1000 %-ig

10. Juli 2022

Rund 100 LingenerInnen nahmen am Sonntagnachmittag an dem Schweigemarsch vom Bahnhofsvorplatz zum Stolperstein für das NS-Opfer Fredy Markreich in der Großen Straße teil, eine große Gruppe Studierender der Hochschule schloss während des Schweigemarsches zu den knapp 60, bis dahin überwiegend älteren Demonstrierenden auf.

Wie überhaupt heute spannend und aufschlussreich nicht die anwesenden Menschen waren, sondern die, die es nicht waren – kein CDU-Ratsmitglied und keines der SPD. Wieviel Scham muss das machen, wenn ich an einer Veranstaltung zur Erinnerung an die verbrecherischen Taten der Nazis nicht teilnehmen kann, weil mein Abstimmverhalten (oder das eigener  Fraktionsmitglieder) es nicht hergibt?  Sollte diese Frage nicht über allem stehen?

Vor dem ehem. Markreich’schen Haus Große Straße 11 ergriff Dr. Walter Höltermann das Wort, um das Votum des Stadtrates  geschichtlich einzuordnen. Er zeichnete auch das Leben Fredy Markreichs nach. Um diesen Lingener als Opfer des NS-Terrors zu ehren, sollte auf Antrag der FDP und des Forums die Bernd-Rosemeyer-Straße umbenannt werden: „Er ist ein besserer Namensgeber als der Rennfahrer und SS-Hauptsturmführer.“

Dann nahm der Ehrenvorsitzende des Forum Juden Christen, Dr. Heribert Lange, einen Debattenbeitrag aus der Ratssitzung auf, bei der sich Monika Sterrenberg, nach eigenen Angaben eine Nichte des SS-Offiziers Rosemeyer, zu Wort gemeldet hatte, und ihr unter der nachträglich eigens eröffneten „Einwohnerfragestunde“ durch die Ratsvorsitzende Annette Wintermann (CDU) keine Frage sondern ein Plädoyer für den SS-Offizier gestattet wurde. In dessen Mittelpunkt stand die historisch falsche Entschuldigung, der SS-Offizier Bernd Rosemeyer sei kein Nazi gewesen, weil er und seine Familie „1000%-ige Katholiken“ gewesen seien. Lange ordnete ein:

„Kein Mensch konnte sich vorstellen“, so 1960 mein ansonsten ehrenwerter, und gescheiter  Religionslehrer, der päpstliche Geheimkämmerer, Monsignore und Oberstudienrat am Otto-Pankok-Gymnasium in Mülheim an der Ruhr, Karl Mücher zu seinem Verständnis von der Shoah, „kein Mensch konnte sich vorstellen, dass sich in unserem Leben und in unserer Zeit die Rache Gottes am jüdischen Volk ereignen würde.“

Dieser Satz fiel mir im Verlauf bzw. am Ende der Ratsdebatte am vergangenen Mittwoch wieder ein, als in einem eigentlich unzulässigen Redebeitrag aus dem Publikum unmittelbar vor der Abstimmung davon die Rede war, dass Bernd Rosemeyer kein SS-Mann, zumindest kein  eigentlicher SS-Mann gewesen sei, was allein schon daraus ersichtlich werde, dass Rosemeyers alle zusammen „1000-prozentige Katholiken gewesen“ seien.

Hat denn etwa die katholische Kirche der SS ihren Ungeist, der schließlich in den millionenfachen Mord jüdischer Menschen im Holocaust mündete, ausgetrieben, ihn untersagt oder wenigstens kritisiert. Hat sie verhindert oder ernst-hafte Anstrengungen dagegen  unternommen, dass 2.579 ihrer treuesten Priester im KZ Dachau inhaftiert waren und in großer Zahl umkamen bzw. regelrecht ermordet wurden? Der in Lingen tätige Kaplan Heinrich Schniers (Foto lks oben) und der Onkel unseres Johannes Wiemker, der Priester Leopold Wiemker, gehörten zu den Gefangenen in Dachau (Foto lks unten). Hat der spätere Kardinal Clemens August Graf von Galen bei seinen mutigen und beeindruckenden Predigten gegen Hitlers und der Ärzte Euthanasie-Programm, wovon schon bald auch kranke und behinderte Kinder aus der kirchlichen Einrichtungen betroffen waren – hat von Galen dabei  wohl auch daran gedacht, dass Juden und ihre Kinder auch damals schon und genauso zu Tode gebracht wurden? Nein! Wir wissen heute, dass er dies weder bedacht noch erkundet hat.

