Am Sonntag, 12. September, sind Kommunalwahlen in Lingen. Unsere BürgerNahen (BN) treten an, natürlich mit mir, Robert Koop.

Unser BN-Programm und unabhängige Kandidatinnen und Kandidaten findet man hier.

Hier geht es zu den Briefwahl-Informationen.

Am 12. September ✘✘✘ für „Die BürgerNahen“ – unsere unabhängige Wählergemeinschaft für Lingen.

ONYX PIANO DUO

31. August 2021

55. Hauskonzert in der Emsphilharmonie
ONYX PIANO DUO
Samstag, 4. September 2021 – 19 Uhr und 20.30 Uhr
bei Familie Löning, Lingen (Ems), Falkenstraße 17

Eintritt frei,
Spende in die aufgestellte Künstlersozialkanne erbeten

Marie-Thérèse Zahnlecker und Jonas Gleim sind das ONYX PIANO DUO. Es erwartet uns ein Abend mit Musik für Klavier vierhändig. Auf dem Programm stehen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Claude Debussy und Samuel Barber. Es finden wieder zwei einstündige Konzerte statt und zwar um 19 Uhr und um 20:30 Uhr. Eine Anmeldung ist dringend erforderlich.

Zum Duo:
„Erstaunlich ist ihre musikalische Übereinstimmung, das sind die perfekte Agogik, eine bruchlose Darstellung, eine vielsagende Klangrede. Bei Marie-Thérèse Zahnlecker und Jonas Gleim scheint die Musik aus einer kreativen Quelle zu kommen. Konflikte gibt es bei ihnen nur in der komponierten Musik, nicht in ihrer Interpretation.“ (Mainpost)
Das Onyx Piano Duo studierte in der Kammermusikklasse bei Prof. Denise Benda an der Hochschule für Musik Würzburg und gewann 2017 den Fischer-Flach-Wettbewerb für Kammermusik.

Über Marie-Thérèse Zahnlecker
Ein natürliches und unprätentiöses Spiel, in dessen Zentrum immer der musikalische Ausdruck steht, zeichnet Marie-Thérèse Zahnlecker aus.
Als Gewinnerin des Wolfgang Fischer und Maria Fischer-Flach Wettbewerbs, sowie Preisträgerin der Deutschen Stiftung Musikleben, der Bundesapothekerkammer, des Klassikpreises der Stadt Münster und des WDR konzertierte sie unter anderem in Hamburg, Karlsruhe und München. International gefragt gastierte sie unter anderem in St. Petersburg und Meran. Aufgewachsen im Süden Deutschlands gewann die junge Pianistin schon früh mehrere Bundespreise bei „Jugend musiziert“ sowohl solistisch wie auch als gefragte Kammermusikpartnerin. 2018 erhielt sie mit Christina Bernard, Saxofon, im Internationalen Wettbewerb für Verfemte Musik, Schwerin den 2.Preis.
Marie-Thérèse Zahnlecker spielte solistisch mit zahlreichen Orchestern wie der Badischen Philharmonie und dem Südwestdeutschen Kammerorchester, und brachte Klavierkonzerte von Mozart, Beethoven, Mendelssohn und Tschaikowsky zur Aufführung. Ihr Repertoire reicht von Bach bis in die zeitgenössische Moderne, im Mittelpunkt aber steht für sie die Beschäftigung mit Beethoven und Schumann.
Abseits der gängigen Repertoirepfade arbeitet sie regelmäßig mit dem Komponisten Henrik Ajax zusammen und spielte im Jahr 2015 die Uraufführung seines Stücks „Trialog“ für Klavier solo in München; ein Film zu diesem Stück wurde mit dem preisgekrönten Nachwuchsregisseur Anatol Schuster im selben Jahr gedreht.
Sie legte ihr Meisterklassendiplom bei Professor Bernd Glemser in Würzburg ab und erhielt wichtige musikalische Anregungen von weiteren bedeutenden Musikern wie Dmitri Bashkirov, Janina Fialkowska, Ragna Schirmer, Reto Bieri, Denise Benda, Markus Schirmer und Grigory Gruzman.

