Deutschlands größtes Impfzentrum schließt

Deutschlands größtes Impfzentrum hat an seinem letzten Tag noch einmal regen Zulauf gehabt. Bis Dienstagnachmittag kamen rund 3200 Menschen zu der Einrichtung in den Hamburger Messehallen, wie der Ärztliche Leiter Dirk Heinrich der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bis zur endgültigen Schließung um 20.00 Uhr wurden insgesamt rund 6000 Frauen und Männer erwartet, wobei der Großteil eine Zweitimpfung von Biontech erhalten sollte. Kurzentschlossene konnten sich auch eine Einmalimpfung mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson geben lassen.

Seit der Eröffnung wurden nach Angaben der Sozialbehörde gut 1,16 Millionen Impfungen verabreicht. Neben dem Impfzentrum wird unter anderem in Kliniken, Arztpraxen, Unternehmen und Schulen geimpft. Darüber hinaus soll es Sonder-Impfaktionen etwa in Kirchengemeinden, Bürgerhäusern, Einkaufszentren und bei Fußballspielen geben. Der Fußball-Zweitligist Hamburger SV etwa bietet am 3. September und am 1. Oktober im VIP-Bereich des Volksparkstadions Impfungen an. Teilnehmer werden zu einer kostenfreien Stadionführung eingeladen und erhalten am ersten Tag zudem einen Rabatt im Fanshop. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Frankreich peilt 18 Millionen Drittimpfungen bis Anfang 2022 an

Frankreich will einem Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums zufolge bis Anfang 2022 etwa 18 Millionen Menschen ein drittes Mal geimpft haben. Davon sollten 12,4 Millionen Auffrischungsimpfungen noch in diesem Jahr verabreicht werden. In Frankreich ist die Impfung nach offiziellen Daten bei gut 65 Prozent der Bevölkerung abgeschlossen. Zuletzt wurden 19.425 Neuinfektionen und 134 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Slowakei beendet Impfungen mit russischem Corona-Impfstoff Sputnik V

Die Slowakei hat die Verwendung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V offiziell beendet. Wie das Gesundheitsministerium in Bratislava mitteilte, erhielten am Dienstag die letzten sechs Menschen den Vektorimpfstoff. Die Slowakei war nach Ungarn das zweite EU-Land, das Sputnik im Rahmen seiner Corona-Impfkampagne eingesetzt hatte. Das Vakzin ist von der EU-Arzneimittelbehörde EMA nicht zugelassen.

Eine Sprecherin des slowakischen Gesundheitsministeriums sagte, insgesamt seien mehr als 18.500 Menschen in der Slowakei mit Sputnik geimpft worden. Im März hatte die Slowakei 200.000 Dosen des Sputnik-Impfstoffs gekauft. Die Entscheidung löste eine politische Kontroverse in dem Land aus. Die Nachfrage nach dem Vakzin blieb gering. Im Juli kaufte Russland 160.000 ungenutzte Impfstoffdosen von Bratislava zurück. Der Streit um den Kauf der 200.000 Sputnik-Dosen hatte zum Rücktritt des damaligen Ministerpräsidenten Igor Matovic und seines Gesundheitsministers Marek Krajci geführt. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Irland kündigt weitere Corona-Lockerungen an

In Irland sollen am 22. Oktober fast alle verbleibenden Corona-Maßnahmen aufgehoben werden. Voraussetzung ist, dass bis dahin 90 Prozent der Erwachsenen vollständig gegen das Virus geimpft sind und die Zahl der Neuinfektionen stabil bleibt. Das beschloss das Kabinett des EU-Mitgliedstaates am Dienstag in Dublin, wie der Sender RTÉ und die Zeitung „Irish Times“ berichteten. Allerdings bleibt die Maskenpflicht in Gesundheitseinrichtungen sowie in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr bestehen.

Bereits vom 6. September an sind mehr Teilnehmer bei Veranstaltungen erlaubt. Bei religiösen Zeremonien können dann bis zu 50 Prozent der Plätze besetzt werden. Ansonsten gibt es Unterschiede je nach Impfstatus der Teilnehmer: Sind alle geimpft, ist im Freien eine Kapazität von 75 Prozent und in geschlossenen Räumen von 60 Prozent erlaubt. Die Veranstaltungsbranche kritisierte die Pläne und forderte eine wissenschaftliche Begründung dafür, dass bei vollständig geimpften Teilnehmern keine volle Auslastung erlaubt wird.

Am Dienstag meldeten die Behörden 1382 Neuinfektionen, knapp 100 mehr als am Vortag. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen ging um 17 auf 344 zurück. Bisher sind gut 3,1 Millionen der insgesamt etwa 5 Millionen Einwohner vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Kuba will Schulen erst nach Corona-Impfung aller Schüler wieder öffnen

Die kubanische Regierung will die Schulen des Landes nicht öffnen, bevor jedes Kind gegen das Coronavirus geimpft ist. Wie die Bildungsministerin Ena Elsa Velázquez am Dienstag mitteilte, soll das neue Schuljahr am kommenden Montag mit Distanzunterricht beginnen. Die Regierung habe zudem einen dreistufigen Zeitplan für die Impfung der Schüler beschlossen.

Die kubanische Regierung führt derzeit klinische Studien an Kindern mit den selbstentwickelten Impfstoffen Abdala und Soberana durch. Ziel ist, Kinder ab drei Jahren gegen das Coronavirus zu immunisieren. Wegen der Pandemie sind die Schulen des Landes seit März vergangenen Jahres nahezu durchgehend geschlossen. Statt Präsenzunterricht müssen die Schüler mit Unterricht am Fernseher vorlieb nehmen.

Wegen der Delta-Variante kämpft das kubanische Gesundheitssystem derzeit gegen die bislang schlimmste Infektionswelle in dem kommunistisch regierten Inselstaat. Das seit den 1960er Jahren unter US-Sanktionen stehende Land entwickelt bereits seit Jahrzehnten eigene Impfstoffe – die Corona-Vakzine Abdala und Soberana werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings nicht anerkannt. Die Corona-Impfkampagne blieb bislang hinter den Zielen der Regierung zurück: Statt der anvisierten 70 Prozent sind derzeit nur rund 30 Prozent der Bevölkerung geimpft. Deshalb setzt Kuba nun auch auf den Sinopharm-Impfstoff aus China.(Quelle: TSP, 31.08.21)


In Sachsen sollen Corona-Auffrischungsimpfungen vulnerable Gruppen schützen

Sachsen startet am Mittwoch mit Drittimpfungen gegen das Coronavirus. Empfohlen werde die Auffrischungsimpfung für alle vollständig geimpften Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Dresden mit. Dazu zählten über 70-Jährige sowie Personen mit bestimmten Grunderkrankungen. Jede Auffrischung der Coronaschutzimpfung sollte im Abstand von mindestens sechs Monaten nach der erfolgten vollständigen Impfung verabreicht werden.

Die dritte Coronaimpfung könne nach ärztlichem Ermessen parallel mit der saisonalen Grippeschutzimpfung verabreicht werden, hieß es. Laut Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bieten die Auffrischungsimpfungen den bestmöglichen Schutz für vulnerable Gruppen. Die Boosterimpfungen sollen grundsätzlich in den Arztpraxen stattfinden. Für Einrichtungen der vollstationären Dauerpflege, die auf eine Vor-Ort-Impfung angewiesen sind, soll die Vermittlung von niedergelassenen Ärzten durch die Kassenärztliche Vereinigung unterstützt werden. (Quelle: TSP, 31.08.21)


US-Behörden stufen Deutschland wegen Corona hoch

Die USA sehen in Deutschland eine erhöhte Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus – Reisende sollten ihre Pläne daher überdenken. Die US-Behörden stufen Deutschland jetzt in ihrer zweithöchsten Gefahrenkategorie 3 ein. „Reconsider Travel“ – Reise überdenken – steht online in einem orangenen Balken über den Informationen zu Deutschland. Zuvor galt lediglich, erhöhte Vorsicht walten zu lassen.

Das Außenministerium schreibt in seinen Reisehinweisen für Deutschland außerdem, dass das Risiko einer Covid-19-Infektion bei vollständiger Impfung geringer sein könne. Die EU empfiehlt seit Montag wieder strengere Einreiseregeln für Menschen aus den USA. Für Reisende aus den USA nach Deutschland haben diese Änderungen allerdings keine Konsequenzen. Die Bundesrepublik stuft die USA bereits seit einiger Zeit als Hochrisikogebiete ein. Einreisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen deswegen derzeit für fünf bis zehn Tage in Quarantäne. Für Menschen aus Deutschland gilt in den USA wegen Corona hingegen weitgehend Einreiseverbot. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Altmaier unterstützt Arbeitgeber in Debatte um Impfstatusabfrage

In der Debatte um eine mögliche Impfstatusabfrage unter Beschäftigten hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Position der Arbeitgeber unterstützt. Altmaier sagte am Dienstag in Berlin, an vielen Orten in Deutschland müssten die Bürgerinnen und Bürger Auskunft geben über ihren Status, um Zutritt zu erlangen etwa zu Restaurants. „Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass auch im betrieblichen Arbeitsprozess, dort, wo Auskünfte über den Impfstatus notwendig sind und sinnvoll sind, um die innerbetrieblichen Abläufe zu erleichtern, diese Auskünfte gegeben werden sollen.“ Er werde sich dafür in der Bundesregierung einsetzen.

Dies ist allerdings innerhalb der Regierung umstritten. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, hatte am Montag erklärt: „Unternehmen und Betriebe brauchen jetzt eine klare Ansage, dass sie den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen, um die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller ihrer beschäftigten Mitarbeiter sicherzustellen.“ (Foto: CC s. Archiv v. 15.8.21; Quelle: TSP, 31.08.21)


Indien mit Rekordwachstum trotz Corona-Welle

Die indische Wirtschaft ist ungeachtet der im Frühjahr grassierenden Corona-Welle im Rekordtempo gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt der nach China und Japan drittgrößten Volkswirtschaft Asiens erhöhte sich von April bis Juni um 20,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie die Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte es wegen der Corona-Krise noch einen Einbruch um 24,4 Prozent gegeben. Besonders die Industrie schaffte diesmal ein kräftiges Wachstum. Auch die Konsumausgaben der Verbraucher legten deutlich zu.

Viele Experten warnen aber vor einem konjunkturellen Rückschlag. „Angesichts einer möglichen dritten Infektionswelle werden die Impffortschritte entscheidend sein“, sagte Analyst Sreejith Balasubramanian vom Fondsanbieter IDFC AMC. Die indische Wirtschaft war im abgelaufenen Haushaltsjahr um 7,3 Prozent eingebrochen. Für das laufende Jahr sagt die Zentralbank ein Wachstum von 9,5 Prozent voraus. Sie stützt die Wirtschaft mit einer lockeren Geldpolitik, während die Regierung die Ausgaben für den Ausbau der Infrastruktur erhöht hat sowie Steuerreformen und Privatisierungen vorantreibt. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Termine für Drittimpfungen gegen Corona in Thüringen

Thüringen startet mit Drittimpfungen gegen das Coronavirus. Im Terminvergabeportal des Landes könnten ab sofort dafür Termine gebucht werden, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Erfurt mit. Das Angebot richtet sich zunächst insbesondere an über 80-Jährige, an immungeschwächte Personen und an Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Zudem würden die Drittimpfungen auch für Personen angeboten, die eine vollständige Impfung mit einem Vektor-Impfstoff erhalten hatten. Dies betreffe die zweimalige Immunisierung mit dem Impfstoff von AstraZeneca oder die einfache Gabe des Impfstoffs von Johnson & Johnson, erläuterte eine Ministeriumssprecherin.

Da ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe, diene die Priorisierung der Corona-Impfverordnung des Bundes zwar als Orientierung. Sie werde jedoch nicht so streng gehandhabt wie zu Beginn des Jahres. Wer nicht zu den genannten Gruppen zähle und Interesse an einer Drittimpfung habe, sollte sich mit seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt beraten. Die Auffrischungsimpfung könne selbstverständlich auch in der Hausarztpraxis erfolgen, so die Sprecherin.

Grundsätzlich sollte in allen Fällen die letzte Corona-Impfung mindestens sechs Monate zurückliegen. „Daten aus anderen Ländern, insbesondere aus Israel, zeigen uns, dass für alte und für immungeschwächte Menschen eine Auffrischungsimpfung sinnvoll ist“, begründete Sozialministerin Heike Werner (Linke) den Schritt. In den Pflegeeinrichtungen kämen in den nächsten Wochen wieder mobile Impfteams zum Einsatz, kündigte sie an.
(Quelle: TSP, 31.08.21)


Tui-Reisebüros ab Oktober wieder in Kurzarbeit

Der weltgrößte Reisekonzern Tui plant von Oktober an Kurzarbeit in seinen Reisebüros. Zusammen mit dem Gesamtbetriebsrat sei man übereingekommen, dass die Arbeitszeit um 10 bis 30 Prozent gekürzt werde, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten dann zwischen 70 und 90 Prozent, das hänge auch vom Standort der Filiale ab. Deutschlandweit sind alle 400 eigenen Büros betroffen.
Eine zeitliche Begrenzung gebe es erstmal nicht. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, wollte Tui nicht bekanntgeben. Von Beginn der Corona-Pandemie an im März vergangenen Jahres bis zum Jahresbeginn 2021 waren die Beschäftigten schon einmal in Kurzarbeit.

Um die Reisebüros in diesem schwierigen Geschäftsjahr zu unterstützen, verzichtet Tui nach eigenen Angaben für 2020/2021 auf eine etwaige Provisionsrückbelastung in der Abrechnung im Dezember 2021. „Sollte also eine Rückforderung bestehen – zum Beispiel aufgrund von Stornierungen oder geringerem Buchungsvolumen im Vergleich zu 2019 – verzichten wir auf diese“, sagte der Sprecher. Auch im kommenden Geschäftsjahr 2021/2022 bleibe es bei einer monatlichen Abschlagsprovision von 10 Prozent – unabhängig vom Tui Gesamtumsatz im aktuellen Geschäftsjahr. (Quelle: GN, 31.08.21)


VBE fordert mehr Luftfilter in den Schulen

Mehr Luftfilter und Luftreinigungsgeräte sind für die Schulen in Niedersachsen nach Ansicht des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) notwendig. „Land und Kommunen dürfen nicht länger auf Zeit spielen und müssen umgehend die erforderlichen Maßnahmen zur Beschaffung und Einbau einleiten. Ansonsten gehen wir wieder unsicheren Zeiten mit Infektionsausbrüchen, Quarantänemaßnahmen und Klassen- und Schulschließungen entgegen“, sagte der VBE-Landesvorsitzende, Franz-Josef Meyer, am Dienstag laut Mitteilung.

Trotz täglicher Testungen und Maskenpflicht im Unterricht werde das Coronavirus den Weg ins Klassenzimmer finden. „Statt Infektionen hinzunehmen oder zu verharmlosen, müssen bei stärkerem Infektionsgeschehen unter Kindern und Jugendlichen auch mehr Schutzmaßnahmen ergriffen werden“, kritisierte Meyer. Am Donnerstag starten die Schülerinnen und Schüler ins neue Schuljahr. An den ersten sieben Schultagen müssen sie sich täglich auf das Coronavirus testen. (Quelle: NDR, 31.08.21)


Arzt in Karlsruhe soll Impfbescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Arzt eingeleitet, der Corona-Impfbescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben soll. Mehrere Anzeigen und Hinweise seien bei der Polizei eingegangen, teilte die Behörde am Dienstag mit. Ein Anzeigenerstatter habe während seines Impftermins einen Tonmitschnitt angefertigt. Am Dienstagmorgen wurde demnach bei Durchsuchungen Beweismaterial beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Vergehen nach dem Infektionsschutzgesetz, des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse und Beihilfe zur Urkundenfälschung. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Völlig neue Anti-Corona-Regeln in Bayern ab Donnerstag

In Bayern gelten von Donnerstag (2. September) an neue Anti-Corona-Regeln: Die FFP2-Maskenpflicht, die allgemeinen Kontaktbeschränkungen, aber auch die Sperrstunde in der Gastronomie sowie die Kundenbegrenzungen im Handel entfallen. Zudem hat nach dem Kabinettsbeschluss vom Dienstag die Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen quasi ausgedient – bis auf den Grenzwert 35: Bei mehr als 35 Neuinfektionen binnen sieben Tagen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt gilt dort in Innenräumen breitflächig der 3G-Grundsatz: Zugang zu vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen haben dann nur noch Geimpfte, Genesene oder Personen mit einem aktuellen negativen Corona-Test.

Konkret gilt die 3G-Regel dann unter anderem für Veranstaltungen, Sportstätten, Fitnessstudios, Kulturevents, Theater, Kinos, Museen, die Gastronomie, Beherbergungsbetriebe, Hochschulen, Bibliotheken und weitere Freizeiteinrichtungen aller Art. Ausnahmen von der 3G-Regel gelten etwa für Privaträume, den Handel und den öffentlichen Nahverkehr – sowie für noch nicht eingeschulte Kinder und für Schüler: „Schüler gelten mit Blick auf die regelmäßigen Tests in der Schule als getestet“, heißt es im Beschluss des Kabinetts.

Schärfere Anti-Corona-Maßnahmen sind stattdessen künftig abhängig von der Klinik-Auslastung. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einem „neuen Kapitel“ im Kampf gegen das Coronavirus. Einen neuen Lockdown in der vierten Corona-Welle schloss er aus. Mittlerweile seien 60 Prozent der Menschen zweifach geimpft. „Daher wird es jetzt definitiv keinen Lockdown mehr geben oder Beschränkungen wie wir sie hatten.“

Rechtzeitig vor dem Schulstart nach den Sommerferien ist nun auch klar: Bayerns Schüler und Schülerinnen werden künftig nicht mehr in den Wechselunterricht geschickt werden, wenn die Infektionszahlen steigen. Allerdings müssen Schülerinnen und Schüler im neuen Schuljahr bis auf weiteres Masken tragen – auch an ihrem Platz. Clubs und Diskotheken sollen nach Worten Söders ab Oktober wieder öffnen können. Das sei „sicherlich die mutigste Entscheidung“, sagte Söder. Es sollen nur Menschen Zutritt haben, die von Covid-19 genesen, geimpft oder negativ darauf getestet wurden. Dabei reiche allerdings kein Schnelltest, sondern es müsse ein PCR-Test sein. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Maskenpflicht und Hygienekonzept bei der Bundestagswahl

Bei der Bundestagswahl und den Wahlen der Länderparlamente in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 26. September wird es keinen Ausschluss Wahlberechtigter geben, die nicht gegen Corona geimpft sind. Die Ausübung des Wahlrechts sei für jedermann möglich, sagte Bundeswahlleiter Georg Thiel am Dienstag in Berlin. Um die Sicherheit für Wählerinnen und Wähler sowie Wahlhelfer sicherzustellen, solle ein einheitliches Hygienekonzept gelten.

Nach den aktuellen Corona-Verordnungen werde in allen Ländern eine Maskenpflicht im Wahllokal gelten, betonte Thiel. Um die Menschen bestmöglich zu schützen, sei das Tragen einer FFP2-Maske am besten, sagte Thiel. Über genaue Bestimmungen entscheidet nach seinen Worten jeder Wahlvorstand vor Ort, auch über die Frage, wie etwa mit Wahlberechtigten umgegangen wird, die sich vehement weigern, eine Maske zu tragen.

Wahllokale wurden Thiel zufolge in diesem Jahr wegen der Pandemie zum Teil in größere Räume verlegt. Er verwies auch auf die Möglichkeit der Briefwahl. Im von der Flut besonders betroffenen Ahrtal sollen zusätzlich Wahlbusse sicherstellen, dass es die Möglichkeit zur Urnenwahl gibt. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Arbeitgeberpräsident fordert Klarheit über 2G-Regeln

Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, hat sich dafür ausgesprochen, dass Firmen den Corona-Impfstatus von Mitarbeitern abfragen dürfen. In der Wirtschaft gebe es zwar zur Frage der Einführung einer 2G-Regel verschiedene Ansichten, die jeweils nachvollziehbar seien, sagte Dulger am Dienstag der „Rheinischen Post“. „Doch bevor wir über diese Frage entscheiden, muss endlich klar gestellt werden, dass der Arbeitgeber den Impfstatus seiner Beschäftigten erfragen darf.“

Die geplante neue Arbeitsschutzverordnung verbiete es dem Arbeitgeber de facto, den Impfstatus abzufragen, sagte der BDA-Präsident. „Das ist kontraproduktiv und verhindert die notwendige Klarheit, die die Betriebe jetzt brauchen.“

In der Debatte um die künftigen Maßnahmen in der Corona-Pandemie wird auch über Vorgaben am Arbeitsplatz diskutiert. Dabei würde eine 2G-Regel nur „Geimpfte oder Genesene“ einschließen. Bei 3G kommen noch negativ auf das Coronavirus getestete Menschen hinzu. (Quelle: TSP, 31.08.21)


Kabinett bringt Pläne für neue Indikatoren auf den Weg

Das Bundeskabinett hat den von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Vorschlag für neue Indikatoren zur Bewertung der Corona-Lage auf den Weg gebracht. „Wesentlicher Maßstab“ für zu ergreifende Schutzmaßnahmen soll demnach insbesondere die Zahl der in regionalen Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sein, wie aus dem am Dienstag vom Kabinett beschlossenen Formulierungsvorschlag hervorgeht. Wann kritische Schwellen erreicht sind, sollen die Länder festlegen.

Spahn sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Je weniger Menschen wegen Covid im Krankenhaus behandelt werden müssen, desto mehr Freiheit ist möglich.“ An diesem Leitsatz sollten die Länder künftig ihre Pandemiepolitik ausrichten. „Bei hoher Impfquote wird die Inzidenz nicht überflüssig, aber sie verliert an Aussagekraft.“

Wie es in dem Vorschlag heißt, sollen neben den Klinik-Einweisungen „weitere Indikatoren“ bei der Bewertung des Infektionsgeschehens berücksichtigt werden. Genannt werden die – nach Altersgruppen differenzierte – Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, die verfügbaren Intensivkapazitäten und die Zahl der Geimpften. Die Landesregierungen sollen dann unter Berücksichtigung der jeweiligen stationären Versorgungskapazitäten Schwellenwerte für alle aufgeführten Indikatoren festsetzen können. (Quelle: TSP, 31.08.21)


EU erreicht 70-Prozent-Ziel bei Impfkampagne

Die Europäische Union hat im Kampf gegen das Coronavirus ein wichtiges Ziel erreicht. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sind mittlerweile 70 Prozent der Erwachsenen in der EU vollständig geimpft. Das sei eine „große Leistung“ und ein „Meilenstein“.

Regional gebe es aber starke Unterschiede. So lägen einige Länder darüber, Staaten im ärmeren Osten der EU hinkten deutlich hinterher. In Deutschland sind nach Angaben des RKI inzwischen 60,5 Prozent der Gesamtbevölkerung (50,3 Millionen Menschen) vollständig geimpft. Mindestens eine Dosis hätten 65,1 Prozent (54,2 Millionen Menschen) erhalten.

Sie möchte sich „bei den vielen Menschen bedanken, die diesen großartigen Erfolg ermöglicht haben“, sagt von der Leyen. Zugleich fordert sie mehr geimpfte Menschen in Europa. „Und wir müssen auch dem Rest der Welt beim Impfen helfen“, erklärt sie.

Das Ziel, bis Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der EU durch eine Impfung vor Covid-19 zu schützen, hatte die EU-Kommission im Januar ausgegeben. Aufgrund der Delta-Variante bedarf es nun allerdings weiterer Anstrengungen, um die Corona-Pandemie in einem Land zu stoppen.

(Quelle: TSP, 31.08.21)


Grafschafter Zahlen

186 aktuelle Corona-Fälle sind der Kreisverwaltung am Dienstag in der Grafschaft Bentheim bekannt. Am Dienstag ist eine weitere Neuinfektion hinzugekommen. Das Robert-Koch-Institut beziffert den Inzidenzwert auf 81,9. In Quarantäne befinden sich zurzeit 406 Grafschafter.
Insgesamt sind bisher 5.734 Corona-Fälle im Labor bestätigt worden. 5.423 Menschen gelten inzwischen als genesen. Das sind vier Genesene mehr als noch am Montag. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt nach wie vor bei 125.

Die 186 aktuellen Corona-Fälle teilen sich wie folgt auf die Kommunen im Landkreis auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 18 (0), Emlichheim: 21 (0), Uelsen: 20 (0), Neuenhaus: 14 (0), Wietmarschen 9 (0), Nordhorn: 95 (0) und Schüttorf: 9 (-3).
(Quelle: GN, 31.08.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems): 39,8 (gestern: 41,6)
Meppen: 22,6 (25,4)
Papenburg: 77,2 (74,6)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 31. August, hat das Robert Koch-Institut 320 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das RKI meldete zudem sechs weitere Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.857. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 58,2 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 59,9 Fälle). Lesen Sie hier, wie sich die Corona-Inzidenz in Ihrem Landkreis entwickelt. (Quelle: NDR, 31.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erstmals seit Anfang Juli wieder gefallen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen lag sie bei 74,8 – am Vortag hatte der Wert 75,8 betragen, vor einer Woche 58,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 5750 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 5747 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 60 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 42 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.942.856 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.738.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.200. (Quelle: RKI 31.08.21)



Schüler fordern eine Milliarde mehr für Luftfilter

Die Bundesschülerkonferenz fordert eine Milliarde Euro zusätzlich für Luftfilter und dringt auf flächendeckende Impfangebote in den Schulen. „Der Bund hat bislang ein Hilfspaket von 200 Millionen Euro für Luftfilter verabschiedet, diese Rechnung geht bei Weitem nicht auf“, sagt der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir fordern daher eine Milliarde Euro zusätzlich für die Anschaffung von Filtern.“ Der Bund solle die Mehrheit der Kosten hierbei tragen, um die Kommunen zu entlasten.

Um möglichst schnell wieder in den Normalzustand an Schulen zurückkehren zu können, fordern die Schüler zudem unkomplizierte Impfangebote. Notwendig sei eine deutliche Ausweitung der Aufklärungs- und Informationskampagnen innerhalb der Schulen sowie Impfmobile vor Ort. (Quelle: TSP 31.08.21)


Lauterbach für einheitliche Hospitalisierungsraten

Bei der Debatte um die künftigen Richtwerte in der Corona-Pandemie hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach deutschlandweit einheitliche Quoten bei den Klinik-Einlieferungen von Corona-Patienten gefordert. Er sei dafür, „dass wir bundesweit einheitliche Hospitalisierungsraten festlegen“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Sonst droht ein Flickenteppich.“ Lauterbach sprach sich auch weiterhin für die Berücksichtigung der Sieben-Tage-Inzidenz aus.

Derzeit sei der Wert, ab dem es kritisch werden könnte, „regional sehr unterschiedlich“, erklärte der SPD-Politiker. So hänge die Bedeutung der Hospitalisierungsquote etwa davon ab, „wie viele Geimpfte und wie viele Krankenhausbetten es in einer Region gibt“. Auch der Altersdurchschnitt spiele eine Rolle. Wenn die Hospitalisierungsquote in einem Bundesland mit hohem Altersdurchschnitt stark ansteige, „hat dies eine andere Bedeutung als in einer Studentenstadt mit vielen jüngeren Bewohnern“, sagte Lauterbach.

Der SPD-Politiker kritisierte zugleich, derzeit seien die medizinischen Kriterien offen. „Es gibt keine Vorgaben, wo genau der Grenzwert liegen soll“, sagte er. Unklar sei auch, was passiere, wenn bei der Einlieferungsrate eine bestimmte Schwelle überschritten werde.

Lauterbach sprach sich daher dafür aus, die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner weiterhin als ein Gesichtspunkt zu berücksichtigen. „Eine eindeutige Verknüpfung von Inzidenz und Hospitalisierung ist notwendig und wird im Zuge der parlamentarischen Beratungen noch kommen. Sonst ergibt es keinen Sinn“, sagte Lauterbach. (Foto CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP 31.08.21)


Neue Corona-Variante beschäftigt Wissenschaftler in Südafrika
Variante C.1.2 weist ungewöhnlich viele Mutationen auf

Eine neue Corona-Variante mit einer ungewöhnlich hohen Mutationsrate beschäftigt derzeit Wissenschaftler in Südafrika. Die Verbreitung der als C.1.2 bezeichneten Variante habe in den vergangenen Monaten leicht zugenommen, erklärte das südafrikanische Institut für Infektionskrankheiten (NICD) am Montag. C.1.2 wurde demnach in allen neun südafrikanischen Provinzen nachgewiesen. Auch in China, Mauritius, Neuseeland und Großbritannien wurde die Variante bereits festgestellt.

Die NICD-Wissenschaftlerin Penny Moore betonte, dass die Verbreitung von C.1.2 nach wie vor „sehr gering“ sei. Vorhersagen dazu, ob die bestehenden Corona-Impfstoffe auch gegen diese Variante wirkten, könnten deshalb noch nicht getroffen werden. Sie sei jedoch „zuversichtlich, dass die in Südafrika verwendeten Vakzine uns weiterhin gegen schwere Erkrankungen und Tod schützen werden“.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach schrieb im Online-Dienst Twitter mit Blick auf C.1.2 von einer „potenziell sehr gefährlichen“ Corona-Variante. Ob sie aber gefährlicher sei als die derzeit weltweit grassierende Delta-Variante sei noch unklar. Das Auftreten von C.1.2 zeige aber: „Wir müssen Afrika Impfstoff geben“, mahnte Lauterbach.

(Quelle: TSP 31.08.21)


US-Seuchenexperten empfehlen formell BioNTech-Impfung für über 16-Jährige

Nach der vollständigen Zulassung des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer in den USA empfehlen nun auch Experten der Seuchenbehörde CDC formell die Anwendung bei über 16-Jährigen. Das entsprechende Votum eines Beratergremiums der CDC fiel am Montag einstimmig aus. Zunächst war das Mittel nur mit einer Notfallzulassung verimpft worden. Mehr als 200 Millionen Amerikaner erhielten den Impfstoff auf dieser Grundlage. (Quelle: TSP 31.08.21)


Zahl der Corona-Toten in Israel überschreitet Marke von 7000

Die Zahl der Todesfälle in Israel im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hat die Marke von 7000 überschritten. Die Gesamtzahl der Menschen, die nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben, stieg auf 7030, wie das Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte.

Die Marke von 6000 Todesfällen war in Israel am 15. März überschritten worden. Zum Jahreswechsel hatte die Zahl der Toten etwa 3400 betragen, Anfang Februar waren 5000 verzeichnet worden.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums seit Beginn der Pandemie bei mehr als einer Million Menschen in Israel nachgewiesen worden. Israel hat rund neun Millionen Einwohner, in Deutschland leben etwa neun Mal so viele Menschen.

Das Gesundheitsministerium hatte am Sonntag mitgeteilt, dass in Israel alle Bürger von zwölf Jahren an eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten können. Zuletzt galt eine Altersgrenze von 30 Jahren für die Auffrischungsimpfung. Es müssen außerdem mindestens fünf Monate seit der zweiten Impfung vergangen sein.

In Israel wird fast ausschließlich das Präparat von Biontech/Pfizer gespritzt. Seit Ende Juli verabreicht das Land als erstes weltweit dritte Impfungen gegen das Coronavirus, rund zwei Millionen sind bereits dreifach geimpft. Knapp 59 Prozent der Bürger haben zwei Impfdosen erhalten.

Hintergrund der Entscheidung für eine dritte Impfung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Gleichzeitig verbreitete sich die Delta-Variante, die als besonders ansteckend gilt. (Quelle: TSP 31.08.21)


Merkel hält 3G-Regel in Fernzügen weiter für sinnvoll
Widerstand gegen Vorhaben vor allem aus CDUCSU

Ungeachtet von Widerständen vor allem in der Union hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der möglichen Einführung einer 3G-Regel in Fernverkehrszügen fest. Die Kanzlerin sei weiterhin der Meinung, „dass 3G in Fernzügen und Inlandsflügen eine mögliche und sinnvolle Maßnahme sein kann“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er räumte allerdings ein, dass es auch „offensichtlich Gegenargumente gibt“.

Skeptisch zu dem Vorhaben stehen vor allem die Unions-geführten Ministerien für Verkehr und Gesundheit. „Unsere Bedenken der praktischen und rechtlichen Durchführbarkeit sind bekannt“, sagte ein Sprecher des Verkehrsressorts von Andreas Scheuer (CSU).

Ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verwies auf dessen Äußerungen vom Wochenende, wonach nur wenige Corona-Infektionen der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zugeordnet werden könnten. Spahn hatte zu 3G in Zügen am Sonntag in „Bild TV“ gesagt: „Ich sehe es nicht kommen.“ 3G bedeutet, dass der Zugang auf Geimpfte, Genesene und auf das Coronavirus Getestete beschränkt wird.

Die „Bild“-Zeitung hatte zudem am Montag berichtet, das von Scheuer geführte Verkehrsministerium sei bei der von der Regierung dazu beschlossenen Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass 3G in Zügen „nicht umsetzbar“ sei. Negativ habe sich auch das Innenressort von Horst Seehofer (CSU) geäußert, hieß es weiter.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alois Rainer (CSU), sagte dem „Straubinger Tagblatt“ und der „Landshuter Zeitung“ mit Blick auf den Zugverkehr: „Die Kontrolle einer zusätzlichen 3G-Regel wäre nicht praktikabel.“ Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hatte sich am Sonntagabend im TV-Triell mit SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bei RTL und n-tv ebenfalls skeptisch mit Blick auf die Umsetzbarkeit geäußert.

Bedenken kamen auch von Seiten der Gewerkschaften betroffener Beschäftigter. Klaus-Dieter Hommel, der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), warnte in „Bild“ vor einer „unzumutbaren Belastung für das Zugpersonal“ durch 3G-Kontrollen. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, nannte solche Kontrollen in Berlin „jenseits der Lebenswirklichkeit“.

Seibert äußerte an solchen Einwänden jedoch Zweifel. Er wies darauf hin, dass in Frankreich 3G in Zügen bereits seit Anfang August praktiziert werde, in Italien sei dies ab September geplant. Als „unmöglich oder unkontrollierbar gilt es dort zumindest nicht“, hob der Regierungssprecher hervor. Die Prüfung durch die Bundesregierung wird demnach fortgesetzt.

Auch Vizekanzler Scholz hatte sich in dem Triell mit Laschet und Baerbock positiv zu dem Vorhaben geäußert. „Wenn wir einen Weg finden, das hinzubekommen, ist das eine Verbesserung, weil wir die Sicherheit für die Passagiere, die Reisenden erhöhen“, sagte der SPD-Politiker. Überprüfungen könnten demnach bei der ohnehin stattfindenden Fahrkartenkontrolle erfolgen. Baerbock sprach sich ebenfalls für 3G in Fernverkehrszügen aus.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des „Handelsblatts“ würde eine 3G-Regelung in Zügen angesichts steigender Corona-Fallzahlen in der Bevölkerung auf breite Zustimmung stoßen. 64 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, nur 31 Prozent dagegen. Fünf Prozent waren unentschieden. (Quelle: TSP 31.08.21)


EU empfiehlt wieder Beschränkungen für Reisende aus den USA

Die EU empfiehlt wieder strengere Einreiseregeln für Menschen aus Ländern wie den USA und Israel. Insgesamt sechs Staaten wurden am Montag von der Liste der Drittländer gestrichen, für die keine Corona-Beschränkungen mehr gelten sollen, wie der Rat der Mitgliedstaaten mitteilte. Grund sind insbesondere hohe Inzidenzzahlen. Neben den USA und Israel sind auch Nordmazedonien, Montenegro, das Kosovo sowie der Libanon betroffen.

Für Menschen, die aus den USA und Israel sowie den genannten Balkanstaaten nach Deutschland einreisen wollen, werden die Änderungen allerdings keine Konsequenzen haben. Die Bundesrepublik stuft die Länder bereits seit einiger Zeit als Hochrisikogebiete ein. Einreisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen deswegen derzeit für fünf bis zehn Tage in Quarantäne.

Hintergrund der bereits erfolgten deutschen Einstufung ist, dass es den EU-Staaten am Ende freigestellt ist, ob sie den EU-Empfehlungen folgen. Die Bundesrepublik ist so oft restriktiver und handelt bereits früher, wenn Fallzahlen in einem Land steigen.

Die EU hatte die Vereinigten Staaten erst im Juni auf ihre Liste von Drittstaaten gesetzt, für die keine Einreisebeschränkungen mehr gelten sollen. An dieser Entscheidung hatte es allerdings auch Kritik gegeben, weil die USA ihrerseits bislang an weitreichenden Corona-Einreiseverboten für Menschen aus Europa festhalten. „Wir pochen darauf, dass für Einreisende in beiden Richtungen vergleichbare Regeln gelten“, sagte zuletzt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu dem Thema.

Auf der Liste jener Staaten, für die keine Einreisebeschränkungen mehr empfohlen werden, stehen weiterhin Länder wie Australien, Neuseeland, Singapur und Südkorea. (Quelle: TSP 31.08.21)


Baerbock: Für Ungeimpfte im Notfall wieder Einschränkungen

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hält mögliche Nachteile für Ungeimpfte für richtig. Wer sich nach schwierigen Jahren in der Corona-Krise nicht impfen lasse, könne nicht auf die Solidarität anderer zählen. „Dann muss man auch Freiheitseinschränkungen hinnehmen.“ Als Beispiel nennt sie den Besuch einer Bar.
(Foto: CC s. Archiv v. 4.4.20; Quelle: TSP 31.08.21)


Scholz schließt Impfpflicht auch nach Bundestagswahl aus

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagt bei einer Podiumsdiskussion, nach dem Winter werde Deutschland in einer neuen Situation sein. Es gebe jetzt eine Pandemie der Ungeimpften, trotzdem werde es keine Impfpflicht geben, auch nicht nach der Bundestagswahl. „Wir brauchen keinen neuen Lockdown.“ In den Schulen müsse Präsenzunterricht möglich sein. (Foto CC s. Archiv v. 16.5.20; Quelle: TSP 31.08.21)


WHO: Corona-Auffrischimpfungen „kein Luxus“

Auffrischimpfungen gegen Covid-19 sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO kein „Luxus“. „Eine dritte Impfdosis ist keine Luxus-Auffrischung, die man jemandem wegnimmt, der noch auf seine erste Impfung wartet. Es ist im Grunde eine Möglichkeit, die am meisten gefährdeten Personen zu schützen“, sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge am Montag. Damit nimmt die Organisation etwas Abstand von ihrer bisher ablehnenden Haltung zu Auffrisch-Impfungen („Booster“). Bislang hatte die WHO keinen Grund dafür gesehen und gefordert, dass zunächst Menschen in ärmeren Ländern geimpft werden sollten. Eine dritte Dosis für schon vollständig Geimpfte würde das Gefälle bei der Verfügbarkeit von Impfstoffen zwischen reichen und einkommensschwachen Ländern weiter vergrößern.

Kluge wies aber auch darauf hin, dass man mit Auffrischungen vorsichtig sein müsse, da es dafür noch nicht genügend Daten gebe. „Aber immer mehr Studien zeigen, dass eine dritte Dosis gefährdete Menschen schützt, und dies wird von immer mehr Ländern in unserer Region getan.“ Mit Ausnahme des Impfstoffs von Johnson & Johnson, bei dem eine Dosis ausreicht, werden von allen anderen gängigen Covid-Vakzinen zwei Dosen verimpft. BioNTech und Pfizer hatten in der vergangenen Woche erklärt, dass eine Auffrischimpfung ihres Impfstoffs für einen mehr als dreifachen Anstieg der Antikörper sorgt und sie in den USA die Zulassung für eine dritte Dosis beantragen wollen. (Quelle: TSP 31.08.21)


Frankreich spendet zehn Millionen Corona-Impfdosen für Afrika

Frankreich hat für afrikanische Länder weitere zehn Millionen Corona-Impfdosen bereitgestellt. Sie sollen über das internationale Impfprogramm Covax verteilt werden, wie die Impfallianz Gavi, die Covax organisiert, am Montag in Genf mitteilte. Für den afrikanischen Kontinent ist das ein erheblicher Fortschritt: Covax hat bislang erst 55 Millionen Dosen an afrikanische Länder verteilen können. Insgesamt hat Covax weltweit 224 Millionen Impfdosen an 139 Länder geliefert.

Hauptproblem sind die Lieferengpässe. Entgegen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine gemeinsame Beschaffung und weltweit faire Verteilung der Impfstoffe haben westliche Länder bei den Herstellern separate Lieferverträge geschlossen. Damit steht weniger Impfstoff für Covax zur Verfügung. Die WHO ruft diese Länder seit Monaten auf, zunächst auf Auffrischungsimpfungen zu verzichten und Impfdosen zu spenden. Sie verweist auf die Gefahr, dass das Virus in einer ungeimpften Bevölkerung in anderen Ländern neue, womöglich gefährliche Varianten entwickeln kann, die auch für geimpfte Menschen in reichen Ländern wieder gefährlich werden können.

Frankreich will in diesem Jahr insgesamt 60 Millionen Impfdosen spenden. Deutschland hat Covax 30 Millionen Impfdosen in Aussicht gestellt. Bis Montag war davon noch nichts geliefert worden. 3,6 Millionen Impfdosen aus Deutschland sind aber bereits für Länder wie Ghana, Malaysia und den Sudan vorgesehen – eine Zeichen, dass die Auslieferung bevorstehe, sagte ein Gavi-Sprecher der dpa.

Neben knapp 4,3 Millionen Impfdosenspenden aus Frankreich hat Covax gespendeten Impfstoff unter anderem aus Schweden, Dänemark, Norwegen, Spanien, Portugal, Großbritannien, der Türkei, Australien, Neuseeland, den USA und China ausgeliefert. (Quelle: TSP 31.08.21)


Spahn plädiert für mehr Einheitlichkeit bei Quarantäne in Schulen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plädiert angesichts der unterschiedlichen Quarantäne-Vorschriften der Länder nach Corona-Fällen in den Schulen für mehr Einheitlichkeit. „Mir ist wichtig, dass die Regeln nachvollziehbar sind und am besten einheitlich“, sagte Spahn der „Welt“. „Schicke ich nur die Kinder in Quarantäne, die direkt neben dem infizierten Kind saßen? Die ganze Klasse? Nur den Infizierten?“

„Auf diese Fragen geben die Länder alle unterschiedliche Antworten – und das ist für Eltern wie Kinder nur schwer nachvollziehbar“, sagte der Gesundheitsminister. Das werde er mit den Ländern besprechen. Spahn forderte zudem mehr Geld für die Schulen: „Jetzt ist es wichtig, dass finanzielle Mittel für eine Art Aufholprogramm bereitgestellt werden, um etwa zusätzliche Schulsozialarbeiter und Pädagogen zu finanzieren.“

Die Frage, wie in den Schulen mit der Corona-Pandemie umgegangen wird, ist Sache der Bundesländer. Bislang gibt es hier kein einheitliches Vorgehen. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20;Quelle: TSP 31.08.21)


OECD: Erholung nach Corona-Einbruch beschleunigt sich

Nach dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch registriert die Industriestaatenorganisation OECD eine beschleunigte Erholung im zweiten Jahresdrittel. Lediglich in den USA aber liegt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits wieder um 0,8 Prozent über Vorkrisenniveau, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag in Paris mit. In der Eurozone lag das Bruttoinlandsprodukt noch um 3 Prozent und in der EU um 2,6 Prozent unter dem Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie.

Das Wachstum nach der Krise beschleunigt sich in den einzelnen Ländern unterschiedlich schnell. In der Eurozone legte das BIP im zweiten Jahresdrittel um 2 Prozent und in der EU um 1,9 Prozent zu, nachdem es im ersten Drittel noch einen geringfügigen Rückgang gab. In Deutschland legte das BIP demnach um 1,6 Prozent zu, nach einem Rückgang im ersten Jahresdrittel um 2 Prozent. Den stärksten Anstieg gab es in Großbritannien mit 4,8 Prozent nach einem Rückgang von 1,6 Prozent.(Quelle: TSP 31.08.21)


Mallorca-Urlaub wird entspannter: Corona-Regeln werden gelockert

Mallorca-Urlauber dürfen sich im Zuge der besseren Corona-Lage auf einen unbeschwerteren Aufenthalt auf der spanischen Insel freuen. Die Regionalregierung der Balearen kündigte am Montag in Palma eine weitere Lockerung der pandemiebedingten Einschränkungen an. Erst am Sonntag hatte Deutschland bereits ganz Spanien und damit auch Mallorca von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen. Damit entfällt bei Rückkehr in die Heimat die Quarantänepflicht, die es bisher für Mallorca-Besucher gab, die weder vollständig geimpft noch von einer Covid-19-Erkrankung genesen waren.

Nächtliche Versammlungen von Personen, die nicht im selben Haushalt leben, sind auf Mallorca ab sofort nur noch zwischen 2.00 und 6.00 Uhr untersagt, wie Regierungssprecher Iago Negueruela mitteilte. Bisher trat diese Beschränkung bereits um 1.00 Uhr morgens in Kraft.

Zudem sind in den Innenräumen der mallorquinischen Restaurants, Bars und Cafés wieder acht statt nur vier Personen pro Tisch erlaubt, in den Außenbereichen sind es ab sofort zwölf pro Tisch statt bislang acht.

Damit gelten auf Mallorca nun dieselben Einschränkungen wie auf Menorca und Formentera. Auf der vierten Baleareninsel Ibiza bleiben wegen höherer Infektionszahlen vorerst strengere Corona-Regeln in Kraft. Die Lage wird seit Wochen auf allen Inseln besser. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen ging auf den Balearen innerhalb eines Monats von 362 auf 133 zurück. Andere spanische Urlaubsregionen wie die Kanaren (73), Valencia (84) oder Katalonien (83) liegen unter der Marke 100. (Quelle: TSP 31.08.21)


Arbeitgeber kritisieren neue Corona-Arbeitsschutzverordnung von Heil

Arbeitgeber sollen Beschäftigten während der Arbeitszeit die Möglichkeit einräumen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Aus Wirtschaftskreisen verlautete dazu am Montag, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wolle eine überarbeitete Covid-Arbeitsschutzverordnung am Mittwoch ins Kabinett einbringen. Die Arbeitgeber kritisieren vor allem, dass es ohnehin schon Impfungen während der Arbeitszeit gibt und Arbeitnehmer zu ihrem Impfstatus keine Auskunft geben müssen.

„Um die Pandemie vollends in den Griff zu kriegen, müssen alle Bereiche der Wirtschaft nun ihre Beschäftigten nach dem Impfstatus fragen können“, forderte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Peer-Michael Dick. „Es ist doch absurd, dass Unternehmen bis heute kostenlose Corona-Tests anbieten müssen, aber nicht nach der Impfung fragen dürfen.“ Dick bezeichnete es als Zumutung, dass Beschäftigte künftig bezahlt für Impfungen freigestellt werden sollten.

Ähnlich äußerte sich der bundesweite Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger: „Die Bundesregierung sollte aufhören, Verwirrung zu stiften.“ Die geplante neue Arbeitsschutzverordnung verbiete es dem Arbeitgeber de facto, den Impfstatus abzufragen. „Das ist kontraproduktiv und verhindert die notwendige Klarheit, die die Betriebe jetzt brauchen.“

Im Entwurf für die Änderungen der Arbeitsschutzverordnung heißt es: „Bei der Festlegung und der Umsetzung der Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes kann der Arbeitgeber einen ihm bekannten Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten berücksichtigen.“ Weitere Möglichkeiten, die über freiwillige Auskünfte hinausgehen, werden Firmen aber nicht eingeräumt. Die Verordnung soll am 10. September in Kraft treten. (Foto: CC s. Archiv v. 14.5.21; Quelle: TSP 31.08.21)


Tschechien beginnt mit Corona-Auffrischimpfungen

Tschechien beginnt in drei Wochen mit Corona-Auffrischimpfungen für Ältere und Risikogruppen. Die Registrierung startet am 20. September und ist freiwillig, wie die zuständige Arbeitsgruppe der Regierung am Montag mitteilte. Die Auffrischimpfung dürfe frühestens acht Monate nach der letzten Spritze geschehen und werde allen über 60 Jahren dringend empfohlen. Wer infrage kommt, soll eine SMS-Benachrichtigung erhalten. Verwendet werden ausschließlich die mRNA-Impfstoffe von Pfizer und Biontech sowie Moderna.

Gesundheitsminister Adam Vojtech plant derweil die Wiedereinführung der Testpflicht für ungeimpfte Pflegekräfte in Altersheimen und sozialen Einrichtungen. Diese war erst Anfang Juli abgeschafft worden. Die Impfquote sei in diesem Bereich nicht so, wie man sich das vorstelle, sagte der 34-Jährige im Sender CT. Knapp 5,7 der 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens sind vollständig geschützt.

Seit Montag gelten in Tschechien strengere Einreiseregeln für Touristen und Reiserückkehrer aus Deutschland. Wer nicht seit mindestens 14 Tagen vollständig geimpft ist, muss einen negativen PCR-Test vorweisen und sich nach der Ankunft in Quarantäne begeben. Diese kann frühestens am fünften Tag mit einem zweiten negativen PCR-Testergebnis beendet werden. Für Berufspendler und den kleinen Grenzverkehr zum Beispiel zum Einkaufen gibt es Ausnahmeregeln. (Quelle: TSP 31.08.21)


Grafschafter Zahlen

Sechs weitere Corona-Fälle meldet die Kreisverwaltung am Montag. Der aktuelle Inzidenzwert laut des Robert-Koch-Instituts beträgt 81,9. Dieser Wert ist demnach etwas gesunken, am Sonntag wurde er noch auf 86,3 beziffert. Aktuell sind dem Landkreis 189 aktuelle Corona-Fälle (Sonntag: 186) bekannt. In Quarantäne befinden sich derzeit 365 Grafschafter.
Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 5733 Corona-Fälle im Labor bestätigt worden. 5419 Menschen (Sonntag: 5416) gelten inzwischen als wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt nach wie vor bei 125.

Die 189 aktuellen Corona-Fälle teilen sich wie folgt auf die Kommunen im Landkreis auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 18 (+1), Emlichheim: 21 (0), Uelsen: 20 (0), Neuenhaus: 14 (0), Wietmarschen 9 (0), Nordhorn: 95 (+2) und Schüttorf: 12 (0).
(Quelle GN 30.08.21)





Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems): 41,6 (Freitag: 47,1)
Meppen: 25,4 (31,0)
Papenburg: 74,6 (101,3)


WHO und Unicef gegen neue Schulschließungen wegen Corona

Die Schulschließungen im Zuge der Corona-Pandemie waren nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) katastrophal für die Lernenden. Dies dürfe sich nach den Sommerferien nicht wiederholen, verlangten die WHO und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Montag. Sie rufen Regierungen in der Europa-Region auf, dafür zu sorgen, dass alle Schulen trotz Corona geöffnet werden und offen bleiben.

Zu den Maßnahmen dafür gehörten Impfangebote für Lehrpersonal und Kinder ab zwölf Jahren, gute Lüftung in den Klassenzimmern, möglichst kleine Klassen, Abstand halten und regelmäßiges Testen. Zur WHO-Europaregion gehören 53 Länder, von der EU über Turkmenistan und Belarus bis Russland.

„Die Pandemie hat für die katastrophalste Unterbrechung der Schulausbildung in der Geschichte gesorgt“, sagte WHO-Europa-Direktor Hans Kluge. Der Schulbetrieb sei neben dem üblichen Lernstoff absolut wichtig für die seelische Gesundheit und soziale Kompetenz von Minderjährigen. Schulen machten Kinder zu zufriedenen und produktiven Mitgliedern der Gesellschaft. (Quelle: TSP, 30.08.21)


Rheinland-pfälzischer Minister: Mehr Druck auf Ungeimpfte

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) verstärkt den Druck auf Ungeimpfte. „Alle, die sich immer noch nicht impfen lassen möchten, müssen damit rechnen, dass man sie sehr genau beobachtet. Denn sie nehmen wichtigen Patienten nach einem Herzinfarkt oder Autounfall im Zweifelsfall einen Platz auf der Intensivstation weg. Deshalb wird es auch im Winter weiter Einschränkungen geben müssen, die aber jene umso mehr treffen werden, die nicht geimpft sind“, sagt der SPD-Politiker der Rhein-Zeitung. (Quelle: TSP, 30.08.21)


Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen wieder über 1000

Die Zahl der bundesweit auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten ist in der vierten Corona-Welle erstmals wieder über 1000 gestiegen. Im Divi-Register-Tagesreport vom Sonntag wurden 1008 Covid-19-Patienten auf Intensivstation gemeldet, 485 davon mussten beatmet werden. Zuletzt war ein Wert von über 1000 im Tagesreport vom 18. Juni erfasst worden (1011). Der Tiefstand vor dem Aufflammen der vierten Welle hatte bei 354 im Report vom 22. Juli gelegen, seither nimmt die Belegung wieder zu.

Am 29. August vergangenen Jahres hatte die Zahl bei gerade einmal 241 gelegen (134 beatmet), erst zu Ende Oktober hin war sie im Zuge der zweiten Welle auf über 1000 gestiegen. Anders als im Vorjahr sind zudem inzwischen längst nicht mehr vor allem Senioren betroffen: Knapp jeder zehnte derzeit auf Intensivstation behandelte Covid-19-Patient ist den Daten des Divi-Registers zufolge 30 bis 39 Jahre alt, knapp jeder fünfte 40 bis 49 Jahre (Stand 26.08., Aktualisierung jeweils donnerstags). Die 50- bis 59-Jährigen stellen gut ein Viertel der Patienten, die 60- bis 69-Jährigen gut ein Fünftel. Zumeist sind von schweren Verläufen und Todesfällen Ungeimpfte betroffen.

Besonders hoch ist der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten derzeit in Nordrhein-Westfalen (6,4 Prozent) und dem Saarland (5,3 Prozent). Selbst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in den kommenden Tagen nicht weiter steigen oder sogar sinken sollte, würde die Zahl der auf Intensivstation behandelten Covid-19-Patienten zunächst weiter zunehmen. Die Infektions-Inzidenz spiegelt sich stets verzögert bei der Klinikbelegung wieder, weil zwischen Infektion und Einweisung meist etwa 10 Tage vergehen.

Das Divi-Register wird von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) geführt. Der Höchstwert bei der Zahl der erfassten Covid-19-Patienten auf Intensivstation hatte bei gut 5700 Anfang Januar im Zuge der zweiten Corona-Welle in Deutschland gelegen.

Rund 5.000 Fälle bundesweit gelten nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) als Belastungsgrenze für die Kliniken, wobei dann bereits planbare Operationen verschoben würden. Allerdings zeigen sich derzeit sehr große Unterschiede beim Infektionsgeschehen in den einzelnen Bundesländern und Regionen. Entscheidend für Corona-Maßnahmen wird daher der regionale Blick auf Kennwerte des Infektionsgeschehens und der Klinikauslastung sein. (Quelle: TSP, 30.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 30. August, hat das Robert Koch-Institut 308 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das RKI meldete zudem drei weitere Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.851. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt auf 59,9 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 58,0 Fälle). (Quelle: NDR, 30.08.21)


Weil kann sich 2G-Zwangsverordnung vorstellen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kann sich eine Zwangsverordnung von 2G vorstellen – also, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten Einrichtungen haben. „Das kann ich nicht ausschließen, weil wir die Infektionslage noch nicht überblicken können, die uns im Herbst und Winter erwartet. Ab einem bestimmten Punkt wäre 2G für sehr viele Bereiche denkbar“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“. In der aktuellen Situation sei das aber nicht mit dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vereinbar und vor Gericht kaum zu rechtfertigen.

Bei jüngeren Kindern setzt Weil auf eine schnelle Impfmöglichkeit. „Nach allem, was ich höre, kann das schon im September der Fall sein. Ich wäre sehr froh, wenn sich auch jüngere Kinder zeitnah impfen lassen könnten.“ Bislang gibt es nur Corona-Impfstoffe für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. (Foto: CCs. Archiv v. 28.10.20; Quelle: TSP, 30.08.21)


Spahn sieht 3G-Regel in Zügen nicht kommen

Die sogenannte 3G-Regel in Fernzügen wird wohl nicht eingeführt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Sonntagabend bei Bild TV: „Ich sehe es nicht kommen.“ Dies sei das Ergebnis einer Prüfung durch die Fachressorts. Dabei sei es um die Frage gegangen, ob eine solche Regel in Zügen eine Rechtsgrundlage habe, ob sie praktikabel und umsetzbar sei und ob sie infektiologisch erforderlich sei. Demnach hätten nur noch Corona-Geimpfte, -Genesene oder -Getestete (3G) Züge nutzen dürfen.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitag bestätigt, dass die Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie eine 3G-Regel für Fernzüge prüfe, um die hohen Corona-Fallzahlen einzudämmen. In Deutschland gilt die 3G-Regel bislang nur bei Auslandsflügen und in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens – etwa beim Restaurantbesuch in Innenräumen. Kritik an dem Plan war aus den Reihen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gekommen. Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung auch „umsetzbar und praktikabel“ sein müssten, hieß es. Corona-Nachweispflichten im Fernverkehr dürften nicht auf dem Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgen. (Foto: CCs. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 30.08.21)


Pandemie wirft Schulbildung in Südafrika um 20 Jahre zurück

Die Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie haben die Schulbildung in Südafrika nach den Worten von Bildungsministerin Angie Motshekga um 20 Jahre zurückgeworfen. Mindestens 10.000 Schüler hätten seit der Pandemie die Schule abgebrochen, sagte Motshekga am Sonntag. Wegen Schulschließungen und Wechselunterrichts hätten Kinder im vergangenen Jahr zwischen 50 und 75 Prozent weniger gelernt als in normalen Jahren. Zudem seien 25.000 kleine Kinder weniger eingeschult worden als erwartet.

