ein: „Die Förderpolitik einer jeden Bank ist unabhängig. Sie kann darüber entscheiden, ob sie das NBank-Produkt ebenfalls anbieten (…) aber nicht alle Banken nutzen diesen Vorteil.“ Das Land kann also nur an die gesellschaftliche Verantwortung der Banken appellieren, alle staatlichen Hilfen an Unternehmer auch weiterzugeben – unabhängig davon, wieviel die Bank letztlich dabei verdient.

Vielleicht könnte das Land gerade bei Sparkassen und Volksbanken noch etwas intensiver für das Corona-Darlehen der NBank werben, meint Unternehmensberaterin Köhnken. Eventuell helfe das, die Provision für die Vermittlung aufzustocken, denn die Corona-Kredite des Bundes über die KfW-Bank würden von fast allen Banken vermittelt. Vom Bund gäbe es für durch Corona in Not geratene Kleinbetriebe zwar nicht so hohe Darlehen wie vom Land Niedersachsen, aber vielleicht zahle der Bund den Banken ja einfach mehr für die Bearbeitung ihrer Kredite. (Quelle: NDR, 20.12.20)


Papier: Bundestag hätte über Impfreihenfolge abstimmen müssen

Nach Ansicht des früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hätte der Bundestag über die Reihenfolge bei der Corona-Impfung abstimmen müssen. „Die grundsätzliche Entscheidung, nach welchen Kriterien die für den Schutz des Lebens und der Gesundheit zur Zeit nur begrenzt zur Verfügung stehenden Behandlungen ermöglicht werden, ist so wesentlich für den verfassungsrechtlich geforderten Schutz des Lebens und der Gesundheit gleichberechtigt für jedermann, dass diese nicht dem alleinigen Ermessen der Regierung oder des Ministers überantwortet sein kann“, sagte Papier den Zeitungen der Funke Mediengruppe. (Quelle: TSP, 20.12.20)


Deutschland-Zahlen

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.771 Neuinfektionen übermittelt. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Sonntag vergangener Woche hatte die Zahl bei 20.200 gelegen. An Wochenenden werden seit Pandemiebeginn weniger Neuerkrankte gemeldet, weil viele Ämter dann dienstfrei haben.

Die Gesundheitsämter meldeten zudem 409 neue Todesfälle binnen eines Tages. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 26.049.

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1 494 009 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 20.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.097.400 Menschen inzwischen genesen. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Sonntag mit 192,2 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. (Quelle: RKI, 20.12.20)


Virus-Mutation: Großbritannien reagiert mit harten Ausgangssperren

In London und anderen Gegenden in Südostengland gilt seit der Nacht zum Sonntag wieder ein harter Shutdown mit Ausgangssperren. Grund ist die rasche Ausbreitung einer neuen Mutation des Coronavirus. Insgesamt sind etwa 16,4 Millionen Menschen von den Verschärfungen betroffen, knapp ein Drittel der britischen Bevölkerung. Sie dürfen auch über Weihnachten keine Mitglieder anderer Haushalte treffen. „Als Premierminister ist es meine Pflicht, schwierige Entscheidungen zu treffen und zu tun, was getan werden muss, um die Menschen in diesem Land zu schützen“, betonte Regierungschef Boris Johnson am Samstagabend auf Twitter.

Er hatte noch vor wenigen Tagen die Forderungen von Wissenschaftlern und der Labour-Opposition abgelehnt, härtere Maßnahmen über die Feiertage in Kraft zu setzen. Nun ist es anders: „Wir opfern die Möglichkeit, unsere Lieben dieses Weihnachten zu sehen, damit wir eine bessere Chance haben, ihr Leben zu schützen, damit wir sie an künftigen Weihnachten sehen können“, sagte Johnson.

Der Premier warnte, die neue Variante VUI2020/12/01 des Coronavirus breite sich rasch aus. Die Mutation sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Viele Kliniken in Südostengland sind so gut wie vollständig ausgelastet, vielerorts wurden nicht notwendige Operationen verschoben. Johnson betonte, es gebe aber weder Hinweise darauf, dass Impfstoffe weniger effektiv gegen die neue Corona-Variante seien, noch darauf, dass die Krankheit schwerer verlaufe oder es mehr Todesfälle gebe.

Um auf Nummer sicher zu gehen, wird das soziale Leben in weiten Teilen des Landes heruntergefahren. In London und anderen Regionen in Südostengland gilt künftig die neue höchste Corona-Warnstufe 4. Dort dürfen die Menschen nur noch aus wichtigen Gründen ihre Wohnung verlassen, etwa, um zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte sowie wie Fitnessstudios, Friseure, Kinos oder Schönheitssalons müssen schließen. Die Einwohner dürfen diese Zone nicht verlassen.

Bisher gab es in England drei Stufen. Geplant war, dass sich vom 23. bis 27. Dezember landesweit bis zu drei Haushalte zu festen „Weihnachtsblasen“ zusammenschließen können. Dies wurde nun – außerhalb der Zone 4 – auf den ersten Weihnachtstag beschränkt. Auch die anderen Landesteile verschärften die Regeln deutlich. In Wales mit mehr als 3,1 Millionen Einwohnern gilt ebenfalls ein harter Shutdown, Schottland hat Reisen in andere Regionen verboten. Ob auch Nordirland neue Maßnahmen einführt, war noch unklar. Dort hatten sich zuletzt wegen der hohen Zahlen an Neuinfektionen Krankenwagen vor Notaufnahmen gestaut, Ambulanzen aus dem benachbarten EU-Staat Irland halfen aus.

Großbritannien ist eines der am härtesten von der Corona-Krise getroffenen Länder Europas. Am Samstag stieg die Zahl der Infektionen um etwa 27 000 auf insgesamt mehr als zwei Millionen. Etwa 83 000 Menschen sind bisher mit oder an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Regierung hatte vor gut zehn Tagen mit einer Massenimpfung begonnen. Bisher haben landesweit etwa 350 000 Menschen das Mittel des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und dessen US-Partners Pfizer erhalten, wie Johnson sagte.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte vor Mutationen des Coronavirus. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass Mutationen die Ansteckungsgefahr erhöhen“, sagte er. „Das ist ein weiterer Grund dafür, dass die zweite Welle nicht so stark werden darf. Je mehr Ansteckungen man zulässt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch gefährlichere Mutationen folgen. Das ist quasi ein Teufelskreis: Mehr Ansteckungen führen zu mehr Mutationsgelegenheiten und damit zu mehr Mutationen. Diese wiederum führen zu mehr Ansteckungen. So geht es dann immer weiter.“ (Quelle: ARD, 20.12.20)


Überblick zur Nacht

  • Die Regierung in Großbritannien hat den Tod weiterer 489 Menschen innerhalb von 28 Tagen nach dem positiven Test auf CoVid-19 bis Freitag mitgeteilt. Insgesamt sind jetzt 66.541 Menschen an CoViD-19 gestorben. Separate Zahlen, die von den britischen Statistikbehörden für Todesfälle veröffentlicht wurden, bei denen Covid-19 auf der Sterbeurkunde erwähnt wurde, sowie zusätzliche Daten zu Todesfällen, die in den letzten Tagen aufgetreten sind, zeigen alledings, dass es in Großbritannien inzwischen 82.000 Todesfälle mit Covid-19 gegeben hat.
  • Österreich geht nach Weihnachten zum dritten Mal in den Lockdown, bestätigte die Regierung in Wien – nur elf Tage nach dem Ende des zweiten Lockdown. Für die Versorgung nicht wesentliche Geschäfte, die erst letzte Woche wiedereröffnet worden ware, werden erneut geschlossen und erst nach dem 18. Januar zusammen mit Restaurants, Schulen, Museen und Theatern wiedereröffnet. Österreich wird allerdings die Skilifte öffnen lassen.
  • Frankreichs Zahl der Todesopfer bei Coronaviren übersteigt 60.000. Das Gesundheitsministerium meldete 610 neue Todesfälle, womit sich die Zahl auf 60.229 erhöhte, berichtet Reuters. Es gab 264 neue Todesfälle in Krankenhäusern, verglichen mit 258 am Donnerstag, und eine dreitägige Charge von 346 Todesfällen in Seniorenheimen.
  • In der Türkei erreichte die tägliche Zahl der CoViD-19-Todesfälle in den letzten 24 Stunden ein Rekordhoch von 246, so Daten des Gesundheitsministeriums. Die offizielle Gesamtzahl der Todesfälle erhöhte sich dadurch auf 17.610. Die Türkei meldete in den letzten 24 Stunden außerdem 26.410 neue Coronavirus-Fälle, einschließlich asymptomatischer Fälle.
  • Schweden führt strenge Lockdown-Maßnahmen zur Bekämpfung der zweiten Welle ein. Die schwedische Regierung ergriff am Freitag die bislang härtesten Maßnahmen, um eine zweite Welle der Pandemie abzuwehren, darunter die Empfehlung, in öffentlichen Verkehrsmitteln Masken zu tragen. Alle nicht wesentlicher öffentlicher Arbeitsplätze werden geschlossen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Schweden verzeichnete am Freitag einen Rekord von 9.654 neuen Coronavirus-Fällen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 8.881 Fällen am Donnerstag. Schweden verzeichnete 100 neue Todesfälle. Insgesamt sind damit jetzt 7.993 Menschen in Schweden an CoViD-19 gestorben.
  • Laut einer Reuters-Berechnung sind weltweit mehr als 75,06 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, und 1.679.707 sind gestorben.
  • Die Verbreitung des frisch zugelassenen Moderna-Impfstoffs beginnt an diesem Wochenende an mehr als 3.800 Standorten in den USA, nachdem das Mittel am Freitag von der Arzneimittelbehörde FDA genehmigt worden war.
  • In Thailand meldeten die Gesundheitsbehörden am Samstag 516 neue Fälle von Coronavirus. Dies ist laut Reuters der mit Abstand größte eintägige Sprung in einem Land, das die Epidemie zuvor weitgehend unter Kontrolle gebracht hatte.
  • Menschen in Italien dürfen ihre Häuser nur noch einmal am Tag verlassen, um Freunde oder Verwandte über Weihnachten und Neujahr zu besuchen. Reisen zwischen Regionen sind verboten.
  • In Australien sind Sydneys nördliche Vororte gesperrt, und der Rest der Stadt ist in Bereitschaft, falls die Ausbreitung von Infektionen zu umfassenderen Einschränkungen führt. Der Ministerpräsident von NSW hat eine mögliche Rückkehr zu strengeren Maßnahmen in Sydney angekündigt.
  • Benjamin Netanyahu ist der erste in Israel, der sich gegen das Coronavirus impfen ließ, als das Land am Samstagabend mit der Einführung der Impfung begann.
  • Brasilien hat am Samstag 37.730 neue Fälle von Coronavirus registriert, was zu einer Gesamtzahl von 7.200.708 Fällen führt. Die Todesfälle im Land sind um 555 auf 186.205 gestiegen. (Quelle: The Guardian, 20.12.20)

Kanada mit mehr als 500.000 Infektionen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Kanada hat die Schwelle von einer halben Million überschritten. Wie der Sender CBC unter Berufung auf Behördenangaben berichtete, wurden in dem 38-Millionen-Einwohner Land bislang 500.242 Fälle verzeichnet. Die Ausbreitung hat sich zuletzt stark beschleunigt: Die Schwelle von 400.000 Infektionen war erst vor zwei Wochen überschritten worden. Die Zahl der Todesfälle liegt mittlerweile bei mehr als 14.000. Am Montag waren in Kanada die Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer angelaufen – am selben Tag wie in den USA. Die erste Impfung bekam eine Krankenpflegerin in Toronto. (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


USA-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben des Zentrums zur Seuchenbekämpfung (CDC) um 403.359 auf rund 17,391 Millionen gestiegen. Die Zahl der Toten erhöhte sich um 2756 auf 312.636. Die Zahlen der CDC können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen.

(Quelle: WDR, 19.12.20)


Ungarn: Orban nimmt Kommunen große Teile der Gewerbesteuern

Mit der Begründung, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie dämpfen zu wollen, hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban eine Halbierung der Gewerbesteuer angekündigt. „In Zeiten der Pandemie müssen wir neben den Menschenleben auch die Familien und die Unternehmen schützen“, erklärte der rechtsnationale Politiker in einem Video, das er auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. „Für uns zählen jedes Menschenleben und jeder Arbeitsplatz.“

Orban ging nicht weiter darauf ein, dass die Gewerbesteuer die einzige stabile Einnahmequelle der rund 3000 Gemeinden in Ungarn ist. Er stellte lediglich in Aussicht, dass Gemeinden mit weniger als 25.000 Einwohnern eine Kompensation für den Einnahmenausfall erhalten würden. Mit größeren Gemeinden und Städten werde die Regierung „auf individueller Basis“ über Entschädigungen reden.

Seit den Kommunalwahlen im Herbst 2018 wird die Mehrheit der ungarischen Großstädte, darunter die Hauptstadt Budapest, von der Opposition regiert. Die beträchtliche Senkung der Gewerbesteuer ohne automatische Kompensation könnte sie schwer treffen. Der Budapester Oberbürgermeister Gergely Karacsony reagierte bestürzt auf Orbans Ankündigung. „Für die ohnehin schon am Rande des Abgrunds stehenden Gemeindeverwaltungen bedeutet dies faktisch die Hinrichtung“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. „Die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen dieser Regierungspolitik sind unabsehbar.“ (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


Boris Johnson: Neue Virus-Variante ansteckender – schärfere Maßnahmen

Nach der Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus hat die britische Regierung in London und Südostengland eine Ausgangssperre verhängt. Die neue Virus-Mutation sei ersten Erkenntnissen zufolge „bis zu 70 Prozent ansteckender“ als die bisher verbreitete Form, sagte Premierminister Boris Johnson am Samstag. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe weniger effektiv seien. „Es gibt immer noch viel, das wir nicht wissen. Aber es gibt keine Beweise, dass die neue Variante mehr oder schwerere Krankheitsverläufe auslöst.“ Auch eine höhere Sterblichkeit sei durch die Virus-Variante VUI2020/12/01 bisher nicht festgestellt worden.

Wegen der Mutation verschärfte die Regierung aber die Beschränkungen für London von diesem Sonntag an deutlich. Das bisher dreistufige Corona-Warnsystem wurde nun auf vier erweitert – darunter fallen außer der Hauptstadt auch noch andere Regionen im Südosten.

Dort dürfen die Bewohner nur noch aus wichtigen Gründen ihre Wohnung verlassen, etwa um zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen. Auch zu Weihnachten dürfe man keine Angehörigen anderer Haushalte treffen, betonte Johnson. „Wir können Weihnachten nicht wie geplant verbringen.“ Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte sowie andere Einrichtungen wie Fitnessstudios oder Schönheitssalons müssen schließen. Einwohner der höchsten Corona-Stufe 4 dürfen diese Zone nicht verlassen. (Quelle: WDR, 19.12.20)


Feuerwerksverbot: Ärztekammer fordert Landesregierung zum Handeln auf

Nach der gerichtlichen Außerkraftsetzung des Feuerwerkverbots hat die Ärztekammer an die niedersächsische Regierung appelliert, die Corona-Verordnung in Sachen Feuerwerk nachzuschärfen.

Es sollte so streng wie möglich verboten werden, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, sagte Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer am Sonnabend. „Wir sind in Niedersachsen noch nicht an der Belastungsgrenze, und wir sollten alles dafür tun, dass es so bleibt.“

Wenker verwies auf die derzeit stetig steigenden Infektionszahlen und die Zahl der schwer an Covid-19 Erkrankten. Daher verbiete sich jede Ansammlung von alkoholisierten Menschen in der Silvesternacht, so die Ärztekammer-Präsidentin. Die Freigabe von Feuerwerk würde alle strikten Maßnahmen der Kontaktbeschränkungen konterkarieren und zu erhoffende positive Effekte des jetzigen Lockdown auf einen Schlag wieder zunichtemachen.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hatte am Freitag das landesweite Abbrenn-Verbot für Feuerwerk am Freitag außer Kraft gesetzt. Ein derart umfassendes Verbot sei als Infektionsschutzmaßnahme nicht notwendig, hieß es. Die Landesregierung will nun nachbessern und das Verbot so rechtssicher machen. Unabhängig von der OVG-Entscheidung bleibt das bundesweite Verkaufsverbot für Feuerwerk weiterhin bestehen. Dieses hat der Bundesrat am Freitag beschlossen.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hatte vor wenigen Wochen für den Fall weiter steigender Corona-Infektionsfälle vor Personalengpässen in den Krankenhäusern gewarnt und einen Ausbau der gesundheitlichen Versorgung in Niedersachsen gefordert. Allein in den Krankenhäusern würden 2.500 Mediziner fehlen. (Quelle: NDR, 19.12.20)


Südafrika: Neue Variante des Coronavirus

In Südafrika ist eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Die 501.V2 genannte Variante könnte hinter der raschen Ausbreitung der zweiten Corona-Welle im Land stecken, erklärte Gesundheitsminister Zwelini Mkhize. Südafrikanischen Ärzten zufolge infizierten sich während der zweiten Welle mehr jüngere Menschen als zuvor. Sie litten zudem häufiger unter einem schwereren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19.

Die neue Virus-Variante wurde von einem Forschungsteam unter Leitung des südafrikanischen Kwazulu-Natal Research Innovation and Sequencing Platform (KRISP) entdeckt, das seit Pandemie-Beginn hunderte Proben untersucht hatte. Die Wissenschaftler leiteten über ihre Forschungsergebnisse auch an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die britischen Behörden weiter, die kürzlich ebenfalls eine Mutation des Coronavirus entdeckt hatten. Seit Beginn der Pandemie wurden bereits mehrere Varianten des Coronavirus gefunden.

Der WHO-Expertin Maria Van Kerkhove zufolge steht die Weltgesundheitsorganisation mit den Forschern in Kontakt. Bislang gebe es keine Anzeichen, dass die Variante sich anders verhalte als die bereits beschriebenen, sagt sie.

(Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


Bericht: Johnson ruft Kabinett wegen Virus-Variante zusammen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat einer Zeitung zufolge sein Kabinett zu einer Sondersitzung zusammengerufen, um eine neue Variante des Coronavirus zu besprechen, die ansteckender sei. Eine Verschärfung der Maßnahmen könnte bereits am Samstag angekündigt werden, berichtet „The Telegraph“. (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)

Möglicherweise werde es Reisebeschränkungen für den Südosten Englands einschließlich London geben. Ein Sprecher des Premierministers nahm zu dem Bericht zunächst nicht Stellung. Am Montag hatte die Regierung erklärt, dass ein Anstieg der Fälle in der Region auf die neue Variante zurückgehen könne.


Italien verschärft Regeln über Weihnachten und Neujahr

Italien verschärft die Corona-Beschränkungen von Weihnachten bis Anfang Januar. Das teilte der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Abend mit. Vom 24. Dezember bis zum 6. Januar gelte für das Mittelmeerland an und jeweils vor den Feiertagen quasi ein Lockdown (Rote Zone). Lediglich an vier Tagen wechsle das Land wieder in einen Teil-Lockdown (Orange Zone).

In der Roten Zone bleiben Läden, Bars und Restaurants geschlossen. Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Supermärkte und Apotheken haben aber auf. Essen zum Mitnehmen kann ebenfalls verkauft werden. Das Haus dürfen die Menschen nur unter bestimmten Bedingungen verlassen, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren; um alleine Sport zu treiben oder notwendige Dinge, wie Einkäufe zu erledigen. Reisen zwischen den Regionen sind untersagt. Besuche bei Freunden oder Eltern sind tagsüber nur zu zweit erlaubt. Kinder jünger als 14 Jahre, werden nicht mit eingerechnet.

Die Regeln der Orangen Zone sollen am 28., 29. und 30. Dezember sowie am 4. Januar gelten. Geschäfte haben dann zwar wieder offen, Bars und Restaurants bleiben jedoch zu, außer für Verkäufe zum Mitnehmen. Innerhalb der Kommunen können sich die Menschen wieder frei bewegen. (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


Niedersachsen: Impfungen ab 27. Dezember

Ende Dezember erwartet Niedersachsen die erste Impfstoff-Lieferung. Zunächst sollen Menschen in Pflegeeinrichtungen immunisiert werden. Das Land rechnet zum Start mit etwa 40.000 Impfdosen.

„Wahrscheinlich werden wir zunächst 20.000 Personen impfen können. Mittel- und langfristig entscheidend wird aber sein, dass wir jede Woche kontinuierlich Impfstoffe bekommen“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Sonnabend. Gerade zu Beginn gehe man von sehr wenigen Impfdosen aus.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte zuvor angekündigt, dass mit den Impfungen begonnen werden soll, sobald die ersten Lieferungen eines Impfstoffs in Niedersachsen eintreffen. Zunächst sollen die besonders gefährdeten Personen und Beschäftigte im Gesundheitswesen geimpft werden, so Reimann. Läuft alles nach Plan, beginnen die Impfungen in Deutschland am 27. Dezember. Wer zuerst gegen das Coronavirus geimpft wird, regelt eine Rechtsverordnung, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag unterzeichnet hat.

Welche Dienste in die Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen kommen, um die Bewohnerinnen und Bewohner zu impfen, organisieren nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Landkreise. Die 50 Impfzentren im Land sollen zu einem späteren Zeitpunkt die Arbeit aufnehmen – ein genaues Datum wurde zunächst nicht genannt. Organisatorisch sind die Zentren nach Angaben des Niedersächsischen Städtetages bereits betriebsbereit.

Für die Schutzimpfungen in den Impfzentren hat sich das Land unterdessen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) auf einen Rahmenvertrag geeinigt. Er sieht vor, dass die eingesetzten Mediziner mit pauschal 150 Euro pro Stunde vergütet werden. Das berichtet die HAZ. Auch die Haftungsfragen wurden geklärt: So wird bei eventuellen Impfschäden die Staatshaftung greifen. Damit sei nun eine weitere Hürde genommen, sagte Reimann. Bislang hätten fast 2.400 Ärztinnen und Ärzte ihr Interesse an einem Einsatz bekundet, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Deren Kontaktdaten würden nun an die Impfzentren der Landkreise weitergeleitet, die dann Dienstpläne abstimmen sollen. Die vertragliche Einigung zwischen Land und KVN etwa zur Vergütung der Ärzte sei das Fundament für die Inbetriebnahme und ermögliche weitere Entscheidungen vor Ort, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Jan Arning.

Das bundesweit geltende Impfkonzept sieht vor, dass zuerst alle Menschen, die älter als 80 Jahre sind, geimpft werden sowie das Personal und die Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen. Auch Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko, etwa in Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdiensten gehört zur ersten Gruppe. Sind in dieser Gruppe alle geimpft, die das möchten, kommt die zweite Gruppe zum Zug. Dazu gehören Menschen, die älter als 70 Jahre sind und unter anderem Menschen mit Demenz oder einer geistigen Behinderung. (Quelle: NDR, 19.12.20)


WHO: Expertenteam reist Anfang Januar nach China

Ein internationales Expertenteam soll in der ersten Januarwoche für Forschungen zum Ursprung der Corona-Pandemie nach China reisen. Geplant sei ein Besuch im mutmaßlichen Ausgangsort des Ausbruchs in der Stadt Wuhan, sagte Michael Ryan, der Leiter der Notfallprogramme der Weltgesundheitsorganisation.

Vor Ort würden Quarantäne-Vorkehrungen für das Team getroffen. Die Fachleute würden zwar mit ihren chinesischen Kollegen zusammenarbeiten, jedoch nicht von ihnen beaufsichtigt. Ryan kam auch auf die aktuelle Lage im Kampf gegen die Pandemie zu sprechen. Die Welt solle den Beginn von Corona-Impfungen feiern, doch würden „die nächsten drei bis sechs Monate hart“, sagte er.

Man müsse davon ausgehen, dass sich die Virusausbreitung in Ländern noch einmal verschärfen werde, die schon jetzt mit hohen Fallzahlen konfrontiert seien. Dabei verwies Ryan auf Nord- und Südamerika. Die USA führen die internationale Corona-Statistik mit bislang rund 17,3 Millionen bestätigten Fällen und 312.000 Todesfällen an. Es folgen Brasilien mit 184.000 gemeldeten Todesfällen und Mexiko mit 116.000. (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


Impfstoff für Deutschland lagert derzeit noch in Belgien

Der für Deutschland vorgesehene Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer befindet sich derzeit noch in Belgien. Erst nach der Zulassung durch die Europäische Kommission könne der Transport der Dosen von dem Pfizer-Werk im belgischen Puurs nach Deutschland an eine zentrale Anlieferstelle beginnen, teilte Biontech-Geschäftsvorstand Sean Marett mit. Von dort aus werde der Impfstoff zu den einzelnen Verteilzentren der Bundesländer gebracht.

In Deutschland und der Türkei ist Biontech nach eigenen Angaben für die Auslieferung zuständig, in allen anderen Ländern übernimmt das Pfizer. Genaue Angaben zur Menge der Impfdosen, die in Kürze an die EU-Mitgliedsländer ausgeliefert werden sollen, machte Marett nicht. Die Verteilung erfolge nach einem Schlüssel der EU, sagte er.

Die Herstellung des Botenmoleküls mRNA für die klinische oder kommerzielle Produktion erfolgt den Angaben zufolge in den Biontech-Werken in Mainz und Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz. Anschließend werde die Lösung gereinigt und konzentriert, erläuterte Marett den Produktionsvorgang. Schließlich werde das Ausgangsmaterial zu Pfizer nach Belgien gebracht, wo das Präparat weiterverarbeitet, abgefüllt und etikettiert werde. (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


Über 900.000 Infektionen in Südafrika

In Südafrika hat die Gesamtzahl der gemeldeten Coronavirus-Fälle 900.000 überschritten. Dies deutet auf einen raschen Anstieg der Infektionen in dem Land, das gegen eine zweite Welle kämpft. Erst vor zwei Wochen hatte die Zahl der Gesamtfälle 800.000 erreicht.