Über Jonas Gleim
„Jonas Gleim bringt alle Fähigkeiten mit, die ein Pianist braucht: brillante Technik mit einem perlenden Anschlag, der ihn auch in den schnellsten Passagen jeden Ton deutlich artikulieren lässt, und Sinn für die richtige Phrasierung.“ So beschreibt die RHEINPFALZ das Spiel des jungen Pianisten und lobt weiterhin „die Klarheit und Strukturiertheit seines Spiels, das für Stringenz und Straffheit steht, dabei stets elastisch bleibt.“
Jonas Gleim studierte an der HfM Würzburg bei Prof. Bernd Glemser, sowie in den Kammermusikklassen von Prof. Denise Benda und Prof. Reto Bieri.
Neben dem Klavier galt seine musikalische Leidenschaft schon früh auch dem Cellospiel, zuletzt als Schüler von Prof. Bernhard Schmidt, dem Cellisten des Mandelring-Quartetts.
Inzwischen kann er auf über 40 Wettbewerbspreise als Pianist und Cellist zurückblicken, darunter mehrere erste Preise des Wettbewerbs „Jugend Musiziert“ auf Bundesebene und ein Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben für Klavierbegleitung.
Besonders liegt Jonas Gleim die Kammermusik am Herzen: So gründete er mit Anna Wiedemann (Violine) und Jaromir Kostka (Cello) das Trio Condimento, welches unter anderem von „Yehudi Menuhin Live Music Now“ gefördert wird. Außerdem bildet er zusammen mit der Pianistin Marie-Thérèse Zahnlecker das Onyx Piano Duo. 2017 gewannen sie den Hauptpreis des Fischer-Flach Kammermusikwettbewerbs und konzertierten unter anderem beim Kissinger Winterzauber und beim Eröffnungskonzert des Karel-Kunc-Wettbewerbs. Solistisch trat er mit der Jungen Südwestdeutschen Philharmonie, der Kammerphilharmonie Mannheim und dem Kammerorchester Bad Dürkheim auf.
Jonas Gleim ist Bruno-Hermann-Preisträger der Pfälzischen Musikgesellschaft und wird von der Stiftung Concerto, von Yehudi Menuhin Live Music Now e.V., sowie durch ein Deutschlandstipendium gefördert. Wichtige musikalische Anregungen erhielt er u.a. von Prof. Grigory Gruzman, Prof. Josef Scherrer, Prof. Manfred Aust sowie kammermusikalisch von Prof. Wolfgang Redik, Eberhard Feltz, dem Cuarteto Casals sowie dem Mandelring-Quartett.

Baumbewässerungssäcke

30. August 2021

Im Bereich der Lingener Bahnunterführung für FußgängerInnen und Radfahrnde zwischen Kaiserstraße und Theo Lingen-Platz, in der Feldstraße und an anderen Plätzen unserer Stadt gibt es sie seit diesem Jahr und das ist gut so und es gibt sie einheitlich in emsländisch-olivgrün.

Diese Baumbewässerungssäcke haben übrigens eine wichtige Funktion. Sie sorgen dafür, dass die Stadtbäume immer genügend Wasser haben. Das Besondere daran: die Tree Bags können nicht nur bunte Street Art in jeden Stadtteil bringen, sondern auch von jedem und jeder mit Wasser gefüllt werden. In Essen (Ruhr) ist das alles noch viel feiner. dort haben der Energieanbieter  E WIE EINFACH gemeinsam mit den Gießkannenheld:innen das Projekt umgesetzt und zwar ganz ud gar nicht olivgrün.