Wovor also hätte die Kirche einen ehrgeizigen SS-Offizier wie den Rennfahrer Bernd Rosemeyer bewahren können, dem Bedenken oder Skrupel, als er sich der, wie sich später erweisen sollte, Mörderbande der SS andiente, wahrschein-lich gar nicht und nie in den Sinn gekommen waren? Ihre völkische Idee von der arischen Rasse, mit der die wissenschaftliche Medizin auch die Juden dem Ausrottungsprogramm der Nazis überantwortet hatte, wurde doch von kaum jemandem noch ernsthaft infrage gestellt oder gar einer kritischen Auseinandersetzung unterzogen – auch nicht mehr von der Kirche, vielleicht genau aus dem Grund, den Karl Mücher, von dem soeben die Rede war, uns Oberprimanern auseinandergesetzt hatte.

Der ungeschützte und freie Fall der deutschen Gesellschaft in die moralische Katastrophe erwischte Bernd Rosemeyer nicht unverhofft und unversehens, aber umstandslos, und machte ihn zum Teil des Systems, sogar so, dass er, so Viktor Klemperer, die Nazi-Idol-Figur Horst Wessel zeitweilig noch zu überstrahlen schien. Denn der inzwischen zum SS-Hauptsturmführer avancierte Rennfahrer verweigerte keinen Auftritt, keinen Dienst und keinen Gunstbeweis, den das System von ihm erwartete, wenn und da es doch und vor allen Dingen um seine Rennfahrerkarriere ging. Es ist ziemlich gleichgültig, ob Nazi-Ideologie ihn dabei antrieb, ob seine Rennfahrerleidenschaft oder einfach und banal das Kalkül des Opportunismus.

Dennoch: Niemand von uns ist befugt, darüber zu urteilen oder deshalb über Bernd Rosemeyer, wie wir oft genug erklärt haben, den Stab zu brechen und schon gar nicht über seine Familie.

Die Frage aber, ob er aus heutiger Sicht und vor dem dargelegten historischen Hintergrund immer noch der Ehrung würdig ist,  die ihm 1939 posthum vom Lingener NS-Bürgermeister mit der Widmung der Bahnhofstraße nach seinem Namen zuteil wurde, hat der Lingener Stadtrat, wenn auch mit knapper Mehrheit, am vergangenen Mittwoch, zu unser aller Entsetzen positiv entschieden. Und die Ratsmehrheit hat damit auch entschieden, dass es keinen Namenstausch eines Naziprofiteurs gegen ein Naziopfer, also Fredy Markreich, am Bahnhof in Lingen geben soll, an dessen Stolperstein und zu seinem Gedenken wir uns hier versammelt haben

Das ist heute, so denke ich,  noch viel mehr als die Biografie Bernd Rosemeyers der eigentliche Skandal, über dessen Gründe nachzudenken mir schwer fällt, weil es Angst macht. Angst macht vor den Kräften der Reaktion und des Revisi-onismus, aber auch vor der Unbelehrbarkeit der Unbelehrbaren.

Lassen Sie mich schließen mit dem Satz, dass ich mich schäme für die Stadt Lingen, die seit mehr als 50 Jahren auch meine Stadt Lingen ist. Ja, Ich schäme mich!“

Nachträglich ergänztes Zusatzschild zur Bernd-Rosemeyer-Straße am Lingener Bahnhof.

7 Antworten zu “1000 %-ig”

  1. Paul Haverkamp, Lingen said

    Mit zwei Punkten möchte ich zu den Ausführungen von Koop Stellung nehmen:

    Punkt 1:

    Eine Vielzahl der Lingener Stadtratsabgeordneten hat am Mittwoch der Demokratiekultur in Lingen einen schweren Schlag versetzt. Ich halte die Gruppe von Abgeordneten (vor allem aus der CDU) für rückwärtsgewandt, geschichtslos und von Geschichtsklitterung durchsetzt.

    Es ist für mich eine Schande, dass eine offene Abstimmung verhindert worden ist. Bereits die Abstimmungsverhinderung in der Kulturausschusssitzung legte die Axt an demokratische Gepflogenheiten. Am Mittwoch dieser Woche lieferte die CDU nun das „Sahnehäubchen“!

    Ein Trauerspiel und Skandal für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – nicht nur für die Stadt Lingen. Diese Abgeordneten haben mit ihrem Abstimmungsverhalten einen antidemokratischen Ungeist aus der Nazi-Flasche reaktiviert und somit einer Stimmung in Deutschland Vorschub geleistet, die die Meinung vertreten, wir müssten lieber heute als morgen zu einem Führerstaat zurückkehren.

    Nach meinem Eindruck von den beiden Sitzungen vom 21.6. und 6.7. haben die meisten Mitglieder bei der Abstimmung die „Zeichen der Zeit“ nicht verstanden. Wer immer noch glaubt, einen SS-Hauptsturmführer als Vorbild für Lingen implantieren zu müssen, sollte sein Amt sofort zur Verfügung stellen. Es ist schlichtweg eine Schande und Zumutung zugleich.