Südafrika ist das auf dem afrikanischen Kontinent am schlimmsten betroffene Land. Es meldete seinen ersten Fall im März und verzeichnete im Juli Höchstwerte mit fast 14.000 Infektionen täglich. (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


Twente (NL): Mehr als 900 Neuinfektionen in 24 h

In den letzten 24 Stunden sind 907 Menschen in der niederländischen Nachbarregion Twente positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Ein weiterer Erkrankter starb an dem Virus. Dies geht aus Zahlen hervor, die das RIVM am Samstagnachmittag veröffentlicht hat.

Der Durchschnitt der letzten sieben Tage hat sich damit auf 534 erhöht (letzte Woche 328). In diesem Zeitraum wurden 3.735 Infektionen festgestellt, 1.437 mehr als am vergangenen Samstag, als die Zahl noch bei 2.298 lag.

Die meisten positiven Tests wurden in Enschede (160) durchgeführt, gefolgt von Hengelo (139) und Almelo (90). Innerhalb der Region ist Twenterand mit 83 Fällen, die auf 100.000 Einwohner umgerechnet wurden, die Gemeinde mit dem höchsten Kontaminationsfaktor (246). Für die gesamte Region Twente liegt diese Zahl heute bei 143,7. Damit steht die Region heute ganz oben auf der Liste der 25 niederländischen Sicherheitsregionen.

Im östlichen Teil des Achterhoek wurden innerhalb von 24 Stunden 76 Neuinfektionen gemeldet. Die meisten Fälle kommen aus der Gemeinde Berkelland (26), gefolgt von Aalten (22). Ein Todesfall wurde im östlichen Achterhoek registriert.

Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt meldet in den letzten 24 Stunden landesweit 12.282 Neuinfektionen. Das sind 254 mehr als Freitag. Dann wurden 12028 positive Tests gemeldet. (Quelle: Tubantia, 19.12.20)


Slowenien: Gesundheitsminister tritt zurück

Nach dem Austritt seiner Partei aus der Regierungskoalition ist der slowenische Gesundheitsminister Tomaz Gantar zurückgetreten. Gantar warf dem Ministerpräsidenten Janez Jansa vor, er nutze die Corona-Pandemie, um gegen kritische Stimmen vorzugehen. Jansa kündigte an, er wolle vorübergehend selbst das Amt des Gesundheitsministers übernehmen. (Quelle: ARD, 19.12.20)


Niedersachsen: Fragen und Antworten zur Impfreihenfolge

Wer wird zuerst gegen das Coronavirus geimpft – und warum? Gesundheitsminister Spahn hat heute eine Reihenfolge festgelegt. Es gibt drei priorisierte Gruppen – Antworten auf wichtige Fragen im Überblick hier.


Türkei meldet Rekord bei Todesfällen
Neun CoViD-19-Patienten sterben bei Krankenhausbrand

In der Türkei hat die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden ein Rekordhoch von 246 erreicht. Das ging aus Daten des Gesundheitsministeriums hervor. Die Gesamtzahl Todesfälle stieg damit auf 17.610. Die Türkei verzeichnete in den letzten 24 Stunden außerdem 26.410 neue Corona-Infektionen, einschließlich asymptomatischer Fälle. Ankara berichtete vier Monate lang nur über tägliche symptomatische Fälle, aber seit dem 25. November über alle.

Bei einem Feuer auf einer Intensivstation in einem türkischen Krankenhaus sind am Samstag neun Covid-19-Patienten getötet worden. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. In der Privatklinik in der südlichen Stadt Gaziantep sei am frühen Morgen ein Sauerstoffzylinder explodiert. Elf Patienten wurden in andere Krankenhäuser verlegt.(Quelle: ARD, 19.12.20)


(19.12.20)


Die meisten Infektionen derzeit in Südamerika

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden gegenwärtig drei Viertel der weltweiten Fälle in Südamerika gezählt. Die kommenden drei bis sechs Monate dürften schwer werden, sagte heute der WHO-Experte Mike Ryan. (Quelle: ARD, 19.12.20)


Frankreich: Twitter-Botschaft des erkrankten Präsidenten Macron

Nach seiner Infektion mit dem Coronavirus hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in einer Videobotschaft an seine Landsleute gewandt. Er fühle sich „gut“, sagte Macron und fügte hinzu, seine Aktivität habe sich aufgrund von Symptomen wie Müdigkeit etwas „verlangsamt“. „Es geht mir gut. Ich habe die gleichen Symptome wie gestern: Müdigkeit, Kopfschmerzen, trockener Husten. Wie Hunderttausende andere von euch“, sagte Macron.

Seine Erkrankung fürhte er auf Fahrlässigkeit und Pech zurück. Er werde „vollkommen transparent“ hinsichtlich seiner Krankheit sein, sagte Macron in dem offenbar selbst gefilmten Video von seiner Residenz La Lanterne in Versailles aus.

Kritiker hatten auf angebliche Patzer Macrons bei der Vorbeugung gegen das Coronavirus in der vergangenen Woche verwiesen. Der französische Präsident hatte in den vergangenen Tagen dem Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Hand gegeben und Mahlzeiten in großen Gruppen eingenommen. Der slowakische Ministerpräsident Igor Matovic, der vergangene Woche mit Macron beim EU-Gipfel war, wurde ebenfalls positiv auf das Virus getestet.

(Quelle: WDR, 19.12.20)


Bayern: Landkreise ohne freie Intensivbetten

In Bayern werden wegen der Corona-Krise die Intensivbetten knapp. Mehrere Landkreise meldeten am Samstag kein einziges freies Intensivbett mehr, wie aus dem deutschlandweiten DIVI-Register hervorgeht. Null freie Betten gab es demnach in den Landkreisen Würzburg, Landshut, Regen, Aichach-Friedberg, Donau-Ries, Altötting und Fürstenfeldbruck. Mehrere andere Kommunen meldeten am Samstag nur noch ein bis zwei freie Intensivbetten.

„Vereinzelt ist die Situation – abhängig vom jeweiligen lokalen Infektionsgeschehen – dementsprechend bereits sehr ernst“, sagte Ministerin Melanie Huml (CSU) – und: „In der Gesamtbetrachtung stehen bayernweit noch ausreichend Allgemein- wie auch Intensivbetten-Kapazitäten zur Verfügung.“ Die Zahl der freien Betten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit für besonders schwer erkrankte Patienten liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums aber nur noch bei rund 300.

Wenn in einem Landkreis keine Betten mehr frei sind, bedeutet dies nicht, dass keine Behandlung mehr möglich ist. Aber neue Intensivpatienten müssen dann zum Teil über weite Entfernungen in andere Krankenhäuser gebracht werden. Bayernweit waren laut Intensivregister am Samstag noch gut 13 Prozent der gut 3400 Intensivbetten frei, vergleichbar mit dem benachbarten Baden-Württemberg. (Quelle; TSP, 19.12.20)


Bundesregierung kauft mehr Impfdosen als bislang gedacht

Deutschland wird noch mehr Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer erwerben, als bislang bekannt war. Laut Bundesgesundheitsministerium hat sich Deutschland noch einmal 30 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs auf nationaler Ebene gesichert. Dies geht aus einem Bericht der „Bild am Sonntag“ hervor. Über den EU-Verteilungsschlüssel werden zusätzlich 55,8 Millionen Biontech-Dosen an Deutschland gehen. Zunächst waren 40 Millionen Dosen vorgesehen gewesen.

An diesem Montag will die EU-Arzneimittelbehörde EMA ihre Beurteilung über den Impfstoff von Biontech/Pfizer abgeben, danach wird eine Zulassung durch die EU-Kommission erwartet. Bund und Länder stellen sich dann auf einen Beginn von Impfungen am 27. Dezember ein.

Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ soll Deutschland zudem 50,5 Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffs erhalten, der Anfang Januar zugelassen werden soll. Über weitere Dosen auf nationaler Ebene verhandele die Bundesregierung. Sowohl der Moderna- als auch der Biontech-Impfstoff – zusammen 136,3 Millionen Dosen – wird laut Bundesgesundheitsministerium nahezu komplett im Jahr 2021 an Deutschland ausgeliefert. Insgesamt könnten damit 68,15 Millionen Bürger gegen das Coronavirus geimpft werden. Es werden jeweils zwei Impfdosen benötigt.

Auch weitere Impfstoffe, die noch auf die Zulassung warten, wurden bereits bestellt. Vom Curevac-Impfstoff werden über die EU 42 Millionen Dosen nach Deutschland kommen, hinzu kommen 20 Millionen Dosen auf nationaler Ebene. Vom Impfstoff der Firma Astrazeneca erhält Deutschland über die EU 56,2 Millionen Dosen, vom Impfstoff der Firma Johnson & Johnson 37,25 Millionen. (TSP, 19.12.20)


Wenige Infizierte bei Massentest in Hildburghausen

Bei den groß angelegten Corona-Schnelltests Anfang Dezember im Thüringer Landkreis Hildburghausen ist nach der endgültigen Auswertung bei weniger als 1 Prozent eine Corona-Infektion nachgewiesen worden. Das waren 17 von 2444 getesteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, berichtete die „Thüringer Allgemeine“ unter Berufung auf das Landes-Gesundheitsministerium. Diese Tendenz hatte sich bereits in der ersten Auswertung durch das Landratsamt Hildburghausen am Abschlusstag der Testaktion vor zwei Wochen gezeigt. Damals war zunächst von 15 positiven Tests bei 2418 getesteten Personen die Rede gewesen.

Zu den Test in dem Landkreis an der thüringisch-bayerischen Landesgrenze, der tagelang die Region in Deutschland mit der höchsten Sieben-Tage-Fallzahl je 100.000 Einwohner war, waren insgesamt 9000 Kinder, Lehrer, Erzieher und Eltern aufgerufen. (Quelle: MDR, 19.12.20)


Dritter Lockdown in Österreich

Jetzt ist es offiziell: Österreich geht ab dem 26. Dezember für mindestens drei Wochen erneut in den coronabedingten Lockdown – unter anderem mit ganztägigen Ausgangsbeschränkungen. Ab dem 18. Januar sollen der Handel sowie erstmals seit November auch Kultur und Gastronomie wieder öffnen – allerdings nur für Menschen, die bei einem der dann landesweit umsonst angebotenen Corona-Schnelltests negativ getestet werden. Tests seien die Voraussetzung für Lockerungen in der Pandemie, sagte Kanzler Sebastian Kurz.

(Quelle: MDR, 19.12.20)


EU bestellt weitere 80 Millionen Impfdosen bei Moderna

Die EU-Kommission nutzt ihre Option auf 80 Millionen zusätzliche Impfstoffdosen des US-Herstellers Moderna. Dies teilte das Unternehmen mit. Die Brüsseler Behörde hatte für die EU-Staaten einen Rahmenvertrag ausgehandelt, wonach sie zunächst 80 Millionen Dosen bestellt mit der Option auf weitere 80 Millionen. Fest bestellt seien nun die gesamten 160 Millionen Dosen, teilte Moderna in Cambridge im Bundessstaat Massachusetts mit. Die ersten Lieferungen würden Anfang 2021 beginnen, sofern die EU-Kommission den Impfstoff zulässt, hieß es weiter. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte am Donnerstag erklärt, dass sie am 6. Januar eine Empfehlung dazu abgeben will. (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


WHO will zwei Milliarden Impfdosen an arme Länder liefern

Die Weltgesundheitsorganisation hat Vereinbarungen über den Erwerb von zwei Milliarden Impfdosen gegen die Krankheit Covid-19 abgeschlossen. Damit könnten in 190 Ländern und Territorien die am meisten gefährdeten Menschen durch Impfung gegen eine Infektion geschützt werden, teilte die WHO in Genf mit. Die Lieferung der Vakzine sei ein Hoffnungslicht, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Die Lieferungen sollten im ersten Quartal 2021 beginnen, vorausgesetzt die Staaten erteilen den Herstellern die Lizenz. Mindestens 1,3 Milliarden seien für 92 arme Staaten vorgesehen, hieß es. Die Lieferungen sollen im Rahmen des sogenannten Covax-Programms der WHO erfolgen. (Quelle: Tagesschau, 19.12.20)


Portugals Regierungschef nach Treffen mit Macron in Quarantäne

In Portugal begibt sich Ministerpräsident Antonio Costa für 14 Tage in Quarantäne. Hintergrund sei ein Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Mittwoch, teilt die Lissaboner Gesundheitsbehörde mit. Macrons Büro hatte am Donnerstag erklärt, der Präsident sei positiv auf Covid-19 getestet worden. Costa wurde den Angaben zufolge am Donnerstag zwar negativ getestet. Er müsse aber dennoch bis zum 29. Dezember in Selbstisolierung bleiben. (Quelle: TSP, 19.12.20)


Mecklenburg-Vorpommern schickt Reiserückkehrer aus Hotspots in Quarantäne

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Reiserückkehrer aus deutschen Corona-Hochrisikogebieten in eine Zwangsquarantäne, wenn sie nur entfernte Verwandte oder Freunde, nicht aber engste Familienangehörige besucht haben. Das beschloss die Landesregierung in einer weiteren Corona-Sondersitzung. Mit dieser umstrittenen Vorschrift soll einer verstärkten Einschleppung des Coronavirus entgegengewirkt werden. (Quelle: NDR, 19.12.20)


Brasilien fordert negativen Corona-Test zur Einreise

Die brasilianische Regierung verlangt künftig bei der Einreise mit dem Flugzeug sowohl von Brasilianern als auch von Ausländern einen negativen Test auf das Coronavirus. Dies berichtete das Nachrichtenportal „G1“ unter Berufung auf einen Regierungserlass. Nach dem Bericht gilt die Regelung ab dem 30. Dezember, der Corona-Test muss bis zu 72 Stunden vor dem Abflug gemacht werden. Mit dem Erlass folgt die Regierung einer Empfehlung der brasilianischen Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, die sie zuvor ignoriert hatte.


Ethikrat: Menschen in Pflegeheimen brauchen Mindestmaß an Kontakten

Der Deutsche Ethikrat hat in einem eindringlichen Appell ein Mindestmaß an sozialen Kontakten für Menschen in der Langzeitpflege auch während der Corona-Pandemie angemahnt. Das Gebot physischer Distanz gehöre zu den zentralen Schutzmechanismen in der Pandemie, das sei keine Frage, sagte die Ethikrat-Vorsitzende Prof. Alena Buyx in Berlin. Besondere Herausforderungen stellten sich jedoch in Bereichen wie der Langzeitpflege. „Hier wächst die Gefahr von Isolation, verringerter sozialer Teilnahme und einer erheblichen Verschlechterung der Gesundheit“, warnte Buyx.

Das Ethikrat-Mitglied Andreas Lob-Hüdepohl betonte, es gehe darum, das Mindestmaß an sozialen Kontakten nicht nur – wie bereits erfolgt – gesetzlich festzuschreiben, „sondern es in der Praxis auch substanziell zu gewährleisten“. In einer Ad-hoc-Empfehlung fordert der Ethikrat unter anderem, bei der Bestimmung des Mindestmaßes sozialer Kontakte mehr deren Qualität und weniger deren Anzahl in den Blick zu nehmen. Es müsse stets individuell beantwortet werden, welche Beschränkungen sozialer Kontakte sich in welcher Weise auf die Lebensqualität der einzelnen Betroffenen auswirken.

Wo immer möglich sollten die Pflegebedürftigen selbst über die Auswahl ihrer Kontaktpersonen entscheiden. Ergänzend zu persönlichen Treffen sollten auch Formen virtuellen Kontakts ermöglicht werden. Sterbende müssten kontinuierlich durch An- und Zugehörige begleitet werden können, auf Wunsch auch durch Seelsorger oder Mitarbeiter von Hospizdiensten. „Einsam und isoliert sterben zu müssen, ist schlicht unerträglich“, sagte Lob-Hüdepohl. (Quelle: ARD, 19.12.20)


Grütters: Berlinale nicht Corona opfern

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Berlinale bestärkt, an dem Filmfestival im kommenden Jahr in veränderter Form festzuhalten. „Die Berlinale begeistert seit 70 Jahren hunderttausende Filmenthusiasten in Berlin und weltweit. Deshalb wollen wir sie auch nicht Corona opfern, sondern haben die Chancen ausgelotet, auch 2021 neue Filme zu zeigen und unser großes, begeistertes Publikum zu erreichen“, sagte die CDU-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. In der alternativen Planung der Berlinale sieht Grütters ein „starkes kultur- und filmpolitisches Signal“. (Quelle: ARD, 19.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Die Lage in der Corona-Pandemie bleibt angespannt. Weitere 45 Menschen sind verstorben, damit sind bislang allein in Niedersachsen 1.631 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert worden. Landesweit steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz an: sie liegt jetzt bei 109,2 Fällen je 100.000 Menschen.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist auch die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden gestiegen, und zwar um 1.613. Damit sind seit Beginn der Pandemie bisher 93.349 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Alle Zahlen geben den Stand von Sonnabend, 9 Uhr, wieder. (Quelle: NDR, 19.12.20)


Vierte Corona-Welle in Hongkong

In Hongkong sind am Samstag 109 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Laut den Behörden gehen 102 davon auf örtliche Ansteckungen zurück. Sieben Fälle kamen von außen. Es handelt sich bereits um die vierte Welle in der chinesischen Sonderverwaltungsregion.

Hongkong hatte seine Grenzen seit dem ersten Corona-Ausbruch im Frühjahr weitgehend dicht gemacht. Das konsequente Vorgehen half dabei, das Virus unter Kontrolle zu bringen. Bisher wurden 8078 Infektionen bestätigt, 129 Menschen starben an oder mit dem Coronavirus. Die frühere britische Kronkolonie hat rund 7,5 Millionen Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland mit rund der elffachen Einwohnerzahl wurden seit Beginn der Pandemie laut Robert Koch Institut (RKI) rund 1,47 Millionen Covid-19-Fälle registriert.

Die Behörden forderten am Samstag mehr Personal, um sicherzustellen, dass Infizierte und ihre Kontakte unter Quarantäne gestellt werden. Am Samstag erging ein Haftbefehl gegen einen 63-jährigen Patienten, der aus der Isolierstation eines Krankenhauses entwichen war. (Quelle: TSP, 19.12.20)


Abschlagszahlungen für Dezemberhilfen werden ab Anfang Januar ausgezahlt

Die Abschlagszahlungen für die Dezemberhilfen an von Corona-bedingten Schließungen betroffene Betriebe sollen ab Anfang Januar ausbezahlt werden. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Samstag in Berlin mit. Auch erste Abschlagszahlungen für die sogenannte Überbrückungshilfe III sollen demnach im Laufe des Januar fließen. Die Abschläge haben eine maximale Höhe von 50.000 Euro pro Unternehmen, für Soloselbstständige sind es bis zu 5000 Euro.

Für die Hilfen aufgrund der Schließungen im November seien bisher 227.508 Anträge gestellt worden, hieß es weiter. Auf deren Grundlage seien Abschläge von 983 Millionen Euro gezahlt worden. Die Zahlungen seien „eine starke Unterstützung für viele Unternehmerinnen und Unternehmer in dieser schweren Zeit“, hieß es in der Erklärung des Ministeriums. Empfänger der November- und Dezemberhilfen sind vor allem die zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossenen Betriebe im Gastronomie-, Kultur- und Freizeitbereich. Während diese Zahlungen bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erreichen können, sollen die neuen Überbrückungshilfen III in erster Linie bis zu 90 Prozent der Fixkosten der Unternehmen abdecken. Sie betreffen den Zeitraum von Januar bis zunächst Ende Juni 2021.

„Je schneller die Infektionszahlen sinken, desto schneller geht es für unsere Wirtschaft wieder bergauf“, betonte das Wirtschaftsministerium weiter. Die derzeitigen Eindämmungsmaßnahmen seien „ein Kraftakt im Interesse unser aller Gesundheit wie auch der Wirtschaft“. Der Erklärung des Ministeriums zufolge wurden seit Beginn der Corona-Krise insgesamt bereits mehr als 71 Milliarden Euro an Hilfen für die Wirtschaft bewilligt. (Foto CC s. Archiv. v. 17.4.12; Quelle: TSP, 19.12.20)


Scholz sagt Finanzhilfen zu, „solange es nötig ist“

Nach den Worten von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sollen die Finanzhilfen für die Wirtschaft gezahlt werden, so lange es nötig ist. „Finanziell können wir den Lockdown lange durchhalten, weil wir über eine robuste Volkswirtschaft mit sehr leistungsfähigen und international wettbewerbsfähigen Unternehmen verfügen“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wir tun, was nötig ist, solange es nötig ist.“ Ziel sei es nun, die Infektionszahlen einzudämmen. Was im Februar oder März sei, könne man nicht sagen. Aber: „Jeder weiß, dass der 10. Januar nur eine Zwischenstation sein wird.“ Der in Deutschland seit Mittwoch verhängte Lockdown gilt zunächst bis zum 10. Januar. (Foto: s. Archiv v. 16.5.20; Quelle TSP, 19.12.20)


Südkorea: Krankenhausbetten werden knapp

Die Behörden in Südkorea melden 1053 neue Corona-Infektionen. Inzwischen werden die Krankenhausbetten knapp. Im Großraum der Hauptstadt Seoul mit fast 26 Millionen Einwohnern waren am Freitag Daten zufolge nur noch vier Intensivbetten verfügbar. Laut Medien und Behördenvertretern können Hunderte Patienten nicht aufgenommen werden, da Plätze in den Hospitälern fehlen.
Südkorea galt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie lange als mustergültig: Die Sterblichkeit war niedrig, durch die strikte Kontaktverfolgung und viele Tests konnten lokale Ausbrüche schnell eingegrenzt werden. Dieses Vorgehen hatte die Belastung für die Krankenhäuser in Grenzen gehalten, sie konnten sich auf die schwerkranken Patienten konzentrieren. Inzwischen handelt es sich aber nicht mehr um einzelne größere Ausbrüche, sondern um weiter verbreitete Infektionen, deren Nachverfolgung schwieriger ist. (Quelle: TSP, 19.12.20)


Mehr als 50.000 Corona-Tote in Russland

In Russland ist die Zahl der Corona-Toten nach offiziellen Angaben über die Marke von 50.000 gestiegen. Nach 585 neuen Todesfällen lag die Zahl am Samstag bei 50.347, wie Regierungsbehörden in Moskau mitteilten. Zudem habe es 28.209 Neuinfektionen gegeben. Die Sterbezahlen des nationalen russischen Statistikamtes lagen nach Medienberichten allerdings deutlich über den Angaben der Regierung. Demnach weist die Regierung in ihren Zahlen weiter nur jene Fälle aus, in denen Covid-19 als Todesursache genannt wird.

Experten hatten erklärt, dass in vielen Fällen zwar eine Infektion mit dem Coronavirus vorliege, auf der Sterbeurkunde aber eine andere Todesursache genannt werde. Nach einem Bericht der Zeitung „RBK“ erfasst das Statistikamt seit April vorübergehend keine Todesursachen mehr, listet aber alle Sterbefälle mit einer Coronainfektion auf. Demnach liegt die Übersterblichkeit in der Pandemie bei über 13 Prozent. Trotz der hohen Zahlen gibt es keinen Lockdown in Russland. (Quelle: TSP, 19.12.20)


Emsland: Zwei weitere Verstorbene

Der Landkreis Emsland meldet am Wochenende weiterhin die aktuellen Infektionszahlen nur summarisch an das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) nach Hannover. So erfahren die Einwohnerinnen und Einwohner nicht, dass im Landkreis zwei weitere Menschen nach einer CoViD-19-Infektion verstorben sind .Am Samstag kamen im Landkreis weitere 65 Neuinfizierte dazu. Die 7-Tages-Inizidenz ist mit 383 Neuerkrankten in den letzten sieben Tagen jetzt bei 117,1 angekommen. (Quelle: BN, 19.12.20)


Niedersachsen: Höchste Inzidenzzahl im Grafschaft Bentheim

Die Corona-Situation in der Grafschaft Bentheim spitzt sich zu. Am Samstag gab die Kreisverwaltungweitere 43 Neuinfektionen bekannt. Der Sieben-Tages-Inzidenzwert liegt nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 196 und steht damit kurz vor dem Überschreiten der 200er-Marke, ab der strengere Regeln erlassen werden könnten. Zum Vergleich: Es ist der höchste Inzidenzwert aller 45 niedersächsischen Landkreise und kreisfreien Städte. Der Landesdurchschnitt liegt bei 109. Der Inzidenzwert gibt an, wie viele von 100.000 Bürgern sich in der vergangenen Wochen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Nachdem am Freitag mit einem Erkrankten im Alter von Mitte 40 der bislang jüngste Todesfall in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung in der Grafschaft zu beklagen war, gab es auch am Samstag im Nachbarlandkreis einen weiteren Corona-Todesfall. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 52 Grafschafter mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben. Im Frühjahr hatte es 18 Todesfälle gegeben; in diesem Herbst kamen bislang 34 weitere hinzu.

Aktuell sind im Landkreis 425 Bürger mit dem Coronavirus infiziert, sechs mehr als am Freitag. Insgesamt steigt die Zahl der Infektionen seit Pandemiebeginn auf 2116. Als genesen gelten mittlerweile 1639 Grafschafter. In Quarantäne sind derzeit 1428 Grafschafter – 50 weniger als am Freitag.

Die Kreisverwaltung hatte am Freitag auf GN-Anfrage mitgeteilt, dass sich das Infektionsgeschehen im Landkreis breit verteile, es ließen sich erneut keine Schwerpunkte feststellen. Die aktuellen 425 Covid-19-Fälle teilen sich wie folgt auf (in Klammern Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 29 (-3), Emlichheim: 33 (+1), Uelsen: 73 (+7), Neuenhaus: 38 (+5), Wietmarschen: 28 (-2), Nordhorn: 161 (-10), Schüttorf: 63 (+8)
(Quelle: GN, 19.12.20)


Indien hat mehr als zehn Millionen Corona-Infizierte

Als weltweit zweites Land nach den USA hat Indien die Grenze von zehn Millionen Coronavirus-Infizierten überschritten. Das geht aus den am Samstag vom indischen Gesundheitsministerium veröffentlichten Daten hervor. Allerdings scheint sich der Anstieg sowohl bei der Zahl der Infizierten als auch bei der der Todesopfer zu verlangsamen. Seit Freitag wurden den Angaben zufolge 27.022 neue Infektionen registriert – die Gesamtzahl stieg damit auf 10004.893. Die Zahl der Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 338 auf 144.789.