In Essen sind auf diese Weise Art for Trees Urban Art und das Thema Baumbewässerung auf schöne Weise zusammen gebracht wurden. Verteilt über die ganze Stadt, gibt es in Essen seit kurzem 150 Baumbewässerungssäcke, die von Street Art Künstlern gestaltet wurden und die Stadtbäume im Sommer mit genügend Wasser versorgen.

Dabei können die Bewässerungssäcke jederzeit und von jedem ganz einfach mit Wasser gefüllt werden. So soll dafür gesorgt werden, dass die Bäume immer genügend Wasser haben, auch an den heißen Tagen des Jahres (die es in Zukunft natürlich wieder geben wird) und selbst dann, wenn der 100 Liter „Tank“ des Bewässerungssackes irgendwann leer ist. Denn dann kann man sich ganz einfach eine Gießkanne schnappen und das Wasser wieder auffüllen – ganz egal, ob der Baum vor der eigenen Haustür steht oder vor der Lieblingsbar. Die passenden Gießkannen wurden zum Projektstart vor ein paar Tagen direkt mit verteilt.

Wer jetzt denkt, dass die Bäume in den Städten diesen Sommer ja eigentlich genügend Wasser bekommen müssten – schließlich regnet es gefühlt fast jeden Tag –, der liegt leider nicht ganz richtig. Das meiste Regenwasser kommt bei den Bäumen nicht an. Anstelle in die Erde zu sickern, fließt das Wasser über die versiegelten Flächen aus Beton und Asphalt ab und landet direkt in der Kanalisation. Die Bäume gehen zum größten Teil leer aus und drohen, trotz Regens, zu vertrocknen. Durch die Baumbewässerungssäcke sickert das Wasser Tropfen für Topfen langsam in die Erde und kommt so bei den Wurzeln der Bäume auch wirklich an.

Die Idee, in Städten Baumbewässerung einzusetzen, gibt es schon länger und kommt inzwischen in vielen Städten und Kommunen zum Einsatz. Dabei waren die Wassersäcke in ihrem schnöden „Gartenplanen-Grün“ bisher aber eher immer ziemlich langweilig und eintönig. Genau hier setzt #artfortrees an und bringt nicht nur Kunst auf die Straße, sondern macht durch bunte und inhaltlich pointierte Street Art das wichtige Thema Baumbewässerung und Klimaschutz sichtbar.

Die vier Street Artists Bona_Berlin, Dave the Chimp, Straßenmaid und TAPE OVER haben acht verschiedene Artworks entworfen, die allesamt exklusiv für das Projekt entwickelt wurden und seit diesem August auf den Straßen von Essen zu sehen sind. Produziert und handgenäht wurden die Baumsäcke in Deutschland, nicht weit weg von Essen. Den künstlerischen Part des Projekts hat die Urbanshit Gallery übernommen.

Wer den QR-Code auf den Bewässerungssäcken scannt, erfährt mehr über das Projekt und darüber, wie man selbst ganz einfach Gießkannenheld:in werden kann. Das gemeinnützige Projekt Gießkannenheld:innen kümmert sich bereits länger in Essen um das Wohl der Stadtbäume. Mehrere hundert Essener haben sich seit dem Start dem Projekt bereits angeschlossen und sind zu Gießkannenheld:innen geworden. Und schöner Weise werden es täglich mehr. Ein Modell, dass durchaus auch in anderen Städten Fuß fassen könnte und sicherlich schnell Nachahmer anderswo im Land finden wird.

Dabei wäre es natürlich schön, wenn die Baumbewässerungssäcke auch in anderen Städten als bunte Street Art Kunstwerke auf die Straße kommen und nicht im langweiligen Gartenplanen-Grün, wie es klassische Tree Bags sonst immer sind.


