Rochelle Goldberg

5. Mai 2022

Rochelle Goldberg
INTRALOCUTORS: CLICK
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstraße 10a
Eröffnung: Fr 6. Mai 19 Uhr (Eintritt frei)
Vom Sa 7. Mai bis So 3. Juli 2022
Eintritt: 3 €, erm. 1,50 €

Die Skulpturen und Installationen von Rochelle Goldberg fragen danach, wie wir die angenommenen Grenzen zwischen Lebewesen und Objekten überschreiten können. In ihrer Arbeit brechen die materiellen und konzeptionellen Unterscheidungen zwischen natürlichen Systemen und der gebauten Umwelt zusammen, synthetisieren sich und bilden sich neu. Unter Berufung auf historische, ökologische, religiöse und poetische Themen hat sie Keramik, Schalen wirbelloser Tiere, Stahl, Selleriewurzeln, Gold, Teppiche, Chiasamen, Maria Magdalena, Maria von Ägypten, Messing, Bronze, Fischskelette, Kunststoffe, polierte Metalle, menschliches Haar, Dampflokomotiven, Pelikane, abgebrannte Streichhölzer, elektrische Schalter, Krokodil- und Schlangenhäute, faseroptische Lichtstränge und Rohöl in ihre Artikulationen einbezogen. Im Raum werden Grenzen und Schwellen nur zum Überschreiten eingerichtet. Skulpturale Formen sind ontologisch unzuverlässig und stellen einige der tiefsten Bindungen der westlichen Kultur in Frage: dass der Körper immer nur einen Ort einnimmt und dass das Sehen der privilegierte Zugang zum Wissen ist. Goldbergs Arbeit fordert eine Neubewertung dieser Ablagerungen, indem sie eine Situation inszeniert, in der Duplizität und Unsicherheit die Oberhand behalten.

Rochelle Goldberg wurde 1984 in Vancouver geboren und lebt heute in New York und Berlin. Sie absolvierte ihr Studium der freien Kunst erst an der Mc Gill University in Montreal und schließlich am renommierten Bard College of Art in New York. Sie präsentierte ihre Arbeit bei Einzelausstellungen u.a. bei The Power Station in Dallas oder in der Casa Masaccio in San Giovanni Valderno in Italien und u. a. bei Gruppenausstellungen im Berkeley Museum of Art, bei Montpellier Contemporary in Montpellier oder auch im Whitney Museum in New York. Die Kunsthalle Lingen präsentiert eine erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland. Rochelle Goldberg wird vor allem neue, eigens für die Ausstellung entstehende Werke und Installationen fertigen.

Es erscheint ein Katalog.


Text und Foto (c): Kunstverein Lingen

Luft, Moritz

5. Mai 2022

Gerade sagte in einer Gremienberatung ein führender Lingener CDU-Politiker, die Sache mit dem 9-Euro-Nahverkehrsticket  sei zwar eine gute Idee, aber damit werde es sowieso nichts. „Das klappt nicht.“ Ich sehe dies anders. Es wird funktionieren, vielleicht erst nach ein paar Tagen oder Wochen, aber das 9-Euro-Projekt ist gleichermaßen geil und wichtig. Viel wichtiger als die gleich teuere Spritpreisermäßigung, die die sozusagen belohnt, die am meisten Sprit verballern.

In Sachen Neun-Euro-Ticket, weiß die taz , melden sich allerdings nicht nur in Lingen sondern andernorts die lokalen Bedenkenträger. In Sylt beispielsweise.

Wegen des geplanten Neun-Euro-Tickets befürchten deutsche Urlaubsregionen wie Sylt den Kollaps. Immerhin steht die eigene Exklusivität auf dem Spiel.

Auf Sylt hat man also Angst. Denn noch ist der Beschluss nicht endgültig in trockenen Tüchern, doch man nimmt allgemein an, dass das Neun-Euro-Ticket kommen wird. Im Rahmen des Entlastungspakets für die Bundesbürger wegen der stark gestiegenen Energiepreise, wird jede und jeder vom 1. Juni an bis zum 31. August für nur neun Euro im Monat den öffentlichen Nahverkehr benutzen können. Und dazu zählen dann auch Regionalzüge, mit denen sich Abenteuerlustige im Extremfall von Rügen bis zum Schwarzwald durchhangeln können.

Ebensolche Urlaubsregionen sind es, die nun unter dem erwarteten Run von Tagesausflüglern und Billigtouristen, die „bloß gucken wollen“, schon mal provisorisch aufstöhnen. Das gilt nicht nur für die Küstenorte in Mecklenburg-Vorpommern, wo man seit jeher auch jede noch so zahlungswillige Kundschaft als Störung, Zumutung und Überforderung begreift. Sondern insbesondere auch für sich eher exklusiv definierende Zielorte wie die Nordseeinsel Sylt.

„Wir sehen die Insel nicht optimal (aus-)gerüstet für das 9-Euro-Ticket und den damit verbundenen Ansturm“, sagt der Geschäftsführer der Sylt Marketing, Moritz Luft, der Deutschen Presse-Agentur….

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Foto: Sylt privat, Demiahl/pixabay