Seit dem 14. Dezember wurde die Schwelle von 30.000 Neuinfektionen pro Tag immer unterschritten, seit dem 12. Dezember wurden täglich weniger als 400 Opfer gemeldet. Allerdings warnten hochrangige Beamte, eine anhaltende Verbesserung sei nicht selbstverständlich, da ein überwältigender Teil der rund 1,3 Milliarden Einwohner noch anfällig für das Virus sei. „Die Dinge können sich schnell ändern und eskalieren“, sagte Indiens Covid-19-Task-Force-Chef Vinod Kumar Paul und nannte als Beispiel die aktuelle Situation in einigen europäischen Ländern.

Derzeit trifft die indische Regierung Vorbereitungen für die Impfung von etwa 300 Millionen Menschen, die im Januar beginnen soll. Drei Impfstoffkandidaten haben bei der indischen Arzneimittelbehörde eine Notfallgenehmigung beantragt. Eine Entscheidung über einen oder mehrere Kandidaten wird laut Regierungsvertretern in den kommenden Wochen erwartet. (Quelle: TSP, 19.12.20)


Moderna-Impfstoff erhält Notfallzulassung in den USA

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des Pharma-Unternehmens Moderna eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte die FDA am Freitag (Ortszeit) mit. Schon am Montag könnte mit dem Einsatz des Präparats begonnen werden, hatten Regierungsbeamte bereits in den vorangegangenen Tagen erklärt. Sie rechneten damit, dass nach der Zulassung sofort knapp sechs Millionen Impfdosen im Land verteilt werden könnten. Noch vor Jahresende könnten in den USA laut Unternehmensangaben 20 Millionen Einheiten verfügbar sein. Für den vollen Immunschutz sind zwei davon pro geimpfter Person im Abstand von 28 Tagen nötig.

Ein Beratergremium hatte am Donnerstag der FDA grünes Licht für die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des US-Konzerns gegeben. Auf Basis der bisher verfügbaren Informationen seien die Vorteile des Präparats im Einsatz bei Menschen ab 18 Jahren größer als die Risiken, erklärten 20 Fachleute bei einem per Video-Schalte abgehaltenen Treffen. Es gab eine Enthaltung. In der EU soll am 6. Januar über einen Einsatz entschieden werden.

„Gratulation, der Moderna-Impfstoff ist jetzt verfügbar“, twitterte US-Präsident Donald Trump wenige Minuten nach der Erklärung der FDA. Experten hatten allerdings immer wieder erklärt, dass zunächst besonders Schutzbedürftige die Impfung bekommen und es noch Monate dauern könnte, bis genug Mittel für die breite Bevölkerung bereitstehen.

Das Unternehmen mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusets erwartet für die ersten drei Monate des kommenden Jahres eine Produktion von 100 bis 125 Millionen Impfdosen des Vakzins mit dem Namen „mRNA-1273“. Davon sollen 15 bis 25 Millionen außerhalb der USA zur Verfügung stehen. Insgesamt rechnet der Konzern damit, dass er 2021 weltweit bis zu einer Milliarde Impfdosen herstellen kann.

Moderna hatte Ende November auf Grundlage seiner entscheidenden Phase-III-Studie mitgeteilt, dass sein Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent habe. Daten aus einer sogenannten Phase-I-Studie zeigten einer Veröffentlichung im „New England Journal of Medicine“ („NEJM“) zufolge zudem, dass die durch den Impfstoff ausgelöste Immunantwort mehrere Monate deutlich im Blut nachweisbar sei. Das Ergebnis könnte darauf hindeuten, dass die Moderna-Impfung über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bietet. Ein Nachweis ist das aber nicht.

In den Tests gab es nur geringe Nebenwirkungen – allerdings fehlen wegen der nur wenige Monate langen Erprobungszeit noch längerfristige Daten zur Sicherheit des Präparats und Detailinformationen zu anderen Bevölkerungsgruppen.

Vor rund einer Woche hatte bereits ein vom Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer entwickelter Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung der Behörde bekommen. (Quelle: TSP, 19.12.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 31.300 Neuinfektionen binnen eines Tages übermittelt. Das geht aus RKI–Angaben von Samstagmorgen hervor. Am Freitag hatte es mit 33.777 gemeldeten Infektionen einen Höchstwert gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Samstag vergangener Woche hatte die Zahl bei 28.438 gelegen.

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 702 neue Todesfälle. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 25.640. (Quelle: RKI, 19.12.20)



Überblick am Abend

  • In Großbritannien sind weitere 489 Menschen innerhalb von 28 Tagen nach dem positiven Test auf Covid-19 am Freitag gestorben, was die Gesamtzahl auf 66.541 Tüte steigen lässt. Separate Zahlen, die von den britischen Statistikbehörden für Todesfälle veröffentlicht wurden, bei denen Covid-19 auf der Sterbeurkunde erwähnt wurde, sowie zusätzliche Daten zu Todesfällen, die in den letzten Tagen aufgetreten sind, zeigen, dass es in Großbritannien inzwischen wohl etwa 82.000 Todesfälle mit Covid-19 gegeben hat.
  • Österreich geht nach Weihnachten zum dritten Mal in einen Lockdown. Das bestätigte die Regierung in Wien – nur elf Tage nach dem Ende des zweiten Lockdowns des Landes. Nicht für die Versorgung wesentliche Geschäfte, die letzte Woche wiedereröffnet wurden, werden erneut geschlossen und erst am 18. Januar zusammen mit Restaurants, Schulen, Museen und Theatern wiedereröffnet, teilte die Regierung am Freitag mit. Österreich wird allerdings die Skilifte öffnen.
  • In Frankreich steigt die Zahl der CoViD-19-Todesopfer auf 60.000. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 610 neue Todesfälle, womit sich die Gesamtzahl auf 60.229 erhöhte, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. 264 neue Todesfälle gab es in Krankenhäusern, verglichen mit 258 am Donnerstag, und 346 Todesfällen in Seniorenheimen binnen drei Tagen.
  • Die tägliche Zahl der Corona-Todesopfer in der Türkei erreichte in den letzten 24 Stunden ein Rekordhoch von 246. Das folgt aus Daten des Gesundheitsministeriums. Die Gesamtzahl der Todesfälle erhöhte sich auf 17.610. Die Türkei verzeichnete in den letzten 24 Stunden außerdem 26.410 neue Coronavirus-Fälle, einschließlich asymptomatischer Fälle.
  • Schweden führt strenge neue Maßnahmen zur Bekämpfung der zweiten Welle ein. Die Regierung in Stockholm hat am Freitag die bislang härtesten Maßnahmen ergriffen, um eine zweite Welle der Pandemie abzuwehren, darunter die Empfehlung von Masken für den öffentlichen Verkehr und die Schließung nicht wesentlicher öffentlicher Arbeitsplätze, berichtet Reuters. Schweden verzeichnete am Freitag einen Rekord von 9.654 neuen Coronavirus-Fällen, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Höchstzahlen von 8.881 pro Tag von 7.993 entspricht.
  • US-Präsident Mike Pence erhielt Pfizers Covid-19-Impfstoff, den höchsten US-Offiziellen, der bisher geimpft wurde. Pence erhielt die erste Spritze im Live-Fernsehen und sagte, der Impfstoff sei ein „medizinisches Wunder“ und er habe „nichts gefühlt“. (Quelle: The Guardian, 18.12.20)

Spelle: Weihnachtsfeier aufgelöst

Die Polizei hat eine Weihnachtsfeier in einer Firma in Spelle (Landkreis Emsland) mit mindestens elf Männern aufgelöst. Fünf Feiernde konnten zuvor fliehen. Die Stimmung sei sehr aggressiv gewesen, ein Beamter sei angegriffen worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Es sei viel Alkohol im Spiel gewesen, die Polizei sei mit mehreren Einsatzwagen angerückt. Zwei Männer wurden den Angaben zufolge festgenommen, gegen alle Anwesenden wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln eingeleitet. Der Einsatz habe sich bis in den späten Freitagabend hingezogen. Zuvor hatten Medien über die Feier berichtet.


Niedersachsen: Braucht länger

Die nieders. Kommunen beklagten gestern, dass von den versprochenen Corona-Hilfen für Schulen noch kein Euro geflossen sei. Das Kultusministerium reagierte heute. Es versteht die Aufregung nicht.

Bereits Mitte November hatte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) insgesamt 20 Millionen Euro für Schutzmasken, Plexiglas-Scheiben oder Luftfilteranlagen zugesagt. Doch das Geld lässt bislang auf sich warten. Die Kommunen befürchten, die Zahlungen könnten erst im Februar erfolgen. Marco Trips vom Städte- und Gemeindebund bezeichnete das Förderprogramm gegenüber NDR 1 Niedersachsen deshalb als „Fehlschlag“. Das Ministerium habe die Kommunen bislang hängen lassen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die drohende Bürokratie. Die Kommunen sollen nämlich schriftlich nachweisen, was für welche Schule gekauft wurde und wie lange die Sachen genutzt werden können. Zudem, so Trips, seien 20 Millionen Euro auch grundsätzlich zu wenig.

Ulrich Schubert, Sprecher des Kultusministeriums, versteht den Ärger nicht. Schließlich würden die Kommunen nicht allein gelassen. Zudem brauche das Verfahren nun einmal so lange. Zunächst habe der Haushaltsausschuss zustimmen müssen. Ein Anhörungsverfahren, wo über die Förderrichtlinien diskutiert wird, habe jetzt begonnen. Das Geld komme, sagte Schubert – wenn auch vielleicht ein bisschen verzögert, weil formale Dinge geklärt werden müssten. „Aber der wichtige Appell ist einfach, dass das Geld ausgegeben werden kann und dass die Ausstattungen sofort angeschafft werden können.“ (Quelle: NDR, 18.12.20)


Bürgermeister wollen keine anwesenden Zweitwohnungsbesitzer

Die Bürgermeister der Ostfriesischen Inseln und die Landräte der Küstenkreise appellieren an Zweitwohnungsbesitzer, über die Festtage zu Hause zu bleiben. Das ist das Ergebnis einer Videokonferenz.

„Bleibt am Erstwohnsitz. Jeder Kontakt, der vermieden werden kann, sollte vermieden werden“, sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) nach den Beratungen. Ein Verbot, die Zweitwohnung zu nutzen – wie im Frühjahr – sei rechtlich schwierig, so Ambrosy gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Daher müsse es bei dem Appell bleiben. Der gelte aber auch für Zweitwohnungsbesitzer an der Küste. Wer seine Insel und die Küste liebe, könne das beweisen, indem er dieses Mal nicht komme.

Ambrosy betonte, dass die Zahl der Zweitwohnungen an der Nordsee keineswegs unerheblich sei. Auf den Inseln verdoppele sich die Einwohnerzahl, wenn man alle Zweitwohnungsbesitzenden dazu zähle. Wangerooge habe rund 1.200 Zweitwohnungen, auf Borkum seien es gar 2.400. Aus diesem Grund gebe es auf den Inseln die Sorge vor steigenden Infektionszahlen.

Die Landräte und Inselbürgermeister haben die Landesregierung aufgefordert, die Landesverordnung noch zu verschärfen: Die Kommunen sollten eingreifen dürfen, falls Zweitwohnungsbesitzer über die Festtage ihr Feriendomizil Verwandten oder Bekannten überlassen sollten. (Foto CC s. Archiv vom 14.5.20; Quelle: NDR, 18.12.20)


Schweiz mit Lockdown

Gesundheitsminister Alain Berset erklärte die zweite Sperrung der Schweiz, bei der Restaurants, Sport- und Erholungszentren ab Dienstag für einen Monat geschlossen werden und die Menschen aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben: „Unsere Infektionsrate in den letzten zwei Wochen ist dreimal höher als die Spaniens und fast dreimal so hoch wie in Frankreich und Belgien, wo bekanntlich die Situation sehr schwierig war. “ Er fügte hinzu: „Wir sind viel zu hoch.“

„Wir sind nicht bis an die Grenzen gegangen, wir haben nicht alles getan (was wir hätten tun können) “, sagte Präsidentin Simonetta Sommaruga. „Aber ich glaube, was wir heute getan haben, sollte uns helfen, die Anzahl der Fälle in den kommenden Tagen und Wochen zu reduzieren.“ (Quelle: The Guardian, 18.12.20)


Türkei-Zahlen

Die tägliche Zahl der Corona-Todesopfer in der Türkei hat in den letzten 24 Stunden ein Rekordhoch von 246 erreicht. Die Gesamtzahl der Todesfälle erhöhte sich auf 17.610.

Die Türkei verzeichnete gleichzeitig 26.410 neue Coronavirus-Fälle, einschließlich asymptomatischer Fälle. Ankara hatte vier Monate lang nur über tägliche symptomatische Fälle berichtet, meldet aber seit dem 25. November alle.

Das Land hat seit Beginn der Pandemie im März insgesamt 1.982.090 COVID-19-Infektionen registriert. Die Regierung hat jetzt Ausgangssperren an Wochentagen und Sperren am Wochenende verhängt, um den Anstieg der Infektionen einzudämmen. (Qulle: The Guardian, 18.12.20)


Niedersachsen-Knaller

Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat das Feuerwerksverbot in der niedersächsischen Corona-Verordnung vorläufig außer Kraft gesetzt. Ein derart umfassendes Feuerwerksverbot sei als Infektionsschutzmaßnahme nicht notwendig, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts.

Die aktuelle Fassung des niedersächsischen Regelwerks verbietet in Paragraf 10a nicht nur den Verkauf, sondern auch das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern und anderen pyrotechnischen Gegenständen. Das niedersächsische Sozialministerium erklärte in einer ersten Reaktion, die entsprechenden Bestimmungen der Corona-Verordnung des Landes würden bis auf Weiteres nicht mehr angewandt. Die Landesregierung prüfe aber, ob die beanstandeten Passagen der Corona-Verordnung neu gefasst werden können, um ein rechtssicheres Verbot zu erreichen. Aufgrund einer neuen Verordnung des Bundes dürfe Feuerwerk trotzdem nicht verkauft werden. Der Bundesrat hatte am Freitag eine entsprechende Änderung der Sprengstoffverordnung beschlossen.

Das Böller-Verbot sollte landesweit bis zum 10. Januar 2021 gelten. Am Mittwoch hatte eine Person aus Niedersachsen mit einem Normenkontrolleilantrag dagegen geklagt. Sie hatte geltend gemacht, dass das Feuerwerksverbot keine erforderliche Infektionsschutzmaßnahme sei. Insbesondere sei nicht nötig, dass es sich umfassend auf alle Arten von Feuerwerkskörpern und alle Orte erstrecke.

Der 13. Senat des OVG gab diesem Antrag statt. Nach Auffassung der Richter dürfen mit Infektionsschutzmaßnahmen nur „infektionsschutzrechtlich legitime Ziele“ verfolgt werden – also etwa die Bevölkerung vor einer Covid-Infektion zu schützen und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Dazu zählten aber nicht die Gefahren, die sich aus dem Umgang mit Feuerwerkskörpern ergäben. Deswegen sei das Böllerverbot zum Erreichen der infektionsschutzrechtlichen Ziele kaum geeignet, nicht erforderlich und auch nicht angemessen.

Zwar habe der Umgang mit Feuerwerkskörpern gerade in der Silvesternacht in der Vergangenheit zu zahlreichen Verletzungen geführt. Dies sei auch in diesem Jahr zu erwarten. Jedoch reduzierten diese kurzzeitig gebundenen Behandlungskapazitäten nicht die erforderlichen Kapazitäten zur Behandlung von Covid-19-Patienten.

Außerdem sei ein umfassendes Verbot aller Arten von Feuerwerkskörpern nicht erforderlich, argumentierten die Richter. So hätten zum Beispiel Wunderkerzen, Knallerbsen und Tischfeuerwerk nicht das Potenzial, die Ansammlung einer größeren Zahl von Personen zu provozieren. Für ein landesweites Verbot von Feuerwerkskörpern – also nicht nur ein Verbot an publikumsträchtigen Plätzen – habe das Land Niedersachsen zudem keine überzeugende Begründung präsentiert.

Das Verbot habe ersichtlich gravierende negative wirtschaftliche Auswirkungen auf die Hersteller von Pyrotechnik. Zudem werde die allgemeine Handlungsfreiheit beeinträchtigt. Der Beschluss zu dem Eilantrag ist laut OVG unanfechtbar. Weiterhin untersagt sind indes große öffentliche Feuerwerke.
(OVG Niedersachsen, Beschl. v. 18.12.20, Az. 13 MN 568/20, PM).
(Quelle/update: NDR, 18.12.20)


(18.12.20)


Gesundheitsminister Spahn stellt Impfverordnung vor

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Impfverordnung vorgestellt, in der die Reihenfolge der Corona-Schutzimpfungen festgelegt wird. „Wir werden dabei zuerst denjenigen einen Schutz anbieten, die ihn auch besonders benötigen“, sagte Spahn. Begonnen werde voraussichtlich ab 27. Dezember mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen.

Spahn wies darauf hin, dass jeder zweite Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 Menschen über 80 betreffe. „Die Schwächsten zu schützen, ist das erste Ziel unserer Impfkampagne“, sagte der Gesundheitsminister. Dies werde ein bis zwei Monate dauern. Erst dann werde man darüber nachdenken, das Impfangebot auszuweiten. „Das heißt für uns alle: Der Winter wird noch lang.“

Auch Ärzte und Ärztinnen, Pflegerinnen und Pfleger in Kliniken gehörten zur ersten Priorität. Aber in den ersten Tagen werde zuallererst in den Pflegeeinrichtungen geimpft. Alle anderen bat der Minister erneut um Geduld. „Ich bitte sie darum abzuwarten, bis auch sie an der Reihe sind. Wir beginnen zuerst mit den Älteren, den Hochbetagten, denjenigen, die sie pflegen und betreuen, um genau diese besonders Verwundbaren zu schützen.“

Der Minister betonte, dass er sich bei der ersten Impfgruppe nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) richte. Dazu gehörten auch etwa die Intensivmediziner in den Covid-19-Intensivstationen, die besonders von Ansteckung bedroht sind.

Die Verordnung weicht von der Stiko-Empfehlung jedoch etwas ab und priorisiert statt in sechs in vier Stufen. Zum Teil seien aus praktischen Gründen in der Rechtsverordnung die Gruppen zusammengeführt worden, erklärte Spahn.

In der ersten Stufe werden zusammengefasst Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen, Personen im Alter ab 80 Jahren, Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen, zum Beispiel der Rettungsdienst und Notärzte, Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen, Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege sowie andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern.

Zur zweiten Kategorie mit hoher Priorität zählen demnach alle Menschen ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren dürfen sich dann impfen lassen.

Danach folgen in einer dritten Gruppe verschiedene Altersgruppen, Personen mit verschiedenen Vorerkrankungen, Berufsgruppen und weitere Gruppen sowie zuletzt alle Personen unter 60 Jahren ohne genannte Vorerkrankungen oder Berufe.

Die Verordnung sieht zudem vor, dass Impfwillige anhand von Dokumenten oder ärztlichen Bescheinigungen nachweisen müssen, dass sie zu einer der Gruppen zählen. (Quelle: ARD, 18.12.20)


Auch Kanarische Inseln wieder Risikogebiet

Deutschland stuft die Kanarischen Inseln und damit ganz Spanien als Corona-Risikogebiet ein. Dies gilt ab dem 20. Dezember, wie das Außenministerium in Berlin mitteilt. Die Ausnahme für die beliebten Urlaubsinseln von der Reisewarnung für Spanien werde gestrichen.

Zuvor hatte die Regionalregierung der Kanarischen Inseln die Corona-Maßnahmen auf Teneriffa wegen dort steigender Infektionszahlen verschärft und zugleich betont, Urlauber seien weiterhin willkommen. Touristen aus anderen Teilen Spaniens und aus dem Ausland seien von den verhängten Zugangsbeschränkungen zu der Insel ausgenommen, wenn sie einen negativen PCR-Test vorweisen könnten, der nicht älter als 72 Stunden sein dürfe, teilte das Fremdenverkehrsamt Teneriffas auf Anfrage mit. Andere Corona-Tests würden nicht akzeptiert.

Die Regionalregierung der spanischen Inselgruppe ordnete für Teneriffa zudem eine Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung der dort stärker als auf den anderen Inseln steigenden Infektionszahlen an. Sie gelten seit dem 18. Dezember für zunächst 15 Tage.

So wird die bestehende nächtliche Ausgangsbeschränkung auf 22 bis 6 Uhr ausgeweitet. Gaststätten dürfen keine Gäste mehr in Innenräumen bewirten und auf Terrassen nur 50 Prozent der normalerweise zugelassen Plätze besetzen. Geschäfte müssen die Zahl der Kunden auf 33 Prozent begrenzen, die Heimatgemeinde darf nicht verlassen werden und Besuche in Altenheimen sind ausgesetzt.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner war auf Teneriffa zuletzt auf 127 gestiegen. Dadurch erhöhte sich dieser Wert für alle Kanarischen Inseln zusammen, die ansonsten außer La Gomera unter 50 liegen, auf durchschnittlich 70. (Quelle: T-online, 28.12.20)


Höhere Sterblichkeit: 46% in Sachsen

Nach dem Anstieg der Corona-Infektionen steigt auch die Zahl der Todesfälle weiter an: Nach vorläufigen Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind Mitte November etwa neun Prozent mehr Menschen gestorben als im Schnitt der Vorjahre. Vor allem für Sachsen meldete Destatis eine hohe Übersterblichkeit.

Bundesweit starben zwischen 16. und 22. November in Deutschland mindestens 19.600 Menschen, wie das Amt in Wiesbaden mitteilte. Basis ist eine Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen, die aktuell bis zur 47. Kalenderwoche zur Verfügung steht. Das Mittel der Jahre 2016 bis 2019 für diese Woche lag bei 17.977 Toten. „Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen in Sachsen“, erläuterte das Demografie-Team von Destatis. In der 41. Kalenderwoche lag die Zahl der Sterbefälle dort noch unter dem Durchschnitt – in der 47. Kalenderwoche lag sie um 46 Prozent darüber. Auch in vier anderen Bundesländern lag die Übersterblichkeit im zweistelligen Bereich: in Baden-Württemberg, Brandenburg, Thüringen um jeweils zwölf Prozent und Nordrhein-Westfalen um zehn Prozent. (Quelle: ARD, 18.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist – Stand Freitag, 9 Uhr – die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 1.610 gestiegen. Damit sind bisher 91.736 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Bislang sind in Niedersachsen 1.586 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert worden. Das sind 26 Personen mehr als gestern. Landesweit ist die Sieben-Tage-Inzidenz leicht gesunken und liegt jetzt bei 104,7 Fällen je 100.000 Menschen. (Quelle: NDR, 18.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 18.12.2020, 09:00 Uhr

In den letzten 24 Stunden ist ein weiteres CoViD-19-Todesopfer aus Lingen gemeldet worden. Insgesamt 58 Infizierte sind bisher im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben.

Die Infektionszahlen entwickeln sich im Emsland ungebremst nach oben: Das belegen die 91 Neuinfektionen seit gestern. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie erhöht sich damit auf 4.527 (+91). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 3.995 Personen (+74) gestiegen.

Im Emsland sind folglich 474 (+16) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Rund 1.880 (+30) Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 110,7 (= +362 Neuinfizierte in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 6 CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/-0) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 3 (-1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein Erkrankte/r (+/-0) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 578 Menschen (+11) erkrankt. 518 (+9) von ihnen gelten als genesen.
Ein weiterer Lingener ist gestern verstorben. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 48 (+31) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 141 134 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 78 64 0 14
Samtgemeinde Freren 340 284 11 45
Einheitsgemeinde Geeste 166 126 0 40
Stadt Haren (Ems) 318 291 1 26
Stadt Haselünne 230 172 0 58
Samtgemeinde Herzlake 134 113 0 21
Samtgemeinde Lathen 244 237 0 7
Samtgemeinde Lengerich 107 91 1 15
Stadt Lingen (Ems) 578 518 12 48
Stadt Meppen 479 434 10 35
Samtgemeinde Nordhümmling 156 153 0 3
Stadt Papenburg 530 502 5 23
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 23 16 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 69 55 3 11
Samtgemeinde Sögel 335 322 0 13
Samtgemeinde Spelle 195 125 3 67
Einheitsgemeinde Twist 110 83 2 25
Samtgemeinde Werlte 294 275 8 11
Gesamt* 4.527 (+91) 3.995 (+74) 58 (+1)
Aktuelle Covid-19-Fälle 474

(18.12.20)



Deutschland-Zahlen: Neuer Höchstwert

Das Robert Koch-Institut hat erneut einen Höchstwert verzeichnet. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 33.777 Infektionen binnen eines Tages. Die Zahl der Todesfälle erreichte mit 813 den bislang zweithöchsten Wert.

Erstmals sind in Deutschland mehr als 30.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 33.777 Infektionen gemeldet, wie das RKI mitteilte. In der Zahl sind 3.500 Nachmeldungen aus Baden-Württemberg enthalten, die am Vortag aus technischen Gründen nicht übermittelt worden waren.

Abzüglich der Nachmeldungen wurden somit 30.277 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der Todesfälle erreichte mit 813 den zweithöchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Am vergangenen Freitag war mit 29.875 der bisherige Höchststand an Neuinfektionen erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle lag bei 598. Der Höchstwert von 952 Todesfällen war am Mittwoch verzeichnet worden. Die Zahl der täglichen Todesfälle war zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Freitag auf 24.938.

