Heute: Schweigekreis

26. April 2022

Tschernobyl 2022

36 Jahre sind heute seit dem GAU in Tschernobyl vergangen und heute wird Krieg geführt in und um dieses AKW. Das Abkommen der IAEA (Internationale Atomenergie Agentur) ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde. Während des Angriffskriegs auf die Ukraine-Krieges wurde mehrfach die Stromleitung zerstört, die zur Kühlung der zerstörten über 20 000 Brennstäbe notwendig ist. Am und im Kraftwerk wurde immer wieder gekämpft und es gibt zahlreiche Zerstörungen. Man erkennt: Das ist kein sicherer Einschluss, und es zeigt sehr deutlich das Gefahrenpotential, dass alle Atomanlagen haben.

In unserer direkten Nachbarschaft läuft das AKW in Lingen (Ems) immer noch bis zum 31.12.2022 und die Brennelementefabrik ANF produziert Brennstäbe für Atomanlagen und arbeitet mit russischen Unternehmen im Atombereich zusammen, trotz des Embargos.  Daher findet heute ein

Schweigekreis am Alten Rathaus ab 18 Uhr bis  18.30 Uhr

statt. Es wird der Opfer dieser Katastrophe gedacht. „So lange in Lingen noch ein AKW in Betrieb ist und uns AnwohnerInnen gefährdet, wollen wir der Opfer der Atomindustrie und gegen den Weiterbetrieb der Atomanlagen in Lingen protestieren“, schreibt Gerd Otten (Elternverein Restrisiko) und ergänzt: „Jederzeit kann auch bei uns ein GAU geschehen. Wir müssen Flagge zeigen.“

Der BUND, AGiEL, Bündnis’90/Die Grünen und der Elternverein Restrisiko rufen zur Teilnahme auf.

Der heutige Schweigekreis ist ein besonderer. In eigener Sache informiert Organisator Gerd Otten (Foto lks):

„Dies wird der letzte von mir organisierte Schweigekreis sein. Ich werde in diesem Jahr 75 Jahre alt und habe meine Arbeit erledigt. In den Unterlagen des Elternvereins habe ich eine Anmeldebestätigung der Stadt Lingen für den Schweigekreis im Jahre 1989 gefunden. Also machen wir diese Aktionen bereits mindestens seit 33 Jahren.

Die Schweigekreise wird Alexander Vent weiter durchführen. Über den Elternverein  (Neuer Vorstand oder Auflösung) werden z.Z. Gespräche geführt. Falls jemand einen Vorschlag hat, sollte sie oder er mich informieren.“

 

Reihe Mittwochs im Museum:
Die Erdölraffinerie Lingen
Lingen (Ems) – Burgstraße 28b
Mittwoch, 27.4., 16:00 und 19:30 Uhr

[Anmeldung beim Heimatverein Lingen, Tel. 0591-62500 oder Email j.rickling(at)dg-email.de]

Die Direktoren Karl Ahrensmeier (2.v.r.) und Dietrich von Eynatten (3.v.r.) bei einer Lagebesprechung 1953

Nach zweijähriger Pause startet im April wieder die beliebte Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“. Es geht in diesem Monat um den Aufbau der Erdölraffinerie Anfang der 50er-Jahre in Lingen. Hierzu ist im Jahr 2020 exklusives Bildmaterial aufgetaucht.

Fundamentarbeiten am Kesselhaus der Raffinerie

Es handelt sich um mehrere Fotoalben und Dokumente aus dem Nachlass des ersten Kaufmännischen Direktors der Raffinerie, Karl Ahrensmeier, die dem Museum von seiner Tochter übergeben wurde. Die umfangreiche Fotosammlung mit Aufnahmen verschiedener Profifotografen dokumentiert den Aufbau und den Betrieb der Anlage, aber auch den Alltag der Arbeiter im Werk und das Leben ihrer Familien in den neuen Wohngebieten im Norden der Stadt. Kaum zu glauben, wie sich das Wald- und Dünengelände in Holthausen in wenigen Jahren in eine riesige Industrieanlage verwandelte und ein ganzer Stadtteil neu entstand.

Das Pumpenhaus und das Fundament für den Houdry-Turm der Raffinerie 1952

Der Heimatverein hat für die Vortragsreihe ein Hygienekonzept mit verringerter Raumauslastung und 3G als Zugangsvoraussetzung entwickelt. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Voranmeldung und Registrierung beim Heimatverein unbedingt erforderlich (j.rickling(at)dg-email oder 0591-62500).