Jennifer von Stephani und Edin Mujkanović
Lingener Frühlingserwachen
Lingen (Ems) – Universitätsplatz
Heute, 1. Juni – 16.30, 18.30 und 20.30

Eintritt frei

Mit dem 2018 gegründeten Duo Jennifer von Stephani (Gesang) und Edin Mujkanović (Gitarre) geht die Konzertreihe Lingener Frühlingserwachen weiter  – jetzt bei allerbestem Frühsommerwetter. Beide präsentieren Cover-Version bekannter Songs.

Jennifer von Stephani studierte an der Universität Kassel Musik auf Lehramt mit dem Hauptfach Gesang. Bereits während ihres Studiums war sie als Leadsängerin in mehreren Bands innerhalb Hessens unterwegs. Seit 2010 lebt sie wieder in  Lingen (Ems) und arbeitet hier als Musiklehrerin.

Der gebürtige Bremer Edin Mujkanović studierte in Osnabrück Musik/Musikwissenschaft und ist seit 2000 als freiberuflicher Musiker tätig. 2013 gewann er den Musikwettbewerb CREOLE Nord. Edin Mujkanović lebt seit 2020 in Lingen und arbeitet  hauptberuflich als Bildungsreferent an der Landesmusikakademie NRW.

Wichtiger Sidestep: Im Café des Professorenhaus können Getränke erworben werden.

(Foto © Stadt Lingen)

Piano-Pete Budden

27. Mai 2021

Piano-Pete Budden und „Eddy“ Werner Schwegmann
Lingen (Ems) – Universitätsplatz

Heute, 27. Mai 2021 um 16, 18 und 20 Uhr

Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Blues-Legenden an Ems und Vechte treten heute um 16, 18 und 20 Uhr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lingener Frühlingserwachen“ auf dem Universitätsplatz auf.

Das „Lingener Frühlingserwachen“ startete in der letzten Woche. Trotz schlechter äußerer Bedingungen mit Gewitter und Starkregen begeisterte Piano Pete Budden zum Auftakt das Publikum auf dem Universitätsplatz mit seiner Musik. Mit einem strahlenden Gesicht hatte Piano Pete Budden beim Auftakt der kleinen Konzertreihe das Lingener Publikum begrüßt. Es war sein erster Auftritt in diesem Jahr nach langem Lockdown. „Es ist das erste Mal, in diesem Jahr, dass ich das Klatschen wieder entgegennehmen darf,“ so Piano Pete.

Die kleine Reihe bringt das kulturelle Leben wieder in Schwung, und, wenn jetzt noch das Wetter mitspielt, wird es richtig fein.

Am heutigen Donnerstag, 27. Mai, ist Piano Pete gemeinsam mit „Eddy“ Werner Schwegmann auf der Bühne. Die Bluesfreunde stehen für geballte Power, Leidenschaft und musikalische Spielfreude und – so der NDR– sie stecken mit ihrer Elektrizität an –  auf dem Universitätsplatz um 16, 18 und 20 Uhr. Getränke gibt es im Café im Professorenhaus nebenan.

(Foto: Facebook, Text: PM/NDR)

 

16, 18 und 20

25. Mai 2021

Um 16, 18 und 20 Uhr tritt heute Susan Albers auf dem Universitätsplatz jeweils für eine halbe Stunde im Rahmen des Linener Frühlingserwachens auf. Der Eintritt ist dabei frei.

Musikalisch erwartet die Besucher*innen ein abwechslungsreiches Programm: Susan Albers singt deutsch- und englischsprachige Cover und Eigenkompositionen und widmet sich Genres wie Jazz, Klassik und Pop-Rockmusik. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Übrigens: Am Donnerstag spielt wieder Piano Pete, dieses Mal zusammen mit Gitarrist „Eddy“ Werner Schwegmann.

Foto: Susan Albers/Stadt Lingen

Endlich: Pete Budden
Open Air
Lingen (Ems) – Universitätsplatz
Heute, Dienstag 18. Mai 16, 18 und 20 Uhr
Eintritt frei

Heute startet in Lingen (Ems) die neue, kleine und feine Open-Air-Konzertreihe „Frühlingserwachen“ mit dem über die Region hinaus bekannten Keyboarder „Piano Pete“.

