Pyrrhus

7. Juli 2022

Kennen Sie Pyrrhus bzw. Pyrrhos? König Pyrrhos I. von Epirus kämpfte im 3 Jahrhundert vor Christi gegen die Römer. Er gab dem sog. Pyrrhussieg den Namen. Ein solcher Pyrrhussieg ist ein zu teuer erkaufter Erfolg. Im ursprünglichen Sinne geht der Sieger aus dem Konflikt ähnlich geschwächt hervor wie ein Besiegter und kann mit dem Sieg nichts anfangen. Pyrrhos I. von Epirus soll 279 v. Chr. nach dem Sieg seiner Armee über die Römer in der Schlacht bei Asculum 279 v. Chr. einem Gratulanten gesagt haben:  „Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!“ In dieser Schlacht musste Pyrrhus nämlich so erhebliche Verluste hinnehmen, dass seine Armee auf Jahre hinaus geschwächt war und schließlich den ganzen Krieg verlor. Was hat Lingen damit zu tun?

Gestern hat eine relative Mehrheit von 20 Mitglieder im Rat unserer Stadt Lingen dafür gestimmt, die Bernd-Rosemeyer-Straße weiterhin nach dem umstrittenen Autorennfahrer zu benennen. 20 (von 43 Ratsmitgliedern) waren dafür, 19 waren für eine Neubenennung, ein Ratsmitglied enthielt sich gar, drei waren nicht anwesend. Etwa 50 Lingener*innen besuchten die Ratssitzung in der Halle IV.

Die Entscheidung  wurde möglich, weil die an diesem Tag 19-köpfige CDU auf einer nicht-offenen Abstimmung bestand und Teile der gestern 7köpfigen SPD-Stadtratsfraktion sie darin unterstützten. Aus beiden Fraktionen kommen auch die Gegner der Umbenennung, während BN (4 Ratsmitglieder), Grüne/FWL (7),die Antrag stellende FDP (2) und Oberbürgermeister Krone, also 14 Ratsmitglieder, für eine Neubenennung waren; nach der Abstimmung hatten zahlreiche Mitglieder Stadtratsfraktionen der Grünen-FWL und unserer BürgerNahen in persönlichen Erklärungen erklärt, dass sie für die Umbenennung votiert hatten. OB Krone hatte dies vor der Abstimmung gesagt und die Umbenennung gefordert. Hiergegen intervenierte Dr. Bernhard Bendick (SPD), dem dies sichtlich unangenehm war und der die Abgabe dieser persönlichen Erklärungen für unerlaubt hielt. Übrigens hatte zuvor auch Bendick wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Kröger und der 2. stellvertretende Bürgermeister Stefan Wittler (SPD) für eine geheime Abstimmung votiert.

Den Antrag auf Umbenennung hatte die FDP bereits im vergangenen Frühsommer gestellt. In der Folge war ein Kriterienkatalog erarbeitet worden. Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus hatte überzeugend in einem Dossier Wesentliches zum Rennfahrer Rosemeyer und seine Verstrickungen in den NS-Staat zusammengetragen.

Das gestrige Votum unseres Rates beschädigt das Ansehen unserer Stadt, weil Autorennfahrer Rosemeyer eine tragende Säule der NS-Propaganda und SS-Hauptsturmführer war. Sie beschädigt auch das Ansehen der SPD um Kröger, Wittler und Bendick und das der Kulturausschussvorsitzenden Irene Vehring (CDU), die -genauso wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Hilling- in dieser wesentlichen Frage ihre Fraktion nicht zu einen vermochte. Sie sind Pyrrhus.

Zwar appellierten nach der knappen Abstimmung mehrere Ratsmitglieder, das demokratische Votum zu akzeptieren. Bei der Benennung einer Straße zu Ehren eines SS-Offiziers ist das inhaltlich aber nicht vorstellbar. Wer will so eine Relativierung der SS und ihres Protagonisten Rosemeyer in unseren aufgeklärten Zeiten? Das Thema wird also künftig erneut im Rat behandelt werden und, wenn es sein muss, anschließend ein weiteres Mal.

Ein Straßennamen soll ehren. Dieser vom damaligen NS-Bürgermeister Plesse verordnete Straßenname aber ist eine Beleidigung für die Opfer des NS-Terrors und damit für jede Demokratin und jeden Demokraten. Daher kann und wird er keinen Bestand haben. Die nächste Abstimmung kommt.


Pyrrhus von Epirus, Foto von Marie-Lan Nguyen (2011) CC BY 2.5

35 Antworten zu “Pyrrhus”

  1. Rene Esser said

    Danke für die Aufklärung – und, ja, es ist in solchen Situationen beschämend für das eigene Selbstverständnis und Wertegefühl, in Lingen zu wohnen. Aber; der Souverän, in den politischen Parteien in Lingen, hat diese Kandidaturen wieder ermöglicht. Oder hat er nicht aufgepasst, welcher Kaffeesatz kommunal von den Parteien aufgestellt und dann auch noch gewählt wurde?

  2. Paul Haverkamp, Lingen said

    Ein Pyrrhus-Sieg für die Demokratiekultur

    Viele Lingener Bürger werden den Tag der Abstimmung über das Fortbestehen der Namensnennung „Bernd-Rosemeyer-Str.“ als rabenschwarzen Tag empfinden.

