in our hands

22. Dezember 2021

Überschwemmungen, Waldbrände, schmelzende Gletscher – die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels sind in jüngerer Vergangenheit auf verheerende Weise sichtbar geworden. Und dennoch glauben viele in Bezug auf diese Katastrophen noch immer an eine bloße Laune der Natur. Um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Eindämmung des Klimawandels selbst in die Hand zu nehmen, haben die Werber Jung von Matt/Donau und das deutsche Regieduo Dorian & Daniel für die Erste Bank und Sparkasse in Österreich einen aus dem Üblichen herausragenden Werbefilm gedreht.

(Quelle:

seit 2013

22. Dezember 2021

Diese Weihnachtspost möchte ich der werten Leserschaft meines kleinen Blogs nicht vorenthalten:

“ Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

seit 2013 wird von bekannter Seite alljährlich die Eröffnung einer Heldengedenkstätte für einen bekannten Nazi und SS-Offizier aus Lingen, den einstigen Rennfahrer Bernd Rosemeyer, angekündigt. Die Initiatoren wollen diesen Ort „Museum“ nennen. Eine Immobilie wurde zu diesem Zweck angekauft, die ehemalige „Elektro-Bäckerei“ in der Burgstraße.

Es ist still geworden um dieses für die Stadt Lingen hochnotpeinliche Projekt, seitdem der Oberbürgermeister im Mai des nun zu Ende gehenden Jahres die „Stilllegung“ der Baustelle verfügte, weil der Bauherr mit Arbeiten begonnen hatte, die von der Baugenehmigung nicht gedeckt waren. Ob ein in solchen Fällen mögliches Ordnungsgeld verhängt wurde, weiß ich nicht, und der Herr Oberbürgermeister hat sich hierzu auch nicht mehr geäußert.

Auch wenn das Vorhaben seitens der Initiatoren um den Lingener Unternehmer Heinrich Liesen offiziell noch nicht endgültig aufgegeben wurde, so können wir dennoch mit einiger Genugtuung feststellen, dass es uns nun schon sieben Jahre lang immer wieder gelingt, ein Rosemeyer-Museum in Lingen zu verhindern. Damit einher ging eine erhebliche Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, die allein schon die Mühen rechtfertigt, die mit unserem Kampf verbunden war. Es ist uns immer wieder gelungen, das Thema SS-Rosemeyer in den Mittelpunkt einer antifaschistischen Gedenkpolitik zu rücken und hierfür zahlreiche – vor allem auch junge – Lingener zu gewinnen.

So ergriffen im Frühjahr dieses Jahres zwei Studentinnen unserer Hochschule die Initiative und begannen eine Kampagne für die Umbenennung der „Bernd-Rosemeyer-Straße“.  Statt eines Lingener Nazis, so forderten sie, soll der Name dieser Straße in Zukunft eines Lingener Verfolgten des Naziregimes, des jüdischen Kaufmanns Fredy Markreich gedenken. Hunderte Bürgerinnen und Bürger unterstützten diese Forderung mit ihrer Unterschrift. Höhepunkt der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unserer Stadt war die Kulturausschusssitzung vom 10. Juni 2021, in der dieses Thema heftig diskutiert wurde und die – u.a. nach fulminanten Redebeiträgen der Ratsmitglieder Robert Koop (Bürgernahe) und Dirk Meyer (FDP) –  mit dem Beschluss endete, eine „Entscheidungsfindung“ zu erleichtern durch die Erstellung eines „Kriterienkatalogs“, anhand dessen dann in 1 Jahr über den Antrag auf Umbenennung der Straße entschieden werden solle. Federführend bei der Erstellung dieses Katalogs, so wurde beschlossen, solle der Stadtarchivar Dr. Crabus sein. Wir dürfen also gespannt sein, welche Kriterien sich die Stadt Lingen zu eigen machen wird, wenn sie im Juni 2022 erneut über den Antrag, der von der FDP eingebracht wurde, beraten und entscheiden wird.

Was dieses Thema angeht, bin ich also auch mit dem endenden Jahr 2021 nicht unzufrieden. Allen, die sich in der Diskussion zu Wort gemeldet haben und zur Aufklärung der Öffentlichkeit beigetragen haben, möchte ich auf diesem Wege herzlich danken. Auch für Unterstützung und Zuspruch möchte ich heute ein  herzliches Dankeschön sagen.

Ihnen allen darf ich also schöne Weihnachtstage und alles Gute für das Neue Jahr wünschen.

Mit besten Grüßen

Christoph Frilling“