Der Lingener Pianist, Sänger und Songwriter Pete Budden erlernte das Klavierspiel schon im Alter von 8 Jahren. Es zeigte sich schon sehr früh, dass seine Liebe zur Musik nicht nur der Klassik – sondern gerade auch der freien Improvisation galt, die seinen heutigen Stil sehr beeinflusst. Im Laufe der mittlerweile 25jährigen Musikerlaufbahn brachte es „Piano Pete“ auf mehr als 2.000 Auftritte in den verschiedensten Bandformationen wie z.B. dem Lingener Bluesquartett, Blues Factory und Dirty Fingers etc., um nur einige zu nennen, aber natürlich auch in seinem Soloprogramm.

Pete Budden heute zum Auftakt der Lve-Konzertreihe auf dem Lingener Universitätsplatz. Er gibt drei Kurzkonzerte á jeweils 30 Minuten um 16 Uhr, 18 Uhr und 20 Uhr. 

Die Besucher:innen werden gebeten, rechtzeitig zu kommen. Zugangserfordernis für alle Fans  über 14 Jahren ist eine negative Testung, eine vollständige Impfung oder eine Genesung. Bevor feste Plätze eingenommen werden müssen, wird im Eingangsbereich eine Registrierung zur Kontaktverfolgung vorgenommen. Nach knapp 60 Minuten werden die Zuschauer gebeten, den Universitätsplatz zu verlassen, damit das nächste Konzert vorbereitet werden kann. Es könnte übrigens regnen; das ist bei Open-Air-Veranstaltungen nun mal so.

Eintritt frei.

Qosay

8. April 2021

In der Nacht vom 5. auf den 6. März 2021 starb der 19-jährige Qosay Khalaf, nachdem er im Polizeigewahrsam in Delmenhorst kollabiert war. Er war zuvor von Zivilpolizist_innen im Delmenhorster Wollepark kontrolliert und festgenommen worden. Die Polizist*innen setzten bei der Festnahme Pfefferspray und körperliche Gewalt ein. Auch einen Monat nach dem Tod des jungen Geflüchteten bleiben viele Fragen zum Geschehen offen.

„Woran starb Qosay Khalaf? Wie ist der Polizeieinsatz abgelaufen? Wurde Qosay Khalaf ärztliche Hilfe verweigert? Was geschah im Polizeigewahrsam und warum wurde der 19-Jährige überhaupt dorthin gebracht?“
Qosay K. bekam keine Luft, in: taz vom 6. April 2021

Nachdem es zunächst kein Ermittlungsverfahren gegen die beteiligten Polizist_innen gegeben hatte, stellten die Anwält*innen der Familien Strafantrag, so dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg mittlerweile Ermittlungen aufgenommen hat.

„Das Anwält*innen-Team der Familie wartet momentan noch auf Akteneinsicht. Es sei aber klar, sagt [Anwältin Lea] Voigt, dass der Sohn ihrer Man­dan­t*in­nen gesund war und im Zuge des Polizeieinsatzes so schweren gesundheitlichen Schaden nahm, dass er starb. „Laut dem Obduktionsgutachten, welches die Familie in Auftrag gegeben hat, starb Qosay K. an einem sauerstoffmangelbedingten Herz-Kreislauf-Versagen“, so die Anwältin. Ein Zeuge hatte schon früher berichtet, Qosay K. habe bereits im Park gesagt, er bekomme keine Luft. „Ihm wurde offensichtlich nicht geholfen, das wurde nicht erkannt – oder man wollte das nicht erkennen“, sagt Voigt.“
Qosay K. bekam keine Luft, in: taz vom 6. April 2021

Am Ostersamstag organisierte das Bündnis in Erinnerung an Qosay eine weitere Demonstration in Delmenhorst, an der rund 250 Menschen teilnahmen und die Aufklärung des Polizeieinsatzes forderten. Auch die Eltern von Qosay Khalaf sprachen zum ersten Mal öffentlich.