    Dass der Lingener Stadtrat in seiner Mehrheit sich einer Argumentation verweigert, die seit vielen Jahren darauf aufmerksam gemacht hat, dass eine in dieser Form vorgenommene Ehrung für einen „SS-Hauptsturmführer“ einen schweren dunklen Schatten auf das demokratische Gemeinschaftsgefühl vieler Lingener Bürger wirft, ist ein Trauerspiel und Skandal zugleich.

    Es war zwar eine geheime Abstimmung (sie diente ausschließlich dazu, nicht öffentlich Farbe bekennen zu müssen – vor allem bei der CDU), aber wenn man weiß, dass sowohl die Grünen, die FDP und die Bürgernahen im Vorfeld sich deutlich für eine Umänderung ausgesprochen hatten, kann jeder sich schnell ein Bild davon machen, wer nach wie vor der Meinung ist, dass ein „SS-Hauptsturmführer“ mit einem Straßennamen geehrt werden muss.
    Der Lingener Stadtrat hat heute in seiner Mehrheit der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit mit diesem Ergebnis einen Bärendienst erwiesen.

    Wie wollen CDU und SPD noch junge Leute für demokratische und liberale Ideen begeistern, wenn sie selber ein ehemaliges SA-Mitglied und einen „SS-Hauptsturmführer“ als Vorbild empfehlen? CDU und SPD werden wohl zu Recht von geraden jungen Leuten mit dem Vorwurf der Heuchelei und Verlogenheit konfrontiert werden.

    Vermisst habe ich bei den CDU-Vertretern eine „Propst-Lichtenberg-Haltung“ und bei der SPD eine Otto-Wels-Einstellung“. Für ich ein erneuter Beweis, dass Geschichtsvergessenheit, Geschichtsunkenntnis und Geschichtsgleichgültigkeit sich innerhalb unserer Gesellschaft immer weiter ausbreiten.

    Was für ein Befreiungsschlag wäre es gewesen, wenn die Mehrheit des Stadtrates sich dazu bekannt hätte, den Namen „Bernd Rosemeyer“ keine Erinnerungswürdigkeit mehr zu verleihen, sondern einem Opfernamen – z.B. Fredy Markreich – die notwendige Ehrung zuzusprechen.

    Dass im Nachhinein – nach der Abstimmung – die CDU sich noch großzügiger Weise bereit erklärte, Fredy Markreich mit einem Straßennamen zu ehren, kann ich nur als bitteren Zynismus und als Verhöhnung der Opfer empfinden. Wie kann man im ersten Schritt nur für einen „SS-Hauptsturmführer“ stimmen und zugleich versichern, dass man auch an Fredy Markreich denkt?!

    Mit einem solchen Verhalten macht die CDU deutlich, dass die Opfer für sie offensichtlich nur eine sekundäre Bedeutung haben. Für mich haben die Opfer jedoch absolute Priorität. Das Verhalten dieses Personenkreises könnte der jungen Generation ein Vorbild sein zur Verteidigung von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit. Mitläufer eines Verbrechersystems, obsessiv eingestellte Egomanen und sich durch Ignoranz und Indolenz auszeichnende Personen während der Naziherrschaft dürfen nicht als Leitbilder für junge Erwachsene betrachtet werden – das überschreitet die Grenzen der Bigotterie!

    Dass die Wahlbeteiligungen und Bereitschaft zum politischen Engagement mit einem solchen Verhalten bestimmter Politiker bei jungen Leuten immer stärker abnehmen, kann man doch sofort nachvollziehen.

    Die Mehrheit des Lingener Stadtrates ist der Strategie der Rosemeyer-Befürworter gefolgt:

    Die Rosemeyer-Befürworter verfolgen die Strategie, Rosemeyer einer politischen Nazi-Entgiftungskur zu unterziehen, um ihn nur als strahlenden Rennfahrer der Nachwelt zu präsentieren und den Lingenern gern als der „tolle Bomberg“ (vgl. Josef Wincklers Roman aus dem Jahre 1923) in Erinnerung zu bleiben oder als Lingener Till Eulenspiegel präsentiert zu werden, der mit seinem Motorrad gern Späße und Streiche veranstaltete und manch einen Lingener mit seinen waghalsigen Motorrad-Eskapaden einen Schrecken eingejagt hat.

    Diese Rosemeyer-Befürworter haben stets die Strategie verfolgt, die Person Rosemeyer zu trennen von dem herrschenden Verbrecherstaat, in dessen Licht sich Rosemeyer jedoch gar nicht schnell und oft genug zu sonnen vermochte.

    Kein Rosemeyer-Kritiker hat je behauptet, dass der Lingener Rennfahrer an Tötungsaktionen seiner SS-Organisation beteiligt gewesen ist. Doch reicht das aus, um für das Fortbestehen einer solchen Ehrung zu stimmen?

    Immer wieder jedoch haben Kritiker betont, dass Rosemeyer zwar wahrscheinlich im juristischen Sinne keine Schuld auf sich geladen hat, jedoch wegen seines Verhaltens im moralischen Sinne jedes Anrecht verwirkt hat, eine Ehrung dieser Art zu erhalten.
    Es ist meine feste Überzeugung, dass Menschen wie Rosemeyer durch ihr egoistisches und unkritisches Verhalten es nicht verdienen, weder durch eine Straßennamennennung noch durch ein Museum eine besondere Form von Erinnerungswürdigkeit zu erhalten.