„Die noch nie dagewesenen Schulschließungen und die ungeplanten Unterbrechungen im Lehren und Lernen haben die Errungenschaften von mindestens 20 Jahren rückgängig gemacht“, bilanzierte Motshekga. Am schwersten seien die Auswirkungen in ärmeren ländlichen Gegenden und Townships, wo nur wenige Haushalte Internetanschluss haben.

„Wenn Kinder keinen Kontakt zu Lehrern haben – vor allem Kinder aus benachteiligten Gemeinschaften – läuft das Lernen nicht so wie es sollte“, sagte Martin Gustafsson vom nationalen Bildungsinstitut DBE. Grundschüler hätten im laufenden Schuljahr weiterhin durchschnittlich nur an drei Tagen die Woche Schule und damit bereits die Hälfte des eigentlich üblichen Unterrichts versäumt. (Quelle: TSP, 30.08.21)


3G in Zügen offenbar vor dem Aus

Die umstrittenen Pläne zur Einführung von 3G in Zügen der Deutschen Bahn stehen einem Medienbericht zufolge vor dem Aus. Das berichtet „Bild“. Demnach laute das Ergebnis des von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geführten Prüfverfahrens, die Maßnahmen sei „nicht umsetzbar“. Das Blatt hatte zuvor berichtet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die sogenannte 3G-Regel in Fernzügen durchsetzen wollte. In diesem Fall hätten nicht mehr alle, sondern nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Bahn fahren dürfen. (Quelle: TSP, 30.08.21)


Frau nach BioNTech/Pfizer Impfung tot

In Neuseeland stirbt eine Frau nach einer Covid-19-Impfung mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Ein unabhängiges Gremium zur Überwachung der Sicherheit des Vakzins sei zu dem Schluss gekommen, dass der Tod der Frau auf eine Myokarditis zurückzuführen ist, teilt das Gesundheitsministerium mit. Gleichzeitig seien aber andere medizinische Probleme aufgetreten, die das Risiko nach der Impfung beeinflusst haben könnten. Eine Herzmuskelentzündung gilt als seltene Nebenwirkung des Impfstoffs. (Quelle: TSP, 30.08.21)


Foxconn-Gründer bittet BioNTech um weitere Impfstoffe für Taiwan

Foxconn-Gründer Terry Gou verhandelt erneut mit BioNTech über zusätzliche Impf-Einheiten für Taiwan. Er habe den deutschen Vakzin-Erfinder gebeten, 30 Millionen Dosen für Taiwan für das kommende Jahr vorzuhalten, schreibt Gou auf seiner offiziellen Facebook-Seite. Er habe „bis jetzt eine sehr gute Antwort“ erhalten. BioNTech reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von Reuters zur Stellungnahme. Foxconn sowie Taiwan Semiconductor hatten zuvor bereits 10 Millionen Einheiten gekauft und dem Land gespendet. Taiwans Regierung hatte nach eigenen Angaben zuvor selbst erfolglos versucht, Impfstoff zu beschaffen, und für das Scheitern die chinesische Regierung verantwortlich gemacht. (Quelle: TSP, 30.08.21)


Japan meldet weiteren kontaminierten Moderna-Impfstoff

Japan stellt erneut Verunreinigung in einer Ampulle des Covid-19-Impfstoffs von Moderna fest. Eine sehr kleine, schwarze Substanz sei in einer Impfstoffampulle von Moderna gefunden worden, so ein Beamter der Präfektur Gunma. Die Impfungen mit dem Vakzin der betroffenen Charge sei daraufhin sofort ausgesetzt worden, rund 4500 Personen sei der Impfstoff der kontaminierten Charge aber verimpft worden. Es lägen keine Berichte über gesundheitliche Probleme vor, erklärt dazu der Beamte. Vergangene Woche hatte Japan die Verwendung von 1,63 Millionen Moderna-Dosen gestoppt, nachdem der inländische Vertriebshändler Takeda Pharmaceutical Berichte über Verunreinigungen in einigen Fläschchen erhalten hatte. Zwei Menschen starben nach der Impfung mit dem kontaminierten Vakzin. Die Todesursachen werden derzeit untersucht. (Quelle: TSP, 30.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 75,8 – am Vortag hatte der Wert 74,1 betragen, vor einer Woche 56,4.
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4.559 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3.668 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zehn Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es vier Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.937.106 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.731.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.140. (Quelle: RKI, 30.08.21)


Corona-Rekord im Großraum Sydney

Trotz eines seit mehr als zwei Monaten geltenden Lockdowns steigt im australischen Bundesstaat New South Wales die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter. Am Montag verzeichneten die Behörden in der Region innerhalb von 24 Stunden 1290 neue Fälle – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Fast 80 Prozent der Neuinfektionen seien im Westen und Süden der Metropole Sydney bestätigt worden, teilten die Behörden mit.

Regional-Premierministerin Gladys Berejiklian kündigte mögliche Lockerungen der Beschränkungen an, wenn 70 Prozent der Bevölkerung geimpft seien. Dies werde voraussichtlich im Oktober der Fall sein. Jedoch sollen die strengen Regeln nur für vollständig Geimpfte gelockert werden. „Impfungen sind der Schlüssel zu unserer Freiheit und zur Verringerung der Ausbreitung des Virus“, sagte Berejiklian. Bislang seien 36 Prozent der rund acht Millionen Einwohner von New South Wales an der australischen Ostküste vollständig geimpft.

Gleichzeitig kündigte die Fluggesellschaft Virgin Australia an, dem Beispiel der größten Airline Qantas zu folgen und ebenfalls eine Impfpflicht für die Mitarbeiter einzuführen. Qantas hatte bereits Mitte August für Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal eine Frist bis zum 15. November gesetzt, um sich impfen zu lassen. Die restlichen Mitarbeiter bekommen bis Ende März 2022 Zeit. Bei Virgin Australia soll der gleiche Zeitrahmen gelten. Ausnahmen gibt es nur aus medizinischen Gründen.

Das 25-Millionen-Einwohnerland Australien war dank strenger Regeln und geschlossener Außengrenzen lange Zeit erfolgreich im Kampf gegen das Virus. Experten machen die schleppend angelaufene Impfkampagne und die Delta-Variante für die steigenden Zahlen verantwortlich. (Quelle: TSP, 30.08.21)


Kuba setzt erstmals ausländischen Corona-Impfstoff ein

Mitten in seiner bisher schlimmsten Phase der Pandemie hat Kuba mit der chinesischen Vakzine von Sinopharm erstmals einen ausländischen Impfstoff gegen das Coronavirus eingesetzt. In der Provinz Cienfuegos begann am Sonntag eine Impfkampagne, bei der erwachsenen Einwohnern in Abständen von je 21 Tagen zwei Dosen des Sinopharm-Mittels und abschließend eine Dose der in Kuba entwickelten Vakzine Soberana Plus verabreicht werden sollen, wie Staatsmedien berichteten. Der sozialistische Karibikstaat hatte demnach eine Spende aus China erhalten.

Bisher wurde in Kuba nur mit den selbst entwickelten Vakzinen Soberana 02 und Soberana Plus sowie Abdala geimpft. Letzteres wurde am 9. Juli als erster in Lateinamerika entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. (Quelle: ZEIT, 30.08.21)


Mehr als 173 Millionen US-Bürger vollständig geimpft

In den USA sind bislang 173,5 Millionen Menschen vollständig geimpft und damit rund 53 Prozent der Bevölkerung, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien fast 369 Millionen Dosen verabreicht worden. Mehr als 204 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben rund 328 Millionen Menschen. (Quelle: ZEIT, 30.08.21)


Sonntag: Festnahmen sog. Querdenker in Berlin

In Berlin haben auch am Sonntag erneut Anhänger der sogenannten „Querdenker«W-Bewegung gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, versammelten sich einige tausend Menschen. Es habe rund 80 vorläufige Festnahmen gegeben, berichtete die Polizei auf Twitter. Dabei habe der Fokus „insbesondere auf gewalttätigen Personen“ gelegen oder denjenigen, die als Rädelsführer zu Verstößen gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz und die Infektionsschutzbestimmungen aufgerufen hätten.

Wie die Polizei weiter mitteilte, kam es auch am Sonntag erneut zu Versuchen, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen und zu tätlichen Angriffen auf Polizeikräfte. Bereits am Samstag war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz gewesen und hatte am Abend von mehr als hundert vorläufigen Festnahmen berichtet; es seien »mehrere Dutzend Ordnungswidrigkeiten- und Strafanzeigen« gefertigt worden. Insgesamt war die Polizei am Samstag mit mehr als 2000 Kräften im Einsatz, am Sonntag waren es rund 2200.

Die Berliner Polizei hatte zuvor mehrere am Wochenende in der Hauptstadt geplante »Querdenker«-Demonstrationen verboten. Sie begründete dies vor allem damit, dass in der Vergangenheit bei derartigen Veranstaltungen die Infektionsschutzregeln wie das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes nicht eingehalten wurden.

Bereits Anfang August hatten in der Hauptstadt tausende Menschen trotz Verbots gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Die Polizei sprach damals von mehr als 5000 Teilnehmern. Dabei gab es auch Angriffe auf Einsatzkräfte und einen Gewerkschaftsvertreter. Hunderte Menschen wurden festgenommen. (Quelle: SPIEGEL, 29.08.21)


Tausende Impfgegner demonstrieren in Griechenland

Tausende Impfverweigerer haben am Sonntagabend in Athen und der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki gegen die Coronapolitik der konservativen Regierung demonstriert. In Athen versammelten sich nach Schätzungen des Staatsfernsehens rund 3000 Demonstranten. In Thessaloniki seien es mehr als 5000 Menschen gewesen, berichteten örtliche Medien.

Die konservative Regierung hat es bereits gesetzlich durchgesetzt, dass sich nur noch Geimpfte in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten dürfen. Zudem sollen nicht geimpfte Beschäftigte im Gesundheitssektor vom 1. September an von ihrer Arbeit freigestellt und – solange sie nicht geimpft sind – nicht bezahlt werden. Dies gilt bereits im Bereich Altenpflege seit dem 16. August.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Griechenland in den vergangenen Wochen hauptsächlich wegen der Urlaubszeit in die Höhe geschnellt. In weiten Teilen Kretas und anderer Inseln im Süden der Ägäis gilt bereits seit Tagen ein nächtliches Ausgangsverbot zwischen 01.00 Uhr und 06.00 Uhr. (Quelle: SPIEGEL, 29.08.21)


Deltavariante legt US-Schulen lahm, Fauci für Impfpflicht

In weiten Teilen der USA breitet sich die Deltavariante des Coronavirus rasant aus. Deshalb sollten Kinder nur noch zur Schule gehen dürfen, wenn sie geimpft sind, schlägt der Top-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci vor. »Ich glaube, eine Impfpflicht für Schulkinder ist eine gute Idee«, sagte Fauci dem Nachrichtensender CNN. »Wir haben seit Jahrzehnten Impfungen vorgeschrieben, gegen Polio, Masern, Mumps, Rötelnoder Hepatitis.«

Kindern unter zwölf Jahren steht Impfstoff gegen COVID-19 auch in den USA noch nicht zur Verfügung. Anfang Oktober sollten aber genug Daten vorliegen, auf deren Basis über Impfungen für jüngere Kinder entschieden werden kann, erwartet Fauci. Es gebe eine vielversprechende Chance, dass Impfstoffe von Pfizer-BioNTech oder Moderna Zulassungen für Kinder unter zwölf Jahren erhalten.

In den USA beginnt wegen der Pandemie der Schulbetrieb in vielen Teilen des Landes nach den Sommerferien mit Verzögerung. Am stärksten betroffen von dem Infektionsgeschehen sind im Region Süden der USA. Dort verbreitet sich das Virus besonders stark, zudem haben sich bisher dort relativ wenig Menschen impfen lassen.

In Deutschland hatte zuletzt die Ständige Impfkommission (Stiko) davor gewarnt, bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung »zur Voraussetzung sozialer Teilhabe« zu machen. Die Stiko empfiehlt Impfungen für Kinder ab 12 Jahren erst seit etwa zwei Wochen, in den USA werden Kinder schon länger flächendeckend geimpft. (Quelle: SPIEGEL, 29.08.21)


Hamburgs Schulsenator will neue Quarantäne-Regeln

In Hamburg müssen Kinder, die positiv auf das Coronavirus getestet werden, oft 14 Tage in Quarantäne, auch wenn die Infektion bei ihnen schnell abklingt. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe will das ändern und Freitestungen ermöglichen. Die Kultusministerkonferenz sei mit dem Robert Koch-Institut im Dialog, um eine Verkürzung der Quarantäne-Regelung und eine Möglichkeit zur Freitestung zu schaffen, berichtet der NDR. Zwar ist es generell Sache der Gesundheitsämter, wie viele Kinder bei einem Coronafall in Quarantäne geschickt werden. Doch oft werde bei Neuinfektionen die ganze Klasse in Quarantäne geschickt. Das führt bei Eltern und Lehrer zu Unmut. Zudem sind offenbar stärker Schülerinnen und Schüler in sozialen Brennpunktvierteln von ausgefallenem Präsenzunterricht betroffen, wo die Impfquoten noch nicht so hoch sind. Zuletzt waren in Hamburg 78 der rund 9500 Schulklassen in Quarantäne. (Quelle: SPIEGEL, 29.08.21)


Kanzlerkandidaten schließen weiteren Lockdown aus

Ungeachtet steigender Corona-Zahlen haben die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. Unionskandidat Armin Laschet (CDU), SPD-Kandidat Olaf Scholz und die Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock mahnten in der Fernsehdebatte in den Sendern RTL und ntv aber eine deutlich höhere Impfquote an. Einig waren sie sich auch darin, dass die Schulen nicht wieder geschlossen werden sollen. Laschet, Scholz und Baerbock mahnten aber grundsätzlich Vorsicht an.

Es seien jetzt so viele geimpft, dass es keinen Lockdown geben könne, sagte Scholz. Laschet sagte, er teile diese Einschätzung. Dafür müsse alles getan werden, und er halte das auch für realistisch. Auch Baerbock zeigte sich überzeugt, dass es aufgrund der Impfungen keine weiteren Lockdown geben werde. Alle drei Kandidaten forderten weitere Anstrengungen, um die Impfquote zu erhöhen. (Quelle: Tagesschau, 29.08.21)


Indien meldet 45.000 Neuinfektionen an einem Tag

Indien hat heute 45.083 neue Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Haupttreiber des starken Anstiegs sei ein hinduistisches Erntedankfest in Kerala gewesen, berichteten indische Medien unter Berufung auf Angaben des Gesundheitsministeriums in Neu-Delhi.

Im Anschluss an das zehntägige Onam-Fest wurden demnach in dem südlichen Bundesstaat 31.265 Fälle registriert. Damit seien in Kerala derzeit 55 Prozent der aktuell in ganz Indien 370.000 aktiven Corona-Erkrankungen gemeldet. (Quelle: Tagesschau, 29.08.21)


Kosovo verschiebt Beginn des Schuljahres

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen wird der Beginn des Schuljahres im Kosovo um zwei Wochen verschoben. Statt am 1. September werden die Schülerinnen und Schüler erst Mitte dieses Monats in ihre Klassenzimmer zurückkehren, wie die kosovarische Regierung mitteilte. Gesundheitsminister Arben Vitia sprach von einem starken Anstieg der Infektionszahlen auch bei Kindern und Jugendlichen. Insbesondere die Zehn- bis 19-Jährigen würden nun als „Verbreiter des Virus betrachtet“.

Angesichts der Infektionslage tritt laut Regierung am Montag zudem eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft. Zwischen 22 und 5 Uhr dürfen die Menschen ihre Wohnungen dann nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Derzeit werden im Kosovo täglich rund 2000 Neuinfektionen verzeichnet. (Quelle: Tagesschau, 29.08.21)


Coronafälle in Großbritannien 26 Mal höher als im letzten Jahr

Nach Angaben des Office for National Statistics (ONS) ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Großbritannien inzwischen 26 Mal so hoch wie zu dieser Zeit im letzten Jahr. Wissenschaftler bezeichneten die Entwicklung laut dem Guardian als ernüchternd und warnten, dass die Wiedereröffnung der Schulen in dieser Woche wahrscheinlich zu einem weiteren Anstieg der Fälle führen wird. Zudem könnte auch das neue Semester an den Universitäten weitere Ausbrüche befeuern.

Laut den Angaben von ONS waren in der Woche bis zum 20. August nach Schätzungen des ONS 756.900 Menschen in Großbritannien mit Corona infiziert. Letztes Jahr zu dieser Zeit waren es nach den ONS-Schätzungen 28.200 Menschen. (Quelle: Tagesschau, 29.08.21)



Dritte Impfung für Israelis über zwölf

In Israel können künftig alle Bürger von zwölf Jahren an eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Ministerpräsident Naftali Bennett teilte dies am Sonntag mit und sprach von einem »Privileg, das es in keinem anderen Land gibt«. Zuletzt galt eine Altersgrenze von 30 Jahren für die Auffrischungsimpfung, es müssen außerdem mindestens fünf Monate seit der zweiten Impfung vergangen sein.

Zwei Millionen von insgesamt mehr als neun Millionen Israelis hätten bereits eine dritte Impfdosis erhalten, sagte Bennett. »Es gibt bereits Ergebnisse: Der Anstieg an schweren Erkrankungen hat sich verlangsamt.« Knapp 59 Prozent sind zweifach geimpft. In Israel wird fast ausschließlich das Präparat von Biontech/Pfizer gespritzt. Seit Ende Juli verabreicht das Land als erstes weltweit dritte Impfungen gegen das Coronavirus. Hintergrund der Entscheidung für eine dritte Impfung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Biontech-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Gleichzeitig verbreitete sich die Delta-Variante, die als besonders ansteckend gilt. Vom 1. Oktober an soll der sogenannte Grüne Pass nach Medienberichten für nur zweifach Geimpfte auslaufen. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in einem Tweet auf die Lage in Israel aufmerksam gemacht. Möglicherweise seien die erhöhten Fallzahlen dort auf den verkürzten Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung zurückzuführen.

(Quelle: SPIEGEL, 29.08.21)


Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen wieder über 1.000

Die Zahl der bundesweit auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten ist in der vierten Corona-Welle erstmals wieder über 1000 gestiegen. Im Divi-Register-Tagesreport vom Sonntag wurden 1008 Covid-19-Patienten auf Intensivstation gemeldet, 485 davon mussten beatmet werden. Zuletzt war ein Wert von über 1.000 im Tagesreport vom 18. Juni erfasst worden (1.011). Der Tiefstand vor dem Aufflammen der vierten Welle hatte bei 354 im Report vom 22. Juli gelegen, seither nimmt die Belegung wieder zu.

Am 29. August vergangenen Jahres hatte die Zahl bei gerade einmal 241 gelegen (134 beatmet), erst zu Ende Oktober hin war sie im Zuge der zweiten Welle auf über 1000 gestiegen. Anders als im Vorjahr sind zudem inzwischen längst nicht mehr vor allem Senioren betroffen: Knapp jeder zehnte derzeit auf Intensivstation behandelte Covid-19-Patient ist den Daten des Divi-Registers zufolge 30 bis 39 Jahre alt, knapp jeder fünfte 40 bis 49 Jahre (Stand 26.08., Aktualisierung jeweils donnerstags). Die 50- bis 59-Jährigen stellen gut ein Viertel der Patienten, die 60- bis 69-Jährigen gut ein Fünftel. Zumeist sind von schweren Verläufen und Todesfällen Ungeimpfte betroffen.

Besonders hoch ist der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten derzeit in Nordrhein-Westfalen (6,4 Prozent) und dem Saarland (5,3 Prozent). Selbst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in den kommenden Tagen nicht weiter steigen oder sogar sinken sollte, würde die Zahl der auf Intensivstation behandelten Covid-19-Patienten zunächst weiter zunehmen. Die Infektions-Inzidenz spiegelt sich stets verzögert bei der Klinikbelegung wieder, weil zwischen Infektion und Einweisung meist etwa 10 Tage vergehen.

Das Divi-Register wird von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) geführt. Der Höchstwert bei der Zahl der erfassten Covid-19-Patienten auf Intensivstation hatte bei gut 5700 Anfang Januar im Zuge der zweiten Corona-Welle in Deutschland gelegen.

Rund 5000 Fälle bundesweit gelten nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) als Belastungsgrenze für die Kliniken, wobei dann bereits planbare Operationen verschoben würden. Allerdings zeigen sich derzeit sehr große Unterschiede beim Infektionsgeschehen in den einzelnen Bundesländern und Regionen. Entscheidend für Corona-Maßnahmen wird daher der regionale Blick auf Kennwerte des Infektionsgeschehens und der Klinikauslastung sein. (Quelle: TSP, 29.08.21)


Impfbefürworter in Frankreich organisieren Demonstration

Befürworter der Corona-Schutzimpfung in Frankreich rufen für diesen Montag zu einer Demonstration in Lyon auf. Es gehe angesichts anhaltender Proteste von Impfgegnern darum zu zeigen, dass diese in der Minderheit sind, sagte Mitorganisator Jacques Boucaud dem Sender „France Info“. „Wir haben entschieden, uns Gehör zu verschaffen und zu zeigen, dass wir bereit sind, uns impfen zu lassen.“ Ein Großteil der Bevölkerung wolle aus der Situation herauskommen, in der man seit eineinhalb Jahren stecke. „Wir kennen die Erklärungen der Wissenschaftler und die Studien der echten Experten die zeigen, dass die Impfung der einzige Ausweg aus dieser Pandemie ist.“

Empört zeigte sich der Mitorganisator der Kundgebung über die Atmosphäre, die durch den Streit um die Corona-Impfung entstanden sei. Da werde von „Widerstand“ und „Diktatur“ gesprochen, aber diese Wörter hätten eine Bedeutung. „Redet mal über Widerstand und Diktatur mit den Afghanen.“ Der Demonstrationsaufruf trägt das Motto „Bürgerliche Brüderlichkeit, alle geimpft für mehr gemeinsame Freiheit“.(Quelle: TSP, 29.08.21)


Rund 10.000 nehmen an CSD-Parade in Köln teil

Trotz anhaltendem Regen und Corona-Pandemie sind am Sonntag Tausende Menschen bei der Christopher-Street-Day-Parade durch Köln gezogen. 10.000 Teilnehmende demonstrierten nach Angaben des Veranstalters für die Rechte unter anderem von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender.

Um die erforderlichen Abstände einzuhalten, war die Strecke der Parade geändert worden – sie verlief dieses Jahr nicht durch die engen Innenstadtstraßen, sondern linksrheinisch über die breite Rheinuferstraße zum Heumarkt und dann über die Deutzer Brücke zum Deutzer Bahnhof. Alle Teilnehmenden mussten geimpft, genesen oder getestet sein und Mundschutz tragen.

Die Kölner CSD-Parade 2019 hatte nach Veranstalter-Angaben 1,2 Millionen Leute angezogen. Im vergangenen Jahr war der CSD auf Anfang Oktober verschoben worden und hatte dann nur in stark verkleinerter Form stattgefunden – statt der Parade gab es eine Fahrraddemo.

Mit dem Christopher Street Day (CSD) – international oft „Pride“ (engl. für Stolz) genannt – wird vielerorts an Ereignisse im Jahr 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und lösten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus. Die Kölner CSD-Parade gilt als die größte Pride-Parade in Deutschland. (Quelle: TSP, 29.08.21)


Hindu-Fest lässt Zahl der Neuinfektionen in Indien nach oben schießen

Indien hat am Sonntag 45.083 neue Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Haupttreiber des starken Anstiegs sei ein hinduistisches Erntedankfest in Kerala gewesen, berichteten indische Medien unter Berufung auf Angaben des Gesundheitsministeriums in Neu Delhi.

Im Anschluss an das zehntägige Onam-Fest wurden demnach in dem südlichen Bundesstaat 31.265 Fälle registriert. Damit seien in Kerala derzeit 55 Prozent der aktuell in ganz Indien 370.000 aktiven Coronaerkrankungen gemeldet. Die Coronawelle in Kerala habe in den Tagen seit dem Ende der Feierlichkeiten am vergangenen Montag eingesetzt.

Onam ist das wichtigste und populärste Fest der Hindus in Kerala. Es wird zu Ehren des mythischen Königs Mahabali mit großen, prachtvollen Veranstaltungen gefeiert. Kerala ist zudem der indische Bundesstaat mit dem größten christlichen Bevölkerungsanteil. Die Mehrheit der Christen sind „Thomaschristen“, die ihre Ursprünge auf den Apostel Thomas zurückführen. (Quelle: TSP, 29.08.21)


Japan erwägt Impfstoff-Kombination für Erst- und Zweitdosis

Japan prüft zur Beschleunigung seiner Impfkampagne eine Kombination verschiedener Vakzine bei Erst- und Zweitimpfungen. Möglicherweise könne nach einer ersten Dosis mit dem Astrazeneca-Stoff als zweite Dosis das Mittel von Pfizer/Biontech oder jenes von Moderna verabreicht werden, sagt der Leiter der Impfkampagne, Taro Kono, dem Sender Fuji Television. Damit könne die Wartezeit zwischen beiden Impfungen verkürzt werden, die zwischen zwei Astrazeneca-Dosen acht Wochen betrage. Er habe das Gesundheitsministerium um eine Einschätzung gebeten. (Quelle: TSP, 29.08.21)


160.000 Menschen protestieren gegen Corona-Regeln in Frankreich

In Frankreich haben den siebten Samstag in Folge landesweit zehntausende Menschen gegen die Corona-Regeln protestiert. In der Hauptstadt Paris und zahlreichen weiteren Städten machten die Demonstranten vor allem ihrem Ärger über den sogenannten Gesundheitspass Luft, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. „Freiheit“ und „Widerstand“ skandierten die Teilnehmer der Protestmärsche in Paris. Insgesamt beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums rund 160.000 Menschen an den Demonstrationen. Die Polizei meldete 16 Festnahmen. Drei Beamte seien leicht verletzt worden.

Seit Mitte Juli gehen samstags landesweit zehntausende Menschen gegen die verschärften Corona-Regeln in Frankreich auf die Straße. Sie lehnen die Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal ebenso ab wie die Ausweitung der Nachweispflicht auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens.

In Frankreich muss beim Betreten von Restaurants und Cafés, in Einkaufszentren und Gesundheitseinrichtungen sowie für Fernreisen in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Impfung, eine Genesung oder ein Negativ-Test nachgewiesen werden – der sogenannten Gesundheitspass. Dies galt seit Juli schon für Kultur- und Freizeiteinrichtungen.
(Quelle: TSP, 29.08.21)


Drama: Keine „Helene Fischer Show“ dieses Jahr

Fans der Pop-Sängerin Helene Fischer (37) müssen dieses Weihnachten auf ein beliebtes Ritual verzichten: Die „Helene Fischer Show“ fällt auch im Jahr 2021 aus. „Aufgrund der nach wie vor geltenden Beschränkungen für solch große Publikumsveranstaltungen haben wir uns, gemeinsam mit Helene Fischer, schweren Herzens dazu entschlossen, auch in diesem Jahr auf die „Helene Fischer Show“ zu verzichten“, teilte das ZDF am Sonntag auf Anfrage mit.

Doch es gibt auch gute Nachrichten für die Fans. Vor wenigen Tagen hatte Fischer ihr neues Album angekündigt. Dazu soll es ein exklusives Format im ZDF geben, wie der Sender am Sonntag mitteilte: einen Musikfilm am 16. Oktober.

Das Album „Rausch“ solle am 15. Oktober erscheinen, hatte Helene Fischer auf Instagram geschrieben. Anfang August hatte sie ihre neue Single „Vamos a Marte“ vorgestellt, die sie zusammen mit Luis Fonsi singt.

Die „Helene Fischer Show“ wird normalerweise seit 2011 jährlich am ersten Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt. Schon letztes Jahr musste sie wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden, stattdessen wurde ein Zusammenschnitt gezeigt. ((Quelle: TSP, 29.08.21)


Fast zwei Drittel für 3G-Regel in Fernzügen – Plan aber offenbar vom Tisch

Eine große Mehrheit der Wahlberechtigten in Deutschland würde laut einer Umfrage eine sogenannte 3G-Regel in Fernzügen befürworten. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des „Handelsblatts“ an, sie fänden es richtig, wenn nur noch Corona-Geimpfte, -Genesene oder -Getestete (3G) Züge nutzen dürften. 31 Prozent der Befragten waren dagegen und fünf Prozent unentschieden.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitag bestätigt, dass die Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie eine 3G-Regel für Fernzüge prüfe. Es müsse alles getan werden, um die hohen Corona-Fallzahlen einzudämmen, betonte Seibert. Vor allem bei jungen Menschen zwischen null und 14 Jahren gebe es derzeit hohe Ansteckungszahlen, sie könnten sich in den meisten Fällen noch gar nicht impfen lassen. Die Bundesregierung prüfe deshalb, ob die 3G-Regel auch in Fernzügen und im inländischen Flugverkehr angewendet werden könne.

Wie die „Bild“ am Sonntagnachmittag berichtete, soll der Plan allerdings nun vom Tisch sein. Die mit der Prüfung befassten Ministerien würden dies als „praktisch nicht durchführbar“ bewerten. In einer Stellungnahme heiße es demanch: „Die Einführung einer 3G-Regelung, die offensichtlich nicht oder jedenfalls nur sehr eingeschränkt kontrolliert und damit durchgesetzt werden kann, läuft ins Leere.“ Auch stünde die Einführung der Regel „nicht im Verhältnis zum Aufwand“; sie sei „unverhältnismäßig“.(Quelle: TSP, 29.08.21)


Baerbock will mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene

Geimpfte und Genesene sollen nach Ansicht von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mehr Freiheiten erhalten als Ungeimpfte. Wenn jemand nicht solidarisch mit etwa Kindern oder chronisch Kranken sei, „dann kann er oder sie nicht erwarten, dass alle anderen auf ihre Freiheit verzichten“, sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie halte es deswegen für richtig, Geimpften oder Genesenen wieder mehr Freiheiten zu geben, „so wie Hamburg das jetzt macht“.

In Hamburg gilt seit dem Wochenende ein bislang bundesweit einmaliges 2G-Optionsmodell. Besuchen nur Geimpfte und Genesene eine Veranstaltung, entfallen fast alle Corona-Auflagen. Veranstalter oder Wirte können entscheiden, ob sie diesen Weg gehen oder weiter das 3G-Modell nutzen wollen – also auch aktuelle Tests akzeptieren.

Damit erhöhe man auch den Anreiz, sich impfen zu lassen, sagte Baerbock. Man dürfe nun in der Impfkampagne nicht nachlassen, „gerade auch, um Kinder zu schützen“. Es brauche mobile Impfteams, eine intensive Ansprache und Informationen in vielen Sprachen. Eine allgemeine Impfpflicht sei rein rechtlich nicht durchsetzbar. (Foto: CC s. Archiv v. 4.4.20; Quelle: TSP, 29.08.21)


Grafschafter Zahlen

19 weitere Covid-19-Fälle meldet die Kreisverwaltung am Sonntag in ihrem Dashboard. Die Zahl der aktuellen Corona-Fälle steigt somit von 169 am Samstag auf 186 am Sonntag. Auch der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt an. Am Samstag lag dieser Wert laut Robert-Koch-Institut bei 81,2, am Sonntag wird er auf 86,3 beziffert. 352 Grafschafter befinden sich am Sonntag in Quarantäne.

Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 5727 Corona-Fälle im Labor bestätigt worden. 5416 Menschen (Samstag: 5414) gelten inzwischen als wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt nach wie vor bei 125.

Die 186 aktuellen Corona-Fälle teilen sich wie folgt auf die Kommunen im Landkreis auf (in Klammern die Veränderungen zu Samstag): Bad Bentheim: 17 (+2), Emlichheim: 21 (+3), Uelsen: 20 (+2), Neuenhaus: 14 (+1), Wietmarschen 9 (0), Nordhorn: 93 (+8) und Schüttorf: 12 (+1). (Quelle GN, 29.08.21)


China bezeichnet US-Geheimdienste als verlogen

China hat einen Bericht der US-Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus als „verlogen“ bezeichnet. Bei dem am Freitag vorgelegten Papier handele es sich um einen „verlogenen Bericht, der für politische Zwecke erstellt wurde“, hieß es in einer vom Außenministerium in Peking verbreiteten Mitteilung. Von einem „verleumderischen Angriff“ auf China war die Rede. „Ohne Beweise zu liefern, haben die USA eine Geschichte nach der nächsten erfunden, um China zu diffamieren und zu beschuldigen“, wurde Chinas Vize-Außenminister Ma Zhaoxu zitiert.

Der Bericht der US-Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus hatte keine eindeutigen Feststellungen geliefert. Darüber, ob das Virus aus einem Labor stamme oder von einem Tier auf den Menschen übergesprungen sei, herrschte demnach unter den Diensten Uneinigkeit. Beides seien „plausible Hypothesen“. (Quelle: Tagesschau, 29.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Sonntag, 29. August, hat das Robert Koch-Institut 701 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die gesamtzahl der Infizirten erhöhte sich damit auf 276.848 Personen.

Das RKI meldete drei weitere Todesfälle in Niedersacgsen. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.850 Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt auf 58,0 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 53,9 Fälle). (Quelle: RKI, 29.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen lag sie bei 74,1 – am Vortag hatte der Wert 72,1 betragen, vor einer Woche 54,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8.416 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 7.050 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 12 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es drei Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.932.547 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.726.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.130. (Quelle: RKI, 29.08.21)


Lufthansa will Geschäftsreisende zurückgewinnen

Die Fluggesellschaft Lufthansa will eine Offensive starten, um Geschäftsreisende zurückzugewinnen: Im September steige auf vielen Verbindungen die Zahl der täglichen Frequenzen, kündigte Konzernvorständin Christina Foerster in einem Gespräch mit den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ an. „Das ist wichtig für Geschäftsreisende, die am gleichen Tag hin und zurück fliegen wollen“, sagte Foerster.

Aktuell zähle Lufthansa laut Foerster etwa 50 Prozent der Passagiere im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019. „Wir fliegen bereits jetzt wieder 88 Prozent der Destinationen über alle Airlines der Lufthansa Group hinweg an. Das entspricht 280 Zielen in der ganzen Welt“, so die Vorständin. (Quelle: Tagesschau, 29.08.21)


Infektionen im Tropical Islansd Resort Berlin

Nach fünf bestätigten Corona-Infektionen bei Besuchern, die sich im Freizeitresort Tropical Islands aufgehalten haben, ist dort das Hygienekonzept überprüft worden. Das Gesundheitsamt sei am Donnerstag dort gewesen, teilte der Landkreis Dahme-Spreewald mit. Das Hygienekonzept sei nach der Prüfung bestätigt worden, hieß es. Das Gesundheitsamt habe die Empfehlung ausgesprochen, die Einhaltung der sogenannten AHA-Regeln im Blick zu behalten: Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen.

Gäste, die zwischen dem 18. bis 22. August dort weilten, werden nach den Angaben von Tropical Islands per Mail über die Infektionsfälle informiert. Bei Symptomen werde dringend empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, hieß es. Das große Bad wird auch von vielen Gästen aus anderen Bundesländern gern besucht. Seit dem 26. August gilt dort wieder die Testpflicht für Besucher, die weder geimpft noch genesen sind. (Quelle: SPIEGEL, 28.08.21)


Hohe Inzidenz: Nur noch Notbehandlung in Jamaikas Krankenhäusern

Wegen hoher Auslastung durch viele Coronafälle werden in allen öffentlichen Krankenhäusern Jamaikas nur noch Notfälle behandelt. Das gelte ab sofort, teilte das Gesundheitsministerium des Karibikstaates am Freitag mit. Die meisten Kliniken des Landes hätten das Kontingent an Betten für Covid-19-Patienten überschritten, hieß es. Auch würden die Sauerstoffvorräte angesichts hoher Nachfrage knapp.

Die Krankenhäuser würden nun nicht zwingend nötige Operationen aussetzen, teilte die Behörde weiter mit. Patienten, die zu Hause behandelt werden könnten, würden entlassen. Die Bevölkerung werde gebeten, eine Notaufnahme nur zu besuchen, wenn bei schweren Fällen medizinische Behandlung benötigt werde.

Bisher wurden in Jamaika fast 65.000 Infektionen mit dem Coronavirus und 1465 Todesfälle offiziell registriert. Knapp fünf Prozent der rund drei Millionen Einwohner des Inselstaates sind vollständig geimpft. Derzeit würden 739 Corona-Infizierte und 320 Verdachtsfälle in Krankenhäusern behandelt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das sei ein Höchststand. (Quelle: SPIEGEL, 28.08.21)


Demonstrationen in Berlin

Trotz einer Reihe von Demonstrationsverboten haben sich am Samstag in Berlin nach Polizeiangaben mehrere tausend Menschen aus Protest gegen die Corona-Politik versammelt. Am Abend teilte die Polizei via Twitter mit: „Über 100 Menschen mussten wir heute mindestens kurzzeitig die Freiheit beschränken, mehrere dutzend Ordnungswidrigkeiten- und Strafanzeigen schreiben.“ Die Einsatzkräfte begleiteten die einzelnen Züge und zogen dabei nach eigenen Angaben immer wieder Rädelsführer aus den Gruppen. Es gab einige Angriffe auf Polizisten, zunächst wurde ein Beamter verletzt.

Nach mehreren Verboten für einzelne Versammlungen lief ein großer Teil der Protestierenden nach Beobachtung von Reportern der Deutschen Presse-Agentur zu Beginn eher ziellos durch die Straßen. Zunächst zogen einzelne Gruppen durch den Stadtteil Friedrichshain. Die Menschen waren in der weit überwiegenden Mehrheit ohne Masken oder andere Schutzmaßnahmen unterwegs.

Im benachbarten Stadtteil Prenzlauer Berg versuchten die Protestler dann immer wieder, zu einem „Zug der Liebe“ dazuzustoßen, zu dem bei House- und Technomusik rund 10.000 Menschen erwartet wurden. Die Polizei verhinderte dies mit Absperrungen.

An der Lessingbrücke zwischen Tiergarten und Moabit versuchten Demonstranten nach Polizeiangaben, eine Sperre zu durchbrechen. Die Polizei verhinderte das und setzte dabei auch Reizgas ein. Polizeihubschrauber waren zur Beobachtung der unübersichtlichen Szenerie eingesetzt, weite Teile des Regierungsviertels abgesperrt.

Die Polizei hatte sich trotz zahlreicher Demonstrationsverbote auf größere Einsätze eingestellt. Rund 2000 Kräfte standen nach eigenen Angaben bereit, darunter auch Unterstützung aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern und Sachsen.

Neun Demonstrationen waren von der Polizei verboten worden, darunter Kundgebungen der „Initiative Querdenken“ auf der Straße des 17. Juni. Drei Eilanträge gegen die Verbote wies das Verwaltungsgericht zurück, einem gaben sie statt: Eine für Samstag und Sonntag angemeldete Versammlung mit je 500 erwarteten Teilnehmern durfte stattfinden. Auf diese Veranstaltung wurde dann über das soziale Netzwerk Telegram hingewiesen. (Quelle: RP, 28.08.21)


Russland meldet Rekordwert bei Corona-Toten im Juli

Russland hat für Juli eine Rekordzahl bei Todesfällen in Verbindung mit dem Coronavirus verzeichnet. Im vergangenen Monat seien 50.421 Menschen gestorben, die an Covid-19 gelitten hätten, hieß es in einem Bericht des Statistikamts Rosstat. Der bisherige Höchstwert aus dem Dezember lag bei 44.435 Toten.

Doch hätten im Juli nur 38.992 Sterbefälle direkt auf die Krankheit zurückgeführt werden können. Bei 5.206 wurde das Virus als vermutliche Haupttodesursache eingestuft, doch wären weitere Untersuchungen nötig. Wie es weiter hieß, trug das Coronavirus bei 1.449 weiteren Fällen zum Tod bei, war aber nicht der entscheidende Auslöser. 4.844 Personen seien zwar infiziert gewesen, doch habe ihr Ableben nichts mit dem Erreger zu tun gehabt.

Bis Ende Juli wurden laut Rosstat insgesamt 215.265 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gezählt – und damit weitaus mehr als die 180.840, die die nationale Corona-Arbeitsgruppe angegeben hat. Die Diskrepanz führen Behördenvertreter auf unterschiedliche Zählmethoden zurück. So berücksichtige die Arbeitsgruppe nur Todesfälle, bei denen Covid-19 als Hauptursache diagnostiziert worden sei. Die Taskforce greife zudem auf Daten von medizinischen Einrichtungen zurück, während Rosstat sich auf die Zahlen aus den Standesämtern verlasse, wo die Erfassung von Todesfällen abgeschlossen wird.
(Quelle: Tagesschau, 28.08.21)



Spahn sieht vollständige Öffnung von Clubs skeptisch

Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich bei einem Treffen mit Vertretern der Club- und Kulturbranche dagegen ausgesprochen, ähnlich wie in Großbritannien Bars und Dicos allgemein zu öffnen. Er betonte die Rolle des Impfens. Zu Frage nach einer Perspektive für die Branche sagte Spahn, die sicherste Bedingung für die Gesellschaft sei eine Impfquote von deutlich über 80 Prozent. „Dann kämen wir ziemlich sicher durch Herbst und Winter.“ Aktuell sind mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Ein Datum könne er nicht nennen. Er unterstrich, wie wenig planbar die Lage ist. „Ich kann euch nicht sagen, was im Dezember ist.“ Offen zeigte er sich für Modellprojekte der Clubs, die das Tanzen innen möglich machen könnten. Für ein Modellprojekt mit PCR-Tests zusammen mit der Charité hatten mehrere Berliner Clubs kürzlich trotz anhaltender Pandemie ein Wochenende lang öffnen dürfen. Das Ergebnis wird in der Clubszene als mutmachend gewertet. Spahn räumte ein, er habe das Ergebnis noch nicht gekannt und zeigte sich offen. Wenn diese Modellprojekte zeigten, es gehe sicher, dann sollte ein Betrieb auch wieder möglich gemacht werden, Schritt für Schritt. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: Tagesschau, 28.08.21)


Karnevalsjecken lassen sich impfen

Jecke Impfaktion in Köln: Über hundert Karnevalsfans haben sich am Samstag auf dem Heumarkt in der Kölner Altstadt gegen Corona impfen lassen. Das Festkomitee Kölner Karneval und die Stadt hatten gemeinsam zum „großen Fastelovends-Impfen“ aufgerufen.

Mit der Aktion sollten noch möglichst viele Jecken zum Impfen animiert werden, bevor die neue Session losgeht. „Wer an dem Tag mit der ersten Impfung startet, ist pünktlich zum Elften im Elften durchgeimpft und spart sich somit die PCR-Testung vor einer Karnevalsveranstaltung“, hatte das Festkomitee im Vorfeld mitgeteilt.

Nach Ansicht von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ist die Aktion ein wichtiges Zeichen an alle Karnevalisten: „Wir alle haben das gemeinsame Feiern in der vergangenen Session schmerzlich vermisst.“ Für einen „sicheren Karneval“ sollten alle Jecken sich impfen lassen.

Das Festkomitee geht nach früheren Angaben für 2021/22 von einer weitgehend normalen Session für Geimpfte, Genesene und PCR-Getestete aus. Anders als in Düsseldorf, wo bei einigen Saalveranstaltungen nur Immunisierte teilnehmen dürfen, soll in Köln auch ein negativer PCR-Test die Teilnahme an Bällen, Sitzungen und Partys in Innenräumen ermöglichen. (Quelle: TSP, 28.08.21)


Indien meldet höchste Tagesfallzahl seit zwei Monaten

Indien verzeichnet nach zahlreichen Fällen im südwestlichen Bundesstaat Kerala erneut einen deutlichen Anstieg an täglichen Corona-Neuinfektionen. Mit 46.759 Infektionsfällen sei am Samstag der höchste Tageswert seit etwa zwei Monaten erreicht worden, teilte das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mit. 70 Prozent dieser neuen Fällen gingen auf Kerala zurück, wo lockerere Regeln für Reisen und Zusammenkünfte während des traditionellen Onam-Erntedankfestes als Treiber hinter dem Anstieg vermutet werden.

Nach den USA ist Indien in absoluten Zahlen das derzeit am stärksten von der Pandemie getroffene Land. Mehr als 32,6 Millionen Menschen steckten sich dort mit dem Coronavirus an, mehr als 437.370 Menschen starben.

Samstag war seit dem 7. Juli der dritte Tag in Folge, an dem mehr als 45.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet wurden. Während zum Höhepunkt der zweiten Welle im April und Mai an einigen Tagen mehr als 400.000 Infektionen erfasst wurden, waren es zuletzt um die 30.000 bis 40.000 pro Tag gewesen. Welche Rolle die besonders schnell übertragbare und erstmals in Indien festgestellte Delta-Variante des Erregers derzeit spielt, wurde nicht gesagt.

In dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Subkontinent hatte die Impfkampagne zeitweise auch wegen fehlender Dosen gestockt. Diese Probleme seien nun beseitigt und am Freitag eine Rekordzahl von zehn Millionen Menschen geimpft worden, teilte das Ministerium weiter mit. 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – sie wird auf etwa 940 Millionen geschätzt – sind demnach nun ganz und mehr als 50 Prozent einmal gegen Corona geimpft. (Quelle: TSP, 28.08.21)


Überblick am Tage

  • Wissenschaftliche Berater der britischen Regierung warnen die Universitäten davor, nächsten Monat Erstsemestereinführungen zu veranstalten. Sie bfürchten, dass dies in Coronavirus-Fällen zu „sehr großen Belastungen“ führen könnte.
  • Das japanische Gesundheitsministerium untersucht den Tod von zwei Männer in den Dreißigern, die den Moderna-Impfstoff aus Chargen erhalten hatten, die später nach der Entdeckung von Verunreinigungen nicht mehr verwendet wurden. Es gebe bisher keine Hinweise darauf, dass die Impfstoffe der Männer verunreinigt gewesen seien, teilte das Ministerium mit.
  • Die Delta-CoViD-Variante verdoppelt das Risiko einer Covid-Krankenhauseinweisung im Vergleich zur Alpha-Variante. Diese Annahme hat eine neue Studie bestätigt. Die Analyse – basierend auf in England erhobenen Daten – legt nahe, dass Ausbrüche der Delta-Variante die Gesundheitsdienste voraussichtlich zusätzlich stark belasten werden.
  • Vietnam meldete am Freitag 12.103 Neuinfektionen und 352 weitere Todesfälle, die meisten davon in Ho-Chi-Minh-Stadt und der benachbarten Industrieprovinz Binh Duong.
  • Indien hat in 24 Stunden mehr als 10 Millionen Impfdosen verabreicht, um sich dem prognostizierten Anstieg der Infektionen entgegen zu wirken. Das Land meldete am Samstag 46.759 neue Covid-Fälle, die höchste täglich registrierte Zahl von Fällen seit fast zwei Monaten.
  • Der australische Bundesstaat New South Wales verzeichnete am Samstag 1.035 neue Fälle – die höchste tägliche Gesamtzahl für einen australischen Bundesstaat seit Beginn der Pandemie. Die vom Guardian Australia erhaltenen Zahlen zeigen in jeder Region des Staates eine große Lücke zwischen den Covid-Impfquoten von indigenen und nicht indigenen Einwohnern
  • Der Corona-Ausbruch in Neuseeland hat sich verschlimmert; am Samstag wurden 82 neue Fälle gemeldet. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Fälle des Ausbruchs in der Gemeinde auf 429, von denen 415 in Auckland waren.
    (Quelle: The Guardian, 28.08. 21)

Mehr als 60 Prozent in Deutschland vollständig geimpft

Mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben inzwischen gut 50 Millionen Menschen (60,1 Prozent) erhalten, wie das Bundesgesundheitsministerium am Samstag bekannt gab. Knapp 65 Prozent (54 Millionen) sind demnach mindestens einmal geimpft. Am Freitag wurden den Angaben zufolge 213.092 Impfdosen verabreicht.

In Bremen haben bereits 74,7 Prozent mindestens eine Impfung, 70,2 Prozent sind dort vollständig geimpft. In Sachsen dagegen haben erst 54,8 Prozent mindestens eine Impfung, 51,4 Prozent sind dort vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 28.08.21)


Grünen-Gesundheitsexperte will Druck auf Ungeimpfte machen

Für Ungeimpfte sollen nach Ansicht des Gesundheitsexperten der Grünen, Janosch Dahmen, bei weiter steigenden Corona-Infektionszahlen künftig stärkere Einschränkungen gelten. „Bevor deshalb wieder alle Menschen in einen umfassenderen Lockdown geschickt werden, ist es richtig, hier zu differenzieren zwischen Menschen, die durch Impfungen besser geschützt sind, und Menschen ohne jede Form von Immunität“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Mit Blick auf das gegenwärtige Pandemie-Geschehen in Deutschland befürchtet er, dass das Gesundheitswesen wieder „erheblich unter Druck“ gerate. (Quelle: TSP, 28.08.21)



Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Samstag 25 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das geht aus dem „Dashboard“ der Kreisverwaltung hervor. Derzeit sind in der Grafschaft 169 Covid-19-Fälle bekannt. In Quarantäne befinden sich aktuell 363 Personen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt und liegt laut Robert-Koch-Institut am Samstag bei 81,2. Am Freitag lag der Wert bei 74,0. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 5.708 Corona-Fälle in der Grafschaft bestätigt. 5414 Menschen gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt nach wie vor bei 125. Die 169 aktuellen Corona-Fälle teilen sich wie folgt auf die Kommunen im Landkreis auf (in Klammern die Veränderungen zu Freitag):
Bad Bentheim: 15 (0), Emlichheim: 18 (+2), Uelsen: 18 (+6), Neuenhaus: 13 (+1), Wietmarschen 9 (+1), Nordhorn: 85 (+3) und Schüttorf: 11 (+2). (Quelle GN, 28.08.21)


Patientenschützer für zentrale Leitzahl zur Klinikbelegung

Patientenschützer fordern eine bundesweite „Leitzahl“, ab wann künftig wegen zu vieler Corona-Patienten in den Kliniken strengere Alltagsbeschränkungen greifen sollen. Ohne eine solche Vorgabe von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werde es „erneut ein Tohuwabohu geben“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. Es handele sich um eine politische Entscheidung, wie hoch die Belastung des medizinisch-pflegerischen Personals in den Kliniken sein solle.

Brysch sagte, viele Menschen seien es leid, dass in verschiedenen Regionen bei gleicher Lage unterschiedliche Regelungen gelten. „Deshalb wäre es falsch, die Festlegung einer Leitzahl allein den Kliniken oder den jeweiligen Ländern zu überlassen.“

Nach einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums soll die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in den regionalen Kliniken zur wichtigsten Messlatte werden – auch als Auslöser für neue Alltagsbeschränkungen. Die kritischen Schwellen, ab denen Auflagen nötig werden, sollen jeweils die Länder festlegen.

Spahn hatte die vorgesehenen regionalen Entscheidungen dazu verteidigt. „Aus meiner Sicht ist das nicht ein Wert, den man sozusagen einheitlich zentral vorgeben kann, weil das regional unterschiedlich ist“, sagte er dem SWR. In Städten wie Berlin oder München und Ballungsräumen gebe es ganz andere Behandlungskapazitäten als in ländlichen Flächenregionen. (Quelle: TSP, 28.08.21)


Mediziner schlägt impfkorrigierte 7-Tage-Inzidenz als Kennwert vor

In der Diskussion um eine neue Formel für Corona-Auflagen hat sich der Leiter des Covid-19-Registers in Rheinland-Pfalz für eine impfkorrigierte Sieben-Tage-Inzidenz ausgesprochen. „Die Beschreibung der Infektionslage durch die Parameter der Sieben-Tage-Inzidenz ist heute anders zu bewerten als vor einem Jahr, als keinerlei Anteile der Bevölkerung einen Impfschutz hatten“, sagte Anselm Gitt vom Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen der Deutschen Presse-Agentur.

Das Festhalten an der Inzidenz unterschätze die aktuelle gefährliche Infektionslage, warnte Gitt. „Diese Zahlen beziehen sich seit Beginn der Pandemie auf die gesamte Bevölkerung und lassen völlig außer Acht, dass sich mittlerweile die Hälfte hat impfen lassen.“

Korrigiere man dies, erhalte man ein realistisches, allerdings auch bedrohliches Bild. „Im Mittel wäre die Sieben-Tage-Inzidenz dann für die gesamte Bundesrepublik um mehr als den Faktor Zwei höher. Die impfkorrigierte Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit in 11 der 16 Bundesländer weit über 100 und in Nordrhein-Westfalen sogar bei 277.“

Der Vorstand der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen rief mit Nachdruck zu einer Diskussion darüber auf, ob für die Bewertung der Infektionslage und die daraus resultierenden politischen Entscheidungen diese impfkorrigierte Inzidenz eingesetzt werden sollte. „Diese könnte zusammen mit der Gesamtzahl der Patienten, die wegen einer Corona-Infektion auf Intensivstationen und auf Normalstationen behandelt werden müssen, zu einer deutlich besseren Beurteilung der Pandemie-Entwicklung beitragen“, sagte Gitt.

„Die derzeitige Diskussion, die bisherige Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen ganz zu verlassen und als Ersatz eine Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen zu erfassen, erscheint alleine nicht sinnvoll.“ Der Anstieg der stationären Aufnahmen hinke dem Anstieg der Neuinfektionen hinterher. „Bei alleiniger Betrachtung der stationären Aufnahmen würde wichtige Zeit für infektionseindämmende Maßnahmen verloren gehen“, betonte Gitt. Das Modell der impfkorrigierten Sieben-Tage-Inzidenz hatte er mit dem Mathematiker Alexander Neumer berechnet. (Quelle: TSP, 28.08.21)


Grafschaft Bentheim: Lollitests in Kitas ab September

In der Grafschaft Bentheim werden Kita-Kinder ab September mit sog. Lollitests auf Corona getestet. Die Lollitests für die Über-Dreijährigen sind eine der Neuerungen, die ab September in den Kitas in der Grafschaft Bentheim gelten“, erklärte Alfred Hülmann, Abteilungsleiter Familie, Jugend, Sport und Integration beim Landkreis Grafschaft Bentheim bekannt. Drei Mal können sich die Kids daheim in der Woche freiwillig testen. Die Verteilung der Produkte sei gerade angelaufen. Aber auch ohne Test dürfen die Mädchen und Jungen in den Kindergarten: Grundlage dafür ist der Rechtsanspruch auf Betreuung. Die Unter-Dreijährigen sollten möglichst über das familiäre Umfeld abgesichert werden. Sprich: Die Erwachsenen um sie herum sollten geimpft oder regelmäßig getestet sein.

Die zweite Neuerung: Alle Kitas laufen im Regelbetrieb. Bei Infektionen wird entschieden, welche Maßnahme – die Einrichtung betreffend – ergriffen werden soll. Die Kitas werden nicht mehr grundsätzlich geschlossen. Die Beurteilung über Quarantäne oder Schließungsmaßnahmen etwa von Gruppen soll kleinteiliger getroffen werden. Im Klartext: Wenn eine Einrichtung in der Niedergrafschaft betroffen ist, müssen nicht grundsätzlich alle Kitas im Landkreis dicht machen. Eine Notbetreuung muss in jedem Fall sichergestellt werden. „Das ist auch dringend notwendig“, sagt Hülmann. (Quelle: GN, 28.08.21)


Nachfrage nach Impfungen bei Hausärzten drastisch gesunken

Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen ist nach Daten des Hausärzteverbandes deutlich niedriger als in der ersten Jahreshälfte. „Der Impfturbo, den wir im Frühjahr und bis zum Juli hinein erlebt hatten, ist definitiv abgeflaut“, sagte Armin Beck, Mitglied des Bundesvorstands des Deutschen Hausärzteverbands und Vorsitzender des Hausärzteverbands Hessen, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

Während einzelne Kolleginnen und Kollegen zuvor noch von 300 oder sogar 500 Anfragen zur Impfung wöchentlich berichtet hätten, erhielten viele mittlerweile nur noch 30 oder weniger, sagte Beck. Hinzu komme, dass die Beratung bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich aufwändiger geworden sei, da der Anteil der klaren Impfbefürworter unter den Ungeimpften mit Voranschreiten der Impfkampagne stark abgenommen habe. „Hier ist viel Überzeugungsarbeit zu leisten“, so der Mediziner. (Quelle: TSP, 28.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Sonnabend, 28. August, hat das Robert Koch-Institut 837 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das RKI meldete keinen weiteren Todesfall. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.847. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt auf 53,9 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 50,9 Fälle). (Quelle: NDR, 28.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen lag sie bei 72,1 – am Vortag hatte der Wert 70,3 betragen, vor einer Woche 51,6.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.303 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.42 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 8.092 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 17 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.924.131 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.723.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.118. (Quelle RKI, 28.08.21)


Italien beschließt strengere Corona-Maßnahmen für Sizilien

Nach einem rapiden Anstieg der Corona-Zahlen gelten in der italienischen Region Sizilien ab dem kommenden Montag strengere Schutzmaßnahmen. Die Mittelmeerinsel im Süden des Landes wird als erste Region wieder als sogenannte gelbe Zone eingestuft, wie Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag entschied. Damit werden in der Urlaubsregion wieder strengere Maßnahmen etwa in der Gastronomie eingeführt, wo dann nur noch vier Personen aus verschiedenen Haushalten gemeinsam am Tisch sitzen dürfen.

