ADHS

7. Oktober 2021

Hier zeige ich das Zeitraffer-Video eines Schülers mit ADHS, der sich ein Mathe-Video und im Vergleich dazu Star Wars anschaut Ronny Kraak schreibt dazu in seinem Kraftfuttermischwerk-Blog:

„Ich will das hier Gezeigte ganz wertfrei verstanden wissen. Mir als Kind wurde immer gerne mal schnell nachgesagt, dass ich eines wäre, das unter ADHS leiden würde. In der DDR hat das aber kaum wer attestiert, weshalb ich dafür nie eine explizite Diagnose bekam. Später habe ich irgendwie damit leben gelernt und das Kiffen hat mich für ein paar Jahre auch irgendwie daraus geholt, weshalb das für mich dann irgendwann kein Thema mehr war, wobei ich auch heute noch überdurchschnittlicher „hibbeliger“ und „nervöser“ als andere um mich herum wahrgenommen werde. Sagt man mir so, wobei das dabei ja lange nicht alles ist. Ich war deshalb nie beim Arzt und weiß, dass es anderen da anders geht. Und ich kiffe halt auch nicht mehr. Wie gesagt; ich habe das nie prüfen lassen, aber fühle dieses Video, das an der University of Central in Florida entstanden ist, schon sehr.

Wir sehen: einen Schüler mit ADHS, der sich ein Mathe-Video ansieht und im Vergleich dazu denselben Schüler, wie er Star Wars sieht. Dazwischen liegen nervlich offenbar ganze Welten. Und das schreibe ich als ausgemachter Trekki.“

University of Central:

„That may not seem surprising. After all, weren’t the children absorbed by the sci-fi movie and bored by the math lesson? Not so, [ Mark Rapport, director of the Children’s Learning Clinic at the University of Central Florida] said.That’s just using the outcome to explain the cause,“ he said. „We have shown that what’s really going on is that it depends on the cognitive demands of the task. With the action movie, there’s no thinking involved – you’re just viewing it, using your senses. You don’t have to hold anything in your brain and analyze it. With the math video, they are using their working memory, and in that condition movement helps them to be more focused.“

The takeaway: Parents and teachers of children with ADHD should avoid labeling them as unmotivated slackers when they’re working on tasks that require working memory and cognitive processing, researchers said.“

Bodenwende

7. Oktober 2021

Die Bundestagswahl ist vorbei, die Sondierungen zu möglichen Koalitionen laufen auf Hochtouren. Man kann beim Blick auf die drängenden ökologischen und sozialen Fragen nur hoffen, dass die Forderungen des Bündnisses Bodenwende bei den anstehenden Vereinbarungen zwischen den Parteien berücksichtigt werden.

Das Bündnis Bodenwende war Ende 2020 von Kammern, Verbänden und Stiftungen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen gegründet worden. Mit dabei sind unter anderem die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung DASL, BDB, BDA, der Bund für Umwelt und Naturschutz, die Stiftung Trias und Architects for Future. Initiiert wurde das Bündnis von der DASL. Das Bündnis hat auf Grundlage seines Papiers „Bodenwende jetzt!“ die Wahl begleitet und will auch darüber hinaus für eine Wende in der Bodenpolitik werben.

Zentral für die Forderungen des Bündnisses ist die Feststellung, dass Bodenpolitik nicht ein Thema unter vielen ist, sondern eine „integrative Querschnittsaufgabe“, die zahlreiche Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte berührt. Umso bedenklicher also, dass gerade dieses Thema in den vergangenen Jahren entweder vernachlässigt oder sogar wichtige Potenziale – beispielsweise durch die Veräußerung von Bundesvermögen – aktiv verspielt wurden.

Dem will das Bündnis eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik auf Grundlage der „Neuen Leipziger Charta“ entgegenstellen, die ebenfalls Ende 2020 im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft von allen Ländern der Union unterzeichnet wurde. Darin werden als drei maßgebliche inhaltliche Dimensionen die grüne, die gerechte und die produktive Stadt genannt.

Was in der Charta noch recht allgemein formuliert ist, wurde durch das Bündnis dankenswerterweise entsprechend ihrer eigenen Interpretation in konkrete Forderungen übersetzt. Um die Verhinderung von Spekulation geht es dabei ebenso wie um die gerechtere Verteilung von Nutzen und Lasten aus der Besteuerung des Bodens, um den kommunalen Zugriff auf für die Daseinsvorsorge unverzichtbare Bodenreserven oder um die Entwicklung neuer Werkzeuge zur Steuerung des Flächenverbrauchs – nicht zuletzt aus ökologischer Perspektive.

Auf dieser Grundlage wurden die Parteien vor der Wahl um Statements zu spezifischen Fragen gebeten. Diese antworteten im erwartbaren Rahmen. CDU/CSU und FDP setzen eher auf die Lenkung des freien Marktes durch Anreize, während SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke deutlich weitergehende Ideen bezüglich einer regulierenden Bodenpolitik haben.

Was auffällt: Die Forderungen des breiten, nicht gerade der Radikalität verdächtigen Bündnisses gehen über die Ideen des deutschen Parteien-Mainstreams teilweise deutlich hinaus. Entscheidend wird darum sein, wie sich die Ansätze der Fachwelt in den politischen Alltag einbringen lassen.

Zum Thema:
Das Bündnis Bodenwende unterhält keine eigene Webseite. Die Papiere des Bündnisses findet man als PDFs zum Download auf der Webseite der DASL.

Downloads:
Bündnis Bodenwende: Wer wir sind
Bündnis Bodenwende: Forderungen
Auswertung zur Wahl


(Quelle: Baunetz/sb)