    Rosemeyer mag in den Augen dieser Sportsfreunde ein Rennfahreridol gewesen sein, gewiss ist er jedoch keine Persönlichkeit, deren Verhalten man heutigen jungen Menschen als erinnerungswürdig, nachahmenswert und vorbildhalft ans Herz legen sollte; denn Rosemeyer war bereit, seine christlichen Wertvorstellungen auf dem Altar seines obsessiven Dranges nach Ruhm und Ehre in einem Menschen verachtenden System zu opfern. Er wollte der „Sonnenkönig“ der Rennfahrer werden – und hat für dieses Ziel auch die Akzeptanz eines verbrecherischen Terrorsystems akzeptiert. Er hat diesem System niemals Widerstand entgegengesetzt – geschweige denn öffentliche Kritik geübt.

    Der Lingener Stadtrat muss sich mit seiner Entscheidung fragen lassen, ob er nicht auch – wie Rosemeyer – eine schwere politisch-moralische Schuld auf sich geladen hat.

    Und zwar dadurch, dass er sich die Strategie der Rosemeyer-Befürworter zu Eigen gemacht hat, ohne jedoch zu bedenken, dass auch die „nur“ (!!??) politisch-moralische Schuld ein extrem wichtiger Grund sein kann, einer solche Person einen Vorbildcharakter abzusprechen.

    Dass der Lingener Stadtrat mit seiner heutigen Entscheidung dem Lingener-Rennfahrer einen „Persilschein“ ausgestellt haben, ist der Mehrheit des Rates wohl verborgen geblieben. Der Lingener Stadtrat hat sich mit seiner heutigen Mehrheitsentscheidung der Chance beraubt, ein deutliches Fanal gegen gesellschaftliche Kräfte zu setzen, die das demokratische System untergraben wollen und von der Rückkehr zu einem Führerstaat schwärmen.

    Geschichtsvergessenheit und Geschichtsklitterung dürfen nie wieder den gesellschaftspolitischen Diskurs bestimmen – egal von welcher Seite solche Irreführungen, Manipulationen und Verführungen immer wieder ausgehen. Demokratie und Rechtsstaat verlangen stets von neuem eine mutige Verteidigung.

    Pastor Niemöller hat nach dem 2. Weltkrieg öffentlich sein Versagen in dieser Frage durch das folgende Schuldbekenntnis zum Ausdruck gebracht:

    „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

    Die Verführungen von Autokraten mit ihren einfachen Lösungen sind und bleiben immer gegenwärtig. Das Vortäuschen von Patentlösungen dieser Autokraten – in Verbindung mit propagandistisch geschickt geschürften langsamen Einschläfern und der Verabreichung von Sedativa – schafft schließlich die Basis für die Machtübernahme und die Errichtung totalitärer Systeme.
    Die Gegenwart bietet unendlich viele Beispiele, doch davon hat die Mehrheit der Lingener Stadtratsfraktion wohl keine Ahnung gehabt.

    Die Tatsache, dass 20 Stadtratsvertreter gegen eine Umbenennung gestimmt haben, ist gewiss kein Ausweis von Demokratieverteidigung – eben ein Pyrrhus-Sieg der Demokratie.

    Die Tatsache, dass 19 Stadtratsvertreter für eine Umbenennung gestimmt haben, beurteile ich als Beleg für demokratische Gradlinigkeit und rechtsstaatliches Verantwortungsbewusstsein. Auf jeden Fall haben diese Stimmen einen „Endsieg“ der Rosemeyer-Anhänger verhindert. Ich bin stolz auf diese 19 Abgeordneten.

    Wenigstens sie haben die „Zeichen der Zeit“ verstanden, nämlich dass Demokratie nie ein Selbstläufer ist, sondern immer wieder neu erstritten werden muss.

    Auch wenn das Goethe-Zitat schon über 200 Jahre alt ist, so kann es – gerade heute – nicht oft genug wiederholt werden:
    „Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss.“

    Paul Haverkamp, Lingen

  3. tobilingen said

    „Noch einmal plädiere ich für ein Denkmal, das sich mit Bernd Rosemeyer befasst und das den Zwiespalt erarbeitet und darstellt, den seine Person symbolisiert. Das bisherige Lingener Erinnern an den Sportler Rosemeyer, die „Bernd-Rosemeyer-Straße“, reicht nicht.“

    Zitat von Robert Koop in seinem eigenen Blog.

    • D.Ravic said

      Dies ist ja tatsächlich der traurigste Kommentar in dieser von Tiefpunkten durchzogenen Diskussion.
      Eingebettet in die Diskussion um einen Staffelmannes der SS- die SS wurde bereits in den Nürnberger Prozessen als verbrecherische Organisation identifiziert. Dennoch wird hier Geschichtsrevisionismus betrieben und die Opfer damit indirekt verhöhnt. Rosemeyer hätte sich auch anders entscheiden können, er war allerdings Überzeugungstäter.
      Es wird die Mittäterschaft eines Mitgliedes der SS verharmlost und sie haben tatsächlich nichts besseres zu tun hier persönliche Animositäten auszutauschen?
      Schämen sie sich. In Zeiten eines aufflammenden Antisemitismus und einer erstarkenden rechten Szenen, sind solche Verharmlosungen und Nebelkerzen unappetitlich und pietätslos.

