Überblick am Abend

  • US-Präsident Joe Biden wird Indien voraussichtlich ab Dienstag im Rahmen der Covid-19-Epidemie neue Reisebeschränkungen verordnen, die die meisten Nicht-US-Bürger von der Einreise in die USA ausschließen, sagte ein Beamter des Weißen Hauses gegenüber Reuters.
  • Die Zahl der Menschen, die in Frankreich wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ging am Freitag zum vierten Mal in Folge zurück, und die durchschnittliche Zahl der täglichen Neuinfektionen fiel auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Monat.
  • Gesundheitsbeamte in der pakistanischen Provinz Sindh bestätigten, sie hätten zwei Coronavirus-Varianten entdeckt, die erstmals in Brasilien und Südafrika identifiziert worden sind.
  • Die Türkei verzeichnete in den letzten 24 Stunden 394 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren – laut Daten des Gesundheitsministeriums die höchste tägliche Zahl an Todesfällen während der Epidemie.
  • Die Arzneimittelbehörde in Südafrika hat erklärt, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson schwangeren Frauen mit Komorbiditäten oder einem hohen Risiko, an Covid zu erkranken, verabreicht werden kann.
  • Laut dem brasilianischen Gesundheitsminister sollten die Länder Ersatzimpfdosen mit Brasilien teilen, um den weltweiten Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen.
  • Spanien wird die Lücke zwischen der ersten und der zweiten Dosis des Covid-Impfstoffs von AstraZeneca bei unter 60-Jährigen von 12 auf 16 Wochen verlängern, teilte das Gesundheitsministerium mit. (Quelle: The Guardian, 30.04.21)

100 Millionen Menschen in den USA vollständig gegen Corona geimpft

In den USA sind inzwischen 100 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft – ein symbolischer Erfolg im Kampf gegen die Pandemie. Das entspricht rund 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, wie der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, am Freitag sagte.

„Das sind 100 Millionen Amerikaner mit einem Gefühl der Erleichterung und inneren Ruhe zu wissen, dass sie nach einem langen und harten Jahr gegen das Virus geschützt sind“, sagte Zients. Die Menschen schützten sich mit der Impfung nicht nur selbst, sondern auch „ihre Familien, ihre Freunde, ihre Gemeinschaften“.

In den USA werden derzeit drei Corona-Impfstoffe eingesetzt: Die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson. Bei den ersten beiden Impfstoffen sind zwei Impfdosen notwendig, beim J&J-Vakzin nur eine.

Die Impfkampagne in den USA kommt sehr schnell voran. Inzwischen haben schon rund 55 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfdosis bekommen. Zuletzt hat sich das Tempo bei den Impfungen aber verlangsamt. Das liegt unter anderem daran, dass viele Menschen sich nicht impfen lassen wollen oder noch zögern.

Präsident Joe Biden und die Gesundheitsbehörden appellieren regelmäßig an die Bevölkerung sich impfen zu lassen, damit das Land eine Herdenimmunität erreicht. Dafür müssten Experten zufolge zwischen 70 und 85 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. (AFP)

(Quelle: TSP, 30.04.21)



Polizei kontrolliert am 1. Mai verstärkt Corona-Regeln

Polizei und Ordnungsbehörden in der Region kontrollieren am 1. Mai verstärkt, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim setzt dafür in ihrem Bereich zusätzliche Streifen ein und wird von der Bereitschaftspolizei Osnabrück unterstützt. In den vergangenen Tagen habe die Zahl der Verstöße nach dem Infektionsschutzgesetz zugenommen, heißt es. Gemeinsame Treffen sind auch am 1. Mai nur mit einer haushaltsfremden Person über 14 Jahren möglich. Das gilt auch für gemeinsame Fahrradtouren. (Quelle: NDR, 30.04.21)


Rotterdam: ESC mit 3.500 Zuschauern

Beim Eurovision Songs-Contest (ESC) in Rotterdam im Mai dürfen trotz anhaltend hoher Infektionszahlen doch Zuschauer dabei sein. Die niederländische Regierung gab endgültig grünes Licht, wie die Organisatoren des Wettbewerbes am Freitag in Rotterdam mitteilten. Bei öffentlichen Proben, Halbfinals und dem Finale werden jeweils 3500 Zuschauer zugelassen.

Die Regierung macht aus dem Mega-Event ein Experiment in der Forschungsreihe „Fieldlab“. Dabei wird unter wissenschaftlicher Begleitung untersucht, ob auch in Corona-Zeiten Veranstaltungen mit Publikum möglich sind. Die Regierung hatte zwar schon zuvor unter Vorbehalt Zustimmung gegeben, doch die letzte Entscheidung von der aktuellen Entwicklung der Verbreitung des Virus abhängig gemacht. Sollten mehr als 900 Patienten auf den Intensivstationen liegen, wäre keine Zustimmung erteilt worden. Am Donnerstag waren es 813.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag am Donnerstag nach Angaben der niederländischen Regierung landesweit bei etwa 317. Die Organisatoren reagierten erleichtert, betonten jedoch, dass alle Schutzmaßnahmen getroffen würden. „Die Sicherheit für Besucher, Künstler und Delegationen geht vor.“ Zuschauer müssen einen negativen Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Sie müssen sich auch einige Tage nach Besuch einer Show abermals testen lassen. Die Halbfinals des ESC finden am 18. und 20. Mai statt. Das große Finale ist am 22. Mai. (Quelle: FAZ, 30.04.21)



Dänemark lockert Einreisen aus Schengen- und EU-Ländern

Vollständig gegen Covid-19 geimpfte Deutsche und viele andere Menschen aus EU- und Schengen-Ländern dürfen ab Samstag wieder nach Dänemark einreisen. Fertiggeimpfte müssen sich danach weder auf das Coronavirus testen lassen noch in Quarantäne, wie das dänische Außenministerium am Freitag mitteilte. Bei der Einreise müssen sie anders als andere Reisende auch keine negativen Corona-Tests oder anerkennungswürdige Einreisegründe, wie etwa den Besuch von Partnern, vorweisen können.

Dass fertig geimpfte Dänen und Ausländer – auch Touristen – aus dem EU- und Schengen-Raum die dänischen Grenzen ab dem 1. Mai wieder test- und quarantänefrei überqueren dürfen, war so bereits in einer Vereinbarung zwischen Regierung und den meisten Parlamentsparteien zur schrittweisen Lockerung der Reisebeschränkungen von Mitte April vorgesehen. Die offizielle Bestätigung, dass diese Maßnahmen wie geplant zum 1. Mai gültig werden, war bislang aber ausgeblieben.

Bedingung für die Einreise nach Dänemark ist, dass das jeweilige Land der Reisenden zumindest als „orangener“ Staat gilt, die Corona-Lage in dem Land also nicht zu schlimm ist und dort auch keine als besorgniserregend eingestuften Virus-Varianten grassieren. Deutschland gilt in Dänemark derzeit wie die meisten anderen Staaten des EU- und Schengenraums als „orange“. Zudem muss es sich bei dem Corona-Impfstoff um ein in der EU zugelassenes Präparat handeln. (Quelle: FAZ, 30.04.21)


Landkreis Osnabrück impft seine Feuerwehrleute

Mehr als 100 Feuerwehrleute sollten am Freitag die erste Spritze erhalten. (Themenbild)
Im Landkreis Osnabrück sollen innerhalb kürzester Zeit 750 Feuerwehrleute geimpft werden. Die Aktion ist Freitagnachmittag in den Impfzentren in Wallenhorst und Georgsmarienhütte gestartet. Dort sollten zunächst 125 Feuerwehrkräfte ihre erste Impfdosis erhalten. Am 3. und 10. Mai folgen weitere Termine, zahlreiche Kräfte werden aber auch von ihren Hausärzten geimpft, so ein Sprecher. Der Landkreis hatte die Aktion bereits geplant, bevor es einen entsprechenden Erlass vom Land gab. Inzwischen ist die Impfung für Feuerwehrleute niedersachsenweit freigegeben. (Quelle: NDR, 30.04.21)


Brasiliens Gesundheitsminister „Es liegt noch ein weiter Wg vor uns!“

In Brasilien hat der Gesundheitsminister inmitten der verheerenden Corona-Lage im Land die Bemühungen bei der landesweiten Impfkampagne hervorgehoben. „Brasilien hat 41 Millionen Dosen Covid-19-Impfstoff verabreicht. Aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns, um jeden Tag 2,4 Millionen Menschen zu impfen“, sagte Marcelo Queiroga bei einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag. Er forderte andere Länder dazu auf, vorrätige Impfdosen abzugeben, damit Brasilien seine Impfkampagne ausweiten und die Ausbreitung neuer Varianten verhindern könne.

Brasilien ist eins der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit. Am Donnerstag überschritt das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika die Marke von 400.000 nachgewiesenen Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19. Erst vor gut einem Monat hatte Brasilien die Marke von 300.000 Corona-Toten überschritten. Zuletzt waren die Zahlen der Infizierten und Verstorbenen leicht zurückgegangen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte jedoch davor, nachlässig zu werden.
Lesen Sie hier in der FAZ: Die Wut der Brasilianer gegen Bolsonaros Corona-Politik

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost, Schutzmaßnahmen und Einschränkungen lehnt er – aus wirtschaftlichen Gründen – weiterhin ab. Mittlerweile zieht der Rechtspopulist Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, der auch Gesundheitsminister Queiroga vorgeladen hat, soll Handlungen und Unterlassungen des Präsidenten in der Pandemie beleuchten. Bolsonaro wird unter anderem vorgeworfen, mögliche Lieferungen von Corona-Impfstoffen ausgeschlagen und verschleppt zu haben. (Quelle: FAZ, 30.04.21)


Niedersachsen: Tests in Schulen decken hunderte Infektionen auf

Seit dem Ferienende müssen sich Kinder und Schulpersonal in Niedersachsen vor dem Schulbesuch testen. In der ersten Woche wurden so mehr als 500 Corona-Fälle entdeckt, in der darauffolgenden fast 600.

Dadurch habe ein Einschleppen in die Schulen und Weiterverbreiten in den Familien verhindert werden können, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag in Hannover: „Damit bestätigt sich, dass die Selbsttests ein wirksames Instrument sind, um Infektionsketten frühzeitig zu durchbrechen.“ Das seien ermutigende Signale für die weitere Perspektive, so der Minister.

In der Woche vom 19. bis 23. April wurden dem Ministerium zufolge 573 positive Selbsttests mit einem PCR-Test bestätigt. Davon entfielen 530 auf die Schülerinnen und Schüler und 43 auf Mitarbeitende. Insgesamt waren mehr als 1,4 Millionen Tests ausgegeben worden, hinzu kamen 17.400 anlassbezogene Tests. Sollten die ausgegebenen Tests alle genutzt worden sein, läge der Anteil der dadurch aufgedeckten Infektionen bei rund 0,04 Prozent. In der Woche nach den Osterferien waren den Angaben zufolge 554 Infektionen erkannt worden. Der Anteil der positiven Ergebnisse, bestätigt durch PCR-Tests, lag damals bei den Schülern bei 0,03 Prozent, bei den Beschäftigten bei 0,01 Prozent. (Quelle: NDR, 30.04.21)


Biontech/Pfizer beantragen Impfstoffzulassung für Kinder ab 12

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben nach eigenen Angaben bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Corona-Vakzins für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Dabei gehe es um die Anpassung und Erweiterung der bestehenden Zulassung auf diese Altersgruppe, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Sobald die EMA die Änderung genehmige, werde die angepasste bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gültig sein.

Das Mittel von Biontech/Pfizer ist in der EU und in den USA bislang erst für Menschen ab 16 Jahren bedingt zugelassen. In den USA haben die beiden Partner bereits bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) einen Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff auf die Gruppe der 12- bis 15-Jährigen eingereicht.

Biontech und Pfizer hatten kürzlich mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erklärten die Unternehmen.

Für die Prüfung von Zulassungsanträgen für Corona-Impfstoffe braucht die EMA in der Regel wenige Wochen. Das heißt, dass die EU-Zulassung im günstigen Fall bei einer Bearbeitungsdauer von vier bis sechs Wochen Anfang bis Mitte Juni erfolgen könnte. Anschließend könnte es mit den Impfungen der 12- bis 15-Jährigen losgehen, sofern ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Mit Blick auf das kommende Schuljahr und die angestrebte Erweiterung der geimpften Bevölkerungsgruppen mit dem Ziel einer Herdenimmunität wäre dies ein wichtiger Schritt.

Parallel dazu läuft die klinische Studie von Biontech und Pfizer zur Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren weiter. Biontech geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belastbare Daten daraus bis September verfügbar sein werden. Bis die ersten Kinder aus dieser Altersgruppe mit dem Vakzin geimpft werden können, wird es folglich noch dauern, da Biontech/Pfizer erst nach diesem Zwischenschritt einen Zulassungsantrag bei der EMA stellen werden. Dessen Prüfung wird dann voraussichtlich erneut wenige Woche dauern. (Quelle: TSP, 30.04.21)


NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ 100 Millionen Mal abgerufen

Die Erfolgsgeschichte des NDR-Info-Podcasts „Das Coronavirus-Update“ mit den Virologen Christian Drosten und Sandra Ciesek geht ungebrochen weiter: Die jeden Dienstag erscheinende Sendung ist bereits mehr als 100 Millionen Mal abgerufen worden, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Freitag in Hamburg mitteilte.

„Das ist ein enormer Zuspruch und ein beeindruckender Vertrauensbeweis. In Deutschland sind viele Menschen über unser Format überhaupt erst zu Podcast-Hörerinnen und Hörern geworden“, sagte NDR-Hörfunk-Programmdirektorin Katja Marx dazu laut Mitteilung. Gemeinsam mit Drosten und Ciesek habe das Podcast-Team unaufgeregt, verständlich und seriös über das Coronavirus und den Stand der Forschung berichtet und „damit eine neue Form für spannenden Wissenschaftsjournalismus geschaffen“.

Der preisgekrönte Podcast (er gewann unter anderem den Grimme Online Award und den Sonderpreis des Deutschen Radiopreises) lief im Februar 2020 zum ersten Mal. Dabei hatte Moderation Korinna Hennig zunächst täglich mit Drosten, dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité, gesprochen. Später wurde der Podcast mit längeren Abständen gesendet, mittlerweile erscheint er wöchentlich.

Seit Herbst 2020 schätzt Ciesek, Leiterin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, im Wochenwechsel mit Drosten die aktuelle Corona-Lage ein. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Frankreich impft alle Menschen mit Begleiterkrankungen ab 18

Frankreich öffnet die Impfung gegen das Coronavirus ab diesem Wochenende für alle Menschen mit Begleiterkrankungen ab 18 Jahren. Ab Samstag sind nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran rund vier Millionen Bürger mit Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder Nieren- und Herzproblemen zur Impfung aufgerufen. Zunächst war dies nur für stark Übergewichtige geplant.

Bisher konnten sich Menschen unter 50 Jahren in Frankreich nur mit „einem sehr hohen Risiko für eine schwere Form“ der Lungenkrankheit Covid-19 impfen lassen. Dies galt etwa für Krebskranke.

Am Donnerstag wurde laut Véran in Frankreich ein Tagesrekord von fast 550.000 Impfungen aufgestellt. Bisher lag der Tagesschnitt bei rund 370.000 – laut Epidemiologen ist dies deutlich zu wenig, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte in einem Interview mit Regionalzeitungen zuvor rasche Lockerungen der Corona-Auflagen angekündigt. Trotz einer Inzidenz von landesweit 300 und starkem Druck auf die Krankenhäuser müsse das Land zur „französischen Lebensart zurückfinden“, betonte er.

Ab Montag kehren alle Schulen zum Präsenzunterricht zurück, zudem können sich die Menschen tagsüber wieder ohne Einschränkung bewegen. Ab dem 19. Mai kann unter anderem die Außengastronomie öffnen sowie Theater, Museen und Kinos. Die nächtliche Ausgangssperre gilt dann erst ab 21 Uhr statt bisher ab 19 Uhr. Weitere Lockerungen sind bis Ende Juni geplant. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Keine Schicht für Liefers

Die Notfallmedizinerin Carola Holzner (DocCaro) hatte ihn eingeladen, ihr Chef lädt ihn wieder aus: Jan-Josef Liefers wird keine Schicht auf der Intensivstation der Essener Uniklinik machen können. Der „Tatort“-Schauspieler ist einer der Hauptdarsteller der umstrittenen Kunst-Aktion #allesdichtmachen, Carola Holzner, leitende Oberärztin und im Netz als „Doc Caro“ bekannt, hatte unter dem Motto #allemalneschichtmachen dazu aufgefordert, sich selbst ein Bild von der Lage auf den mit Corona-Patienten befassten Krankenhausstationen zu machen. Liefers hatte in einem Interview gesagt, er habe sich „schon angemeldet“.

Im täglichen Video-Talk „19 – Die Chefvisite“ nennt der Leiter der Essener Uniklinik, Jochen A. Werner, eine Schicht des Schauspielers in seinem Krankenhaus „definitiv kein Thema“. Wer bis heute nicht begriffen habe, was in Krankenhäusern geleistet wird, der begreife es auch in einer Schicht nicht.

Bei einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat ein an Berliner Kliniken tätiger Intensivpfleger auf die Aktion #allesdichtmachen geantwortet, mit eindringlichen und direkten Worten die Lage in der Pandemie beschrieben und die Politik kritisiert. „Die Intensivstationen sind voll. Da gibt es keinen Interpretationsspielraum“, sagte Ricardo Lange am Donnerstag in Berlin. Der Intensivkrankenpfleger, der nach eigenen Worten aus Brandenburg kommt und für eine Zeitarbeitsfirma arbeitet, kritisierte, dass der Personalnotstand in der Branche nicht schon vor Jahren angegangen worden sei.

Er schilderte die hohe körperliche Belastung durch die Schutzausrüstung, aber auch die psychischen Herausforderungen: „In normalen Zeiten sterben die Patienten anders“, sagte Lange. Angehörige könnten die Kranken über längere Zeit begleiten. Nun sei nur noch ein letzter Besuch beim bevorstehenden Tod möglich. Das letzte Bild, das die Sterbenden sähen, seien Angehörige in kompletter Schutzmontur, es gebe keinen körperlichen Kontakt.

Pflegekräfte packten die Verstorbenen dann zum Infektionsschutz in schwarze Plastiksäcke. „Wir legen sie dort hinein und ziehen den Reißverschluss zu. Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage: Das macht was mit einem“, sagte Lange. Man mache das nicht nur ein paar Mal, sondern unzählige Male. Wichtiger als Boni wären ihm bessere Arbeitsbedingungen. Bisher fehle ein schlüssiges Konzept, um Überlastung zu verhindern und Pflegekräfte zu unterstützen.

Einer gewissen Betriebsblindheit sei er sich bewusst, sagte der Intensivpfleger. „Ich sehe natürlich nur die schweren Verläufe, ich sehe nur Menschen, die zum größten Teil daran versterben.“ Umgekehrt sei es aber genauso, betonte er: Wer nicht auf einer Intensivstation arbeite oder im Privatumfeld betroffen sei, sehe nur die leichten Verläufe und Menschen, die nicht erkranken. „Das wiederum heißt nicht, dass es die schweren Verläufe nicht gibt.“

(Quelle: FAZ, 30.04.21)


SPD fordert verlängerten Insolvenzschutz für bestimmte Firmen

Die SPD im Bundestag fordert, dass von der Corona-Krise schwer betroffene Firmen weiterhin keine Insolvenzanträge stellen müssen. Die Ende April auslaufende Sonderregelung müsse verlängert werden, erklärte der Rechtspolitiker Johannes Fechner am Freitag. „Leider hat die Union die Verlängerung bislang blockiert“, kritisierte er. Laufe die Regelung aus, müssten viele Unternehmen Insolvenz anmelden, die sich bisher tapfer durch die Krise gekämpft hätten – „nur weil staatliche Hilfen noch nicht ausbezahlt sind“. Es stünden tausende Jobs auf der Kippe. „Hier werden Wirtschaftsstrukturen zerstört, die auf Dauer verloren sind.“

Es geht um einen Insolvenzschutz für Unternehmen mit einem Anspruch auf staatliche Corona-Hilfen. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds gestellt werden. Wegen der Pandemie hatte die Bundesregierung im vergangenen Frühjahr die Meldepflichten für Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit außer Kraft gesetzt. Für Zahlungsunfähigkeit gilt die Antragspflicht seit Oktober wieder. Für überschuldete Firmen ist sie bis Ende April ausgesetzt – unter der Voraussetzung, dass die Firmen Staatshilfen beantragt haben, die noch nicht ausgezahlt sind. Die Unternehmen müssen zudem glaubhaft machen, dass sie durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten gerieten. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Grafschafter Zahlen

Die Kreisverwaltung des LandkreisesGrafschaft Bentheim meldet am Freitag 39 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt wie am Donnerstag bei 182,3.
Die Gesamtzahl der Infizierten seit Pandemiebeginn liegt in der Grafschaft am Freitag bei 4888, davon gelten 4348 Bürger als wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona liegt weiterhin bei 113. In Quarantäne befinden sich 1069 Grafschafter.

Die Infektionszahlen in der Niedergrafschaft waren in den vergangenen Tagen zum Teil deutlich gestiegen. Laut Kreisverwaltung ist dies in Teilen zurückzuführen auf Corona-Ausbrüche in Unternehmen in den Samtgemeinden Emlichheim und Neuenhaus sowie in der Gemeinde Wietmarschen.

Im Kreisgebiet gibt es am Freitag 427 aktuelle Corona-Fälle, 81 (-4) davon in Nordhorn.

(Quelle: GN, 30.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Freitag, 30. April, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 1.779 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend.
Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 21 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.302. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 237.387 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt laut RKI wieder leicht auf 106,7 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 104,8). (Quelle: NDR, 30.04.21)


Ungarn hebt viele Einschränkungen auf

Ungarn lockert seine Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. „Wir sind an einem neuen Etappenabschnitt angelangt“, sagte Ministerpräsident Viktor Orban am Freitag im staatlichen Radio. Von diesem Samstag an können Geimpfte und Genesene wieder Gaststätten, Fitnessstudios, Museen, Zoos, Kinos, Theater und Sportveranstaltungen aufsuchen. Auch Übernachtungen in Hotels sind für sie wieder möglich.

Orban begründete die Lockerungen mit Impf-Erfolgen. Am Freitag wurde erwartet, dass in dem EU-Land mit etwa zehn Millionen Einwohnern die Vier-Millionen-Marke an Erstimpfungen überschritten wird. Ungarn setzt neben westlichen Impfstoffen auch massiv Impfstoffe aus Russland und China ein, die in der EU nicht zugelassen sind.

Zugleich geht die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus deutlich zurück. Am Donnerstag betrug die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner 164. Eine Woche zuvor lag sie noch bei 245. Allerdings sterben in Ungarn immer noch sehr viele Menschen an den Folgen einer Infektion. Allein am Donnerstag waren es 186.

In dem Interview forderte Orban seine Landsleute eindringlich auf, sich impfen zu lassen. Der Impfstoff sei wie eine „schusssichere Weste“. Geimpfte und Geheilte dürfen nun auch ohne verpflichtende Quarantäne von Auslandsreisen nach Ungarn zurückkehren. Darüber hinaus vereinbarte Ungarn mit Serbien und Montenegro die wechselseitige Anerkennung der jeweiligen Impfbescheinigungen. Ansonsten dürfen Ausländer seit September in der Regel nicht einreisen. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Nieders. OVG öffnet Kletterwälder

Das Nieders. Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat die in der Corona-Verordnung verankerte Schließung von Klettergärten und Kletterparks gekippt. Das teilte das Gericht mit und gab damit im Eilbeschluss dem Antrag eines Kletterwald-Betreibers im Landkreis Lüneburg statt. Der hatte sich darin gegen die Landesverordnung zur Wehr gesetzt und argumentiert, dass die Schließung keine notwendige Infektionsschutz-Maßnahme mehr sei. Die Richter teilen diese Ansicht: Beim Aufenthalt im Freien sei bei adäquatem Schutz die Gefahr einer Corona-Infektion vernachlässigbar. Geklettert werde außerdem ohne Kontakt zu anderen Menschen. Eine vollständige Schließung von Klettergärten und Kletterparks sei daher „unangemessen“, so das OVG – zumal Sportanlagen, Minigolfanlagen oder auch Zoos weiter geöffnet bleiben dürften. (OVG Niedersachsen, Beschl. v. 30.04.21, Az.: 13 MN 241/21) (Quelle: NDR, 30.04.21)


Lokale Inzidenzen heute;
Lingen(Ems): 85,9 (gestern: 93,2)
Meppen: 206,7 (218,1)
Papenburg: 68,8 (98,0)


Heil: Weitere Wirtschaftshilfen denkbar

Arbeitsminister Hubertus Heil hat neue Corona-Hilfen für Unternehmen in Aussicht gestellt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz würden mögliche weitere Hilfen im Mai besprechen, sagt der SPD-Politiker den Sendern RTL und ntv. „Dazu gehören dann eben auch weitere Wirtschaftshilfen, wenn es notwendig ist, Ende Juni.“ Ziel müsse es sein, Massenarbeitslosigkeit zu verhindern. Auch eine Verlängerung der Corona-Sonderregelungen zur Kurzarbeit schloss Heil nicht aus. Man könne die am 30. Juni auslaufende Möglichkeit der Unternehmen bis Jahresende verlängern, sich die Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent erstatten zu lassen. (Quelle: TSP, 30. Apr. 2021


In Nordirland öffnen Geschäfte, Fitnessstudios und Pubs

Nach vier Monaten Corona-Lockdown können sich die Menschen in Nordirland seit Freitag wieder über etwas mehr Freiheiten freuen. Pubs, Restaurants und Cafés dürfen im Außenbereich wieder Gäste bedienen. Damit folgt Nordirland den anderen britischen Landesteilen, in denen bereits seit einigen Tagen wieder Gäste vor den Pubs und Cafés sitzen.

Auch Geschäfte und Fitnessstudios dürfen unter strengen Auflagen seit Freitag wieder ihre Türen öffnen. Außerdem können sich bis zu 15 Menschen aus drei Haushalten wieder draußen miteinander treffen – Treffen in Innenräumen sind noch nicht erlaubt. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag in Nordirland zuletzt bei 37 Fällen pro 100.000 Einwohner. In den vergangenen Tagen gab es kaum noch neue Todesfälle in Verbindung mit Covid-19. (Quelle: TSP, 30. Apr. 2021


Astrazeneca verdoppelt Nettogewinn im ersten Quartal

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat seinen Nettogewinn im ersten Quartal verdoppelt. Das Unternehmen, das unter anderem Corona-Impfstoffe produziert, verdiente von Januar bis März 1,56 Milliarden Dollar (rund 1,29 Milliarden Euro). Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn bei 780 Millionen Dollar gelegen. Das Unternehmen profitierte zuletzt vor allem von neuartigen Behandlungen, etwa im Bereich der Onkologie.

Astrazeneca machte am Freitag zudem erstmals Angaben zum Umsatz mit seinem Vakzin, dieser lag im ersten Quartal bei 275 Millionen Dollar. Gleichwohl machen die Verkäufe des Impfstoffs nur rund vier Prozent des gesamten Umsatzes von Astrazeneca aus. Dieser stieg im ersten Quartal um 15 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar.

Astrazeneca steht wegen massiver Lieferverzögerungen bei seinem Impfstoff in der EU auch in der Kritik. Zudem geriet der Astrazeneca-Impfstoff wegen seltener, aber schwerwiegender Nebenwirkungen in die Schlagzeilen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hielt zwar an ihrer positiven Bewertung des Vakzins fest, viele Länder führten aber Altersuntergrenzen für Astrazeneca-Impfungen ein, darunter auch Deutschland. (Quelle: TSP, 30. Apr. 2021)


Klare Mehrheit befürwortet Beobachtung von Teilen der „Querdenker“

Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet laut einer Umfrage eine bundesweite Beobachtung von Teilen der „Querdenken“-Bewegung durch den Verfassungsschutz. In der Erhebung des YouGov-Instituts sprachen sich 63 Prozent für eine geheimdienstliche Beobachtung aus, 23 Prozent lehnten dies ab. Unter Anhängern der AfD ist die Zahl der Ablehner (58 Prozent) höher als die der Befürworter (28 Prozent).

Das Bundesinnenministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der Verfassungsschutz einzelne Akteure und Teile der Corona-Protestbewegung bundesweit mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet. Grund dafür sei die von ihnen betriebene „verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Rate der Klinikeinweisungen von Covid-19-Patienten sinkt

Das schnelle Impfen alter Menschen in Deutschland in der Pandemie hat augenscheinlich positive Effekte auf Klinikeinweisungen. Nach den Daten des Robert Koch-Instituts stieg der Anteil der Einweisungen wegen Covid-19 in Kliniken seit Ende Februar nicht mehr an. Er verharrte bei sieben bis acht Prozent der gemeldeten Infizierten. Nachmeldungen seien für die aktuell niedrigste Zahl von vier Prozent nicht auszuschließen, teilte das RKI auf Anfrage mit.

Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der ersten Welle hatte der Anteil der Klinikeinweisungen bei bis zu 20 Prozent der zu diesem Zeitpunkt gemeldeten Infizierten gelegen, bei der zweiten Welle bei bis zu zwölf Prozent. Dieser bereits niedrigere Wert hatte nach Einschätzung von Gesundheitsmanagern mit Lehren aus der ersten Welle und mit Fortschritten beim Vermeiden schwerer Krankheitsverläufe zu tun.

Die Corona-Infektionen bei den über 80-jährigen seien im Vergleich zur zweiten Welle nun aber erheblich zurückgegangen, heißt es beim RKI. So lagen die wöchentlichen Inzidenzen zuletzt bei den 80- bis 90-Jährigen zwischen 60 und 74 pro 100.000 Einwohner – und damit deutlich niedriger als in allen anderen Altersgruppen. Das sei eigentlich nur durch die Wirkung der Impfung in dieser Altersgruppe zu erklären, hieß es auf Nachfrage beim RKI. Da diese Gruppe früher einen Großteil der hospitalisierten Fälle ausgemacht habe, erkläre sich auch die aktuell viel niedrigere gesamte Hospitalisierungsrate.

In den jüngeren Altersgruppen (35 bis 59 Jahre) seien aber mindestens genauso viele Patienten in der dritten Welle ins Krankenhaus gekommen wie in der zweiten. Sie müssten meist auch länger dort bleiben als früher, insbesondere bei einer Versorgung auf Intensivstationen. Dort liegen nach dem Register von Intensivmedizinern und RKI aktuell immer noch rund 5000 Menschen, mehr als die Hälfte (58 Prozent) muss künstlich beatmet werden. Auch Intensivmediziner bemerken, dass ihre Patienten im Vergleich mit den ersten Wellen „immer jünger“ werden. (Quelle: TSP, 30.03.21)


Deutschland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet an diesem Freitag 24.329 neue Positiv-Tests. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 153,4 von 154,9 am Vortag. Das ist der niedrigste Wert seit zwei Wochen.

Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben und ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Laut der seit Samstag geltenden bundesweiten Notbremse müssen Städte und Landkreise, in denen der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei 165 oder höher liegt, ihre Schulen schließen.

306 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 82.850.

Vor einer Woche hatte das RKI 27.543 Neuinfektionen und 265 neue Todesfälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 164,0.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.381.597 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.995.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 8.850.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,92 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.
(Quelle: RKI, 30.04.21)


Emcke: Die politische Kommunikation ist ein Debakel

Die Philosophin und Autorin Carolin Emcke kritisiert die politische Kommunikation in der Pandemie. Es fehle an Empathie und Aufmerksamkeit, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Die politische Ansprache, das öffentliche Erklären, Vermitteln, Werben um Zuspruch oder Mitwirkung, das Eingehen auf nachvollziehbare Verunsicherung – das, was demokratischen Diskurs ausmacht, das ist ein Debakel in Deutschland.“ Die politische Kommunikation sei eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die Pandemie. Auch in Talkshows werden nach ihrer Einschätzung keine Erkenntnisgewinne erzielt.

Emcke warnte eindringlich davor, in Zeiten der Pandemiebekämpfung autoritäre politische Modelle zu favorisieren und etwa China als Vorbild hinzustellen. In Wahrheit seien andere asiatische Länder, aber auch Neuseeland und Australien mit demokratischeren Mitteln erfolgreich. „Wenn wir in einigen Jahren noch einmal fragen, welche Länder wie gut durch die Krise gekommen sind, wird es auch um die demokratischen Kosten gehen. Die waren in China entsetzlich hoch.“

Die 1967 geborene Carolin Emcke wurde unter anderem 2016 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
(Foto: Ot the CC Attribution-Share Alike 4.0 InternationaQuelle: FAZ, 30.043.21)


Mehr als 200 Verfahren zu Corona-Notbremse in Karlsruhe registriert

Die Flut der Beschwerden gegen die bundeseinheitliche Notbremse zur Eindämmung der Corona-Pandemie reißt einem Bericht zufolge nicht ab. Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe seien bis Donnerstagnachmittag 202 Verfahren eingereicht worden, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf einen Gerichtssprecher. Damit habe sich die Zahl seit Dienstag fast verdoppelt.

Die Verfassungsbeschwerden und Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung richten sich dem Bericht zufolge überwiegend gegen die Ausgangsbeschränkungen und die Kontaktbeschränkungen, teilweise aber auch gegen sämtliche Regelungen des neuen Infektionsschutzgesetzes. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Schäuble rügt Vorpreschen von Ländern bei Lockerungen für Geimpfte

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat das Vorpreschen einzelner Bundesländer bei Lockerungen für Geimpfte vor einer bundeseinheitlichen Regelung kritisiert. „Jetzt haben wir schon wieder den Zustand, dass sich eine Reihe von Ländern nicht an die Absprachen hält“, sagte der CDU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“.

Uneinheitliche Lösungen kurz nach dem Beschluss für eine bundeseinheitliche Corona-Notbremse würden die Bürger irritieren, „ein zu großes Maß an Unterschiedlichkeit kann Vertrauen zerstören“, betonte Schäuble. „Wie sollen die Bürger, die durch Corona allmählich ja auch müde und durch immer neue Informationen überflutet werden, das noch verstehen?“, fragte der Bundestagspräsident. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Scholz fordert bessere Bezahlung von Pflegekräften und Verkäuferinnen

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat zum Tag der Arbeit eine bessere Bezahlung etwa von Pflegekräften und Verkäuferinnen verlangt. „Der 1. Mai ist und bleibt ein wichtiger Feiertag“, sagte Scholz den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. „Er erinnert uns an die Würde der Arbeit.“ Wenn man eine bessere Bezahlung für die Pflegekräfte wolle, dann habe das Konsequenzen für die Pflegeversicherung. „Und wenn die Verkäuferinnen anständig entlohnt werden, wird sich das auf die Preise auswirken. Das müssen uns der Respekt und die Würde schon wert sein“, betonte der Bundesfinanzminister. Scholz forderte, den Mindestlohn auf „mindestens 12 Euro“ je Stunde anzuheben. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock fordert Tariflöhne in Pflegeheimen

Die Kanzler-Kandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hat sich für die Zahlung von Tariflöhnen in Pflegeheimen ausgesprochen. Laut Baerbock sollten Pflegeheime nur dann Geld aus der Pflegeversicherung erhalten, wenn sie ihren Beschäftigten mindestens Tariflöhne zahlen würden, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland vorab.

„Das Druckmittel ist so groß, dass sich die Pflegeheime daran halten und ihre Lohnstrukturen umstellen werden,“ so die Politikerin. Neben der Bezahlung müssten auch die Personalschlüssel verändert werden, die derzeit zu einer Unterbesetzung führten. Zudem seien eine 35-Stunden-Woche für Pflegekräfte und klare arbeitsrechtliche Regelungen nötig. Dies könne dazu beitragen, dass die Flucht aus dem Pflegeberuf gestoppt werde.(Quelle: TSP, 30.04.21)



Mehr als 400.000 Corona-Tote in Brasilien

Brasilien hat die Marke von 400.000 Corona-Toten überschritten. Seit Beginn der Pandemie sind 401.186 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Donnerstagabend hervorgeht. Nur in den USA wurden bislang mehr Tote als in Brasilien registriert.

Nach den Vereinigten Staaten und Indien verzeichnet das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas zudem mit 14.590.678 Fällen die meisten Infektionen. Erst vor rund 35 Tagen hatte Brasilien die Marke von 300.000 Corona-Toten überschritten, wobei vor allem die Zahl der Gestorbenen unter den 20- bis 39-Jährigen gestiegen ist.

Der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost, Schutzmaßnahmen und Einschränkungen lehnt er – aus wirtschaftlichen Gründen – weiterhin ab. Mittlerweile zieht Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel.

Am Dienstag nahm ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Arbeit auf, der Handlungen und Unterlassungen des Präsidenten in der außer Kontrolle geratenen Pandemie in Brasilien beleuchten soll. Bolsonaro wird unter anderem vorgeworfen, mögliche Lieferungen von Corona-Impfstoffen ausgeschlagen und verschleppt sowie Bundesmittel in der Pandemiebekämpfung veruntreut zu haben. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Bildungsgewerkschaft hat Zweifel an rascher Massenimpfung von Kindern

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht Hoffnungen über mögliche Impfungen von Kindern im Sommer mit Skepsis. GEW-Chefin Marlis Tepe sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, beim Tempo, das bisher allein für Schutzmaßnahmen an Schulen vorgelegt worden sei, falle es schwer, „sich vorzustellen, dass ab Juni Kinder und Jugendliche in so großem Stil geimpft sein könnten, um noch vor den Sommerferien größtenteils von Fern- und Wechselunterricht wieder auf Präsenzunterricht umzustellen“.

Es sei der Wunsch, dass es möglich sei, Kindern und Jugendlichen bald ein Impfangebot zu machen, machte Tepe klar. In welchem Zeitraum dies alles jedoch klappe, sei „noch viel Kaffeesatzleserei“. Zudem müssten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. „Aktuell hapert es noch gehörig am Gesundheitsschutz für Lehrende, Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern“, sagte Tepe. So hätten bis heute die meisten Lehrkräfte noch keine Anti-Covid-Spritze erhalten, selbst jene nicht, die einer Risikogruppe angehörten.

Der Impfstoffhersteller Biontech hatte am Donnerstag angekündigt, „in den nächsten Tagen“ bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung für sein Anti-Corona-Vakzins für 12- bis 15-Jährigen zu beantragen. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Frankreich registriert erste Fälle der indischen Coronavirus-Mutante

Frankreich hat erste Fälle der neuen Coronavirus-Variante B.1.617 registriert, die derzeit in Indien besonders präsent ist. Wie das französische Gesundheitsministerium in einer Erklärung mitteilte, handle es sich um drei mit der Variante infizierte Personen, die zuvor nach Indien gereist waren. (Quelle: TSP, 30.04.21)


Verordnungsentwurf: Bald keine Kontaktsperren mehr für Geimpfte

Das Bundesjustizministerium will vollständig Geimpfte und Genesene von den Kontakt- und Ausgangssperren befreien. Das geht aus einem Verordnungsentwurf aus der Behörde hervor, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Für Geimpfte wären dann Treffen in größerer Runde wieder möglich. Ausgangssperren in der Nacht würden für sie nicht mehr gelten. Der Entwurf sieht außerdem vor, dass Geimpfte oder Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt werden. Das würde bedeuten, dass sie zum Beispiel für einen Frisör- oder Zoo-Besuch keinen tagesaktuellen Corona-Test mehr brauchen. Der Entwurf aus dem Justizministerium ist aber noch nicht mit den anderen Ministerien abgestimmt. Dies soll in den kommenden Tagen passieren. (Quelle: NDR, 29.04.21)


Irland: Lockerungen angekündigt

Der irische Premierminister Micheál Martin hat angesichts einer stabilen Corona-Lage in Irland weitreichende Lockerungen angekündigt. „Wegen Ihrer harten Arbeit, sind wir nun in einer besseren Situation“, sagte Martin am Donnerstag in Dublin nach Angaben des Senders RTÉ. Ab dem 10. Mai dürfen die Iren im eigenen Land wieder reisen und sich draußen in Gruppen von sechs Personen treffen. Am gleichen Tag sollen auch erstmalig Friseure, Museen und Büchereien wieder öffnen dürfen.

Für den 17. Mai ist dann die Wiedereröffnung von Geschäften geplant, für Anfang Juni der Neustart für Hotels und Ferienwohnungen. Die Gastronomie muss sich – genauso wie Fitnessstudios und Schwimmbäder – noch bis zum 7. Juni gedulden.

Rund jeder fünfte Ire hat bereits mindestens eine erste Corona-Impfung erhalten. In den vergangenen 14 Tagen zählte das Land pro 100.000 Einwohner rund 114 Corona-Neuinfektionen. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


Gutachten: Verfrühte Impfung keine Vorteilsnahme von Klinik-Chef

Eine bereits im Januar erfolgte Corona-Impfung hat für Claus Eppmann, Chef des Klinikverbundes Aurich-Emden-Norden, nun doch keine Konsequenzen. Das hat der Klinik-Aufsichtsrat nach einem Gutachten entschieden. Um eventuelle Konsequenzen für den Klinik-Chef zu prüfen, hatten der Kreistag Aurich und der Rat der Stadt Emden das Gutachten in Auftrag gegeben. Der Gutachter Rechtsanwalt Prof. Dr. Martin Rehborn (Dortmund) bescheinigte dem Geschäftsführer „nur eine geringe Schuld“. Zwar habe er sich unberechtigt impfen lassen, noch bevor viele Ärzte, Ärztinnen und Pflegekräfte eine Spritze bekommen hatten. Doch habe er das weder verlangt noch forciert.

Die Impfung sei zwar rechtswidrig; es gebe aber keine Anhaltspunkte dafür, dass der Geschäftsführer der Trägergesellschaft seine Impfung selbst veranlasst oder auch nur wider besseren Wissens angenommen habe. Der Vorwurf der Vorteilsnahme treffe somit nicht zu. Auch handele es sich „nicht um vorsätzliche Verstöße“. Gleiches gelte für weitere leitende Verwaltungsmitarbeiter der UEK, die ebenfalls widerrechtlich geimpft worden waren.

„Unsere Entscheidung, einen neutralen und unabhängigen Gutachter mit der Untersuchung zu beauftragen, war der richtige Weg, um die kursierenden Gerüchte aufzuklären. Dieses Ziel wurde mit dem Gutachten erreicht“, teilten Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff als Vorsitzender des Aufsichtsrates und sein Stellvertreter, der Auricher Landrat Olaf Meinen, (beide parteilos) mit.

Man darf gespannt sein, ob das 64seitige Gutachten auch veröffentlicht wird. Am 4. Mai wird der Fachanwalt das Gutachten seine Ergebnisse auch in den öffentlichen Sitzungen des Kreistages und des Emder Stadtrates vorstellen.

📌 Vielleicht hätte man doch ein Strafrechtler fragen sollen und keinen Fachanwalt für Medizinrecht. Eine Vorteilsannahme gemäß § 331 StGB liegt dann vor, wenn ein Amtsträger, wozu der Chef des öffentlichen Krankenhauses zählt, für sich für die Dienstausübung einen Vorteil fordert, sich versprechen lässt _oder annimmt_. Angenommen hat der Chefarzt die Impfung ja wohl – oder? Kern der Korruption ist die Verknüpfung von Dienstausübung und Vorteilszuwendung durch eine zumindest stillschweigende Unrechtsvereinbarung, wobei bei der Vorteilsannahme kein Bezug zu einer konkreten Diensthandlung erforderlich ist. Man mag es nicht glauben, dass der Mann das Unrecht seiner Handlung nicht billigend in Kauf genommen hat. Die Juristen nennen dies Eventualvorsatz. Wer, wenn nicht der Chef eines Krankenhausverbundes, wusste um die Bedeutung der Impfpriorisierung.

Kurzum: Da bleibt ein richtiges Geschmäckle…

(Quelle: NDR, SZ, 29.04.21)


Lockdown in der Türkei

Zur Eindämmung der hohen Corona-Fallzahlen hat in der Türkei ein landesweiter Lockdown begonnen. Alle für den Grundbedarf nicht nötigen Geschäfte schlossen am Donnerstag um 19 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ). Die Menschen dürfen bis zum frühen Morgen des 17. Mai nur noch aus triftigen Gründen wie etwa zum Einkaufen auf die Straße. Dazu öffnen Supermärkte zu bestimmten Tageszeiten außer sonntags.

Von den Restriktionen nicht betroffen sind etwa der Bausektor und Betriebe, die für die Aufrechterhaltung von Produktion und Lieferketten wichtig sind. Touristen sind von den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen.

Es handelt sich um die strengste Maßnahme in der Türkei seit Beginn der Pandemie. Gewerkschafter halten den Lockdown aber dennoch für halbherzig. 70 Prozent der Arbeiter müssten etwa weiter in die Betriebe, sagte der Vorsitzende der linken Metallgewerkschaft (Metal-Is), Adnan Serdaroglu, der dpa. Es fehle zudem an staatlicher Unterstützung, kritisierte er. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte am Donnerstagabend finanzielle Unterstützung unter anderem für kleine Unternehmen an. Bedürftige Familien erhielten zudem eine Zahlung von 1100 TL (rund 113 Euro) pro Haushalt.

Der Verkauf von Alkohol ist während des Lockdowns verboten, was schon im Vorfeld für scharfe Kritik sorgte. Unter dem Hashtag #ickimedokunma (“Fass meinen Alkohol nicht an.“) brachten viele auf Twitter ihren Unmut zum Ausdruck. Ein Sprecher des Innenministeriums wies Vorwürfe zurück, dass die islamisch-konservative Regierung das Verbot aus ideologischen Gründen erlassen habe.

Zahlreiche Menschen verließen die Millionenmetropole Istanbul vor Beginn der Beschränkungen, um an die Küste oder aufs Land zu fahren. Folge waren lange Staus. Auch an Flughäfen und Busbahnhöfen herrschte reger Betrieb. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


Alkoholverbot für Teile von Lübecks Innenstadt ab morgen

Obwohl die Inzidenz in Lübeck aktuell unter dem Grenzwert von 50 liegt, hat die Stadt heute ein Alkoholverbot für Teile der Innenstadt verhängt. Von morgen an seien auf dem Klingenberg sowie in der Sandstraße der Ausschank und Verzehr von alkoholhaltigen Getränken untersagt, teilte die Hansestadt mit. Die Bereiche seien nach Erkenntnissen der Ordnungs- und Sicherheitsbehörden Treffpunkte für Personen, die dort regelmäßig Alkohol tränken, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Mindestabstände auch zu Dritten würden nicht eingehalten werden. Außerdem sei damit zu rechnen, dass sich bei steigenden Temperaturen immer mehr Menschen draußen aufhalten werden. Das widerspreche der derzeitigen Pandemiepolitik, das öffentliche Leben dort herunterzufahren, wo Zusammenkünfte entbehrlich seien. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts heute bei 48,5.
(Quelle: NDR, 29.04.21)


New York will zum 1. Juli vollständig öffnen, Theater im September

Die hart von der Corona-Pandemie getroffene US-Millionenstadt New York strebt zum 1. Juli eine „vollständige Wiedereröffnung“ an. Bars, Restaurants, Geschäfte, Fitnessclubs, Kinos und Museen könnten dann wieder zu hundert Prozent öffnen, erklärte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag. „Wir sehen jetzt das Licht am Ende des Tunnels“, sagte de Blasio. „Das wird ein fantastischer Sommer.“

Allerdings machte der Bürgermeister keine Angaben darüber, welche Sicherheitsvorkehrungen auch nach dem 1. Juli gelten könnten. Viele Corona-Beschränkungen wurden vom Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, verhängt.

Beide Politiker gehören der Demokratischen Partei an, haben aber ein schwieriges Verhältnis zueinander. De Blasio räumte am Donnerstag auf Nachfrage ein, dass er mit Cuomo noch nicht über seine Pläne einer „vollständigen Wiedereröffnung“ gesprochen habe. Auch sollen die meisten der weltberühmten Theater am Broadway erst im September öffnen.

De Blasio betonte, notwendig seien weitere Fortschritte bei der Impfkampagne in den kommenden Wochen. „Alle impfen zu lassen ist der Schlüssel.“ In der Metropole wurden schon 6,4 Millionen Impfdosen gespritzt. Rund 2,4 der 8,5 Millionen New Yorker sind durchgeimpft. Bis Ende Juni sollen es fünf Millionen New Yorker sein. Zuletzt ist das Tempo bei den Impfungen aber – wie in anderen Landesteilen – zurückgegangen. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


Live-Musik auf Burg Vischering

Dank des Status der Modellregion, für den sich der Kreis Coesfeld erfolgreich beworben hat, und der derzeitigen 7-Tage-Inzidenz ist es möglich: Ab 8. Mai erklingt endlich wieder Musik auf Burg Vischering. Insgeaamt drei Konzerte präsentiert der Fachdienst Kultur des Kreises Coesfeld im Innenhof der Vorburg Open Air, und auch für Kinder erwacht die Burg aus der kulturellen Event-Zwangspause der vergangenen Monate.
Den Auftakt der kleinen, aber feinen Konzertreihe „MaiKlang“ machen am 8. Mai die aus Nottuln stammenden Zwillingsbrüder und Gitarrenvirtuosen Michael und Thomas Hoene, das Hoene Duo, mit einer Mischung aus Jazz, Flamenco und Latin.

Am 22. Mai steht das Akkordeon-Duo Weles mit Tetiana Muchychka und Mihajlo Milosevic auf der Bühne und präsentiert ein energiegeladenes Konzert, das das Publikum auf eine spannende Reise durch unterschiedliche Epochen und Musikstile führt.

Das Multiphonic Saxophonquartett komplettiert die Reihe am 29. Mai und begeistert mit einem frischen und unterhaltsamen Mix aus Klassik, Pop, Jazz und Tango. Wie das Duo Weles zählen auch die Saxophonisten Silas Kurth, Oliva Nosseeck, Katrin Techloven und Luca Winkmann zum Musikerkreis, der durch die renommierte Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung gefördert wird.

Konzertbeginn ist jeweils um 18.30 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr. Karten sind nur online über Reservix erhältlich und kosten 10 Euro beziehungsweise ermäßigt 8,50 Euro. Besucher müssen am Abend selbst ein aktuelles negatives Corona-Testergebnis digital vorweisen können und den üblichen Maßnahmen der Kontaktdatenerfassung und des Social Distancing folgen.

Auch für Kinder startet im Mai wieder das burgeigene Kulturprogramm: Auf der Wiese mit Blick auf die beeindruckende Ritterburg steht am 30. Mai in der Zeit von 15 bis 16.30 Uhr Katapult- und Bogenschießen auf dem Programm. Wie gelang es den Burgbewohnern im Mittelalter, sich zu verteidigen, wenn die Feinde Feuerbälle und Hornissennester über die Burgmauern katapultierten? Am besten mit Pfeil und Bogen. Beim Kinderprogramm sind vor allem Geschicklichkeit und Konzentration gefragt, auch wenn am 30. Mai nur mit Bohnensäcken katapultiert und auf Strohscheiben gezielt wird.

Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und kostet 7,50 Euro pro Kind. Eine Kartenbuchung vorab über Reservix ist ebenso erforderlich wie die Vorlage eines aktuellen negativen Coronatests und die Kontaktdatenerfassung am Tag selbst.

Details zu MaiKlang, Kinderprogramm und weiteren kulturellen Veranstaltungen auf Burg Vischering sowie zur Buchungsmöglichkeit in Reservix finden Interessenten auf www.burg-vischering.de.
(Foto: Pixabay; Quelle: GN, 29.04.21)


Rekord: Mehr als 110.000 Impfungen am Tag in Niedersachsen

Das Corona-Impftempo hat in Niedersachsen einen neuen Höchststand erreicht. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht, wurden am Mittwoch landesweit 113.287 Impfungen gegen Covid-19 erfasst. Darunter waren rund 105.000 Erstimpfungen, von denen zwei Drittel in Arztpraxen und ein Drittel in den Impfzentren stattgefunden haben. Der bisherige Rekord lag bei rund 78.500 Impfungen an einem Tag. Mehr als jeder vierte Niedersachse (26,1 Prozent) hat mittlerweile mindestens die erste Spritze erhalten. Vollständig geimpft sind allerdings erst 6,7 Prozent der Bevölkerung.(Quelle: NDR, 29.04.21)


Pistorius appelliert, nicht in die Niederlande zu reisen

Die Niederlande haben trotz hoher Inzidenzwerte im dreistelligen Bereich die Corona-Maßnahmen gelockert. So dürfen dort nach einem viermonatigen strengen Lockdown die Außenbereiche der Cafés und Restaurants wieder öffnen. Außerdem ist Einkaufen ohne Termin möglich. Die Verlockung, insbesondere am 1. Mai einen Tagesausflug über die Grenze zu machen, könnte also bei den Menschen in der niedersächsischen Grenzregion groß sein. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Lokalpolitiker raten aber von Reisen ins Nachbarland ab. Die Bewegungsfreiheit müsse im Sinne des Infektionsschutzes vorerst noch eingeschränkt bleiben, sagte Pistorius. Dem schlossen sich im Verlauf des Tages auch die Landräte der Grenzregion an.

📌 Die trüben Wetteraussichten dürften mehr von einer Fahrt in den niederländischen Regen abhalten als der Hannoveraner Appell. (Foto: CC s. Archiv v. 11.3.13; Quelle: NDR, 29.04.21)


Frankreich: Präsident Emmanuel Macron will öffnen

Geschäfte, Kultureinrichtungen und Außenbereiche von Restaurants sollen nach dem Willen des französischen Präsidenten Emanuel Macron Mittte Mai schrittweise öffnen. Zum 19. Mai soll der Beginn der landesweiten Ausgangssperre von 19.00 Uhr auf 21.00 Uhr nach hinten verlegt werden. Zum 9. Juni soll die Sperrstunde dann erst um 23.00 Uhr beginnen. Dann sollen auch Cafés, Restaurants und Fitnessstudios komplett wieder öffnen dürfen. Die Corona-Lage in Frankreich ist weiter angespannt, hat sich aber zuletzt leicht verbessert.

Nach Angaben der Zeitung Le Parisien sollen nach dem 19. Mai sportliche Aktivitäten drinnen und draußen wieder erlaubt sein, Stadien dürfen öffnen. Ähnlich wie bei Kultureinrichtungen gebe es aber Beschränkungen bei den Besucherzahlen. Versammlungen von mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum bleiben demnach verboten; aktuell liegt die Zahl bei sechs.

Am 30. Juni soll die Ausgangssperre endgültig aufgehoben werden. Mit einer Art Gesundheitspass soll es möglich sein, an bestimmten Veranstaltungen teilzunehmen. Macron bestätigte außerdem, dass bestimmte Bewegungseinschränkungen zum 3. Mai aufgehoben werden sollen. Dazu gehört die aktuelle Regelung, sich ohne triftigen Grund nicht weiter als zehn Kilometer von ihrer Wohnung entfernen. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


US-Wirtschaft wächst stark

Trotz der Corona-Krise ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal solide gewachsen. In den ersten drei Monaten des Jahres nahm die Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet um 6,4 Prozent zu, wie am Donnerstag aus den Daten der amerikanischen Regierung hervorging. Kraftvolle Impulse kamen von den Verbrauchern. Auch die Investitionstätigkeit nahm deutlich zu.

Das Wachstum hat sich im Vergleich zum Vorquartal somit beschleunigt. Im vierten Quartal war die Wirtschaft noch um annualisiert 4,3 Prozent gewachsen. Die Entwicklung erklärt sich durch die Impffortschritte und die starke Stützung der Konjunktur durch Programme der Regierung. „Das Konsumfeuerwerk hat das Wachstum kräftig angeheizt“, sagt Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Die USA dürften ihr Vor-Corona-Niveau bei der Wirtschaftsleistung im laufenden zweiten Quartal überschreiten, prognostiziert er.

In den USA werden Wachstumszahlen für die Quartale stets auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben damit an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind. (Quelle: FAZ, 29.04.21)



Grafschafter Zahlen

Für Donnerstag hat die Kreisverwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim 44 weitere Corona-Infektionen bekannt gegeben. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert fällt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) leicht auf 182,3 (Mittwoch: 185,9). Aktuell gelten 422 Grafschafter als infiziert, das sind 22 mehr als am Tag zuvor.

Vor allem in der Niedergrafschaft steigen Infektionszahlen seit einigen Tagen zum Teil deutlich. Dies ist nach Angaben der Kreisverwaltung zurückzuführen auf Corona-Ausbrüche in Unternehmen, die in den Samtgemeinden Emlichheim und Neuenhaus sowie in der Gemeinde Wietmarschen beheimatet sind.

Die Gesamtzahl der Infizierten seit Pandemiebeginn liegt in der Grafschaft nun bei 4849, davon gelten 4314 Bürger als wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona liegt weiterhin bei 113. Von den 422 aktuellen Fällen entfallen 85 (-3) auf Nordhorn. (Quelle: GN, 29.04.21)


Schäuble an Abgeordnete: Lasst euch impfen!

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat die gut 700 Abgeordneten des Deutschen Bundestags zur Corona-Impfung aufgerufen. Eine Terminbuchung sei ab sofort über ein Buchungssystem der Bundestagsverwaltung möglich, teilte Schäuble den Abgeordneten am Donnerstag in einem Schreiben mit. Er hoffe sehr, dass mit dem Impfangebot ein wichtiger Schritt zur Normalisierung der parlamentarischen Arbeit getan werden könne, weil diese in besonderer Weise auch auf persönliche Kontakte angewiesen sei, schrieb der Bundestagspräsident. „Deswegen bitte ich Sie dringend darum, das Angebot anzunehmen, soweit Sie noch nicht geimpft sind.“

Mitglieder der Bundesregierung, des Bundestages, des Bundesrates und des Bundesverfassungsgerichts sollen ab der kommenden Woche die Möglichkeit zur Impfung in von der Bundeswehr betriebenen Impfzentren des Bundes oder bei der parlamentsärztlichen Stelle bekommen. Sie gehören wie auch Beschäftigte in Lebensmittelmärkten oder Busfahrer zur letzten Gruppe 3 (Personen mit erhöhter Priorität), die nun an die Reihe kommt, bevor die Impfung voraussichtlich im Juni für alle freigegeben wird. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Donnerstag, 29. April, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 1.843 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 21 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.281. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 235.608 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI auf 104,8 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 110,6). (Quelle: NDR, 29.04.21)


Niedersachsen: Tempo der Corona-Impfungen in Hausarztpraxen nimmt zu

Das Tempo der Corona-Impfungen in Niedersachsens Hausarztpraxen steigt. Seit Beginn der Impfungen in den Praxen am 7. April sei dort inzwischen über 340.000 Mal geimpft worden, sagte der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ). Am Dienstag habe es erstmals mehr als 40.000 Impfungen an einem Tag gegeben und mit den größer werdenden Impfstofflieferungen stiegen die Zahlen weiter an.
In der kommenden Woche erhalten die Praxen voraussichtlich 290.000 Impfdosen. Auch die Zahl der impfenden Praxen werde steigen, so die KVN. (Quelle: NDR, 29.04.21)


Biontech rechnet mit baldiger Impfstoffzulassung für Kinder

Der Mainzer Biotechkonzern Biontech rechnet mit einer baldigen Zulassung seines Corona-Impfstoffes für Kinder. „Wir haben die Studiendaten für die 12- bis 15-Jährigen in Amerika für die bedingte Zulassung eingereicht, in Europa sind wir in den letzten Zügen vor der Einreichung“, sagte Biontech-Gründer und -Chef Ugur Sahin dem „Spiegel“. Am kommenden Mittwoch solle bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung für Kinder ab zwölf Jahren beantragt werden. Bei den bereits in der EU zugelassenen Corona-Vakzinen vergingen zwischen Antrag und Zulassung einige Wochen. Anfang April hatten die Impfstoffpartner Biontech und Pfizer die Notfallzulassung für diese Altersgruppe in den Vereinigten Staaten eingereicht. Sowohl in Amerika als auch in der EU ist der Impfstoff bisher für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.

Die Mainzer und der amerikanische Konzern testen inzwischen das Vakzin auch bei Kindern ab dem sechsten Lebensmonat bis zum 11. Lebensjahr, im März wurden die ersten Kinder in dieser Studie geimpft. „Im Juli könnten erste Ergebnisse für die Fünf- bis Zwölfjährigen, im September für die jüngeren Kinder vorliegen, die Auswertung dauert etwa vier bis sechs Wochen“, sagte Sahin. „Wenn alles gut geht, können wir, sobald die Daten ausgewertet sind, in verschiedenen Ländern den Antrag auf Zulassung des Impfstoffs für alle Kinder der jeweiligen Altersgruppe einreichen.“

Ende März hatten Biontech und Pfizer von sehr hohen Antikörperantworten aus der Zulassungsstudie bei 12- bis 15-Jährigen berichtet. Der Impfstoff sei gut vertragen worden und habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gegen Covid-19 geboten. Pfizer-Chef Albert Bourla hatte die Hoffnung geäußert, vor Beginn des nächsten Schuljahres mit dem Impfen dieser Altersgruppe beginnen zu können. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


Lokale Inzidenzen heute;
Lingen(Ems): 93,2 (gestern: 113,3)
Meppen: 218,1 (237,9)
Papenburg: 98,0 (97,8)


Indien-Update

Indien hat mit 3645 Corona-Toten am Donnerstag einen neuen Höchstwert verzeichnet. Wie aus Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, liegt die Gesamtzahl der Toten in dem Land damit nun bei 204.832. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Mit fast 380.000 neuen Infektionsfällen binnen 24 Stunden wurde am Donnerstag zudem ein weiterer weltweiter Höchstwert erreicht. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


Lonza produziert mehr Moderna

Der Schweizer Arzneimittel-Auftragsfertiger Lonza baut die Produktionskapazität für den Covid-19-Impfstoff von Moderna aus. Im Schweizerischen Visp sollen drei zusätzliche Produktionslinien aufgebaut werden, wie Lonza am Donnerstag mitteilte. Das trage dazu bei, dass Moderna die weltweite Versorgung mit dem Impfstoff 2022 auf bis zu drei Milliarden Dosen hochschrauben könne, hieß es von der amerikanischen Biotechfirma. Die Lieferprognose für 2021 erhöhe Moderna auf 800 Millionen bis eine Milliarde Dosen. Am Lonza-Standort Visp werde die Produktionskapazität verdoppelt. Die drei neuen Produktionslinien sollen ihren Betrieb im früheren Verlauf von 2022 aufnehmen. Lonza betreibt bereits drei Produktionslinien in Visp und eine weitere im amerikanischen Portsmouth. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


Warum der Verfassungsschutz Querdenker beobachtet

Die bundesweite Beobachtung von Teilen der sogenannten Querdenker-Bewegung ist nach Darstellung des Verfassungsschutzes eine Folge der Radikalisierung von Aktivisten aus dieser Szene. „Die Pandemie hat neue, ernstzunehmende Entwicklungen hervorgebracht – wie wir am Protestgeschehen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Bundesregierung sehen“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, der Deutschen Presse-Agentur.

Als Frühwarnsystem habe das Bundesamt diese Entwicklung aufmerksam betrachtet und eine „zunehmende Radikalisierung einiger Akteure festgestellt“. Die Verfassungsschutzrelevanz habe sich in einer Weise verdichtet, die eine Beobachtung erforderlich gemacht habe. Haldenwang betonte jedoch, „dass unser Interesse hier nicht etwa einer kritischen Haltung von Protestteilnehmern gegenüber den staatlichen Maßnahmen gilt, sondern den Angriffen auf unsere Demokratie“. Durch die Möglichkeit, nachrichtendienstliche Mittel einzusetzen, werde nun die Aufklärung der relevanten Akteure und Teile der Bewegung möglich – „dies gilt auch im Hinblick auf finanzielle Aspekte“.

Das Bundesinnenministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der Verfassungsschutz einzelne Akteure und Teile der Corona-Protestbewegung bundesweit mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet. Grund dafür sei die von ihnen betriebene „verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“. (Quelle: FAZ, 29.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.736 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 264 neue Todesfälle verzeichnet. Am Donnerstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 29.518 Neuinfektionen und 259 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 154,9. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,6 angegeben, vor eine Woche hatte sie bei 161,1 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.357.268 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.975.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 82.544.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,90 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 29.04.21)


Niedersachsen: 5.260 CoViD-19-Tote

Über 5.200 Menschen in Niedersachsen sind seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gestorben – inzwischen aber steigt ihre Zahl langsamer. Die Zunahme bei den Todesfällen bewege sich „auf niedrigerem Niveau“, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. Im Januar und Februar seien landesweit teils 50 Corona-Opfer und mehr pro Tag gezählt worden, seit Anfang März seien es noch 20 – jeden Tag. Bei der Entwicklung spiele die Impfkampagne vermutlich eine wichtige Rolle – im Januar habe der Anteil der über 70-Jährigen an den Corona-Opfern bei 20 Prozent gelegen, derzeit seien es 5 Prozent.
Insgesamt starben in Niedersachsen bis zum Mittwoch 5.260 Menschen an oder mit Covid-19, die Zahl der nachgewiesenen Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg auf 233.766. Bundesweit waren es zu dem Zeitpunkt 82.280 Corona-Tote. (Quelle: NLGA, 29.04.21)


Neuinfektionen in Indien erneut auf Höchststand

Indien meldet mit 379.257 Fällen einen neuen Höchstwert bei der täglichen Zählung neuer Infektionen. Damit übersteigt die Gesamtzahl der Fälle die Schwelle von 18 Millionen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 3645 Todesfälle registriert. (Quelle: Tagesschau, 29.04.21)


Bundesregierung hat noch keine Daten über Alter von Intensivpatienten

Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis vom Durchschnittsalter der Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der FDP mit. Demnach müssen die Krankenhäuser zwar täglich ihre Behandlungskapazitäten sowie etwa die Zahl der entlassenen Patienten und Patientinnen übermitteln. „Daten über das (Durchschnitts-)Alter von Covid-19-Patientinnen und Covid-19-Patienten mit intensivmedizinischem Behandlungsbedarf“ fallen aber nicht darunter.