#Artfortrees-
Bilder: Ganz Oben: RobertsBlog; Oben: Artwork von Dave the Chimp; Mitte : Artwork von TAPE OVER und Dave the Chimp; Unten: Artworks von TAPE OVER und Straßenmaid; Ganz unten: Artworls von Bona_Berlin

Bilder und Text von Urbanshit.de

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur im westfälischen Münster lädt am nächsten Samstag, 4. September, zur Langen Nacht der Museen ein. Zu diesem Anlass hat das Museum von 10 bis 24 Uhr geöffnet, ab 16 Uhr ist der Eintritt frei. Zur aktuellen Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“ erwartet die Besucher den ganzen Abend lang ein Programm aus verschiedenen Führungen und Veranstaltungen.

Als Teil des „Schauraums“, dem Fest der Museen und Galerien, können die Besucher bei Rundgängen und Aktionen die Kunst des Hauses sowie die Sonderausstellungen entdecken. Den gesamten Abend lang führen Themen-Touren durch die Sammlung. Alle 30 Minuten bietet das Haus einstündige Touren durch die Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“ an.

Auch die Familienausstellung „August und das Zirkuspferd“ kann bei Erlebnisrundgängen von 18 bis 23.30 Uhr entdeckt werden. Alle 30 Minuten gibt es Epochen-Führungen durch die Sammlung des Museums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Zweimal findet im Laufe des Abends – um 20 und um 22 Uhr – eine halbstündige Impulstour zu Joseph Beuys „Multiples“ statt.

Fester Programmpunkt der Langen Nacht ist der Bücherflohmarkt, der von 16 bis 22 Uhr in der LWL-Schleuse an der Rothenburg aufgebaut wird. Darüber hinaus sind die Ateliers den ganzen Abend geöffnet und können selbstständig entdeckt werden.

Die Teilnahme an den Rundgängen kostet zwei Euro pro Person und muss vorab im Ticketshop des Museums gebucht werden. Informationen erfolgen unter Telefon 0251 5907201 oder an E-Mail besucherbuero(at)lwl.org sowie auf der Homepage des Museums.

Programm:

16 bis 22 Uhr: Bücherflohmarkt
18 bis 23 Uhr: Tour „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“
18 bis 23.30 Uhr: Erlebnisrundgang durch „August und das Zirkuspferd“
18 bis 23.30 Uhr: Offene Ateliers
18.15 bis 23.15 Uhr: Epochentour durch die Sammlung
20 Uhr und 22 Uhr: Tour zu Joseph Beuys „Multiples“

Die vergessenen Namen ostdeutscher Sportvereine – gerade bei reddit gefunden mit dem Kommentar zum  letzten Namen auf der Liste: „Eisenbahnersportverein Lokomotive Reichsbahnausbesserungswerk Cottbus, der Endgegner jedes ausländischen Fußballkommentators„.  Mein Favoriten sind „SV Traktor Diepensee Rotberg Waltersdorf Kiekebusch“ –gegründet 1970 und angetreten in der 2. Kreisklasse– und „Sturmvogel Bad Doberan“, gegründet 1946 (mehr…). Alle Vereine waren übrigens Betriebssportgemeinschaften – auch „Einheit Sirokko Neubrandenburg„.

LdN Spezial

27. August 2021

Anhörbefehl…

„Puppen und Schuhe“

27. August 2021

„Puppen und Schuhe“
Claus Richter aus Köln und Werner Uhling-Wessel aus Lingen (Ems).
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV
Sonntag, 29. August 2021
Ab 14 Uhr: Werner Uhling-Wessel tritt auf als Toni, der Schuhputzer
15 und 17 Uhr: Aufführung des Theaterstücks „Hund“ von Claus Richter
Eintritt: frei

 „Hund“, ein Theaterstück des Kölner Künstlers Claus Richter, parallel tritt der Lingener Künstler Werner Uhling-Wessel als „Schuhputzer Toni“ aus den 1920er Jahren in Erscheinung.

Am kommenden Sonntag  bietet die Kunsthalle Lingen unter dem Titel „Puppen und Schuhe“  auf ihrem Vorplatz einen Tag mit zwei Veranstaltungen, konzipiert und durchgeführt von den Künstlern Claus Richter aus Köln und Werner Uhling-Wessel aus Lingen.