„Das zeigt, dass das Virus noch nicht besiegt ist und dass es weiter Priorität hat, in die Impfkampagne und in vorsichtiges Verhalten von uns allen zu investieren“, sagte Speranza. Nach einem Rückgang der Fallzahlen waren in Italien im Sommer nach und nach alle Regionen als weiße Zonen eingestuft worden, in denen die lockersten Maßnahmen gegen das Virus gelten. Dies ändert sich nun nach zwei Monaten wieder. Sizilien hatte zuletzt rapide steigende Fallzahlen gemeldet, auch der Anteil der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern nahm zu. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Russland meldet für Juli Rekord bei Todesfällen

In Russland sind nach offiziellen Angaben im Juli 50.421 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben und damit mehr als in jedem anderen Monat seit dem Beginn der Pandemie. Nach den Daten der staatlichen Statistikbehörde Rosstat war Dezember zuvor der Monat mit den meisten Todesfällen. Vize-Ministerpräsidentin Tatiana Golikowa gibt zudem bekannt, dass inzwischen mehr als 37 Millionen Russen komplett geimpft sind, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldet. In Russland leben mehr als 144 Millionen Menschen. (Quelle: TSP, 27.08.21)


US-Geheimdienste können Corona-Ursprung in Bericht nicht klären

Die US-Geheimdienste haben ihren mit Spannung erwarteten Bericht zum Ursprung des Coronavirus veröffentlicht – und kein eindeutiges Ergebnis präsentieren können. In dem am Freitag publik gemachten Bericht werden sowohl eine Übertragung von Tier zu Mensch als auch ein Laborunfall in China als „plausible Hypothesen“ bezeichnet. Die Nachrichtendienste seien aber „weiterhin gespalten“ in der Frage, was der „wahrscheinlichste Ursprung“ der Corona-Pandemie sei.

Vier US-Geheimdienste kommen laut dem Bericht mit „niedriger“ Sicherheit zu dem Schluss, dass die Pandemie auf eine Virusübertragung von Tier zu Mensch zurückgeht. Zwei andere Geheimdienste gehen dagegen mit „mittlerer“ Sicherheit davon aus, dass ein Laborunfall zu der Pandemie führte. Analysten in drei anderen Diensten wiederum konnten sich nicht auf eine Zuordnung einigen.

In dem von US-Präsident Joe Biden angeforderten Bericht der Nationalen Geheimdienstdirektion wird allerdings ausgeschlossen, dass das Coronavirus als „biologische Waffe“ entwickelt wurde. Die meisten Geheimdienste gehen auch nicht davon aus, dass das Virus durch Genmanipulation entstand – auch wenn zwei Dienste sich diesem Urteil nicht anschließen wollten, weil die Sachlage nicht ausreichend eindeutig sei.

Hervorgehoben wird in dem Bericht schließlich, „dass Chinas Regierungsvertreter vor dem ursprünglichen Ausbruch von Covid-19 keine vorherige Kenntnis über das Virus“ hatten. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Studie führt zahlreiche Infektionen auf US-Lehrer zurück

Ein ungeimpfter Grundschullehrer im US-Bundesstaat Kalifornien hat einer Studie zufolge mindestens zwölf seiner Schüler mit dem Coronavirus angesteckt. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC sind insgesamt mindestens 26 Infektionsfälle auf den Lehrer oder die Lehrerin zurückzuführen. Betroffen waren auch Schüler eines anderen Jahrgangs, Geschwister und Eltern.

Der Vorfall trug sich im nahe San Francisco gelegenen Landkreis Marin County zu. Der Lehrer hatte ab dem 19. Mai Symptome einer Corona-Infektion, glaubte aber zunächst an eine Allergie. Er ließ sich deswegen erst zwei Tage später testen und arbeitete so lange weiter.
Während seiner Arbeit habe er zahlreiche Schüler, die unter zwölf Jahre und deswegen ungeimpft waren, mit der Delta-Variante des Coronavirus angesteckt. In den ersten beiden Stuhlreihen traf es der Studie zufolge acht von zehn Schülern, in den hinteren drei Stuhlreihen vier von 14 Schülern.

Das Forscherteam stellte über Sequenzierung fest, dass es sich in allen Fällen um denselben Ausbruch handelte. Vermutlich gab es noch mehr Ansteckungen, die nicht registriert wurden. Keiner der Infizierten musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Autoren sehen die Fallstudie als Warnung, wie schnell sich die Delta-Variante des Coronavirus ausbreiten kann. Dies gelte „insbesondere in ungeimpften Bevölkerungsgruppen wie Schulkindern, die zu jung für eine Impfung sind“. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Inzidenz 74,0: Grafschaft Bentheim weitet Sperrmaßnahmen deutlich aus

Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat am Freitag eine Überschreitung der Corona-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner an fünf aufeinander folgenden Werktagen festgestellt. Der heutige Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bei 74,0.
Diese Überschreitung hat zur Folge, dass ab Sonntag, 29. August, Paragraf 8 der niedersächsischen Corona-Verordnung greift. Hiernach weitet sich die 3G-Regel auf weitere Bereiche aus. „Wer beispielsweise an Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen teilnehmen, in einem Hotel übernachten, in einem Restaurant essen, einen Friseursalon oder ein Fitnessstudio besuchen möchte, muss getestet, vollständig geimpft oder genesen sein“, teilte der Landkreis am Freitagmittag mit.

Ein Nachweis über eine vollständige Impfung, Genesung oder Testung muss von dem Veranstalter oder dem Betreiber eingefordert werden. Ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren und Schüler, die im Rahmen des Schulbesuchs regelmäßig getestet werden.

„Der Landkreis beobachtet weiterhin das Infektionsgeschehen“, heißt es. Eine Aufhebung dieser Regelungen erfolge, wenn der Landkreis die Unterschreitung des Inzidenzwertes „Neuinfizierte“ von 50 an fünf aufeinander folgenden Werktagen feststellt.

In diesen zusätzlichen Bereichen ist beispielsweise für den Zutritt ein Nachweis über eine vollständige Impfung, Genesung oder ein aktueller Corona-Test erforderlich:

  • Innengastronomie inklusive Bars
  • Beherbergungsbetriebe wie etwa Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Campingplätze und Ferienwohnungen/Ferienhäuser (Nicht-Geimpfte müssen zu Beginn des Aufenthalts einen negativen Corona-Test erbringen und dann pro Woche zwei weitere Male)
  • Körpernahe Dienstleistungen (dazu zählen unter anderem: Friseure, Kosmetikstudios, Nagelstudios Massagepraxen, Solarien, Tattoo-Studios, Hörgeräteakustiker etc.)
  • Medizinische Dienstleistungen (unter anderem Physiotherapie, Fußpflege, Ergotherapie, Heilpraktiker, Orthopädieschuhmacher)
  • Prostitutionsstätten
  • Nutzung von Sportanlagen in geschlossenen Räumen einschließlich Fitnessstudios und Kletterhallen
  • Schwimmhallen, Spaßbäder, Thermen und Saunen
  • Veranstaltungen in geschlossenen Räumen (einschließlich private Feiern) mit mehr als 25 und bis zu 1000 Teilnehmern
  • in geschlossenen Räumen von Theatern, Kinos und ähnlichen Kultureinrichtungen. „Ähnliche Kultureinrichtungen sind beispielsweise Museen“, heißt es in der Begründung zur neuen Corona-Verordnung.
  • In Zoos, botanische Gärten und Freizeitparks, die für den Besucherverkehr zugänglich sind. Gleiches gilt auch für Spielbanken und -hallen sowie Wettannahmestellen.

„Die Außenbereiche aller genannten Einrichtungen sind von der Beschränkung auf geimpfte, genesene und getestete Personen nicht erfasst“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Landesregierung. „Ausgenommen ist auch die Nutzung von sanitären Einrichtungen, sie sollen uneingeschränkt zugänglich bleiben.“ (Quelle: GN 27.08.21)


Sri Lanka verlängert Lockdown und bietet Kartonsärge an

Der Lockdown in Sri Lanka geht angesichts rasch steigender Corona-Zahlen in die Verlängerung. Dieser solle bis mindestens 6. September gelten, sagt Gesundheitsminister Keheliya Rambukwella. Nicht von den Schließungen betroffen seien Betriebe und Geschäfte zur Lebensmittelversorgung sowie Krankenhäuser. Auch der Flughafen und Fabriken, die für den Export produzieren, sollen weiterarbeiten dürfen.

In dem südasiatischen Inselstaat mit seinen mehr als 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern werden derzeit mehr als 4000 Neuinfektionen pro Tag registriert. Das Gesundheitssystem ist überlastet, in Krematorien müssen Überstunden gemacht werden.
Seit kurzem verkaufen örtliche Behörden preisgünstige Särge aus Karton für umgerechnet rund 19 Euro (4500 Rupien) an ärmere Leute. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Hälfte der US-Jugendlichen ist mindestens einmal geimpft

Rund jede zweite Person in der Gruppe der 12- bis 17-jährigen Amerikaner hat mindestens eine Impfung gegen Covid-19 erhalten. Das gibt der Koordinator des Präsidialamtes für den Kampf gegen die Corona-Pandemie, Jeff Zients, bekannt. Bei dieser Altersgruppe gebe es auch die höchsten Zuwächse bei den Impfraten.
Darüber hinaus erhalte die US-Impfkampagne dadurch Schwung, dass US-Firmen ihre Mitarbeiter zum Immunisierung aufforderten. Nach Angaben der US-Regierung sind mittlerweile 61,8 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft. 52,5 Prozent sind vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Spahn rechtfertigt Pläne für regionale Corona-Beschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigt Pläne für regionale Entscheidungen, ab welcher Klinikbelegung künftig strengere Corona-Beschränkungen greifen sollen. „Aus meiner Sicht ist das nicht ein Wert, den man einheitlich zentral vorgeben kann, weil das regional unterschiedlich ist“, sagt der CDU-Politiker dem SWR. In Städten wie Berlin oder München und Ballungsräumen gebe es natürlich ganz andere Behandlungskapazitäten als in ländlichen Flächenregionen.

Nach einem Entwurf des Gesundheitsministeriums soll die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in den regionalen Kliniken zur wichtigsten Messlatte werden – auch als Auslöser für neue Alltagsbeschränkungen. Die Schwellen, ab denen Schutzvorkehrungen greifen, sollen jeweils die Länder festlegen.

Dies soll die Ausrichtung an der Inzidenz – also der Zahl der Neuansteckungen – ersetzen. Bisher gibt es bundesweit einheitliche Auslöse-Schwellen für Alltagsbeschränkungen etwa ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 27.08.21)


Dänemark verschärft Einreiseregeln für Deutsche

Dänemark ändert seine Regeln für Einreisende aus Deutschland. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich nach der Einreise künftig auf Corona testen lassen. Das teilt das Außenministerium mit. Grund ist, dass Deutschland auf der Infektionskarte der Europäischen Gesundheitsagentur nun nicht mehr als grünes, sondern als gelbes Land eingestuft wird.

Die Grenzregion Schleswig-Holstein sei aber nicht von der Regelung betroffen, so das Ministerium. Das bedeutet, dass die Grenzbewohner weiterhin ohne Test über die dänische Grenze fahren können. Die Regelung gilt ab Samstag. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Merkel ruft zu Impfstoffproduktion in Afrika auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert mehr Engagement für eine eigenständige Produktion von Corona-Impfstoffen in Afrika. Man müsse alles tun, „um die Versorgung Afrikas mit Impfstoffen zu ermöglichen und um auch eine möglichst schnelle Produktion von Medizingütern und Impfstoffen auf dem afrikanischen Kontinent möglich zu machen“, sagt Merkel zum Auftakt einer Konferenz mit Staats- und Regierungschefs afrikanischer Länder im Kanzleramt.

Bei dem Treffen der Initiative „G20 Compact with Africa“, der zwölf afrikanische Länder angehören, geht es auch um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Die Initiative war 2017 während der deutschen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Investitionen und Beschäftigungsmöglichkeiten in Afrika zu verbessern. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 27.08.21)


Studie offenbart geringeres Blutgerinnsel-Risiko nach Impfung als bei Infektion

Das Risiko, nach einer Corona-Impfung seltene Blutgerinnsel zu entwickeln, ist einer neuen Studie zufolge deutlich geringer als bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Laut der in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlichten Studie von Forschern der Universität von Oxford ist etwa die Gefahr, eine Venenthrombose zu entwickeln, nach einer Covid-Erkrankung fast 200 Mal höher als nach einer Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca.

Für die Studie verglich das Forschungsteam die medizinischen Daten von 29 Millionen Menschen in England, die zwischen Dezember 2020 und April 2021 ihre erste Dosis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer oder dem von der Oxford-Universität mitentwickelten Astrazeneca-Vakzin erhalten hatten, mit denen von fast zwei Millionen Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

„Die überwiegende Mehrheit der Patienten kommt mit diesen Impfstoffen sehr gut zurecht“, erklärt die Leiterin der Studie, Julia Hippisley-Cox, in der BBC. Deshalb sei es wichtig, die „sehr seltenen Fälle“ von Blutgerinnseln „in den Gesamtzusammenhang“ zu stellen.

Sie wies zudem darauf hin, dass die mit den Impfungen verbundenen erhöhten Risiken nur kurzfristig aufgetreten seien, während die Virusinfektion über den gesamten untersuchten Zeitraum von 28 Tagen mit einem erhöhten Risiko verbunden war. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Brinkhaus bringt Berufseinschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus kann sich berufliche Einschränkungen für Menschen vorstellen, die sich nicht impfen lassen wollen. „Wenn sich jemand Sorgen macht, weil sich eine Kita-Erzieherin nicht impfen lässt, nehme ich das sehr ernst“, sagt Brinkhaus dem „Spiegel“.

Laut dem CDU-Politiker könne niemand gezwungen werden, sich impfen zu lassen. „Aber wenn in der Hochansteckungsphase im Herbst ungeimpfte Menschen in sensitiven Bereichen arbeiten, sollte man sie vielleicht woanders einsetzen“, so Brinkhaus. Einer Impfpflicht erteilte Brinkhaus allerdings eine Absage. „Aber wir müssen uns die sensitiven Bereiche ansehen“, sagt er. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Biontech plant Impfstoffproduktion in Afrika

Der Impfstoffhersteller Biontech will Malaria- und Tuberkulose-Impfstoffe in Afrika herstellen. Man prüfe dazu den Aufbau nachhaltiger Produktionsmöglichkeiten in Ruanda und Senegal, teilt das Mainzer Unternehmen mit.

Biontechs Technologie könnte auch über Covid-19 hinaus angewandt werden, erklärt Vorstandschef Ugur Sahin. Das Pharmaunternehmen arbeitet bereits an Impfstoffen gegen Tuberkulose, Malaria und HIV. „Es gibt keine Garantie, dass diese Projekte erfolgreich sein werden“, schränkte Sahin ein. „Aber wir müssen auf Erfolg vorbereitet sein.“

Mit der Errichtung der ersten Produktionsanlagen solle im Laufe des nächsten Jahres begonnen werden. Die Entscheidung für Ruanda und Senegal folge Empfehlungen der Afrikanischen Union und ihrer Gesundheitsorganisation, heißt es von der Wirtschaftskonferenz „G20 Compact with Africa“, an der die Präsidenten von Ruanda und Senegal, Paul Kagame und Macky Sall, sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilnahmen. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Deutschland auf tschechischer Warnampel nun rot

Tschechien stuft Deutschland angesichts steigender Infektionszahlen auf seiner Corona-Ampel als rotes Land mit hohem Ansteckungsrisiko ein. Die Änderung gelte von Montag an, teilt das Gesundheitsministerium in Prag mit.

Damit erschwert sich die Einreise für ungeimpfte Touristen aus der Bundesrepublik nach Tschechien erheblich. Sie müssen nicht nur einen negativen PCR-Test vorweisen, sondern sich nach der Ankunft in Tschechien in Quarantäne begeben. Diese kann frühestens am fünften Tag mit einem zweiten negativen PCR-Testergebnis beendet werden. Wer seit mindestens 14 Tagen vollständig geimpft ist, muss hingegen nur das obligatorische Online-Meldeformular ausfüllen.

Neu in der roten Ampelkategorie sind neben Deutschland nun auch die Urlaubsinsel Madeira und die Balearen. In Tschechien selbst bleiben die Corona-Fallzahlen vergleichsweise niedrig. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 12. Mehr als 5,6 Millionen der rund 11,7 Millionen Einwohner des Landes sind vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Regierung erwägt 3G-Regel bei Bahnreisen und auf Flügen

Ungeimpften Menschen drohen künftig Schwierigkeiten oder zusätzliche Ausgaben bei Reisen. Die Bundesregierung prüft eine Testpflicht in Fernzügen und auf Inlandsflügen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigt. Geimpfte und Genesene wären gemäß der sogenannten 3G-Regel von der Testpflicht entbunden.

Ab Mitte Oktober sollen Corona-Schnelltests nicht mehr gratis sein. Dann könnten Reisen für Ungeimpfte unter Berücksichtigung der 3G-Regel teurer werden.

Seibert verweist darauf, dass es auf Auslandsflügen bereits eine Testpflicht gebe. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums erklärt, die Prüfung werde nun abgearbeitet. Wie lange dies dauern werde, sei offen. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Striktere Besucherregeln für Krankenhäuser der Stiftung Mathias-Spital

Ab Montag, 30. August, gilt im Klinikum Rheine (mit den Standorten Mathias-Spital und Jakobi-Krankenhaus), Klinikum Ibbenbüren und St. Elisabeth Hospital in Mettingen sowie dem Paulinenkrankenhaus in Bad Bentheim die 3-G-Regelung verpflichtend für alle Besucher, ambulanten Patienten sowie deren Begleitpersonen.
ede Person, die das Krankenhaus betritt, muss also eine vollständige Immunisierung (durch vollständigen Impfstatus, Genesenen-Nachweis bis sechs Monate nach Infektion oder Genesenen-Nachweis bis sechs Monate nach Infektion plus eine Impfung) oder einen maximal 48 Stunden alten Corona-Test (Antigen- oder PCR-Test) vorweisen. An den Krankenhauseingängen kontrolliert das Personal die Nachweise.

Diese Regelung gilt ebenfalls für Schüler und Kinder ab sechs Jahren. „Aufgrund der wieder steigenden Inzidenzzahlen und dem Ansteckungsrisiko, welches zurzeit insbesondere von Kindern und Jugendlichen ausgeht, haben wir uns bewusst dazu entschieden, die 3-G-Regel auszuweiten“, erklärt Dr. Jana Schroeder, Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital. Für Kinder unter sechs Jahren sei die Testpflicht zwar nicht verpflichtend, jedoch eine klare Empfehlung zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern. Alle weiteren Hygienemaßnahmen (Abstand, Handdesinfektion sowie Maskenpflicht) bleiben weiterhin bestehen. (Quelle: WN, 27.08.21)



Ganz Spanien ab Sonntag kein Corona-Hochrisikogebiet mehr

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag ganz Spanien und damit auch die beliebte Ferieninsel Mallorca von der Liste der Hochrisikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Damit entfallen alle Quarantänevorschriften für aus Spanien zurückkehrende Urlauber. Der Großraum Lissabon ist ab Sonntag ebenfalls kein Hochrisikogebiet mehr. Als einzige Region in Portugal bleibt aber die beliebte Urlaubsregion Algarve auf der Liste.

Spanien gilt als beliebtestes Urlaubsziel der Deutschen im Ausland. Am 11. Juli war es wegen stark steigender Infektionszahlen mitten in der Ferienzeit als Risikogebiet eingestuft worden, Ende Juli als Hochrisikogebiet. Seitdem müssen Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, für zehn Tage in Quarantäne, von der sie sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test befreien können. Das traf vor allem die Tourismuswirtschaft auf Mallorca. (Quelle: TSP, 27.08.21)



Grafschafter Zahlen

33 weitere Corona-Fälle meldet die Kreisverwaltung am Freitag. Zuletzt hatte es Anfang Mai so viele Neuinfektionen für einen Tag gegeben. Derzeit sind dem Landkreis 154 aktuelle Covid-19-Fälle bekannt. In Quarantäne befinden sich aktuell 333 Grafschafter. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bei 74,0. Damit überschreitet er in der Grafschaft seit fünf Werktagen die Marke von 50. Das bedeutet, dass die sogenannten 3-G-Regeln ausgeweitet werden. Die Kreisverwaltung kündigte auf GN-Anfrage noch für Freitag eine neue Allgemeinverfügung an.
Insgesamt sind seit Pandemiebeginn für die Grafschaft bisher 5.683 Infektionen mit dem Coronavirus im Labor bestätigt worden. 5.404 Menschen gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt nach wie vor bei 125.

Die 154 aktuellen Corona-Fälle am Freitag verteilen sich wie folgt auf die Kommunen (in Klammern die Veränderung zu Donnerstag): Bad Bentheim: 15 (+5), Emlichheim: 16 (+3), Uelsen: 12 (+1), Neuenhaus: 12 (+1), Wietmarschen: 8 (-1) und Schüttorf: 9 (0). In der Stadt Nordhorn sind aktuell 82 Personen an CoViD19 erkrankt, +15 mehr als gestern. (Qzelle: GN, 27.08.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems):47,1 (gestern: 43,5)
Meppen: 31,0 (28,2)
Papenburg: 103,9 (95,9)


Konzertveranstalter wünschen sich bundesweit Hamburger 2G-Modell

Der Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, fordert für seine Branche bundesweit einheitliche Regeln. „Wir hoffen, dass das Hamburger 2G-Modell eine Blaupause für alle anderen Bundesländer ist“, sagte Michow der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Solange es Kapazitätsbeschränkungen und Abstandsregeln gebe, machten Veranstaltungen wirtschaftlich keinen Sinn.

Sein Verband begrüße daher die 2G-Option, die von Samstag an in Hamburg möglich ist. Dann können Veranstalter entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen. Dieses bezieht Getestete und damit Ungeimpfte ein, unterliegt aber den bisherigen Corona-Einschränkungen.

„Konzerttourneen werden allerdings erst dann wieder möglich sein, wenn es in Deutschland keinen Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen gibt, sondern die Länder sich endlich auf ein einheitliches Öffnungsszenario einigen“, betonte Michow. Da PCR-Tests weitaus zuverlässigere Ergebnisse als Schnelltests lieferten, müsse es auch möglich sein, PCR-Getesteten den Zutritt zu Veranstaltungen ohne Kapazitätsbeschränkungen zu erlauben. (Quelle: TSP, 27.08.21)


Fenstersperren für Luftfilter-Geld: Kritik an Stadt Hannover

Die Stadt Hannover will Schulfenster so umrüsten, dass das Lüften in Klassenräumen wieder schwieriger wird – um Fördergeld für Luftfilter zu erhalten. Das Kultusministerium kritisiert die Stadt dafür.

Künstlich die Luftzufuhr in Klassenräumen zu verknappen, um Fördergelder für mobile Luftreiniger zu bekommen, das widerspräche dem Geist der Richtlinie und würde den Schutz der Schülerinnen und Schüler schmälern, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Kultusministerium auf Anfrage des NDR in Niedersachsen. Ein Ministeriums-Sprecher stellte infrage, dass die Stadt in diesem Fall überhaupt Fördermittel vom Land bekommt.

Das Fördergeld gibt es für Räume, in denen Lüften nur eingeschränkt möglich ist. Durch den Einbau von Kippsperren würden die betroffenen Klassenzimmer aber nicht zu solchen Räumen, so der Sprecher. Denn theoretisch könnten die Fenster geöffnet werden. Das Ministerium wolle nicht fördern, dass schlechter gelüftet werden kann.

Die Stadt Hannover hatte wegen der Corona-Pandemie an sämtlichen Schulfenstern Kippsperren abbauen lassen, wodurch sich die Fenster dann komplett öffnen ließen. Um das Geld für zunächst 40 Luftfilter zu bekommen, sollten nach den Plänen der Stadt nun in rund 200 Klassenzimmern die Sperren aber wieder angebracht werden, wie der NDR in Niedersachsen berichtete. Dadurch würde das Lüften erschwert werden.

Hannovers Schuldezernentin Rita Maria Rzyski begründete das jetzige Vorhaben mit Sicherheitsvorkehrungen. Es gehe um Fenster, die weit in die Unterrichtsräume hineinragten oder sich im zweiten oder dritten Stock befänden. Auch um die Lehrer beim Aufpassen zu entlasten, sollten die Fenster wieder nur noch leicht geöffnet werden können, so die Dezernentin. Vor rund zwei Wochen hatte die Stadt noch mitgeteilt, dass es in Hannover keine Klassenräume gibt, die für geförderte Luftfilteranlagen infrage kommen. Anschließend gab es vor allem von Eltern Druck auf die Rathausspitze, Luftfilteranlagen zu beschaffen.

Der Landesschülerrat zeigte für das Vorgehen der Stadt Verständnis. Der Vorsitzende Justus Scheper sagt, es müsse alles dafür unternommen werden, damit die Schülerinnen und Schüler in wenigen Wochen nicht wieder mit dicken Jacken im Unterricht sitzen. Dies war vielfach im vergangenen Winter der Fall. Um die Infektionsgefahr zu reduzieren, wurden sämtliche Klassenräume regelmäßig gelüftet. (Quelle: NDR, 27.08.21)



Niedersachsen: Zurück in Unis und Hochschulen

Seit fast 18 Monate bilden Universitäten und Hochschulen in Niedersachsen ihre Studenten vornehmlich in Videokonferenzen aus. Damit ist es vorbei: Ab dem Wintersemester gibt es wieder Präsenzlehre.

Das teilte am Donnerstag das Wissenschaftsministerium mit. Die Corona-Verordnung biete die nötigen Rahmenbedingungen dazu. „Es geht zurück auf den Campus“, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU). Entscheidend sei die von Bund und Ländern beschlossene 3G-Regel, wodurch keine bedeutsamen Einschränkungen mehr für Geimpfte, Genesene und Getestete vorgesehen werden. Die Situation sei dadurch anders als in den vergangenen drei Semestern. „Das Einhalten der 3G-Regel kann einen sicheren Hochschulbetrieb gewährleisten“, sagte Thümler.´

Die Hochschulen sollen allerdings weiter strikt auf die Hygieneregeln achten. Zudem sollen die Unis elektronische Zugangskontrollen für Geimpfte, Genesene und Getestete prüfen. „Um die 3G-Strategie im Campusalltag abzubilden, werden die Hochschulen sicher neue Wege beschreiten“, so der Minister. Er appellierte zudem an Studierende und das Hochschulpersonal, sich impfen zu lassen.´

Die Hochschulen seien vorbereitet auf eine möglichst weitgehende Rückkehr zur Präsenzlehre, sagte der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz, Joachim Schachtner. Lehrveranstaltungen in Anwesenheit von Studierenden sollten der Standard sein. Ganz ausgedient haben Videokonferenzen für die Studierenden aber nicht. „Die Online-Lehre soll als Ergänzung an den Stellen eingesetzt werden, wo sie sich als Verbesserung herausgestellt hat oder sinnvoll ist“, sagte Schachtner. (Quelle: NDR, 27.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 27. August, hat das Robert Koch-Institut 992 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Zudem meldete das RKI einen weiteren Todesfall. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.847. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt auf 50,9 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 45,4 Fälle). (Quelle: NDR, 27.08.21)


Niedersachsen und die neuen Leitlinien

Die Sieben-Tage-Inzidenz bestimmt nicht mehr allein, welche Corona-Regeln gelten. Hinzu kommen die Leitindikatoren „Hospitalisierung“ und „Intensivbetten“, die nun zusammen mit der Inzidenz die Grundlage für Verschärfungen oder Lockerungen sind. Der Indikator „Hospitalisierung“ bezeichnet die Sieben-Tage-Inzidenz für die Belegung von Klinikbetten mit Covid-19-Patienten. Der Indikator „Intensivbetten“ bildet die Belegung von Intensivbetten mit Covid-19-Patienten anteilig zur Gesamtkapazität ab. Die drei Parameter werden in der Corona-Warnampel für Niedersachsen abgebildet.

Hier geht es zu den aktuellen Zahlen:

Hospitalisierung und Intensivbetten
Inzidenzen in den Kommunen
Corona-Zahlen für ganz Niedersachsen

Konsequenzen:
Unabhängig von den Indikatoren „Hospitalisierung“ und „Intensivbetten“ löst eine Landkreis-Inzidenz über 50 die Warnstufe 1 aus. Dann gilt die sogenannte 3G-Regel, die für besonders schutzwürdige Bereiche wie Seniorenheime ohnehin greift. Nach der 3G-Regel ist der Zutritt zu zahlreichen Einrichtungen und Veranstaltungen nur noch für vollständig Geimpfte, Genesene oder Getestete mit negativem Testergebnis möglich. Das Testergebnis darf bei einem PoC-Antigentests (Schnelltest) nicht älter als 24 Stunden und bei einem PCR-Test nicht älter als 48 Stunden sein. Die Kommunen können aber auf die Feststellung einer Warnstufe verzichten, wenn der Ausbruch klar eingrenzbar ist oder wenn die Bettenbelegung hoch, die Inzidenz aber stabil niedrig ist.
(Quelle: NDR, 27.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 70,3 – am Vortag hatte der Wert 66,0 betragen, vor einer Woche 48,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.029 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 9.280 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 14 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 13 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.913.828 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.718.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.096. (Quelle: RKI, 27.08.21)


Ärztekammerpräsident fordert Fußballspiele ohne Zuschauer

Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Hans-Albert Gehle, hat angesichts der steigenden Coronazahlen gefordert, Freizeitangebote nur noch Geimpften und Genesenen zu ermöglichen. Auch sollten Fußballspiele wieder ohne Zuschauer stattfinden, sagte Gehle der WAZ. „Vor allem das Crowding, also enges Menschengedränge, muss verhindert werden«, sagte er. Das sehe man leider allzu oft wieder in Fußballstadien oder bei Konzerten. »Da muss es ein Signal von der Politik geben.“

Gehle meinte, es ginge auch ohne Zwang, wenn sich alle an die Corona-Regeln halten würden. Doch Appelle an die Vernunft der Menschen allein seien wohl nicht ausreichend. Quelle: SPIEGEL, 27.08.21)



Studie: Jeder zweite Corona-Krankenhauspatient mit Langzeitfolgen

Auch ein Jahr nach ihrer Erkrankung leiden einer Studie zufolge rund die Hälfte der wegen einer Coronainfektion ins Krankenhaus eingelieferten Patienten an Langzeitfolgen. Die Autoren der chinesischen Studie, die am Freitag in der Fachzeitschrift »The Lancet« erschien, forderten daher eine bessere Berücksichtigung der Langzeitfolgen der Krankheit. Einer von drei Patienten sei auch nach einem Jahr noch kurzatmig.

Bei Patienten, die mit einem schweren Verlauf der Erkrankung auf einer Intensivstation lagen, sei der Anteil der Menschen mit Langzeitfolgen der Studie zufolge noch höher. Die Forscher nutzten die Krankenakten von fast 1300 Patienten, die zwischen Januar und Mai 2020 in einem Krankenhaus in der chinesischen Stadt Wuhan behandelt wurden, wo das Virus zuerst entdeckt wurde.

Für die Studie wurden Daten sechs und zwölf Monate nach dem Ende der Behandlung gesammelt. Demnach lag der Anteil der Patienten mit mindestens einem verbleibenden Symptom oder einer Folgeerkrankung nach einem halben Jahr bei 68 Prozent, nach einem Jahr bei 49 Prozent. (Quelle:SPIEGEL, 27.08.21)


Argentinien: Staatspräsident feiert Party

Wegen einer Party hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den argentinischen Staatschef Alberto Fernández eingeleitet: Zuletzt war ein Foto von der Geburtstagsfeier der Präsidentengattin Fabiola Yañez vom Juni vergangenen Jahres aufgetaucht, auf dem rund ein Dutzend Gäste, Fernández und die First Lady in der Präsidentenresidenz Quinta de Olivos zu sehen sind. Zu dieser Zeit galt in Argentinien eine strenge Ausgangssperre zur Eindämmung des Coronavirus. Feiern in geschlossenen Räumen waren per Dekret untersagt.

Angesichts der politisch aufgeheizten Stimmung vor den Vorwahlen zum Parlament am 12. September bestimmt die Party in der Residenz seit Tagen die Schlagzeilen in Argentinien. Fernández bat um Verzeihung und übernahm die Verantwortung für die Feier. Am Donnerstag bot der Staatschef an, als Wiedergutmachung für vier Monate die Hälfte seines Gehalts an die medizinische Forschungsstelle Instituto Malbrán zu spenden. (Quelle: SPIEGEL, 27.08.21)


Corona-Studie: Mehr übergewichtige Grundschulkinder

Der Anteil der übergewichtigen Grundschulkinder ist bereits nach den ersten Coronamaßnahmen laut einer österreichischen Studie um rund 20 Prozent gestiegen. Einen deutlichen Negativtrend fand das Forschungsteam der Universität Graz auch bei der körperlichen Ausdauer. Schulen sollten daher jetzt nicht nur Wissenslücken schließen, sondern auch bei der Fitness der Kinder aufholen, schrieben sie in einem Artikel, der am Donnerstag im Journal „Jama – Network Open“ erschien.

Ursprünglich wollte das Team um Gerald Jarnig am Grazer Institut für Bewegungswissenschaften den Effekt von Sportunterricht untersuchen. Dazu wurden rund 760 Mädchen und Jungen zwischen sieben und zehn Jahren im Raum Klagenfurt im September 2019 gewogen und gemessen. Außerdem wurde die Ausdauer getestet. Wegen monatelanger Schließungen und Schichtbetriebs in den Grundschulen wurde aus der Studie eine Untersuchung über Lockdowns.Als die Tests im September 2020 wiederholt wurden, waren die Ergebnisse eindeutig: Im Herbst vor der Pandemie waren 20,3 Prozent der Kinder übergewichtig oder fettleibig gewesen. Ein Jahr später lag der Wert bei 24,1 Prozent.

Um die Ausdauer zu untersuchen, liefen die Kinder sechs Minuten lang. Vor der Pandemie kamen sie dabei im Schnitt 917 Meter weit. Im September 2020 waren die erreichten Strecken um elf Prozent kürzer. »Man kann sagen, dass das eine sehr starke Verschlechterung ist«, sagte Co-Autor Johannes Jaunig der Nachrichtenagentur dpa.

Auch wenn bislang keine weiteren Daten zu diesen Kindern vorliegen, sei anzunehmen, dass sich diese Negativtrends während neuerlicher Lockdowns ab Herbst 2020 fortsetzten, meinte er. Den Autoren zufolge können zusätzliche Kilos und kürzere Laufstrecken nicht nur mit Bewegungsmangel zu tun haben, sondern auch mit Veränderungen der Essgewohnheiten und der psychischen Gesundheit während der Pandemie. (Quelle: SPIEGEL, 27.08.21)


Spanien soll nicht mehr Hochrisikogebiet sein

Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge Spanien von der Liste der Hochrisikogebiete streichen. Damit entfalle für Ungeimpfte die Quarantäne-Pflicht nach der Einreise nach Deutschland, berichtet die Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise. Neu auf die Liste aufgenommen werden solle dagegen Jamaika.
(Quelle: TSP, 26.08.21)


Gilt die 3G-Regel bald in Zügen?

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge erwägt das Kanzleramt, die 3G-Regel auch in Zügen anzuwenden. Dann könnten nur noch Geimpfte, Genesene oder getestete Personen mit der Bahn fahren. Dem Bericht zufolge soll das Bundeskanzleramt Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) beauftragt haben, die Einführung von 3G zu prüfen. Auch Inlandsflüge könnten betroffen sein.
(Quelle: TSP, 26.08.21)


Ethikrat sieht in 2G-Modell keine Impfpflicht durch die Hintertür

Der Deutsche Ethikrat hält das Hamburger 2G-Optionsmodell nicht für eine Impfpflicht durch die Hintertür. „Eine Pflicht ist etwas, dem man sich nicht entziehen kann“, sagte die Ethikrat-Vorsitzende Alena Buyx am Donnerstag dem Hörfunksender NDR Info. Das sei hier nicht der Fall. Stattdessen werde „Druck aufgebaut, um es attraktiver zu machen, sich und andere zu schützen“.

Die 2G-Option ist in Hamburg von Samstag an möglich. Dann können Veranstalter entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen. Dieses bezieht Getestete und damit Ungeimpfte ein, unterliegt aber den bisherigen Corona-Einschränkungen.

Buyx sagte, aus ethischer Sicht sei das 3G-Modell besser, weil es mehr Teilhabe biete. Wenn sich die Situation aber weiter verschlechtern würde, sei 2G ethisch vertretbar, wenn damit maßvoll umgegangen werde. „Man sollte vorher alles andere ausgeschöpft haben.“ Wichtig sei zudem, vorab zu überdenken, welche Bereiche betroffen seien. „Die Disco ist nicht der Sportverein und auch nicht der Behördenbesuch.“ (Quelle: TSP, 26.08.21)


Japan zieht 1,63 Millionen Moderna-Impfdosen aus dem Verkehr

Japan stoppt nach Berichten über die Verunreinigung mehrerer Ampullen die Verwendung von 1,63 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna. Das Pharmaunternehmen Takeda, das in Japan für die Verteilung des Moderna-Vakzins zuständig ist, teilte am Donnerstag mit, mehrere Impfzentren im Land hätten „fremde Substanzen“ in noch ungeöffneten Impfstoffampullen festgestellt. Daher sei in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium entschieden worden, die Impfdosen von drei ganzen Chargen nicht mehr zu verwenden.

Moderna teilte unterdessen mit, dass die gemeldeten Verunreinigungen die Ampullen einer in Japan vertriebenen Produktcharge betreffen. Das Unternehmen gehe davon aus, dass das Herstellungsproblem in einer der Produktionslinien in der beauftragten Herstellungsstätte in Spanien aufgetreten sei. Bislang seien keine Sicherheits- oder Wirksamkeitsprobleme bekannt worden. Genauere Angaben zur Art der Kontamination teilte das Unternehmen nicht mit.(Quelle: TSP, 26.08.21)


Hohe Infektionszahlen in Norwegen

Norwegen hat am Donnerstag die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie verzeichnet. Bei 1294 Menschen wurde der Covid-19-Erreger festgestellt. In den vergangenen zwei Wochen gab es 152 gemeldete Fälle pro 100.000 Einbürger, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

Vor allem in Städten wie Oslo, Bergen und Trondheim sind die Zahlen nach dem Ende der Sommerferien in die Höhe geschnellt. An einer Schule in Oslo wurden am Donnerstag 79 Infizierte verzeichnet. Vielerorts reichen die Kapazitäten nicht mehr aus, die Ansteckungsherde und die Kontaktpersonen ausfindig zu machen. „Viele der Infizierten haben viele enge Kontakte“, sagt Beate Husa, Gesundheitsstadtrat in Bergen, dem norwegischen Rundfunk NRK. Dies sei ein Grund dafür, dass die Kapazitäten zur Infektionsverfolgung unter großem Druck stünden.

Die Gesundheitsbehörden hatten am Mittwoch erklärt, dass die Pandemie trotz der höheren Zahlen unter Kontrolle sei. Die Anzahl der Krankenhauseinweisungen sei zwar steigend, aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. (Quelle: TSP, 26.08.21)


RKI: 500 000 Menschen haben Testergebnis mit Corona-Warn-App geteilt

Seit dem Start der Corona-Warn-App haben mehr als eine halbe Million Menschen ihr positives Testergebnis über die Smartphone-Anwendung geteilt. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf Twitter mit. „Damit haben sie andere gewarnt und dazu beigetragen, Infektionsketten zu beenden.“

Experten gehen davon aus, dass dadurch in über 200.000 Fällen Infektionsketten unterbrochen wurden. Die Zahl der relevanten Warnungen könnte aber noch viel höher sein, wenn alle Anwenderinnen und Anwender der App, die positiv getestet worden seien, dies auch in die App eintragen würden. Anfangs trauten sich nach Regierungsangaben aber nicht einmal 40 Prozent der Betroffenen, diese Alarmkette auszulösen. Inzwischen ist der Anteil deutlich höher, exakte Zahlen liegen aber nicht vor.

Bei einer im Juni 2021 veröffentlichten repräsentativen Meinungsumfrage des Digitalverbandes Bitkom sagten 72 Prozent der App-Wender, sie würden ein positives Ergebnis in der App teilen. Im Januar 2021 waren es nur 62 Prozent.

Die Corona-Warn-App zur Vermeidung von Infektionsketten wurde am 16. Juni 2020 in den Stores von Apple und Google veröffentlicht. In den ersten Monaten entwickelte sich die Verbreitung sehr dynamisch. Im September 2020 hatte das RKI über 18 Millionen Downloads in den Stores von Google und Apple registriert. Danach flachte die Kurve allerdings deutlich ab.

Zuletzt verzeichnete das RKI 32,4 Millionen Downloads. Die Zahl der aktiven Nutzer fällt geringer aus, da nicht erfasst wird, wer die App bereits wieder deinstalliert oder nach einem Wechsel des Smartphones nicht erneut installiert hat. Die Corona-Warn-App des Bundes gilt aber trotzdem als eine der erfolgreichsten Apps dieser Art weltweit. (Quelle: TSP, 26.08.21)


Russland hat Höchststand an täglichen Corona-Toten

Russland hat am Donnerstag die höchste Zahl an täglichen Corona-Todesfällen seit Beginn der Pandemie gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 820 Menschen an Covid-19 gestorben, teilten die Behörden mit. Damit wurde der bisherige Höchststand vom 14. August von 819 Corona-Toten an einem Tag übertroffen.

Insgesamt starben in Russland nach Angaben der Gesundheitsbehörden bislang 179.243 Menschen an einer Corona-Infektion. Die russische Statistikbehörde Rosstat, die eine weitere Definition von Corona-Todesfällen anwendet, sprach hingegen bereits Ende Juni von mehr als 300.000 Toten.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Russland sank am Donnerstag allerdings auf 19.630 Fälle. Damit wurden landesweit bereits mehr als 6,8 Millionen Ansteckungen registriert. Hauptinfektionsherde sind weiterhin die Hauptstadt Moskau und Russlands zweitgrößte Stadt St. Petersburg.

Die derzeitige, durch die hochansteckende Delta-Virusvariante ausgelöste Corona-Welle trifft Russland besonders hart, zumal die Impfbereitschaft in dem riesigen Land gering ist. Obwohl die Impfkampagne bereits im Dezember 2020 startete, haben gerade einmal rund 30 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. Auch die Appelle von Staatschef Wladimir Putin, sich immunisieren zu lassen, haben die Impfbereitschaft nicht nachweislich erhöht.

Trotz der schlechten Lage wurden die meisten Corona-Restriktionen in Moskau, dem Epizentrum der Pandemie in Russland, aufgehoben. Dabei steht das Bestreben im Vordergrund, die Wirtschaft nicht weiter zu beeinträchtigen. (Quelle: TSP, 26.08.21)


In Deutschland offenbar mehr als 90 Testzentren-Ermittlungsverfahren

Bundesweit laufen einem Medienbericht zufolge mindestens 94 Ermittlungsverfahren gegen Betreiber von Corona-Testzentren. Fast immer geht es um Falschabrechnungen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Nord- und Westdeutschem Rundfunk sowie „Süddeutscher Zeitung“ bei Justizministerien und Staatsanwaltschaften ergab. Die tatsächliche Zahl der Verfahren liegt vermutlich höher, weil es aus einigen Ländern nur unvollständige Informationen gab.

Besonders viele Ermittlungsverfahren sind demnach bei der Berliner Staatsanwaltschaft anhängig. In 60 Fällen wird dort gegen Betreiber von Testzentren ermittelt. Ein Grund für die hohe Zahl sei, dass es in Berlin als einzigem Bundesland durch die Ermittlungsbehörden eine flächendeckende Überprüfung der Teststellen gebe. Bis Anfang dieser Woche wurden nach Polizeiangaben insgesamt mehr als 400 Teststellen überprüft.

In Baden-Württemberg sind laut Staatsanwaltschaft zehn Ermittlungsverfahren bekannt, davon allein etwa sieben in Freiburg. In Bayern gibt es derzeit zehn Ermittlungsverfahren, die bei der Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen in Nürnberg gebündelt werden.

Bei den Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen sind momentan mindestens sechs Verfahren anhängig. In Schleswig-Holstein laufen vier Verfahren, in Hessen zwei und in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern jeweils eines. In Ermittlerkreisen wird dem Bericht zufolge allerdings von einer hohen Dunkelziffer bei Betrugsfällen von Betreibern privater Schnellteststationen ausgegangen.

Seit März gibt es in Deutschland einen Anspruch auf einen kostenfreien Antigen-Schnelltest in der Woche. Der Bund gab dafür bisher mehrere Milliarden Euro aus. In der ersten Corona-Testverordnung waren keine Kontrollmechanismen für die Abrechnung der Schnelltests vorgesehen. Inzwischen erließ das Bundesgesundheitsministerium eine neue Testverordnung, die seit Juli gilt und Abrechnungsbetrug erschweren soll.

Die Zahl von mindestens 94 Ermittlungsverfahren zeige, dass die neue Verordnung ihren Zweck erfüllte, erklärte das Ministerium auf Anfrage der Medien. Zudem sei zu bedenken, dass es zeitweise mehr als 20.000 Testzentren in Deutschland gegeben habe. „Gemessen daran ist die Zahl der Ermittlungsverfahren immer noch relativ gering“, schrieb das Ministerium. Auch wurde die Vergütung eines einzelnen Tests inzwischen von 18 Euro auf 11,50 Euro gesenkt. (Quelle: TSP, 26.08.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Donnerstag 10 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5651, heißt es aus der Kreisverwaltung. Die Zahl der Genesenen liegt nun bei 5396. Das geht aus dem Corona-Dashboard des Kreishauses hervor. In Quarantäne befinden sich derzeit 293 Grafschafter. Am Mittwoch waren es noch 271. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt nach wie vor bei 125. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch-Institutes sinkt leicht von 60,5 am Mittwoch auf 59,1.
Die 130 aktuellen Corona-Fälle am Donnerstag (Mittwoch: 133) verteilen sich wie folgt auf die Kommunen (in Klammern die Veränderung zu Mittwoch): Bad Bentheim: 10 (-1), Emlichheim: 13 (0), Uelsen: 11 (+2), Neuenhaus: 11 (+1), Wietmarschen: 9 (-2), Nordhorn: 67 (-2) und Schüttorf: 9 (-1). (Quelle: GN 26.08.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 43,5 (gestern: 43,5)
Meppen: 28,2 (33,8)
Papenburg: 95,9 (65,7)


Krankenhausbelegung auf Landesebene soll entscheidend für Maßnahmen werden

Entscheidende Größe für Corona-Maßnahmen soll einem Bericht zufolge statt des Inzidenzwertes künftig die Krankenhausbelegung auf Landesebene sein. Das geht nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Donnerstag aus der Formulierungshilfe des Bundesgesundheitsministeriums zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes hervor. „Wesentlicher Maßstab für die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen ist insbesondere die Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Hospitalisierungs-Inzidenz)“, heißt es demnach in der Vorlage.

„Der Schwellenwert ist jeweils unter Berücksichtigung der regionalen stationären Versorgungskapazitäten festzusetzen mit dem Ziel, eine drohende Überlastung der regionalen stationären Versorgung zu vermeiden“, heißt es dem Bericht zufolge weiter. „Weitere Parameter zur Bewertung der epidemischen Lage, wie die Infektionsdynamik und die Anzahl der gegen Covid-19 geimpften Personen, können einbezogen werden.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte den RND-Zeitungen: „Die Inzidenz hat ausgedient. Um die Pandemielage zu beurteilen, ist die Hospitalisierungsrate sehr viel aussagekräftiger.“ Sie zeige, ob die Pandemie trotz hoher Impfquote noch gefährlich werde. „Entscheiden müssen dann die Länder. Sie behalten auch alle anderen Pandemie-Kriterien im Blick und können damit die Lage in ihrer Region am besten beurteilen.“

Der Bundestag hatte die Regierung in einem am Mittwoch gefassten Beschluss aufgefordert, bis Montag eine Formulierungshilfe vorzulegen. Damit soll der Inzidenzwert als maßgebliche Größe für Corona-Beschränkungen aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen werden. (Quelle: TSP, 26.08.21)


Lehrerverband warnt vor Durchseuchung der Schulen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnt vor einer Durchseuchung der Schulen. „Auch wenn Kinder seltener schwer erkranken, dürfen wir eine Durchseuchung der Schulen nicht zulassen“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir wollen es als Lehrerverband auch, dass Präsenzunterricht beim Schulstart möglichst vollständig stattfindet, aber nicht, indem man Gesundheitsschutzmaßnahmen herunterfährt und vor der Infektionsgefahr an Schulen kapituliert.“

Neuere Studien hätten herausgefunden, dass zwischen 0,3 bis 1,7 Prozent der mit Corona infizierten Kinder im Krankenhaus behandelt werden müssen. „Bezogen auf Deutschland bei knapp elf Millionen Schülern hieße das, dass zwischen 30.000 und 180.000 in Krankenhäusern behandelt werden müssten, von eventuellen Long-Covid-Folgen mal völlig abgesehen. Das, glaube ich, darf kein Politiker verantworten.“

Er sieht auch in der Vorbereitung auf dieses Schuljahr schwere Versäumnisse der Politik: Man komme „um die Feststellung nicht herum, dass auch bei der Vorbereitung dieses Schuljahres wieder vieles suboptimal gelaufen ist. Das fängt damit an, dass bis heute nicht klar ist, nach welchen Vorgaben, Kriterien und Regeln der Schulunterricht laufen soll. Es setzt sich fort bei dem Trauerspiel um die Anschaffung von Raumluftfilteranlagen (…). Und es endet damit, dass wir immer noch bei der digitalen Infrastruktur der Schulen große Defizite haben, fast die Hälfte hat nach wie vor kein schnelles Internet“. (Quelle: TSP, 26.08.21)


Neuer iranischer Präsident Raisi erklärt Corona-Bekämpfung zur Hauptaufgabe

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi hat die Bekämpfung der Corona-Pandemie zur wichtigsten Aufgabe seiner neuen Regierung erklärt. „Ich war heute auf dem Behescht Sahra Friedhof (in Teheran), wo zahlereiche Menschen tagtäglich ihre Corona-Toten beerdigen und um sie trauern müssen“, sagte der Präsident am Donnerstag bei seiner ersten Kabinettssitzung. Um die Leiden dieser Menschen umgehend zu beenden, müsse die Bekämpfung der Pandemie für alle Behörden höchste Priorität haben, so Raisi laut Webportal des Präsidialamts.

In den vergangenen Wochen gab es im Iran einen drastischen Anstieg der Todes- und Infektionszahlen. Am Dienstag wurden erstmals mehr als 700 Corona-Tote innerhalb eines Tages registriert. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Iran liegt laut Gesundheitsministerium bei über 104.000, die der Infizierten bei fast 4,8 Millionen.

Die Ursache für den drastischen Anstieg ist nach dem Gesundheitsministerium zufolge die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus. Aber ein weiterer Grund ist der Mangel an Vakzinen. Wegen der Wirtschaftskrise und US-Sanktionen können nicht genügend Vakzine eingeführt werden, daher läuft auch die Impfkampagne nur schleppend voran. Bislang konnten nur acht Prozent der mehr als 83 Millionen Iraner doppelt geimpft werden. ((Quelle: TSP, 26.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen liegt sie bei 66,0 – am Vortag hatte der Wert 61,3 betragen, vor einer Woche 44,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 12.626 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus dem RKI-Fallzahlenbericht vom Donnerstagmorgen hervor. Allerdings hatte Hamburg laut RKI keine Daten zu Corona-Infektionen oder -Todesfällen übermittelt. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 8400 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.901.799 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.082.

Das RKI veröffentlichte die heutigen Zahlen wegen einer technische Panne erst im Laufe des Vormittags. (Quelle: RKI, 26.08.21)


Trotz Pandemie Höchstpreise für Bauland

Bauland war noch nie so teuer wie im Corona-Jahr 2020. Ein Quadratmeter baureifes Land kostete durchschnittlich 199 Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag bekanntgab. 2010 hatte der Preis in Deutschland noch bei 130 Euro je Quadratmeter gelegen. „Je nach Bundesland und Gemeindegröße zeigt sich dabei ein erhebliches Preisgefälle“, ermittelten die Statistiker. So zahlten Grundstückskäufer in den Bayern und in Baden-Württemberg mit 349 beziehungsweise 245 Euro besonders viel für einen Quadratmeter Bauland. In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern lagen die Preise dagegen nur zwischen 46 und 63 Euro.

„Grundsätzlich steigen die durchschnittlichen Kaufwerte mit der Gemeindegröße“, so das Bundesamt. In Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern kostete ein Quadratmeter im Schnitt 71 Euro. In den 14 größten Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern musste dagegen mit durchschnittlich 1213 Euro das 17-Fache bezahlt werden.

Niedrige Zinsen und der anhaltende Bedarf an Wohnungen stützen die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt. (Quelle: TSP, 26.08.21)


Polizei durchsucht Impfzentrum in Friesland

Nach dem Impfskandal im niedersächsischen Landkreis Friesland hat die Polizei am Donnerstagmorgen das betroffene Impfzentrum in Schortens-Roffhausen durchsucht. Auch Räumlichkeiten der Kreisverbände Jeverland und Varel-Friesische Wehde des Deutschen Roten Kreuzes wurden durchsucht, wie die Polizeidirektion Oldenburg mitteilte. Die kürzlich eingesetzte „Ermittlungsgruppe Vakzin“ werde im Laufe des Tages weitere Details bekanntgeben.

Einer examinierten Krankenschwester wird vorgeworfen, im April in mindestens sechs Fällen im Impfzentrum Schortens-Roffhausen Impfstoff gegen eine Kochsalzlösung ausgetauscht zu haben. Als Grund gab sie laut Polizei an, dass ihr eine Ampulle mit dem Vakzin zerbrochen sei. Weil die Frau zuvor in sozialen Medien einige impfkritische Chats verbreitet hatte, schließen die Ermittler nicht mehr aus, dass sie auch schon vorher lediglich eine Kochsalzlösung auf die Spritzen aufgezogen haben könnte. Darum müssen mehr als 10.000 Menschen nachgeimpft werden. (Quelle: TSP, 26.08.21)


Israel meldet erstmals seit Januar 10.000 Neuinfektionen

Israel hat erstmals seit Mitte Januar mehr als 10 000 Corona-Neuinfektionen vermeldet. 10.001 Fälle wurden für Dienstag registriert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mitteilte. Es gibt demnach 688 Schwerkranke. 25 Menschen mit einer Corona-Infektion starben.

Die höchste Zahl an täglichen Corona-Neuinfektionen seit Pandemiebeginn wurde in Israel Mitte Januar mit rund 10.100 Fällen registriert.

Mittlerweile sind in dem 9,4-Millionen-Einwohner-Land mehr als eine Million Infektionen gemeldet worden. In Israel wird fast ausschließlich das Präparat von Biontech/Pfizer gespritzt. Knapp 59 Prozent der Bevölkerung sind laut Ministerium bisher zweifach geimpft, knapp 19 Prozent dreifach.

Israel hatte Ende Juli als erstes Land weltweit damit begonnen, zur Auffrischung des Schutzes ein drittes Mal impfen zu lassen. Hintergrund waren Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Gleichzeitig verbreitete sich die aggressivere Delta-Variante im Land. (Quelle: TSP, 26.08.21)


Positivquote der PCR-Tests steigt deutlich

In Deutschland steigt auch der Anteil der positiv getesteten Proben unter den in den Laboren durchgeführten PCR-Tests weiter an. Dies geht aus dem aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach lag der Wert, der als ein wichtiger Indikator für das Infektionsgeschehen in einem Land gilt, in der 32. Kalenderwoche (KW) vom 9. bis 15. August 2021 bei 6,0 Prozent. Eine Woche zuvor hatte der Wert noch bei 3,8 Prozent betragen. Durchgeführt wurden dem Bericht zufolge 559.194 beziehungsweise 588.570 (KW 31) Tests. Zum Vergleich: In der KW 26 vom 28. Juni bis 4. Juli hatte die Positivquote bei 726.832 in Laboren untersuchten PCR-Tests 0,8 Prozent betragen.

Das RKI schreibt: „Es sind vor allem jüngere Altersgruppen von Infektionen betroffen. In diesen Altersgruppen sind auch die Positivenanteile mit Abstand am höchsten. Damit zeigt sich nun deutlich der Beginn der vierten Welle, die insbesondere durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung an Fahrt aufnimmt.“ (Quelle: TSP, 26.08.21)


Delta in Australien

Der australische Bundesstaat New South Wales mit der Metropole Sydney hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 1000 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Die Behörden meldeten 1029 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Trotz eines seit acht Wochen geltenden strikten Lockdowns bekommt die Region an der Ostküste die jüngste Viruswelle bislang nicht in den Griff.

Gleichzeitig kündigte die Regierungschefin des Bundesstaats, Gladys Berejiklian, leichte Lockerungen der Regeln für vollständig Geimpfte an. So dürfen sich ab dem 13. September wieder Gruppen von bis zu fünf Menschen draußen treffen – jedoch nur in einem Umkreis von fünf Kilometern von ihrem Wohnsitz.

Berejiklian kündigte weitere Lockerungen an, sobald 70 Prozent der acht Millionen Einwohner des Bundesstaates geimpft seien. Derzeit haben erst knapp 33 Prozent der Bürger von New South Wales einen vollständigen Impfschutz.

Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern hat sich mit Beginn der Pandemie abgeschottet von der Außenwelt. Dank der Insellage als Kontinent und extrem strenger Regeln hatten die Behörden das Virus lange gut im Griff. Jedoch kämpfen sie nun seit Wochen gegen die bislang schwerste Welle – speziell im Großraum Sydney. Experten machen die schleppend angelaufene Impfkampagne und die Delta-Variante für die steigenden Zahlen verantwortlich. (Quelle SZ, 26.08.2021)


Bundestag verlängert

Der Bundestag hat weiterhin eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ festgestellt. Für einen entsprechenden Antrag der Regierungsfraktionen von Union und SPD votierten 325 Abgeordnete. Dagegen stimmten 253 Parlamentarier, fünf enthielten sich. Die Sonderlage gilt damit vorerst für weitere drei Monate, also bis Ende November. Ohne eine erneute Bestätigung des Parlaments läuft sie nach drei Monaten aus.