Der Nieders. Flüchtlingsrat erwartet, dass die Umstände, unter denen der Jugendliche ums Leben kam, gründlich ermittelt werden. Allzu oft müssen wir erleben, dass in Fällen, in denen Menschen bei einem Polizeieinsatz zu Tode kommen, Ermittlungen frühzeitig eingestellt oder – wie in diesem Fall zunächst – gar nicht erst aufgenommen werden.

(Quelle: Nds. Fluechtlingsrat)

In diesem Jahr wird es wieder kein übliches  Jazzfest Gronau geben. Darüber haben die Organisatoren jetzt informiert. Seit über 30 Jahren präsentiert das führende Jazzfestival Deutschlands die ganze Bandbreite des Jazz von internationalen Superstars bis hin zu regionalen Neuentdeckungen. Im ergangenen Jahr unterbrach dann Corona jäh die  Erfolgsgeschichte der großen Veranstaltung in der westfälischen Grenzstadt zu den Niederlanden.

„Erfolgreich konnten wir den Großteil der Veranstaltungen auf das Jahr 2021 verschieben, doch unsere Hoffnung, das Festival in diesem Jahr in gewohnter Form durchführen zu können und uns beim 33. Jazzfest 2021 alle gesund wieder zu sehen, wird nicht erfüllt werden“, erklärte Otto Lohle, musikalischer Leiter des Festivals.

Livekonzerte in gewohnter Form sind nämlich  weiterhin nicht möglich. Deshalb werden die Konzerte mit Jamie Cullum, Stefanie Heinzmann/Max Mutzke und Mothers Finest/My Brainbox erneut „auf das nächste Jazzfest verschoben“, die Tickets behalten ihre Gültigkeit. Die Ersatztermine sind am

  • 30. April 2022 – Jamie Cullum,
  • 3. Mai 2022 – Mothers Finest/My Brainbox feat. Jan Akkermann/ Bert Heerink,
  • 7. Mai 2022 – Stefanie Heinzmann/Max Mutzke.

Folgende Livekonzerte müssen für 2021 abgesagt werden: 1. Mai – Joscho Stephan Trio feat. Stochelo Rosenberg, 2. Mai – Inga Rumpf/Jocelyn B. Smith, 4. Mai – 4 Wheel Drive/Wolfgang Haffner, 6. Mai – Leo Betzl Trio/RoMi Band Karten können zurückgegeben werden, sowohl für die abgesagten als auch für die verschobenen Konzerte, falls ein Ersatztermin nicht wahrgenommen werden kann.

„Um unserem Publikum aber auch in diesem Jahr ein musikalisches Erlebnis zu bieten und als Marke bundesweit relevant zu bleiben, planen wir, das Konzert mit 4 Wheel Drive/Wolfgang Haffner am 4. Mai (Beginn etwa 20 Uhr) in einem ganz besonderen und einzigartigen Livestream aus der Bürgerhalle zu präsentieren. Aufgrund von Corona wird es zwar ohne Besucher vor Ort stattfinden. Durch ein Bühnenbild wie in einem Wohnzimmer, 3D-Sound und einer besonderen Kameraführung soll der Zuschauer das Gefühl bekommen, trotz der Distanz ganz nah an der Band zu sein“, beschreibt Geschäftsführer Thomas Albers das Vorhaben. Über einen Livechat bekommen die Zuschauer außerdem die Möglichkeit, Fragen an die Künstler zu stellen. „Natürlich ersetzt der Stream nicht das großartige Gefühl, mit Tausenden gemeinsam in einem Konzertsaal zu stehen, aber wir sind froh und glücklich, in diesem Jahr wenigstens ein kleines Stück Jazzfest bieten zu können“, ergänzt Otto Lohle, Musikalischer Leiter des Festivals.

Die 4 Wheel Drive Protagonisten Nils Landgren (Posaune), Michael Wollny (Piano), Lars Danielsson (Bass & Cello) und Wolfgang Haffner (Drums) zählen zu den Besten der Welt und das komprimiert in einer Bandformation.

Der kostenlose Livestream startet am Dienstag, 4. Mai um 20 Uhr, ab 19.15 Uhr ist Einlass im Chatroom auf http://www.jazzfest.de. Dort ist das Konzert auch nach der Liveübertragung weiterhin abrufbar.