Die FDP-Abgeordnete Judith Skudelny, die die Anfrage gestellt hatte, kritisierte, dass die Regierung „in Zeiten, in denen Politik und Ethikkommission über eine Impf-Priorisierung diskutieren“, die Erhebung von simplen Zahlen mit hoher Bedeutung vernachlässige. Dazu gehöre auch das Alter der Intensivpatienten. „Das ist hanebüchen und wird dem erforderlichen Weitblick zur Pandemiebekämpfung nicht gerecht.“ In ihrer Antwort schreibt die Regierung indes, dass die Altersangaben der Patientinnen und Patienten mit intensivmedizinischem Versorgungsbedarf „in Kürze erhoben“ werden sollen, da das Alter nunmehr als relevant für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung in Krankenhäusern angesehen werde. (Quelle: Tagesschau, 29.04.21)


San Marino bietet Touristen Impfungen an – nur nicht EU-BürgerInnen

Die Republik San Marino bietet Touristen Impfungen gegen Covid-19 an. Wie die Zeitung „L’Economia“ weiter berichtet, beinhaltet das von der Regierung des Kleinstaates beschlossene Angebot zwei Impfdosen im Abstand von 21 Tagen für 50 Euro. Voraussetzung ist allerdings jeweils ein dreitägiger Aufenthalt in der ältesten Republik der Welt. Italiener und andere EU-Bürger sind von dem Angebot indes de facto ausgeschlossen.

Als Grund nennt der san-marinesische Tourismusminister Federico Amati die Tatsache, dass der in San Marino hauptsächlich verwendete Impfstoff das russische Präparat „Sputnik V“ ist. Dieses sei von der EU-Medikamentenbehörde EMA noch nicht zugelassen. Deswegen dürfen bereits immunisierte Bürger des Kleinstaats noch nicht in italienische Regionen mit hoher Inzidenz wie derzeit Sardinien reisen.

San Marino ist zwar mit Italien wirtschaftlich eng verknüpft, verwendet auch den Euro, ist aber nicht Mitglied der EU. Deswegen musste sich der Kleinststaat Impfstoffe selbst besorgen – und fand in Russland einen Lieferanten. Daher, so mutmaßt die Zeitung, sei das Angebot eher für Touristen aus Russland und anderen Nicht-EU-Staaten gedacht. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Kinder- und Jugendärzte fordern mehr Hilfen für junge Menschen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert wegen Folgen der Corona-Pandemie deutlich mehr Hilfen für junge Menschen. Verbandspräsident Thomas Fischbach bezeichnete die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung für ein „Aufholpaket“ für junge Menschen als nicht ausreichend. Der „Rheinischen Post“ (Donnerstag) sagte er: „Die Bundesregierung droht mit dem Aufholpaket die Chance zu verpassen, auch die psychische Entwicklung von Kindern außerhalb der Schulen zu fördern. Der Fokus liegt zu stark auf der Bekämpfung von Leistungsdefiziten.“

Er erklärte: „Wir Kinder- und Jugendärzte beobachten sehr häufig Entwicklungsstörungen und psychische sowie körperliche Erkrankungen, die direkt auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen sind.“ Insbesondere Kinder aus Familien, in denen die Eltern zu wenig Abwechslung böten oder sich nicht ausreichend kümmern könnten, blieben auf der Strecke. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Millionen-Hilfe für Indien aus den USA

Die USA stellen Indien im Kampf gegen den Ausbruch des Virus medizinische Produkte und Impfstoff im Wert von rund 100 Millionen Dollar zur Verfügung. „So, wie Indien den Vereinigten Staaten Hilfe geschickt hat, als unsere Krankenhäuser zu Beginn der Pandemie überlastet waren, sind die Vereinigten Staaten entschlossen, Indien in der Zeit der Not zu unterstützen“, schieb das Weiße Haus am Mittwoch in einem Informationsblatt zu der Hilfsaktion. Bis Ende kommender Woche sollen 1000 Sauerstoffflaschen, 15 Millionen N95-Masken und eine Million diagnostische Schnelltests an Indien geliefert werden. Zudem sei eine Bestellung der USA von AstraZeneca mit Grundstoffen zur Herstellung von Covid-19-Impfungen nach Indien umgeleitet worden. Damit könne das Land über 20 Millionen Einheiten des Impfstoffs produzieren. (Quelle: TSP, 29.04.21)


RKI: Indische Variante „nur vereinzelt“ in Deutschland nachgewiesen

Die Zahl der Nachweise der indischen Corona-Variante B.1.617 in Deutschland bleibt laut Robert Koch-Institut (RKI) relativ gering. Bisher sei sie „nur vereinzelt“, 22 mal, in untersuchten Proben entdeckt worden, heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend. In der Vorwoche hatte das Institut von 21 Funden gesprochen. Laut Bericht bleibt es hierzulande bei der Dominanz der besonders ansteckenden Variante B.1.1.7, die sich in den vergangenen Monaten rasch ausgebreitet hatte: Es sei „keine Abschwächung“ zu beobachten, schreibt das RKI über die in Großbritannien entdeckte Mutante.

Bei den beiden anderen als besorgniserregend eingestuften Varianten aus Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) bleiben die Anteile konstant gering, bei einem Prozent und weniger, wie aus den Daten hervorgeht. In Deutschland wird allerdings nur ein Bruchteil der Proben mit sogenannter Gesamtgenomsequenzierung auf Varianten untersucht.

Die indische Variante steht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung und ist im Gegensatz zu B.1.1.7, B.1.351 und P.1 nicht als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt, dafür fehlten gegenwärtig gesicherte Erkenntnisse. Bei Varianten geht es Experten um die Frage, ob eine verringerte Wirksamkeit der Immunantwort und/oder einer erhöhte Übertragbarkeit vorliegt. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Rufe nach bevorzugter Impfung für Eltern

Kinderärzte und der FDP-Familienpolitiker Grigorios Aggelidis fordern eine frühere Corona-Impfung für Eltern. „Wir müssen jetzt rasch einen Schutzwall um Kinder aufbauen, indem wir auch Eltern bevorzugt impfen“, sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. Es werde voraussichtlich noch Monate dauern, bis ein Impfstoff für Kinder zugelassen sei. Gleichzeitig erkrankten aber immer mehr jüngere Menschen. „Wir müssen jetzt handeln, um nach den Sommerferien eine Verbesserung für Kinder und Eltern zu erreichen“, forderte Aggelidis.

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, nannte es „sehr sinnvoll, Eltern vor kinderlosen Erwachsenen im selben Alter zu impfen“. Auch Kinder müssten geschützt werden, damit sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben könnten, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es geht dabei nicht nur um Schule und Kita, sondern auch um alles andere, was zum Leben eines Kindes oder Jugendlichen dazu gehört.“ (Quelle: TSP, 29.04.21)


Biden: USA versorgen erst sich und dann andere mit Corona-Impfstoff

Die USA werden Präsident Joe Biden zufolge andere Länder mit Corona-Impfstoffen versorgen, sobald es ausreichend Dosen für die eigene Bevölkerung gibt. Amerika werde für die Welt ein „Waffenlager für Impfungen“ sein, genauso wie die USA im Zweiten Weltkrieg das Zeughaus der Demokratie gewesen seien, sagte Biden am Mittwochabend (Ortszeit) in seiner ersten Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses.

Kein Land könne alleine mit der Pandemie fertig werden, betonte Biden. „Es gibt keine Mauer, die hoch genug wäre, jegliche Viren abzuhalten“, sagte er.

Bidens Regierung hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in den USA hat bislang mindestens eine Impfdosis erhalten. Seit dem Impfstart Mitte Dezember wurden rund 235 Millionen Impfdosen verabreicht.

Bislang haben die USA rund vier Millionen Dosen des noch nicht in den USA zugelassenen Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca an die Nachbarländer Mexiko und Kanada abgegeben. Zudem stellten die Vereinigten Staaten Indien Rohstoffe zur Herstellung von rund 20 Millionen Dosen zur Verfügung.

Biden wurde am 20. Januar vereidigt und ist am Donnerstag 100 Tage im Amt. Die erste Rede eines neu gewählten US-Präsidenten bei einer gemeinsamen Sitzung des Repräsentantenhauses und des Senats im US-Kapitol wird traditionell nicht als Rede zur Lage der Nation bezeichnet, die ansonsten jährlich erfolgt. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Linke-Politiker: Geimpfte bei Kontaktbeschränkungen nicht mitzählen

Für vollständig gegen Corona geimpfte Personen sollten nach Ansicht des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der Linksfraktion, Jan Korte, die Kontaktbeschränkungen gelockert werden. In einem Papier „zur Beschleunigung der Impfkampagne und der Rückkehr zur Normalität“ schlägt Korte vor, Geimpfte – genau wie zum Haushalt gehörende Kinder – bei der erlaubten Personenzahl privater Treffen drinnen und draußen nicht mitzuzählen, „weder als Einzelpersonen noch als eigener Haushalt“. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Ansonsten sollten für vollständig Geimpfte dieselben Regeln wie für negativ getestete Personen gelten, schreibt Korte. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.736 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 264 neue Todesfälle verzeichnet. Am Donnerstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 29.518 Neuinfektionen und 259 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 154,9. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,6 angegeben, vor eine Woche hatte sie bei 161,1 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.357.268 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.975.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 82.544.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,90 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 29.04.21)


Niedersachsen: 5.260 CoViD-19-Tote

Über 5.200 Menschen in Niedersachsen sind seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gestorben – inzwischen aber steigt ihre Zahl langsamer. Die Zunahme bei den Todesfällen bewege sich „auf niedrigerem Niveau“, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. Im Januar und Februar seien landesweit teils 50 Corona-Opfer und mehr pro Tag gezählt worden, seit Anfang März seien es noch 20 – jeden Tag. Bei der Entwicklung spiele die Impfkampagne vermutlich eine wichtige Rolle – im Januar habe der Anteil der über 70-Jährigen an den Corona-Opfern bei 20 Prozent gelegen, derzeit seien es 5 Prozent.
Insgesamt starben in Niedersachsen bis zum Mittwoch 5.260 Menschen an oder mit Covid-19, die Zahl der nachgewiesenen Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg auf 233.766. Bundesweit waren es zu dem Zeitpunkt 82.280 Corona-Tote. (Quelle: NLGA, 29.04.21)


Neuinfektionen in Indien erneut auf Höchststand

Indien meldet mit 379.257 Fällen einen neuen Höchstwert bei der täglichen Zählung neuer Infektionen. Damit übersteigt die Gesamtzahl der Fälle die Schwelle von 18 Millionen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 3645 Todesfälle registriert. (Quelle: Tagesschau, 29.04.21)


Bundesregierung hat noch keine Daten über Alter von Intensivpatienten

Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis vom Durchschnittsalter der Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der FDP mit. Demnach müssen die Krankenhäuser zwar täglich ihre Behandlungskapazitäten sowie etwa die Zahl der entlassenen Patienten und Patientinnen übermitteln. „Daten über das (Durchschnitts-)Alter von Covid-19-Patientinnen und Covid-19-Patienten mit intensivmedizinischem Behandlungsbedarf“ fallen aber nicht darunter.

Die FDP-Abgeordnete Judith Skudelny, die die Anfrage gestellt hatte, kritisierte, dass die Regierung „in Zeiten, in denen Politik und Ethikkommission über eine Impf-Priorisierung diskutieren“, die Erhebung von simplen Zahlen mit hoher Bedeutung vernachlässige. Dazu gehöre auch das Alter der Intensivpatienten. „Das ist hanebüchen und wird dem erforderlichen Weitblick zur Pandemiebekämpfung nicht gerecht.“ In ihrer Antwort schreibt die Regierung indes, dass die Altersangaben der Patientinnen und Patienten mit intensivmedizinischem Versorgungsbedarf „in Kürze erhoben“ werden sollen, da das Alter nunmehr als relevant für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung in Krankenhäusern angesehen werde. (Quelle: Tagesschau, 29.04.21)


San Marino bietet Touristen Impfungen an – nur nicht EU-BürgerInnen

Die Republik San Marino bietet Touristen Impfungen gegen Covid-19 an. Wie die Zeitung „L’Economia“ weiter berichtet, beinhaltet das von der Regierung des Kleinstaates beschlossene Angebot zwei Impfdosen im Abstand von 21 Tagen für 50 Euro. Voraussetzung ist allerdings jeweils ein dreitägiger Aufenthalt in der ältesten Republik der Welt. Italiener und andere EU-Bürger sind von dem Angebot indes de facto ausgeschlossen.

Als Grund nennt der san-marinesische Tourismusminister Federico Amati die Tatsache, dass der in San Marino hauptsächlich verwendete Impfstoff das russische Präparat „Sputnik V“ ist. Dieses sei von der EU-Medikamentenbehörde EMA noch nicht zugelassen. Deswegen dürfen bereits immunisierte Bürger des Kleinstaats noch nicht in italienische Regionen mit hoher Inzidenz wie derzeit Sardinien reisen.

San Marino ist zwar mit Italien wirtschaftlich eng verknüpft, verwendet auch den Euro, ist aber nicht Mitglied der EU. Deswegen musste sich der Kleinststaat Impfstoffe selbst besorgen – und fand in Russland einen Lieferanten. Daher, so mutmaßt die Zeitung, sei das Angebot eher für Touristen aus Russland und anderen Nicht-EU-Staaten gedacht. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Kinder- und Jugendärzte fordern mehr Hilfen für junge Menschen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert wegen Folgen der Corona-Pandemie deutlich mehr Hilfen für junge Menschen. Verbandspräsident Thomas Fischbach bezeichnete die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung für ein „Aufholpaket“ für junge Menschen als nicht ausreichend. Der „Rheinischen Post“ (Donnerstag) sagte er: „Die Bundesregierung droht mit dem Aufholpaket die Chance zu verpassen, auch die psychische Entwicklung von Kindern außerhalb der Schulen zu fördern. Der Fokus liegt zu stark auf der Bekämpfung von Leistungsdefiziten.“

Er erklärte: „Wir Kinder- und Jugendärzte beobachten sehr häufig Entwicklungsstörungen und psychische sowie körperliche Erkrankungen, die direkt auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen sind.“ Insbesondere Kinder aus Familien, in denen die Eltern zu wenig Abwechslung böten oder sich nicht ausreichend kümmern könnten, blieben auf der Strecke. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Millionen-Hilfe für Indien aus den USA

Die USA stellen Indien im Kampf gegen den Ausbruch des Virus medizinische Produkte und Impfstoff im Wert von rund 100 Millionen Dollar zur Verfügung. „So, wie Indien den Vereinigten Staaten Hilfe geschickt hat, als unsere Krankenhäuser zu Beginn der Pandemie überlastet waren, sind die Vereinigten Staaten entschlossen, Indien in der Zeit der Not zu unterstützen“, schieb das Weiße Haus am Mittwoch in einem Informationsblatt zu der Hilfsaktion. Bis Ende kommender Woche sollen 1000 Sauerstoffflaschen, 15 Millionen N95-Masken und eine Million diagnostische Schnelltests an Indien geliefert werden. Zudem sei eine Bestellung der USA von AstraZeneca mit Grundstoffen zur Herstellung von Covid-19-Impfungen nach Indien umgeleitet worden. Damit könne das Land über 20 Millionen Einheiten des Impfstoffs produzieren. (Quelle: TSP, 29.04.21)


RKI: Indische Variante „nur vereinzelt“ in Deutschland nachgewiesen

Die Zahl der Nachweise der indischen Corona-Variante B.1.617 in Deutschland bleibt laut Robert Koch-Institut (RKI) relativ gering. Bisher sei sie „nur vereinzelt“, 22 mal, in untersuchten Proben entdeckt worden, heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend. In der Vorwoche hatte das Institut von 21 Funden gesprochen. Laut Bericht bleibt es hierzulande bei der Dominanz der besonders ansteckenden Variante B.1.1.7, die sich in den vergangenen Monaten rasch ausgebreitet hatte: Es sei „keine Abschwächung“ zu beobachten, schreibt das RKI über die in Großbritannien entdeckte Mutante.

Bei den beiden anderen als besorgniserregend eingestuften Varianten aus Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) bleiben die Anteile konstant gering, bei einem Prozent und weniger, wie aus den Daten hervorgeht. In Deutschland wird allerdings nur ein Bruchteil der Proben mit sogenannter Gesamtgenomsequenzierung auf Varianten untersucht.

Die indische Variante steht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung und ist im Gegensatz zu B.1.1.7, B.1.351 und P.1 nicht als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt, dafür fehlten gegenwärtig gesicherte Erkenntnisse. Bei Varianten geht es Experten um die Frage, ob eine verringerte Wirksamkeit der Immunantwort und/oder einer erhöhte Übertragbarkeit vorliegt. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Rufe nach bevorzugter Impfung für Eltern

Kinderärzte und der FDP-Familienpolitiker Grigorios Aggelidis fordern eine frühere Corona-Impfung für Eltern. „Wir müssen jetzt rasch einen Schutzwall um Kinder aufbauen, indem wir auch Eltern bevorzugt impfen“, sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. Es werde voraussichtlich noch Monate dauern, bis ein Impfstoff für Kinder zugelassen sei. Gleichzeitig erkrankten aber immer mehr jüngere Menschen. „Wir müssen jetzt handeln, um nach den Sommerferien eine Verbesserung für Kinder und Eltern zu erreichen“, forderte Aggelidis.

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, nannte es „sehr sinnvoll, Eltern vor kinderlosen Erwachsenen im selben Alter zu impfen“. Auch Kinder müssten geschützt werden, damit sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben könnten, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es geht dabei nicht nur um Schule und Kita, sondern auch um alles andere, was zum Leben eines Kindes oder Jugendlichen dazu gehört.“ (Quelle: TSP, 29.04.21)


Biden: USA versorgen erst sich und dann andere mit Corona-Impfstoff

Die USA werden Präsident Joe Biden zufolge andere Länder mit Corona-Impfstoffen versorgen, sobald es ausreichend Dosen für die eigene Bevölkerung gibt. Amerika werde für die Welt ein „Waffenlager für Impfungen“ sein, genauso wie die USA im Zweiten Weltkrieg das Zeughaus der Demokratie gewesen seien, sagte Biden am Mittwochabend (Ortszeit) in seiner ersten Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses.

Kein Land könne alleine mit der Pandemie fertig werden, betonte Biden. „Es gibt keine Mauer, die hoch genug wäre, jegliche Viren abzuhalten“, sagte er.

Bidens Regierung hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in den USA hat bislang mindestens eine Impfdosis erhalten. Seit dem Impfstart Mitte Dezember wurden rund 235 Millionen Impfdosen verabreicht.

Bislang haben die USA rund vier Millionen Dosen des noch nicht in den USA zugelassenen Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca an die Nachbarländer Mexiko und Kanada abgegeben. Zudem stellten die Vereinigten Staaten Indien Rohstoffe zur Herstellung von rund 20 Millionen Dosen zur Verfügung.

Biden wurde am 20. Januar vereidigt und ist am Donnerstag 100 Tage im Amt. Die erste Rede eines neu gewählten US-Präsidenten bei einer gemeinsamen Sitzung des Repräsentantenhauses und des Senats im US-Kapitol wird traditionell nicht als Rede zur Lage der Nation bezeichnet, die ansonsten jährlich erfolgt. (Quelle: TSP, 29.04.21)


Linke-Politiker: Geimpfte bei Kontaktbeschränkungen nicht mitzählen

Für vollständig gegen Corona geimpfte Personen sollten nach Ansicht des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der Linksfraktion, Jan Korte, die Kontaktbeschränkungen gelockert werden. In einem Papier „zur Beschleunigung der Impfkampagne und der Rückkehr zur Normalität“ schlägt Korte vor, Geimpfte – genau wie zum Haushalt gehörende Kinder – bei der erlaubten Personenzahl privater Treffen drinnen und draußen nicht mitzuzählen, „weder als Einzelpersonen noch als eigener Haushalt“. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Ansonsten sollten für vollständig Geimpfte dieselben Regeln wie für negativ getestete Personen gelten, schreibt Korte. (Quelle: TSP, 29.04.21)



Niederländer in der Grenzregion freuen sich

Die Niederländer in der Grenzregion freuen sich über das Ende des strengen Lockdowns. Nach mehr als vier Monaten durften am Mittwoch die Geschäfte wieder öffnen. Auch die Außenbereiche der Cafés und Restaurants dürfen wieder öffnen, die abendliche Ausgangssperre wurde beendet.

Während die Lockerungen trotz hoher Inzidenz im Land auf der deutschen Seite der Grenze kritisch beäugt werden und hier vor Reisen in das Nachbarland gewarnt wird, standen ab 10.30 Uhr in Enschede die Menschen Schlange, um sich einen Platz in der Außengastronomie auf dem Oude Markt zu sichern. Diese durfte ab 12 Uhr wieder öffnen. „Ich bin euphorisch. Nach fast sieben Monaten können wir endlich wieder tun, was wir wollen“, wird ein Restaurant-Manager in der Tageszeitung „Tubantia“ zitiert. Und auch die Kunden freuen sich: „Darauf haben wir so lange gewartet. Es ist köstlich“, sagt ein Besucher. Viele Menschen ziehen von Terrasse zu Terrasse und hoffen, sich irgendwo einen Platz zu sichern.

Im Grenzort Tubbergen ist die Außengastronomie sogar von einem Pastor geweiht worden. Wie die „Tubantia“ berichtet, hatte Restaurantbesitzer Ruud Droste in der Nachbarschaft einen Pastor gefunden, der bereit war, die Terrasse feierlich wieder zu eröffnen. Die erste Runde für die Gäste ging aufs Haus.

Wer in den Niederlanden eine Außengastronomie besuchen will, muss sich an Regeln halten. Die Restaurants dürfen nur zwischen 12 und 18 Uhr öffnen. Außerdem müssen die Gäste vorab einen Platz reservieren. Dies kann online, telefonisch oder auch direkt an der Tür erfolgen, berichtet die „Tubantia“. Von den Besuchern wird erwartet, dass sie sich nur an ihrem reservierten Platz aufhalten. Wer den Platz verlässt, um beispielsweise zur Toilette zu gehen, muss einen Mundschutz tragen. (Quelle: GN. 29.04.21)


Debatte über Ausgestaltung von EU-Impfzertifikat

Zwischen dem EU-Parlament und den Mitgliedstaaten bahnt sich ein Streit über die Ausgestaltung des geplanten Impfzertifikats zum Reisen in Europa an. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Mittwoch in Brüssel für weitgehende Änderungen an den bisherigen Plänen. Aus Diplomatenkreisen kam scharfe Kritik. EU-Justizkommissar Didier Reynders mahnte zu konstruktiven Verhandlungen, um den Zeitplan bis zum Sommer nicht zu gefährden.

Die EU-Kommission hatte auf Wunsch der Mitgliedstaaten in der Corona-Pandemie die Einführung eines sogenannten grünen Zertifikats in die Wege geleitet. Es soll allen EU-Bürgern zugänglich sein, überall anerkannt werden und so das grenzüberschreitende Reisen erleichtern. Die Details müssen noch zwischen Parlament und Rat der Mitgliedstaaten ausgehandelt werden.

Die EU-Abgeordneten kritisieren besonders, dass die Mitgliedstaaten sich vorbehalten wollen, weiterhin auch nachweislich Corona-Geimpften oder negativ Getesteten beim Grenzübertritt Test- und Quarantänepflichten aufzuerlegen. Dies dürfe unter der EU-Regelung zum Impfzertifikat nicht gestattet sein, sagte die niederländische Liberale Sophie In’t Veld. „Was bringt denn sonst eine gemeinsame europäische Regelung?“

Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Mittwoch dafür, dass sich das Parlament in den Verhandlungen für diese Position einsetzen soll. Das Abstimmungsergebnis über die endgültige Verhandlungsposition des Parlaments soll Donnerstagmorgen vorliegen.

Weiterer Streit droht mit Blick auf russische und chinesische Impfstoffe. Grundsätzlich sollen nur Impfungen mit den in der EU zugelassenen Vakzinen in das Impfzertifikat eingetragen werden können. Die Pläne sehen bislang aber vor, dass Mitgliedstaaten auch andere Mittel akzeptieren können. Einige EU-Länder, vor allem Ungarn, verimpfen auch das russische Mittel Sputnik V und Impfstoffe chinesischer Produktion.

Die Abgeordneten wollen Impfstoffe ohne EU-Zulassung hingegen grundsätzlich ausschließen. Das sei eine Frage des Vertrauens in das System, sagte In’t Veld. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüft zwar eine Zulassung von Sputnik V, verwies bislang aber auf fehlende Informationen. Eine EU-Zulassung chinesischer Vakzine steht nicht ernsthaft zur Debatte. (Quelle: TSP, 28. Apr. 2021)



Niedersachsen: Landesgesundheitsamt veröffentlicht keine Corona-Zahlen mehr

Bislang veröffentlichten das Landesgesundheitsamt in Niedersachsen und das Robert-Koch-Institut (RKI) jeweils unabhängig voneinander ihre Corona-Zahlen. Damit ist seit Montag Schluss.
DasNieders. Landesgesundheitsamt veröffentlicht ab sofort keine eigenen Daten mehr für die Allgemeinheit auf seiner Internetseite. Bislang konnte man hier neben landesweiten Zahlen auch Angaben zu einzelnen Landkreisen einsehen. Dieses Angebot wurde nun eingestellt. Das bestätigte ein Sprecher unserer Redaktion. Auf der Seite des Amtes wird jetzt schlicht weiter verwiesen auf die Datenseite des bundeseigene Robert-Koch-Instituts in Berlin.

Die Angaben der beiden Behörden beispielsweise zum sogenannten Inzidenzwert (Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) lagen in der Vergangenheit teils weit auseinander. Dies hatte besonders im Zuge der jetzt in Kraft getretenen Veränderung des Infektionsschutzgesetzes – die sogenannte Corona-Notbremse – für Irritationen gesorgt.

Bei einer Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen soll beispielsweise von den örtlichen Kommunen Ausgangssperren zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens verhängt werden. In Niedersachsen speziell wechseln dann auch Schulklassen an weiterführenden Schulen vom Wechselunterricht ins Homeschooling.

Im Landkreis Hildesheim beispielsweise stellten sich die Schulen bereits auf einen Wechsel aufs digitale Lernen ein, weil die 100er-Inzidenz-Grenze nach den Daten der Landesbehörde überschritten war. Die RKI-Zahlen indes lagen noch unter 100. Weil nur noch die zählen, findet einstweilen weiter Präsenzunterricht im Wechselmodell in dem Landkreis statt. Mittlerweile liegt auch hier die RKI-Inzidenz über 100.

Die abweichenden Angaben begründete ein Sprecher des Landesgesundheitsamtes unter anderem mit den unterschiedlichen Auswertungszeitpunkten. So veröffentlicht das RKI um Mitternacht die neusten Inzidenzwerte. Bei der niedersächsischen Behörde war dies am frühen Vormittag der Fall – entsprechend höher waren die Inzidenzen tendenziell in Zeiten steigender Fallzahlen.

Die RKI-Zahlen wiederum sind aber Zahlen, die die Landesbehörde gemeldet hat. Technisch ist der Ablauf laut Landesgesundheitsamt wie folgt: Örtliche Gesundheitsämter registrieren die Corona-positiv Befunde und übermitteln sie mindestens einmal am Tag an das Landesgesundheitsamt. Von hier aus werden die Daten kontinuierlich bis 17.30 weitergemeldet an das RKI. An diesem Ablauf hat sich nichts geändert. (Quelle: GN, 28.04.21)


Italien-Update

Italien hat 344 tägliche Todesfälle durch Coronaviren gemeldet, ein Rückgang von 29 gegenüber dem Vortag, wobei die täglichen Infektionen auf 13.385 gegenüber 10.404 am Montag gestiegen sind.

Bisher hat Italien seit Beginn der Pandemie 120.256 Todesfälle durch Coronaviren registriert. Dies ist die zweithöchste Zahl in Europa nach Großbritannien sowie die weltweit siebthöchste. Das Land hat bisher 3,99 Millionen Infektionsfälle gemeldet.

Reuters berichtet, dass in den Krankenhäusern des Landes 19.860 Infizierte (Vortag: 20.312)behandelt werden, ohne diejenigen auf der Intensivstation.

Es gab 168 Neuaufnahmen auf Intensivstationen, gegenüber 177 am Dienstag. Die Gesamtzahl der Intensivpatienten ging von bisher 2.748 auf 2.711 zurück. (Quelle: The Guardian, 28.04.91)


Köln meldet zwei Fälle von Coronavirus-Mutante B.1.617

Die indische Coronavirus-Mutante ist erstmals auch in Köln nachgewiesen worden. Es gebe zwei Fälle, teilte die Stadtverwaltung am Mittwochabend mit. Es sind aber nicht die ersten in Deutschland, laut Robert Koch-Institut wurde die Variante bereits zuvor vereinzelt nachgewiesen. In der Domstadt werden seit einem Vierteljahr alle positiven Tests auf Virusvarianten untersucht. So wurden auch die aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien erkannt.

Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit der indischen Variante „B.1.617“. Zudem werde sie „mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht“. Es mangele aber an sicheren Erkenntnissen, um die Variante als „besorgniserregend“ einzustufen.

Die aus Indien stammende Variante B.1.617 wurde laut Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland in den Kalenderwochen 1 bis 14 bisher erst 21-mal festgestellt und steht seitdem unter Beobachtung.

In Indien sorgt eine heftige Infektionswelle für eine besonders dramatische Lage. Die dortige Virusvariante ist aus Sicht von Experten allerdings nur ein Faktor von mehreren für die vielen Ansteckungen in dem südasiatischen Milliardenstaat, auch die niedrige Impfquote dürfte eine Rolle spielen. (Quelle: TSP, 28. Apr. 2021)


LG Osnabrück: Sorge wegen Anhörungen

Corona stellt auch das Landgericht Osnabrück vor Herausforderungen. Besonders die Verfahren für psychisch erkrankte Menschen bereiten den Richtern wegen der körperlichen Nähe Schwierigkeiten.

Der Grund: Sollen Richter anordnen, dass ein psychisch Erkrankter einen Betreuer bekommt, der sich beispielsweise um seine Finanzen kümmert oder dass ein Erkrankter in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird, dann ist eine persönliche Anhörung vor Gericht Pflicht. Enge Kontakte oder gar Übergriffe könnten bei solchen Treffen jedoch nicht ausgeschlossen werden, sagt die Vorsitzende Richterin am Landgericht, Dagmar Kubillus. Eine knifflige Lage in Zeiten von Corona. Jedoch: Per Video oder gar schriftlich sei es auch nicht möglich zu beurteilen, ob jemand beispielsweise zu Gewaltausbrüchen neige.

Gleichzeitig ist laut Kubillus die Zahl der Fälle, in denen eine richterliche Anhörung nötig wird, in den vergangenen Monaten gestiegen. Aber auch andere Verfahren beschäftigten das Landgericht Osnabrück erheblich: die VW-Abgasaffäre beispielsweise oder die bandenmäßige Kriminalität. Auch deshalb wurden nun zwei neue Richterstellen geschaffen. Jetzt will sich das Gericht intensiv damit beschäftigen, wie Anhörungen oder Prozesse, bei denen Vor-Ort-Termine nötig sind, coronakonform ablaufen können. (Quelle: NDR, 28.04.21)


Sputnik V soll in Mexiko hergestellt werden

Der nicht unumstrittene russische Coronavirus-Impfstoff Sputnik V soll auch in Mexiko hergestellt werden. Das erklärten die Außenminister beider Länder, Marcelo Ebrard und Sergej Lawrow, in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Moskau. Die Produktion könnte schon im Mai beginnen, wie Russlands staatlicher Direktinvestmentfonds RDIF im Twitter-Konto, das den Namen des Impfstoffes trägt, schrieb. In Mexiko werden bisher die Impfstoffe von Astra-Zeneca und Cansino – für den Gebrauch in Lateinamerika beziehungsweise in Mexiko – abgefüllt. Insgesamt sechs Präparate sind in dem nordamerikanischen Land für den Notfallgebrauch zugelassen.

Als erstes Land Lateinamerikas begann Argentinien vor wenigen Tagen mit der Herstellung von Sputnik V. In Brasilien hingegen untersagte am Montag die zuständige Behörde die Einfuhr des russischen Mittels, weil es an Daten zu Qualitätskontrolle, Sicherheit und Wirksamkeit fehle. Sputnik ist nach Angaben aus Moskau bereits in 62 Ländern zugelassen. Auch Deutschland führt Gespräche über mögliche Lieferungen des Impfstoffs. (Foto: CC S. Archiv v. 21.2.21; Quelle: FAZ, 28.04.21)


Niederlande öffnen Terrassen von Cafés trotz hoher Corona-Zahlen

Nach einem monatelangen Lockdown haben die Niederlande am Mittwoch eine Ausgangssperre aufgehoben und Geschäfte, Cafés und Restaurants wieder geöffnet. Auf Außenterrassen durften zwischen 12 und 18 Uhr unter Corona-Auflagen wieder Gäste bewirtet werden. Die Infektionszahlen unter den über 17 Millionen Einwohnern des Landes sind weiterhin hoch, Ministerpräsident Mark Rutte setzt jedoch auf die Beschleunigung der zunächst schleppend angelaufenen Impf-Kampagne.

Die Niederlande schließen sich damit weiteren europäischen Staaten an, die jüngst ihre Pandemie-Maßnahmen gelockert hatten, darunter Großbritannien, Italien, Portugal und die Schweiz. Die Gesundheitsbehörden registrierten durchschnittlich 7700 Neuinfektionen pro Tag in der vergangenen Woche, am Mittwoch waren es 8713 neue Fälle.

„Es fühlt sich toll an, wieder da zu sein“, sagte der 25-jährige Jonathan den Hoed in einem Café in Den Haag. „Es gehört zu den Niederländern, draußen auf den Terrassen zu sein und nach der Arbeit mit Freunden auszugehen und zu trinken und zu essen.“ Die nächtliche Ausgangssperre war in den Niederlanden im Januar verhängt worden, die Cafés und Restaurants waren seit rund sechs Monaten geschlossen. (Quelle: TSP, 28. Apr. 2021)


Söder hat erste Corona-Impfung erhalten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54) hat sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Der CSU-Chef sei bereits in der vergangenen Woche von seinem Hausarzt in Nürnberg geimpft worden, sagte am Mittwoch eine Sprecherin der Staatsregierung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Söder hatte bereits in den vergangenen Monaten immer wieder darauf hingewiesen, er werde sich impfen lassen, sobald dies nach der Impfverordnung möglich sei.

Die Mitglieder der bayerischen Staatsregierung gehören laut der Impfpriorisierung des Bundes als Verfassungsorgan zur Prioritätengruppe 3. Da diese Gruppe in Nürnberg bereits zu Impfungen geladen wird, konnte sich auch Söder eine Spritze mit dem zum damaligen Zeitpunkt in der Praxis vorrätigen Präparat des Herstellers Biontech verabreichen lassen. (Quelle: TSP, 28. Apr. 2021)


Reiche Staaten sollen Überbestellung von Impfstoffen abgeben

Fachleute für die weltweite Corona-Impfkampagne haben mehr Anstrengungen auf dem Weg zu einer globalen Herdenimmunität gefordert. Dazu müssten die wohlhabenden Staaten überzählige Impfstoff-Bestellungen an die ärmeren Staaten abgeben, forderten Vertreter internationaler Organisationen am Mittwoch bei einer Expertenrunde, die die Entwicklungsorganisation One organisiert hatte.

Inzwischen hätten sich die reichen Industrieländer insgesamt 1,9 Milliarden Impfdosen mehr gesichert, als sie für eine Herdenimmunität in den eigenen Staaten benötigten, sagte One-Geschäftsführer Tom Hart. Eine Analyse zeige, dass zum Ende des Sommers alle G7-Staaten ihre Bedürfnisse erfüllt hätten und dann Lager mit Überkapazitäten aufbauen würden. Aus einem Absichern dürfe kein Horten werde. „Die nächsten sechs Wochen sind entscheidend“, sagte er. Vom richtigen Vorgehen hänge ab, ob man die Pandemie in den kommenden sechs Monaten besiegen könne.

Je länger die Pandemie dauere, desto größer sei die Gefahr gefährlicher Mutanten, warnte der Vorstandsvorsitzende der Impfallianz Gavi, Jose Manuel Barroso. „Wir müssen dringend schneller vorankommen.“ Er verwies auf die solidarische Impfinitiative Covax, ohne die vier Milliarden Menschen keinen Zugang zu Corona-Schutzimpfungen bekommen könnten.

Die Geschäftsführende Direktorin des Programms der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS), Winnie Byanyima, forderte, es dürfe nicht Unternehmen überlassen bleiben zu entscheiden, wieviel Vakzin produziert werde und an wen es verkauft werde. Sie forderte, Technologien mit den Entwicklungsländern zu teilen. Der Präsident der Rockefeller-Stiftung, Raj Shah, sagte, die Infektionszahlen seien weltweit auf einem Hoch. „Wir lassen zu, dass ein weltweiter Brutkasten für neue Varianten die ersten Erfolge gefährdet“, warnte er. Nötig sei weltweite Herdenimmunität, die erreicht sei, wenn in den Bevölkerungszentren 70 Prozent der Menschen geimpft seien. (Quelle: TSP, 28. Apr. 2021)


Corona-Zuschläge für Arme werden ausgezahlt

Im Mai werden die im Februar vereinbarten Corona-Zuschläge für Bedürftige und für Kinder in Höhe von jeweils 150 Euro ausgezahlt. Dies kündigt die Bundesagentur für Arbeit nun an. Die Bundesregierung hatte den einmaligen Corona-Zuschlag für etwa 3,8 Millionen Arbeitslose, Ältere und Behinderte in der Grundsicherung Anfang Februar auf den Weg gebracht. Dies soll Mehraufwendungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ausgleichen. Familien, die im Mai 2021 Anspruch auf Kindergeld haben, bekommen zudem einen Kinderbonus von 150 Euro.

Auch das war von der Koalition Anfang Februar vereinbart worden. Die Einmalzahlung wird nicht auf Sozialleistungen angerechnet. Derzeit dringt die SPD auf einen weiteren Kinderbonus von 100 Euro im Rahmen eines Corona-Aufholpakets im Bildungsbereich, das nächste Woche im Kabinett sein soll. (Quelle: FAZ, 28. Apr. 2021)


Schweiz will ab Juli Großveranstaltungen zulassen

In der Schweiz könnten von Juli an wieder Großveranstaltungen mit bis zu 3000 Personen möglich werden. Zur Bedingung macht die Regierung in ihrem Vorschlag unter anderem, dass nur geimpfte, negativ getestete oder von Covid-19 genesene Personen an solchen Veranstaltungen teilnehmen. Ab September soll die Obergrenze dann auf 10.000 Personen angehoben werden. Ob Großveranstaltungen tatsächlich durchgeführt werden können, will die Regierung zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Sie stellt deshalb fünf Millionen Franken bereit, um Veranstalter bei einer kurzfristigen Absage zu unterstützen. (Quelle: FAZ, 28.04.21)


Verwaltungsgericht Bremen: Dauerzeltlager von Klimaaktivisten erlaubt

Das Verwaltungsgericht Bremen hat ein Dauerzeltlager von Klimaschützern vor dem Rathaus der Hansestadt erlaubt. Die Aktivisten hatten mit einem Eilantrag gegen die Auflagen der Polizei Erfolg, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Ihr Klimacamp Bremen hatte am vergangenen Freitag begonnen. Die Innenbehörde machte aber zur Auflage, dass keine Zelte zum Übernachten und keine Bühne aufgestellt werden. Sie begrenzte die in der Perspektive auf ein Jahr angelegte Aktion bis zum 7. Mai.
Die Kammer sah das Protestcamp und damit auch die Zelte von der Versammlungsfreiheit geschützt sei. Es sei eine „neuartige Form der kollektiven Meinungskundgabe“. Gerade durch die dauerhafte Präsenz werde an der öffentlichen Meinungsbildung teilgenommen. Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung sei für den Zeitraum bis zum 7. Mai nicht anzunehmen. Gegen den Beschluss kann Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht erhoben werden. (VG Bremen, Beschl. v. 28.04.21; Aktz 5 V 807/21) (Quelle: GN, 28.04.21)


Grafschafter Zahlen

Für Mittwoch meldet die Kreisverwaltung der Grafschaft Bentheim 48 neue Corona-Fälle Landkreis. Damit gelten aktuell 400 Grafschafter als nachweislich infiziert – 24 mehr als am Dienstag.
Der Sieben-Tage-Inzidenzwert verharrt auf dem hohen Niveau der vergangenen Tage und liegt nun bei 185,9. Dieser Wert wird ab sofort nicht mehr vom Landesgesundheitsamt mitgeteilt, sondern nur noch vom Robert Koch-Institut. Damit sollen Irritationen vermieden werden. In der Vergangenheit hatten beide Behörden aufgrund verschiedener Meldezeitpunkte unterschiedliche Inzidenzwerte bekannt gegeben. Der Nachteil der RKI-Zahlen lieg an ihrer fehlenden Aktualität. es kann schon drei bis vier Tage dauern, bis Zahlen aus den Landkreisen beim RKI vorliegen.

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie klettert in der Grafschaft auf 4.805. 4.292 Bürger gelten als wieder genesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 liegt seit Sonntag bei 113. In Quarantäne befinden sich aktuell 1.046 Grafschafter, etwas weniger als am Dienstag (1.055) und am Montag (1.080).

Vo den 400 aktuellen Corona-Fälle in der Grafschaft Bentheim entfallen 88 (-1) auf die Stadt Nordhorn. (Quelle: GN, 28.04.21)


Frauen und Berufseinsteiger spüren Krise am Stärksten

Frauen und Berufseinsteiger spüren einer Umfrage zufolge die Folgen der Corona-Krise am stärksten. Vor allem in Spanien und Italien sind das persönliche Sicherheitsgefühl und die Zuversicht der Menschen in die Zukunft von der Pandemie beeinträchtigt, wie aus einer am Mittwoch vorgelegten Erhebung des Versicherungskonzerns Allianz unter 5000 Personen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien hervorgeht. Frauen und jüngere Menschen empfinden demnach eine größere Unsicherheit rund um ihre finanzielle Situation als Männer. „Das macht eine Überwindung von geschlechterbedingten Ungleichheiten noch dringlicher“, erklärte Allianz-Vorständin Renate Wagner.

Bei Frauen ist laut Umfrage auch das Vertrauen in die politische und gesellschaftliche Stabilität geringer als bei Männern – und Frauen machen sich generell mehr Sorgen um ihre Gesundheit. Ferner schultern deutsche und britische Frauen auch einen größeren Teil der Kinderbetreuung. In Deutschland nimmt mehr als die Hälfte der Frauen (54 Prozent) die Kinderbetreuung als eine größere Herausforderung wahr als vor der Pandemie. Jede fünfte Frau gibt an, dass dies viel schwieriger geworden sei. Bei den deutschen Männern sieht das nur rund jeder achte so.

Mehr als die Hälfte aller Befragten unter 30 Jahren sind sich der Umfrage zufolge aufgrund der Virus-Krise unsicher, ob sie nach ihrem Studienabschluss einen Job finden. Die Zahlen in Spanien und Italien sind mit 69 beziehungsweise 70 Prozent am höchsten. In Deutschland trifft dies nur auf rund 51 Prozent zu. Über alle Länder hinweg hat die jüngere Generation am häufigsten das Gefühl, dass sich ihre Karrierechancen verschlechtert haben. Die Älteren, die sogenannten Baby-Boomer, hingegen befürchten wenig bis keine Veränderungen. (Quelle: FAZ, 28.04.21)


WHO besorgt: Impfkampagnen gegen andere Krankheiten unterbrochen

Wegen der Corona-Krise sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Impfkampagnen gegen zahlreiche andere Krankheiten unterbrochen worden. Rund 228 Millionen ungeimpfte Menschen in 50 Ländern, die meisten davon Kinder, seien nun von schweren Krankheiten wie Masern, Gelbfieber und Polio tödlich bedroht, teilte die WHO mit.

Die Corona-Krise habe zu Engpässen bei der Lieferung und der Verabreichung von Impfstoffen geführt, hieß es. Rund 60 Routine-Impfkampagnen seien verschoben oder ausgesetzt worden, viele davon um mehr als ein Jahr. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte die Weltgemeinschaft auf, Routine-Impfkampagnen zum Schutz gegen Masern und andere Krankheiten zu gewährleisten.

Tedros kündigte eine neue Impf-Strategie an, um 50 Millionen Menschenleben bis 2030 zu retten, drei Viertel davon in Entwicklungsländern. Ein Ziel sei es, dass mindestens 90 Prozent aller Menschen in ihrer Kindheit und Jugend die wichtigsten Impfungen erhalten. Die WHO will den Plan mit dem Kinderhilfswerk UNICEF und anderen Partnern umsetzen.(Quelle: FAZ, 28.04.21)


Ugur Sahin zu Mutanten und Herzmuskelentzündungen

Biontech-Chef Ugur Sahin hat am Mittwoch in Berlin bekanntgegeben, dass der in Kooperation mit dem amerikanischen Pharmakonzern Pfizer entwickelte Impfstoff Tests zur Wirksamkeit gegen die in Indien grassierende Corona-Mutation unterzogen werde. Sahin sei aber „zuversichtlich“, dass der von seinem Unternehmen gemeinsam mit dem Pharmakonzern Pfizer entwickelte Wirkstoff auch gegen die in Indien aufgetretene Variante wirke.

Die indische Mutation zeichne sich durch Veränderungen aus, die bereits aus anderen Corona-Variationen bekannt seien, erläuterte Sahin. Gegen diese wirke der Impfstoff. Insgesamt hätten Biontech und Pfizer inzwischen schon mehr als 30 Corona-Varianten getestet, sagte der Firmengründer. Bei fast allen funktioniere er genau so gut wie bei der Ursprungsform. Auch in den Fällen, in denen die Immunantwort schwächer ausfalle, sei sie ausreichend.

Zudem will das Unternehmen Berichte über Fälle von Herzmuskelentzündungen aus Israel nach der Impfung mit seinem Covid-19-Impfstoff prüfen. Biontech habe diese Informationen aus Israel gesehen und um weitere Details dazu gebeten, sagte Sahin. „Wir haben bis jetzt keinen Hinweis auf gehäufte Fälle dieser Herzmuskelentzündungen.“ Daten aus den Vereinigten Staaten oder Deutschland hätten bisher kein ungewöhnliches Auftreten gezeigt. Am Wochenende war bekannt geworden, dass das israelische Gesundheitsministerium Fälle von Herzmuskelentzündung in Verbindung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und seinem Partner Pfizer untersucht.

Sahin gab auch seine Einschätzung bekannt, dass er in Europa bis Ende des Sommers mit dem erreichen der sog. Herdenimmunität rechne. (Quelle: FAZ, TSP, 28.04.21)


LG München: Staat muss keine Entschädigung zahlen

Der Staat muss von Corona-Maßnahmen betroffenen Unternehmern keine Entschädigung jenseits der Soforthilfen zahlen. Das Landgericht München I wies am Mittwoch zwei Klagen gegen den Freistaat Bayern ab. Die 15. Zivilkammer sah weder auf Basis des Infektionsschutzgesetzes noch auf einer anderen gesetzlichen Grundlage einen Anspruch auf den geforderten Schadenersatz gegeben. Die Entscheidungen sind noch nicht rechtskräftig, einer der beiden Kläger hat bereits angekündigt, Rechtsmittel einzulegen.

Geklagt hatten die Betreiberin einer Kartbahn sowie der Betreiber einer Musik- und Filmproduktion. Beide hatten Soforthilfen erhalten, wollten aber auch für entgangene Einnahmen während der Schließungen in der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 entschädigt werden.

Die Forderungen in den Klagen waren mit rund 11.000 beziehungsweise 6000 Euro überschaubar. Im Erfolgsfall hätte dem Freistaat allerdings eine Welle ähnlicher Klagen gedroht. Alleine beim Landgericht München I ist bereits ein gutes Dutzend weiterer solcher Klagen anhängig. Dem Finanzministerium waren zuletzt Klagen mit Gesamtforderungen von mehr als 300.000 Euro bekannt. (LG München I, Urt. v. 28.04.21, Az. 15 O 7232/20, Az. 15 O 10858/20)
(Quelle: FAZ, 28.04.21)


„Wir können diese Pandemie nur gemeinsam eindämmen. China und Deutschland können dabei eine wichtige Rolle spielen.“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat China im Kampf gegen die Corona-Pandemie zum Dialog über die gegenseitige Anerkennung von Impfstoffen aufgerufen. „Wir können diese Pandemie nur gemeinsam eindämmen. China und Deutschland können dabei eine wichtige Rolle spielen“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin zum Auftakt der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie online organisiert wurden.

Merkel regte an, offen und transparent über die Impfstoffproduktion zu sprechen sowie darüber, die Impfstoffe möglichst auch gegenseitig anzuerkennen, „zumindest bei der Weltgesundheitsorganisation, um so den Kampf gegen das Virus zu gewinnen“.

Die Beratungen sind die sechste Auflage der seit 2011 alle zwei Jahre in diesem großen Format stattfindenden Gespräche zwischen Deutschland und China, in deren Rahmen auch die Mitglieder der Kabinette zu Beratungen zusammenkommen. In Peking stand auch ein Wirtschaftsforum mit Unternehmensvertretern auf dem Programm. (Foto CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: FAZ, 28.04.21)


Spanien öffnet ab Juni für Touristen

Die Regierung in Spanien plant, die Landesgrenzen für ausländische Touristen von Juni an wieder zu öffnen. Voraussetzung für die Einreise sei jedoch der Nachweis eines digitalen Impfzertifikates, sagte der spanische Tourismusbeauftragte Fernando Valdés am Dienstag. Das berichtet die britische Zeitung „The Guardian“. Neben einem vollumfänglichen Impfschutz soll aber auch ein negativer Corona-Test oder der Nachweis über eine Genesung von dem Coronavirus für die Einreise in das Land genügen.

Bereits im Mai soll zu diesem Zweck ein Pilotprojekt in dem Mittelmeerland starten, um die technischen Voraussetzungen zu testet. Valdés betonte, durch die spanische Impfkampagne und dem geplanten Impfzertifikat sei man dieses Jahr wesentlich besser auf touristischen Besuch eingestellt, wie noch im Jahr 2020.

Spaniens Wirtschaft beruht zu 12 Prozent auf Einnahmen von Tourismus. Im vergangenen Jahr vernichtete Corona fast 623.000 Arbeitsplätze, die meisten davon im Dienstleistungssektor. Gut 2,6 Millionen Stellen hängen hier von den Urlaubern ab. Ohne die Kurzarbeit für 720.000 Spanier, die bis Ende Mai verlängert wurde, wäre die Lage noch viel schlimmer. Jeder vierte Spanier unter 25 Jahren ist jedoch schon arbeitslos. Laut der Hilfsorganisation Oxfam sind in Spanien 790.000 Menschen in schwere Armut geraten und leben von weniger als 16 Euro am Tag. (Quelle: FAZ, 28.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch, 28. April, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 1.118 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 18 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.260. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 233.766 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI auf 110,6 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 120,0). (Quelle: NDR, 28.04.21)


Einmalgeimpfte sind „deutlich weniger ansteckend“

In der Diskussion um die Rechte von Geimpften in der Coronavirus-Pandemie hat eine Studie der Oxford-Universität in Großbritannien interessante Zahlen vorgelegt: Demnach sind bereits nur einmal Geimpfte, die sich selbst nach der ersten Dosis noch mit dem Coronavirus infizieren, deutlich weniger ansteckend für andere Haushaltsmitglieder als Ungeimpfte. Für die Studie wurden 24.000 Haushalte untersucht, in denen sich ein bereits einmal Geimpfter mit dem Virus infizierte.

Die Studie bezieht sich sowohl auf Erstimpfungen mit den Vakzinen von AstraZenaca als auch von BioNTech/Pfizer. Wer sich innerhalb von drei Wochen nach der ersten Dosis mit dem Coronavirus infiziere, gebe die Infektion zwischen 38 und 49 Prozent weniger wahrscheinlich an andere Haushaltsmitglieder weiter als Ungeimpfte, heißt es in der Studie.

Die Studie wertete Daten von mehr als 57.000 Kontakten in 24.000 Haushalten aus, in denen es eine Person mit einer vom Labor bestätigte Corona-Infektion nach der ersten Impfung gab. Diese wurden verglichen mit den Daten von knapp einer Million ungeimpften Kontakten. (Quelle: FAZ, 28.04.21)


BKA warnt vor Todeslisten auf Telegram

Im Messengerdienst Telegram kursieren laut einer Warnung des Bundeskriminalamtes (BKA) Todesdrohungen gegen Mitglieder des Bundestages, die vorige Woche für die bundeseinheitliche Regelung der Corona-Notbremse gestimmt haben. Das BKA sehe darin „erstmal keine Gefährdung für Abgeordnete“, informierte die Sicherheitsbeauftragte der SPD-Fraktion die Mitglieder ihrer Fraktion in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Das öffentlich zugängliche namentliche Abstimmungsergebnis sei über Telegram als Dokument mit der Bezeichnung „Todesliste deutscher Politiker“ veröffentlicht worden. (Quelle: FAZ, 28.04.21)


Giffey will mobile Impfteams in Problem-Stadtteilen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich für mobile Impfteams in benachteiligten Stadtteilen ausgesprochen. „Wenn zusätzlich mit mobilen Teams gearbeitet werden kann, würde ich das absolut befürworten. Zunächst einmal ist Aufklärungsarbeit wichtig“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“.

Bei vielen Menschen gebe es Vorbehalte, große Ängste und Unsicherheiten. „Und dann wird doch vielleicht die Entscheidung getroffen: Ich lasse mich jetzt impfen, aber ich weiß gar nicht, wie das geht.“ Deshalb müsse man um Vertrauen werben und „hingehen, ansprechen in der Sprache, über die Sender, die gehört und gesehen werden“, sagte Giffey. Mit den Teams könne man dort schließlich alle Menschen erreichen.

Die Ministerin verwies auf besonders negative Folgen der Pandemie für Kinder an, die schon vorher sozial benachteiligt waren. „80 Prozent der Kinder geht es gut, 20 Prozent sind aber eben mit besonderem Unterstützungsbedarf, das sind sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund. Und diese Schere wird natürlich durch die Pandemie verstärkt“, sagte Giffey. Die Bundesregierung werde deshalb mit Aufholprogrammen besonders diese Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 28.04.21)


Astrazeneca bestreitet Lieferverpflichtung aus allen Werken

Die erste Runde im Prozess zwischen der EU und Astrazeneca hat im Streit über Lieferverzögerungen beim Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns keine entscheidende Annäherung gebracht. Die Anwälte der EU-Kommission forderten das schwedisch-britische Unternehmen am Mittwoch vor einem Gericht in Brüssel dazu auf, umgehend Impfdosen aus all seinen im Vertrag aufgeführten Produktionsstätten bereitzustellen, einschließlich jener im nicht mehr zur Europäischen Union gehörenden Großbritannien. Astrazenecas Anwalt hielt dagegen, eine solche Verpflichtung bestehe nicht. Nach etwas mehr als einer Stunde gingen beide Seiten auseinander, am 26. Mai folgt die Fortsetzung. Das Gericht peilt eine Entscheidung im Juni an.

Neben Großbritannien hat Astrazeneca Werke in den EU-Staaten Belgien und Niederlanden. Der Konzern hatte der Europäischen Union zugesichert, nach Möglichkeit zwischen Dezember 2020 und Juni dieses Jahres 300 Millionen Impfstoff-Dosen zu liefern, davon 180 Millionen im laufenden zweiten Quartal. Im März hatte das Unternehmen dann aber erklärt, voraussichtlich nur ein Drittel der ursprünglich angepeilten Liefermenge zu liefern – und davon 70 Millionen Dosen im zweiten Quartal. Für die Impf-Kampagne der EU, bei der das Vakzin von Astrazeneca als ein zentraler Baustein galt, bedeutete das ein Rückschlag. Die Staatengemeinschaft kommt im Vergleich zu Großbritannien, den USA und Israel bei den Impfungen langsamer voran. (Quelle: TSP, 28.04.21)


Die 7-Tage-Inzidenzahl in der Stadt Lingen (Ems) liegt heute bei 113,3 (gestern: 124,3). Zum Vergleich: Papenburg hat heute eine Inzidenz von 97,8 und Meppen eine von 237,9.


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 22.231 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 312 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Mittwoch vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.884 Neuinfektionen und 331 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 160,6. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 167,6 angegeben, vor eine Woche hatte sie bei 160,1 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.332.532 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.954.000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 82.280.

Zuletzt aktualisiert am 27.04.2021 / Grafik: Giesel / Quelle: Robert-Koch-Institut
Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagabend bei 0,93 (Vortag: 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 28.04.21)


Drosten: Im Herbst könnten erste Nachimpfungen nötig sein

Charité-Virologe Christian Drosten rechnet damit, dass im Herbst erste Nachimpfungen nötig sein könnten. Es könne jetzt schon geplant werden, dass in Deutschland „mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen“ zum Winter hin eine einmalige Auffrischung bekommen – wie bei der Grippeschutzimpfung. Wahrscheinlich könnten dann bereits Impfstoffe mit einem Update zu neuen Varianten zum Einsatz kommen, sagte er im Podcast „Coronavirus-Update“.

Bestimmte Antikörper auf der Schleimhaut von Genesenen und Geimpften ließen mit der Zeit wieder nach, erläuterte der Virologe. Es gehe aber nicht um Schwarz-Weiß-Effekte. Wie lange dieser Schleimhaut-Schutz nach einer Corona-Impfung hält, sei noch nicht bekannt. Aber in Grenzen könnten auch Geimpfte eine gewisse Zeit nach der Impfung wieder zur Weitergabe des Virus beitragen. Wie effizient diese Weitergabe ist, sei aber noch unklar.

Die bisherigen Studien zeichneten ein Bild der Corona-Impfstoffe zum Zeitpunkt relativ kurz nach der Impfung – wenn Geimpfte den optimalen Immunschutz aufgebaut haben, betonte Drosten.

Nach ein paar Monaten werde sich das Bild ändern. „Dann werden diese Impfstoffe wahrscheinlich nicht mehr so gut belastbar aussehen, was die Weitergabe des Virus angeht.“ Das müsse in der Öffentlichkeit mit bedacht werden. „Es sollte auch nicht skandalisiert werden.“
Bei Atemwegserkrankungen sei die Lage nun einmal anders als etwa bei Masern, die Immunität gegen solche Schleimhaut-Viren sei nichts Lebenslanges. Man dürfe nun auch nicht denken, dass die Pandemie nie aufhöre, betonte Drosten.

„Was wir hier sehen, sind ganz normale Beobachtungen, die wir auch erwarten während sich so ein Virus einspielt und auf dem Weg ist zu einer endemischen Situation.“ (Foto: Charité; Quelle: TSP, 28.04.21)


Mai-Feiertage: Chinesen reisen mehr als vor der Pandemie

China steht in den nächsten Tagen eine gewaltige Reisewelle bevor. Laut Behördenschätzung dürften über die anstehenden Feiertage vom 1. bis zum 5. Mai rund 250 Millionen Reisende in der Volksrepublik unterwegs sein. Wie das Verkehrsbüro des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit mitteilte, hätten Buchungen für Hotels und Flugreisen das Niveau von 2019, also bevor die Corona-Pandemie ausgebrochen war, „deutlich überschritten“. Die Rede war von einem regelrechten „Boom“ bei Inlandsreisen.

Chinas Regierung hatte nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie strikte Maßnahmen beschlossen. Ein rigoroser Lockdown und scharfe Einreisekontrollen führten dazu, dass – von kleineren lokalen Ausbrüchen abgesehen – bereits seit gut einem Jahr nur noch sehr wenige Corona-Fälle auftreten. Seitdem befindet sich die Wirtschaft auf Erholungskurs. Auch der Tourismus im Inland nimmt wieder Fahrt auf. (Quelle: TSP, 28.04.21)


Verband fordert deutlich mehr Corona-Impfstoffe für Arztpraxen

HausärztDer Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, fordert deutlich mehr Corona-Impfstoffe für die Arztpraxen, damit diese zügig ihre Patienten impfen können. Er hielt der Politik in der „Passauer Neuen Presse“ eine Bevorzugung der Impfzentren vor – die aber sei nicht nachvollziehbar. „Es geht doch nicht um die Auslastung von Impfzentren, sondern um ein rasches Impfen möglichst vieler Menschen. Und die wollen mehrheitlich zu ihren Hausärzten.“ Das bestehende gute Netz solcher Ärzte und auch der Fachärzte sorge dafür, dass der Impf-Turbo zünde. „Deshalb muss mehr Impfstoff in die Praxen“, sagte er.

Weigeldt kritisierte zudem, die Priorisierung, also die Reihenfolge bei den Impfungen, werde im politischen Raum noch nicht richtig verstanden. „Da kann es nicht um Schema F gehen. Vielmehr brauchen die Ärzte Ermessensspielräume, um zunächst all diejenigen zu impfen, die ein Risiko tragen.“ Er sei zwar nicht dafür, die Priorisierung schon komplett aufzugeben. „Aber die Hausärzte müssen die Möglichkeit haben, damit vernünftig und pragmatisch umzugehen und nicht stur nach Regel. Eine gewisse Flexibilität ist notwendig.“ (Quelle: TSP, 28.04.21)


WHO: Indische Corona-Variante in mindestens 17 Ländern nachgewiesen

Die zuerst in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617 ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in mindestens 17 Ländern nachgewiesen worden. Das geht der Organisation zufolge aus mehr als 1200 Sequenzen hervor, die bis Dienstag in die Datenbank Gisaid eingespeist wurden. Die meisten der Nachweise stammten demnach aus Indien, Großbritannien, den USA und Singapur.

Beobachter führen den dramatischen Anstieg der Infektionszahlen in Indien auch auf die Variante B.1.617 zurück. Allein am Dienstag meldeten die Gesundheitsbehörden in Indien 350.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. (Quelle: TSP, 28.04.21)


Italien: Parlament billigt milliardenschweren Corona-Wiederaufbauplan

Mit überwältigender Mehrheit hat das italienische Parlament den von Regierungschef Mario Draghi vorgelegten Corona-Wiederaufbauplan im Umfang von über 220 Milliarden Euro gebilligt. Nach der Abgeordnetenkammer gab am Dienstagabend auch der Senat das grüne Licht für das umfassende Konjunkturprogramm. Spätestens am Freitag muss die Regierung in Rom ihren Wiederaufbauplan der EU-Kommission in Brüssel vorlegen.

Zu den Prioritäten von Draghis Wiederaufbauplan gehören Investitionen in die Infrastruktur, in grüne Energie sowie in den Ausbau des Internets und die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Etwa 40 Prozent des Geldes soll dem historisch benachteiligten Süden des Landes zugute kommen.

Italien gehört zu den von der Pandemie am schwersten betroffenen Ländern der Europäischen Union. Nach offiziellen Angaben starben bislang mehr als 119.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus; die Wirtschaft schrumpfte im vergangenen Jahr um 8,9 Prozent, eine Million Arbeitsplätze gingen verloren. Das Land setzt nun seine Hoffnung auf den milliardenschweren Investitionsplan, der größtenteils von der EU finanziert wird.

Wie kein anderes EU-Mitglied profitiert Italien von dem 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds der Gemeinschaft: Von den insgesamt 222,1 Milliarden Euro kommen 191,5 Milliarden Euro in Form von Darlehen und Zuschüssen von der EU. Die restlichen 30,6 Milliarden Euro nimmt Italien zusätzlich auf. (Quelle: TSP, 28.04.21)


Mützenich will Geimpften „zügig“ Freiheit zurückgeben

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen für Geimpfte gefordert. „Das muss zügig kommen, denn wir sollten uns die Entscheidung darüber nicht von den Gerichten aus der Hand nehmen lassen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Da jetzt klar sei, dass Geimpfte wahrscheinlich andere nicht mehr infizieren könnten, müssten die Grundrechtseinschränkungen für diese Gruppe Schritt für Schritt zurückgenommen werden. Es brauche nun klare Kriterien dafür, wann für wen die Freiheit zurückkehren könne. (Quelle: TSP, 28.04.21)


Portugal: Notstand endet am Freitag

In Portugal gilt angesichts sinkender Infektionen ab Freitag nicht mehr die höchste Corona-Warnstufe. Auch ohne den Notstand werde es jedoch notwendig sein, durch Schutzmaßnahmen einen Rückfall zu verhindern, sagt Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Er werde nicht zögern, wieder den Notstand auszurufen, sollte dies notwendig werden. Die neue Warnstufe erlaubt es der Regierung zwar immer noch, einige Beschränkungen zu verhängen. Sie sind jedoch jetzt begrenzt und müssen begründet werden. (Quelle: TSP, 28.04.21)


US-Experten: Keinerlei Hinweis auf Herzmuskelentzündung durch Impfung

Dem US-Seuchenzentrum CDC liegen keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen Corona-Impfungen und einer Herzmuskelentzündung vor. Man habe bei den inzwischen mehr als 200 Millionen vorgenommenen Impfungen gezielt nach Anzeichen dafür gesucht, sagt CDC-Chefin Rochelle Walensky. Israels Gesundheitsministerium berichtete am Sonntag von einer kleinen Zahl von derartigen Erkrankungen bei Personen, die den BioNTech/Pfizer-Impfstoff erhalten hätten. Eine Schlussfolgerung zog das Ministerium nicht. Pfizer zufolge ist kein höheres Vorkommen bei Geimpften bekannt. Das Virus selbst kann offenbar bei einigen Infizierten eine sogenannte Myokarditis auslösen. (Reuters)


Debatte um die Aufhebung der Impf-Priorisierung

Eine Aufhebung der Impf-Reihenfolge birgt aus Sicht des nordrhein-westfälischen SPD-Chefs Thomas Kutschaty „Sprengstoff für eine soziale Spaltung“. Solange es noch Alte, chronisch Kranke oder Beschäftigte mit hohem Infektionsrisiko gebe, die noch nicht geimpft seien, sei eine Freigabe auszuschließen, sagte Kutschaty. Ansonsten würden sich „die durchsetzen, die die besseren Möglichkeiten und die besseren Kontakte zu Ärzten und Sonstigen haben, die Impfstoffe vergeben“, prognostizierte der SPD-Politiker.

