Der Wahlkämpfer

7. März 2019

Heute macht die „Neue Osnabrücker Zeitung“ einmal mehr und unverhohlen Wahlkampf. Hervorgehoben auf Seite 3 der NOZ-Gesamtausgabe. Wie immer für die CDU/CSU und die Europäischen Konservativen, die mit Manfred Weber als Spitzenkandidat in die Europawahlen im Mai gehen. NOZ-Mann Thomas Ludwig besäuft sich in seinem Personality-Artikel geradezu daran, dass der CSU-Politiker Weber morgens in Passau und abends im westfälischen Recke spricht. Am Aschermittwoch. Man denkt sofort an die 3-Wetter-Taft-Werbung. Ludwig sieht in Weber gar jemand, der „durch Ruhe besticht“.

Kein Wort verliert der Journalist dabei über die Rolle Webers in der Diskussion über das EU-Urheberrechts und die zahlreichen und lauten Proteste deswegen gestern in Recke gegen #LügenManni, wie Spitzenmann Manfred Weber inzwischen im Internet heißt, nachdem er…Ach, lesen Sie einfach selbst, was Blogger Carsten Herkenhoff aus Ibbenbüren über das schreibt, was gestern Abend sonst in Recke geschah:

„Noch nie hatte man wohl in Recke einen Redner zu Aschermittwoch, der aktuell so oft auf Twitter mit Hashtags benannt wurde, dass er es in die aktuellen Top10 schaffte — wenn auch im negativen Sinne. Manfred Weber steht als #LügenManni in der Schusslinie, weil er gestern meinte, die Abstimmung um den Artikel 13 der Urheberrechtsreform der EU im EU-Parlament werde nicht vorgezogen, was die von ihm geführte Fraktion allerdings heute morgen noch angesichts europaweiter Proteste gegen den Artikel versuchte zu erreichen. Das war der Hintergrund (ausführlich), weswegen es beim politischen Aschermittwoch heute zu einer Protestaktion gekommen ist, wie die Ibbenbürener Volkszeitung (IVZ) tickert:

Weber wird lautstark unterbrochen.#niemmehrcdu prangt auf den Plakaten, Trillerpfeifen tönen und die Sicherheitsleute müssen die Demonstranten hinauskomplimentieren — begleitet von Buh-Rufen der CDU-Gäste im Zelt.

Zudem schreibt die Zeitung:

Demokraten hören einander zu“, bat Weber die Störer, mit dem Pfeifen aufzuhören.

Das scheint ja gerade sein Problem gewesen zu sein, dass ihm zugehört und seine Absicht erkannt wurde….“

Journalist Thomas Ludwig informiert darüber nicht und täuscht stattdessen. Af diese Weise sagt er Dankeschön an Weber & Co, deren Politik in Sachen Urheberrecht (nur) die klassischen Medien gut finden. Über allem steht dann im Printmedium NOZ das Wort „Einblicke“. Die gibt es auf diese Weise heute tatsächlich, allerdings anders als gemeint.

Er spricht…

2. März 2019

Im Jahr des 350. Todestages des großen Rembrandt van Rijn hat die Amsterdamer Werbeagentur JWT jetzt die Stimme Rembrandts mithilfe künstlicher Intelligenz rekonstruiert. Bemerkenswert.

Das Ergebnis sind sechs zehnminütige „Rembrandt Tutorials“ die von dem berühmten Maler „höchstselbst“ gesprochen werden und die jedermann wertvolle Hilfestellungen beim Zeichnen geben soll. Die einzelnen Videos behandeln dabei jeweils ein Thema wie Skizzieren, Farbkomposition, den Einsatz von Schattierungen und eine echte Spezialität Rembrandts: das Malen von Porträts. Alle Tutorials sammelt die ING Bank, Hauptsponsor des Rijksmuseums, auf einer eigenen Webseite.