  4. Hans Brinck said

    Ein Sieg für die Demokratie!
    Die Mehrheit der Lingener Bürger wird den Tag der Abstimmung im Stadtrat über das Fortbestehen der Namensnennung „Bernd-Rosemeyer-Str.“ als Sieg des Wählerwillens empfinden. Der Stadtrat hat damit bewiesen, dass er nicht nur nach seinem eigenen Gewissen entschieden, sondern auch den Auftrag seiner Wähler umgesetzt hat. Dafür verdient er Lob und Anerkennung.

    Dem Verfasser der 1. Antwort empfehle ich, seinem Unwohlgefühl zu folgen und seinen Wohnort Lingen zu verlassen. Es ist eine Unverschämtheit, den Souverän zu verunglimpfen und die von ihm gewählten Ratsmitglieder als „Kaffeesatz“ zu bezeichnen. Das zeugt von wenig Demokratieverständnis und man sollte ihn dahin schicken, wo er hingehört: „in die unterste Schublade.“

    Es gilt hier noch einmal festzuhalten, dass die 1938 erfolgte Umbenennung der damaligen Bahnhofstrasse in Bernd-Rosemweyer-Strasse nicht einem SS-Hauptsturmführer galt, sondern allein dem Andenken an den Rennfahrer und Lingener Jungen, den man nach seinem Unfalltod für seine sportlichen Erfolge und seine untadelige Haltung ehren wollte. Die hiesige Bevölkerung war stolz auf ihren Mitbürger und er diente uns Jugendlichen als Idol.

    Das man heute versucht, ihm seine Mitgliedschaft in der SS vorzuwerfen und ihn daher als nichtwürdig für eine Strassenbenennung, finde ich daher falsch. So kann man doch auch nicht ein SED-Mitglied als Verbrecher bezeichnen und ihn für die Untaten und Morde des damaligen DDR-States mitschuldig machen.

    Übrigens: Es gibt noch mehrere Orte in Deutschland, die an Bernd Rosemeyer erinnern. Warum sollte man das in seiner Heimatstadt nicht machen dürfen?

    • max koop said

      Gerade, weil diese geschichtsrevitionistischer Unsinn immer wieder wiederholt wird noch einmal: Es gab keine „untadligen“ SS-Mitglieder. 𝗘𝘀 𝗴𝗮𝗯 𝘀𝗶𝗲 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁.

      Das ist Stand der Forschung der Stiftung Topographie des Terrors, die sich insbesondere mit der SS-Geschichte auseinandersetzt auf dem Gelände des ehemaligen SS-Hauptquartiers in Berlin ansässig ist. Man kann nun hingehen und etwas anderes behaupten, klar, aber das ist dann eben nur die gefühlte Wahrheit und hat mit der Realität nichts zu tun. Noch einmal: Es gibt keine unpolitischen oder untadelingen SS-Mitglieder.

      Und auch das muss ich wiederholen: Eine sehr knappe und in meinen Augen sehr falsche Entscheidung, des Stadtrates, kann diesen Forschungsstand nicht verändern – Auch wenn das hier Hans Brinck und andere versuchen zu suggerieren.

      Das Organisationsbuch der NSDAP sagt zur Auswahl der SS-Mitglieder: „Jeder Staffelmann muss vom Sinn und Wesen der nationalsozialistischen Bewegung tief durchdrungen sein.“

      Auch Bernd Rosemeyer war offenbar durchdrungen, anders er nicht dabei sein gar freiwillig ohne Zwang eintreten dürfen. Das gitl hatl auch dann, wenn er immer nett gegrüßt haben mag, oder toll und erfolgreich Rennen gefahren ist.

      Rosemeyer war bereitwillig Teil der NS-Propagandamaschinerie, das freundliche Gesicht der SS und Nazis. Er war freiwillig und bewusst Mitglied der schlimmsten Nazi-Vereinigung.

      Das Signal der gestrigen Abstimmung ist erinnerungskulturell in jedem verheerend. Mich macht es traurig.

  5. heinrich Liesen said

    Die Petition gegen den Strassennamen ist ja auch etwas flügellahm beendet worden..
    Überhaupt, das ganze Szenario
    wird auch nur immer wieder von ein paar unermüdlichen Bürgern – Gegnern- entfacht.
    – oder in Prozent maxi 0,49 % – das ist nicht wirklich messbar, dafür aber die beteiligen Herrn um so lauter,
    Bringt es etwas? Nein.

    Vielleicht sollten wir alle unsere Sicht der Dinge relativieren. In diesem Sinne.

    • max koop said

      Mir hat Prof. Andreas Nachama, langjähriger Leiter Topograhie des Terrors, vor einiger Zeit diesen Satz geschrieben:

      „Alles Gedenken, alle kritischen Dokumentationen wurden gegen den Willen des Mainstream der Gesellschaft abgetrotzt. Bleiben Sie standhaft.“

      In dem Sinne halte ich nun das Zitat „Vielleicht sollten wir alle unsere Sicht der Dinge relativieren.“ dagegen und denke mir: Ich bleibe lieber auf dem Pfad der Aufklärung, der Forschung, der Erinnerungskultur.

      Denn: Für das Relativieren der NS-Zeit sind zuletzt eigentlich andere Parteien und Gruppen zuständig gewesen. Ich denke da an „Denkmal der Schande“, „Vogelschiss der Geshichte“ und viele mehr. Diese Parteien und Gruppen werden wohl auch die Hauptzielgruppe sein.