    Punkt 2: Zum Verhalten der kath. Kirche gegenüber der Shoa und dem Nationalsozialismus

    a) Aus päpstlicher Perspektive

    Seit dem Überfall auf Polen hatte man in Rom detaillierte Kenntnis über die Gräuel in Osteuropa. Fast täglich erreichten den Vatikan Hilferufe, der Papst möge seine Stimme gegen den Terror erheben. So beklagte sich z.B. der polnische Bischof Radonski, der nach London entkommen konnte, 1942 schriftlich bei Pacellis Staatssekretär Maglione: „In Polen werden die Kirchen entweiht, die Bischöfe verjagt, Hunderte von Priestern getötet, unschuldige Geiseln vor den Augen der zum Zuschauen gezwungenen Kinder umgebracht, das Volk, dem man alles geraubt hat, stirbt vor Hunger, aber der Papst verharrt im Schweigen.“

    Nachrichten, wie die eines italienischen Feldgeistlichen, – vorsichtshalber in lateinischer Sprache – erreichten den Papst verstärkt aus Polen: „Wir sind aller Menschlichkeit beraubt, der Grausamkeit von Leuten ausgeliefert, denen jedes menschliche Gefühl fehlt. Wir leben ständig unter entsetzlichem Terror, ständig in Gefahr, im KZ zu enden.“

    Pius soll, als er dies las, geweint haben.

    Spätestens jetzt wäre eine öffentliche Enzyklika geboten gewesen.

    Im Juni 1940, kurz vor der Kapitulation Frankreichs, als die Gräueltaten der Nazis in Polen zumindest den obersten Diplomaten bekannt waren, schrieb der im Vatikan tätige Kardinal Eugéne Tisserant an den Erzbischof von Paris, Kardinal Emmanuel Suhard, : „Ich fürchte, die Geschichte wird dem Heiligen Stuhl vorzuwerfen haben, er habe eine Politik der Bequemlichkeit für sich selbst verfolgt, und nicht viel mehr. Das ist äußerst traurig, vor allem, wenn man unter Pius XI. gelebt hat. Und jedermann verlässt sich darauf, dass, nachdem Rom zur Offenen Stadt erklärt ist, von der Kurie niemand etwas zu leiden haben wird, das ist eine Schande.“

    Dachte Tisserant in diesem Zusammenhang vielleicht an den von Pius XI. erarbeiteten Entwurf der Enzyklika „Die Einheit des Menschengeschlechts“?

    Rassismus, so lautete ein Fazit dieses Enzyklika-Entwurfs, stehe „im Widerspruch zur katholischen Glaubens- und Sittenlehre“. Man häufe „Unrecht auf Unrecht, Lieblosigkeit auf Lieblosigkeit“ und beseitige die Juden oder unterdrücke sie völlig. Die Weitergabe dieser umfangreichen Schrift wurde auf dem Dienstwege so lange verzögert, bis Pius XI. immer gebrechlicher war und 81jährig am 10. Februar 1939 starb.

    Umstritten ist, warum Pius XII., der die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ noch als Kardinalstaatssekretär verschärfte, diese darauffolgende Enzyklika nicht erlassen hat.

    Der Jesuitengeneral Ledóchowski, ein Pole, soll ihn von der Veröffentlichung abgebracht haben. Diplomatischen Einwänden war Pius XII. immer zugänglich. Der Papst glaubte wohl, dadurch etwas für den Frieden tun zu können, was zwar ehrenvoll, aber falsch gedacht war. Der Heilige Stuhl sah zudem eine die Juden diskriminierende Gesetzgebung nicht im Widerspruch zur katholischen Lehre, jedenfalls in Friedenszeiten nicht. Die Juden waren für den Episkopat ein ihm „in kirchlicher Hinsicht nicht nahe stehender Interessenkreis“.

    Die im Vatikan den Papst um eine öffentliche Stellungnahme Drängenden erhielten stets die gleiche Antwort . „Unter den gegenwärtigen Umständen würde eine öffentliche Verurteilung (gemeint ist Deutschland) durch den Hl. Stuhl von den am Konflikt beteiligten Parteien für politische Zwecke ausgenutzt werden“, so Tardini in einem Memorandum. „Außerdem würde die deutsche Regierung die Verfolgung der Katholiken in Polen noch verschärfen, und sie würde verhindern, dass der Hl. Stuhl weiterhin Kontakt zum polnischen Episkopat unterhielte.“

