Der Wahlkämpfer

7. März 2019

Heute macht die „Neue Osnabrücker Zeitung“ einmal mehr und unverhohlen Wahlkampf. Hervorgehoben auf Seite 3 der NOZ-Gesamtausgabe. Wie immer für die CDU/CSU und die Europäischen Konservativen, die mit Manfred Weber als Spitzenkandidat in die Europawahlen im Mai gehen. NOZ-Mann Thomas Ludwig besäuft sich in seinem Personality-Artikel geradezu daran, dass der CSU-Politiker Weber morgens in Passau und abends im westfälischen Recke spricht. Am Aschermittwoch. Man denkt sofort an die 3-Wetter-Taft-Werbung. Ludwig sieht in Weber gar jemand, der „durch Ruhe besticht“.

Kein Wort verliert der Journalist dabei über die Rolle Webers in der Diskussion über das EU-Urheberrechts und die zahlreichen und lauten Proteste deswegen gestern in Recke gegen #LügenManni, wie Spitzenmann Manfred Weber inzwischen im Internet heißt, nachdem er…Ach, lesen Sie einfach selbst, was Blogger Carsten Herkenhoff aus Ibbenbüren über das schreibt, was gestern Abend sonst in Recke geschah:

„Noch nie hatte man wohl in Recke einen Redner zu Aschermittwoch, der aktuell so oft auf Twitter mit Hashtags benannt wurde, dass er es in die aktuellen Top10 schaffte — wenn auch im negativen Sinne. Manfred Weber steht als #LügenManni in der Schusslinie, weil er gestern meinte, die Abstimmung um den Artikel 13 der Urheberrechtsreform der EU im EU-Parlament werde nicht vorgezogen, was die von ihm geführte Fraktion allerdings heute morgen noch angesichts europaweiter Proteste gegen den Artikel versuchte zu erreichen. Das war der Hintergrund (ausführlich), weswegen es beim politischen Aschermittwoch heute zu einer Protestaktion gekommen ist, wie die Ibbenbürener Volkszeitung (IVZ) tickert:

Weber wird lautstark unterbrochen.#niemmehrcdu prangt auf den Plakaten, Trillerpfeifen tönen und die Sicherheitsleute müssen die Demonstranten hinauskomplimentieren — begleitet von Buh-Rufen der CDU-Gäste im Zelt.

Zudem schreibt die Zeitung:

Demokraten hören einander zu“, bat Weber die Störer, mit dem Pfeifen aufzuhören.

Das scheint ja gerade sein Problem gewesen zu sein, dass ihm zugehört und seine Absicht erkannt wurde….“

Journalist Thomas Ludwig informiert darüber nicht und täuscht stattdessen. Af diese Weise sagt er Dankeschön an Weber & Co, deren Politik in Sachen Urheberrecht (nur) die klassischen Medien gut finden. Über allem steht dann im Printmedium NOZ das Wort „Einblicke“. Die gibt es auf diese Weise heute tatsächlich, allerdings anders als gemeint.

kein Witzchen

6. März 2019

Diversity-Kampagnen sind in diesen Zeiten wichtiger denn je; dazu braucht es keine geplant-diskriminierenden AKK-Witzchen auf Kosten von Minderheiten. Die englische Biermarke Carling in Großbritannien liefert aktuell ein starkes Statement für Inklusion – und erzählt in einer gut siebenminütigen Dokumentation die bemerkenswerte Geschichte eines LGBTQ+-Fußballteams in England.

Der porträtierte Fußballklub ist dabei etwa ganz Besonderes. Skye Stewart gründete den Verein 2016, weil es damals noch keine Fußballteams gab, die LGBTQ+-friendly waren. Heute kicken beim Black Country Fusion FC Schwule, Trans- und Heterosexuelle miteinander. Die Carling-Bierbrauer unterstützen den Klub mithilfe seines „Made Local Fund“ und statten ihn außerdem mit Heim- und Auswärtstrikots aus.

Ach ja: „Vom Uploader festgelegt“ hat man das kleine Werbevideo hinter eine Alterskontrolle geschoben („Melde dich an, um dein Alter zu bestätigen“); denn: „Dieses Video ist eventuell für einige Nutzer unangemessen.“  So großartig ist Carling also doch nicht…

Spitzt ansonsten mal eure englischen Sprachkenntnisse, Ihr Lieben.