Die zur Lagebeurteilung entscheidende Sieben-Tage-Inzidenz – die gemeldeten Neuinfektionen pro 10.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – stieg an und erreichte mit 184,8 einen Höchststand. Am Donnerstag hatte der Wert bei 179,2 gelegen. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.439.938 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Nach Schätzungen sind rund 1.069.400 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,97 (Vortag 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 97 weitere Menschen anstecken. Das RKI weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass der Wert aufgrund noch ausstehender Datenübermittlungen nur eingeschränkt verwertbar ist. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Erst wenn er für längere Zeit unter 1 liegt, flaut dieses ab. (Quelle: rki, 18.12.20)


Afrika gerät in zweite Corona-Welle

Nachdem Afrika vom Coronavirus relativ verschont geblieben ist, bereitet es sich auf die zweite Welle der Pandemie vor und stellt fest, wie das Virus erneut die reichen Länder in Europa und die Länder in Nordafrika betrifft. Seit mehreren Wochen drängen die CDC in Afrika und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die afrikanischen Regierungen, sich besser auf die unvermeidlich scheinende zweite Welle einzustellen.

Als das von der Pandemie am schlimmsten betroffene afrikanische Land mit fast 900.000 dokumentierten Fällen verschärft Südafrika die gesundheitlichen Beschränkungen. Im Land hat der Sommer begonnen und in den beliebten Touristenzielen verbreitet sich das Coronavirus mit alarmierender Geschwindigkeit. Die Behörden haben Teillockdown, Beschränkungen von Zusammenkünften und verlängerte Ausgangssperren angeordnet.

Neue Fälle tauchen in Ostafrika, im nördlichen und südlichen Afrika auf, aber der Trend in Westafrika ist laut den Afrika-Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (Africa CDC), einer Behörde der Afrikanischen Union, rückläufig.

In Uganda ist jede Region von der Pandemie betroffen. Bars und Nachtclubs sind seit März geschlossen. Der Besitzer einer Kigali-Bar wurde wegen Verstoßes gegen die Vorschriften mit einer hohen Geldstrafe belegt und erklärte gegenüber AFP, er habe alles verloren. „die Polizei zwang uns zu schließen.“

Das benachbarte kleinere, aber dicht besiedelte Ruanda verzeichnete im Dezember (722) fast so viele neue Fälle wie zueit Beginn der Pandemie (797).

In Kenia begann die zweite Welle des Virus im September und führte zur Schließung von Schulen und zur Verlängerung einer Ausgangssperre. Einige Gesundheitsexperten sagen, sie warten inzwischen bereits auf eine dritte Welle.

In Zentralafrika bereitet sich Kamerun darauf vor, im Januar das Fußballturnier der Afrikameisterschaft 2020 auszurichten, das aufgrund des Virus vom letzten April verschoben wurde. Die Behörden rechnen dabei mit einer teilweisen Wiedereröffnung der Stadien. Im Senegal gibt es öffentliche Proteste gegen weitere Einschränkungen, während in Äquatorialguinea Nachtclubs jetzt die letzten Orte sind, die noch geschlossen bleiben.

„Im Allgemeinen schreitet das Virus in Afrika weiter voran“, warnte Isabelle Defourny, Operations Director bei Medecins sans frontieres. Ärzte ohne Grenzen hat ein Wiederaufleben von Covid-19 sowohl in Hauptstädten als auch in ländlichen Gebieten, insbesondere im Tschad, festgestellt. „Wir sehen auch eine Zunahme schwerer Fälle, in denen Sauerstoff benötigt wird, insbesondere in Bamako [in Mali], was während der ersten Welle nicht der Fall war“, sagte Defourny.

Insgesamt aber war die vor neun Monaten erstmals in Afrika aufgetretene Epidemie nicht so zerstörerisch, wie Experten befürchtet hatten, weil Afrika ein armer Kontinent mit schlechten Gesundheitsstrukturen ist. Afrika hat seit Pandemiebeginn laut einer von der Nachrichtenagentur AFP erstellten Bilanz 2,4 Mio Infektionen gemeldet, das sind lediglich 3,6 % der weltweiten Gesamtzahl. Der gesamte Kontinent hat mehr als 57.000 Todesfälle gemeldet, weniger als allein in Frankreich (59.072).

Das niedrige Screening-Niveau könnte zwar die Zuverlässigkeit der Statistiken in Frage stellen, doch kein afrikanisches Land hat einen Höchststand an Übersterblichkeit beobachtet. Experten untersuchen daher immer noch, warum Afrika bisher nicht in gleichem Maße betroffen war wie andere Kontinente.

Zu möglichen Erklärungen gehören die jugendliche Bevölkerung Afrikas, die von früheren Epidemien abgeleitete Immunität und eine nach wie vor überwiegend ländliche Wirtschaft, was eine geringere Bevölkerungsdichte bedeutet. Auch frühe und drakonische Maßnahmen, die den Bürgern in den meisten afrikanischen Ländern auferlegt wurden, bremsen eindeutig die Ausbreitung der Krankheit.

Andererseits sind sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Lockdown-Politik für die schwächsten Volkswirtschaften jedoch katastrophal. In Ländern, in denen das Stigma von Covid-19 weniger sichtbar geworden ist, hat das tägliche Leben seinen Lauf wieder aufgenommen, hauptsächlich auf Kosten sozialer Distanzierung und anderer Barrieregesten.

Der bevorstehende Kampf, den Afrika für den Zugang zu Impfstoffen führen muss, ist alles andere als gewonnen. Die voraussichtlichen Kosten werden rund 4,7 Milliarden Euro betragen, aber nur ein Viertel der Nationen auf dem Kontinent kann die dafür erforderlichen Ressourcen aufbringen. (Grafik: CCs. Archiv v. 3.4.20; Quelle: The Guardian, 18.12.20)


Indien-Zahlen

Indien hat 22.890 neue Coronavirus-Infektionen registriert, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit.

Es war der fünfte Tag in Folge, an dem die Neuinfektionen unter 30.000 lagen. Die Zahl der offiziellen Todesfälle stieg um 338 auf jetzt 144.789. experten gehen jedoch von deutlich höhere Zahlen aus.
(Quelle: The Guardian, 18.12.20)


Brasiliens Verfassungsgericht bestätigt Impfpflicht

Eine Impfung gegen das Coronavirus kann in Brasilien verpflichtend gemacht werden. Das teilte das Oberste Gericht des Landes am Donnerstag mit und erklärte zugleich, Brasilianerinnen und Brasilianer dürften nicht gegen ihren Willen geimpft werden. Die Entscheidung ebnet laut einer Gerichtsmitteilung den Weg für Verwaltungen auf nationaler und kommunaler Ebene, Strafen gegen Impf-Verweigerer verhängen zu können.

In Brasilien wächst die Anti-Impfbewegung, laut Meinungsumfragen ist die Ablehnung Impfungen gegenüber gestiegen. Präsident Jair Bolsonaro hat wiederholt ausgeschlossen, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Eine verpflichtende Impfung lehnt er generell ab.

Bislang ist in dem Land noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Die Pandemie wütet jedoch schwer: Am Mittwoch überschritt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Brasilien die Marke von sieben Millionen. (Quelle: SZ, 18.12.20)


Update für corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App hat ein neues Update bekommen, mit dem sich einiges ändert. Seit Dienstag ist die Version 1.9.1 verfügbar, zunächst für Apple-Nutzer, Android soll bis spätestens morgen auch folgen.

Durch die Version ändert sich vor allem die Aufzeichnung und Anzeige der Risikokontakte. „Nutzer/innen werden nun die Anzahl an Tagen angezeigt, an denen Risikobegegnungen stattgefunden haben, dafür aber nicht mehr die Anzahl an Begegnungen“, erklären die Entwickler.

Bei Begegnungen mit erhöhtem Risiko (rot) wird nun zumindest auch das Datum angezeigt, wann der letzte Kontakt stattgefunden hat. Weitergehende Informationen über die Kontakte waren seit langem gefordert worden. Zuletzt hatten zahlreiche Politiker außerdem eine Lockerung des Datenschutzes gefordert, um noch viel weitreichendere Informationsflüsse zu ermöglichen. Doch die Entwickler der App bleiben dabei zurückhaltend, selbst die Uhrzeit eines Kontaktes wird weiter nicht angezeigt. Ortsdaten, wie sie verschiedene Politiker sich wünschen, lassen sich bei Nutzung der Schnittstelle von Apple und Google rein technisch ohnehin nicht speichern.

Bei dieser Schnittstelle, dem so genannten Exposure Notification Framework (ENF), gibt es auch eine neue Version, die mit der aktuellsten App-Version nun genutzt wird. Dadurch stünden nun genauere pseudonyme Informationen über Begegnungen zur Verfügung.

Auch die Art der Risikobewertung wird umgestellt. Bisher galt, dass Kontakte mit positiv getesteten Nutzern, die vergleichsweise kurz (etwa unter 15 Minuten) oder in einem größeren Abstand (mehr als 1,5 – 2 Meter) in grün als „Begegnung mit niedrigem Risiko“ angezeigt wurden.

„Nun können mehrere – einzeln betrachtete – Begegnungen mit niedrigem Risiko (grün) zu einem erhöhten Risiko (rot) führen: je nach Infektiösität werden 15-30 Minuten an Begegnungen mit niedrigem Risiko (grün) zu einer Begegnung mit erhöhtem Risiko (rot)“, heißt es.

Durch die Umstellung ist nicht mehr eine einzige Begegnung ausschlaggebend, sondern „die Summe der Risikominuten pro Tag“. So können auch mehrere, kurzzeitige Risikobegegnungen zu einem erhöhten Risiko führen.

Manche Nutzer, die schon die neue Version installiert haben, wundern sich, dass vorher angezeigte Risikobegegnungen nicht mehr auftauchen. Das liegt nach Angaben der Entwickler daran, dass die Kontakte mit geringem Risiko nun nochmal stärker unterschieden werden. Bislang wurden auch Begegnungen mit sehr kurze Kontaktdauer gezählt und angezeigt. Dabei genügten wenige Sekunden, also beispielsweise an einem Infizierten vorbei zu laufen. „Diese sind aus virologischer Sicht nicht relevant und werden von der Corona-Warn-App herausgefiltert“, heißt es. Mit der neuen Version der Schnittstelle könne so präziser gesteuert werden, welche Begegnungen gezählt werden sollen.

Konkret werden nur noch Begegnungen die mindestens 10 Minuten gedauert haben berücksichtigt. Betrug dabei die anhand des Funksignals geschätzte Entfernung 1,5 Meter oder weniger, wird die entsprechende Dauer des Kontaktes komplett berücksichtigt. Lag der Abstand jedoch zwischen 1,5 Meter und 3 Meter, wird er gewichtet und nur zu 50 Prozent berücksichtigt. Als weiterer Faktor kommt das Übertragungsrisiko hinzu, es hängt davon ab, welche Zeit zwischen Begegnung und Positivmeldung des Kontaktes lag. Die so ermittelten Begegnungszeiten werden addiert. Wenn dabei insgesamt über den Tag die gewichteten Risikobegegnungen zusammen 15 Minuten oder mehr betragen, wird eine rote Warnmeldung, also ein „erhöhtes Risiko“ angezeigt.

Ob sich damit auch die Genauigkeit der Abstandsmessung verbessert, ist unklar. Um zu schätzen, wie weit zwei Personen voneinander entfernt sind, wird die Stärke des Bluetooth-Funksignals genutzt. Allerdings kann dies durch Glaswände, andere Gegenstände oder Menschen beeinflusst werden.

Immer wieder berichten Nutzer, die zwei unterschiedliche Smartphones parallel benutzen und auf beiden die App installiert haben, dass ihnen unterschiedliche Zahlen von Risikobegegnungen angezeigt werden. Im Sommer hatte bereits eine irische Studie gezeigt, dass es in Zügen und Bahnen zu großen Fehlern bei der Abstandsmessung kommen kann. Daher weiß man auch nicht, ob die App eher zu viele oder zu wenige Warnungen verschickt.

wenn alles klappt, soll noch bis Jahresende ein weiteres Update der App kommen. Damit soll dann auch ein Kontakttagebuch eingeführt werden. (Quelle: TSP, 17.12.20)


AfD-Corona-Skeptiker positiv getestet und im Krankenhaus

Nach einem positiven Corona-Test wird der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz nach Angaben seines Büros stationär im Krankenhaus behandelt. „Die Prognose für eine zügige Genesung ist laut Auskunft der behandelnden Ärzte günstig“, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Der 53-Jährige dankte dem Personal des Klinikums in seiner Heimat Lahr im Schwarzwald für dessen Einsatz. Zuerst hatte die „Lahrer Zeitung“ darüber berichtet.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich laut Bundestagsverwaltung 23 der 709 Abgeordneten mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen sind nach Angaben der Fraktion auch mehrere der 88 AfD-Abgeordneten.

Seitz war unter anderem bei einer Sitzung im November aufgefallen, als er mit einer offenkundig löchrigen Maske zum Rednerpult kam. Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) untersagte ihm, damit zu seinem Platz zurückzugehen. Sie reichte ihm eine frische FFP2-Maske. Als Seitz sich über den „Maulkorb“ beschwerte, drohte ihm Roth ein Ordnungsgeld an. (Quelle: Tagesspiegel, 17.12.20)


Niedersachsen: Neue Kritik an Kultusminister Tonne (SPD)

Die niedersächsischen Kommunen üben erneut Kritik an Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Sie beklagen, dass von den versprochenen Corona-Hilfen für Schulen noch kein Euro geflossen sei.

Bereits Mitte November hatte Tonne insgesamt 20 Millionen Euro für Schutzmasken, Plexiglas-Scheiben oder Luftfilteranlagen zugesagt. Doch das Geld lässt bislang auf sich warten. Die Kommunen befürchten, die Zahlungen erst im Februar erfolgen. Marco Trips vom Städte- und Gemeindebund bezeichnete das Förderprogramm gegenüber NDR 1 Niedersachsen deshalb als „Fehlschlag“. Das Ministerium habe die Kommunen bislang hängen lassen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die drohende Bürokratie. Die Kommunen sollen nämlich schriftlich nachweisen, was für welche Schule gekauft wurde und wie lange die Sachen genutzt werden können. Zudem, so Trips, seien 20 Millionen Euro auch grundsätzlich zu wenig. (Quelle: NDR, 17.12.20)


Niederlande beginnen Impfungen am 8. Januar

Die Niederlande wollen am 8. Januar mit dem Impfen gegen Covid-19 starten. Das kündigte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in Den Haag an. Voraussetzung ist, dass zunächst die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Montag grünes Licht für die Zulassung des Impfstoffes der Unternehmen Pfizer und Biontech gibt. Anschließend muss die EU-Kommission noch zustimmen.

Mit dem Impfstart erst in der zweiten Januarwoche entsprechen die Niederlande aber nicht Plänen über einen gemeinsamen Impfbeginn in der EU schon ab dem 27. Dezember wie in Deutschland. In manchen Staaten werde auch erst am 28. oder 29. Dezember begonnen, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag auf Twitter. ( Quelle: TSP, 17.12.20)



Über 80-Jährige und Pflegeheimbewohner zuerst impfen

Mit Blick auf die geplanten Corona-Impfungen hat die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag ihre Empfehlungen veröffentlicht, wer zuerst geimpft werden soll. In einer ersten Stufe sollten demnach Alten- und Pflegeheimbewohner und Menschen über 80 Jahre geimpft werden können. Ebenfalls dazu gehören sollte Personal mit besonders hohem Ansteckungsrisiko etwa in medizinischen Einrichtungen, etwa in Notaufnahmen oder der Behandlung von Corona-Patienten – zudem Pflegepersonal in der ambulanten Pflege und Heimen sowie andere dort Beschäftigte mit Kontakt zu Bewohnern.

Innerhalb dieser ersten Stufe seien Über-80-Jährige und Bewohner von Altenpflegeheimen besonders gefährdet und sollten trotz schwerer Erreichbarkeit zu Beginn der Impfaktionen geimpft werden, erläutert die Expertenkommission. Im Kern hatte sie die erste Priorität für diese Bevölkerungsgruppen bereits kürzlich in einem Entwurf umrissen. Eine Prioritätensetzung ist nötig, weil zu Beginn der Impfungen nur begrenzte Impfstoffmengen verfügbar sein werden. Auf Basis der Empfehlung will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an diesem Freitag eine Impf-Verordnung unterzeichnen, die die Grundlage für voraussichtlich am 27. Dezember beginnende Impfungen sein soll. (Quelle: TSP, 17.12.20)


Schweden: Rekordanstieg bei Coronavirus-Infektionen

In Schweden verzeichnen Behörden mit 8881 Coronavirus-Fällen einen neuen Tagesrekord. Die Zahl der Todesfälle steigt um 91 auf 7893. In Schweden ist die Sterberate im Verhältnis zur Einwohnerzahl um ein Vielfaches höher als in den nordischen Nachbarländern, im Vergleich zu einigen größeren europäischen Ländern aber niedriger. (Quelle: TSP, 17.12.20)


Werden bis Februar 1,5 Millionen Menschen in Deutschland geimpft sein?

Die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar hofft, dass bis Februar 1,5 Million Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft sein werden. „Schnelles Handeln ist angesichts der Infektionsdynamik (…) dringend angesagt“, sagte sie in einer Debatte über die sogenannte Impfpriorisierung, also über die Frage, welche Bevölkerungsgruppen zuerst drankommen. Noch in diesem Jahr könne man mit 400.000 Impfdosen beginnen. Sie hoffe, dass im Februar bereits 1,5 Millionen Menschen mit beiden Impfungen versorgt seien, sagte Dittmar weiter. (Quelle: TSP, 17.12.20)


4.856 Menschen in Deutschland mit Corona auf Intensivstationen

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Deutschland geht weiter nach oben. Inzwischen werden dort 4856 Menschen nach Corona-Infektionen behandelt – 20 mehr als am Vortag, wie aus dem Tagesreport der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vom Donnerstag hervorgeht. 57 Prozent von ihnen werden demnach invasiv beatmet. Vor einer Woche hatte die Zahl der Covid-19-Fälle, die auf Intensivstationen behandelt werden, noch bei 4339 gelegen, am 1. Dezember bei 3921. Die Zahl freier Intensivbetten für Erwachsene wird im Divi-Tagesreport mit 3722 beziffert. Als 7-Tage-Notfallreserve werden knapp 10.800 Betten für Erwachsene angegeben. (Quelle: TSP, 17.12.20)


Corona: Charité im Notfallmodus

Wegen eines erwarteten weiteren Anstiegs an Covid-19-Patienten schränkt Berlins Universitätsklinikum Charité den Betrieb in anderen Bereichen ab kommenden Montag deutlich ein.

„Während wir bislang mit eher mäßigen Einschränkungen der klinischen Versorgung ausgekommen sind, […] müssen wir nun zunächst in den kommenden 14 Tagen unsere Aktivitäten auf ein reines Notfall-Programm reduzieren“, teilte der Vorstand Krankenversorgung, Ulrich Frei, am Donnerstagabend mit. „Wir befinden uns nach wie vor in einer ungewöhnlich schweren Krise, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Wir haben noch schwere Wochen vor uns.“

Das Zurückfahren des Betriebs auf ein Notfall-Programm über Weihnachten und den Jahreswechsel bedeutet nach Freis Worten, dass es zunächst keine planbaren Eingriffe mehr geben wird und dass die Bettenbelegung um mindestens weitere 300 Betten reduziert wird. Notfälle werden nach Klinikangaben weiterhin behandelt und Tumoroperationen durchgeführt. Es gebe keine Einschränkungen für die Rettungsstellen.

Zur Begründung erklärte Frei: „Ein wichtiger Grund ist, dass wir nicht umhin kommen, unsere Covid-Intensivkapazität weiter zu steigern, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.“ Das sei nur möglich, wenn weitere Betten in der stationären Pflege geschlossen oder zusammengelegt werden, um Personal umverteilen zu können.

Fehlendes Pflegepersonal gilt derzeit in der Pandemie bundesweit als ein Kern-Problem. Frei betonte, dass Ärzte und Pflegekräfte der Charité „nicht nur in der Intensität, sondern auch in der anhaltenden Dauer Ungewöhnliches“ leisteten.

Frei zufolge waren in der vergangenen Woche in der Charité noch viele Betten mit Patienten mit anderen Erkrankungen als Covid-19 belegt. Über das Zurückfahren des Betriebs seien die Klinikdirektoren am Donnerstag informiert worden.

Nach einer Verordnung der Berliner Gesundheitsverwaltung waren viele große Berliner Krankenhäuser bereits seit Anfang November zum Verschieben der sogenannten elektiven Eingriffe angehalten.

Die Charité mit ihren drei Standorten in der Hauptstadt übernimmt vor allem die schweren Covid-19-Fälle, versorgt aber auch Betroffene auf Normalstationen. Sie ist Europas größte Uniklinik. (Quelle: TSP, 17.12.20)


Eichsfeld: Firmen kaufen Luftfilter für Schulen und Kitas

Firmen aus dem Eichsfeld machen sich für Kinder und Jugendliche in der Region Duderstadt stark. Sie haben Luftfilter für Kindergärten und Schulen angeschafft, die nach den Ferien in Betrieb gehen.

Die Unternehmerinnen und Unternehmer haben rund 300.000 Euro zusammengelegt und davon 162 Raumluftreinigungsgeräte gekauft. Gut für die 36 Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in und um Duderstadt (Landkreis Göttingen), die umgehend mit den Geräten ausgestattet worden sind, wie das Projektmanagement der Stadtentwicklungsinitiative Duderstadt2030 mitteilte. Die Initiative hatte zuvor die Bedarfe der Einrichtungen abgefragt. „Über das Engagement der unterstützenden Unternehmen für unsere Kinder und Jugendlichen in Duderstadt und den Ortsteilen freue ich mich sehr. Mein besonderer Dank gilt allen, die sich großzügig daran beteiligt haben, dass diese Aktion umgesetzt werden konnte“, sagte Bürgermeister Thorsten Feike (FDP).

Im Landkreis Emsland und in der Stadt Lingen (Ems) hatten in den letzten Tagen Ausschüsse der Selbstverwaltungen die Ausstattung von Schulen mit Raumlüftern abgelehnt und statt dessen auf das Stoßlüften hingewiesen. Dies sei effektiver.

(Foto: Luftreiniger Kampmann 520; Quelle: NDR, 17.12.20)


Macron positiv getestet

Frankreichs Präsident Macron hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nach Krankheitssymptomen habe man einen Test gemacht – und dieser sei positiv ausgefallen, teilte der Élysée-Palast mit.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der 42-Jährige sei nach dem „Auftreten erster Symptome“ getestet worden, teilte das Präsidialbüro in Paris mit. Macron werde sich nun eine Woche lang isolieren. „Er wird weiter arbeiten und seine Tätigkeiten aus der Distanz sicherstellen“, hieß es.

Laut Élysée-Palast hat Macron alle anstehenden Reisen abgesagt, so auch einen Besuch im Libanon. Geplante Treffen werde er über Videokonferenzen abhalten. Wo sich der Präsident angesteckt habe, sei bislang unklar.

Macron hatte in den vergangenen Tagen unter anderem eine Kabinettssitzung geleitet, am EU-Gipfel in Brüssel teilgenommen und mehrere Regierungschefs getroffen. EU-Ratspräsident Charles Michel und der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez ließen deshalb mitteilen, dass sie sich ebenfalls in Quarantäne begeben werden. Portugals Premierminister António Costa sagte mehrere Reisen ab.

Auch Frankreichs Premierminister Jean Castex kündigte an, sich als Kontaktperson vorsorglich zu isolieren – ebenso wie Macrons Ehefrau Brigitte. Sie zeigt nach Angaben eines Sprechers bisher keine Symptome. Anders als der Präsident gehört Brigitte Macron zur Risikogruppe. Die pensionierte Lehrerin ist 67 Jahre alt. (Foto: EU2017EE Estonian Presidency, CC Attribution 2.0 Generic; Quelle: ARD, 17.12.20)


Hannover Messe 2021 findet wegen Corona nur im Netz statt

Die früher größte Industrieschau der Welt, die Hannover Messe, soll im kommenden April wegen der Corona-Krise nur digital stattfinden. Ursprünglich war ein gemischtes Format geplant.

Unter den gegebenen Umständen sei eine Präsenz-Messe nicht zu realisieren und nicht zu verantworten, sagte Messechef Jochen Köckler. Daher habe man sich gemeinsam mit den Ausstellern zu diesem Schritt entschlossen. „Um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben und uns voll auf die digitalen Features konzentrieren zu können, haben wir diese Entscheidung bereits jetzt getroffen“, so Köckler.

Bei der digitalen Hannover Messe im April sollen unter anderem Konferenzen im Mittelpunkt stehen. Außerdem werden neue Produkte digital präsentiert. Der virtuelle Besucher könne sich so schnell einen Überblick über Innovationen verschaffen und direkten Kontakt zu den für ihn relevanten Unternehmen aufnehmen, kündigte Köckler an.

In diesem Jahr war die Hannover Messe wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal in ihrer mehr als 70-jährigen Geschichte abgesagt worden. Weil auch viele andere Veranstaltungen ausfielen, kämpft der Veranstalter, die Deutsche Messe AG, mit hohen Einnahmeverlusten. Nach Angaben von Ende November erwartet das Unternehmen für 2020 ein Minus von 103 Millionen Euro. Geplant ist ein Sparprogramm mit Stellenabbau und Vier-Tage-Woche. Der Insolvenz ist die Messe AG nur durch Unterstützungszusagen ihrer Anteilseigner, dem Land Niedersachsen und der Stadt Hannover, entgangen.

(Quelle: NDR, 17.12.20)


Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Lockdown keine langfristige Strategie

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rechnet mit einem Scheitern des seit Mittwoch geltenden Lockdowns. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir bis zum 10. Januar eine relevante Absenkung der Infektionsraten und schon gar nicht der Todesfälle erreichen werden“, sagte Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Daran werde auch eine Verlängerung des Lockdowns nichts ändern. „Ein Lockdown, egal wie hart, ist keine geeignete langfristige Strategie in der Pandemiebekämpfung.“

Es sei schwer vorstellbar, dass der von der Politik als Messlatte genannte Wert von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen durch einen Lockdown nachhaltig unterschritten werde – „egal, ob der Lockdown nun drei oder zehn Wochen dauert“.