    Für den Vatikan wurde das Schweigen des Papstes allerdings allmählich zu einer politischen Hypothek. Der britische Gesandte beim Papst, Sir Francis d’Arcy Osborne, schrieb 1942 nach London: „Tatsache ist, dass die moralische Autorität des Hl. Stuhls sich nun aufs Betrüblichste verringert. Angesicht der deutschen Verbrechen hört jede Neutralität auf. Das Schweigen des Papstes schadet seinen eigenen Absichten.“

    Als der britische Diplomat diese Zeilen formulierte, war die Ausrottung der Juden in Europa bereits in vollem Gange. Der Vatikan wusste von Massenmorden im Osten. So schrieb der Erzbischof von Lemberg, Andrzej Szeptyckyj, im August 1942 in einer vertraulichen Botschaft an den Papst: „Seit mindestens einem Jahr vergeht kein Tag, an dem nicht schreckliche Verbrechen, Erschießungen, Raub und Diebstähle begangen werden. Die Juden sind die ersten Opfer. Die Zahl der getöteten Juden in unserem kleinen Land (der ehemals polnischen Westukraine) ist sicherlich bereits auf über zweihunderttausend angestiegen.“

    Zweifellos gab es im Vatikan wie in der Kirche generell antisemitische Ressentiments, die auf der judenfeindlichen Tradition des Christentums beruhten. Sie waren in Polen besonders stark ausgeprägt, wo Christen und Juden in engster Nachbarschaft und zugleich in größter Abgrenzung nebeneinander lebten. So erklärte der polnische Kardinalprimas Hlond 1936 : „Es wird ein jüdisches Problem geben, solange Juden existieren.“

    Das Schweigen des Papstes setzte sich fort. In seiner Weihnachtsansprache von 1942 erwähnte der Papst die Judenvernichtung mit einem einzigen verklausulierten Satz : Die Bitte um Frieden gelte auch „den Hunderttausenden, die, persönlich schuldlos, bisweilen nur um ihrer Volkszugehörigkeit oder Abstammung willen dem Tode geweiht oder einer fortschreitenden Verelendung preisgegeben sind.“ Dies war das Äußerste, das der Papst während des Krieges zum größten Massenmord der Geschichte verlauten ließ.

    Der letzte Grund seines Schweigens wird das Geheimnis Pius XII. bleiben. Vielleicht ist es aber auch ganz einfach. Domenico Tardini, der engste Vertraute des Papstes, schrieb in einem Nachruf auf Pius : „Die gleiche Neigung, die ihn Einsamkeit und Stille leben ließ, veranlasste ihn eher dazu, die Kämpfe des Lebens zu meiden, als sich auf sie einzulassen.“ Sollte der engste Vertraute mit seinem Urteil recht haben, dann haben wohl die Vertreter des Konklave unter Leitung des Heiligen Geistes im Frühjahr 1939 Eugenio Pacelli als Papst Pius XII. zur falschen Zeit auf den falschen Platz gestellt.

    Neue Aktenfunde im Vatikan belegen: Papst Pius XII. interessierte sich nicht für das Schicksal der von den Nazis verfolgten Juden – es ging ihm ausschließlich um das Wohl seiner Kirche.

    Der US-Historiker David Kertzer gehörte ab 2020 zu den Historikern, die die Teile der Akten des Vatikans einsehen konnten, die erst 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Kertzer hat dazu gerade in den USA sein Buch „The Pope at War: The Secret History of Pius XII.“ („Der Papst im Krieg: Die geheime Geschichte von Pius XII.“) veröffentlicht.

    Nach dem Tod von Pius XI. und dem Antritt seines Nachfolgers, der als deutschfreundlich galt, aber hatte er Grund darauf zu hoffen, dass sich das Verhältnis zwischen dem Vatikan und Berlin verbessern könnte. Denn der neue Papst hatte nur ein Ziel: Er wollte seine Kirche in Nazi-Deutschland schützen.

    Jedes andere Ziel musste dahinter weit zurückstehen. Das wollte der „Führer“ in Berlin nutzen, denn war interessiert an einer Verbesserung des gegenseitigen Verhältnisses. Einen Kulturkampf mit der katholischen Kirche konnte er nicht mehr gebrauchen, weil er die Vorbereitung auf den geplanten Krieg störte.

    Mitte April, nur wenige Woche nach der Wahl des neuen Papstes, schickte Hitler daher einen geheimen Emissär nach Rom, um eine erste Fühlung aufzunehmen. Bei diesem Mann handelte es sich um Prinz Philipp von Hessen, einem adligen Nationalsozialisten der frühen Stunde mit besten Kontakten in Italien.