Roger Daltrey

1. März 2019

Noch eine Rockgröße, die in diesem Jahr 75 wird: Roger Daltrey, Frontmann der legendären The Who. „Laut, aggressiv, das Mikrokabel wie ein Lasso schwingend, stotterte sich Frontmann Roger Daltrey durch die 60er-Jahre-Hymne „My Generation“ mit der legendären Textzeile „Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde“ und brachte Woodstock zum Toben. Am 1. März feiert der ehemalige Rebell seinen 75. Geburtstag.“ (RTL)

 

 

Karl Lagerfeld

20. Februar 2019

Die Welt trauert um Karl Lagerfeld. Der legendäre Modezar und Chanel-Kreativdirektor starb gestern im Alter von 85 Jahren in Paris. Neben seiner Mode machte sich der gebürtige Hamburger vor allem mit seinen markigen Sprüchen („Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“) unsterblich. Und auch in der Werbung hinterließ Lagerfeld…

aber sehen Sie selbst, was Tim Theobald bei Horizont zusammengestellt hat.

Hier (m)eine Kostprobe:

Uploadfilter

17. Februar 2019

In der Debatte über die Reform des EU-Urheberrechts verschärft sich der Ton. Während die EU-Kommission Vergleiche mit dem Brexit-Referendum zieht und Unions-Politiker von Fake-Kampagnen sprechen, demonstrierten heute in Köln knapp zweitausend Gegner gegen Uploadfilter . Die EU bezeichnete die Demonstranten daraufhin als -man glaubt es nicht – Mob.

Das in der letzten Woche vom EU-Parlament unter Führung konservativer Abgeordneter beschlossene EU-Leistungsschutzrecht wird künftig das Teilen von Artikel, Musik und Videos massiv erschweren. Ob Urheber an der Verbreitung ihrer Werke dabei mitverdienen werden, ist ungewiss. Unser Alltag im Internet wird kaum mehr sein, wie er war. Die schöne Liedzeile auf Instagram zu teilen, ein Meme auf Twitter oder den interessanten Zeitungsartikel via Facebook zu veröffentlichen, wird nicht mehr so einfach sein.

Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist Teil der beschlossenen europäischen Urheberrechtsreform. Artikel 11 der „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt“ legt fest, wer im Netz künftig was wie teilen darf. Bislang bezieht sich das Urheberrecht auf ganze Artikel: Ohne Lizenz darf sie etwa in Deutschland niemand kopieren und weiterverbreiten. Nutzerinnen und Nutzer können aber beispielsweise Zitate aus einem Text auf Facebook verbreiten oder den Titel auf Twitter teilen.

Werden wir künftig wohl häufiger sehen: Internetblockaden

Der zweite Teil der Neuregelung ist Artikel 13. Er regelt, dass urheberrechtlich geschützte Werke – wie etwa ein Songtext oder ein Filmausschnitt – nicht auf einer Plattform erscheinen dürfen, wenn deren Betreiber keine Lizenz für diese Beiträge besitzt. Bisher lag die Verantwortung, die Rechte einzuhalten, allein bei denen, die die Beiträge teilen. Künftig sollen Onlineplattformen wie Facebook, YouTube oder eben Instagram für die Inhalte haften, wenn Urheberrechtsverletzungen auftreten.soll. Das bedeutet: Diese Portale müssen Posts auf mögliche Urheberrechtsverletzungen prüfen und zwar, bevor sie erscheinen. Eine technische Lösung dafür wären Uploadfilter. Das ist Software, die alle Beiträge auf mögliche Urheberrechtsverletzungen hin prüft und sie im Zweifel gar nicht erst online gehen lässt. Kommt die Reform, wird vieles von dem, was wir teilen wollen, also vielleicht nie erscheinen.

Abgesehen davon, dass diese Software fehleranfällig ist, bleibt eine Plattform nur der Verzicht auf Inhalte, wenn sie keine Kontroll-Software will; ihr bleibt wohl nur der Verzicht auf die Inhalte oder die Variante, vom jedem einzelnen Urheber eine Lizenz einzuholen. „Eine unmögliche Aufgabe“, schreibt Piraten-Politikerin Julia Reda in ihrem Blog und der FDP-Abgeordnete Manuel Höferlin bezeichnet die Upload-Filter als „scharfen Angriff auf die Meinungs- und Informationsfreiheit“.

