Straßennamen

25. November 2021

Die BürgerNahen (BN) möchten andere Straßennamen für das neue „Baugebiet“ „Gauerbach 5“ bzw. Brockhausen als die vorgesehenen. Es entstehen dort fünf neue Straßen.Der neue Baubereich schließt direkt an den Gauerbach an, liegt allerdings formal im Stadtteil Brockhausen.

Formal ist der Rat für die Straßennamen zuständig, weil es im kleinen Brockhausen keinen Ortsrat gibt, der sich sonst der Straßenbenennung anzunehmen hätte. Die Stadtverwaltung ist nicht zuständig, auch nicht der OB, oder der Ortsvorsteher Brockhausen und nicht die jetzigen Einwohner in Brockhausen; sie wohnen  sämtlich nicht im Baugebiet. Auch im alten Stadtbereich sind die Anwohner nicht befragt worden, wie „ihre Straße“ heißen soll, die Nachbarn neuer Baugebiete im Stadtbereich natürlich auch nicht.

Die Ausgangslage: In den letzten Jahrzehnten (!) haben alle Stadtratsfraktionen vielfach gefordert, Anwohner-Straßen nach verdienten, engagierten Frauen zu benennen, an sie zu erinnern und sie auf diese Weise dauerhaft zu ehren. Clara Begger, Elke Müller, Leni Johannsen, Bertha Gelshorn und Rosa Bunge z.B. sind solche Frauen. Im neuen Baugebiet würden die Straßennamen an starke Frauen unserer Region erinnern und sie ehren. Es wäre für künftige Anwohner eine Ehre, würden sie an einer Straße wohnen, die einen dieser Namen trägt.

Ohne die Ratsmitglieder zu informieren, hat übrigens am vergangenen Woche eine Bürgerversammlung in Brockhausen stattgefunden. Sie hat mangels Alternative einstimmig (!) diese Straßennamen beschlossen: Planstraße A: Achterwälde, Planstraße B: Vorderwälde, Planstraße C: Neubrockhausen, Planstraße D: Im Gauer, Planstraße E: Koorskamp.

Es brauchte dann noch bis Montag, bis diese Namen im Ratsinformationssystem sichtbar wurden. Daraufhin entstand der Änderungsantrag der BN. Der Kulturausschuss hat gestern auf Vorschlag aus den Reihen der CDU die Entscheidung vertagt. Denn der bisherige städtische Vorschlag ist wahrlich zu kurz gesprungen.

ps
Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus berichtete gestern zu Bertha Gelshorn, erste Abiturientin in Lingen überhaupt; bei ihr müsse man noch einmal genau hinsehen. In den 1930er Jahren sei sie nämlich Mitglied in NSdAP-Organisationen gewesen. Sollte sich dies verdichten, könnte die Straße nauch ach der Schwester M. Firminia genannt werden. Die im Krankenhaus fast 40 Jahre selbstlos tätige Franziskanerin wurde 1975 zur ersten Ehrenbürgerin der Stadt berufen.

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Foto: Hist. Rathaus, Giebel © milanpaul