    Ein Mittelsmann arrangierte am 11. Mai 1939 ein geheimes Treffen des Prinzen mit dem frischgekürten Papst – es sollte das erste von mehreren sein. Über diese bislang unbekannten Treffen wissen wir neuerdings sehr gut Bescheid, weil Kertzer unter den bis vor kurzem verschlossenen Dokumenten Niederschriften dieser Treffen fand. In diesem ersten Gespräch, das ein im Nebenzimmer versteckter Mitarbeiter des Papstes heimlich protokollierte, stellte Pius Bedingungen für eine Entspannung des Verhältnisses unter seiner Herrschaft auf.

    Dazu gehörte das Ende der Schließung katholischer Schulen und der Veröffentlichung von Büchern gegen seine Kirche und das Papsttum sowie die Rücknahme von Kürzungen staatlicher Gelder für die katholische Kirche in Österreich.

    Das Gespräch verlief in freundschaftlichem Ton. Der Papst machte seinem deutschen Gast den Vorschlag eines „Waffenstillstandes“. Er betonte: „Ich bin sicher, wenn der Frieden zwischen Kirche und Staat wiederhergestellt ist, werden alle zufrieden sein. Das deutsche Volk eint die Liebe zum Vaterland. Sobald wir Frieden haben, werden die Katholiken loyal sein, mehr als alle andere.“

    Pius XII. sprach diese Sätze ein halbes Jahr nach der „Reichskristallnacht“ und wenige Monate nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Prag aus. Das Schicksal der Juden, der Friede in Europa – das waren für ihn keine Themen. Es ging ihm das Wohl seiner Kirche, um sonst nichts.

    b) Aus episkopaler deutscher Perspektive

    Als Kardinal Bertram im März 1933 aufgefordert wird, Protest gegen den geplanten Boykott jüdischer Geschäfte einzulegen, formuliert er seine Bedenken gegenüber einem solchen Schritt wie folgt : „Meine Bedenken beziehen sich darauf, dass es sich um einen wirtschaftlichen Kampf in einem uns in kirchlicher Hinsicht nicht nahe stehenden Interessenkreis handelt.“ Bischof Faulhaber begründet seine Passivität hinsichtlich eines aktiven Protestes wie folgt : „Das ist zur Zeit nicht möglich, weil der Kampf gegen die Juden zugleich ein Kampf gegen die Katholiken würde und weil die Juden sich selbst helfen können.“

    Mir ganz persönlich wird die ignorante und ausschließlich nur von apologetischen Tendenzen durchzogene Argumentation hoher katholischer Würdenträger – aber auch das Verhalten großer Kreise des katholischen Episkopates – immer wieder durch folgende Frage aufs schmerzlichste bewusst :

    Was wäre gewesen, wenn Jesus in der Zeit von 1933 – 1945 in Europa gelebt hätte?

    Meine Antwort ist klar : Auch Jesu wäre als Jude der Shoa zum Opfer gefallen!

    Warum haben die Christen den Angriff auf das Judentum (und auf die Verletzung der Menschenwürde im Allgemeinen auch gegenüber anderen Personengruppen) nicht als Angriff auf das verstanden, was ihnen selbst heilig ist? Warum konnte fast das gesamte europäische Judentum vernichtet werden, ohne dass die Christen und Kirchen einen wirkungsvollen Widerstand dagegen geleistet haben?

    Aus meinem Verständnis kann man „Auschwitz“ nicht aufarbeiten – weder historisch noch theologisch.

    Was dennoch bleibt ist aus meiner Perspektive die Notwendigkeit daran,

    • dass Christen die Erinnerung daran nie vergessen dürfen, dass sie selbst auf Grund des jahrhundertelang gelehrten und praktizierten Antijudaismus es den Nazibarbaren erleichtert haben, dass Jesus – ein Jude, wie die übrigen sechs Millionen Opfer der Shoa – zum zweiten Male gekreuzigt worden ist ; die Zeit der Shoa markiert einen kulturellen, moralischen und religiösen Bruch in der Welt. Eine ihrer Voraussetzungen war die Verachtung und Verfolgung der Juden durch die Christen in fast zwei Jahrtausenden.

    • dass wir als Nachgeborene die Singularität dieses bisher nie dagewesenen Zivilisations- u. Kulturbruches gegen die Menschlichkeit nie aus unserer Erinnerung löschen dürfen; erinnert sei an das jüdische Sprichwort : Das Vergessen-Wollen verlängert das Exil ; das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung. Jede Erinnerung an ein einzelnes Leben, das von den Nazi-Barbaren ausgelöscht worden ist, widerlegt das Ziel der Nazis, es spurlos zu vernichten. Jedes Vergessen verleiht den Mördern einen späten Sieg!