Die höchst unterschiedlichen Infektionsraten, die aus mehr oder weniger wohlhabenden Kölner Stadtteilen berichtet würden, hätten ihn fassungslos gemacht, sagte Kutschaty. „Ich kann mir gut vorstellen, welcher Stadtteil als erster durchgeimpft ist, wenn das freigegeben wird, und welcher als letzter.“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Montagabend nach einem Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesagt, er halte es für sachgerecht, die Impf-Priorisierung im Juni auslaufen zu lassen, nachdem Berufsgruppen mit hohem Risiko geschützt seien. Kuschaty warnte vor voreiligen Schritten. Schließlich sei NRW mit einer Quote von rund sieben Prozent beim vollen Impfschutz mit zwei Impfungen von Herden-Immunität noch weit entfernt. Laschet hatte dagegen die Fortschritte in NRW gelobt: „Das ist ein Tempo wie in den USA.“ An diesem Mittwoch werde aller Voraussicht nach an nur einem einzigen Tag rund ein Prozent der Bevölkerung in NRW geimpft, hatte er in Berlin gesagt.

(Quelle: FAZ, 27.04.21)


Brasilien: Corona-Untersuchungsausschuss nimmt Arbeit auf

In Brasilien hat ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Arbeit aufgenommen, der Handlungen und Unterlassungen von Präsident Jair Bolsonaro in der außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie beleuchten soll. Dem Regierungschef wird unter anderem vorgeworfen, den Erwerb von Corona-Impfstoffen ausgeschlagen und verschleppt sowie Bundesmittel in der Pandemiebekämpfung veruntreut zu haben. Der Ausschuss begann seine Arbeit am Dienstag mit Anträgen zur Tagesordnung.

Brasilien ist ein Brennpunkt der Corona-Pandemie. Nach jüngsten Zahlen sind 391.936 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Nur in den USA, Indien und Mexiko sind die Zahlen noch höher oder ähnlich hoch. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres registrierte Brasilien so viele Corona-Tote wie im gesamten vergangenen Jahr. Bolsonaro verharmloste das Coronavirus jedoch seit Beginn der Pandemie. Schutzmaßnahmen und Einschränkungen lehnte der Rechtspopulist aus wirtschaftlichen Gründen ab. Auch den Sinn von Impfungen zog er in Zweifel.

Dem Ausschuss gehören elf Mitglieder an, von denen die Mehrheit neutral oder gegen Bolsonaro ist. Der Abschlussbericht des Gremiums kann unter anderem als Grundlage dazu dienen, ein neues Amtsenthebungsverfahren gegen Bolsonaro zu beantragen. Die Eröffnung eines solchen Verfahrens hängt jedoch vom Präsidenten der Abgeordnetenkammer ab – dieser gilt als Verbündeter der Regierung Bolsonaros. (Quelle: FAZ, 27.04.21)


Corona-Geimpfte in den USA müssen im Freien keine Schutzmasken mehr tragen

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat ihre Empfehlungen zum Tragen von Corona-Schutzmasken für Geimpfte weiter gelockert. Wie CDC-Chefin Rochelle Walensky am Dienstag sagte, müssen vollständig durchgeimpfte Menschen im Freien keinen Mund- und Nasenschutz mehr tragen. Ausnahme sind große Menschenansammlungen etwa in Sportstadien und bei Open-Air-Konzerten, bei denen eine Schutzmaske auch für Geimpfte weiterhin empfohlen wird.

„Es gibt eine wachsende Datenlage, wonach sich die meisten Ansteckungen im Inneren und nicht im Freien zutragen“, sagte Walensky. In Studien habe der Anteil der Infektionen im Freien bei weniger als zehn Prozent gelegen.

Gegen das Coronavirus geimpfte Menschen könnten sich deswegen ohne Schutzmaske im Freien in kleineren Gruppen treffen oder im Außenbereich eines Restaurants Essen gehen. In Innenräumen wie Geschäften, Museen, Friseuren, Kirchen, Bars und Restaurants werden Schutzmasken weiterhin für alle empfohlen.

Sie hoffe, die neuen Empfehlungen würden Menschen dazu ermutigen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, sagte Walensky. „Je mehr Menschen geimpft sind, desto mehr Zeit können wir mit den Menschen verbringen, die wir lieben, und die Dinge tun, die wir lieben.“ Impfungen seien ein „mächtiges“ Instrument, um die Pandemie zu beenden und zur Normalität zurückzukehren.

Bei den Richtlinien der CDC handelt es sich lediglich um Empfehlungen. Verbindliche Vorgaben werden von den Bundesstaaten gemacht. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Texas hat die Maskenpflicht im Freien wie auch in Innenräumen bereits abgeschafft.

Die Impfkampagne in den USA macht schnelle Fortschritte: Mehr als 230 Millionen Impfdosen wurden bereits gespritzt. 54 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben mindestens eine Impfdosis erhalten, 37 Prozent sind durchgeimpft. Zuletzt ist das Tempo bei den Impfungen aber zurückgegangen. Das liegt teilweise an der Impfskepsis in Teilen der Bevölkerung.

Mit mehr als 570.000 Todesopfern seit Beginn der Pandemie sind die USA das Land mit den meisten Corona-Toten weltweit. In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle aber deutlich zurückgegangen. (Quelle: TSP, 27.04.21)


121 Staaten fragen in Berlin nach Hilfe

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben nach Angaben des Auswärtigen Amtes mehr als 121 Staaten Hilfe in Deutschland angefragt. Man prüfe fortlaufend, welche Unterstützung möglich sei, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit wird ein Hilfspaket für Indien geschnürt. „Wir planen in den kommenden Wochen zudem, Hilfsanfragen aus afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten zu beantworten: Dabei geht es um Medikamente und Beatmungstechnik“, fügte die Sprecherin hinzu.

Deutschland habe im vergangenen Jahr mehrere europäische Länder mit Beatmungsgeräten unterstützt, darunter Tschechien, Slowakei, Rumänien und Polen. „Auch an Jordanien und zuletzt im März nach Brasilien konnten wir Beatmungsgeräte liefern“, sagte die Sprecherin.

Besonders umfangreich sei ein Hilfspaket für den Westbalkan Ende 2020 mit 300 Beatmungsgeräten und 19.000 Pulsoximetern gewesen, die den Sauerstoffgehalt im Blut messen. Zudem wurden nach Kenntnis des Auswärtiges Amt bisher 287 Corona-Patienten nach Deutschland überstellt und dort behandelt: Darunter seien 138 aus Frankreich, 72 aus den Niederlanden, 44 aus Italien, 30 aus Belgien sowie drei aus der Slowakei. Die Zahl ist allerdings nicht zwingend vollständig, weil die Bundesländer für die Aufnahme zuständig sind und Hilfsangebote direkt machen können. (Quelle: FAZ, 27.04.21)


Lufthansa-Jumbos dürfen in Twente wieder starten

In einem Rechtsstreit gegen die niederländische Luftverkehrs- und Umweltaufsicht hat der Flughafen Twente einen Punktsieg erzielt: Die auf dem Flughafen geparkten Jumbo-Jets der Lufthansa dürfen auch nach Juni 2021 abheben. Die Aufsichtsbehörde hatte auf eine Ausnahmegenehmigung verwiesen, die am 30. Juni dieses Jahres ausläuft. Die Verträge des Flughafens mit der Lufthansa laufen allerdings bis zum 1. Juni 2022

Vor knapp einem Jahr parkte die Lufthansa sechs Jumbos auf dem Flughafengelände in Enschede. Der Streit schwelt bereits eine ganze Zeit. Weil im Zuge der Corona-Krise viele Flüge ausgefallen sind, hatte die Lufthansa Parkplätze für ihre Maschinen gesucht. Twente bot vor knapp einem Jahr sechs Jumbos Platz an. Drei sind inzwischen wieder abgeflogen. Dabei wurde nach Auffassung der Luftverkehrs- und Umweltaufsicht gegen Sicherheitsauflagen verstoßen, die eigentlich keine Starts derart großer Flugzeuge vom Airport Twente mehr vorsehen – es sei denn, der Flughafen investiere in teure zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Das aber kann der Betreiber sich finanziell nicht leisten.

Die drei bereits abgeflogenen Jumbos hatten nur ohne jegliche Fracht, mit einem Minimum an Treibstoff und Personal abheben dürfen. Das Gericht in Almelo sah keinen Grund für eine zeitliche Begrenzung der Ausnahmeregelung bis Juni 2021. Es gehe konkret nur um die Starts der drei Lufthansa-Jumbos.

Die Bedingungen, die schon bei den Abflügen der ersten drei Maschinen galten, würden auch beim Start der restlichen drei eingehalten. Eine Fristverlängerung böte die Möglichkeit, die Bedingungen auf dem Flughafen Twente zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Landen dürfen große Flugzeuge übrigens in Twente. Davon profitiert das am Flughafen angesiedelte Unternehmen AELS, das Flugzeuge ausschlachtet. (Foto: CC s. Archiv v. 13.03.2014;Quelle: GN, 27.04.21)


Testkonzert in Barcelona ohne Neuinfektionen

Sechs von 5.000 Personen, die letzten Monat in Barcelona an einem Indoor-Testkonzert teilnahmen, gaben an, anschließend positiv auf Covid-19 getestet worden zu sein, teilten die Organisatoren am heutigen Dienstag mit. Sie hoffen jetzt auf die Wiederbelebung der Live-Musikindustrie.

Vor der Show wurden alle BesucherInnen einem Massen-Screening und Antigen-Tests unterzogen. Danach gab es keine Massentests mehr, aber 15 Tage später gaben nur sechs Personen an, positiv auf Covid-19 getestet zu haben.

„Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Übertragung während der Veranstaltung stattgefunden hat“, sagte Josep Maria Llibre, ein Spezialist für Infektionskrankheiten aus dem deutschen Krankenhaus Trias i Pujol, genau einen Monat nach dem Konzert am 27. März auf einer Pressekonferenz.

Das vom Krankenhaus und einer Gruppe spanischer Musikveranstalter organisierte Konzert im Palau de Sant Jordi wurde als Europas größtes Indoor-Rockkonzert seit Beginn der Pandemie bezeichnet. Es trat eine der beliebtesten Bands Spaniens auf, die Indie-Rocker Love of Lesbian.

Keiner der Teilnehmer war gegen Covid-19 geimpft worden. Sie trugen während des Konzerts chirurgische FPP2-Masken und die Kapazität in den Badezimmern war begrenzt, um ein Überfüllen zu vermeiden, aber es gab keine zugewiesenen Sitzplätze oder obligatorische soziale Distanzierung.

Von den sechs Personen, die später positiv getestet wurden, „sind wir sicher, dass in vier dieser sechs Fälle keine Übertragung während des Konzerts stattgefunden hat“, sagte Llibre.

Boris Revollo, der Virologe, der an der Gestaltung der Gesundheitsprotokolle des Konzerts beteiligt war, sagte, er könne nicht „kategorisch“ ausschließen, dass die beiden anderen Personen während des Konzerts infiziert waren, aber es bestehe eine „sehr hohe Wahrscheinlichkeit“, dass dies nicht der Fall sei. „Die Maßnahmen, die wir umgesetzt haben, waren sehr sicher“, fügte er hinzu.

Das Palau kann 17.000 Personen aufnehmen, aber nur 5.000 Ticketinhaber waren für die Veranstaltung im letzten Monat zugelassen worden. „Mit optimierter Belüftung, Antigen-Tests und dem Tragen von Gesichtsmasken“, so Libre, habe man einen sicheren Raum garantieren können.

Der stellvertretende Bürgermeister von Barcelona, ​​Jaume Collboni, sagte, die Ergebnisse der Studie zeigten, dass es möglich ist, die Gesundheitsbeschränkungen zu lockern und kulturelle Aktivitäten wieder aufzunehmen.

Das gleiche Team hatte im Dezember einen ersten Test bei einem kleineren Konzert im Sala Apolo in Barcelona mit einem Publikum von 500 Personen durchgeführt. Dabei wurden die Konzertbesucher vor der Show sowie weitere 500 Personen, die als Kontrollgruppe fungierten, getestet, und alle wurden acht Tage später erneut getestet. Alle Apolo-Konzertbesucher wurden negativ getestet, während zwei Personen in der Kontrollgruppe positiv getestet wurden.

In mehreren europäischen Ländern, darunter in Deutschland und den Niederlanden, wurden ebenfalls Probekonzerte oder Festivalveranstaltungen abgehalten, um die Menschenmenge wieder zu bilden und Live-Musik zu sehen.

Laut einer vom spanischen Musikverband veröffentlichten Studie verlor die europäische Musikindustrie im Jahr 2020 76% ihres Einkommens, als Konzerte und große Musikfestivals wie das britische Glastonbury Opfer von Pandemiebeschränkungen wurden.

„Die Ergebnisse des Testkonzerts in Barcelona geben uns Hoffnung, es ist eine sehr gute Sache“, sagte Aurelie Hannedouche von der französischen Union für zeitgenössische Musik (SMA), die Festivals, Konzertorte und Produzenten vertritt, gegenüber AFP.

(Quelle: The Guardian, 27.04.21)


Sorge im deutsch-niederländischen Grenzgebiet

Angesichts des bevorstehenden Lockdown-Endes in den Niederlanden wächst in den Grenzgebieten die Sorge vor möglichen Ansteckungen. Der Kreis Heinsberg bat die Bürger, nicht notwendige Reisen und Tagesausflüge zu unterlassen. Aber man könne natürlich nicht ausschließen, dass bei dem schönen Wetter Deutsche in die Niederlande fahren und sich möglicherweise infizieren, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Sie erinnerte daran, dass die Grenzkreise vor einiger Zeit das Land NRW um mehr Impfstoff gebeten hatten, um diesen Szenarien vorzubeugen. Eine Rückmeldung habe es nicht gegeben.

Der Landrat des Kreises Borken, Kai Zwicker (CDU), appellierte ebenfalls an die Bevölkerung, nun nicht in die Niederlande zum Einkaufen oder Cafébesuch zu fahren. Die Niederlande werden wegen der hohen Corona-Zahlen von Deutschland seit drei Wochen als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Einreisende aus dem Nachbarland – gleich welcher Nationalität – müssen einen negativen Coronatest vorweisen. Am Mittwoch dürfen in den Niederlanden unter Auflagen die Geschäfte sowie zeitlich eingeschränkt die Terrassen der Cafés wieder öffnen.

Zwicker sagte, jetzt sei nicht die Gelegenheit für Geselligkeit, Freundschaftsbesuche oder zum Einkaufen auf der anderen Seite der Grenze. Der Kreis Borken im Münsterland grenzt auf 108 Kilometern an die Niederlande. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und der niederländische Justizminister Ferdinand Grapperhaus hatten die Bevölkerung in NRW gebeten, nicht in die Niederlande zu fahren. (Quelle: WDR, 27.04.21)


Grafschafter-Zahlen

Elf weitere Covid-19-Fälle meldet heute die Kreisverwaltung der Grafschaft Bentheim. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt laut Landesgesundheitsamt von 183,7 am Montag auf 188,1 am Dienstag. 1.055 Grafschafter befinden sich zurzeit in Quarantäne, am Montag waren es noch 1.080 Bürger. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt weiter bei 113. Seit Beginn der Pandemie sind 4.757 Corona-Fälle bekannt geworden, 4.268 Menschen gelten inzwischen als genesen. Das sind 15 Genesene mehr als noch am Vortag.

Wie bereits am Montag berichtet, gibt es zwei größere Ausbruchsgeschehen bei Firmen in Neuenhaus und Wietmarschen. Dort sind bis Montag insgesamt 32 Infektionen gezählt worden, berichtet das Kreishaus auf GN-Nachfrage. Insgesamt gibt es am Dienstag 376 aktuell Infizierte, 89 (-2) von ihnen leben in Nordhiorn.

Von den insgesamt 236 Infektionen in der vergangenen Woche sei 228 Mal die sogenannte britische Mutation B 1.1.7. nachgewiesen worden. Zusätzlich hat die Kreisverwaltung die Zahl der Neuinfizierten für Mittwoch, 21. April, nachträglich korrigiert. Zunächst waren 50 Covid-19-Fälle gemeldet worden, nun sind in der Statistik 51 Fälle aufgelistet.

Auch zum Impffortschritt im Zentrum an der Paulstraße in Nordhorn sind am Dienstag Zahlen veröffentlicht worden. Bis einschließlich Sonntag hätten 29.654 Grafschafter ihre Erstimpfung erhalten. 8905 Menschen haben bereits die zweite Spritze bekommen. Insgesamt seien bisher 38.559 Impfdosen verabreicht worden. Nicht eingerechnet in diese Statistik sind Impfungen, die Hausärzte abwickeln. Die Samtgemeinde Emlichheim gibt auf Facebook bekannt, dass sie sämtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten und Grundschule bereits ein Impfangebot machen konnte.

(Quelle: GN, 27.04.21)


Bundesverfassungsgericht: 111 Verfahren gegen Notbremse

Die Zahl der Verfahren beim Bundesverfassungsgericht wegen der sogenannten Corona-Notbremse des Bundes ist inzwischen dreistellig. Am Dienstagnachmittag teilte ein Sprecher in Karlsruhe mit, dass bis dahin 111 Verfahren eingegangen seien. Am Vortag waren es etwa um die gleiche Zeit noch um die 65 gewesen. „Ein konkreter Entscheidungstermin in den Verfahren ist derzeit noch nicht absehbar“, teilte der Sprecher weiter mit.

Umstritten an der vergangene Woche vom Bundestag beschlossenen Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes sind vor allem die Ausgangsbeschränkungen von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr in Städten oder Kreisen, in denen binnen einer Woche 100 oder mehr Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner festgestellt werden. Die Verfechter wollen mit bundeseinheitlichen Regeln einen Flickenteppich verhindern. Doch gerade an der Pauschalität gibt es viel Kritik. (Quelle: FAZ, 27.04.21)


Herzmuskelenzündung nach Biontech-Impfung?

Nach Berichten über Dutzende Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung mit dem BioNTech/Pfizer-Präparat hält Israels Gesundheitsministerium eine ungewöhnliche Häufung der Erkrankung für nicht erwiesen. Israelische Medien hatten über eine Analyse berichtet, derzufolge 62 Fälle von Myokarditis aufgetreten seien, vor allem bei jungen Männern im Alter von 18 bis 30 Jahren. Davon seien zwei Patienten – ein Mann und eine Frau – gestorben.

Insgesamt haben in Israel seit Beginn der Impfkampagne vor mehr als vier Monaten fünf der neun Millionen Einwohner eine Zweitimpfung erhalten. In dem Land wurde nahezu ausschließlich mit dem Biontech/Pfizer-Präparat geimpft.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums teilte am Dienstag mit, ein Expertenteam überwache alle Nebenwirkungen der Corona-Impfungen und veröffentliche regelmäßig Berichte. Die in den Medien zitierte Analyse sei aber nicht vom Ministerium veröffentlicht worden. „Sie zeigt keinen eindeutigen Anstieg der Sterblichkeit wegen der Impfung und es ist auch nicht sicher, dass es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg der Zahl von Herzmuskelentzündungen gibt.“ Es handele sich gleichwohl um einen „wichtigen Bericht“, über den das Expertenteam in den kommenden Tagen beraten werde. Die Ergebnisse der Beratung würden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Quelle: FAZ, 27.04.21)


Münsteraner Verwaltungsrichter entscheiden:
Abschlussprüfung auch ohne negativen Corona-Test

Schüler in Nordrhein-Westfalen dürfen auch ohne die Vorlage eines negativen Corona-Tests an den Abschlussprüfungen teilnehmen. Das hat das Verwaltungsgericht Münster in einem Beschluss vom 26. April klargestellt. Laut Mitteilung von Dienstag betrifft diese Entscheidung sowohl Prüfungen an Schulen als auch Berufsabschlussprüfungen. Der Antragsteller wollte per einstweiliger Anordnung sicherstellen, dass er seine Abschlussprüfung als Gärtner im Garten- und Landschaftsbau am Mittwoch (28.4.) auch ohne Test absolvieren kann. Dem kam das Gericht nach. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster bestätigte am Dienstag den Eingang einer Beschwerde der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. (Az.: 5 L 268/21).

Der Anspruch des Schülers auf Teilnahme an der Berufsabschlussprüfung sei grundrechtlich fundiert, teilte das Gericht zur Begründung mit. Die Landwirtschaftskammer habe keine Ermächtigungsgrundlage, für die Teilnahme an der Prüfung einen negativen Test zu verlangen. Die Coronabetreuungsverordnung des Landes schreibe getrennte Prüfungen für getestete und nicht getestete Schüler vor, heißt es in der Mitteilung des Gerichts. (Quelle: FAZ, 27.04.21)


Deutsches Impfranking

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsministeriums wurden am Montag in Deutschland 402.700 Impfdosen verabreicht. Mittlerweile sind 6,038 Millionen Menschen vollständig geimpft, das entspricht 7,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine Impfdosis haben den Angaben zufolge 19,855 Millionen Menschen in Deutschland erhalten.

Vorreiter bei den Erstimpfungen ist das Saarland. Bis Montag wurden in dem Bundesland 26,4 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft; 8,2 Prozent der saarländischen Bevölkerung erhielt bereits die Zweitimpfung. Das Bundesland Thüringen verzeichnet indes die meisten Zweitimpfungen in Deutschland. Hier erhielt bisher jeder zehnte Bürger den vollständigen Impfschutz.

Brandenburg und Hessen bilden die Schlusslichter der deutschen Impfkampagne. In beiden Bundesländern wurden bisher auf 100 Einwohner 29,5 Impfdosen verabreicht. Im Saarland beträgt dieser Wert 34,6, in Thüringen 32,7.
(Foto: Cc s. Archiv v. 18.10.20; Quelle: FAZ, 27.04.21)


In Lingen beträgt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz heute 124,3.


„Patentschutz aussetzen!“

Amnesty International hat die EU aufgefordert, den Patentschutz für Corona-Impfstoffe vorübergehend auszusetzen. Die Europäische Kommission und ihre Mitgliedstaaten ignorierten bislang die zunehmenden Forderungen nach einem Patentverzicht, der die weltweite Produktion und Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen und Zubehör erhöhen würde, kritisierte die Menschenrechtsorganisation.

Rund 400 Abgeordnete des EU-Parlaments und nationaler Parlamente hätten sich kürzlich der Forderung von Nobelpreisträgern sowie ehemaliger Staats- und Regierungschefs angeschlossen, den Patentschutz zeitweilig auszusetzen, erklärte Amnesty. Zwar wachse die Unterstützung für diese Initiative, „doch die Diskussionen gehen bislang nicht über den Austausch von Klarstellungen und zusätzlichen Erklärungen hinaus“, beklagte Amnesty. Der Grund dafür sei „der Widerstand einiger Länder, darunter die EU und ihre Mitgliedsstaaten, die Vereinigten Staaten und Japan“. (Quelle: FAZ, 27.04.21)


Brasilien lässt Sputnik V nicht zu

Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa versagt dem russischen Impfstoff Sputnik V die Zulassung. Der fünfköpfige Vorstand stimmt einstimmig dafür, das Vakzin wegen „inhärenter Risiken“ und „schwerwiegenden Mängeln“ nicht zuzulassen. Es würden nicht ausreichend Informationen zu dem Impfstoff vorliegen, um die Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit zu gewährleisten, heißt es. (Quelle: FAZ, 27.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 10.976 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 344 neue Todesfälle verzeichnet. Am Dienstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.609 Neuinfektionen und 297 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 167,6. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 169,3 an, vor eine Woche lag sie bei 162,4. „Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über Ostern hat sich der starke Anstieg der Fallzahlen zunächst fortgesetzt, seit Mitte April hat sich die Zunahme etwas abgeschwächt“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht von Montagabend.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.310.301 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.931.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.968.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagabend bei 1,01 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 27.04.21)


DIW-Chef Fratzscher für Coronahilfen bis 2022

Deutschland muss nach Ansicht des Wirtschaftsforschungsinstitutes DIW noch länger viel Geld ausgeben, um coronageplagten Unternehmen eine Perspektive zu bieten. Die Wirtschaft brauche früh Zeichen, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der „Passauer Neuen Presse“. „Dazu gehört, dass man die Wirtschaftshilfen nochmals deutlich verlängert – bis ins nächste Jahr hinein.“ Dies gelte auch für das Kurzarbeitergeld.

Zudem plädierte der Chef des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung bei den Maßnahmen zur Einschränkung der Infektionszahlen für klare Konzepte. „Die Unternehmen können sicher noch ein paar Wochen mit einem schärferen Lockdown umgehen – aber nicht mit Jo-Jo-Effekten von Öffnungen und Lockerungen.“

Insgesamt bemängelte Fratzscher, dass die Wirtschaftspolitik fast alles auf eine kurzfristige Stabilisierung gesetzt habe. „Der Strukturwandel aber wird weiter verschlafen.“ Für Klimaschutz, Digitalisierung und Innovationen werde nicht genug getan. „Meine Sorge gilt nicht dem Neustart kurz nach der Pandemie, sondern der langfristigen Entwicklung“, sagte Fratzscher. Es bestehe die Gefahr, dass der Neustart nur ein Strohfeuer sei und die strukturellen Probleme Deutschland mit Wucht in den kommenden Jahren träfen. „Deshalb sollte man nicht allzu euphorisch sein.“

Die Bundesregierung legt am Dienstag ihre neue Konjunkturprognose vor. Regierungskreisen zufolge rechnet sie in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent und sieht damit die Entwicklung etwas optimistischer als in ihrer vergangenen Prognose. (Quelle: TSP, 27.04.21)


Göring-Eckardt sieht offene Fragen nach Impfgipfel

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sieht nach dem Impfgipfel weiteren Klärungsbedarf. „Damit die Impfkampagne in den nächsten Wochen bei besserer Impfstoffverfügbarkeit mehr Tempo entfalten kann, hätte es heute klare Absprachen und Vorbereitungen für die baldige Einbeziehung der über 10.000 Betriebsärzte geben müssen“, sagte Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es müsse zudem zügig geprüft werden, ob bei bestimmten Impfstoffen die Zulassung für Kinder und Jugendliche erweitert werden könne oder wie Kinder anders schneller einen Impfschutz erhalten könnten. Der Impfgipfel habe viele Fragen offen gelassen „und hinkt der Realität hinterher“.

Erfreut äußerte sich die Grünen-Politikerin über mögliche Erleichterungen für Geimpfte, die nach dem 28. Mai in Kraft treten könnten. „Dass für bereits Geimpfte und Genesene Beschränkungen bald verlässlich und in verantwortlichem Ausmaß zurückgenommen werden können, ist gut und überfällig.“ Es müsse schnell geklärt werden, wie der Nachweis über Impfungen oder eine überstandene Corona-Erkrankung in der Praxis erbracht werden soll. Quelle: TSP, 27.04.21)


Merkel spricht mit Kulturschaffenden über die Pandemie

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht am Dienstag (14.00 Uhr) mit Kunst- und Kulturschaffenden über die Corona-Pandemie und deren Folgen. Es handelt sich um einen weiteren Termin in der Reihe von Merkels virtuellen Bürgerdialogen. Neben den Erfahrungen in der Kunst- und Kulturszene während der Pandemie soll es auch um einen Blick in die Zukunft und um die „Erwartungshaltungen“ der Gesprächsteilnehmenden an die Politik gehen.

Zuletzt hatte eine Video-Aktion namhafter Schauspielerinnen und Schauspieler für Aufsehen gesorgt, die sich über das Gebaren von Politik und Medien in der Pandemie lustig machten. Nach deutlicher Kritik von Fachkollegen sowie Lob aus der AfD und von sogenannten Querdenkern distanzierten sich einige der Teilnehmenden von der Aktion; mehrere Videos wurden gelöscht. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 27.04.21)


FDP stellt Klageschrift gegen Notbremse vor

Im Streit um die Corona-Notbremse will die FDP mit ihrer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht die Ausgangssperre und die Kontaktbeschränkungen auf eine haushaltsfremde Person zu Fall bringen. „Die von Union und SPD beschlossenen nächtlichen Ausgangssperren und pauschalen Kontaktbeschränkungen sind ungeeignete Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Stephan Thomae der Zeitung „Augsburger Allgemeine“. Beide Maßnahmen seien wirkungslos und widersprüchlich.

„Die vorliegenden wissenschaftlichen Studien belegen, dass nächtliche Ausgangssperren so gut wie nichts zur Eindämmung der Pandemie beitragen“, sagte der FDP-Rechtsexperte vor der am Dienstag geplanten Vorstellung der Klageschrift seiner Fraktion. Es sei nicht gefährlich, sich nachts draußen aufzuhalten, sondern es sei gefährlich, sich drinnen zu treffen, fügte er hinzu.

Die FDP-Fraktion wehre sich auch gegen widersprüchliche Besuchsregelungen. „Die Kontaktbeschränkungen auf eine Kontaktperson sind ungeeignet“, sagte Thomae. Nach den Vorstellungen der Bundesregierung dürfe zwar ein Kind oder Enkelkind allein seine beiden Eltern oder Großeltern besuchen; die Eltern oder Großeltern dürften aber nicht gemeinsam das Kind oder Enkelkind besuchen, egal ob sie bereits geimpft seien oder nicht, kritisierte der FDP Politiker eine fehlende Logik hinter der Einschränkung. (Quelle: TSP, 27.04.21)


Überblick zur Nacht

  • Chile wird die Schließung seiner Grenzen um weitere 30 Tage verlängern, nachdem die Krankenhäuser trotz einer allmählichen Verbesserung in den letzten Wochen nahezu voll sind und die Covid-19-Neuinfektionen hoch sind. Chile führt eine der schnellsten Impfkampagnen der Welt durch. Die Hälfte der Zielgruppe wurde bereits einmal geimpft, 38,8% mit zwei. Die Behörden kündigten auch eine schrittweise Lockerung der Sperrungen in der Hauptstadt Santiago nach einem Monat strengen Lockdowns an.
  • Deutschland diskutiert die Lockerung von Beschränkungen für Menschen, die vollständig gegen Covid-19 geimpft sind, derweil bundesweit das Tempo der Impfungen zunimmt. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, Personen, die beide Impfungen erhalten haben, sollten zum Frisör oder in ein Geschäft gehen dürfen, ohne einen negativen Coronavirus-Test vorweisen zu müssen, und bei engem Kontakt mit einer infizierten Person von der Quarantäne befreit sein. Gleiches soll für Personen gelten, die nachweisen können, dass sie sich von einer Coronavirus-Infektion erholt haben, indem sie beispielsweise einen positiven PCR-Test vorlegen, der mindestens 28 Tage alt ist. Die Regierung bereitet eine Verordnung mit ihren Vorschlägen vor, die dann im Parlament erörtert wird.
  • Nicht wesentliche Geschäfte und Dienstleistungen werden nach einer siebenwöchigen Schließung in Malta wiedereröffnet, nachdem die Infektionsraten gesunken sind und die Mittelmeerinsel sich auf die Touristensaison vorbereitet. Angesichts der geringen Anzahl von Neuinfektionen will das Land ab 1. Juni wieder Tourismus zulassen.
  • In 16 Großstädten hat Pakistan Truppen eingesetzt, um die Zivilbehörden bei der Durchsetzung von Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu unterstützen, einschließlich des Tragens von Masken in der Öffentlichkeit und der Schließung nicht wesentlicher Geschäfte nach 18 Uhr. Die Ankündigung erfolgte, nachdem Pakistan in den letzten Tagen die höchste tägliche Zahl an Todesopfern seit Beginn der Pandemie verzeichnete und Offizielle zugaben, dass sich das Gesundheitssystem des Landes vor dem Kollaps stehe.
  • Berichten zufolge gehen Indien die Covid-19-Impfstoffe aus, während die zweite Infktionswelle den Subkontinent weiterhin verwüstet. Die Entwicklung bedroht die Pläne der Regierung, das Impfprogramm bis zum Wochenende massiv auszubauen, um die Ausbreitung der Virusmutantante B.1.617 einzudämmen. Ab Samstag kann jede/r ab 18 Jahre einen Impfstoff erhalten. Diese Entscheidung wurde von der Regierung getroffen, nachdem das Corona-Virus das indische Gesundheitssystem völlig in die Knie gezwungen hat. Am Montag gab es mehr als 352.000 neue Fälle und mehr als 2.800 Todesfälle. Bisher haben fast 10% der 1,3 Milliarden Einwohner einen Stoß erhalten, aber nur etwas mehr als 1% haben beide Impfungen.
  • Die Türkei wird ab dem Abend des 29. April einen vollständige Lockdown einführen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus-Ausbruchs einzudämmen. Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, dass der Lockdown bis zum 17. Mai dauern wird, im Gegensatz zu früheren, lediglich lokalen Sperrungen an Wochenenden und Ausgangssperren. Der innerstädtische Verkehr wird ebenfalls eingeschränkt, der öffentliche innerstädtische Verkehr wird auf 50% reduziert und die Schulen werden den Präsenzunterricht bis zum Ende des Lockdowns einstellen.
  • Die USA wollen in den kommenden Monaten nach einer Sicherheitsüberprüfung des Bundes damit beginnen, bis zu 60 Millionen Dosen der Covid-19-Impfstoffdosen von AstraZeneca Plc mit anderen Ländern zu teilen. Das Weiße Haus ist zunehmend zuversichtlich, dass das Land über eine ausreichende Impfstoffversorgung für seine eigene Bevölkerung verfügt, insbesondere nach dem Neustart der Einzeldosis von Johnson & Johnson am Wochenende.
  • Frankreich meldete 23 weitere CoVid-19-Patienten auf der Intensivstationen, wodurch die Gesamtzahl auf 6.001 stieg. Dies ist das erste Mal seit dem 17. April vergangenen Jahres, dass die Grenze von 6.000 Intensivpatienten mit CoViD-19 überschritten wurde. Ab nächster Woche wird trotzdem das französische Inlandsreiseverbot aufgehoben. Die nächtliche Ausgangssperre, die jetzt von 19.00 bis 06.00 Uhr gilt, bleibt aber bestehen. Das Land beabsichtigt, ab Mitte Mai schrittweise nicht benötigte Geschäfte, einige kulturelle Einrichtungen sowie Café- und Restaurantterrassen wieder zu eröffnen.
  • Die Situation in Indien, wo die Fälle von Covid-19 dramatisch angestiegen sind, sei „unbeschreiblich“, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, und fügte hinzu, dass die WHO zusätzliches Personal und Hilfsgüter dorthin entsendet, um den katastrophalen Neuausbruch des Landes zu bekämpfen.
  • Portugal meldete zum ersten Mal seit fast neun Monaten in den letzten 24 Stunden keine Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren, nachdem das Land seinen zweimonatigen Lockdown beendet ist. Das Land hatte im Januar die Sperrungen vorgenommen, um den damals schlimmsten Covid-19-Anstieg weltweit einzudämmen; im März hatte es dann Beschränkungen gelockert und hat seitdem einige Schulen, Restaurant- und Caféterrassen, Museen und Friseursalons wiedereröffnet.
  • Laut einer Reuters-Analyse der Daten von Bundesstaaten und Counties in den USA gingen die Neuerkrankungen an Covid-19 in den USA letzte Woche um 16% auf etwa 409.000 zurück. Dies ist der größte prozentuale Rückgang der wöchentlichen Neuerkrankungen seit Februar. Die Todesfälle durch Covid-19 nahmen in der Woche zum 25. April um 4% ab auf 4.972 und fielen zum ersten Mal seit Oktober unter 5.000. Michigan führte die Bundesstaaten immer noch bei neuen Fällen pro Kopf an, obwohl dort die Neuinfektionen letzte Woche im Vergleich zu den letzten sieben Tagen um 29% abnahmen. Auch in New Jersey und Pennsylvania, den Staaten mit der nächsthöheren Infektionsrate, gingen die Neuerkrankungen um über 20% zurück.
    (Quelle: The Guardian, 27.04.21)

US-Vizepräsidentin Harris fordert Vorbereitung für künftige Pandemien

Aus Sicht von US-Vizepräsidentin Kamala Harris sollten sich die Staaten weltweit für mögliche künftige Pandemien rüsten. „Zur gleichen Zeit, während der die Welt daran arbeitet, diese Pandemie durchzustehen, wissen wir auch, dass wir uns auf die nächste vorbereiten müssen“, mahnte Harris vor Mitgliedern der Vereinten Nationen. Als mögliche Schritte nannte sie eine Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitssystemen, Investitionen in Wissenschaft, Beschäftigte des Gesundheitswesens und das Wohlergehen von Frauen sowie eine Erweiterung der Herstellungskapazitäten für Schutzausrüstung, Impfstoffe und Tests. 20:57 Uhr Spahn: Regierung legt nächste Woche Vorschlag zu Rechten für Geimpfte vor Die Bundesregierung wird kommende Woche einen Vorschlag vorlegen, welche Rechte Geimpfte künftig haben sollen. Das kündigt Gesundheitsminister Jens Spahn in der ARD an. „Der Bundesrat wird dazu am 28. Mai final entscheiden“, fügt der CDU-Politiker mit Hinweis auf die Verordnung an, der Bundestag und Länderkammer zustimmen müssen. Es gebe also einen klaren Zeitplan, wie die Rechte von Geimpften geregelt werden sollten. Dies betrifft etwa die Frage, ob Ausgangsbeschränkungen auch für sie gelten sollen.
(Quelle: Tagesschau, 26.04.21)


Scholz und Le Maire präsentieren Aufbau-Programme

Die Finanzminister von Deutschland und Frankreich werden morgen gemeinsam auf einer virtuellen Pressekonferenz ihre jeweiligen nationalen Corona-Aufbaupläne vorstellen. Der EU-Wiederaufbaufonds sei zusammen begonnen worden, deshalb „freue ich mich sehr, dass Bruno Le Maire und ich morgen gemeinsam unsere Aufbaupläne vorstellen werden“, erklärte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) auf Twitter. Nach der Vorstellung via Videokonferenz um 14.30 Uhr werden die Pläne dann zur EU-Kommission nach Brüssel geschickt, wie die Regierung in Paris ankündigte. (Quelle: Tagesschau, 26.04.21)


Türkei verhängt bisher strengsten Lockdown

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen mehr als zweiwöchigen Lockdown angekündigt. Vom 29. April bis 17. Mai müssen alle Betriebe schließen, die keine Ausnahmegenehmigung haben, wie Erdogan in Ankara sagte. Die Ausnahmen würden noch vom Innenministerium bekanntgegeben. Reisen zwischen Städten seien nur mit Genehmigung möglich.

Die Türkei hatte wegen stark steigender Fallzahlen die Corona-Restriktionen bereits zu Beginn des Fastenmonats Mitte April weiter verschärft. So mussten etwa Cafés und Restaurants schließen und auf Lieferservice umstellen. Zudem bestehen nächtliche Ausgangssperren. Die Fallzahlen sind vor allem in der Millionenmetropole Istanbul extrem hoch. (Quelle: Tagesschau, 26.04.21)


USA wollen 60 Millionen AstraZeneca-Impfdosen exportieren

Die USA wollen bis zu 60 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca für den Export freigeben. Dies werde geschehen, sobald die Prüfung durch die Bundesbehörden erfolgt sei, erklärte das Weiße Haus. Das Vakzin werde in den USA in den kommenden Monaten nicht benötigt. Derzeit sind in den Vereinigten Staaten drei Impfstoffe zugelassen, AstraZeneca gehört nicht dazu.

„Angesichts des starken Portfolios an Impfstoffen, die die USA bereits haben und die von der Arzneimittelbehörde FDA zugelassen sind, benötigen wir AstraZeneca hier in den kommenden Monaten nicht“, erklärte der zuständige Koordinator im Weißen Haus, Jeff Zients. „Darum prüfen die USA Möglichkeiten, die AstraZeneca-Dosen mit anderen Ländern zu teilen, wenn sie verfügbar sind.“ Bereits im vergangenen Monat hatte die US-Regierung rund vier Millionen Dosen des Impfstoffs an Mexiko und Kanada weitergegeben. (Quelle: Tagesschau, 26.04.21)


WHO erwartet Entscheidung über China-Impfstoffe

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dürfte nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen über eine Notfallzulassung für die zwei wichtigsten Impfstoffe aus China entscheiden. Bis Ende dieser Woche werde ein Votum über das Mittel von Sinopharm und in der kommenden Woche dann über das von Sinovac Biotech erwartet, sagt die zuständige WHO-Vertreterin Mariangela Batista Galvao Simao. Beide Stoffe sind in China millionenfach im Einsatz und nach Lateinamerika, Afrika und Asien exportiert worden. 18:29 Uhr Portugal: Erstmals seit neun Monaten kein Todesfall Im einstigen Pandemie-Hotspot Portugal ist erstmals seit knapp neun Monaten kein einziger Corona-Todesfall innerhalb von 24 Stunden erfasst worden. Das sei zuletzt am 2. August 2020 passiert, teilten die Gesundheitsbehörden in Lissabon mit. Die höchsten Werte seit Ausbruch der Pandemie wurden in dem beliebten Urlaubsland mit rund 10,3 Millionen Einwohnern am 28. und 31. Januar mit jeweils 303 Todesfällen registriert.(Quelle: Tagesschau, 26.04.21)


Portugal: Erstmals seit knapp neun Monaten kein einziger Corona-Todesfall 

Man sei optimistisch, dass man die Herdenimmunität in Portugal früher als bisher erwartet erreichen werde, erklärte der Staatssekretär für Gesundheit, Diogo Serra Lopes, in Portimão im Süden des Landes. „Es gibt nun Hinweise dafür, dass es eher Anfang als Ende des Sommers soweit sein wird“, sagte er.

Noch im Januar hatte Portugal bezogen auf die Bevölkerungszahl zeitweilig sogar die höchsten Infektionszahlen weltweit. Dann hatte sich das Land zu einem strikten Lockdown entschlossen. (Quelle: Tagesschau, 26.04.21)



WHO: Intensität der Pandemie steigt weltweit an

Die Corona-Pandemie intensiviert sich auf globalem Niveau weiter. Die Zahl der gemeldeten Infektionen pro Woche steigt seit neun Wochen, die der gemeldeten Todesfälle seit sechs Wochen, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf sagte. „Um die Dimension aufzuzeigen: Es gab vergangene Woche fast genauso viele Fälle wie in den ersten fünf Monaten der Pandemie zusammen“, sagte Tedros.

Besonders in Indien sei die Lage „mehr als herzzerreißend“. Die WHO hatte die neueste Zahl der innerhalb einer Woche gemeldeten Infektionen am Dienstag noch nicht auf ihrer Webseite. Am 19. April meldete sie fast 5,7 Millionen Fälle innerhalb einer Woche weltweit, gut 400.000 mehr als in der Woche davor. (Quelle: Tagesschau, 26.04.21)


Pakistan setzt Armee zur Durchsetzung von Beschränkungen ein

Pakistan setzt die Armee in 16 Großstädten ein, um bei der Durchsetzung von Beschränkungen wie Maskenpflicht und Ladenschlusszeiten zu helfen. Dabei würden die zivilen Einrichtungen weiter die Führung übernehmen, gibt ein Militärsprecher bekannt. Die pakistanische Regierung verzichtet trotz einer dritten Coronavirus-Welle auf Lockdowns aus Rücksicht auf die vielen Tagelöhner im Land. Ministerpräsident Imran Khan warnte vergangene Woche vor Zuständen wie in Indien, sollte die Bevölkerung sich nicht an die anderen Auflagen wie die Maskenpflicht halten. (Quelle: TSP, 26.04.21)



„Sehr kontroverse“ Debatte in der Frage der Rechte für Geimpfte

In der Frage, ob Geimpfte mehr Rechte bekommen sollen, gab es zwischen Bund und Ländern laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine „sehr kontroverse“ Debatte.

Laut Söder sei es schwer zu rechtfertigen, dass jemand der zweimal geimpft ist, den gleichen Einschränkungen unterworfen sei, wie jemand der nicht geimpft ist. „Wo man Einschränkungen aufheben kann, sollte man das tun. Das hat auch eine Signalwirkung und kann Menschen auch dazu anspornen, sich impfen zu lassen.“ Es sei noch kein Abschluss gefunden worden in dieser Diskussion, man befinde sich aber auf einem richtigen und wichtigen Weg.

Auch Merkel sagte, dass ausführlich darüber diskutiert worden sei, wie mit Menschen umzugehen sei, die vollständig geimpft sind, erklärt Angela Merkel. „Inzwischen sind sieben Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft, das ist noch ein sehr kleiner Teil, aber es wird stetig wachsen.“ Das Ergebnis der Diskussion werde sich in einer Verordnung des Infektionsschutzgesetzes niederschlagen. „Solange noch nicht jedem Menschen ein Impfangebot gemacht werden kann, ist das eine sehr sensible Frage“, sagt die Kanzlerin. Es sei eine sehr gute und konstruktive Diskussion gewesen, für die sie dankbar sei.

Söder spricht von einer „Hoffnungs-MPK“. Nach der Notbremse brauche es nun Vollgas beim Impfen. „Das Ziel unserer Impfbemühungen muss sein: Impfen gegen Mortalität, aber auch Impfen für mehr Mobilität und für die Aufhebungen der Einschränkungen.“ Söder betont, dass viele der Corona-Patienten jünger geworden seien. „Dass die meisten der Älteren jetzt geimpft sind, bedeutet noch keine Entwarnung.“ (Quelle: 26.04.21)


Merkel: Aufhebung der Impfpriorisierung im Juni

Die bisherige Priorisierung bei den Impfungen gegen das Coronavirus soll nach Darstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spätestens im Juni fallen. „Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann. Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühen, und die werden dann nach Maßgabe der Versorgung auch gegeben“, sagte Merkel am Montag in Berlin nach Beratungen mit den Länder-Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten.

Auf die Millionen von Corona-Geimpften und Genesenen in Deutschland kommen Erleichterungen zu: Die Betroffenen sollten etwa beim Einkaufen oder beim Friseurbesuch keinen negativen Corona-Tests vorlegen müssen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Beratungen mit der Ministerpräsidenten zur Impfpolitik. Ihre Regierung werde eine entsprechende Rechtsverordnung auf den Weg bringen. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 26.04.21)


Auch Berlins Regierender spricht positiv über Impfgipfel und Impfkampagne.

„Die Impflieferungen werden sich auf hohem Niveau verstetigen. Wir sehen, wie gut es ist, dass die Hausärzte jetzt mit an bord sind, dennoch werden wir die Impfzentren noch lange brauchen. Sie entlasten in vielfacher Hinsicht.“

Von großer Bedeutung sei die Diskussion über Getestete, Geimpfte, Genesene gewesen, da brauche es nun schnelle Lösungen, sagt Müller
„Vom RKI gibt es eine klare Aussage zur Gefahrenlage, an dieser müssen wir uns orientieren.“

Trotz aller Impffortschritte werden noch weitere Regeln zu beachten seien, betont Müller im Ausblick auf die kommenden Wochen. Dabei gehe es auch darum, andere zu schützen. Bei Lockerungen werde nachzuweisen sein, dass man geimpft ist, sagt der MPK-Vorsitzende. Merkel nennt als konkrete Nachweis-Instrumente zunächst den Impfpass der WHO oder für Genesene den positiven PCR-Test. (Foto: CC s. Archiv v. 13.4.20; Quelle: TSP, 26.04.21)


Merkel: Ab Juni Betriebsärzte einbinden

Ab Juni sollen die Betriebsärzte verstärkt an der Impfkampagne beteiligt werden, sagt die Kanzlerin. Es werde außerdem an einem digitalen Impfzertifikat gearbeitet.

Ob noch Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V gekauft werden, hänge davon ab, ob der Impfstoff bald in Deutschland zugelassen werde.

Das oberste gesellschaftliche Ziel sei es, den Bürgern ihre Grundrechte so schnell wie möglich wieder zurückzugeben und die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, sagt Kanzlerin Merkel. „Wenn wir darauf zurückblicken, wie die Welt vor zwei Jahren aussah, wird uns ja erst bewusst, auf was wir schon so lange verzichten. So etwas hat es seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Wir wollen so schnell wie möglich zur Normalität zurück“

„Wann wir jetzt wieder darüber nachdenken können, Hotels öffnen zu können, das kann ich heute nicht sagen“, erklärt die Kanzlerin. „Es war eine MPK der Hoffnung, aber wir dürfen die Gegenwart nicht vergessen“, mahnt Merkel. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 26.04.21)



Linke gegen Aufhebung der Impfpriorisierung

Die Linke ist gegen eine Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung. Diese diene dazu, gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen und zuvorderst impfen, sagte Co-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow am Montag in Berlin. Es müsse sichergestellt sein, dass Menschen aufgrund von Alter, Vorerkrankungen oder sozialer Situation nicht mehr gefährdet seien als der Rest der Bevölkerung. Zur Frage, welche Freiheiten Geimpfte bekommen sollten, sagte sie: „Geimpfte sollten denselben Status wie Getestete einnehmen können, als auch diejenigen, die Corona überwunden haben.“

Hennig-Wellsow sprach sich darüber hinaus für den Einsatz von Impfmobilen in sogenannten sozialen Brennpunkten aus. Es gehe darum, einen Schwerpunkt darauf zu legen, dass Menschen in einer sozial schwierigen Lage zu Impfstoff kämen. Bei einem „Impfgipfel“ beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder an diesem Montag über den Stand der Impfungen in Deutschland und das weitere Vorgehen auch mit Blick auf die Impfreihenfolge (Priorisierung) und ein Ende bestimmter Corona-Beschränkungen für Menschen, die vollständig geimpft sind.

Auch der Gesundheitsexperte der Grünen, Janosch Dahmen, sprach sich gegen eine Aufhebung der Impfpriorisierung aus. Sie sei wissenschaftlich vorgegeben worden, um möglichst viele Menschenleben zu retten. „Es darf auf keinen Fall sein, dass man jetzt hoppla-hopp irgendwen impft, aber die Menschen, die am meisten bedroht sind und für uns eintreten, noch nicht geimpft sind“, sagte der Mediziner RTL/ntv. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Stark steigende Corona-Infektionszahlen in Nepal

Nepal machen stark steigende Corona-Infektionszahlen zu schaffen, die Experten auf besonders ansteckende Virus-Mutante aus dem benachbarten Indien zurückführen. „Wir haben die britische Variante und die indische Doppel-Mutation festgestellt“, sagt der Direktor der Behörde für Epidemiologie und Seuchenkontrolle, Krishna Prasad Paudel, zu Reuters. Experten befürchten bei einem anhaltenden Trend, dass die Krankenhäuser in einer Woche überlastet seien und es dann kaum noch freie Betten für Covid-19 Patienten geben werde. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Katholische Jugend fordert mehr Öffnungen in der Jugendarbeit

Katholische Jugendverbände fordern in der Corona-Krise eine stärkere Aufmerksamkeit der Politik auf Angebote der Kinder- und Jugendarbeit jenseits von Schule. Kindern und Jugendlichen müssten in Pandemie-Zeiten Perspektiven gegeben werden, mahnte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am Montag in Düsseldorf. „Eine Öffnungsdebatte, in der Jugendliche erneut nur als Schülerinnen und Schüler vorkommen, ist aus Sicht des BDKJ nicht mehr tragbar“, erklärte die Bundesvorsitzende Lisi Maier.

Anders als im vergangenen Jahr dürfe es in diesem Corona-Jahr keine Benachteiligung gemeinnütziger Anbieter gegenüber kommerziellen Jugendfreizeiten geben, mahnte Maier. „Das hat gerade bei vielen Ehrenamtlichen, die sich intensiv damit auseinandergesetzt hatten, wie sie ihre Freizeit möglichst sicher durchführen können, für viel Frust gesorgt.“ Aber gerade diese Engagierten seien es, die zivilgesellschaftliche Verantwortung übernähmen – vor, während und nach der Corona-Pandemie. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Laschet will, dass jetzt schnell Entscheidungen getroffen werden.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet erwartet von den Bund-Länder-Beratungen konkrete Vereinbarungen über die Gleichstellung von Geimpften und Genesenen. „Das muss heute verbindlich geregelt werden“, sagt der CDU-Chef. Zudem brauche man „recht bald“ eine Rechtsauskunft, ob die Ausgangsbeschränkungen auch für Voll-Geimpfte gelten sollten. Bund und Länder müssten zudem verstärkt über die Belastung der Jugend in der Pandemie reden. „Meine Ziel ist es, Grundrechtseingriffe für alle möglichst schnell zurückzuführen“, sagt Laschet. (Quelle: TSP, 26.04.21)


FDP klagt gegen Infektionsschutzgesetz

Die FDP hat ihre Klage gegen das Infektionsschutzgesetz beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht, wie ein Sprecher mitteilt. Die Liberalen halten vor allem die verhängte Ausgangssperre ab einer Inzidenz von 100 für verfassungswidrig.

Beim Bundesverfassungsgericht gehen immer mehr Klagen gegen das bundesweite Infektionsschutzgesetz ein. Derzeit seien mehr als 65 Verfahren anhängig, sagt ein Gerichtssprecher in Karlsruhe. Eine genaue Zahl könne er nicht nennen, da weitere Verfahren eingingen. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Neu Delhi meldet Höchstwert von mehr als 350.000 Neuinfektionen

Für das kurz vor dem Kollaps stehende Gesundheitssystem Indiens ist Rettung in Sicht: Deutschland, die USA, Großbritannien und mehrere andere Ländern kündigten an, das von der Corona-Pandemie hart getroffene Land mit Hilfslieferungen zu unterstützen. Mit 352.991 Corona-Neuinfektionen verzeichnete Indien am Montag erneut einen weltweiten Höchstwert. Binnen 24 Stunden wurden zudem 2812 Todesfälle registriert – so viele wie noch nie seit Pandemiebeginn.

Die Bundesregierung arbeitet nach Angaben von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bereits an einem Hilfspaket für Indien. Es gehe darum, „Schlimmeres zu verhindern“, sagte Müller der „Rheinischen Post“. Er stellte Indien unter anderem Sauerstoff- und Beatmungsgeräte sowie Medikamente in Aussicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Wochenende angekündigt, so schnell wie möglich eine Unterstützungsmission vorzubereiten. Berlin stehe „Seite an Seite in Solidarität mit Indien“, ließ die Kanzlerin über ihren Sprecher Steffen Seibert erklären.

Der Hilfsdienst der Malteser leistet schon Hilfe vor Ort. „Die Menschen sterben vor den Krankenhäusern, weil es in den Krankenhäusern keine Kapazitäten mehr gibt, alle Menschen zu versorgen“, erklärte die Leiterin der Asienabteilung, Cordula Wasser. „Wir helfen jetzt sofort“.

Die Malteser verteilen im Bundesstaat Rajasthan nach eigenen Angaben Masken und Hygieneartikel an Gesundheitspersonal und Lehrer. Krankenpflegerinnen sind im Einsatz, um die Menschen über die Ausbreitungswege des Virus und Impfungen zu informieren. „Die Skepsis gegen die Impfungen ist in der indischen Bevölkerung sehr hoch“, erklärte Wasser.

Die US-Regierung sagte Indien unter anderem Rohstoffe für die Impfstoff-Herstellung und Beatmungsgeräte zu. Die Rohstoffe sollten dem Land umgehend zur Verfügung gestellt werden, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Emily Horne. Eigentlich gilt für diese Stoffe ein US-Exportverbot. Auch Corona-Tests, medizinische Schutzausrüstung und Medikamente sollen nach Indien geschickt werden, wie das Weiße Haus mitteilte.

Nicht genannt wurde in der Ankündigung eine mögliche Bereitstellung von in den USA nicht benötigten Impfdosen des Herstellers Astrazeneca. Der wichtigste Corona-Berater der Regierung, Anthony Fauci, erklärte, dieser Schritt werde geprüft. Die USA verfügen über rund 30 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs, der in dem Land bisher nicht zugelassen ist.

Die ersten neun Luftfrachtcontainer mit Hilfslieferungen aus Großbritannien sollen in der Nacht zum Dienstag in Indien eintreffen, wie der britische Premierminister Boris Johnson ankündigte. Geliefert werden unter anderem Beatmungsgeräte und Sauerstoffkonzentratoren. Auch Frankreich, Kanada und Pakistan haben Indien ihre Hilfe angeboten.

Mitverantwortlich für die dramatische Lage in Indien ist vermutlich die neue Coronavirus-Mutante B.1.617. Deutschland hat deshalb wie zahlreiche andere Länder einen weitgehenden Einreisestopp verhängt. Seit Montag dürfen nur noch Deutsche und Menschen mit Wohnsitz oder einem Aufenthaltsrecht in Deutschland aus Indien einreisen. Für sie gilt zudem eine Testpflicht vor der Abreise sowie eine 14-tägige Quarantäne nach der Ankunft. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Israel untersucht Herzmuskelentzündungen bei Biontech-Geimpften

Das israelische Gesundheitsministerium untersucht Fälle von Herzmuskelentzündung in Verbindung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Eine vorläufige Studie habe „Dutzende von Fällen“ von Myokarditis bei mehr als 5 Millionen Geimpften gezeigt, hauptsächlich nach der zweiten Dosis, sagte der israelische Koordinator für die Pandemiebekämpfung, Nachman Ash, am Sonntag.
Es sei unklar, ob die Anzahl der Personen mit Entzündung des Herzmuskelgewebes ungewöhnlich hoch sei und ob dies in Zusammenhang mit dem Vakzin stehe. Ein Nachweis zwischen Erkrankung und Impfstoff sei schwierig, weil Myokarditis oft ohne Komplikationen ablaufe und durch eine Vielzahl von Viren verursacht werden könne. Auch sei eine ähnliche Anzahl von Fällen in den vergangenen Jahren gemeldet worden.

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Pfizer, es „ist sich der israelischen Beobachtungen der Erkrankung bewusst, die überwiegend bei jungen Männern aufgetreten sei, die den Impfstoff von Pfizer/Biontech erhielten“. Unerwünschte Nebenwirkungen würden regelmäßig und gründlich überprüft und das Unternehmen habe keine höhere Myokarditis-Rate beobachtet, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten wäre. „Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass Myokarditis ein Risiko im Zusammenhang mit der Anwendung des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer/Biontech darstellt.“

Israel ist weltweit führend beim Impfen gegen die Pandemie. Fast 60 Prozent der 9,3 Millionen Einwohner des Landes haben bislang das Vakzin von Biontech/Pfizer erhalten. Die landesweite Datenbank hat bereits gezeigt, dass der Impfstoff sowohl Covid-19 Symptome als auch schwere Verläufe der Krankheit verhindert. (Quelle: TSP, 26.04.21)


EU leitet rechtliche Schritte gegen Astrazeneca ein

Im Streit über ausbleibende Impfstofflieferungen hat die EU-Kommission rechtliche Schritte gegen den Hersteller Astrazeneca eingeleitet. Man habe das Verfahren vor einem belgischen Gericht auch im Namen der 27 Mitgliedsstaaten gestartet, teilte ein Kommissionssprecher am Montag mit.

Der britisch-schwedische Hersteller hatte die Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union in den vergangenen Monaten immer wieder einseitig drastisch gekürzt. Im ersten Quartal gingen nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 Staaten. Für das zweite Quartal werden nach jüngsten Angaben 70 Millionen Dosen erwartet. Ursprünglich waren 180 Millionen vereinbart.

Aus Sicht der EU-Kommission verstößt der Hersteller damit gegen einen EU-Rahmenvertrag vom August 2020. Insgesamt hat die EU-Kommission 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bestellt. Eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen ließ sie ungenutzt verstreichen.

Das Verhältnis zwischen der EU-Kommission und dem Unternehmen ist schon lange angespannt – auch, weil Großbritannien von den Lieferproblemen kaum betroffen war. Die EU hatte deshalb einen Export-Kontrollmechanismus eingeführt. Eine Lieferung über 250.000 Astrazeneca-Dosen aus Italien nach Australien wurde blockiert.

Die EU-Kommission hatte bereits ein Schlichtungsverfahren mit dem Unternehmen eingeleitet. Die Klage ist nun der nächste Schritt. An den Lieferrückständen dürfte sich dadurch allerdings nichts ändern.

Ein Großteil des Impfstoffs, der in den EU-Staaten gespritzt wird, stammt derzeit vom deutsch-amerikanischen Hersteller Biontech/Pfizer. Neben Astrazeneca haben außerdem die Präparate von Moderna sowie Johnson & Johnson eine europäische Zulassung.

Inzwischen wird der Impfstoff von Astrazeneca in vielen EU-Staaten nur noch eingeschränkt verwendet, weil er in Verbindung mit sehr seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen gebracht wird. Er ist von der EU-Arzneimittelbehörde EMA aber weiter uneingeschränkt freigegeben. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Thailand verschärft Corona-Maßnahmen

Wegen eines starken Anstiegs der Infektionszahlen hat Thailand die Corona-Maßnahmen verschärft. In der Hauptstadt Bangkok und 49 weiteren Provinzen gilt seit Montag eine Maskenpflicht an öffentlichen Orten. In Bangkok wurden zudem Kinos, Schwimmbäder, Sporthallen und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen. In Bangkok, dem Epizentrum der Corona-Pandemie in Thailand, waren vergangene Woche bereits Schulen, Bars und Nachtlokale geschlossen worden. Die Restaurants in der Millionenmetropole durften zudem keinen Alkohol mehr ausschenken. Thailand war bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Bis Anfang April wurden in dem südostasiatischen Land mit seinen fast 70 Millionen Einwohnern nur 29.000 Infektionsfälle verzeichnet. Inzwischen sind es aber schon fast 57.500. Am Sonntag wurden in Thailand zudem elf Todesfälle verzeichnet – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. (Quelle: ARD, 26.04.21)


Iran: Neuer Tageshöchstwert bei Corona-Toten

Der Iran hat bei der Zahl der Corona-Toten einen neuen Tageshöchstwert verzeichnet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen eines Tages 496 Covid-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden über 21.000 Neuinfektionen registriert. Damit liege die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land aktuell bei mehr als 70.000, die der Infizierten bei mehr als 2,4 Millionen. Die Impfkampagne im Iran läuft weiterhin sehr schleppend an. Das Land steckt vor allem wegen der US-Sanktionen in einer Wirtschaftskrise und konnte bislang gerade einmal etwas mehr als zwei Millionen Dosen Impfstoffe einführen. (Quelle: Tagesschau, 26.04.21)


Bars und Restaurants in Italien öffnen draußen wieder

In vielen Regionen Italiens haben Bars und Restaurants am Montag ihre Außenbereiche wieder geöffnet. Drei Viertel der italienischen Regionen gelten nun als „gelbe Zonen“, in denen weniger strenge Corona-Beschränkungen gelten. Neben der Außengastronomie dürfen auch Kinos, Theater und Konzerthallen wieder öffnen. Die Zahl der Besucher ist allerdings auf die Hälfte beschränkt.

Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche einen Fahrplan für schrittweise Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen. Nach einem Rückgang der Neuinfektionen und Fortschritten bei der Impfkampagne sei seine Regierung bereit, ein „kalkuliertes Risiko“ einzugehen, sagte er.

Die Bars und Restaurants in den „gelben Zonen“ dürfen vorerst allerdings nur ihre Außenbereiche öffnen. Zum ersten Mal seit sechs Monaten ist auch eine Öffnung am Abend erlaubt. Landesweit gilt aber weiterhin eine nächtliche Ausgangssperre ab 22.00 Uhr.

Viele Gastwirte sind trotzdem erleichtert. „Endlich“, sagte der 26-jährige Daniele Vespa, der als Oberkellner im Restaurant „Baccano“ am Trevi-Brunnen in Rom arbeitet, zur Öffnung der Terrassen. „Das ist der Beginn einer Rückkehr zur Normalität“.

Das erste geöffnete Kino war das „Beltrade“ in Mailand, das um 06.00 Uhr morgens 82 Zuschauer zu einer Vorstellung des italienischen Kultfilms „Liebes Tagebuch“ von Regisseur Nanni Moretti einließ. „Es war toll, wieder im Kino zu sein und so etwas Verrücktes zu machen“, sagte Francesca Pierangeli, die mit ihrem Mann Karten ergattert hatte.

In Italien war die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt stark gesunken. Auch die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen ging zurück. Jeden Tag werden im Schnitt aber immer noch mehr als 300 Todesfälle registriert. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Grafschafter Zahlen

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim ist nach Angaben des Nieders. Landesgesundheitsamtes am Montag auf 183,7 gestiegen. Am Sonntag lag die Inzidenz noch bei 172,1. Die Kreisverwaltung in Nordhorn meldete am Montag 45 Neuinfektionen mit dem Coronavirus (Sonntag: 22; Samstag: 41), die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 4.746. Größere Ausbruchsgeschehen lassen sich laut Kreisverwaltung auf Unternehmen in der Samtgemeinde Neuenhaus sowie der Gemeinde Wietmarschen zurückführen.
Als genesen gelten 4.253 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich 1.080 Menschen (Sonntag: 1093). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt weiter bei 113. Von den 380 aktuell Infizierten leben 91 (+15) in Nordhorn. (Quelle: GN, 26.04.21)


Zahlreiche Klageeingänge beim Bundesverfassungsgericht

Beim Bundesverfassungsgericht gehen immer mehr Klagen gegen das bundesweite Infektionsschutzgesetz und die damit einhergehenden Regelungen der „Bundesnotbremse“ ein. Einem Sprecher des Gerichts zufolge sind derzeit mehr als 65 Verfahren anhängig. Eine genaue Zahl könne er nicht nennen, da weitere Verfahren eingingen. Unter anderem wurden bereits Klagen von Mitgliedern der SPD-Bundestagsfraktion, der Grünen-Fraktion und von der AfD-Fraktion eingereicht. Auch die FDP will voraussichtlich noch im Laufe des Tages eine Klage einreichen. (Quelle: Tagesschau, 26.04.21)


Perth beendet Lockdown nach drei Tagen – nur zwei Fälle

Ein Corona-Lockdown in der westaustralischen Stadt Perth wird nach drei Tagen wieder aufgehoben. Die Ausgangssperre für die Bewohner von Perth und Umgebung endet um Mitternacht, wie der Regierungschef des Bundesstaats Western Australia, Mark McGowan, am Montag mitteilte. Bei mehreren tausenden Corona-Tests wurden nach Angaben der Behörden nur zwei Infektionen gefunden.

