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6. März 2022

Ach, Lemberg, Lviv, Lwiw

(Der recht unauffällige, zwischen benachbarte Gebäude eingezwängter Eingang der Armenischen Kirche. Fürst Daniel Romanowitsch (1201-1264) holte – neben deutschen, jüdischen und ostslawischen – auch armenische Kaufleute nach Lemberg, die im 14. Jahrhundert die zweitgrößte ethnische Gruppe in der Stadt bildeten. Die armenische Gemeinde wurde so bedeutsam, dass Lemberg in dieser Zeit das Zentrum eines armenischen Bistums wurde. In diese Zeit fällt auch der Bau der Armenischen Kirche (Kathedrale). Sie wurde zwischen 1356 und 1363 nach Plänen des schlesischen Baumeisters Doring im armenisch-orientalischen Stil errichtet. Als Vorbild diente die Kirche von Ani.

Der Kirchenbau war klein und bestand aus dem Presbyterium mit einem zwölfeckigen Tambour. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche durch ein Hauptschiff mit Kassettengewölbe erweitert, das im 19. Jahrhundert wiederum verlängert wurde. Der Zugang zur Kirche befindet sich in der Virmenska Straße. Teile der Inneneinrichtung und Wandmalereien stammen aus jüngerer Zeit. So zum Beispiel der Altar und die Balustrade aus dem Jahr 1928. 16 Jahre zuvor wurde die Kuppel mit Mosaiken von Jozef Mehoffer ausgeschmückt.

Wie in der Sowjetunion durchaus üblich wurde auch die Armenische Kathedrale entweiht und zweckentfremdet. Ein Lemberger Theater nutzte den Kirchenbau nach dem Zweiten Weltkrieg, als Lemberg zur UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, kurz Sowjetunion) als Lagerraum. Erst seit 2001 ist die Kirche wieder für die Gemeindeglieder und Touristen geöffnet.
von/gefunden auf polish-online.com)

Bräsigkeit

6. März 2022

Niedersachsen ist das Moorland Nr. 1, hier liegen rund 38 % der bundesweiten Moorflächen; die Hochmoore liegen zu 73 % in Niedersachsen. Intakte, naturnahe Moore sind echte Multitalente der Natur. Sie sind Hotspots der Artenvielfalt und wirken als natürliche Klimapuffer, da sie große Mengen CO2 speichern. Das Bundesumweltministerium hat knapp 50 Millionen für die Wiedervernässung von Mooren bereitgestellt. Im Januar wurde bekannt, dass Niedersachsen als das moorreichstes Bundesland leer ausgeht.

Die Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Grünen hat nun ergeben, dass MU und ML vom Bundesumweltministerium bereits 2019 auf die Fördermöglichkeit hingewiesen wurden. Weder CDU-Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast noch SPD-Umweltminister Olaf Lies haben es in den zwei Jahren innerhalb der Antragsfrist geschafft, einen Antrag mit konkreten Projektflächen und Maßnahmen zu erstellen, der den Anforderungen des Bundes entsprach. Das Land Niedersachsen verzichtete auf eine Bewerbung, die Fördergelder flossen folglich in andere Bundesländer.

Christian Meyer, ehem. Landwirtschaftsminister in Niedersachsen und naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, hat dieses Versäumnis jetzt heftig kritisiert:

„Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die Große Koalition in Niedersachsen beim Klimaschutz gegenseitig blockiert und in dieser wichtigen Frage nicht vorankommt. Die beiden zuständigen Ministerien haben es nicht geschafft, innerhalb von zwei Jahren einen förderfähigen Projektantrag vorzulegen. Wegen dieser Bräsigkeit geht Niedersachsen als Moorland Nummer eins in der ersten Förderrunde des Bundes leer aus. Andere Bundesländer beweisen, dass es besser geht: Nun fließen die Gelder nach Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern. Das ist sicher gut für den Moorschutz und das Klima, aber schlecht für Niedersachsen.

Es ist ein dickes Brett, Alternativen für eine klimafreundliche Bewirtschaftung von Moorböden aufzuzeigen und die großflächige Entwässerung schrittweise wieder rückgängig zu machen. Die landwirtschaftlichen Betriebe brauchen eine verlässliche Zukunftsperspektive, doch die Große Koalition wurschtelt ideenlos vor sich hin.

Im Zuge der Bund-Länder-Vereinbarung zum Moorschutz stellt der Bund in den nächsten Jahren 330 Millionen zur Verfügung. Die Landesregierung muss sicherstellen, dass ein Großteil dieser Gelder nach Niedersachsen geholt werden kann, um das Potential der Moorböden für den Klimaschutz zu heben. Die Reaktivierung der Moore als natürlicher CO2-Speicher erfordert Investitionen in Milliardenhöhe. Der jüngste IPCC-Bericht macht deutlich, welche verheerenden Auswirkungen die Klimakrise in Europa und weltweit bedeutet, wenn nicht schnell gegengesteuert wird.“


Foto: Moor, Herbert2512 via piaxbay