      Ich freue mich daher schon jetzt auf den Tag, an dem wir die gestrige erinnerungskulturell rückwärtsgewandte Entscheidung korrigieren. Bin allerdings zugegeben auch irritiert, dass wir es überhaupt müssen.

      Ich freue mich natürlich ebenso auf den Tag, an dem wir dieses unsägliche ‚private‘, mit NS-Memorabilien gespickte, „Museum“-Wallfahrtsort-Projekt los sind.

      In diesem Sinne: #NieWieder #NazisRaus

      – und natürlich: #GanzLiebeGrüße

      • Hans Brinck said

        Nach dem Ende des 2. Weltkrieges waren für die Siegermächte alle Deutschen Schuld am Krieg, und man sprach von der Kollektivschuld. Im Fall Rosemeyer werden also alle Mitglieder der SS zu Tätern gemacht, was sie aber nicht waren.
        Kollektivschuld aber bedeutet, dass die Schuld für eine Tat (hier die Verbrechen der Nazis) nicht dem einzelnen Täter (oder Tätern) angelastet wird, sondern einem Kollektiv, allen Angehörigen seiner Gruppe, z. B. seiner Familie, seines Volkes oder seiner Organisation. Das beinhaltet folglich auch Menschen, die selbst nicht an der Tat beteiligt waren.

        Das Strafrecht moderner Demokratien geht grundsätzlich von einer individuellen Verantwortlichkeit aus, so dass Kollektivschuld juristisch nicht relevant ist. Artikel 33 des Genfer Abkommens bestimmt, dass keine Person für ein Verbrechen verurteilt werden darf, das sie nicht persönlich begangen hat. Eine Kollektivstrafe setzt Kollektivschuld voraus.

        Im deutschen Kontext werden die Begriffe „Kollektivschuld“ und „Kollektivschuldthese“ in der Regel im Kontext der NS-Vergangenheit verwendet. Dies ist auch bei Bernd Rosemeyer als Mitglied der SS der Fall. Hier muss aber festgestellt werden, dass er nachweislich ein untadeliges Leben geführt hat und in dieser Organisation kein Verbrechen begangen hat, also kein Täter gewesen ist.

        Er hat auch kein Gedankengut der Nazis verbreitet, sondern war ganz mit seinem Rennsport beschäftigt. Das ihn die Nazis nach seinen Rennsiegen zur Propagandazwecken benutzt haben, kann man ihm nicht anlasten. Das sollte auch der Herr Max Koop endlich zur Kenntnis nehmen!

        Ich bin deshalb froh, dass diese Meinung auch im Lingener Stadtrat vorhanden ist. Das wird wohl auch der Wähler bei der nächsten Kommunalwahl berücksichtigen und sein Kreuz auf dem Wahlzettel hinter einem seinem Gewissen folgenden Abgeordneten setzen.
        Da freue ich mich schon heute auf das Wahlergebnis, dass die als „Kaffeesatz“ verunglimpften Stadträte nicht nur wiedergewählt worden sind, sondern noch Zuwachs bekommen haben.

        • max koop said

          Gerade, weil diese geschichtsrevitionistischer Unsinn immer und immer wieder wiederholt wird:
          Es gab keine „untadligen“ SS-Mitglieder.
          Es gab auch keine „unpolitischen“ SS-Mitglieder.

          𝗘 𝗦 𝗚 𝗔 𝗕 𝗦 𝗜 𝗘 𝗡 𝗜 𝗖 𝗛 𝗧.

          Das ist Stand der Forschung. Das ist ein Fakt.
          Nichts anderes. Auch, wenn Ewiggestrige versuchen etwas anderes zu suggerieren. Es gab sie nicht. Das ist ausgedachter Unsinn.

  6. Norman said

    Auf die Leiter fertig los

  7. heinrich Liesen said

    Max Koop, sie wollten längst das Strassenschild um den Zusatz
    SS bereichern. Was ist? Viel reden, dann heisse Luft?
    Sie gehören ja ohne Frage zu den 0,49 % – ist auch gut so,
    das ist doch das Wesen einer Demokratie.- was ist mit den 99,51 %? –
    bei weiteren Fragen und Behauptungen gerne Dr. Felix Klein, Berlin, oder Prof. Walter, als Kurator Junger Mann, nicht verheben, das bringt nix.

    • Markus Niemann said

      Würde man den Straßennamen mit dem Zusatz SS-Offizier beibehalten? Ich glaube nicht.
      Das wäre dann vermutlich unangenehm.
      Es wird also einfach ausgeblendet.

      Da hat es sich der Rat zu einfach gemacht.

      Wenn es so moralisch einwandfrei wäre, dann hätte man auch auf die Geheimhaltung verzichten können.

      Den Unmut der „0,49%“ hätten die Beteiligten ertragen müssen.

    • Der junge Mann arbeitet aktuell in Berlin, der Stadt des Bundeskartellamts. Er kommt schon und macht. Viele werden ihm helfen. Ich auch.

    • max koop said

      Lieber Herr Liesen,

      ich würde gern, ehrlich gesagt, mit dem Stra𝗦𝗦enschildern ganz andere Dinge tun. Schon seit Jahren. Zwei Stimmen fehlten dieses Mal dazu.

      Immer, wenn ich am Bahnhof ankomme, ärgere ich mich darüber, dass wir in Lingen noch immer auf die Helden-Legendenbildung und Strahlemann-Propaganda der Nazis hereinfallen – Aber nun, wem sage ich das?