Auslöser des Lockdowns war Medienberichten zufolge ein Mann, der nach der Rückkehr von seiner Hochzeit in Indien andere Reiserückkehrer in einem Quarantäne-Hotel angesteckt hatte. Unter ihnen war demnach ein Mann, der nach seiner Entlassung aus der Quarantäne mehrere Restaurants, eine Universität, ein Schwimmbad, einen Arzt und einen Freund in Perth besuchte. Auch der Freund wurde später positiv auf das Coronavirus getestet.

Australien hatte im März 2020 seine Grenzen für Reisende geschlossen und strenge Quarantäne-Regeln erlassen. Inzwischen ist das Land weitgehend Corona-frei. Es gibt aber immer wieder vereinzelte Ausbrüche in Quarantäne-Hotels, die dann zu Kurzzeit-Lockdowns in den betroffenen Städten führen. Das System der Quarantäne-Hotels steht deshalb zunehmend in der Kritik.

Wegen des Ausbruchs in Perth hatte Neuseeland seinen erst vor gut einer Woche eröffneten Reisekorridor mit Australien für Reisende aus Westaustralien vorübergehend wieder geschlossen. (Quelle: TSP, 26.04.21)


NRW-Kommunen kritisieren Corona-Daten des RKI

Aachen und Münster kritisieren die Datengrundlagen für die Corona-Notbremse. Denn die maßgeblichen RKI-Zahlen würden Korrekturen nicht berücksichtigen.

„Nein, es passt uns gar nicht, nein, es ist keine Absicht.“ Mit diesen Worten entschuldigt sich der Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, Michael Ziemons, auf seiner Facebook-Seite für einen Fehler am Wochenende. Die Kommune hatte falsche Corona-Zahlen übermittelt. In der Folge spuckte das RKI eine Inzidenz von nur 129 aus. In Wahrheit lag sie aber schon bei über 165. Daraus folgende Maßnahmen wie Distanzunterricht an Schulen werden nun wohl erst mit Verzögerung einsetzen.

Um zu verstehen, was im konkreten Fall schief gelaufen sein könnte, muss man den Corona-Meldeweg kennen. Und der geht so: Labor oder Arzt meldet ans kommunale Gesundheitsamt, das meldet an das Landeszentrum Gesundheit NRW und das wiederum an den Bund, konkret ans Robert Koch-Institut, RKI. Maßgeblich für das Einsetzen der sogenannten Bundes-Notbremse sind laut dem Gesetzestext die Daten des letzten in der Meldekette, des RKI. Diese Daten wiederum sorgen jetzt für Kritik.

Aachens Gesundheitsdezernent Ziemons meint zum Beispiel, dass seine Kommune nach dem Fehler die richtigen Zahlen noch am Wochenende nachgeliefert habe. Die vom RKI bereits festgesetzte Tages-Inzidenz sei daraufhin aber nicht korrigiert worden.

Kritik kommt auch aus Münster. Da war man vor dem Wochenende eigentlich davon ausgegangen, die Corona-Notbremse ziehen zu müssen. Denn die bereits nachkorrigierten Zahlen des Landeszentrums zeigten eine schon länger andauernde Inzidenz von über 100.
Aus Sicht der Stadt Münster sind genau diese Daten des Landeszentrums „fundiert und gesichert“, weil auch „rückwärtige Fälle ergänzt werden“. Doch die unkorrigierten Zahlen des RKI waren niedriger, deshalb beschloss das Land dann erstmal doch keine zusätzlichen Maßnahmen für Münster.

Das RKI bestätigt, dass eine nachträgliche Veränderung einer Tages-Inzidenz in solchen Fällen nicht vorgesehen ist. Nachgemeldete Neuinfektionen würden erst am Folgetag berücksichtigt werden. Das RKI schreibt außerdem: „Die Behörden im Land- oder Stadtkreis verfügen immer über die aktuellsten Zahlen. Die örtlichen Behörden entscheiden auch darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden.“

Zumindest wirft das rechtliche Fragen auf, denn die Datengrundlage steht nun einmal in einem Bundesgesetz. Eine WDR-Anfrage an das NRW-Gesundheitsministerium zu den Daten-Problemen ist noch nicht beantwortet. (Quelle: WDR, 26.04.21)


Ärztekammerpräsident will Jüngere eher impfen

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich vor dem Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern dafür ausgesprochen, jüngere Menschen bei der Impf-Priorisierung stärker in den Blick zu nehmen und eventuell vorzuziehen. „Das ist unter Umständen unter epidemiologischen Gesichtspunkten eine vernünftige Überlegung“, sagte Reinhardt dem TV-Sender Phoenix am Montag.

Die Bevölkerungsgruppe der über 60-Jährigen sei zu einem großen Teil geimpft, sagte er. „Wir sind nun an einem Punkt, wo wir uns überlegen müssen, gehen wir weiter rückwärts von oben kommend? Oder aber könnte man die Strategie fahren zu sagen: Wir impfen jetzt die Jungen, die zwar in der Regel nicht schwer erkranken, aber die natürlich viel unterwegs sind, in die Schulen und in die Kitas gehen sollen“, begründete Reinhardt seine Anregung.

Der Ärztekammerpräsident plädierte zudem dafür, Geimpften mehr Freiheiten zu geben. Er sei „absolut“ für diesen Schritt, „wenn ausreichend Menschen in unserer Gesellschaft geimpft sind und wir feststellen, dass die Inzidenzzahlen dadurch rückläufig sind.“ (Quelle: TSP, 26.04.21)


Britische Impfkampagne erreicht nun die Jüngeren

Die weit fortgeschrittene britische Corona-Impfkampagne hat mittlerweile auch jüngere Altersgruppen erreicht. „Großartige Nachrichten heute Morgen, dass wir nun 44-Jährigen eine Impfung anbieten können“, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Im Laufe der Woche sollen Berichten zufolge in England auch die 40- bis 43-Jährigen eine Einladung vom Gesundheitsdienst bekommen. Die anderen britischen Landesteile sind ähnlich weit fortgeschritten mit ihren Impfungen.

Die Priorisierung läuft in Großbritannien – abgesehen von medizinischem und Pflegepersonal – strikt nach Altersgruppen von Alt nach Jung. Bei den über 50-Jährigen seien nun 95 Prozent mindestens einmal geimpft, so Hancock. Mehr als die Hälfte der Briten hat bislang die erste Spritze bekommen, bis Ende Juli sollen alle ein Impfangebot bekommen. (dpa)



Anmerkung:
Die erheblichen Inzidenzschwankungen begründen zweifel an den vom Landkreis mitgeteilten Zahlen.


Niedersachsen impft ab 60 (oder öffnet jedenfalls die Wartelisten)

Die Impfkampagne in Niedersachsen schreitet weiter voran. Von heute an können sich auch alle Menschen ab 60 Jahren für Impftermine anmelden.

Die Personen dieser Altersgruppe haben dann die Möglichkeit, sich über die Terminhotline mit der Telefonnummer (0800) 99 88 665 oder das Internet-Impfportal des Landes auf die Warteliste setzen zu lassen. Sie sollen ausschließlich den Impfstoff von AstraZeneca bekommen. Der Impfstoff schütze ausgesprochen wirksam vor Corona-Infektionen und schweren Krankheitsverläufen, betonte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Zudem sei das Risiko für schwere Nebenwirkungen in dieser Altersgruppe verschwindend gering.

Menschen ab 60 gehören eigentlich erst zur Priorisierungsgruppe 3. Weil aber AstraZeneca ohnehin erst ab 60 Jahren empfohlen wird, öffnet das Land bereits jetzt die Warteliste für diese Altersgruppe. Heute will die Bundesregierung bei einem Impfgipfel mit den Länderchefs über den Fortgang der Impfkampagne beraten.

Derweil ruft das Niedersächsische Sozialministerium Wohnungslose dazu auf, sich gegen Corona impfen zu lassen. Sie gehören zur Prioriätsgruppe 2 und sind deshalb impfberechtigt. Auch sie können sich demnach selbst um einen Impftermin kümmern. Koordiniert wir das Impfen von Wohnungslosen durch die Impfzentren, teilweise werden a


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.907 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 60 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11.437 Corona-Neuinfektionen und 92 neue Todesfälle gemeldet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 169,3. Am Sonntag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 165,6 angegeben, am Montag vergangener Woche mit 165,3.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Sonntagnachmittag bei 1,08 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 26.04.21)


Geimpfte US-Bürger können bald wieder in die EU reisen

Gegen Corona geimpfte US-Bürger sollen in den kommenden Monaten wieder in die Europäische Union einreisen dürfen. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag in einem Interview mit der Zeitung „The New York Times“ an. In den USA würden Impfstoffe eingesetzt, die von der EU-Arzneimittelbehörde EMA zugelassen worden seien. „Das wird Freizügigkeit und Reisen in die Europäische Union ermöglichen“, sagte von der Leyen.

„Eines ist klar: Alle 27 Mitgliedstaaten werden ausnahmslos alle anerkennen, die mit Vakzinen geimpft wurden, die von der EU-Arzneimittelbehörde EMA genehmigt wurden“, sagte von der Leyen. Die EMA hat die drei in den USA verwendeten Impfstoffe zugelassen: Moderna, Pfizer/Biontech und Johnson & Johnson.

Einen genauen Zeitplan nannte die EU-Kommissionspräsidentin nicht. Der „New York Times“ zufolge könnten die neuen Regelungen im Sommer in Kraft treten. Hintergrund seien die schnell voranschreitende Impfkampagne in den USA und Fortschritte bei den Gesprächen über den Einsatz von Impfnachweisen. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Marburger Bund fordert angepasste Impfkampagne

ie Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die Bundesregierung aufgefordert, angesichts steigender Impfstoffmengen ihre Impfstrategie anzupassen. Es gebe die Sorge, dass beim Eintreffen größerer Impfstoffmengen Ende Mai, Anfang Juni diese nicht effizient verimpfen werden können, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir brauchen deshalb schnell eine Impfwerbekampagne. Da gibt es im Moment leider keine Bewegung“, kritisierte sie. Ein paar Plakate mit der Aufschrift „Deutschland krempelt die Ärmel hoch“ reichten da nicht aus.

„Wir müssen die verschiedenen Zielgruppen genau identifizieren und auf sie zugeschnittene Werbung für das Impfen machen“, sagte Johna. Sie nannte etwa Migrantinnen und Migranten mit schlechten Deutschkenntnissen, die 6,2 Millionen Analphabeten in Deutschland oder junge Frauen, die die unberechtigte Angst hätten, dass sie nach einer Impfung nicht mehr schwanger werden könnten.

Aktuell sorgen sich die Ärzte in der dritten Corona-Welle mit volllaufenden Intensivstationen. Man sei „jetzt leider wieder an einem Punkt, an dem wir als Ärzteschaft um Verständnis dafür bitten müssen, dass planbare Operationen zurückgestellt werden“, sagte Johna der Zeitung. „Wir brauchen das OP-Personal, um möglichst viele Intensivbetten betreiben zu können“, begründete sie diesen Schritt.

Es gehe dabei nicht nur um Covid-19-Patienten, sondern auch um andere relevante Erkrankungen. „Für alle diese schwerkranken Menschen brauchen wir die Kapazitäten auf den Intensivstationen, nicht dringend notwendige Eingriffe können deshalb vorerst nicht stattfinden“, sagte Johna. Anders könne in vielen Krankenhäusern die Situation nicht mehr bewältigt werden. (Quelle: TSP, 26.04.21)


Gesamtmetall-Präsident Wolf: Corona-Politik  für „zum Teil wirklich dilettantisch“

Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, kritisiert die Corona-Politik der Bundesregierung. Zum Thema Impfen in den Betrieben sagt er im Politik-Talk der Zeitung „Bild“, er würde sich wünschen, dass es im Mai losgehe, aber „mir fehlt der Glaube, da von der Bundesregierung extrem viele Fehler gemacht worden sind“.

Er sagte: „Es ist planlos, kopflos und zum Teil wirklich dilettantisch gemacht.“ Erst habe man viel zu spät angefangen, sich Impfstoff zu sichern. Und immer wieder komme die Regierung mit Maßnahmen für einen, zwei oder drei Monate. „Das erlebt man jetzt wieder mit der Notbremse. Die Menschen sind mittlerweile perspektivlos in vielen Bereichen.“ Dabei sei es Aufgabe einer Regierung, eine Strategie, einen Plan zu entwickeln und diesen Plan umzusetzen und so den Menschen Leitlinien zu geben.  (Quelle: TSP, 26.04.21)


Italien einigt sich mit EU über Wiederaufbau

Italien hat sich mit der Europäischen Kommission auf den Wiederaufbauplan für das Land nach der Corona-Pandemie geeinigt. Ministerpräsident Mario Drahi habe dies dem Kabinett nach tagelangen intensiven Gesprächen mit der EU mitgeteilt, sagte ein Sprecher Draghis. Einige kleine Änderungen an dem Dokument müssten noch vorgenommen werden. Damit sei der Weg frei für die fristgerechte Abgabe des Plans bis Ende April. Am Montag und Dienstag will Draghi ihn im Parlament präsentieren.

Gut 191 Milliarden Euro erhält das Land aus dem Wiederaufbaufonds der EU. Italien lief zuletzt Insidern zufolge Gefahr, den Zeitplan für das Anzapfen des europäischen Corona-Wiederaufbaufonds nicht einhalten zu können. Eigentlich sollen alle EU-Länder bis Ende April ihre Pläne einreichen, wie sie Mittel aus dem insgesamt 750 Milliarden Euro schweren Fonds verwenden wollen. Die EU-Kommission sei mit dem bisherigen Entwurf aus Rom aber nicht zufrieden gewesen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person vor kurzem. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Grafschafter Grenzübergang wird zum Freilufthandelsplatz

Der Niedergrafschafter Grenzübergang am Balderhaarweg, gelegen auf dem Grenze der Gemeinde Wielen (Grafschaft Bentheim), wird seit einigen Tagen in den Abendstunden zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Freilufthandels. In einer Gegend, die kaum ländlicher liegen könnte, treffen sich der deutsche Tankstelleninhaber Holger Vorrink ( Freien Tankstelle Vorrink aus Itterbeck) und seine niederländischen Kunden, die aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen nur unter bestimmten Voraussetzungen nach Deutschland einreisen dürfen – beispielsweise mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Da aber viele Niederländer die für sie anfallenden Kosten für einen solchen Test mit schriftlichem Nachweis nicht auf sich nehmen wollen, nur um wie gewohnt in Deutschland einzukaufen, bleiben in den grenznahen Orten die sonst zahlreichen Einkaufstouristen größtenteils aus. Mit gravierenden Folgen für einige Geschäftsleute in der Region, wie Vorrink berichtet. „Im Bereich des Verkaufs von Tabakwaren und Spirituosen ist unser Umsatz an der Tankstelle um rund 80 Prozent eingebrochen“, sagt er. Seine Tankstelle liegt günstig an der Itterbecker Hauptstraße, viele Niederländer passieren sie normalerweise auf dem Weg zum Einkaufen bei den Discountern in Uelsen.

Um die Geschäftseinbußen ein wenig abzufedern, kam Vorrink auf eine ungewöhnliche Idee: „Wenn die Kunden nicht zu den Waren kommen können, dann kommen wir mit den Waren eben zu den Kunden“, bringt er den Einfall auf den Punkt. Konkret sieht das so aus: Die Niederländer bestellen Waren im Mindestwert von 100 Euro per Anruf oder Nachricht an Vorrinks Mobiltelefon. Für eine Transportkostenpauschale von fünf Euro bringt Vorrink das Gewünschte dann zur Grenze am Balderhaarweg. Die Niederländer bleiben auf ihrer Seite der Grenze, Vorrink und sein Mitarbeiter auf der deutschen Seite. Geld und Waren werden über die Staatsgrenze getauscht. (mehr, auch Fotos, und Quelle: GN, 25.04.21, €)


Slowakei will Notstand verlängern

Die slowakische Regierung will den seit 1. Oktober geltenden Corona-Notstand verlängern. Der Notstand ermögliche der Regierung die Annahme von Maßnahmen, die Leben und Gesundheit retten könnten, sagte Ministerpräsident Eduard Heger dem Nachrichtensender TA3. Derzeit gilt der Notstand in der Slowakei bis zum 28. April. Er erlaubt den Behörden unter anderem die Zwangsrekrutierung und -verlegung von Gesundheitspersonal sowie das Verhängen von Ausgangssperren. Das Land hatte am Montag nach vier Monaten Lockdown erstmals die Öffnung der meisten Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe erlaubt, allerdings unter Auflagen wie Personenbeschränkung, Mund-Nasen-Schutz und verpflichtenden Corona-Tests für Kunden und Personal. (Quelle: Tagesschau, 25.04.21)


#allemalneschichtmachen- Ärzte reagieren auf missglückte Schauspieler-Satire 

Kritik an der Schauspieler-Aktion #allesdichtmachen gibt es weiterhin. Jetzt haben Ärztinnen und Ärzte eine Gegeninitiative gestartet: #allemalneschichtmachen.

Die Kritik an der Internetaktion #allesdichtmachen nimmt nicht ab. Und immer mehr der prominenten Teilnehmer selbst sind nicht mehr davon überzeugt, dass die satirischen Clips das richtige Mittel waren. So ruderte auch das Schauspielerpaar Martin Brambach und Christine Sommer zurück. „Es war vielleicht ein Fehler, solche Videos ohne jeglichen Kontext oder wenigstens ein paar erklärende Worte zu veröffentlichen…“, erklärte das Paar am Sonntag – und distanzierte sich von „einer Vereinnahmung durch die AfD und anderen rechten Gruppen.“ Die gesellschaftliche Spaltung müsse gestoppt werden.

Doch die Gemüter sind erhitzt. Ob Schauspielkollegen oder prominente Stimmen aus der Branche: Viele empfinden die sarkastische und uneingeordnete Art und Weise als problematisch. Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler – darunter Stars wie Jan Josef Liefers, Heike Makatsch und Volker Bruch – mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert.

Die Videos waren am Donnerstag veröffentlicht worden und thematisierten etwa die politische Entscheidungsfindung oder die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie. Kritik und Unverständnis folgten prompt. Rasch ließen einige der Künstler ihre Clips löschen und entschuldigten sich, andere erklärten ihre Absichten.

Am Sonntag reagierten vor allem Ärzte, Ärztinnen und Krankenhauspersonal mit einer eigenen Aktion: #allemalneschichtmachen. Die Notärztin und Bloggerin Carola Holzner, im Netz bekannt als „Doc Caro“, rief die an der Aktion beteiligten Künstler dazu auf, mal für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten. „Ihr habt eine Grenze überschritten“, sagte Holzner, Leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, in einem Instagram-Video. „Und zwar eine Schmerzgrenze all jener, die seit über einem Jahr alles tun.“

Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Schauspieler Ulrich Matthes, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe sich sehr gewundert über die Unterstellung in den meisten der Videos, es gäbe keinen Diskurs darüber, ob die Maßnahmen in der Pandemie berechtigt seien. „Und die Kolleginnen und Kollegen beklagen mittels dieser vermeintlichen Satire, dass dieser Diskurs nicht stattfände und geben damit – und das ist meine Hauptkritik – indirekt Schützenhilfe für die Querdenkerszene und die AfD.“

Am Samstag wurde auf der Seite allesdichtmachen.de ein Statement veröffentlicht. „Die Gruppe hat keinen „Kopf“ und keine gemeinsame Stimme“, hieß es darin. „Das Projekt ist kollektiv entstanden, die Gruppe ist divers, die Meinungen gehen auch hier auseinander.“ Einige der Teilnehmer hatten sich noch am Freitag distanziert. „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts etwa bezeichnete ihre Beteiligung als Fehler. „Ich habe einen Fehler gemacht, ich war naiv genug zu glauben, mit meinen Kollegen*innen ein gewinnbringendes Gespräch in Gang zu bringen. Das Gegenteil ist passiert“, schrieb sieauf Instagram.

Ihr „Tatort“-Kollege Jan Josef Liefers äußerte sich nachdenklich. „Ich finde auch den Punkt interessant, dass vielleicht Ironie wirklich ein ungeeignetes Mittel ist“, sagte er in der Radio Bremen-Talkshow „3nach9“. Er sehe aber eine Lücke: „Es gibt nicht nur auf der Seite der Erkrankten Trauer und Leid, sondern auch auf der Seite derer, die unter diesen Maßnahmen inzwischen nun wirklich anfangen zu leiden, die sehe ich nicht so richtig vertreten.“ Im Statement auf der Seite hieß es: „Wir leugnen auch nicht Corona oder stellen in Abrede, dass von der Krankheit Gefahr ausgeht und Menschen daran sterben. Vielmehr geht es uns um die Corona-Politik, ihre Kommunikation und den öffentlichen Diskurs, der gerade geführt wird.“ (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Berlins Wirtschaftssenatorin gegen „Phantomedebatte über Sputnik-V-Kauf“

Vor dem morgigen Impfgipfel von Bund und Ländern hat sich Berlins Wirtschaftschaftssenatorin Ramona Pop gegen die Anschaffung des russischen Impfstoffs Sputnik V ausgesprochen. „Der Impfgipfel muss den Startschuss dafür geben, dass in den kommenden Wochen deutlich mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden können“, teilte die Grünen-Politikerin mit. „Hier braucht es schnelle Maßnahmen und keine Phantomdebatten wie die Beschaffung von Sputnik-Impfstoff.“ Bei den Berliner Grünen gibt es grundsätzliche Bedenken gegen Sputnik V, unter anderem vor dem Hintergrund des Konflikts mit Russland wegen des in einem Straflager inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny. Bei einer kontroversen Diskussion hatte sich der Senat am vergangenen Dienstag zu dem Thema noch nicht „abschließend positioniert“. (Quelle: Tagesschau, 25.04.21)


Wegen Corona-Position: Höhner trennen sich vom Gitarristen

Die Kölner Band De Höhner („Viva Colonia“) und ihr Gitarrist Joost Vergoossen gehen getrennte Wege. Der Musiker habe auf seinen Social-Media-Plattformen in mehreren Postings eine „Haltung“ zur weltweiten Corona-Pandemie veröffentlicht, die nicht der Überzeugung der anderen Mitglieder entspreche, schrieb die Band am Sonntag auf ihrer Facebook-Seite. Zahlreiche Diskussionen zu COVID-19-Maßnahmen mit dem Gitarristen seien „ergebnislos“ verlaufen. Zuvor hatte der „Express“ darüber berichtet.

Am Samstag hatte Vergoossen auf Facebook in einem langen, mir eher wirr erscheindenden  Beitrag über seine Trennung von der Band berichtet. In einem emotionalen Post sprach er davon, sich missverstanden zu fühlen und machte seinen Bandkollegen den Vorwurf, ihn per Telefon rausgeschmissen zu haben – statt auf seine Bitte einzugehen, es „wie erwachsene Menschen zu besprechen“. Die Sachen, die Vergoossen noch in Kölnhabe, sollten ihm zugeschickt werden.

Am Sonntag bestätigten die „Höhner“ in einem eigenen Facebook-Statement, dass die Band sich vom Gitarristen getrennt habe und nannten Gründe. „Joost Vergoossens Haltung zur weltweiten, Covid-19 bedingten Pandemie, die er in mehreren Postings auf seinen Social-Media-Plattformen veröffentlicht hat, entsprechen nicht der Überzeugung der Band“, heißt es darin.  „Zahlreiche Diskussionen zu den erfolgten und bestehenden Covid-19-Maßnahmen zwischen Joost und den anderen Bandmitgliedern verliefen ergebnislos.“

Die „Höhner“ nennen die Einstellung von Vergoossen zur Pandemie als ersten Grund. Doch offenbar störten sich die „Höhner“ auch an der politischen Haltung von Vergoossen. „Als Joost sich schließlich öffentlich zu einem niederländischen Populisten und dessen Partei bekannt hat, ist es – nach weiteren, langen Gesprächen – zu der Entscheidung gekommen, in Zukunft getrennte Wege zu gehen“, so die Band. 

Vergoosen schildert in seinem Beitrag, dass die Band auch seine Arbeit als Musiker kritisiert habe. Er verteidigte sich und schrieb, er sei kein Rassist oder Corona-Leugner. Er habe sich gern als ein „Kölscher Jung“ gefühlt.

(Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons); Quelle: web.de/t-online.de, 25.04.21)

Ab 3. Mai: Bundeswehr impft Mitglieder der Verfassungsorgane

Alle Mitglieder der Bundesregierung, des Bundestages, des Bundesrates und des Bundesverfassungsgerichts sollen ab dem 3. Mai die Möglichkeit erhalten, sich in den von der Bundeswehr betriebenen Impfzentren des Bundes oder bei der parlamentsärztliche Stelle gegen COVID-19 impfen zu lassen. Den Ländern stehe es frei, für die Mitglieder ihrer Verfassungsorgane ab dem 3.der  Mai ebenso zu verfahren, heißt es in
einem Bericht des Gesundheitsministeriums vom Sonntag. Die Mitglieder der Verfassungsorgane gehören der Gruppe 3 (Personen mit erhöhter Priorität) an.Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums beteiligen sich inzwischen mehr als 65.000 Ärzte an der Impfkampagne. In der 17. Kalenderwoche (ab 26. April) sollen demnach in den Arztpraxen erstmals mehr als zwei Millionen Dosen verabreicht werden, in der Woche darauf mehr als drei Millionen Dosen.

Im zweiten Quartal dieses Jahres sind laut Ministerium von den verschiedenen Herstellern insgesamt 80 Millionen Impfdosen zugesagt worden. Den größten Anteil – 50 Millionen Dosen – steuere Biontech bei. Während Biontech/Pfizer und Moderna frühzeitig Liefermengen und -daten mitteilten, würden die Lieferungen von Astrazeneca und Johnson&Johnson „aktuell nur mit sehr kurzer Frist angekündigt, was alle Beteiligten vor logistische Herausforderungen stellt“.

Abhängig vom weiteren Verlauf der Impfkampagne und den noch ausstehenden Zusagen von Astrazeneca und Johnson&Johnson werde es spätestens im Juni möglich sein, „die Priorisierung aufzugeben und die Impfkampagne für alle Impfwilligen zu öffnen“, teilte das Ministerium mit. Mit Blick auf die erwarteten Liefermengen könnten aber nicht alle Impfwilligen bereits im Juni geimpft werden, die Impfkampagne werde sich „wie geplant in den Sommer erstrecken“. (Quelle: web.de, 25.04.21)


Anthony Fauci (USA): Wir nehmen die Sicherheitsbedenken sehr ernst.

Der US-Gesundheitsexperte und Präsidentenberater hofft, dass die vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson langfristig das Vertrauen in die Vakzine stärkt. „Ich denke, dass wir auf lange Sicht erleben werden (…), dass Leuten klar wird, dass wir Sicherheit sehr ernst nehmen“, sagte der Immunologe am Sonntag beim Sender Abc News. Wenn irgendjemand Zweifel an der Sicherheit der verfügbaren Impfstoffe habe, könne man nun sagen: „Wir nehmen es sehr ernst, wir haben es uns angeschaut und jetzt lasst uns weitermachen und die Leute impfen.“

Die Behörden in den USA hatten Mitte April eine Aussetzung der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson beschlossen, nachdem in den Vereinigten Staaten in diesem Zusammenhang zunächst sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren. Am Freitag sprach sich ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC dafür aus, die Impfungen mit dem Wirkstoff wieder uneingeschränkt aufzunehmen.

In den USA wurden nach offiziellen Angaben bereits mehr als 225,6 Millionen Impfdosen verabreicht, 28 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft. 81,3 Prozent der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren oder älter haben bereits mindestens eine Impfdosis erhalten. Mittlerweile ist jeder Amerikaner ab einem Alter von 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren. (Quelle: web.de, 25.04.21)


Überblick am Abend

  • Ausländische Regierungen setzen Ressourcen für Indien ein, da die 1,3 Milliarden Menschen mit einer stark wachsenden Covid-19-Krise zu kämpfen haben, in der Infektionen und Todesfälle täglich neue Rekordhöhen erreichen. Großbritannien kündigte an, mehr als 600 Ausrüstungsgegenstände – darunter Beatmungsgeräte und Sauerstoffkonzentratoren aus Lagerbeständen – nach Indien zu schicken, während die EU und die USA ebenfalls sagten, sie würden dort rasch Ressourcen bereitstellen. Indien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 349.691 neue Fälle und 2.767 Todesfälle – die höchsten seit Beginn der Pandemie.
  • Griechenland hat heute als jüngste europäische Nation einen Fall der Covid-19-Variante B.1.617 entdeckt, der dazu beigetragen hat, die Infektionen in Indien geradezu explosionsartig voranzutreiben. Die Mutation wurde bei einer ausländischen Frau im Alter von 33 Jahren entdeckt, die in der Gegend von Athen lebt und am 4. April nach Dubai gereist war.
  • Ein Brand am Samstag in einem Krankenhaus im Südosten Bagdads, das für die Unterbringung von Covid-19-Patienten ausgestattet war, hat 82 Menschen getötet und weitere 110 ernstlich verletzt, teilte das Innenministerium des Irak mit. Das Feuer im Ibn Khatib-Krankenhaus nahe der Diyala-Brücke ist nach einem Unfall entstanden, bei dem ein Sauerstofftank explodierte.
  • Das Coronavirus hat seit dem Ausbruch im Dezember 2019 mindestens 3.100.659 Menschen getötet. Dies geht aus einer von AFP zusammengestellten Liste offizieller Quellen hervor
  • Ein mallorquinischer Mann mit Covid-Symptomen, der Arbeitskollegen anhustete und ihnen sagte, „Ich werde dir das gesamte Coronavirus geben“, wurde beschuldigt, absichtlich Verletzungen verursacht zu haben, nachdem er angeblich 22 Menschen infiziert hatte. Die Polizei sagte, bisher habe allerdings keiner der an seinem Arbeitsplatz auf Mallorca Infizierten ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen.
  • Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagt, er erwarte nicht, dass die Corona-Einschränkungen vor Ende Mai  ge​lockert würden, da der siebentägige Inzidenz pro 100.000 Menschen jetzt auf 166 gestiegen sei.
  • Thailand hat zum zweiten Mal in Folge die höchste Anzahl an Todesfällen durch Coronaviren mitgeteilt. Es wurden 2.438 neue Coronavirus-Fälle und 11 neue Todesfälle gemeldet, was die Gesamtzahl der Infektionen auf 55.460 und die Zahl der Todesfälle auf 140 seit Beginn der Pandemie im letzten Jahr erhöhte.
    (Quelle: The Guardian, 25.04.21)

(25.04.21)




Italien schränkt Einreisen aus Indien ein

Italien schränkt wegen der Corona-Lage in Indien und der indischen Virus-Variante B.1.617 die Einreise aus dem Land stark ein. Wer sich in den zurückliegenden 14 Tagen in Indien aufgehalten hatte, kann nicht mehr einreisen, wie Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntag auf Facebook mitteilte. Er habe dazu eine Anordnung unterzeichnet. Eine Ausnahme gilt für Menschen, die in Italien gemeldet sind. Sie müssten vor Abflug und nach Ankunft einen Corona-Test machen und sich in Quarantäne begeben.

Wer in den zurückliegenden Tagen in Indien war und sich bereits in Italien aufhalte, soll Speranza zufolge einen Corona-Test machen und sich den Behörden melden. Italienische Experten untersuchten derzeit die indische Coronavirus-Variante. In Indien meldete das Gesundheitsministerium am Sonntag 349.691 neue Fälle binnen eines Tages. Den vierten Tag in Folge wurden dort mehr als 300.000 Neuinfektionen und über 2000 Tote registriert. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Grafschafter Zahlen

4.701 Grafschafter haben sich seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert. Das zeigt das Dashboard der Kreisverwaltung am Sonntagvormittag an. Es kamen im Vergleich zu Samstag noch einmal 22 neue Infektionen hinzu. Der Inzidenzwert nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsamts liegt bei 172,1 (Samstag: 171,3). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt weiter bei 113.
Als genesen gelten am Sonntag 4.240 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich laut Kreisverwaltung 1.093 Menschen in der Grafschaft Bentheim.

Das Dashboard der Kreisverwaltung zeigt am Sonntag 348 aktuelle Infektionen mit dem Coronavirus an, gegenüber gestern 79 (0) davon in Nordhorn (Quelle: GN, 25.04.21)


Deutschland kündigt Hilfen für Indien an

Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Indien hat Deutschland Nothilfen für das Land angekündigt. „Deutschland steht Seite an Seite in Solidarität mit Indien. Wir bereiten so schnell wie möglich eine Unterstützungsmission vor“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in Berlin nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert. „Der Kampf gegen die Pandemie ist unser gemeinsamer Kampf.“

Aus Indien wurden am Sonntag fast 350.000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, landesweit fehlt es an Medikamenten und medizinischem Sauerstoff. Die Regierung in Neu Delhi hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass eine Lieferung von 23 Anlagen zur Aufbereitung von Sauerstoff aus Deutschland geplant sei.

Für den zuletzt massiven Anstieg der Infektionszahlen in Indien werden eine doppelte Mutation des Coronavirus sowie religiöse, politische und sportliche Massenveranstaltungen verantwortlich gemacht. Zahlreiche Länder, darunter Deutschland und Großbritannien, haben Einreisen aus dem Land vorläufig gestoppt. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Italien lockert

Von Montag an wollen Restaurants und Bars in vielen Regionen Italiens ihre Außengastronomie öffnen und Kulturstätten wieder Besucher empfangen. In Rom öffnen zahlreiche Museen. Venedigs Oper La Fenice will von Montag an wieder Zuschauer einlassen, und die Uffizien in Florenz wollen schrittweise, beginnend mit dem Boboli-Garten, öffnen. Von Dienstag an sollen Besucher auch wieder den Archäologiepark der in der Antike bei einem Vulkanausbruch zerstörten Stadt Pompeji besuchen können.

Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche einen Fahrplan für schrittweise Lockerungen der Corona-Beschränkungen beschlossen. Die Öffnungen in Gastronomie und Kulturbereich gelten demnach in den Gelben Zonen mit einem moderaten Infektionsgeschehen. Dazu zählen ab Montag insgesamt 15, darunter die Lombardei mit der Metropole Mailand, Latium mit der Hauptstadt Rom, die Autonome Provinz Bozen-Südtirol und die Urlaubsregion Toskana. Für Streit in der Regierung sorgt das nächtliche Ausgangsverbot von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Die mitregierende Lega des früheren Innenministers Matteo Salvini forderte, diese später beginnen zu lassen. Mit den Lockerungen können mehr Kinder zum Präsenzunterricht kommen.

Dem Plan zufolge sollen dort vom 15. Mai an Schwimmbäder wieder öffnen. Beginnend mit dem 1. Juni darf die Gastronomie ihre Gäste demnach auch drinnen bewirten und die Menschen können in Fitnessstudios trainieren. Mit Blick auf die Fußball-EM sollen von Juni an wieder begrenzt Fans in Stadien erlaubt sein. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Deutsche Bahn rechnet mit mehr Zugreisenden

Die Deutsche Bahn bereitet sich trotz der Einschränkungen durch die neue Corona-Notbremse auf eine erhöhte Nachfrage im Sommer vor. „Die Bahn plant im Sommer – sofern es die Corona-Lage zulässt – mit mehr als 10.000 zusätzlichen Sitzplätzen täglich allein im Fernverkehr“, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag. Zum Vergleich: Ein ICE der ersten Generation hat etwa 700 Sitzplätze.

Im vergangenen Jahr habe man einen schnellen Nachfrageschub erlebt, als zu Pfingsten die Infektionszahlen gesunken seien und es Lockerungen gegeben habe, sagte der Sprecher. In den Sommermonaten Juli, August und September solle es in diesem Jahr wieder Urlaubszüge an die Küsten und in die Berge geben. Einzelheiten zum Sommerfahrplan will der Staatskonzern bis Anfang Juni bekanntgeben. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Überblick zum Mittag

  • Der indische Premierminister Narendra Modi forderte am Sonntag alle Bürger auf, sich gegen Covid-19 impfen und Vorsicht walten zu lassen. Ein „Sturm“ an Infektionen fege über Indien hinweg.
  • Die USA haben Gespräche bestätigt, um bedrängten Beschäftigten im indischen Gesundheitswesen „schnell Hilfe“ zukommen zu lassen, und dass sie ernsthaft besorgt über die Situation dort seien. Inzwischen hat Delhi ihren Lockdown um eine Woche verlängert.
  • Die Polizei in London hat mitgeteilt, acht ihrer Beamten seien verletzt worden, als Anti-Lockdown-Proteste in der Hauptstadt  gewalttätig wurden. Fünf Personen seien wegen Straftaten, einschließlich Körperverletzung, festgenommen worden und in Haft geblieben.
  • Die Anzahl der weltweit verabreichten Covid-19-Impfungen hat am Samstag die Marke von 1 Mrd. überschritten.
  • Mindestens 27 Menschen wurden bei einem Brand am Samstag in einem Krankenhaus im Südosten von Bagdad getötet und 46 verletzt, das für die Unterbringung von Covid-19-Patienten ausgestattet war. Das Feuer im Ibn Khatib-Krankenhaus in der Diyala-Brücke der irakischen Hauptstadt ereignete sich, nachdem „ein Unfall einen Sauerstofftank explodieren“ ließ.
  • Thailand hat zum zweiten Mal in Folge eine Höchstzahl an Todesfällen durch Coronaviren mitgeteilt. Es wurden 2.438 neue Coronavirus-Fälle und 11 neue Todesfälle gemeldet, was die Gesamtzahl der Infektionen auf 55.460 und die Zahl der Todesfälle auf 140 seit Beginn der Pandemie im letzten Jahr erhöhte.
    (Quelle: The Guardian, 25.04.21)

Als die Ampulle auf den Boden fiel…

Eine Mitarbeiterin des Impfzentrums Friesland in Schortens  soll in sechs Fällen den Impfstoff durch Kochsalzlösung ersetzt haben. Jetzt ermittelt die Polizei.

Der Vorfall soll sich den Angaben zufolge am Mittwoch ereignet haben. Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Friesland hatte die Mitarbeiterin des DRK-Kreisverbandes Jeverland die Aufgabe, die Spritzen für die Impfungen vorzubereiten. Dabei fiel ihr offenbar eine Ampulle mit dem Biontech-Impfstoff auf den Boden. Daraufhin soll sie Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben. Als Motiv gab die Frau gegenüber der Polizei an, so gehandelt zu haben, um nicht über eine heruntergefallene Ampulle informieren zu müssen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg prüft die strafrechtliche Relevanz.

Welche sechs Personen die Spritzen mit der Kochsalzlösung erhalten haben, kann laut Landkreis derzeit nicht nachvollzogen werden. Die Sprecherin betonte aber, dass für die Betroffenen keine Gesundheitsgefährdung bestehe. Der Landkreis will ab heute alle 200 Personen kontaktieren, die am Mittwoch bis 13 Uhr geimpft wurden. Sie erhalten einen Antigentest, um festzustellen, ob die Biontech-Impfung erfolgt ist. Zudem hat der Landkreis ein Bürgertelefon mit der Telefonnummer (04461) 919 70 15 eingerichtet. Es ist heute von 9 bis 17 Uhr und Montag von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) zeigte sich schockiert über den Vorfall. „Für mich hat es jetzt oberste Priorität, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu kontaktieren und zu verhindern, dass solch ein Vorfall wieder möglich wird.“ Da die Person alleine handelte, habe er im Impfzentrum ab sofort ein Vier-Augen-Prinzip vorgegeben, sodass immer zwei Personen beim Aufziehen der Spritzen anwesend sind. (Quelle: NDR, 25.04.21)



Russland-Zahlen

Russland meldete heute am Sonntag offiziell 8.780 neue Coronavirus-Fälle, darunter 2.526 in Moskau, womit sich die amtliche nationale Zahl seit Beginn der Pandemie auf 4.762.569 erhöhts.

Das Coronavirus-Krisenzentrum gab an, dass in den letzten 24 Stunden 332 weitere Todesfälle von Coronavirus-Patienten bestätigt wurden, was die nationale Zahl der Todesopfer auf 108.232 erhöht.

Das nationale Statistikamt in Russland hat eine gesonderte Zählung durchgeführt und von April letzten Jahres bis Februar eine Todeszahl von mehr als 225.000 gemeldet. (Quelle: The Guardian, 25.04.21)


Niedersachsen-Zahlen: Jetzt die Werte des RKI – Trotz Meldeverzug

Am Sonntag, 25. April, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 1.194 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind jetzt die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 15 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.224. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 230.846 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt laut RKI leicht auf 111,6 Fälle je 100.000 Einwohner (am Vortag 113,4).

Das Robert Koch-Institut (RKI) zeigt auf der Landkreiskarte seines öffentlich zugänglichen Dashboards die 7-Tage-Inzidenz zum sogenannte Meldedatum an. Das ist der Tag, an dem eine Infektion den örtlichen Behörden in einer Stadt oder in einem Landkreis bekannt wurde. Allerdings sind diese Zahlen im RKI-Dashboard meistens zu niedrig. Denn es braucht Zeit (etwa drei Tage) bis alle Meldedaten von den Ämtern zum RKI gelangen. Erst nach drei, vier Tage würde die RKI-Karte die annähernd korrekten Zahlen anzeigen, weil die nachgemeldeten Zahlen dann in der Regel alle da sind. Doch die RKI-Karte zeigt immer nur den aktuellen Tag — Nachmeldungen sind dort also nie enthalten. 

Tja: 3-4 Tage für Nachrichten aus bspw. dem Emsland bis nach Berlin. Das ist Postkutschentempo – unfassbar. (Quelle: NDR, 25.04.21)


Emsland: Inzidenz fast unverändert

Auf der Seite des Landes Niedersachsen wird die aktuelle Anzahl der Gesamt Infizierten am heutigen Tage mit 11.627 angegeben, gestern mit  11.562 angegeben. Somit gab es rechnerisch 65 neue Infektion bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt damit bei 135,5 (Vortrag: 135,2).  Ob diese Anzahl so bleibt oder nicht bestätigt wird, wird am Montag im Laufe des Vormittags bekannt gegeben bekannt. Erst dann informiert der Landkreis die EmsländerInnen über die aktuellen Infektionszahlen.
In der Nacht zu Samstag ist in Lingen eine weitere Erkrankte an CoViD-19 verstorben.
(Quellen: NLGA, NordNews, BN, 25.04.21)


Genesen, aber nicht gesund:  Selbsthilfegruppe von Long-CoViD-Patienten in WHV

Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnislücken, Depressionen oder Atemnot: Symptome, unter denen Corona-Infizierte auch später leiden. In Wilhelmshaven gibt es eine Selbsthilfegruppe.

Der NDR hat mit einer Teilnehmerin gesprochen. Die 50-Jährige möchte nicht erkannt werden. Ihre Angst ist zu groß, dass Menschen aus ihrem Umfeld sie wegen ihrer Symptome ausgrenzen. Für das Interview musste sie sich vorab Stichworte aufschreiben. „Das Gedächtnis ist nicht mehr das, was es mal war“, sagt sie.

Vor knapp sechs Monaten infiziert sich die Frau mit dem Coronavirus, sie erlebt einen mittelschweren Verlauf. Gerade als sie auf dem Weg der Besserung ist, geht es gesundheitlich plötzlich steil bergab. „Vor der Erkrankung habe ich in Vollzeit gearbeitet. Ich bin alleinerziehende Mutter, sportlich und ein aktiver Mensch. Doch das bin ich nicht mehr“, sagt sie.

Manchmal, erzählt sie, gehe es ihr richtig gut. Doch dann lege sich plötzlich eine bleierne Müdigkeit über sie. Dann falle es ihr auch schwer, zu laufen – selbst Einkaufen wird zu einer Herausforderung. Dabei fing alles eher harmlos an. „Zu Beginn hatte ich ganz extreme Kopfschmerzen, wie bei einem Kater. Der ganze Kopf fühlte sich an wie in Watte gepackt. Dann kam die Sprachstörung, die Gangstörung, Konzentrationsstörung, Wortfindungsstörung.“

Ein ständiges Auf und Ab und dazu völlig unvorhersehbar. Genau das mache vielen Betroffenen solche Angst, sagt sie. „Vom ersten Tag an hat mich die Angst begleitet. Was macht das mit mir? Wie geht es weiter? Geht das mal wieder weg? Wann habe ich das Leben wieder, das ich vorher hatte?“ Ihre größte Kraftquelle ist die Selbsthilfegruppe „Post-Covid“, sagt sie.

Anfang des Jahres hat die Selbsthilfe-Kontaktstelle in Wilhelmshaven die Gruppe eingerichtet. Regelmäßig treffen sich Betroffene online und tauschen Erfahrungen untereinander aus. Dass die insgesamt elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer anonym bleiben möchten, kann Beraterin Andrea Pohlenga nachvollziehen, sagt sie. „Es steckt auch eine Angst dahinter: Wie werde ich gesehen von meinen Mitmenschen? Was sagt mein Arbeitgeber? Ich glaube, dass es bei den meisten so war, dass sie das erste Mal das Gefühl hatten, dass sie sich untereinander verstehen und ernst nehmen.“

Ob Jung oder Alt, die Spätfolgen einer Corona-Erkrankung können jeden treffen. Diese Erfahrung hat der Mediziner Klaus-Peter Schaps gemacht. Er betreut aktuell viele Corona-Patienten – auch die aus der Selbsthilfegruppe in Wilhelmshaven. „Zwei Dinge darf man nicht vergessen: Wir kennen dieses Corona-Syndrom erst seit knapp über einem Jahr, es ist also eine komplett neue Krankheit, die bisher wenig erforscht ist. Wir haben noch kein einziges Therapeutikum, das zielgerecht eingesetzt werden kann. Dementsprechend werden wir, und da bin ich mir sehr sicher, lebenslang und für die weitere Zukunft mit diesem Virus zu tun haben.“

Das sieht man in Hannover offenbar ähnlich. „Es ist ein Thema, welches noch nicht die Bedeutung hat, die es langfristig bekommen wird“, heißt es vom Klinikum Region Hannover (KRH). Es gebe erste Studien sowie Erfahrungsberichte, die eine deutliche Tendenz zeigen, dass Betroffene noch Wochen und Monate an den Nachwirkungen einer Corona-Erkrankung leiden, heißt es weiter vom KRH. „Eine erste Langzeitstudie aus der chinesischen Stadt Wuhan kam zu dem Ergebnis, dass bei 63 Prozent der Patienten mit einem schweren Verlauf noch nach sechs Monaten Müdigkeit und Abgeschlagenheit vorhanden sind.“ Bei rund 24 Prozent konnten sogar Schwierigkeiten bei einem Gehtest nachgewiesen werden. Sie hatten schlichtweg das Laufen verlernt.

(Quelle: NDR, 25.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.773 Corona-Neuinfektionen gemeldet.
Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 120 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 19.185 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 67 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 165,6. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 164,4 angegeben, am Sonntag vergangener Woche mit 162,3, vor vier Wochen (28.3.) mit 129,7.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.287.418 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.893.900 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.564.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Samstagnachmittag bei 1,09 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 25.04.21)


Ecuador mit traurigem Corona-Rekord

Einen neuen traurigen Corona-Rekord meldete am Samstag Ecuador. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte im April einen Höchststand von 43.999 Fällen, wie das Gesundheitsministerium in Quito mitteilte. Wegen der neuen Infektionswelle in dem südamerikanischen Land gilt in 16 von 24 Provinzen der Ausnahmezustand. Bislang wurden in Ecuador mehr als 372.000 Corona-Infektionen und 18.158 Todesfälle registriert. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Brasilien mit fast 70.000 Toten – allein im April

In Brasilien hat die Zahl der monatlichen Corona-Toten im April einen neuen Höchststand erreicht. Allein im laufenden Monat April starben bereits 67.977 Menschen infolge einer Corona-Infektion, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Im gesamten März hatte es demnach 66.573 Corona-Tote gegeben.

Allein in den vorangegangenen 24 Stunden seien 3076 Todesfälle gemeldet worden, teilte das Ministerium weiter mit. Die durchschnittliche Opferzahl der vergangenen sieben Tage beträgt demnach 2545 Corona-Tote täglich. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag in den vergangenen zwei Wochen bei mehr als 60.000, am Samstag wurden 71.137 Neuansteckungen registriert.
Seit Pandemie-Beginn gab es in Südamerikas bevölkerungsreichstem Land mehr als 380.000 Corona-Tote. Nur die Vereinigten Staaten haben noch mehr Opfer zu beklagen. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl hat Brasilien die höchste Corona-Todesrate in Amerika sowie auf der Südhalbkugel. Mittlerweile stabilisieren sich Experten zufolge die Kurven der Infektions- und Todesfälle in dem 212-Millionen-Einwohner-Land. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


GB goes BioNtech

Die britische Regierung steht kurz vor dem Abschluss eines Kaufvertrags für Millionen weiterer Biontech/Pfizer-Impfdosen. Nach Aussage von Regierungsmitarbeitern soll die ursprüngliche Bestellung der Regierung von 40 Millionen Impfdosen auf rund 80 Millionen verdoppelt werden, berichtet die Zeitung „Sunday Times“.

Der Impfstoff soll bei Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen im Herbst eingesetzt werden. Sollten die Verhandlungen mit dem Pharmakonzern erfolgreich sein, werde man auch Dosen für jüngere Menschen ab 20 Jahren als Alternative zum AstraZeneca-Impfstoff bereitstellen. Das britische Gesundheitssystem NHS wird ab Ende der Woche alle Menschen über 30 Jahre zur Impfung einladen. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Beamtenbund fordert digitale Verbesserungen

Der Beamtenbund dbb fordert umfassende Verbesserungen bei digitalen Abläufen und Leistungen von Deutschlands Behörden. „In der Pandemie sollte auch der letzte gesehen haben: Wir brauchen einen Staat, der gegen globale Krisen gewappnet ist, die mit voller Wucht auch auf die Menschen in Deutschland durchschlagen“, sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der Kompetenzwirrwarr zwischen Bund und Ländern sowie verschiedenen Behörden behindere auch die Digitalisierung, sagte Silberbach. Konkret machte der Gewerkschaftschef auf mehrere Schwachstellen aufmerksam.

So scheine die Zeit der Kontaktverfolgung per Fax in den Gesundheitsämtern zwar zum Glück vorbeizugehen. „Dafür wird nun eine Software namens Sormas genutzt“, sagte Silberbach. Doch das Ergebnis einer Recherche des dbb in Gesundheitsämtern zu Sormas sei „ernüchternd“. Wenn ein Mitarbeiter dort eine digitale Datenakte anlege, müsse er an 16 verschiedenen Stellen den Namen einer infizierten Person eingeben, sagt Silberbach. „Das hat nichts mit smarter Digitalisierung zu tun.“ (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Proteste am Samstag

In einigen deutschen Großstädten haben am Samstagabend insgesamt mehrere hundert Menschen gegen die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert. Die Demonstrationen verliefen nach Angaben der Polizei friedlich.

In Frankfurt zogen etwa 300 Demonstranten mit Plakaten durch die Innenstadt, einige zündeten dabei stark rauchende Feuerwerkskörper. In Hannover protestierten rund 100 Menschen. Beide Demonstrationen waren zuvor bei der Polizei angemeldet worden. In Berlin versammelten sich nach einem Aufruf im Internet spontan etwa 20 bis 30 Radfahrer zu einer Protestfahrt.

Die Ausgangsbeschränkungen zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr gelten dann, wenn in einer Stadt oder einem Landkreis die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz (Ansteckungen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Dies ist derzeit sehr vielen Kreisen und Städten der Fall.

Im sächsischen Chemnitz war am Samstagvormittag eine geplante Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen verboten worden. Von der geplanten Versammlung mit 5000 Teilnehmern gehe in infektionsschutzrechtlicher Hinsicht eine konkrete und erhebliche Gefahr aus, urteilte das Oberverwaltungsgericht in Bautzen. (Az.: 6 B 204/21). Das Verbot wurde offensichtlich akzeptiert, größere Menschenansammlungen blieben am Samstag in Chemnitz aus. Es seien lediglich Kleingruppen angetroffen worden, die auf das Versammlungsverbot hingewiesen worden seien, hieß es von der Polizei. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


„Größtenteils freiwillig“:
Kleinunternehmer zahlen  Corona-Soforthilfe zurück

Rund 113.000 Selbstständige haben inzwischen das an sie im vergangenen Frühjahr ausgezahlte Geld aus freien Stücken an den Fiskus zurücküberwiesen. Insgesamt gingen 1,1 Milliarden Euro bei den Behörden ein. (mehr und Quelle: FAZ, 25.04.21)


GEW fordert Corona-Impfung für alle Lehrer

Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert eine vorgezogene Corona-Impfung für sämtliche Lehrer. Wenn Schulen jetzt bis zu einem Inzidenzwert von 165 geöffnet bleiben müssten, sei es notwendig, alle Lehrkräfte in die Impf-Priorisierungsgruppe 2 vorzuziehen, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bisher seien nicht alle Lehrer in Gruppe 2 eingeordnet. „Wer öffnet, muss impfen.“ Nur so könne der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte und Schüler sowie deren Eltern gesichert werden.
Der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft VBE, Udo Beckmann, äußerte sich ebenfalls besorgt über mangelnden Impfschutz von Lehrern an weiterführenden Schulen. Während aufgrund der Bundesnotbremse vielerorts Schulen schließen müssten, blieben sie für Abschlussklassen offen: „Die Sekundarschullehrkräfte begeben sich also in Hochinzidenzgebieten weiter in die Schulen, ohne angemessen geimpft zu werden. Da müssen die Länder schnellstmöglich nacharbeiten.“ Alle Lehrkräfte müssten gleichermaßen Impfangebote erhalten, so Beckmann. (Quelle: FAZ, 25.04.21)


Intensivpatienten: Belgien bittet um Hilfe

Angesichts stark ausgelasteter Intensivstationen hat Belgien Deutschland gebeten, Corona-Patienten aufzunehmen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Leiter der medizinischen Notfallhilfe, Marcel Van der Auwera.

Einige Krankenhausstandorte hätten keine Intensivbetten mehr zur Verfügung. Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Bundesinnenministerium, wie Deutschland auf die Bitte reagiert, blieb am Samstag zunächst offen.

In den vergangenen 14 Tagen gab es in Belgien offiziellen Angaben zufolge knapp 450 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner. Zwar ist das ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorwochen, doch gleichzeitig stieg die Zahl der Todesfälle – ebenfalls nur leicht – auf durchschnittlich knapp 40 pro Tag. In Belgien leben rund 11,5 Millionen Menschen. (Quelle: FAZ, 24.04.21)


Deutschland: Eine Million verlieren in Corona-Krise ihren Job

Im Zuge der Corona-Krise haben in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als eine Million Menschen ihre Arbeit verloren. Mehr als die Hälfte davon waren Minijobber, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

477.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte verloren demnach ihren Job. Für die geringfügige Beschäftigung schlug Corona im vergangenen Jahr mit einem Minus von 526.000 Jobs zu Buche. Demnach waren besonders Arbeitskräfte aus dem Gastgewerbe betroffen, also etwa aus den Bereichen der Hotellerie und der Gastronomie. Das waren bei Minijobs und regulären Jobs rund 398.000 Menschen.

Mit etwa 128.000 entlassenen regulär Beschäftigten machte das verarbeitende Gewerbe einen weiteren großen Block aus. Die meisten der hier Betroffenen arbeiteten in der Metall- und Elektroindustrie. Dabei müsse aber beachtet werden, dass diese Branche bereits vor der Corona-Pandemie von einem strukturellen Wandel gezeichnet gewesen sei, hieß es in dem Schreiben. Auch viele Menschen aus der Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche sind arbeitslos geworden: Betroffen waren hier etwa 78.000 Minijobber.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, warf der Bundesregierung eine „verfehlte Krisenpolitik“ vor. Vor allem mit Kurzarbeit hatten Regierung und Bundesagentur für Arbeit den Jobmarkt abgesichert. Zeitweise, im April 2020, waren fast sechs Millionen Menschen bundesweit in Kurzarbeit – 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. (Quelle: Tagesschau, 24.04.21)


FDP: Jetzt um Auffrischungsimpfungen kümmern

FDP-Chef Christian Lindner hat an Bund und Länder appelliert, sich jetzt schon um die im Herbst anstehenden Auffrisch-Impfungen gegen das Coronavirus zu kümmern. „Wir müssen vor die Welle kommen“, mahnte er am Samstag bei einem digitalen Parteitag der NRW-FDP in Köln. Dazu gehöre, sich rechtzeitig um „Impf-Booster“ zu kümmern und nicht in die nächste Knappheit hineinzulaufen.

„Ich erwarte von dem Impf-Gipfel am Montag endlich wegweisende Beschlüsse“, sagte Lindner. Dazu gehöre auch, die niedergelassenen Ärzte und Betriebsärzte jetzt voll in die Impf-Kampagnen einzubeziehen. Zudem könne der Zeitpunkt zwischen Erst- und Zweitimpfung Experten zufolge weiter gestreckt werden. „Und jetzt bereits muss die Bundesregierung in Europa und auch in eigenem Bemühen Druck machen, dass wir nicht benötigte Impf-Dosen aus dem Ausland nach Deutschland bekommen.“ Schleswig-Holstein habe bereits Impf-Dosen aus Dänemark erhalten. „Das sollte Schule machen.“ (Quelle: FAZ, 24.04.21)


Überblick am Abend

  • Indiens Coronavirus-Neuinfektionen stiegen  um 346.786 in den letzten 24 Stunden und stellten damit zum dritten Mal in Folge einen neuen Weltrekord auf.
  • Deutschland meldet 23.392 bestätigte Coronavirus-Fälle und weitere 286 Todesfälle, was die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 81.444 erhöht.
  • Teile  im Westen Australiens beginnen einen dreitägign Lockdown, nachdem ein Ausbruch des Coronavirus in einer Hotelquarantäneeinrichtung zur Übertragung in die Gemeinde geführt hat.
  • Kambodscha hat alle Märkte in der Hauptstadt Phnom Penh geschlossen, um einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen einzudämmen, obwohl Tausende von Familien während einer zweiwöchigen Sperrung um Nahrung benötigen.
  • Russland verzeichnete offiziell 8.828 neue Coronavirus-Fälle, darunter 2.541 in Moskau, und stieg seit Beginn der Pandemie auf 4.753.789.
    Der Iran hat angekündigt, Reisen aus Indien wegen der Covid-19-Variante N1.617 auszuschließen, um dessen Ausbreitung abzuwenden. Auch Deutschland und Kuwait schließen Flugreisen aus Indien aus.
  • Ein Mann auf Mallorca ist festgenommen worden, nachdem er 22 Menschen mit Covid-19 infiziert hat,  obwohl er Symptome zeigte, dass er infiziert ist.
  • Heute wurde ein Tageshoch von mehr als 893.000 Covid-19-Fällen weltweit verzeichnet, das hauptsächlich auf Indiens verheerende zweite Welle zurückzuführen ist.
  • Die Schweiz hat ihren ersten Fall der Coronavirus-Variante B1.617 entdeckt, teilten die Gesundheitsbehörden am Samstag mit.
  • Tausende Corona-Skeptiker haben in London gegen Sperren und Impfpässe protestiert.
  • Nach Angaben der Regierung hat inzwischen mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Großbritannien die erste Dosis eines Coronavirus-Impfstoffs erhalten.
  •   verzeichnete laut Gesundheitsministerium täglich 10 neue Todesfälle durch Coronaviren, da die Infektionen nach einem Ausbruch deulich zugenommen haben, der Ende Februar erstmals festgestellt wurde.

(Quelle: The Guardian, 24.04.21)



Panne in Reims (F): Kochsalz statt Biontech

In einer Klinik im französischen Reims ist etwa 140 Patienten versehentlich Kochsalzlösung statt dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer verabreicht worden. Gesundheitliche Folgen hat das für die Betroffenen aber nicht. Kochsalzlösung wird unter anderem als Verdünnungsmittel bei Injektionen eingesetzt. Das Krankenhaus will nun untersuchen, wie es zu der Panne kommen konnte und hat seine Mitarbeiter angewiesen, die Sicherheitsverfahren bei den Corona-Impfungen zu verstärken. 17:49 Uhr Erste Impfungen mit J&J-Vakzin in Italien In Italien sind die ersten Corona-Impfdosen des Präparats von Johnson & Johnson verabreicht worden. Wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, wurde das Vakzin in einem Impf-Drive-in südöstlich der Hauptstadt Rom gespritzt. Italien hatte am Mittwoch die ersten 184.000 Johnson & Johnson-Dosen verteilt. Am Dienstag hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA dem Mittel eine erneute Empfehlung ausgesprochen. Stand Samstagmorgen wurden in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern bislang knapp 17,1 Millionen Corona-Impfungen verabreicht. (Quelle: Tagesschau, 24.04.21)


Grafschafter Zahlen

41 neue Infektionen mit dem Coronavirus weist das Dashboard der Grafschafter Kreisverwaltung am Samstag aus. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert laut Niedersächsischem Landesgesundheitsamt sank leicht von 172,8 am Freitag auf 171,3 am Samstag.
Zudem ist ein weiterer Grafschafter im Zusammenhang mit der Coronapandemie gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle beträgt nun 113.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 4679 Grafschafter mit dem Virus infiziert. Als genesen gelten am Samstag 4213 (Freitag: 4185). 1022 Menschen im Landkreis befinden sich derzeit in Quarantäne.

Das Dashboard der Nordhorner Kreisverwaltung zeigt am Samstag 353 aktuelle Infektionen mit dem Coronavirus an., 76 (-9) davon in Nordhorn.


Spende aus China: 150. 000 Impfdosen in Syrien

Syrien hat eine erste Lieferung chinesischer Coronavirus-Impfstoffe erhalten. Die 150.000 Dosen des Vakzins von Sinopharm – eine Spende Pekings – wurden am Flughafen von Damaskus von Gesundheitsminister Hassan Ghabbasch und dem chinesischen Botschafter Feng Biao in Empfang genommen. Letzter sagte, in Kürze werde eine weitere ebensogroße Lieferung erwartet. China hat seine eigenen Impfstoffe an zahlreiche Länder der Arabischen Welt gespendet. Parallel dazu erhalten die Staaten der Region auch Lieferungen aus dem internationalen Impfprogramm Covax unter Führung der Vereinten Nationen. (Quelle: Tagesschau, 24.04,21)


Keine Flüge mehr aus Indien…ab Montag

Wegen der Coronavirus-Mutation in Indien werden Einreisen aus dem Land nach Deutschland weitgehend gestoppt. „Um unsere Impfkampagne nicht zu gefährden, muss der Reiseverkehr mit Indien deutlich eingeschränkt werden“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Daher werde die Bundesregierung Indien kurzfristig zum Virusvariantengebiet erklären – ab Sonntagnacht dürften dann nur noch Deutsche aus Indien einreisen.
(Quelle: FAZ, 24.04.21)


München bleibt EM-Standort

Auch nach den widersprüchlichen Aussagen zur Zuschauer-Frage droht München nach Angaben der UEFA kein später Entzug der Spiele bei der Fußball-Europameisterschaft. Die bayerische Landeshauptstadt war am Freitag als Gastgeber bestätigt worden. Daran werde sich nun nichts mehr ändern, teilte die Europäische Fußball-Union auf dpa-Anfrage am Samstag mit.

Der Kontinentalverband hatte das Okay für die Spiele gegeben und dies in einer Mitteilung damit begründet, dass „die zuständigen Behörden die Durchführung aller vier Partien der UEFA EURO 2020 in München mit mindestens 14.500 Zuschauern genehmigt“ hätten. Allerdings hatten unmittelbar danach etliche Politiker in Bund, Land und Stadt unterstrichen, dass es wegen den Corona-Unwägbarkeiten eben keine fixe Zusage für Zuschauer gebe.  (Quelle: FAZ, 24.04.21)


Ausgangsbeschränkungen bringen für Airlines keine Beeinträchtigungen

Die neuen Regelungen für nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Regionen mit hohen Corona-Zahlen beeinträchtigen bei der Lufthansa und der Schwestermarke Eurowings bislang nicht den Flugbetrieb. „Mit unserem Flugangebot erhalten wir auch unter anderem eine geringe Mindestkonnektivität und geben damit insbesondere deutschen Bürgern und Bürgerinnen die Sicherheit, gesellschaftlich oder wirtschaftlich wichtige Aufgaben erledigen zu können oder nach Hause zu kommen“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Samstag. Dies gelte auch für Eurowings.

Die Sprecherin sagte, dass die Flugverbindungen auch von Diplomaten genutzt würden. „Zudem setzen wir die Frachtkapazitäten in den Passagierflugzeugen für notwendige Transporte und die Aufrechterhaltung der Wertschöpfungsketten ein.“ Dienstliche Reisen sind von der Notbremse nicht betroffen, touristische Reisen hingegen schon. Unter Umständen sind davon Urlauber betroffen, deren Flüge spätabends ankommen oder früh starten.

Der Branchenverband BDL hatte gefordert, die Politik müsse schnellstmöglich Klarheit schaffen, dass die An- und Abreise zu internationalen Flügen nicht regionalen und ständig wechselnden Ausgangssperren unterliege.(Quelle: FAZ, 24.04.21)


Merkel: Notbremse dringend nötig – aber auch hart

Kanzlerin Angela Merkel hat die bundeseinheitliche „Notbremse“ in der Corona-Pandemie als „dringend nötig“ bezeichnet. Von Ärzten und Pflegepersonal kämen „wahre Hilferufe“, betonte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. „Diese Menschen gehen für uns alle tagtäglich an ihre Grenzen, um das Leben von Corona-Patienten zu retten.“ Alleine könnten sie das nicht schaffen, sagte Merkel und rief die Bürger zur Solidarität auf: „Wir – der Staat, die Gesellschaft, die Bürgerinnen und Bürger – wir alle müssen helfen.“ Das neue Gesetz diene dem Ziel, „die dritte Welle der Pandemie zuerst zu bremsen, dann zu stoppen und schließlich umzukehren“, erklärte die Kanzlerin. Zugleich sagte Merkel: „Die Maßnahmen, die die Notbremse vorsieht, sind hart. Das war und ist mir und allen Kolleginnen und Kollegen in der Regierung wie im Bundestag und natürlich auch im Bundesrat in jedem Moment unserer Beratungen bewusst.“ (Foto CC s.Archiv v. 22.3.20; Quelle: Tagesschau, 24.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Sonnabend, 24. April, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 1.844 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Für die Corona-Regeln nach dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz sind die Werte des RKI ausschlaggebend, nicht die Zahlen des Nieders. Landesgesundheitsamtes. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 15 weitere Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.209. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 229.651 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt liegt laut RKI bei 113,4 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 24.04.21)


Wochenende: Landkreis Emsland informiert Bevölkerung weiterhin nicht

Auch nach Inkrafttreten der Bundes-Notbremse informiert der Landkreis Emsland an Wochenenden nur die übergeordneten Behörden, nicht aber die eigene Bevölkerung. Auf der Website des Landes Niedersachsen wird die aktuelle Gesamtanzahl der Infizierten am heutigen Samstag mit 11.562 angegeben. Am gestrigen Tag waren es laut Landesgesundheitsamt 11.476. Somit sind rechnerisch 86 Neuinfektionen gemeldet worden. Die 7-Tagesinzidenz liegt bei 132,4.  Ob diese Zahl so bleibt und bestätigt wird, können die EmsländerInnen leider erst am Montag prüfen.