    • der kirchlicherseits oft gehörten Behauptung, der Antisemitismus habe seine Wurzeln nur außerhalb des Christentums, zu widersprechen : Zwar hat der Antisemitismus des Nazi-Regimes mit seiner Rassenlehre und seinem Vernichtungswillen gegenüber dem kirchlichen Antijudaismus eine neue Dimension erreicht, doch wäre der heidnische Antisemitismus ohne die Grundlegung des christlichen Antijudaismus nicht möglich gewesen. Die unheilige Allianz beider Überzeugungen führte zu Auschwitz.

    Die Christen brachten den Judenverfolgungen nicht jenen Widerstand entgegen, den man von ihnen hätte erwarten dürfen. Als eine Kirche, die sich von Jesus ableitet, der die Liebe zu allen Menschen immer wieder in so beeindruckender Weise vorgelebt hat, versagten die beiden christlichen Kirchen in dieser Frage während der faschistischen Epoche von 1933 bis 1945. Aus der Rückschau gesehen war ihre größte moralische Verfehlung die Unterlassung, die gläubigen katholischen und evangelischen Frauen und Männer zu Respekt, Toleranz oder Mitgefühl gegenüber den Not leidenden und verfolgten Juden zu erziehen.

    c) Aus lokaler Osnabrücker Perspektive

    Das von mir vorgetragene Faulhaber-Zitat lässt sich nach meiner Ansicht auch auf den Osnabrücker Bischof übertragen – wie viele seiner Kollegen vertrat er wohl auch die Ansicht, dass „die Juden sich selbst helfen können“.

    Zur Erinnerung:

    Hat Bischof Berning, der auch Bischof des Emslandes – und damit auch Esterwegens war, wirklich von den unmenschlichen, barbarischen und die Menschenwürde mit Füßen tretenden Vorgängen in den Emslandlagern, die Lichtenberg so engagiert anklagt, nichts gewusst?

    Der Berliner Domprobst Lichtenberg protestierte am 7. 5. 1935 in einem Brief an das Preußische Staatsministerium gegen die Misshandlungen der Gefangenen im Konzentrationslager Esterwegen. Seine offenen Worte bezüglich der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der Verletzung der Menschenwürde musste Lichtenberg mit Tode im November 1943 im Strafgefängnis Tegel einen hohen Blutzoll bezahlen.

    Es ist für mich nicht vorstellbar, dass Berning ein Jahr später nichts gewusst, als er nach einer Rundreise durch das Emsland – laut Bericht der Ems-Zeitung vom 26. Juni 1936 – in einer Ansprache Hitler als einen „Prinzen“ feierte, der das Emsland aus dem „Dornröschenschlaf“ befreite und sich von den Nazi-Schergen verabschiedete mit den Worten : „ In Berlin werde ich berichten, was ich hier gesehen und erlebt habe. Alles, was geschehen ist, entspringt der Initiative und dem Weitblick unseres Führers Adolf Hitler. Unserem Vaterlande, unserer Heimat und unserem Führer ein dreifaches Sieg-Heil.“ ? (zitiert nach : Kosthorst/Walter: Konzentrations- und Strafgefangenenlager im Emsland, 1933-1945, Droste-Taschenbücher, S.348-349)

    Oder wird man Berning einreihen müssen in die Schar derjenigen Bischöfe, die im Hirtenbrief vom 20. 8. 1935 formulierten : „Setzt eine Wache an euren Mund, und lasst euch nicht zu unbesonnenen Reden fortreißen. Setzt eine Wache an eure Ohren und hört nicht auf die wilden Gerüchte, die gegen staatliche Behörden verbreitet werden.“

    Berning ist und bleibt für mich ein typischer Vertreter des deutschen Episkopats, der sich bezüglich der „älteren Brüder und Schwestern“ (Joh.Paul II.) keinerlei Verdienste zur Rettung der Juden erworben hat. Für mich ergeben sich vor dem Hintergrund des Verhaltens von Berning (und vieler seiner Amtsbrüder) eine Vielzahl von Fragen:

    • Folgen den Anklagen von Berning gegen die Beeinträchtigungen des Christentums in der Öffentlichkeit und des Religionsunterrichts in den Schulen auch deutliche Worte bezüglich Entrechtungen und Misshandlungen jüdischer Mitbürger – z.B. während der Reichskristallnacht?

    • Hat Berning auch protestiert gegen Vorgehensweisen der Nazis, als diese , wie Paul Spiegel in seinem Buch „Wieder zu Hause?“ schreibt, seinem Vater im Zusammenhang mit der Reichspogromnacht die Kleider vom Leibe gerissen wurden und johlende SA-Horden ihn unter dem Absingen des NS-Liedes „Wenn´s Judenblut vom Messer spritzt“ verprügelt haben?

    • Hat Berning auch dagegen protestiert, als in der Reichskristallnacht ca. 30.000 Juden verhaftet und ca. 100 Juden ermordet wurden?

