Qatar

20. November 2022

Heute beginnt die Fifa-Fußball-WM in Qatar. Niemandem, den ich kenne, ist aktuell nach dieser Fußball-WM zumute. Der Osnabrücker Aktionskünstler Volker Johannes Trieb hat beispielsweise eine Traueranzeige zum Gedenken an die Tausenden Toten gestaltet, die die Neubauten für diese WM in Qatar bislang gekostet haben. Am heutigen Sonntag will Volker Johannes Trieb zum Auftakt der Fußball-WM in Qatar mit einer spektakulären Aktion an die Toten auf den Stadion-Baustellen erinnern.

6500 mit Sand gefüllte Fußbälle, die Trieb bereits im April während der Gruppenauslosung vor die Fifa-Zentrale in Zürich kippen ließ, werden am Tag des Eröffnungsspiels auf dem Rasen des Stadions von Westfalia Herne ausgelegt. Zugleich sollen 20.000 Grabkerzen auf den Tribünen an die Menschen erinnern, die beim Bau der Stadien in Qatar ums Leben gekommen sind. 

Das arabische Land steht seit Jahren wegen der schwierigen Menschenrechtslage und der Bedingungen für Arbeitsmigranten in der Kritik. Die quatarische Regierung verweist dagegen stets auf Reformen im Land. Laut Medienberichten zufolge sollen in dem Emirat Tausende Arbeiter auf Baustellen gestorben sein.  Bedruckt sind die Sandsackbälle mit einem Zitat: „Weltgewissen, du bist ein Fleck der Schande.“ 

Die Worte stammen von Truus Menger-Oversteegen, einer niederländischen Bildhauerin und Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg. Beim Befüllen der 6500 Sandsäcke in einer Werkstatt in Hasbergen hatten Fans und Mitarbeiter des VfL Osnabrück geholfen. Auch VfL-Präsident Holger Elixmann, sein Vorgänger Manfred Hülsmann und der Vorsitzende des Ehrenrates, Bernhard Lanfer, packten im Frühjahr mit an. 

Die jeweils zwei Kilo schweren Sandsäcke werden jetzt ab Sonntagmorgen in einem festgelegten Raster auf das Feld des Stadions am Schloss Stünkede in Herne gelegt. Gleichzeitig werden die Grabkerzen angezündet und auf den Rängen platziert. Bei der Trauerfeier gruppieren sich alle Helfer um das Spielfeld und gedenken gemeinsam der Toten. 

Diese Aktion wird vom Awo-Bezirksverband Westliches Westfalen, dem Awo-Unterbezirk Ruhr-Mitte und Awo International unterstützt. Wer mitmachen will, kann sich per Email (kommunikation(a)tawo-ww.de) anmelden. 

Übrigens: Ein NDR-Beitrag beschreibt Triebs Protest im Frühjahr vor der FIFA-Zentrale in Zürich.

 

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