Die festgestellte „epidemische Lage“ schafft unter anderem eine Rechtsgrundlage für Länder-Verordnungen zu konkreten Krisenmaßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen. Der Bundestag hatte sie erstmals im März 2020 festgestellt und zuletzt am 11. Juni erneut bestätigt, dass die Sonderlage fortbesteht. Dem Infektionsschutzgesetz nach liegt sie vor, „wenn eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Bundesrepublik Deutschland besteht“. (Quelle: SZ, 25.08.2021)


Ärzte gegen Fokussierung auf Krankenhausbelegung

Leitende Ärzte haben sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie gegen eine Fokussierung auf die Krankenhausbelegung ausgesprochen. „Wir befinden uns wieder im exponentiellen Wachstum der Infektionen und auch der schweren Erkrankungen. Immer mehr junge Menschen landen im Krankenhaus, weil sie sich nicht impfen lassen haben oder es bislang nicht ernst genug genommen haben“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, der „Rheinischen Post“. „Das Signal, das vom Streichen des Inzidenzwerts 50 ausgeht, ist kritisch. Natürlich hat sich die Bedeutung verändert, wir sollten den Inzidenzwert aber keinesfalls aufgeben. Ein Dreiklang aus Inzidenzen, Krankenhausfällen und Intensivbettenbelegung ist wichtig.“

Der bisherige Wert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz, der noch im Infektionsschutzgesetz als Schwelle für schärfere Maßnahmen genannt ist, soll nach Plänen der Bundesregierung gestrichen werden. Künftig soll die Zahl der Krankenhausaufnahmen entscheidend sein. Welche Schwellen hierfür gelten sollen, ist aber noch offen.

„So wie wir seit Wochen sagen, dass die Inzidenz nicht alleiniger Indikator sein kann, so gilt das jetzt auch für die Hospitalisierung“, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Notwendig sei, verschiedene Indikatoren nebeneinander qualitativ zu betrachten, um sich ein wirkliches Bild von der Infektions- und Gefahrenlage im Gesundheitswesen zu machen. So müssten neben der Inzidenz und der Hospitalisierung zum Beispiel auch die Impfquote und die Dynamik der jeweiligen Parameter berücksichtigt werden. „Es gibt nicht die Glücksformel, bei der die eine Zahl herauskommt, die die Pandemie umfassend erklärt.“ (Quelle: GN, 26.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 26. August, hat das Robert Koch-Institut 926 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Zudem meldete das RKI einen weiteren Todesfall. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.846. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt auf 45,5 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 43,6 Fälle). (Quelle: NDR, 26.08.2021)


RKI arbeitet mit Hochdruck

Das RKI hat die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland bekannt gegeben. Die Sieben-Tage-Inzidenz erscheint jedoch wenig plausibel – nach Angaben des Instituts beträgt sie 33,0. Am gestrigen Mittwoch war es noch 61,3 – ein solcher Rückgang der Inzidenz innerhalb von nur 24 Stunden ist eigentlich kaum denkbar. Um 7.45 Uhr meldet das RKI auf der Seite des Dashoards: „Aufgrund einer technischen Störung ist das RKI Covid-Dashboard bis auf Weiteres nicht verfügbar. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung.“ (Quelle: FR, 26.08.21)



Überblick am Abend

  • Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat bekräftigt, dass die Daten zu den Vorteilen und der Sicherheit einer Auffrischimpfung gegen Covid-19 bisher nicht schlüssig sind – dennoch bewegen sich reichere Staaten weiterhin darauf zu. Unterdessen gaben Pfizer/BioNTech bekannt, dass sie mit der Einreichung einer vollständigen US-Zulassung einer Auffrischungsdosis ihres Impfstoffs begonnen haben.
  • China kritisierte die „Politisierung“ seitens der USA bei den Bemühungen, den Ursprung des Coronavirus zurückzuverfolgen. Das bevölkerungsreichste Land der Erde wiederholte seine Forderungen nach der Untersuchung eines US-Militärlabors, derweil ein „nicht schlüssiger“ Bericht der amerikanischen Geheimdienste über die Ursprünge des Virus veröffentlicht wurde. Sie haben die Ursprungsfrage offenbar nicht klären können.
  • Die Wissenschaftler, die von der WHO nach China entsandt wurden, um die Ursprünge von Covid zu erforschen, haben unterstrochen, dass sich das Zeitfenster für die Lösung des Rätsels „schnell schließt“. Sie versuchen, ihr ursprüngliches Ergebnis neu zu formulieren, wonach bisher ein Laborleck „extrem unwahrscheinlich“ sei, nachdem zunehmend Details darüber bekannt wurden, wie die Konditionen der Überprüfung mit chinesischen Offiziellen vereinbart wurden.
  • Das US-Militär muss sofort mit der Impfung gegen Covid beginnen, nachdem Pfizers Impfung die volle Genehmigung erhalten hat, sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. Bisher sind mehr als 800.000 von 2,1 Millionen Soldaten, einschließlich der Reserven, nicht geimpft.
  • Brasilien hat angekündigt, immunsupprimierten oder gefährdeten Menschen und Bürgern über 80 Jahren Covid-Auffrischimpfung zu verabreichen, nachdem gestern bekannt wurde, dass es seinen Liefervertrag mit Pfizer/Biontech gebe.
  • Fünf Personen in Auckland, Neuseeland, die letzten Monat Covid-19-Impfungen erhalten haben, haben möglicherweise stattdessen eine Dosis Kochsalzlösung erhalten, aber die Gesundheitsbehörden haben es ihnen nicht mitgeteilt. Ein Minister sagte, die Verzögerung – bei der 732 Menschen morgen auf einen Brief über die nächsten Schritte warten – sei „bedauerlich“.
  • Taiwan meldete keine neuen lokalen Infektionen. Das ist das erste Mal seit Beginn des größten Ausbruchs im Mai, bei dem mehr als 800 Menschen starben. Die Bewohner Taiwans konnten den größten Teil des Jahres 2020 und Anfang 2021 ein weitgehend normales Leben geführt, allerdings bei geschlossenen Grenzen.
  • Die Delta-Variante bedeutet, dass die Impfung möglicherweise nicht die Wunderwaffe ist, die sich viele Regierungen erhofft haben. So formuliert es ein neuee Bericht der Economist Intelligence Unit. Es forderte die politischen Führer auf, ihre Covid-Strategie zu überdenken, um sie langfristig anzupassen.
    (Quelle: The Guardian, 25.08.21)


„Booster Shot“ von J&J erhöht Immunabwehr offenbar deutlich

Eine Auffrischimpfung des Vakzins von Johnson & Johnson stärkt offenbar deutlich die Immunabwehr. In zwei klinischen Studien habe sich die Zahl der Antikörper nach einer zweiten Impfdosis um das Neunfache im Vergleich zu 28 Tagen nach der ersten Dosis vergrößert, teilt der US-Konzern mit.

Zudem erklärt Johnson & Johnson, sich mit Blick auf einen sogenannten Booster Shot im Austausch mit der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, der US-Arzneimittelbehörde FDA, der US-Gesundheitsbehörde CDC und anderen Behörden zu befinden.

Während von den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna jeweils zwei Dosen notwendig sind, reicht bei dem Vakzin von Johnson & Johnson bislang eine Dosis. Angesichts der raschen Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante und eines nachlassenden Schutzes erwägen aber immer mehr Staaten eine Auffrischimpfung.

(Quelle TSP, 25.08.21)


Studie – Schutz durch Covid-Impfstoffe lässt innerhalb von sechs Monaten nach

Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus lässt einer Studie zufolge bereits einige Monate nach der vollständigen Impfung etwas nach. Als Referenzpunkt nahmen die britischen Forscher die in ihrer Studie ermittelte Schutzwirkung einen Monat nach der zweiten Impfdosis, die ihnen zufolge bei Biontech bei 88 Prozent lag und bei Astrazeneca bei 77 Prozent.

Bei Biontech nahm die Schutzwirkung vor einer Infektion innerhalb der nächsten vier Monate um 14 Prozentpunkte auf 74 Prozent ab, wie aus der großangelegten Studie hervorgeht, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Bei Astrazeneca waren es 10 Prozentpunkte innerhalb von drei Monaten. Der Schutz vor einer Ansteckung lag dann bei 67 Prozent.

Für die Studie wertete das Team um Tim Spector vom King’s College London Testergebnisse von mehr als 1,2 Millionen Probanden aus, die zwischen Dezember 2020 und Juli 2021 geimpft wurden. Die Teilnehmenden registrierten ihre Impfungen über die sogenannte Zoe-Covid-App, über die Freiwillige zu Forschungszwecken auch Erkrankungen und Covid-Symptome melden können. Den Autoren zufolge ist die Untersuchung eine der weltgrößten Studien zur Wirksamkeit der Impfstoffe.

Bei den ausgewerteten Infektionen beziehen sich die Forscher auf positive Testergebnisse zwischen dem 26. Mai und Ende Juli. So lassen sich die Ergebnisse auf die seitdem in Großbritannien vorherrschende, hochansteckende Delta-Variante beziehen. Allerdings macht die Studie keine Aussagen über symptomatische Erkrankungen, schwere Verläufe oder das Risiko, an Covid-19 zu sterben. Die abnehmende Schutzwirkung bezieht sich allein auf das Risiko, sich überhaupt zu infizieren.

Spector zufolge liefern die Ergebnisse eine mögliche Erklärung für vermehrte Infektionen von vollständig Geimpften. Schlimmstenfalls könne die Schutzwirkung für Ältere und medizinische Angestellte, die bereits vor einigen Monaten geimpft worden sind, im Winter unter 50 Prozent fallen, warnte er. Angesichts hoher Infektionszahlen in Großbritannien könne dies wieder zu mehr Patienten im Krankenhaus und Todesfällen führen.

„Wir müssen dringend Pläne für Booster-Impfungen machen“, forderte Spector. Diese dritte Impfung wird in Großbritannien derzeit diskutiert, ist aber noch nicht offiziell von der zuständigen Impfkomission empfohlen worden. Die abnehmende Schutzwirkung sei aber ausdrücklich kein Grund, sich nicht impfen zu lassen, betonten die Forscher. Die Impfstoffe seien für die Mehrheit der Bevölkerung noch immer ein hochwirksamer Schutz gegen Covid-19. (Quelle: TSP, 25.08.21)



Schweiz bestellt weitere 14 Millionen Impfdosen von BioNTech-Pfizer

Die Schweiz hat sich weiteren Impfstoff von BioNTech und Pfizer gesichert. Mit Pfizer wurde ein Vertrag über die Lieferung von jeweils sieben Millionen Dosen im kommenden Jahr und 2023 abgeschlossen, wie Innenminister Alain Berset sagt. Zudem gebe es die Option, weiter sieben Millionen Dosen zu beziehen. (Quelle: TSP, 25.08.21)


Widerstand in der Union gegen Verlängerung der „epidemischen Lage“

In der Unions-Bundestagsfraktion formiert sich laut „Handelsblatt“ Widerstand gegen die Absicht der Koalitionsfraktionen, die Corona-Sonderbefugnisse des Bundes noch einmal zu verlängern. In der Sitzung des Unions-Fraktionsvorstands am vergangenen Freitag hätten sich die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Carsten Linnemann und Gitta Connemann (beide CDU) sowie Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich (CSU) dagegen ausgesprochen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Teilnehmer. Demnach argumentierten die Abgeordneten, bereits mehr als die Hälfte der Menschen im Land seien geimpft, mit weiter steigender Tendenz. Nun werde immer wieder eine neue Impfquote ausgerufen oder auf Mutationen verwiesen, um weitere Grundrechtseingriffe zu rechtfertigen. (Quelle: TSP, 25.08.21)



Neue Corona-Verordnung in Niedersachsen: Lob und Skepsis

Mit der neuen Corona-Verordnung setzt die Landesregierung auf eine neue Strategie – mit 3G-Regel und weiteren Parametern neben der Inzidenz. Das wird mit Lob und Skepsis aufgenommen.

Zustimmung kommt aus der Medizin für die Entscheidung, neben der Sieben-Tage-Inzidenz auch die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern und deren Anteil an der Belegung der Intensivbetten als Parameter stärker zu berücksichtigen. „Wir halten das für sinnvoll“, sagte Helge Engelke von der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. Erklärtes Ziel der Anti-Corona-Maßnahmen sei immer gewesen, eine Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden. Eine Sprecherin des Klinikums Lüneburg argumentierte ähnlich. Weil zahlreiche Menschen in Niedersachsen geimpft oder genesen seien, verliere die Inzidenz allein ihre Aussagekraft.

Kritisch wird der von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) als „Systemwechsel“ bezeichnete Weg in der politischen Opposition gesehen. Liberale und Grüne im Landtag lobten zwar auch, dass weitere Parameter neben der Inzidenz berücksichtigt werden. Beide Parteien halten die neue Corona-Verordnung allerdings für nicht verständlich genug. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Birkner kritisierte, dass für die in der neuen Corona-Warnampel aufgeführten Warnstufen ab Stufe 2 keine Konsequenzen definiert wurden. „Das trägt nicht dazu bei, dass das Verhalten der Landesregierung in der Corona-Politik für die Bürgerinnen und Bürger transparenter und nachvollziehbarer wird“, sagte Birkner. Auch die Grünen bemängeln, dass Fehlen möglicher Konsequenzen. „Corona-Warnstufen erst einzuführen und über mögliche Folgen bei Erreichen der Stufen erst später diskutieren und entscheiden zu wollen, zeugt nicht von Weitsicht und Vorsorge“, sagte Helge Limburg, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Positiver wird der neue Ansatz seitens der Wirtschaft wahrgenommen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Niedersachsen begrüßt die neuen Corona-Regeln. „Das ist ein Weg, den wir mitgehen können“, sagte die Dehoga-Geschäftsführerin in Niedersachsen, Renate Mitulla. Das Allerwichtigste für das Gewerbe sei das Vermeiden eines weiteren Lockdowns. Ein kleiner Wermutstropfen sei die Testung für Ungeimpfte und Nicht-Genesene. „Die Spontaneität fällt dann weg, wenn man zum Beispiel essen gehen will“, sagte Mitulla. Für Hotels, die auf Messen angewiesen sind, sei der Ansatz ein „Silberstreif am Horizont“. Sie hoffe, dass auch Geschäftsreisen nun wieder anziehen, so die Dehoga-Geschäftsführerin.

Auch der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, Michael Zeinert, begrüßte den Kurswechsel grundsätzlich. Allerdings fehle es weiter an einem dauerhaft tragfähigen Rahmen für Betriebe. Auch er kritisierte das Fehlen von Konsequenzen im neuen Warnstufenmodell. Dies lasse Raum für Spekulationen. Einen weiteren Lockdown würden die Betriebe, gerade in der Kultur- und Kreativwirtschaft, jedenfalls nicht verkraften, sagte Zeinert.

Überwiegend Zustimmung gibt es für die Pläne des Landes für den Schulstart samt Ausweitung der Maskenpflicht und engmaschiger Tests. Der niedersächsische Philologenverband begrüßte „alle Anstrengungen, um mit Augenmaß und Vorsicht den Unterricht aufzunehmen, etwa mit Maskenpflicht und verstärkten und regelmäßigen Testungen“. Der niedersächsische Landeselternrat lobte den Ansatz. Die Maßnahmen zu Beginn des neuen Schuljahres seien ein richtiger Schritt, um ein engmaschiges Netz zu stricken, damit möglichst früh Infizierte entdeckt werden, so Landeselternrats-Vorsitzender Michael Guder. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen (GEW) unterstützt die Pläne des Kultusministeriums. Das Recht auf Bildung dürfe nicht vom Impfstatus abhängen, sagte die Landesvorsitzende Laura Pooth. Deshalb sei es richtig, neben Geimpften und Genesenen auch Getesteten den Zugang zu den Schulen zu gewähren.

Nachbesserungsbedarf sieht dagegen der niedersächsische Landesschülerrat. Die neue Regelung ermögliche zwar, dass viele Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler wieder anlaufen können, so der Vorsitzende Justus Scheper. Die 3G-Regel für Schüler sei allerdings zu kompliziert. Zudem forderte Scheper mehr Impfangebote für Jugendliche.

Was bedeutet die 3G-Regel?

Nur Geimpfte, Genesene oder Getestete erhalten Zutritt zu Innenräumen von Behörden und anderen Einrichtungen wie Restaurants, Kinos, Fitnessstudios oder Krankenhäuser. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. Dies gilt ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Antigen-Schnelltests dürfen nicht älter als 24 Stunden sein, PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden. Gäste von Beherbergungseinrichtungen müssen bei der Anreise einen negativen Test vorweisen und diesen alle 72 Stunden wiederholen.

(Quelle: NDR, 25.08.21)


Auffrischimpfung mit J&J erhöht Antikörper in Studie

Eine Auffrischimpfung mit dem Covid-19-Vakzin von Johnson & Johnson erhöht die Zahl der Antikörper laut Zwischendaten aus zwei frühen klinischen Studien deutlich. Eine zweite Dosis des Vakzins führt zu einem neunmal höheren Niveau bindender Antikörper als 28 Tage nach Erhalt der ersten Dosis, wie J&J mitteilt. In den kommenden Wochen will J&J zudem noch Daten aus der lang erwarteten Studie, in der Teilnehmer zwei Impfdosen erhielten, veröffentlichen. Im Gegensatz zu anderen Covid-Impfstoffen wird das Vakzin von J&J nur einmal verimpft. (Quelle: TSP, 25.08.21)


WHO sieht Stabilisierung bei Corona-Zahlen

Die Zahl der weltweit gemeldeten Corona-Infektionen stabilisiert sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offenbar. In der Woche vom 16. bis 22. August wurden aus aller Welt 4,5 Millionen Ansteckungen gemeldet, wenig mehr als in der Vorwoche, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen WHO-Corona-Bericht hervorgeht. Die Zahl der im gleichen Zeitraum gemeldeten Todesfälle blieb etwa gleich mit gut 68.000. In der Region Europa, zu der 53 Länder bis nach Aserbaidschan gehören, stieg die Zahl der gemeldeten Todesfälle um elf Prozent, auf dem amerikanischen Kontinent um zehn Prozent, während sie andernorts zurückging.

Seit Anfang des Jahres hat es nach der WHO-Statistik weltweit zwei Infektionswellen gegeben, mit einem ersten Höhepunkt Mitte bis Ende April und einem zweiten Mitte August. Die höchste Zahl an Infektionen seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 wurde in der Woche vom 19. April 2021 gemeldet: 5,7 Millionen. Die höchste Todeszahl innerhalb einer Woche wurde Mitte Januar mit gut 101.000 gemeldet.

Die WHO hat seit Beginn der Pandemie gut 211 Millionen Infektionen und gut 4,4 Millionen Todesfälle dokumentiert. (Quelle: TSP, 25.08.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 43,5 (gestern: 50,7)
Meppen: 33,8 (31,0)
Papenburg: 65,7 (82,5)


Grafschafter-Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Mittwoch 20 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Grafschaft. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.641, heißt es aus dem Kreishaus. Demgegenüber stehen laut Corona-Dashboard der Kreisverwaltung 5.383 Genesene. In Quarantäne befinden sich 271 Grafschafter (Dienstag: 248). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 125. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes steigt von 54,7 am Dienstag auf 60,5.
Die 133 aktuellen Corona-Fälle am Mittwoch (Dienstag: 123) verteilen sich wie folgt auf die Kommunen (in Klammern die Veränderung zu Dienstag): Bad Bentheim: 11 (+4), Emlichheim: 13 (+2), Uelsen: 9 (+2), Neuenhaus: 10 (+2). Wietmarschen: 11 (-1), Nordhorn: 69 (0) und Schüttorf: 10 (+1).
(Quelle: GN, 25.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Mittwoch, 25. August, sind in Niedersachsen 817 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts gab es fünf weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.845. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 273.392 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 43,6 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 41,6 Fälle). (Quelle: NDR, 25.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen lag sie bei 61,3 – am Vortag hatte der Wert 58,0 betragen, vor einer Woche 40,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.561 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 8324 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 39 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.889.173 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.710.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.061. (Quelle: RKI, 25.08.21)


Neuinfektionen in den USA weiter auf hohem Niveau

In den USA hat es in den vergangenen Tagen im Durchschnitt rund 137.000 Neuinfektionen pro Tag gegeben. Dies sei im Vergleich zur Vorwoche ein Anstieg von fast 12 Prozent, sagte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen wurden, sei etwa auf dem Stand der Vorwoche. Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients, lobte gleichzeitig Fortschritte bei der Impfkampagne. „Die größten Zuwächse sind in den Staaten zu verzeichnen, die bei den Impfungen im Rückstand waren – in Alabama, Arkansas, Louisiana und Mississippi.“ Im vergangenen Monat hätten sich generell mehr Menschen zum ersten Mal impfen lassen als in den beiden Monaten davor zusammen. Bislang sind in den USA 51,5 Prozent der Bevölkerung abschließend geimpft. (Quelle: TAgesschau, 24.08.21)


Gladbachs Ginter mit Coronavirus infiziert

Matthias Ginter vom Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hat sich mit dem Coronavirus infiziert. „Ja, deswegen hat er heute auch nicht am Training teilgenommen“, sagte Pressesprecher Markus Aretz der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit mehrere Medienberichte vom gleichen Tag. „Er war geimpft und muss sich da offenbar irgendwo angesteckt haben“, sagte Aretz. Ginter sei derzeit in häuslicher Quarantäne.
(Quelle: Tagesschau, 24.08.21)


Erstmals seit Juni 2020 Corona-Tote in Brunei

Im südostasiatischen Sultanat Brunei sind zwei Covid-19-Erkrankungen tödlich verlaufen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, starben eine 85-jährige Frau und ein 69-jähriger Mann. Damit stieg die Gesamtbilanz der Corona-Todesfälle in Brunei auf fünf. Zuletzt war in Brunei im Juni 2020 ein Corona-Todesfall gemeldet worden. Am Montag wurden 110 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg auf fast 2000. Damit sind die Auswirkungen der Pandemie in Brunei vergleichsweise gering.

Andere Länder in der Region kämpfen derzeit mit hohen Infektionszahlen aufgrund der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. In dem Sultanat leben ungefähr 450.000 Menschen. Zur Bekämpfung der Pandemie wurden drastische Maßnahmen verhängt, darunter ein Shutdown. (Quelle: Tagesschau, 24.08.21)


Swiss führt Impfpflicht für Crews ein

Die Fluggesellschaft Swiss führt ab dem 15. November eine Corona-Impfpflicht für ihr fliegendes Personal ein. Das teilte die Lufthansa-Tochter in Basel mit. Grund seien die länderspezifischen Einreisebestimmungen, die zunehmend eine Impfpflicht auch für Crews verlangten. So fordere etwa Hong Kong ab sofort von Besatzungen aus einigen Staaten einen Impfnachweis, so auch für Flüge ab der Schweiz. „Die unterschiedliche Handhabung geimpfter und ungeimpfter Besatzungsmitglieder und die damit verbundene hohe Komplexität der Einsatzplanung hätten zur Folge, dass auf lange Sicht kein geordneter Flugbetrieb mehr sichergestellt werden könnte“, erklärte Swiss.

Zudem führe eine unterschiedliche Handhabung zu Ungleichbehandlungen bei der Einsetzbarkeit der Besatzungsmitglieder. Auch wolle Swiss ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten in Cockpit und Kabine wahrnehmen. Die Muttergesellschaft Lufthansa teilte mit, sie habe keine Pläne für eine Impfpflicht. „In Deutschland kann es eine Impfpflicht nur durch den Gesetzgeber geben“, erklärte ein Konzernsprecher. „Daher beabsichtigt Lufthansa auf Basis der aktuellen Gesetzgebung nicht, für ihre Flüge einen verbindlichen Impfnachweis für Fluggäste und/oder Crews einzuführen oder eine Impfung für Beschäftigte verpflichtend vorzuschreiben.“ (Quelle: Tagesschau, 24.08.21)


Premier-League-Clubs verbieten bestimmten Spielern WM-Quali-Partien

Die Fußballclubs der Premier League werden keine Spieler für WM-Qualifikationsspiele in jene Länder abstellen, die wegen der Corona-Pandemie auf der so genannten Roten Liste der britischen Regierung stehen. „Widerstrebend, aber einstimmig“ hätten die Vereine dies beschlossen, teilt der nationale Fußball-Verband (FA) mit.

Ausnahmegenehmigungen gebe es nicht. „Aufgrund anhaltender Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit in Bezug auf ankommende Reisende aus Ländern der Roten Liste wurde keine Ausnahme gewährt“, erklärt die Premier League.

Die Entscheidung betrifft den Angaben zufolge fast 60 Spieler aus 19 Premier-League-Clubs, die vom 2. bis 10. September in 26 Länder der Roten Liste reisen sollten. Auf der Roten Liste stehen überwiegend Länder in Südamerika und Afrika. Einreisende aus diesen Ländern müssen sich für zehn Tage in Hotelquarantäne begeben.


Italien: 6.076 Neuinfektionen und 60 CoVid19-Todesfälle

Italien hat heute 60 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus und 6.076 Neuinfektionen gemeldet. Am Montag waren es 44 Todesfälle und 4.168 Neuinfektionen.

Italien hat seit seinem Ausbruch im Februar letzten Jahres 128.855 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid registriert, die zweithöchste Zahl in Europa nach Großbritannien und die achthöchste weltweit. Das Land hat bisher 4,49 Millionen Fälle gemeldet. (Quelle: The Guardian, 24.08.21)


Zwei CoViD19-Tote im Landkreis Leer und in Lingen (Ems)

Die Zahl der Corona-Toten ist am Dienstag in der Region um zwei gestiegen. Im Emsland und im Kreis Leer ist jeweils ein Mensch im Zusammenhang mit der Pandemie gestorben.
Im Emsland ist – so teilt es der Landkreis Emsland auf Nachfrage mit – eine Frau im Alter von mehr als 80 Jahren gestorben. Sie lebte in der Stadt Lingen (Ems).
Im Landkreis Leer ist, so teilt es die Pressestelle mit, eine 67 Jahre alte Frau aus dem Kreisgebiet an den Folgen der Infektion gestorben. Es ist der 63. Todesfall im Zusammenhang mit der Pandemie im Kreis Leer. Im Emsland steigt die Zahl der Toten indes auf 191.
Auf Nachfrage betonen beide Landkreise, dass aus Gründen des Personenschutzes keine weiteren Angaben, etwa zum Impfstatus der Verstorbenen, gemacht werden. (Quelle: NOZ, 24.08.21)


Großbritannien: 30.838 neue Covid-Infektionen und 174 Todesfälle

In Großbritannien wurden in den letzten 24 Stunden offiziell 30.838 Menschen positiv auf Covid19 getestet.

Laut neuester Aktualisierung des Coronavirus-Dashboards der Regierung vom Dienstag sind innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Coronavirus-Test weitere 174 Menschen gestorben.

Offizielle Zahlen belegen, dass weitere 46.401 Menschen erstmals geimpft worden, 131.283 erhielten ihre zweite Impfung. Die neuesten Zahlen kamen inmitten einer Warnung wegen eines starken Anstiegs der Neuinfektionen in Schottland.

Und unter Wissenschaftlern gibt es große Sorgen, dass die Fallzahlen stark steigen werden, wenn Millionen von Schülern nächste Woche zur Schule zurückkehren. (Quelle: The Guardian, 24.08.21)


Schweiz befindet sich in vierter Welle

In der Schweiz stuft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Situation als besorgniserregend ein. „Wir müssen die aktuelle Lage als vierte Welle bezeichnen“, sagt Patrick Mathys, Leiter des Bereichs Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG. Die Zahl der neuen Erkrankungen und Krankenhauseinlieferungen bewege sich auf einem Niveau, wie man es bei der dritten Welle gesehen habe, und die Situation auf den Intensivstationen sei als angespannt einzustufen.

Eine Entspannung sei angesichts der stagnierenden Impfzahlen nicht absehbar. „Die große Mehrheit der hospitalisierten Personen ist ungeimpft“, erklärt Mathys. Dem BAG zufolge gab es binnen 24 Stunden 2993 neu laborbestätigte Corona-Fälle, seit Beginn der Pandemie sind es 761.978. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Söder will Ende der 3G-Regelung von Lage in Krankenhäusern abhängig machen

Eine Abkehr von der geltenden 3G-Regel bei Corona-Auflagen ist nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder abhängig von der Lage in den Krankenhäusern. „Erst dann wenn es sehr ernst wird, eine Überlastung des Gesundheitssystems droht, wäre ein Wechsel zu 2G verhältnismäßig“, sagte der CSU-Chef am Dienstag dem Fernsehsender münchen.tv. Zunächst gehe es im Sinne der Impfstrategie darum, die Menschen zu motivieren, nicht darum, sie auszuschließen.

Seit dieser Woche gilt bundesweit die sogenannte 3G-Regelung, welche ab einer Inzidenz von mehr als 35 in bestimmten Bereichen nur noch Freiheiten für Geimpfte, Getestete und Genesene ermöglicht. Die 2G-Regel würde Getestete von diesen Freiheiten ausschließen. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Niedersachsen mit neuer Verordnung

Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft oder erst kürzlich von einer Covid-19-Erkrankung genesen ist, wird sich künftig wohl in vielen Lebensbereichen auf Corona-Tests einstellen müssen. Die niedersächsische Landesregierung stellt am Dienstag (13.00 Uhr) eine neue Corona-Verordnung vor, die am Mittwoch in Kraft treten soll. Darin soll die von Bund und Ländern beschlossene sogenannte 3G-Regel umgesetzt werden. Zudem sind neue Warnstufen vorgesehen, die neben der Sieben-Tage-Inzidenz weitere Parameter berücksichtigen. Auch die Regeln zum Schulstart und bei Großveranstaltungen sollen erläutert werden.
Wohl mehr Freiheiten für Geimpfte, Genesene und Getestete

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen ein bestimmtes Infektionsgeschehen festgestellt wird, soll der Zugang zu bestimmten Einrichtungen, Veranstaltungen oder Leistungen laut Verordnungsentwurf auf geimpfte, genesene und getestete Menschen (3G) beschränkt werden. Das heißt: Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft oder kürzlich genesen ist, muss sich testen lassen, bevor er zum Beispiel den Innenbereich eines Restaurants, Hotels oder Fitnessstudios betritt.

Unabhängig vom Infektionsgeschehen soll die 3G-Regel demnach in denjenigen Bereichen gelten, in denen ein hohes Risiko für Mehrfachansteckungen besteht – etwa bei Großveranstaltungen oder in Diskotheken. Kontrolliert werden soll die Nachweise von Veranstaltern und Betreibern.

Diejenigen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen, müssten in Kauf nehmen, dass das Leben künftig aufwendiger werde, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in einem Interview mit „RTL Nord“ am Montag. Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, dass die bislang kostenlosen Bürgertests ab Mitte Oktober nicht mehr vom Staat finanziert werden. „Wer sich nicht impfen lässt, muss mit den Folgen leben“, sagte Weil.

Eine strikte Maskenpflicht soll laut Verordnungsentwurf weiterhin für alle gelten, nicht nur im öffentlichen Nahverkehr, sondern zum Beispiel auch bei privaten Feiern im Innenraum, wenn mehr als 25 Menschen zusammenkommen, die keines der 3G erfüllen. Zudem werden laut Entwurf Abstands- und Hygieneregeln genauso wie Kontaktnachverfolgung und Hygienekonzepte weiterhin als notwendig erachtet.

Anders als der bisherige Stufenplan sollen sich die drei neuen Warnstufen nicht mehr allein an der Sieben-Tage-Inzidenz orientieren. Berücksichtigt werden sollen neben der Häufigkeit der gemeldeten Corona-Fälle künftig auch die Indikatoren „Hospitalisierung“ und „Intensivbetten“.

Mit „Hospitalisierung“ ist die landesweite Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Fälle je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen gemeint (Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz). Der Indikator „Intensivbetten“ bestimmt sich nach dem prozentualen Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten gemessen an der gesamten Intensivbettenkapazität.

Überschreiten an fünf aufeinander folgenden Tagen zwei der drei Indikatoren die in der Verordnung neu festgelegten Schwellenwerte, sollen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt vom übernächsten Tag an entsprechende Warnstufen gelten. Die 3G-Regel soll für bestimmte Bereiche laut Entwurf etwa nur gelten, wenn die erste von den drei neuen Warnstufen ausgerufen wird oder die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 liegt.

Die Verordnung soll zunächst für einen Monat gelten und regelmäßig überprüft werden. (Quelle: GN, 24.08.21)


Personalnot in Kitas hat sich in der Pandemie zugespitzt

In den Kindertagesstätten hat sich einer Umfrage zufolge die Personalnot in der Pandemie noch zugespitzt. In einer repräsentativen Studie gaben fast drei Viertel der bundesweit 4.466 befragten Kitaleitungen an, dass sich in den vergangenen zwölf Monaten der Personalmangel noch verschärft habe.

Das berichtete der Verband Bildung und Erziehung am Dienstag zum Deutschen Kitaleitungskongress (DKLK) in Düsseldorf. Zuvor hatte schon eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung offengelegt, dass Erzieherinnen und Erzieher in erheblichem Ausmaß fehlen. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Corona-Todesfälle in England und Wales auf dem höchsten Stand seit März

Die Zahl der wöchentlichen Corona-Todesfälle ist in England und Wales kürzlich auf den höchsten Stand seit März gestiegen. In der Woche bis zum 13. August starben 571 Menschen an oder mit Covid-19, wie aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen des nationalen Statistikamtes hervorgeht. Das entspricht dem höchsten Stand seit Mitte März, als innerhalb einer Woche 719 Corona-Tote gezählt wurden. Damals nahmen die Fallzahlen steil ab, nachdem die zweite Welle ihren Höhepunkt im Januar erreicht hatte.

In Großbritannien sind die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben. Zunächst gingen die Fallzahlen nach dem „Freedom Day“ in England Mitte Juli überraschenderweise zurück, mittlerweile steigen sie jedoch wieder kontinuierlich an. Die Inzidenz liegt mit 327 (Stand: 18. August) weiterhin auf hohem Niveau. Die Kliniken stehen zwar dank der hohen Impfquote derzeit nicht vor der Überlastungsgrenze, doch die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle steigt ebenfalls wieder an. Häufig sind in den vergangenen Tagen in Großbritannien mehr als 100 Tote pro Tag gezählt worden. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Apotheken stellen nun Genesenenzertifikate aus

Die sogenannten Genesenenzertifikate nach einer Corona-Infektion sind ab sofort auch in zahlreichen Apotheken digital erhältlich. Das berichtete die Bundesvereinigung der Apothekerverbände. Inzwischen sei die technische Infrastruktur dafür betriebsbereit. Das Angebot ist demnach jedoch nur in teilnehmenden Apotheken verfügbar. Interessierte sollten sich vorab informieren.

Ärzte stellen die digitalen Zertifikate schon etwas länger aus, in analoger Form sind sie ebenfalls erhältlich. Genesenenzertifikate sind eine Art Brückenlösung für Erkrankte im ersten halben Jahr nach einer Infektion. In dieser Zeit sollen sie laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) noch keine Schutzimpfung bekommen. Sie besitzen daher auch kein Impfzertifikat, was mit Blick auf Ausnahmen von Beschränkungen relevant sein kann. Zugleich haben sie zumindest vorübergehend Immunität aufgebaut. Das Zertifikat gilt jedoch nur sechs Monate. (Quelle: Tagesschau, 24.08.21)


Laschet: Mehrere Gründe für die hohen Inzidenz-Zahlen in NRW

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet führt den starken Anstieg der Infektions-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen auf ein Bündel an Gründen zurück. Zum einen liege dies an Reiserückkehrern, der Einreise aus Hochrisikogebieten sowie daran, dass Nordrhein-Westfalen den mit dem Ruhrgebiet dichtesten Lebensraum in Europa aufweise. „Ich gehe davon aus, dass diese Welle sich fortsetzt, je nachdem wo die Schulferien enden“, fügt er mit Blick auf die anderen Bundesländer hinzu. Außerdem teste Nordrhein-Westfalen besonders intensiv. Beim Schulstart gehe man mit PCR-Lolly-Tests für Kinder sowie einer Maskenpflicht im Unterricht vorsichtig vor. NRW weist laut Robert Koch-Institut mit 108,4 die derzeit höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter den Ländern auf. (Foto: CC s. Archiv v. 14.11.20; Quelle: WDR, 24.08.21)


Zweite Lockdownphase für viele Familien laut Umfrage noch belastender

Viele Eltern haben sich in der zweiten Corona-Lockdownphase laut einer Umfrage für die Techniker Krankenkasse (TK) gestresster gefühlt als in der ersten. Wie die Kasse am Dienstag in Hamburg unter Verweis auf die von ihr in Auftrag gegebene Forsa-Befragung mitteilte, gaben im März 54 Prozent der Befragten mit Kindern im Haushalt an, sich durch die Coronalage stark belastet zu fühlen.

Bei einer vergleichbaren Befragung im Mai des vergangenen Jahres waren es dagegen 43 Prozent gewesen. In beiden Fällen war die Quote der Befragten ohne Kinder im Haushalt, die sich ebenfalls stark belastet fühlten, deutlich geringer. Sie lag im März bei 37 Prozent, in der Vorläuferbefragung vom Mai 2020 bei 26 Prozent.

Die TK-Experten führten die höhere Belastung von Eltern auf einen „erhöhten Betreuungsaufwand der Kinder“ während der Zeiten mit großflächigen Schließungen und Kontaktbeschränkungen zurück. Zugleich seien die Freizeitangebote deutlich reduziert gewesen. So hätten 60 Prozent der Eltern im Frühjahr angegeben, dass Schul- und Kitaschließungen eine große Herausforderung seien. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Spahn leitet neue Corona-Kennzahlen aus den letzten Wellen ab

Bund und Länder beraten nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über neue Kennzahlen zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland. „Wir haben ja Erfahrungswerte aus dem letzten Winter, etwa aus Dezember, Januar, wo wir eine sehr, sehr starke Belastung in den Kliniken hatten“, sagte Spahn am Dienstag im Interview bei „Welt“. Gemeinsam mit den Ländern schaue man sich jetzt an, was die richtigen Kennziffern für weiteres Handeln seien. „Wir können sie ableiten aus den letzten zwei Wellen.“

Spahn hatte angekündigt, dass der bisherige Inzidenzwert von 50, der noch im Infektionsschutzgesetz als Richtwert für schärfere Maßnahmen verankert ist, ausgedient habe. Das Gesetz wird demnach nun geändert. Künftig soll die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 entscheidend sein.

Der Gesundheitsminister rief erneut zum Impfen auf. Noch sei die Zahl der Ungeimpften so groß, dass es im Falle einer sehr schnellen Ansteckung immer noch eine Belastung des Gesundheitswesens geben könne. „Im Moment sehen wir eine Pandemie der Ungeimpften.“ Mehr als 90 Prozent der Intensivpatienten mit Covid-19 seien nicht geimpft. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Ungeimpfte müssen Corona-Tests in Griechenland künftig selbst zahlen

In Griechenland müssen ungeimpfte Bürger ihre Corona-Tests vom 13. September an selbst zahlen. Ausgenommen sind nur Schüler sowie Genesene, Geimpfte und Menschen, die Symptome zeigen, kündigte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias am Dienstag in Athen an. Zudem können Arbeitgeber Auskunft von den Beschäftigten darüber erhalten, ob sie geimpft sind oder nicht, und andernfalls zwei Tests pro Woche verlangen. Ein Schnelltest kostet in Griechenland zehn Euro.

„Weit über 90 Prozent der Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind ungeimpft“, begründete Kikilias die Maßnahmen, die mindestens bis zum 31. März 2022 gelten sollen. Im Freizeitsektor setzt die Regierung die Menschen besonders unter Druck: Geschlossene Räume von Tavernen, Theatern, Fußballstadien und ähnlichen Einrichtungen dürfen künftig nur noch von Geimpften besucht werden – oder von Genesenen, deren Infektion nicht länger als sechs Monate zurückliegt. Auch Maßnahmen für Reisende innerhalb des Landes kündigte Kikilias an: Ungeimpfte müssen dafür einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Dienstag eine bestätigte neue Corona-Infektion für das Kreisgebiet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.621, demgegenüber gibt es 5.373 Genesene. In Quarantäne befinden sich 248 Grafschafter (Montag: 232). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 125.
Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes beträgt 54,7 (Montag: 56,9). Die niedersächsische Landesregierung will am Dienstag eine neue Corona-Verordnung vorstellen. Die Vorabfassung sieht eine Abkehr vom Inzidenzwert als alleinigen Indikator für das Infektionsgeschehen vor. Stattdessen soll ein Warnsystem eingeführt werden, dass auch weitere Faktoren berücksichtigt.

Die 123 aktuellen Corona-Fälle am Dienstag (Montag: 125) verteilen sich wie folgt auf die Kommunen (in Klammern die Veränderung zu Sonntag): Bad Bentheim: 7 (0), Emlichheim: 11 (0), Uelsen: 7 (0), Neuenhaus: 8 (0), Wietmarschen: 12 (-2), Nordhorn: 69 (0) und
Schüttorf: 9 (0) (Quelle: GN, 24.08.21)


Israel registriert fast 10.000 neue Corona-Fälle an einem Tag

Israel hat erstmals seit Januar wieder fast 10 000 Corona-Neuinfektionen an einem einzigen Tag registriert. Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 9831 neue Fälle, die alle am Montag erfasst wurden. Dies ist ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zur vergangenen Woche – allerdings hat auch die Zahl der Tests etwas zugenommen. Die Zahl der Schwerkranken sank auf 678. Zwölf weitere Menschen mit einer Corona-Infektion starben.

Seit Juni steigt die Zahl der neuen Corona-Fälle in Israel wieder deutlich. Die höchste Zahl an täglichen Corona-Neuinfektionen seit Pandemiebeginn wurde in dem 9,4-Millionen-Einwohner-Land Mitte Januar mit rund 10 100 Fällen registriert. Insgesamt gab es seit Beginn inzwischen schon mehr als eine Million Infektionen. Zweifach geimpft sind knapp 59 Prozent der Bevölkerung. Knapp 17 Prozent haben bereits eine dritte Impfung.

Israel hatte Ende Juli als erstes Land weltweit damit begonnen, zur Auffrischung des Schutzes ein drittes Mal impfen zu lassen. Hintergrund waren Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Gleichzeitig verbreitete sich die aggressivere Delta-Variante im Land. (Quelle: TSP, 24.08.21)


212,38 Millionen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt

Weltweit haben sich bislang mehr als 212,38 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,61 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus. Die höchsten Infektions- und Totenzahlen weisen nach wie vor die USA auf. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 47,1 (50,6)
Meppen: 31,0 (28,2)
Papenburg: 55,9 (53,3)


Studie: Viruslast bei Delta-Variante 300 Mal höher

Die Viruslast bei einer Infektion mit der Delta-Variante ist einer Studie aus Südkorea zufolge 300 Mal höher als mit dem ursprünglich aufgetretenen Virus. Die Wissenschaftler der Korea Disease Control and Prevention Agency (KDCA) haben aber auch herausgefunden, dass die Anzahl der Viren, die bei den ersten Symptomen auftreten, rasch abnimmt. Nach zehn Tagen sei die Viruslast etwa so hoch wie bei anderen Coronavirus-Mutationen zu beobachten sei. Die Ergebnisse bedeuteten nicht, dass die Delta-Mutation 300 Mal ansteckender sei, erklärt das südkoreanische Gesundheitsministerium. Die Übertragungsrate sei in etwa doppelt so hoch wie bei dem Anfang 2020 zuerst aufgetretenen Virus. (Quelle: TSP, 24.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 24. August, sind in Niedersachsen 343 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts gab es sechs weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.840. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 272.575 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 41,6 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 40,7 Fälle). (Quelle: NDR, 24.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut leicht angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 58,0 – am Vortag hatte der Wert 56,4 betragen, vor einer Woche 37,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 5747 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.30 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3912 Ansteckungen gelegen.

Daneben stieg auch die Zahl der Toten im Vergleich zur Vorwoche. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 28 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.877.612 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die geplante Abkehr von der Corona-Inzidenz als maßgeblichen Gradmesser für Einschränkungen in Deutschland. Er sagte am Montag in den ARD-„Tagesthemen“, niemand habe gesagt, dass die Inzidenz gar kein Maßstab mehr sein solle. „Was klar ist: Die 50er Inzidenz, wie sie aktuell im Gesetz steht, hat ausgedient.“

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.706.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.022. (Quelle: RKI, 24.ß8.21)


Patientenschützer: Mangelnde Impfbereitschaft in der Altenpflege

Angesichts der vierten Corona-Welle beklagen Patientenschützer einen immer noch lückenhaften Impfschutz bei den Beschäftigten in Pflegeheimen und Pflegediensten. „Die Impfbereitschaft beim Personal in der Altenpflege ist zum Teil nicht so hoch wie sie sein sollte“, sagt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das betreffe sowohl stationäre Einrichtungen als auch mobile Pflegedienste. Anders scheine es in der Krankenpflege zu sein. Hier sei die Impfbereitschaft höher. Eine berufsspezifische Impfpflicht sei jedoch nicht die richtige Antwort auf die Impflücken. „Eine solche Pflicht käme in einem Mangelberuf wie der Altenpflege eher einer Verzweiflungstat nahe und wäre kontraproduktiv.“ (Quelle: Tagesschau, 24.08.21)


Kinder unter 12: US-Kinderärzte raten von Impfungen ab

Pfizer/Biontech wird voraussichtlich noch in diesem Herbst Daten vorlegen, um die Ausnahmegenehmigung für die Impfung von Kindern unter 12 Jahren auf der Grundlage geringerer Dosen zu erhalten. Die American Academy of Pediatrics, die Organisation der US-Kinderärzte, rät aktuell allerdings davon ab, dass Kinder unter 12 Jahren den Impfstoff erhalten.

Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben 71 % der Amerikaner ab 12 Jahren – die Bevölkerung, die für eine COVID-19-Impfung berechtigt ist – mindestens eine Dosis erhalten und 60,2 % sind vollständig geimpft. Für die gesamte Bevölkerung, einschließlich der Kinder bis zum Alter von 11 Jahren, für die noch keine Impfstoffe zugelassen sind, haben 60,7 % der Amerikaner mindestens eine Dosis erhalten, wobei 51,5 % vollständig geimpft sind.

Die FDA hat am 13. August eine dritte Dosis der Impfstoffe Pfizer/Biontech und Moderna für Menschen mit geschwächtem Immunsystem zugelassen. Der Pfizer/Biontech ist allerdings noch nicht für eine allgemeine Anwendung als dritte, sog. Booster-Impfung zugelassen. (Quelle: Reuters, 23.08.21)


Gaza lockt Impfskeptiker mit Lotteriegewinn

Wer sich im Gazastreifen gegen Corona impfen lässt, kann umgerechnet bis zu 2600 Euro gewinnen. Möglich macht das eine Lotterie des Gesundheitsministeriums in dem Palästinensergebiet. Die Behörde möchte einem Sprecher zufolge die Einwohner ermutigen, „ihr Leben zu retten“.

Die Lotterie richtet sich an Menschen ab 55 Jahren: Jeden Tag können zehn Geimpfte umgerechnet rund 170 Euro gewinnen. In einem Monat werden drei weitere Geimpfte ausgelost, die sich jeweils über einen Hauptgewinn von umgerechnet rund 2600 Euro freuen dürfen.

Die Behörden in dem von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen kündigen zudem eine Impfpflicht für alle Staatsbediensteten an. In den vergangenen Tagen hatten die Behörden einen sprunghaften Anstieg der Infektionen mit der hoch ansteckenden Delta-Variante verzeichnet. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Lauterbach befürchtet trotz Stiko-Rat zahlreiche Unterrichtsausfälle

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet auch in den kommenden Monaten Unterrichtsausfälle an den Schulen. Leider sei es so, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Impfung der Zwölf- bis 17-Jährigen erst sehr spät empfohlen habe, sagt Lauterbach der „Welt“.

Aufgrund der kurzfristigen Empfehlung befürchtet Lauterbach, „dass wir in den Schulen in den kommenden Wochen erneut mit vielen Ausbrüchen rechnen und viele Schülerinnen und Schüler in Quarantäne geschickt werden müssen“.
(Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 23.08.21)


Divi-Chef mahnt Regierung zu Fokus auf Intensivfälle

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, warnt nach der Entscheidung des Corona-Kabinetts davor, sich auf die Hospitalisierungsquote als Indikator zu fokussieren. „Es reicht nicht, sich rein auf die Covid-19-Patienten im Krankenhaus zu konzentrieren – im Fokus müssen insbesondere die schweren Fälle auf den Intensivstationen stehen“, sagt Marx dem „Handelsblatt“.

Für eine künftige Richtlinie empfiehlt Marx vier Kriterien: „Grundsätzlich sollten jetzt neben der Sieben-Tage-Inzidenz die Zahlen der Krankenhausaufnahmen, Neuaufnahmen auf die Intensivstationen und die Auslastung bei der Intensivbettenbelegung mit Covid-19-Fällen eine zentrale Rolle spielen.“ ((Quelle: TSP, 23.08.21)


New York: Impfpflicht für alle Lehrkräfte

Die US-Metropole New York verhängt eine Impfpflicht für alle Lehrkräfte an öffentlichen Schulen und für Angestellte der Bildungsbehörden. Sie müssten bis zum 27. September mindestens eine Impfdosis erhalten, teilt Bürgermeister Bill de Blasio mit. „Wir wollen, dass unsere Schulen das ganze Jahr über außerordentlich sicher sind“, sagt er auf einer Pressekonferenz.

De Blasio lässt dabei offen, was mit jenen passieren wird, die die Impfung trotzdem verweigern. Zuvor war Impfskeptikern in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die Option geboten worden, der Impfung durch regelmäßige Tests zu entgehen.

(Quelle: TSP, 23.08.21)


Lediglich geringes Geburtenplus in erster Jahreshälfte

Nach dem ersten Corona-Jahr ist die Anzahl der Geburten in Deutschland von Januar bis Mai 2021 nur leicht angewachsen. Mit rund 315.000 Babys stieg die Zahl der neugeborenen Mädchen und Jungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt mit.

Einen deutlichen Anstieg habe es nur im März gegeben mit rund 3700 Babys mehr als im Vorjahresmonat. In den übrigen von der einsetzenden Corona-Pandemie geprägten Monaten sei die Entwicklung unauffällig gewesen.

Die Geburten der ersten fünf Monate dieses Jahres gingen auf Schwangerschaften zurück, die während des ersten Corona-Lockdowns von Ende März bis Anfang Mai sowie in den Sommermonaten begannen – da waren die Beschränkungen von Kontakten weitgehend aufgehoben. Insgesamt kamen in dem Zeitraum gut 154.000 Mädchen und knapp 162.000 Jungen lebend zur Welt. (Quelle: TSP, 23.08.21)


USA lassen Biontech-Impfstoff vollständig zu

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in den USA als erstes Vakzin vollständig zugelassen. Das teilt die Arzneimittelbehörde FDA mit. Demnach handelt es sich um einen „Meilenstein“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die reguläre Zulassung gilt für Menschen ab einem Alter von 16 Jahren, die Notfallzulassung für Personen ab zwölf Jahren bleibe weiterhin bestehen.

Die vollständige Zulassung könnte laut Experten weitere Impfpflichten nach sich ziehen – etwa von Stadtverwaltungen, Universitäten oder Gesundheitseinrichtungen, die unter anderem aus rechtlichen Gründen die vollständige Zulassung für einen solchen Schritt abwarten wollten.

Der Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer ist in den USA seit Dezember mit einer Notfallzulassung im Einsatz, im Mai hatten Biontech und Pfizer die vollständige Zulassung beantragt. Dafür musste die FDA, die ein beschleunigtes Verfahren nutzte, etwa zehnmal so viele Daten prüfen wie für die Notfallzulassung – darunter viele, die aus dem massenhaften Einsatz des Impfstoffs im Land in den vergangenen Monaten gewonnen wurden.

(Quelle: TSP, 23.08.21)


Bundesregierung: Mit Delta kein Lockdown mehr für Geimpfte

Breitet sich kein neuer Impfstoff-resistenter Corona-Virus aus, müssen Geimpfte nach Angaben der Bundesregierung nicht mehr mit einem Lockdown rechnen. „Man kann den Geimpften sagen, dass sich für sie, auch wenn jetzt die Zahlen weiter ansteigen, nichts ändern wird“, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Das gelte auch für Genesene. „Unter den Bedingung Delta kann man sagen: Geimpfte müssen sich nicht auf neue Beschränkungen einstellen“, fügt er hinzu. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Bund-Länder-Vereinbarungen zu Luftfiltern an Schulen stehen

Die geplante Förderung des Bundes für mobile Luftfilter zum Corona-Schutz in Schulen und Kitas hat eine wichtige Hürde genommen. Bund und Länder verständigten sich auf den Abschluss der notwendigen Verwaltungsvereinbarungen, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. „Damit steht ein weiterer wichtiger Baustein zur Pandemiebekämpfung, der die Förderung für stationäre raumlufttechnische Anlagen ergänzt“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Das Kabinett hatte Mitte Juli die Förderung für mobile Luftfilter an Schulen beschlossen. Der Bund will Ländern und Kommunen 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Vorgesehen sind die Luftfilter für Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit in Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren.

Gemeinsames Ziel von Bund und Ländern sei es, „die Kinderbetreuung und den Präsenzunterricht mit bestmöglichen Infektionsschutz aufrechtzuerhalten“, erklärte das Ministerium am Montag. Die 200 Millionen Euro des Bundes werden nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel zwischen den Ländern aufgeteilt. Eine Ko-Finanzierung der Luftfilteranlagen durch die Länder sei „zwingend“, betonte das Wirtschaftsministerium. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Bundesregierung will 50er-Inzidenz aus Infektionsschutzgesetz streichen

Die Bundesregierung will den Inzidenzwert 50 als zentrales Kriterium für Pandemie-Schutzmaßnahmen aus dem Infektionsschutzgesetz streichen. „Die 50er-Inzidenz im Gesetz hat ausgedient“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Der Wert 50 sei bei einer ungeimpften Bevölkerung sinnvoll gewesen, sagte Spahn. Angesichts der fortgeschrittenen Impfkampagne müssten nun aber andere Kriterien bei der Entscheidung über künftige Beschränkungen berücksichtigt werden. Das Gesetz solle noch vor der Wahl geändert werden.

Spahn nannte die so genannte Hospitalisierungsquote als wichtigen neuen Richtwert. Sie gibt an, wie viele Menschen wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Dieser Wert soll künftig eine zentrale Rolle spielen.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums liegt die Hospitalisierungsquote derzeit bei 1,3 pro 100.000 Menschen binnen sieben Tagen. Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie habe sie in Deutschland bei über zehn gelegen.

Die anvisierte Abkehr vom Inzidenzwert als Kriterium für Pandemiebeschränkungen könnte praktische Folgen für den Alltag haben: Der Zeitpunkt, zu dem die zuständigen Behörden im Kampf gegen die Pandemie neue Beschränkungen erlassen, könnte sich dadurch nach hinten verschieben. Im aktuellen Infektionsschutzgesetz sind besondere Maßnahmen ab einer Inzidenz 50 auf regionaler Ebene vorgesehen. Ab dem Wert 100 greifen bundeseinheitliche Regeln.

Spahn sagte, er wolle noch vor der Bundestagswahl einen entsprechenden Vorschlag für eine Gesetzesänderung vorlegen. Das Corona-Kabinett beauftragte den Minister am Montag nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert, zügig einen Entwurf auszuarbeiten, der dann rasch vom Kabinett verabschiedet und dem Bundestag zugeleitet werden soll.

Das Bundesregierung wollte am Montag noch keine Angaben dazu machen, wie genau die künftigen Richtwerte in einem geänderten Infektionsschutzgesetz ausfallen werden. Die zuständigen Ministerien seien sich im Corona-Kabinett aber einig gewesen, dass das Gesetz wegen „neuer Bedingungen“ geändert werden müsse, sagte Seibert. Diese neuen Bedingungen seien dadurch gegeben, dass die Impfkampagne fortgeschritten sei und es inzwischen genug Impfstoff gebe.

Seibert erneuerte seinen Appell an die Bürgerinnen und Bürger, sich impfen zu lassen. Derzeit handle es sich bei 90 Prozent der Patienten, die wegen einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus liegen, um Ungeimpfte, sagte er. „Mehr und mehr handelt es sich um eine Pandemie der Ungeimpften.“

Spahn äußerte sich am Montag ähnlich: „Jeder nicht Geimpfte wird sich im Herbst und Winter mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit anstecken.“ Trotz steigender Ansteckungszahlen könnten sich Geimpfte und Genesene darauf einstellen, dass es für sie „keine weiteren Beschränkungen geben“ werde, sagte der Minister.

Der Koalitionspartner SPD signalisierte Zustimmung zur geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes. „Wir brauchen diese Inzidenzzahl nicht“, sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) auf „Bild TV“ mit Blick auf den 50er-Wert. „Sie ist in einer Zeit entstanden, als wir noch ganz andere Zahlen hatten, als wir noch nicht ausreichend Impfstoff hatten.“

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich führte die geplante Änderung auf Forderungen aus seiner Partei zurück. „Seit Monaten drängt die SPD-Bundestagsfraktion angesichts des Fortschritts beim Impfen darauf, weitere Kriterien neben der Inzidenz im Infektionsschutzgesetz zu verankern“, sagte er auf „Bild TV“. „Vorstöße in diese Richtung hat die Unionsfraktion bis Ende letzter Woche leider immer wieder abgelehnt.“
(Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 23.08.21)


Bundesarbeitsminister Heil gesteht Fehler bei Corona-Hilfen für Selbstständige ein

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Fehler bei der Umsetzung der Corona-Hilfen für Selbstständige eingestanden. „Da hat die Bundesregierung zu spät reagiert“, sagte Heil am Montag dem TV-Sender Phoenix. Dies betreffe auch die Ausgestaltung der Wirtschaftshilfen, es habe „bis zu den Neustarthilfen gedauert, bis das adäquat wurde“, sagte Heil weiter.