Karfreitag

2. April 2021

„Sie ist eines der großartigsten Werke der westlichen Kultur“, sagt Andrew Manze über die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. „Wir alle kennen ihre Wirkung, sie ist Perfektion in Musik“. In der Videoproduktion „Matthäus-Passion 2021“ spielt jetzt die NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Chefdirigent Manze Auszüge aus Bachs Meisterwerk. Mit dabei sind renommierte Gesangssolistinnen und -solisten sowie der NDR Chor. 

Das besondere: Mit der „Matthäus-Passion 2021“ stellt die NDR Radiophilharmonie Bachs Komposition in den Kontext unserer Zeit. Das Werk erzählt von Leid, Tod, Trauer, Verzweiflung, aber auch von Hoffnung und Dankbarkeit: Gefühle und Zustände, die ebenso das gegenwärtige Leben bestimmen.

Zwischen die Musik fügen sich Interviews mit Menschen ein, die über ihr ganz persönliches Corona-Jahr berichten. Verschiedenste Personen erzählen von ihrem Umgang mit Krankheit, Tod und Verlust, von der Belastung im Beruf und im Privaten. Wie ist es, einen geliebten Menschen durch die Pandemie zu verlieren? Wie begegnet man den Themen Alter und Einsamkeit? Aber es geht in den Gesprächen auch um schöne und verbindende Momente, die in dieser Krise entstanden sind. Es geht auch darum, das Glück in besonderen Augenblicken und kleinen Gesten zu finden.

Matthäus-Passion 2021
seit heute als Video online kostenfrei abrufbar
Mo, 05.04.2021 | 07:55 – 09:10 Uhr | NDR Fernsehen

Andrew Manze, Dirigent
Susanne Bernhard, Sopran
Sarah Romberger, Alt
Matthias Winckhler, Bass
NDR Chor
NDR Radiophilharmonie
Alexander Radulescu, Konzept und Regie

Johann Sebastian Bach
Auszüge aus der „Matthäus-Passion“ für Soli, Chor und Orchester BWV 244

Nr. 3 Choral „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“
Nr. 6 Arie „Buß und Reu“
Nr. 8 Arie „Blute nur, du liebes Herz“
Nr. 10 Choral „Ich bin‘s, ich sollte büßen“
Nr. 13 Arie „Ich will dir mein Herze schenken“
Nr. 17 Choral „Ich will hier bei dir stehen“
Nr. 44 Choral „Befiehl du deine Wege“
Nr. 39 Arie „Erbarme dich“
Nr. 40 Choral „Bin gleich von dir gewichen“
Nr. 42 Arie „Gebt mir meinen Jesum wieder“
Nr. 46 Choral „Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe“
Nr. 48 Rezitativ „Er hat uns allen wohlgetan“
Nr. 49 Arie „Aus Liebe will mein Heiland sterben“
Nr. 51 Rezitativ „Erbarm es Gott“
Nr. 52 Arie „Können Tränen meiner Wangen“
Nr. 54 Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“
Nr. 64 Rezitativ „Am Abend, da es kühle war“
Nr. 65 Arie „Mache dich, mein Herze, rein“
Nr. 62 Choral „Wenn ich einmal soll scheiden“
„KonzertPlus“: Das neue Format


Unter dem Namen „KonzertPlus“ konzipiert und produziert die NDR Radiophilharmonie ein neues Videoformat. Stets in Verbindung mit klassischer Musik entsteht hier eine unkonventionelle Kunstform. Die Kompositionen werden in erweiterte Kontexte gestellt, verbinden sich mit Filmbildern, Texten, Schauspiel, Interviews und mehr – eben das Plus zum Konzert.

[Wem -wie mir- das dann doch ein wenig zu viel Ablenkung von einzigartiger Musik ist, hier statt der medialen Häppchen die klassische Fassung der Matthäus Passion:

]

(Quelle: NDR)

Segen für alle

24. März 2021

Eine bemerkenswerte Aktion des Pfarrgemeindert der Lingener St. Bonifatius Kirche. Der Vatikan bzw. seine Kongregation der Glaubenslehre hatte bekanntlich in der letzten Woche die Segnung von Schwulen und Lesben untersagt.