 

 

Er spricht…

2. März 2019

Im Jahr des 350. Todestages des großen Rembrandt van Rijn hat die Amsterdamer Werbeagentur JWT jetzt die Stimme Rembrandts mithilfe künstlicher Intelligenz rekonstruiert. Bemerkenswert.

Das Ergebnis sind sechs zehnminütige „Rembrandt Tutorials“ die von dem berühmten Maler „höchstselbst“ gesprochen werden und die jedermann wertvolle Hilfestellungen beim Zeichnen geben soll. Die einzelnen Videos behandeln dabei jeweils ein Thema wie Skizzieren, Farbkomposition, den Einsatz von Schattierungen und eine echte Spezialität Rembrandts: das Malen von Porträts. Alle Tutorials sammelt die ING Bank, Hauptsponsor des Rijksmuseums, auf einer eigenen Webseite.

Uploadfilter

17. Februar 2019

In der Debatte über die Reform des EU-Urheberrechts verschärft sich der Ton. Während die EU-Kommission Vergleiche mit dem Brexit-Referendum zieht und Unions-Politiker von Fake-Kampagnen sprechen, demonstrierten heute in Köln knapp zweitausend Gegner gegen Uploadfilter . Die EU bezeichnete die Demonstranten daraufhin als -man glaubt es nicht – Mob.

Das in der letzten Woche vom EU-Parlament unter Führung konservativer Abgeordneter beschlossene EU-Leistungsschutzrecht wird künftig das Teilen von Artikel, Musik und Videos massiv erschweren. Ob Urheber an der Verbreitung ihrer Werke dabei mitverdienen werden, ist ungewiss. Unser Alltag im Internet wird kaum mehr sein, wie er war. Die schöne Liedzeile auf Instagram zu teilen, ein Meme auf Twitter oder den interessanten Zeitungsartikel via Facebook zu veröffentlichen, wird nicht mehr so einfach sein.

Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist Teil der beschlossenen europäischen Urheberrechtsreform. Artikel 11 der „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt“ legt fest, wer im Netz künftig was wie teilen darf. Bislang bezieht sich das Urheberrecht auf ganze Artikel: Ohne Lizenz darf sie etwa in Deutschland niemand kopieren und weiterverbreiten. Nutzerinnen und Nutzer können aber beispielsweise Zitate aus einem Text auf Facebook verbreiten oder den Titel auf Twitter teilen.

Werden wir künftig wohl häufiger sehen: Internetblockaden

Der zweite Teil der Neuregelung ist Artikel 13. Er regelt, dass urheberrechtlich geschützte Werke – wie etwa ein Songtext oder ein Filmausschnitt – nicht auf einer Plattform erscheinen dürfen, wenn deren Betreiber keine Lizenz für diese Beiträge besitzt. Bisher lag die Verantwortung, die Rechte einzuhalten, allein bei denen, die die Beiträge teilen. Künftig sollen Onlineplattformen wie Facebook, YouTube oder eben Instagram für die Inhalte haften, wenn Urheberrechtsverletzungen auftreten.soll. Das bedeutet: Diese Portale müssen Posts auf mögliche Urheberrechtsverletzungen prüfen und zwar, bevor sie erscheinen. Eine technische Lösung dafür wären Uploadfilter. Das ist Software, die alle Beiträge auf mögliche Urheberrechtsverletzungen hin prüft und sie im Zweifel gar nicht erst online gehen lässt. Kommt die Reform, wird vieles von dem, was wir teilen wollen, also vielleicht nie erscheinen.

Abgesehen davon, dass diese Software fehleranfällig ist, bleibt eine Plattform nur der Verzicht auf Inhalte, wenn sie keine Kontroll-Software will; ihr bleibt wohl nur der Verzicht auf die Inhalte oder die Variante, vom jedem einzelnen Urheber eine Lizenz einzuholen. „Eine unmögliche Aufgabe“, schreibt Piraten-Politikerin Julia Reda in ihrem Blog und der FDP-Abgeordnete Manuel Höferlin bezeichnet die Upload-Filter als „scharfen Angriff auf die Meinungs- und Informationsfreiheit“.