Der Arbeitsminister sprach sich für ein Sicherungsgeld für Selbstständige aus. „Aber das kann man nicht in Krisensituationen aus dem Boden stampfen“, sagte er. Nach der Corona-Krise müssten die Sicherungslücken des Sozialstaats für Selbstständige systematisch geschlossen werden, sagte Heil.

Um die Kosten der Corona-Krise zu finanzieren, sprach sich der Arbeitsminister außerdem indirekt für Steuererhöhungen für Besserverdienende aus. Der Solidaritätsbeitrag, den aktuell etwa fünf Prozent der Bevölkerung zahlen, solle in den Steuertarif integriert werden, sagte er dem Sender.

Einer Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre erteilte der Arbeitsminister eine klare Absage. Deutschland habe im internationalen Vergleich bereits eines der „höchsten gesetzlichen Renteneintrittsalter“, sagte Heil. Er forderte flexible Regelungen für den Übergang in den Ruhestand und Schritte, um mehr Menschen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu bekommen. „Das stabilste Fundament für eine tragfähige Alterssicherung, das ist am Arbeitsmarkt“, sagte Heil.
(Foto: CC s. Archiv v. 14.5.21; Quelle: TSP, 23.08.21)


Großbritannien bestellt weitere 35 Millionen Biontech-Impfdosen

Großbritannien bestellt weitere 35 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Diese sollten ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres ausgeliefert werden, erklärt Gesundheitsminister Sajid Javid. „Während wir die Schutzmauer gegen Covid-19 weiter aufbauen, ist es auch wichtig, dass wir alles tun, um das Land für die Zukunft zu schützen – sei es vor dem Virus, wie wir es kennen, oder vor neuen Varianten.“ ((Quelle: TSP, 23.08.21)


Bistum Münster gibt 150.000 Euro Corona-Hilfe für Lateinamerika

Das Bistum Münster unterstützt das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit einer Corona-Nothilfe von 150.000 Euro. Davon gehen 80.000 Euro an die Caritas im brasilianischen Erzbistum Manaus am Amazonas, wie die Diözese und das Hilfswerk mit Sitz in Essen am Montag mitteilten. Die weiteren 70.000 Euro würden für Projekte in Mexiko, unter anderem mit Geflüchteten, eingesetzt.

„Die Corona-Pandemie muss ein Weckruf sein für mehr Solidarität und mehr Sorge für einander“, erklärte der Münsteraner Bischof Felix Genn. Es sei nicht gelungen, gegen die Pandemie als solidarische Weltgesellschaft vorzugehen. „Nationale Interessen standen und stehen im Mittelpunkt. Das ist nicht nur unchristlich, sondern auch unklug.“ ((Quelle: TSP, 23.08.21)


Branchenverband: Halb Deutschland spielt Video- oder Computerspiele

Während der Corona-Pandemie vertreiben sich immer mehr Menschen in Deutschland die Zeit mit Videospielen. „Die Bedeutung von Video- und Computerspielen ist in diesem Jahr noch mal deutlich gestiegen“, erklärte Bitkom-Präsidiumsmitglied Olaf May am Montag. So gaben in einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands sechs von zehn Gamern an, dass ihnen während der Pandemie ohne Videospiele „die Decke auf den Kopf gefallen“ wäre – im Vorjahr 2020 war es lediglich knapp die Hälfte.

Insgesamt haben während der Pandemie mehr Menschen Videospiele für sich entdeckt: Spielten vor der Pandemie noch 46 Prozent der Menschen in Deutschland regelmäßig, so waren es 2021 bereits 50 Prozent. Der Unterschied zwischen Männern (53 Prozent) und Frauen (47 Prozent) fiel dabei gering aus. Insgesamt spielten jüngere Menschen im Alter von 16 bis 29 mit 81 Prozent häufiger als die 30 bis 49-Jährigen mit 67 Prozent.

Die älteren Generationen holten jedoch auf: Vier von zehn Menschen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren spielten Videospiele, 2020 war es lediglich ein Drittel. 13 Prozent der Menschen über 65 Jahren spielten zumindest hin und wieder ein Videospiel.

Die Corona-Pandemie hatte demnach auch einen deutlichen Einfluss auf die durchschnittliche Spieldauer pro Woche. Lag diese laut Bitkom vor der Pandemie noch bei fünf Stunden, verdoppelte sie sich während der Pandemie auf zehn Stunden. Im Schnitt rechneten die Befragten nach der Pandemie mit einer Spieldauer von achteinhalb Stunden pro Woche. Ein Drittel der Befragten gab an, dass ihnen ein Verzicht auf die Zeit vor dem Bildschirm schwerfallen werde.

Die Menschen spielten nicht nur häufiger und länger, sie gaben auch mehr Geld für ihr Hobby aus. 76 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten Geld für Videospiele ausgegeben zu haben, 2020 waren es noch 69 Prozent. Männer waren dabei mit 80 Prozent etwas zahlungsbereiter als Frauen mit 72 Prozent.

Für viele Menschen sind Videospiele mittlerweile zu einem festen Bestandteil ihres Alltags geworden: Fast zwei Drittel der Befragten gab an, dass Gaming ihnen dabei helfe, vom Alltag abzuschalten. Vier von zehn Gamern konnten sich laut Umfrage ein Leben ohne Videospiele nicht mehr vorstellen.

Für die Umfrage sprach Bitkom Research im Zeitraum von Mitte Juni bis Mitte Juli 2021 mit insgesamt knapp 1300 Menschen ab 16 Jahren. Die Umfrage fand telefonisch statt. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Studie: Pflegehaushalte sind die „Vergessenen der Pandemie“

Einer Studie zufolge fühlten sich im Corona-Lockdown 78 Prozent der daheim versorgten Pflegebedürftigen schwer belastet. Bei ihren Angehörigen waren es 84 Prozent, wie aus der Untersuchung der Hochschule Osnabrück hervorgeht, die am Montag in Berlin vom Auftraggeber VdK vorgestellt wurde. Insgesamt 81 Prozent der Pflegebedürftigen und 87 Prozent der betreuenden Familienmitglieder mieden den Kontakt zu Dritten. Fast ein Drittel der Pflegebedürftigen verließ im Lockdown die Wohnung nicht mehr, wie aus den Antworten der rund 16.000 Befragten hervorgeht.

Die meisten Betroffenen fühlten sich laut Studie verängstigt und vergessen. Sie litten besonders darunter, dass viele Angebote der Tagespflege oder Demenzcafés entfielen. Auch Werkstätten für Menschen mit Behinderung mussten schließen. 37 Prozent der Pflegehaushalte nahmen nach eigenen Angaben keine Unterstützungsangebote mehr in Anspruch, hauptsächlich weil diese geschlossen wurden. So erkläre es sich, dass 70 Prozent der Befragten sich als psychisch schwer belastet bezeichneten, sagte Studienleiter Professor Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück

VdK-Präsidentin Verena Bentele zog eine bittere Bilanz: „Für die Pflegeheime legte die große Koalition millionenschwere Rettungsschirme auf, für die Pflegekräfte gab es immerhin Applaus und Boni. Nur für die pflegenden Angehörigen zu Hause gab es mal wieder nix.“ Die Pflegenden und Gepflegten daheim seien nicht nur die Vergessenen der Pandemie, ihre Belange würden dauerhaft sträflich vernachlässigt. Dabei werden laut Bentele 80 Prozent der mehr als vier Millionen Pflegebedürftigen zu Hause versorgt.

Der VdK kündigt als Konsequenz juristische Schritte an. „Deswegen werden wir jetzt die unter anderem einkassierte Erhöhung des Pflegegeldes einklagen – notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht“, sagte Bentele. Die Erhöhung aller Pflegeleistungen im Umfang von 1,8 Milliarden Euro sei bereits im Koalitionsvertrag angekündigt gewesen, wurde aber auch bei der Pflegereform im Juli nicht umgesetzt. Das Geld wird laut Bentele zweckentfremdet und umgeleitet, um die Eigenanteile in der stationären Pflege zu bezuschussen. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Abzocke bei Corona-Tests: Britische Regierung ermahnt Anbieter

Die britische Regierung will härter gegen zweifelhafte Geschäftspraktiken von privaten Anbietern für Corona-Tests vorgehen. Wie das Gesundheitsministerium in London am Montag mitteilte, wurden Dutzende Firmen von einer Liste auf der Regierungswebseite entfernt, weil sie gar nicht existierten oder nicht die geforderten Tests im Angebot hatten. Dutzende weitere seien wegen irreführender Preisangaben ermahnt worden. Man wolle damit dem „Cowboy-Verhalten“ in der Branche Einhalt gebieten, sagte Gesundheitsminister Sajid Javid.

Die Verbraucherorganisation Which begrüßte den Schritt, bezeichnete ihn jedoch als längst überfällig. Nach Angaben der Verbraucherschützer waren bei keinem der laut Regierungswebseite zehn günstigsten Anbieter die beworbenen Tests für den angegebenen Preis verfügbar. In Großbritannien kostet ein von der Regierung vorgeschriebener Corona-Test zwischen 40 Pfund (etwa 47 Euro) und mehreren Hundert Pfund. Beworben werden Tests jedoch bereits ab einem Preis von 20 Pfund. Dabei handelt es sich aber nach Einschätzung der Verbraucherschützer von Which nicht um seriöse Angebote. (


Erstmals wieder keine lokale Übertragung von Covid-19 in China

Rund einen Monat nach Beginn des schlimmsten Ausbruchs des Coronavirus in China seit einem Jahr ist erstmals keine lokale Übertragung mehr berichtet worden. Wie die Gesundheitsbehörden in Peking am Montag mitteilten, gab es am Sonntag nur 21 aus dem Ausland eingeschleppte Fälle. Bei dem Ausbruch mit der besonders ansteckenden Delta-Variante hatten sich mehr als tausend Menschen in fast 50 Städten angesteckt. Auslöser war nach Behördenangaben ein russisches Flugzeug in der ostchinesischen Neun-Millionen-Metropole Nanjing, in dem sich Flughafenmitarbeiter infiziert hatten.

Die Delta-Variante bedeutet für Chinas strikte Null-Covid-Politik eine Herausforderung. Mit drastischen Maßnahmen wie Ausgangssperren, Kontaktverfolgung, Massentests unter Millionen, Quarantäne und der Unterbrechung von Transportverbindungen konnten die Behörden die Ausbreitung allerdings wieder stoppen. In der Volksrepublik waren Ende 2019 die ersten Corona-Infektionen weltweit entdeckt worden. Seit einem Jahr ist das Virus dort aber weitgehend unter Kontrolle.

Unverändert gelten strenge Einreisebeschränkungen: Wer überhaupt einreisen darf, muss drei Wochen in eine Quarantäne-Einrichtung – unabhängig von Impfung und negativen Coronatests. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Ärztepräsident fordert Einbindung von Sport und Religion beim Impfen

Die Bundesärztekammer fordert eine engere Einbindung der Sportvereine und Religionsgemeinschaften zur Steigerung der Impfungen. Wenn jetzt die meisten Impfzentren schließen würden, sollten als Ersatz mehr mobile Impfstellen geschaffen werden – etwa vor Kirchen und Moscheen oder auch Freizeiteinrichtungen, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir sollten auch Sportvereine, Kulturvereine und die unterschiedlichen Glaubenseinrichtungen bei der Impfkampagne mit ins Boot holen“, erklärte er.

Ausreichend Impfstoff, Personal und Logistik stünden zur Verfügung, sagte Reinhardt weiter. Jetzt seien kreative Ideen gefragt. Bei denjenigen, die den Gang zum Arzt oder in das Impfzentrum möglicherweise aus profanen Gründen aufgeschoben hätten, könnten solche unkomplizierten Impfangebote helfen.

Gerade in der Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen seien immer noch viele ungeimpft, erklärte der Ärztepräsident. Ihnen müsse verdeutlicht werden, dass eine Impfung nicht nur für sie persönlich sinnvoll sei, sondern auch ein Zeichen der Solidarität mit denjenigen darstelle, die sich nicht impfen lassen können. Das seien zum Beispiel Kinder bis zwölf Jahren oder auch Menschen mit bestimmten Erkrankungen. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Israel will Schüler in Unterrichtszeit impfen

Mit Beginn des neuen Schuljahrs am 1. September will Israel Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit gegen das Corona-Virus impfen. Dafür sei lediglich die Zustimmung der Eltern erforderlich, teilte das Corona-Kabinett der Regierung am Montag mit. Israel impft grundsätzlich Kinder schon mit zwölf Jahren, in Ausnahmefällen sogar schon mit fünf. Dies gilt allerdings nur für besonders gefährdete Kinder – etwa wegen extremer Fettleibigkeit, schweren chronischen Lungenkrankheiten oder Herzproblemen.

Das 9,4-Millionen-Einwohner-Land versucht derzeit, mit einer umfangreichen Impfkampagne den Anstieg von Corona-Neuinfektionen zu bremsen. Am Montag meldete das Gesundheitsministerium 5383 neue Fälle. Zugleich wurden 672 Schwerkranke registriert – der höchste Wert seit März. 16 weitere Menschen starben. Bislang sind knapp 59 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft – von den 12- bis 15-Jährigen etwa 29 Prozent, von den 16- bis 19-Jährigen etwa 69 Prozent.

Wegen der Pandemie gelten an den Schulen besondere Regeln. In „roten Städten“ mit besonders vielen Neuinfektionen gibt es nur Präsenzunterricht, wenn in der Klasse mindestens 70 Prozent der Schüler geimpft sind. Sonst müssten alle in Online-Unterricht. Zudem sollen etwa 1,6 Millionen Schüler noch diesen Monat auf Antikörper gegen das Virus getestet werden. Wer Antikörper nachweisen kann, muss bei einem Corona-Fall in der Klasse nicht in Quarantäne. Außerdem sollen direkt vor dem Wiederbeginn der Schule zwei Millionen Schüler zuhause einen Schnelltest machen. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Erster Corona-Lockdown in Deutschland löste keinen Babyboom aus

Der erste Lockdown während der Corona-Krise hat die Familienplanung der Deutsche kaum beeinflusst. Von Januar bis Mai 2021 kamen rund 315.000 Kinder zur Welt und damit 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Ein deutlicher Anstieg der Geburtenzahl war demnach nur im vergangenen März zu beobachten, als sechs Prozent oder rund 3700 mehr Babys geboren wurden als im Vorjahresmonat. „In den übrigen von der einsetzenden Corona-Pandemie geprägten Monaten war die Entwicklung unauffällig“, so das Statistikamt.

Die Geburten der ersten fünf Monate des laufenden Jahres gehen auf Schwangerschaften zurück, die während des ersten Lockdowns von Ende März bis Anfang Mai sowie in den Sommermonaten 2020 begonnen haben, in denen die pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen dann wieder weitgehend aufgehoben waren. „Die Corona-Maßnahmen und deren Lockerung in der ersten Jahreshälfte 2020 haben sich offenbar nicht unmittelbar auf die Familienplanung ausgewirkt“, sagte die Demografie-Expertin im Statistischen Bundesamt, Olga Pötzsch. „Während des ersten Lockdowns und auch in den Sommermonaten wurden weder deutlich mehr noch deutlich weniger Kinder gezeugt als im Jahr 2019.“ Insgesamt sei bislang keine auffallende Veränderung der Geburtenzahlen festzustellen. Einziger Ausreißer nach oben sei der März. „Diese Geburten gehen überwiegend auf Schwangerschaften zurück, die mit dem Abflachen der ersten Corona-Welle und mit den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen ab Anfang Mai 2020 begonnen haben“, sagte Pötzsch. (Quelle: TSP, 23.08.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Montag 12 Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kreisgebiet. Am Wochenende waren zudem 15 Fälle am Samstag sowie 12 Fälle am Sonntag hinzugekommen, teilt der Landkreis mit. Die Gesamtzahl der Fälle sei Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.620, demgegenüber stehen 5.370 Genesene. Über ihr Corona-Dashboard hatte die Kreisverwaltung am Wochenende zunächst 10 (Samstag) und 16 (Sonntag) Neuinfektionen vermeldet.

Die Zahl der Menschen in Quarantäne liegt am Montag bei 232 (Sonntag: 238). Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung beträgt weiterhin 125. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institut liegt am Montag bei 56,9 (Sonntag: 49,6).

Die 125 aktuellen Corona-Fälle am Montag (Sonntag 116) verteilen sich wie folgt auf die Kommunen (in Klammern die Veränderung zu Sonntag): Bad Bentheim: 7 (+4), Emlichheim: 11 (+4), Uelsen: 7 (0), Neuenhaus: 8 (+1), Wietmarschen: 14 (+1), Nordhorn: 69 (-1)
und Schüttorf: 9 (0).


Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems) 50,6 (Freitag:36,9)
Meppen: 28,2 (16,9)

Papenburg: 53,3 (21,3)


Neue Testverordnung in Kraft
Was besagt die 3G-Regel?

Seit heute gilt bundesweit verbindlich die 3G-Regel. Was bedeutet sie für den Besuch im Fußballstadion oder im Restaurant? Und welche Ausnahmen gelten?

Bundesweit heißt es nun verpflichtend: Wer sich in öffentlich zugänglichen Innenräumen trifft, muss geimpft, genesen oder getestet sein. Das hatten Bund und Länder nach dem Auslaufen der Bundesnotbremse vereinbart. Die Länder hatten bis heute Zeit, die neue Regelung umzusetzen.

Die Testpflicht gilt für den Besuch von Restaurants, Kinos, beim Frisör und bei anderen körpernahen Dienstleistungen, für Fitnessstudios, Schwimmbäder und Sporthallen, für Veranstaltungen, den Besuch in Krankenhäusern, Reha- oder Behinderteneinrichtungen sowie in Pflegeheimen. Nötig ist ein bis zu 24 Stunden alter, negativer Schnelltests oder ein PCR-Test. Er ist 48 Stunden gültig. Auch wer im Hotel übernachtet, muss einen negativen Test vorlegen. Er muss an jedem dritten Tag des Aufenthalts wiederholt werden.

Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel für Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig getestet werden, und für kleine Kinder. Die Länder können die Regeln aussetzen so lange die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis stabil unter 35 Neuinfektionen liegt. Verbindlich vorgeschrieben bleibt für alle, egal ob geimpft, genesen oder getestet, beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Abstand zu halten und eine Maske zu tragen.

Der Druck auf Ungeimpfte wird ab dem 11. Oktober noch erhöht. Dann endet das Angebot von kostenlosen Schnelltests. Darauf hatten sich Bund und Länder Anfang August verständigt, weil inzwischen jedem ein Impfangebot gemacht werden kann. Ausgenommen sind Menschen, die nicht geimpft werden können oder für die es keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt. Sie haben weiterhin Anspruch auf kostenlose Schnelltests.
(Quelle Angela Tesch, Tagesschau, 23.08.21)



Neuseeland verlängert Lockdown

Angesichts mehrerer Ausbrüche der Delta-Variante des Coronavirus hat die Regierung in Neuseeland den landesweiten Lockdown um drei Tage verlängert. Dies sei die „sicherste Option“, so Premierministerin Jacinda Ardern. Neuseeland bleibt nun bis zum 27. August im Lockdown. In Auckland, wo es derzeit die meisten Infektionen gibt, wurden die Beschränkungen bis zum 31. August verlängert. (Quelle: Tagesschau, 23.08.21)


Gemeinsamer Appell: DGB und Arbeitgeber rufen zur Impfung auf

Angesichts des stockenden Tempos der Corona-Impfungen in Deutschland rufen Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam die Menschen zur Impfung auf. „Wir müssen aufpassen, dass wir das Erreichte nicht verspielen“, heißt es in dem gemeinsamen Appell von Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. „Mit der aktuellen Impfrate können und dürfen wir uns nicht zufrieden geben.“ Jeder Geimpfte helfe, die Ausbreitung von Covid-19 zu bekämpfen und zu mehr Normalität im Privat- und Arbeitsleben zurückzukehren.

„Wir appellieren daher nochmals als Sozialpartner gemeinsam an alle Arbeitgeber und Beschäftigten in Deutschland: Seien Sie weiter umsichtig und verantwortungsvoll“, so Dulger und Hoffmann. „Wirken Sie weiter mit, die Menschen in den Betrieben vor Ansteckungen zu schützen.“ Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollten – wo immer möglich – betriebliche Impfungen und Testungen anbieten. „Gleichzeitig appellieren wir an die Beschäftigten, die Impf- und Testangebote anzunehmen und so zu einer hohen Durchimpfungsrate und einem hohen Schutzniveau beizutragen.“ (Quelle: Tagesschau, 23.08.21)


Australien: Hohe Strafen für Gottesdienstbesucher

In einem Vorort von Sydney hat die Polizei die Besucher eines Gottesdienstes zu hohen Geldstrafen verurteilt, weil sie durch die Versammlung gegen die geltenden Corona-Maßnahmen verstoßen haben. 30 Gläubige müssten je 1000 australische Dollar (610 Euro) zahlen, zudem sei die Kirche selbst mit einem Bußgeld von 5000 australischen Dollar (3000 Euro) belegt worden, teilte die Polizei im Bundesstaat New South Wales mit. Die Messe sei am Sonntagabend in Blacktown im Westen von Sydney abgehalten worden.

Die Polizei habe einen Hinweis auf einen möglichen illegalen Gottesdienst bekommen und 60 Erwachsene und Kinder in der Kirche angetroffen. Im Großraum Sydney gilt wegen steigender Viruszahlen bereits seit acht Wochen ein strenger Lockdown, der erst kürzlich bis Ende September verlängert worden war. (Quelle: Tagesschau, 23.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 23. August, sind in Niedersachsen 176 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts gab es keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.834. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 272.232 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 40,7 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 39,5 Fälle).
(Quelle: NDR, 23.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 56,4 – am Vortag hatte der Wert 54,5 betragen, vor einer Woche 36,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3.668 Corona-Neuinfektionen.Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2.126 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden vier Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls vier Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.871.865 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.702.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.980. (Quelle: RKI, 23.08.21)




Baerbock schließt Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus

Für den Fall einer drastischen Verschlimmerung der Corona-Lage in Deutschland schließt Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nicht aus. „Braucht es eine Impfpflicht für spezielle Berufsgruppen wie Krankenhaus oder Pflegepersonal oder Erzieher?“, wurde Baerbock nach der Aufzeichnung des ARD-Sommerinterviews gefragt, als sie im Online-Programm Tagesschau24 noch Zuschauerfragen beantwortete.

„Eine Impfpflicht ist in unserem Land gesetzlich, rechtlich, juristisch nicht ganz einfach“, sagte Baerbock am Sonntag. Es gebe aber Berufszweige etwa bei der Bundeswehr, wo so etwas möglich sei. Es könne dazu kommen, dass man „über die Frage weiterer Impfpflichten in einzelnen Berufsgruppen“ sprechen müsse.

Die Grünen-Chefin verwies insbesondere auf die Lage in den Schulen und auf Kinder, die wegen ihres jungen Alters noch nicht geimpft werden könnten. „Man muss ja sich vorstellen, was sind die Alternativen. Und wenn die Alternative ist, harter Lockdown, Kitas und Schulen wieder komplett zu – was echt ein Desaster für viele Familien war – dann müssen alle anderen Alternativen mit auf den Tisch“, sagte Baerbock. Wie heftig es noch werde, könne sie aber nicht vorhersehen. Noch seien nicht alle anderen Möglichkeiten ausgereizt. (Foto CC s. Archiv v. 4.4.20; Quelle: TSP, 22.08.21)


Corona-Tote: Vietnam verzeichnet Tageshöchstwert

Vietnam hat am Sonntag 737 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert – so viele Tote binnen eines Tages hat es in dem Land noch nie seit Beginn der Pandemie gegeben. Zugleich wurden trotz landesweit strikter Maßnahmen 11.214 Neuinfektionen gemeldet. Dieser Tageswert blieb knapp unter dem Rekord von 11.321, der am Samstag in dem kommunistischen Land in Südostasien erreicht wurde. Landesweit stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf 8.277. Gut 348.000 Menschen infizierten sich bisher. Am schlimmsten betroffen ist Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden des Landes. In der größten Stadt mit ihren knapp neun Millionen Einwohnern starben seit Pandemiebeginn 6.538 Menschen, fast 176.000 steckten sich an. (Quelle: Tagesschau, 22.08.21)



Iran meldet erneut Rekordwert bei Corona-Todesfällen

Im Iran sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums innerhalb von 24 Stunden 684 Menschen an Covid-19 gestorben – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor anderthalb Jahren. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei mehr als 36.400, etwas weniger als vor einer Woche. Der Iran ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Land der Region, nach offiziellen Angaben starben bereits mehr als 102.000 Menschen nach einer Corona-Infektion. Allerdings räumen selbst die iranischen Gesundheitsbehörden ein, dass die Dunkelziffer vermutlich viel höher liegt.

Derzeit kämpft das Land gegen eine neue Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird. Trotzdem werden die Maßnahmen gelockert: Erst gestern ging ein sechstägiger Lockdown zu Ende, der unter anderem die Schließung von Behörden, Banken und Geschäften umfasste. (Quelle: Tagesschau, 22.08.21)


Bahn bietet in Tarifkonflikt Corona-Prämie an

Die Deutsche Bahn bietet im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL zusätzlich eine Corona-Prämie an und will so weitere Streiks abwenden. »Mit einer Corona-Prämie kommen wir einem wichtigen Anliegen der Gewerkschaften entgegen«, teilte Personalvorstand Martin Seiler mit. Zuvor hatte die »Bild am Sonntag« darüber berichtet. Das Geld soll laut Bahn für 2021 ausgezahlt werden. Einen Betrag nannte Seiler nicht. (Quelle: SPIEGEL, 22.08.21)


Auslandsdeutsche sollen sich leichter impfen lassen können

Deutsche, die im Ausland leben, sollen einfacher Zugang zu einem Covid-19-Impfschutz erhalten als bisher. „Die Bundesregierung prüft derzeit aktiv Möglichkeiten, in besonders gelagerten Fällen die Impfkampagne auf Auslandsdeutsche auszuweiten“, schreibt das Auswärtige Amt in einer Antwort auf eine schriftliche Frage des FDP-MdB Christian Dürr. Wie, wann und für wen die Einbeziehung erfolgen soll, lässt das Ministerium offen. Zuvor müssten „noch zahlreiche komplexe rechtliche und logistische Fragen geklärt werden“, heißt es in dem Brief der beamteten Staatssekretärin Antje Leendertse.

Bisher war es so, dass es Bundesbürgern mit Auslandswohnsitz oft schwerfiel, sich im Gastland immunisieren zu lassen. In einigen Staaten sind sie nicht anspruchsberechtigt, in anderen gibt es nicht genügend Impfdosen. In wieder anderen existieren nur Vakzine, die in Europa und Deutschland nicht zugelassen sind und die deshalb bei Heimataufenthalten oder bei der Einreise nicht anerkannt werden.

Bevor die erweiterten Auslandsimpfungen kommen, rät die Staatssekretärin zu anderen Wegen. So könnten die deutschen Staatsangehörigen einen Aufenthalt zuhause für die Injektionen nutzen. Das allerdings setzt mögliche Quarantänezeiten nach der Einreise voraus, etwa aus Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten, sowie längere Aufenthalte oder zweimalige Einreise; denn nach Erst- und Zweitimpfung müssen einige Wochen verstreichen. „In aller Regel“ bestehe für die so genannten Expats zudem die Möglichkeit, lokale Impfangebote in der Wahlheimat zu nutzen, so das Außenamt. Wo das nicht der Fall sei, setzten sich die deutschen Vertretungen für die Einbeziehung in die Impfkampagne ein. (Quelle: FAZ, 22.0821)


Kuba lässt weitere selbst entwickelte Corona-Impfstoffe zu

Kuba hat einen zweiten und dritten selbst entwickelten Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Die Kombination von zwei Dosen des Vakzins Soberana 02 und einer Dosis Soberana Plus hatte nach Regierungsangaben in der Testphase III mit einer Effektivität von 91,2 Prozent symptomatische Erkrankungen verhindert.

Das staatliche Zentrum für die Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten (Cecmed) teilte am Freitag mit, es habe eine Notfallzulassung erteilt. Soberana 02 war gemeinsam von Einrichtungen in Kuba und im Iran entwickelt worden. Im Iran hat das Mittel unter dem Namen Pasteurcovac bereits die Notfallzulassung erhalten.

Am 9. Juli war das kubanische Vakzin Abdala als erster in Lateinamerika entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen worden. Bei Abdala wie auch den Soberana-Mitteln handelt es sich um sogenannte Untereinheitenimpfstoffe aus aufbereiteten Proteinen des Erregers. Kuba verfügt über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen. Die Studienergebnisse zu den kubanischen Corona-Vakzinen wurden bislang aber nicht unabhängig geprüft.
(Quelle: SPIEGEL, 22.08.21)


Oktoberfest-Chef: „Sicher, dass wir eine Wiesn 2022 haben werden“

Nach zwei abgesagten Oktoberfesten wird in München nachgedacht, unter welchen Bedingungen die Wiesn im nächsten Jahr stattfinden kann. „Ich bin mir sicher, dass wir eine Wiesn 2022 haben werden“, sagte der Wiesnchef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) der Nachrichtenagentur dpa. „Unsere Aufgabe ist es, an den Voraussetzungen zu feilen.“


Altmaier-Vorhersage: Wirtschaft Anfang 2022 wieder auf Vorkrisenniveau

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat trotz steigender Corona-Infektionszahlen eine schnelle wirtschaftliche Erholung vorher gesagt. Anfang 2022 werde die deutsche Wirtschaft wieder auf Vorkrisenniveau sein, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Und: „Wir werden auch im nächsten Jahr einen deutlichen Aufschwung sehen.“ Die umfassenden Hilfen der Bundesregierung hätten für Stabilität in schwieriger Lage gesorgt, betonte Altmaier. Seit Beginn der Pandemie habe die Regierung insgesamt inklusive Kurzarbeitergeld weit über 300 Milliarden Euro bereitgestellt. Nach der Krise müsse Deutschland mit wirtschaftspolitischer Vernunft vorgehen, mahnte der Minister. (Foto: CC s. Archiv v. 15.8.21; Quelle: Tagesschau, 22.08.21)


Mehr als 20.000 Besucher bei Potsdamer Schlössernacht

Es war die erste Potsdamer Schlössernacht seit Beginn der Corona-Pandemie: Nach Angaben des Veranstalters kamen Freitag und Samstag rund 21.500 Besucher. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte ein Sprecher mit Blick auf die besonderen Bedingungen. Im vergangenen Jahr war die Schlössernacht wegen der Pandemie ausgefallen. In diesem Jahr konnte nur die halbe Kapazität der Besucherzahl auf das Gelände. Die Gäste mussten einen negativen Corona-Test vorlegen und in Innenräumen – etwa für Lesungen – und bei Hotspots mit vielen Menschen eine Maske tragen. Das habe bestens funktioniert. (Quelle: Tagesschau, 22.08.21)


Nach Schulbeginn: Corona-Inzidenz steigt auf fast 100 in NRW

Die Corona-Inzidenz ist in Nordrhein-Westfalen auf einen Wert von beinahe 100 gestiegen. Damit liegt das bevölkerungsreichste Bundesland nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag deutschlandweit mit seinem hohen Infektionsgeschehen an der Spitze des Negativ-Rankings.

Der Stadtstaat Berlin war laut RKI mit 67,3 das Land mit dem zweithöchsten Wert. Andere große Flächenländer wie Baden-Württemberg (46,6) und Bayern (41,1) liegen unter dem Bundesschnitt.

Die Inzidenz, die lange die Grundlage für viele Corona-Einschränkungen war, spielt in der Pandemie inzwischen eine andere Rolle als früher. In der in Nordrhein-Westfalen seit Freitag geltenden neuen Corona-Schutzverordnung bleibt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 die einzige Kennziffer, ab der dann die „3G-Regeln“ (geimpft, genesen oder getestet) zum Beispiel für Besuche in der Innengastronomie gelten. (Quelle: GN, 22.08.21)


Russland meldet 20.564 neue Fälle

Russland meldete am Sonntag offiziell 20.564 neue Coronavirus-Fälle, womit sich die nationale Zahl auf 6.747.087 erhöht. Davon wurden laut Reuters 1.661 in Moskau und 1.481 in St. Petersburg erfasst.

In den letzten 24 Stunden seien weitere 762 Todesfälle von Coronavirus-Patienten bestätigt worden, teilte die russische Coronavirus-Task Force mit, was die offizielle Zahl der Todesopfer auf 176.044 erhöhte.

Eine separate Zählung von Rosstat, der staatlichen Statistikbehörde, hat zwischen letztem April und Juni dieses Jahres etwa 315.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 ergeben.

Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters auf der Grundlage der neuesten offiziellen Rosstat-Daten zeigen, dass es zwischen April 2020 und Juni 2021 rund 463.000 zusätzliche Todesfälle gegeben hat. Einige Epidemiologen sagen, dass übermäßige Todesfälle der genaueste Weg sind, die tatsächliche Zahl der Todesopfer der Pandemie zu messen. (Quelle: The Guardian, 22.08.21)


Neue Corona-Regeln: Was ändert sich in Niedersachsen?

Am Mittwoch tritt in Niedersachsen eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Laut Entwurf spielt darin die von Bund und Ländern vereinbarte 3G-Regel eine wichtige Rolle. Was ändert sich dadurch?

Die sogenannte 3G-Regel bedeutet, dass bei einem gewissen Infektionsgeschehen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt nur noch geimpfte, genesene oder getestete Personen Zugang zu bestimmten Einrichtungen, Veranstaltungen oder Leistungen bekommen. So sind laut dem Entwurf der Verordnung Zugangsbeschränkungen zu diversen Innenräumen vorgesehen – zum Beispiel in der Gastronomie, in Hotels, im Fitnessstudio und beim Friseur. Auch soll die 3G-Regel gelten, wenn sich mehr als 25 Menschen treffen.

Darüber hinaus sollen laut dem Entwurf zu größeren Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt erhalten – und zwar unabhängig vom Infektionsgeschehen. Gleiches soll demnach auch für Diskotheken gelten. Jeder, der einen der beschränkten Bereiche betritt, muss dann einen Nachweis über seine Impfung, Genesung oder einen negativen Corona-Test vorlegen. Kontrollieren sollen das dem Entwurf zufolge die Betreiber oder Veranstalter.

Gelten soll die 3G-Regel laut dem Entwurf der neuen Verordnung, wenn mindestens die erste der drei neuen Warnstufen ausgerufen wird oder die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 liegt. Welche Warnstufe in einem Landkreis oder einer Stadt gilt, soll von den drei Parametern Sieben-Tage-Inzidenz, Hospitalisierung und Intensivbetten abhängen. Mit Hospitalisierung ist die landesweite Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten je 100. 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeint. Der Indikator Intensivbetten bestimmt sich nach dem prozentualen Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten gemessen an der gesamten Intensivbettenkapazität.

Wenn an fünf aufeinanderfolgenden Tagen zwei der drei Indikatoren die in der Verordnung neu festgelegten Schwellenwerte überschreiten, soll in dem jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt vom übernächsten Tag an die entsprechende Warnstufe gelten. So geht es aus dem Entwurf hervor, der sich aktuell noch in der finalen Abstimmung befindet. Am Dienstag ab 13 Uhr will die Landesregierung die neue Verordnung im Rahmen der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich dafür angekündigt. Am Mittwoch soll die neue Verordnung in Kraft treten. (Quelle: NDR, 22.ß8.21)


Thailand: Hohe Zahlen sinken leicht

Nach zwei Monaten steigender Coronavirus-Fälle haben die täglichen Infektionen in Thailand begonnen, zu sinken, da das Land ein 19-Tage-Tief von 19.014 Fällen verzeichnete. Weitere 233 Todesfälle wurden am Sonntag ebenfalls gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Laut Bangkok Post verzeichnete die Hauptstadt 71 Tote, weitere 83 in den angrenzenden Provinzen.

Das Gesundheitsministerium empfahl, 12- bis 18-Jährige mit Grunderkrankungen zu impfen, da sie besorgt über die steigenden Infektionen bei jungen Menschen waren. (Quelle: The Guardian, 22.08.21)


USA: Pastor Jesse Jackson mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert

Pastor (Reverend) Jesse Jackson, der US-Bürgerrechtler und zweimalige Präsidentschaftskandidat der demokraten, und seine Frau Jacqueline wurden laut einer Erklärung vom Samstag nach einem positiven Test auf Covid-19 in das Krankenhaus eingeliefert.

Jackson, 79, war gegen Covid-19 geimpft und erhielt seine erste Dosis bereits im Januar. Er und seine Frau, 77, werden im Northwestern Memorial Hospital in Chicago behandelt. „Ärzte überwachen derzeit den Zustand von beiden“, heißt es in der Erklärung von Jacksons gemeinnütziger Organisation RainbowPUSH Coalition. „Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine weiteren Updates“, heißt es in der Mitteilung. „Wir werden Updates bereitstellen, sobald sie verfügbar sind.“

Jackson ist eine der großen US-Persönlichkeiten. Der Weggefährte von Friedensnobelpreisträger Martin Luther King war eine führende Kraft der modernen Bürgerrechtsbewegung.

(Foto Eric Bridiers CC BY-ND 2.0;
Quelle: The Guardian, 22.08.21)


Grafschafter-Zahlen

Am Sonntag hat die Kreisverwaltung 16 weitere Corona-Infektionen für die Grafschaft Bentheim bekannt gegeben. Das geht aus dem Corona-Dashboard auf der Homepage des Landkreises hervor. Damit gibt es aktuell 116 Corona-Fälle in der Grafschaft, 13 mehr als noch am Samstag und 42 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt auf 49,6 (Samstag: 39,4).
Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 liegt weiterhin bei 125. Von 5607 Grafschaftern, die sich seit Pandemiebeginn mit dem Coronavirus infiziert haben, gelten 5366 inzwischen wieder als genesen. Aktuell sind 238 Grafschafter in Quarantäne. Die 116 aktuellen Corona-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen (in Klammern die Veränderung zu Samstag): Bad Bentheim: 3 (0), Emlichheim: 7 (+2), Uelsen: 7 (+4), Neuenhaus: 7 (+1), Wietmarschen: 13 (0), Nordhorn: 70 (+6) und Schüttorf: 9 (0). (Quelle: GN, 22.08.21)


Neuseeland räumt Scheitern seiner Null-Covid-Strategie ein

Nach einem größeren inländischen Corona-Ausbruch hat Neuseeland ein Scheitern seiner ehrgeizigen Null-Covid-Strategie eingeräumt. „Das Ausmaß der Ansteckungen und die Geschwindigkeit, mit der sich das Virus verbreitet hat, hat unser System trotz aller Vorbereitungen unter Druck gesetzt“, sagte der mit der Gesundheitspolitik beauftragte Minister Chris Hipkins am Sonntag dem Sender TVNZ. Der jüngste Ausbruch mit der ansteckenderen Delta-Variante des Virus sei schwierig einzudämmen und werfe „große Fragen“ hinsichtlich der Corona-Strategie der Regierung auf.

Nach dem Auftreten eines im Inland übertragenen Corona-Falls wurden dem Minister zufolge inzwischen 71 Menschen positiv auf das Virus getestet. Die Delta-Variante sei „mit nichts zu vergleichen, womit wir es in dieser Pandemie bislang zu tun hatten“, sagte Hipkins. „Es bedeutet, dass alle unsere bisherigen Vorbereitungen weniger sinnvoll erscheinen und wirft einige ziemlich große Fragen zur Zukunft unserer langfristigen Pläne auf.“

Der Oppositionspolitiker Chris Bishop kritisierte, der jüngste Ausbruch verdeutliche, dass die Regierung sich zu wenig um das Fortschreiten der Impfkampagne gekümmert habe. „Die Selbstgefälligkeit der Regierung und ihre Unfähigkeit, die Versorgung und Lieferung des Impfstoffs sicherzustellen, hat uns alle zur leichten Beute gemacht“, sagte er.

Neuseelands weithin gelobte Null-Covid-Strategie hat die vollständige Eliminierung des Virus in der Bevölkerung zum Ziel. Strenge Grenzkontrollen und Quarantäne-Auflagen sollen verhindern, dass das Virus aus dem Ausland eingeschleppt wird. Bislang galt Neuseeland als Vorbild im Kampf gegen Corona: In dem Land mit fünf Millionen Einwohnern gab es seit Beginn der Pandemie nur 26 Todesfälle durch Covid-19.

Nach einem einzigen im Inland übertragenen Corona-Fall hatte die neuseeländische Regierung am Dienstag einen dreitägigen landesweiten Corona-Lockdown verhängt. Es war die erste einheimische Übertragung des Coronavirus seit sechs Monaten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelte es sich um einen 58-Jährigen in Auckland, der größten Stadt des Landes. (Quelle: TSP, 22.08.21)


Altmaier und Lambrecht schließen weiteren Lockdown aus

In Deutschland wird es trotz rapide steigender Infektionszahlen nach Aussage zweier Regierungsmitglieder keinen weiteren Corona-Lockdown geben. „Nach allem, was wir heute wissen, können wir einen neuen Lockdown für Geimpfte und Genesene vermeiden. Und das heißt auch: Restaurants und Geschäfte können im Winter offenbleiben“, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der Funke Mediengruppe.

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kann sich einen neuen Lockdown nicht vorstellen. „Er wäre auch kaum zu rechtfertigen, wenn ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist“, sagt Lambrecht der „Welt am Sonntag“.

Zugleich äußert Lambrecht Bedenken gegen Überlegungen, im Herbst Freiheiten nur für Geimpfte und Genesene zuzulassen. „Ich sehe nicht, wie man eine derart schwerwiegende Beschränkung mit dem Infektionsschutz rechtfertigen könnte“, fügt sie hinzu. „Jeder Eingriff in Freiheitsrechte muss gut begründet und verhältnismäßig sein.“ (Quelle: TSP, 22.08.21)


Vor Merkel-Besuch: 1,5 Millionen Impfdosen an Ukraine übergeben

Vor einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Sonntag in der Ukraine hat das Land von Deutschland 1,5 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erhalten. Die deutsche Botschafterin Anka Feldhusen habe das Vakzin im Wert von rund sechs Millionen Euro am Samstag dem ukrainischen Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko übergeben, teilte die Vertretung in Kiew mit. An diesem Sonntag trifft die Kanzlerin in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Merkel hatte der Mitteilung der Botschaft zufolge Selenskyj Soforthilfe für die Bekämpfung der Corona-Pandemie zugesagt. Das völlig verarmte Land, das in die EU strebt, ist dringend auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Seit Beginn der Pandemie habe Deutschland der Ukraine unter anderem Beatmungsgeräte, Masken und medizinische Ausrüstung im Wert von 76 Millionen Euro übergeben, hieß es. (Quelle: TSP, 22.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Sonntag, 22. August, sind in Niedersachsen 501 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts gab es keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.834. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 272.056 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 39,5 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 37,2 Fälle). (Quelle: NDR, 22.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen bei 54,5. Am Vortag hatte die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner noch bei 51,6 gelegen – und damit erstmals seit Mai wieder über 50. Vor einer Woche lag die Inzidenz bei 35,0. Einen Wert von über 50 hatte die zur Einschätzung der Infektionslage wichtige Kennziffer zuletzt am 25. Mai (58,4) erreicht, der tiefste Wert des Sommers war Anfang Juli (4,9 am 3. und 6. Juli) gemeldet worden.

Nach Einschätzung des RKI hat in Deutschland die vierte Welle der Pandemie begonnen. Von Infektionen betroffen seien vor allem jüngere Menschen, hieß es im Wochenbericht des Instituts vom Donnerstag. Die Corona-Inzidenz werde trotz der Impfungen auch im Herbst und Winter ein wichtiger Wert zur Einschätzung der anstehenden Belegung von Intensivbetten bleiben, hatten Experten kürzlich erläutert. Ab 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche sei wieder „eine erhebliche Belastung der Intensivstationen“ mit mehr als 3000 Intensiv-Patienten gleichzeitig zu erwarten, sofern die Impfquote nicht noch deutlich gesteigert werde.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7.050 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 4.728 Ansteckungen gelegen. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden drei Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls drei Todesfälle gewesen. (Quelle: RKI/SZ, 22.08.2021)


Erneut Demonstrationen in Frankreich gegen Corona-Politik

In Frankreich haben den sechsten Samstag in Folge zehntausende Menschen gegen die Corona-Regeln protestiert. Landesweit gingen mehr als 175.500 Menschen auf die Straße, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. Damit ging die Zahl der Demonstranten erneut zurück. Vor einer Woche hatten nach offiziellen Angaben noch knapp 215.000 Menschen demonstriert. Die Proteste verliefen wie schon zuvor weitgehend friedlich. Das Innenministerium meldete 20 Festnahmen und einen verletzten Polizisten.

Große Kundgebungen fanden unter anderem in Paris, in Pau in Südfrankreich und in Lille in Nordfrankreich statt. Im ganzen Land waren mehr als 200 Veranstaltungen geplant.

In Pau, wo die Polizei 2700 Demonstranten zählte, sagte Jérôme Rodrigues, eine der Symbolfiguren der „Gelbwesten“-Bewegung: „Impft euch, wenn ihr wollt, aber wir sind gegen einen Passierschein für das Krankenhaus oder zum Einkaufen, wir fordern die Aufhebung des Gesetzes“.

In Paris sprach der frühere Chefstratege der Rechtspopulistin Marine Le Pen, Florian Philippot, zu einer Menge flaggenschwingender Unterstützer. Auf Schildern schrieben sie „Nein zum Gesundheitspass“ und „Lasst und Frankreich befreien“. Philippots neue Bewegung „Les Patriotes“ hat eine der insgesamt vier Demonstrationen in der französischen Hauptstadt organisiert, zwei weitere hatte die „Gelbwesten“-Bewegung angemeldet.

Die Proteste richten sich gegen die Impfpflicht für das Gesundheitspersonal sowie die Ausweitung der Nachweispflicht auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Für den Besuch etwa von Cafés, Restaurants, Kinos oder Krankenhäusern sowie die Nutzung von Fernzügen muss ein Impf- oder Genesungsnachweis oder ein Negativ-Test vorgelegt werden, der sogenannten Gesundheitspass. Bei deutschen Touristen reichen im Allgemeinen die zu Hause ausgestellten Nachweise.

Die seit Mitte Juli andauernden Proteste vereinen ein großes Spektrum an Kritikern der Corona-Politik der Regierung von Präsident Emmanuel Macron. Am vergangenen Samstag gab es insgesamt 217 Kundgebungen, an denen nach Angaben des Innenministeriums knapp 215.000 Menschen teil nahmen. Die bislang höchste Teilnehmerzahl von 237.000 Menschen hatte es bei den Protesten am 7. August gegeben.

Auf einigen Demonstrationen kam es auch zu Solidaritätsbekundungen mit dem bei Verschwörungstheoretikern beliebten, aber auch allgemein angesehenen Biologen und Mediziner Didier Raoult. Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Raoult mit dem Erreichen des Rentenalters von 69 Jahren alle seine Funktionen an der Universitätsmedizin Marseille (IHU) verlieren soll. Skeptiker der französischen Corona-Politik vermuten, dass damit eine kritische Stimme mundtot gemacht werden soll. „Hände weg von Raoult“ stand auf Plakaten bei einem Demonstrationszug in Paris. Raoult hatte sich unter anderem für das Medikament Hydroxychloroquin im Kampf gegen Covid-19 stark gemacht. (Quelle: TSP, 21.08.21)


Kurz erwägt 1G-Regel für Österreichs Nachtleben

Bei weiter steigenden Corona-Zahlen könnten in Österreich ab Herbst nur noch geimpfte Personen Zutritt zu Discotheken und Bars haben. „In der Nachtgastronomie haben wir die Situation, dass viele Ungeimpfte auf Geimpfte treffen. Daher gibt es hier besonderes Risiko von sogenannten Superspreader-Events“, hieß es am Samstag in einer Pressemitteilung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und dem grünen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein.

Sobald sich das soziale Leben im Herbst wieder nach innen verlege, die Infektionszahlen weiter steigen und die Impfquote unter Jungen niedrig bleibe, werde die Maßnahme laut Bundesregierung in Betracht gezogen.

Aktuell gilt in Österreich die 3G-Regel. Demnach haben Geimpfte, Getestete oder Genesene Zugang zu Gastronomie, Sport- und Freizeitveranstaltungen oder zu Friseuren. Am Samstag registrierten die österreichischen Behörden mit 1328 neuen Corona-Fällen den höchsten Wert seit Anfang Mai. (Quelle: TSP, 21.08.21)


Kassenärzte fordern Klarheit bei Booster-Impfungen

Die Kassenärzte forderten von der Bundesregierung genaue Vorgaben für die anstehenden Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus. „Selbstverständlich können die Booster-Impfungen in den Praxen vorgenommen werden“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der „Rheinischen Post“ (Samstag). Doch die Praxen bräuchten Klarheit, wann und für wen Impfungen vorgenommen werden könnten. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich für eine breite Anwendung von Auffrischimpfungen ausgesprochen und dafür die Praxen ins Spiel gebracht.

Laut offiziellem Aufklärungsblatt für die Ärztinnen und Ärzte sollen Auffrischimpfungen mit den Präparaten von Biontech/Pfizer oder Moderna Menschen ab 80 Jahren angeboten werden, Pflegebedürftigen zuhause oder im Heim sowie Bewohnerinnen und Bewohnern weiterer Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen. Dazu kommen Personen mit einer Immunschwäche oder Immunsuppression (Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems) und Personen, die eine vollständige Impfserie mit einem Vektor-Impfstoff erhalten haben, also von Astrazeneca oder Johnson&Johnson. (Quelle: GN, 21.08.21)


Lauterbach fordert mehr Impfstoff für ärmere Länder

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert erneut Impf-Unterstützung für ärmere Länder. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die armen Länder mehr Impfstoff erhalten, sagt Lauterbach der „Rheinischen Post“. „Es wäre medizinisch falsch und ethisch nicht zu vertreten, in reichen Ländern ohne klare Datenlage die dritte Dosis zu geben, während arme Länder noch nicht mal ihr medizinisches Personal geimpft haben.“

Noch sei eine Auffrisch-Impfung für alle nicht nötig, sagte Lauterbach. Studien zeigten den guten Impfschutz. Sinnvoll sei eine Auffrischung bei Menschen über 80, Menschen mit Immunschwächen und bei medizinischem Personal.

Lauterbach ruft angesichts steigender Ansteckungszahlen die Menschen auf, sich impfen zu lassen. „Die vierte Welle hat bereits begonnen“, warnt er. (Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 21.08.21)


Wohl kaum Luftfilter zum Schulstart in Niedersachsen

In rund zwei Wochen geht die Schule wieder los und die Corona-Pandemie begleitet uns weiterhin. Der Niedersächsische Städtetag kritisiert, dass es zum Schulstart wohl kaum Luftfilter geben wird.

Im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Hauptgeschäftsführer Jan Arning: „Landes- und Bundesregierung haben in der Öffentlichkeit große Erwartungen geweckt, die jetzt enttäuscht werden.“ Ihm zufolge wird erst zum Ende der Sommerferien der Rahmen feststehen, in dem Kommunen als Schulträger beim Land eine Förderung für entsprechende Anlagen beantragen können. Bis zur Auslieferung würden noch weitere Wochen bis Monate vergehen, beklagt Arning.

Das Kultusministerium betonte auf Anfrage der „NOZ“, zumindest die Eckpunkte bereits vor einem Monat veröffentlicht zu haben. Wer handeln wolle, könne das auch jetzt tun. Die Förderung gebe es auch rückwirkend. Arning hingegen verwies auf das finanzielle Risiko, das Kommunen dadurch entstünde. Zudem befürchtet er, dass die Vorgaben in der endgültigen Förderrichtlinie zu streng seien. Die Anlagen sollten beispielsweise nur finanziell unterstützt werden, wenn Fenster am Einsatzort nur kippbar seien. Nach Ansicht von Arning ein Unding. (Quelle: NDR, 21.08.21)


Palau ist Status als coronafreies Land los

Der kleine Pazifikstaat Palau hat seinen Status als eines der letzten Länder ohne Corona-Fall verloren. Das Gesundheitsministerium vermeldet die ersten beiden Fälle: Zwei Reisende aus dem US-Außengebiet Guam seien nach ihrer Einreise positiv auf das Coronavirus getestet und zusammen mit ihren Kontaktpersonen in Quarantäne genommen worden.

Das Gesundheitsministerium lehnt einen Lockdown allerdings ab. Der Grund: Mehr als 80 Prozent der 18.000 Einwohner auf der Insel sind bereits komplett geimpft. Präsident Surangel Whipps sagt, der Inselstaat „war Covid-frei, doch nun ist er Covid-sicher“.

Palau hatte sich zu Beginn der Corona-Pandemie rasch isoliert und die Grenzen geschlossen. Der Inselstaat liegt rund Tausend Kilometer östlich der Philippinen und war bis Samstag laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) eines von nur noch 14 Ländern ohne Corona-Infektion. (Quelle: TSP, 21.08.21)


Spürhunde erkennen Corona-Infektion äußerst zuverlässig

Spezielle Spürhunde können laut der Tiierärztlichen Hochschule Hannover („TiHo“) eine Corona-Infektion mit hoher Genauigkeit erschnüffeln. 92 Prozent von über 5.000 vorgelegten Proben wurden korrekt identifiziert.

Der Erfolg der Hunde sei dabei unabhängig davon, ob ihnen eine Urin-, Speichel- oder Schweißprobe vorgelegt wird, teilte die Tierärztliche Hochschule Hannover mit. Die Forscher um Paula Jendrny, Friederike Twele und Sebastian Meller von der TiHo veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachblatt „BMC Infectious Diseases“. Für die Studie hatte das Forschungsteam zehn spezialisierte Spürhunde der Bundeswehr eingesetzt. „Für medizinische Spürhunde scheinen alle getesteten Körperflüssigkeiten in ähnlicher Weise geeignet zu sein, um SARS-CoV-2-Infizierte zuverlässig zu erkennen“, heißt es in der Mitteilung.

Hunde werden zunehmend in Bereichen der medizinischen Forschung zur Geruchserkennung eingesetzt. Sie sind in der Lage, infektiöse und nicht-infektiöse Krankheiten wie verschiedene Krebsarten, Malaria, bakterielle und virale Infektionen zu erkennen. Die Studie ist in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entstanden.

Erst kürzlich hatte das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur angekündigt, die Studie „Back to Culture“ mit 1,5 Millionen Euro zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern wollen die TiHo-Forschenden in diesem Herbst auf das Coronavirus trainierte Spürhunde bei mehreren Musikveranstaltungen einsetzen und die Ergebnisse mit Antigen- und PCR-Tests vergleichen.

Der Geruchssinn des Hundes ist dem Geruchssinn des Menschen weit überlegen. Hunde haben 40-mal mehr Riechrezeptorzellen – 200 bis 300 Millionen gegenüber fünf bis acht Millionen beim Menschen – und ein zusätzliches Geruchssystem. Ein Beispiel: Ein Hund wäre in der Lage, den Tropfen einer bestimmten Flüssigkeit in einem Becken mit 50 Millionen Litern Wasser, was 20 Schwimmbecken olympischer Größe entspräche, zu erkennen. (Quelle: NDR, 21.08.21)


Australische Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten

In Australien ist es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, die gegen Lockdowns protestieren. In Melbourne versuchte berittene Polizei mit Tränengas die Menge auseinanderzutreiben.

In Sydney hinderte ein großes Aufgebot an Bereitschaftspolizei kleinere Gruppen daran, sich zusammenzuschließen. In Brisbane, wo allerdings kein Lockdown gilt, protestierten mehrere Hundert Personen friedlich. Die Zahl der täglichen Positiv-Tests ist nach Behördenangaben so hoch wie nie.

Insgesamt liegen die bisherigen Corona-Zahlen in Australien aber deutlich unter dem Niveau in anderen Industrieländern. (Quelle: TSP, 21.08.21)


Grafschafter Zahlen

In der Grafschaft Bentheim gelten am Samstag 103 Menschen als aktuell mit dem Coronavirus infiziert, sechs mehr als am Freitag. Das geht aus dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Für Samstag wurden zehn weitere Corona-Fälle bekannt gegeben. Der Inzidenzwert liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Samstag bei 39,4 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Auch am Freitag hatte dieser Wert im Landkreis bei 39,4 gelegen.
Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie klettert damit im Landkreis auf 5.591. 5.363 Grafschafter gelten inzwischen als genesen.

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 liegt im Landkreis weiterhin bei 125. Aktuell in Quarantäne sind 225 Grafschafter.

