abenteuerlich

15. Juli 2021

Die Vorstellung, dieser Herr Laschet könnte unser Land regieren, empfinde ich längst als geradezu abenteuerlich.

Armin

6. Juli 2021

Kampagne

2. Juli 2021

Fehler im Lebenslauf und mögliche Plagiate in ihrem Buch machen Grünen-Kandidatin Baerbock im Wahlkampf zu schaffen. Offenbar wurden Plagiatsjäger gezielt auf sie angesetzt.

Martin Heidingsfelder ist gerade beim Abschlag an Loch sechs eines Golfplatzes, als sein Telefon klingelt. Der Anrufer hat ein Angebot. Der Plagiatsjäger hat sich einen Namen damit gemacht, auch gegen Bezahlung mögliche Ungereimtheiten und Falschangaben in Lebensläufen und wissenschaftlichen Arbeiten von Politikern aufzuspüren. An diesem Tag Anfang Mai ruft ihn ein alter Bekannter an. Das Gespräch, so schildert er es t-online rückblickend, dauert eine Weile. Er sucht sich eine Bank, setzt sich und hört zu.

Der Mann will Heidingsfelder für eine Kampagne gegen die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gewinnen.

Vermeintliche Enthüllungen setzen die Parteivorsitzende und Spitzenkandidatin mittlerweile seit Wochen unter Druck. Nach einem monatelangen Höhenflug der Grünen haben sich die schlechten Schlagzeilen, so scheint es, inzwischen auf die Umfragen ausgewirkt. Die Hoffnungen der Partei, im September stärkste Fraktion im Bundestag zu werden, schwinden zunehmend. Die Parteizentrale wittert „Rufmord“ gegen die einzige Frau unter den aussichtsreichen Bewerbern und hat sogar einen Medienanwalt engagiert.

Bislang hieß es, der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber habe in Eigeninitiative Baerbocks Lebenslauf und Buch untersucht. Recherchen von t-online legen nun etwas anderes nahe: dass eine politisch motivierte Gruppe gezielt der Kandidatin schaden will und dafür auf die Suche nach professionellen Plagiatsjägern ging. Während Heidingsfelder das Angebot nach eigenen Angaben ablehnte, begann Weber offenkundig im etwa gleichen Zeitraum zu recherchieren. Auf eine Anfrage von t-online dazu reagierte er zunächst nicht. Er meldete sich dann nach Erscheinen dieses Textes, er habe die Anfrage übersehen. (mehr…)

Stattdessen gab er am Mittwoch zunächst – wenige Stunden, nachdem er die Anfrage von t-online erhalten hatte – eine Pressemitteilung heraus, in der er neue Vorwürfe zum Buch erhob und betonte: „Im Fall Baerbock prüfe ich aus Eigeninteresse und ohne Bezahlauftrag.“ Die Worte „ohne Bezahlauftrag“ hob er dabei durch Fettung besonders hervor. „Ich habe auch keinen Auftraggeber, mit dem vereinbart worden wäre, genau dies zu behaupten: nämlich, dass es keinen Auftrag gäbe. Das erkläre ich hiermit an Eides statt.“ Genau danach hatte t-online gefragt.

Dass Weber derart betont, nicht für die Arbeit bezahlt zu werden, ohne konkret darauf einzugehen, wie er auf das Thema aufmerksam wurde, ist zumindest bemerkenswert. Denn Plagiatsjäger Heidingsfelder, der als Gründer der Rechercheplattform „VroniPlag“ bekannt wurde, ist in seinen Schilderungen im Gespräch mit t-online bemerkenswert detailreich. Sie betreffen auch Weber.nen“

Es handele sich bei den mutmaßlichen Initiatoren um eine kleine Gruppe. Der Anrufer, dessen Identität er nicht preisgeben will, sei ein früherer Sozialdemokrat, den er seit einigen Jahren kenne. „Nach meinem persönlichen Eindruck kommen die eher aus dem rechten Lager, sind aber nicht parteigebunden.“ Es seien seiner Meinung nach jedenfalls „Leute, die Kampagnen starten können“.