Zu den größten Kritikern gehört auch Googles Plattform YouTube, genauer gesagt Susan Wojcicki, Vortandssprecherin von YouTube, schrieb in einem offenen Brief Ende vergangenen Jahres, „dass der Artikel 13 und der Uploadfilter in der aktuellen Form die Möglichkeit, dass Millionen von Menschen Inhalte auf Plattformen wie YouTube veröffentlichen, bedroht“. Somit könnten Nutzer in der EU Inhalte von Kanälen anderer Künstler nicht mehr sehen. Der offene Brief löste Ende 2018 einen Aufschrei auf YouTube aus, da einige YouTuber annahmen, ihre Kanäle würden im Zuge der Verwirklichung von Artikel 13 gelöscht werden.

„Besonders pikant“, formuliert die ZEIT, ist dabei noch dies: In Deutschland kann der Artikel 13 der Richtlinie nicht durchlaufen und zu einer neuerlichen Krise zwischen CDU, CSU und SPD führen. Im Koalitionsvertrag haben die GroKo-Regierungsparteien nämlich ausdrücklich vereinbart, dass sie eine Verpflichtung von Plattformen zum Einsatz von Uploadfiltern „als unverhältnismäßig“ ablehnen. Schon vor der Abstimmung im EU-Parlament warnten etwa die SPD-Mitglieder Laura-Kristine Krause und Henning Tillmann vor einem Vertragsbruch.

Bemerkenswert, dass auch Niedersachsens CDU-Vorsitzender Bernd Althusmann klar Stellung bezogen hat. Er twitterte dies:

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schweigt derweil zum und im freien Internet; jedenfalls auf seinem twitter-Account hat er seit der Landtagswahl im Herbst 2017 praktisch nichts mehr gesagt. Nur im vergangenen Sommer schieb er, dass er nichts zu sagen hat. Das ist peinlich und enttäuschend.

Spionierende Partner

17. Februar 2019

Die saudische Verwaltungsapp Absher sorgt weltweit für Empörung, seit bekannt wurde, dass Männer damit ihre Frauen an der Ausreise hindern können. Jetzt geraten auch Apple und Google unter Druck, die App aus ihren Stores zu nehmen. Was dabei vergessen wird: Spionierende Partner und Ex-Partner findet man auch in Deutschland – und die Regierung interessiert sich kaum dafür. Ein Kommentar von Chris Köver.

Eine wirklich praktische Verwaltungsapp hat Saudi-Arabien da entwickelt. Man kann darin Knöllchen zahlen, wenn man falsch geparkt hat, einen Ausweis erneuern oder ein Neugeborenes anmelden. Und wenn man ein Mann ist, kann man auch einstellen, wie viele Reisen die eigene Frau oder Tochter unternehmen darf, ob sie das Land überhaupt verlassen darf und wohin. Man kann sich sogar per SMS benachrichtigen lassen, wenn sie an einem Flughafen eincheckt oder versucht die Grenze zu überqueren.

In Saudi-Arabien ist das ein normaler Verwaltungsakt, denn laut Gesetz braucht jede Frau dort einen männlichen Vormund, der über sie entscheidet – einen Ehemann, Vater, Bruder oder Sohn. Ohne dessen Erlaubnis kann eine Frau weder eine Ausbildung machen, noch Autofahren oder das Land verlassen. Als man im Jahr 2012 die dafür notwendigen Papierbescheinigungen, den berühmten „yellow slip“, digitalisierte, war das rein rechtlich betrachtet nur ein Schritt Richtung E-Government.

Jetzt ist die Geschichte außerhalb Saudi-Arabiens wieder in Erinnerung gerufen worden, nachdem Anfang Februar ein Artikel im Business Insider ausführlich über die App und ihre Funktionen berichtete. Die Empörung richtet sich allerdings weniger gegen die saudische Regierung. Dass Frauen dort keine vollen Menschenrechte genießen, ist ja bekannt. In der Kritik stehen vor allem Apple und Google, die die App Absher mit den genannten Funktionen in ihren Stores anbieten. An sie appellieren jetzt Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch, sie mögen die Software doch aus ihren Download-Bereichen verbannen. Gerade Apple ist schließlich für seine strikten Richtlinien bekannt, die unter anderem Apps aussperren, die geeignet sind, andere zu gefährden. Beide Firmen haben inzwischen angekündigt, die App prüfen zu wollen.