In den Lokalzeitungen hob die Kreisverwaltung heute ihre bestehenden Allgemeinverfügungen auf und stellte fest, dass die Inzidenzzahl über 100 beträgt und damit die entsprechenden Regeln des Notbremsengesetz in Kraft treten. (Quelle: Nordnews,BN, 24.04.21)


Indiens Neuinfektionen erreichten 346.786 an einem Tag

Indiens Coronavirus-Infektionen stiegen über Nacht um 346.786 und stellten zum dritten Mal in Folge einen neuen „Weltrekord“ auf, teilte das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mit.

Indien befindet sich mitten in einer unglaublichen zweiten Welle der Pandemie, die die Krankenhäuser und insbesondere die nötige Sauerstoffversorgung in den Kliniken überfordert. In der Hautpstadt  Delhi stirbt inzwischen alle vier Minuten ein Mensch an Covid-19.

Die Regierung setzt Militärflugzeuge und Züge, um Sauerstoff aus anderen Teilen des Landes in die Hauptstadt des Landes zu bringen. Der Ministerpräsident von Delhi, Arvind Kejriwal, appellierte am Freitag in einer Konferenz an Premierminister Narendra Modi und sagte: „Bitte helfen Sie uns, Sauerstoff zu bekommen, hier gibt es eine Tragödie.“

Andere Teile des Landes haben ebenfalls mit einem Mangel an medizinischem Sauerstoff zu kämpfen. Berichten zufolge sterben Menschen auch in den Städten Jaipur und Amritsar aufgrund des Mangels an dem überlebenswichtigen Gas. (Quelle: The Guardian, 24.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 23.392 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:03 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 286 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 23.804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 219 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 164,4. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 164,0 angegeben, am Samstag vergangener Woche mit 160,7, vor vier Wochen (27.3.) mit 124,9.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 268 645 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.882.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.444.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 1,08 (Vortag: 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 24.04.21)


Weber fordert: Keine Flüge aus Indien

Angesichts dramatisch steigender Corona-Zahlen in Indien fordert der Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, die Einstellung aller Flugverbindungen in die EU. „Einige Covid-Fälle mit der indischen Mutante sind bereits in Deutschland und der EU aufgetreten. Diesmal müssen die EU-Innenminister schneller und konsequenter handeln und sofort ein vorübergehendes Verbot von Flügen aus Indien und Einreisebeschränkungen verhängen“, sagte der CSU-Politiker der „Bild“-Zeitung. Die Situation in Indien drohe außer Kontrolle zu geraten.
Insgesamt müsse die EU „aufgrund der Dynamik der Corona-Pandemie besser und schneller im koordinierten Vorgehen werden“, mahnte Weber. Er verwies darauf, dass Kanada und das Vereinigte Königreich bereits entsprechende Schritte eingeleitet haben.
Wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Indien ab diesem Sonntag als Hochinzidenzgebiet ein. Damit sind aber zunächst keine verschärften Einreisebestimmungen für das Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern verbunden, in dem sich gerade eine neue Virusvariante ausbreitet. Das dortige Gesundheitsministerium meldete am Freitag mit 332.730 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden den höchsten Wert weltweit. (Quelle: FAZ, 24.04.21)


(24.04.21)


Bußgeld bei Verstößen

Bei Verstößen gegen die seit diesen Samstag vom Bund verhängte nächtliche Ausgangssperre in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 droht einem Medienbericht zufolge eine Geldbuße bis zu 25.000 Euro. Das berichtet die Zeitung „Bild“. Der Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums, Carsten Dehner, sagte der Zeitung: „Wer gegen die Ausgangsbeschränkungen verstößt, der begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro bestraft werden.“ Im Zweifel müsse gegenüber Polizeibeamten „plausibel erklärt werden können, warum man während der Ausgangsbeschränkungen in der Öffentlichkeit unterwegs ist“, sagte der Sprecher. (Quee: FAZ, 24.04.21)




Niederländische Mediziner befürchten den Notstand in Krankenhäusern.

Wenn die Infektionszahlen nicht schnell zurückgingen, dann drohe in der nächsten Woche „Code Schwarz“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Intensivmediziner, Diederik Gommers, am Freitag im Radio. Bei „Code Schwarz“ muss eine Triage-Kommission in Krankenhäusern entscheiden, welchen Patienten noch geholfen wird. Mehrere Krankenhäuser im Land seien so überfüllt mit Covid-Patienten, dass die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht sei, sagte Gommers.

Schon jetzt werden nach Angaben der Krankenhäuser viele Operationen abgesagt, darunter auch Krebs- und Herz-Eingriffe. Den Notzustand in Krankenhäusern hatte es während der Corona-Epidemie noch nicht gegeben.

Dennoch hält die Regierung weiter an der Lockerung der Corona-Maßnahmen fest. Ab Mittwoch sollen die Ausgangssperre aufgehoben werden und Terrassen von Gaststätten sowie Geschäfte unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Ministerpräsident Mark Ruttesprach von einem „akzeptablen Risiko.“ Durch die zunehmende Zahl der Impfungen werde Anfang Mai ein Rückgang der Infektionen erwartet.

Die Niederlande sind ein Hochinzidenzland. Zur Zeit kommen auf 100.000 Einwohner rund 280 Corona-Infektionen in einer Woche. In Deutschland liegt diese Sieben-Tage-Inzidenz zum Vergleich bei etwa 164. (Quelle: GN, 23.04.21)


Geschäfte im Landkreis Leer dürfen Samstag wieder öffnen

Im Landkreis Leer dürfen die Menschen ab Samstag wieder shoppen gehen. Hintergrund ist die sogenannte Bundes-Notbremse, die Einkaufen mit Termin bis zu einem Inzidenzwert von 150 erlaubt. Voraussetzung ist allerdings ein negativer Corona-Schnelltest. Da bislang die Grenze bei 100 lag, konnten die Geschäfte im Landkreis Leer seit Dezember nur eine Woche lang öffnen. Auch in Oldenburg, Emden und den Landkreisen Verden sowie Wesermarsch sollen die Menschen von der angepassten Regelung profitieren können. (Quelle: NDR, 23.04.21)


Russland: Vier zusätzliche Feiertage

Russlands Präsident Wladimir Putin hat wegen der Coronapandemie für Anfang Mai kurzfristig vier zusätzliche Feiertage angekündigt. „Gut, so machen wir es“, sagte Putin am Freitag zu einem entsprechenden Vorschlag der obersten Amtsärztin Anna Popowa.

Popowa hatte ihr Anliegen mit der Pandemiebekämpfung begründet: Da sich sowohl das erste als auch das zweite Maiwochenende wegen regulärer Feiertage über drei Tage strecken, würden viele Russen zum Entspannen auf ihre Datschen fahren. Müssten sie zwischen dem 4. und dem 7. Mai wegen der Arbeit erst ab- und dann wieder anreisen, würde das viele Ortswechsel bedeuten – in Coronazeiten ein Risiko.

Arbeitnehmern soll ihr Gehalt während der freien Tage weiter gezahlt werden, wie aus der am Abend vom Kreml veröffentlichten Anordnung hervorgeht. Viele Russen fragen sich allerdings, wie zusätzliche Feiertage in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten so einfach möglich sind. Besonders Unternehmer beklagen, dass solche Entscheidungen kurzfristig fallen und auf ihrem Rücken ausgetragen würden.

Zuletzt wurden in Russland mehr als 8800 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Anzahl der Toten stieg laut offizieller Corona-Statistik um fast 400 auf rund 107.500. Laut Statistikamt ist die Zahl der Corona-Toten allerdings deutlich höher. Popowa berichtete zudem, dass die Verbreitung von Virus-Mutanten auch in Russland mittlerweile „ziemlich groß“ sei.

(Quelle: FAZ, 2304.21)


Indische Welle

Den zweiten Tag in Folge war die Zahl der Infektionen in Indien binnen 24 Stunden mit 332.730 höher als alle anderen, die im gleichen Zeitraum seit Beginn der Pandemie im letzten Jahr aufgezeichnet wurden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Etwa 2.263 Menschen starben, davon über 300 allein in Delhi – Zahlen, die mit Sicherheit konservativ sind. „Aufgrund des exponentiellen Anstiegs der Covid-19-Fälle in Delhi sind alle Krankenhäuser überlastet“, sagte ein Sprecher der Regierung von Delhi. „Im GTB-Krankenhaus kommen die Patienten mit Krankenwagen an, obwohl keine Betten zur Verfügung stehen. Trotzdem versucht die Regierung ihr Bestes, um allen Patienten eine Behandlung in der einen oder anderen Einrichtung zu ermöglichen.“
(Quelle: FAZ, 23.04.21)


AUS-NZL: Reisekorridor wieder geschlossen

Nach der Entdeckung eines Corona-Infektionsfalls in Australien hat Neuseeland den erst in dieser Woche eröffneten Reisekorridor mit dem Nachbarland vorläufig wieder geschlossen. Der Reiseverkehr zwischen Neuseeland und West-Australien werde gemäß der Vereinbarungen zum „trans-tasmanischen“ Korridor „ausgesetzt“, teilte die neuseeländische Regierung am Freitag auf ihrer Website mit. Zuvor hatten die Behörden des Bundesstaats Western Australia einen dreitägigen Lockdown für die Regionen Perth und Peel angekündigt.

Hintergrund war die Entdeckung einer Corona-Infektion bei einem Reisenden. Laut örtlichen Medienberichten handelte es sich dabei um einen Mann um die 50, der am Mittwoch von Melbourne nach Perth geflogen war. Nach der vorgeschriebenen Quarantäne in Perth besuchte er dort demnach Restaurants, eine Universität, ein Schwimmbad, einen Arzt sowie einen Freund. Medienberichten zufolge wurde auch der Freund inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet.

Neuseeland und Australien hatten den Corona-Reisekorridor am vergangenen Sonntag eröffnet – mehr als ein Jahr nach der Schließung der Grenzen wegen der Corona-Pandemie. In Australien leben hunderttausende Neuseeländer. Vor der Corona-bedingten Grenzschließung herrschte zwischen beiden Ländern deshalb ein reger Pendelverkehr. Neuseeland gilt weltweit als Vorbild im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In dem Land mit fünf Millionen Einwohnern gab es seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr nur 26 Todesfälle durch Covid-19.
(Quelle: FAZ, 23.04.21)



AfD scheitert mit Eilantrag

Die rheinland-pfälzische AfD-Landtagsfraktion ist mit einem Eilantrag gegen Corona-Regeln des Landes vor dem Verfassungsgerichtshof (VGH) in Koblenz gescheitert. Die Fraktion hatte sich mit ihrem am Donnerstag gestellten Antrag gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen der 18. Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes gewandt, wie der VGH Rheinland-Pfalz am Freitag mitteilte. Angesichts des verfassungsrechtlich verankerten Auftrags zum Schutz von Leib und Leben überwögen die Gründe, die gegen ein vorläufiges Aufheben der Ausgangsbeschränkungen sprächen, erklärte das Gericht (Az. VGH A 33/21). Es wies darauf hin, dass Rheinland-Pfalz unterdessen ohnehin seine Pandemie-Regeln an die neue Bundes-Notbremse angepasst hat.
(Quelle: FAZ, 23.04.21)


USA: Die Impfzahlen

In den Vereinigten Staaten sind inzwischen mehr als 90 Millionen Menschen voll geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien 286 Millionen Dosen ausgeliefert und 222 Millionen verabreicht worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen. (Quelle: FAZ, 23.04.21)


Bund fordert mehr Engagement der Länder

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Länder aufgefordert, sich am angekündigten Nachhilfeprogramm für Schüler in der Corona-Krise finanziell stärker zu beteiligen. „Ich sehe die Länder in der Verantwortung, die vom Bund angebotene eine Milliarde Euro für das Nachhilfeprogramm substanziell aufzustocken“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bildung ist Ländersache. Dieses Aktionsprogramm sollte eine nationale Kraftanstrengung sein. Und das muss sich auch in einem starken zusätzlichen finanziellen Engagement der Länder zeigen.

Mit Blick auf das Nachhilfeprogramm lege sie Wert darauf, dass jetzt niedrigschwellige Lernstandserhebungen gemacht würden, so Karliczek weiter: „Der Lehrerverband geht davon aus, dass 20 bis 25 Prozent der Schüler größere Lücken haben. Diese Schüler wollen wir mit der Hilfe erreichen.“ Starten solle das Nachhilfeprogramm unmittelbar mit Beginn des kommenden Schuljahres: „Damit das klappt, müssen Nachhilfeinstitute, pensionierte Lehrer und auch Lehramtsstudenten einbezogen werden.“

Karliczek kündigte an, das gesamte Aktionsprogramm des Bundes für Kinder und Jugendliche, zu dem das Nachhilfeprogramm gehört, solle sich auf bis zu zwei Milliarden Euro belaufen: „Als Bund werden wir vermutlich schon kommende Woche ein großes Aktionsprogramm mit einem Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro auflegen, um die Folgen der Corona-Krise für Kinder und Jugendlichen abzumildern.“

Die eine Säule soll dabei das mit einer Milliarde durch den Bund geförderte Nachhilfeprogramm sein, ergänzte sie: „Zudem wird der Bund eine Fülle an Maßnahmen ergreifen, um die Kinder und Jugendlichen wieder in ihrer Entwicklung insgesamt stärken.“ Dabei gehe es um Kulturprogramme, aber auch um die Schulsozialarbeit: „Auch für diese zweite Säule denken wir an einen ähnlichen Betrag wie beim Nachhilfeprogramm.“ (Quelle: FAZ, 23.04.21)


Bundes-Notbremse:
Ausgangsbeschränkungen in 17 von 45 Kreisen und kreisfreien Städten

Die mit den neuen bundeseinheitlichen Corona-Beschränkungen festgelegten nächtlichen Ausgangsbeschränkungen greifen von Samstag an in 17 von 45 niedersächsischen Landkreisen und Großstädten. Dies ergibt eine Auswertung der Sieben-Tages-Inzidenz nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI), die dafür anstelle der Länderdaten künftig herangezogen werden. Wegen Meldeverzögerungen an das RKI weichen die Daten voneinander ab. Bemerkenswert: Weder die Landesregierung noch das Gesundheitsministerium in Hannover verfügten am Freitag zunächst über eine Auflistung, wo die Ausgangsbeschränkungen nach der Bundes-Notbremse greifen.

Für Landkreise, die am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten haben, gelten ab Samstag Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Bis Mitternacht darf man sich noch allein an der frischen Luft bewegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Coronavirus-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner es binnen einer Woche gab.

Nach Auswertung der RKI-Daten ab Samstag betroffen sind die Kreise Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim, Helmstedt, Nienburg, Oldenburg, Osnabrück, Peine, Schaumburg, Stade, Vechta und Wolfenbüttel, die Region Hannover sowie die Städte Delmenhorst, Osnabrück, Salzgitter und Wolfsburg. (Quelle: NDR, 23.04.21)


Großbritannien: Konzert- und Event-Branche unterstützt Regierung

Die britische Regierung hat für die Einführung von Corona-Impfzertifikaten Rückenwind aus der Konzert- und Event-Branche bekommen. Mehr als 50 große Häuser und Veranstalter sprachen sich für solche Nachweise aus, wie die Nachrichtenagentur PA am Freitag berichtete. Dazu gehören etwa die O2-Arena in London, die Royal Albert Hall sowie die British Athletics. Die Regierung will im Laufe der kommenden Monate digitale Impfpässe nach israelischem Vorbild einführen, mit denen man seine Corona-Impfung, einen negativen Test oder eine überstandene Infektion nachweisen können soll. Diese sollen Großveranstaltungen wieder ermöglichen sowie internationales Reisen erleichtern.

Die britische Events Industriy Alliance, in der sich die Organisationen zusammengeschlossen haben, begrüßte die Pläne als „pragmatische Lösung, die Veranstaltungen mit profitabler Auslastung ermöglichen würde und Gästen weiteres Vertrauen geben könnte, dass Veranstaltungen sicher sind“. Allerdings betonte der Verbund, die Zertifikate müssten schnell eingeführt werden und zeitlich befristet angelegt sein. Nach dem aktuellen Fahrplan aus dem Lockdown sollen erste kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte ab Mitte Mai wieder stattfinden dürfen. Allerdings soll zunächst nur eine sehr begrenzte Zahl an Teilnehmern erlaubt sein.
(Quelle: FAZ, 23.04.21)


Zahlreiche Anträge beim Bundesverfassungsgericht

Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe tummeln sich einen Tag nach Unterzeichnung des neuen Infektionsschutzgesetzes bereits zahlreiche Verfassungsbeschwerden und Eilanträge dagegen. Es seien rund 25 Beschwerden eingegangen, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag auf Anfrage. Die Zahl ändere sich aber laufend, weil ständig neue Beschwerden eingingen.

Die bundeseinheitliche Notbremse zur Eindämmung der Corona-Pandemie greift ab Samstag. Die Neuregelung sieht neben einer Ausgangssperre zwischen 22.00 Uhr und 05.00 Uhr (alleine Spazieren gehen und Joggen sind bis 0.00 Uhr erlaubt) einheitliche Regeln auch zu Kontaktbeschränkungen sowie der Schließung von Geschäften und Schulen vor. Die meisten Maßnahmen sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gelten, Schulen müssen ab einer Inzidenz von 165 schließen.

Die erste Verfassungsbeschwerde hatte schon am Donnerstag ein Rechtsanwalt eingelegt. Nun kam unter anderem die Beschwerde des SPD-Bundestagsabgeordneten Florian Post dazu. Zahlreiche Abgeordnete der FDP sowie die Freien Wähler, die Gesellschaft für Freiheitsrechte und die Initiative „Händler helfen Händlern“ kündigten ebenfalls Klagen in Karlsruhe an.

Auch mehrere Berliner Abgeordnete wollen gegen die Ausgangsbeschränkungen im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einlegen. „Bei der Ausgangssperre ist die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt“, sagte etwa Sven Kohlmeier von der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus am Freitag. „Es werden pauschal Grundrechte eingeschränkt, ohne dass es Evidenzen gibt, dass das dem Gesundheitsschutz dient.“ Der Staat müsse aber darlegen, warum die Einschränkung von Grundrechten in diesem Fall verhältnismäßig sei.

Auch der FDP-Abgeordnete Stefan Förster sagte am Freitag, er halte die Maßnahme nicht für verhältnismäßig und schließe sich der Klage an. Zwischen dem Nutzen solcher Maßnahmen und den Einschränkungen von Freiheitsrechten müsse abgewogen werden. In diesem Fall sehe er nicht, dass bei nächtlichen Ausgangsbeschränkungen der Nutzen schwerer wiege. Ausgangssperren seien üblicherweise Maßnahmen von Diktaturen.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken in Berlin, Anne Helm, und der rechtspolitische Sprecher der Partei, Sebastian Schlüsselburg, betrachten die umstrittene Regelung ebenfalls als verfassungswidrig. „Wir halten die Ausgangssperre für wenig effektiv, unverhältnismäßig & verfassungswidrig“, twitterte Schlüsselburg am Freitag. Deswegen hätten er und Helm Verfassungsbeschwerde in Abstimmung mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) eingelegt. Der Berliner Kultursenator und Bürgermeister Klaus Lederer (Linke) kritisierte die Notbremse beim Linke-Parteitag in Berlin am Freitagabend als „unsozial und rein symbolisch“. (Quelle: FAZ, 23.04.21)


Neue Hochinzidenzgebiete: Indien, Kap Verde, Golfstaaten, Tunesien, DomRep

Wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Indien ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet ein. Das gilt auch für das nordafrikanische Tunesien, den Inselstaat Kap Verde vor der afrikanischen Küste und die arabischen Golfstaaten Qatar und Oman, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet bekanntgab. Von der Liste der Risikogebiete gestrichen wurden mehrere Karibikstaaten, darunter die auch bei deutschen Touristen beliebte Dominikanische Republik, für die damit die Quarantänepflicht bei Einreise nach Deutschland entfällt.

Mit der Einstufung Indiens als Hochinzidenzgebiet ist keine Verschärfung der Einreisebestimmungen verbunden. Die hätte es nur gegeben, wenn das Land mit den zweitmeisten Einwohnern weltweit zum Virusvariantengebiet erklärt worden wäre – was einige Beobachter erwartet hatten. Denn in Indien hat sich eine besonders gefährliche Virusvariente verbreitet. Einreisende aus einfachen Risiko- und Hochinzidenzgebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne, von der sie sich nach fünf Tagen durch einen negativen Corona-Test befreien können. Ein erster Test ist für alle Flugreisenden und bei Hochinzidenzgebieten auch bei der Einreise auf dem Landweg erforderlich. (Quelle: FAZ, 23.04.21)


Nächtliche Ausgangssperren in der Grafschaft Bentheim

Ab Samstag, 24. April 2021, gilt im gesamten Kreisgebiet der Grafschaft Bentheim eine nächtliche Ausgangsbeschränkung von 22 bis 5 Uhr morgens, teilt der Landkreis am Freitag mit. Die Beschränkungen treten laut Landkreis bereits in der heutigen Nacht, ab Samstag, 00.01 Uhr, in Kraft. „Zwischen 22 und 24 Uhr bleibt die ‚im Freien stattfindende körperliche Bewegung alleine‘ erlaubt, also zum Beispiel Joggen/Spaziergänge ohne Begleitung“, heißt es in der Mitteilung. Ausgenommen von der Ausgangssperre seien zudem der Weg von und zur Arbeit, medizinische Notfälle oder andere gewichtige Gründe – wie beispielsweise die Versorgung von Tieren.

Die nun gültige bundeseinheitliche Regelung des Infektionsschutzgesetzes, die sogenannte „Bundes-Notbremse“, gibt vor, dass für Landkreise, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen über dem Inzidenzwert von 100 liegen, eine kreisweite Ausgangsbeschränkung gilt. Diese Regelung wird erst aufgehoben, wenn der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt.

„Ab Montag müssen ebenfalls die Klassen 1 bis 3 der Grund- und Förderschulen in den Distanzunterricht wechseln. Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens können wir bereits heute einschätzen, dass die Grafschaft am morgigen Tag zum dritten Mal über der Inzidenz von 165 liegen wird. Durch die Änderungen im Infektionsschutzgesetz ist dann auch für die Grundschulen ein Szenarienwechsel vorgeschrieben“, so Erster Kreisrat Dr. Michael Kiehl.

Die Klassen 4 der Grundschulen, Abschlussklassen, Förderschulen mit Schwerpunkt geistige Entwicklung (Vechtetalschule) sowie Tagungsbildungsstätten bleiben unabhängig von der Inzidenz im „Szenario B“. Die Notbetreuung wird weiterhin gewährleistet.

— Kontaktbeschränkungen: Es darf sich ein Haushalt weiterhin nur noch mit einer weiteren Person treffen. Erforderliche Begleitpersonen werden aber nicht eingerechnet. Zuzüglich der Kinder bis einschließlich 14 Jahren.
— Einrichtungen: Für den Publikumsverkehr und Besuche werden Einrichtungen des Kultur- und Freizeitangebotes geschlossen (Theater, Opernhäuser, Konzerthäuser, Kulturzentren, Museen, Ausstellungen, Galerien, Kinos etc.). Geöffnet bleiben zoologische und botanische Gärten oder Autokinos. Hier besteht nun die Pflicht zur Vorlage eines negativen Testergebnisses, das nicht älter als 24 Stunden ist (Ausnahme: Personen, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben).
— Einzelhandel: Der Einzelhandel muss bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 schließen. Ausgenommen sind die Geschäfte des täglichen Bedarfs. Unabhängig von der Inzidenz ist weiterhin das Abholen bestellter Waren („Click & Collect“) möglich. Bis zu einer Inzidenz von 150 ist auch das Einkaufen unter der Voraussetzung eines negativen Corona- Tests und Terminbuchung („Click & Meet“) möglich.
(Quelle: GN, 23.04.21)


„Bundes-Notbremse“ – was heißt das für die Region Osnabrück?

Am Sonnabend tritt das verschärfte Infektionsschutzgesetz auch in Niedersachsen in Kraft. Die sogenannte Bundes-Notbremse hat unterschiedliche Folgen für den Südwesten Niedersachsens.

Die ab einer Sieben-Tage-Inzidenzwert von mehr als 100 greifende Ausgangssperre wird fast überall in der Region um Osnabrück greifen. Eine Ausnahme ist der Landkreis Diepholz – dort lag der Wert am Freitag noch knapp unter 100.

Lockerungen sind dagegen beim Thema Einkaufen zu erwarten: Bis zu einer Inzidenz von 150 ist Terminshopping, das sogenannte „Click & Meet“, möglich, mit negativem Corona-Test. Bislang lag die Grenze hier bei 100. „Click & Meet“ geht daher im Emsland jetzt wieder – im Landkreis Osnabrück laut Inzidenz auch. Allerdings: Ein Sprecher des Landkreises Osnabrück war am Freitag noch vorsichtig, sich konkret zu äußern – man warte noch auf die neue Landesverordnung, hieß es.

Die sogenannte Bundes-Notbremse ist bis zum 30. Juni befristet. Sie kommt zum Tragen, sobald eine Kommune mindestens drei Tage am Stück eine Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 aufweist. Das Land Niedersachsen will am Freitag die neue Corona-Verordnung des Landes veröffentlichen – unter Berücksichtigung der Bundes-Regeln. Diese gilt vorerst bis zum 9. Mai. (Quelle: NDR, 23.04.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Freitag 39 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Der Inzidenzwert nach Angaben des Landesgesundheitsamtes steigt damit weiter auf 172,8 (Donnerstag: 168,4). Im benachbarten Emsland liegt der Wert am Freitag bei 134,9.
Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 4.638. Als genesen gelten 4.185 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich 955 Menschen, 84 mehr als am Donnerstag. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 112. Derzeit gelten 341 Grafschafter als mit dem Corona-Virus infiziert, 85 von ihnen in Nordhorn (-3).

(Quelle: GN, 23.04.21)


Niedersachsen: Bislang 250.000 Menschen in Arztpraxen geimpft

Hoffnung auf schnellere Corona-Impfungen: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen haben bislang 250.000 Menschen geimpft. Impfstart in den Praxen war am 7. April.

Dies sei ein „sehr wichtiger Baustein für den Erfolg der Impfkampagne“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Freitag beim Besuch einer Praxis in der Region Hannover. „Impfen gehört zum Alltagsgeschäft in den Praxen und die Durchimpfung der breiten Bevölkerung ist von großer Bedeutung“, sagte die Politikerin. Zunächst seien die Mediziner entsprechend der geltenden Priorisierung und im Rahmen limitierter Impfstoffmengen beteiligt.

Behrens und der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Mark Barjenbruch, riefen dazu auf, sich impfen zu lassen. „Derzeit ist der Impfstoff noch knapp, aber das wird sich in den nächsten Wochen erheblich ändern“, sagte Behrens. Der Hausarzt Eckart Lummert aus Uetze-Hänigsen forderte derweil beim Besuch der Ministerin „mehr Impfstoff für die Praxen“. Außerdem müssten möglichst schnell weitere Ärztinnen und Ärzte eingebunden werden. Befürchtungen zu möglichen Schwierigkeiten im Umgang mit den Impfstoffdosen hätten sich dagegen schnell zerstreut. (Quelle: NDR, 23.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Freitag, 23. April, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.959 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Landesweit wurden innerhalb eines Tages 15 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.196. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 228.778 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt ist gegenüber dem Vortag minimal gesunken – auf 124,1 Fälle je 100.000 Einwohner. Gestern lag sie bei 125,5. (Quelle: NDR, 23.04.21)


In Lingen sind in den letzten sieben Tagen 70 EinwohnerInnen an CoViD-19 erkrankt; die 7-Tages-Inzidenz beläuft sich daher für die Stadt mit 54.700 Einwohnern auf 128,0.
Die divi-Zahlen lauten:
13 Intensivpatienten im Landkreis Emsland, sechs davon werden mechanisch beatmet. In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden sechs Patienten intensivmedizinisch versorgt, dort werden drei davon mechanisch beatmet (Quelle: BN, 23.04.21).


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 27.543 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wiedergeben. In der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen könnten Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag enthalten sein. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht vollständig übermittelt worden.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 265 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Freitag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 25.831 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 247 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 164,0. Am Vortag hatte das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit 161,1 angegeben. Bisher kann laut RKI anhand der Sieben-Tage-Inzidenz der vorigen Tage noch nicht abgeschätzt werden, ob sich der ansteigende Trend der vergangenen Woche fortsetzt.

In den letzten Wochen lag die Sieben-Tage-Inzidenz ausschließlich in Schleswig-Holstein kontinuierlich unter 100 je 100.000 Einwohner. Aktuell weist es einen Wert von 73,5 aus. Thüringen (223,2) und Sachsen (209,3) dagegen liegen deutlich über der bundesweiten Gesamtinzidenz. Alle anderen Bundesländer liegen zwischen 100 und 200. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.245.253 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.865.000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.158.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 1,01 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Laut RKI wurden seit dem 26.12.20 in Deutschland insgesamt 23.656.941 Impfungen verabreicht. Es wurden 21,6 Prozent der Bevölkerung einmal gegen Covid-19 geimpft, 6,9 Prozent wurden vollständig gegen Covid-19 geimpft. (Quelle: RKI, 23.04.21)


Indische Mutation B.1.617 in Belgien festgestellt

Die Covid-19-Mutation, die maßgeblich zu dem starken Anstieg der Coronavirus-Fälle in Indien beiträgt, wurde heute in Belgien bei einer Gruppe indischer Auszubildenden entdeckt, die aus Paris eingereist waren. Das teilten die belgischen Behörden am Donnerstag mit.

Zwanzig Krankenpflege-SchülerInnen, die vor einigen Tagen nach einer Reise über den  Flughafen Charles de Gaulle in der französischen Hauptstadt nach Belgien gelangt waren, seien auf die Variante positiv getestet worden.

Die Auszubildenden wurden in Aalst und Leuven in Nordbelgien unter Quarantäne gestellt, wo sie ihre Ausbildung beginnen sollten.

Mehrere Experten vermuteten gegenüber den Medien, dass die 20 Opfer eines „Super-Spreaders“ geworden sind – entweder eines Mitglieds ihrer Gruppe oder eines anderen Passagiers im Bus, der sie von Paris nach Belgien gebracht hat. „Diese Studenten respektieren seit ihrer Ankunft die strikte Quarantäne. Zwanzig der 43 Studenten sind bis heute von der „indischen“ Variante infiziert “, twitterte der Mikrobiologe Emmanuel Andre von der Katholischen Universität Leuven.

Der Virologe Marc Van Ranst, ein weiterer herausragender Experte in Belgien, berichtete einem flämischen Radiosender, dass die Gruppe am 12. April in Paris gelandet sei. Einige der Studenten hatten fünf Tage später Virussymptome gezeigt, sagte er.

Die Variante B.1.617 ist bereits an anderer Stelle aufgetauscht, unter anderem in den USA, Australien, Israel und Singapur. Die Besorgnis darüber hat einige Länder, einschließlich Großbritannien, dazu veranlasst, Reisebeschränkungen für Indien zu verhängen. (Quelle: The Guardian. 22.04.21)


Niedersachsen richtet Impfbörse ein

Nach Angaben des niedersächsischen Sozialministeriums stehen ab sofort im Online-Impfportal des Landes wieder kurzfristig frei gewordene Impftermine zur Buchung für Impfberechtigte zur Verfügung. Die Terminbörse richte sich demnach an alle derzeit impfberechtigten Personen aus den Prioritätsgruppen 1 und 2 nach der Bundesimpfverordnung, also Personen, die älter sind als 70 Jahre oder aus beruflichen oder medizinischen Gründen ein besonders großes Risiko für eine Covid-19-Erkrankung oder einen schweren Verlauf der Krankheit haben.

Ab kommenden Montag (26. April) können auch Personen, die 60 Jahre und älter sind, einen Termin für eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca buchen. Durch den Start der Impfungen in den Hausarzt-Praxen habe die Impfkampagne deutlich an Dynamik gewonnen, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Gleichzeitig komme es nun häufiger vor, dass Termine in den Impfzentren kurzfristig abgesagt werden, weil jemand schon ein anderes Impfangebot angenommen hat. Wenn in diesen Fällen nicht mehr genug Zeit bleibe, um die freigewordenen Termine an Personen auf der Warteliste zu vergeben und diese rechtzeitig zu kontaktieren, können sie ab sofort online unter www.impfportal-niedersachsen.de gebucht werden. (Quelle: NDR, 22.04.21)


Überblick am Abend

  • Großbritannien hat 55 weitere Fälle der B.1.617-Covid-Variante, festgestellt die erstmals in Indien in den neuesten wöchentlichen Zahlen entdeckt wurden, sagte Public Health England.
  • Der französische Premierminister Jean Castex sagte, dass die innerfranzösischen Reisebeschränkungen am 3. Mai aufgehoben und die weiterführenden Schulen am selben Tag wiedereröffnet werden. Frankreich hat  eine 10-tägige Quarantäne für Reisende aus Brasilien, Chile, Argentinien, Südafrika und Indien verhängt, die am Samstag in Kraft tritt.
  • In Großbritannien hat die Regulierungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte gab an, dass bis zum 14. April in Großbritannien 168 Fälle von Blutgerinnseln mit niedrigen Thrombozytenzahlen bei Personen aufgetreten waren, die den Coronavirus-Impfstoff Oxford / AstraZeneca erhalten hatten.
  • Die EU-Regierungen wurden von der Europäischen Kommission aufgefordert, bis Ende der Woche rechtliche Schritte gegen AstraZeneca wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen ihre vertraglichen Verpflichtungen zur Lieferung des Covid-Impfstoffs an die Mitgliedstaaten einzuleiten.
  • Die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle in den Niederlanden stieg innerhalb von 24 Stunden um mehr als 9.000, den höchsten Stand seit Anfang Januar.

Spahn will Priorisierung im Juni aufgehoben sehen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass die Priorisierung beim Impfen gegen das Coronavirus im Juni aufgehoben werden kann. Derzeit seien bereits die Hälfte der über 60-Jährigen in Deutschland mindestens einmal geimpft, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundesrat.

Im Mai könne entsprechend mit der Impfung der Prioritätsgruppe 3 begonnen werden – das sind alle älter als 60-Jährigen und weitere Menschen in systemrelevanten Berufen oder besonders hohem Ansteckungsrisiko. Dies lasse darauf schließen, dass Bund und Länder „dann im Juni die Priorisierung werden aufheben können“ – sollte das früher möglich sein, wäre er froh, sagte Spahn am Donnerstag im Bundesrat.

Die geltenden Impfpriorisierungen wurden nach Vorschlägen des Deutschen Ethikrates festgelegt, um zuerst besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe – alte Menschen, Vorerkrankte und Berufsgruppen mit besonders hohem Infektionsrisiko – vor Ansteckungen und besonders schweren Verläufen der durch das Coronavirus verursachten Krankheit Covid-19 zu schützen. (Quelle: Tagesspiegel, 22.04.21)


Intensivmediziner Janssens: Unverständnis über Klagen gegen Bundesnotbremse

Der Intensivmediziner Uwe Janssens hat sein Unverständnis über das Vorgehen gegen die Bundesnotbremse geäußert. „Angesichts von nahezu wieder 1000 Toten diese Woche, finde ich es sehr sehr bedenklich, wie hier vorgegangen wird“, sagte er dem rbb mit Blick auf Klagen insbesondere gegen die im Infektionsschutzgesetz vorgesehene Ausgangssperre. Er sehe nicht die Verhältnismäßigkeit, gegen eine Ausgangsperre ab 22 Uhr vorzugehen, angesichts der Menschen, die auf seine Intensivstation kämen und dem Sterben nahe seien, sagte der Mediziner, der auch Mitglied des DIVI-Intensivregisters ist. Da stelle sich die Frage, „was ist denn mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit und Leben?“, so Janssens. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Mallorca: Lockerungen für Gastronomie

Auf Mallorca werden die Corona-Einschränkungen im Zuge der guten Infektionslage bereits am Samstag weiter gelockert. Unter anderem wird dann auf der spanischen Urlaubsinsel und den anderen Balearen der Beginn der nächtlichen Ausgehsperre um eine Stunde nach hinten auf 23 Uhr verlegt, wie die Regionalregierung mitteilte. Gastronomen dürfen ihre Terrassen künftig nach einer ersten Sperrstunde um 17 Uhr auch am späteren Abend von 20 bis 22.30 Uhr bei voller Auslastung öffnen – das gilt vorerst allerdings nur zwischen Montag und Donnerstag.

Die Innenräume müssen unterdessen weiterhin geschlossen bleiben. Neben anderen Lockerungen dürfen sich ab Samstag wieder Personen aus mehr als zwei Haushalten im Freien treffen – allerdings höchstens sechs beziehungsweise nur vier, wenn sie an einem Restaurant- oder Cafétisch sitzen. Die Geschäfte müssen außerdem erst eine Stunde später um 21 Uhr schließen. Die Lockerungen gelten fast alle mit zum Teil leicht unterschiedlichen Auflagen für alle Inseln und bis zum 9. Mai. Dann wird die Pandemie-Lage wieder geprüft.

Ein Regierungssprechera sagte bei der Bekanntgabe der Lockerungen, man habe die Osterferien mit dem Besuch von Zehntausenden Touristen vor allem aus Deutschland gut überstanden. Man müsse aber weiter Vorsicht walten lassen. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)



Castex: Höhepunkt der dritten Welle in Frankreich wohl vorbei

Frankreich hat Ministerpräsident Jean Castex zufolge offenbar den Höhepunkt der dritten Welle passiert. Die Lage werde besser, sagte er. Auch die Situation auf den Intensivstationen stabilisiere sich. Wegen der Verbreitung der britischen Variante dauere es nach dieser Welle länger, bis die Zahl der Neuinfektionen zurückgehe. Castex bestätigte außerdem schrittweise Lockerungen ab Mai. Diese seien an Bedingungen geknüpft, deren Details in den kommenden Tagen bekanntgegeben würden. Möglicherweise könnten die Wiederöffnungen auch von der Lage in den einzelnen Regionen abhängig gemacht werden. In jedem Fall aber werden ab dem kommenden Montag Kindergärten und Grundschulen wieder geöffnet, die Woche darauf können auch Schüler der weiterführenden Schulen wieder zum Unterricht gehen.

Nach Angaben des Premiers gelten jedoch strikte Schutzmaßnahmen wie etwa Massentests. Die Anstrengungen, die man unternommen habe, würden ihre Wirkung zeigen, wenn man wachsam bleibe und nicht zu früh aufgebe, warnte Castex. Die abendliche Ausgangssperre gelte daher auch erstmal bis auf Weiteres – mindestens bis Mitte Mai. Man sei auf dem besten Weg, das Ziel zu erreichen, dass bis Mitte Mai 20 Millionen Menschen und bis Mitte Juni 30 Millionen eine erste Impfung erhalten haben. Gesundheitsminister Olivier Véran erklärte, dass ab Samstag der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson zur Verfügung stehen werde.

In Frankreich gelten seit Anfang April landesweit strenge Ausgangsbeschränkungen. Präsident Emmanuel Macron hatte diese für mindestens vier Wochen verhängt. Die Menschen dürfen sich zum Beispiel nicht ohne triftigen Grund weiter als zehn Kilometer von ihrer Wohnung entfernen. Die nicht lebensnotwendigen Geschäfte sind weitgehend geschlossen. Seit Monaten gilt im Land eine abendliche Ausgangssperre – derzeit ab 19 Uhr. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Corona-Lage weiter sehr angespannt. Zuletzt wurden rund 337 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gemeldet. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Erste Corona-Fälle am Mount Everest gemeldet

Die Pandemie hat nun auch den Mount Everest erreicht: Ein norwegischer Bergsteiger, der sich zuvor im Basislager des höchsten Berges der Welt aufgehalten hatte, ist nach eigenen Angaben positiv auf das Virus getestet worden. Er sei mit einem Hubschrauber von den Hängen des Mount Everest geholt und in ein Krankenhaus der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu gebracht worden, schrieb Erlend Ness der Nachrichtenagentur AFP zufolge bei Facebook.

Laut dem norwegischen Sender NRK infizierte sich auch ein Sherpa aus Ness‘ Team mit dem Coronavirus. Ein Krankenhaus in Kathmandu bestätigte, dass es mehrere Corona-Patienten vom Mount Everest aufgenommen habe, konnte jedoch keine genaue Zahl nennen. „Ich hoffe wirklich, dass sich keiner der anderen hoch oben in den Bergen mit Corona infiziert. Es ist unmöglich, Menschen mit einem Hubschrauber rauszuholen, wenn sie sich über 8000 Metern befinden“, sagte Ness dem Sender. Die Corona-Fälle sind ein Dämpfer für die Hoffnungen der nepalesischen Regierung auf eine erfolgreiche Bergsteigersaison am höchsten Berg der Welt. Im vergangenen Jahr war die Saison wegen der Pandemie ausgefallen. Für Tausende Einwohner Nepals hatte das katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen, etwa für Bergführer und Hoteliers. (Foto Mt. Everest from Gokyo Ri November 5, 2012.jpg CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported; Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Neues Infektionsschutzgesetz mit „Bundes-Notbremse“ veröffentlicht

Das geänderte Infektionsschutzgesetz mit der Bundes-Notbremse tritt bereits am Freitag in Kraft. Nachdem es den Bundesrat passiert hatte und von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet worden war, wurde es auch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.(Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Sportverbände kritisieren „Notbremse“

DOSB und DFB haben die bundesweite Corona-Notbremse als schweren Schlag für den Sport kritisiert. „Nach einem Jahr verordneter Bewegungslosigkeit tut jede neue Form von Einschränkung richtig weh“, sagte Alfons Hörmann, der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der Nachrichtenagentur dpa.

„Gerade mit dem beginnenden Frühjahr wären beste Voraussetzungen für mehr gemeinsame Bewegung an der frischen Luft gegeben, die nun erst einmal vielfach ungenutzt bleiben werden.“ Die Sportvereine hätten bislang zwar die Corona-Maßnahmen „verantwortungsvoll und vorbildlich“ mitgetragen. Der DOSB fordert jedoch „eine differenziertere Bewertung der jeweiligen Situationen und Lösungen mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl“.

Noch schärfer fiel die Attacke des Deutschen Fußball-Bunds aus. „Wer draußen Fußball spielt, gefährdet seine Gesundheit nicht, ganz im Gegenteil: Er stärkt sie“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller. Und sein Vizepräsident Rainer Koch schimpfte: „Das ist keineswegs der erhoffte und in unseren Augen längst überfällige Schritt in die richtige Richtung. Das Gegenteil ist der Fall.“ Der Amateur- und Jugendfußball stelle kein pandemisches Problem dar, sondern sei „vielmehr fixer Teil der Lösung. Das muss endlich auch so akzeptiert werden“, mahnte Koch. Koch warb ebenfalls für „mehr Vertrauen und Unterstützung“ der Amateursportler und Vereine. „Sie benötigen klare Perspektiven und keine schwer nachvollziehbaren Entscheidungen allein auf der Basis von Inzidenzwerten“, sagte Keller. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Land NRW muss SC Paderborn Quarantäne-Gehalt erstatten 

Das Land Nordrhein-Westfalen muss dem SC Paderborn ein Profi-Gehalt erstatten, das der damalige Fußball-Erstligist vor rund einem Jahr während einer behördlich angeordneten zweiwöchigen Quarantäne gezahlt hatte. Der heutige Zweitligist bestätigte einen entsprechenden Bericht im „Westfalen-Blatt“. Demnach gab das Landgericht Münster dem Verein in seiner Auffassung Recht, wonach das Quarantäne-Training der Profis daheim nicht als Home-Office zu werten ist. Dieses Urteil könnte Signalwirkung haben. Anlass für den Rechtsstreit war der positive Corona-Test beim inzwischen zum FSV Mainz gewechselten Profi Luca Kilian. Daraufhin war für einige Spieler der Ostwestfalen eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet worden.

Mit Verweis auf das Infektionsschutzgesetz hatte der Club eine Erstattung der in dieser Zeit weiter gezahlten Gehälter gefordert. Das hatte das Land NRW abgelehnt. Daraufhin wählten die Paderborner exemplarisch einen Spieler aus und klagten mit Erfolg gegen den Bescheid. Laut Gericht war dem Spieler ein geordnetes Training nicht möglich gewesen. Er habe weder joggen noch das übliche Training in Kleingruppen absolvieren können. Außerdem habe der Arbeitgeber keine Möglichkeit gehabt, das Trainingspensum zu kontrollieren.“Die Zivilkammer hat das Land verurteilt, dem Verein im Fall dieses Spielers knapp 10.000 Euro zu erstatten“, sagte ein Gerichtssprecher dem „Westfalen-Blatt“.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In dem Fall stand der Club dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe gegenüber, der für das Land Quarantänezahlungen abwickelt.
(Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Twente (NL) 286 Neuinfizierte

In den letzten 24 Stunden wurden 286 Personen in Twente positiv auf das Corona-Virus getestet. Zwei Bewohner sind an dem Virus gestorben. Dies geht aus Zahlen hervor, die das RIVM am Donnerstagnachmittag veröffentlicht hat. Landesweit wurden 9.648 Neuinfektionen in den Niederlanden festgestellt – so viel wie seit Anfang Januar nicht mehr.

Der Durchschnitt der letzten sieben Tage in Twente liegt bei 235 (letzte Woche 213). In diesem Zeitraum wurden 1.648 Infektionen diagnostiziert, 156 mehr als am vergangenen Donnerstag, als die Zahl noch bei 1.492 lag. Gestern waren 255 Neuinfektionen gemeldet worden.

Die meisten positiven Tests gab es in Enschede (83), gefolgt von Almelo (41) und Hengelo (24). Innerhalb der Region ist Borne mit 21 Fällen, die auf 100.000 Einwohner umgerechnet wurden, die Gemeinde mit dem höchsten Kontaminationsfaktor (90,1). Heute sind es 45,3 für die gesamte Region Twente. Damit steht die Region auf Platz 20 der täglichen Liste der 25 niederländischen Sicherheitsregionen.

Achterhoek
Im östlichen Teil des Achterhoek wurden 87 Neuinfektionen gemeldet. Die meisten Fälle kommen aus der Gemeinde Berkelland (42), gefolgt von Winterswijk (27). In diesem Teil der Achterhoek wurden keine koronabedingten Todesfälle verzeichnet.

Überblick
Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt RIVM meldet in den letzten 24 Stunden landesweit 9.648 Neuinfektionen. Das ist 1.118 mehr als Mittwoch, als  8.530 positive Tests gemeldet worden waren.

Krankenhauszahlen
Die Zahl der Koronapatienten in den niederländischen Krankenhäusern hat zugenommen. Mittlerweile wurden 2.682 Personen mit Corona aufgenommen, 68 mehr als am Mittwoch. Das Nationale Koordinierungszentrum für Patientenverteilung (LCPS) hat heute Nachmittag bekannt gegeben. Auf der Intensivstation werden 839 COVID-Patienten und 419 Patienten aus anderen Gründen behandelt. Dies bedeutet, dass insgesamt 1.258 IC-Betten belegt sind, eine Steigerung von 8 gegenüber gestern. (Quelle: Tubantia, 22.04.21)


AfD-Fraktion will EU-Corona-Hilfsfonds erneut stoppen

Die AfD-Bundestagsfraktion will beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erreichen, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das deutsche Ratifizierungsgesetz zum Europäischen Corona-Hilfsfonds vorerst nicht unterzeichnet. Erst am Mittwoch wies das Gericht einen Eilantrag des „Bündnis Bürgerwille“ gegen das Gesetz ab. Der Eilantrag der AfD habe sich damit jedoch noch nicht erledigt, teilte die Fraktion mit. Die EU-Kommission will für die Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bis zu 750 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen, die über Zuschüsse und Kredite verteilt werden sollen. Der sogenannte Eigenmittelbeschluss, der die Kommission zu diesem Vorgehen ermächtigt, muss von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. Bundestag und Bundesrat stimmten am 25. und 26. März zu. Daraufhin zog das „Bündnis Bürgerwille“ nach Karlsruhe.

Das Bundesverfassungsgericht erließ einen sog. Hängebeschluss, der Steinmeier die Ausfertigung des Gesetzes bis zur Entscheidung über den Eilantrag verbot. Mit der Entscheidung vom Mittwoch wurde dieser hinfällig. Die AfD-Fraktion habe nun ebenfalls einen solchen Hängebeschluss beantragt, teilte sie mit. Es sei eine „erneute Maßnahme des Gerichts erforderlich, um unseren Anspruch auf Rechtsschutz nicht leerlaufen zu lassen“, erklärten der haushaltspolitische Sprecher Peter Boehringer und der finanzpolitische Sprecher Albrecht Glaser. Sie hätten Steinmeier gebeten, mit der Unterzeichnung bis zur Gerichtsentscheidung über diesen Antrag zu warten. Auch über die Verfassungsbeschwerde des „Bündnis Bürgerwille“ ist in Karlsruhe noch nicht abschließend entschieden. Das Gericht prüft noch, ob die Regelung dem Grundgesetz widerspricht. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


 Impf-Bilanz von heute

Mehr als 21 Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft Laut Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland bis Mittwochabend 21,6 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Bislang wurden insgesamt etwa 23,7 Millionen Impfungen verabreicht, wovon knapp 17,9 Millionen Erstimpfungen und weitere gut 5,7 Millionen Zweitimpfungen waren. Die Quote der vollständig Geimpften stieg leicht auf 6,9 Prozent. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Nachgezählt: 2930 verletzte Polizisten, 230 Festnahmen bei #b2104

Bei der Demonstration gegen die bundesweite Verschärfung der Corona-Einschränkungen am Mittwoch in Berlin hat die Polizei rund 230 Menschen festgenommen. Aus der Menge seien Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen worden, 29 Einsatzkräfte seien verletzt worden, wie die Polizei heute mitteilte. Ein Polizist habe seinen Dienst beenden müssen. Insgesamt war die Polizei eigenen Angaben zufolge mit 2200 Beamten im Einsatz. Rund 10.000 Teilnehmer hatten sich am Mittwochmorgen auf der Straße des 17. Juni versammelt.

Nur wenige Meter entfernt wurde im Bundestag über das bundeseinheitliche Gesetz zur Verschärfung der Maßnahmen debattiert. Weil ein Großteil der Protestierenden sich weigerte, Abstände einzuhalten und Masken zu tragen, ordnete die Polizei am Mittag die Auflösung der Kundgebung an. Viele Menschen widersetzten sich, so dass die Polizei eingriff und die Menschen von der Straße des 17. Juni in den Tiergarten abdrängte. Dabei kam es zu Angriffen auf die Polizei, heftigen Rangeleien und Flaschenwürfen.

Polizisten versprühten Pfefferspray. Einzelne Teilnehmer wurden weggetragen. Anschließende Ansammlungen im angrenzenden Tiergarten habe die Polizei nach und nach aufgelöst. Am späten Nachmittag kam es zu einer weiteren Kundgebung. Auch diese Versammlung sei aufgelöst worden, hieß es. (Foto: Tim Reckmann, via CCNull Lizenz: CC-BY 2.0 Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Großbritannien meldet 168 Blutgerinnsel-Fälle
in Zusammenhang mit AstraZeneca-Impfung

In Großbritannien sind nach vorläufigen Erkenntnissen insgesamt 168 Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit der Corona-Impfung des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca aufgetreten. 32 der Fälle seien tödlich verlaufen, teilte die britische Arzneimittelbehörde MHRA nach einer Auswertung von Daten bis einschließlich 14. April mit. Die Behörde blieb bei ihrer bisherigen Empfehlung für das Impfen mit AstraZeneca – die Risiken durch das Vakzin seien geringer als sein Nutzen. Laut MHRA waren bis 14. April 21,2 Millionen Menschen in Großbritannien mit dem AstraZeneca-Vakzin geimpft worden. Zehn der insgesamt registrierten Todesfälle infolge von Blutgerinnseln ereigneten sich demnach zwischen dem 5. und dem 14. April.

Unter den 168 Blutgerinnsel-Fällen waren laut der Behörde 77 Fälle von Sinusvenenthrombosen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag demnach bei 47 Jahren. Bei den weiteren 91 Fällen handelte es sich demnach um andere „schwerwiegende thromboembolische Ereignisse“ wie etwa Thrombozytopenien. Das Durchschnittsalter der Betroffenen hier lag demnach bei 55 Jahren. Insgesamt entwickelten laut MHRA 93 Frauen und 75 Männer nach einer AstraZeneca-Impfung Blutgerinnsel. Er erwarte, dass die endgültige Zahl an Blutgerinnsel-Fällen pro Million verimpfter Dosen bald klar sein werde, sagte der Mediziner Adam Finn von der Universität Bristol. „Es ist jedoch bereits klar, dass es sich um ein sehr seltenes Ereignis handeln wird“, betonte er weiter. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


US-CDC:  Mehr als 282 Millionen Impfdosen ausgeliefert

Die US-Seuchenbehörde CDC hat die Auslieferung von inzwischen insgesamt 282,2 Millionen Impfdosen bekanntgegeben. Verimpft worden seien bislang 218,9 Millionen Dosen der Konzerne Pfizer/BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson, heißt es weiter. Bei 89,2 Millionen Amerikanern sei die Impfung abgeschlossen. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Biden erreicht 100-Tage-Ziel: 200 Millionen Corona-Impfungen

US-Präsident Joe Biden hat sein zentrales 100-Tage-Ziel von 200 Millionen verabreichten Corona-Impfungen im Land erreicht. Biden schrieb auf Twitter, diese Schwelle bei den Impf-Zahlen sei nun offiziell überschritten: „Dies ist eine amerikanische Leistung. Es ist ein kraftvolles Beispiel für Einheit und Entschlossenheit.“ Und es zeige, was das Land schaffen könne, wenn die Menschen gemeinsam ein Ziel verfolgten.


Tirol verlängert Ausreisetests

Wegen steigender Infektionszahlen verlängert das österreichische Bundesland Tirol die Pflicht zu Corona-Ausreisetests ein weiteres Mal bis zum 5. Mai. Der Schritt sei auch wegen einer in Tirol aufgetretenen Coronavirus-Mutante beschlossen worden, die mit der britischen Virusvariante verwandt sei, teilte die Landesregierung in Innsbruck mit. Seit Ende März darf man Tirol nur mit einem negativen Testergebnis verlassen. Die Regel hätte am Samstag auslaufen sollen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Tirol stand zuletzt bei 213 Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Das ist nach Wien der zweithöchste Wert unter den Bundesländern des Alpenlandes. Der Österreich-Schnitt lag heute bei 182. Morgen beraten die Bundesregierung und Ländervertreter über geplante Öffnungsschritte, die im Mai Erleichterungen für Gastronomie, Handel, Sport und Kultur bringen könnten.

Trotz der Lage in seinem Bundesland forderte Tirols Landeschef Günther Platter von der konservativen ÖVP einen „eindeutigen, klaren Zeitplan“ für die Lockerungen. 18:55 Uhr Biden erreicht 100-Tage-Ziel: 200 Millionen Corona-Impfungen US-Präsident Joe Biden hat sein zentrales 100-Tage-Ziel von 200 Millionen verabreichten Corona-Impfungen im Land erreicht. Biden schrieb auf Twitter, diese Schwelle bei den Impf-Zahlen sei nun offiziell überschritten: „Dies ist eine amerikanische Leistung. Es ist ein kraftvolles Beispiel für Einheit und Entschlossenheit.“ Und es zeige, was das Land schaffen könne, wenn die Menschen gemeinsam ein Ziel verfolgten. (Quelle: Tagesschau, 22.04.21)


Kassenärzte fordern mehr Rechtssicherheit

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) dringt auf mehr Rechtssicherheit für Ärzte, die jüngere Patienten mit Astra-Zeneca impfen. Die Anpassung der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sei richtig und notwendig gewesen. „Nun brauchen die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen die Sicherheit, dass sie kein Haftungsrisiko eingehen, wenn sie Astra-Zeneca an unter 60-jährige Patienten verimpfen“, sagt der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen der Funke Mediengruppe.

Ermöglichen könne das der Gesetzgeber durch eine entsprechende Änderung des Impfschutzgesetzes. Mittlerweile haben mehrere Bundesländer die Impfungen mit Astra-Zeneca für alle Altersgruppen freigegeben. Laut der Empfehlung der Stiko ist der Einsatz von Astra-Zeneca für eine erste oder zweite Impfung unterhalb der Altersgrenze von 60 Jahren nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten möglich. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Tübingen: Aus nach sechs Wochen

Das Tübinger Corona-Modellprojekt wird wegen der Bundes-Notbremse laut Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) beendet. „Ab Montag ist also auch bei uns alles dicht. Theater, Handel, Schulen und Kitas“, schrieb Palmer auf seiner Facebook-Seite. Diese Entscheidung habe die CDU-Wahlkreisabgeordnete Annette Widmann-Mauz der Presse mitgeteilt.

Die Inzidenz im Landkreis sei mit 180 eben viel zu hoch, schrieb Palmer. Er machte darauf aufmerksam, dass die Inzidenz in Tübingen konstant unter 100 sei seit zwei Wochen. „Der Anstieg findet nur außerhalb Tübingens statt und hat jetzt den Wert von 240 erreicht, während wir bei 91 stehen“, schrieb Palmer. Der zuletzt für die Stadt gemeldete Wert lag laut dem Sozialministerium am Mittwoch bei 91,8. Der Wert für den Landkreis wurde mit 181,5 angegeben.

Menschen in Tübingen konnten sich seit dem 16. März an mehreren Stationen kostenlos testen lassen – mit den Bescheinigungen der Ergebnisse, den Tagestickets, können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen. Wegen großen Andrangs von außerhalb sind die Tests inzwischen auf Menschen aus dem Kreis Tübingen beschränkt.

Das Vorzeigeprojekt war bereits zwei Mal verlängert worden und hatte bundesweit für viel Aufsehen gesorgt, aber auch für einige Kritik. So hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen Stopp solcher Versuche wie in Tübingen gefordert. „Sie geben das falsche Signal“, schrieb Lauterbach auf Twitter. Das Tübinger Projekt zeige, dass unsystematisches Testen mit Öffnungsstrategien die schwere dritte Corona-Welle nicht aufhalten werde. „„Testen statt Lockdown“ ist Wunschdenken, genau wie „Abnehmen durch Essen“.“

Der Tübinger Infektiologe Peter Kremsner hatte das Projekt als Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen wissenschaftlich begleitet. (Quelle: Tagesspiegel, 22.04.21)


Ungarn lockert

Nach Fortschritten bei den Impfungen lockert Ungarn die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter, erklärte Kanzleramtsminister Gergely Gulyas am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz. Die Öffnung sei möglich, weil voraussichtlich am Freitag die 3,5-Millionen-Marke bei den Erstimpfungen überschritten werde, fügte er hinzu. Das Land hat knapp zehn Millionen Einwohner.

– Die nächtliche Ausgangssperre beginnt ab Samstag statt um 22.00 Uhr erst um 23.00 Uhr.    Sie dauert weiterhin bis morgens 5.00 Uhr.
– Die Innenbereiche der Gaststätten müssen vorerst weiter geschlossen bleiben.
– Hotels stehen unverändert nur Geschäftsreisenden offen.
– Reisen nach Ungarn zu touristischen Zwecken sind weiterhin nicht möglich.

(Quelle: FAZ, 22.04.21)


Iran mit düsteren Folgen

Auf dem Zentralfriedhof der iranischen Hauptstadt Teheran sind Berichten zufolge vierstöckige Gräber angelegt worden, um die vielen Corona-Toten beerdigen zu können. Hintergrund sind die rasant ansteigenden Zahlen von Todesopfern in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Teheraner Stadtverwaltung und der Friedhof haben auf die Berichte vom Donnerstag noch nicht reagiert. Ein ehrenhaftes Begräbnis ist den Menschen im Iran besonders wichtig. Daher bleibt abzuwarten, wie sie auf die vierstöckigen Gräber reagieren werden.

Der Zentralfriedhof Behescht Sahra registrierte am Dienstag einen Rekord an Todesfällen. „Wir hatten 350 Tote, unter ihnen 150 Corona-Opfer … so viele Tote an einem Tag hatten wir in den letzten 50 Jahren nicht“, sagte der Friedhofsleiter der Nachrichtenagentur Ilna. Außerdem gab die Teheraner Stadtverwaltung bekannt, dass die Leichenhallen auf dem Zentralfriedhof schon bald nicht mehr ausreichten, um die vielen Corona-Toten aufzubewahren. In Teheran leben rund 13 Millionen Menschen.(Quelle: FAZ, 22.04.21)


Steinmeier hat „Bundes-Notbremse“ unterzeichnet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das neue Infektionsschutzgesetz mit der Bundes-Notbremse unterzeichnet. Das teilte das Bundespräsidialamt am Donnerstag mit. Das Gesetz muss zum Inkrafttreten jetzt nur noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Norwegen reicht Astrazeneca weiter

Norwegen reicht all seine vorrätigen Astra-Zeneca-Impfdosen vorläufig an die skandinavischen Partnerländer Schweden und Island weiter, solange der Einsatz des Mittels im Land gestoppt ist. 200.000 der 216.000 auf Lager liegenden Dosen sollen an Schweden gehen, die restlichen 16.000 an Island, wie das norwegische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Er sei froh, dass die vorrätigen Corona-Impfstoffe von Nutzen sein werden, obwohl Norwegen den Gebrauch des Astrazeneca-Vakzins auf Eis gelegt habe, erklärte Gesundheitsminister Bent Høie. Wenn das Präparat im Land wieder eingesetzt werde, werde Norwegen die Impfdosen von den beiden Partnerländern zurückerhalten. Die Mittel sind demnach noch bis Juni und Juli haltbar. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Mehr als 5.000 Infizierte auf Intensivstationen

Die Zahl der Schwerkranken mit Covid-19 auf deutschen Intensivstationen ist wieder über die Marke von 5000 gestiegen. In Kliniken bundesweit werden nun 5049 solche Fälle behandelt, 62 mehr als am Vortag, wie aus dem Tagesreport des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag mit Daten des Divi-Intensivregisters hervorgeht. So groß war die Auslastung demnach zuletzt Mitte Januar. Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Gernot Marx, sprach in einem Statement bei Twitter von einer weiter angespannten Lage. Er begrüßte den Beschluss des Bundestages zur Corona-Notbremse vom Mittwoch und sagte, er hoffe auf keine weitere Verzögerung durch den Bundesrat.
Der Wiederanstieg der Patientenzahl auf Intensivstationen hatte etwa Mitte März eingesetzt. Zu dem Zeitpunkt waren allerdings noch rund 2720 Covid-19-Fälle in Behandlung – annähernd so viele wie zum Höhepunkt der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr 2020 mit gleichzeitig rund 2900 Erkrankten. Laut Medizinern ist die Zahl der Covid-19-Patienten über 80 durch die Impfungen inzwischen gesunken. Sie berichten von zunehmend jüngeren Patienten auf den Intensivstationen. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


EU-Kommission erwägt Klage gegen AstraZeneca

Die EU-Kommission erwägt eine Klage gegen den Hersteller Astra-Zeneca, weil er zugesagte Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union einseitig drastisch gekürzt hat. Dies bestätigten Kommissionskreise am Donnerstag. Alle Optionen würden vorbereitet, hieß es. Die EU-Staaten müssten einer Klage jedoch zunächst zustimmen.

Zuvor hatte das Portal „Politico“ berichtet, die Kommission habe den EU-Staaten die Vorbereitung einer solchen Klage angekündigt. Diplomaten bestätigten, dass dies in einer Sitzung der EU-Botschafter am Mittwoch Thema war. Die Mitgliedsstaaten wollten bis Ende der Woche prüfen, ob geklagt werden soll.

Der britisch-schwedische Hersteller hatte den EU-Staaten zugesagt, im ersten Quartal 120 Millionen Impfdosen zu liefern. Tatsächlich waren es aber nur 30 Millionen. Die Kommission hatte wegen der Lieferrückstände bereits ein Schlichtungsverfahren mit dem Unternehmen eingeleitet. Eine Klage wäre der nächste Schritt. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Regierungskrise in Italien

Der jüngste Beschluss zur Corona-Politik hat in der italienischen Regierung zu ernsten Spannungen geführt. Das Kabinett in Rom hatte am Mittwochabend einen Fahrplan für Corona-Lockerungen beschlossen, aber das umstrittene nächtliche Ausgangsverbot unverändert gelassen. Der Chef der mitregierenden rechten Lega, Matteo Salvini, hatte angekündigt, dass seine Kabinettsmitglieder deshalb nicht zustimmen würden, sondern sich enthalten. Die Zeitung „La Repubblica“ sprach am Donnerstag von der „ersten wirklichen politischen Krise der Regierung“ unter Mario Draghi, die seit Mitte Februar im Amt ist.