      Zwei Stimmen haben also dieses Mal gefehlt. Es wird ein nächstes Mal geben. Spätestens dann, wenn die SPD in Lingen ihren moralischen Kompass, ihr Rückgrat, oder gar überhaupt irgendeine Linie wiederfindet.

      19 von 40 Stimmen sind übrigens 47,5%.

      Sie wollen hier nun etwas vom „Wesen einer Demokratie“ darlegen? Dann ist es wohl Zeit für eine „kleine Erinnerung“ zum Thema Demokratie:

      100% der Stadtrat-Vertreter*innen lehnen ihr „Museum“-Projekt ab. Einhundert. Einstimmig.

      https://noz.de/artikel/23270405

      Wie sich zeigt, zu Recht. Denn:
      Sie, lieber Herr Liesen, wollen eine unkritische Heldenverehrungsstätte errichten. Sie wollen keine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Das zeigen doch Ihre Kommentare, oder warum möchten Sie etwa nicht auf dem Schild auf die SS-Vergangenheit hinweisen?

      Der erwähnte Dr. Klein hat Ihnen einen ’nettgemeinten‘ Brief geschrieben, der sich hier (https://fragdenstaat.de/anfrage/schriftstucke-zum-geplanten-museum-fur-bernd-rosemeyer-in-lingen-ems/359610/anhang/anfrage_62998_geschwaerzt.pdf) nachlesen lässt. Dass sie nur einzelne Zitate veröffentlicht haben, die seinen Brief in einem anderen Licht dastehen lassen, spricht Bände.

      Inhaltlich geht es Dr. Klein in seinem Brief darum, eine unkritische Heldenverehrungsstätte zu verhindern, in der es keine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit gibt: „[falls] dies nicht geschieht, besteht die Gefahr, dass Sie mit Ihrem Museum ungewollt einen Anziehungspunkt für Neonazis und rechtsextreme sowie antisemitische Gruppierungen schaffen, die an den abstoßenden Heldenkult anknüpft; den die Nationalsozialisten nach dem Tod Rosemeyers in Bezug auf seine Person geschaffen haben.“

      Der Satz allein sagt alles. Nach den Äußerungen von Ihnen hier und an anderer Stelle ist die von Dr. Klein dargelegte Gefahr imminent.

      Ich empfinde es als anmaßend Dr. Klein schließlich als Befürworter eines unsäglichen (Täter-)“Museums“ darzustellen.
      Hören Sie auf damit!

      • Kib said

        Max, kleineres Besteck. ESGIBTEINENRATSBESCHLUSS! Punkt!!! Das Liesen’sche Museum hat mit der demokratisch gefaellten Entscheidung des Rates nichts zu tun- das ist sein privates Projekt. Akzeptiere das bitte und vergleich nicht Äpfel mit Birnen und dividiere sie nicht auch noch durch Pflaumen.
        Akzeptiert einfach, daß der Rat der Stadt Lingen sich entschieden hat!

  8. Hans Brinck said

    Demokratie ist eine Staatsform, in der die Staatsgewalt vom Volk ausgeht. Es ist ein politisches System, in dem die Willensbildung dem Grundsatz nach auf dem Mehrheitsentscheid der freien und gleichen Bürger des Staates beruht. Träger der Staatsgewalt ist demnach stets das Volk.
    Der Volkswille wird durch gewählte Abgeordnete möglichst unverfälscht in politische Entscheidungen übersetzt.
    Auch in Lingen gelten für den Stadtrat diese Grundsätze. Er hat Entscheidungen durch Wahlen in seinem Gremium zu treffen, Dabei gibt es natürlich Gewinner und Verlierer. Die Abstimmung über die Umbenennung der Bernd Rosemyer-Strasse ergab nun eine Mehrheit für die Beibehaltung dieses Strassennamens.

    Die Entscheidung der Lingener Volksvertreter wird durch die Verlierer dieser Wahl nicht akzeptiert. So werden die Befürworter der Beibehaltung als „minderwertiger Kaffeesatz“ bezeichnet. Für mich ist es völlig unverständlich, dass sogar ein Mitglied des Lingener Stadtrates (sein Beruf ist Rechtsanwalt) zu einer Sachbeschädigung (Veränderung das Strassenschildes) aufruft.
    Auszug aus seinem Blog: Der junge Mann arbeitet aktuell in Berlin, der Stadt des Bundeskartellamts. Er kommt schon und macht. Viele werden ihm helfen. Ich auch.

    Dem Abgeordneten dürfte doch klar sein , dass dies ein Straftatsbestand ist. (Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft). Nach der Ausführung dieser Tat wird es gewiss eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft geben.

    Ich hoffe, dass doch bei den Verlierern dieser Wahl die Einsicht kommt, das die Lingener Bevölkerung die Erinnerung an den Sohn dieser Stadt und an den erfolgreichen Rennfahrer Bernd Rosemeyer behalten will.

    • max koop said

      Aber das Bundeskartellamt ist doch gar nicht in Berlin?!

      • Hans Brinck said

        Ja das stimmt, aber Herr Robert Koop ist da anderer Meinung und verlegt es nach Berlin.

        Richtig ist: Das Bundeskartellamt ist eine selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Sein Sitz wurde im Jahre 1999 im Rahmen des Regierungsumzugs von Berlin nach Bonn verlegt.

        Da hat Herr Koop wohl verschlafen und ist nicht mit der Zeit gegangen.