So praktisch: Mit der Verwaltungsapp Absher kann man Autos anmelden oder die eigene Frau und Tochter an der Ausreise hindern. Alle Rechte vorbehalten Screenshot

Natürlich ist diese Geschichte ein Aufreger: Eine staatliche App, die bei der Überwachung, Unterdrückung und Entmündigung von Frauen hilft, so als gehe es dabei um eine weitere lästige Verpflichtung, vergleichbar mit dem Begleichen eines Knöllchens oder einer neuen Fahrzeugzulassung. Interessant ist dennoch die Frage, warum die Geschichte derzeit wieder einen solchen Aufwind erfährt. Eingeführt wurde die Verwaltungs-App inklusive der Option zur SMS-Benachrichtigung bereits im Jahr 2012. Die saudische Aktivistin Manal al-Sharif, berühmt geworden durch ihre Kampagne für der Recht der saudischen Frauen auf Autofahren, hatte damals bereits in einem Tweet auf die Funktion aufmerksam gemacht. Auch der Guardian und andere Medien berichteten daraufhin.

Vielleicht liegt es an der packenden Geschichte von Shahad al-Moheimeed, der jungen Frau, deren Fluchtgeschichte der Business Insider für seinen Artikel so akribisch recherchiert hat – inklusive der Rolle, die das Überlisten von Absher dabei spielte. Allerdings fällt auf, dass die Empörung über die Unterdrückung, Verfolgung und Schikane von Frauen vor allem dann Aufmerksamkeit erfährt, wenn sie anderswo passiert. Besonders in Saudi-Arabien, dessen archaische Gesetze im Kontrast zur westlichen Welt wie eine dystopische Geschichte von Margaret Atwood anmuten.

Wer allerdings etwas darüber erfahren möchte, wie Frauen mit Hilfe von Technologie verfolgt, bedroht und tyrannisiert werden, muss dazu nicht bis in den Nahen Osten schauen. Es reicht aus, in die nächstgelegene Frauenberatungsstelle zu gehen und sich dort mit jenen zu unterhalten, die täglich mit solchen Fällen zu tun haben. Partner und Ex-Partner, die das Handy ihrer Frauen und Freundinnen mit versteckten Programmen überwachen, ihren Standort minutengetreu verfolgen, all ihre Chats und Telefonate mitlesen und hören.

Spyware nennen sich die Programme, mit denen diese Totalüberwachung möglich ist und sie sind auch in Deutschland legal zu kaufen. Denn ihr Einsatz ist nicht per se verboten. Wenn etwa ein Erziehungsberechtigter sein Kind mit diesen Mitteln tracken möchte, ist das erlaubt, so lange nicht Dritte mit abgehört werden. Eine Straftat begeht erst, wer die App einsetzt, um einen anderen ohne dessen Einverständnis auszuspionieren.

An Google und Apple braucht man in diesem Fall nicht zu appellieren, denn sie haben die berüchtigten Apps wie FlexiSpy oder mSpy aus den Stores verbannt. Das ist allerdings kein unüberwindbares Hindernis, denn um etwa den Standort und die Chats auf einem iPhone zu überwachen, kann schon die Apple ID und das Passwort der Person reichen, die es nutzt. Wenige Minuten mit einem Telefon genügen, um darauf Programme zu verstecken, die noch viel mehr können, zum Beispiel alle Gespräche mithören oder das Mikrofon aus der Ferne anschalten. Viele der Betroffenen wissen nichts über Zwei-Faktor-Authentifizierung oder anderen Sicherheitsmaßnahmen, die sie davor schützen könnten.

Die Tech-Konzerne sind hier die falschen Ansprechpartner. An wen man aber sehr wohl appellieren könnte, ist die Bundesregierung. Wenn sich der illegale Einsatz der Software nicht verhindern lässt, dann könnte sie zumindest dafür sorgen, dass Frauen über die Gefahren gut aufgeklärt werden. Sie könnte die Beratungsstellen mit genug Geld ausstatten, um Menschen zu beschäftigen, die dabei helfen, Beweise zu sichern und das eigene Gerät wieder zu entwanzen. Und sie könnten schließlich auch bei der Polizei und Justiz dafür sorgen, dass Beamt*innen und Richter*innen solche Fälle richtig einordnen können.

Das Interesse an dem Thema scheint jedoch gering – obwohl sich die Berichte von Betroffenen im Netz häufen und die Beratungsstellen berichten, dass diese Form der geschlechtsspezifischen Gewalt inzwischen zum Alltag gehört. Eine Anfrage der Fraktion Die Linke aus dem vergangenen Jahr hat ergeben, dass im Grunde keinerlei Zahlen dazu bekannt sind, wie viele Fälle von digitaler Spionage und anderen Formen Digitaler Gewalt erfasst oder angezeigt wurden. Es sind auch keine Studien dazu geplant. Ein einziges Projekt zum Thema fördert das Familienministerium. Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, der die Seite „Aktiv gegen digitale Gewalt“ koordiniert, sagt er bekomme wesentlich mehr Anfragen für seine Weiterbildungen als er anbieten kann.

Deutschland ist nicht Saudi-Arabien und Männer, die Spyware nutzen, um Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen zu verfolgen und zu tyrannisieren, sind nicht das gleiche wie eine Regierung, die eine solche Funktion in einer Bürger-App einbaut. Frauen sind in Deutschland per Grundgesetz gleichgestellt, aber auch wir ringen noch darum, diesen Grundsatz auch tatsächlich ins bürgerliche Gesetzbuch und von dort ins tatsächliche Leben zu übersetzen. Man würde sich deshalb wünschen, dass ein Teil des Furors, den diese App auslöst, sich auch gegen die Gewalt richtet, die Frauen in Deutschland jeden Tag erfahren. Damit gleiche Rechte nicht nur in Gesetzen festgeschrieben stehen, sondern auch im Alltag gelebt werden können.

 


Ein Kommentar von Chris Köver, netzpolitik.org

Fahrradfrühling ’19

16. Februar 2019

Welovevelo ist eines dieser angesagten Radgeschäfte, die es -trotz des flippigen Moly mit seinem traditionellen Radgeschäft in Lingen- wirklich nur in Großstädten gibt. Welovevelo ist ein Einzelunternehmen von Ronald Mencke; es hat seinen Sitz in Hamburg in der Elbgaustraße 244, ausgangs Altona Richtung Lurup. Trotz der Ferne lohnt immer ein Blick die Webseite. Im Welovevelo-Blog heißt es -passend zu dem stabilen Februar-Hoch mit warmen Temperaturen über den Fahrradfrühling ’19:

„Gestern wurden mal wieder die aufregendsten Neuheiten und Trends rund ums Rad von Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad vorgestellt. Nachdem wir letztes Jahr den „Fahrradsommer 2018“ verpasst hatten, fanden wir uns also vormittags im Hamburger Musikclub „Knust“ beim „Fahrradfrühling 2019“ ein, um zu schauen was es Neues in der Fahrradwelt gibt. Neben brandneuen Rädern für Kinder und Laufrädern für die ganz Kleinen (u.a. ein Laufrad von Cannondale mit Lefty-Gabel) lag der Fokus auf verschiedenen neuen E-Bike-Modellen.

Es gibt tatsächlich immer mehr E-Mountainbikes wie das Enduro Uproc 7 4.10von Flyer oder das vollgefederte Haibike Sduro Fullseven LT 7.0. Aber auch neue Räder im Touren- und Reiserad-Bereich mit Elektroantrieb wie das Nevo GT von Riese & Müller mit Bosch-Mittelmotor und GPS-Diebstahlschutz oder dem Finder FD12E mit Nabenmotor und Pinion-Getriebe kombiniert mit Gates Carbon Drive von Velotraum.

Konzentrieren möchten wir uns aber wie gehabt auf das Zubehör und da gab es auch ein paar interessante Neuigkeiten. Los gehts mit der „Oi Luxe“ von Knog, welche ein edles Upgrade der ringförmigen „Knog Oi Classic“ Klingel ist. Die „Oi Luxe“ ist im Gegensatz zu dem über Kickstarter finanzierten Vorgänger fast komplett kunststofffrei. Luxus Fahrradklingel: Oi Luxe von Knog Quelle/Source [´www.cosmicsports.de | pd-f´]

Die verwendeten Materialien sind hier nun Messing, Edelstahl und Kunstleder. Oder wie der Hersteller wirbt: „veganes Leder“. Die neue Klingel sieht nicht nur richtig schick am Lenker aus, auch der Hauptkritikpunkt der „Oi Classic“, nämlich die Stärke des Klingeltons, wurde durch einen Messing-Klöppel deutlich gesteigert. Die Luxus-Fahrradklingel gibt es, wie die klassische Version, für 22.2 mm oder für 23.8 – 31.8 mm Lenkerdurchmesser. Farblich kann man zwischen einem matten Schwarz, Silber und Messing wählen. Preislich liegt die stylische Klingel bei 39,99€. Die „Oi Luxe“ steht bei uns schon ganz oben auf der Liste für neue Artikel!

Interessant fanden wir auch die Tasche „Vario“ von Ortlieb. Diese kann entweder als Rucksack verwendet werden oder Fahrradtache/Rucksack Ortlieb Vario Quelle/Source [´www.ortlieb.com | pd-f´]man nutzt sie als Fahrradtasche am Gepäckträger. Die Rucksackträger lassen sich dafür schnell und einfach entfernen. Sie bietet mit 23 Liter Stauraum genug Platz für Laptop, Kleidung oder Einkäufe und eignet sich gut für den Weg zur Arbeit oder zur Uni. Zu haben ab 139,99€.Spritzschutz

Wer keine festverbauten Schutzbleche mag und Ass Savers und Co für keine Lösung hält, um vor Nässe und Schmutz zu schützen, für den gibt es jetzt von SKS Germany das schnellmontier- und demontierbare Schutzblech-Set „Speedrocker„. Es ist gedacht für Hinter- und Vorderrad von Gravelbikes und Cyclocross-Rädern sowie Rennrädern mit bis zu 42mm Reifenbreite. Ja, solche schnellmontierbaren Schutzbleche kennt ihr schon? Eine Neuerung ist hier jedoch, dass der vordere Spritzschutz zweiteilig ist und über einen Doppelspoiler das Aufwirbeln von Spritzwasser verhindert und so das Gesicht des Fahrers trocken bleibt. Das hintere Blech ist nach unten ausziehbar um für maximalen Schutz zu sorgen.Lieferbar am März für 44,99€.Pannenschutzeinlage Tannus Armour Quelle/Source [´www.messingschlager.com | pd-f´]

Der Hersteller von luftlosen Fahrradreifen Tannus hat mit der Pannenschutzeinlage „Armour“ eine Neuheit entwickelt. Der verwendete Schaumstoff ist leicht und flexibel und verhindert mit einer 15mm dicken Schicht das Vordringen von Fremdkörpern bis zum Schlauch. Kostenpunkt: 29,90€.

Schlüsselfreies Bügelschloss: Abus SmartX

Quelle/Source [www.pd-f.de / Paul Masukowitz´]

Nachdem im letzten Jahr von ABUS das alarm-gesicherte Faltschloss „BORDO Alarm 6000A“ vorgestellt worden ist, geht ABUS nun noch einen Schritt weiter und bringt mit dem Bügelschloss „770A SmartX“ ein komplett schlüsselloses Schloss auf dem Markt, welches nur per Smartphone entriegelt werden kann. Hierfür muss lediglich eine APP auf dem Mobiltelefon installiert sein, die das Schloss per Blutooth öffnet sobald der Nutzer in der Nähe des abgeschlossenen Fahrrads ist. Dafür muss also nicht einmal das Smartphone aus der Tasche geholt werden.

Das Schloss ist aufladbar per USB am Computer, über eine Powerbank, Steckdose oder direkt über den Akku eines E-Bikes. Neben diesen technischen Spielerei ist hier ebenso eine akustische Alarmfunktion enthalten, die bei einem Diebstahlversuch einen Warnton mit 100 Dezibel abgibt.

Das Schloss basiert auf dem Abus Granit 540 mit der höchsten Sicherheitsstufe 15 und ist ab 199,95€ in verschiedenen Größen erhältlich. Wer also für ein Rad eh mehr als 5000€ ausgibt, wird wahrscheinlich auch noch 200€ für solchen Spielkram übrig haben.

Wir hoffen es dann auch zum diesjährigen „Fahrradsommer“ zu schaffen, wenn die Highlights der Eurobike 2019 vorgestellt werden.“

Alles kann auch bei welovevelo auch telefonisch oder onlibe bestellt werden.
Das nehm ich jedenfalls an…

[Herzlichen Dank an Ronald Mencke für das Crossposting!]

aus’m Kongo

15. Februar 2019

Dem Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus schließt sich jetzt auch die Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit an – mit einer cleveren Kampagne, die ein Zeichen gegen Intoleranz setzt. Und zwar mit einem simplen Klatschen. Kennst Du das: Jemand quatscht richtig Mist und es fehlen die richtigen Worte?
#ClapForCrap ist die Antwort auf Diskriminierung und Intoleranz.

„Interoperabilität“

7. Februar 2019

Noch weiter ade mit dem Datenschutz!

„Unter dem Stichwort „Interoperabilität“ werden die großen EU-Datenbanken im Bereich Justiz und Inneres vernetzt. Fingerabdrücke und Gesichtsbilder landen mit Personendaten in einem durchsuchbaren „Identitätsspeicher“. Der Datenverkehr soll drastisch steigen, allein Europol rechnet mit 100.000 Abfragen täglich.

Die Datenbanken aus dem Bereich Justiz und Inneres werden gern als virtuelle Grenzen bezeichnet. Mit der „Interoperabilität“ werden sie aufgerüstet. CC-BY 2.0 jonworth-eu

Die Europäische Union stattet alle Informationssysteme, die biometrische Daten enthalten, mit neuen Funktionen aus. Sie werden teilweise zusammengelegt und mit einem Klick durchsuchbar gemacht. Darauf haben sich gestern die Verhandler aus dem EU-Parlament und dem Ministerrat geeinigt, schreibt die rumänische Ratspräsidentschaft. Damit endet das Ringen um einen biometrischen Datenspeicher, in dem verknüpft mit Personendaten hunderte Millionen von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern lagern werden.

Gespeichert werden die Daten zentral bei der Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen (eu-LISA) in Tallinn. Die Agentur ist auch für die technische Verwaltung und die sichere Datenübertragung im Betrieb zuständig. 2020 beginnt die technische Umsetzung, bis 2023 sollen die neuen Fähigkeiten nutzbar sein. Der genaue Wortlaut der beiden abgestimmten Verordnungen für die polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit, Asyl und Migration“ sowie „Grenzen und Visa“ ist noch nicht veröffentlicht. Der Rat hatte jedoch seine Verhandlungsposition vom Dezember online gestellt. Bevor die Verordnungen rechtskräftig werden, müssen sie vom Rat und dem Parlament formal verabschiedet werden.

Suchmaschine auch für Europol und Interpol

Die neuen Gesetze betreffen vor allem das Schengener Informationssystem (SIS II). Die größte Fahndungsdatenbank Europas enthält Ausschreibungen zur Einreise- oder Aufenthaltsverweigerung und zur Verhaftung oder zur verdeckten Kontrolle von Verdächtigen. An die „Interoperabilität“ werden außerdem das System Eurodac mit Fingerabdruckdaten von Asylbewerbern und Drittstaatsangehörigen sowie das Visa-Informationssystem (VIS) angeschlossen. Dort finden sich Angaben zu AntragstellerInnen von Kurzaufenthaltsvisa sowie deren EinladerInnen, darunter auch biometrische Daten.

Die im SIS, VIS und in Eurodac gespeicherten Fingerabdrücke und Gesichtsbilder werden jetzt mit den dazugehörigen Personendaten in einem „Gemeinsamen Identitätsspeicher“ abgelegt. Jede erfasste Person erhält dort eine „individuelle Datei“, die von Zehntausenden zugangsberechtigten BeamtInnen in der Europäischen Union mit einem ebenfalls neuen „Europäischen Suchportal“ bedient werden kann.

Die Suchmaschine soll nicht nur das SIS, das VIS und Eurodac abfragen, sondern greift bei jeder Überprüfung einer Person auch auf Daten bei der Polizeiagentur Europol und bei Interpol zu. Als Schnittstelle zur „Interoperabilität“ führt die Kommission ein neues „universelles Nachrichtenformat“ (UMF) ein, das federführend vom Bundeskriminalamt entwickelt worden ist und jetzt von allen Beteiligten installiert werden muss. Die Abfragen bei Europol erfolgen ebenfalls über ein neues Protokoll, das dort als „Querying Europol Systems“ (QUEST) firmiert.

Neue „Identitätsbestätigungsdatei“

Zunächst müssen alle vorhandenen biometrischen Daten in den neuen „Gemeinsamen Identitätsspeicher“ überführt werden. Sie werden dann über einen „Dienst für den Abgleich biometrischer Daten“ auf bereits vorhandene Fingerabdrücke oder Gesichtsbilder überprüft. Auch jeder neue Eintrag durchläuft diese Prozedur.

Im Hintergrund läuft außerdem…“

weiter bei Netzpolitik.org

(ein Beitrag von netzpolitik.org CC

Entwicklung

31. Januar 2019

Dass das Internet immer kommerzieller wird, ist eine Binsenweisheit. Das heißt aber auch, dass es nicht durchgetaktete Angebote, die in den ersten Jahrzehnten das Netz prägten, immer schwerer haben. Wir sehen dies gerade auch in unserer Region. Es gibt da diese drei Beispiele:

Im vergangenen Sommer machte bspw. KEIFußball Schluss. Die Plattform war ganz nah dran an Spielern, Trainern und Vereinen im Fußball-Emsland und in der Grafschaft. Deutlich besser als Konkurrent fupa. Aber sie war betriebswirtschaftlich nicht so  aufgestellt wie der bisweilen aufgesetzt wirkende Konkurrent fupa, den NOZ-Medien in unserer Region trägt.

Dann hörte vor einigen Wochen lingen-ems.de auf. Die Seite brachte Gründer Jens Guschmann nämlich trotz aller Programmierkenntnisse viel Arbeit, aber dafür zu wenig Ertrag. Jetzt landet man auf einer Kommerzplattform, die mit Lingen so viel zu tun hat wie Lingens OB mit planvoller Stadtentwicklung. Also nichts.

Und heute nun ist nach knapp acht Jahren der letzte Tag für stadtblatt-lingen.de. Die Webseite (Logo links) hatte zwar mit dem historischen Stadtblatt nichts zu tun, das vor 40 Jahren zum ersten Mal eine, wenn auch nur monatlich erscheinende Gegenöffentlichkeit zur Lokalzeitung bot. Doch die stadtblatt-lingen.de-Internetseite kann den Verdienst in Anspruch nehmen, alle Presseerklärungen im Originaltext veröffentlicht zu haben. „Bei uns wird nicht gekürzt, gestrichen und verändert“, hieß es bislang auf der Stadtblatt-Webseite über das eigene Selbstverständnis. Daher lohnte sich mancher Vergleich mit dem, was dann zB die bereits erwähnte Lokalpresse daraus machte. Und jetzt liest man, dass die Energie der Macher erschöpft ist: „Noch eintreffende Meldungen werden wir bis zum 31.01.2019 einstellen. Am 31.03.2019 geht das Stadtblatt Lingen endgültig vom Netz.“

„Wir bedanken uns besonders bei allen Werbepartnern, Medienpartnern, Absendern von Nachrichten und Berichten für ihre Unterstützung. Unser Dank geht auch an die Leserschaft, die uns so lange die Treue gehalten hat. Ohne sie alle wäre das Stadtblatt nicht so lange lebensfähig gewesen.“

Wir alle nähern uns also nach Jahren der Alternative wieder dem Meinungsmonopol der Lingener Tagespost und ihrer Schwesterblätter. Das, so finde ich, ist keine gute Entwicklung…

Kay One

30. Januar 2019

Die Pommesschmiede McDonald’s hat Rapper Kay One engagiert –  für einen Tag als Mitarbeiter. Der empfing die Kunden – wie sollte es auch anders rein – mit einem auf den Burger-Riesen abgestimmten Rap-Song, in dem er Abläufe und Services in dem Fast-Food-Restaurant erklärt. Seit der Veröffentlichung am 11. Dezember zählt das Video bis heute rund  1,8 Millionen Aufrufe.

Sag mal, liebe Leserschaft, war der Berliner Rapper noch vor Bushido und Support nich ins emsland geflüchtet? Wie war das noch? Ich frage für einen Freund und der will auch wissen, wo der Spot gedreht wurde. Wer hilft?