Die 103 aktuellen Corona-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen (in Klammern die Veränderung zu Freitag): Bad Bentheim: 3 (+1), Emlichheim: 5 (+1), Uelsen: 3 (+1), Neuenhaus: 6 (+1), Wietmarschen: 13 (0), Nordhorn: 64 (+3) und Schüttorf: 9 (-1). (Quelle: GN, 21.08.21)


Corona-Sorgen bei den Paralympics

Angesichts vieler Corona-Neuinfektionen in Japan erwägen die Organisatoren der Paralympics eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen. Im Vergleich zur Zeit der Olympischen Spiele habe sich die Situation deutlich verschlechtert, sagte Hidemasa Nakamura, Leiter der zuständigen Abteilung des Organisationskomitees. Dadurch steige das Risiko durch Paralympics-Mitarbeiter, die in Japan lebten. Man erwäge man unter anderem mehr Corona-Tests bei Mitarbeitern, die engen Kontakt mit den Athletinnen und Athleten haben. Man wolle diesbezüglich „so bald wie möglich“ eine Entscheidung treffen, sagte Nakamura. Die Paralympics in Tokio werden am kommenden Dienstag eröffnet. Zuschauer sind wie zuvor schon bei den Olympischen Spielen ausgeschlossen, mit Ausnahme von Schülerinnen und Schülern. (Quelle: Tagesschau, 21.08.21)


Heil will Impfen während der Arbeitszeit ermöglichen

Um die Impfkampagne weiter voranzubringen, hat sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ dafür ausgesprochen, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten auch eine Impfung während der Arbeitszeit ermöglichen sollen. „Wir müssen weiter dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz nicht zum Ansteckungsort wird. Deshalb passen wir die Corona-Arbeitsschutzverordnung an“, so Heil. Arbeitgeber sollten stärker an der Aufklärung rund um die Corona-Impfungen mitwirken und „Impfungen im Zweifelsfall auch während der Arbeitszeit ermöglichen.“
(Foto: CC s. Archiv v. 245.21; Quelle: Tagesschau, 21.08.21)


Corona-Hilfe: 1.603 Fälle beschäftigen Niedersachsens Justiz

Zahlreiche Menschen haben in der Corona-Pandemie Sofort-Hilfen beantragt. Einige Anträge wurden zu Unrecht gestellt. Diese beschäftigen jetzt die Justiz in Niedersachsen.

Bis Ende Juni haben die Staatsanwaltschaften in Niedersachsen nach Angaben des Justizministeriums 1.603 Ermittlungsverfahren geführt. Der seit Beginn der Corona-Hilfsprogramme geschätzte Schaden liegt demnach bei knapp 14 Millionen Euro.

Bisher seien landesweit 488 Strafbefehle beantragt und 213 Verfahren rechtskräftig abgeschlossen worden, hieß es. Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) verurteilte die Betrugsversuche bereits im Mai deutlich. Der Staat habe sehr viel Geld in die Hand genommen, um den Menschen in dieser großen Krise schnell und unbürokratisch zu helfen. Diese Angebote zu missbrauchen, sei kein Kavaliersdelikt. (Quelle: NDR, 21.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Samstag, 21. August, sind in Niedersachsen 521 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das Robert Koch-Institut meldet aber keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt weiter bei 5.834. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 271.555 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 37,2 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 35,5 Fälle). (Quelle: RKI, 21.08.21)


Deutschland-Zahlen: Inzidenz erstmals seit Mai wieder über 50

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von heute bei 51,6 – und damit erstmals seit Mai wieder über 50. Am Vortag hatte die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner noch bei 48,8 gelegen, vor einer Woche bei 32,7. Einen Wert von über 50 hatte die zur Einschätzung der Infektionslage wichtige Kennziffer zuletzt am 25. Mai (58,4) erreicht, der tiefste Wert des Sommers war Anfang Juli (4,9 am 3. und 6. Juli) gemeldet worden.

Nach Einschätzung des RKI hat in Deutschland die vierte Welle der Corona-Pandemie begonnen. Von Infektionen betroffen seien vor allem jüngere Menschen, hieß es im Wochenbericht des Instituts vom Donnerstag. Die Corona-Inzidenz werde trotz der Impfungen auch im Herbst und Winter ein wichtiger Wert zur Einschätzung der anstehenden Belegung von Intensivbetten bleiben, hatten Experten kürzlich erläutert. Ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche sei wieder „eine erhebliche Belastung der Intensivstationen“ mit mehr als 3000 Intensiv-Patienten zeitgleich zu erwarten, sofern die Impfquote nicht noch deutlich gesteigert werde, heißt es in der vergangene Woche vorgestellten Analyse.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 8.092 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 5.644 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 17 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 11 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 861 147 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.696.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.973. (Quelle: RKI, 21.08.21)


Mexiko meldet fast 22.000 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden in Mexiko haben binnen 24 Stunden fast 21.900 weitere Corona-Fälle registriert. Zudem seien innerhalb eines Tages 761 Menschen gestorben, die sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Seit dem Ausbruch der Pandemie haben sich in Mexiko mehr als 3,19 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Das Land zählt insgesamt etwa 252.000 Corona-Tote. (Quelle: Tagesschau, 21.08.21)


Überblick zur Nacht

  • Sri Lanka hat einen landesweiten Lockdown angekündigt. Das Land beugt sich dem intensiven Druck medizinischer Experten, weil die Coronavirus-Infektionen die Krankenhäuser überfordern. Präsident Gotabaya Rajapaksa, der sich wochenlang den Lockdown-Forderungen widersetzt hatte, stimmte der 10-tägigen Maßnahme zu und warnte, dass andernfalls die Krankenhäuser den Zustrom von Covid-19-Patienten nicht mehr bewältigen könnten.
  • In den USA hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde ihre Vorgaben zum Tragen von Gesichtsmasken in Flugzeugen, Bussen und Zügen sowie auf Flughäfen bis zum 18. Januar verlängert, berichtet Reuters.
  • In Brasilien wurden in den letzten 24 Stunden 33.887 neue Fälle von Coronavirus und 870 Todesfälle durch Covid-19 gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit. Das südamerikanische Land hat seit Beginn der Pandemie inzwischen 20.528.099 Fälle registriert, während die offizielle Zahl der Todesopfer nach Angaben des Ministeriums auf 573.511 gestiegen ist, berichtet Reuters.
  • Drei vollständig geimpfte US-Senatoren, Roger Wicker, Angus King und John Hickenlooper, sagten, ihre Infektion mit Covid sei bestätigt worden, was die Zahl der sogenannten Durchbruchfälle unter den amerikanischen Parlamentariern erhöht.
  • Zwei britische Experten haben erklärt, die Beweise, die Fettleibigkeit mit den schlimmsten Covid-19-Ergebnissen in Verbindung bringen, seien „völlig klar“ und sollten aggressive Bemühungen zur Prävention und Bekämpfung von Fettleibigkeit rechtfertigen. Jonathan Valabhji, verantwortlicher klinischer Direktor fürdie Bekämpfung bon Fettleibigkeit und Diabetes beim NHS England, wies daraufhin dass Pandemiebeschränkungen die Fettleibigkeit tatsächlich verschlimmern.
  • Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörden prüfen aktuell Berichte, wonach der Moderna-Covid-Impfstoff mit einem höheren Risiko für Herzentzündungen verbunden sein könnte als bisher angenommen. Kanadische Daten deuten darauf hin, dass der Moderna-Impfstoff zu einem höheren Myokarditisrisiko führen kann als die Pfizer-BioNTech-Alternative. Das Pharmaunternehmen Moderna sieht sich derweil mit Fragen konfrontiert, da es die Impfung aller Mitarbeiter gegen Covid aussetzt.
  • Das Medikament, das Ex-Präsident Donald Trump bei dessen Covid-Erkrankung im letzten Jahr verabreicht wurde, ist jetzt in Großbritannien zugelassen. Die Zulassungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte erklärte, dass Daten aus klinischen Studien zeigten, dass Ronapreve verwendet werden könne, um Infektionen zu verhindern, Symptome einer schweren Infektion zu behandeln und die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung zu verringern.
  • Kataloniens Regionalregierung versucht einen Tag, nachdem ein Gericht die Aufhebung der „ungerechtfertigten“ Maßnahme angeordnet hatte, eine Ausgangssperre in Barcelona und Dutzenden anderer Städte im Nordosten Spaniens wieder zu verhängen. Die Maßnahme sei unbedingt notwendig, um Covid zu kontrollieren.
  • Untersuchungen haben ergeben, dass transparente Barrieren, etwa in Taxis und in Nagelstudios, die normale Belüftung beeinträchtigen können und oft wenig dazu beitragen, die Ausbreitung von Covid zu stoppen. Experten sagten, dass das Errichten von Plastikbarrieren den Luftstrom in einem Raum verändern und „tote Zonen“ schaffen kann, in denen sich Viruspartikel ansammeln können.
  • Hongkong verfolgt eine Strategie der „Null-Infektion“. Wirtschaftsführer sagten jetzt, Hongkongs strenge Quarantänemaßnahmen hätten dessen Bewohner „auf unbestimmte Zeit gefangen“ in der Stadt zurückgelassen. Das bedrohe Hongkongs Status als internationales Geschäftszentrum.
  • Der Manager von Newcastle United, Steve Bruce, hat zugegeben, dass „viele“ seiner Fußballspieler nicht gegen Covid geimpft sind. Er nannte „Verschwörungstheorien“ als Grund, warum so viele sich nicht impfen lassen.
    (Quelle: The Guardian, 21.08.21)

Behörde zählt Tausende Infektionen bei EM-Finalrunde in London

Bei der Finalrunde der Fußball-EM haben sich Anfang Juli rund um das Wembley-Stadion in London mehr als 3000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) zu den beiden England-Spielen im Halbfinale und Finale am 7. und 11. Juli hervor.

Den PHE-Angaben zufolge sollen 2295 der Anwesenden in und um das Stadion zum Zeitpunkt der Spiele höchstwahrscheinlich infektiös gewesen sein. 3404 weitere Menschen sollen sich rund um diese Ereignisse infiziert haben.

Wie viele Menschen sich tatsächlich im Stadion infizierten und wie viele bei Fan-Ansammlungen außerhalb, konnte das Sportministerium auf Nachfrage nicht sagen. Die Ereignisse hätten eine „signifikante Anzahl an ticketlosen Menschen in den Bereich des Wembley-Stadions angezogen, die wahrscheinlich zu dem Anstieg an Infektionen rund um das Event beigetragen haben“, heißt es in der Mitteilung. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Söder kündigt Krankenhaus-Ampel als Inzidenz-Ersatz an

Die bayerische Staatsregierung will künftig von der Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab in der Corona-Politik abrücken. „Aufgrund der hohen Impfquote ist die Methodik der ersten drei Wellen, also sich nur auf die Inzidenz zu konzentrieren, nicht mehr passend“, sagt Ministerpräsident Markus Söder der „Mediengruppe Münchner Merkur tz“.

Söder kündigte an, dass sich Bayern an das baden-württembergische Modell anlehnen werde, das seit 16. August in Kraft ist. „Das heißt: 3G – getestet, geimpft und genesen – gilt künftig unabhängig von der Inzidenz.“

Für mögliche Einschränkungen will Bayern nach Söders Angaben eine Krankenhaus-Ampel einführen, mit der die Lage auf den Intensivstationen ersichtlich werden soll. „Da wir uns bei der Ministerpräsidentenkonferenz nicht einigen konnten, entwickeln wir das in Bayern selbst“, sagte Söder weiter. Einen weiteren Lockdown soll es nicht geben.

Auf die Frage, ob es im Extremfall Freiheiten nur für Geimpfte und Genesene geben werde, sagte Söder: „Der Freistaat plant das nicht. Sie werden aber erleben, dass einzelne Veranstalter, Vereine und private Anbieter auf 2G gehen.“
(Foto: CC s. Archiv v. 6.12.20; Quelle: TSP, 20.08.21)


Jede zweite Person in den USA komplett geimpft

In den USA sind inzwischen fast 170 Millionen Menschen vollständig geimpft und damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt.
Insgesamt seien 360,6 Millionen Dosen verabreicht worden. Mehr als 200 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben rund 328 Millionen Menschen.

Die USA haben derweil die Maskenpflicht in Flugzeugen, Zügen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum 18. Januar verlängert. Das teilte am Freitag die Transportsicherheitsbehörde TSA mit. Bislang sollte die Maskenpflicht Mitte September auslaufen.
(Quelle: TSP, 20.08.21)


Belgien lockert Pandemie-Bestimmungen

Belgien schafft Corona-Beschränkungen für Restaurants und Cafés ab. Im Rahmen eines Regierungsplans können die Gaststätten und Kaffeehäuser ab 1. September wieder zu ihren früheren Öffnungszeiten zurückkehren, teilt Ministerpräsident Alexander De Croo mit. Clubs und Tanzlokale sollen am 1. Oktober ihre Türen wieder öffnen dürfen.

Die Regierung verweist dabei auf die hohe Impfquote: Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind gegen das Coronavirus geimpft. Masken müssten allerdings weiter getragen werden.

Die Beschränkungen sollen allerdings nicht für die Hauptstadt Brüssel aufgehoben werden, da hier die Impfbereitschaft bislang deutlich niedriger ausfällt. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Tschechien erhöht Risikostufe für Deutschland

Wegen der steigenden Infektionszahlen in Deutschland stuft Tschechien die Bundesrepublik auf seiner Corona-Ampel künftig als „orange“ mit mittlerem Risiko ein. Das teilt das Gesundheitsministerium in Prag mit.

Die Änderung gilt von Montag an, hat aber praktisch keine Auswirkungen. Wer einreisen will, muss wie bisher bei grüner Ampel einen negativen Corona-Test vorweisen oder mindestens 14 Tage vollständig geimpft sein. Zudem ist ein Online-Meldeformular auszufüllen. Für den kleinen Grenzverkehr zum Beispiel zum Einkaufen gilt eine Ausnahme.

In Tschechien selbst bleibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Zuletzt gab es innerhalb von sieben Tagen 12 neue Fälle je 100.000 Einwohner.(Quelle: TSP, 20.08.21)


Delta-Mutation AY.3 beunruhigt Wissenschaftler

Eine weitere Delta-Variante breitet sich im Süden der USA aus. Auch Großbritannien und Israel verzeichnen Infektionen mit der neuen Mutation. Karl Lauterbach mutmaßt, sie könnte „noch ansteckender als die Delta-Variante sein“.

Corona-Forscher in mehreren Ländern warnen vor einer weiteren Mutation des Virus. »AY.3« ist eine Untervariante von Delta und breitet sich in Großbritannien, den USA und Israel seit einigen Wochen aus. Noch sind die Fallzahlen gering und eine genaue Risikoeinschätzung nicht möglich, aber die vorliegenden Daten deuten Wissenschaftlern zufolge auf eine abermals gestiegene Ansteckungsgefahr hin. „Das sind definitiv die ersten klaren Zeichen einer potenziell besorgniserregenden Variante seit einer Weile“, warnte Christina Pagel, Professorin am University College London, auf Twitter.

In Teilen Englands steige der Anteil von AY.3 an den Coronainfektionen auf noch niedrigem Niveau an. Es sei denkbar, aber nicht sicher, dass die Variante die ursprüngliche Delta-Mutation verdrängen werde. Darauf deuteten Daten aus dem Osten des Landes hin.

Während in Großbritannien die neue Variante die Gesamtzahl der Neuinfektionen mit Covid-19 noch kaum beeinflusse, sei das in einigen südlichen Bundesstaaten der USA bereits anders, so Pagel weiter. In Missouri und Mississippi liegt der Anteil von AY.3 an den Infektionen bereits bei 43 und 45 Prozent, wie Daten der US-Seuchenschutzbehörde CDC zeigen. Es sei zwar noch früh, und es gebe bislang keinen Nachweis für die erhöhte Ansteckungsgefahr, »aber wir haben das schon einmal gesehen, und wir sollten anfangen, uns vorzubereiten«, schreibt Pagel.

In Israel teilte das Gesundheitsministerium mit, dass AY.3 bereits im Land sei und vermutlich aus den USA eingeschleppt wurde. „Es sieht sehr, sehr virulent aus, was die Infektionsrate angeht, und es sieht so aus, als ob sie eine relative Resistenz gegen den Impfstoff entwickelt“, sagte Asher Shalmon, Leiter des Referats für Internationale Beziehungen, vor einem Ausschuss des Parlaments. „Diese Variante könnte ein Wendepunkt sein und uns in die Abschottung treiben, die wir so sehr zu vermeiden versuchen“, warnte Shalmon laut der Zeitung Haaretz.

(Quelle: SPIEGEL, 20.08.21)


Italien: Mehr Corona-Patienten auf den Intensivstationen

In Italien ist der Anteil von Corona-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser gestiegen. Landesweit seien die Intensivbetten nach jüngsten Angaben im Schnitt zu 4,5 Prozent mit Covid-19-Kranken belegt, teilte das Gesundheitsministerium in seinem wöchentlichen Corona-Lagebericht mit.

In der Vorwoche gaben die Experten diesen Wert noch mit 3,4 Prozent an. Gesundheitsexperte Gianni Rezza erklärte, betroffen seien vor allem Ungeimpfte. (Quelle: Tagesschau, 20.08.21)



Portugal lockert wegen Impferfolgen vorzeitig

Nach schnelleren Impffortschritten als erwartet zieht Portugal einige Corona-Lockerungen um zwei Wochen vor. Unter anderem sollen Gaststätten nun bis 2 Uhr nachts offen bleiben dürfen.
„Die Pandemie ist nicht vorbei“, mahnt Kabinettsministerin Mariana Vieira da Silva zugleich. Zahlreiche Maßnahmen bleiben bestehen.

In Portugal sind inzwischen mehr als 70 Prozent der Bevölkerung geimpft. Das Robert-Koch-Institut und die Bundesregierung führen Portugal nicht mehr als Hochrisikogebiet mit Ausnahme von Lissabon und der Algarve.
(Quelle: TSP, 20.08.21)


DRV: Hochrisiko-Einstufung griechischer Inseln trifft Familien

Die Einstufung Kretas und anderer beliebter griechischer Urlaubsinseln als Hochrisikogebiet trifft nach Einschätzung des Deutschen Reiseverbandes (DRV) vor allem viele Familien. Diese nutzten derzeit die noch in einigen Bundesländern andauernden Sommerferien für einen Urlaub, teilte der DRV am Freitag mit. Eine vorzeitige Rückreise sei nicht zwingend erforderlich, „der Urlaub kann wie geplant fortgesetzt werden“, betonte der Verband.

Nach DRV-Schätzung sind derzeit rund 150 000 Pauschalurlauber aus Deutschland in Griechenland unterwegs. Hinzu komme eine unbekannte Anzahl Individualreisende. Das Land zählt auch in diesem Jahr zu den Top-Zielen rund um das Mittelmeer. Gefragt sind insbesondere Inseln wie Kreta, Rhodos und Korfu. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Spanien erklärt ganz Deutschland zum Corona-Risikogebiet

Für alle Besucher aus Deutschland wird die Einreise nach Spanien ab Montag erschwert. Ab dem 23. August werde ganz Deutschland aufgrund der steigenden Infektionszahlen zum Corona-Risikogebiet erklärt, teilte das spanische Gesundheitsministerium in Madrid am Freitag mit. Diese Neueinstufung gilt zunächst für sieben Tage. Das bedeutet, dass alle Einreisenden aus Deutschland ab zwölf Jahren bis Mitternacht des 29. August einen Nachweis über eine Impfung, eine Genesung oder einen negativen Test vorlegen müssen. Zuletzt galten lediglich fünf Bundesländer – Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Schleswig-Holstein – als Risikogebiete. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Neue Studie zu Covid-Medikament von Astrazeneca vielversprechend

Der Pharmakonzern Astrazeneca hat nach eigenen Angaben eine vielversprechende Behandlung gegen Covid-19 gefunden. In einer Studie habe das von ihm entwickelte Antikörper-Medikament vor Covid-19 gut geschützt, wenn die Probanden vorher keiner Infektion ausgesetzt waren, berichtete der britisch-schwedische Konzern am Freitag. Das Medikament hatte in einer früheren Studie mit Probanden, die dem Virus bereits ausgesetzt waren, weder vor Covid-19 schützen, noch die Symptome behandeln können.

Dem Konzern zufolge konnte in der neuen Studie mit knapp 5.200 Teilnehmern das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, um 77 Prozent verringert werden konnte. Schwere Verläufe gab es demnach in keinem Fall. Die Studie wurde demnach in Spanien, Frankreich, Belgien, Großbritannien und den USA vorgenommen, ihre Probanden sprachen nur schlecht auf Impfstoffe an oder vertrugen sie gar nicht – oder hatten aufgrund ihres Wohnorts oder ihrer Lebensumstände ein erhöhtes Infektionsrisiko. ((Quelle: TSP, 20.08.21)


Oldenburg: Kramermarkt fällt aus

Der Oldenburger Kramermarkt fällt wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr erneut aus. Darauf haben sich Stadt und Schaustellerverband geeinigt, wie die Stadtverwaltung heute mitteilte. Statt des Kramermarkts erwägen die Schaustellerinnen und Schausteller, den temporären Freizeitpark „LaOla“ anzubieten. Das sei bereits im vergangenen Jahr eine gute Alternative gewesen, heißt es von der Stadt. Das Volksfest war vom 1. bis 10. Oktober geplant. (Quelle: NDR, 21.08.21)


Griechische Urlaubsinseln werden Corona-Hochrisikogebiete

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Kreta und weitere griechische Urlaubsinseln ab Dienstag als Hochrisikogebiet ein. Bereits am Sonntag werden die Kanarischen Inseln und Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Neben Kreta wird in Griechenland die südliche Ägäis mit Urlaubsinseln wie Rhodos, Kos, Mykonos oder Naxos als Hochrisikogebiet eingestuft. Diese zurzeit von Touristen vollen Inseln gelten unter anderem wegen ihres intensiven Nachtlebens als Keim der Corona-Ausbreitung in Griechenland.

Die Regierung in Athen versucht, mit sogenannten Mini-Lockdowns die Lage in den Griff zu bekommen. Auf Kreta gilt bis auf Weiteres ein Ausgehverbot zwischen 01.00 Uhr bis 06.00 Uhr für die beliebten Urlaubsregionen von Chania, Rethymno und Iraklio. Ausnahmen gibt es nur in Notfällen und für in der Nacht Arbeitende. Zudem darf in Lokalen keine Musik mehr gespielt werden. Damit soll vermieden werden, dass die Menschen dicht beieinander tanzen.
Diese Maßnahmen gelten auch für andere kleinere Inseln. In den meisten Fällen gelten sie für ein bis zwei Wochen – bis die Zahl der Neuinfektionen sinkt.

Am Donnerstag hatte die griechische Gesundheitsbehörde für das rund elf Millionen Einwohner zählende Land 3.273 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert, 20 Menschen starben. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Friesland: 3.000 sind nachgeimpft

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen im Landkreis Friesland haben 3306 Menschen eine Nachimpfung erhalten. Mehr als 6000 weitere Termine für Nachimpfungen sind bei Impfzentren registriert, wie der Landkreis am Freitag mitteilte. Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) berichtete, zuletzt habe es in der Bevölkerung auch Sorgen vor möglichen Risiken durch dritte oder gar vierte Impfungen gegeben. Der Landkreis nehme diese Sorgen und Ängste ernst, sagte Ambrosy. Daher will der Kreis in der kommenden Woche zusätzlich Informationsschreiben insbesondere an Ärzte verschicken.

Der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, sagte, die Nachimpfungen seien frühzeitig mit dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem für Impfstoffsicherheit zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) abgestimmt worden. „Wir können uns da völlig auf der sicheren Seite fühlen“, sagte er. Zwar gebe es noch keine großen, gezielten Studien zu Dritt- oder gar Viertimpfungen, dennoch seien solche Nachimpfungen „nicht als kritisch zu erachten“.

„Wir können beispielsweise ableiten, aus Studien zu Booster-Impfungen in Israel, dass es nicht zu einem erhöhten Nebenwirkungsprofil gekommen ist, und dass deswegen auch keine Sicherheitsbedenken bestehen“, sagte Pulz. Der Mediziner betonte zugleich, es handele sich um ein Impfangebot. Jede und jeder könne selbst über eine Nachimpfung entscheiden.

Eine Krankenschwester hatte eingeräumt, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollen daher knapp zehntausend Betroffenen als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.

Der Skandal um mit Kochsalz gefüllte Impfspritzen im Friesland könnte sich ausweiten. Denn inzwischen hat eine Zeugin ausgesagt, im Vorfeld vor ihrer Kollegin als Impfgegnerin gewarnt zu haben. Das wurde heute bekannt.

Demnach habe die Mitarbeiterin des Impfzentrums in Schortens (Landkreis Friesland) ihre Vorgesetzten beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) bereits fünf Tage vor Bekanntwerden der Vorgänge gewarnt: Die später beschuldigte Kollegin könnte eine Impfgegnerin und Verschwörungstheoretikerin sein. Darauf habe allerdings niemand reagiert. Das berichtete das Magazin „Spiegel“ am Freitag. Auf Nachfrage der Evangelischen Presseagentur (EPD) sagte Landrat Sven Ambrosy (SPD) jedoch, dass ihm davon nichts bekannt sei. Stattdessen müssten nun die Ermittlungsbehörden prüfen.

Sollte sich der Vorwurf jedoch bewahrheiten, sei dies „fatal“, sagte Ambrosy. Der Landrat ist sich sicher: Wenn solche Warnungen bestanden hätten, hätte das DRK den Landkreis als Auftraggeber informieren müssen. Ein Zurückhalten solcher Informationen wäre ein erheblicher Verstoß gegen die Geschäftsgrundlage und stelle die Vertrauensfrage. Der Vorfall müsse lückenlos aufgeklärt werden, so der Politiker.

(Quelle: GN, 20.08.21)


Mobile Impfteams verabreichen mehr als 4500 Corona-Impfungen im Ahrtal

Im rheinland-pfälzischen Ahrtal haben mobile Impfteams nach der verheerenden Flutkatastrophe von Mitte Juli 4579 Corona-Impfungen verabreicht. Das mobile Angebot sei zur wesentlichen Stütze der Pandemiebekämpfung dort geworden, teilte die rheinland-pfälzische Staatskanzlei am Freitag mit. Das Projekt des Koblenzer Impfzentrums am Bahnhof in Ahrweiler hatte am 19. Juli begonnen – wenige Tage nach dem Hochwasser.

„Wir waren sehr froh, als das Koblenzer Impfzentrum sich kurzfristig bereit erklärt hat, einen Impfbus personell zu bestücken und an die Ahr zu fahren, um hier die Impfkampagne aufrechtzuerhalten“, erklärte Landesimpfkoordinator Daniel Stich (SPD). Mit Hilfe des Busses und der mobilen Teams habe die Impfkampagne im Kreis fortgesetzt werden können.

Noch bis zum 27. August sollen der Bus und die mobilen Teams im Kreis Ahrweiler im Dienst bleiben. Anschließend sollen wieder örtliche Arztpraxen die Corona-Impfungen übernehmen. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Spahn erwägt Angebot für Auffrischungsimpfung an alle Bürger

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwägt ein Angebot für eine Corona-Auffrischungsimpfung an alle Bürgerinnen und Bürger. „Eine Booster-Impfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz“, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Freitag. Hausärzte halten Auffrischungsimpfungen für jeden für unnötig. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht unterdessen davon aus, dass die Zahl der Infektionen bei vollständig Geimpften steigen wird.

Spahn sagte, die Länder würden bereits schrittweise mit den sogenannten Booster-Impfungen in den Pflegeeinrichtungen und für besonders gefährdete Menschen beginnen. Außerdem könnten sich diejenigen noch einmal impfen lassen, die bislang nur Vektorimpfstoffe bekommen hätten. „In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten“, sagte Spahn weiter. Für die Auffrischungsimpfungen setzt Spahn dem RND-Bericht zufolge vor allem auf die Arztpraxen.

Der Hausärzteverband hält diesen Schritt jedoch nicht für nötig. „Betagte und gefährdete Personen sollten die Auffrischungsimpfung ein halbes Jahr nach ihrer zweiten Impfung erhalten“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Booster-Impfungen für alle sind aus medizinischer Sicht derzeit nicht nötig“, fügte er jedoch hinzu.

Gesundheitsminister Spahn rief eindringlich dazu auf, die Impfkampagne zu verstärken. Nötig sei eine Impfquote bei den über 12-Jährigen von deutlich über 70 Prozent. „Der September ist der entscheidende Monat“, sagte Spahn den RND-Zeitungen. Wer dann nicht geimpft sei, dem fehle der volle Schutz für die Herbst- und Wintermonate. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Bundesländer wollen rund 2,8 Millionen Impfstoff-Dosen loswerden

Die Bundesländer wollen laut „Spiegel“ knapp drei Millionen Impfdosen loswerden. Dem Gesundheitsministerium zufolge hätten die Länder bis Donnerstag insgesamt 2,76 Millionen Einheiten zur Rückführung an den Bund angemeldet, berichtet das Magazin. 2,6 Millionen Dosen davon seien vom Hersteller AstraZeneca, die in den Impfzentren der Länder zum Ladenhüter geworden seien. Das Ministerium wolle die Impfstoffe dann an Drittstaaten verschenken. Neue Lieferungen von AstraZeneca reiche der Bund inzwischen direkt an die Covax-Initiative weiter, um sie Entwicklungsländern unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Bis Jahresende wolle Deutschland insgesamt mindestens 30 Millionen Dosen an andere Staaten verschenken. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Norwegen schickt Nichtgeimpfte aus Deutschland in Quarantäne

Ungeimpfte aus Deutschland müssen bei der Einreise nach Norwegen künftig in Quarantäne. Außerdem wird von Montag an vor und nach der Einreise ein Corona-Test verlangt, wie die norwegische Regierung am Freitag mitteilte. Wer eine Infektion überstanden hat oder geimpft ist, muss nicht in Quarantäne. Hintergrund ist, dass die EU-Gesundheitsbehörde ECDC die Bundesrepublik seit kurzem nicht mehr als grünes, sondern als orangefarbenes Gebiet einstuft. (Quelle: TSP, 20.08.21)



Sri Lanka verhängt Lockdown

Angesichts rasch steigender Corona-Zahlen hat Sri Lanka einen Lockdown verkündet. Die Maßnahme solle von Freitagabend bis mindestens 30. August gelten, sagte Armeekommandant General Shavendra Silva am Freitag. Nicht von den Schließungen betroffen seien Betriebe und Geschäfte zur Lebensmittelversorgung sowie Krankenhäuser. Auch der Flughafen und Fabriken, die für den Export produzieren, sollen weiterarbeiten dürfen.

In dem südasiatischen Inselstaat mit seinen mehr als 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern werden derzeit rund 3500 Neuinfektionen pro Tag registriert. Das Gesundheitssystem ist überlastet. In Krematorien müssen Überstunden gemacht werden. Kürzlich hatte die Regierung bereits mehrere Maßnahmen verkündet – etwa Reisebeschränkungen zwischen Provinzen, ein Verbot für Hochzeiten und öffentliche Anlässe sowie Gästebeschränkungen für Restaurants. ((Quelle: TSP, 20.08.21)


Spahn: Lage auf Intensivstationen verschärft sich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor den Auswirkungen der vierten Corona-Welle. Die Lage verschärfe sich gerade wieder. „Auf den Intensivstationen gehen die Covid-19-Zahlen erneut hoch. Dort liegen zu 90 Prozent Nichtgeimpfte“, sagte Spahn dem „Mannheimer Morgen“. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die vierte Welle bereits begonnen.

Spahn schloss dennoch einen pauschalen weiteren Lockdown aus. „Drei von vier Erwachsenen in Deutschland haben sich für eine Impfung entschieden. Für sie wird es keine zusätzlichen Kontakt- und Ausgangssperren geben“, sagte er. Das sei geltende Rechtslage. „Die große Mehrheit hat sich in die Freiheit zurückgeimpft.“

Der Gesundheitsminister fordert weiter eine konsequente Anwendung der 3G-Regel. „Geimpft, genesen, getestet, das ist eine einfache Regel für die Innenbereiche. Und die Maske werden wir noch eine Weile tragen müssen, etwa in der Bahn oder im Supermarkt“, sagte Spahn. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Festkomitee-Präsident: Kölner Karneval mit voller Kapazität

Das Festkomitee Kölner Karneval will angesichts der neuen Corona-Vorgaben in NRW mit Volldampf in die neue Session gehen. „Es wird keine Reduzierung in Sachen Publikum mehr geben, wir planen mit voller Kapazität“, sagte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn dem Kölner „Express“. „Die Musik hören, gemeinsam schunkeln. Das hat den Menschen gefehlt“, sagte er. „Wir können abschalten vom Alltag und die Sorgen vergessen. Von daher glaube ich schon, dass es die schönste Session werden kann, die wir in unserer Zeit erleben werden.“

Die neue Corona-Schutzverordnung für NRW sieht ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 vor, dass Menschen, die geimpft, genesen oder PCR-getestet sind, an allen Saalveranstaltungen teilnehmen dürfen. Bei Umzügen und anderen Veranstaltungen im Freien reicht für Besucher ein Schnelltest aus. Von den neuen Freiheiten sei er positiv überrascht, sagte Kuckelkorn. „Wir hatten uns das gewünscht, aber nicht erwartet.“ Er empfinde die Regeln als sicher. „Jetzt kann jeder Jeck entscheiden, wie und ob er feiert.“ (Quelle: TSP, 20.08.21)


Inzwischen 99 Millionen Corona-Impfdosen in Deutschland gespritzt

In Deutschland sind inzwischen rund 99 Millionen Impfdosen gegen das Corona-Virus verabreicht worden. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Dosis geimpft sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag nun knapp 48,7 Millionen Menschen oder 58,5 Prozent der gesamten Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung haben fast 53,1 Millionen Menschen oder 63,8 Prozent aller Einwohner erhalten. Minister Jens Spahn (CDU) bekräftigte bei Twitter: „Unser Motto: Impfen, impfen, impfen!“

Spahn erläuterte, unter den 12- bis 17-Jährigen hätten inzwischen 26,2 Prozent eine Erstimpfung erhalten. Bei den 18- bis 59-Jährigen seien es 64,7 Prozent und bei Über-60-Jährigen bereits 86 Prozent. Vollständig geimpft sind nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) nun 17 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, 61,7 Prozent zwischen 18 und 59 Jahren sowie 82,9 Prozent aller Menschen über 60 Jahre. (Quelle: TSP, 20.08.21)


Grafschafter Zahlen

5.581 Grafschafter haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie mit dem Virus infiziert. Das sind elf Fälle mehr als noch am Donnerstag. Der Inzidenzwert nach Robert Koch-Institut für die Grafschaft Bentheim lag am Freitag bei 39,4 (Donnerstag: 37,2). Als genesen gelten 5.359 Bürger im Landkreis.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 125. In Quarantäne befinden sich derzeit laut Kreisverwaltung 203 Grafschafter.

Aktuell gibt es laut Landkreis 97 gemeldete Coronainfektionen (Donnerstag: 92) in der Grafschaft. Sie verteilen sich wie folgt auf das Kreisgebiet (in Klammern die Veränderung zum Vortag):

  • Bad Bentheim: 2 (+1)
  • Emlichheim: 4 (0)
  • Uelsen: 2 (0)
  • Neuenhaus: 5 (0)
  • Wietmarschen: 13 (+4)
  • Nordhorn: 61 (+1)
  • Schüttorf: 10 (-1)

(Quelle: GN, 20.08.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems): 36,9 (gestern: 34,4)
Meppen: 16,9 (19,7)
Papenburg: 21,3 (18,6)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 20. August, sind in Niedersachsen 665 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das Robert Koch-Institut meldet einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.834. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 271.033 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 35,5 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 31,5 Fälle). (Quelle: NDR, 20.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von heute lag sie bei 48,8 – am Vortag hatte der Wert 44,2 betragen, vor einer Woche 30,1.
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 9280 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.06 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 5578 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 13 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 19 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.853.055 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.693.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.956.

(Quelle: RKI, 20.08.21)



Niederlanden verzichten auf Einschränkungen. Bald.

In den Niederlanden sollen alle Anti-Corona-Maßnahmen am 1. November aufgehoben werden. Bis dahin werden sie schrittweise abgebaut. Es beginnt an den weiterführenden Schulen und den Universitäten schon ab dem 30. August. Dort wird der Lehrbetrieb wieder vollständig aufgenommen, die Zahl der Studenten bei einer Vorlesung in einem Raum wird aber auf 75 beschränkt. Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern entfällt. Die Maskenpflicht gilt nur noch außerhalb des Unterrichts. Home-Office ist aber weiterhin angesagt.

Die zweite ganz große Lockerung soll dann ab dem 20. September stattfinden. Dann fällt die Maskenplicht auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann braucht man keinen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern mehr einzuhalten. Die Sperrstunde von 24 Uhr in der Gastronomie wird abgeschafft. Bars und Nachtclubs können wieder öffnen, aber ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern muss dort weiterhin eingehalten werden.

Das Formel-1-Rennen „Großer Preis der Niederlande“ soll Anfang September in Zandvoort wie geplant stattfinden. Zugelassen werden täglich aber nur 75.000 anstatt der sonstigen 100.000 Zuschauer pro Tag. Sie müssen geimpft sein und brauchen ihren QR-Code für den Zugang zu den Tribünen. Außerdem müssen sie alle feste Sitzplätze haben.

Am 1. November ist in den Niederlanden „Freedom Day“ – der Freiheitstag. Ab November soll es überhaupt keine Corona-Regeln und Freiheitseinschränkungen mehr geben. Möglich wird dies alles, weil die Impfquote in den Niederlanden jetzt bereits sehr hoch ist. 58 Prozent der Bevölkerung ist durchgeimpft, also hat zwei Impfungen erhalten. 84 Prozent der Niederländer haben schon die erste Impfung. Die Zahl der Corona-Patienten, die zur Behandlung in Krankenhäuser aufgenommen werden müssen, sinkt stetig, ebenso wie die Zahl der an oder mit Corona verstorbenen Personen. Laut nationaler Gesundheitsbehörde RIVM werden derzeit 661 Corona-Patienten in Hospitälern behandelt. Für den 13. August meldet das RIVM sechs Todesfälle, die mit Corona in Verbindung gebracht werden. Die Niederlande haben 17 Millionen Einwohner.

„Wir wollen alle zurück zur Normalität. Wir hoffen, dass das am 1. November der Fall sein wird. Aber sicher ist das nicht,“ sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte bei der Präsentation des Drei-Stufenplans zu Lockerung der Corona-Maßnahmen am Freitagabend in Den Haag.

Außerdem können sich alle Niederländer, die verreisen wollen und dafür einen Corona-Test machen müssen, bis zum 1. Oktober gratis testen lassen, weil viele Länder bei der Einreise noch einen negativen Corona-Test verlangen.

Gesundheitsminister Hugo de Jonge rief alle Niederländer nachdrücklich dazu auf, sich impfen zu lassen. „Das Virus hat uns jetzt eineinhalb Jahre im Griff, wenn wir uns befreien wollen, müssen wir uns alle impfen lassen,“ sagte er. Aber eine Impfpflicht soll es in den Niederlanden nicht geben. Nur das Testen werde nach dem 1. Oktober nicht mehr gratis sein. „Das soll eine Stimulanz werden, um sich impfen zu lassen,“ so der Gesundheitsminister. (Quelle: GN, 19.p8.21)


Robert Koch-Institut sieht Beginn der vierten Pandemie-Welle

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) hat in Deutschland die vierte Welle in der Corona-Pandemie begonnen. Der Anteil der positiven Proben unter den PCR-Tests in Laboren sei innerhalb einer Woche bis Mitte August von vier auf sechs Prozent gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Instituts vom Donnerstagabend. Von Infektionen betroffen seien vor allem jüngere Altersgruppen. „Damit zeigt sich nun deutlich der Beginn der vierten Welle, die insbesondere durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung an Fahrt aufnimmt“, heißt es im Bericht.

Das RKI schätzt eine Gefährdung für die Gesundheit der noch nicht oder nur einmal geimpften Menschen in Deutschland insgesamt weiterhin als hoch ein. Für vollständig Geimpfte stufen die Forscher sie als moderat ein. Bereits seit Anfang Juli komme es in Deutschland wieder zu einem Anstieg der Inzidenz vor allem in den Altersgruppen der 10- bis 49- Jährigen, heißt es in der Analyse. Ein ähnlicher Anstieg in dieser Bevölkerungsgruppe sei im Sommer 2020 zu beobachten gewesen – allerdings erst fünf Wochen später, also Ende September bis Anfang Oktober. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Mehr als 169 Millionen US-Bürger vollständig geimpft

In den USA sind inzwischen mehr als 169 Millionen Menschen vollständig geimpft und damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien über 359 Millionen Dosen verabreicht worden. Fast 200 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben rund 328 Millionen Menschen. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Israel bietet Booster-Impfung Lehrern und Personen ab 40 Jahren an

Zur Eindämmung der hochansteckenden Delta-Variante erweitert Israel den Personenkreis, der eine Auffrischungsimpfung erhalten kann. Das Gesundheitsministerium teilt mit, dass nun auch Personen ab 40 Jahren sowie Lehrer eine dritte Immunisierung mit dem Biontech-Mittel bekommen könnten. Erst vor kurzem hatte Israel das Mindestalter für eine Auffrischungsimpfung des Corona-Impfstoffs von 60 auf 50 Jahre herabgesetzt. Auch den Beschäftigten im Gesundheitswesen wurde die Booster-Impfung angeboten. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Teile Griechenlands sollen zum Hochrisikogebiet hochgestuft werden

Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge Teile Griechenlands einschließlich Kreta zum Hochrisikogebiet hochstufen. Auch die Ionischen Inseln und die südliche Ägäis seien davon betroffen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kanaren und andere spanische Regionen würden dagegen herabgestuft. Dazu zählten Asturien, Kastilien, Katalonien und Valencia.

Zu Hochrisikogebieten heraufgestuft werden sollen demnach zudem auch mehrere Regionen in Irland sowie Nordmazedonien und Kosovo. Brasilien und Uruguay sollten zudem nicht länger als Virusvariantengebiet gelten. ((Quelle: TSP, 19.08.21)


Stiko-Begründung zielt auch auf sozial Teilhabe

Die Ständige Impfkommission hat bei ihrer Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren in der Pandemie auch deren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben mit im Blick. Neben der Verhinderung von Erkrankungen und Klinikeinweisungen gehe es auch darum, Einschränkungen der sozialen und kulturellen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen abzumildern, heißt es in der wissenschaftlichen Begründung der Kommission, die am Donnerstag im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts veröffentlicht wurde. Auch die psychosozialen Folgen der Pandemie, insbesondere von Isolationsmaßnahmen, seien in dieser Altersgruppe unabhängig von individuellen Infektionen erheblich.

Die Impfempfehlung ist bereits seit Montag bekannt, die ausführliche Begründung fehlte aber noch. Seit Montag sei die Nachfrage nach Impfungen für junge Leute in den Praxen sprunghaft angestiegen. (Quelle: TSP, 19.08.21)


6 Wochen Haft für Briten in Singapur wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht

In Singapur ist ein 40-jähriger Brite zu sechs Wochen Haft verurteilt worden, weil er keine Corona-Schutzmaske getragen und sich gegen seine Festnahme durch die Polizei massiv zur Wehr gesetzt hatte. Dies bestätigte ein Gerichtsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Benjamin Glynn wurde laut Medienberichten im Mai festgenommen, nachdem Aufnahmen von ihm ohne Maske in einem Zug im Internet aufgetaucht waren.

Als Polizisten kamen, um ihn festzunehmen, leistete Glynn Widerstand. Zu einer ersten Gerichtsverhandlung erschien er erneut ohne Maske und wehrte sich vehement gegen das „lächerliche“ Verfahren. Den örtlichen Medien zufolge versicherte er, dass Masken nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützten.

Der Richter ordnete zunächst eine psychiatrische Untersuchung an. Als der Gutachter Glynn für gerichtstauglich erklärte, wurde er am Mittwoch wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln, Widerstand gegen die Polizei und öffentlichen Ärgernisses verurteilt. Das Urteil wurde auf den 19. Juli datiert. Da der 40-Jährige somit schon zwei Drittel der Strafe abgesessen hatte, wurde er nach dem Urteil freigelassen und soll laut der „Straits Times“ abgeschoben werden. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Merkel besucht Biontech und ruft zum Impfen auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch des Biontech-Impfstoffwerks im hessischen Marburg alle noch Ungeimpften erneut aufgerufen, die Chance zur Impfung zu nutzen. „Ich möchte alle bitten, die noch nicht geimpft sind“, sich und andere zu schützen, sagte Merkel am Donnerstag. Da nun auch dank der Marburger Produktion genug Impfstoff verfügbar sei, könnten alle dieses Angebot wahrnehmen.

Merkel wertete den Erfolg von Biontech auch als Bestätigung für die Bedeutung von Investitionen in Forschung und Entwicklung. Durch jahrzehntelange Forschung habe das Unternehmen einen Weg entdeckt, „wie wir den Ausweg aus der Pandemie finden können“. Dieser solle nun möglichst vielen Menschen auf der Welt zugänglich gemacht werden.

Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci sagte, das Werk in Marburg sei „eine der größten Produktionsstätten für mRNA-Impfstoff in Europa und weltweit“ geworden. Mittlerweile habe das Unternehmen den Wirkstoff für mehr als 500 Millionen Impfdosen hergestellt, bis Ende des Jahres sollten es eine Milliarde Dosen werden. Biontech wolle von Deutschland aus einen Beitrag zur Überwindung der Pandemie leisten, künftig könne das Land möglicherweise dann „wieder die Apotheke der Welt“ werden. (Foto CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 19.08.21)


Deutlich weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Die Erholung des US-Arbeitsmarkts vom Corona-Einbruch schreitet voran. In der vergangenen Woche ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut gesunken, um 29.000 auf 348.000 Anträge, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Damit fiel der Rückgang stärker aus als Analysten erwartet hatten. Seit Februar verbessert sich Lage auf dem Arbeitsmarkt der größten Volkswirtschaft der Welt tendenziell.

Nachdem die Erholung in den Monaten Juni und Juli ins Stocken geraten war, zeigte sich in den vergangenen Wochen wieder ein etwas stärkerer Rückgang bei den Hilfsanträgen. Gestützt wird die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt durch einen robusten wirtschaftlichen Aufschwung, der von hohe staatliche Ausgaben und die Aufhebung von Corona-Beschränkungen befeuert wird.

So hatte sich auch im jüngste monatlichen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung eine deutliche Erholung am Arbeitsmarkt gezeigt. Trotz des Rückgangs liegt die Zahl der Hilfsanträge aber nach wie vor über dem Niveau, das vor der Corona-Krise üblich war. In den Monaten vor der Pandemie wurden pro Woche nur gut 200.000 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Spanisches Gericht hebt nächtliche Ausgangssperre in Katalonien auf

Ein spanisches Gericht hat die in Katalonien verhängte nächtliche Corona-Ausgangssperre größtenteils aufgehoben. Nur noch in wenigen Teilen der Region soll sie in Kraft bleiben, wie der Oberste Gerichtshof der nordostspanischen Region am Donnerstag entschied. Auch für die katalanische Regionalhauptstadt Barcelona wurden die Einschränkungen aufgehoben.

Die katalanische Regionalregierung hatte Mitte Juli wegen steigender Infektionszahlen in den meisten Gemeinden eine Ausgangssperre von 1 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens verhängt. Das Gericht erklärte aber nun, dass eine Verlängerung der Maßnahme, wie von der Regionalregierung gefordert, in 129 Ortschaften „nicht gerechtfertigt“ sei, da sich die Infektionszahlen dort verbessert hätten. Die Regelung läuft am Donnerstagabend aus. Nur in 19 Ortschaften soll sie laut Gericht weiter bestehen bleiben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sank die Inzidenz in Katalonien am Mittwoch auf 328 Infektionsfälle pro 100.000 Einwohner und damit unter den Landesdurchschnitt von 378 Fällen. Trotz deutlich verbesserter Infektionszahlen weist Katalonien landesweit die meisten Corona-Patienten in Intensivstationen auf: Derzeit liegt die Belegungsrate bei den Intensivbetten bei 42 Prozent. (Quelle: TSP, 19.08.21)


WHO: Reiche Staaten „verhöhnen“ gerechte Impfstoff-Verteilung

Ungeachtet einer sinkenden Zahl von Neuinfektionen und vermehrter Impfstoff-Lieferungen braucht Afrika im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach Einschätzung der WHO weiter internationale Hilfe. Dies betonte am Donnerstag die Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation, Matshidiso Moeti. „Dass einige Staaten nun Auffrischungsimpfungen verabreichen, bedroht das Versprechen auf ein hoffnungsvolleres Morgen für Afrika“, so die Gesundheitsexpertin. Indem „einige reichere Länder“ Impfstoff-Vorräte anlegten, machten sie sich außerdem einer „Verhöhnung der Impfstoff-Gleichheit“ schuldig.

Moeti zufolge gibt es aber auch Hoffnung für Afrika. Demnach hat die Impfinitiative Covax im August bisher fast zehn Millionen Impfdosen nach Afrika geliefert – neunmal so viel wie in derselben Zeit im Vormonat. Das habe die Zahl der Geimpften in Subsahara-Afrika von 1,2 auf 3,4 je 100 Einwohner erhöht. Nichtsdestotrotz impfe Afrika weiter langsam und hinke anderen Kontinenten hinterher. Sorge bereitet der WHO vor allem Westafrika. Die Region kämpfe zusätzlich mit einem Ausbruch von Cholera, Ebola und der Marburg-Virus-Krankheit.

Nicht zuletzt, um ihre eigene Bevölkerung zu schützen, sollten Industrieländer Afrika helfen. „Wir appellieren an reichere Staaten mit Vorräten, die ihre eigene Bevölkerung übersteigen, mehr davon an Afrika abzutreten, dessen Zugang zu Impfungen eingeschränkt ist.“ Das betreffe vor allem Impfstoff, der auf dem Kontinent hergestellt wird. Zuvor wurde Kritik laut, nachdem bekannt wurde, dass Teile des in Südafrika produzierten Impfstoffs von Johnson & Johnson nach Europa exportiert werden. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Experte sorgt sich um weiterhin hohe Corona-Zahlen in Großbritannien

Britische Gesundheitsexperten sorgen sich angesichts noch immer hoher Infektionszahlen in Großbritannien um den bevorstehenden Herbst und Winter. Am Mittwoch hatte die britische Regierung knapp 34.000 neue Corona-Fälle und 111 neue Todesfälle vermeldet. „Das ist sehr besorgniserregend“, sagte der Immunologe Peter Openshaw am Donnerstag dem Sender „Times Radio“, insbesondere weil derzeit das Wetter noch relativ gut sei und die Schulen noch in den Sommerferien seien.

„Wir gehen in den Winter mit einer sehr hohen Infektionslage und wir wissen wirklich nicht, was passieren wird“, so Openshaw. Die Sieben-Tage-Inzidenz stagniert in Großbritannien seit einiger Zeit bei knapp unter 300, nachdem die Fallzahlen Mitte Juli eine Weile zurückgegangen waren. Die Zahl der Covid-19-Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, stieg zuletzt wieder etwas an.

In England, Schottland und Wales sind die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben worden. In England ist sogar das Tragen von Masken in den meisten öffentlichen Räumen mittlerweile eine private Entscheidung. Großbritannien gehört zu den am schwersten von Corona getroffenen Ländern Europas. Seit Beginn der Pandemie sind dort mehr als 154 800 Menschen gestorben, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein steht. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Kein Sport nach der Impfung

Kinder im Alter ab zwölf Jahren und Teenager sollten in den Tagen nach einer Corona-Impfung auf Sport verzichten. Junge Leute sind nach dem Pieks für wenige Tage lieber vorsichtig mit starker körperlicher Aktivität, rät der Kinder- und Jugendmediziner Prof. Reinhard Berner vom Uniklinikum Dresden, der auf Infektionskrankheiten spezialisiert ist.

Eine konkrete Zahl an Pausentagen nennt der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach: Er empfiehlt „insbesondere den Jungs“ nach der Corona-Impfung zehn Tage Sportverzicht – auch wenn das noch nicht verbindlich empfohlen werde.

Bei Symptomen wie Brustschmerz oder Atemproblemen in den Tagen nach der Impfung sollte man den Arzt aussuchen. Hintergrund ist, dass bei Impfungen in dieser Altersgruppe sehr selten Herzmuskelentzündungen als schwere Nebenwirkung auftreten. Dies wurde bei etwa 1 von 16.000 Jungs beobachtet, bei Mädchen trat die Entzündung seltener auf. ((Quelle: TSP, 19.08.21)


Kritik an Impfungen in Schulen

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat sich der Kritik von Kinder- und Jugendärzten an Corona-Impfungen an Schulen angeschlossen. Es sei unbedingt notwendig, dass die betroffenen Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und nach einer eingehenden Beratung durch den jeweiligen Kinder- oder Hausarzt eine informierte Entscheidung treffen, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann am Donnerstag laut einer Mitteilung. „Ob dies einzulösen ist, wenn die Impfung in Impfmobilen vor der Schule erfolgt, halten wir für fraglich.“

Beckmann warnte auch vor möglichen Konflikte, wenn Eltern oder Jugendliche, die gegen eine Impfung sind, sich durch die Präsenz von Impfteams bedrängt sähen. Wie zuvor schon der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wies auch der VBE-Vorsitzende auf möglicherweise entstehenden Gruppenzwang an Schulen hin. ((Quelle: TSP, 19.08.21)


Erster Corona-Fall vor Paralympics im Dorf der Athleten

Wenige Tage vor Beginn der Paralympics in Tokio ist ein erster Corona-Fall im Dorf der Athleten festgestellt worden. Betroffen sei ein ausländisches Mitglied des Personals, keiner der Athleten, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit. Davor wurden 74 Infektionsfälle im Zusammenhang mit den Paralympischen Spielen gemeldet, aber noch kein Fall im Dorf oder unter den Athleten.

Die Paralympics sollen am kommenden Dienstag beginnen und bis 5. September; rund 4400 Athleten aus 160 Ländern werden erwartet. Wie schon bei den Olympischen Spielen werden sie wegen der explodierenden Infektionszahlen ohne Zuschauer ausgetragen.

Seit Tagen verzeichnet das Land täglich über 20.000 Neuinfektionen, am Mittwoch erreichte es mit knapp 24.000 Fällen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand. Wegen der rapide steigenden Ansteckungen gilt in Tokio und 12 weitere Präfekturen inzwischen bis zum 12. September der Gesundheitsnotstand. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Sputnik-Impfstoff für Delta-Variante modifiziert

Russische Forscher haben nach eigenen Angaben den seit gut einem Jahr eingesetzten Corona-Impfstoff Sputnik V für den Einsatz gegen die ansteckendere Delta-Variante des Virus modifiziert. „Im Kühlschrank steht schon das gebaute Vakzin“, sagte der Chef des Gamaleja-Instituts, Alexander Ginzburg, der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag. Es sei noch zu früh, über den Grad der Wirksamkeit des Impfstoffs zu sprechen. Auch andere Hersteller weltweit arbeiten bereits an Delta-Modifizierungen ihrer Impfstoffe.

Zugleich warb Ginzburg dafür, bei mit dem Präparat von Biontech/Pfizer zweifach Geimpften einen Impfstoff namens Sputnik light als Auffrischungsimpfung einzusetzen. Russland hat bisher insgesamt vier Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickelt und arbeitet nach Behördenangaben an einem fünften Vakzin. International vertrieben wird bisher Sputnik V, das in etwa 70 Ländern zugelassen ist. Nach Darstellung des russischen Gesundheitsministers Michail Muraschko soll Sputnik V eine Wirksamkeit von 83 Prozent mit Blick auf Ansteckungen mit der Delta-Variante haben. (Foto CC s. Archiv v. 25.2.21; Quelle: TSP, 19.08.21)


Irakische Pilger ohne Masken beim Aschura-Fest

Hunderttausende schiitische Pilger sind am Donnerstag in die heilige Stadt Kerbela im Zentrum des Iraks geströmt, um trotz der Corona-Pandemie das Aschura-Fest zu begehen. Die meisten trugen dabei keine Mund-Nase-Bedeckung, obwohl im Irak nur knapp fünf Prozent der Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Viele der Pilger vertrauen auf göttlichen Schutz.

Beim Aschura-Fest gedenken die Schiiten Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed, der bei der Schlacht von Kerbela im Jahr 680 als Märtyrer fiel. Diese Schlacht markiert die Spaltung des Islam in Sunniten und Schiiten. Normalerweise pilgern alljährlich Millionen Schiiten zum Schrein für den Mohammed-Enkel, wegen der Corona-Pandemie gab es in diesem Jahr aber deutlich weniger Teilnehmer.

Sie sprachen andächtig ihre Gebete und Gedichte, während Trommler den Rhythmus vorgaben. „Wir machen uns keine Gedanken über Masken, denn unser Glaube an Imam Hussein schützt uns vor allem“, sagte ein Pilger namens Dholam. „Ich habe großes Vertrauen in Gott“, sagte ein anderer.

Derzeit registrieren die Gesundheitsbehörden im Irak täglich etwa 10.000 neue Covid-Fälle. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei knapp 20.000. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Israel schickt Reservisten in Krankenhäuser

Angesichts eines starken Anstiegs an Corona-Neuinfektionen schickt die israelische Armee nach eigenen Angaben erneut rund 200 Reservisten in Dutzende Krankenhäuser. Die Reservisten würden etwa bei logistischen Aufgaben helfen wie der Verlegung von Patienten oder dem Transport von medizinischer Ausrüstung, sagte ein Vertreter des Militärs am Donnerstag. Es gehe darum, das medizinische Personal zu entlasten, damit dieses sich besser um die Patienten kümmern könne.

Die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten stieg laut Gesundheitsministerium am Mittwoch auf 603. Dies ist der höchste Wert seit März. Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen lag Anfang der Woche bei mehr als 8500 Fällen – der höchste Wert seit mehr als einem halben Jahr. Am Donnerstag meldete das Ministerium 7856 neue Infektionen für den Vortag. Vier Menschen mit Corona-Infektionen starben demnach.