Jeweils um 15 und um 17 Uhr führt Claus Richter das ca. 15-minütige Stück mit dem Titel „Hund“ vor dem Wasserturm an der Kunsthalle auf.  Gesellschaftliche Hierarchien und das mühsame Streben nach Selbstverwirklichung sind in Claus Richters Installationen, Puppenspielen und Bühneninszenierungen genauso Themen wie soziale Isolation und die Flucht in befreiende Fantasiewelten. In dem Stück kommen Puppenspiel, Musik und Szenische Inszenierung zusammen und reflektieren die Schwierigkeiten „etwas zu bewirken.“ Wie beflissen hat man sich in der plötzlich scheinbar „freien“ Zeit der Pandemie vorgenommen, alles besser zu machen, sich neu aufzustellen, eine neue Sprache zu lernen, endlich aufzuräumen, mehr Ruhe zu finden. Die Zeit zu nutzen. Viele dieser guten Vorsätze und Pläne sind wahrscheinlich versandet und haben einem schlechten Gewissen Platz gemacht. In einem szenischen Set wird Richter als Erzähler und Puppenspieler einen so kritischen wie liebevollen Blick auf unser aller Unsicherheiten und Minderwertigkeitsgefühle werfen, um ihnen die bedrängende Kraft zu nehmen, ohne sie als Schwächen zu stigmatisieren.

Bereits um 14 Uhr startet der Künstler Werner Uhling-Wessel als Schuhputzer Toni und nimmt seine kleinen und großen Gäste während er ihm oder ihr die Schuhe putzt mit auf eine Reise in die 1920er Jahre. Toni unterhält auf glänzende Art und Weise und bietet eine unvergessliche und unterhaltsame Zeit, in der Corona keine Rolle spielte und die heute auch „Das Goldene Zeitalter“ genannt wird. Es entsteht eine erbauliche Kombination aus Glanz und Spaß, wenn Schuhputzer Toni auftritt.

(Quelle: PM)

Heute könnte das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster den Bebauungsplan für ungültig erklären, der für das Kohlekraftwerk Datteln IV aufgestellt wurde. Dessen Betriebsgenehmigung wäre dann wohl nicht mehr zu halten. Das juristische Tauziehen geht damit in eine neue Runde: Zur Erinnerung: Bei Vollauslastung stößt der Kohleofen jährlich bis zu 8 Millionen Tonnen  Kohlendioxid aus – das sind fast vier Prozent der gesamten Treibhausemissionen von ganz NRW.

Die Klage gegen den „vorhabenbezogenen“ Bebaungsplan Nr. 105 A wird von der Umweltschutzorganisation BUND, der Nachbarstadt Waltrop und vier Privatpersonen geführt und richtet sich gegen den neuen Bebauungsplan Nr. 105a der Stadt Datteln. Dieser Bebauungsplan soll das Steinkohlekraftwerk Datteln IV planerisch absichern, das auf der Grundlage eines Bebauungsplans und vollziehbarer immissionsschutzrechtlicher Genehmigungen bereits errichtet und inzwischen in Betrieb ist, mit dem der Dattelner Stadtrat 2014 versuchte, das Kraftwerk nachträglich abzusichern. Einen ersten Bebauungsplan hatte das OVG schon 2009 für unwirksam erklärt, als noch der Lingener Jurist Bernd Schulte Vorsitzender des 10. OVG-Senats und damit -so Verwaltungsrechtler- der „Papst“ des Baurechts in Nordrhein-Westfalen war: Der seit 2007 gebaute 1.100 Megawatt starke Kohleblock befindet sich schlicht am falschen Platz, befand das Gericht damals. Der damalige Landesentwicklungsplan sah einen fünf Kilometer entfernten Standort vor. Außerdem habe die Stadt Datteln das „Gefährdungspotenzial des Kraftwerks und den Schutz der Bevölkerung“ nicht ausreichend beachtet, erklärten die Richter.