Das Blatt „Corriere della Sera“ zitierte Draghi aus der Kabinettsrunde mit dem Satz: „Das ist ein ernster Fall.“ Aus den Reihen der an der Koalition beteiligten Sozialdemokraten (PD) hieß es, Salvini verhalte sich „unverantwortlich“. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Grafschafter-Zahlen

49 weitere Corona-Infektionen lassen den Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim am heutigen Donnerstag auf 168,4 klettern. Damit liegt die Zahl wieder so hoch wie zuletzt Anfang Januar. In den benachbarten Kreisen Emsland (128), Steinfurt (146) und Borken (141) liegt der Inzidenzwert jeweils niedriger.

Derzeit gelten 348 Grafschafter als mit dem Corona-Virus infiziert – das sind noch einmal 42 mehr als am Mittwoch. Besonders hoch ist Zahl der Infektionen derzeit in der Samtgemeinde Emlichheim. Dort gibt es nach einem Corona-Ausbruch im Europark derzeit 62 Fälle. Aber auch in den anderen Grafschafter Kommunen zeigt die Infektionskurve nach oben.

Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt bei 4599. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt weiterhin bei 112. Als genesen gelten 4139 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich derzeit 871 Personen. 88 (+5) der Infizierten leben i Nordhorn, aktuell sind 348 Infektionen festgestellt worden.

Update:

Die bundeseinheitliche „Notbremse“ zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird sich auch auf die Maßnahmen in der Grafschaft Bentheim auswirken.

„Der Bundespräsident hat am heutigen Donnerstag die Änderung des Infektionsschutzgesetzes unterzeichnet. Auf Grundlage dieser Gesetzesänderung, die ab morgen gültig ist, wird das Land Niedersachsen nun seine Verordnung anpassen. Welche verpflichtenden Maßnahmen sich daraus für den Landkreis Grafschaft Bentheim ergeben, wird im Laufe des Freitages mit der endgültigen Fassung der Landesverordnung feststehen“, sagte der Grafschafter  Landrat Uwe Fietzek in einer Pressemitteilung.

(Quelle: GN, 22.04.21)


Erster Eilantrag gegen Bundes-Notbremse beim Verfassungsgericht

Noch bevor die Politik das neue Infektionsschutzgesetz überhaupt beschlossen hat, ist schon der erste Eilantrag dagegen beim Bundesverfassungsgericht eingegangen. Welche Erfolgsaussichten das haben kann, vermochte ein Sprecher in Karlsruhe am Donnerstag aber nicht zu sagen. Der Bundestag hat der Novellierung samt einer Bundes-Notbremse für Corona-Hotspots schon zugestimmt, der Bundesrat wollte am Donnerstag entscheiden. Er könnte Einspruch einlegen und damit Nachverhandlungen notwendig machen. Danach muss Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz unterzeichnen, zuletzt muss es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden.
Rechtsanwalt Claus Pinkerneil mit Kanzleien in Berlin und München teilte mit, Verfassungsbeschwerde eingelegt zu haben. Ihm gehe es vor allem darum, dass das Gesetz die Maßnahmen weitestgehend (verwaltungs)gerichtlicher Kontrolle entziehe, dass der Inzidenzwert als alleiniger Maßstab ungeeignet sei und dass insbesondere Ausgangsbeschränkungen unverhältnismäßig seien. Pinkerneil sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass er die Verfassungsbeschwerde absichtlich schon vor der Entscheidung des Bundesrats eingelegt habe. Das Verfassungsgericht könnte die Unterzeichnung durch Steinmeier stoppen wie etwa Ende März beim EU-Wiederaufbaufonds geschehen.
(Quelle: FAZ, 22.04.21)


Corona-Hilfen: Portugal ist EU-Primus

Portugal hat als erstes der 27 EU-Länder seinen nationalen Plan zur Verwendung der europäischen Corona-Hilfen fertiggestellt und bei der EU-Kommission eingereicht. Dies teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag mit. Da nun die Impfungen gegen das Coronavirus in Europa vorankämen, sei es umso wichtiger, auch die Wirtschaftshilfen zu starten.
Das im Sommer 2020 verabredete Paket Next Generation EU im Umfang von 750 Milliarden Euro soll den 27 EU-Staaten helfen, nach der Pandemie wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Einen Teil des Geldes gibt es als Zuschüsse, einen Teil als Darlehen. Dafür wollen die EU-Staaten gemeinsam Schulden aufnehmen.(Quelle: FAZ, 22.04.21)


DFL schreibt Quarantäne-Trainingslager vor

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat wie erwartet die sogenannten Quarantäne-Trainingslager für die Vereine der 1. und 2. Bundesliga beschlossen. Wie die DFL am Donnerstag mitteilte, werden ab 12. Mai alle 36 Profiklubs für die letzten beiden Spieltage in Isolation gehen. Somit soll sichergestellt werden, dass die laufende Saison bis zum 22. beziehungsweise 23. Mai beendet werden kann.

Vor dem Bezug der Trainingslager sollen sich Spieler und Betreuer ab 3. Mai bereits in eine „Quasi-Quarantäne“ begeben, die laut DFL der „Kontaktreduzierung sowie einer weiteren Minimierung des Infektionsrisikos“ diene. Die betreffenden Personen sollen sich hierbei „ausschließlich im häuslichen Umfeld oder auf dem Trainingsgelände beziehungsweise im Stadion“ aufhalten.

Die Quarantäne-Trainingslager waren länger schon als Maßnahme gegen die grassierenden Corona-Mutationen in Erwägung gezogen worden, dann aber doch zunächst verworfen worden. Nachdem Hertha BSC am vergangenen Donnerstag als erster Bundesligist nach positiven Tests für 14 Tage unter Quarantäne gestellt wurde, kamen die Pläne wieder auf den Tisch. Auch in der 2. und 3. Liga gibt es mehrere betroffene Klubs.(Quelle: FAZ, 22.04.21)


„Wir wollen 30 Millionen Sputnik V-Dosen kaufen.“

Deutschland will nach Angaben von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer insgesamt 30 Millionen Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V kaufen. „Wir wollen dreimal zehn Million Dosen – im Juni, Juli und im August – Sputnik V kaufen“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag bei einem Besuch in Moskau. „Voraussetzung ist die Zulassung bei der europäischen Arzneimittelbehörde“, fügte Kretschmer hinzu, der zuvor mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko gesprochen hatte. Die EMA-Zulassung bilde die nötige Vertrauensbasis. Es wäre ein großer Erfolg, wenn die Zulassung im Mai erfolgen würde.

Derzeit befinde sich eine EMA-Delegation in Moskau. Man wolle gemeinsam diese Zulassung erreichen, habe der russische Gesundheitsminister versichert. „Der Minister ist guter Dinge, wir auch.“ Sollte die Lieferung klappen, würde Sachsen nach dem Verteilschlüssel der Bundesländer in den drei Monaten jeweils 500.000 Dosen bekommen. „Wir werden sehen, ob die Zustimmung überall so hoch ist wie in Sachsen und den neuen Ländern für den Impfstoff – vielleicht kriegen wir dann auch mehr“, sagte Kretschmer in Anspielung auf mögliche Vorbehalte in westlichen Bundesländern gegen einen Impfstoff aus Russland. In Sachsen werde das Vakzin jedenfalls auf große Zustimmung stoßen. Der 45-Jährige fügte hinzu, er wolle sich kommende Woche mit Astra-Zeneca impfen lassen – als Zeichen, dass dieser Impfstoff sicher sei. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns nur für Menschen ab 60 Jahren. Mit ärztlicher Absprache ist aber auch eine Impfung für Jüngere möglich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch kritisiert, dass einige EU-Staaten Sputnik V bereits ohne EMA-Zulassung einsetzen. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte Verhandlungen über den Kauf angekündigt, nachdem Länder wie Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eigenständig mit dem russischen Hersteller verhandelt hatten. In Deutschland ist der Bund für die Impfstoff Beschaffung zuständig. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Donnerstag, 22. April, hat das Nieders.  Landesgesundheitsamt (NLGA) 2.099 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Landesweit wurden innerhalb eines Tages 15 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.181. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 226.819 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt ist gegenüber dem Vortag wieder leicht gestiegen – auf 125,5 Fälle je 100.000 Einwohner. Gestern lag sie bei 123,1. (Quelle: NDR, 22.04.21)


Evonik meldet schnelleres Vorankommen bei Lipid-Produktion

Der Spezialchemiekonzern Evonik ist mit dem Ausbau der Lipid-Produktion für den Corona-Impfstoff von Biontech schneller vorangekommen als geplant. Die Anlagen am Standort Hanau seien aufgebaut, und erste Lipide würden ausgeliefert, teilte der Essener Konzern am Donnerstag mit. Ursprünglich war die Herstellung größerer Mengen erst für das zweite Halbjahr avisiert worden. Bei den Arbeiten am Standort in Dossenheim kommt der Konzern laut einer Sprecherin gut voran, hier soll die Produktion weiterhin im zweiten Halbjahr starten.

Evonik stellt zwei verschiedene Lipide her, die zusammen mit anderen dieser fettartigen Moleküle den Botenstoff des mRNA-Vakzins mit dem Markennamen Comirnaty in eine Nanohülle einschließen. Erst das ermöglicht es, den Wirkstoff von Biontech und seinem US-Partner Pfizer an der richtigen Stelle im Körper freizusetzen. Nur so kann die Impfung ihre Wirkung entfalten. In Deutschland können aktuell nur wenige Unternehmen die benötigten Lipide herstellen. Auch der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck versorgt Biontech mit diesen Stoffen und will die Liefermengen steigern.
(Quelle: FAZ, 22.04.21)


In Lingen sind in den letzten sieben Tagen 62 EinwohnerInnen an CoViD-19 erkrankt; die 7-Tage-Inzidenz ist heute auf 113,3 gesunken (gestern: 135,3). 
Die divi-Zahlen lauten: 13 Intensivpatienten im Landkreis Emsland, sechs davon werden mechanisch beatmet. In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden sechs Patienten intensivmedizinisch versorgt, dort werden zwei davon mechanisch beatmet (Quelle: BN, 22.04.21).


Indien: Zahlen steigen immer höher

Die indischen Behörden haben binnen 24 Stunden fast 315.000 Corona-Infektionen registriert. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden 314.835 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg damit auf 15,9 Millionen. So viele Neuinfektionen binnen eines Tages hat noch kein anderes Land weltweit gemeldet. Indien ist nach den Vereinigten Staaten das am zweitschwersten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden wurden mit 2074 angegeben. Damit starben bislang fast 185.000 Menschen in Indien nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Religiöse Zusammenkünfte, politische und sportliche Veranstaltungen sowie ein Mangel an Medikamenten und Sauerstoff haben die Situation in dem Land mit seinen 1,3 Milliarden Bürgern in vergangenen Wochen verschärft. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.518 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wiedergeben. In der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen könnten Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag enthalten sein. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht vollständig übermittelt worden.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 259 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Donnerstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 29.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 293 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 161,1. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,1 angegeben. Bisher kann laut RKI anhand der Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen Tage noch nicht abgeschätzt werden, ob sich der ansteigende Trend der vergangenen Woche fortsetzt.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.217.710 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.845.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.893.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,94 (Vortag: 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(Quelle: RKI, 22.04.21)


93. Oscar-Verleihung mit Glanz und Glamour

Eine streng begrenzte Gästeliste, im Freien wartende Stars und eine zentrale Rolle für Schutzmasken: Bei den diesjährigen Oscars soll es Glanz und Glamour inmitten der Coronakrise geben. Mit zweimonatiger Verspätung wird am Sonntag in Los Angeles der wichtigste Filmpreis der Welt verliehen. Und während Kinofans gespannt warten, wer mit den begehrten Goldstatuen ausgezeichnet wird, versprechen die Organisatoren ein schillerndes und zugleich sicheres Spektakel.
Die 93. Oscar-Gala in Coronazeiten zu planen sei „wie ein Flugzeug während des Fluges zu bauen“, berichtet Starregisseur Steven Soderbergh, einer der Produzenten der Zeremonie. Geholfen habe ihm seine Erfahrung mit Filmdrehs inmitten der Pandemie – und sein Viren-Thriller „Contagion“ aus dem Jahr 2011. Ohne eine Verschiebung der ursprünglich für den 28. Februar geplanten Zeremonie auf den 25. April wäre die Gala ohnehin nicht zu stemmen gewesen, sagt der Filmmacher. „Es wäre uns unmöglich gewesen zu machen, was wir jetzt machen – ich weiß nicht, wie wir es geschafft hätten.“
Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, findet die Gala in diesem Jahr zeitgleich an mehreren Orten statt: Im Dolby Theatre in Hollywood, dem traditionellen Veranstaltungsort, und in den hohen Hallen des Art-Deco-Hauptbahnhofs Union Station in Los Angeles. Eingeladen sind nur Nominierte, ihre Lebenspartner und eine begrenzte Zahl hochkarätiger Präsentatoren wie Harrison Ford, Brad Pitt und Reese Witherspoon. Selbst der mächtige Disney-Chef Bob Iger hat keine Einladung bekommen, wie Soderbergh verrät. Die Gäste werden abwechselnd ins Innere geleitet, damit es keine zu großen Ansammlungen in geschlossenen Räumen gibt. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Ryanair erwartet Steigflug

Der irische Billigflieger Ryanair blickt optimistisch auf das nächste Geschäftsjahr. Ein Rückgang bei den Kosten und ein Schrumpfen der europäischen Flugkapazitäten dürften zu einer sehr starken Erholung des Ergebnisses im Geschäftsjahr bis Ende März 2023 führen, prognostizierte Ryanair-Chef Michael O’Leary am Mittwoch in einem Interview der „Financial Times“.

Die europäischen Flugkapazitäten dürften nach der Corona-Pandemie um 25 Prozent eingebrochen sein. Außerdem habe der Billigflieger seine Kosten gesenkt. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2022 gehe O’Leary davon aus, in etwa die Gewinnschwelle zu erreichen. Sowohl ein kleiner Gewinn als auch ein minimaler Verlust seien möglich.

Am 17. Mai will die Airline die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlichen. Experten trauen Ryanair eine schnellere Erholung von der Krise zu als den großen Netzwerkairlines wie Lufthansa oder Air France KLM. Denn der auf Direktflüge spezialisierte Billigflieger hat keine Langstreckenflüge mit Geschäftsreisenden im Programm, die unter dem globalen Einbruch des Flugverkehrs am meisten leiden. (Quelle: FAZ, 22.04.21)


Eishockey-WM der Frauen abgesagt

Die Eishockey-WM der Frauen ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Hintergrund seien Sicherheitsbedenken der kanadischen Provinz Nova Scotia vor dem vom 6. bis 16. Mai in Halifax und Truro geplanten Turnier, wie der Weltverband am Mittwoch mitteilte. Ziel sei es aber, die Weltmeisterschaft in diesem Sommer nachzuholen.

„Die Absage ist eine Katastrophe und trifft unsere Athletinnen ganz, ganz hart“, sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, Franz Reindl: „Wir und die IIHF prüfen unverzüglich Alternativen für jetzt oder im Sommer.“ Das deutsche Nationalteam wollte nach der Vorbereitung in Füssen am Donnerstag nach Kanada reisen. „Das ist eine sehr traurige Nachricht für das Frauen-Eishockey“, sagte Sportdirektor Christian Künast. (Quelle: FAZ, 21.04.21)


New York mit deutlich weniger BesucherInnen

Wegen der Coronavirus-Pandemie erwartet die Millionenmetropole New York in diesem Jahr nur rund halb so viele Touristen wie noch 2019. Man rechne 2021 mit etwa 36,4 Millionen Besuchern, sagte Fred Dixon, Chef der New Yorker Tourismusbehörde NYC & Company, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Bei einem Großteil davon handele es sich um Menschen, die aus anderen Teilen der Vereinigten Staaten anreisten.

2019 war mit 66,6 Millionen Touristen im zehnten Jahr in Folge ein Rekord aufgestellt worden. Diese Zahl könne wohl erst 2024 wieder übertroffen werden, 2025 könne dann die 70-Millionen-Marke überschritten werden, sagte Dixon.

2020 waren nur rund 22,3 Millionen Menschen nach New York gereist, die meisten davon vor Beginn weitreichender Corona-Einschränkungen im Frühjahr. Die Tourismus-Industrie, die vor Ausbruch der Pandemie rund 400.000 Menschen beschäftigte, ist ein wichtiger Wirtschaftssektor der Metropole.

New York war im vergangenen Frühjahr zu einem der Epizentren der Coronavirus-Pandemie geworden. Inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen aber stabilisiert, und die Impfkampagne kommt schnell voran. Die Metropole sei auf dem Weg zurück aus der Krise, sagte Bürgermeister Bill de Blasio bei der Pressekonferenz. „Es gibt hier eine Widerstandsfähigkeit, ein Leben und eine Lebendigkeit, die die Stadt zurückbringen, wie nie zuvor.“ (Quelle: FAZ, 21.04.21)


Bundestag beschließt Bundes-Notbremse

Der Bundestag hat das Infektionsschutzgesetz mitsamt Bundes-Notbremse mit den Stimmen der Regierungsparteien beschlossen. Am Donnerstag muss das Gesetz nun noch den Bundesrat passieren.

Mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes rücken Ausgangsbeschränkungen ab 22 Uhr und weitere Schritte zur Vermeidung von Kontakten näher. 342 Abgeordnete stimmten für das Gesetz. Es gab 250 Nein-Stimmen und 64 Enthaltungen. Zuvor hatten in zweiter Lesung die Fraktionen von Union und SPD dafür gestimmt. AfD, FDP und Linke stimmten gegen das Gesetz. Die Grünen hatten sich enthalten.

Mit der Notbremse sollen bundesweit geltende Regeln für schärfere Corona-Gegenmaßnahmen geschaffen werden. In Kreisen oder Städten mit hohen Infektionszahlen sind weitgehende Ausgangsbeschränkungen in der Nacht geplant. Auch ein Stopp von Präsenzunterricht und strengere Bestimmungen für Geschäfte sollen Neuinfektionen eindämmen. Die Notbremse wird angewendet, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen an drei Tagen hintereinander über 100 liegt. Fürs Umschalten auf Fernunterricht in Schulen soll ein Wert von 165 gelten. (Quelle: 21.04.21)


Schweiz: Lockerungen erst in rund einem Monat

Die Schweiz peilt ab dem 26. Mai weitere Lockerungs-Schritte an. Die Regierung stellte unter gewissen Voraussetzungen die Wiedereinführung des Präsenzunterrichts an Hochschulen, die Aufhebung der Home-Office-Pflicht und die Wiedereröffnung der Innenbereiche von Restaurants in Aussicht. Falls die Durchimpfungsrate 40 bis 50 Prozent erreiche, sollen Geimpfte, Getestete und Genesene in einem weiteren Schritt zudem wieder Großveranstaltungen, Bars oder Diskotheken besuchen können. Die vollständige Impfung der erwachsenen Bevölkerung wolle die Regierung bis Ende Juli 2021 abschließen. Voraussetzung sei, dass es bei den Impfstoffproduzenten zu keinen weiteren Lieferproblemen komme. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Deutscher Tourismus-Verband kritisiert neues Infektionsschutzgesetz

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) kritisiert das vom Bundestag beschlossene Infektionsschutzgesetz mit dem Beherbergungsverbot. Gesundheitsschutz habe zwar Vorrang. „Das undifferenzierte touristische Beherbergungsverbot im Infektionsschutzgesetz ist nicht verhältnismäßig.“ Es formuliere einen Generalverdacht gegenüber touristischen Übernachtungen, ohne weitere, nachvollziehbare Begründungen zu liefern. „Wir brauchen eine Planungs- und Öffnungsstrategie für den Tourismus. Sie ist seit Januar von der Politik angekündigt, aber immer noch nicht vorangekommen.“ (Quelle: TSP, 21.04.21)


Laut Insidern verzichtet EU auf 300 Millionen Impfstoffdosen

Die Europäische Union will einem Insider zufolge die Optionen zum Erwerb von weiteren 300 Millionen Dosen von Covid-19-Impfstoffen der Hersteller AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht nutzen. „Es besteht keine Notwendigkeit, die Optionen auszuüben“, sagte ein hochrangiger EU-Beamter der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei aber verfrüht, die beiden Unternehmen von künftigen Verträgen auszuschließen. Gespräche über weitere Lieferungen für Auffrischungsimpfungen und Virusvarianten dauerten an. Ein Sprecher der Europäischen Kommission wollte sich dazu nicht äußern und erklärte nur, die Optionen könnten jederzeit ausgeübt werden. Die beiden Unternehmen wollten dazu keine Stellungnahme abgeben.

Die Europäische Union hat einen Vertrag über insgesamt 400 Millionen Dosen mit J&J, von denen bislang 200 Millionen abgerufen wurden, und einen Vertrag mit Astrazeneca über 400 Millionen Dosen, von denen 300 Millionen bestellt wurden. Vor allem der Impfstoff von Astrazeneca kämpft mit Akzeptanzproblemen wegen seltener Thrombosefälle. In Deutschland etwa darf das Mittel deshalb nur noch bei Menschen ab 60 Jahren uneingeschränkt eingesetzt werden. Zudem war ein Streit zwischen der EU und Astrazeneca wegen Lieferproblemen des Pharmakonzerns entbrannt. Auch diese seien ein Grund, warum die Option für den Astrazeneca-Impfstoff nicht ausgeübt werde, sagte der Insider.

Die Lieferungen des später zugelassenen J&J-Vakzins an die EU haben gerade erst begonnen, aber auch bei diesem Impfstoff gab unter den mehr als sieben Millionen damit geimpften Menschen in den USA Fälle sehr seltener Thrombosen. Beide Mittel sind Vektorimpfstoffe, die auf einem harmlosen Erkältungsvirus basieren. Die EU will sich bei ihrer Corona-Impfkampagne nun vorwiegend auf mRNA-Impfstoffe wie die von BioNTech/Pfizer stützen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte in der vergangenen Woche gesagt, die Kommission verhandele gegenwärtig über Bestellungen für die kommenden Jahre, wobei Verträge mit Herstellern von mRNA-Impfstoffen Vorrang haben sollen.

In der vergangenen Woche hatte die Kommission Gespräche mit BioNTech und Pfizer über einen neuen Vertrag über den Kauf von bis zu 1,8 Milliarden Dosen für die kommenden Jahre aufgenommen. Für dieses Jahr hat sich die Europäische Staatengemeinschaft 600 Millionen Dosen gesichert. Von Moderna hat die EU 310 Millionen Dosen für dieses Jahr gekauft und hat eine Option zum Erwerb weiterer 150 Millionen Dosen 2022. Auch mit CureVac hat die EU einen Vertrag, der mRNA-Corona-Impfstoff des Tübinger Unternehmens ist aber noch nicht zugelassen. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Grafschafter-Zahlen

Nach dem Corona-Ausbruch in einem betonverarbeitenden Unternehmen im Europark bei Laar steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen. Die Kreisverwaltung teilte am Mittwoch mit, dass es in der Samtgemeinde Emlichheim aktuell 50 Corona-Fälle gibt – vor einer Woche lag die Zahl noch bei 15. Der Anstieg sei auf das Infektionsgeschehen in dem Unternehmen zurückzuführen.
Aber auch andernorts stieg die Zahl der Corona-Fälle teils deutlich. Insgesamt gab die Kreisverwaltung für Mittwoch 51 neue Infektionen bekannt, das ist der höchste Anstieg seit Anfang Januar. Der Inzidenzwert im Landkreis ist auf 149,5 gestiegen. Damit liegt die Grafschaft erstmals seit Wochen wieder höher als das benachbarte Emsland. Dort lag der Inzidenzwert am Mittwoch bei 128,2.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 ist am Mittwoch ebenfalls gestiegen. Es kam ein weiterer Todesfall hinzu, die Gesamtzahl liegt nun bei 112. Auch für Dienstag war ein Todesfall bekannt gegeben worden. Als aktuell infiziert gelten 306 Grafschafter – 48 mehr als am Dienstag- von ihnen sind 83 (+8) NordhornerInnen; 796 Bürger mussten sich in Quarantäne begeben. (Quelle: GN, 21.04.21)


FDP: Verfassungsbeschwerde gegen Infektionsschutzgesetz

FDP-Partei- und Fraktionschef Christian Lindner hat eine Verfassungsbeschwerde gegen die Novelle des Infektionsschutzgesetzes vor dem Bundesverfassungsgericht angekündigt. „Wir sehen die Regeln zur Ausgangssperre verfassungsrechtlich unverändert als hoch problematisch an“, sagte er am Mittwoch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Regelung zur Ausgangssperre sei „nicht notwendig zur Bekämpfung der Pandemie, aber dennoch ein Grundrechtseingriff“, sagte Lindner. „Außerdem fehlt im Gesetz die Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften.“

Der FDP-Chef fügte hinzu, dass seine Fraktion auch politische Bedenken gegen das Gesetz habe. Dazu zählten die aus Sicht der Liberalen „falschen Schulschließungen ab einer Corona-Inzidenz von 165 und die alleinige Abstützung der Maßnahmen auf den Wert der Neuinfektionen“. Diese Einwände seien jedoch rein politischer Natur und nicht justiziabel.

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, sagte den RND-Zeitungen, eine große Zahl von FDP-Abgeordneten werde jeweils für sich „in den nächsten Wochen Verfassungsbeschwerde“ einlegen. Die Fraktion insgesamt dürfe dies nicht, weil für eine Normenkontrollklage ein Viertel der Abgeordneten erforderlich sei. Das Quorum verfehle die FDP.

Die FDP-Bundestagsfraktion erklärte auf Twitter: „Unsere Abgeordneten werden gegen die pauschalen Ausgangsperren in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde einreichen.“

(Quelle: 21.04.21)


„Querdenker“-Demo in Berlin: Rund 150 Festnahmen

Bei einer Demonstration von Corona-Kritikern in Berlin und deren Räumung hat die Polizei am Mittwoch 152 Teilnehmer vorübergehend festgenommen. Ihnen werden Verstöße gegen die Corona-Regeln sowie Angriffe auf Einsatzkräfte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchte Gefangenen-Befreiung vorgeworfen, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

Mehr als 8000 Demonstranten hatten sich am Mittwoch in der Nähe des Regierungsviertels auf der Straße des 17. Juni versammelt, um gegen die staatliche Corona-Politik zu protestieren. Der Bundestag beriet zur gleichen Zeit über die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes, das inzwischen beschlossen wurde. Das Reichstagsgebäude und das Brandenburger Tor waren weiträumig abgesperrt.

Am Mittag ordnete die Polizei die Auflösung des Protestes wegen massiver Missachtung der Corona-Regeln an. Doch ein Großteil der Menge zog nicht ab. Über Stunden kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die immer wieder Störer aus dem Tiergarten zog, wohin ein Teil abgedrängt worden war. (Quelle: RBB, 21.04.21)


Sportvereine haben eine Million Mitglieder verloren

Die Sportvereine in Deutschland haben nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) während der anhaltenden Corona-Pandemie eine Million Mitglieder verloren. „Davon sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen“, sagte die DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker am Mittwoch beim „Sports, Medicine and Health Summit 2021“ in Hamburg. Der Kongress für Sportmedizin und Gesundheit wird noch bis Samstag online in der Hansestadt abgehalten.

Vor der Pandemie habe die Mitgliedszahl in den etwa 90.000 deutschen Vereinen bei rund 27 Millionen gelegen, sagte Rücker, die auch das vom Bundesgesundheitsministerium vorliegende Impfangebot für deutsche Starter bei den Olympischen Spielen in Tokio positiv bewertete. Der DOSB sei der „festen Überzeugung“, dass das zunehmend gute Impfangebot für die Bevölkerung eine Impfung der „Repräsentanten und Botschafter Deutschlands“ rechtfertige. Niemandem werde eine Impfmöglichkeit genommen, betonte Rücker. „Gerade bei den extrem vulnerablen Gruppen sind wir auf einem guten Weg.“ (Quelle: TSP, 21.04.21)


Chilenen demonstrieren für vorzeitige Rentenauszahlung in Pandemie

Angesichts der wirtschaftlichen Härten in der Corona-Pandemie haben zahlreiche Chilenen eine vorzeitige Auszahlung ihrer Rente gefordert. Nachdem die Regierung des südamerikanischen Landes ankündigte, die Auszahlung mit einem Einspruch beim Verfassungsgericht stoppen zu wollen, steckten Demonstranten in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) in der Hauptstadt Santiago Barrikaden in Brand und griffen Polizisten an. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, wie der Radiosender Cooperativa berichtete.

Zuvor hatten Menschen im ganzen Land mit einem sogenannten Cacerolazo – dem Klappern mit Töpfen und Pfannen – die dritte vorzeitige Auszahlung seit Beginn der Pandemie unterstützt. Damit könnten die Chilenen bis zu zehn Prozent ihrer Pensionseinlagen vorzeitig abheben, um die wirtschaftlichen Härten durch die Corona-Pandemie abzufedern. Die konservative Regierung lehnt den Plan ab, weil sie fürchtet, dass die Menschen im Rentenalter dann keine oder nur noch sehr geringe Rücklagen haben.

In Chiles Rentensystem zahlen die Arbeitnehmer zehn Prozent ihres Bruttolohns in private Rentenfonds ein. Das 1980 noch während der Militärdiktatur eingeführte System steht schon seit langem in der Kritik. Gerade Geringverdiener erhalten im Alter nur sehr geringe Rentenzahlungen. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Präsidentin der Kultusministerkonferenz hält einheitliche Corona-Regeln für angemessen

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), hält die bundesweit einheitlichen Regeln zur Schulschließung bei hohen Corona-Infektionszahlen für angemessen. „Wir sind in einer dritten Welle, die uns große Sorgen macht. Jetzt wird ein Bundesgesetz genutzt, um zu einer einheitlichen Regelung zu kommen“, sagte die Brandenburger Bildungsministerin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. „Es ist ja nicht so, dass das ohne Mitsprache der Bundesländer erfolgt. Der Bundesrat tagt und beschließt dazu auch am Donnerstag. Ich denke, dass wir damit angemessen auf die dritte Welle reagieren.“

Der Bundestag wollte über die bundesweit einheitlichen Regeln am Mittwoch entscheiden, der Bundesrat ist am Donnerstag an der Reihe. Mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz sollen bundesweit verbindliche Regeln für strengere Maßnahmen gegen das Coronavirus gelten. Die Notbremse mit Ausgangsbeschränkungen und strengeren Bestimmungen für Geschäfte soll greifen, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt die Zahl neuer Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche an drei Tagen hintereinander über 100 liegt. Ab dem Wert von 165 sollen Schulen wieder schließen – dann ist Fernunterricht angesagt. Die Länder, die in Deutschland für die Schulen selbst zuständig sind, haben dies bisher unterschiedlich geregelt. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Finale Beratungen über Notbremse im Bundestag

Der Bundestag hat um kurz nach 11 Uhr mit den entscheidenden Beratungen über die Notbremse zur Eindämmung der Corona-Pandemie begonnen. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht erstmals eine bundeseinheitliche Regelung zu Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren sowie der Schließung von Geschäften und Schulen vor. Die meisten Maßnahmen sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gelten.

Es wird damit gerechnet, dass der Gesetzentwurf mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen angenommen wird. Die Grünen wollen sich enthalten, FDP, Linke und AfD haben ihr Nein angekündigt. Am Donnerstag soll das Gesetz den Bundesrat passieren, danach könnte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnen. Damit wäre der Weg frei für das Inkrafttreten der Neuregelung spätestens in der kommenden Woche.

Mehr als 4000 Menschen protestieren in Berlin dagegen. Demonstranten skandierten Rufe wie „Friede, Freiheit, keine Diktatur“. Auf einem Plakat stand: „Nein zum Bürgerentmächtigungsgesetz“. Die Polizei rief per Lautsprecher immer wieder zur Einhaltung der Corona-Hygieneregeln auf. Es habe rund 40 vorübergehende Festnahmen wegen Nichttragens von Mund-Nasen-Schutz gegeben, so die Polizei.(Quelle: TSP, 21.04.21)


Beschäftigte sollen zwei Corona-Tests pro Woche bekommen

Beschäftigte, die nicht im Homeoffice arbeiten, sollen von ihrem Arbeitgeber künftig zwei Corona-Tests pro Woche angeboten bekommen. Eine entsprechend nachgeschärfte Verpflichtung zu Corona-Testangeboten hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch im Bundeskabinett auf den Weg gebracht. „So sollen noch besser Infektionen entdeckt, Ansteckungen vermieden und Betriebsschließungen verhindert werden“, sagte Heil in Berlin. Die bereits geltende Arbeitsschutzverordnung zu Corona werde entsprechend ergänzt. Die Regelung soll zeitgleich zur geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes in Kraft treten. Bisher war die Pflicht zu einem Corona-Test pro Woche vorgesehen. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Handelsverband: Insolvenz-Antragspflicht weiter aussetzen

Der Handelsverband HDE fordert, dass die Aussetzung der Insolvenz-Antragspflicht für zahlungsunfähige oder überschuldete Unternehmen über Ende April hinaus verlängert wird. Dies sei auch mit Blick auf die Gläubigerinteressen „angemessen und dringend geboten, insbesondere um Insolvenzen wegen verzögerter Gewährung und Auszahlung staatlicher Unterstützungsleistungen zu verhindern“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem „Handelsblatt“. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Valneva will Impfstoff einzelnen EU-Staaten anbieten

Wegen schleppender Verhandlungen mit der EU will der französisch-österreichische Pharmakonzern Valneva seinen Impfstoff nun einzelnen europäischen Ländern anbieten. Es gebe bisher keine „deutlichen Fortschritte“ in den Gesprächen mit der EU-Kommission, erklärte der Konzern am Mittwoch.

„Wir haben sehr viel Zeit mit dem Versuch verbracht, auf die Forderungen zum zentralisierten Einkaufsprozess der Europäischen Kommission einzugehen“, erklärte Konzernchef Thomas Lingelbach. „Wir konzentrieren unsere Bemühungen nun auf EU-Mitgliedstaaten und Interessierte außerhalb der EU.“
Valneva sieht sich bereit, über Impfstoff-Lieferungen in die EU zu verhandeln.
Valneva sieht sich bereit, über Impfstoff-Lieferungen in die EU zu verhandeln. Bild: Imago
Die EU-Kommission hatte Mitte Januar vorläufige Gespräche mit Valneva über den möglichen Kauf von bis zu 60 Millionen Impfstoffdosen angekündigt. Bisher kam es aber nicht zu einem Vertragsabschluss. Großbritannien hat dagegen bereits 100 Millionen Dosen für den Zeitraum 2021 bis 2022 bestellt.

Der Impfstoff von Valneva hat nach Konzernangaben von Anfang April die erste von üblicherweise drei klinischen Phasen erfolgreich durchlaufen. Es handelt sich um ein sogenanntes inaktiviertes Vakzin, das eine „tote“ Version des Erregers nutzt. In der EU wurde bisher mit einer möglichen Zulassung nicht vor der zweiten Jahreshälfte gerechnet. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Beschäftigte müssen Homeoffice-Angebot künftig nutzen

Mit der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes steigt der Druck auf Beschäftigte, eine vom Arbeitgeber angebotene Möglichkeit zum Arbeiten von zu Hause auch zu nutzen. Die Regelungen zum Homeoffice „werden nachgeschärft und in das Infektionsschutzgesetz übernommen“, erklärt Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Bisher war die Pflicht der Arbeitgeber, Beschäftigten wo immer möglich Homeoffice zu ermöglichen, in der Arbeitsschutzverordnung geregelt.

Neu ist nun mit der Aufnahme in das Infektionsschutzgesetz laut Ministerium eine zusätzliche Verpflichtung für Arbeitnehmer, das Angebot von Homeoffice anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstünden. Gründe könnten beispielsweise die Störung durch Dritte im Homeoffice sein oder ein fehlender adäquater Arbeitsplatz. (Foto CC s. Archiv v. 21.11.20; Quelle: TSP, 21.04.21)


Überblick am Mittag

  • Demonstranten haben sich heute Morgen in Berlin versammelt, um gegen das Notbremse- Gesetz zu protestieren.
  • Finnland könnte ab nächster Woche damit beginnen, die Coronavirus-Beschränkungen für Unternehmen und Jugendaktivitäten aufzuheben; die Landesgrenzen bleiben aber zumindest für die kommenden Monate für Touristen geschlossen.
  • Frankreichs Inlandsreisebeschränkungen enden wohl am 3. Mai, teilte eine Regierungsquelle Reuters mit.
  • Der spanische Premierminister Pedro Sánchez sagte: „Wir nähern uns dem Ende der Pandemie“, nachdem die Zahl der Menschen, die eine Dosis eines Covid-Impfstoffs erhielten, zum ersten Mal die Gesamtzahl an Infizierten des Landes überschritten hatte.
  • Der Erzbischof von Canterbury hat die britische Regierung aufgefordert, eine öffentliche Untersuchung zur Behandlung der Covid-Pandemie einzuleiten.
  • Staatsminister George Gerapetritis hat dem Sender ERT in Griechenland mitgeteilt, dass die Regierung plant, die Wiedereröffnung von Restaurants Anfang nächsten Monats zuzulassen.
  • Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Russen aufgefordert, sich impfen zu lassen, und erklärt, dass die Öffentlichkeit bis Herbst dieses Jahres eine Herdenimmunität gegen Covid-19 erlangen sollte.
  • Sri Lankas Gesundheitsminister Pavithra Waniarachchi teilte dem Parlament mit, im Land habe es sechs Fälle von Blutgerinnseln bei Empfängern des Impfstoffs AstraZeneca Covid-19 gegeben, von denen drei gestorben seien. (Quelle: The Guardian, 21.04.21)

Finale Beratungen über Notbremse im Bundestag

Der Bundestag hat um kurz nach 11 Uhr mit den entscheidenden Beratungen über die Notbremse zur Eindämmung der Corona-Pandemie begonnen. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht erstmals eine bundeseinheitliche Regelung zu Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren sowie der Schließung von Geschäften und Schulen vor. Die meisten Maßnahmen sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gelten.

Es wird damit gerechnet, dass der Gesetzentwurf mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen angenommen wird. Die Grünen wollen sich enthalten, FDP, Linke und AfD haben ihr Nein angekündigt. Am Donnerstag soll das Gesetz den Bundesrat passieren, danach könnte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnen. Damit wäre der Weg frei für das Inkrafttreten der Neuregelung spätestens in der kommenden Woche.

Mehr als 4000 Menschen protestieren in Berlin dagegen. Demonstranten skandierten Rufe wie „Friede, Freiheit, keine Diktatur“. Auf einem Plakat stand: „Nein zum Bürgerentmächtigungsgesetz“. Die Polizei rief per Lautsprecher immer wieder zur Einhaltung der Corona-Hygieneregeln auf. Es habe rund 40 vorübergehende Festnahmen wegen Nichttragens von Mund-Nasen-Schutz gegeben, so die Polizei. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Mittwoch, 21. April, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.875 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Landesweit wurden innerhalb eines Tages 27 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.166. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 224.720 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt ist gegenüber dem Vortag auf 123,1 Fälle je 100.000 Einwohner erneut leicht gesunken: Gestern lag sie bei 125,6. (Quelle: NDR, 21.04.21)


In Lingen ist die 7-Tage-Inzidenz heute auf 135,3 gestiegen (gestern: 122,5). In den den letzten beiden Tagen sind jeweils ein  Lingener an CoViD-19 gestorben. Die Gesamtzahl beträgt jetzt 21.
Die divi-Zahlen lauten: 12 Intensivpatienten im Landkreis Emsland, sechs davon werden mechanisch beatmet. In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden fünf Patienten intensivmedizinisch versorgt, auch dort werden drei davon mechanisch beatmet,
(Quelle: BN, 21.04.21)


Überblick am Morgen

  • In Japan erwägt die Regierung einen Ausnahmezustand für Tokio und Osaka, da die Zahl der neuen CoViD-Fälle steigt, berichtete der TV-Sender NHK am Mittwoch. Dies würde es den Riesenstädten ermöglichen, Restriktionen ​​einzuführen, um die Ausbreitung von Infektionen zu stoppen.
  • Die indischen Behörden bemühen sich, die Versorgung der Krankenhäuser in der Hauptstadt Delhi mit medizinischem Sauerstoff zu sichern, nachdem die Neuinfektionen  am siebten Tag in Folge landesweit über 200.000 steigen.
  • die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat festgestellt, dass der Gesamtnutzen des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson die Risiken überwiegt, nachdem in den USA acht Fälle ungewöhnlicher Blutgerinnsel, darunter ein Todesfall, von 7 Millionen geimpften Personen gemeldet wurden.
    Die EU-Arzneimittelbehörde sagte auch, dass eine Warnung vor sehr seltenen Blutgerinnseln auf dem Beipackzettel des Johnson & Johnson-Impfstoffs angebracht werden sollte, wonach ein „möglicher Zusammenhang“ zwischen dem Schuss und den Gerinnseln festgestellt wurde.
  • Die Niederlande werden die Verwendung des Impfstoffs von Johnson & Johnson ab Mittwoch wieder aufnehmen, hat der niederländische Gesundheitsminister Hugo de Jonge nach der Erklärung der europäischen Arzneimittelbehörde am Dienstag angekündigt.
  • In Spanien haben die Gesundheitsbehörden einen Vorschlag abgelehnt, das Intervall zwischen der ersten und der zweiten Impfstoffdosis zu verlängern, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Ankündigung im Radio Cadena Ser am Dienstag.
  • Der Jemen begann am Dienstag mit den Corona-Impfungen. Die von der Regierung gehaltenen Gebiete im vom Krieg heimgesuchten Land verabreichten die ersten Dosen drei Wochen nach Eingang der ersten Lieferungen.
  • Die USA warnen vor Reisen nach Indien, wo die Fälle auf ein immer höheres Niveau ansteigen und eine neue Coronavirus-Variante entdeckt wurde. Laut Reuters werden die Behörden diese Woche den westlichen Bundesstaat Maharashtra in Indien abriegeln, den am stärksten betroffenen Bundesstaat in Indiens jüngster Coronavirus-Welle.
  • Schweden wird Personen unter 65 Jahren, die eine erste AstraZeneca-Impfstoffdosis erhalten haben, einen anderen Impfstoff für die zweite Dosis geben, teilte das Gesundheitsamt des Landes am Dienstag mit. (Quelle: The Guardian, 21.04.21)

Epidemiologen fordern Neuaufnahmen auf Intensivstationen als neuen Inzidenzwert

Zur Bewertung der Pandemie-Lage bringen Experten als Orientierungswert die Zahl der Intensivstation-Neuaufnahmen binnen sieben Tagen ins Spiel. Die Inzidenz, also die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, korreliere bereits jetzt nicht gut mit der Lage, bekräftigte der Epidemiologe Gérard Krause am Dienstag in einer Video-Schalte des Science Media Center (SMC). Der Wert könne Risiken sowohl über- als auch unterschätzen.

Gebraucht würden mehrere Indikatoren, um die Lage sachgerecht abzubilden und gezielte Maßnahmen zu treffen, so der Experte vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Das Robert Koch-Institut (RKI) liefere zwar eine Vielzahl an Daten, die aber leider nicht berücksichtig würden bei der Entscheidungsfindung, so Krause. „Wenn man gezwungen ist, sich auf nur einen Messwert zu beschränken – und das scheint so zu sein -, dann wäre die Zahl der Neuaufnahmen auf Intensivstationen das, was der Situation am ehesten gerecht wird.“

Einen Fokus auf schwer Erkrankte zu setzen, werde künftig noch wichtiger, da sich die Sieben-Tage-Inzidenz zunehmend von der eigentlichen gesundheitlichen Lage entkoppele, sagte Krause. Grund seien zwei an sich erwünschte Effekte: zunehmende Tests, etwa an Schulen, und Impfungen der Risikogruppen, die hoffentlich die gesundheitliche Belastung sinken ließen. Die Zahl der Ansteckungen werde allerdings nicht in demselben Maße abnehmen. Damit sei die Sieben-Tage-Inzidenz „kein guter Orientierungspunkt mehr“.

Weil zwischen Ansteckung und Intensivstation einige Tage vergehen, gilt die Inzidenz als Indikator, der frühzeitig anzeigt, wie sich die Lage entwickelt. Aus Sicht von Christian Karagiannidis aus der wissenschaftlichen Leitung des Divi-Intensivregisters wären zeitlich Einbußen aber zu verschmerzen: Der Vorteil der Intensivbetten-Zahlen sei die größere Robustheit. Man sei nicht abhängig von täglichen Schwankungen und Verzögerungen im Meldewesen oder von Testfrequenzen. „Wir sehen ja wirklich das, was los ist.“ Er sprach sich für eine gemeinsame Betrachtung dieser Zahl in Verbindung mit Prognosemodellen zur Belegung der Intensivbetten aus. Man dürfe nie auf nur einen Wert blicken.
(Quelle: TSP, 21.04.21)


Deutsche Bahn plant Impfzentren für eigene Mitarbeiter

Die Deutsche Bahn bereitet sich auf Impfungen im eigenen Unternehmen vor. An mindestens zehn Standorten in Deutschland wolle der Konzern Impfzentren einrichten, an denen die Beschäftigten von den Betriebsärzten geimpft werden sollen, teilte eine Sprecherin mit. „Die ersten entstehen jetzt in München und Nürnberg.“ Weitere Orte wurden zunächst nicht bekannt. Welcher Impfstoff zum Einsatz komme, stehe noch nicht fest. Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, sollten so viele „systemrelevante Mitarbeitende wie möglich ein Impfangebot von ihrem Arbeitgeber erhalten“.

Der Konzern geht davon aus, dass ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland als systemrelevant eingestuft sind. Viele von ihnen gehören demnach zur Gruppe 3 in der Corona-Impfverordnung des Bundes. Darunter fallen unter anderem 60- bis 70-Jährige sowie medizinisch vorbelastete Menschen. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Kinderärzte prangern Schulschließungen durch Bundes-Notbremse an

Der Verbandspräsident der Kinder- und Jugendärzte wenden sich gegen die im Rahmen der bundesweiten Corona-Notbremse vorgesehenen Schulschließungen. „Wenn Kinder und Jugendliche immer wieder in den Bildungs-Lockdown geschickt werden, wird ein Schaden angerichtet, der nicht wieder zu heilen ist“, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das Offenhalten der Schulen sei „unabdingbare Voraussetzung für das Kindeswohl“.

Die Vermittlung von Wissen könne vielleicht später noch nachgeholt werden, argumentierte Fischbach, doch gehe es in der Schule auch um die Persönlichkeits- und Sozialentwicklung. „Was hier durch soziale Isolation verpasst wird, lässt sich später nicht mehr einfach nachholen.“ Darüber sei sich die Politik offensichtlich nicht im Klaren. „Das ist aber auch kein Wunder, wenn die Fachleute nicht gefragt werden“, kritisierte er.

Konkret beklagte Fischbach die Absenkung des Schwellenwertes für Schulschließungen. Trete die Bundes-Notbremse in dieser Form in Kraft, müssten bundesweit in fast der Hälfte aller Landkreise die Schulen geschlossen werden.

Schon jetzt seien die seelischen und körperlichen Nebenwirkungen fehlender sozialer Kontakte und mangelnder Bewegungsmöglichkeiten durch Schulschließungen unübersehbar, sagte der Kinderarzt. „Wir erleben in unseren Praxen Vereinsamung, Depressionen, aggressives Verhalten und eine Zunahme von Fettleibigkeit.“ (Quelle: TSP, 21.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.884 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wiedergeben. In der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen könnten Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag enthalten sein. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten am Montagabend und Dienstag nicht vollständig übermittelt worden.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 331 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Mittwoch vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 21.693 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 342 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 162,4 angegeben. Bisher kann laut RKI anhand der Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen Tage noch nicht abgeschätzt werden, ob sich der ansteigende Trend der vergangenen Woche fortsetzt.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Dienstagabend bei 95 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 21.04.21)


Gesundheitsministerium beschafft weiteres Antikörper-Medikament

Angesichts möglicher Resistenzen setzt das Bundesgesundheitsministerium bei Antikörper-Medikamenten gegen Covid-19 auf eine Kombination solcher Präparate. Dies basiert auf einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Man beschaffe derzeit ein weiteres Antikörper-Medikament, das voraussichtlich ab Ende April zur Verfügung stehe, teilte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit.

Monoklonale Antikörper-Präparate haben in Europa noch keine Zulassung, die Prüfverfahren bei der Arzneimittelbehörde EMA laufen. In Deutschland werden die Wirkstoffe nach Entscheidung eines Arztes bereits in Einzelfällen bei Patienten eingesetzt, die ein Risiko für einen schweren Verlauf haben. Bisherige Studiendaten weisen darauf hin, dass eine Therapie im frühen Krankheitsstadium die Viruslast reduzieren könnte.

Die gentechnologisch hergestellten Antikörper imitieren die Fähigkeit des Immunsystems, Krankheitserreger wie Sars-CoV-2 abzuwehren. Sie zielen auf bestimmte Stellen des Virus ab. Ein einzelnes Präparat kann jedoch unwirksam werden, wenn sich durch Mutationen die Andockstelllen für die Antikörper ändern. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Italien will Menschen über 60 mit Impfstoff von Johnson & Johnson impfen

Italien wird den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vornehmlich an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreichen. Wie die italienischen Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, wird der Impfstoff nach der positiven Risikobewertung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) nun „definitiv“ als sicher eingestuft. Er solle wegen vereinzelter schwerer Nebenwirkungen bei jüngeren Geimpften aber hauptsächlich an Ältere und Risikopatienten verimpft werden.

Auch der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird in Italien nur an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreicht. Die EMA hatte am Dienstag mitgeteilt, trotz Berichten über Blutgerinnsel grundsätzlich an ihrer positiven Risikobewertung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson festzuhalten. Es gebe zwar „eine mögliche Verbindung“ zwischen dem Vakzin und dem vereinzelten Auftreten von Blutgerinnseln, erklärte die EMA. Der Nutzen des Impfstoffes des US-Unternehmens überwiege aber die Risiken. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Lage auf Intensivstationen laut Medizinern „angespannt, aber beherrschbar“

Führende Mediziner an Kliniken warnen vor Alarmismus im Kampf gegen Corona. „Wir sind und waren zu keiner Zeit am Rande unserer Kapazitäten“, sagt Thomas Hermann Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik Bethanien Moers, laut einem Vorabbericht der Zeitung „Bild“. Der Alarmismus der Intensivmediziner der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sei daher unverantwortlich und unverhältnismäßig und von den tatsächlichen Zahlen nicht gestützt. „Nicht mal ein Viertel der 22.000 Intensivbetten in Deutschland sind mit Covid-19-Patienten belegt“.

Auch der Leiter der Klinik für Intensivmedizin und Notfallmedizin des Klinikums Bremen Mitte, Rolf Dembinski, befürchtet keinen Zusammenbruch des Gesundheitssystems. „Ich befürchte keinen Kollaps, aber bis zum Sommer eine schwierige Situation“, sagt er der Zeitung. Die Lage sei „angespannt, aber noch beherrschbar“. (Quelle: TSP, 21.04.21)


Ärzte und Kliniken warnen vor wachsenden Versorgungsengpässen

Ärzte und Kliniken warnen angesichts der hohen Zahl von Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen vor verschärften Engpässen bei der Versorgung anderer Patienten. „Wenn sich die Infektionslage in den nächsten Wochen nicht entspannt, werden viele Kliniken an den Punkt kommen, dass sie Operationen nicht nur um ein paar Wochen, sondern um Monate verschieben müssen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gernot Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

90 Prozent der Kliniken stellten aktuell mehr als 10 Prozent der Eingriffe zurück, 50 Prozent sogar mehr als 20 Prozent. Bei einzelnen Eingriffen, zum Beispiel beim Hüftgelenksersatz, würden im Schnitt schon wieder 40 Prozent abgesagt, so Gaß. „Je länger die dritte Pandemiewelle dauert, desto massiver werden die Engpässe bei planbaren Eingriffen.“

Ähnlich äußerte sich die Deutsche Krebsgesellschaft. „Wenn sich die Infektionslage weiter verschärft, werden die Wartezeiten auf planbare Operationen in den kommenden Wochen noch deutlich zunehmen“, sagte Präsident Thomas Seufferlein den Funke-Zeitungen. „Ich möchte nicht von Triage sprechen, aber viele Kliniken müssen jetzt priorisieren.“

Krebspatienten, deren Zustand medizinisch stabil sei, müssten bereits jetzt häufig zwei oder drei Wochen länger auf ihren Eingriff warten. Bei einigen Tumorerkrankungen könne das zu Verschlechterungen führen, warnte Seufferlein. In jedem Fall sei eine solche Verzögerung psychisch belastend für Patienten, die gerade eine Krebsdiagnose bekommen hätten. (Quelle: TSP, 21.04.21)


FAZ-Bericht: Wo stecken die AstraZeneca-Probleme?

Hinter der sehr seltenen Entgleisung nach einer Astra-Zeneca-Impfung verbirgt sich eine ganze Kaskade von Immunreaktionen. Was läuft schief? Greifswalder Forscher kommen den Auslösern offenbar näher.

Eine fatale Kaskade von Immunreaktionen, die mutmaßlich auf die spezielle Zusammensetzung des Impfstoffes zurückzuführen ist, soll zu den seltenen schweren Nebenwirkungen führen, die zur Anwendungseinschränkung des Astra-Zeneca-Impfstoffs „Vaxzevria“ für unter 60-Jährige in Deutschland geführt haben. Das berichtete Andreas Greinacher von der Universität Greifswald nach Veröffentlichung eines neuen, noch nicht begutachteten Fachartikels auf der Online-Plattform „Research Square“.

Die seltenen Venenthrombosen mit einer gleichzeitig auftretenden Gerinnungsstörung sei „sehr wahrscheinlich ein Klasseneffekt“ der Vektorimpfstoffe, bei denen der eigentliche Impfstoff mit Hilfe sehr spezieller Adenoviren in den Körper injiziert wird. Bei mRNA-Viren seien die unerwünschten Folgeschäden, die die Bezeichnung „Vaccine-induced immune thrombotic thrombocytopenia“ – kurz VITT – erhalten haben, nicht zu erwarten. Und auch andere Vektorimpfstoffe, zu denen beispielsweise „Sputnik V“ oder der Impfstoff von Johnson & Johnson zählen, müssten nicht notwendigerweise betroffen sein. Allerdings ist das noch nicht untersucht worden.

Etwa achtzig der lebensbedrohlichen Nebenwirkungen, mehrheitlich Hirnvenenthrombosen, sind bisher in Deutschland gemeldet worden. Europaweit sollen es mehr als 150, weltweit ungefähr 200 Meldungen sein. Auf 100.000 Impfungen mit den Vakzinen tritt nach offiziellen Schätzungen eine solche schwere Nebenwirkung ein. „Um die Ursache in allen Details aufzuklären, dauert es vielleicht noch Jahre“, sagte Greinacher in einer internationalen Pressekonferenz. Er und sein Team seien sich aber sicher, den Ursachen nach einigen Wochen Laborarbeit auf der Spur zu sein.

Insgesamt handelt es sich um eine ganze Kaskade von Reaktionen, die nach der Impfung ausgelöst werden. Beteiligt daran sollen einige der mehr als tausend Proteine sein, die bei der Herstellung und Formulierung des Adenoviren-Vektor-Impfstoffs enthalten sind, und auch Anteile der Adenoviren-Hülle selbst. Welche das im einzelnen genau sind, ist offenbar unklar. Die ersten deutlichen Symptome der Blutverklumpungen in den Venen – Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen oder anhaltende Bauchschmerzen etwa – treten zwar frühestens nach vier bis fünf Tagen nach der Impfung auf (bei anderen Impflingen später), aber die eigentliche Fehlreaktion des Immunsystems startet bereits kurz nach der Impfung. Da beginnt ein entzündlicher Prozess, eine sehr übliche und evolutionär sehr alte Immunreaktion, die gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffs gerichtet sind. Auffällig in Greinachers Experimenten war die vergleichsweise hohe Konzentration des Komplexbildners EDTA in dem Astra–Zeneca-Impfstoff, der industriell in großem Maßstab produziert und als reaktionsfreudige Substanz etwa harmlosen Reinigungsmitteln oder Agrochemikalien zugesetzt wird. Das EDTA könnte rund um die Einstichstelle die Durchlässigkeit für weitere Proteine führen, die an der Reaktion beteiligt sind.

Die verdächtigten Impfstoff-Inhaltsstoffe dürften Greinacher zufolge ein noch genauer zu bestimmender Kofaktor der fehlerhaften Immunreaktion sein. Zusammen mit dem Adenovektoren-Proteinen, die sich an die Blutblättchen binden können, wird der Prozess eingeleitet. Die Blutplättchen werden aktiviert, die daraufhin den Plättchenfaktor 4 ins Blut abgeben. Dieser verbindet sich mit den Proteinen zu relativ großen Komplexen, die daraufhin eine Folgereaktion auslösen: Antikörper vom Typ Immunglobulin-G attackieren diese PF-4-Komplexe. Das passiert alles innerhalb der ersten vierundzwanzig Stunden und kann etwa durch Fieber und akute Schmerzen bis hin zu Schüttelfrost bemerkt werden. Danach erst beginnen die nächsten Stufen, die später zu den Thrombosen und Gerinnungsstörungen führen.

Die akute Entzündung ruft B-Immunzellen auf den Plan, die Autoantikörper gegen die PF-4-Komplexe bilden. Dies löst an der Oberfläche der Blutplättchen bei den wenigen Betroffenen eine Art immunologische Kettenreaktion aus, an der neben speziellen Immunzellen wie Granulozyten und Monozyten sowie Teilen des Komplementsystems auch ein DNA-zersetzendes Enzym – DNAse – beteiligt ist. Dieses soll die aus Granulozyten freigesetzte DNA zersetzen. Bei den VITT-Betroffenen ist die Aktivität dieses Enzyms aber deutlich reduziert, und möglicherweise ist das ein Grund, warum die Immunreaktion am PF-4-Komplex ungebremst weiterläuft.

Warum die fehlgeleitete Reaktion nur bei wenigen und ausgerechnet bei jüngeren Menschen stattfindet, bleibt unklar. Vielleicht, so spekulierte Greinacher, „fallen bei den Betroffenen eben alle die natürlich eingebauten Bremsen, die das Immunsystem unter Kontrolle halten könnten, gleichzeitig aus“.

Derzeit arbeitet das Team um Greinacher mit Impfexperten von Johnson & Johnson zusammen, um zu klären, ob bei dem frisch in der EU zugelassenen Vektor-Impfstoff ähnliche Kollateralschäden zu erwarten sind.

Ob eine der seltenen Entgleisungen des Immunsystems im Gang ist, lässt sich nach den ersten Symptomen – nach einigen Tagen also erst – mit Hilfe eines Elisa-Bluttests feststellen. Die Betroffenen können dann mit Immunglobulin-Cocktails behandelt werden, die bei anderen Autoimmunleiden auch eingesetzt werden. (Quelle: FAZ, 20.04.21)



Negativ-Rekord in Türkei – 346 Corona-Tote binnen Tagesfrist

In der Türkei sind in den vergangenen 24 Stunden 346 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Seit Ausbruch der Pandemie wurden noch nie so viele Corona-Tote von einem Tag zum anderen registriert. (Quelle: TSP, 20.04.21)


Ciesek hält Asthma-Spray nicht für „Game Changer“ gegen Covid-19

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hat Bedenken, dass das Asthma-Spray Budesonid gegen das Coronavirus helfen kann. Sie würde es nicht als „Game Changer“ bezeichnen, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstagabend im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte die in „The Lancet“ veröffentlichte Studie der Universität Oxford einen möglichen „Game Changer“ genannt. „Die Ergebnisse machen klinisch Sinn, weil die antientzündliche Wirkung in der Lunge den Verfall der Lungenfunktion verhindern kann“, schrieb der Mediziner auf Twitter. Es gebe zudem kaum Nebenwirkungen.

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek und ihr Berliner Kollege Christian Drosten Bild: dpa
Die Studie habe aber „einige Schwächen“, konterte Ciesek: Wenige Patienten, keine Kontrollgruppe – vor allem aber habe sich der Sauerstoffbedarf der Patienten nach Gabe des Sprays nicht verändert. „Dennoch macht es natürlich Hoffnung“, sagte Ciesek. Es sei möglich, „dass es vielleicht Subgruppen gibt, die davon profitieren“.

Auf keinen Fall sollten sich Menschen jetzt auf eigene Faust Budesonid besorgen. „Man sollte es vor allem nicht prophylaktisch nehmen, bevor man sich überhaupt infiziert, das würde gar nichts bringen und wäre sogar kontraproduktiv.“

Nicht allzu viel Hoffnung setzen würde Ciesek in UV-Strahlen und Vitamin D. Vitamin D3 zur Behandlung von Covid-19 wird in deutschen Kliniken nicht mehr in der Leitlinie empfohlen. UV-Licht mache zwar Erreger unschädlich – aber nur, wenn diese frei im Raum seien, nicht in menschlichen Zellen. „Es ist sicher nicht falsch, wenn sich jemand auf den Balkon in die Sonne setzt. Ich würde mir nur nicht viel davon erwarten“, sagt Ciesek. (Tagesspiegel, 20.04.21)



Am Dienstag: Meldeprobleme der Gesundheitsämter

Am Dienstag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9609 Corona-Neuinfektionen – diese waren jedoch unvollständig. „Seit gestern Abend bestehen erhebliche Störungen im Landesverwaltungsnetz“, berichtete eine Sprecherin des Landeszentrums Gesundheit (LZG.NRW) in Bochum. Aus einer Tabelle ging dabei hervor, dass große Städte wie Köln, Düsseldorf oder Duisburg keinen einzigen neuen Fall gemeldet hatten. Eine „größere Zahl“ von Meldungen der Gesundheitsämter habe das LZG noch nicht erreicht. Über den Grund wurde zunächst nichts bekannt. Über die Probleme hatte zuvor der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 297 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. (Quelle: FAZ, 20.04.21)


Schweiz: Geimpfte müssen nicht mehr in Quarantäne

In der Schweiz müssen gegen Corona geimpfte Personen nach einem Kontakt mit einem Infizierten nicht mehr in die Quarantäne. Diese Regel gilt für sie für sechs Monate nach der Impfung, wie Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, am Dienstag in Bern sagte. Sie solltensich aber testen lassen, falls sie Symptome haben.

Die Regel greift nicht bei der Einreise. Die Test- und Quarantänepflicht je nach Herkunftsregion bleibe bestehen, präzisierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Auf der Schweizer Liste der Risikoländer und -regionen stehen auch die deutschen Bundesländer Sachsen und Thüringen. Wer sich dort in den zehn Tagen vor der Einreise in die Schweiz aufgehalten hat, muss einen negativen Test vorlegen und nach Ankunft zehn Tage in Quarantäne.

Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland könnte die Quarantäne-Pflicht für geimpfte Personen aufgehoben werden. Zumindest, wenn es wie im Fall geht, den das Frankfurter Verwaltungsgericht für Post-Reise-Quarantäne entschieden hat.(Quelle: FAZ, 20.04.21)


Sputnik V goes Argentina

Der russische Impfstoff Sputnik V wird nun auch in Argentinien produziert. Als erstes Land in Lateinamerika hat Argentinien mit der Herstellung des russischen Corona-Vakzins begonnen. Der Pharmahersteller Laboratorios Richmond produziert nun zunächst eine erste Tranche, die dann zur Qualitätskontrolle zum Gamaleja-Institut in Moskau geschickt wird, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Juni wird die Produktion im großen Stil anlaufen. Der in Argentinien hergestellte Impfstoff soll später in andere lateinamerikanische Länder exportiert werden.

In Argentinien wird auch das Vakzin des Herstellers Astra-Zeneca produziert, das zur Abfüllung nach Mexiko geschickt wird. In der Impfkampagne in Argentinien kommt aber vor allem Sputnik V zum Einsatz. Bislang haben 12,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Dosis erhalten, 1,8 Prozent sind bereits vollständig geimpft.
(Foto: CC s. Archiv v. 27.2.21; Quelle: FAZ, 20.04.21)


„Wir wagen das Risiko, am 28. April den ersten vorsichtigen Schritt zu machen.“

Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen werden in den Niederlanden die Corona-Maßnahmen gelockert. Vier Monate nach Verhängung des strengen Lockdown wird die abendliche Ausgangssperre aufgehoben, und die Terrassen der Cafés und Geschäfte dürfen unter Auflagen wieder öffnen, kündigte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag an. Die Lockerungen sollen ab dem 28. April gelten. „Wir wagen das Risiko, am 28. April den ersten vorsichtigen Schritt zu machen“, sagte der Premier.

Rutte räumte ein, dass die Lockerung angesichts der steigenden Zahlen riskant sei. Die Prognosen seien jedoch vorsichtig optimistisch. In den vergangenen sieben Tagen waren knapp 54.000 Neuinfektionen registriert worden, rund 5,3 Prozent mehr als in der Woche zuvor. Mit rund 280 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sind die Niederlande nach wie vor ein Hochinzidenzland. Dennoch: „Der Druck durch die Corona-Epidemie auf Krankenhäuser, Gesundheitsämter und andere Dienste wie Hausärzte bleibt unvermindert hoch“, teilte das nationale Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mit. Gelockert wird so:
– Die abendliche Ausgangssperre war Ende Januar eingeführt worden. Sie wird komplett aufgehoben.
– Der Besuch von „terrasjes“ ist nach Mitteilung des Premier an Auflagen gebunden. So dürfen diese nur von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein und nur eine begrenzte Zahl von Gästen aufnehmen.
– Auch Geschäfte dürfen ab 28. April wieder Kunden empfangen. Das „Shoppen mit Termin“ wird abgeschafft.
– Die Niederländer dürfen auch wieder zwei Besucher statt bisher nur einen zu Hause empfangen.
(Quelle: FAZ, 20.04.21)


Impfkampagne: Niedersachsen zieht Feuerwehrleute ab Mai vor

Lange hat sich das Land gesperrt, nach Polizisten und Lehrern weitere Berufsgruppen in eine höhere Priorität zu ziehen. Nun dürfen Feuerwehrleute doch früher geimpft werden als zunächst geplant.

Vom 1. Mai an sollen alle aktiven Feuerwehrleute des Landes, etwa 130.000 Menschen, Termine in Impfzentren bekommen, gaben das Sozial- und Gesundheitsministerium und das Innenministerium am Dienstag in einer Mitteilung bekannt. Außerdem würden hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe ebenfalls vorrangig behandelt. Für die Einsatzkräfte könnten nach Vereinbarung mit den Zentren mobile Impfteams eingesetzt werden, die in die Wachen kommen. Der Zeitpunkt der Impfung richtet sich dabei nach der Verfügbarkeit des Impfstoffs und der Zahl der Personen auf der Warteliste vor Ort.

