Angela Fette

21. September 2022

Angela Fette
The Beauty of Capitalism
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße 10a
Sa 24. Sept. – So 13. Nov.
Eröffnung: Fr 23. Sept., 19.00 Uhr

Die Ausstellung mit dem Titel „The Beauty of Capitalism“ (Die Schönheit des Kapitalismus) verwebt Wandbilder mit Tafelbildern auf ebenso formale wie inhaltliche Art und Weise. Wandmalereien fungieren sowohl als ästhetisch gestalteter Hintergrund für Tafelbilder als auch bieten sie eine zusätzliche inhaltliche Ebene der Bedeutung. Charakteristisch für Angela Fettes enigmatische Bilder ist eine teils pastose, teils an ein Aquarell erinnernde Malweise. Diese sind aus mehreren transluzenten Schichten und Farbverläufen aufgebaut. Oft bilden phantasievoll gestaltete Wesen die Protagonist*innen in Tafelbildern, sie kennzeichnen die „Melancholie einer stillgelegten Maschine“. Sie sind brückenbauende, vermittelnde Instanzen zwischen Vergangenheit und Zukunft, indem sie „an unsere eigenen Zeitphänomene der Robotik, künstlichen Intelligenz und Biogenetik gekoppelt“ sind. Viele ihrer Bilder sind objektive Allegorien und Sinnbilder für die heutige Welt, wie die Künstlerin sie -als exemplarisch für die freie Kunst an sich- mit Abstand betrachtet und dafür Zeichen und poetische Bilder finden will. Dieses Anliegen spiegelt sich auch in den Titeln der Werke wider, wie zum Beispiel “ the beauty of capitalism”, der Titel der Ausstellung und eines Bildes mit der Harpiye, ein sinnierender Raubvogel mit Menschengesicht. Es geht um die Ambivalenz dieser weltumfassenden Ideologie des Kapitalismus, mit all ihren Verheißungen, Versprechen individueller Freiheit und verführerischer Schönheit, der viele Menschen am Ende nicht gewachsen sind und in den Abgrund gerissen werden.

Über eine Bildsprache, die teilweise an die 1920er und 1930er Jahre erinnert, stellt Angela Fette mit ihrer Arbeit die Frage, in welcher Form heute eine Avantgarde vorstellbar sein könnte, das heißt ob und wie eben “die große Erzählung”, deren Ende der Philosoph Jean-Francois Lyotard erklärt hatte und damit die Postmoderne eingeleitet hatte, doch noch möglich sei, nämlich in einer pluralistischen Welt, als persönliche Mythologie als eine große Erzählung unter vielen. In diesem Fall kann Kunst als Parallelwelt fungieren, mit möglichen Schnittstellen zur Realität.

Angela Fette (geb. 1970 in Hamburg, lebt in Düsseldorf) arbeitet in den Medien Malerei, Performance und Installation. In Verbindung mit eigenen Manifesten bilden selbst verfasste Texte einen Schwerpunkt in ihrem Œuvre. Reminiszenzen an Formen- und Gedankengut historischer Avantgarden, wie dem Dada und dem Konstruktivismus, spiegeln sich immer wieder in ihren teilweise surreal und phantasievoll gestalteten Arbeiten. Die Künstlerin absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, der Düsseldorfer Kunstakademie, der Parson´s School in New York und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main. Sie präsentierte ihre Werke u.a. in Einzelausstellungen im Kunstverein Arnsberg, im Kunstverein in Freiburg und im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf. Sie hat national und international Anerkennung erfahren in Ausstellungen und Performances im Museum MARTa in Herford, im Ludwig Forum Aachen, im Museum für Moderne Kunst in Warschau, Herzliya Museum of Contemporary Art und Tel Aviv, Israel, Städtische Galerie Danzig, Polen und im MuhKa, Antwerpen.

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