Klar ist: Die milliardenschwere Investition des 2016 vom Energiekonzern Eon abgespaltenen Stromerzeugers Uniper steht zu nah an Wohnhäusern. Nur 480 Meter entfernt liegt die Dattelner Meistersiedlung. „Wir hoffen sehr, dass das OVG auch den neuen, 2014 beschlossenen Bebauungsplan für unwirksam erklärt“, sagte daher Rainer Köster, Sprecher der Interessengemeinschaft Meistersiedlung am Dienstag bei einer Pressekonferenz. „Dann wäre auch die Betriebsgenehmigung zumindest mittelfristig nicht mehr haltbar.“
Die Um­welt­schüt­ze­r/in­nen des BUND kritisiert außerdem, dass die Feinstaubbelastung in unmittelbarer Kraftwerksnähe fehlerhaft ermittelt worden sei; dabei liegt die Vestische Kinder- und Jugendklinik weniger als einen Kilometer entfernt. Außerdem bedrohe der Kohleblock ein nahegelegenes Naturschutzgebiet durch massiven Stickstoffausstoß mit Versäuerung.

Auch der Abbau der in Datteln verfeuerten Steinkohle aus Kolumbien und Russland stehe für massive Umweltverschmutzung, erklärte Alexandra Koroleva, Sprecherin der russischen Umweltorganisation Ecodefense – im sibirischen Kuzbass haben Steinkohle-Tagebaue ganze Regionen in Mondlandschaften verwandelt. „Im Winter fällt schwarzer Schnee“, erklärte die aus Angst vor politischer Verfolgung nach Deutschland geflohene Umweltaktivistin. „Die Lebenserwartung liegt bis zu vier Jahre unter dem russischen Durchschnitt.“

Dass Datteln IV 2020 als wohl letztes deutsches Kohlekraftwerk überhaupt noch ans Netz gehen konnte, verdanken Eon und Uniper „einer ganz großen Koalition aus CDU, FDP und SPD“, schreibt die taz. Mit deren Stimmen beschloss der Regionalverband Ruhr 2013 ein „Zielabweichungsverfahren“ – und im selben Jahr ermöglichte die damalige rot-grüne Landesregierung auf Druck der seinrzeit noch bergbautreuen Sozialdemokraten eine neue Regionalplanung, mit der der „Schwarzbau“ Datteln IV nachträglich legalisiert werden sollte und die den heute gültigen neuen Bebauungsplan von 2014 überhaupt erst ermöglichte.

2020 sorgte übrigens Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) massiv dafür, dass Datteln IV trotz Kohlekompromiss und -ausstiegszenario ans Netz durfte. Der Neubau  ersetze die drei alten Kraftwerk-Blöcke 1 bis 3, argumentierte der DU-Kanzlerkandidat – dabei wurden die schon 2014 stillgelegt.


(Quellen taz, IG Meistersiedlung, OVG-NRW

Durchbruch nebenan?

26. August 2021

Auch fünf Monate nach der Wahl stockt die Regierungsbildung in den Niederlanden. Trotzdem verdichten sich die Anzeichen, dass die Entscheidung in nicht allzu ferner Zukunft liegt. Experten erwarten einen Durchbruch im Nachbarland.

Ab heute sind wieder alle Augen und Ohren auf Mariette Hamer gerichtet. Hamer wurde im Mai diesen Jahres zum Informateur benannt, berichtet also über die Koalitionsverhandlungen des Kabinetts.

Ursprünglich sollte bereits die letzte Woche die „Woche der Wahrheit“ werden. Aber eine Reihe von Gesprächen mit wichtigen Akteuren sowie ein Zusammenschluss zweier linker Fraktionen haben nicht zum Durchbruch bei der Bildung eines neuen Kabinetts geführt. Auch deswegen rückt Hamer diese Woche erneut in den Fokus.