  9. heinrich Liesen said

    Robert, Du bist echt waffenscheinpflichtig. Wann begreifst Du, dass nur eine absolute Minderheit- unter 1 % ?- die Änderung des Strassennamens möchte?
    In diesem Sinne,
    Wie sagte gestern ein Lingener Einwohner zu mir, ich möchte es unkommentiert weitergeben:
    KKP – Koopskrawallpartei-
    Robert , das hat nichts mehr mit seriöser Politik zu tun, oder Dein Demokratieverständnis müsste nachjustiert werden.

  10. heinrich Liesen said

    Max Koop, da haben sie nicht richtig gelesen. Soviel Zeit sollten sie sich aber immer nehmen, bevor sie schreiben.Die Rede ist von der Petition.
    In Sachen Museum liegen sie leider auch total daneben.
    Behauptungen sollten stets fundiert sein. Weiter so, es kann nur besser werden.
    mfg Heinrich Liesen

  11. Kib said

    Ich teile i. e. L. die Meinung von Peter Altmeppen, der das Ergebnis zwar sehr bedauert, es allerdings akzeptiert. Auch Irene Vehring stimme ich zu, denn es gibt zum Thema Rosemeyer kein „schwarz oder weiß“, nunmehr aber eine demokratische Entscheidung.
    Robert, diese nicht zu akzeptieren, schadet den Ruf unserer Stadt bzw. dem Rat.
    Sei also Demokrat und ein fairer „Verlierer“! Um es mit Deinen Worten zu sagen: “ Ein Ratsbeschluss ist nicht weniger wirksam, nur weil er Dir nicht gefällt“!

    • D.Ravic said

      Verlierer gibt es nur eine Gruppe: Die Opfer der NS Herrschaft, die durch solche Denkmäler und Ehrungen weiterhin verhöhnt werden. Im Land der Täter.

  12. Günther Möller said

    Ich war bei der Abstimmung als Zuhörer anwesend. Eine Person bemerkte, wir sind hier doch nicht in einem Kindergarten“. Mir kam es genau so vor. Zusätzlich war es noch ein Kasperle-Theater, bestehend aus 2 Hauptdarstellern mit dem Namen Koop. Es war eine Zumutung, was die beiden geboten haben, angefangen von der Kritik an der Geschäftsordnung bis hin zu teilweise Diffamierungen gegenüber Andersdenkender. Auftritte mit Händen in den Taschen, der ältere sehr behäbig zum Mikrofon schlürfend (vielleicht seinem Alter geschuldet).
    Dann Abarbeitung der TOP bis zum wichtigsten Punkt der Tagesordnung. Bis dahin das gleiche Szenario.
    Dann der absolute Tiefpunkt des Abends. Man einigte sich nach der sachlichen Vorstellung der beteiligten Personen für die besagte Straße auf eine geheime Abstimmung.
    Diese ist dann wie bekannt ausgefallen, also mit einer, wenn auch knappen Mehrheit für die Beibehaltung des Namens. Dann das absolute Versagen der sogenannten Demokraten!
    Dann Auftritt der Gegner und der Bekanntgabe der Neinsagung. Geheim und doch nicht geheim, welch ein Schwachsinn.
    Am nächsten Morgen geht es weiter, „Das ist noch nicht der Schlusspunkt der Debatte“.
    Leute, es hat eine demokratische Abstimmung gegeben und das Ergebnis steht!
    Wo bleibt da die Fairness? Diese ist offenbar bei den Gegnern nicht vorhanden. Zwischenzeitlich meldet sich noch eine Person mit dem Namen Koop mit teils unsachlichen Beiträgen. Ich bin bedient, wenn ich den Namen Koop höre.
    Gut, dass es noch viele solide , besonne Politikergibt, allen voran der Sieger aus der Bürgermeisterwahl Krone.
    Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich nach diesem Ergebnis
    und fast nach 4 Stunden wieder zu Hause in Spelle war.
    Jetzt bin ich noch froher, dass wir in Spelle eine Straße mit dem Namen Rosemeyer haben, diese ist dadurch noch aufgewertet worden.
    Ich glaube nicht, dass es in Spelle so eine langjährige Schlammschlacht gegeben hätte. Unglaublich, dass dieses in Lingen geschehen ist.

  13. heinrich Liesen said

    wie sagte ein Lingener Einwohner:
    KKP – Koopskrawallpartei.
    Nicht wirklich erstrebenswert, wie sich die Partei „die Bürgernahen“ selbst in der Öffentlichkeit demontiert.
    das kostet Stimmen. Weiter so….

    • Günther Möller said

      Guten Morgen.
      Das kann man unkommentiert so stehen lassen.
      Ich wünsche Allen trotzdem ein schönes Wochenende.
      Es gibt Wichtigeres im Leben, als sich zu streiten!

  14. Hans Brinck said

    Bravo, Herr Günter Möller, und herzliche Gratulation!

    Sie haben mir mit Ihrem Bericht von der Sitzung des Lingener Stadtrats vom 6. Juli 2922 eine grosse Freude bereitet. So konnte ich den von Ihnen beschriebenen Verlauf der Abstimmung über die Strassenumbenennung mitverfolgen. Sie gibt mir damit Einblicke in die Arbeit dieses Gremiums, die mich sehr enttäuschen. Ich bin mit Ihnen der Meinung, dass es hier „das absolute Versagen der sogenannten Demokraten“ war.