    • Hat Berning vielleicht auch in der Silvesterpredigt des Jahres 1938/39 darauf hingewiesen, dass die Schändung bzw. Brandschatzung jüdischer Gotteshäuser in der Reichskristallnacht einer zweiten Kreuzigung Jesu gleichkommt?

    • Hat Bischof Berning auch in einer Predigt öffentliche protestiert, als im Rahmen der „Nürnberger Gesetze“ die Juden zu Menschen zweiter Klasse diskriminiert wurden?

    • Hat Bischof Berning auch von der Kanzel dagegen protestiert, als schon im Jahre 1933 zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen und jüdische Professoren, Angestellte und Arbeiter ihre Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst verloren?

    • Hat Berning in seiner Predigt oder während anderer Gelegenheiten gegen die Bücherverbrennung des Jahres 1933 protestiert? Hat Berning protestiert gegen die öffentliche Zerstörung deutschen Geistes und deutscher Kultur? (Wer Bücher verbrennt, der tötet auch Menschen!)

    • Hat Berning protestiert, als der Schriftsteller Carl von Ossietzki 1936 den Friedensnobelpreis erhielt , jedoch von den Nazis im KZ Esterwegen daran gehindert wurde, die Auszeichnung anzunehmen?

    • Hat Berning sich dagegen verwahrt, dass Menschen, die als „rassisch minderwertig“ galten, z.B. Juden und Zigeuner, auf bestialischste Art und Weise ermordet wurden?

    • Hat Berning dagegen Stellung bezogen, dass Menschen, die aus religiösen Gründen dem Nazi-Regime den Gehorsam verweigerten – z.B. Pfarrer, Angehörige der christlichen Konfessionen, vor allem der Zeugen Jehovas – in Konzentrationslagern ermordet wurden?

    Berning war und ist in meinen Augen ein Teil jenes beschämenden katholischen Schweigesystems, das Max Frisch in seinem Stück „Andorra“ durch den Pater Benedikt verkörpert. Frisch lässt Barblin an den Kleriker die entscheidende Frage stellen: „Wo, Pater Benedikt, bist du gewesen, als sie unsern Bruder geholt haben wie Schlachtvieh, wie Schlachtvieh, wo?“

    Paul Haverkamp, Lingen

  2. Günther Möller said

    Was wird das denn jetzt, Kommentare werden gelöscht, die offenbar nicht passend sind?
    Stehen bleibt ein Kilometer-länger Hetzbericht, dieses Mal gegen die katholische Kirche. Ist das noch normal?Danke für eine Stellungnahme.oder ist due freie Meinung nicht mehr erwünscht? Sehr seltsam!

    • Günther Möller said

      In etwa wiederhole ich das nochmal, was man gelöscht hat von Herrn Brink und der Frau
      Sterrenberg in der besagten Sitzung des Stadtrates vorgeschlagen wurde. Es wäre doch ein guter Gedanke, die Grosse Straße nach Fredy Markreich zu benennen, weil er ja hier seine Wurzeln hatte und hier gelebt hat.
      Das Gleiche gilt für Bernd Rosemeyer, weil er in der nach ihm benannten Straße auch seine Wurzeln und einen Teil seines viel zu kurzen Lebens dort verbracht hat.
      Dieses sollten sich alle Beteiligten gründlich durch den Kopf gehen lassen.

      So würde es keine „Sieger“ und keine „Verlierer“ geben.

  3. Kib said

    Herr Haverkamp,

    Ich verstehe Ihren Punkt und kann erkenne, dass die Entscheidung Sie enttäuscht. Auch ich haette mir ein anderes Ergebnis gewünscht. Allerdings nicht die Unbennenung in Bahnhofstraße, denn das wäre gleichbedeutend mit einem Ausblenden der Geschichte Lingens. Davon unberuehrt sehr phantasielos. Wir reden über das dunkelsten Kapitel der Deutschen Geschichte der Neuzeit. Wir haben das grosse Glück in einer Demokratie zu leben- ein Geschenk. Ich kann Sie daher nur ausdrücklich bitten, einen Ratesbeschluss zu akzeptieren- im Sinne der Demokratie.
    Es gibt genügend Spalter innerhalb unserer Gesellschaft (AfD zum Bsp. und kleine lächerliche Primkes in Lingen, die meinen gross zu sein) das lässt mich kurz würgen, motiviert mich allerdings auch. Sie sind m. E. ein integerer Mensch, der jetzt bitte in Echtzeit wachsam sein sollte, um einen erneuten Rechtsruck zu erkennen und zu vermeiden. Reinhard Mey “ Sei wachsam“ ist eine Hoerempfehlung. Ich denke, wir sind mehr und stärker, als wir denken und grundsätzlich auf einer Linie. Ich zank mich gern mit Robert- aber nicht, wenn ich meine Konzentration auf rechte Gefährdung lenke. Diesbezüglich kann er sich auf mich verlassen. BR – StR. ist (leider) gerade unser geringste Problem.