Vor zwei Wochen teilte Hamer der zweiten Kammer mit, dass nach ihrer Einschätzung „in absehbarer Zeit“ Klarheit über den weiteren Verlauf der Verhandlungen geschaffen werden sollte. Dies Geschah insbesondere auf das Drängen von PVV-Vorsitzenden Geert Wilders. Die Mehrheit der Kammer hatte erklärt, mit der Erörterung der Ergebnisse warten zu wollen, bis Hamer ihren Abschlussbericht vorgelegt hat.

Mehrere wichtige Akteure drängten letzte Woche auf eine Beschleunigung der Gespräche, da die Wahlen vor bereits fünf Monaten stattfanden und der eigentliche Verhandlungs- und Gestaltungsprozess noch nicht begonnen hat. Sowohl der CDAVorsitzende Wopke Hoekstra als auch der Vorsitzende der ChristenUnie Gert-Jan Segers sind der Meinung, dass es an der Zeit ist, „Entscheidungen zu treffen“. Auch VVD-Chef Mark Rutte sagte am Mittwoch, dass „in den kommenden Tagen“ entschieden werden müsse, mit welchen Parteien weiter verhandelt werden könne. Einen Tag später teilte er jedoch mit, dass „ein wenig mehr Zeit“ benötigt werde.

Derzeit sieht es so aus, als würden in der kommenden Woche weitere Gespräche zwischen VVD, D66, CDA und dem seit Freitag gemeinsam bestehenden Verhandlungsteam von PvdA und GroenLinks stattfinden.

Die Frage ist jedoch, ob die Fusion von PvdA und GroenLinks die Verhandlungen wirklich beschleunigen kann. VVD und CDA betrachten das Regieren mit zwei linken Parteien, obwohl dies für eine parlamentarische Mehrheit nicht notwendig ist, weiterhin mit Misstrauen. Obwohl in den letzten Tagen angedeutet wurde, dass es der Wunsch von VVD und CDAwäre, als eine Fraktion aufzutreten, zeigte sich innerhalb der beiden Parteien wenig Begeisterung für diese Ankündigung. Besonders die Meinung der CDA, die als kleinste Fraktion an den Verhandlungen teilnehmen wird, wird in der kommenden Woche von Interesse sein.

Aber auch für PvdA und GroenLinks ist es keineswegs beschlossen, dass ein gemeinsames Vorgehen die weiteren Verhandlungen erleichtern wird. Beide Parteien kritisieren die Entscheidung. Obwohl Jesse Klaver und Lilianne Ploumen beteuerten, dass es sich um ihre eigene Entscheidung handele, sieht ein Teil der Anhängerschaft immer noch eine reflexartige Reaktion der rechten Parteien. Darüber hinaus ist weiterhin unklar, wohin genau dieses Bündnis führen soll.

Beide Führungspersonen betonten schnell, dass nicht von einem Zusammenschluss gesprochen werden kann. Vorerst arbeiten nur die Parlamentsparteien zusammen. Schlussendlich seien es die Parteimitglieder, die über die Fusion entscheiden würden, forderten auch weitere prominente Anhäger der Partei. Dies hätte die Bildung zweier weiterer Parteitage, zusätzlich zum CDA-Parteitag Anfang September zur Folge.

traurig wie befürchtet

25. August 2021

Thomas Pertz ist nicht immer ein kluger Journalist. Jetzt hat er in der „Lingener Tagespost“ einen Beitrag veröffentlicht, warum in Lingen nicht sofort etwas für die Kitas und Schulen getan werden soll. Das findet er offenbar gut:

Wie in ganz Niedersachsen eröffnen in einer Woche auch in unserer Stadt die Schulen wieder, die Kitas sind bereits geöffnet. Das Besondere auch in diesem Jahr: Es gibt für die ungeimpften Jüngsten keinen Schutz. Das haben die BürgerNahen kritisiert. Ein ganz großes Stück hätten mobile Luftfilter Schutz leisten können.

