Jahressteuergesetz

5. Januar 2023

Zum Jahresbeginn ist ein neues Jahressteuergesetz in Kraft getreten. Es sieht Maßnahmen zur Förderung des Ausbaus von Photovoltaikanlagen (PV-Anlage) vor. Dazu gehört der Abbau von bürokratischen Hürden, aber auch die Absenkung des Umsatzsteuersatzes auf Lieferung und Installation einer Photovoltaikanlage.

Seit dem 1. Januar 2023 fällt daher beim Kauf einer Photovoltaikanlage für ein Wohngebäude keine Umsatzsteuer mehr an; also gilt dies nicht für Leasing oder Miete einer PV-Anlage. Diverse Online-Shops weisen auch sog. Balkonkraftwerke mit Liefertermin im Januar bereits mit 0 Prozent anstatt von 19 Prozent Umsatzsteuer (= Mehrwertsteuer) aus. Der Nullsteuersatz ist für Photovoltaikanlagen gültig, die nach dem Jahresbeginn geliefert oder installiert werden. Heißt nun nicht unbedingt, dass die Anlagen damit billiger werden, Unternehmen sind leider nicht dazu verpflichtet den Nullsteuersatz an Kunden weiterzugeben. Geboten sei dies von Händlern und Handwerkern freilich schon. Durch den Steuersatz von 0 Prozent sind auf Rechnungen keine Umsatzsteuer mehr ausgewiesen und somit entfällt die etwaige Erstattung der Umsatzsteuer vom Finanzamt.

Der Wegfall der Umsatzsteuer gilt für Anlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden bei Anlagen bis zu einer Peak-Leistung von 30 kWp. Für größere Mehrfamilienhäuser sind gar 15 kWp pro Wohneinheit möglich.

Neben dem Kauf fällt auch bei der Einspeisung von Strom künftig keine Umsatzsteuer mehr an. Vorausgesetzt, der Betreiber verzichtet nicht auf die sogenannte Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG). Eine steuerliche Anmeldung beim Finanzamt ist aber nach wie vor notwendig. Es profitieren also nicht nur die Neuanschaffungen. Hier waren bislang leider nur Anlagen bis 10 kWp befreit. Außerdem steigt für neue Anlagen die Einspeisevergütung – zumindest ein wenig.

Während Kauf und Installation der Komponenten nicht mehr besteuert wird, werden bei Garantie- und Wartungsverträgen sowie bei Reparaturen ohne gleichzeitige Lieferung von Ersatzteilen reguläre 19 Prozent Umsatzsteuer fällig.

Schauen wir mal, inwieweit so Anreize für einen Kauf geschaffen werden können. Unsere Stadtratsfraktion „Die BürgerNahen“ will erneut initiativ werden, um in Lingen die Anschaffung von Balkonkraftwerken durch einkommensschwache Haushalte zu fördern.