Bernhard Fritze gestorben

10. November 2021

Bernhard Fritze ist am vergangenen Samstag gestorben. Der 1925 in Lingen geborene Pädagoge war einer der letzten Zeitzeugen der NS-Herrschaft. Sein Engagement gegen das Vergessen war beeindruckend. die Stadt Freren verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft. Das Forum Juden Christen veröffentlichte jetzt diesen Nachruf:

„Im gesegneten Alter von 96 Jahren ist am 6. November unser langjähriges Mitglied, unser Freund, Förderer, Unterstützer des Forums Juden-Christen (früher: Arbeitskreis Judentum-Christentum) und wohl letzter örtlicher Zeitzeuge der NS-Herrschaft von 1933 – 1945, Bernhard Fritze, an seinem späteren Lebensort Freren gestorben. Bis zum Erreichen des Altersruhestands war Bernhard Fritze dort als Lehrer und Rektor der Franziskus–Demann-Schule tätig.

Geboren wurde Bernhard Fritze 1925 in Lingen. Am 30. Januar 1933 war er noch nicht acht Jahre alt, sollte danach aber bis zum Kriegsende 1945 zusammen mit seiner Familie zum Leben unter der NS-Herrschaft verurteilt sein. Hier war er Nachbar der jüdischen Familie Heilbronn, kannte die 3 Jahre ältere Ruth Heilbronn – die spätere Ruth Foster – gut, gehörte zu ihren Spielgefährten und erlebte im Dezember 1941 auch ihren Abtransport, zusammen mit ihren Eltern mit den „Bielefelder Transporten“ in das Ghetto Riga. Schon vorher hatte er unmittelbar in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, also als 13-jähriger, den Brand und die Zerstörung der Synagoge in Lingen miterlebt. Er berichtete darüber immer wieder voller Erschütterung und voller Abscheu – zuletzt bei einer unserer Versammlungen im Frühjahr 2019.

Nach der Rückkehr Ruth Fosters anlässlich der Einladung der Stadt Lingen in ihre Geburtsstadt 1984, also vor inzwischen beinahe 40 Jahren, lud Bernhard Fritze seine Kindheits- und Jugendfreundin Ruth Foster schon bald in seine Frerener Schule ein, wo die Überlebende der Schoa als eine der ersten im Emsland den Kindern der Franziskus – Demann-Schule von der Geschichte und dem Schicksal ihrer Familie und dem Schicksal der Jüdinnen und Juden in Deutschland und ihrer Ermordung in den Todesfabriken der Nazis erzählte. Das dabei entstandene, überaus bewegende Tondokument ihres Berichts ist bis heute erhalten.

Bernhard Fritze wurde so zum Initiator, Mitbegründer und Pionier der Erinnerungsarbeit im damaligen Altkreis Lingen. Uns allen im späteren Forum Juden- Christen stand er engagiert und treu, aber auch immer sehr sachkundig zur Seite. Mit Bernhard Fritzes Tod hat das Forum Juden-Christen einen nimmermüden Erinnerer und Gefährten verloren.

Er möge ruhen in Frieden.“

Dröhnrockfest Vol. 4

10. November 2021

Dröhnrockfest Vol. 4
mit Komatsu, Wolfskull und Stagehands from Hell
Lingen (E s) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Samstag, 13. Nov. 20.30 Uhr Einlass ab 19.30 Uhr)
Eintritt: 10 € zzgl. VVK
Corona: 2 G

Die Lingener Dreiercombo von Stagehands to Hell sorgte beim Rock am Pferdemarkt im September für Stimmung. Außerdem sind in diesem Jahr die Jungs von Wolfskull, die erst vor kurzem ihre EP „Hexum“ veröffentlich haben und von allen Seiten nur super Kritiken erhalten, und das voll verdient.

„Komatsu“ aus den Niederlanden haben uns in Lingen schon des öfteren heimgesucht, das letzte Mal erst 2019 auf dem Rock am Pferdemarkt während des Altstadtfests.

Corona-Hinweis:
Die Veranstaltung findet unter den Vorraussetzungen der 2G Regelung statt. Zutritt haben nur Personen, die den Status als Geimpft oder Genesen nachweisen können. Kinder & Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre fallen nach Angaben des Veranstalters nicht darunter. Ebenso können Personen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen dürfen, mittels Attest darüber und Nachweis eines aktuellen negativen Tests an der Veranstaltung teilnehmen.