Stattdessen sollte mehr für den Schutz der Risikogruppen in den Alten- und Pflegeheimen getan werden. Außerdem müssten Menschenströme entzerrt werden, beispielsweise durch den Einsatz von mehr Bussen und Bahnen, sowie subventionierten Taxifahrten für Risikogruppen, forderte Gassen.

Die Corona-Schutzmaßnahmen könnten Gassen zufolge aufgehoben werden, wenn alle impfbereiten Menschen eine Impfung erhalten haben. Wer sich nicht impfen lassen möchte, müsse dann mit dem Risiko leben, an CoViD-19 zu erkranken oder gar daran zu sterben. „Es kann nicht sein, dass der Rest der Gesellschaft dauerhaft auf Impfverweigerer Rücksicht nehmen muss.“ Er rechne mit einer Durchimpfung der Bevölkerung bis zur Sommer.

Es müssen nicht alle Menschen geimpft werden, damit die Bevölkerung vor einer weiteren Verbreitung des Virus geschützt ist. Für eine sogenannte Herdenimmunität ist es ausreichend, wenn etwa 70 Prozent der Bevölkerung immun sind. (Quelle; SZ, 17.12.20)


NDR-Benefizaktion bringt 5 Mio

Bei der NDR Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ ist eine Rekordsumme für die Corona-Hilfe von Diakonie und Caritas gespendet worden. Der symbolische Spendenscheck in Höhe von 4.847.196,95 Euro wurde am Donnerstag in Hamburg übergeben.

NDR Intendant Joachim Knuth und die Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg, Sabine Rossbach, freuten sich bei der Scheckübergabe ebenso wie die Vertreter von Caritas und Diakonie über die enorme Spendenbereitschaft. Zwei Wochen lang hatte der NDR im Rahmen der Aktion zu Spenden für Menschen aufgerufen, die durch die Corona-Pandemie besonders in Not geraten sind.

Knuth sagte: „Die Menschen im Norden sind sich in diesen Zeiten besonders nah, obwohl sie voneinander Abstand halten müssen. Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl – die Norddeutschen haben gezeigt, dass sie großzügig an die denken, die unter den Folgen der Pandemie besonders zu leiden haben. Mich beeindruckt das Rekordergebnis der NDR Spendenaktion sehr. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!“

Caritas und Diakonie konnten während der Aktion viele ihrer Projekte vorstellen. Für Obdachlose in Hamburg soll jetzt zum Beispiel ganz schnell Geld genommen werden, um zu helfen. Und auch die Tafel-Ausgabestellen an vielen Orten in der Stadt sind am Limit und sollen besser für die Betreuung der Menschen in Corona-Zeiten ausgerüstet werden, damit sie mehr Menschen mit Essen versorgen können. (Quelle: NDR, 17.12.20)


RKI korrigiert Deutschland-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen hat neuen RKI-Angaben zufolge erstmals die Schwelle von 30.000 überschritten. Aus technischen Gründen seien aus Baden-Württemberg etwa 3.500 Fälle zu wenig übermittelt worden, teilt das Robert-Koch-Institut auf seiner Internet-Seite mit. Diese kommen rechnerisch zu den am Morgen gemeldeten 26.923 bestätigten Neuinfektionen hinzu und sollen den Angaben zufolge ab Freitag in den Fallstatistiken veröffentlicht werden.

Die deutschen Gesundheitsämter übermittelten dem Robert-Koch-Institut (RKI) 698 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Donnerstag auf 24.125. (Quelle: RKI, SZ, 17.12.20)


(17.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist – Stand Donnerstag, 9 Uhr – die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 1.975 gestiegen. Damit sind bisher 90.127 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Bislang sind in Niedersachsen 1.560 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert worden. Das sind 49 Personen mehr als gestern. Landesweit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an und liegt jetzt bei 105,9 Fällen je 100.000 Menschen. (Quelle: NDR, 17.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 17.12.2020, 08:30 Uhr

In den letzten 24 Stunden ist ein weiteres CoViD-19-Todesopfer gemeldet worden. Der Verstorbene lebte in Rhede im Nordkreis. Insgesamt 57 Infizierte sind bisher im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben.

Die Infektionszahlen entwickeln sich weiter auch im Emsland nach oben: Es wurden im Emsland seit gestern 42 Neuinfektionen gemeldet. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie beträgt damit 4.436 (+42). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 3.921 Personen (+31) gestiegen.

Im Emsland sind folglich 458 (+10) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Rund 1.850 (+50) Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 102,2 (= +334 Neuinfizierte in 7 Tagen).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 6 CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (+1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 4 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein Erkrankte/r (+/-0) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 567 Menschen (+7) erkrankt. 509 (+4) von ihnen gelten als genesen.
Das führt für die Stadt zu aktuell 47 (+3) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 140 134 1 5
Einheitsgemeinde Emsbüren 77 62 0 15
Samtgemeinde Freren 338 269 11 58
Einheitsgemeinde Geeste 155 123 0 32
Stadt Haren (Ems) 316 287 1 28
Stadt Haselünne 221 167 0 54
Samtgemeinde Herzlake 128 109 0 19
Samtgemeinde Lathen 241 236 0 5
Samtgemeinde Lengerich 101 88 1 12
Stadt Lingen (Ems) 567 509 11 47
Stadt Meppen 475 429 10 36
Samtgemeinde Nordhümmling 156 152 0 4
Stadt Papenburg 521 498 5 18
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 22 15 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 64 52 3 9
Samtgemeinde Sögel 333 321 0 12
Samtgemeinde Spelle 187 116 3 68
Einheitsgemeinde Twist 104 81 2 21
Samtgemeinde Werlte 290 273 8 9
Gesamt* 4.436 (+42) 3.921 (+31) 57 (+1)
Aktuelle Covid-19-Fälle 458 (+10)

(17.12.20)



Ausgangssperre auch an Heiligabend

In Bayern gilt wegen der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre: Ab 21 Uhr soll jeder zu Hause sein. Auch am 24. Dezember will die Landesregierung da keine Ausnahme machen, auch nicht für Besuche von Gottesdiensten.

„Ich hätte es nicht richtig gefunden, für die Familien keine Ausnahme zu machen, aber für die Kirchen“, verteidigte Landeschef Markus Söder die Entscheidung im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“. Zudem hätte es die Kontrolle der Ausgangssperre erschwert, wenn zu später Uhrzeit noch viele Menschen auf dem Weg zu oder von einem Gottesdienst gewesen wären.

Die Kirchen in Bayern hatten versucht, zumindest für die Christmetten am Heiligabend eine Ausnahme zu erwirken – ohne Erfolg. Die Gottesdienste müssen vorverlegt werden, ausfallen oder als Livestream angeboten werden. (Foto: CC s. Archiv v. 06.12.20; Quelle: Tagesschau, 17.12.20)


Deutschland-Zahlen: 698 neue Todesfälle und 26.923 Neuinfektionen

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) 698 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Außerdem wurden 26.923 Neuinfektionen verzeichnet. Das sind mehr als am vergangenen Donnerstag (10.12.). Damals waren 23.679 Neuinfektionen gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle lag bei 440. Der Höchstwert von 952 Todesfällen war am Mittwoch verzeichnet worden. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Freitag den Höchststand von 29.875 gemeldeten Fällen erreicht.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Donnerstag auf 24.125.

Die zur Lagebeurteilung entscheidende Sieben-Tage-Inzidenz – die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – sank bis Donnerstag leicht auf 179,2. Am Mittwoch hatte der Wert mit 179,8 einen Höchststand erreicht.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.406.161 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 17.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.047.600 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 0,98. Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Erst wenn er für längere Zeit unter 1 liegt, flaut dieses ab. (Quelle: rki, 17.12.20)


Überraschende Entdeckung in den USA:
Impfstoff-Fläschchen enthalten ein bis zwei Dosen mehr als angegeben

In den USA haben Medienberichten zufolge Apotheker eine überraschende Entdeckung gemacht. Aus den Glasfläschchen, die fünf Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer enthalten sollen, könnten demnach sogar sechs oder sieben Dosen entnommen werden. Aber darf dieser zusätzliche Impfstoff auch gespritzt werden?

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat jetzt entschieden, dass die Impfung der überschüssigen Dosen erlaubt ist. „Angesichts des Notfalls im Bereich der öffentlichen Gesundheit empfiehlt die FDA derzeit, jede verfügbare volle Dosis – eine sechste oder möglicherweise sogar eine siebte – aus jeder Durchstechflasche zu verwenden, bis das Problem gelöst ist“, sagte ein Vertreter der FDA. Da der Impfstoff jedoch frei von Konservierungsstoffen sei, dürfe eine Dosis des Vakzins nicht aus Überresten mehrerer Fläschchen zusammengemischt werden. (Quelle: TSP, 17.12.20)


Bislang 23 Abgeordnete des Bundestags mit Corona infiziert

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben sich nach Angaben der Bundestagsverwaltung 23 der 709 Abgeordneten mit dem Virus infiziert. Hinzu kommen je 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraktionen und von Abgeordneten, 41 Mitarbeiter der Verwaltung sowie 10 von Fremdfirmen wie Reinigungsdiensten, Fahrdienst oder Handwerker. Insgesamt wurden damit bislang 140 Fälle bekannt. Zuletzt hatte die AfD-Fraktion in dieser Woche mitgeteilt, dass sich vier ihrer Abgeordneten angesteckt hätten. (Quelle: Tagesschau, 17.12.20)


DGB forderte bezahlte Freistellung von Eltern

DGB-Chef Reiner Hoffmann bezeichnet die geplanten finanziellen Hilfen für Eltern, die ihre Kinder wegen des Lockdowns zu Hause betreuen müssen, „nur als einen ersten Schritt“. Auch die Arbeitgeber müssten mehr tun, sagte Hoffmann der „Rheinischen Post“. Jetzt sei das soziale Gewissen der Arbeitgeber gefordert, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Freistellungen zu ermöglichen. Eltern bräuchten einen klaren gesetzlichen Freistellungsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber, eine Aufstockung der Entschädigung und die unbürokratische Auszahlung der Leistung, denn sie könnten nicht Erziehungsarbeit und Berufstätigkeit gleichzeitig leisten. Die Regierung hatte am Mittwoch beschlossen, Eltern im Lockdown eine monatliche staatliche Verdienstausfallentschädigung von bis zu 2016 Euro zu zahlen. (Quelle: RP, 17.12.20)


Überblick zur Nacht

  • US-Vizepräsident Mike Pence hofft, sich am Freitag live im Fernsehen impfen lassen zu können, um Vertrauen in seine Sicherheit zu schaffen, berichtet der Axios-Journalist Jonathan Swan unter Berufung auf Verwaltungsbeamte.
  • Australien hat nach 14 Tagen ohne einen einzigen Fall heute Morgen zwei neue CoViD-19-Fälle-19 in Sydney registriert, zusätzlich zu den beiden Fällen gestern. Der Ministerpräsident des betroffenen Bundesstaates New South Wales sagt, dass die Tests auf Hochtouren laufen und die Gesundheitsbehörden herauszufinden versuchen, ob die beiden neuen Fälle mit den Fällen von gestern zusammenhängen.
  • Deutschland wird am 27. Dezember mit der Impfung gegen Coronaviren mit Bewohnern von Altenheimen beginnen, kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn an. Die EU strebt an, dass alle 27 Mitgliedstaaten am selben Tag beginnen.
  • Brasilien verzeichnet täglich Rekord-Covid-19-Infektionen mit über 7 Millionen Fällen. Brasilien hat am Mittwoch über 70.000 neue Fälle des Coronavirus registriert, eine tägliche Höchstzahl, während sich die zweite Infektionswelle im ganzen Land ausbreitet.
  • Twitter verbietet schädlich-falsche Behauptungen über CoViD-19-Impfungen. Laut Twitter müssen Benutzer neue Tweets entfernen, die schädliche falsche oder irreführende Behauptungen über Covid-19-Impfungen vorbringen, um die Regeln für Coronavirus-Fehlinformationen zu erweitern.
  • Frankreich meldet den größten täglichen Sprung in CoViD-19-Fällen seit dem 21. November. In den letzten 24 Stunden wurden 17.615 neue bestätigte Covid-19-Fälle gezählt, gegenüber 11.532 am Dienstag und 14.595 vor einer Woche.
  • Israels Premierminister Netanyahu wird diese Woche geimpft. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird einer der ersten führenden Politiker auf der Welt sein, der sich impfen lässt. Das soll am Samstag der Fall sein.
  • In Dänemark schließen die Einkaufszentren ab Donnerstag und andere Geschäfte mit Ausnahme von Supermärkten und Lebensmittelgeschäften schließen ab dem 25. Dezember. Die Schüler werden ab Montag nach Hause geschickt.
  • Das weltweite System zur Lieferung von Impfstoffen an ärmere Länder ist einem „sehr hohen“ Versagensrisiko ausgesetzt, das möglicherweise Milliarden von Menschen bis 2024 den Zugang zu Impfstoffen vorenthält, wie interne Dokumente ergeben haben. Das Risiko eines Scheiterns des Covax-Projekts ist höher, da das System so schnell eingerichtet wurde und in „Neuland“ operiert, heißt es in einem internen Bericht.

Erwägt Sachsen die Abriegelung von Corona-Hotspots?

Sachsen prüft nach Medienberichten drastischere Maßnahmen zur Eindämmung der weiter steigenden Zahl der Coronavirus-Infektionen. Nach Angaben von „Bild“ und „Freie Presse“ erwägt die Landesregierung, Kommunen mit einer besonders angespannten Corona-Lage von der Außenwelt abzuriegeln. Zudem könnten die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen verschärft werden. Die Einwohner dürften nach diesen Berichten dann nur noch während eines vorher festgelegten Zeitfensters und auf dem kürzesten Weg einkaufen gehen.

Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber sagte der dpa: „Die Situation ist angespannt, und viele Menschen machen sich große Sorgen. Es gibt aktuell keinen konkreten Beschluss für weitere Maßnahmen.“ Die Staatsregierung habe nichts entschieden, was ad hoc gelte und was die Menschen überfordere. Der Krisenstab arbeite mit Hochdruck daran, das Infektionsgeschehen einzudämmen. „Das beinhaltet natürlich auch Szenarien, welche Maßnahmen und Möglichkeiten es gibt, wenn es uns nicht gelingt, die Ausbreitung zu stoppen und die Zahlen weiter explodieren“, sagte er, ohne konkret zu werden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Mittwoch im Landtag gesagt, derzeit sei die pandemische Situation in Sachsen nicht im Griff. Er sprach von einer „extrem angespannten Situation“.

Der Wert der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche klettert weiter nach oben. Er lag am Mittwoch erstmals über 400. Das ist mit Abstand der höchste Wert im Vergleich aller Bundesländer.

Nach Angaben des Sozialministeriums vom Mittwoch gab es zuletzt in Sachsen 3.154 bestätigte Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie rund 95.500 Menschen mit dem Virus infiziert. Den Angaben zufolge gab es 70 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Damit starben seit Beginn der Pandemie 1919 Menschen im Freistaat an oder mit Corona. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Amazon bittet US-Regierung um Impf-Priorität für Mitarbeiterschaft

Amazon bittet die US-Regierung in einem Schreiben, bei der Impfung besonders wichtige Angestellte wie seine MitarbeiterInnen in Warenlagern und Datenzentren zu bevorzugen. Sie könnten nicht von zu Hause arbeiten, schrieb der hochrangige Manager Dave Clark in einem Brief an die US-Seuchenbehörde CDC, der Reuters vorliegt. Der Einzelhändler-Branchenverband U.S. National Retail Federation hat eine ähnliche Bitte eingereicht. Amazon beschäftigt in den USA 800.000 Menschen, mehr als die Bevölkerung von Frankfurt am Main. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Brasilien: Insgesamt mehr als sieben Millionen Corona-Infektionen

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet über 70.000 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als sieben Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen eines Tages um 936 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. (Quelle: ARD, 16.12.20)


Parfümeriekette Douglas hält einige Filialen offen – als Drogerien

Die Parfümeriekette Douglas will knapp ein Viertel ihrer Filialen trotz des Lockdowns offen halten – als Drogerien. „In diesen Filialen bieten wir den Großteil des klassischen Drogeriesortiments an: Körperpflegeprodukte wie Cremes, Shampoo, Seife, Deodorants, Make-up, Parfüms und Hygieneprodukte“, sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch der Deutschen Presseagentur. Das Angebot sei vergleichbar mit dem großer Drogerieketten, die ebenfalls geöffnet bleiben dürften.

Die Gewerkschaft Verdi in Hessen hatte zuvor von einem „anrüchigen Unterlaufen des Lockdowns“ gesprochen. Die Parfümerie deklariere sich über Nacht zur Drogerie um. „Wer den dringenden Lockdown und das erlaubte Weiterführen bestimmter Geschäfte auf solche Weise fehlinterpretiert, macht sich nicht nur unglaubwürdig“, erklärte der Fachbereichsleiter Handel bei Verdi Hessen, Bernhard Schiederig.

Douglas widersprach dieser Darstellung. Das Unternehmen halte sich an alle geltenden Verordnungen. Die Corona-Verordnungen sähen vor, das Drogerien weiter geöffnet bleiben könnten. Der Begriff Drogerie sei rechtlich nicht spezifiziert. Im allgemeinen Sprachgebrauch würden darunter Einzelhandelsbetriebe verstanden, die unter anderem Körperpflege-, Schönheits-, Kosmetik- und Hygieneprodukte verkauften. Daher werde auch ein Teil der Douglas-Filialen mit einem Angebot von Drogerieprodukten für den Einkauf geöffnet bleiben. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Frankreich will rund eine Million Corona-Impfdosen bis zum Jahresende

Noch bis zum Jahresende soll es in Frankreich erste Impfdosen gegen das Coronavirus geben. Frankreichs Premierminister Jean Castex sagte am Mittwochabend in der Nationalversammlung, man würde bis zum Monatsende 1,16 Millionen Einheiten eines ersten Impfstoffes geliefert bekommen. Anfang Januar sollten dann noch einmal 677.000 Dosen hinzukommen, im Februar weitere 1,6 Millionen.

Castex sagte, man werde alles, was möglich ist, tun, um die Impfkampagne mit den anderen EU-Ländern abzustimmen. Zuvor hatte er bereits angekündigt, dass zunächst eine Million besonders gefährdete Menschen geimpft werden sollten. Das seien etwa Ältere in Pflegeheimen. Die Impfungen sollen in Frankreich kostenlos sein, einen Impfzwang soll es nicht geben.

Die Gesundheitsbehörden in dem Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern meldeten am Mittwoch mehr als 17.500 Neuinfektionen. Seit Ausbruch der Pandemie wurden damit etwa 2,4 Millionen Fälle verzeichnet. (Quelle: WDR, 16.12.20)


Bundestag beschließt steuerliche Homeoffice-Pauschale

Wer während der Corona-Krise von zu Hause arbeitet, soll seine Ausgaben leichter in der Steuererklärung geltend machen können. Der Bundestag beschloss am Mittwochabend eine Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr. Sie soll für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021 gelten – danach, so hofft man, könnte die Corona-Pandemie im Griff sein und die meisten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Damit die Regelung in Kraft treten kann, muss am Freitag aber noch der Bundesrat zustimmen.

Pro Tag am Heim-Schreibtisch werden demnach bei der Steuerberechnung 5 Euro angerechnet, maximal 120 Tage im Jahr. Dieser Betrag wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, so dass die fälligen Steuern sinken. Allerdings zählt die Homeoffice-Pauschale zu den Werbungskosten, für die allen Steuerzahlern pauschal 1000 Euro angerechnet werden. Nur wer mit seinen Ausgaben hier über 1000 Euro kommt, profitiert also von der Maßnahme.

Im gleichen Gesetz verlängerte der Bundestag auch die geltende Regelung, nach der Zuschüsse vom Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld steuerfrei bleiben. Außerdem wurde eine Steuerregelung für besonders günstig vermietete Wohnungen geändert. Bisher konnten Vermieter Werbungskosten nur geltend machen, wenn die Miete mindestens 60 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete betrug. Diese Grenze sinkt nun auf 50 Prozent. So soll verhindert werden, dass Vermieter aus steuerlichen Gründen Mieten erhöhen.

Darüber hinaus werden Ehrenamtler steuerlich entlastet. Die steuerfreie Übungsleiterpauschale, von der etwa Jugendtrainer in Sportvereinen profitieren, steigt im kommenden Jahr von 2400 Euro auf jährlich 3000 Euro. Zudem bleibt eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten künftig bis zu 840 Euro im Jahr (Quelle: TSP, 16.12.20)


Slowakei: Lockdown und Ausgangsbeschränkungen ab Samstag

Die Slowakei hat den Start eines für nächste Woche geplanten Lockdowns bereits auf diesen Samstag vorgezogen. Zugleich treten ab Samstag, 5.00 Uhr, strenge Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Das gab Gesundheitsminister Marek Krajci am Mittwochabend nach einer stundenlangen Regierungssitzung bekannt. Weihnachtseinkäufe sind somit nur mehr bis Freitag möglich.

Ursprünglich sollten erst ab 21. Dezember alle Geschäfte außer etwa Supermärkte mindestens drei Wochen lang geschlossen bleiben. Eine gleichzeitige Ausgangssperre war in den bisherigen Plänen der Regierung nicht vorgesehen. Als Grund für die kurzfristige Änderung nannte Krajci die sich dramatisch verschlechternde Pandemiesituation im Land und vor allem die drohende Überlastung der Krankenhäuser.

Nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten der Gesundheitsbehörden starben in dem EU-Land innerhalb von 24 Stunden 58 Menschen an Corona. Das ist die höchste Zahl an Corona-Toten seit Ausbruch der Pandemie im März. Damit starben in der Slowakei an einem Tag doppelt so viele Menschen an dem Virus wie im gesamten Frühling und Sommer zusammen. Das Land zählt in der Corona-Statistik nur jene Toten, bei denen keine andere Todesursache nachgewiesen werden kann. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Niedersachsen: Wieder Hotspots in Fleischbetrieben

In zwei niedersächsischen Fleischbetrieben sind erneut Corona-Infektionen unter Mitarbeitenden festgestellt worden. Wie der Landkreis Vechta mitteilte, wurden in einer Schlachterei in Lohne 30 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet. Die infizierten Personen sowie enge Kontaktpersonen sind bereits in Quarantäne geschickt worden. Die Firma werde den Betrieb der Zerlegung vorsorglich vorübergehend schließen, sagte eine Kreissprecherin. Bereits zuvor waren in Emstek im Nachbarlandkreis Cloppenburg seit Montag acht positive Corona-Fälle von Beschäftigten in einem Schlacht- und Zerlegebetrieb entdeckt worden. (Quelle: NDR, 16.12.20)


Wissenschaft: Maske schränkt Verbreitung von Aerosolen in Bahn ein

Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist Forschern zufolge während einer Zugfahrt eine wirksame Möglichkeit, die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen zu begrenzen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Bahn und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen. Bei den Untersuchungen wurde unter anderem die Atmung eines Fahrgastes mit und ohne Maske simuliert. Die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen wurde mit Hilfe von künstlichem Speichel und Spurengas nachgestellt. Für eine virologische Bewertung möglicher Infektionsrisiken seien weitere wissenschaftliche Forschungsarbeiten notwendig, teilte das DLR Göttingen am Mittwoch mit.

Laut Mitteilung wird auch aufgrund der hohen Frischluftnutzung der Klimaanlage die Luft in einem ICE durchschnittlich alle sieben Minuten vollständig erneuert. Zusammen mit dem Filtersystem bedeute das, dass die Klimaanlage bei der Verbreitung der Aerosole im Fahrgastraum faktisch keine Rolle spiele. Aus den Ergebnissen leite sich keine Notwendigkeit ab, Maßnahmen mit Bezug auf die Klimaanlage umzusetzen. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Mecklenburg-Vorpommern: Quarantäne für Reiserückkehrer aus Deutschland…

Mecklenburg-Vorpommern will eine Quarantäne für Reiserückkehrer aus deutschen Corona-Risikogebieten einführen. Wie diese für die Einwohner des Bundeslandes genau aussehen soll, werde bei einer Sonder-Kabinettssitzung am Freitag besprochen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Mittwochabend in Schwerin. „Klar ist, dass wir nicht einfach so in Deutschland in Risikogebiete, gerade Hotspots, reisen können und zurückkommen können, als sei nichts gewesen.“

Reisen zur Kernfamilie – Schwesig nannte Eltern und Kinder – sollen aber möglich bleiben, auch wenn die Region, in denen die Angehörigen leben, ein Corona-Risikogebiet ist. „Wir wollen nicht die Reisen verbieten“, sagte die Ministerpräsidentin. „Wir prüfen, bei welchen Reisen, wenn man zurück kommt, man selber in Quarantäne muss.“ Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten, etwa Polen, müssen bereits in Quarantäne. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Impfbeginn offenbar am 27. Dezember

Die Gesundheitsminister der Länder stellen sich auf einen Beginn der Corona-Impfungen am 27. Dezember ein, einem Sonntag. Das meldet der Berliner Tagesspiegel. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Länder über die zu erwartende Zulassung und Lieferung des Biontech-Impfstoffes informiert, wie die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mitteilte. „Für die Bundesländer ergibt sich daraus der 27.12. als Starttermin für die Impfungen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Insbesondere soll mit der Impfung in den Pflegeheimen begonnen werden.“

Für den Impfstoff der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer will die Europäische Arzneimittelagentur EMA bereits am nächsten Montag (21. Dezember) grünes Licht geben – acht Tage früher als geplant. In Großbritannien, den USA und Kanada ist der Impfstoff bereits auf dem Markt – allerdings mit Hilfe von Notfallzulassungen. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Merkel konferiert mit BioNtech-Gründern per Video

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich am Donnerstag (11.00 Uhr) mit den BioNtech-Gründern Ugur Sahin und Özlem Türeci per Videokonferenz zusammenschalten. An dem Gespräch mit dem Unternehmen, dessen Corona-Impfstoff sich gerade im europäischen Zulassungsprozess befindet, sollen auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (alle CDU) teilnehmen. Das teilte die Bundesregierung am Mittwochabend mit. Über was im Detail gesprochen werden soll, wurde nicht mitgeteilt. Es soll aber Eingangsstatements der Gesprächsteilnehmer geben.