Verantwortliche fordern seit Wochen, dass die Rettungskräfte von Freiwilligen Feuerwehren und Berufsfeuerwehren schneller immunisiert werden sollten. Man könne sich Einsätze nicht aussuchen und wisse nicht, was einen an den Einsatzorten erwarte. Dementsprechend gehörten Feuerwehrleute in die Priorität 2 der Impfkampagne. Bislang wollte sich das Land nicht darauf einlassen – auch, weil nicht absehbar ist, wie lange es dauert, die rund drei Millionen Menschen aus der Priorisierungsgruppe 2 zu immunisieren. „Die Feuerwehrleute engagieren sich vielerorts in der Pandemiebekämpfung, etwa beim Transport von Masken an Schulen oder in den Impfzentren. Mit der Impfung wollen wir den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren und den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehren mehr Sicherheit für ihren täglichen Einsatz im Flächenland Niedersachsen bieten“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD).(Quelle: NDR, 20.04.2021)


Niedersachsen: Behrens kündigt für Mai 1,5 Millionen Impf-Dosen an

Gerade die Verfügbarkeit der Impfstoffe soll sich in den kommenden Wochen deutlich entspannen. Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) kündigte in dem Schreiben an, dass Niedersachsen im Mai rund 1,5 Millionen Impf-Dosen geliefert bekäme – mindestens 930.000 für Impfzentren und rund 600.000 für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. „Vor diesem Hintergrund können wir die Terminvergabe in unseren Impfzentren ab Mai sukzessive für weitere Berufs- und Personengruppen öffnen“, sagte Behrens.

Die hauptamtlich in der Kinder- und Jugendhilfe tätigen Personen können sich über das Impfportal des Landes oder die Hotline (0800) 9 98 86 65 für Termine anmelden. Am Termin müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Berechtigung mit einer Bescheinigung des Arbeitgebers nachweisen. Die Landesregierung wird die Kommunen und freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe entsprechend informieren. „Gerade in Zeiten der Pandemie stellt dieses Engagement eine besondere Herausforderung dar. Kinder und Jugendliche sind häufig die Leidtragenden dieser Pandemie. Wir müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen, damit sie den Schutzauftrag für Kinder und Jugendliche gewährleisten“, sagte Behrens. (Quelle: NDR, 20.04.2021)


Weitere Länder verschärfen Reisehinweise für Indien

Angesichts der Corona-Lage in Indien verschärfen weitere Länder ihre Reisehinweise. Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte mit: „Selbst vollständig geimpfte Reisende sollten alle Reisen nach Indien vermeiden“. Auch Singapur entschied, dass Reisende aus Indien nun drei Wochen statt bisher zwei in Quarantäne müssen. Großbritannien hatte Indien bereits am Montag auf seine rote Liste mit Einreisebschränkungen gesetzt, und Hongkong verhängte ein zweiwöchiges Landeverbot für alle Flüge aus Indien. Das Auswärtige Amt in Berlin veröffentlichte aktualisierte Reise- und Sicherheitshinweise, in denen es heißt, aufgrund der derzeitigen Überlastung des indischen Gesundheitssystems sei der „Zugang zu intensivmedizinischer Versorgung vielerorts sehr stark eingeschränkt“.

Daher sollten Deutsche, die noch nicht geimpft seien, „eine temporäre Rückkehr nach Deutschland bis zur Stabilisierung der medizinischen Versorgungslage erwägen“. In der vergangenen Woche war Indien bei der Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen weltweit an zweite Stelle gerückt, vor Brasilien und hinter die USA. Indien hat mit überfüllten Krankenhäusern, fehlenden Corona-Medikamenten und Sauerstoff-Flaschen sowie Versorgungsengpässen bei den Corona-Impfstoffen zu kämpfen. (Quelle: Tagesschau, 20.04.21)


Johnson & Johnson setzt Markteinführung fort

Nachdem die EU-Arzneimittelbehörde EMA dem Präparat grünes Licht gegeben hat, will Johnson & Johnson die Markteinführung seines Corona-Impfstoffes in Europa nun fortsetzen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Die Lieferungen in die EU sowie nach Norwegen und Island würden nun wieder gestartet, erklärte Johnson & Johnson. Der Beipackzettel des Impfstoffs werde aktualisiert, zudem sollten auch die Mitarbeiter der medizinischen Einrichtungen, in denen der Wirkstoff verwendet werde, speziell informiert werden. (Quelle: FAZ, 20.04.21)


Notbremse: Hamburg und Sachsen werden zustimmen

Hamburg wird aller Voraussicht nach am Donnerstag im Bundesrat der bundesweiten Corona-Notbremse zustimmen. Zugleich werde die Stadt aber an schärferen eigenen Regelungen festhalten, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher. „Wir werden unsere Maßnahmen jetzt nicht lockern, denn wir sind jetzt in einer Situation, in der die Infektionszahlen nicht mehr ansteigen – und das werden wir nicht durch unvorsichtige Lockerungen infrage stellen.“ Tschentscher sagte, er bedauere es, dass in dem Entwurf Lockerungen wie das „Click & Meet“-Shoppen auch bei einer Inzidenz von über 100 vorgesehen seien. „Aber insgesamt ist es wichtig, jetzt eine Notbremsen-Regelung für ganz Deutschland zu haben.“ Hamburg hatte bereits vor Ostern die Notbremse gezogen. Bereits seit Karfreitag gilt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung.

Auch Sachsen will den geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes zustimmen. Das teilte Staatskanzleichef Oliver Schenk nach der Kabinettssitzung in Dresden mit. „Als Staatsregierung akzeptieren wir das Gesetz und sehen die Notwendigkeit, angesichts der hohen Inzidenzwerte – vor allem steigender Auslastung in Krankenhäuser – zu einem bundeseinheitlichen Handeln zu kommen“. Dennoch sei man mit einigen Einzelregelungen nicht einverstanden. sagte Schenk. Er nannte er unter anderem die Regelungen zur nächtlichen Ausgangssperre und die Konsequenzen für Schulen und Kitas, wenn die Wocheninzidenz den Wert von 100 übersteigt. (Quelle: Tagesschau, 20.04.21)


Nicht genügend Leichenhallen für Corona-Tote in Teheran

Wegen der rasant steigenden Zahlen der Corona-Toten in der iranischen Hauptstadt könnte der Teheraner Zentralfriedhof Behescht Sahra schon bald nicht mehr über genügend Leichenhallen verfügen. „Falls es noch schlimmer werden sollte, haben unsere jetzigen Leichenhallen nicht mehr genügend Kapazität, um die vielen Toten aufzubewahren“, sagte Resa Karami, Leiter der Krisenabteilung in der Teheraner Stadtverwaltung, der Nachrichtenagentur Ilna am Dienstag.

Das Gesundheitsministerium hat in der vergangenen Woche über 55.000 Corona-Tote registriert, fast ein Drittel von ihnen in Teheran. Seitdem mussten Medienangaben zufolge auf dem Zentralfriedhof der Hauptstadt Extraschichten eingelegt werden. Der Corona-Krisenstab warnt vor einer „Corona-Todeswelle“ im Iran. Besonders schlimm könnte es in der Millionenmetropole Teheran werden, falls die erneut verhängten Lockdowns nicht strikt eingehalten werden sollten. (Quelle: TSP, 20.04.21)


EU-Behörde gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann in der EU nach Prüfung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) uneingeschränkt verwendet werden. Der Wirkstoff könne in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. (Quelle: TSP, 20.04.21)


Norwegen für Touristen weiter tabu

Die norwegische Regierung hat ihre Einreisebeschränkungen verlängert. Das heißt, dass Touristen aus dem Ausland vorerst nicht ins Land gelassen werden. Die Regelung gilt zunächst bis zum 12. Mai. Obwohl das skandinavische Land vergleichsweise niedrige Ansteckungszahlen hat, sind die Einreiseregeln sehr streng. Im Wesentlichen ist nur Norwegern und in Norwegen registrierten Ausländern die Einreise gestattet. Wer von einer unnötigen Auslandsreise zurückkommt, muss für eine Woche auf eigene Kosten ins Quarantänehotel. Selbst ausländische Familienmitglieder, Partner und Geschäftsreisende sind in der Regel nicht willkommen. In Norwegen waren in den letzten 14 Tagen durchschnittlich rund 163 Corona-Fälle per 100.000 Einwohner registriert. (Quelle: Tagesschau, 20.04.21)


OVG Niedersachsen für Schnelltests

Schulen dürfen einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest zur Bedingung für den Schulbesuch machen – und damit Schüler zum Test verpflichten. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) entscheiden.

Geklagt hatten drei Schüler aus dem Landkreis Harburg. Sie wollten erreichen, dass die Corona-Testpflicht für den Schulbesuch ausgesetzt wird. Auf den Schulbesuch bestehe ein Rechtsanspruch und er dürfe nicht von einem negativen Testergebnis abhängig gemacht werden, hatten die Schüler unter anderem argumentiert. Eine Testpflicht könnten nur die zuständigen Gesundheitsbehörden anordnen, nicht aber die Schulen, hieß es weiter. Außerdem werde ihre Persönlichkeit und körperliche Unversehrtheit durch die Tests verletzt. Die verwendeten Antigen-Schnelltests seien nicht treffsicher genug, um die Erlaubnis zum Schulbesuch daran zu knüpfen, beklagten die Schüler.

Die Lüneburger Richter haben jetzt klargestellt: Die Eignung der Maßnahme wird nicht dadurch infrage gestellt, dass jeder Corona-Test immer nur eine Momentaufnahme ist. Laut OVG sind die Schnelltest flächendeckend angewandt ein geeignetes Mittel, um Ansteckungen zu erkennen. Auch sei die niedersächsische Corona-Verordnung in punkto Testpflicht rechtmäßig, die Maßnahmen seien für den Infektionsschutz notwendig. Denn: Nach der aktuellen Risikobewertung des Robert Koch-Instituts beträfen Covid-19-Ausbrüche zunehmend auch Schulen.

Der Beschluss des OVG (vom 19.04.21, Az.: 13 MN 192/21) ist unanfechtbar. (Quelle: NDR, 20.04.21).


Fast 5.000 Infizierte auf Intensivstationen

Die Zahl der Schwerkranken mit Covid-19 auf deutschen Intensivstationen nähert sich der Marke von 5000. In den Kliniken bundesweit werden nun 4966 solche Fälle behandelt, das sind 34 mehr als am Vortag, wie aus dem Tagesreport des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Daten des DIVI-Intensivregisters hervorgeht. So hoch war die Auslastung zuletzt Mitte Januar. Einer der wissenschaftlichen Leiter des Intensivregisters, Christian Karagiannidis (Klinikum Köln-Merheim), zeigte sich in einer Video-Schalte des Science Media Centers (SMC) sehr beunruhigt durch die „enorme Belastung“ für Ärzte und Pflegekräfte. Nur ein Drittel der Intensivstationen könne noch „einfach so“ Patienten aufnehmen. (Quelle: Tagesschau, 20.04.21)


Grafschafter Zahlen

Fünf neue Covid-19-Fälle meldet die Kreisverwaltung in Nordhorn am Dienstag. Außerdem ist ein weiterer Todesfall zu beklagen, der im Zusammenhang mit einer Infektion genannt wird. Die Zahl dieser Todesfälle steigt somit auf 111. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert sinkt laut Nieders. Landesgesundheitsamt hingegen leicht von 137,1 am Montag auf 129,8 am Dienstag.
Insgesamt sind der Kreisverwaltung 258 aktuelle Infektionen (Montag: 262) bekannt. Seit Beginn der Pandemie sind 4.499 Fälle bekannt geworden, als genesen gelten 4.130 Grafschafter. Das sind acht mehr als noch am Montag. In Quarantäne befinden sich am Dienstag 773 Bürger, am Montag waren es noch 751.

Wie der Landkreis Grafschaft Bentheim am Dienstag bekannt gibt, sind im Verlauf einer Woche 102 Fälle mit der sogenannten britischen Mutation B 1.1.7. nachgewiesen worden. Einschließlich Dienstag sind innerhalb einer Woche insgesamt 178 Infektionen gemeldet worden.

Zusätzlich informiert die Kreisverwaltung über den Impfstatus in der Grafschaft Bentheim. Bis einschließlich Sonntag seien 33.457 Spritzen gesetzt worden. „Davon waren 24.579 Erstimpfungen und 8878 Zweitimpfungen“, heißt es in dem Pressebericht.

Von den 258 aktuellen Fälle in der Grafschaft entfallen 75 (-3) auf die stadt Nordhorn. (Quelle: GN, 20.04.21)


Frankreich fordert sofortige Lockerungen an der Grenze zu Deutschland

Frankreich hat von der Bundesregierung sofortige Lockerungen der Corona-Auflagen in Teilen des Grenzgebiets gefordert. „Es gibt keinen öffentlichen Verkehr mehr zwischen Mosel und Saar“, kritisierte der französische Europaminister Clément Beaune am Dienstag im Radiosender France Info. „Das ist sehr schädlich.“ Zumindest für Fahrten zur Schule müsse Berlin den Grenzübertritt erleichtern.

Die Bundesregierung hatte den französischen Verwaltungsbezirk Moselle zum „Virusvariantengebiet“ erklärt, weil dort die hoch ansteckende Mutante aus Südafrika grassierte. Anfang März traten strenge Einreisebeschränkungen und Testpflichten in Kraft, der grenzüberschreitende Nahverkehr wurde ausgesetzt.

Inzwischen hat sich die Lage in dem Gebiet an der Grenze zum Saarland und zu Rheinland-Pfalz etwas entspannt: Nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörden halbierte sich der Anteil der südafrikanischen Mutante an den Corona-Infektionen. Er sank demnach von zeitweise über 50 Prozent auf derzeit rund 24 Prozent. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ging in den vergangenen Wochen zurück. Sie liegt derzeit bei rund 250 pro 100.000 Einwohnern und damit deutlich unter dem landesweiten Schnitt in Frankreich. (Quelle: FAZ, 20.04.21)


Diagnose-Schlüssel: Hunderttausende erhalten in Niedersachsen Impf-Einladung

In Niedersachsen erhalten derzeit Menschen eine Impf-Einladung – für viele unerwartet. Dabei haben Ärzte bei ihnen irgendwann einmal eine Diagnose gestellt, die sie nun zur Impfung berechtigt.

Mehrere Hunderttausend Versicherte in Niedersachsen dürften das Schreiben des Gesundheitsministeriums bekommen haben, schätzt der Sprecher des Verbandes der Ersatzkassen Hanno Kummer. Allein die AOK Niedersachsen hat rund 500.000 Schreiben verschickt, wie Sprecherin Ulrike Serbent dem NDR Niedersachsen sagte. Dass bereits Geimpfte einen Brief bekämen, lasse sich erklären, sagte Kummer dem NDR: Die Adressen würden automatisiert über die Abrechnungsdaten ermittelt – die kostenlose Covid-Impfung tauche dabei nicht auf. AOK-Sprecherin Serbent betonte, dass auch ein Anfangsverdacht, beispielsweise auf schlechte Leberwerte, in den Diagnose-Schlüsseln auftauchen könne – selbst, wenn der sich hinterher nicht bestätige.

2.800 verschiedene dieser Schlüssel berechtigen laut Serbent derzeit zur Covid-Impfung. Demnach führten nach der Impfverordnung des Bundes nicht nur schwerste Erkrankungen zu einer bevorzugten Impfberechtigung, sondern auch sogenannte Volkskrankheiten, an denen Millionen Menschen litten. Das niedersächsische Gesundheitsministerium betont: Wer einen solchen Brief bekommen hat, sei auch impfberechtigt und könne sich um einen Termin bemühen. Verpflichtet sei jedoch niemand. Das Land weist außerdem darauf hin, dass der Impfstoff weiterhin begrenzt sei, die niedergelassenen Ärzte legen deshalb die Impf-Reihenfolge selbst fest. Und von dort heißt es gegenüber dem NDR, dass in den Praxen streng nach gefährdeten Gruppen geimpft werde, also vorzugsweise ältere und akut gefährdete Menschen. Die Kassenärztliche Vereinigung rät deshalb dazu, mit so einem Brief zum Impfzentrum zu gehen. Das Land selbst ruft dazu auf, mit der Impfung noch zu warten, sollte keine schwere Vorerkrankung vorliegen. (Quelle: NDR, 20.04.21)


NRW impft Jahrgänge 1950 und 1951

Wer in Nordrhein-Westfalen 1950 oder 1951 geboren wurde, kann von Freitag an (8.00 Uhr) einen Termin für die Corona-Schutzimpfung vereinbaren. Damit sei dann die Terminbuchung für alle Menschen ab 70 Jahre freigeschaltet, teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag mit. Auch die Lebenspartner können unabhängig von ihrem Alter einen Impftermin vereinbaren. Bei den Impfungen kämen je nach Verfügbarkeit die Impfstoffe der Hersteller Biontech oder Moderna zum Einsatz.

Die Buchungssysteme blieben weiterhin auch für die große Gruppe der 2,8 Millionen Menschen über 70 Jahre in NRW geöffnet, sagte Laumann. Nach wie vor stehen also Termine für die Geburtsjahrgänge 1941 bis 1949 sowie für Personen ab 80 Jahren zur Verfügung.

Termine können online über http://www.116117.de oder telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117 vereinbart werden. Zusätzlich gibt es die Rufnummer 0800 11611701 für das Rheinland und 0800 11611702 für Westfalen-Lippe. Es werden Einladungsschreiben verschickt, die aber nicht nötig sind für die Impfanmeldung. (Quelle: FAZ, 20.04.21)


Russland-Zahlen

Die russische Corona-Taskforce meldet 8164 Neuinfektionen, darunter fast 2000 allein in Moskau. Insgesamt seien damit seit Beginn der Pandemie knapp 4,72 Millionen Fälle bestätigt worden. Die Zahl der Toten kletterte den Angaben nach binnen 24 Stunden um 379 auf 106.307. In einer jüngst veröffentlichten eigenen Zählung des russischen Statistikamts wird allerdings für den Zeitraum April 2020 bis Februar dieses Jahres mit mehr als 225.000 eine deutlich höhere Toten-Gesamtzahl ausgewiesen. Den Behörden zufolge sind diese Daten umfassender, weil sie auch Fälle aus Autopsieberichten enthalten, die für die tägliche Erfassung der Todesfälle nicht verfügbar sind. (Quelle: FAZ, 20.04.21)


Jugendämter erwarten deutlich mehr Schulabbrecher

Die Jugendämter in Deutschland warnen vor enormen Entwicklungsdefiziten junger Menschen in der Corona-Krise und einer steigenden Zahl von Schulabbrechern. Sorgen machten die Jugendlichen ab der 7. Klasse, die in den vergangenen Monaten „einfach abgetaucht sind“, erklärte die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter in Köln. Es sei zu erwarten, dass in diesem Jahr rund 104.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen – doppelt so viele wie in Nicht-Pandemiejahren. In den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 werde es insgesamt rund 210.000 Schulabbrecher geben, hieß es.

Eine Status-Umfrage unter den 559 Jugendämtern habe ergeben, dass die Folgen der Pandemie in der Bildung „längst zu einem Mittelschicht-Problem“ geworden seien. Betroffen seien rund vier Millionen Kinder und Jugendliche, vor allem zwischen 6 und 13 Jahren. „Keiner kann die persönliche Entwicklung in zwei Jahren Kindheit, die verloren gegangen sind, nachholen. Aber es kann und es muss künftig eine stärkere Kinder- und Jugendhilfe geben“, betonte Bahr. (Quelle: Tagesschau, 20.04.21)


UNICEF: Massive Corona-Auswirkungen für Kinder

Ein Jahr nach dem ersten Lockdown zeichnen sich nach UNICEF-Angaben massive Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche ab. Die Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens gefährden nach Einschätzung des Kinderhilfswerks nicht nur die Bildungserfolge junger Menschen, sondern haben auch weitreichende Folgen für ihr gesamtes Wohlbefinden und ihre Entwicklung. Das laste auch auf den Seelen der Kinder, sagte die Schirmherrin von UNICEF Deutschland, Elke Büdenbender, bei der Vorstellung des UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2021.

Die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnte: „Je länger die Pandemie dauert, umso mehr nehmen Frust und Stress in den eigenen vier Wänden zu.“ Der UNICEF-Bericht zeige, dass Deutschland bei der Zufriedenheit der Kinder schon vor der Pandemie im internationalen Vergleich zur Mittelmaß gewesen sei, sagte der UNICEF-Vorstandsvorsitzende Georg Graf Waldersee. Mängel, die auch vorher schon da gewesen seien, würden jetzt „schonungslos offengelegt“. Dazu gehörten zum Beispiel Defizite bei der digitalen Ausstattung der Schulen. Zur Bewältigung der Folgen von Corona für Kinder, Jugendliche und Familien in Deutschland forderte UNICEF die Einberufung eines Kindergipfels.(Quelle: Tagesschau, 20.04.21)


Corona belastet Frauen stärker als Männer

Die Corona-Krise schlägt Frauen offenbar deutlich mehr auf die Seele als Männern. Das geht aus einer Auswertung von Versichertendaten der Krankenkasse KKH hervor. Demnach haben 2020 bundesweit rund doppelt so viele Arbeitnehmerinnen ein Attest wegen psychischer Erkrankungen vorgelegt als Arbeitnehmer. Anpassungsstörungen und Reaktionen auf schwere Belastungen hätten Ärzte sogar bei fast dreimal so vielen Frauen diagnostiziert. Der Spagat zwischen Arbeit sowie der Betreuung von Kindern und pflegebedürftiger Angehöriger gehöre zu den Gründen, warum Frauen in der Krise psychisch mehr beansprucht seien als Männer, so KKH-Wirtschaftspsychologin Antje Judick.

Zwar habe die Doppelbelastung von Familie und Beruf Frauen auch schon vor der Pandemie seelisch stärker gefordert. Seit Corona habe sich das Problem allerdings noch verschärft. Ein weiterer Faktor sei, dass mehr Frauen in sozialen Berufen etwa als Kranken- und Altenpflegerinnen sowie in Branchen mit viel Menschenkontakt beschäftigt seien, zum Beispiel im Verkauf. „In diesen Bereichen ist die Belastung durch Corona besonders hoch“, sagte Judick.
(Quelle: Tagesschau, 20.04.21)


Hochschulen bieten Hilfen für Abiturjahrgang

Die Hochschulen wollen dem Abiturjahrgang mit kostenloser Nachhilfe und weniger Zulassungsbeschränkungen den Übergang von der Schule ins Studium erleichtern. Zwei Drittel aller Fachbereiche bieten zum kommenden Wintersemester Vor- oder Brückenkurse an, um noch vor Studienbeginn mögliche Wissenslücken zu schließen, heißt es in einer Untersuchung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Zudem nehme die Dominanz der Abi-Note beim Bewerbungsverfahren um einen Studienplatz weiter ab, hieß es. „Die aktuelle Generation der Abiturientinnen und Abiturienten sollte trotz zahlreicher Corona-Einschränkungen im vergangenen Schuljahr keine Angst vor einem Start ins Studium haben“, so CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele. (Quelle: Tagesschau, 20.04.21)


NRW: Corona-Zahlen werden nicht vollständig übermittelt

Die Corona-Fallzahlen für Nordrhein-Westfalen sind am Dienstag nur unvollständig an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. „Seit gestern Abend bestehen erhebliche Störungen im Landesverwaltungsnetz“, berichtete eine Sprecherin des Landeszentrums Gesundheit (LZG.NRW) in Bochum. Eine größere Zahl von Meldungen der Gesundheitsämter habe das LZG noch nicht erreicht. „Die angegebenen Werte sind daher leider unvollständig, wir bitten um Verständnis.“ Die Techniker des LZG würden derzeit fieberhaft versuchen, die Störungen in den Griff zu bekommen. Über den Grund der Störungen wurde zunächst nichts bekannt. Über die Probleme hatte zuvor der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.

Auf der Grundlage der noch vor Eintritt der Störungen übermittelten Daten hatte das RKI am Morgen eine NRW-weite Inzidenz von 168,5 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen angegeben, 2,7 weniger als am Vortag. Aus einer Übersichtstabelle ging dabei hervor, dass große Städte wie Köln, Düsseldorf oder Duisburg keinen einzigen neuen Fall gemeldet hatten. (Quelle: FAZ, 20.04.21)


Fast 260.000 Neuinfektionen und 1761 weitere Tote in Indien

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 259.170 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Es ist der sechste Tag in Folge, an dem der Wert über 200.000 liegt. Insgesamt sind mehr als 15,32 Millionen Ansteckungsfälle bekannt. 1761 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus – so viele wie nie zuvor binnen eines Tages. Insgesamt sind es damit 180.530 Tote. (Quelle: TSP, 20.04.21)



Corona-Warn-App wird mit Check-in-Funktion und Impfpass ausgebaut

Mit 27 Millionen Downloads ist die Corana-Warn-App die erfolgreichste Tracing-App in Europa – und gilt bei vielen aber dennoch als gescheitert. Zahlen belegen allerdings, dass die Anwendung hilft. Neue Funktionen sollen den Warneffekt weiter verbessern.

So wird die neueste Version 2.0 der Smartphone-App, die spätestens am Mittwoch zum Download bereit stehen soll, um eine Check-in-Funktion erweitert. Damit sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden. In künftigen Versionen soll – noch vor Beginn der Sommerferien – auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Außerdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests angezeigt werden können.

Mit der neuen Check-in-Funktion in Version 2.0 reagieren die App-Macher auf neue Erkenntnisse: Bislang registriert die App nur Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte. Untersuchungen hatten aber ergeben, dass dies nicht ausreicht. In geschlossenen Räumen wie Geschäften, Gaststätten oder Gotteshäusern verbreiten sich die Aerosole auch über größere Entfernungen hinweg. Außerdem sind Luftpartikel, die von Infizierten ausgeatmet wurden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person bereits den Raum verlassen hat. Diese Erkenntnisse werden nun in der neuen App-Version berücksichtigt. (Quelle: TSP, 20.04.21)


USA-Update

In den Vereinigten Staaten melden die Gesundheitsbehörden mindestens 69.737 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich mehr als 31,8 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt.

Die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 507 auf 568.045. Die Vereinigten Staaten sind weltweit das Land mit den höchsten Ansteckungs- und Totenzahlen. (Quelle: FAZ, 20.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Dienstag, 20. April, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 650 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Landesweit wurden innerhalb eines Tages zwölf weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.139. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 222.845 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt ist gegenüber dem Vortag auf 125,6 Fälle je 100.000 Einwohner leicht gesunken: Gestern lag sie bei 127,3. (Quelle: NDR, 20.04.21)


Niedersachsen: Jede/r Fünfte will kein AstraZeneca

Jeder Fünfte in Deutschland ist mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Knapp 16,8 Millionen Menschen erhielten bis Montag die Erstimpfung, was einer Quote von 20,2 Prozent entsprach, wie aus aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorging.

Die Erst- und Zweiimpfung erhielten bisher fast 5,6 Millionen Menschen. Damit sind 6,7 Prozent vollständig geimpft. Insgesamt wurden in Deutschland rund 22,4 Millionen Impfdosen verabreicht.

Die Zahlen in Niedersachsen: Knapp 20 Prozent der Menschen in Niedersachsen sind mittlerweile mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Beim Vakzin von AstraZeneca sind einige weiter zurückhaltend.

„In jedem fünften Fall nehmen Menschen von einer Impfung mit AstraZeneca Abstand“, sagte Krisenstabsleitser Heiger Scholz am Dienstag in der Landespressekonferenz. Das habe die Rückmeldung aus den Impfzentren ergeben. Die Landesregierung gehe davon aus, dass die Dosen aber noch verimpft würden. Er betonte in dem Zusammenhang noch einmal, dass das Risiko einer Covid-19-Erkrankung wesentlich höher sei als mögliche Impffolgen.

In Niedersachsen haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (Stand: einschließlich 19. April) 1.547.797 Millionen Menschen ihre erste Corona-Impfung erhalten – die Impfquote liegt bei 19,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt liegt die Quote für die Erstimpfung bei 20,2 Prozent. Zweifach geimpft sind in Niedersachsen 506.830 Personen – hier liegt die Quote bei 6,3 Prozent, im Bundesdurchschnitt bei 6,7 Prozent. (Quelle: NDR, 20.04.21)



Die 7-Tage-Inzidenz in Lingen (Ems) beläuft sich heute -angesichts von 67 Neuerkrankungen binnen Wochenfrist- auf 122,5 (gestern: 120,7). Die divi-Zahlen lauten: 9 Intensivpatienten im Landkreis Emsland, drei daon mechanisch beatmet. In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden sechs Patienten intensivmedizinisch versorgt, auch dort werden drei davon mechanisch beatmet,(Quelle: BN, 20.04.21)


Lehrerverband für Schulschließungen bereits ab Inzidenz von 100

Der Deutsche Lehrerverband fordert, die geplante Corona-Notbremse des Bundes noch einmal nachzuschärfen und Schüler früher in den Distanzunterricht zu schicken als bisher vorgesehen. Es sei zwar ein Fortschritt, dass der maßgebliche Inzidenzwert für Schulschließungen von 200 auf 165 gesenkt worden sei, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Doch auch eine Inzidenz von 165 ist noch deutlich zu hoch.“

Meidinger betonte, er habe kein Verständnis dafür, warum man bei Schulen einen anderen, gröberen Maßstab anlege als in anderen Bereichen der Gesellschaft. Man dürfe nicht vergessen, dass die bundesweite Inzidenz in der Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren bereits jetzt deutlich höher liege. „Um eine Ausbreitung des Virus in den Schulen wirksam zu stoppen, muss der Präsenzunterricht bereits ab einer Inzidenz von 100 beendet werden“, forderte Meidinger. (Quelle: TSP, 20.04.21)


Hausärzte erhalten nächste Woche mehr Impfstoff

Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland sollen in der kommenden Woche 500.000 Impfdosen mehr erhalten als zunächst geplant. „Ursprünglich sollten in der letzten Aprilwoche rund 1,5 Millionen Impfstoff-Dosen an die Praxen gehen, davon drei Viertel BioNTech und ein Viertel AstraZeneca“, heißt es einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) an die Praxen, aus der die Zeitung „Rheinische Post“ vorab berichtet. Nun würden zwei Millionen Einheiten geliefert, ausschließlich Impfstoff von BioNTech/Pfizer. „Durch die höhere Liefermenge können Vertragsärzte nunmehr 24 bis 48 Dosen für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ordern.“

(Quelle: TSP, 20.04.21)


DGB-Chef Hoffmann unterstützt Verschärfung der Testpflicht in Unternehmen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützt die Änderungen der Koalitionsfraktionen an der geplanten bundeseinheitlichen Corona-Notbremse und vor allem die stärkere Einbindung der Betriebe. DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, nachdem die privaten Kontakte bereits seit Monaten stark reguliert und kontrolliert worden seien, müsse nun auch die Wirtschaft „stärker in die Verantwortung genommen werden“.

Es sei daher gut und richtig, dass die Koalitionsfraktionen insbesondere bei der geplanten Testpflicht noch einmal nachgeschärft hätten und Arbeitgeber ihren Beschäftigten nun zwei Mal in der Woche ein Testangebot machen müssten, sagte Hoffmann.

(Quelle: TSP, 20.04.21)


Kommunen begrüßen Änderungen am Infektionsschutzgesetz-Entwurf

Die Kommunen haben die geplanten Änderungen an der sogenannten Corona-Notbremse des Bundes begrüßt. „Es ist richtig, die Ausgangsbeschränkungen erst ab 22 Uhr vorzusehen. Andernfalls wären die Menschen alle zur selben Zeit abends noch in die Lebensmittelgeschäfte geströmt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Am Montag hatten sich die Regierungsfraktionen von Union und SPD geeinigt, bei den im Kampf gegen die Corona-Pandemie geplanten Ausgangsbeschränkungen noch einmal nachzusteuern.

Anders als in anderen EU-Ländern, wo es strikte Ausgangssperren auch tagsüber gegeben habe, gebe es in Deutschland nur eine nächtliche Ausgangsbeschränkung, die viele Ausnahmen zulasse, sagte Landsberg. „Es ist auch richtig, die Schulen bereits ab Inzidenzwerten von 165 zu schließen, denn 200 wäre doch eine verdammt hohe Zahl. Wenn wir auf die aktuellen Werte schauen, bedeutet das Gesetz, dass die Schulen in Deutschland kommende Woche weitgehend wieder schließen müssen.“ (Quelle: TSP, 20.04.21)


Bürger geben deutlich weniger für privaten Konsum aus

Die Verbraucher in Deutschland haben im Coronajahr 2020 nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Durchschnitt mindestens 1250 Euro weniger für den privaten Konsum ausgegeben als im Jahr vor der Krise. In der Summe entspreche das einem Rückgang der Konsumausgaben um 116 Milliarden Euro, heißt es in einer Untersuchung des arbeitgebernahen Forschungsinstituts.

Im Vergleich mit dem Jahr 2019 sei der Konsum um 6,1 Prozent eingebrochen – so stark wie seit 70 Jahren nicht. Für das erste Quartal 2021 beziffern die Forscher den Konsumausfall auf weitere 40 bis über 60 Milliarden Euro. (Quelle: TSP, 20.04.21)


Deutschland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet binnen 24 Stunden 9609 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 162,4 von 165,3 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 297 weitere Menschen sind in Verbindung mit dem Virus gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf 80.303.

Am Dienstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 10.810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet.

Insgesamt wurden bislang mehr als 3,16 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. ((Quelle: RKI, 20.04.21)


Schweiz setzt auf deutlich mehr Impfungen

Die Schweiz hat die Impfkapazität ausgebaut und öffnete jetzt Massenimpfungszentren in Städten, darunter Genf und Lausanne.

Die Anzahl der Neuinfektionen stieg in den letzten Wochen weiterhin stetig  an. Seit Freitag gab es 4.905 Neuinfektionen auf insgesamt jetzt 637.304 bei 16 zusätzlichen Todesfällen.

„In Genf öffnet das Impfzentrum im Palexpo heute mit einer Kapazität von 2.000 Impfungen pro Tag, und sobald wir in der Lage sind, dies zu erhöhen, soll es schnell auf 3.000 oder 4.000 Impfungen pro Tag gehen, das ist schon sehr viel,“ sagte Cantonal Doktor Nathalie Vernaz.

In Lausanne eröffnete das größte Zentrum des Kanton Waadt im Palais de Beaulieu, es soll 14.000 Menschen pro Woche impfen, sagte eine Erklärung. (Quelle: The Guardian, 19.04.21)


Überblick am Abend

  • Irland hat die ersten drei Fälle der zuerst in Indien entdeckten Coronavirus-Mutation B.1.1617 erfasst, sagte ein Gesundheitsmitarbeiter am Montag in einer Erklärung.
  • Griechenland hat die geplante Verwendung von Johnson & Johnsons Single-Dosis-Impfstoff bis zur Überprüfung durch die European Medicines Agency (EMA) am 20. April ausgesetzt.
  • Indien will alle Bürger  ab 18 Jahren aufwärts ab dem 1. Mai impfen, sagte die Regierung am Montag.
  • Großbritannien berichtete am Montag von vier Coronavirus-Todesfällne – die niedrigste Zahl im  Land seit September.
  • Die University of Oxford hat eine Studie gestartet, in der Teilnehmer, die zuvor COVID-19 hatten, mit dem Coronavirus wieder infiziert werden.
  • Die USA haben die Impf-Berechtigung auf alle Einwohner ab 16 Jahre und höher erweitert, sagte der Gesundheitsbehörde des Landes am Montag.
  • Der Leiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat gesagt, dass die Welt die Mittel hat, um die globale COVID-19-Pandemie in den kommenden Monaten „konsequent und eigentlich“ zu beenden.
  • Die Demokratische Republik Kongo hat seinen Impfkampagne über das COVAX-Schema auf den Weg gebracht, nachdem man mehr als einen Monat wegen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von AstraZeneca Jab gezögert hatte.
  • Österreich wird Russlands Sputnik-V-Impfstoff erst nutzen, wenn die europäische Arzneimittelagentur es genehmigt, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP).
    (Quelle: The Guardian, 19.04.21)


Weil will bei „vorsichtigem Vorgehen bleiben“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will bei einem vorsichtigen Vorgehen in der Corona-Pandemie bleiben. Dies machte der SPD-Politiker am Montag im Gespräch mit der „Neuen Presse“ deutlich. „Nach erster Durchsicht beinhaltet der Entwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes für Niedersachsen eine Mischung aus einigen moderaten Verschärfungen und der Möglichkeit zu deutlichen Lockerungen. Das ist vor dem Hintergrund der öffentlichen Ankündigungen aus der Bundespolitik eher überraschend“, sagte Weil der Zeitung. Über die Einigung der Bundestagsfraktionen zeigte er sich verwundert.

Für den Bildungsbereich stellte er klar: „Insbesondere werden in Niedersachsen die weiterführenden Schulen auch zukünftig bereits ab einer Inzidenz von 100 über mehr als drei Tage hinweg in den Distanzunterricht wechseln.“ Schulen sollen laut dem Entwurf des Bundes ab einer Inzidenz von 165 schließen; zuvor war hierfür der Inzidenzwert 200 festgelegt worden. (Foto: CC s. Archiv v.28.10.20 ; Quelle: FAZ, 19.04.21)


Osnabrück: Lage auf Covid-Stationen extremst angespannt

Martin Beiderlinden, Chefarzt der Intensivmedizin des Marienhospitals in Osnabrück, sorgt sich im Gespräch mit dem NDR in Niedersachsen um das Personal auf Intensivstationen: Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte arbeiteten jenseits des Limits, sagte Beiderlinden. Die Situation auf den Covid-Stationen sei aufs Extremste gespannt. Zudem sei eine Zunahme an schwer erkrankten jüngeren Patientinnen und Patienten zu beobachten. Beiderlinden fordert, dass die Politik möglichst schnell die „Notbremse“ zieht. (Quelle: NDR, 19.04.21)


Höchststand an täglichen Todesfällen mit Corona in der Türkei

Die Türkei hat die höchste Zahl an Todesfällen an einem Tag im Zusammenhang mit Covid-19 seit Beginn der Pandemie gemeldet. Das Gesundheitsministerium teilte am Montag mit, 341 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden an oder mit Covid-19 gestorben. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf 36.267. Die Behörden meldeten am Montag zudem rund 55.000 Neuinfektionen an einem Tag, die Gesamtzahl der Infizierten in dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern stieg damit auf rund 4,3 Millionen.

Die Regierung hatte die Corona-Restriktionen Anfang März zunächst gelockert, damals lag die Zahl der Neuinfektionen zeitweise unter 10.000 täglich. In den vergangenen Wochen hat das Infektionsgeschehen aber wieder stark zugenommen und neue Einschränkungen wie verschärfte Ausgangsbeschränkungen wurden erlassen. (Quelle: TSP, 19.04.21)


New Yorker Naturkundemuseum wird Impfzentrum

Direkt unter der berühmten Nachbildung eines Blauwals im New Yorker Naturkundemuseum sollen künftig Corona-Impfungen möglich sein. In dem Museum am Central Park in Manhattan werde ab Freitag ein Impfzentrum eingerichtet, teilte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio am Montag mit. Das Museum bleibt aber gleichzeitig – mit Abstands- und Hygieneregeln sowie eingeschränkter Kapazität – geöffnet. Und wer dort geimpft wird, kann es danach kostenlos besuchen. (Quelle: TSP, 19.04.21)


Pflicht für Arbeitgeber zum Angebot von Corona-Tests tritt in Kraft

Ab Dienstag müssen alle Arbeitgeber in Deutschland ihren Beschäftigten regelmäßig Corona-Tests anbieten. Für alle Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, muss es einmal pro Woche ein Test-Angebot geben; für besonders gefährdete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tätigkeitsbedingt häufige Kundenkontakte haben oder körpernahe Dienstleistungen ausführen, mindestens zweimal pro Woche. Auch Beschäftigte, die vom Arbeitgeber in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden, müssen zweimal wöchentlich ein Testangebot erhalten.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte die Verordnung am vergangenen Dienstag vom Kabinett absegnen lassen, sie tritt nun fünf Tage nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Die Art der Tests ist egal – es können Schnell- oder Selbsttests sein. Die Kosten tragen die Arbeitgeber. Für Arbeitnehmer ist das Testen freiwillig. Die Verordnung gilt zunächst bis Ende Juni. (Quelle: TSP, 19.04.21)


Mutation B.1617 in Großbritannien angekommen

Die erstmals in Indien entdeckte Corona-Mutation B.1617 ist in Grßbritannien angekommen. Dort haben Experten die Variante in den vergangenen Tagen in 73 Proben nachgewiesen – obwohl schon viele Briten geimpft sind und die besonders ansteckende Variante B.117 dort heimisch ist. Mittlerweile gebe es in England und Schottland auch mehrere B.1617-Infektionen von Personen, die zuvor nicht in Indien gewesen seien, sagt Susan Hopkins, Epidemiologin bei der britischen Gesundheitsbehörde NHS: Die Virusvariante wurde also innerhalb des Landes weitergetragen.

Noch wird die indische Variante in Großbritannien als VUI geführt (Variant under Investigation). Man beobachtet sie also genau, um herauszufinden, ob sie gefährlicher ist als andere Varianten von Sars-CoV-2. Ob sie sich zum Beispiel noch leichter überträgt als B.117 oder ob Impfungen weniger gut vor ihr schützen. Dann würde sie zur VOC (Variant of Concern) hochgestuft, zur besorgniserregenden Variante. Es sieht so aus, als würde B.1617 gleich beide dieser unangenehmen Eigenschaften auf sich vereinen.

(Quelle: SZ, 19.04.21)


Griechenland verschiebt Einführung von Johnson & Johnson-Vakzin

Griechenland setzt die Einführung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson aus. Es werde auf eine Stellungnahme der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gewartet, erklärt die Leiterin der nationalen Impfkommission, Maria Theodoridou.

Das südeuropäische Land wollte ursprünglich am Montag mit den Johnson & Johnson-Impfungen starten. Es sind aber Berichte von sehr seltenen Blutgerinnungsstörungen im Zusammenhang mit der Verwendung des Vakzins bekanntgegeben worden. Die EMA will am Dienstagnachmittag die Öffentlichkeit über den Sachverhalt unterrichten.
(Quelle: TSP, 19.04.21)


Ermittlungen nach Corona-Ausbruch in Moormerland eingestellt

Nach einem Corona-Ausbruch in Moormerland haben die Ermittler den Fall zu den Akten gelegt. 38 Menschen hatten sich dort im Mai 2020 nach einer Feier in einem Restaurant infiziert, zwei starben später.

281 Menschen mussten nach dem Ausbruch in Quarantäne. Wegen der Todesfälle hatte die Staatsanwaltschaft Aurich Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Nun hat sie das Verfahren eingestellt: Es habe kein Verursacher ausfindig gemacht werden können, der das Virus wissentlich in dem Lokal verbreitet haben könnte, teilte die Behörde mit.

Jetzt sei der Landkreis Leer gefragt, sagte eine Sprecherin. Der solle nun ermitteln, ob die Maskenpflicht und die Abstandsregeln eingehalten wurden. Der Lokalbetreiber selbst hatte versichert, sämtliche Corona-Regeln befolgt zu haben. Später gab er allerdings seine Lizenz zurück. (Quelle: NDR, 19.04.21)



Spahn: Corona-Testergebnisse sollen per App vorzeigbar werden

Die Menschen in Deutschland sollen nach dem erhofften Abebben der dritten Corona-Welle auch mit Hilfe von Testergebnissen auf dem Smartphone einkaufen oder zu Veranstaltungen gehen können. „Wir wollen es im Laufe des Aprils schaffen, dass die Testergebnisse dann auch auf der Corona-Warnapp gespeichert werden können und zur Verfügung stehen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin bei der Eröffnung einer neuen Station für kostenlose Bürgertests. „Dafür braucht es Schnittstellen, dafür müssen wir die Systeme vernetzen.“

Man brauche die Testergebnisse ja dann möglicherweise, „wenn wir testgestützt öffnen, für den Einzelhandel, für die Außengastronomie, für Theater oder auch Fußballspiele“, sagte Spahn. „Dafür ist diese digitale Anbindung.“ Spahn sagte: „Das ist der Teil, der kommt, wenn wir diese dritte Welle gebrochen haben.“(Foto CC s. Archiv v. 21.10.21; Quelle: TSP, 19.04.21)


Grafschafter Zahlen

Die Verwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim meldet am Montag 29 CoViD-Neuinfektionen in der Grafschaft mit dem Coronavirus. Laut Landesgesundheitsamt liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert aktuell bei 137,1. Seit Beginn der Pandemie sind 4.494 Infektionen bekannt geworden, 4.122 Grafschafter gelten inzwischen als genesen. Im Zusammenhang mit dem Virus werden weiterhin 110 Todesfälle genannt. In Quarantäne befinden sich 751 Grafschafter.
Seit Montag gelten wieder strengere Corona-Regeln in der Grafschaft, nachdem der Inzidenzwert seit einigen Tagen dauerhaft über der kritischen Marke von 100 liegt. So wurden beispielsweise die Kontaktregeln wieder verschärft, Schulen und Kitas geschlossen. Die neuen Regelungen gelten laut Landkreis bis auf Weiteres. Einschränkungen für den Bereich „Großtagespflege, Kita und Schulen“ könnten nach Landesvorgaben erst aufgehoben werden, wenn der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt und „die Unterschreitung von Dauer ist“. Die Aufhebung der „Hochinzidenzkommune“ sei erst möglich, wenn der Inzidenzwert sieben Tagen unter 100 liegt und ebenfalls von Dauer ist.

Stark zugenommen hat innerhalb der letzten 24 Stunden die Zahl der Coronainfektionen in Nordhorn. Dort sind jetzt 78 Menschen erkrankt, 13 mehr als am Sonntag. In der ganzen Grafschaft Bentheim gibt es 262 aktuellen Fälle . (Quelle: GN, 19.04.21)


Betriebsärzte sollen ab Juni in Corona-Impfungen einsteigen

In die Corona-Impfungen sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab Juni auch Betriebsärzte einsteigen. „Wie angekündigt, gewinnt die Impfkampagne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit“, sagte der CDU-Politiker am Montag mit Blick auf aktuellen Lieferzusagen der Hersteller Biontech und Moderna. Dazu würden noch Dosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson kommen. „Damit erhalten Arztpraxen und Länder mehr Planungssicherheit für Mai und Juni. Und das ermöglicht uns, bereits im Juni auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne zu integrieren.“

Biontech will laut Ministerium im zweiten Quartal 50,3 Millionen Dosen liefern und damit zehn Millionen mehr als zunächst angekündigt. Von Moderna werden demnach 6,4 Millionen Dosen erwartet. Von Biontech sollen Arztpraxen im Mai wöchentlich jeweils 1,58 Millionen Dosen bekommen, im Juni jeweils mehr als 3,3 Millionen Dosen pro Woche. (Foto CC s. Archiv v. 21.10.21; Quelle: TSP, 19.04.21)


Neue Impfstoffentwicklung könnte Durchbruch sein

Ein neuer Impfstoff gegen Covid-19, der in Brasilien, Mexiko, Thailand und Vietnam in klinische Studien aufgenommen wird, könnte die Art und Weise verändern, wie die Welt die Pandemie bekämpft. Der Impfstoff mit der Bezeichnung NDV-HXP-S ist der erste in klinischen Studien, der ein neues molekulares Design verwendet, von dem allgemein erwartet wird, dass es wirksamere Antikörper erzeugt als die aktuelle Generation von Impfstoffen. Und der neue Impfstoff könnte viel einfacher herzustellen sein.

Bestehende Impfstoffe von Unternehmen wie Pfizer und Johnson & Johnson müssen bekanntlich  in spezialisierten Fabriken unter Verwendung schwer zu beschaffender Inhaltsstoffe hergestellt werden. Im Gegensatz dazu kann der neue Impfstoff in Hühnereiern in Massenproduktion hergestellt werden – dieselben Eier, die jedes Jahr in Fabriken auf der ganzen Welt Milliarden von Influenza-Impfstoffen produzieren.

Wenn sich NDV-HXP-S als sicher und wirksam erweist, könnten Grippeimpfstoffhersteller möglicherweise weit über eine Milliarde Dosen davon pro Jahr produzieren. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die derzeit Schwierigkeiten haben, Impfstoffe aus wohlhabenderen Ländern zu erhalten, können möglicherweise NDV-HXP-S für sich selbst herstellen oder es zu geringen Kosten von Nachbarn erwerben.

„Das ist atemberaubend – es würde ein Durchbruch sein“, sagte Andrea Taylor, stellvertretende Direktorin des Duke Global Health Innovation Center. (mehr und Quelle: New York Times, 19.04.21)


Wegen Corona – Experten warnen vor steigender Krebssterblichkeit in Deutschland

Die Deutsche Krebshilfe hat auf zunehmende Versorgungsengpässe für Tumorpatienten durch die steigenden Corona-Infektionszahlen und volle Intensivstationen hingewiesen. Die Situation sei immer besorgniserregender, teilte die Krebshilfe am Montag in Bonn mit. „Sollte sich die Lage nicht kurzfristig entspannen, droht ein Kollaps des Versorgungssystems“, erklärte die Corona Task Force von Deutscher Krebshilfe, Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Deutscher Krebsgesellschaft (DKG). Für schwerkranke Menschen hätte dies nicht nur kurzfristige Folgen.

„Wir werden zukünftig mit vielen Patienten konfrontiert werden, deren Krebserkrankung zu spät entdeckt wurde und deren Heilungschancen dadurch verringert sind“, erklärte der DKFZ-Vorstandsvorsitzende Michael Baumann. „Das bedeutet: Die Krebssterblichkeit wird nach oben schnellen.“

Die drei Krebseinrichtungen forderten die Politik auf, Versorgungskapazitäten für Tumorpatienten sicherzustellen. Zugleich kritisierten sie, die Politik habe es versäumt, eine Strategie für die Herausforderungen im Gesundheitssystem während der Pandemie zu entwickeln. Jeden Tag erhielten im Durchschnitt 1400 Menschen die Diagnose Krebs und müssten zeitnah versorgt, betonte die Krebshilfe. (Quelle: TSP, 19.04.21)


Greta Thunberg kämpft für Impfgerechtigkeit

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich den Appellen für eine weltweit faire Verteilung von Impfstoffen gegen Covid-19 angeschlossen. Die ungleiche Belieferung von armen und reichen Ländern sei eine Tragödie, erklärte die Schwedin laut einer von der Weltgesundheitsorganisation am Montag in Genf verbreiteten Mitteilung.

Genau wie beim Klimawandel müsse die Weltgemeinschaft in der Corona-Krise den Schwächsten und den Menschen, die am stärksten gefährdet seien, am schnellsten helfen. Thunberg stellte 100.000 Euro aus ihrer Stiftung für internationale Impfkampagnen zur Verfügung. Das Geld soll in das UN-Programm Covax fließen, das bis zum Jahresende bis zu zwei Milliarden Impfdosen vor allem in arme Länder liefern will.

(Foto: CC s. Archv v. 20.6.20; Quelle: TSP, 19.04.21)


LKA Berlin: Mehr als 10.000 Betrugsverdachtsfälle mit Corona-Hilfen

In weit mehr als 10.000 Fällen sollen Betrüger im Zusammenhang mit Corona-Hilfen allein in Berlin hohe Geldbeträge erhalten haben. „Dem Landeskriminalamt (LKA) Berlin sind bisher weit über 10 000 Fälle des Betrugsverdachts im Zusammenhang mit Anträgen auf Corona-Hilfen bekannt“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Antwort des Senats auf eine AfD-Anfrage.

Angesichts dieser hohen Zahl von mutmaßlichen Betrügern kommt das LKA offenbar mit der Bearbeitung kaum hinterher. Derzeit würden 2.946 Betrugsfälle von Corona-Hilfen bearbeitet, hieß es mit Stand Ende März. Davon seien 1.946 Fälle abgeschlossen und an die Staatsanwaltschaft übergeben. Eine Schadenssumme wurde nicht genannt.

Den Angaben zufolge laufen Ermittlungen zu „diversen Betrugsstraftaten“. Einzelne Täter, „aber auch bandenmäßig organisierte und teilweise mit Finanzagenten arbeitende Gruppierungen beantragten teils unter Vorspiegelung nicht existenter Unternehmen oder nicht vorhandener Notlagen unrechtmäßig Gelder bei der Investitionsbank Berlin (IBB)“. Die Zahl der Anzeigen, die meist von Banken gestellt würden, steige weiter. (Quelle: TSP, 19.04.21)


RKI-Präsident Wieler – Menschheit muss sich auf ein Leben mit Corona einstellen

Die Menschheit muss sich nach Ansicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, auf ein dauerhaftes Leben mit Corona einstellen. „Ein Virus, das eine Menge Tierarten infizieren kann, das lässt sich nicht ausrotten“, sagte Wieler am Montag anlässlich des 127. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Stuttgart. Generell müsse man Tierhaltung und Tierhandel in den Griff kriegen, sagte der Tierarzt mit Blick auf die Ausbreitung von Krankheiten. Gerade der illegale Tierhandel sei ein Problem.

Wieler warnte auch vor den Folgen des Klimawandels. Schäden wie Hitzestress, Probleme mit psychosozialer Gesundheit, Hautkrebs nähmen schon jetzt zu, führte er aus. Aber auch von Tieren wie etwa Mücken und Zecken übertragene Krankheiten würden in Folge von veränderten Biotopen und weniger Artenvielfalt häufiger. Probleme erwarte er zudem, wenn der Klimawandel die Versorgung mit Trinkwasser erschwere. Auch eine verminderte Qualität von Badegewässern führte Wieler als Beispiel an. Dies führe etwa zu Magen-Darm-Problemen. (Quelle: TSP, 19.04.21)



Einigung der Fraktionsspitzen: Ausgangssperre erst ab 22 Uhr

Die Spitzen der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben sich nach Tagesspiegel-Informationen auf Änderungen am Infektionsschutzgesetz geeinigt.
Die Ausgangssperre soll nun erst ab 22 Uhr gelten und bis 5 Uhr gelten. Joggen und Spaziergänge sollen bis Mitternacht erlaubt sein. Gleichzeitig soll der Entwurf der Bundesregierung aber an verschiedenen Stellen verschärft werden, heißt es.

Die Regierungsfraktionen einigten sich auch darauf, dass der Einzelhandel bis zu einer Inzidenz von 150 mit dem „Click & Meet“-Verfahren und einer Testpflicht geöffnet bleiben kann.

Zudem schlagen die Fraktionsspitzen vor, dass die Schulen ab einer Inzidenz von 165 wieder schließen müssen. Dieser Punkt war wie die Ausgangssperren besonders umstritten.
Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein. Arbeitgeber müssen zwei Corona-Tests pro Woche bereitstellen. Alle Regelungen sind erst einmal befristet – bis zum 30. Juni.

Am Mittwoch soll das Gesetz im Bundestag in zweiter und dritter Lesung beraten und verabschiedet werden. Dann muss noch der Bundesrat zustimmen. (Quelle: TSP, 19.04.21)


Moderna-Verträge zum Nachlesen

Wer sich in die Verträge der EU mit Moderna vertiefen will, hier sind sie: https://www.rai.it/dl/doc/2021/04/17/1618676613043_APA%20Moderna__.pdf


Griechenland hebt Quarantäne für vollständig geimpfte Besucher auf

Griechenland verzichtet künftig unter bestimmten Bedingungen auf die vorgeschriebene Corona-Quarantäne für Besucher aus anderen Staaten der Europäischen Union. Voraussetzung ist, dass sie seit zwei Wochen vollständig geimpft sind oder einen negativen PCR-Test vorzeigen, der nicht älter als drei Tage ist, wie am Montag die zuständige Behörde für Zivilluftfahrt in Athen mitteilte. Die Regelung gilt auch für Besucher aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Serbien. Für Gäste aus Israel ist sie bereits seit März in Kraft. (Quelle: TSP, 19.04.21)


Schweden: Hunderte Dosen Astrazeneca landen offenbar täglich im Müll

In der Region Stockholm müssen nach Angaben eines Chefarztes jeden Tag Hunderte Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs weggeworfen werden, weil die Leute sich weigern, damit geimpft zu werden. In einem Interview des schwedischen Fernsehens SVT sagte Johan Styrud vom Stockholmer Ärzteverband am Montag, es gelinge nicht, schnell genug andere Impfwillige zu finden. Wenn der Impfstoff nicht innerhalb weniger Stunden verabreicht werde, müsse er weggeschmissen werden, so Styrud.

Nachdem in Zusammenhang mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca einige Fälle von Blutgerinnsel aufgetreten sind, wird der Wirkstoff in Schweden nur noch an die über 65-Jährigen verabreicht.

Dem Bericht zufolge sagen einige Patienten ihren Termin ab, wenn sie erfahren, dass sie mit dem Astrazeneca-Mittel geimpft werden sollen. Andere würden an der Tür der Impfzentren wieder kehrtmachen. Styrud betonte, dass der Nutzen der Impfung sehr viel größer sei als das Risiko von Komplikationen.

(Quelle: TSP, 19.04.21)



Überblick am Mittag

  • EU-Kommissar Thierry Breton, der für die Impfstoffversorgungzuständig ist, hat gesagt, dass die EU ihren Vertrag aufgrund von anglo-schwedischen Unternehmensverzögerungen nicht mit AstraZeneca erneuern wird.
  • Indiens Hauptstadt New Delhi wird für sechs Tage abends Ausgangssperren einführen. Diese Ankündigung machte der  Oberbürgermeister der Stadt, Arvind Kejriwal, und fügte hinzu, dass das Gesundheitssystem aufgrund des sich schnell steigernden Covid-19-Ausbruchs zusammenzubrechen droht
  • Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine geplante Reise nach Indien in der nächsten Woche wegen CoViD-Bedenken abgesagt.
  • Spaniens Gesundheitsministerium erwägt die Verzögerung der Zweitimpfung bei  einiger Coronavirus-Impfstoffe für unter 80-Jährige, um die Anzahl der Personen, die mindestens eine Injektion erhalten haben, zu maximieren.
  • Auf einem griechischen Frachter, der zuvor in Ägypten gewesen war, ist in Kreta ein Seemann an CoViD-19 gestorben; 10 andere wurden auf das Coronavirus positiv getestet.
  • Thailand meldet heute 1.390 neue Coronavirus-Fälle; die Steigerung an Infektionen hat sich nach zuvor täglichen von Rekordhochs leicht verlangsamt. Ein Drittel der Fälle des Landes wurde allein in diesem Monat erfasst.
  • Russlands RDIF Sovereign Wealth Fund hat heute bestätigt, dass es mit Hualan Biological Bacterin vereinbart habe, in China mehr als 100 Millionen Dosen des Sputnik-V-Impfstoffs gegen Covid-19 zu produzieren.
  • Nach einem Jahr geschlossener Grenzen gab es heute am neuseeländischen Flughafen in Wellington Freudentränen, als Hunderte von Reisenden am ersten Tag der Quarantäne-freien Reise von Australien eintrafen.
    (Quelle: The Guardian, 19.04.21)

Niedersachsen-Zahlen

Am Montag, 19. April, hat das Nieders Landesgesundheitsamt (NLGA) 599 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Landesweit wurden innerhalb eines Tages vier weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.127. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 222.195 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt ist gegenüber dem Vortag auf 127,3 Fälle je 100.000 Einwohner angestiegen (am Tag zuvor lag sie bei 125,2). (Quelle: NDR, 19.04.21)


Wangerooge zufrieden mit Corona-Testpflicht für Besucher

Die Corona-Testpflicht für Wangerooge-Reisende läuft laut Landkreis Friesland gut. Seit Karfreitag seien in den Schnelltestzentren am Fähranleger oder am Flugplatz von Harlesiel vier Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Das ist eine gute Nachricht, denn das heißt, die weitaus größere Zahl, die auf die Insel gekommen ist, war im Schnelltest negativ“, sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD).

Bei den Abläufen habe es kleinere Startschwierigkeiten gegeben, mittlerweile laufe das Verfahren aber rund. 30 bis 40 Menschen würden durchschnittlich pro Tag an den eigens eingerichteten Schnelltestzentren getestet. Wangerooge ist die erste Ostfriesische Insel, für die eine Testpflicht gilt. Alle Personen, die die Insel betreten wollen, also etwa Zweitwohnungsbesitzer oder Geschäftsreisende müssen einen negativen Corona-Test aus einem Testzentrum vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist.
(Foto: Wangerooge, Flagge via pixabay; Quelle: NDR, 19.04.21)



Die 7-Tage-Inzidenz in Lingen (Ems) beläuft sich -angesichts von 66 Neuerkrankungen binnen Wochenfrist- heute auf 120,7 (Freitag: 142,6). Am Wochenende hatte der Landkreis Emsland keine Zahlen für die Stadt Lingen (Ems) mitgeteilt.


Überblick am Morgen

  • Indien berichtete am Montag laut Gesundheitsministerium in Neu Delhi über einen weiteren Rekordanstieg der Coronavirus-Infektionen von 273.810. Die Todesfälle des Landes von Covid stiegen um 1.619 auf insgesamt 178.769.
  • In der Zwischenzeit werden in Großbritannien, gesunde, junge Freiwillige, die zuvor COVID-19 hatten, zum zweiten Mal dem Virus ausgesetzt, um zu sehen, wie das Immunsystem als Teil einer neuen Studie reagiert.
  • Die Hälfte aller Erwachsenen in den USA erhielt mindestens eine Covid-19-Impfung, der Regierung kündigte Sonntag an, während fast ein Drittel aller Erwachsenen (32,5%) vollständig geimpft wurde.
  • Dr. Anthony Fauci erwartet, dass die Verwendung des Johnson & Johnson Coronavirus-Impfstoff in den USA wieder aufgenommen wird, nachdem er in der vergangenen Woche weitergehdnausgesetzt worden war, sagte er.
  • Die Türkei verzeichnete weitere 318 Todesfälle von Covid-19-Infizierten. Das ist di höchste tägliche Todesrate bisher; Daten aus dem Gesundheitsministerium zeigten am Sonntag auch 55.802 neue Infektionen.
  • Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte am Sonntag, er wolle mit Bundespersonal die Provinz Ontario unterstützen; die größte Provinz des Landes kämpft gegen eine dritte Infektionswelle, die Schließungen von Schulen und Unternehmen erzwungen hat.
  • Großbritannien verzeichnete 10 weitere Todesfälle innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Covid-19-Test am Sonntag, die niedrigste tägliche Todesfallzahl seit September sowie 1.882 neue Infektionen.
  • Muslime, die in der Hoffnung, die Wallfahrt nach Mekka auszuführen, müssen gegen Coronavirus geimpft sein, meldete das  Saudi State TV am Sonntag.
    (Quelle: The Guardian, 19.04.21)

Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.437 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 92 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von diesem Montagmorgen hervor. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 13.245 Neuinfektionen und 99 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 165,3. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 162,3 angegeben.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.153.699 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.787.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.006.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Sonntagabend bei 1,16 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(Quelle: RKI, 19.04.21)


Regierungsfraktionen suchen gemeinsamen Weg

Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD wollen am Montagmorgen in Videokonferenzen über Änderungen am Infektionsschutzgesetz. Das Parlament hatte vergangene Woche erstmals über den Entwurf der Regierung beraten, am Mittwoch will es darüber abstimmen. Am Wochenende gab es noch Verhandlungen zwischen den Koalitionsfraktionen über letzte Änderungen. Sie wollen heute erneut versuchen, gemeinsame Änderungsvorschläge zum Infektionsschutzgesetz vorzulegen. Grund dafür seien noch Differenzen etwa auf der Unionsseite. CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt seien zudem aber auch in die Gespräche über die Unions-Kanzlerkandidatur eingebunden gewesen.

Ziel des Gesetzes ist es, Einschränkungen des öffentlichen Lebens bundesweit einheitlich zu regeln – mit der sogenannten Notbremse: Falls die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis drei Tage hintereinander über 100 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt, sollen dort die meisten Geschäfte geschlossen bleiben. Zudem sollen zwischen 21.00 und 5.00 Uhr Ausgangsbeschränkungen gelten. (Quelle: TSP,FAZ, 19.04.21)


China testet Impfstoff-Mix

Chinesische Forscher testen die Wirksamkeit einer Kombination zweier Impfungen gegen Covid-19. In einer Studie mit rund 120 Teilnehmern werde zunächst eine Einzeldosis des Vakzins von CanSino verabreicht, gefolgt von einer Dosis des Herstellers Chiongqing Zhifei, wie aus Registrierungsdaten der klinischen Studie hervorgeht. Beide Impfstoffe sind als Zweifach-Impfung Teil der chinesischen Impfkampagne. (Quelle: TSP, 19.04.21)




Türkei-Zahlen

Die Türkei hat die höchste Tageszahl an Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus seit Beginn der Pandemie gemeldet. Das Gesundheitsministerium bestätigte 318 Todesopfer binnen 24 Stunden. Insgesamt stieg die Zahl damit auf 35.926. Außerdem wurden 55.802 neue Infektionsfälle gemeldet, die Gesamtzahl näherte sich damit der Marke von 4,3 Millionen.(Quelle: Tagesschau, 18.04.21)


AstraZeneca entwickelt „Update“ gegen südafrikanische Mutation

AstraZeneca könnte bis Ende des Jahres einen modifizierten Impfstoff freigeben, der die südafrikanische Variante deutlicher bekämpft. 

Sarah Walters, Astrazenecas Österreich-Manager, sagte dem Wiener Kurier, dass das Unternehmen „Änderungen an dem Impfstoff für die südafrikanische Variante begonnen hat, und wir erwarten, dass es wohl bis Ende des Jahres fertig ist“.