Zwar liegt sie inzwischen schon drei Wochen und ein paar Tage zurück. Doch die Aktion vom 27. Februar, über die zu berichten ist, ist bemerkenswert. Ein Kollektiv von Studierenden der Hochschule hat sich des Themas angenommen, das die LingenerInnen seit Jahren umtreibt. Die Rosemeyer-Saga. Der aus Lingen stammende Bernd Rosemeyer trat 1933 (nach eigener Bekundung gar schon im Jahr zuvor)  als einziger der deutschen Spitzenrennfahrer und ohne Zwang der SS bei. Trotzdem plant der rennsportbegeisterte Kaufmann Heinrich Liesen trotzig in der Burgstraße ein Museum, das an diesen NS-Parteigänger (und an die Pilotin Elly Beinhorn, Rosemeyers Ehefrau) erinnern soll. Das stößt zu recht auf viel Empörung und Widerstand vieler Zeitgenossen vom Forum Juden-Christen bis zum aufgeklärten Flügel der lokalen CDU, weil Rosemeyer als SS-Offizier schamlos die braune NS-Propaganda beförderte

Heinrich Liesen hat übrigens seit dem vergangenen Sommer Profis angeheuert. Das Münsteraner Architekturbüro Schwertfeger & Vogt will das Museum für den SS-Offizier eventorientiert daherkommen lassen. Für Geld machen bestimmte Personen eben viel…

Eifrige wie gelegentliche LeserInnen dieses Blogs wissen von alldem. Am 27. Februar jedenfalls entstand Lingens erste Pop-Up-Galerie. Wegen Rosemeyer, oder besser, wegen des Rosemeyer-Museumsplan. Erst jetzt gab es dazu ein Statement der Initiatoren, das ich gern wiedergebe:

„Bernd Rosemeyer war ein gefeierter Held im NS-Deutschland! Das ist ein Fakt, der nicht zuletzt durch die Beileidsbekundung hinreichend verdeutlicht wurde, die Adolf Hitler für ihn verfasste. Wenn nun ein Museum für genau diesen Menschen geplant wird, sehen wir als Kunstschaffende es als unsere Pflicht an das Bild des Bernd Rosemeyers zu vervollständigen, die Legenden um „den jungen, naiven Menschen, der doch nur seiner Karriere nacheiferte“ zu brechen und damit einen Diskurs voranzubringen, den momentan viele Menschen auf der Welt bewegt.

Bewegungen wie „Black Live Matters“ zeigen auf, wie in unserer Zeit immer noch Menschen mit Denkmälern glorifiziert werden, die zu ihrer Zeit höchst verachtenswertende Ideologien unterstützt haben. Gleichzeitig zeigen Fälle wie die gescheiterte Umbenennung der „Hindenburgstraße“ in Northeim zu „Sophie-Scholl-Straße“, dass die Menschen, die diesen Umstand stoppen könnten, immer noch nicht dazu bereit sind.

Mit unserer Aktion vom 27.02.2021 wollten wir diesen Diskurs aufnehmen und die Art und Weise wie die Geschichte Rosemeyers im Rahmen des Museums aufgearbeitet werden soll zu kritisieren. Als „Pop-Up Galerie Tulpenmüller“ haben wir also unseren Vorschlag für die Aufarbeitung der Geschichte im Vorraum der Baustelle des Museums erschaffen. Die Reaktion der Museumsplaner zeigte erneut, wie mit den unliebsamen Details der Vergangenheit umgegangen wird. Nach nicht einmal sechs Stunden waren alle eindeutigen Symbole unserer Arbeit verschwunden.

Zurück blieben die Schrankvitrine, die weißen Spitzendeckchen und die Spielzeugautos. Vor Ort wurde noch beobachtet wie die Tulpen entfernt wurden, die „zu Schade zum Wegwerfen“ seien und daher „der Ehefrau zu Hause mitgebracht“ würden.“

Bleiberecht!

21. März 2021

Die Forderung nach einer großzügigen Bleiberechtsregelung für Menschen, die seit Jahren in Deutschland leben und längst Teil der Gesellschaft geworden sind, finden immer größere Unterstützung. Auch die vom Niedersächsischen Landtag gegründete Kommission zu Fragen der Migration und Teilhabe hat sich nun eindeutig positioniert und fordert ein weitreichendes Bleiberecht.