Die Zahlen in Israel steigen seit Juni massiv an, dabei sind mehr als 58 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis zweifach geimpft. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Weniger Impfgegner in Österreich

In Österreich schrumpft laut einer Umfrage die Zahl der Corona-Impfgegner. Während zu Jahresbeginn noch 30 Prozent der Bürger eine Injektion ablehnten, seien es nun noch etwa 20 Prozent, teilte das Meinungsforschungsinstitut Gallup am Donnerstag mit. Zugleich sei die Zustimmung zu einer generellen Impfpflicht von Juli auf August von 24 auf nun 29 Prozent gestiegen. Eine deutliche Mehrheit sei inzwischen dafür, dass Tests kostenpflichtig werden sollten, hieß es. „Die geimpfte Mehrheit will keine Einschränkungen mittragen müssen, sie möchte die Vorteile ihres Impfstatus nutzen, das heißt zu einer Normalität zurückzufinden“, sagte Andrea Fronaschütz, Leiterin von Gallup Österreich. Die Umfrage vom 11. bis 13. August unter 1000 Personen ist laut Institut repräsentativ für die webaktive österreichische Bevölkerung im Alter ab 16 Jahren. ((Quelle: TSP, 19.08.21)


Laborärzte fordern mehr staatlich finanzierte PCR-Tests

Laborärzte fordern mehr staatlich finanzierte PCR-Tests. Sollten die Inzidenzen weiter steigen, könne es in Alten- und Pflegeheimen wieder zum Problem werden, wenn Bewohner, Personal und Besucher fast nur noch mit Schnelltests getestet würden, sagt der Verbands-Vorsitzende Andreas Bobrowski der „Welt“. Impfdurchbrüche bei vulnerablen Gruppen könne man nur mit einem PCR-Test vernünftig nachweisen. Ein falscher Schnelltest mit vielen Infizierten sei für den Staat allemal teurer als ein PCR-Test, der den Infizierten sicher erkenne. (Quelle: TSP, 19.08.21)


Grafschafter Zahlen

Am Donnerstag meldet die Grafschafter Kreisverwaltung erneut zwölf neue Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie beträgt somit 5.570. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 125. In Quarantäne befinden sich derzeit laut Kreisverwaltung 189 Grafschafter. Als genesen gelten 5353 Menschen im Landkreis.
Der aktuelle Inzidenzwert nach Robert-Koch-Institut beträgt 37,2. Am Mittwoch betrug der Wert bei 37,9. Seit Samstag, 14. August, liegt die Inzidenz damit über der Marke von 35.

Aktuell gibt es laut Landkreis 92 gemeldete Coronainfektionen (Mittwoch: 87) in der Grafschaft. Sie verteilen sich wie folgt auf das Kreisgebiet (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 1 (+1), Emlichheim: 4 (+1), Uelsen: 2 (+1), Neuenhaus: 5 (+2), Wietmarschen: 9 (-1), Nordhorn: 60 (+1) und Schüttorf: 11 (0). (Quelle: GN, 19.08.21)


Niedersachsen: Landesschülerrat begrüßt Impfempfehlung

Der niedersächsische Landesschülerrat hat die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu impfen, als positiv bewertet. „Aus jetziger Sicht sind die Impfungen der Schülerschaft unsere einzige Chance, wieder zu einen normalen Schulalltag zu kommen. Sie verhindern weiteres Homeschooling“, sagte Justus Scheper vom Landesschülerverband am Donnerstag in Hannover.
Die Empfehlung schaffe sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für die Eltern Klarheit. „Deshalb sollten nach dieser Empfehlung auch Taten folgen und ein Impfprogramm zum neuen Schuljahr mit einem Impfangebot für jeden Schüler vorliegen“, sagte Scheper. Bis es soweit sei, sollen die Maskenpflicht und regelmäßige Tests bleiben.

In gut der Hälfte aller niedersächsischen Impfzentren können sich Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bereits seit Mitte Juli mit dem Einverständnis ihrer Eltern gegen das Coronavirus impfen lassen. (Quelle: GN, 19.08.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems): 34,4 (30,8)
Meppen: 19,7 (2,8)
Papenburg: 18,6 (2,8)


Christian Drosten: Auffirschungsimpfung für die meisten Geimpften nicht nötig

Für die meisten Geimpften wird nach Überzeugung des Virologen Christian Drosten im Herbst keine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig sein: „Die Schutzwirkung der Corona-Vakzinen ist viel besser als beispielsweise bei den Influenza-Impfstoffen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Auch das baldige Aufkommen einer neuen Virusvariante, die gegen die verfügbaren Impfstoffe resistent ist, erwartet er nicht.

Bei alten Menschen sowie bestimmten Risikopatienten hält Drosten eine Auffrischungsimpfung in diesem Herbst jedoch durchaus für sinnvoll. „Nach einem halben Jahr geht das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter.“ In besonderen Umfeldern wie Seniorenheimen sei eine Auffrischung daher denkbar. Die dafür benötigten Dosen nicht ins Ausland abzugeben sei trotz der internationalen Impfstoff-Knappheit vertretbar. Für die übrige Bevölkerung werde irgendwann vielleicht ein Altersniveau definiert werden, ab dem eine Auffrischungsimpfung sinnvoll werde. „In diesem Herbst kommt es aber darauf an, überhaupt erst einmal die Impflücken bei den über 60-Jährigen zu schließen.“

Die US-Regierung hatte am Mittwoch angekündigt, die gesamte amerikanische Bevölkerung voraussichtlich ab September mit Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus versorgen zu wollen. Vollständig Geimpfte sollen rund acht Monate nach der zweiten Spritze mit den Präparaten von Moderna oder Pfizer/Biontech eine dritte Dosis bekommen, wie hochrangige Gesundheitsbeamte mitteilten. Grund dafür seien die Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante sowie Datenauswertungen zum allmählich abnehmenden Impfschutz.

Das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten Anfang der Woche erste Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht. In den kommenden Wochen sollten die Daten einer Phase-1-Studie auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und weiteren Behörden eingereicht werden. Die Teilnehmer hätten acht bis neun Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung erhalten, hieß es. Im Vergleich zu einer zweifachen Impfung hätten bei den Menschen mit Auffrischungsimpfung „signifikant höhere neutralisierende Antikörpertiter“ nachgewiesen werden können. (Quelle: GN, 19.08.21)



Pooltests nur in wenigen Bundesländern geplant

Das RKI, Virologen und Kinderärzte fordern flächendeckende PCR-Pooltests in Kitas und Grundschulen, um das Corona-Übertragungsrisiko zu senken. Eine Monitor-Umfrage zeigt, dass nur wenig Bundesländer diese auch einsetzen.

In einigen Bundesländern läuft das neue Schuljahr bereits, anderswo geht es bald los. Zugleich steigt die Angst vor Corona-Ausbrüchen und erneuten Schulschließungen. Zahlreiche Experten fordern daher flächendeckende und regelmäßige PCR-Pooltests in Grundschulen und Kindergärten. Sie seien deutlich zuverlässiger als die häufig genutzten Selbsttests. Und könnten als sogenannte Lollitests, bei dem die Kinder einige Sekunden an einer Art Wattestäbchen lutschen, schmerzfrei und niedrigschwellig eingesetzt werden.

In Kitas und Schulen ist das Infektionsrisiko noch immer hoch, Kinder unter zwölf Jahren können bislang nicht geimpft werden. In den USA zeigt sich bereits jetzt ein starker Anstieg der Infektionen unter den Jüngsten. Und auch für Deutschland prognostizierte das Robert Koch-Institut, dass sich in dieser Altersgruppe ein „beträchtlicher Teil des Infektionsgeschehens“ im kommenden Herbst abspielen könnte. Deshalb empfahl das RKI bereits im Juli flächendeckende PCR-Pooltests für Kinder, „um das Infektionsgeschehen in Kitas und Grundschulen überwachen zu können und gleichzeitig das Risiko für Übertragungen signifikant zu reduzieren.“ Auch der Virologe Martin Stürmer betont, es sei „unumgänglich“, von den weit verbreiteten Antigen-Schnelltests auf die weitaus genauere und sensiblere PCR-Testung umzustellen, um Schulen und Kindergärten so sicher wie möglich zu machen.

Nur wenige Länder setzen Empfehlung um Doch aktuell planen nur wenige Bundesländer, dieses Konzept umzusetzen. Dies ergab eine Umfrage des ARD-Politikmagazins Monitor unter allen Ländern. Demnach wollen in Grundschulen lediglich Bayern, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Baden-Württemberg PCR-Pooltests flächendeckend zum Standard machen. In Berlins Grundschulen sind flächendeckende PCR-Tests zunächst nur für sechs Wochen geplant. In Kindertagesstätten kündigen sogar allein Baden-Württemberg und Bremen einen flächendeckenden Einsatz oder die volle Kostenübernahme für PCR-Pooltests an. Alle anderen Ländern setzen weiterhin vorwiegend auf Schnelltests und wollen die empfohlenen und deutlich genaueren Tests entweder gar nicht oder nur in kleinen Modellprojekten einsetzen. Einige Länder, in denen es weiterhin nur Schnelltests in Schulen und Kitas geben soll, erklärten, der logistische Mehraufwand sei nicht zu stemmen. Fachleute halten dieses Argument angesichts der lange aufgebauten Laborkapazitäten allerdings für nicht überzeugend.

Keine Unterstützung vom Bund Mitte Juli baten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesbildungsministerin Karliczek die Länder schriftlich, PCR-Pooltests „in die Präventionskonzepte in Kitas und Schulen zu integrieren“. Jedoch beließ es der Bund bisher bei dieser unverbindlichen Bitte. Eine Beteiligung an den Kosten oder Hilfe beim Aufbau der nötigen Infrastruktur gibt es vom Bund nicht. Auf Monitor-Anfrage erklärte das Bundesgesundheitsministerium, Schutzkonzepte in Kitas und Schulen seien ein wichtiger Baustein in der Pandemiebekämpfung, betonten jedoch: „Umsetzen müssen das aber die Länder.“

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat kein Verständnis für die fehlende Unterstützung des Bundes, um PCR-Tests flächendeckend zu ermöglichen. Der Bund müsse hier Geld zur Verfügung stellen. „Auch in der Pandemiezeit ist es nicht akzeptabel, dass Kinder uns so wenig wert sind“, sagt Fischbach. (Quelle: WDR/Tagesschau, 19.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 19. August, sind in Niedersachsen 631 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das Robert Koch-Institut meldet zwei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.833. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 270.368 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 31,5 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 29,0 Fälle). (Quelle: NDR, 19.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI)von heute lag sie bei 44,2 – am Vortag hatte der Wert 40,8 betragen, vor einer Woche 27,6.
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8400 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 5638 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 17 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.843.775 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.690.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.943. (Quelle: RKI, 19.08.21)



US-Regierung will Impfpflicht für Pflegeheimmitarbeiter

Die US-Regierung will Beschäftigten von Pflegeheimen eine Impfung gegen das Corona-Virus vorschreiben, wenn die Heime weiterhin Geld aus den öffentlichen Krankenversicherungen Medicare und Medicaid erhalten wollen. Entsprechende Berichte hat das Weiße Haus gerade bestätigt. Die US-Regierung versucht, mit derartigen Anordnungen die Zahl der Impfwilligen im Land zu erhöhen.

Bislang sind nach offiziellen Zahlen Hunderttausende Beschäftigte in Pflegeheimen nicht geimpft, obwohl die Einrichtungen vor allem zu Beginn der Pandemie besonders betroffen waren und die Beschäftigten zu den ersten zählten, die impfberechtigt waren. In den vergangenen Wochen wurden bereits Millionen Bundesbeschäftigte von der Regierung gezwungen, eine Impfung nachzuweisen oder sich andernfalls an strenge Auflagen zu halten. Für Militärbedienstete soll ebenfalls eine Impfpflicht eingeführt werden. Der Vorstoß scheint zu wirken: Im Lauf des vergangenen Monats hat sich die Rate neuer Impfungen fast verdoppelt.(Quelle: Tagesschau, 18.08.21)


Angebote für psychisch belastete Jugendliche im Südwesten

Psychiater erwarten zum Beginn des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg im September viele psychisch belastete Kinder. Diese sollen nun mehr Möglichkeiten für eine Behandlung erhalten. Darauf haben sich die rund 50 Teilnehmer eines digitalen Fachgipfels zur psychischen Situation von Kindern und Jugendlichen in Folge der Corona-Pandemie geeinigt. Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) hatte zu der Videokonferenz Experten, die Jugendhilfe, die Jugendsozialarbeit und Betroffenenverbände eingeladen. Eine Arbeitsgruppe soll nun laut Lucha Vorschläge zusammenstellen. Genaue Zielvorgaben nannte der Minister nicht. (Quelle: Tagesschau, 18.08.21)



Mobile Impfteams starten an Schulen in Schleswig-Holstein

Knapp drei Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres in Schleswig-Holstein fahren ab morgen mobile Impfteams zu den Schulen. An 250 Standorten sollen Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte sich freiwillig gegen Corona impfen lassen können. Dafür ist der Impfstoff von BioNTech und Pfizer vorgesehen. Bislang haben sich mehr als 10.500 Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein für eine Impfung in der Schule angemeldet.(Quelle: Tagesschau, 18.08.21)


Niedersachsen plant neue Corona-Verordnung

Bereits ab kommender Woche Mittwoch soll in Niedersachsen nicht mehr nur die Sieben-Tage-Inzidenz eine Rolle bei der Verhängung von Corona-Maßnahmen spielen, sondern auch die Zahl der belegten Krankenhausbetten. Der parlamentarische Gesundheitsausschuss des Landtags diskutierte heute über den Entwurf. Dieser befindet sich aber noch in Abstimmung.
(Quelle: Tagesschau, 18.08.21)


Kölner Karneval plant „weitgehend normale Session“ – mit 3G-Regel

Nach einem Gespräch der Karnevalisten mit Vertretern der NRW-Landesregierung über die neuen Corona-Regeln geht das Festkomitee Kölner Karneval von einer „weitgehend“ normalen Session 2022 für Geimpfte, Genesene und mittels PCR-Test Getesteten aus. Anders als in Düsseldorf, wo bei einigen Saalveranstaltungen nur Immunisierte teilnehmen dürfen, ermögliche ein negativer PCR-Test aber auch allen, die weder geimpft noch genesen sind, die Teilnahme an Bällen, Sitzungen und Partys in Innenräumen, hieß es in einer Mitteilung.

Ein PCR-Test ist gemäß der aktuellsten Corona-Schutzverordnung für Tanzveranstaltungen in Innenräumen bei einer 7-Tages-Inzidenz von über 35 vorzulegen, sofern man nicht geimpft oder genesen ist. Die Vorgaben ließen damit auch gemeinsames Singen und Tanzen, aber auch Blasmusik und alle anderen typischen Karnevalsaktivitäten zu, hieß es weiter. Die sogenannte 3G-Regel – geimpft, genesen oder getestet – sollen auch für Umzüge gelten, wobei für die Zuschauer an der frischen Luft dann ein Schnelltest ausreiche, wie das Festkomitee Kölner Karneval am Mittwoch weiter mitteilte. Wie das kontrolliert werden solle, dazu gebe es Absprachen zwischen Veranstaltern und Behörden. „Die Jecken haben den Schlüssel zum unbeschwerten und sicheren Feiern nun selbst in der Hand“, erklärte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. (Quelle: Tagesschau, 18.08.21)


Steinmeier mit erster „Bürgerlage“ in Präsenz zu Erfahrungen in Corona-Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt erstmals direkt mit Bürgerinnen und Bürgern zu einem Lage-Gespräch über Erfahrungen in der Corona-Pandemie zusammen. Zuvor hatte es drei solcher „Bürgerlagen“ digital gegeben. Weiterhin online können auch Zuschauerinnen und Zuschauer des angebotenen Livestreams Fragen an die Gesprächsrunde stellen. Gäste Steinmeiers im Schloss Bellevue sind eine Pflegedienstleiterin aus Bremen, Ehrenamtliche aus einem Fußballverein in Nordrhein-Westfalen und bei einer Tafel in Sachsen-Anhalt, ein junger Auszubildender sowie eine Musikerin aus Berlin, eine Hotelbesitzerin aus Bayern und eine Schulleiterin aus Nordrhein-Westfalen. (Foto: CC s. Archiv v. 3.5.20; Quelle: Tagesschau, 18.08.21)


USA planen Drittimpfungen ab Mitte September

Die US-Regierung will voraussichtlich ab September die amerikanische Bevölkerung mit Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus versorgen. Die US-Gesundheitsbehörden begründen dies mit einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Impfstoffe und der Ausbreitung der Delta-Variante.

Es sei ein Plan entwickelt worden, um Bürgerinnen und Bürgern rund acht Monate nach Abschluss ihrer ersten beiden Impfungen mit den Präparaten von Moderna oder Pfizer/Biontech eine dritte Dosis zu verabreichen, teilen hochrangige Gesundheitsbeamte – darunter die Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, und der Immunologe Anthony Fauci – mit.

Der gesamte Plan stehe noch unter Vorbehalt weiterer Prüfungen durch die Arzneimittelbehörde FDA. Die Gesundheitsbehörden seien jedoch vorbereitet, ab dem 20. September Auffrischungsimpfungen anzubieten. Vermutlich seien solche „booster shots“ auch für jene nötig, die mit dem Präparat von Johnson & Johnson geimpft wurden. Noch liegen dazu jedoch wenige Daten vor und die Analysen seien hier noch nicht abgeschlossen.

(Quelle: TSP, 18.08.21)


Hamburg plant Gedenkort für Corona-Tote

Die Stadt Hamburg will einen zentralen Gedenkort für die Opfer und die Folgen der Corona-Pandemie schaffen. Einen entsprechenden gemeinsamen Antrag in der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen die Fraktionen von SPD, Grünen, CDU und Linken. Die AfD-Fraktion enthielt sich bei der Abstimmung.
Laut offiziellen Angaben sind in der Freien und Hansestadt Hamburg bisher 16367 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Bei der Wahl und Ausgestaltung des Gedenkortes sollen Hinterbliebene und die Religionsgemeinschaften miteinbezogen werden. (Quelle: TSP, 18.08.21)


Intensivmediziner beobachten steigende Tendenz

Aus Sicht des Mediziners und Wissenschaftlichen Leiters des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, sind die stark steigenden Inzidenzen Anlass zu Sorge. „Wir haben Stand jetzt zwar noch wenig Covid-Patienten auf der Intensivstation und genügend freie Kapazitäten, aber die Tendenz ist auch hier steigend von minimal 350 Patienten vor zwei Wochen auf jetzt knapp 600“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Inzidenzen seien linear an die Intensivbelegung gekoppelt. „Es ist auch naiv zu glauben, dass die hohen Inzidenzen der jungen Menschen nicht auf die 35- bis 60-Jährigen überspringen. Hier gibt es absolut gesehen noch zu viele Ungeimpfte in Deutschland“, so Karagiannidis.

Das DIVI-Mitglied befürchtet mit Blick auf die nachlassende Impfbereitschaft eine neuerliche ernsthafte Belastung für das Personal. „Einige sind noch ganz schön ausgelaugt von den drei ersten Wellen“, sagt Karagiannidis. „Hier droht ein nachhaltiger Schaden, den wir personell bei der hohen Arbeitsbelastung in den kommenden Jahren nicht kompensieren werden können.“ (Quelle: TSP, 18.08.21)


Hälfte der Bevölkerung in allen Bundesländern vollständig geimpft

Als letztes Bundesland weist nun auch Sachsen eine Komplettimpfungsquote von mehr als 50 Prozent auf. Wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht, liegt der Wert im Freistaat nun bei 50,1 Prozent. Damit ist in allen 16 Bundesländern mindestens die Hälfte der Bevölkerung vollständig geimpft.

Spitzenreiter bei den vollständig Geimpften ist den Angaben zufolge weiterhin Bremen mit einer Quote von 68,3 Prozent. Ebenfalls die Marke von 60 Prozent übersprungen haben das Saarland (62,5 Prozent), Schleswig-Holstein (61,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (60,3 Prozent).

Bundesweit sind 57,8 Prozent der Bevölkerung – 48,1 Millionen Menschen – vollständig geimpft. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben nunmehr 52,8 Millionen Menschen oder 63,5 Prozent der Bevölkerung. Dabei nimmt die Zahl der Erstimpfungen wieder etwas zu, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. (Quelle: TSP, 18.08.21)


Impfgegner: Gouverneur hat Corona

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Texas, Greg Abbott, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der republikanische Politiker, ein vehementer Gegner einer Maskenpflicht, wurde einen Tag nach einem Treffen mit zahlreichen Parteifreunden bei einer Veranstaltung in einem geschlossenen Raum positiv getestet, wie sein Büro mitteilte. Der Gouverneur sei wohlauf und zeige keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung. Er habe sich in seiner Residenz in Selbstisolation begeben. Seine Frau Cecilia Abbott wurde den Angaben zufolge negativ getestet.

Von seinem persönlichen Twitter-Account meldete Abbot, der seit einem Unfall im Jahr 1984 auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sich in einer Videobotschaft auch selbst an die Bürger. Nach eigenen Angaben testet er sich täglich auf das Virus, gegen das er sich bereits habe impfen lassen.

Abbott gehört zu den Gouverneuren in den USA, die sich am deutlichsten gegen Maßnahmen zum Schutz vor Corona ausgesprochen haben. Auflagen wie eine Maskenpflicht in dem Staat hatte er per Verfügung für illegal erklärt. Per Dekret untersagte er es auch allen Regierungsbehörden sowie Einrichtungen, die öffentliche Mittel erhalten, verpflichtende Vorgaben zu Impfungen zu machen. Mehrere texanische Schulbezirke erließen aber auf eigene Faust Regelungen zum Tragen von Masken.

In Texas ist die Corona-Situation aufgrund der besonders ansteckenden Delta-Variante besonders angespannt. So wurden etwa Krankenhäuser in der vergangenen Woche gebeten, nicht absolut notwendige medizinische Eingriffe zu verschieben

Abbott habe in der Pandemie politische Erwägungen von Anfang an „über die öffentliche Gesundheit gestellt“, schrieb der ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidat und frühere Bürgermeister der texanischen Stadt San Antonio, Julian Castro, auf Twitter. Er hoffe, dass der Gouverneur seine Haltung zu einer Maskenpflicht in den Schulen überdenken werde.

(Quelle NOZ, 18.08.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Mittwoch 12 Corona-Neuinfektionen im Kreisgebiet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 5585, demgegenüber stehen 5346 Genesene. In Quarantäne befinden sich am Mittwoch 176 Grafschafter (Dienstag: 158). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt bei 125. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes liegt bei 37,9 (Dienstag: 36,5).

Die aktuellen 87 Covid-19-Fälle (Dienstag: 81) verteilen sich wie folgt auf das Kreisgebiet (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 0 (-1), Emlichheim: 3 (0), Uelsen: 1 (0),Neuenhaus: 3 (+3), Wietmarschen: 10 (0), Nordhorn: 59 (+4) und Schüttorf: 11 (0).


Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems): 30,8 (gestern: 27,2)
Meppen: 2,8 (5,6)
Papenburg: 2,8 (2,8)


Niedersachsen-Update

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert am Mittwoch bei 29,0 – so viele neue Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Am Vortag lag die Inzidenz bei 26,0. Am Mittwoch vor einer Woche wurde ein Wert von 18,8 verzeichnet. Landesweit registrierte das RKI 646 neue Infektionen und vier weitere Todesfälle.

Die niedersachsenweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte erneut Wolfsburg mit 57,9. Danach folgten der Landkreis Verden (54,0), die Region Hannover (44,9) und die Stadt Osnabrück (40,5). Die niedrigsten Werte meldeten die Landkreise Leer (9,4) und Friesland (12,2).

Nach Daten des Divi-Intensivregisters wurden in Niedersachsen am Mittwoch 29 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 19 von ihnen wurden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 329, davon haben 146 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

In Bremen ging die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag etwas zurück. Sie lag bei 40,5 nachdem am Vortag ein Wert von 41,4 gemeldet worden war. Am Mittwoch vor einer Woche war eine Inzidenz von 25,8 verzeichnet worden. 41 Neuinfektionen kamen im kleinsten Bundesland hinzu. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht. (Quelle: GN, 18.08.21)


Israel: „Grüner Pass“ für fast alle Lebensbereiche

In Israel gilt seit heute wegen massiv steigender Corona-Infektionszahlen der sogenannte Grüne Pass für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Alle Personen ab drei Jahren müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind, wenn sie etwa Sport- oder Kulturveranstaltungen, Fitnessstudios, Museen, Restaurants, Universitäten und Konferenzen besuchen wollen. In Gebetshäusern gilt eine Ausnahme für bis zu 50 Personen. Kinder bis zwölf Jahre können kostenlos getestet werden. Ab zwölf Jahre müssen die Kosten selbst übernommen werden. Am Dienstagabend hatte das Gesundheitsministerium 8726 neue Corona-Infizierte für den Vortag gemeldet – den höchsten Wert seit mehr als einem halben Jahr. (Quelle: Tagesschau, 18.12.21)


Österreich erwägt Beschränkungen für Ungeimpfte

In Österreich könnte es ab dem Herbst Beschränkungen für Ungeimpfte geben. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) kann sich etwa vorstellen, dass Veranstaltungen künftig nur mehr von Geimpften besucht werden dürfen. „Ich glaube, dass vor einer zunehmend präkerer werdenden epidemiologischen Lage im Herbst wir über ‚1-G‘ reden müssen und ich kann mir das im Oktober durchaus vorstellen“, sagt der Minister. Zuerst müsse aber jeder die Gelegenheit gehabt haben, sich impfen zu lassen. Derzeit gilt für Veranstaltungen, Freizeiteinrichtungen oder die Gastronomie die „3-G-Regel“. Eingelassen werden darf wer getestet, geimpft oder genesen ist. (Quelle: Tagesschau, 18.12.21)


Verbraucherzentralen warnen vor falschen Impfangeboten

Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrug mit falschen Impfangeboten. „Manche Menschen klingeln gerade in den sozialen Brennpunkten an Haustüren, um vermeintliche Impfungen zu verkaufen“, sagte der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Am Ende ist das Geld weg, eine Impfung gibt es nicht.“ Um solchen Machenschaften einen Riegel vorzuschieben, gehörten Haustürgeschäfte verboten, erklärte Müller.(Quelle: Tagesschau, 18.12.21)


Gastgewerbeumsatz im Juni deutlich gestiegen

Der Umsatz im Gastgewerbe ist im Juni angesichts der schrittweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, legte der Umsatz gegenüber dem Vormonat Mai kalender- und saisonbereinigt um 61,7 Prozent zu. Allerdings lag er noch 40,7 Prozent unter dem Vorkrisenniveau des Februars 2020 und war real auch geringfügig niedriger als im Juni 2020 (minus 0,8 Prozent). Wie das Bundesamt weiter ausführte, konnten im Juni vor allem Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen, die zuvor in besonderem Maße von den Einschränkungen betroffen waren, ihre Umsätze steigern und sie mit einem Plus von 114 Prozent gegenüber Mai mehr als verdoppeln. Auch hier liegt der Umsatz demnach aber noch 49,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. (Quelle: Tagesschau, 18.12.21)


Papst nennt Corona-Impfungen „Akt der Liebe“

Papst Franziskus hat die Impfungen gegen das Coronavirus als einen „Akt der Liebe“ bezeichnet. Dank der Vakzine gebe es Hoffnung auf ein Ende der Pandemie, „aber nur, wenn sie für alle verfügbar sind und wir zusammenarbeiten“, sagte er in einer Videobotschaft zur Unterstützung einer US-Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft in Nord-, Mittel- und Südamerika. Sich impfen zu lassen sei „ein Akt der Liebe“, so der Papst weiter. „Und dazu beizutragen, dass die Mehrheit der Menschen geimpft wird, ist ein Akt der Liebe. Liebe für sich selbst, für seine Familie und Freunde und für alle Menschen.“ (Foto CC s. Archiv v. 20.12.20; Quelle Tagesschau, 18.12.21)


Airline Qantas führt Impfpflicht für Beschäftigte ein

Alle Mitarbeiter der australischen Fluggesellschaft Qantas müssen sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Für Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal gilt eine Frist bis zum 15. November, die restlichen Mitarbeiter bekommen bis Ende März 2022 Zeit, wie das Unternehmen mitteilte. Ausnahmen werde es für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. „Ein Besatzungsmitglied kann an einem einzigen Tag mehrere Städte anfliegen und mit Tausenden Menschen in Kontakt kommen“, sagte Qantas-Geschäftsführer Alan Joyce. Es sei daher „sehr wichtig“, dass die Mitarbeiter geimpft seien. (Quelle: Tagesschau, 18.12.21)


Niedersachsen und Corona

Am Mittwoch, 18. August, sind in Niedersachsen 646 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das Robert Koch-Institut meldet vier weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.831. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 269.737 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 29,0 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 26,0 Fälle). (Quelle: NDR, 18.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages hat sich sprunghaft erhöht. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8324 Neuinfektionen – und damit über 4400 mehr als am Vortag (3912). Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.09 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 4996 Ansteckungen gelegen. Zuletzt lag der Wert am 21. Mai über 8000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

Darüber hinaus stieg die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an und über die Marke von 40. Nach Angaben des RKI lag sie bei 40,8 – am Vortag hatte der Wert 37,4 betragen, vor einer Woche 25,1. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 14 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.835.375 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.687.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.921. (Quelle: RKI, 18.08.21)


Trotz Lockdown: Sydney meldet höchsten Tagesanstieg

Trotz des seit bereits zwei Monaten andauernden Lockdowns verzeichnet die australische Metropole Sydney einen Rekordstand an Neuinfektionen binnen 24 Stunden. „Wir haben das Schlimmste noch nicht hinter uns, und wir können dem nur Einhalt gebieten, wenn alle zu Hause bleiben“, sagt die Premierministerin von Neu-Süd-Wales (NSW), Gladys Berejiklian. NSW meldete den höchsten Tagesanstieg mit 633 neuen Fällen, darunter allein 545 in Sydney. Seit dem Bekanntwerden des ersten Delta-Falls am 16. Juni in Sydney, sind in dem australischen Bundesstaat sechzig Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. (Quelle: TSP, 18.08.21)


Drosten: Delta unterstreicht Impf-Notwendigkeit für jeden Einzelnen

Ungeimpften Erwachsenen steht nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten ein schwieriger Herbst und Winter bevor. „Allen, vor allem allen ab 45 Jahren, ist dringend zu raten, sich sehr ernsthaft damit auseinanderzusetzen, ob sie sich wirklich nicht impfen lassen wollen“, sagte der Charité-Forscher.

Der Plan einiger Menschen, durch eine vermeintliche Herdenimmunität bei einer Impfquote von rund zwei Dritteln der Bevölkerung indirekt geschützt zu werden, gehe wegen der hochansteckenden Delta-Variante nicht mehr auf. „Wer sich nicht impfen lässt, wird sich infizieren, und das vielleicht schon in diesem Winter.“ Zu bedenken sei, dass das Infektionsrisiko für Ungeimpfte in diesem Herbst und Winter auch deswegen steige, weil aufgrund der hohen Impfquote dann täglich mehr Neuansteckungen zugelassen würden als noch im vorherigen Winter. Hinzu komme, dass Geimpfte einige Zeit nach der Impfung das Virus sehr wahrscheinlich weitergeben könnten, auch ohne dabei selbst zu erkranken.

Durch ein selbsttätiges Auslaufen der Pandemie verschont zu bleiben, darauf könne niemand hoffen, erläuterte Drosten. Die Impfung sei aufgrund der Delta-Variante keine primäre Frage des Gemeinschaftsschutzes. Es gehe jetzt vielmehr darum, sich selbst zu schützen. Drosten zeigte sich dabei überzeugt, dass sich viele Zögernde demnächst doch noch impfen lassen werden, auch weil sie im direkten Umfeld erlebten, was Covid-19 für Ungeimpfte bedeuten könne. (Quelle: NDR, 18.08.21)


Fast 169 Millionen US-Bürger vollständig geimpft

In den USA sind inzwischen fast 169 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien knapp 358 Millionen Dosen verabreicht worden. Knapp 199 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen.

Die US-Regierung will Insidern zufolge die Maskenpflicht im Personenverkehr weiter bis zum 18. Januar verlängern. Die großen US-Fluggesellschaften seien von den Plänen in Kenntnis gesetzt worden, erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von drei Personen, die darüber informiert worden waren. Die Regel würde für Flug-, Bus- und Zugpassagiere gelten. Bislang läuft die Maskenpflicht bis zum 13. September. (Quelle: NDR, 18.08.21)


„Lasst uns tanzen, Freunde!“
Hamburger Gericht gibt Eilantrag gegen Tanzverbot auf Hochzeitsfeier statt

Das Hamburger Verwaltungsgericht hat dem Eilantrag eines Paars gegen ein coronabedingtes Tanzverbot auf seiner Hochzeitsfeier stattgegeben. Die Feier soll am Wochenende in einem Raum eines Hotels mit insgesamt 51 Teilnehmern über 14 Jahren stattfinden, von denen 41 vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Damit handle es sich „um eine private Feierlichkeit mit bis zu zehn Personen“, weil vollständig geimpfte Teilnehmer „außer Betracht bleiben müssten“.

Das für größere Feiern geltende Tanzverbot erweise sich daher „nach der im Eilverfahren vorzunehmenden summarischen Prüfung als unverhältnismäßig und damit verfassungswidrig“, erklärte das Gericht. Grundsätzlich dürften die Behörden zwar bei privaten Feiern in der Gastronomie auf die allgemeinen Vorgaben inklusive Tanzverbot verweisen, weil es „leicht zu einer Vermengung mit veranstaltungsfremden (ungeimpften) Personen kommen“ könne, „die sich unkontrolliert unter die Tanzenden mischten“.

Doch ein ausnahmsloses Tanzverbot führe „dazu, dass auch auf solchen Veranstaltungen nicht getanzt werden dürfe, von denen – wie hier – keine relevante Gefahr für das Infektionsgeschehen ausgehe“. „So würde das Tanzverbot nach der gegenwärtigen Regelung auch für eine geschlossene private Feier gelten, an der ausschließlich vollständig Geimpfte teilnähmen, obwohl diese nach der Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bei der Epidemiologie der Erkrankung keine wesentliche Rolle mehr spielten“, hieß es. (Quelle: NDR, 18.08.21)



Türkei wird Hochrisikogebiet

Wegen gestiegener Corona-Infektionen gilt die Türkei aus deutscher Sicht nun als Hochrisikogebiet. Mitten in der Urlaubssaison gelten damit für Menschen, die aus dem bei Touristen beliebten Land einreisen, seit Mitternacht andere Regeln, wie aus einer Mitteilung des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Einreisende, die weder genesen noch geimpft sind, müssen sich nach ihrer Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne begeben – ab dem fünften Tag kann diese durch einen negativen Corona-Test beendet werden. Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantänepflicht automatisch nach fünf Tagen, wie es auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums heißt.

Die Entscheidung zur Einstufung als Hochrisikogebiet hatte die Bundesregierung vergangene Woche getroffen – rund anderthalb Monate, nachdem die Reisewarnung für die gesamte Türkei aufgehoben worden war. Die gilt nun wieder.

Die Corona-Fallzahlen in der Türkei sind Ende Juli rasant gestiegen, täglich werden derzeit rund 20.000 neue Fälle offiziell registriert. Am Montag verstarben an einem Tag 165 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, an einem Tag wurden nach offiziellen Angaben zudem mehr als 18.000 Neuinfektionen gemeldet. Im Juli waren es pro Tag noch etwa 7000 gewesen. Zum Vergleich: In Deutschland wurden am Montag etwa 2126 neue Fälle gemeldet – bei ähnlicher Bevölkerungszahl.

Anfang Juli hatte die Türkei Corona-Maßnahmen stark gelockert: So wurden nächtliche Ausgangsverbote aufgehoben, die Gastronomie öffnete wieder, Hochzeiten und ähnliche Feste mit Gästen sind wieder erlaubt. (Quelle: GN, 17.08.21)


Innenministerium lässt Luca-App nicht durch BSI überprüfen

Das Bundesinnenministerium wird die umstrittene Luca-App zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht umfassend durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) untersuchen lassen. Zuvor habe das Land Hessen das BSI gebeten, eine umfassende Quellcode-Prüfung der Luca-Anwendung vorzunehmen, teilte das Ministerium auf Anfrage mit und bestätigte damit einen Bericht des „Spiegel“. In den vergangenen Wochen und Monaten mussten die Macher der App immer wieder Schwachstellen schließen, die Datenschützer und Aktivisten des Chaos Computer Clubs entdeckt hatten. Manche Datenschützer wie die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk stören sich an dem Konzept, die erfassten Daten zentral zu speichern. Die Hersteller der App verweisen auf einen wirksamen Schutz durch Verschlüsselungstechnik. Die Luca-App kommt in 13 Bundesländern zum Einsatz. Diese zahlen Millionenbeträge dafür. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Ärzte warnen vor Verfall von Millionen Impfstoffdosen

In Deutschlands Arztpraxen droht nach Einschätzung von Deutschlands Kassenärzten millionenfach Corona-Impfstoff zu verfallen. Laut einer Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, die dem ARD-Politikmagazin Report Mainz vorliegt, könnten bis zu 3,2 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen allein aus Arztpraxen im Herbst verfallen. Das betrifft insbesondere 1,5 Millionen Dosen von AstraZeneca und Johnson&Johnson. Aber auch bei 1,7 Millionen Dosen BioNTech, die momentan in den Praxen lagern, ist nicht sicher, ob sie noch verimpft werden. Denn Arztpraxen können im Gegensatz zu Impfzentren keine unverbrauchten, noch haltbaren Impfdosen direkt an den Bund zurückgeben. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Niedersachsen: Impfzentren planen Aktionen für U-18-Jährige

Ab Ende August soll es in Niedersachsen erneut Sonder-Impfaktionen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geben. Die Impfzentren arbeiten derzeit an konkreten Konzepten.

Die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, zeigte sich in der wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag zuversichtlich, dass nach der gestrigen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) die Nachfrage in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen weiter zunimmt. „Wir gehen davon aus, dass wir mit der Empfehlung noch eine ganze Reihe weiterer Eltern und Jugendlicher überzeugen können“, sagte Schröder. Schon jetzt seien in Niedersachsen 30,9 Prozent der Unter-18-Jährigen mindestens einmal geimpft und 14 Prozent von ihnen bereits ein zweites Mal. Damit sei Niedersachsen nach Schleswig-Holstein bundesweiter Spitzenreiter.

Termine und konkrete Aktionen für die Impfungen von Kindern und Jugendlichen in den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten sollen laut Schröder am Mittwoch oder Donnerstag auf der Internetseite der Landesregierung veröffentlicht werden. Darüber hinaus böten viele Impfzentren Unter-18-Jährigen an, sich auch ohne Termin gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Auch arbeite das Kultusministerium an Plänen, zum Schulstart nach den Sommerferien Impfungen an Schulen anzubieten. (Quelle: NDR, 17.08.21)


NRW führt PCR-Testpflicht in Diskos ein

Ab Freitag müssen in Nordrhein-Westfalen alle bis auf Geimpfte und Genesene beim Besuch von Diskotheken, Hochzeiten und privater Feiern einen negativen PCR-Test vorlegen. Die neue Regelung greift ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und gilt für alle Bereiche, „wo man zum Beispiel zusammen tanzt“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Ein Antigenschnelltest sei bei solchen Veranstaltungen mit einem hohen Risiko für Mehrfachansteckungen nicht ausreichend. Mit der neuen Coronaschutzverordnung des Landes tritt auch die sogenannte 3G-Regelung in Kraft, auf die sich Bund und Länder in der vergangenen Woche einigten. Diese sieht vor, dass Geimpften, Genesenen und Getesteten grundsätzlich alle Einrichtungen und Angebote wieder offenstehen. Die Regelung geht mit einer Ausweitung der Testpflicht für nicht geimpfte oder nicht genesene Menschen einher. (Quelle: WDR, 17.09.21)


Impfzentrum in Südfrankreich verwüstet

Unbekannte haben ein Impfzentrum in Südfrankreich verwüstet und Hunderte Dosen Vakzin zerstört. „Es handelt sich um klassischen Vandalismus“, sagte die Bürgermeisterin des betroffenen Ortes Saint-Orens-de-Gameville, Dominique Faure. Die Täter hätten in dem Impfzentrum nahe Toulouse Tische, Stühle und zwei Computerbildschirme zerstört. Nach einem Bericht der Zeitung „La Dépêche du Midi“ wurden 500 Fläschchen mit mehr als 4000 Impfdosen vernichtet.

In Toulouse und anderen französischen Städten waren an den fünf vergangenen Samstagen Zehntausende Gegner der Corona-Maßnahmen von Präsident Emmanuel Macron auf die Straße gegangen. Sie demonstrierten gegen die Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal und die kürzlich eingeführte Testpflicht für nicht Immunisierte etwa in Restaurants und Kinos. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel steigt sprunghaft

Die Anzahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist in Israel sprunghaft auf mehr als 8.500 gestiegen. Das Gesundheitsministerium verzeichnete am Dienstag 8.646 neue Fälle für den Vortag – den höchsten Wert seit Ende Januar. In den vergangenen Tagen hatten die Zahlen jeweils unter 6.000 gelegen. Die Zahl der Schwerkranken stieg auf 559. Dies ist der höchste Wert seit Mitte März. 13 Menschen mit einer Corona-Infektion starben. Israel versucht seit rund zwei Wochen, den massiven Anstieg der Infiziertenzahlen mit einer dritten Corona-Impfung zu bekämpfen. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Grafschaft Bisher 22 „Impfdurchbrüche“

22 Grafschafter haben sich trotz Corona-Impfung nachweislich mit Covid-19 infiziert. Das berichtet die Kreisverwaltung auf Anfrage der Grafschafter Nachrichten. Es habe sehr wenig dieser sogenannten Impfdurchbrüche von April bis August dieses Jahres gegeben, so die Einschätzung des Kreishauses. Insgesamt sind laut Kreisverwaltung bisher 78.524 Grafschafter vollständig geimpft.
Als Impfdurchbruch wird eine symptomatische Infektion bei vollständig Geimpften bezeichnet, die im Labor bestätigt wurde. Betroffen von diesen Impfdurchbrüchen seien vor allem jüngere Grafschafter, die zwischen 1970 und 2000 geboren wurden. Lediglich eine betroffene Person stammt aus dem Jahr 1948. Es lasse sich laut Kreisverwaltung auch kein Muster bei den Impfstoffen feststellen. Bei den betroffenen Grafschaftern seien alle Impfstoffe bis auf den von Moderna zum Einsatz gekommen. Der Moderna-Impfstoff sei jedoch auch generell sehr wenig im Kreisgebiet verabreicht worden. (Quelle: GN, 17.08.21)


Impfzentrum Nordhorn schließt am 4. September

Am 4. September werden im Impfzentrum an der Nordhorner Paulstraße die letzten Spritzen gesetzt, danach wird das Zentrum geschlossen. Wie die Kreisverwaltung berichtet, werden an diesem Tag die letzten stationären Zweitimpfungen verabreicht, um dann mit dem Rückbau zu starten. Die letzten Erstimpfungen in der Paulstraße haben bereits am vergangenen Donnerstag stattgefunden. Auf der Agenda stehen außerdem noch offene „Einmal-Impftermine“ mit Johnson & Johnson am Freitag, 20. August und Samstag, 21. August.
In ganz Niedersachsen werden die stationären Impfzentren am 30. September geschlossen. Die mobilen Teams des Impfzentrums werden am 6. September bei Impfaktionen ihre letzten Erst- und am 27. September ihre letzten Zweitimpfungen vornehmen. Auch dieses werden offene Impfaktionen ohne Anmeldung sein. Termine wie Orte der noch geplanten Aktionen werden jeweils noch gesondert mitgeteilt. Wer anschließend eine Erstimpfung haben möchte, muss sich an seinen Hausarzt wenden.

Das Impfzentrum in den Lingener Emslandhallen schließt am 17. September. (Quelle: GN, BN, 17.08.21)


Verband: Ungenutzte Impfdosen an arme Länder geben

Entwicklungsorganisationen mahnen eine Weitergabe in Deutschland ungenutzter Impfdosen an Entwicklungs- und Schwellenländer an. Der Bundesverband entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen Venro forderte dafür in Berlin pragmatische Wege, um Millionen von Menschen weiteres Leid zu ersparen. Laut jüngsten Medienberichten würden rund 2,3 Millionen ungenutzte Impfdosen an den Bund zurückgegeben, erklärte der Verband. Viele dieser Impfdosen drohten zu verfallen. Allein in Bayern hätten schon mehr als 50.000 Impfdosen vernichtet werden müssen. Vertragsauflagen verhinderten derzeit eine unkomplizierte Weitergabe an Länder, in denen Impfstoff dringend benötigt werde. Die stellvertretende Vorsitzende von Venro, Maike Röttger, appellierte: „Es darf nicht sein, dass in Deutschland Impfstoffe vernichtet werden, während die Menschen in anderen Weltregionen darauf warten und es tagtäglich tausende Neuinfektionen und Todesfällen gibt.“ Laut Bundesgesundheitsministerium sei es rechtlich unzulässig, ungenutzte Impfdosen an Drittländer abzugeben. Grund seien trilaterale Verträge, die die Abgabe nicht zuließen, sowie Haftungsrisiken. (Quelle: ARD,17.08.21)


Maskenpflicht an Berliner Schulen verlängert

Berliner Schülerinnen und Schüler sind nun bis mindestens zum 5. September verpflichtet, eine medizinische Gesichtsmaske in der Schule zu tragen. Die zunächst für die ersten zwei Wochen nach den Ferien angeordnete Maskenpflicht sei um weitere 14 Tage verlängert worden, teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach der Senatssitzung mit. Dies sei zum Corona-Infektionsschutz nötig und damit wichtig, um einen sicheren Schulbetrieb in Präsenz abzusichern. „Wir bleiben vorsichtig.“ Die Regelung werde weiter gemeinsam mit Fachleuten fortlaufend überprüft, ergänzte die Bildungsverwaltung des Berliner Senats. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Verfahren nach unerlaubter Impfung einer Neunjährigen eingestellt

Nach der unzulässigen Impfung eines neunjährigen Mädchens in einem kommunalen Impfzentrum in Schwaben hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen einen Arzt eingestellt. Zur Impfung Anfang Juni sei es nur gekommen, weil der Vater auf die Frage, wer zu impfen sei, in einem unangemessenen Scherz seine Tochter genannt haben soll, teilte die Staatsanwaltschaft Augsburg mit. Der Mediziner habe dies nicht als Scherz erkannt, zumal sich das Kind statt des Vaters auf den Impfplatz setzte. Auch die weiteren Vorbereitungen seien unwidersprochen geduldet worden.

Allerdings habe der Arzt die erforderliche Kontrollen unterlassen, um die unzulässige Impfung auszuschließen. Gegen ihn war wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt worden. Für die Einstellung des Verfahrens sei neben dem Scherz besonders ausschlaggebend gewesen, dass bei dem Mädchen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen festgestellt worden seien. Die Eltern hätten auch keinen Strafantrag gestellt, so die Staatsanwaltschaft. Dem beschuldigtem Arzt sei zudem fristlos gekündigt worden. Der Vorfall habe ihn sehr mitgenommen. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


BKA registriert mehr politisch motivierte Straftaten

Die Corona-Pandemie hat sich im Jahr 2020 deutlich auf die Kriminalitätsentwicklung ausgewirkt. Insgesamt wurden von den Bundesländern 3559 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet, wie aus einem in Wiesbaden veröffentlichten Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht. Verantwortlich dafür seien unter anderem die Teilnehmenden an den Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gewesen. „Diese heterogene Mischszene eint neben einer generellen Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen zumindest partiell auch eine staatskritische bis staatsfeindliche Haltung“, heißt es in dem BKA-Bericht mit dem Titel „Auswirkungen von Covid-19 auf die Kriminalitätslage in Deutschland“. So seien bei Versammlungen zum Beispiel Personen aus dem rechtsextremistischen, zum Teil gewaltorientierten Spektrum wie Hooligan-Gruppen oder sogenannte Reichsbürger festgestellt worden. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Tschechien testet alle Schüler und lockert weiter

Nach den Sommerferien müssen sich alle Schülerinnen und Schüler in Tschechien auf Corona-Tests einstellen. Geplant sind drei Tests im Abstand von wenigen Tagen, wie Gesundheits- und Schulministerium bekannt gaben. Wer den Test verweigert, darf demnach weder in der Schule singen noch am Sportunterricht teilnehmen. Zudem müssen Testverweigerer auch im Unterricht eine Maske tragen. Ausgenommen von der Testpflicht sind Jugendliche, die bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Die Regierung in Prag beschloss zudem weitere Lockerungen, die am 1. September in Kraft treten. Für Schwimmbäder, Sportstadien, Konzertsäle, Theater, Museen und Zoologische Gärten entfallen die bisherigen Kapazitätsgrenzen. Voraussetzung ist, dass alle Besucher geimpft, getestet oder genesen sind. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Corona-Fall im Sommerurlaub der Queen

Die Pandemie hat die Queen in ihrem Sommerurlaub eingeholt. Ein Mitglied des Personals, das die 95-Jährige auf ihrem Urlaubsdomizil Schloss Balmoral in Schottland versorgt, wurde positiv auf Corona getestet, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Die vollständig geimpfte Queen Elizabeth II., die erstmals seit dem Tod von Prinz Philip die Sommermonate allein in den schottischen Highlands verbringt, will ihren Aufenthalt dort dem Bericht zufolge jedoch wie geplant fortsetzen.

Sie wird dort abwechselnd von Familienmitgliedern besucht, derzeit sind Prinz Andrew und seine Ex-Frau Sarah Ferguson samt Kindern zu Gast. Laut Tageszeitung „Sun“ wurde der oder die Infizierte am Wochenende nach dem positiven Test nach Hause geschickt. Ein Sprecher des Buckingham-Palastes sagte PA zufolge: „Wir haben feste Abläufe vorbereitet für den Fall, dass jemand aus dem Team Covid bekommt.“ (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Friesland: Polizei richtet Ermittlungsgruppe ein

Im Fall möglicher Impfungen mit Kochsalzlösungen im Landkreis Friesland will die Polizei ihre Ermittlungen vorantreiben und hat dazu eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Gruppe mit dem Titel „Vakzin“ umfasse zunächst acht Beamte, wie die Polizeidirektion Oldenburg mitteilte. Darunter sind demnach Ermittlerinnen und Ermittler der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, die bereits von Beginn an mit dem Fall beschäftigt sind, ebenso wie Beamte weiterer Fachbereiche, wie etwa dem Staatsschutz und dem Bereich Rohheitsdelikte, zu dem etwa Körperverletzungen zählen. Ermittelt wird gegen eine examinierte Krankenschwester. Sie hatte eingeräumt, am Impfzentrum in Schortens am 21. April sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Ihr war beim Anmischen ein Fläschchen mit Impfstoff runtergefallen, was sie nach eigener Aussage vertuschen wollte. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Japan verlängert Corona-Notstand für Tokio

Wegen der alarmierenden Infektionslage hat Japan den Notstand für die Paralympics-Stadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet. Die Regierung des wegen seiner Corona-Politik im Umfragetief steckenden Ministerpräsidenten Yoshihide Suga beschloss, den in Tokio und fünf anderen Präfekturen zunächst bis 31. August verordneten Notstand bis zum 12. September zu verlängern. Er gilt damit bis nach den Paralympics, die vom 24. August bis 5. September dauern. Zugleich wird der Notstand auf sieben weitere Präfekturen ausgeweitet. Die Paralympics in Tokio werden wegen der Corona-Lage ohne Zuschauer abgehalten. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Berliner Pilotprojekt: Testergebnisse liegen vor

Mehrere Berliner Clubs durften ein Wochenende lang öffnen – nun liegen weitere Ergebnisse des Pilotprojekts vor. Für den Modellversuch waren vor anderthalb Wochen 2110 Personen mit einem PCR-Test getestet worden. Sieben SARS-CoV-2 Fälle seien festgestellt worden, teilten Senatskulturverwaltung und Clubcommission mit. „Hiervon waren drei Personen ‚Altfälle‘ mit mehr als zehn Tagen zurückliegender Infektion“, hieß es in der Mitteilung.

Dazu zählen Menschen, bei denen das Virus vor einer Weile festgestellt wurde, aber noch immer nachweisbar ist. Zudem wurden vier Neuinfektionen registriert. Eine Person davon war bereits vollständig geimpft. Alle anderen durften in sechs Clubs feiern, ohne Abstand und ohne Maske. Eine Woche später sollten sie sich erneut testen lassen. An der PCR-Nachtestung hätten knapp 70 Prozent – 1447 Menschen – teilgenommen, hieß es. „Alle Nachtestungen waren negativ.“ Kultursenator Klaus Lederer wertete das als gutes Zeichen. Seiner Einschätzung zufolge erlauben die Ergebnisse „einen positiven Blick in Richtung Zukunft und Normalisierung des Clubbetriebs“.(Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Sachsen: Inzidenzunabhängige Öffnung ab Ende August geplant

Sachsen setzt auf eine neue Strategie in der Pandemie. „Mit der neuen Corona-Schutz-Verordnung ab Ende August wird es einen Paradigmenwechsel geben“, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). „Grundsätzlich werden alle Angebote und Geschäfte inzidenzunabhängig öffnen können – natürlich unter den bekannten Schutzvorkehrungen.“ Ab einem gewissen Infektionsgeschehen gebe es allerdings notwendige Einschränkungen. Köpping verwies darauf, dass die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin „nicht der einzige Maßstab“ bei der Bewertung der Infektionslage sei. Mit dem Betten-Indikator habe der Freistaat „schon lange kein reines Inzidenzmodell mehr“.

Nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung soll es mit den neuen Regeln weitgehende Freiheiten geben, Ungeimpften und Nicht-Genesenen würde jedoch der Zutritt zu einzelnen Bereichen wie Konzerten, Clubs oder Fußballspielen bei Überschreiten bestimmter Grenzwerte verwehrt. Die neue Corona-Schutz-Verordnung soll vom 26. August an gelten.
(Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Grafschafter Zahlen

Vier weitere Covid-19-Fälle zählt die Kreisverwaltung am Dienstag. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt leicht von 35,7 am Montag auf 36,5 am Dienstag. Aktuell verzeichnet der Landkreis 81 aktuelle Covid-19-Fälle, am Montag waren es noch 77. In Quarantäne befinden sich derzeit 158 Grafschafter. Seit Beginn der Pandemie sind 5546 Infektionen mit Covid-19 bekannt geworden, 5340 Menschen gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 125. Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim bewegt sich seit einigen Tagen über 35. Der Landkreis hat daher eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die ab Mittwoch in Kraft tritt.

Die aktuellen 81 Covid-19-Fälle verteilen sich wie folgt auf das Kreisgebiet (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 1 (0), Emlichheim: 3 (0), Uelsen: 1 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 10 (0), Nordhorn: 55 (+1) und Schüttorf: 11 (+3).78.524 Grafschafter sind vollständig geimpft, das geht aus der Statistik des Landkreises hervor. In diese Statistik zählen die Impfungen durch das Impfzentrum und der niedergelassenen Ärzte bis einschließlich vergangenen Sonntag. Demnach sind bisher 159.105 Spritzen gesetzt worden. 87.672 Grafschafter haben bereits eine erste Impfung erhalten.

(Quelle: GN, 17.08.21)


Erwerbstätigkeit steigt nur langsam

Der deutsche Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam vom Corona-Schock. Die Zahl der Erwerbstätigen und das Arbeitsvolumen stiegen zwar im zweiten Quartal 2021, konnten das Vorkrisenniveau aber weiterhin nicht erreichen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Erstmals seit der Finanzkrise 2008/2009 kommen wieder mehr Arbeitslose auf eine offene Stelle als zuvor, hat zudem das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur festgestellt.