In Deutschland könnten ab kommender Woche Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden. Für den Impfstoff der Pharmaunternehmen BioNtech und Pfizer will die Europäische Arzneimittelagentur EMA bereits am nächsten Montag grünes Licht geben – acht Tage früher als geplant. In Großbritannien, den USA und Kanada ist der Impfstoff bereits auf dem Markt – allerdings mit Hilfe von Notfallzulassungen.

In den USA ist es inzwischen bei dem Mitarbeiter eines Gesundheitsdienstes nach der Verabreichung des Pfizer/BioNtech-Impfstoffes zu einer schwere allergische Reaktion aufgetreten. Die „New York Times“ beruft sich auf drei Personen, die mit den Berichten über den Fall am Dienstag in Alaska vertraut seien. Der Mitarbeiter sei ins Krankenhaus eingeliefert worden und in einem stabilen Zustand. Es sei unklar, ob schon Allergien vorlagen. Der Fall sei vermutlich ähnlich zwei früheren, die nach dem Beginn der Impfungen in Großbritannien aufgetreten seien. Beide Betroffenen erholten sich. Eine Stellungnahme von Pfizer-BioNtech liegt nicht vor. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Dänemark: Lockdown über die Feiertage – mit wenigen Ausnahmen

Die dänische Regierung hat wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen die Schließung aller nicht lebensnotwendigen Geschäfte über die Feiertage angeordnet. Die Regelung gelte vom 25. Dezember bis zum 3. Januar, erklärte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch. Ausgenommen seien Lebensmittelläden und Apotheken. Einkaufszentren müssen demnach bereits ab Donnerstag schließen.

Die Behörden befürchteten, dass Januar und Februar die schlimmsten Monate der Pandemie werden könnten, erklärte Frederiksen. Am Dienstag war bereits der in vielen Städten geltende Teil-Lockdown auf das ganze Land ausgeweitet worden: Schulen, Bars, Restaurants, Sportzentren und kulturelle Einrichtungen mussten schließen.

Die dänischen Gesundheitsbehörden verzeichneten am Mittwoch 3692 Neuinfektionen und 14 Todesfälle binnen 24 Stunden in dem 5,8 Millionen-Einwohner-Land. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Bestatter fordern Anerkennung als systemrelevant

Der Bundesverband Deutscher Bestatter fordert eine deutschlandweite Anerkennung des Berufs als systemrelevant. Bestatter könnten Schutzkleidung und Desinfektionsmittel so leichter beschaffen und Notbetreuungen vor Ort für ihre Kinder wahrnehmen, erklärte Generalsekretär Stephan Neuser der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag in Düsseldorf. „Offensichtlich ist weder Homeoffice noch ein Mitlaufen der Kinder im Berufsalltag für diese Berufsgruppe möglich.“

Während der Pandemie sei professionelle Hilfe und Beratung durch Bestatter besonders gefragt, so Neuser. Angehörige könnten sich mitunter von Sterbenden in Krankenhäusern und Pflegeheimen nicht verabschieden. „Bestatter geben Beistand in dieser schweren Zeit und entwickeln gemeinsam mit den Trauernden auch neue Rituale zur Trauerbewältigung.“ So werde mitunter das Streamen von Trauerfeiern angeboten, damit Angehörige auch in Corona-Zeiten ihren Verstorbenen das letzte Geleit ermöglichen können. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Werkvertragsverbot beschlossen

Der Bundestag hat am Mittwoch das sogenannte Arbeitsschutzkontrollgesetz für die Fleischindustrie beschlossen. Künftig müssen Arbeitskräfte direkt vom Unternehmen beschäftigt werden.

Das Parlament stimmte dem Gesetzentwurf mit 473 zu 152 Stimmen zu. Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD sowie die Grünen und die Linken hatten bereits zuvor ihr Ja zu dem Gesetzentwurf bekundet. FDP und AfD lehnten ihn ab. Damit sind Werkverträge in der Fleischindustrie ab Januar 2021 verboten. Zum 1. April soll auch Leiharbeit größtenteils untersagt werden. Künftig sind die Unternehmen unmittelbar für die Einhaltung von Mindestlohn, Sozialversicherung und Arbeitsschutz verantwortlich. Hintergrund sind zahlreiche Skandale, mit denen die Branche in der Vergangenheit zu kämpfen hatte: ausgebeutete Arbeiter, unwürdige Lebensbedingungen für die Leiharbeiter aus Osteuropa und zuletzt zahlreiche Corona-Ausbrüche in den Schlachthöfen.

Die Fraktionen der Grünen und der Linken hatte im Vorfeld aber auch Kritik an dem Gesetzentwurf geäußert. Der Hauptkritikpunkt: Die Leiharbeit soll teilweise weiter möglich sein. Laut Gesetzentwurf soll ein fleischverarbeitender Betrieb acht Prozent seiner Beschäftigten für eine begrenzte Zeit im Jahr als Leiharbeiter beschäftigen dürfen, um saisonale Arbeitsspitzen abfangen zu können. Allerdings müssen dazu die Betriebe einen Tarifvertrag abschließen – ein Erfolg für die Gewerkschaften. Sie weisen aber auch darauf hin, dass bei den vorgesehenen Kontrollen ein Betrieb rechnerisch nur einmal alle 20 Jahre überprüft werden würde.

Auf der anderen Seite sehen Teile der Fleischwirtschaft regionale Schlachthöfe und die Konkurrenzfähigkeit innerhalb der EU bedroht. Einige Unternehmen haben nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen bereits eine Verfassungsbeschwerde angedroht. Das Gesetz gilt zunächst nur für drei Jahre. Anschließend sollen die Regelungen überprüft und gegebenenfalls durch ein neues Gesetz ersetzt werden. (Quelle: NDR, 16.12.20)


GB: Knapp 140.000 geimpft

Eine Woche nach dem Beginn der Massenimpfung gegen das Coronavirus in Großbritannien sind nach Regierungsangaben bisher etwa 138.000 Menschen geimpft worden. „Ein sehr guter Start für das Impfprogramm“, schrieb der zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi auf Twitter. Die Zahl werde noch deutlich steigen, weil das Netzwerk ausgebaut werde. In den vergangenen sieben Tagen hätten 108.000 Menschen in England, 18.000 in Schottland, fast 8.000 in Wales und 4.000 in Nordirland die Dosis erhalten. Zunächst sind über 80-Jährige, Bewohner von Pflegeheimen und besonders gefährdetes medizinisches Personal an der Reihe.

Großbritannien hatte die Impfungen am 8. Dezember begonnen und nutzt das Mittel des Mainzer Unternehmens Biontech und dessen US-Partners Pfizer. Ursprünglich hatte die Regierung bis Jahresende mit bis zu zehn Millionen Dosen gerechnet, nun sind es noch fünf Millionen. Für einen umfassenden Schutz muss rund drei Wochen nach der ersten Dosis eine zweite Impfung stattfinden. Insgesamt hat Großbritannien 40 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Mittels bestellt. (Quelle Tagesschau, 16.12.20)


St.Pauli vergeblich nach Würzburg: Zweitligaspiel fällt aus

Das ursprünglich für heute Abend angesetzte Auswärtspartie des Zweitligisten FC St. Pauli bei den Würzburger Kickers muss wegen eines Corona-Falls beim Aufsteiger verlegt werden. Wie der Gegner am frühen Mittwochmittag mitteilte, hat das Gesundheitsamt die Profimannschaft „umgehend bis auf Weiteres in Quarantäne beordert“. Sowohl das Duell mit dem Kiezclub als auch die für Sonnabend angesetzte Begegnung beim SV Darmstadt 98 fallen daher aus. Zuvor war ein Mitglied des Funktionsteams der Zweitliga-Equipe positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Der St.-Pauli-Tross war bereits per Flugzeug nach Würzburg gereist, als die Hamburger vom Spiel-Ausfall erfuhren. Am Main wollte das Ensemble von Coach Timo Schultz nach neun sieglosen Partien in Serie „den Bock umstoßen“, wie es auf der clubeigenen Website hieß. Nun muss der Tabellen-17. versuchen, dieses Vorhaben am kommenden Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf zu realisieren (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de).

Wann die Begegnungen nachgeholt wird, steht noch nicht fest. (Quelle: NDR, 16.12.20)


Niedersachsen-Zahlen

Die Ansteckungen mit dem Coronavirus in Niedersachsen nehmen weiter zu. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen (NLGA) ist – Stand Mittwoch, 9 Uhr – die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen in den vergangenen 24 Stunden um 1.248 gestiegen. Damit sind bisher 88.153 Infektionen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Bislang sind in Niedersachsen 1.511 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert worden. Das sind 38 Menschen mehr als gestern.

Landesweit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an und liegt bei 99,6 Fällen je 100.000 Menschen. Die Landkreise mit den höchsten Werten sind Cloppenburg (157,6) und Vechta (156,1). Im Landkreis Emsland ist der Inzidenzwert jetzt auf deutlich über 100 gestiegen und beträgt jetzt 116,8 (bisher 102,6). In der Grafschaft Bentheim beträgt die I-Zahl 144,4. (Quelle: NDR, NLGA 16.12.20)


Merkels Impfliste

Diese Liste dürfte die Politik und die Gesellschaft im kommenden Jahr bewegen: In einer Kabinettssitzung trägt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Übersicht über die Impfbereitschaft der einzelnen Gruppen ganz offen unter dem Arm.

Ein Agenturfoto vom Mittwochvormittag zeigt, worüber Merkel derzeit mit ihren Beratern debattiert. Demnach schätzen sie, dass rund 46,16 Millionen (von 83 Millionen) in Deutschland bereit sind, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Das entspricht einer Impfbereitschaft von 68 Prozent.

Dabei wird von 14 Gruppen ausgegangen – die Liste stellt aber wohl keine Priorisierung dar, sondern soll als Auflistung der Größe der Bevölkerungsgruppen dienen. Auf der Liste werden beispielsweise rund fünf Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen sowie rund 1,5 Millionen Menschen im Krankenhaus beziehungsweise in der stationären Pflege aufgezählt. Die größte Gruppe stellt die „sonstige Bevölkerung“ mit 31 Millionen Menschen.

Die ersten Impfungen mit dem BioNTech-Pfizer-Impfstoff könnten in Deutschland noch vor Weihnachten erfolgen. Die europäische Arzneimittelagentur EMA könnte den BioNTech/Pfizer-Impfstoff am 21. Dezember zulassen. EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch an, dass der europaweite Impfbeginn noch „am selben Tag“ erfolgen solle. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Keine Sternsinger

Im Januar werden diesmal keine Sternsinger von Haus zu Haus ziehen, um Spenden zu sammeln. Die Träger der Aktion Dreikönigssingen – das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – sagten jetzt die traditionellen Besuche ab.

Dafür sollen die Sternsinger auf digitalem Wege in die Häuser gelangen. Der Segenswunsch „C + M + B“ für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) werde per Post versendet. Die gesamte Aktion wird zudem verlängert und soll bis zum 2. Februar laufen.
(Foto James Steakley CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported; Quelle: Tagesschau, 16.12.20)


Niedersachsen: Impfstoff zunächst für 0,3 % und das in Rekordzeit

Für Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) steht in Niedersachsen für geplante Impfungen gegen CoViD-19 „noch zu wenig Impfstoff“ zur Verfügung. Das werde zunächst nur für 25.000 Menschen reichen, sagte Weil am Mittwoch dem Radiosender ffn. Die landesweit 50 Impfzentren seien hingegen gut vorbereitet auf den Start. „Das werden wir gut hinkriegen“, sagte Weil.

Weil Geimpfte zwei Dosen benötigen, folgt aus den Angaben des Ministerpräsidenten, dass Niedersachsen nur etwa 50.000 Impfdosen erhält – bei 8 Millionen Einwohnern, von denen voraussichtlich rund 5 Millionen geimpft werden.

Auch Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte den Aufbau der Zentren gelobt. „Die Leistungsfähigkeit unserer Kommunen hat das ermöglicht, in einer Rekordzeit“, so Pistorius. „Wir warten nur noch auf den Impfstoff.“ Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Dienstag angekündigt, dass sie schon am 21. Dezember ihr Gutachten über den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer vorlegen will – also acht Tage früher als zunächst in Aussicht gestellt.

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) könnten nach der Zulassung in einem ersten Schritt „um die 400 000 Dosen ausgeliefert werden“. Pro Person werden zwei Dosen benötigt.

Auch Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat davor gewarnt, dass zu wenige Dosen in Deutschland zur Verfügung stehen könnten. „Nach neuesten Meldungen soll es bis Ende Januar für Deutschland nur etwa drei bis vier Millionen Dosen geben“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in der Bremer Bürgerschaft. Auf das Bundesland Bremen heruntergerechnet bedeute dies 30 000 bis 40 000 Impfdosen und damit Impfstoff für 15 000 bis 20 000 Menschen. „Da hatte ich mir viel mehr erhofft. Das darf eindeutig nicht das letzte Wort des Bundesgesundheitsministers sein. Wir brauchen eine wesentlich bessere Versorgung“, unterstrich Bovenschulte. Es dürfe nicht passieren, dass Europa, Deutschland und damit Bremen und Bremerhaven nur sehr zögerlich die notwendigen Impfdosen bekämen, die an anderer Stelle der Welt schon verwendet würden.

Zur Erinnerung: die Pandemie war vor einem Jahr im chinesischen Wuhan ausgebrochen, der erste Lockdown begann in Niedersachsen am 16. März. Das liegt 9 Monate zurück, seither weiß unsere öffentliche Verwaltung, dass geimpft werden muss. Jetzt lobt sie sich selbst dafür, die Impfzentren „in einer Rekordzeit“ geschafft zu haben, wartet allerdings auf den Impfstoff, der nicht reicht.


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 16.12.2020, 08:30 Uhr

In den letzten 24 Stunden ist ein weiteres CoViD-19-Todesopfer gemeldet worden. Der Verstorbene lebte in Salzbergen. Insgesamt 56 Infizierte sind bisher im Landkreis Emsland an CoViD-19 gestorben.

Die Infektionszahlen entwickeln sich weiter auch im Emsland nach oben: Es wurden im Emsland seit gestern 50 Neuinfektionen gemeldet. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie beträgt damit 4.394 (+ 50). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 3.890 Personen (+24) gestiegen.

Im Emsland sind folglich 448 (+25) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Rund 1.800 (+70) Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 102,2 (= +334 Neuinfizierte).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell weiterhin 5 CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; drei von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gegenwärtig 4 (+ 1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 1 Erkrankte/r (+/-0) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 560 Menschen (+5) erkrankt. 505 (+4) von ihnen gelten als genesen.
Das führt für die Stadt zu aktuell 44 (+1) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 139 132 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 75 60 0 15
Samtgemeinde Freren 335 261 11 63
Einheitsgemeinde Geeste 148 120 0 28
Stadt Haren (Ems) 314 287 1 26
Stadt Haselünne 218 166 0 52
Samtgemeinde Herzlake 126 108 0 18
Samtgemeinde Lathen 239 236 0 3
Samtgemeinde Lengerich 101 88 1 12
Stadt Lingen (Ems) 560 505 11 44
Stadt Meppen 475 428 10 37
Samtgemeinde Nordhümmling 156 152 0 4
Stadt Papenburg 521 494 5 22
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 20 15 0 5
Einheitsgemeinde Salzbergen 62 52 3 7
Samtgemeinde Sögel 332 320 0 12
Samtgemeinde Spelle 185 113 3 69
Einheitsgemeinde Twist 100 81 2 17
Samtgemeinde Werlte 288 272 8 8
Gesamt* 4.394 (+50) 3.890 (+24) 56 (+1)
Aktuelle Covid-19-Fälle 448 (+25)

(16.12.20)


Sachsen: Krankenhaus praktiziert Triage

Viele Kliniken sind mi CoViD-19-Erkrankten bereits überlastet. Der Chef eines Krankenhauses im südöstlichen Sachsen räumte nun ein, dass in seinem Haus Ärzte schon mehrfach eine schwere Entscheidung treffen mussten: wer behandelt wird und wer nicht.

Erstmals hat damit ein ärztlicher Direktor öffentlich bestätigt, dass in seiner Klinik Ärzte vor der Triage genannten Entscheidung stehen, welchen Corona-Patienten sie helfen und welchen nicht. Dr. Mathias Mengel, Ärztlicher Direktor des Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH, erklärte in einem Video-Forum am Dienstagabend, dass im Krankenhaus Zittau schon mehrfach triagiert werden musste, weil nicht genug Beatmungsbetten zur Verfügung standen.

„Wir waren in den vergangenen Tagen schon mehrere Male in der Situation, dass wir entscheiden mussten, wer Sauerstoff bekommt und wer nicht“, bestätigte der Arzt dem Nachrichtenportal t-online. Mengel sagte, ein kleines Team entscheide kurzfristig. Es werde versucht, den Patienten, für den es keine Versorgung gibt, in eine andere Klinik zu verlegen. „Aber wir sind im Epizentrum, manche Häuser nehmen gar nicht mehr auf“, und auch in Westsachsen seien die Kliniken voll.

Die Entscheidung könne auch bedeuten, dass es für einen nicht verlegungsfähigen Patienten dann keine entsprechende Hilfe mehr gebe, und das sei auch der Fall gewesen.* Mengel berichtete von ersten Überlegungen, Patienten in größerem Stil in andere Bundesländer zu verlegen. Zuerst hatte der Deutschlandfunk-Reporter Alexander Moritz von Mengels Schilderung berichtet.

Der Fachbegriff Triage stammt vom französischen Verb „trier“, das „sortieren“ oder „aussuchen“ bedeutet. Ein Triage-Gesetz gibt es in Deutschland nicht. Es ist also nicht explizit gesetzlich geregelt, wie Ärzte in Notfallsituationen über Leben und Tod entscheiden müssen. Sieben medizinische Fachgesellschaften – unter anderem die Gesellschaft der Intensivmediziner DIVI – haben aber schon im März entsprechende Handlungsempfehlungen für die Triage in Corona-Zeiten erarbeitet. Sie sollen die behandelnden Ärzte bei den schwierigen Entscheidungen unterstützen.

In den Handlungsempfehlungen heißt es etwa: „Die Priorisierung von Patienten sollte sich deshalb am Kriterium der klinischen Erfolgsaussicht orientieren, was nicht eine Entscheidung im Sinne der ‚best choice‘ bedeutet, sondern vielmehr den Verzicht auf Behandlung derer, bei denen keine oder nur eine sehr geringe Erfolgsaussicht besteht“.

Im Landkreis Görlitz, zu dem Zittau gehört, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 532 je 100.000 Einwohnern. Dem Kreis zufolge wurden 263 Corona-Patienten stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 25 davon intensivmedizinisch (Stand Dienstagmittag). Gestorben sind in dem Landkreis bisher 262 Corona-Patienten.

Am Dienstag berichtete das Gesundheitsamt von 14 neuen Todesfällen. Acht der Toten seien älter als 80 Jahre alt gewesen, aber auch eine 53-jährige Frau und ein 43-jähriger Mann starben am Dienstag. (Quelle: t-online, 16.12.20)


Überblick am Morgen:

  • London hat am Mittwoch strengste Coronavirus-Beschränkungen eingeführt, um die steigenden Infektionsraten zu kontrollieren, und hat damit der lokalen Gastronomie vor Weihnachten einen weiteren Schlag versetzt. Die britische Hauptstadt hat die „Stufe 3“ festgestellt, wonach alle Theater, Pubs und Restaurants geschlossen werden müssen.
  • Donald Trump wird die Amerikaner „absolut“ ermutigen, sich impfen zu lassen, sagt Pressesprecher. Der US-Präsident wird die Amerikaner „absolut“ ermutigen, Covid-19-Impfstoffe einzunehmen, und wird selbst einen Impfstoff erhalten, sobald sein medizinisches Team den besten Impfstoff ermittelt hat, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany.
  • Fast jeder vierte Mensch erhält möglicherweise erst frühestens 2022 CoViD-19-Impfstoffe, da reiche Länder mit weniger als 15% der Weltbevölkerung 51% der Dosen der vielversprechendsten Impfstoffe für sich reserviert haben, so Wissenschaftler. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen mehr als 85% der Weltbevölkerung leben, müssten sich den Rest teilen, sagten Forscher der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA.
  • Eine Forschungsmission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach China wird voraussichtlich nächsten Monat in Wuhan eintreffen. Sie soll untersuchen, wie das neuartige Coronavirus von Tieren zu Menschen gesprungen ist und ob es früher oder an einem anderen Ort als ursprünglich angenommen aufgetreten ist.
  • Indien verzeichnete 26.355 neue Coronavirus-Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Neudelhi am Mittwoch zeigten. Damit blieben die täglichen Neuinfektionen den dritten Tag in Folge unter 30.000. Indien hat bisher 9,93 Millionen Infektionen verzeichnet, die zweithöchste der Welt nach den USA. Die täglichen Zahlen nehmen jedoch stetig ab, seit sie Mitte September einen Höchststand von etwa 97.000 erreicht haben.
  • Der schnelle, rezeptfreie CoViD-19-Test, den die australische Firma Ellume entwickelt hat, hat in den USA die Notfallzulassung erhalten. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat am Dienstag den 20-minütigen CoViD-19-Heimtest des in Brisbane ansässigen Unternehmens genehmigt.
  • Südkorea hat am Mittwoch 1.078 neue Coronavirus-Fälle gemeldet, wodurch sich die Gesamtzahl des Landes auf 45.442 erhöht hat. Die Zahl der Todesopfer ist um 12 auf 612 gestiegen. Die Gesamtzahl der neuen Fälle ist die höchste seit Beginn der Pandemie. Im Großraum Seoul gab es nur noch drei Intensivpflegebetten bei fast 26 Millionen Einwohnern.
  • Der schwedische Premierminister hat eingeräumt, die Behörden in Schweden hätten die Kraft des Wiederauflebens von Covid falsch eingeschätzt, als sie sich entschieden, nicht mit einem nationalen Lockdown auf die erste Welle von CoViD-19 zu reagieren; zuvor hatte eine unabhängige Kommission die Strategie des Landes kritisiert.
  • Die Wirtschaft in Neuseeland erholt sich schneller von den Auswirkungen von Covid-19 als bisher angenommen, aber große Haushaltsdefizite und steigende Schulden werden sich nachhaltig auf die Wirtschaft auswirken, sagte die Regierung am Mittwoch. Die Finanzbehörden des Landes prognostizierten für das Etatjahr 2020/21 ein Haushaltsdefizit von 21,58 Mrd. NZ$. Das sind 10,1 Mrd. NZ $ weniger als noch im September prognostiziert. Ein Neuseelanddollar entsprechen ungefähr knapp 0,60 Euro.
  • In Sydney, Australien, wurde ein neuer CoVid-19-Fall bestätigt, der eine 12-tägige Serie ohne lokale Infektionsfälle durchbricht. Ein 45-jähriger Mann, der sich am Samstag krank fühlt, wurde gestern positiv getestet. Der Mann fährt ein Zubringertaxi für internationale Flugzeugbesatzungen. (Quelle: The Guardian, 1.12.20)



Deutschland-Zahlen mit fast 1.000 Toten

Die Zahl der verzeichneten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 952 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem sind 27.728 Neuinfektionen verzeichnet worden.

Allerdings waren in den Daten von Dienstag keine Zahlen aus Sachsen enthalten gewesen, weswegen in den neuen Zahlen auch Nachmeldungen enthalten sein könnten, wie es hieß. Vergangenen Mittwoch (9.12.) waren 20.815 Neuinfektionen und 590 Todesfälle gemeldet worden. Die bisherigen Höchstwerte von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden.

(Quelle: RKI, 16.12.20)


Corona: Jugendliche anfällig für Falschnachrichten

Schwer erkennbare Falschnachrichten im Zusammenhang mit der Pandemie kursieren massiv im Netz. Betroffen sind davon besonders junge Menschen.

Dem Großteil der 14- bis 24-jährigen (64 %) fällt es hier nämlich schwerer als bei anderen Themen, unglaubwürdige von glaubwürdigen Informationen zu unterscheiden. Das belegt eine Studie zu Desinformation in der Coronakrise im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland, die Tagesspiegel Background vorliegt und die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Dass Fehlinformationen und Falschnachrichten unsere Gesellschaften durchdringen und weitreichende Folgen haben können, haben bereits mehrere Studien belegt – bis hin zum Nachweis, dass der Tod hunderter Menschen weltweit auf Corona-Fehlinformationen zurückzuführen ist.

Welches Ausmaß die „Infodemie“ in Deutschland insbesondere unter den jungen Menschen annimmt, macht die Studie der Vodafone Stiftung nun deutlich: Insgesamt begegnen 76 % der 14- bis 24-jährigen in Deutschland mindestens einmal pro Woche Falschnachrichten über Internetseiten, sozialen Medien oder Messengerdiensten. Das ist laut Studie ein Anstieg von 50 % innerhalb von zwei Jahren. Zudem hat sich die Zahl derjenigen, die mehrmals täglich auf Falschnachrichten stoßen, seit dem letzten Jahr fast verdoppelt (21 gegenüber 12 %).

Ein Drittel der jungen Menschen vertraut laut der Befragung nicht darauf, selbst Falschnachrichten zu erkennen. Dabei tut sich ein Graben zwischen den Bildungsschichten auf. 39 % der jungen Menschen mit weniger Bildung – 10 % mehr als jene mit höherer Bildung – trauen sich nicht zu, Falschnachrichten zu identifizieren. Gleichzeitig bekommen Jugendliche an Hauptschulen am wenigsten Unterstützung beim Umgang mit Falschnachrichten.