Am 9. März 2021 hat die Kommission zu Fragen der Migration und Teilhabe ohne Gegenstimmen ein Forderungspapier an die Landesregierung verabschiedet, das die Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände (LAG FW), der Flüchtlingsrat Niedersachsen und kargah e.V. (Verein für interkulturelle Kommunikation, Flüchtlings- und Migrationsarbeit)) gemeinsam eingebracht haben.

Die Forderungen der Landtagskommission

  • ein stichtagsunabhängiges Aufenthaltsrecht für alle Menschen, die seit fünf Jahren in Niedersachsen leben
  • eine Liberalisierung der bestehenden Bleiberechtsregelungen
  • eine systematische Beratung und Unterstützung aller potenziell anspruchsberechtigten Geflüchteten durch die Behörden unter Beteiligung der NGOs nach dem Beispiel des WIB-Projekts.

Unter anderem fordert die Kommission ein Absenken der Anforderungen an Einkommen, Sprachkenntnisse und Identitätsnachweise sowie eine Heraufsetzung der Altersgrenze für ein Bleiberecht von Jugendlichen und Heranwachsenden von 21 auf 27 Jahre. Statt einer „Duldung“ sollten Auszubildende und Beschäftigte eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Darüber hinaus sollten alle bestehenden Regelungen entfristet und von restriktiven Erteilungsbedingungen befreit werden. Unter indirekter Bezugnahme auf den Fall der Farah Hareb (Demir), die seit 34 Jahren in Deutschland lebt und als Corona-Krankenschwester arbeitet, aber noch immer keine Aufenthaltserlaubnis erhalten konnte, fordert die Landtagskommission, dass langjährig hier lebende Menschen, die bereits in Deutschland geboren bzw. aufgewachsen und hier sozialisiert sind, ein bedingungsloses humanitäres Bleiberecht wegen faktischer Verwurzelung in Deutschland erhalten müssen.

Zur Untermauerung ihrer Forderungen verweisen die Verbände unter Bezugnahme auf die vom niedersächsischen Innenministerium präsentierten Zahlen auf die desaströse Umsetzung der bisherigen Bleiberechtsregelungen:

  • Rund zwei Drittel der Geduldeten (10.194 Menschen) lebt seit über vier Jahren in Deutschland.
  • 3.519 Menschen (17%) leben seit mehr als 6 Jahren mit einer Duldung in Deutschland, 2.245 Menschen (über 10%!) lebt mit einer Duldung seit mehr als 8 Jahren in Deutschland. Aber nur 668 Menschen haben bislang ein Bleiberecht nach §25b AufenthG erreichen können.
  • 1.014 in Deutschland sozialisierte Kinder und Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren leben seit 4-8 Jahren in Deutschland, ohne über ein Bleiberecht zu verfügen. Dagegen haben lediglich 946 Kinder und Jugendlichen bislang eine AE nach §25a Abs. 1 AufenthG erhalten.
  • 282 in Deutschland geborene Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren haben bislang kein Bleiberecht erhalten und verfügen nur über eine Duldung. Ihnen droht weiterhin die Abschiebung, obwohl sie in Deutschland sozialisiert und aufgewachsen sind und das Herkunftsland ihrer Eltern aus eigener Anschauung meist nicht kennen.
  • 132 Menschen leben seit über 30 Jahren (!) mit einer „Duldung“, d.h. ohne ein Aufenthaltsrecht, in Niedersachsen.

Die beteiligten Organisationen erwarten nun, dass sich sowohl die niedersächsische Landesregierung als auch alle Landtagsfraktionen dieses wichtigen Themas annehmen und sich für eine weitreichende und liberale Bleiberechtsregelung einsetzen.

Weitere Informationen:

Entschließung der Kommission zu Fragen der Migration und Teilhabe, Bleiberecht für langjährig hier lebende Menschen, 9. März 2021
Flüchtlingsrat Niedersachsen/LAG FW/kargah, Begründung des Antrags, 16. Februar 2021
Nds. Innenministerium, Schriftliche Unterrichtung durch die Landesregierung, 1. Februar 2021