    Die Entscheidung für die Beibehaltung der Bernd-Rosemeyer- Strasse ist nun auf demokratische Weise gefallen. Das Thema sollte damit erledigt sein. Aber die Verlierer der Abstimmung geben keine Ruhe und wollen mit Diffamierungen der Befürworter (Kaffeesatz), Demonstrationen der Verlierer und Androhungen von Sachbeschädigungen diese Entscheidung nicht akzeptieren. Wenn sie echte Demokraten sein wollen, dann sollen sie jetzt den Volkswillen anerkennen und einsehen: *Es ist, wie es ist und es bleibt auch so!“

    Damit wird das Andenken und die Erinnerung am den tadellosen Menschen und an seine Rennerfolge weiterhin bestehen bleiben, das ganz in Ihrem und meinem Sinne ist und auch im Sinne der meisten Lingener sein wird.

  15. heinrich Liesen said

    D. Ravic, das sieht Herr Dr. Klein, Berlin -als Bundesbeauftragter im Kampf gegen den Antisemitismus- aber ganz anders, positiv.
    Ich möchte auch Herrn Prof. Dr. Kocks von der Lingener Hochschule zitieren:
    “ Besser einordnen, nicht tilgen. und so wird es kommen-weiteres:
    Bückeburg Niedersachsen Reichserntedankfeste – ein Erinnerungsort mit hoher finanzieller Unterstützung von Bund, Land, EU usw.-
    politisch war es übrigens in Bückeburg genau umgekehrt: CDU nein, SPD ja, – hinfahren, ansehen eine eigene Meinung bilden, . einmal über den Lingener Tellerrand schauen.

    Demo heute, na ja, 0,09 % der Lingener Bürger waren anwesend..

    • D. Ravic said

      Ich verstehe ihren Zynismus in dieser Angelegenheit nicht.
      Die Vorgänge um die Documenta haben sie mitbekommen? Amokläufer in Halle ist ihnen ein Begriff nehme ich an. Auch werden die Übergriffe auf jüdische Mitbürger immer mehr.

      Ihre Überheblichkeit in dieser Sache lässt tief blicken. Sie hantieren mit „fiktiven“, nicht repräsentativen Zahlen und machen sich nun nun noch über Demonstranten lustig.
      Dies zeigt eine Geisteshaltung die den Ewiggestrigen zuzusprechen ist.
      Ein Erntedankfest in Bückeburg als Argument für ihren Standpunkt hervorzubringen, verdeutlicht dies.
      Lustig aber, dass ausgerechnet sie vom Tellerrand sprechen, ihrer allerdings nur bis Bückeburg zu reichen scheint.
      Schade.

    • heiner11 said

      Bückeberg

      heiner11: Heiner Keller, Zugezogener (1985)

  16. Hans Brinck said

    Nach jeder Abstimmung gibt es Gewinner und Verlierer.
    Während die Wahlsieger sich über den Erfolg freuen, ist die Enttäuschung bei den Verlierern verständlicherweise gross. Diese müssen aber dann das demokratisch erzielte Wahlergebnis anerkennen.

    In Lingen sind aber die Verlierer nicht damit einverstanden. Sie wollen nun mit allen Mitteln ersuchen, das Wahlergebnis noch zu ändern. Das erinnert mich an den ehemaligen amerikanischen Präsidenten Trump , der auch nicht einsehen wollte, dass er seine Wiederwahl verloren hatte. Er sprach von Diebstahl und wiegelte seine Anhängerschaft zu Demonstrationen auf. Wie das endete, ist ja bekannt.

    Soll dieses undemokratische Verhalten nun auch in Lingen stattfinden? Das würde ich sehr bedauern.

    Für alle jüdischen Opfer des Naziterrors aus der Stadt Lingen sollte es aber doch eine Strasse geben, die nach den Wünschen der Verlierer „Fredy- Markreich-Strasse“ benannt werden könnte. Da schlage ich vor, die „Grosse Strasse“, an der ja das Geburtshaus von Fredy Markreich liegt (Nummer 11), nach ihm umzubenennen. Meiner Meinung nach ist es sogar für ihn ehrenvoller, als unschuldiges Opfer der Nazis an dieser prominenten Stelle der Stadt erinnert zu werden.

    Mit dieser Lösung könnte auch das gespannte Verhältnis zwischen den Befürwortern und Gegnern – wie diese Diskussion zeigt – endlich beendet werden.

  17. Günther MöllerGünther Möller said

    Sehr gute Einschätzung der „Lage“.
    Der Vorschlag mit der Benennung der Großen Straße in Fredy-Markreich-Straße ist gut und sehr fair, weil er in dieser Straße seine Wurzeln hatte, genauso, wie es Bernd Rosemeyer in der mit Recht nach dem Namen Rosemeyer benannten Straße hatte.
    (Übrigens, dieser Vorschlag kam bereits in der eigens eröffneten „Einwohnerfragestunde“ von der Frau Sterrenberg, „nach eigenen Angaben eine Nichte des -SS-Offiziers Rosemeyer- (was für eine Wortwahl, von wem, natürlich von dem älteren Herrn Koop)Dieses nur Information und zum Nachdenken, ob man sich mit dieser Lösung nicht einverstanden erklären könnte und diesen nicht haltbaren Zustand beenden sollte.

    Das wäre für alle Beteiligten das Richtige!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..