Miese Tricks und fiese Klicks

6. September 2022

Viele Seiten im Netz versuchen, mit künstlichen Hürden und Design-Tricks an die Datenschutz-Einwilligung ihrer Nutzer:innen zu kommen. Netzpolitik.org hat die 100 meistbesuchten Websites des Landes auf Dark Patterns untersucht und zeigen: Vier von fünf setzen auf manipulative Cookie-Banner.

Ein roter, explodierender Button mit "Alle akzeptieren", darum herum lauter Kekse
„Alle akzeptieren“: Viele Websites setzen auf Dark Patterns, um Datenschutzeinwilligungen zu erhalten – Hintergrund und Cookies: StableDiffusion; Montage: netzpolitik.org

Man will eigentlich nur schnell ein Apfelkuchen-Rezept nachschauen und klickt auf eine Website. Doch bevor diese uns das Mengenverhältnis von Zucker, Mehl und Früchten präsentiert, wartet ein Cookie-Banner. Dabei lassen sich die Seitenbetreiber einiges einfallen, wie sie den Nutzer:innen die Zustimmung für das Setzen von Cookies und damit auch Zustimmung zum Werbetracking abjagen.

Wir haben die 100 reichweitenstärksten Websites in Deutschland systematisch untersucht. Darunter befinden sich Online-Medien, Service-Seiten und Shopping-Portale. Wir haben analysiert, wie viel Mühe Nutzer:innen investieren müssen, um sie möglichst Tracking-frei aufzurufen. Und welche Methoden die Seitenbetreiber nutzen, um unsere Zustimmung zu bekommen.

Im Ergebnis zeigt sich, dass ein Großteil der meistbesuchten Websites in Deutschland es ihre Nutzer:innen bei Cookie-Bannern schwer macht. Von der Apotheken-Umschau über das PONS-Wörterbuch bis zu Portalen wie transfermarkt.de: Um die Einwilligung der Nutzer:innen zu bekommen, dass ihre Daten gesammelt und an zahlreichen Firmen weitergegeben werden dürfen, tricksen viele Anbieter mit unauffälligen Textlinks, komplizierter Menüführung oder Signalfarben.

Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen man händisch hunderte Cookies einzeln abwählen muss, doch nur vier der hundert meistbesuchten Websites machen das Ablehnen von Cookies genau so leicht wie das Akzeptieren. Expert:innen kritisieren…

[Fortsetzung bei netzpolitik.org]


Thomas Seifert bei @netzpolitik Creative Commons BY-NC-SA 4.0.