Der Nährboden für Falschnachrichten werde durch die Corona-Beschränkungen noch einmal verstärkt, da sich immer mehr Aktivitäten ins Digitale verschieben, die Kompetenzen im Umgang mit Desinformation aber nur langsam wachsen.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind über die Verbreitung von Falschnachrichten selbst beunruhigt und stufen sie sogar als eine Gefahr für die Demokratie ein. 85 % von ihnen gab an, dass das Thema verpflichtender Inhalt in einem Unterrichtsfach sein sollte, zum Beispiel in Politik, Gesellschafts- oder Sozialkunde. Bei nur 30 % der Befragten wurde das Thema Desinformation bereits mal im Unterricht behandelt.

Alarmierend ist, dass mehr als die Hälfte der Befragten Desinformation nicht nur mit dem Internet oder betrügerischen Absichten zusammendenken, sondern auch klassische Medien wie Radio, Fernsehen oder Zeitungen sowie Politikerinnen und Politiker oder Parteien damit in Verbindung bringen.

„Unsere Demokratie ist auf gut informierte Bürgerinnen und Bürger ebenso angewiesen wie auf das Vertrauen in politische Akteur:innen und Medien. Beides wird durch Desinformation und Falschnachrichten untergraben“, schreiben die Studienautorinnen Inger Paus und Johanna Börsch-Supan. Sie unterstützen die Forderung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, das Thema Desinformation verpflichtend im Lehrplan der Schulen zu verankern. Der Wunsch zeige, „wie wichtig das Thema für sie, ihre und unsere Zukunft ist.“

Die Vodafone Stiftung Deutschland hatte Infratest dimap mit der Befragung beauftragt. Die Stichprobe umfasst 2.064 Jugendliche und junge Erwachsene und ist so angelegt, dass sie in den wesentlichen Strukturmerkmalen der Grundgesamtheit deutschsprachiger Jugendlicher entspricht. Die Befragung wurde zwischen dem 11. und 28. September 2020 durchgeführt. (Quelle: TSP, 16.12.20)


Lingen: Keine Raumlüfter für städtische Schulen

In namentlicher Abstimmung hat am gestrigen Abend der Verwaltungsausschuss der Stadt Lingen (Ems) die Anschaffung von Raumlüftern für die städtischen Schulen mit den Stimmen von CDU und SPD sowie des Oberbürgermeisters Krone abgelehnt. Die unabhängige Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ konnte sich mit ihrem Vorschlag nicht durchsetzen, für alle Klassenräume, Fachräume und Lehrerzimmer der städtischen Schulen Raumlüfter anzuschaffen. Nur die Grünen unterstützten den Antrag, den sie in ähnlicher Form im Herbst vergeblich gestellt hatten.

Eine Investition in mobile Luftfiltergeräte ist für Prof. Dr. Joachim Curtius (Goethe-Universität Frankfurt) prinzipiell auch langfristig sinnvoll – „bezüglich Grippe-Viren und Feinstaubbelastung. Insofern ist es auch nicht nur beschränkt auf die nächsten drei, vier Monate, sondern eigentlich dauerhaft“. (Quelle: BN, 16.12.20)


Weil will weniger Datenschutz bei Corona-Warn-App

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) plädiert für eine effizientere Gestaltung der Corona-Warn-App. „Ich verstehe nicht, warum wir uns nicht einen Ruck geben und einige datenschutzrechtliche Hürden aus dem Weg räumen“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Dass es in Zeiten der Pandemie nicht vertretbar sein soll, zu einem vernünftigen, automatisierten Austausch wichtiger Daten über die Corona-App zu kommen, ist mir völlig unbegreiflich.“

Es hake derzeit vor allem daran, dass es bislang ins freie Belieben der Bürgerinnen und Bürger gestellt sei, ob sie der App mitteilten, dass sie infiziert seien. Würde eine nachgewiesene Corona-Infektion von den Gesundheitsämtern automatisch an die Betreiber der Corona-App weitergeleitet, könnten über die App automatisch alle Kontaktpersonen informiert werden, erklärte Weil. Die App sollte seiner Meinung nach den Nutzern auch den ungefähren Ort und die ungefähre Zeit einer Begegnung mit einer infizierten Person mitteilen. „Nur dann könnten die Menschen daraus lernen und ihr zukünftiges Verhalten ändern, also beispielsweise vom Bus aufs Fahrrad umsteigen.“ (Foto: CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: HAZ, 16.12.20)


Niederlande beschließen harten Lockdown

Die Niederlande gehen vom 16. Dezember bis mindestens zum 19. Januar in einen harten Lockdown. Dies wurde am Montagabend auf einer Pressenkonferenz von Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) verkündet. Der harte Lockdown ist eine Reaktion des Kabinetts auf die zuletzt wieder ansteigenden Infektionszahlen. Aktuell meldet das Gesundheitsministerium RIVM täglich um die 9000 neue Infektionen. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Gesundheitsminister Hugo de Jonge (CDA) erklärt den dramatischen Eingriff damit, dass man sonst riskiere über Weihnachten auf 175.500 Infizierte zu kommen, was dem Niveau des Höhepunktes der ersten Welle im März entspräche. Der Unterschied sei, dass die Krankenhäuser und das Personal im Gegensatz zur aktuellen Lage noch nicht an ihrer Belastungsgrenze waren.

Der nun verkündete Lockdown ist bisher der schwerste Eingriff in das öffentliche Leben. Er sieht vor sowohl private Kontakte als auch öffentliche Veranstaltungen und Zusammenkünfte stark einzuschränken. Privathaushalte werden dazu angehalten nicht mehr als zwei Personen aus einem anderen Haushalt zu empfangen. Ausgenommen sind Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren. Über die Weihnachtstage sind bis zu 3 Menschen aus anderen Haushalten zugelassen. Außer Haus dürfen sich maximal 2 Personen oder eine beliebige Anzahl Personen aus dem gleichen Haushalt treffen. Eingeschränkt werden auch die Möglichkeiten Sport zu betreiben. So sind alle Indoor- und alle Teamsportarten untersagt. Im Freien dürfen sich maximal zwei Leute zum Sport verabreden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, sowie Profisportlerinnen und Profisportler.

Das öffentliche Leben wird auf essenzielle Dienste heruntergefahren. Das bedeutet, dass alle Geschäfte abgesehen von Supermärkten, Drogerien und Tankstellen schließen müssen. In Restaurants sind nur noch Bestellungen zugelassen. Außerdem gibt es ein Verbot zum Verkauf von Alkohol nach 20 Uhr. Geschlossen werden ebenso alle öffentlichen Einrichtungen wie Theater, Bibliotheken und Schwimmbäder. Der Schulunterricht wird für die Dauer des Lockdowns online stattfinden. Kinderbetreuung wird nur noch für Kinder angeboten, deren Eltern in essenziellen Berufen tätig sind.

Kritik aus dem Parlament wird vor allem daran geäußert, dass das Kabinett zu lange abgewartet hat, um den neuen Lockdown zu beschließen. Vor allem die PvdA kritisiert die abwartende Haltung der Regierung. Im Gegensatz dazu formiert sich immer mehr gesellschaftliche Kritik an den Maßnahmen. Die Polizei musste eine Demonstration in Den Haag auflösen, welche sich während der Pressekonferenz des Ministerpräsidenten formierte und lautstark auf sich aufmerksam machte. (Quelle: NiederlandeNet, 16.12.20)


Montgomery erwartet Einschränkungen bis Ostern

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet im Kampf gegen das Coronavirus mit harten Einschränkungen bis ins Frühjahr. „Auch wenn die Impfungen jetzt früher beginnen als erwartet, wird der Effekt nur allmählich zu einer Verbesserung der Lage beitragen. Wir werden mindestens noch bis Ostern mit verschiedenen Lockdown-Maßnahmen leben müssen“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Modellrechnungen zeigten, dass der harte Lockdown die Zahl der Neuinfektionen frühestens ab Ende Januar bundesweit unter den Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen drücken werde. Diesen Wert hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als Zielmarke genannt. Die Bürger müssten sich daher auf eine Fortsetzung der strengen Regeln einstellen, die seit diesem Mittwoch gelten und vorerst auf dreieinhalb Wochen befristet sind: „Es wird eine Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus geben“, sagte Montgomery.

Merkel hatte am Dienstag in einer Sitzung der Unionsfraktion erklärt, Januar und Februar würden nochmals richtig harte pandemische Monate werden. „Da dürfen wir uns keine Illusionen machen“, wurde sie von Teilnehmern zitiert. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte angesichts der hohen Infektionszahlen eine „lange Bremsspur“ voraus. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte: „Die Lage ist so ernst wie sie noch nie war in dieser Pandemie.“

Montgomery warnte eindringlich vor überstürzten Lockerungen, falls sich die Infektionslage im neuen Jahr wieder entspanne. „Die Politik muss das Land nach dem harten Lockdown langsam wieder auftauen. Geht dieser Prozess zu schnell, ist die Gefahr groß, dass das Land kurz darauf in eine noch größere Pandemiewelle gerät.“ Mit jeder neuen Welle verbreite sich das Virus weiter in der Bevölkerung und müsse dann mit immer härteren Maßnahmen bekämpft werden. „Wir müssen einen Jojo-Effekt bei den Lockdown-Phasen vermeiden.“ (Foto: CC s. Archiv v. 19.05.20; Quelle: TSP, 16.12.20)


Spahn: Geimpfte sollen Nebenwirkungen per App melden können

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Bürgern nach einer Corona-Impfung die Möglichkeit geben, mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen schnell per App zu melden. „Wir werden das sehr, sehr transparent machen“, sagte Spahn in den ARD-„Tagesthemen“. Das gelte für die Zulassung von Impfstoffen, aber auch für die Zeit danach. „Vertrauen ist beim Impfen das Allerallerwichtigste.“ (Quelle: TSP, 16.12.20)


Tagesspiegel meldet: Mehr als 800 Corona-Tote in Deutschland an einem Tag

Die Zahl der an oder in Verbindung mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen in Deutschland hat am Dienstag einen neuen Höhepunkt erreicht. Das geht aus Tagesspiegel-Daten hervor. Der vorläufigen Zählung zufolge meldeten die Gesundheitsämter mehr als 800 Todesfälle. Der bisherige Rekord liegt bei 613 und wurde am vergangenen Dienstag erreicht.

Am Montag lag die Zahl der Todesfälle bei 481. Die Zahl der neuen Corona-Fälle liegt laut Tagesspiegel-Daten bei mehr als 21.300 – das sind deutlich mehr als am Montag (rund 17.700). (Quelle: TSP, 15.12.20)


US-Behörden melden mehr als 300.000 Todesfälle

Die Zahl der Todesfälle in den USA überschreitet nun auch nach Zählung der US-Seuchenzentren CDC die Marke von 300.000. Es seien 1766 weitere Tote hinzugekommen, teilt die Behörde mit. Nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters war die Marke bereits früher gerissen. Die CDC gaben zudem 204.748 Neuinfektionen und damit insgesamt 16,3 Millionen Fälle bekannt. (Quelle: TSP, 15. 12. 2020)


EU-Kommission will 180 Millionen Impfdosen zusätzlich kaufen

Die EU-Staaten sollen einem Medienbericht zufolge mehr Corona-Impfstoffe erhalten als bisher geplant. Wie das Nachrichtenportal des „Spiegel“ am Dienstag unter Berufung auf EU-Kreise berichtete, bereitet die EU-Kommission derzeit vor, die vertraglich vereinbarten Optionen für den Kauf von zusätzlichen 180 Millionen Impfdosen einzulösen. Geplant sei demnach der Kauf von 80 Millionen weiteren Dosen des US-Herstellers Moderna und 100 Millionen der deutschen Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer soll dem Bericht zufolge 15,50 Euro pro Dosis kosten, der von Moderna rund 21 Euro. Der Preis für die 180 Millionen zusätzlichen Dosen läge damit bei gut 3,2 Milliarden Euro. Der Impfstoff von Moderna soll Mitte Januar in der EU zugelassen werden, der von Biontech und Pfizer am 21. Dezember. Damit könnten die EU-Staaten noch vor Weihnachten mit den Impfungen beginnen. (Quelle: TSP, 15.12.20)


Kommt der Geruchstest gegen Corona?

Ein Geruchstest zum Nachweis einer Coronavirus-Infektion könnte nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ein weiterer Baustein zur Eindämmung der Pandemie sein. „Die Idee an sich finde ich gar nicht schlecht“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Sie habe ihn zusammen mit ihrem Berliner Kollegen Christian Drosten auch schon selbst ausprobiert.

Der Test funktioniert ähnlich wie Duftproben zum Rubbeln von Parfümherstellern. Der Proband muss eine App herunterladen, die ihm anzeigt, welches Feld er freirubbeln soll. Danach muss er eintragen, was er riecht. Der Test weise nicht die Erkrankung selbst nach, sondern nur ein Symptom, betonte Ciesek – den Verlust des Geruchssinns, von dem aber immerhin rund 80 Prozent der Infizierten berichteten.

Der Test sei billig, einfach, leicht zu verteilen, tue nicht weh „und schadet nichts“, sagte Ciesek, „aber man muss auch sagen, dass das natürlich sehr unsicher ist.“ Der Test könnte ein „add on“ (eine Ergänzung) sein, um Infizierte frühzeitig herauszufiltern. Wenn Menschen dieses Symptom frühzeitig bemerkten, könnten sie sich isolieren und einen aussagekräftigeren Test machen lassen. (Quelle: TSP, 15.12.20)


Spanien: 10 % der Bevölkerung hatte das Coronavirus

Der Anteil der spanischen Bevölkerung, die an Coronavirus erkrankt ist, hat sich in der zweiten Ansteckungswelle seit dem Spätsommer auf fast 10% oder etwa 4,7 Millionen Menschen fast verdoppelt, wie Ergebnisse der letzten Phase einer landesweiten Antikörperstudie zeigten.

In der zweiten Novemberhälfte wurden in ganz Spanien mehr als 51.400 Menschen für die Prävalenzstudie getestet und befragt, aus der hervorgeht, dass die Anzahl der bestätigten Fälle in Spanien bei weitem über den bisher angenommenen 1,75 Millionen liegt.

„Jeder zehnte in Spanien lebende Mensch ist infiziert worden … die Hälfte während der ersten Welle und die andere Hälfte während dieser zweiten Epidemiewelle“, sagte Raquel Yotti, Direktor des spanischen Gesundheitsinstituts Carlos III, der die Studie mit leitete.

Die Prävalenz in Madrid war dabei die höchste aller spanischen Regionen. 18,6% der Probanden wurden positiv auf CoViD-19-Antikörper getestet. Frühere Ergebnisse der Studie, die im Juli veröffentlicht wurde, nachdem von April bis Juni fast 70.000 Menschen getestet wurden, hatten eine Prävalenzrate von etwas mehr als 5% gezeigt.

Spanien ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas, sowohl was die Ansteckung als auch die wirtschaftlichen Auswirkungen betrifft. Insgesamt sind 48.401 Menschen an dem Coronavirus gestorben, wobei die Zahl in den letzten 24 Stunden um 388 gestiegen ist.

Das Gesundheitsministerium teilte außerdem mit, dass am Dienstag 10.328 neue Coronavirus-Fälle gemeldet wurden, wourch sich die Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie auf 1.762.212 Infektionen erhöht.

Die in den letzten 14 Tagen gemessene Infektionsrate liegt einen zweiten Tag in Folge bei fast 199 Fällen pro 100.000 Menschen.

Die Regierung entschied im Oktober einen zweiten Ausnahmezustand mit neuen Beschränkungen wie nächtlichen Ausgangssperren, um wiederauflebende Infektionen zu bekämpfen, wodurch die Zahl neuer Fälle in diesem Monat auf weniger als 200 pro 100.000 Menschen sank. (Quelle: The Guardian, 15.12.20)


Überblick am Abend

  • EU-Länder werden bereits in diesem Jahr mit Impfungen beginnen könen, sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission. Dies folge aus der Entscheidung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), die mögliche Zulassung des Pfizer/BioNTech-Impfstoffs um acht Tage bis zum 21. Dezember vorzuziehen.
  • In den USA hat die amerikanische Food and Drug Administration hat in Dokumenten, die sie am Dienstag veröffentlichte, keine neuen Bedenken hinsichtlich der Daten zum Moderna-Impfstoff geäußert. Die Zulassungsbehörde bereitet den Weg für die US-Zulassung eines zweiten, einfacher zu handhabenden Impfstoffs.
  • Deutschland, Frankreich, Italien und fünf weitere europäische Staaten werden den Start ihrer CoViD-19-Impfkampagnen aufeinander abstimmen, so die Gesundheitsminister der Länder. Die Länder werden „die Koordinierung des Starts der Impfkampagnen“ fördern und rasch Informationen über den weiteren Ablauf austauschen, heißt es in der Erklärung.
  • Die Türkei meldete 235 weitere offizielle CoViD-19-Todesfälle verzeichnet – die höchste 24-Stunden-Zahl seit Beginn der Pandemie; die Gesamtzahl der Todesopfer stieg damit auf 16.881. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat die Türkei in den letzten 24 Stunden 32.102 neue Fälle registriert, darunter auch asymptomatische. Ankara berichtete vier Monate lang nur über tägliche symptomatische Fälle, hat jedoch alle Fälle seit dem 25. November gemeldet.
  • US-Präsident Donald Trump wird die Amerikaner „absolut“ ermutigen, sich impfen zu lassen, und wird selbst einen Impfstoff erhalten, sobald sein medizinisches Team feststellt, dass dies das beste ist. Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte, der scheidende Präsident wolle auch zeigen, dass schutzbedürftige Amerikaner oberste Priorität haben, um die Impfstoffe zu erhalten.
    (Quelle: The Guardian, 15.12.20)

Niedersachsen: Was ist in den Schulen ab 10. Januar?

Nach den Ferien sollen die weiterführenden Schulen zunächst ins Szenario B wechseln. Die Grundschüler sollen in die Schule kommen – und während des Unterrichts Maske tragen.

„Ab dem 11. Januar ziehen wir ein zusätzliches Sicherheitsnetz ein“, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag. Schließlich sei nicht klar, wie sich die Infektionslage in Niedersachsen in den kommenden Wochen entwickeln werde. Nach dem ab Mittwoch geltenden harten Lockdown, der nach derzeitigem Stand bis zum 10. Januar dauern soll, sollen daher alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 im Wechselmodell unterrichtet werden. Ausnahme ist der Abitur-Jahrgang: Er bleibt im Präsenzmodus.

Grundschulen und Kitas im Szenario A
Und auch die Grundschulen starten im Szenario A, machen also Präsenzunterricht, alle Kinder müssen aber während des Unterrichts und auch während der Nachmittagsbetreuung Maske tragen. „Gibt es einen Infektionsfall an der Schule, tritt Szenario B in Kraft“, so Tonne. Für die Kitas gilt ab dem 11. Januar wie in den Grundschulen zunächst grundsätzlich das Szenario A.

Klausuren im Januar möglich
Im Januar könnten dann auch wieder Klausuren geschrieben werden, sagte Tonne. Allerdings bitte er die Lehrkräfte, zu prüfen, ob sie nicht auch andere Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler bewerten könnten. „Die Anzahl der schriftlichen Prüfungen kann herabgesetzt und durch andere Bewertungen ersetzt werden“, so der Kultusminister. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Mareike Wulf sagte, sie sei froh, dass es für den Rest des Halbjahres nun eine klare Perspektive gebe. Das Wechselmodell ab Klasse 5 entspreche „sowohl den Empfehlungen von Experten als auch den gesundheitlichen Interessen der Schülerschaft und der Lehrkräfte“.

Landeselternrat fordert Luftfilter und FFP2-Masken
Der Landeselternrat forderte das Ministerium auf, die „besinnliche Zeit der Weihnacht“ zu nutzen, um den Infektionsschutz an den Schulen zu verbessern. „Wir brauchen in jedem Klassenzimmer Deutschlands Luftfilteranlagen und Plexiglastrennwände und damit einhergehend nur auf den Wegen FFP2/3-Masken, damit der Schulweg nicht zum Übertragungsweg wird und der Schulbesuch keine Ansteckung mit Corona zur Folge hat“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Statement. Das schütze nicht nur alle an Schule Beteiligten, sondern auch deren Familienangehörigen.

Szenario C wird ausgearbeitet
Stand heute geht das Land davon aus, dass mit Beginn des neuen Halbjahres wieder zum Präsenzunterricht zurückgekehrt werden kann. „Es sei denn, die Inzidenz in einzelnen Landkreisen ist zu hoch“, sagte Tonne. Außerdem werde sein Ministerium Szenario C – also den reinen Distanzunterricht – ausarbeiten, „damit wir vorbereitet sind“. Es solle an einen Inzidenzwert gekoppelt werden, so der Minister. Die Pläne sollen voraussichtlich Anfang kommenden Jahres im Kabinett vorgestellt werden.

„Deutlich weniger Kinder in den Schulen“
Durch den von Bund und Ländern beschlossenen harten Lockdown seien die Planungen über den Haufen geworfen worden, sagte Tonne. Er sei sich der erneuten Belastung bewusst. Eltern können (und sollen) ihre Kinder wenn möglich in dieser Woche zuhause lassen. „Die Einrichtungen leeren sich bereits“, sagte Tonne. Grob geschätzt seien in den Berufsschulen bereits so gut wie alle im Distanzunterricht. In der Sekundarstufe 1 seien am Montag nur noch rund 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler in der Schule gewesen, in den Grundschulen zählten die zuständigen Behörden in Niedersachsen zwischen zehn und 25 Prozent weniger Kinder. (Quelle NDR, 15.12.20)


Eilanträge gegen Golfplatz-Schließung in NRW

Mehrere Golfsportler gehen vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster gegen die mit dem Corona-Lockdown geltende Schließung der Golfplätze in NRW vor. Noch am Dienstag, am Tag vor Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung, seien zwei entsprechende Eilanträge von Golfern und ihrem Club aus dem Ruhrgebiet sowie einem Golfsportler aus Köln eingegangen, sagte eine Sprecherin am Dienstag.

Es sind die ersten Anträge gegen den neuen Regelungskatalog des Landes. Die bislang geltenden Einschränkungen zur Pandemieeindämmung hatten Individualsport im Freien ausdrücklich zugelassen. Die bis zum 10. Januar geltende Regelung sieht diese Ausnahme nicht mehr vor, sondern untersagt den Freizeit- und Amateursport auf allen öffentlichen und privaten Sportanlagen gänzlich. (Quelle: WDR, 15.12.20)


Merkel beunruhigt: „Es ist nicht die Zeit für Ausnahmen“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich beunruhigt über die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen und die Lage auf den Intensivstationen geäußert. „Es ist nicht die Zeit für Ausnahmen“, sagte Merkel am Dienstag nach Angaben von Sitzungsteilnehmern in der Videositzung der Unionsfraktion im Bundestag. Sie wurde mit den Worten zitiert: „Wir tun uns gemeinsam nichts Gutes, wenn wir jetzt wieder nach der Ausnahme suchen. Weil wir dann noch länger im Lockdown verharren müssen.“

So seien etwa die Schulregelungen in den einzelnen Bundesländern teilweise schon wieder sehr großzügig, kritisierte die Kanzlerin. Man müsse wieder herunter auf eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche, weil man dann das Infektionsgeschehen nachvollziehen könne. Sonst könne nichts gelockert werden, betonte die Kanzlerin.

Merkel äußerte sich erleichtert über die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die bereits am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Impfstoffes der Pharmaunternehmen aus den Pfizer aus den USA und dessen Partner Biontech aus Mainz vorlegen will. Merkel sagte nach diesen Informationen, es sei gut, dass es keine Notzulassung des Impfstoffes wie in anderen Ländern gebe. Die Nachricht habe die Regierung erfreut. (Quelle: TSP, 15.12.20)


Prognose: Italien verzeichnet 2020 so viele Tote wie im Zweiten Weltkrieg

Italien könnte in diesem Jahr so viele Tote verzeichnen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. „Dieses Jahr werden wir leider mit leichtem die Grenze von insgesamt 700.000 Toten übertreffen“, sagte der Präsident der italienischen Statistikbehörde Istat, Gian Carlo Blangiardo, am Dienstag im Fernsehsender Rai 3. Das sei ein besorgniserregender Wert, denn zuletzt hätte Italien diese Zahlen im Jahr 1944 erreicht – zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Die Geburtenzahl im dem Mittelmeerland sank von rund 420.000 in 2019 auf 400.000 in diesem Jahr. Italien wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten bislang rund 1,86 Millionen Corona-Infektionen und mindestens 65.000 Menschen, die mit einer Infektion gestorben waren.