Es gehe dem Anrufer zufolge nicht gegen die Grünen an sich, aber…

[weiter bei t-online.de]


Foto: CC s. CoViD-Archiv v. 19.4.20

 

„…Karl-Heinz T., Parteimitglied, hat gerade Bauland gekauft“

Die Aktivistin Lilith Wittmann hat in der vergangenen Woche mehrere gravierende Sicherheitslücken in Wahlkampf-Apps gefunden. Im Interview erzählt sie, wie einfach sie tausende Datensätze mit Informationen zu Alter, Geschlecht und politischer Meinung finden konnte und was sie daran am meisten bestürzt. Übrigens: Die CDU hat ihre Wahlkampf-App erstmal offline genommen.

Haustürdaten werden in Wahlkampf-Apps gespeichert
Hinter welcher Tür steckt welche politische Meinung? Das dürfen die Apps eigentlich nicht erfassen. Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Christian Stahl

Schon zur Bundestagswahl 2017haben verschiedene Parteien eigene Apps für den Haustürwahlkampf eingesetzt. Darin können Wahlkampfhelfer:innen beispielsweise eintragen, an wie vielen Türen sie schon geklingelt haben und an wie vielen ihnen geöffnet wurde. In der App „CDU-connect“ ließen sich auch weitere Informationen wie Alter, Geschlecht und politische Gesinnung speichern. Seit vergangener Woche ist die App offline. Die Aktivistin und Hackerin Lilith Wittmann hatte mehrere Sicherheitslücken gefunden, die es genauso auch bei den baugleichen Wahlkampf-Apps der CSU, der Österreichischen Volksparteiund der Schweizer CVP gab.

Allein durch die Lücke in der CDU-App standen Wittmann zufolge über 100.000 Datensätze zu besuchten Personen sowie die Daten von über 18.000 Wahlkampfhelfer:innen und mehr als 1.000 potenzielle Unterstützer:innen seit vier Jahren relativ ungeschützt im Netz. Im Interview hat sie uns von den Hintergründen ihrer Recherche erzählt und erklärt, warum sie den Wahlkampf mit Daten so bedenklich findet.

„Ich hätte nicht erwartet, dass es so einfach ist“

netzpolitik.org: Die größte Sicherheitslücke, die du in der CDU-Connect-App gefunden hast, ermöglichte es dir, über die Programmierschnittstelle auf die Datensätze zu gespeicherten Hausbesuchen zuzugreifen. Warst du überrascht, als du das gemerkt hast?

Lilith Wittmann: Ich hätte nicht erwartet, dass es so einfach ist, über die Objektdatenbank an die Daten zu kommen, die dort eigentlich gar nicht gedacht waren. Als ich…

[weiter bei netzpolitk.org]

Cui bono?

25. April 2021

Wir sind mitten im bundesdeutschen Wahlkampf, und deshalb gibt es Leute, die ein Interesse daran haben, a) Angst zu schüren und b) die Menschen in unserem Land zu verunsichern. Sie erdichten Fake News und verbreiten sie im Netz. Cui bono?

Ich nehme an, dass die Fakenews-Aktionen konzertiert sind, ihren Ursprung aber häufig nicht in Deutschland haben; ich weiß, dass sie aber in unerem Land begierig von Rechten, Populisten und anderen brandgefährlichen Dummköpfen weiterverbreitet werden; diese haben dieselben Interessen wie die Wahrheitsfälscher: Angst machen, verunsichern und so die Freiheit und die Demokratie angreifen. Immer anonym mit Fantasienamen -gern mit Ziffern komplettiert- und vo allemFreihe nie ehrlich.

Hier arbeitet Benjamin Läpple die BER-Falschmeldung vom heutigen Sonntag auf.

Die von Benjamin Päpple trefflich entlarvte Fake-Propaganda  wird es von Seiten der Rechtspopulisten in den nächsten Monaten noch öfter und immer wieder geben. Also bitte aufmerksam sein, die großen deutschen Zeitungen und Magazine lesen und die TV-Nachrichten zur Rate ziehen – mit Ausnahme dieses RT-Produkts. Und bitte sofort widersprechen, wenn jemand solche rechte, demokratiefeindliche Propaganda verbreitet. Aber das wisst Ihr ja längst.

Nachtrag: