erfinderisch

12. April 2020

Bildschirmfoto 2020-04-12 um 09.36.03

Lingens Top-Gastronom Markus Quadt (Butcher’s, Sieben, Bar-fly, Posthalterei) kämpft – wie viele Kollegen – in diesen Corona-Zeiten ums Überleben. Die Not machte ihn erfinderisch – er organisierte kurzerhand eine digitale Bierprobe. Gestern zum vierten Mal aus der Alten Posthalterei und wieder mit deutlich mehr als Tausend Kneipenbesuchern – online versteht sich.

Die nächsten Termine sind jeweils Samstag, der 18. April und der 25. April um 20:15 Uhr. Bestellbar sind die benötigten Sets hier. Abrufbar sind die bisherigen digitalen Bierproben auf der Facebook-Seite der Alten Posthalterei.

hallo_nds

Kauft lokal!

11. April 2020

Moin in die Runde!

In diesem kleinen Beitrag habe ich vor ein paar Tagen Tipps gegeben und Vorschläge gemacht, um gemeinsam den lokalen Einzelhandel und andere kleine Betriebe zu unterstützen – in Lingen (Ems), aber nicht nur hier in meiner Stadt. Die Resonanz war in unseren AllesFürAldiLidlReweNettoFamilaObi-Zeiten durchweg positiv.

In diesen Corona-Tagen, in denen Großkonzerne ihre Super- und Verbrauchermärkte mit allen, weit über den Grundbedarf hinausgehenden Waren weiter betreiben, aber die unverzichtbaren „kleinen“ Geschäfte unserer lokalen Unternehmen behördlich geschlossen gehalten werden, habe ich versucht, nicht nur dort zu kaufen. „Bei Holzberg“ (Buchhandlung Holzberg) bestellte ich neue Fachbücher (und Bilderbücher für meine Enkel), Robert Blanke (Blanke Buch + Kunst) hat mir zwei historische Stiche gerahmt (erstklassige Arbeit), bei Kathy von Kathy’s Wohnart habe ich eine österliche Blumenvase gekauft und während der ganzen Woche bei Ibrahim Remsi in seinem Appelhans Wein+ Tabak täglich SZ und taz erstanden, sofern denn die taz vom Grossisten in unsere norddeutsche Provinz überhaupt „mitgeliefert“ wurde oder die SZ nicht ausverkauft war. Schließlich: Annette und ich freuen uns zu Ostern auf ein Menu aus Markus Quadts Alte Posthalterei.

Alle fünf, nicht nur mir am Herzen liegenden Unternehmen haben dann mitgemacht, dass ich, wie versprochen, 20 Gutscheine aus der Lingener Innenstadt verlosen konnte. Dafür bedanke ich mich sehr bei ihnen.

Die Gutscheine sind inzwischen schon im Briefkasten oder unterwegs. Zu Ostern dürfen sich darüber freuen Peter, Karin, Astrid, Veronika, Elke, Jörg, Nicole, Christian, Jeanette, Tobias, Eleonore, Michael, Rainer, Sandra, Lukas, Tobi, Katrin, Frauke, Anton und Albijana. Ein freundlicher Leser hatte sich nur über FB gemeldet und ging deshalb leer aus. Aber da, Manfred, lasse ich mich nicht lumpen und liefere noch nach…

Leute, kauft lokal!

Disclaimer: Die Betriebe und ich haben uns die Kosten der Verlosung 50:50 geteilt. Weitere Vorteile gab es für mich nicht. Und das ist auch gut so.

 

Ostern kommt. Jetzt.

6. April 2020

Ostern kommt und da schenken wir unseren Lieben meist ein wenig Zeit und mehr. Auch wenn Wolfgang Schnieders für den Türrahmen seines feinen Antiquitäten-Geschäftes direkt gegenüber meines Anwaltskontors den Weihnachtsflyer wieder herausgehängt hat, habe ich hier einige Tipps, wie wir in Lingen gemeinsam etwas für unseren lokalen Einzelhandel tun können. Jetzt.

Denn nach Corona und wegen Corona wird es für viele schwer – vor allem für kleine, lokale Händler und Gastronomen, die ihre Geschäfte schließen mussten. Jetzt versuchen sie händeringend sich über Wasser zu halten. Für manche stellt sich die Frage: Wie lange kann ich -trotz der Hilfen vonBund und Land all das finanziell überhaupt noch stemmen? Und: wird es meinen Laden nach der Krise noch geben?

Weil ich natürlich will, dass am Ende der Corona-Krise meine Lingener Lieblingsläden stark und propper bereit sind, habe ich 10 Tipps für die werte Leserschaft: So könnt Ihr lokale Händler jetzt unterstützen. Und -ganz am Ende dieses Blogbeitrages- gibt es eine Überraschung.
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und alles läuft!

4. April 2020

Ihr kennt doch den flotten Werbespruch der Lingener Firma Getränke Essmann:“…und alles läuft“. Gerade aber läuft gar nichts mehr. Auch bei einem der größten Getränkegroßhändler der Republik mit dem Stammsitz in Schepsdorf. Hunderte Fässer mit frisch gebrautem Gerstensaft stehen dort auf dem Hof; doch Essmann bringt sie nicht unter die Leute. Wohin denn auch?

Wegen der Corona-Krise sind Stadtfeste, Fußballspiele und Veranstaltungen verboten. Außerdem sind alle Kneipen dicht. Deswegen werden vor allem Fässer nicht mehr verkauft. Neben dem Absatzeinbruch gibt es ein zusätzliches, immer größer werdendes Problem: Das Bier ist schon gebraut, lagert in den Fässern und nur das Haltbarkeitsdatum läuft –  ab. Nächste Woche bei feinstem Frühlingswetter und 20° Celsius und mehr.

Daher meine Frage an die Biertrinker in der Runde. Was tun mit dem leckeren Fassbier? Hat Markus Quadt eine Idee? Mit 50 l Fassbier zuhause ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Für die besten Vorschlag, nehme ich an, gibt’s Freibier in Schepsdorf!


Foto: Bierfässer von elevate / via  CC0 Öffentliche Domäne

 

Kartoffeln

3. April 2020

Die beiden feinen Lingener Fachgeschäfte Kathy’s Wohnart und Prozellan Benner werden wohl neue Produkte in ihr Verkaufssortiment aufnehmen. Das werde ich ihnen dringend ans Herz legen.  Denn dann können sie wieder öffnen. Abgesehen davon, dass Kathy Hüllsieck schon immer Parfum und Körperpflegemittel („Hygieneartikel“) angeboten hat, wird sie künftig wohl Kartoffeln und Spargel  vom Biohof verkaufen, und Kaufmann Oliver Benner zwischen all den Pfannen, Töpfen und Küchenzubehör, Pastagrande-Nudeln aus Wietmarschen, Enkings Schwarzbrot und Settebernds Beschüte aus Emsbüren. Ich nehme an, dies wird mit einer Mitteilung an das städtische Gewerbeamt flankiert, man volle das Sortiment vergrößern. Dann nämlich können beide Einzelhändler aus der Lingen Burgstraße ihre Geschäfte wohl wieder öffnen. Das zeigen die letzten Tage.

Die Allgemeinverfügung des Landes Niedersachsen („zum Schutz der Bevölkerung“) wird sie schwerlich stoppen. Denn sie wird mehr und mehr zu einem Flickenteppich. Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) setzte die Öffnung von Baumärkten durch, um Kaufprozessionen in Baumärkte im benachbarten  NRW zu beenden. Inzwischen darf selbst wieder die Postenbörse geöffnet halten; dazu führte ein schlichter Brief des Firmeninhabers an den niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU); die Kommunen waren machtlos. Wir sehen:  Die großen Discounter und Supermärkte von Aldi, Edeka, Famila, Netto bis Rewe verkaufen ohne jede Scham und Zurückhaltung das ganze Warensortiment mit Hunderten Nonfood-Artikeln bis zu Fahrrädern und Fernsehapparaten. Es interessiert niemanden, schon gar nicht  die niedersächsische GroKo-Landesregierung, welche zerstörerische Wirkung diese Einseitigkeit auf den kleinen Einzelhändler hat – vor allem im Stadtzentrum. Wir erleben eine große Umverteilung.

Jede/r kann es sehen: Vorn im Discountermarkt mussten die Blumengeschäfte schließen; doch Blumen gibt es trotzdem zu kaufen, jetzt bloß hinter den Supermarktkassen vom Marktbetreiber. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen an diesen Großen, die kleinen Einzelhändler schauen in die Röhre. Das ist „bitter, hart und ungerecht“, sagte OB Krone gestern in einer Sitzung des Lingener Verwaltungsausschusses, und alle stimmten zu.

Wenn dem aber so ist, kommen jetzt eben Kartoffeln & Co. in den Einrichtungs- und Porzellan-Einzelhandel. 4-lagiges Klopappier als Hauptverkaufsartikel ginge sicher auch.


Foto: Giebel des Hist. Rathaus Lingen © milanpaul via flickr

Helft dem lokalen Einzelhandel…

und den anderen Selbständigen, die wegen der Corona-Schließungen jetzt vor Ort Eure Hilfe brauchen. Die Süddeutsche schreibt dazu:

  • In Corona-Zeiten wird nicht nur gehamstert – viele versuchen auch, Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Hilfreich kann es zum Beispiel sein, sein Buch online im heimischen Buchhandel zu bestellen. Oder kleine Läden mit dem Kauf von Gutscheinen zu unterstützen.

Wie in diesen Tagen verantwortungsvoll mit Dienstleistern, Verkäufern, Anbietern umgehen? Die Unklarheiten, die sich dabei ergeben, haben unterschiedliche Ebenen. Die eine lautet: Wie kann man die Menschen, die in Supermärkten oder beim Paketdienst trotz allem immer noch arbeiten müssen, vor dem Virus schützen und ihnen das Leben erleichtern? Und die andere: Was kann jeder einzelne Verbraucher tun, um die Geschäftsleute zu unterstützen, die gerade um ihre Existenz kämpfen?

Was der Verband deshalb von den Kommunen fordert, nämlich für später geplante Aufträge vorzuziehen, könnte er sich auch als UntBiotexerstützung von normalen Kunden vorstellen, sagt Ulrich: „Wenn man sich etwas ohnehin anschaffen wollte, warum nicht schon jetzt?“ Die SZ hat mehrere von den Corona-Folgen betroffene Menschen gefragt, wie Verbraucher ihnen gerade helfen können. Lest mal und kauft nicht nur in den großen Supermärkten oder bei US-Versandkonzernen sondern telefonisch oder Online bei Holzberg, Benner, Blanke Buch & Kunst, Antiquitäten-Schnieders, Antiquitäten Gels, Kathy’s Wohnart, Nottbeck und Biotex, geht in die Große Straße mit Vom Fass und der Woll- und Wäschetruhe, die bald schließen will. Kauft bei Unverpackt, und ordert bei Böckmann, Uschi Thünemann, Neuhaus und Hellmann hier und Hellmann da.

Denkt bei Schuhen an Albers, Hilbers und Tendenza, an den Spiele-Max und Sports-World und Appelhans, einen der letzten Zeitschriften- und Lottoläden im Zentrum. (Sorry an alle anderen Lingener Einzelhändler, die ich hier nicht nenne!). Schreibt E-Mails an die Kaufleute oder ruft an, falls die Betriebe keinen Webshop haben. Alle sind so sie erreichbar, bringen die Ware oder nutzen „Lingen liefert„. Oder kauft Gutscheine. Das hilft unseren Lingener Betrieben!

Telefoniert gern auch mit den Gastwirten, bei denen Ihr sonst einkehrt, und fragt, ob sie Essen, Bier und Getränke zu Euch nach Hause liefern oder ihr es abholen könnt! Und bestellt. Es hilft.

Warum das Ganze? Lest in der Süddeutschen nach, warum…

 

Share

17. März 2020

Schau dir an, was Joko, Lena, Jennifer und Wilson Gonzalez zum Teilen sagen. share teilt mit jedem verkauften Produkt mit Menschen in Not.

Autopilot

12. Februar 2020

Was Teslas Autopilot auf der Straße sieht und verarbeitet? Genau genommen nicht weniger als der Mensch. Nur, dass der das offenbar anders verarbeitet. Schon beeindruckend. Bei beiden.

This video shows what Tesla Autopilot’s neural network sees on the road. Tesla says the system relies on per-camera networks to analyze raw images to perform semantic segmentation, object detection and monocular depth estimation. It employes birds-eye-view networks to take a video from all cameras to output the road layout, static infrastructure and 3D objects directly in the top-down view.

(Direktlink, via Nag on the lake und das_kfmw)

 

Frederike snoozt.

18. Januar 2020

Frederike snoozt. „Am Anfang stand die Idee etwas zu verändern und einen positiven Beitrag in unserer Welt zu leisten. In der fünften Generation eines Familienunternehmens, das jetzt Daunendecken und Kissen #recycled ♻️.“ Es heißt Betten-Albers und betreibt die Bettfedernfabrik am Konrad-Adenauer-Ring in unserer Stadt. Ich sage, ‚die legendäre Bettfedernfabrik‘, an der ich schon vor Jahrzehnten vorbei lief, doch nie so wirklich wusste, was da eigentlich passiert.

Dazu bloggt Frederike Albers:

„Ja, diese Fabrik ist fest in uns verankert – sie ist der Mittelpunkt meiner gesamten Familie. Und nun habe gerade ich mir vorgenommen, diese Firma zu übernehmen. Ob ich Angst habe? – Ja, auf jeden Fall. Du kannst mich verrückt oder naiv nennen, aber dieser Gedanke fühlt sich verdammt gut an. Und weißt du warum? Weil ich glaube, dass es genau das ist, was ich mein Leben lang wollte.“

Frederike Albers erläutert:

„Ok. Die Entscheidung ist gefallen. Ich möchte mich nach meinem Studium wirklich selbstständig machen. Ne, so ganz stimmt das nicht. Richtig ist: Ich möchte das alte Familienunternehmen meines Vaters übernehmen – eine Vorstellung, die ich so nie für möglich gehalten habe.“

„Wenn ich ehrlich bin, war es ein sehr spontaner Gedanke, der mir aber einfach nicht aus dem Kopf gehen wollte. Niemals hätte ich gedacht, dass es soweit kommt. Nach all den Dingen, die mein Vater mir und meinen Brüdern über die Entwicklung der Daunenindustrie erzählte, ist es so, als wäre snuuz die Rettung unserer Familiengeschichte, die Rettung unserer Mitarbeiter und damit auch die Rettung unseres gesamten Unternehmens.

Aber mal ganz von vorne. Schließlich musste ich mir einige Fragen stellen, bevor ich diese Entscheidung treffen konnte: Was muss man beachten, wenn man das Geschäft des Vaters übernehmen möchte? Welche Vorraussetzungen brauche ich als Nachfolgerin? Wie gehe ich mit den Mitarbeitern um? Wird es Streit geben? Welche Vorteile gibt es? Macht es nicht vielleicht mehr Sinn neu zu gründen?

Ich hatte wirklich so viele Fragen, die mir nicht wirklich jemand beantworten konnte. Trotzdem war mein Gefühl sehr positiv, wenn ich an diese Geschäftsübernahme dachte. So kam es dann, dass ich im Sommer 2018 sagte: ‚Ja, ich werde unser Familienunternehmen übernehmen!‘.“

Frederike Albers informiert auf Instagram: „Ich habe ein großes Anliegen euch zu erzählen, warum wir uns gerade für recycelte Daunen entschieden haben. 🍃“

Und Frederike Albers hat diesen Blog-Shop. Da verkauft sie recycelte Daunen. Wie sagte der US-Gastvater meines Sohnes: Enjoy it.


Foto: © Frederike Albers; Albers & Co GmbH

 

Unverpackt

16. Januar 2020

Lingen soll einen  „Unverpackt-Laden“ bekommen. Dieser soll als Genossenschaft organisiert werden. im neuen Geschäft bekommt man ganz ohne Verpackung, verschiedene Lebensmittel wie Nudeln, Getreide, Nüsse, aber auch andere Dinge die täglich gebraucht werden, wie z. B. Waschmittel. Das Projekt nennt sich Lingen Unverpackt und soll, wenn alles klappt, als neue Genossenschaft an den Start gehen.

„Lingen Unverpackt eG“ wird am Montag, 27. Januar in der Kirchstraße 2 die Türen öffnen, also mitten in der Stadt an der Zufahrt zur Tiefgarage am Markt. Leicht erreichbar sind von dort Stadtbibliothek, Krankenhaus und TPZ. Ganz in der Nähe sind außerdem der Wochenmarkt sowie einige weitere umweltbewusste Einzelhändler, bei denen der Einkauf plastikfrei ergänzt werden kann. Pkw-Parkplätze sind in der Tiefgarage vorhanden und ein großzügiger Fahrradparkplatz ist direkt vor der Tür.

Was noch fehlt, sind Menschen aus Lingen, die am besten als Genossinnen und Genossen der neuen Genossenschaft das Projekt Lingen Unverpackt eG unterstützen möchten.  

Die Initiatoren um Teresa Metz-Meuter, Dayana Metz und Sandra Reichenberger geben über alle Fragen, die das Projekt betreffen, hier Auskunft.  Und sie fragen: „Was würdest du gerne im Unverpackt Laden kaufen? Schreib die Antwort in die FB-Kommentare!“

Website: www.lingen-unverpackt.de/

Facebook: Lingen Unverpackt