Zu den größten Kritikern gehört auch Googles Plattform YouTube, genauer gesagt Susan Wojcicki, Vortandssprecherin von YouTube, schrieb in einem offenen Brief Ende vergangenen Jahres, „dass der Artikel 13 und der Uploadfilter in der aktuellen Form die Möglichkeit, dass Millionen von Menschen Inhalte auf Plattformen wie YouTube veröffentlichen, bedroht“. Somit könnten Nutzer in der EU Inhalte von Kanälen anderer Künstler nicht mehr sehen. Der offene Brief löste Ende 2018 einen Aufschrei auf YouTube aus, da einige YouTuber annahmen, ihre Kanäle würden im Zuge der Verwirklichung von Artikel 13 gelöscht werden.

„Besonders pikant“, formuliert die ZEIT, ist dabei noch dies: In Deutschland kann der Artikel 13 der Richtlinie nicht durchlaufen und zu einer neuerlichen Krise zwischen CDU, CSU und SPD führen. Im Koalitionsvertrag haben die GroKo-Regierungsparteien nämlich ausdrücklich vereinbart, dass sie eine Verpflichtung von Plattformen zum Einsatz von Uploadfiltern „als unverhältnismäßig“ ablehnen. Schon vor der Abstimmung im EU-Parlament warnten etwa die SPD-Mitglieder Laura-Kristine Krause und Henning Tillmann vor einem Vertragsbruch.

Bemerkenswert, dass auch Niedersachsens CDU-Vorsitzender Bernd Althusmann klar Stellung bezogen hat. Er twitterte dies:

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schweigt derweil zum und im freien Internet; jedenfalls auf seinem twitter-Account hat er seit der Landtagswahl im Herbst 2017 praktisch nichts mehr gesagt. Nur im vergangenen Sommer schieb er, dass er nichts zu sagen hat. Das ist peinlich und enttäuschend.

Rosa Luxemburg

5. Februar 2019

Am 15. Januar 1919 ermordeten rechte Angehörige der Garde-Kavallerie-Schützen-Division in Berlin die sozialistischen Politiker Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Hundert Jahre nach diesem grausamen Mord erzählt jetzt ein ARTE-Film („Rosa Luxemburg – Der Preis der Freiheit“) von Leben und Idealen der Sozialistin Rosa Luxemburg. Heute, wo Populisten ihre nationalistischen Ansichten immer lauter kundtun, ist die Zurückbesinnung auf die humanistischen Wurzeln unserer Europäischen Kultur von großem Interesse.

Neben Karl Liebknecht gilt Rosa Luxemburg als wichtigste Repräsentantin internationalistischer und antimilitaristischer Positionen in der SPD. Anfang des 20. Jahrhunderts, als kaum Frauen studierten, gehörte sie zu den wenigen promovierten Akademikerinnen in Deutschland und war zugleich eine der wenigen Frauen in der aktiven Politik. Ihre leidenschaftliche Kapitalismuskritik war der Motor ihres revolutionären Tuns. Hundert Jahre nach dem grausamen Mord an Rosa Luxemburg erzählt die Dokumentation von dem Leben und den Idealen der großen Sozialistin.
Ihre berühmte Aussage „Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden“ hat schon die Proteste der Bürgerbewegung der DDR inspiriert und bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Der ARTE-Film führt an die wichtigsten Lebensorte von Rosa Luxemburg, zeigt im animierten Graphic-Novel-Stil Zeichnungen der jungen britischen Künstlerin Kate Evans unterschiedliche Lebensphasen der Revolutionärin. Erzählungen zahlreicher Persönlichkeiten wie der Regisseurin Margarethe von Trotta, der Historiker Jörn Schütrumpf und Holger Politt, der polnischen Kunsthistorikerin Dorota Sajewska, der brasilianischen Biografin Isabel Loureiro und der Politiker Sahra Wagenknecht und Gregor Gysi liefern einen detaillierten Einblick in das facettenreiche Leben der mutigen großen Dame der sozialistischen Bewegung. In Zeiten, in denen Populisten in Europa und der ganzen Welt ihre nationalistischen Ansichten immer lauter kundtun, sind Luxemburgs Bestrebungen von hohem Interesse und erinnern an die humanistischen Wurzeln der europäischen Kultur.