Am selben Tag veröffentlichte Istat auch neue Zahlen zur italienischen Bevölkerung. Für den 31. Dezember dieses Jahres erwarteten die Statistiker eine Zahl von rund 59,6 Millionen Bürgern in Italien und damit etwa 175.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die italienische Bevölkerung wird den Daten der Behörde zufolge zudem immer älter. Das Durchschnittsalter stieg von 43 (2011) auf nun 45 Jahre. (Quelle: BR, 15.12.20)


Überblick am Tage

  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will bis zum 23. Dezember den ersten Pfizer/BioNTech Covid-Impfstoff zulassen, teilte eine Quelle der deutschen Bundesregierung der Nachrichtenagentur Reuters mit. Die Zulassung würde die EU-Länder auf den Weg bringen, um die USA und Großbritannien einzuholen, wo bereits Impfkampagnen durchgeführt werden.
  • Berichten zufolge hatte Deutschland, das zurzeit die Ratspräsidentschaft in der EU innehat, die EMA unter Druck gesetzt, um die Zulassung eines Impfstoffs zu beschleunigen. Das Büro von Bundeskanzlerin Angela Merkel und das deutsche Gesundheitsministerium wollen, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) das Zulassungsdatum für den Pfizer-BioNTech-Impfstoff vom 29. Dezember auf die Zeit vor Weihnachten vorverlegt, berichtete „Bild“ unter Berufung auf ungenannte Quellen.
  • In den Niederlanden hat Premierminister einen fünfwöchigen Lockdown verkündet. Der niederländische Premierminister Mark Rutte erklärte am Montag neue harte und landesweite Einschränkungen von fünf Wochen. Schulen, nicht wesentliche Geschäfte, Museen und Fitnessstudios werden seit heute bis zum 19. Januar geschlossen. „Wir müssen in diesen sehr sauren Apfel beißen, bevor es besser wird“, sagte ein ernster Rutte in einer Fernsehansprache an die Nation.
  • Ein neuer Coronavirus-Stamm, der in den letzten zwei Monaten in der genomischen Überwachung Englands aufgetaucht ist, hat das Virus möglicherweise im Süden Englands verbreitet. Der Stamm enthält eine Reihe Mutationen und wurde in Teilen des englischen Südens nachgewiesen, wo die Neuinfektionen laut Gesundheitsminister Matt Hancock am schnellsten steigen.
  • Moderna Inc teilte am Montag mit, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) mitgeteilt habe, dass Hacker bei einem Cyberangriff auf bestimmte Dokumente im Zusammenhang mit Vorabstimmungen des neuen CoViD-19-Impfstoffs bei der Arzneimittelbehörde zugegriffen haben.
  • In Südkorea forderte der Premierminister forderte die Einwohner des Landes am Dienstag auf, sich an die Abstands- und Hygiene-Regeln zu halten, um angesichts der bisher größten Welle von Coronavirus-Infektionen im Land noch weitergehende Einschränkungen zu vermeiden. Die täglichen Infektionsraten bewegen sich auf Rekordniveau. Weitere 880 neue Fälle wurden am Montag um Mitternacht gemeldet, gegenüber 718 am Tag zuvor, teilte die Korea Disease Control and Prevention Agency mit.
  • Kanada startete am Montag seine Impfkampagne gegen CoviD-19 mit der Impfung von Mitarbeitern des Gesundheitswesens und älteren Bewohnern von Pflegeheimen. Damit ist Kanada das dritte Land der Welt, das den Pfizer-BioNTech-Impfstoff verwendet.
  • Singapur wird ab Januar eine neue getrennte Einreise für eine begrenzte Anzahl von offiziellen und wirtschaftlichen Geschäftsreisenden aus allen Ländern ermöglichen, teilte die Regierung am Dienstag mit. So sollen die wichtigsten Reise- und Gastgewerbebereiche wiederbelebt werden.
  • 2020 wurde eine Rekordzahl von Journalisten inhaftiert, weil Regierungen gegen die Berichterstattung über die Coronavirus-Pandemie vorgingen oder versuchten, die Meldung von Unruhen zu unterdrücken. Das teilte das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) am Dienstag mit. (Quelle. The Guardian, 15.12.20)

Corona-Ausbruch in Amazon-Lager in Garbsen (Nds)

In einem Sortierzentrum von Amazon im niedersächsischen Garbsen hat es einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ einen Corona-Ausbruch gegeben. Bislang sei von rund 60 Mitarbeitern des Betriebs bekannt, dass sie positiv auf das Virus getestet worden sind. Laut dem Bericht hatte der Bürgermeister von Garbsen, Christian Grahl, bei einer Sitzung des Rats am Montag bereits von einem Ausbruch in einem Unternehmen berichtet.

Den Namen von Amazon nannte Grahl allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dem Bericht zufolge ist es bereits der dritte Ausbruch innerhalb weniger Tage in Garbsen. In der vergangenen Woche hätten sich auch schon in zwei Seniorenheimen mehrere Bewohner infiziert. Die Corona-Inzidenz war deshalb stark gestiegen, auf derzeit mehr als 1500 Fälle pro 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 15.12.20)


Trotz Lockdown kein erneuter Bundesliga-Abbruch

Der Profi-Sport darf auch im Lockdown weitermachen. Für das Infektionsgeschehen in Deutschland insgesamt sei es nicht die Frage, ob und in welchen Stadien am Wochenende ohne Zuschauer gespielt werde, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag. Auch Corona-Tests seien nicht das Problem, die Verfügbarkeit von Schnelltests sei „sehr, sehr hoch“ und auch PCR-Tests seien vorhanden.

Es gehe beim Profisport, der entsprechende Test- und Schutzkonzepte befolge, auch um Berufsausübung, sagte der Minister. Die Frage, welches Signal vom Weiterlaufen des Profifußballs im Lockdown ausgehe, werde gesellschaftlich unterschiedlich eingeordnet. Für viele Menschen sei der Sport als Stück Normalität von Bedeutung. „Für viele ist wichtig, dass noch ein paar Dinge jenseits von Corona da sind“, sagte Spahn.

Seit dem Beschluss der Bund-Länder-Runde mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am vergangenen Sonntag war bereits klar, dass der Profisport im wesentlichen weitermachen darf wie zuletzt. Während weite Teile des öffentlichen Lebens in Deutschland ab Mittwoch drastisch heruntergefahren werden, wird der Spielbetrieb in den Bundesligen – anders als im Frühjahr und trotz Corona-Pandemie – planmäßig fortgeführt. (Quelle: TSP, 15.12.20)


Spahn sieht Personalproblem bei Coronatests in Pflegeheimen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte in der Pressekonferenz am Dienstag, es seien zwar immer mehr Corona-Tests für Pflegeheime verfügbar, doch das Problem seien das fehlende Personal und der Aufwand. Einige Regionen würden Testungen in Pflegeheimen „mit zusätzlicher Unterstützung aus den Hilfs- und Rettungsdiensten“ durchführen lassen.

Theoretisch könnten diese Testungen laut Spahn auch Studierende unter medizinischer Anleitung machen. Eine Testpflicht für Besucher von Pflegeheimen könnten nur von den Ländern und Behörden vor Ort angeordnet werden. (Foto: CC s. Archiv v. 12.4.20; Quelle: Tsp, 15.12.20)


Lingen: 101jährige überlebt CoViD-19-Infektion

In Lingen hat eine 101 Jahre alte Seniorenheimbewohnerin eine Corona-Infektion überlebt. Das teilte OB Krone am Dienstag während einer Sitzung des städtischen Verwaltungsausschusses mit.
11 LingenerInnen sind infolge einer CoViD-19-Infektion seit Pandemiebeginn verstorben. (Quelle: BN, 15.12.20)


Niedersachsen: Die Verordnung

Aufgrund der sich zuspitzenden Infektionslage passt Niedersachsen die Corona-Regeln an: Änderungen gibt es für Weihnachten, Silvester und die Schule nach den Ferien. Die Verordnung gilt ab Mittwoch.

Aktuell
dürfen sich in Niedersachsen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen – Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen nicht mit. Diese Regel wird über die Feiertage etwas gelockert.

Das gilt für Weihnachten (24. bis einschließlich 26. Dezember):
Der eigene Hausstand darf sich mit bis zu vier weiteren Personen aus dem engsten Familien- und Verwandtenkreis treffen – Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen nicht mit
zwingende Anmeldepflicht für Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen, wenn voraussichtlich mehr Menschen kommen als Plätze zur Verfügung stehen
Singen in Gottesdiensten verboten, Masken sind Pflicht

Das gilt für Silvester:
Abbrennen von Böllern, Raketen und anderen Feuerwerkskörpern verboten (auch im eigenen Garten)
Verkauf von Feuerwerkskörpern verboten (auch an den Tagen vorher)
Das Mitführen von Feuerwerkskörpern verboten, jegliche Ansammlungen in der Öffentlichkeit verboten, maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen – Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen nicht mit

Das gilt ab 11. Januar für Schulen und Kitas:
Wechselmodell ab Klasse 5 (Szenario B)
Abiturjahrgang bleibt im Präsenzunterricht
Regelbetrieb an Grundschulen mit Maskenpflicht im Unterricht
und regulärer Betrieb in den Kitas
(Quelle: NDR, 15.12.20)


RKI-Chef Wiehler verteidigt ordentliche Zulassung von Impfstoff durch EMA

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, erklärte in der Bundespressekonferenz am Dienstag: 70 Prozent der Menschen, die sich laut einer Umfrage über Impfstoffe informieren, würden auch etwas über die Nebenwirkungen wissen wollen. Gerade deshalb sei eine ordentliche Prüfung der Unterlagen durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) notwendig.

„Wir müssen damit so transparent und offen wie möglich umgehen“, sagte Wieler mit Blick auf das Zulassungsverfahren. Wenn das digitale Impfmonitoring des RKI aufgebaut sei, könnten auch die Daten zu den „unerwünschten Nebenwirkungen wie Fieber und Schmerzen an der Einstichstelle“ transparent gezeigt werden. „Das ist sehr wichtig, damit das Vertrauen der Bevölkerung auch da ist.“ (Foto: RKI CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: Tsp, 15.12.20)


„Wir werden total verheizt“ – Intensivpflegekräfte am Limit
Pflegeprämie nur in jedem 5. Krankenhaus…

Intensivpflegekräfte in Niedersachsen schlagen Alarm. Langjährige Fachkräfte berichten von massiver Überforderung und einem sich dramatisch zuspitzenden Personalmangel durch die Corona-Krise.

Die Situation sei auf fast allen klinischen Stationen extrem angespannt, bei der Versorgung schwer kranker Covid-19-Patienten sei die Lage kaum noch erträglich, hieß es in vertraulichen Gesprächen mit dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. „Der Leidensdruck auf Station ist zurzeit sehr hoch. Wir schaffen unsere Arbeit nicht, weil wir einfach zu wenige sind und die Patienten zu krank“, sagt eine Intensivschwester aus einer großen Klinik in Hannover.

„Es hat immer wieder Tage gegeben, da mussten wir bis zu vier Patienten ablehnen, weil wir nicht genug Leute haben“, schildert eine Intensivschwester aus Oldenburg. „Das ist wie im Krieg. Wir werden total verheizt und fühlen uns wie Kanonenfutter. Wir haben viel unerfahrenes Personal und müssen mit veralteten Beatmungsgeräten hantieren, die extrem wartungsintensiv sind“, sagt eine weitere Intensivfachkraft aus Hannover. Sie ergänzt: „Wir hatten große Probleme, die Covid-19-Station überhaupt personell zu besetzen. Es fehlt so viel Personal und zugleich wandern viele aus dem Beruf in andere Bereiche ab.“

„Wer flexibel genug ist, der geht“, sagt auch eine Kollegin aus Neustadt am Rübenberge (Region Hannover). Und: „Ich habe noch nie so kranke Patienten erlebt. Corona ist hinterhältig. Kaum denkst Du, der Patient ist stabil, geht es wieder bergab. Die Todesangst und die Einsamkeit dieser Menschen sind kaum auszuhalten.“

Die Krankenhausgesellschaft reagiert nicht überrascht auf die Schilderungen. „Wir betrachten die Situation mit großer Sorge, der Fachkräftemangel verstärkt sich sehr stark, und wir versuchen, das Berufsbild in der Pflege attraktiver zu machen, als es in der Vergangenheit gewesen ist“, sagt Helge Engelke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft.

Keine der Pflegekräfte möchte namentlich genannt werden. Alle äußerten, ihre Klinikleitungen wollten nach außen den Eindruck vermitteln, die Lage im Griff zu haben. Dass der Betrieb in Niedersachsen einigermaßen laufe, sei allerdings fast überall mit dem hohen körperlichen, zeitlichen und emotionalen Einsatz der Pflegekräfte erkauft. Das System sei kurz davor, zu kollabieren.

Das bestätigt David Matrai vom ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen: „Pflegekräfte lieben ihren Job und gehen dabei über Grenzen. Das rettet das System, ist aber auf Dauer keine Lösung.“ Der große Personalengpass sei nicht neu, potenziere sich aber unter Corona. Nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit sind im Gesundheitswesen derzeit gut drei Mal mehr Fachkraftstellen vakant, als es gemeldete Arbeitssuchende gibt: 1.269 freie Stellen stehen demnach 483 arbeitslosen Fachkräften gegenüber. Ver.di indes geht von einem viel höheren echten Bedarf aus, nämlich von aktuell sogar rund 8.000 Pflegekräften in Niedersachsen. Die Gewerkschaft fordert eine Personalbemessung, die am tatsächlichen Bedarf orientiert ist.

Unterdessen berichtet die Pflegekammer Niedersachsen, dass nur jedes fünfte Krankenhaus in Niedersachsen in den Genuss des sogenannten Corona-Bonus komme. Eine Erfahrung, die ein Teil der befragten Pflegekräfte auch gemacht hat. Zwar sieht das Krankenhauszukunftsgesetz einen Bonus auch für Klinikpersonal vor – diesen erhalten jedoch nur Pflegekräfte in Kliniken, in denen vom 1. Januar bis 31. Mai dieses Jahres eine definierte Mindestanzahl an Corona-Patienten versorgt wurde, abhängig von der Größe der Klinik.

Kleinere Häuser haben einen Anspruch, wenn sie mehr als 20 Covid-19-Patienten versorgt haben. Häuser ab 500 Betten benötigen mehr als 50 Fälle, um anspruchsberechtigt zu sein. Nach Angaben des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus waren aber offenbar nur 31 von 173 Kliniken in Niedersachsen anspruchsberechtigt – also nur etwa jede fünfte.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) etwa gehört nicht dazu. Sie erreichte die Fallzahlen nicht, weil sie wegen der langen Verweildauer ihrer Beatmungspatienten auf den Covid-19-Stationen weniger Bettenwechsel hat. Die Klinik schreibt dazu: „Die Corona-Pandemie fordert alle bis aufs Äußerste. Wir verstehen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerade in der Pflege durch die nicht eingehaltenen Versprechungen im Hinblick auf Gehaltszulagen und Arbeitserleichterungen demotiviert sind.“

Ein Umstand, der auch Helge Engelke von der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft ärgert: „Das ist eine absolute Fehlentwicklung, dass ein Krankenhaus wie die MHH diese Prämie nicht bekommt.“ Wie ver.di und die Pflegekammer fordert die Krankenhausgesellschaft eine vom Land aufgestellte Pflegeprämie. In Schleswig-Holstein gibt es sie bereits. Davon will die zuständige Sozialministerin Carola Reimann (SPD) aber nichts wissen: „Die Prämie ist ja ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es braucht ordentliche Tarifverträge, die nicht nur Lohn und Gehalt regeln, sondern auch die Arbeitsbedingungen insgesamt besser machen“, sagt sie.

Viele Pflegekräfte bezeichnen ihre aktuellen Arbeitsbedingungen als einen Ausdruck fehlenden Respekts. Der vielfach ausbleibende Corona-Bonus komme nun dazu: „Es macht mich wütend, dass Bundestagsbedienstete und Soldaten Corona-Prämien einschränkungslos kriegen. Und bei denen, die mit Corona-Patienten in Kontakt kommen, Leute wie ich, gibt es nichts“, sagt eine Intensivschwester aus Hannover.

Mehrere Tausend Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten sowie Bundeswehr-Beschäftigte dürfen sich über einen Corona-Bonus von bis zu 600 Euro freuen. Dabei wird vor der Auszahlung allerdings nicht ermittelt, ob eine besondere Arbeitsbelastung infolge der Pandemie bestand.
(Quelle: NDR, 15.12.20)


Corona-Impfung: Wer impft auf den Inseln?

Seit heute sind niedersachsenweit 50 Corona-Impfzentren in Bereitschaft. Doch wie kommen die Impfstoffe zu den Menschen auf den Ostfriesischen Inseln?

Für die sieben bewohnten Nordsee-Inseln gibt es in der Frage der Impfstoffversorgung noch keine Lösungen. Die Landkreise sehen sich „mit großen logistischen Herausforderungen konfrontiert“. Daneben ist auch noch nicht abschließend geklärt, welche Personengruppen zuerst geimpft werden. Auch Anmeldeverfahren müssen noch geregelt werden. Diese Themen müssten geklärt sein, bevor es an die Logistik gehe, hieß es vonseiten der Landkreise.

Auf Juist, Norderney und Baltrum könnten mobile Impfteams die Arbeit übernehmen. Demnach ist der Landkreis Aurich mit Reedereien in Gesprächen, um die Dosen vom Festland auf die Inseln zu transportieren. Auf Juist und Baltrum könnten zudem die Insel-Arztpraxen, auf Norderney die Insel-Klinik eingebunden werden. Das Vorgehen soll in den kommenden Tagen geklärt werden. (Foto CC s. Archiv v. 14.5.20; Quelle: NDR, 15.12.20)


Niedersachsen: Totenzahlen auf bisherigem Höchststand

In Niedersachsen ist die Zahl der Corona-Toten binnen eines Tages auf einen neuen Tageshöchstwert von 44 gestiegen, wie das Sozialministerium in Hannover am Dienstag mitteilte. Der bisherige Höchstwert hatte am 9. Dezember bei 42 gelegen. Damit gibt es bisher in Niedersachsen im Zusammenhang mit der Pandemie 1.473 Tote. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus stieg landesweit im Vergleich zum Vortag um 851. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums versuchte die Zahl zu relativieren und wies darauf hin, dass die 44 Toten die Änderung der gemeldeten Fälle zum Vortag und nicht zwangsläufig das Sterbedatum 14. Dezember darstellten. So sei es möglich, dass die Zahl durch einen „durch das Wochenende bedingten Meldeverzug“ eine Summe aus den vergangenen Tagen aufzeige. (Quelle: NDR, 15.12.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 15.12.2020, 08:30 Uhr

Wie immer dienstags zeigt sich heute wenig Bewegung in den Fallzahlen im Emsland. Erfreulicherweise gibt es keine neuen CoViD-19-Verstorbenen

Die Infektionszahlen entwickeln sich weiter auch im Emsland dynamisch: Seit gestern wurden im Emsland 28 Neuinfektionen gemeldet. Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 3.866 Genesene (+73) gestiegen. 55 Infizierte sind gestorben.

Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie beträgt damit 4.344 (+ 28). Im Emsland sind folglich in der Summe 423 (-45) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Rund 1.730 (-10) Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt lt. NDR bei 107,7 (= +352 Neuinfizierte).

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 (+/-0) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; drei (-2 ) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gegenwärtig 3 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 1 Erkrankte (+/-0) invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 555 Menschen erkrankt. Das sind nicht mehr als am Montag. 501 (+2) von ihnen gelten als genesen. Das führt für die Stadt zu aktuell 43 (-2) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 139 132 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 75 59 0 16
Samtgemeinde Freren 329 259 11 59
Einheitsgemeinde Geeste 143 119 0 24
Stadt Haren (Ems) 310 285 1 24
Stadt Haselünne 214 165 0 49
Samtgemeinde Herzlake 123 108 0 15
Samtgemeinde Lathen 238 235 0 3
Samtgemeinde Lengerich 100 88 1 11
Stadt Lingen (Ems) 555 501 11 43
Stadt Meppen 473 422 10 41
Samtgemeinde Nordhümmling 156 151 0 5
Stadt Papenburg 517 491 5 21
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 19 15 0 4
Einheitsgemeinde Salzbergen 60 52 2 6
Samtgemeinde Sögel 330 320 0 10
Samtgemeinde Spelle 180 112 3 65
Einheitsgemeinde Twist 97 80 2 15
Samtgemeinde Werlte 286 272 8 6
Gesamt* 4344 (+28) 3866 (+73) 55
Aktuelle Covid-19-Fälle 423

(15.12.20)


Spahn rechnet mit 60 Prozent geimpfter Bevölkerung bis Ende des Sommers

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bis Ende Sommer 2021 rund 60 Prozent der Bürger in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. Stand heute könne im Sommer mit einer solch großen Zahl an Impfdosen gerechnet werden, dass dann weite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten, sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-„heute-journal“ auf die Frage, wann 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein könnten. Laut Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine „Durchimpfungsrate“ von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie nötig.

Spahn sagte weiter: „Unser Ziel ist, dass es noch vor Weihnachten eine Zulassung gibt und dass wir dann auch noch in diesem Jahr beginnen können zu impfen, auch hier in Deutschland.“ Entscheiden müsse am Ende die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema). Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten bei der Ema die Zulassung des Corona-Impfstoffs beantragt. Spätestens am 29. Dezember soll das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen.

Dass in den USA, in Kanada und in Großbritannien schon mit dem in Deutschland entwickelten Impfstoff geimpft werden darf, hierzulande aber noch nicht, stößt auf Kritik. „Es kann nicht sein, dass ein in Deutschland entwickelter Impfstoff erst im Januar zugelassen und verimpft werden kann“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Christine Aschenberg-Dugnus.
(Foto CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 15.12.20)


Lehrerverband wirft Landesregierungen Versäumnisse vor

Der Deutsche Lehrerverband wirft den Landesregierungen und Schulministerien in der Corona-Pandemie „katastrophales Krisenmanagement“ vor und fordert ein klares Konzept für die Zeit nach den Winterferien.

Bis zuletzt sei trotz exponentiell steigender Infektionszahlen am vollständigen Präsenzunterricht unter allen Umständen festgehalten worden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag). Das räche sich jetzt.

„In der Öffentlichkeit wurden die Schulen von den Ministerpräsidenten und den Schulministerien als quasi coronafreie Zonen dargestellt, in denen man sich nicht anstecken könne“, so Meidinger weiter. Das rapide Wachstum der Infektionsfälle und der dramatische Anstieg der Quarantänemaßnahmen an Schulen habe zusammen mit dem neuerlichen Shutdown diese Behauptung nachträglich Lügen gestraft. (Quelle: TSP, 15.10.20)


Krankenhausgesellschaft will Notfallzulassung für Corona-Impfstoff

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine Notfallzulassung für den Impfstoff gegen das Coronavirus. „Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffs zu erreichen. Europa sollte auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen“, sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Dienstag). „Dann könnten wir noch vor Weihnachten mit mobilen Teams in die Pflegeheime gehen und die Bewohner dort impfen“, fügte er hinzu.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach sich gegen eine Notfallzulassung aus. Bei dieser würde sicher darüber diskutiert, ob genug geprüft worden sei, sagte er am Montagabend im „Polittalk aus der Hauptstadt“ von rbb Inforadio, „Süddeutscher Zeitung“ und Bertelsmann Stiftung. Es werde eine bedingte europäische Zulassung geben, sagte er: „Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten.“ (Quelle: TSP, 15.10.20)



Deutschland-Zahlen

Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.432 neue Fälle und 500 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.054 Neuinfektionen und 423 Todesfälle gemeldet worden. Die Höchststände von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. Die 500 Todesfälle vom Dienstag bedeuten den dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 22.475. (Quelle:RKI, 15.12.20)


Niederlande verhängen härtesten Lockdown seit Beginn der Pandemie

Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen haben die Niederlande den bisher härtesten Lockdown für ihr Land verhängt. Die strengen Maßnahmen treten ab Mitternacht in Kraft und sollen bis zum 19. Januar dauern, kündigte Premier Mark Rutte am Montagabend in einer TV-Ansprache an. „Die Niederlande werden für fünf Wochen abgeriegelt.“ Zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie müssen auch Geschäfte – außer für den täglichen Bedarf – schließen.

Ab Montagnacht müssen auch Kinos, Theater und Museen schließen sowie Friseure, Fitnessstudios und Schwimmbäder. Bürger dürfen sich pro Tag nur noch mit zwei anderen Personen treffen. Zu Weihnachten dürfen es drei Gäste sein. Ab Mittwoch werden auch die Schulen und Kitas geschlossen. Von Auslandsreisen wird bis Mitte März dringend abgeraten.

(Quelle: TSP, 14.12.20)


Schweden mit höchster Zahl an Todesfällen binnen eines Monats seit 1918

Schweden hat vor dem Hintergrund der Corona-Krise im November die höchste Zahl an Todesfällen binnen eines Monats seit der Spanischen Grippe verzeichnet. Insgesamt starben im vergangenen Monat landesweit 8088 Menschen, wie die staatliche Statistikbehörde (SCB) mitteilte. Die Zahl liegt etwa zehn Prozent über der durchschnittlichen Sterberate der Jahre 2015 bis 2019.

„Das ist die höchste Zahl an Todesfällen, die im Monat November seit 1918, dem Jahr, in dem die Spanische Grippe ausbrach, verzeichnet wurde“, erklärte der SCB-Statistiker Tomas Johansson. (Quelle: TSP, 15.12.20)


Unesco fordert Priorisierung von Lehrkräften

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat die Regierungen weltweit dazu aufgefordert, Lehrern einen vorrangigen Zugang zu Corona-Impfstoffen zu ermöglichen. „Wir glauben, dass Lehrer und pädagogisches Hilfspersonal als eine vorrangige Gruppe betrachtet werden muss“, sagte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay in einer Videobotschaft.

Azoulay hob in ihrer gemeinsamen Botschaft mit dem Leiter der Lehrerorganisation Education International (EI), David Edwards, die Leistungen der Lehrer seit Beginn der Corona-Pandemie hervor. Als Schulen und andere Bildungseinrichtungen schließen mussten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, seien „Lehrer und Hilfspersonal an der Front geblieben.“ Als der Schulunterricht über das Internet stattfand, hätten Lehrer „die Art, wie wir lehren und lernen, neu erfunden“, sagten Azoulay und Edwards. (Quelle: ARD, 14.12.20)


Absichtliches Anhusten führt zu Schmerzensgeld

Das absichtliche Anhusten rechtfertigt ein Schmerzensgeld – jedenfalls in Zeiten der Corona-Pandemie. Das Amtsgericht Braunchweig verurteilte einen Mann, der im April auf dem Altstadtmarkt in Braunschweig einen städtischen Security-Mitarbeiter absichtlich angehustet hat, der auf Einhaltung der Abstandsregeln bestand.

In einer verbalen Auseinandersetzung zeigte sich der Beklagte nicht nur uneinsichtig. Er wurde auch ausfallend, dann trat er nah an das Gesicht des Klägers heran und hustete diesem bewusst ins Gesicht.

Nach Abwägung aller Umstände sah das Amtsgericht Braunschweig einen Schmerzensgeldanspruch des Klägers in Höhe von 250,00 Euro als begründet an. Das absichtliche Anhusten in Zeiten der beginnenden Corona-Pandemie war laut dem Urteil als vorsätzliche Gesundheits- und Körperverletzung zu qualifizieren. Die Bagatellgrenze sei deutlich überschritten. So bestand nicht nur die hohe Gefahr einer Infektion des Gegenübers mit einer möglicherweise schweren bis potenziell tödlich verlaufenden Krankheit, sondern auch eine erhebl