Laut Reuters sagte Walter auch, dass Studien, nach denen der Impfstoff gegen die südafrikanische Variante weniger wirksam sei, „zu klein seien, um endgültige Schlussfolgerungen zu zeichnen“. (Quelle: The Guardian, 18.04.21)


Kloster Bernried: Polizei löst Hochzeitsfeier mit 100 Gästen auf

Die bayerische Polizei hat am Samstagnachmittag eine Hochzeitsfeier in Bernried mit 100 geladenen Gästen aufgelöst, die meisten hatten die Veranstaltung allerdings bereits vorher verlassen. Wie die Polizei berichtet, hatte das Hochzeitspaar dort nach der kirchlichen Trauung in den Innenhof von Kloster Bernried eingeladen. Dort hatten der 31-jährige Bräutigam und seine 30-jährige Braut ein Buffet und Tische für etwa 100 Gäste aufbauen lassen.

Nach einem Zeugenhinweis begaben sich mehrere Streifen der zuständigen Polizeiinspektion Penzberg und weiterer Dienststellen aus der Region zu der Hochzeitsörtlichkeit. Als die Beamten dort eintrafen, hatten die meisten Gäste die Feier bereits verlassen. Sie sollen Mindestabstände nicht eingehalten und teilweise keine Mund-Nasen-Maske getragen haben. Nach der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung darf eine Hochzeitsgesellschaft zur Zeit neben den Trauzeugen nur Mitglieder des engsten Familienkreises umfassen.

Zudem wäre selbst unter diesen Bedingungen eine Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes erforderlich gewesen. Diese gab es laut Polizei nicht. Ausweislich der Gästeliste waren etwa 100 Personen eingeladen, auf sie und das Brautpaar kommen Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz zu. (Foto: PJT56 CC BY-SA 4.0; Quelle: NR24, 18.04.21)


Jeder zweite Erwachsene in den USA ist mit mindestens einer Dosis geimpft

Vier Monate nach der ersten Coronavirus-Impfung in den USA haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mehr als die Hälfte aller Erwachsenen dort mindestens eine Impfdosis erhalten. 50,4 Prozent der Erwachsenen – rund 130 Millionen Menschen – wurde bis Sonntag mindestens eine Dosis verabreicht, wie aus CDC-Statistiken hervorging. Vollständig geimpft ist demnach bereits fast jeder dritte Erwachsene. In der besonders gefährdeten Altersgruppe ab 65 Jahren haben 81 Prozent eine erste Dosis erhalten, rund zwei Drittel sind vollständig geimpft.

Insgesamt wurden in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern bislang fast 210 Millionen Coronavirus-Impfungen verabreicht. Ausgeliefert wurden bislang mehr als 264 Millionen Dosen. Die erste Impfdosis in den USA wurde am 14. Dezember 2020 einer Krankenschwester in New York gespritzt.

Der größte Teil der Impfungen in den USA erfolgt mit den Wirkstoffen der US-Konzerne Moderna und Pfizer mit seinem deutschen Partner Biontech. Impfungen mit dem Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson sind derzeit ausgesetzt, nachdem in den USA sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst wurden. Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson ist nur eine Dosis für einen weitgehenden Impfschutz notwendig, bei den beiden anderen Mitteln sind es zwei Dosen. (Quelle; TSP, 18.04.21)


Kassenärzte erwarten Aufhebung der Impf-Priorisierung im Mai

Die Kassenärzte erwarten, dass im Mai die bisherigen Impf-Priorisierungen aufgehoben werden können. Wenn die Lieferungen wie zugesagt zunähmen, erhielten die Praxen im Mai deutlich mehr als jene 2,25 Millionen Dosen, die jede Woche an die Impfzentren gingen, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
„Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigten Gruppen impfen“. Weiter sagte er: „Ich rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann.“ (Quelle; TSP, 18.04.21)


10 Todesfälle in Großbritannien – so wenige wie seit September nicht

Mit zehn zusätzlichen Todesfällen binnen 24 Stunden war die Covid-Sterblichkeit in Großbritannien so niedrig wie seit September nicht mehr. Am Samstag hatten die Behörden 35 zusätzliche Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen fiel auf 1882 von 2206 am Vortag. (Quelle; TSP, 18.04.21)


Maskenaffäre: Vermögensarrest gegen Sauter

In der Maskenaffäre hat die Justiz bei dem Abgeordneten Alfred Sauter offenbar rund 1,2 Millionen Euro sichergestellt. Genauer habe das Oberlandesgericht (OLG) München nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ einen sogenannten Vermögensarrest gegen Sauter verfügt, der inzwischen auch vollzogen worden sein soll. Damit wolle das OLG verhindern, dass die fraglichen Geschäfte mit Corona-Schutzmasken zu einem Schaden beim Staat führen und zulasten der Steuerzahler gehen.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen mehrere Beschuldigte in der Maskenaffäre. Neben Sauter ist darunter auch der inzwischen aus der CSU ausgetretene Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein, der Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Maskengeschäften erhalten haben soll.

Nüßlein hat inzwischen seine Partei und die Unionsfraktion im Bundestag verlassen. Sein Mandat will er aber bis zum Ende der Wahlperiode behalten. Seine Immunität war bereits Ende Februar aufgehoben worden, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mit Durchsuchungen unter anderem seines Bundestagsbüros und seines Wahlkreisbüros im schwäbischen Günzburg zu ermöglichen. Die Immunitätsaufhebung muss bei Bundestagsabgeordneten jedoch neu geschehen, wenn weitergehende Maßnahmen ergriffen werden sollen. (Quele: t-online, 18.04.21)


Fauci rechnet Anfang 2022 mit Impfungen für Kinder

Der prominente US-Immunologe Anthony Fauci rechnet spätestens Anfang kommenden Jahres mit Coronavirus-Impfungen für Kinder aller Altersstufen. „Ich denke, bis zum ersten Quartal 2022 werden wir in der Lage sein, Kinder praktisch jeden Alters zu impfen“, sagte der Corona-Berater von US-Präsident Joe Biden dem Sender CNN am Sonntag. „Hoffentlich schon vorher, aber ich denke, das wird der späteste Zeitpunkt sein.“ Für Kinder und Jugendliche im Alter ab zwölf Jahren gehe er davon aus, dass Impfungen schon zu Beginn des kommenden Schuljahres zur Verfügung stünden. Derzeit können in den USA Jugendliche erst ab 16 Jahren geimpft werden.

(Quelle; TSP, 18.04.21)



Scholz: „Ich rechne fest damit, im Sommer im Biergarten sitzen zu können.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ist trotz der dritten Corona-Welle optimistisch, dass die Menschen im Sommer in den Urlaub fahren können. „Ich hoffe sehr, dass auch Urlaubsreisen im Sommer möglich sein werden“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Das hänge unter anderem davon ob, wie die Pandemie sich in Deutschlands Nachbarländern entwickle.

„Noch ist das Bild zu unklar, um genauere Prognosen zu wagen – gerade stecken wir mitten in der dritten Welle. Ich rechne aber fest damit, im Sommer im Biergarten sitzen und die nächste Bundesliga-Saison auch mal im Stadion verfolgen zu können“, betonte der SPD-Kanzlerkandidat. (Quelle: TSP, 18.04.21)


Jede/r Dritte noch unentschlossen, ob es in diesem Jahr in den Urlaub geht

Fast jede/r dritte Verbraucher/in in Deutschland (rund 31 Prozent) ist einer aktuellen Umfrage zufolge angesichts der Corona-Pandemie noch unentschlossen, ob er in diesem Jahr in Urlaub fahren soll oder nicht. Für etwa 28 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher sind Reisen im Corona-Jahr 2021 schlicht kein Thema. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC.

Nur gut 15 Prozent der Befragten gaben bei der Umfrage an, bereits eine Urlaubsreise gebucht zu haben. Weitere 27 Prozent haben zwar noch nicht gebucht, planen aber eine Urlaubsreise.

Die Mehrheit der Reiselustigen möchten in diesem Jahr am liebsten in Deutschland Urlaub machen. Auf Rang zwei im Reiseranking liegt das europäischen Ausland. Erst auf dem dritten Platz folgen weiter entfernte Reiseziele außerhalb des alten Kontinents. (Quelle: TSP, 18.04.21)


Frankreich verhängt für mehrere Länder Pflichtquarantäne

Frankreich verschärft wegen der Corona-Pandemie die Einreise aus Brasilien, Chile, Argentinien und Südafrika. Angesichts der Besorgnis über Covid-19-Varianten soll ab dem 24. April eine zehntägige Pflichtquarantäne für Einreisende aus diesen Ländern gelten. Die Maßnahme trifft auch für Flugreisende aus dem französischen Überseedepartement Guyana zu.

Frankreich will bis dahin ein System schaffen, das die Überprüfung des Aufenthaltsortes und die entsprechenden Quarantäneanforderungen erlaubt. Des Weiteren muss ein negativer PCR-Test nachgewiesen werden, der nicht älter als 36 Stunden sein darf.

Für Brasilien hat Frankreich zudem die Anfang letzter Woche verhängte Aussetzung aller Flüge in das lateinamerikanische Land bis einschließlich 23. April verlängert. Die Maßnahme wurde wegen der als P1 bekannten brasilianischen Variante angeordnet, die besonders virulent sein soll und für einen starken Anstieg der Coronavirus-Todesfälle in Brasilien im März verantwortlich gemacht wird. (Quelle: TSP, 18.04.21)


Grafschafter Zahlen

Für Sonntag hat die Kreisverwaltung 21 weitere Corona-Infektionen gemeldet. Die Zahl der aktuell Infizierten in der Grafschaft ist im Vergleich zu Samstag um 14 auf 238 gestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert hingegen ist geringfügig von 129,8 auf 125,4 gesunken. In Quarantäne befinden sich am Sonntag 757 Grafschafter, 31 mehr als am Samstag.
Am Wochenende waren die Infektionszahlen für die Samtgemeinde Emlichheim deutlich gestiegen. Dies hängt mit einem Corona-Ausbruch in einem Unternehmen im Gewerbegebiet Europark zusammen. Ab Montag gelten in der Grafschaft wieder verschärfte Corona-Regeln, weil der Inzidenzwert seit einigen Tagen dauerhaft über der kritischen Marke von 100 liegt.

Insgesamt haben sich seit Pandemiebeginn in der Grafschaft 4465 Grafschafter mit dem Corona-Virus infiziert, 4117 Bürger gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit CoViD-19 liegt weiterhin bei 110. Von den 238 aktuellen Fälle entfallen 65 (+3) auf die Stadt Nordhorn. (Quelle: GN 18.04.21)


Russland-Zahlen

Russland hat in den letzten 24 Stunden offiziell weitere 8.632 Fälle von Coronavirus verzeichnet, darunter 2.252 in der Hauptstadt Moskau. Dies erhöhte die Gesamtzahl der Fälle des Landes auf 4.702.101. Das Land meldete auch weitere 389 Todesfälle. Insgesamt seien jetzt 105.582 Menschen an CoViiD-19 verstorben. Die Auswertung der Angaben der Statistikbehörden lässt jedoch die Annahme zu, dass ein etwa drei Mal so hoher Todeszoll vorliegt. (Quelle: The Guardian, 18.04.21)


Australien hat es „nicht so eilig“

Australien hat es nicht eilig, seine internationalen Grenzen zu öffnen, sagte Premierminister Scott Morrison am Sonntag. Das Land hat es mit strikten Maßnahmen geschafft, in den letzten Monaten zur Normalität zurückzukehren.

Australien schloss im März 2020 seine Grenzen für alle mit Ausnahme seiner Bürger und Bewohner im März 2020 und ließ in den letzten Monaten nur wenige internationale Einreisen zu – hauptsächlich von eigenen Bürgern, die aus dem Ausland zurückkehren. Diese Maßnahme war neben schnellen Lockdowns, erfolgreicher Kontaktverfolgung, und strikter Einhaltung der öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen als Australiens Reaktion auf die Pandemie sehr erfolgreich.

Das Land hat insgesamt 29.500 Fälle von Coronavirus und 910 Todesfällen gemeldet. Dies steht in einem krassen Kontrast zu den hohen Zahlen in vielen anderen Ländern der Welt.

„Australien hat es überhaupt nicht eilig, seine Grenzen zu öffnen. Das versichere ich Ihnen, sagte Morrison in einem TV-Briefing. „Ich werde nicht gefährden, wie wir in diesem Land leben, was sich heute so vom Rest der Welt unterscheidet.“ (Quelle: The Guardian, 18.04.21)


Niedersachsen gedenkt der Corona-Toten

Mit vielen Aktionen erinnern Politiker, Geistliche und Bürger heute an diejenigen, die durch Covid-19 ihr Leben verloren haben. In Niedersachsen starben seit Pandemie-Beginn mehr als 5.000 Menschen.

In Lingen (Ems), Wolfsburg und vielen anderen Orten wehen die Fahnen heute auf halbmast, Kirchenglocken läuten zum Gedenken an die Toten. In Braunschweig ist am Vormittag ein Gedenkgottesdienst in der St.-Martini-Kirche geplant, zu dem Vertreterinnen und Vertreter aller Religionsgemeinschaften eingeladen sind. Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) will dort ein Wort an die Trauernden richten. In Göttingen begehen Bürgerinnen und Bürger den bundesweiten Gedenktag am Mittag mit einer Schweigeminute. In der Landeshauptstadt Hannover wollen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) am Nachmittag Blumen niederlegen. In Wilhelmshaven pflanzt Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) einen Baum hinter dem Rathaus und in Osnabrück begeht Bischof Franz-Josef Bode am Abend einen Gottesdienst im Dom. In Lingen findet um 17 Uhr ein Gedenkandacht in der Schepsdorfer Alexander-Kirche stat.t

Ministerpräsident Weil bekräftigte den Aufruf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD), an den Abenden des Wochenendes Kerzen in die Fenster zu stellen. „Wir wollen uns bewusst machen, was wir verloren haben, aber gemeinsam auch Hoffnung und Kraft schöpfen“, sagte Steinmeier. (Quelle: NDR, BN, 18.04.21)


Vechta und Cloppenburg: Polizei ahndet viele Corona-Verstöße

Die Polizei hat erneut zahlreiche Corona-Verstöße in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta geahndet. Zwischen Sonnabend- und Sonntagmorgen leiteten die Beamten innerhalb von 24 Stunden 48 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Vor allem im Landkreis Vechta gab es Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung und das Ansammlungsverbot. Bereits von Freitag- bis Sonnabendmorgen leitete die Polizei in den beiden Landkreisen 33 Verfahren ein. Die Beschuldigten hatten sich laut Polizei nicht an die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen und privaten Raum gehalten. Der Landkreis Vechta hat seit Tagen mit über 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner die zweithöchste Inzidenz im ganzen Land, am dritthöchsten ist sie mit über 200 im Landkreis Cloppenburg.II

(Quelle: NDR, 18.04.21)


Hunderte Anzeigen nach Corona-Protest in Stuttgart

Bei den verbotenen Protesten gegen die Corona-Politik in Stuttgart hat die Polizei Hunderte Verstöße festgestellt. Mehr als 700 Menschen, die am Samstag durch die Stadt gezogen waren, seien festgehalten und identifiziert worden. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden sie angezeigt und erhielten Platzverweise. Zudem habe es mehr als 1000 Verstöße gegen die Maskenpflicht gegeben.

Zahlreiche „Querdenker“ und weitere Gegner der Corona-Politik hatten sich am Samstag trotz Demo-Verboten in Stuttgart versammelt. In der Innenstadt skandierten sie Parolen, trugen Trommeln und Fahnen. Die Beamten stoppte den Angaben nach mehrere spontane, nicht genehmigte Aufzüge und Gruppenbildungen. Dabei seien zwei Polizisten verletzt worden. Insgesamt waren rund 1000 Corona-Gegner und ungefähr 400 Gegendemonstranten in der Stadt.

Im Vorfeld hatte die Stadt zwei geplante Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen verboten und dafür Rückendeckung von den Gerichten erhalten. Noch am Samstag hatte das Bundesverfassungsgericht zwei gegen die Verbote gerichtete Eilanträge abgewiesen. Trotzdem hatte „Querdenken“ dazu aufgerufen, in die Stuttgarter Innenstadt zu kommen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. (Quelle: Tagesspiegel, 18.04.21)


AfD-Fraktionschef Gauland gegen Covid-19 geimpft

Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland (80), hat sich gegen Covid-19 impfen lassen. Ein Mitarbeiter der Fraktionschefs teilte am Freitagabend auf Anfrage mit, der AfD-Ehrenvorsitzende habe das Vakzin bereits am Donnerstag erhalten. Zu der Frage, welcher Impfstoff ihm verabreicht wurde, wolle sich Gauland nicht äußern. „Das sieht er als persönliche Angelegenheit an“, sagte sein Mitarbeiter.

Auf ihrem Bundesparteitag in Dresden hatte die AfD am vergangenen Wochenende eine Erklärung verabschiedet, in der sie die Bundesregierung und die Landesregierungen auffordert, „hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Gefahren und Langzeitfolgen der ungewöhnlich schnell zugelassenen, erstmalig auf mRNA basierenden, Impfstoffe die Bevölkerung keinerlei Risiken auszusetzen“.

In dieser „Corona-Resolution“ der AfD heißt es weiter: „Die Meldungen über alarmierend hohe Nebenwirkungen aus verschiedenen Ländern müssen ernst genommen werden, die auffällig vielen Corona-Ausbrüche und erhöhten Sterberaten nach Impfungen in Heimen untersucht werden. Die Bevölkerung ist über bestehende Risiken transparent und unvoreingenommen aufzuklären.“ (Quelle: Tagesspiegel, 18.04.21)


Emsland-Zahlen

Am Wochenende und an Feiertagen gibt der Landkreis Emsland weiterhin keine aktuellen Zahlen aus dem Landkreis mehr bekannt. Das Robert Koch Institut und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt veröffentlichen jedoch die Zahlen, die vom Landkreis aus Meppen übermittelt wurden. Diese weniger aufschlussreiche Übersicht wird aber vom privaten Nachrichtenportal NordNews mitgeteilt. Nach den Angaben des Nieders. Landesgesundheitsam betrug heute, am 18.April 2021, 9.00 Uhr die aktuelle Anzahl der Gesamt Infizierten 11.135. Am gestrigen Tag lag die Gesamtzahl der Infizierten bei 11.067. Somit gab es 68 Neuinfektionsfälle bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt damit aktuell bei 145,3.
(Quelle: Nordnews, 18.04.21)


Israel hebt Maskenpflicht im Freien auf

Gut ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie ist die Maskenpflicht im Freien in Israel aufgehoben worden. Auf den Straßen waren am Sonntagmorgen bereits viele Menschen ohne Mundschutz unterwegs. In Innenräumen, die öffentlich genutzt werden, gilt die Pflicht weiterhin. Experten gehen aber davon aus, dass sie angesichts der stark gesunkenen Infektionszahlen in einem Monat ebenfalls aufgehoben werden kann.

Erstmals seit einem Jahr wurden auch viele Schulen wieder vollständig geöffnet. Die Kinder und Jugendlichen lernen wieder in Klassenverbänden statt in kleinen Gruppen. In den Klassenräumen gilt allerdings weiterhin Maskenpflicht.

Vier Monate nach Beginn der Corona-Impfkampagne werden in dem kleinen Mittelmeerland immer weniger Neuinfektionen registriert. Die Zahl der schwer kranken Corona-Patienten ist auf etwa 200 gefallen. Ende Januar gab es davon in Israel noch etwa 1200.

Bisher haben mehr als 5,3 Millionen der etwa 9 Millionen Einwohner eine Erstimpfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhalten. Fast fünf Millionen sind vollständig geimpft. Zuletzt ist die Impfkampagne jedoch deutlich stagniert. Rund eine Million Israelis über 16 Jahren sind noch nicht geimpft. Experten warnen, dass das Land noch keine Herdenimmunität erreicht habe. (Quelle: TSP, 18.04.21)


Mehr als 100 Eingereiste aus Mecklenburg-Vorpommern verbannt

Wegen der verschärften Einreisebeschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei am Samstag in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald insgesamt 620 Fahrzeuge entlang der Landesgrenzen kontrolliert. 69 Fahrzeuge mit 112 Insassen wurden von den Beamten wieder abgewiesen, wie die Polizei bekanntgab. Insgesamt verliefen die Kontrollen demnach ruhig.

Seit November sind Hotels und Pensionen in dem bei Touristen beliebten Bundesland wieder geschlossen. Längere Urlaubsaufenthalte und selbst Tagesausflüge aus anderen Bundesländern sind seit Monaten grundsätzlich verboten. Ausnahmen soll es nach Angaben der Landesregierung nach wie vor für Besuche der Kernfamilie geben. Dazu zählen etwa Eltern, Kinder und Geschwister.

Auch wer aus einem anderen Bundesland kommt und einen Zweitwohnsitz im Nordosten hat, muss diesen bis spätestens Freitag nächster Woche verlassen, wie die Landesregierung in Schwerin am Samstag mitteilte. Dies gelte auch für Dauercamper, Kleingartenpächter sowie Bootseigentümer aus anderen Bundesländern. (Quelle: TSP, 18.04.21)


Deutschland Zahlen

 Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 19.185 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI bundesweit bei 162,3. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,7 angegeben, vor vier Wochen hatte sie noch bei 129,7 gelegen. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 67 neue Todesfälle verzeichnet. Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.855 Neuinfektionen und 104 neue Todesfälle verzeichnet. An den Wochenenden sind die gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Samstagabend bei hohen 1,22. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 122 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Inzwischen wurde fast jeder Fünfte der etwa 83 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft. Das sind knapp 20 Prozent der Bevölkerung. Den zweiten der für den vollen Schutz nötigen Impftermine hatten laut RKI-Statistik jedoch erst etwa sieben Prozent der Bevölkerung. Viele gefährdete Menschen sind jedoch weiter ohne Schutz. Das RKI sieht wegen Alter und Vorerkrankungen bei 36,5 Millionen Menschen in Deutschland ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19, davon zählt das Institut 21,6 Millionen zur Hochrisikogruppe. (Quelle: RKI, 18.04.21)


Koalitionsfraktionen wollen Infektionsschutzgesetz verschärfen

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD wollen den Entwurf der Bundesregierung zum Infektionsschutzgesetz verschärfen. Der „Welt am Sonntag“ zufolge haben die Fraktionen am Samstag verhandelt und ihre Positionen dabei angenähert. Die Union bestand nach Informationen von Reuters aus Koalitionskreisen darauf, dass die Schulen nicht erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 schließen sollen. Dies ist in dem Entwurf der Regierung vorgesehen, wird aber von Gesundheitsexperten als nicht ausreichend angesehen. Die Länderchefs wehren sich allerdings dagegen, dass der Bund Vorgaben für die Schulen schon ab einer Inzidenz von 100 machen will.

Am Sonntag wollen sich die Koalitionsfraktionen einigen. Am Montag soll es sowohl bei der SPD als auch bei der CDU/CSU Sonder-Fraktionssitzungen zum Infektionsschutzgesetz geben. Die zweite und dritte Lesung im Bundestag ist für Mittwoch vorgesehen, dann muss noch der Bundesrat zustimmen.

Als besonders umstritten gelten die bisher vorgesehenen Ausgangsbeschränkungen von 21 Uhr bis fünf Uhr morgens, gegen die einige Ministerpräsidenten Bedenken haben. Die FDP hat mit einer Verfassungsklage gedroht. „Für die SPD ist nach wie vor wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, während der Ausgangsbeschränkungen zu joggen oder vor die Tür zu gehen“, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Wiese der „Welt am Sonntag“. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte eine Ausgangssperre gefordert. (Quelle: TSP, 18.04.21)


Brasilien: Gouverneure bitten UN um Hilfe

Angesichts der außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie haben Gouverneure brasilianischer Bundesstaaten „humanitäre Hilfe“ bei den Vereinten Nationen angefragt. Sie ersuchten im Videogespräch mit der stellvertretenden UN-Generalsekretärin Amina Mohammed Hilfe beim Kauf von Impfstoffen und Intubationsmedikamenten, wie das Nachrichtenportal „G1“ am Freitagabend (Ortszeit) berichtete. „In elf Bundesstaaten fehlen Krankenhaus-Patienten Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie Sauerstoff“, sagte ein Gouverneur.

Brasilien ist einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ sprach angesichts des fehlenden politischen Willens der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro, auf die Gesundheitskrise zu reagieren, von einer „humanitären Katastrophe“. Rund 13,8 Millionen Menschen haben sich nach Daten des Gesundheitsministeriums im größten Land in Lateinamerika mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 350.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Mehr als die Hälfte der Patienten auf Covid-19-Intensivstationen waren im März jünger als 40 Jahre. „BBC Brazil“ berichtete, dass 1300 Babies an Covid-19 gestorben seien. Die Zahl der Toten überschritt in manchen Regionen Brasiliens Anfang April die Zahl der Geburten. (Quelle: TSP, 18.04.21)


Überblick zur Nacht

  • In Brasilien hat die Regierung an Frauen appelliert, erst schwanger zu werden, wenn das Schlimmste der Pandemie bestanden hat.
  • Italien will  in zehn Tagen die bestehenden Beschränken in vielen Bereichen lockern, warnt aber vor einem Wiederaufflammen der Pandemie.
  • Das Pharmaunternehmen Moderna hat Schwierigkeiten, um Großbritannien aufgrund von Problemen mit zunehmender Produktion in ihrer kontinentaleuropäischen Fabrik  zu beliefern.
  • El Salvador und Honduras erhalten für Impfstoffeinkauf und -verteilung jeweils 70 Mio. USD von der Weltbank .
  • Wissenschaftler der US-amerikanischen Firma Johnson & Johnson haben Anschuldigungen zurückgewiesen, das ihr COVID-19-Impfstoffs, das dem Oxford /Astrazeneca-Impfstoff ähnelt, mit seltenen Blutgerinnseln in Verbindung gebracht werden kann.
  • Unternehmen widersetzen sich in Argentinien neue Beschränkungen, die angesichts stark steigender Infektionszahlen angeordnet worden sind.
  • Die kanadische Provinz Ontario will zusätzliche Polizeikräfte einsetzen, um die Einhaltung von Ausgangssperren inmitten einer Rekordniveau neuer Fälle zu erzwingen.
  • Der Arzneimittelbehörde in Brasilien fehlt es an den notwendigen Informationen, um die Sicherheit und Wirksamkeit des russischen Sputnik-V-Impfstoffs nach den von Reuters angesetzten Dokumenten am Freitag zu bewerten.
  • Kirgisistan will ein pflanzliches Tonikum zur Behandlung von Covid-erkrankten verwenden,  trotz Warnungen von Experten, dass die Pflanze esein potenziell tödliches Gift enthäl. (Quelle: The Guardian, 18.04.21)


Niedersachsen: Impfkampagne geht langsam voran

In diesen Tagen und vier Monate nach Beginn der Impfungen in Deutschland bekommen in Niedersachsen vorerkrankte und behinderte Menschen Post mit Informationen zum bevorstehenden Impftermin. Auch die über 60-Jährigen sind demnächst an der Reihe.

Das Impftempo soll nach dem Willen der Landesregierung angezogen werden. Nun können sich unabhängig vom Alter viele vorerkrankte Menschen vor dem Corona-Virus schützen lassen. Selbsternanntes Ziel des Gesundheitsministeriums ist es, den Betroffenen unbürokratisch einen Impftermin zu ermöglichen. Laut Ressortchefin Daniela Behrens (SPD) werde in den nun verschickten Briefen mitgeteilt, dass diese Personen sich aus individuellen medizinischen Gründen in einem Impfzentrum oder bei einem niedergelassenen Arzt zur Impfung anmelden können.

Grundlage dafür seien Abrechnungsdaten der Krankenkassen. Die Ministerin betont: Der Datenschutz bleibe gewahrt. Die Behörden wissen demnach nicht, wer vorerkrankt ist und das Schreiben erhalten hat – die Briefe werden von den Kassen versandt. Die Grünen im Niedersächsischen Landtag kritisieren das Verfahren: Hausärzte würden dadurch ungeheuer belastet. Außerdem hätte auch gesunde und nicht vorerkrankte Menschen entsprechende Post bekommen. Diese sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums grundsätzlich impfberechtigt. Alle nun Angeschriebenen würden nicht weiter geprüft, heißt es.

Wer über 60 Jahre alt ist, soll sich laut Gesundheitsministerium ab 26. April -Montag in einer Woche- in Niedersachsen telefonisch oder online auf die Warteliste für eine Corona-Impfung mit dem Stoff von AstraZeneca setzen können. In nächster Zeit würden außerdem weitere Lieferungen des Impfstoffes von Astrazeneca erwartet, die für die über 60-Jährigen vorgesehen sind. „Dieser Impfstoff schützt ausgesprochen wirksam vor einer Covid-Infektion und schweren Krankheitsverläufen“, sagte Behrens mit Verweis auf die Empfehlung der ständigen Impfkommission (Stiko) für Impfungen mit Astrazeneca in dieser Altersgruppe. Das Risiko für schwere Nebenwirkungen sei bei den über 60-Jährigen verschwindend gering – insbesondere im Vergleich zum deutlich erhöhten Risiko einer schweren Covid-Erkrankung. (Quelle: NDR, 17.04.21)


Niedersachsen: Städte- und Gemeindebund fordert „digitalen Impfnachweis“

Unterdessen fordert der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund einen digitalen Impfnachweis. Impfausweise würden immer wichtiger, sagte der Sprecher des Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek. „Um den Bürgerinnen und Bürgern es leichter zu machen ihren Impfausweis immer bei sich zu haben, aber auch um bessere Kontrollen zu ermöglichen und gefälschte Dokumente zu vermeiden, brauchen wir dringend den digitalen Impfausweis“, so Bullerdiek am Sonnabend. Die Impfpässe in Papierform seien „ein Relikt aus vergangenen Tagen“ und nicht mehr zeitgemäß, was Handhabung und Fälschungssicherheit angeht. Je mehr Menschen nun in der Corona-Pandemie geimpft würden, desto wichtiger werde es, diese Nachweise auch zu dokumentieren.

Das Bundesgesundheitsministerium klärt zur Zeit die Details für einen geplanten digitalen Impfpass. Nach Angaben aus Regierungskreisen sollen die Menschen in Deutschland noch vor den Sommerferien einen kompletten Impfschutz über eine Smartphone-App nachweisen können. Wer sich so ausweisen kann, könnte wieder mehr Möglichkeiten haben, zum Beispiel bei Urlaubsreisen. Wer kein Smartphone hat, soll zusätzlich zum Eintrag im gelben Impfpass einen Ausdruck der digital einlesbaren Impfbescheinigung als QR-Code auf Papier bekommen. (Quelle: NDR, 17.04.21)


Emsland Zahlen

Auf der Seite des Landes Niedersachsen wird die aktuelle Anzahl der Gesamt Infizierten am heutigen Tage mit 11.067angegeben. Am gestrigen Tag waren es 10.990. Somit gab es 77 neue Infektion bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt damit bei 140,4 Ob diese Anzahl so bleibt und bestätigt wird, können wir leider erst am Montag mitteilen. Dann wird der Landkreis erneut aktuelle Zahlen bekannt geben, dessen zuständige MitarbeiterInnen sich traditionell am Wochenende im Urlaub befinden. (Quelle: Nordnews, 17.04.21)


Testpflicht entfällt für vollständig Geimpfte

In Niedersachsen gibt es schon ab Montag mehr Rechte für Geimpfte: Für Menschen mit vollständigem Impfschutz entfällt dann die Testpflicht. Wer vor mindestens zwei Wochen seine zweite Coronaspritze bekommen hat, kann zum Beispiel ohne vorherigen Coronatest zur Physiotherapie oder Verwandte in Pflegeheimen besuchen. Genauso entfällt für vollständig geimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen dann die tägliche Testpflicht. Auch hier vorausgesetzt, die zweite Spritze liegt mindestens zwei Wochen zurück.

Eine hundertprozentige Sicherheit gebe die Impfung jedoch nicht, heißt es aus der niedersächsischen Staatskanzlei. Deshalb müssten sich auch Geimpfte weiter an Abstandsregeln und Maskenpflicht halten. In Niedersachsen sind bisher nach Daten des Robert Koch Instituts (RKI) etwas mehr als 500.000 Menschen zweifach geimpft.
(Quelle: NDR, 17.04.21)


Europark: 22 infiziert, 80 Mitarbeiter in Quarantäne

In einem Unternehmen, das im sog. Europark in Laar (Landkreis Grafschaft Bentheim) angesiedelt ist, hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Das hat Emlichheims Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters am Samstag auf GN-Anfrage bestätigt.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Grafschaft Bentheim habe in dem Betrieb 22 Infizierte ermittelt und daraufhin alle rund 80 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt. „Die Mitarbeiter wohnen überwiegend in der Samtgemeinde Emlichheim, deshalb ist der Wert hier so deutlich gestiegen“, erklärte Daniela Kösters. Sie selbst sei am Freitag vom Landkreis über das Infektionsgeschehen informiert worden.

Die Zahl der aktuell Infizierten in der Samtgemeinde Emlichheim hat die Kreisverwaltung am Samstag in ihrem Internet-Dashboard auf 30 beziffert, das sind 17 Fälle mehr als noch am Freitag. Der Europark ist ein grenzüberschreitendes Gewerbegebiet, das zwischen Emlichheim und Coevorden liegt.

Nach Angaben der Kreisverwaltung handelt es sich bei den Betroffenen um Werkvertragsarbeiter aus Osteuropa. Sie sind über eine Firma, die ihren Sitz in Bayern hat, bei dem betonverarbeitenden Unternehmen im Europark eingesetzt. Die BFL Bewehrungs- & Fertigteilewerk Laar GmbH ist eine Tochtergesellschaft der niederländischen Westo Prefab Betonsystem B.V. und hat sich auf die Bewehrung und Betonfertigteile für Industrie-, Gewerbe- & Wohnungsbau spezialisiert.

Alle rund 80 Mitarbeiter seien am Mittwoch in der Corona-Schnellteststelle auf dem Festplatz an der Emslandstraße in Emlichheim getestet worden. „Dabei fielen die positiven Testergebnisse auf“, teilte Landrat Uwe Fietzek am Samstag auf GN-Anfrage mit. Die Ergebnisse seien am Tag danach im Corona-Testzentrum des Landkreises an der Enschedestraße in Nordhorn bestätigt worden. (Quelle: GN, 17.04.21)


Schüttorf: Widerstand nach Corona-Verstoß

Polizeibeamte haben nach Polizeiangaben in der Nacht zu Samstag an der Färberstraße in Schüttorf vier Männer angetroffen, die vor einem dortigen Supermarkt, eng zusammenstehend, gemeinsam Alkohol konsumierten. Für einen der vier endete die Nacht in der Gewahrsamszelle.

Nach einem ermahnenden Gespräch gegen 23.35 Uhr, entfernte sich lediglich eine der vier Personen freiwillig. Die übrigen drei Männer im Alter zwischen 35 und 40 Jahren gaben den Beamten ausdrücklich zu verstehen, mit den aktuellen Anti-Covid-Maßnahnahmen nicht einverstanden zu sein. Weder wollten sie ihre Personalien mitteilen, noch den Anordnungen den Polizisten Folge leisten. Als einer der Männer dann versuchte, sich den folgenden Maßnahmen zu entziehen, wurde er von den Beamten festgehalten. Der Mann setzte sich zur Wehr und musste überwältigt und in Gewahrsam genommen werden. Er wurde zur Dienststelle transportiert, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde. Den Rest der Nacht verbrachte er in der Gewahrsamszelle. Er musst sich nun in einem Strafverfahren verantworten. Auch die Personalien seiner beiden Begleiter stehen fest. Sie erwartet ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

(Quelle: PM, 17.04.21)


Grafschafter Zahlen

Die Zahl der Corona-Infektionen im Landkreis Grafschaft Bentheim ist noch einmal deutlich gestiegen. Die Kreisverwaltung in Nordhorn gab für Samstag 43 weitere Fälle bekannt gegeben. Damit gelten derzeit 224 Grafschafter als infiziert. Das sind 18 Fälle mehr als am Freitag und 76 mehr als vor einer Woche.
Auffällig ist das Infektionsgeschehen in der Samtgemeinde Emlichheim. Hier ist die Zahl der aktuell Infizierten im Vergleich zu Freitag um 17 auf 30 Fälle gestiegen. Ursache ist ein Corona-Ausbruch im Europark bei Laar.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist für die Grafschaft am Samstag auf 129,8 gestiegen. Vor einer Woche lag dieser Wert für den Landkreis noch bei 75,1. Er beschreibt, wie viele von 100.000 Grafschaftern sich innerhalb von einer Woche mit dem Corona-Virus infiziert haben. Weil diese Zahl in den vergangenen Tagen teils deutlich über dem kritischen Wert von 100 lag, hat der Landkreis neue Regeln erlassen, die ab Montag gelten.

Insgesamt haben sich seit Pandemiebeginn in der Grafschaft 4.444 Bürger mit dem Corona-Virus infiziert. 4.110 Grafschafter gelten inzwischen als wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 ist seit Karfreitag, 2. April, in der Grafschaft unverändert und liegt bei 110. In Quarantäne mussten sich aktuell 726 Grafschafter begeben, das sind 121 mehr als am Freitag.

Von den insgesamt 224 aktuellen Corona-Fällen entfallen 62 (-1) auf die Stadt Nordhorn. (Quelle: GN, 17.04.21)


Niedersachsen-Zahlen

Am Sonnabend, 17. April, hat das Nieders. Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.683 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Landesweit wurden innerhalb eines Tages fünf weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.120. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 220.096 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt im Landesdurchschnitt ähnlich hoch wie am Vortag und liegt bei 124,6 Fällen je 100.000 Einwohner (am Tag zuvor lag sie bei 125,6). (Quelle: NDR, 17.04.21)


Keine Ausflüge: Einreise-Sperre für zwei Regionen in MV

Zwei besonders beliebte Ausflugsgebiete – die Mecklenburgische Seenplatte und die Insel Usedom (Kreis Vorpommern-Greifswald) – sind für Besucher aus anderen Regionen gesperrt. Betroffen sind Menschen aus anderen Bundesländern und auch aus anderen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns, die ohne „triftigen Grund“ anreisen. Darauf haben die Kreisverwaltungen in Greifswald und Neubrandenburg am Freitag hingewiesen. Grund für die Sperren sind die hohen Infektionszahlen. Als „triftige Gründe“ zählen vor allem berufliche Tätigkeiten oder ein Besuch der Kernfamilie. Das Aufsuchen einer Zweitwohnung gehört nicht dazu. Für dieses Wochenende hat die Polizei Kontrollen angekündigt.

Vom 19. April an soll es nach dem Willen der Schweriner Landesregierung ein landesweites Einreiseverbot für Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper, die bisher einreisen dürfen, geben. (Quelle: NDR, 17.04.21)


Deutschland-Zahlen: R-Wert bei 1,24

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 23.804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 219 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

In seinem aktuellen Lagebericht von Freitagabend schreibt das RKI: „Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort.“ Besonders in den jüngeren Altersgruppen seien die Zahlen gestiegen.

Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.097 Neuinfektionen und 246 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen bundesweit bei 160,7. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,1 angegeben, vor vier Wochen hatte sie noch bei 99,9 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.123077 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 765100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79.847.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 1,24 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 124 weitere Menschen anstecken. „Der Sieben-Tage-R-Wert liegt über 1. Dies bedeutet weiterhin eine Zunahme der Fallzahlen“, hieß es im Lagebericht. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(Quelle: RKI, 17.04.21)


Notbremsengesetz: Bühnenverein sieht Rolle der Kultur erneut erschüttert

Mit den in der Novelle des Impfschutzgesetzes vorgesehenen Schließungen sieht der Bühnenverein die Stellung der Kultur erneut erschüttert. „Wer den Begründungstext für die Kulturklausel liest, in dem steht, dass man das machen kann, weil es ja Hilfsprogramme für die Einnahmeausfälle gibt, der möchte die Debatte über die Frage, ob Politik eigentlich die Rolle und den Wert von Kultur versteht, nochmal neu führen“, kritisierte der Präsident des Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda. „Wenn das tatsächlich der gesamte Abwägungsraum sein soll, dann halte ich das für ein fatales Zeichen“, sagte der SPD-Politiker der dpa in Berlin.

Die Gesellschaft müsse sich immer wieder klar machen, „dass wir uns mit den aktuellen Beschränkungen auf einer ideellen Basis so viel mehr nehmen als nur die Einnahme- und Erlösoptionen für Künstler und Kulturinstitutionen“. Dafür müsse die Politik auch ein Bewusstsein schaffen. „Wenn wieder mal nicht gezeigt wird, dass es sich um einen besonderen gesellschaftlichen Bereich handelt, dann wird das wieder Akzeptanzprobleme schaffen, die einfach unnötig sind und die man verhindern könnte, wenn man sensibel wäre für das Ideelle, für das eben nicht bloß materiell Erfassbare.“ (Quelle: FAZ, 17.04.21)


Indien mitten in neuer Welle 

Indien meldet mit 234.692 Corona-Neuinfektionen erneut einen Höchstwert. Insgesamt wurde bei fast 14,5 Millionen Menschen das Coronavirus nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt.

Indien mit seinen rund 1,35 Milliarden Einwohnern weist damit weltweit die zweitmeisten Ansteckungsfälle auf, nach den USA, die mehr als 32 Millionen Fälle verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt in Indien um 1341 auf 175.649. Die Dunkelziffer sowohl bei den Infektionen wie bei den Opferzahlen dürfte Experten zufolge jedoch ein Vielfaches der gemeldeten Werte betragen.

Bereits seit Anfang der Woche fliehen Tagelöhner zu zehntausenden aus den indischen Großstädten, wie bereits vor einem Jahr (Quellen: FAZ, NYT, 17.04.21)


Schwimmverband: Folgen werden ein Riesenproblem für uns

Der Präsident des Deutschen Schwimm-Verbands, Marco Troll, macht sich große Sorgen um das Schwimmen im Breitensportbereich. „Die Folgen des Coronavirus werden noch ein Riesenproblem für uns werden“, sagte der Freiburger der Deutschen Presse-Agentur. „Bei über 2000 Vereinen im Deutschen Schwimm-Verband sitzen die Schwimmerinnen und Schwimmer im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen“, sagte Troll und ergänzte: „Da sind wir auf die Politik angewiesen. Wir haben schon versucht, über Briefe an die Bundesregierung und die Länderchefs Argumente vorzubringen, dass das Schwimmen nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung ist. Das wurde leider nicht aufgegriffen.“ Als „Hauptproblem“ nannte Troll:

„Die Kinder können nicht schwimmen lernen. Die Vereine dürfen es nicht anbieten, und die Bäder stehen nicht zur Verfügung.“

Zudem befürchtet der DSV-Chef einen Mitgliederschwund in den Vereinen. „Damit gehen natürlich finanzielle Probleme einher, weil die Mitgliedsbeiträge fehlen.“ (Quelle: FAZ, 17.04.21)


Peru: Vorgedrängelt, jetzt 10 Jahre Ämtersperre

Weil er sich beim Impfen vorgedrängelt hatte, darf der frühere peruanische Präsident Martín Vizcarra für zehn Jahre keine öffentlichen Ämter bekleiden. Vizcarra hatte sich Ende vergangenen Jahres außer der Reihe mit dem Vakzin des chinesischen Herstellers Sinopharm gegen das Coronavirus impfen lassen. Daher verhängte der Kongress des südamerikanischen Landes am Freitag die Ämtersperre gegen den ehemaligen Staatschef (2018-2020). Damit kann der 58-Jährige auch sein Parlamentsmandat nicht wahrnehmen, das er bei der Wahl am vergangenen Sonntag errungen hatte. Vizcarra war noch während seiner Amtszeit als Präsident geimpft worden.

Der Ex-Staatschef ist aber nicht der einzige, den der Bannstrahl des Parlaments traf. Die frühere Außenministerin Elizabeth Astete wurde für ein Jahr gesperrt und die ehemalige Gesundheitsministerin Pilar Mazzetti für acht Jahre. In den Skandal „Vacuna-Gate“ (Impf-Gate) sind knapp 500 Politiker, Funktionäre und Beamte verwickelt. Sie sollen sich bei der Impfkampagne vorgedrängelt haben. Ihrer Darstellung nach haben sie hingegen noch während der Testphase freiwillig an klinischen Studien teilgenommen und wurden deshalb geimpft. Im Falle Vizcarras hatte die zuständige Universität in Lima dies ausdrücklich dementiert.

Vizcarra wurde im vergangenen Jahr vom Kongress des Amtes enthoben. Der Ex-Präsident war in seiner Regierungszeit immer wieder mit dem Parlament aneinander geraten. Er warf den Abgeordneten vor, seine Bemühungen im Kampf gegen die Korruption auszubremsen. (Quelle: FAZ, 17.04.21)


Kanada: Ontario verschräft Regeln massiv

Angesichts eines sprunghaften Anstiegs der Corona-Fälle haben die Behörden der kanadischen Provinz Ontario die Corona-Regeln verschärft. „Das Tempo unserer Impfkampagne hat nicht mit der Verbreitung der neuen Covid-Varianten Schritt gehalten“, sagte Ontarios Regierungschef Doug Ford vor Journalisten. Zu den strikteren Maßnahmen zählt demnach ein Verbot von nicht notwendigen Reisen innerhalb der Provinz.

Ford verlängerte den derzeit geltenden Lockdown um zwei Wochen bis zum 19. Mai. Die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch verlassen, um ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Die Grenzen zu den Nachbarprovinzen Quebec und Manitoba werden ab Montag für nicht notwendige Reisen geschlossen. Die Provinz mit 14 Millionen Einwohnern hatte am Freitag 4812 neue Corona-Fälle und 25 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert. (Quelle: FAZ, 17.04.21)


Johnson & Johnson: Impfstoff verursacht keine Blutgerinsel

Wissenschaftler der US-Firma Johnson & Johnson haben die Behauptungen zurückgewiesen, dass das Design des Covid-19-Stichs, der dem Oxford / AstraZeneca-Impfstoff ähnelt, möglicherweise der Grund dafür ist, dass beide mit seltenen Blutgerinnseln in Verbindung gebracht werden

Die USA haben ihre Verteilung Anfang dieser Woche unterbrochen, um sechs Fälle von seltenen Blutgerinnseln bei US-Frauen zu untersuchen, von 7 Millionen, die den Impfstoff erhalten haben.

Die Gerinnsel ähneln den 169 Fällen in Europa aus dem Oxford / AstraZeneca-Impfstoff aus 34 Millionen Dosen. Beide basieren auf einer neuen Technologie, die eine modifizierte Version von Adenoviren, die Erkältungen verursachen, als Vektoren verwendet, um Anweisungen zu menschlichen Zellen zu befördern.

Reuters berichtete, dass Wissenschaftler des Pharmaunternehmens in einem Brief an ein US-amerikanisches Medizinjournal am Freitag einen Fallbericht widerlegten, der besagte, dass die Blutgerinnsel auf die Verwendung von adenoviralen Vektoren zurückzuführen sein könnten.

Macaya Douoguih, ein Wissenschaftler der Janssen-Impfstoffabteilung von J & J, sagte, dass die in seinem Impfstoff und dem AstraZeneca-Schuss verwendeten Vektoren „wesentlich unterschiedlich“ seien und dass diese Unterschiede zu „ganz unterschiedlichen biologischen Wirkungen“ führen könnten. (Quelle: the Guardian, 16.04.21)


Hirnthrombosen: Ohne Impfung 100 mal höher

Britische Forscher haben die Wahrscheinlichkeit für Hirnthrombosen bei Impfungen und Covid-Erkrankungen verglichen. Impfungen bergen demnach ein geringeres Risiko.

Das Risiko für seltene Hirnvenenthrombosen ist nach einer Covid-19-Erkrankung etwa 100-mal höher als normalerweise. Die Gefahr ist damit um ein Vielfaches größer als nach einer Impfung gegen Covid-19 oder nach einer Grippe, teilte die britische Universität Oxford mit.

Die seltenen Blutgerinnsel, die zu lebensgefährlichen Durchblutungsstörungen führen können, sind nach Impfungen mit dem von Forschenden der gleichen Universität entwickelten und vom schwedischen Pharmaunternehmen Astrazeneca vertriebenen Impfstoff häufiger aufgetreten als bei Ungeimpften. Die Europäische Arzneimittelbehörde bewertet nach ihrer Untersuchung der Fälle den Nutzen der Impfung höher als das Risiko durch die seltene Nebenwirkung. Deutschland und andere Länder haben die Impfungen mit dem Präparat jedoch beschränkt. Wie das Team um Paul Harrison und Maxime Taquet nun berichtet, wurden Fälle von Hirnvenenthrombosen auch nach Impfungen mit den RNA-basierten Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna verzeichnet.

Die Forschenden verglichen das Auftreten in den zwei Wochen nach der Diagnose von Covid-19 mit dem Auftreten nach einer ersten Impfdosis, nach einer Grippeerkrankung und ohne Erkrankung oder Impfung in der Allgemeinbevölkerung.

In die Auswertung flossen Daten von über 500.000 Covid-19-Patienten ein. Hirnvenenthrombosen traten mit einer Häufigkeit von hochgerechnet 39 Fällen pro Million Patienten auf. Das Risiko ist damit etwa acht- bis zehnmal größer als nach einer Impfung.

Unter etwa 480.000 Personen, die mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna immunisiert worden waren, beträgt die Quote vier pro Million. Nach der Impfung mit dem Vektorimpfstoff von Astrazeneca liegt sie mit fünf Fällen pro Million Geimpfter nur geringfügig höher. Zum Vergleich: Die für den Zeitraum von zwei Wochen berechnete Quote in der Allgemeinbevölkerung beträgt etwa 0,4 Fälle pro Million.

Die Universität weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass die Vergleiche „mit Vorsicht interpretiert werden müssen“. Die Daten stammten aus unterschiedlichen Quellen und es gingen weiterhin neue ein, was die Zahlenwerte verändern könnte. Beim insgesamt seltenen Auftreten der Nebenwirkung können wenige neue Fälle die Verhältnisse stark verändern.

Die Studie wurde bislang nicht in einem medizinischen Fachjournal veröffentlicht. Das Forschungsteam hat die Daten auf der Webplattform OSF des Centers for Open Science veröffentlicht. Die Ergebnisse wurden noch nicht unabhängig begutachtet.

Dass das Risiko der Hirnvenenthrombosen selbst bei Covid-19-Patienten unter 30 Jahren stark erhöht wird, solle bei der Abwägung von Risiken und Nutzen der Impfung berücksichtigt werden, sagen die Forschenden. Sie regen an, weiter zu erforschen, ob die Hirnvenenthrombosen nach Covid-19 auf die gleiche Weise entstehen wie nach Impfungen.

(Quelle: TSP, 16.04.21)


Brasilien bittet Frauen, nicht schwanger zu werden

Ein  führender Berater des Gesundheitsministeriums in Brasilien hat Frauen aufgefordert, die Schwangerschaft zu verschieben, bis die schlimmste Pandemie vorüber ist, und erklärt, dass die das Land betreffende Variante werdende Mütter stärker betreffen kann als frühere Versionen des Virus.

Laut Nachrichtenagentur Reuters sagte Raphael Parente, ein führender Beamter des Gesundheitsministeriums in Brasilia, zu einer Pressekonferenz: „Wenn es möglich ist, schieben Sie die Schwangerschaft ein wenig auf – bis zu einem besseren Zeitpunkt. Die klinische Erfahrung von Spezialisten zeigt, dass diese neue Variante bei schwangeren Frauen aggressiver wirkt.“

Er fügte hinzu, dass die Probleme teilweise auf den Druck auf das Gesundheitswesen zurückzuführen sei, aber auch auf eine leichter übertragbare brasilianische Variante.

Die brasilianischen Krankenhäuser brechen unter der Belastung zunehmend zusammen und die Vorräte an Medikamenten, die zur Intubation schwerkranker Patienten benötigt werden, gehen gefährlich zur Neige. Brasilien hat sich an internationale Partner gewandt, um Hilfe bei der Notfallversorgung zu erhalten. Daten zeigen, dass die jüngste Welle mehr jüngere Menschen betrifft. Inzwischen sind mehr als 350.000 Menschen im Land gestorben.  (Quelle: The Guardian, 16.04.21)


Hausärzte können in letzter Aprilwoche doppelt so viele Menschen impfen
als in den drei Wochen zuvor

Die niedergelassenen Ärzte können laut Bundesgesundheitsministerium in den kommenden Wochen mit deutlich mehr Impfstoffen rechnen als bisher. Das Ministerium verwies am Freitag in Berlin auf zusätzliche Lieferungen der Hersteller Biontech/Pfizer ab dem 26. April. Diese sollen bis Juni demnach weiter zunehmen.

Den noch unverbindlichen Prognosen des Gesundheitsressorts zufolge dürften die Arztpraxen in der letzten Aprilwoche mehr als zwei Millionen Biontech-Impfdosen erhalten. Dies wäre mehr als doppelt so viel als in dieser und in der vergangenen Woche. Für die kommende Woche wurden allerdings lediglich 462.000 Biontech-Impfdosen angekündigt, dazu 554.000 von Astrazeneca. (Quelle: TSP, 16.04.21)


Überblick am Abend

  • Hunderttausende schwangere Frauen in Großbritannien haben grünes Licht für einen Covid-Impfstoff erhalten, was von Angehörigen und Aktivisten begrüßt wird.
  • Betreiber von Bestattungsunternehmen protestierten in Rom gegen eine verzweifelte Situation, nachdem 2.000 Verstorbene allein in der italienischen Hauptstadt Wochen oder sogar Monate auf ihre Einäscherung warten.
  • Chinas Coronavac-Impfstoff ist zu 67 % wirksam bei der Vorbeugung von symptomatischem Covid-19 und zu 80 Prozent bei der Vorbeugung von Todesfällen.
  • Der Guardian berichtet, dass nach seinen Recherchen der erste der 77 in Großbritannien gefundenen Fälle der indischen Variante B. 1617 des Coronavirus in Proben aus Februar nachgewiesen wurde.
  • Angela Merkel erhielt ihre erste Dosis des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca, mehr als zwei Wochen nachdem die deutschen Behörden die Verwendung des Vakzins nur für Personen ab 60 Jahren empfohlen hatten.
  • Ein US-Gremium wird nächste Woche erneut zur Erörterung zusammentreten, ob die Pause bei der Verwendung der Covid-19-Impfstoffe von Johnson & Johnson fortgesetzt werden soll.
  • Frankreich hat praktisch 100% der Bewohner von Altersheimen zumindest ein Mal geimpft, und drei Viertel haben zwei Impfungen erhalten.
  • Lettland hat ein Covid-19-Impfprogramm begonnen, mit dem jeder, der dies wünscht, den AstraZeneca-Impfstoff erhalten kann, um einen wachsenden Rückstand bei dem von älteren Menschen häufig abgelehnten Schuss zu beseitigen. (Quelle: The Guardian, 16.04.21)

GB: Impfkommission empfiehlt Biontech und Moderna für Schwangere

In Großbritannien sollen Schwangere ihre Impfungen mit den Vakzinen von Pfizer/Biontech oder Moderna erhalten. Das empfiehlt die Impfkommission des Landes. Ihren Angaben zufolge liegen bei diesen beiden Impfstoffen bislang mehr Daten aus der Praxis vor, die die Sicherheit der Mittel zeigen. Die Experten verweisen darauf, dass in den USA bislang rund 90.000 Schwangere geimpft worden seien, hauptsächlich mit den zwei Vakzinen. Dabei sei es zu keinen Sicherheitsbedenken gekommen. (Quelle: TSP, 16.04.21)


RKI: Großbritannien nicht mehr Risikogebiet, jetzt aber die Algarve

Großbritannien gilt nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Auf der vom Robert-Koch-Institut am Freitag veröffentlichten Liste wurde das Vereinigte Königreich als Risikogebiet gestrichen. Gleiches gilt für die Regionen Mid-West und South-East in Irland, die Region Pirkanmaa in Finnland und Barbardos.

Neu als Risikogebiete eingestuft wurden dagegen die bei Touristen beliebte Algarve in Portugal sowie die zu dem Land gehörenden Azoren, die autonome Gemeinschaft Kastilien-La Mancha in Spanien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die zuvor bereits Hochinzidenzgebiet waren. Als Hochinzidenzgebiet gilt nun Argentinien.

Für Einreisen aus allen Corona-Risikogebieten gelten rechtliche Vorgaben für Kontrollen, Test- und Quarantänepflichten. Bei Hochinzidenzgebieten und bei den Gebieten, in denen Varianten des Coronavirus häufig vorkommen, sind diese Vorgaben besonders streng. (Quelle: TSP, 16.04.21)


Ab Montag: Münster zieht Notbremse

Ab Montag gelten in Münster überraschend neue Corona-Regeln. Die Notbremse greift, und das obwohl der Inzidenzwert eigentlich nur zwei Tage in Folge über der kritischen Grenze von hundert lag. So stand es jedenfalls ursprünglich in der Statistik des Landesamts für Gesundheit. Doch nachdem die Behörde nun noch einige Fälle nachgetragen hat, ergeben sich für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Werte von über hundert (aktuell 105,6). Das habe auch den Krisenstab überrascht, meldet die Stadt. Aber ändern lässt es sich nun nicht.

Nach der Notbremse, die Bund und Länder vereinbart hatten, müssten Geschäfte, Museen, der Zoo und Friseursalons nun schließen. Aber weil die NRW-Landesregierung es sich nachträglich noch mal anders überlegt hat, ändert sich ab Montag nur eines: Man braucht einen aktuellen negativen Schnelltest, um die öffentlichen Angebote nutze zu können. Wo das überall nötig ist, steht in dieser Übersicht der Stadt.

Im Vergleich zu anderen Städten im Land entwickeln sich die Zahlen in Münster recht moderat. Die durchschnittliche Inzidenz in NRW ist am Freitag auf 162,7 geklettert. Und wenn es stimmt, was Karl-Josef Laumann am Freitagmorgen im WDR gesagt hat, werden wir uns in den kommenden Wochen auf höhere Zahlen einstellen müssen. Das klingt allerdings auch ein wenig nach Kapitulation. Denn vieles von dem, was Fachleute fordern, zum Beispiel strengere Regeln in Büros, soll offenbar möglichst vermieden werden.

Noch ein Blick auf die Situation in Münster: Im Haus der Wohnungslosenhilfe an der Bahnhofstraße hat die Situation sich im Laufe der Woche weiter verschärft. Eine der 31 infizierten Personen dort ist gestorben, schreibt die Stadt in einer Mitteilung an die Fraktionen. Danach hat sich der Zustand bei einigen Infizierten verschlechtert, drei liegen im Krankenhaus. Die Zahl der Infektionen in der Obdachlosenunterkunft ist auf 42 gestiegen, drei davon gehören zum Reinigungspersonal. (Quelle: Rums, 16.04.21)


USA: Mehr als 200 Millionen Dosen verabreicht

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne in den USA Mitte Dezember sind bereits mehr als 200 Millionen Impfungen verabreicht worden. Rund 49 Prozent aller Erwachsenen bekamen bislang mindestens eine Impfdosis, 31 Prozent sind bereits voll geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC am Freitag zeigten. Insgesamt wurden demnach bislang 202,3 Millionen Dosen verspritzt.

In den USA ist neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen je zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson zugelassen, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Im Schnitt werden in den USA derzeit täglich gut 3 Millionen Menschen geimpft. Präsident Joe Biden hat versprochen, bis Ende Mai genug Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen in den USA zu haben.

Die Impfkampagne war im Dezember zunächst erst schleppend angelaufen, nahm dann aber Fahrt auf. Biden, der seit 20. Januar Präsident ist, hat versprochen, dass in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit rund 200 Millionen Impfungen verabreicht werden sollen. Dieses Ziel dürfte kommende Woche erreicht werden – also noch vor dem Stichtag am 29. April.
(Quelle: TSP, 16.04.21)


Charité versorgt mehr als 100 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

Die Zahl der Covid-19-Intensivfälle in Berlin ist zwar weitgehend stabil – doch unter diesen aktuell 308 Patienten gibt es besonders viele schwere Verläufe. So werden an der Charité derzeit 105 Covid-19-Patienten versorgt.

Zum ersten Mal in der dritten Welle ist nun eine dreistellige Zahl an Betten auf Charité-Intensivstationen mit Coronafällen belegt, von denen fast 95 invasiv beatmet werden müssen.

Die landeseigene Universitätsklinik ist nach einer Vereinbarung mit dem Senat im Frühjahr 2020 als sogenanntes Level-I-Krankenhaus für die schwersten Covid-19-Fälle der Hauptstadtregion zuständig. Auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemiewelle zur Jahreswende versorgten die Intensivstationen der Charité-Campusse in Steglitz, Mitte und Wedding zugleich fast 170 Covid-19-Patienten.

Davon ist Berlin noch entfernt. Doch Ärzte weisen darauf hin, dass die an dem Lungenleiden Erkrankten deutlich jünger sind als noch vergangenes Jahr – und dass die Verläufe der Erkrankung oft schwerer seien. Während die Zahl aller Corona-Patienten in Berliner Krankenhäusern, also auch der auf Normalstationen, von Donnerstag zu Freitag leicht sank (von 740 auf 721 Patienten), bleibt der Anteil derjenigen, die invasiv beatmet werden müssen, mit 260 Patienten hoch. (Quelle: TSP, 16.04.21)


Corona trifft Herz von Leistungssportlern

Corona trifft das höchste Gut eines Leistungssportlers: seinen Körper. Eine US-Studie hat das Risiko von Herz­muskelentzündungen herausgearbeitet.

Das Ergebnis: 5 von 789 mit Covid-19 infizierten Profisportlern aus den großen US-Ligen entwickelten in der bislang größten Studie über kardiale Auswirkungen des Virus eine entzündliche Herzerkrankung, wobei drei Fälle als Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und zwei als Perikarditis (Herzbeutelentzündung) identifiziert wurden; Daten aus den Monaten Mai bis Oktober wurden hierbei herangezogen und im Journal of American College of Cardiology veröffentlicht.

Das Coronavirus ist bekannt dafür, bisweilen für Thrombosen und entzündliche Prozesse im Gefäßsystem zu sorgen, das Virus kann aber auch das trainierte Sportlerherz schädigen. Das ist eh anfällig für Virusinfektionen, wie eine deutsche Studie aus dem Jahr 2016 gezeigt hat (Europäische Zeitschrift für präventive Kardiologie): In einem 30-Monats-Zeitraum wurden 144 sportbedingte plötzliche Herztode, zumeist aus dem Nichtleistungssportbereich, aufgezeichnet. Die Gesamtinzidenz betrug 1,2 bis 1,5 Fälle pro eine Million Menschen pro Jahr, wobei 97 Prozent Männer waren. Fußball und Laufen waren die gängigsten Disziplinen. Bei Probanden, die jünger als 35 Jahre alt waren, überwog die Myokarditis.

Dass letztere Diagnose im Zuge der Coronapandemie häufiger gestellt werden muss, darauf deuten auch die Fälle des Eishockeyprofis Janik Möser aus Wolfsburg und der Para-Tischtennisspielerin Juliane Wolf. Mösers Symptome: Kopf- und Gliederschmerzen, ein leichter Schnupfen. Nach vier Tagen war der 25-Jährige wieder symp­tomfrei. Eher zufällig wurde die Herzmuskelentzündung diagnostiziert. Auch Wolf hatte milde Symptome, trotzdem zeigten sich bei einer MRT-Untersuchung Auffälligkeiten. Im Fall dieser Diagnose empfehlen Ärzte eine Sportpause von drei bis sechs Monaten.

Das tun auch die Autoren der US-Studie. David Engel, Kardiologe am Irving Medical Center der Columbia University und einer der Hauptautoren des Papiers, sagt, die Ergebnisse stimmten mit aktuellen Einschätzungen überein, dass eine mögliche Erkrankung des Herzens durch Covid-19 mit der Schwere der Symptome korreliere. Die Studie umfasste infizierte und asymptomatisch infizierte Athleten.Alle fünf Fälle von Herzerkrankungen zeigten Symptome, die „die empirischen Definitionen einer leichten Covid-19-Erkrankung erfüllten“. Die Mediziner warten nun auf die Auswertung eines größeren Datenpakets. Vor allem bei kleinen Untersuchungsclustern sind die Ergebnisse nicht sehr valide. Eine Studie der Ohio State University machte im Herbst Schlagzeilen, als Forscher herausfanden, dass vier von 26 Athleten – oder 15 Prozent – nach Covid-19 Anzeichen einer Myokarditis hatten. Eine spätere Studie der Universität von Wisconsin ergab zwei Fälle bei 145 Athleten.David Engel gibt allerdings einen positiven Ausblick. „Beruhigend war, dass alle Athleten, die das Herz-Screening durchlaufen haben, eine sichere Rückkehr zum Spiel erreichen konnten. Diese Athleten spielen offensichtlich immer noch, und es geht ihnen gut.“ (Quelle: taz, 16.04.21)


Arztpraxen bekommen Ende April keinen Astrazeneca-Impfstoff

Die Arztpraxen in Deutschland erhalten in der letzten Aprilwoche keinen Astrazeneca-Impfstoff mehr. Es seien in der Tat Dosen des Herstellers weggefallen, bestätigte das Gesundheitsministerium am Freitag. Insgesamt sollen die Praxen in der 17. Kalenderwoche – also zwischen dem 26. April und 2. Mai – gut zwei Millionen Impfdosen erhalten. Diese kommen dem Ministerium zufolge nun ausschließlich von Biontech, das zuletzt zusätzliche Lieferungen zugesagt hatte. Beim Impfgipfel vor einem Monat waren den Praxen für die letzte Aprilwoche sogar über drei Millionen Dosen in Aussicht gestellt worden, also eine Million mehr als jetzt geplant. Das Ministerium verwies hier auf die Unsicherheiten bei den Zusagen der Hersteller. (Quelle: TSP, 16.04.21)


EMA legt Dienstag Gutachten zu Impfstoff von Johnson & Johnson vor

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will am Dienstag ihren Bericht über mögliche Hirnvenen-Thrombosen durch den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vorlegen. Das kündigte sie am Freitag in Amsterdam an. Nachdem in den USA nach rund sieben Millionen Impfungen sechs Fälle von Blutgerinnseln bekannt geworden waren, waren Impfungen mit diesem Präparat in mehreren Ländern vorläufig ausgesetzt worden. Die Experten des Sicherheitsausschus