 

(Foto: Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Armin T. Wegner

1. Februar 2019

„Das Osnabrücker Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum komplettiert seine Ausstellungsserie über den Aktivisten und Schriftsteller Armin T. Wegner.

Es gibt Gedanken, bei denen stockt dir der Atem. Dieser hier zum Beispiel: „Einmal war ich in allen Häusern zu Hause. Jetzt in keinem mehr. Die Fremdesten und Fernsten aller Völker sind mir vertrauter als die Heimat.“

Armin T. Wegner hat ihn niedergeschrieben, 1974. Der Dichter, der ein Weltenwanderer war, ein Sehnsuchtsreisender, hungrig nach neuen Begegnungen, Landschaften, Kulturen. Der Wirklichkeitssucher, der 1915, als deutscher Sanitätsoffizier, in der mesopotamischen Wüste Augenzeuge des türkischen Völkermords an den Armeniern wird, ihn öffentlich macht – seine Anklage findet kein Gehör. Der Menschenrechtskämpfer und Pazifist, der sich 1933 in einem Protestbrief an Hitler gegen die Judenverfolgung einsetzt – die Gestapo verhaftet und foltert ihn, Monate verbringt er in Gefängnissen und KZs.

Armin T. Wegner – nach dem Dunkel der NS-Zeit vergessen, hochbetagt stirbt er fern des Landes, in dessen Sprache er bis zuletzt schreibt – hat uns zum Thema „Heimat und Exil“ viel zu sagen. Düsteres und Melancholisches. Hartes und Augenöffnendes. Und wer sich die gleichnamige Wanderausstellung im Osnabrücker Erich-Maria-Remarque-Friedens­zen­trum ansieht, lernt viel dazu, auch für Gegenwart und Zukunft. Jetzt in keinem mehr: Auch dieser todtraurige Satz fällt in ihr.

„Heimat und Exil“ ist nicht die erste Wegner-Schau, die das Friedenszentrum zeigt. 2015 hat es „Widersetzt Euch viel und gehorcht wenig“ nach Osnabrück geholt, über den Aktivisten Wegner, 2016 „Fotograf eines Völkermords“ – Wegners erschütternde Armenien-Dokumentation.

Thomas Schneider, der…“

[weiter bei der taz]

Kay One

30. Januar 2019

Die Pommesschmiede McDonald’s hat Rapper Kay One engagiert –  für einen Tag als Mitarbeiter. Der empfing die Kunden – wie sollte es auch anders rein – mit einem auf den Burger-Riesen abgestimmten Rap-Song, in dem er Abläufe und Services in dem Fast-Food-Restaurant erklärt. Seit der Veröffentlichung am 11. Dezember zählt das Video bis heute rund  1,8 Millionen Aufrufe.

Sag mal, liebe Leserschaft, war der Berliner Rapper noch vor Bushido und Support nich ins emsland geflüchtet? Wie war das noch? Ich frage für einen Freund und der will auch wissen, wo der Spot gedreht wurde. Wer hilft?

Kamala

29. Januar 2019

Die Präsidentschaftswahlen in den USA werfen ihren Schatten voraus. Sie sind in 21 Monaten, Anfang November 2020. Jetzt hat die US-Senatorin Kamala Harris ihre Kandidatur angemeldet. Sie erinnert in gewisser weise an Bernie Sanders. Klare Position, konsequentes Auftreten, doch ich fürchte (!) ohne wirkliche Chance gegenüber dem Mann, der seit zwei Jahren mit Fakenews und ausgesprochener Dummheit die US-Politik bestimmt (Sein Name ist mir gerade entfallen).

Vorgestern also hat die kalifornische Senatorin in Oakland (Ca) ihre Kandidatur als US-Präsidentin bekannt gegeben.

Denn sie redet ein bisschen so wie Barack Obama – oder? Also:

Harris formally announced her run for president on January 27, 2019 at campaign rally in Oakland.

Nun, es wird spannend jenseits des Große Wassers. Und das ist gut so.

Achim Reichel 75

28. Januar 2019

Noch einer der großen, alten deutschen Rocker jubiliert an diesem Montag. Rattles-Achim Reichel wird 75. Heute. „Es ist immer noch Winter, immer noch Schnee…“