Laut der amtlichen Statistik waren im Zeitraum April bis Juni rund 44,7 Millionen Menschen an einem Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das war im Vergleich zum Auftaktquartal ein saisonbereinigter Anstieg um 75.000 Personen oder 0,2 Prozent. Zu Jahresbeginn war die Zahl noch gesunken, sie liegt aber weiterhin eine runde halbe Million unter dem Vorkrisenniveau des vierten Quartals 2019. Vor allem die Zahl der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Angehörigen ist in der Krise weiter gesunken. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 27,2 (gestern 19,9 )
Meppen: 5,6 (5,6)
Papenburg: 2,7 (5,3)


Bundeselternrat befürchtet Mobbing an Schulen

Nach der STIKO-Empfehlung zur Impfung auch für Kinder ab zwölf Jahren hat der Bundeselternrat vor möglichen Folgen für die Atmosphäre in Schulklassen gewarnt. Im Rundfunk Berlin-Brandenburg sagte Vorstandsmitglied Ines Weber auf die Frage, ob sie eine Zweiklassengesellschaft befürchte: „Hoffen wir, dass das nicht passiert und dass die Kinder dann auch keinem Mobbing ausgesetzt sind.“ Eine Zweiklassengesellschaft könne entstehen, wenn Geimpfte nach einem Corona-Fall in der Klasse nicht in Quarantäne müssten. Weber regte darum an, weiter alle Kinder – geimpfte und ungeimpfte – zu testen. Die Schulen seien nur teilweise auf das neue Schuljahr unter Pandemiebedingungen vorbereitet, sagte sie. So gebe es vielerorts noch nicht genügend Luftfilter. (Quelle: Tagesschau, 17.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 17. August, sind in Niedersachsen 239 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das Robert Koch-Institut meldet keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.827. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 269.092 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 26,0 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 25,0 Fälle). (Quelle: NDR, 17.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 37,4 – am Vortag hatte der Wert 36,2 betragen, vor einer Woche 23,5.
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3912 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2480 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 19 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.827.051 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.684.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.899. (Quelle: RKI, 17.08.21)


Altenheim-Angestellte in Griechenland wegen verweigerter Impfung beurlaubt

Zehn Mitarbeiter eines Altenheims in Griechenland sind in den Zwangsurlaub geschickt worden, weil sie die seit heute in ihrem Beruf verpflichtende Corona-Impfung verweigert haben. Die fünf Pflegekräfte und fünf Verwaltungsmitarbeiter seien „auf unbestimmte Zeit“ beurlaubt, sagte der Leiter des Heims in Volos im Zentrum des Landes örtlichen Medien. In Griechenland müssen alle Mitarbeiter im Pflegebereich gegen das Coronavirus geimpft sein, ab 1. September ist die Impfung für das medizinische Personal in allen öffentlichen und privaten Krankenhäusern obligatorisch. Mit der Regelung reagiert die Regierung auf die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Wer sich weigert, darf nicht mehr zur Arbeit kommen, zudem drohen Bußgelder. (Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


Corona fordert immer mehr Tote im Iran

Die Delta-Variante des Coronavirus sorgt im Iran für immer mehr Todesfälle und fast täglich neue Höchstwerte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es in den vergangenen 24 Stunden 655 Tote, 35 mehr als am Vortag. Im selben Zeitraum wurden über 41.000 Neuinfektionen registriert. Somit stieg die Gesamtzahl der Toten in Verbindung mit dem Coronavirus in dem Land auf mehr als 98.000, die der Infektionen auf fast 4,5 Millionen. (Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


So viele neue Betriebe in Hamburg wie seit 2008 nicht mehr

In Hamburg sind in der ersten Jahreshälfte so viele Betriebsgründungen angemeldet worden wie seit 13 Jahren nicht mehr. Insgesamt wurden im Zeitraum Januar bis Juni in der Hansestadt 2721 Betriebe gegründet, 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistikamt Nord mit. Ähnlich viele (2808) habe es zuletzt im ersten Halbjahr 2008 gegeben. Als einen Grund für den Anstieg geben die Statistiker Nachholeffekte an, nachdem die durch die Corona-Pandemie verursachten Einschränkungen immer weiter zurückgenommen worden seien. (Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


Serbien beginnt mit Auffrischungsimpfungen

Serbien beginnt morgen mit Auffrischungsimfungen gegen das Coronavirus für bestimmte, besonders gefährdete Personengruppen. Jene Bürger, denen eine dritte Impfung empfohlen wird, würden von der Gesundheitsverwaltung einen entsprechenden Aufruf erhalten, teilte die serbische Regierung mit. Die Drittimpfung könne ab dem 180. Tag nach dem Erhalt der zweiten Dosis verabreicht werden. Empfohlen werde sie allen Menschen über 70 Jahren, weiterhin Menschen über 60 Jahren, die in Altenheimen leben, Patienten, die – etwa infolge einer Organtransplantation – das Immunsystem schwächende Medikamente einnehmen müssen, Mitarbeitern des Gesundheitswesen sowie Bürgern, die viel im Ausland unterwegs sind.(Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


Ministerin: Impfung für Kinder und Jugendliche bleibt freiwillig

Nach der Corona-Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige durch die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Bundesregierung betont, dass damit für diese Altersgruppe kein Zwang zur Impfung verbunden ist. „Die Impfung bleibt freiwillig und darf nicht zur Voraussetzung für den Schulbesuch gemacht werden“, teilte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) mit. Ähnlich hatte sich zuvor auch Regierungssprecher Steffen Seibert geäußert.
(Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


Zahl der Minijobber wächst wieder

Mit der Lockerung vieler coronabedingter Einschränkungen ist die Zahl der Minijobber in Deutschland zum Sommeranfang wieder deutlich gestiegen. Ende Juni waren mehr als sechs Millionen geringfügig Beschäftigte in gewerblichen Berufen gemeldet, wie die Minijob-Zentrale mitteilte. Damit arbeite rund eine halbe Million Minijobber mehr im gewerblichen Bereich als noch am 31. März. In vielen Bereichen würden aktuell dringend Minijobber gesucht, hieß es. Besonders deutlich sei der Anstieg im Gastgewerbe, das traditionell viele Minijobber beschäftige. Ende Juni 2021 waren in Hotels, Restaurants oder Eissalons fast 587.000 geringfügig Beschäftigte in einem Arbeitsverhältnis – ein Plus von 63,6 Prozent gegenüber Ende März. (Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


Grüne für rasche „Schulhof-Angebote“ zu Corona-Impfungen

Die Grünen fordern nach dem neuen Votum der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren rasche konkrete Impfgelegenheiten. „Jetzt braucht es Tempo, um einfach zugängliche Schulhof-Impfangebote für Schülerinnen und Schüler zu schaffen, die dann auch gleich ihren Eltern offen stehen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Nachrichtenagentur dpa. Auch die Aufklärung und die Informationskampagne müssten nun Schritt halten. „Deswegen braucht es gut verständliche Erklärangebote auch für ältere Jugendliche selbst.“ (Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


Malaysias Regierungschef tritt nach Kritik an Corona-Politik zurück

Nach Kritik am Umgang seiner Regierung mit der Corona-Pandemie sind der malaysische Ministerpräsident Muhyiddin Yassin und sein Kabinett zurückgetreten. In einer Fernsehansprache warf der Regierungschef politischen Rivalen vor, die Pandemie für politische Zwecke missbraucht zu haben. Er habe nicht weiterregieren können, da andere Parteien versucht hätten, die Macht zu übernehmen, statt dem Leben der Menschen Vorrang zu geben, sagte er. Anfang August waren in Malaysia zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden, obwohl sich das Land seit Mai in einem strikten Lockdown befindet.

Nach Angaben des Königs Abdullah wird Muhyiddin Yassin übergangsweise das Amt weiter ausüben, bis eine neue Regierung gefunden ist. Der seit anderthalb Jahren regierende Ministerpräsident hatte die breite Unterstützung des Parlaments verloren und sah sich wegen seines Vorgehens in der Pandemie Rücktrittsforderungen ausgesetzt. Die nächste reguläre Wahl steht im Mai 2023 an. Der König ist gegen schnelle Neuwahlen. Mudyiddin Yassin hatte jüngst ein Vorziehen der Wahl auf Sommer 2022 ins Spiel gebracht. (Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


nIzidenz steigt auf über 35 – Neue Regeln in der Grafschaft Bentheim

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim bewegt sich seit einigen Tagen über 35. Der Landkreis hat daher eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die ab Mittwoch in Kraft tritt, heißt es am Montag aus dem Kreishaus. Als Basis der Regelungen ist weiterhin der Stufenplan des Landes Niedersachsen verbindlich. In nahezu allen Bereichen wird der Landkreis allerdings bei den bisherigen Maßnahmen der Stufe 1 im Stufenplan bleiben. „Verschärfungen gibt es lediglich bei den privaten Kontakten“, heißt es in der Mitteilung. Hier habe der Landkreis keinen Ermessensspielraum.

Für die Bürgerinnen und Bürger in der Grafschaft bedeutet das ab Mittwoch:

    • Treffen oder Zusammenkünfte von drei Haushalten bis insgesamt maximal 10 Personen sind möglich (10-aus-3-Regel). Zugehörige Kinder (bis 14 Jahre) und Geimpfte/Genesene werden hierbei – wie bisher – nicht eingerechnet.
    • Gleichzeitig bleibt auch das Zusammenkommen von einem Haushalt mit zwei Personen aus einem weiteren Haushalt zulässig ohne Begrenzung auf eine Personenzahl. Das ist bei großen Haushalten mit vielen Erwachsenen von Vorteil.
    • Für Kinder gilt darüber hinaus, dass sich diese bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren auch in einer Gruppe von bis zu 10 Kindern und Jugendlichen (bis 14 Jahren) treffen können – zusammen mit Erwachsenen aus einem Haushalt.

Damit können Kindergeburtstage in größerem Rahmen gefeiert werden.Nach Angaben des Landkreises beruht das aktuelle Infektionsgeschehen im Kreisgebiet auf Infektionen im privaten und familiären Bereich sowie bei Reiserückkehrern. „Andere Neuinfektionen bewegen sich im Rahmen von Personenkreisen, die aus der Kontaktnachverfolgung bekannt sind“, heißt es weiter. Daher werde im ersten Schritt in den Kontaktbeschränkungen ein Wechsel in Stufe 2 des niedersächsischen Stufenplans erforderlich, damit sich das Geschehen „nicht dynamisch weiterentwickelt“. In den vergangenen Wochen seien die Infektionen überwiegend auf einige kleinere Infektionsherde zurückzuführen gewesen. Eine Kontaktpersonennachverfolgung habe gewährleistet werden können. Aktuell rechnet der Landkreis nach eigenen Angaben nicht mit einem weiteren, dynamisierten Anstieg und der dauerhaften Überschreitung des Schwellenwertes von 50. (Quelle: GN, 16.08.21)


Grafschafter Zahlen

Drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus vermeldet der Landkreis Grafschaft Bentheim am Montag für das Kreisgebiet. Am Wochenende waren zuletzt 12 neue Corona-Fälle verzeichnet worden. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt bei 5.542, als genesen gelten 5.340 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich 141 Personen (Sonntag: 165). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 125.
Das Robert Koch-Institut beziffert den Inzidenzwert in der Grafschaft auf 35,7. Damit liegt die Grafschaft seit Samstag über dem Grenzwert von 35.

Der Landkreis befindet sich nach eigenen Angaben in Vorbereitung einer neuen Allgemeinverfügung, für den Fall, dass das Infektionsgeschehen anhält und die Grafschaft in Stufe 2 des niedersächsischen Corona-Stufenplans rutscht. Die Einzelheiten der Verfügung und welche Änderungen der Corona-Regeln diese mit sich bringt, standen am Montagvormittag noch nicht fest. Das Land Niedersachsen hatte zwar angekündigt, den aktuell noch gültigen Stufenplan hinter sich zu lassen. Eine neue Verordnung wird jedoch frühestens am 25. August erwartet.

Aktuell verzeichnet der Landkreis 77 aktuelle Covid-19-Fälle. Diese verteilen sich wie folgt auf die sieben Kommunen im Kreisgebiet (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 1 (0), Emlichheim: 3 (0, Uelsen: 1 (0), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 10 (0), Nordhorn: 54 (+3) und Schüttorf: 8 (0). (Quelle: GN, 16.08.21)


STIKO spricht sich für Corona-Impfung für alle ab 12 aus

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus. Nach sorgfältiger Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten komme man zu der Einschätzung, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“, teilte das Gremium mit und berief sich auf einen Beschlussentwurf. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind möglich. (Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


57,2 Prozent der Deutschen voll geimpft

Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter vor allem mit Zweitimpfungen voran. Am Sonntag wurden knapp 90.600 Dosen gespritzt, davon führten 67.700 zu einer vollständigen Impfung, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Insgesamt sind nun 47,6 Millionen Menschen oder 57,2 Prozent der Bevölkerung voll geimpft. Mindestens eine erste Impfung erhalten haben 52,6 Millionen Menschen oder 63,2 Prozent aller Einwohner.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dankte allen, die vor Ort kreative und niedrigschwellige Impfangebote machen. „Jede Impfung zählt!“, schrieb er bei Twitter. Unter den 16 Bundesländern hat nur Sachsen immer noch nicht die Marke von 50 Prozent bei den vollständig geimpften Einwohnern erreicht – die dafür nötige Spritze haben dort nun 49,8 Prozent bekommen. Beim Spitzenreiter Bremen sind es inzwischen 67,7 Prozent der Einwohner. (Quelle: Tagesschau, 16.08.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 19,9 (Freitag: 25,3 )
Meppen: 5,6 (0,0)
Papenburg: 5,3 (13,3)


Sydney verschärft

Die australische Millionenmetropole Sydney verschärft wegen steigender Corona-Zahlen ihre Lockdown-Vorgaben. Vom heutigen Montag an dürfen sich Bewohner des gesamten Großraums Sydney nur noch in einem Umkreis von fünf Kilometern rund um ihr Zuhause aufhalten, um etwa einzukaufen oder Sport zu treiben. Bisher waren es zehn Kilometer. Sydney und große Teile des Bundesstaats New South Wales befinden sich seit Ende Juni im Lockdown.

Auch Bußgelder wurden erhöht: Für Verstöße gegen Quarantäne-Vorgaben etwa können Bürger mit bis zu 5000 australischen Dollar (rund 3100 Euro) zur Kasse gebeten werden. Die Maßnahmen sollen helfen, eine landesweite Ausbreitung des Virus einzudämmen. Auch in Melbourne und der Hauptstadt Canberra gelten Beschränkungen für die Bevölkerung. (Quelle: SPIEGEL, 16.08.21)


Mehr als 130.000 Jobs in den Freien Berufen bedroht

Freiberufler fürchten einer Umfrage zufolge in den kommenden Monaten infolge der Corona-Pandemie einen drastischen Job-Abbau. Mindestens 130.000 Arbeitsplätze seien im kommenden halben Jahr bedroht, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Erhebung des Instituts für Freie Berufe im Auftrag des Bundesverbands der Freien Berufe. Für jeden fünften Freiberufler sei die wirtschaftliche Lage im Vergleich zum Vorjahr noch schlechter geworden, hieß es. Das gelte besonders für die freien Kulturberufe, solo-selbstständige Freiberufler, kleine Freiberufler-Einheiten mit bis zu fünf Mitarbeitern und ganz junge Unternehmen. Für jeden vierten Befragten habe sich die Lage im Jahresvergleich hingegen verbessert. (Quelle: SPIEGEL, 16.08.21)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 16. August, sind in Niedersachsen 89 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das Robert Koch-Institut meldet keinen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.827. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 268.853 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 25,0 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 24,9 Fälle). (Quelle: NDR, 16.08.21)


Bayern startet mit Auffrischungsimpfungen

In Bayern können von sofort an etwa Alte und Pflegebedürftige Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus erhalten. „Die Impfzentren und die niedergelassenen, behandelnden Ärzte können in Bayern schon jetzt Auffrischungsimpfungen anbieten“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in München. Dies gilt vor allem für Hochbetagte über 80 Jahre, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit Immunschwächeerkrankungen oder Immunsuppression und Pflegebedürftige, die zu Hause leben.

Voraussetzung für die Auffrischung ist, dass die Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt. Vorgesehen sind laut Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz für eine Auffrischung auch alle, die vollständig mit einem Vektorimpfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft sind. In der Praxis wird dieser Personenkreis allerdings wegen des auch hier geltenden Sechs-Monate-Abstandes erst ab Anfang September an die Reihe kommen.
Holetschek empfahl, dass sich die Impfzentren und niedergelassenen Ärzte zunächst auf die Menschen in den Pflegeeinrichtungen konzentrieren sollten. „Denn dort leben die Menschen, die zuerst geimpft wurden“, sagte der Minister. Dann könnten sich auch gleich bisher ungeimpfte Mitarbeiter der Einrichtungen unbürokratisch mitimpfen lassen.

Holetschek betonte die Wichtigkeit, auch weiter Erst- und Zweitimpfungen vorzunehmen: „Die Auffrischungsimpfungen werden nicht zu Lasten der Erst- und Zweitimpfungen gehen. Wir haben genügend Impfstoff. Erstimpfungen haben weiterhin höchste Priorität.“ (Quelle: BR24, 16.08.21)


Lockerungen für Geimpfte und Genesene in Baden-Württemberg

Eine neue Corona-Verordnung mit weitreichenden Lockerungen für geimpfte und vom Virus genesene Menschen tritt am Montagmorgen in Baden-Württemberg in Kraft. Wer zu einer dieser beiden Gruppen gehört, genießt unabhängig von lokalen oder regionalen Corona-Inzidenzen von Wochenbeginn an in vielen Bereichen wieder größere Freiheiten. Hingegen müssen Ungeimpfte und Nicht-Genesene wesentlich häufiger als bisher negative Antigen-Schnelltests vorweisen, die jeweils nicht älter als 24 Stunden sein dürfen. Das gilt etwa für Besuche in Museen, Hotels, Fitnessstudios, bei Ausstellungen, beim Friseur sowie in Restaurants in Innenräumen.

Ausgenommen von der Testpflicht sind unter anderem noch nicht eingeschulte Kinder. Schüler müssen nach Regierungsangaben ebenfalls keine separaten Tests vorweisen, sofern sie schon in ihren Schulen einer regelmäßigen Corona-Testung unterliegen.

Für ungeimpfte und nicht genesene Gäste von Clubs und Diskotheken ist kein Antigen-Schnelltest ausreichend, sondern hier muss im Vorfeld sogar ein negativer PCR-Test gemacht werden, der beim Eintritt maximal 48 Stunden alt sein darf und vergleichsweise teuer ist.
Bisherige Kontaktbeschränkungen und Regelungen für private Veranstaltungen und Feiern werden aufgehoben. Anderswo bleibt – auch für Geimpfte und Genesene – die Maskenpflicht erhalten. Sie gilt etwa im Nahverkehr, im Einzelhandel, in Hotels und bei den allermeisten nicht-privaten Veranstaltungen zumindest in geschlossenen Räumen. (Quelle: BR24, 16.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 36,2 – am Vortag hatte der Wert 35,0 betragen, vor einer Woche 23,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2126 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1183 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden vier Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es zwei Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.823.139 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.682.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.871. (Quelle: RKI, 16.08.21)


GB: Wissenschaftler warnen vor Mutanten

Veröffentlichungen der britischen Scientific Advisory Group for Emergencies (Sage) der Regierung haben darau hingewiesen, dass das Aufkommen einer Corona-Mutante, gegen die Impfstoffe nichts ausrichten, eine „realistische Möglichkeit“ ist. Sage unterstützte die kontinuierliche Arbeit an neuen Impfstoffen, die Infektionen und Übertragungen stärker reduzieren als aktuelle Vakzine, die Schaffung weiterer Produktionsstätten für Impfstoffe in Großbritannien und laborbasierte Studien zur Vorhersage der Evolution des Virus.

Das Aufkommen einer neuen Variante, das als eine der Hauptgefahren angesehen wird und die die Krise noch einmal verschärfen könnte, unterstrichen prominente Wissenschaftler die aktuellen Risiken. Prof. Graham Medley, Sage-Mitglied und Leiter der Covid-Modellierungsgruppe der Regierung, sagte, dies sei „eindeutig etwas, das die Planer und Wissenschaftler sehr ernst nehmen sollten, da es uns weit zurückwerfen würde“.

„Eine neue Variante, die die Immunität deutlich überwinden könnte, wäre im Wesentlichen ein neues Virus“, sagte er. „Der Vorteil wäre, dass wir wissen, dass wir Impfstoffe gegen dieses Virus herstellen können – und das relativ schnell. Der Nachteil ist, dass wir uns wieder in der gleichen Situation wie vor einem Jahr befinden würden, je nachdem, wie viel Einfluss der aktuelle Impfschutz gegen eine neue Variante hatte. Wir können darauf hoffen, dass die Evolution langsam verläuft, so dass neue Varianten entstehen, die nur marginal anders sind und dass sich das Virus nicht sprunghaft verändern.“ Dr. Marc Baguelin, vom Covid-19-Reaktionsteam des Imperial College und Mitglied der SPI-M-Modellierungsgruppe der Regierung, sagte, es sei entscheidend, den Import von besorgniserregenden Varianten mit „mäßigen bis hohen Immunabwehreigenschaften“ zu verhindern, da dies zu zukünftige Wellen um Potenzen größer führe als die bisher erlebten“.

„Es ist unwahrscheinlich, dass ein solches neues Virus sich jeglicher Immunität gegenüber früheren Infektionen oder Impfstoffen vollständig entzieht“, resümierte er. „Zumindest für die schwerwiegendsten Folgen wie Tod oder Krankenhausaufenthalt sollte eine gewisse Immunität erhalten bleiben. Wir wären höchstwahrscheinlich in der Lage, die aktuellen Impfstoffe zu aktualisieren, um den aufkommenden Stamm einzubeziehen.“

„Dies würde allerdings immer noch Monate dauern und bedeuten, dass wir möglicherweise erneut Beschränkungen einführen müssten, wenn ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit bestünde. Dr Umfang der Beschränkungen wäre eine politische Entscheidung und müsste in einem angemessenen Verhältnis dazu stehen, wie sehr dieses Virus aktuelle Impfstoffe umgehen würde.“

Die Warnungen der Wissenschaftler gehen mit einer weiteren Lockerung der Beschränkungen in England an diesem Montag einher. Vollständig geimpfte Personen und unter 18-Jährige sind jetzt nicht mehr gesetzlich verpflichtet, sich selbst zu isolieren, wenn sie in engen Kontakt mit jemandem mit Covid19 kommen. Es wird ihnen auch nur empfohlen, aber nicht vorgeschrieben, stattdessen einen PCR-Test durchzuführen. Die täglichen Covid-Fälle in Großbritannien schwanken aktuell um die 30.000-Marke. Die neuesten Zahlen vom vergangenen Freitag, 13. August zeigten, dass weitere 32.700 positiv getestet und weitere 100 Todesfälle gemeldet wurden.

Boris Johnsons ehemaliger leitender Berater Dominic Cummings hat die britische Regierung bereits aufgefordert, einen „Varianten-Escape-Impf-Notfallplan“ zu veröffentlichen, und schlug den Parlamentsabgeordneten vor, Möglichkeiten zu erkunden, die Minister zu dieser Vorsorge zu zwingen. (Quelle: The Guardian, 16.08.21)




Mann stirbt in Griechenland trotz Impfung an Corona

Zum ersten Mal ist in dem Land ein Patient an Covid-19 gestorben, obwohl er vollständig geimpft war und keinerlei Vorerkrankungen hatte. Der Mann habe vor seiner Erkrankung keine gesundheitliche Probleme gehabt und alle Corona-Vorsichtsmaßnahmen befolgt, auch seine Frau und seine Kinder seien geimpft, sagte der Leiter der Intensivstation im Papanikolaou-Krankenhaus von Thessaloniki, Nikos Kapravelos, am Sonntag dem Sender Open TV.

Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem Toten um einen 70-jährigen Zahnarzt. Nach Angaben von Kapravelos ist es der erste derartige Fall unter den bislang mehr als 13.200 Corona-Toten in Griechenland.

In Griechenland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen derzeit wieder rapide an. Die Sorge ist groß, dass die Rückkehr hunderttausender Sommerurlauber in die Städte im Herbst eine vierte Welle auslösen wird. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Lockerungen für Geimpfte in Baden-Württemberg ab Montag

Eine neue Corona-Verordnung mit weitreichenden Lockerungen für geimpfte und vom Virus genesene Menschen tritt am Montagmorgen in Baden-Württemberg in Kraft. Wer zu einer dieser beiden Gruppen gehört, genießt unabhängig von lokalen oder regionalen Corona-Inzidenzen von Wochenbeginn an in vielen Bereichen wieder größere Freiheiten. Hingegen müssen Ungeimpfte und Nicht-Genesene wesentlich häufiger als bisher negative Antigen-Schnelltests vorweisen, die jeweils nicht älter als 24 Stunden sein dürfen. Das gilt etwa für Besuche in Museen, Hotels, Fitnessstudios, bei Ausstellungen, beim Friseur sowie in Restaurants in Innenräumen.

Für ungeimpfte und nicht genesene Gäste von Clubs und Diskotheken ist kein Antigen-Schnelltest ausreichend, sondern hier muss im Vorfeld sogar ein negativer PCR-Test gemacht werden, der beim Eintritt maximal 48 Stunden alt sein darf und vergleichsweise teuer ist. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Ausschreitungen bei Protest von Impfgegnern in Los Angeles

Bei einer Demonstration von Impfgegnern in Los Angeles und einem Gegenprotest ist es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Nach Mitteilung der Polizei wurde bei dem Event am Samstag vor dem Rathaus der Millionenstadt ein Mann mit einem Messer verletzt. Zu Festnahmen kam es zunächst nicht. Die Untersuchung dauere noch an, hieß es.

Mehrere Hundert Impfgegner forderten in Sprechchören „medizinische Freiheit“, viele schwenkten US-Fahnen und trugen Pro-Donald-Trump-Schilder. Nach Medienberichten waren Anhänger der rechtsradikalen Gruppe „Proud Boys“ beteiligt. Ein Reporter teilte der Polizei und auf Twitter mit, er sei tätlich angegriffen worden.

(Quelle: TSP, 15.08.21)


Mehr als 600 Corona-Tote im Iran an einem Tag

Im Iran wurden erstmals mehr als 600 Corona-Tote an nur einem Tag registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag gab es in den vergangenen 24 Stunden 620 Tote und fast 37.000 Neuinfektionen. Somit stieg die Gesamtzahl der Toten in Verbindung mit dem Coronavirus in dem Land auf fast 98 000, die der Infektionen auf mehr als 4,4 Millionen. Die Ursache für den drastischen Anstieg ist dem Gesundheitsministerium zufolge die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus. Um die Todeswelle zu stoppen, hat die iranische Regierung erneut einen landesweiten Lockdown verhängt. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Weniger Arztpraxen impfen – 11 Bundesländer wollen Impfzentren bald schließen

Die Zahl der Arztpraxen, die in Deutschland gegen Corona impfen, sinkt einem Bericht zufolge. In der Woche vom 2. bis zum 8. August hätten nur noch 29.300 Praxen Corona-Schutzimpfungen verabreicht, schreibt die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf ihr vorliegende Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Insgesamt hätten sich seit Beginn der Impfungen mehr als 52.600 Praxen an der Impfkampagne beteiligt.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte der Zeitung, es stimme zwar, dass die Impfzahlen rückläufig seien. „Wir müssen aber bedenken, dass inzwischen glücklicherweise immer mehr Menschen schon vollständig geimpft sind.“ Gassen wollte demnach nicht bestätigen, dass derzeit eine große Zahl an Praxen aus dem Impfgeschehen aussteige.

Die „Welt am Sonntag“ berichtete außerdem, dass elf Bundesländer ihre Impfzentren bis Ende September komplett oder weitgehend schließen wollten. Dies habe eine Anfrage an die zuständigen Landesministerien ergeben.

Insgesamt sind laut Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums bis zum 8. August knapp 112 Millionen Dosen Impfstoff geliefert worden, davon etwa 41 Millionen Dosen an Praxen und mehr als 65 Millionen an Impfzentren, der Rest an Betriebsärztinnen und -ärzte. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Israelischer Regierungschef: Alles tun, um Lockdown zu vermeiden

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett hat angesichts steigender Corona-Neuinfektionen an die Bevölkerung appelliert, sich impfen zu lassen und die Corona-Beschränkungen einzuhalten. „Wir werden alles tun, um Lockdowns zu vermeiden“, schrieb er am Samstagabend auf seiner Facebook-Seite. Ein Lockdown sei das „letzte Mittel“, eine Lockdown-Politik habe einen schrecklichen Preis. „Wenn wir mit der Politik der Lockdowns und wirtschaftlich destruktiver Maßnahmen weitermachen, werden wir wirtschaftlich zusammenbrechen“, warnte Bennett.

Am Sonntag befanden sich erstmals seit dem Frühjahr mehr als 500 Covid-Patienten in den Krankenhäusern in kritischem Zustand. Am Samstag waren 4145 neue Corona-Infektionen registriert worden. Allerdings wird am Wochenende weniger getestet – an den vorangegangenen Tagen waren täglich rund 6000 Infektionen registriert worden. In Deutschland gilt Israel seit diesem Sonntag als Hochrisikogebiet.

Der Beitrag der Israelis zum Kampf gegen die Pandemie müsse sein: „Lasst euch impfen.“ Bennett rief außerdem dazu auf, Versammlungen zu vermeiden und in Innenräumen Masken zu tragen. Israel hatte als erstes Land weltweit der über 60-jährigen Bevölkerung eine dritte Impfung angeboten und am Freitag damit begonnen, auch eine dritte Impfung für über 50-Jährige anzubieten, deren letzte Impfung fünf Monate oder länger zurückliegt.

Israel lässt rund um die Uhr impfen, in Tel Aviv und zehn anderen Städten des Landes sollen noch bis Dienstagnacht Impfangebote zu „unkonventionellen Zeiten“ bestehen. Bisher haben mehr als 866.000 Israelis eine dritte Impfung erhalten. Die allgemeine Impfquote stagniert hingegen weitgehend – etwas mehr als 58 Prozent der 9,4 Millionen Menschen des Landes sind vollständig geimpft.

Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums hat die Wirksamkeit der Biontech/Pfizer-Impfungen in Israel seit Anfang Juni stark nachgelassen. Danach verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante, hieß es. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass die Zahlen zur Wirksamkeit nicht wissenschaftlich erhoben seien. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Altmaier schlägt Hinweis wie „Corona tötet“ bei Impfeinladungen vor

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will der Öffentlichkeit die „grausame Realität“ von Corona deutlicher machen und so die Impfkampagne beschleunigen. „Jedem muss klar sein: Wenn ich mich nicht impfen lasse, bin ich in Lebensgefahr“, sagte er dem Nachrichtenportal „t-online“ in Berlin. Vielen sei die Gefahr nach wie vor nicht ausreichend bekannt.

Er wolle dem Bundesgesundheitsminister keine Vorschläge machen. „Aber ich denke, so ähnlich, wie dies auch auf Zigarettenpackungen schon heute der Fall ist, sollten wir deutlich die Risiken benennen“, sagte Altmaier dem Portal. Als Beispiel nannte er einen Hinweis wie „Corona tötet“, der mit der Impfeinladung verschickt werden könnte. (Fptp Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany CDU Kreisverband Saarlouis/Jan Kopetzky; Quelle: TSP, 15.08.21)


Erst der Piks, dann Posieren mit Darth Vader und Co.

Im Duisburger Impfzentrum haben sich Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus impfen lassen und anschließend Fotos mit bekannten Figuren aus den „Star Wars“-Filmen gemacht. Bei der Sonderimpfaktion am Samstag waren acht Darsteller eines Kostümclubs vor Ort, die sich als Sternenkrieger verkleidet hatten. Die Aktion kam bei den Kindern demnach gut an.

Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren konnten sich Stadtangaben zufolge ohne Termin mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer immunisieren lassen und im Anschluss die Weltraum-Charaktere treffen. Die Aktion soll heute erneut zwischen 10.00 und 18.00 Uhr stattfinden. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Kinderärzte: Stiko muss auch psycho-soziale Risiken berücksichtigen

Die deutschen Kinderärzte haben an die Ständige Impfkommission (Stiko) appelliert, in der Debatte über eine allgemeine Corona-Impfempfehlung für Zwölf- bis 17-Jährige auch die psychosozialen Probleme dieser Altergruppe in den Blick zu nehmen. „Die Stiko orientiert sich allein am individuellen Nutzen einer Impfung im Verhältnis zur Gefährlichkeit einer Erkrankung“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Thomas Fischbach, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Da sind Kollateralschäden bei der psychosozialen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen nicht berücksichtigt.“

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Impfstoffe von Biontech und Moderna bereits ab 12 Jahren zugelassen. In Deutschland empfiehlt die Stiko Impfungen von Kindern und Jugendlichen aber bisher trotz politischen Drucks nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko für schwerere Corona-Verläufe. Eine Impfung ist mit ärztlicher Beratung dennoch möglich. Fischbach zufolge ist in Deutschland bislang rund eine Million der 4,5 Millionen Kinder und Jugendlichen in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren geimpft.

Fischbach kritisierte, die psychosozialen Probleme von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise sei bislang nie Gegenstand der Stiko-Empfehlungen gewesen. „Ich persönlich finde, dass die Stiko an diesen Maßgaben etwas ändern könnte“, sagte er. Es gehe auch darum, Kinder vor weiteren Schäden im Falle neuer Corona-Maßnahmen oder eines weiteren Lockdowns im Bildungsbereich zu bewahren. „Diesen Gesichtspunkt hat die Ständige Impfkommission leider bisher nicht im Blick“, kritisierte Fischbach.

Nach Informationen der Funke-Zeitungen wird für Mitte der Woche eine überarbeitete Stiko-Empfehlung für die Corona-Impfungen für Jugendliche ab 12 Jahren erwartet. (Quelle: TSP, 15.08.21)



Zahl der Selbstständigen in Hartz IV versechsfacht

Die Zahl der Selbstständigen, die für ihren Lebensunterhalt finanzielle Unterstützung aus der staatlichen Grundsicherung beziehen, hat sich laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im Verlauf der Corona-Pandemie versechsfacht. „Wir sehen einen deutlichen Corona-Effekt zwischen April 2020 und Juli 2021“, sagte BA-Chef Detlef Scheele den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Rund 134.000 Selbstständige hätten in der Zeit Bedarf auf Grundsicherung angemeldet. „Üblicherweise wären es in diesem Zeitraum etwa 22.000 gewesen“, so Scheele. Dies entspricht in etwa einer Versechsfachung.

Bei den abhängig Beschäftigten sind seinen Angaben zufolge 328.000 neu in die Grundsicherung gekommen. „Diese Zahl liegt in normalen Zeiten bei 190.000“, sagte Scheele. „Der Corona-Effekt zeigt sich hier deutlich.“ Aufs Ganze gerechnet seien dies aber keine allzu hohen Werte.

Abhängig Beschäftigte, die ergänzendes Hartz IV beantragen, sind laut BA unter anderem Menschen, deren Kurzarbeitergeld sehr niedrig ausfällt, oder sogenannte Aufstocker, die einen geringen Lohn beziehen und daher auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen sind. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Seit Pandemiebeginn mehr als eine Million Infektionen in New York City

New York City hat Behörden zufolge die Marke von einer Million Corona-Fällen seit Beginn der Pandemie überschritten. Die Gesundheitsbehörde der Millionenmetropole an der US-Ostküste veröffentlichte am Samstag dementsprechende Zahlen. Die meisten Fälle waren durch PCR-Tests nachgewiesen worden, die Statistik enthält aber auch „wahrscheinliche“ Infektionen, die etwa durch Antigen-Tests oder anhand von Krankheitssymptomen erfasst worden waren.

Seit Februar 2020 sind demnach 33.645 Menschen in New York City an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Mehr als 117.000 der rund 8,8 Millionen Einwohner New Yorks mussten zeitweise im Krankenhaus behandelt werden. Die sich rasch ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus, die in den USA mittlerweile dominant ist, wird für 90 Prozent der Neuinfektionen in der Stadt verantwortlich gemacht. Nach den am Samstag veröffentlichen Zahlen sind jetzt 67 Prozent der Erwachsenen in New York vollständig gegen Covid-19 geimpft. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Schwesig schließt weiteren Lockdown aus

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) schließt einen erneuten Lockdown in der Corona-Pandemie aus. „Alles, was offen ist, muss offen bleiben“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. Sie sei zuversichtlich, „dass wir mit Impfungen und Tests gut durch den Herbst und Winter kommen können“. Damit Deutschland eine vierte Welle gut überstehe, brauche das Land aber mehr Impfungen. Schwesig plant deshalb eine neue Impfkampagne in Mecklenburg-Vorpommern und fordert ein größeres Engagement von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

„Es gibt noch eine große Gruppe, die zögert und abwartet“, sagte Schwesig. Rund 40 Prozent der 18- bis 59-Jährigen seien noch nicht geimpft. „Die Landesregierung wird daher alle Personen dieser Altersgruppe anschreiben und noch mal auf die Impfempfehlung hinweisen.“ Die Ministerpräsidentin warnte aber davor, Ungeimpfte unter Druck zu setzen: „Wir sollten den Menschen nicht drohen, sondern sie mit Argumenten überzeugen.“

Mit einer zusätzlichen Impfkampagne wolle Mecklenburg-Vorpommern daher noch stärker über die Vorteile des Impfens aufklären. „Ich würde mir dringend wünschen, dass da auch das Bundesgesundheitsministerium nachlegt“, betonte Schwesig. (Foto CC s. Archiv v. 14.2.21; Quelle: TSP, 15.08.21)


Noch keine Verständigung auf neue Parameter

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro
100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen, war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa bei der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz gab es am vergangenen Dienstag keine Verständigung auf gemeinsame, neue Parameter, die als Grundlage für neue Maßnahmen dienen könnten.

Tags darauf entschied Baden-Württemberg, die Sieben-Tage-Inzidenz aus der Corona-Verordnung des Landes zu streichen. Damit dürfen von diesem Montag an unabhängig von der Entwicklung der Infektionen alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind. Niedersachsen kündigte ebenfalls an, neben der Inzidenz weitere Kriterien in seine Corona-Verordnung aufzunehmen, etwa die Auslastung der Krankenhäuser.

„Klar ist, dass es neben der Inzidenz auch einen Blick in die Kontaktnachverfolgung und die Situation in den Krankenhäusern geben wird“, heißt es nun etwa aus dem Bremer Gesundheitsressort. Ob und welche neuen Warnstufen sich daraus ergeben, sei allerdings „noch nicht final geklärt“. Die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken scheint als zusätzliches Entscheidungskriterium weitgehend unstrittig zu sein.

Insbesondere im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen verschlechtert sich derzeit die Situation auf den Intensivstationen. Insgesamt werden deutschlandweit 237 Covid-Patienten invasiv beatmet – 66 davon allein in NRW. Das geht aus Zahlen des Divi-Intensivregisters hervor (Stand: 15.8. 11.01 Uhr). Auf Platz zwei liegt Bayern (28 Fälle), gefolgt von Baden-Württemberg (25 Fälle).

Der Anteil der vollständig gegen Corona geimpften Erwachsenen in Deutschland könnte einer Umfrage zufolge auf mehr als 80 Prozent steigen. In der repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 75 Prozent, dass sie schon mindestens einmal geimpft seien. Weitere 6 Prozent gaben an, sich noch impfen lassen zu wollen – zusammen sind das 81 Prozent. Noch im Mai lag diese Quote in einer vergleichbaren Umfrage nur bei 74 Prozent. Kurz vor Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden. (Quelle. GN, 15.08.21)


Niedersachsen und Bremen im Überblick

In der Corona-Pandemie ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen am Sonntag weiter leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert am Sonntag bei 24,9. So viele neue Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Am Vortag hatte der Wert bei 23,2 gelegen, am Sonntag vor einer Woche bei 18,1. Landesweit kamen 295 neue Infektionen hinzu. Ein weiterer Todesfall wurde registriert.

Die niedersachsenweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte nach den Zahlen vom Sonntag Wolfsburg mit 65,1. Danach folgten die Landkreise Lüneburg (40,7) und Wolfenbüttel (39,3). Nach Daten des Divi-Intensivregisters wurden in Niedersachsen am Sonntag 19 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 14 von ihnen wurden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 339, davon haben 138 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Auch in Bremen stieg die Inzidenz. Sie lag am Sonntag bei 35,7. Am Vortag war ein Wert von 33,3 gemeldet worden. Am Sonntag vor einer Woche lag der Wert noch bei 24,1. 36 Neuinfektionen wurden im kleinsten Bundesland registriert. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht. Bundesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Schnitt bei 35,0. (Quelle: GN, 15.08.211)


Niedersachsen: Polizei räumt Plätze in Hannover

Wegen Verstößen gegen Corona-Vorschriften hat die Polizei in Hannover am Wochenende mehrere öffentliche Plätze geräumt sowie Bars und Diskotheken ermahnt oder geschlossen. Bei Kontrollen von Lokalen am Samstag konnten fünf Gewerbetreibende entweder gar kein oder kein vollständiges Hygienekonzept für ihre Gäste nachweisen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Beamten leiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Die Gastwirte wurden aufgefordert, die Missstände umgehend nachzubessern. Zwei Betreiber kamen dem nicht nach, weshalb die Lokale vorläufig geschlossen wurden. In einem Betrieb stellten die Beamten zudem fest, dass eine Feuerstätte ohne notwendigen Abzug betrieben wurde und angebrachte CO-Warner deaktiviert waren.

Bereits am Freitagabend hatte die Polizei einen öffentlichen Park in Hannover geräumt, in dem rund 150 meist Jugendliche feierten. Die Corona-Verordnungen wurden nicht eingehalten, es kam zu Ruhestörungen und Müll wurde liegen gelassen. Ein unbekannter Täter warf aus einer Gruppe heraus einen faustgroßen Stein auf eine Polizeibeamtin, die leicht verletzt wurde. Auch im Stadtteil Hannover-Linden feierten Jugendliche am Freitag lautstark mit Musik. Die Polizei rückte mehrfach aus, einige Feiernde verließen nach Aufforderung der Beamten die Orte, teilweise mussten die Bereiche aber auch geräumt werden. (Quelle: GN, 15.08.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Sonntag zwei Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.539, demgegenüber stehen mittlerweile 5.340 Genesene. Laut Corona-Dashboard des Landkreises befinden sich am Sonntag 165 Grafschafter in Quarantäne (Samstag: 172). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 125.

Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert Koch-Institutes liegt am Sonntag bei 36,5. Laut der aktuell gültigen niedersächsischen Landesverordnung rutschen Kreise nach drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Inzidenz über 35 in die sogenannte Stufe 2 des Corona-Stufenplans, was zu Verschärfungen von Maßnahmen führen würde. Die genaue Ausgestaltung ist noch offen. Niedersachsen hat angekündigt, den aktuell noch gültigen Stufenplan hinter sich zu lassen. Eine neue Verordnung wird jedoch frühestens am 25. August erwartet.

Aktuell verzeichnet der Landkreis 74 aktuelle Covid-19-Fälle. Diese verteilen sich wie folgt auf die sieben Kommunen im Kreisgebiet (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 1 (0), Emlichheim: 3 (+1), Uelsen: 1 (-1), Neuenhaus: 0 (0), Wietmarschen: 10 (0), Nordhorn: 51 (-2) und Schüttorf: 8 (-3).


Ärztekammer Niedersachsen beklagt Aggressionen gegen Ärzte

Die Ärztekammer Niedersachsen beklagt, dass medizinisches Fachpersonal zunehmend „gewalttätigen Übergriffen oder aggressivem Verhalten“ ausgesetzt sei. Zahlen der Polizei sind nicht ganz eindeutig.

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Fälle gestiegen, in denen Rettungskräfte oder medizinisches Personal Opfer von Gewalt wurden, teilte die Polizei in Hannover mit. 2016 seien in der Region 32 derartige Fälle registriert worden. 2019 waren es bereits fast doppelt so viele Vorfälle (62). Allerdings: Im Corona-Jahr 2020 war die Entwicklung gegenläufig. Die Zahl der Fälle sank den Angaben zufolge auf 41. Im laufenden Jahr sei die Tendenz entsprechend, genaue Zahlen gebe es noch nicht. Die Zahl sei derzeit im „unteren zweistelligen Bereich“, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Hannover.

Die Ärztekammer Niedersachsen hatte die zunehmenden Aggressionen gegen Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Personal vor dem Hintergrund des Falles eines Mediziners aus dem Landkreis Osnabrück angemahnt. Der Hausarzt aus Wallenhorst hatte Morddrohungen erhalten, nachdem er ankündigte, keine Patientinnen und Patienten mehr zu behandeln, die eine Corona-Impfung verweigern. Die Osnabrücker Polizei ermittelt in mehr als 40 Fällen.

Der Fall sei ein weiteres Beispiel für die zunehmende Gewalt und Rücksichtslosigkeit gegenüber Medizinern und medizinischem Fachpersonal, teilte die Ärztekammer mit. Es sei unfassbar, welches Maß an Hass dem Kolleginnen und Kollegen entgegenschlage, sagte Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen. Öffentliche Hass- und Gewaltbekundungen gegen Medizinerinnen und Mediziner sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien durch nichts zu rechtfertigen. (Quelle: NDR, 15.08.21)


USA und Israel nun Hochrisikogebiete

Die USA und Israel gelten in Deutschland seit Sonntag als Corona-Hochrisikogebiete. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte die Einstufung wegen stark steigender Infektionszahlen in den beiden Ländern am Freitag angekündigt. Auch Montenegro, Kenia und Vietnam sowie Französisch-Guayana und Französisch-Polynesien werden nun als Corona-Hochrisikogebiete geführt, was besondere Quarantäne-Vorschriften nach sich zieht. Die Türkei gilt ab Dienstag als Hochrisikogebiet.

Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne aber abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.


Niedersachsen und Corona

Am Sonntag, 15. August, sind in Niedersachsen 295 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das Robert Koch-Institut meldet einen weiteren Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 5.827. Seit Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 268.764 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt steigt auf 24,9 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 23,2 Fälle). (Quelle: NDR, 15.08.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen lag sie bei 35,0 – am Vortag hatte der Wert 32,7 betragen, vor einer Woche 22,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 4728 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3127 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden drei Todesfälle verzeichnet. (Quelle: RKI, 15.08.21)


Umfrage: Impfquote könnte auf mehr als 80 Prozent steigen

Der Anteil der vollständig gegen Corona geimpften Erwachsenen in Deutschland könnte einer Umfrage zufolge auf mehr als 80 Prozent steigen. In der repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 75 Prozent, dass sie schon mindestens einmal geimpft seien. Weitere sechs Prozent gaben an, sich noch impfen lassen zu wollen – zusammen sind das 81 Prozent. Noch im Mai lag diese Quote in einer vergleichbaren Umfrage nur bei 74 Prozent. Kurz vor Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden.

In der aktuellen Erhebung gaben nur noch 13 Prozent an, sich nicht impfen lassen zu wollen – im Mai waren es noch 15 Prozent. Sechs Prozent haben sich bis heute noch nicht entschieden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am vergangenen Montag erklärt, sie hoffe auf eine Impfquote „deutlich über 70 Prozent und hin zu 80 Prozent“. Das bezog sie aber auf die Gesamtbevölkerung. Für Kinder unter 12 Jahren ist noch kein Impfstoff zugelassen. Für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren hat die Ständige Impfkommission noch keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen. Nach den offiziellen Zahlen sind 63,1 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft. (Quelle: TSP, 15.08.21)


Gesundheitspass: IT-Panne in Frankreich

Eine IT-Panne hat in Frankreich an zwei Tagen in Folge verhindert, dass negativ auf Corona Getestete einen offiziellen Nachweis darüber erhalten haben. Diesen Nachweis, den sogenannten Gesundheitspass, muss in dem Land jeder vorzeigen, der etwa ins Restaurant gehen oder in einen Fernzug steigen will. Der Ausfall der IT-Systeme habe von Freitagnachmittag bis in die Nacht und am Samstagmorgen nochmals zwei Stunden lang gedauert, teilte das Pariser Gesundheitsministerium mit. Als Folge konnten demnach Apotheken negative Corona-Tests nicht elektronisch erfassen – und so auch nicht den QR-Code für den Gesundheitspass ausstellen, der für die Teilnahme am öffentlichen Leben erforderlich ist.

Manche Apotheken stellten Negativ-Getesteten kurzerhand improvisierte Zertifikate aus, wie der Sender BFMTV berichtete. Wie viele Menschen ihren Gesundheitspass aufgrund der Panne nicht erhalten haben, war zunächst unklar. Probleme gab es auch bei der Erfassung der Impfungen, wie das Ministerium mitteilte. Die Panne werde derzeit genau aufgearbeitet. Der Gesundheitspass ist in Frankreich umstritten. Der Protest dagegen treibt seit Mitte Juli regelmäßig Zehntausende Menschen auf die Straßen. (Quelle: TSP, 14.08.21)


Sydney verschärft Lockdown – weiter Corona-Rekordzahlen

Die australische Millionenmetropole Sydney verschärft wegen steigender Corona-Zahlen ihre Lockdown-Vorgaben. Von Montag an dürfen sich Bewohner des gesamten Großraums Sydney nur noch in einem Umkreis von fünf Kilometern rund um ihr Zuhause aufhalten, um etwa einzukaufen oder Sport zu treiben. Dies kündigte Regionalregierungschefin Gladys Berejiklian am Samstag an. Bisher waren es zehn Kilometer.

Sydney und große Teile des Bundesstaates New South Wales befinden sich seit Ende Juni im Lockdown. Auch Bußgelder wurden erhöht: Für Verstöße gegen Quarantäne-Vorgaben etwa können Bürger mit bis zu 5000 australischen Dollar (rund 3100 Euro) zur Kasse gebeten werden. Die Maßnahmen sollen helfen, eine landesweite Ausbreitung des Virus einzudämmen. Auch in Melbourne und der Hauptstadt Canberra gelten Beschränkungen für die Bevölkerung.

Am Samstag meldete New South Wales, der bevölkerungsreichste Bundesstaat in dem auch Sydney liegt, 466 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Die meisten Ansteckungen habe es in Sydney gegeben. Vier Todesfälle waren in Verbindung mit Covid-19 registriert worden. (Quelle: TSP, 14.08.21)


Impfgegner in Israel argumentieren häufig religiös

Religiöse Bindung und Gruppenzwang sind einer Umfrage zufolge in Israel die meistgenannten Gründe von Impfgegnern. Während die Infektionszahlen in dieser Woche mitunter auf 6.200 angestiegen waren, seien mehr als eine Million der berechtigten Personen bislang nicht gegen Corona geimpft, meldet die „Jerusalem Post“ (Samstag). 11 Prozent der Befragten sagten, sie seien nicht geimpft, 75 Prozent von ihnen wollten sich auch künftig nicht impfen lassen. Die meisten Ungeimpften sind der Erhebung zufolge ultra-orthodoxe Juden (24 Prozent) sowie Araber (21 Prozent) – gegenüber 6 Prozent säkularen und 11 Prozent traditionellen Juden.

Als Hauptgrund dafür, sich nicht impfen zu lassen, nannten 46 Prozent der befragten Israelis, dass sie weiterhin das Gefühl haben, nicht genug über die langfristigen Auswirkungen des Serums zu wissen, so die Zeitung. Andere gaben demnach an, dass sie nicht glauben, dass der Impfstoff wirksam ist (40 Prozent) oder dass er auch kurzfristig nicht sicher ist (38 Prozent). Auffallend ist dem Bericht zufolge, dass sich trotz mehrerer israelischer und internationaler Studien immer noch viele Frauen gegen die Impfung entschieden, weil sie befürchteten, dass sie die Fruchtbarkeit beeinträchtige (17 Prozent), oder weil sie schwanger seien oder stillten und Schaden für ihr Baby befürchteten (11 Prozent).

Ein weiterer Faktor für oder gegen eine Impfung ist der Erhebung zufolge das persönliche Umfeld. 61 Prozent der Impfgegner gaben an, auch ihre Freunde oder Familienmitglieder seien ungeimpft. Ein weiterer Zusammenhang soll zwischen Impfung und Familienstand bestehen. Der Anteil der Nichtgeimpften ist bei Alleinstehenden oder Kinderlosen höher als bei Verheirateten ohne Kinder: 16 Prozent gegenüber 9 Prozent. Unterdessen hat der Anteil der Israelis zugenommen, die eine dritte Impfung planen: von 50 Prozent im Juli auf jetzt 75 Prozent. (Quelle: TSP, 14.08.21)


Erneute Demonstrationen gegen Corona-Regeln in Frankreich

Der Unmut über verschärfte Corona-Regeln hat in Frankreich am fünften Wochenende in Folge wieder viele Menschen auf die Straßen getrieben. Die Behörden rechneten am Samstag mit einer Gesamtzahl von rund 250.000 Demonstranten im ganzen Land und damit mehr als doppelt so vielen wie zu Beginn der Proteste Mitte Juli.

Die Wut der Teilnehmer richtet sich gegen die Impfpflicht für Gesundheitspersonal und jüngst auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweitete Nachweispflichten. Franzosen müssen etwa für Restaurant- oder Kinobesuche, Fernzugreisen und mancherorts bald auch fürs Shoppen in großen Einkaufszentren einen sogenannten Gesundheitspass vorlegen. Dieser liefert den Beleg entweder über eine Corona-Impfung, eine überstandene Erkrankung oder einen aktuellen negativen Test. Da Corona-Tests ähnlich wie in Deutschland ab Mitte Oktober kostenpflichtig werden, prangern Kritiker eine Impfpflicht durch die Hintertür an.

Die Proteste verliefen zunächst friedlich. Auf Fernsehbildern des Senders BFMTV aus Paris waren über der Menschenmenge viele Nationalflaggen zu sehen, daneben auch die Regenbogenflagge. In Aix-en-Provence riefen die Demonstranten „Liberté!“ („Freiheit!“) und in Lyon hielt ein Mann ein Schild in die Kamera mit der Aufschrift: „Retten wir unsere Kinder vor Pfizer!“ Die Demonstrationen zögen Menschen mit den unterschiedlichsten Einstellungen an, sagte der Politikwissenschaftler Jean-Yves Camus der Deutschen Presse-Agentur. Darunter seien auch Anhänger der extremen Rechten und Mitglieder der „Gelbwesten“-Bewegung, die sich einst wegen drohender Spritpreiserhöhungen formiert hatte. Verschwörungstheoretiker, die die Pandemie leugnen, bilden demnach eine Minderheit. (Quelle: TSP, 14.08.21)


Slowenien verlangt Immunitäts- und Testnachweise auch für Durchreise

Angesichts zunehmender Infektionen mit der Delta-Variante in den EU-Staaten verschärft Slowenien die Corona-Maßnahmen. Wie die Regierung in Ljubljana nach Angaben der slowenischen Nachrichtenagentur STA am Samstag mitteilte, befürchtet man „eine Verschlechterung der epidemiologischen Lage“.

Vom 23. August an dürfen deshalb auch Durchreisende nur noch gegen Vorlage eines Immunitäts- oder Testnachweises einreisen. Derzeit gilt dies nur für Touristen, die länger als zwölf Stunden im Land bleiben. Zugleich werden Mitarbeiter bestimmter Branchen, die nicht gegen Corona geimpft sind, zu häufigeren Corona-Tests verpflichtet: Alle 48 Stunden bei Schnelltests und alle 72 Stunden bei PCR-Tests. Derzeit besteht eine wöchentliche Testpflicht. Betroffen sind unter anderem Mitarbeiter in Gastronomie, Hotellerie, Pflege- und Gesundheitswesen sowie Taxifahrer.

In Slowenien lag die 14-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC zuletzt bei 76 pro 100 000 Einwohner und damit fast doppelt so hoch wie in Deutschland. (Quelle: TSP, 14.08.21)


Neue Umfrage unterstreicht Zweifel an RKI-Impfstatistik

Eine neue Umfrage zu den Corona-Impfungen in Deutschland nährt nach Informationen des „Spiegel“ die Zweifel an den offiziellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI). 75 Prozent der 18- bis 59-Jährigen erklärten demnach in einer repräsentativen Befragung von infratest dimap in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) bis zum 13. Juli, sie hätten ihre erste Spritze bereits erhalten.

Dieser Wert war 16 Prozentpunkte höher als in der offiziellen RKI-Statistik. Dort lag die Erstimpfungsquote der Altersgruppe zu diesem Zeitpunkt nur bei 59 Prozent. Dem „Spiegel“ liegt die Auswertung des „Corona Compass“, wie die infratest-Umfrage heißt, nach eigenen Angaben vor.

Damit verdichten sich die Anzeichen, dass das RKI in seinem offiziellen Impfquotenmonitoring die tatsächliche Impfrate unterschätzt. Das Institut selbst hatte am Mittwoch eine Umfrage veröffentlicht, in der 79 Prozent der 18- bis 59-Jährigen angaben, erstgeimpft zu sein. Dies wären 20 Prozentpunkte mehr, als das Impfquotenmonitoring zum selben Zeitpunkt auswies.

Die Ergebnisse des „Corona Compass“ kommen denen der RKI-Umfrage auffallend nahe. „Dies weist darauf hin, dass die tatsächliche Impfquote deutlich höher liegt, als die Statistik ausweist“, sagte der DIW-Forscher Mathias Huebener dem Magazin. Huebener geht von mindestens 70 Prozent Erstimpfungsrate bei den 18- bis 59-Jährigen bis zum 13. Juli aus. Demnach wären hochgerechnet rund fünf Millionen Menschen mehr erstimmunisiert, als es die RKI-Statistik ausweist.

Insgesamt erklärten sich der Infratest-Umfrage, die kontinuierlich läuft, am 28. Juli 80 Prozent aller erwachsenen Befragten für erstgeimpft. Dies entsprach einer Quote von 67 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Laut RKI-Statistik hatten es zu diesem Zeitpunkt aber erst 61 Prozent ihre erste Spritze erhalten. Auch hier geht es um etwa fünf Millionen Impfungen mehr oder weniger.(Quelle: TSP, 14.08.21)


Iran geht für sechs Tage in Lockdown – nur vier Prozent vollständig geimpft

Nach einem Anstieg der Todes- und Infektionszahlen in Zusammenhang mit der Delta-Variante des Coronavirus hat der iranische Corona-Krisenstab einen landesweiten Lockdown verhängt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna vom Samstag ist der am Montag beginnende Lockdown aber nicht – wie vom Gesundheitsminister beantragt – für zwei Wochen, sondern nur für sechs Tage angesetzt.

Aus wirtschaftlichen Erwägungen war ein Lockdown vergangene Woche noch abgelehnt worden. Wegen der zuletzt extrem hohen Corona-Zahlen – im Durchschnitt gibt es rund alle drei Minuten einen Toten, und etwa alle drei Sekunden eine Neuinfektion – wurde diese Entscheidung jedoch revidiert.

Die Delta-Variante hatte in den vergangenen Wochen für eine deutliche Zunahme der Corona-Zahlen in Iran gesorgt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag gab es zuletzt binnen 24 Stunden mehr als 460 Tote und fast 30.000 Neuinfektionen. Seit Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 wurden im Iran mehr als 97.000 Todesfälle und fast 4,4 Millionen Infektionen registriert.

Das Land ist von der Pandemie besonders hart betroffen, auch weil die Wirtschaftskrise und US-Sanktionen die Einfuhr von Impfstoffen erheblich erschwert haben. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher nur schleppend voran. Bislang wurden nur vier Prozent der Iraner doppelt geimpft. (Quelle: TSP, 14.08.21)


Spahn fordert Rückkehr zu Regelbetrieb an Hochschulen

Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich dafür ausgesprochen, dass die Länder nach den Semesterferien an allen Hochschulen wieder einen Regelbetrieb zulassen. Dies sei möglich, sagt der CDU-Politiker bei einer Veranstaltung der Jungen Union in Gießen. Dreiviertel der Erwachsenen seien bisher geimpft und ein Viertel der 12- bis 17-Jährigen. Gleichzeitig wirbt Spahn für weitere Impfangebote. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 14.08.21)



Bundesagentur für mehr Impfangebote in Jobcentern

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, plädiert für mehr Angebote von Corona-Impfungen in Jobcentern. Es könne für die Impfzentren der Kommunen „sinnvoll sein, etwa in die Jobcenter zu gehen und dort Impfungen anzubieten“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dies sei eine weitere