    • Paul Haverkamp, Lingen said

      Natürlich erkenne ich die demokratische Abstimmung im Lingener Stadtrat an. Sie werden keine Äußerung von mir finden, die da Zweifel aufkommen lässt.

      Große Zweifel hege ich jedoch an der demokratisch-rechtsstaatlichen Gesinnung bestimmter Abgeordneter.
      Zunächst galt es am 6.7. darüber abzustimmen, ob man die Straße grundsätzlich umbenennen solle.

      Doch vorab zunächst etwas zur Person, die die Umbenennung der Bahnhofstr. in Bernd-Rosemeyer-Str. verfügte:

      Der Landkreis Lingen gehörte zunächst zum NSDAP-Bezirk 26, welcher von Josef Ständer aus dem Grafschafter Ort Gildehaus (Bad Bentheim) geführt wurde. Der Kreis Lingen wurde am 1. Juli 1932 als eigener Bezirk herausgelöst, eine Geschäftsstelle in der Gymnasialstraße 3 eingerichtet und Erich Plesse als Kreisleiter der NSDAP im Landkreis Lingen ernannt. Mit dem Lingener Bürgermeister Hermann Gilles von der Zentrumspartei führte er eine Fehde, welche in die Absetzung Gilles nach der Machtergreifung mündete. Zuvor hatte er eine Korruptionskampagne gegen Gilles gestartet, um ihn zu diskreditieren. Gilles war neben dem Bürgermeisteramt auch Polizeileiter und ließ die NSDAP in Lingen überwachen und bekämpfen, was den Zorn Plesses auf ihn zog.

      Nach der Machtergreifung ließ er durch den Regierungspräsidenten Bernhard Eggers die zentrumsnahen Schulräte Heinrich Meyer und Schwenne aus Lingen entfernen, wobei Gerhard Schwenne zugleich ein führender Zentrumspolitiker auf Provinzialebene war.

      Dem in Lingen geborenen Rennfahrer und SS-Hauptsturmführer Bernd Rosemeyer bereitete er am 17. Juli 1937 einen großen Empfang auf dem Lingener Marktplatz.

      Nach dem Tod Rosemeyers verfügte er noch 1938 die Umbenennung der Lingener Bahnhofstraße in Bernd-Rosemeyer-Straße.

      Jetzt noch einmal zum Mitschreiben:

      Der Kreisleiter Erich Plesse verfügte 1938 im Alleingang die Umbenennung der Bahnhofstr.in Bernd-Rosemeyer-Str.

      Die CDU Lingen hat mit ihrem Beschluss vom 6.7. eine vor 84 Jahren von einem NS-Kreisleiter verfügte Straßenumbenennung im Nachhinein noch einmal bestätigt und mit ihrer Weigerung einer Umbenennung in Fredy-Markreich-Str. den damaligen Kreisleiter der NSDAP auch noch einen Ehrenkranz gebunden, indem sie dieser Umbenennung noch einen demokratischen Mantel verliehen hat.

      Wenn ich mir diesen Vorgang noch einmal auf der Zunge zergehen lasse, so kann ich für mich nur zu dem Ergebnis kommen, dass die CDU-Abgeordneten (und wohl einige auch aus der SPD) ihre demokratische Legitimation für mich verloren haben.

      Sie haben der Stadt Lingen – und noch weit darüber hinaus – eine Schande zugefügt.

      Diese Personen müssten sofort ihr Mandat zurückgeben und aus allen politischen Ämtern ausscheiden.

      Paul Haverkamp, Lingen

      • Andreas Kues said

        Hallo zusammen, kommt doch einfach in die Gegenwart zurück. Es gibt zur Zeit größere Probleme wie Strassesennahmen am Banhof in Lingen. Es kann zur Zeit zu Schall und Rauch führen….

        • Hans M said

          „ Hinzu kommt, dass viele die Zugehörigkeit Rosemeyers zur SS aus mangelndem Geschichtsbewusstsein nicht ernst genug nehmen, frei nach dem immer wieder zu hörenden Motto: ‘Was soll das ganze Theater! Haben wir nichts Wichtigeres zu tun? Was hat Rosemeyer denn Schlimmes verbrochen?’ Viele Lingener regi­strie­ren überhaupt nicht, dass die SS eine der schlimmsten Mörder- und Terrororgani­sa­tionen der Weltgeschichte war,“ (Verleger Georg Aehling)

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