Doch die Lingener Stadtverwaltung mit OB Krone an der Spitze hat trotz ganz viel Zeit und trotz vierter Corona-Welle bisher keinen Schutz der ungeimpften Kinder in den Lingener Kitas und Schulen geschaffen. OB Krone -den sollten Sie nicht vergessen, Herr Pertz!- hat ihn sogar aktiv verhindert und dagegen gestimmt – gemeinsamen mit CDU und anderen.

Doch das erwähnt Thomas Pertz in seiner Zeitung nicht. Stattdessen wirft er den BürgerNahen (und natürlich mir) plakativ „Wahlkampf“ vor, weil wir auf die Fehler und Versäumnisse  hinweisen.

Außerdem titelt er treu: „Schulen und Kitas erhalten Raumfilter“. Zum Vergleich: Würden seine  Sportredaktionskollegen schreiben: „SV Meppen steigt auf“ – aber nicht wann, würde man den Kopf schütteln. Denn die wichtigste Frage ist natürlich, wann sich denn in den Lingener Kitas und Schulen endlich etwas für den Schutz der Kinder ändert. Bedeutsam ist die Antwort für jedes einzelne ungeimpfte Kind, das in Kita und Schule geht, und damit für die betroffenen Familien. Genau das Wann steht aber in den Sternen, bis auf weiteres sind jedenfalls alle ungeimpften Kinder ungeschützt. Doch genau über das Wann schweigt Thomas Pertz in seinem Beitrag leider und lobt kommentierend den sparsamen Umgang mit Steuergeldern. Das macht es nicht besser.

Zur Erinnerung:
Im Herbst 2020 forderten die Grünen die Anschaffung solcher mobiler Luftfilter für die Klassenzimmer, unsere BürgerNahen schlossen sich an und brachten diesen  Antrag in die städtischen Gremien ein.

Ausstattung der städtischen Schulen mit Raumlüftern/ Luftreinigern (Antrag der BN-Fraktion vom 10. Dezember 2020)

Beschlussvorschlag:
Alle Klassenräume, Fachunterrichtsräume und Lehrerzimmer der in der Trägerschaft der Stadt stehenden Schulen in Lingen (Ems) werden mit Raumlüftern/ Luftreinigern (gemäß Muster KA-520 der Fa Kampmann nebst Ersatzfilter oder ähnlich) ausgestattet.

Sachverhalt / Begründung:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir beantragen, im Verwaltungsausschuss zu beschließen, alle Klassenräume, Fachunterrichtsräume und Lehrerzimmer der in der Trägerschaft der Stadt stehenden Schulen in Lingen (Ems) werden mit Raumlüftern/ Luftreinigern (gemäß Muster KA-520 der Fa Kampmann nebst Ersatzfilter oder ähnlich) ausgestattet.

Die Verwaltung wird beauftragt, dies spätestens bis zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien Anfang 2021 umzusetzen.

Die Mittel werden außerplanmäßig bereitgestellt. Beim Land Niedersachsen ist ein Zu- schussantrag zu stellen.

Der Antrag wird als Eilantrag eingebracht.

Wir haben die Initiative in einer Presseerklärung begründet, die die Lingener Tagespost heute veröffentlicht hat und auf die wir verweisen.

Mit freundlichen Grüßen
Die BürgerNahen – Stadtratsfraktion
Robert Koop, Vors.“

Nach kontroverser Aussprache im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss lehnten die  CDU- und SPD Vertreter den Antrag ab. Mit Nein stimmten Oberbürgermeister Dieter Krone, Heinz Tellmann (CDU), Edeltraut Graeßner (SPD), Werner Hartke (CDU), Stefan Heskamp (CDU), Uwe Hilling (CDU), Martin Koopmann (CDU), Andreas Kröger, (SPD) Irene Vehring (CDU). Es gab zwei Ja-Stimmen für den Antrag (Thomas Kühle (Grüne), Robert Koop (BN).

Zu den Haushaltsberatungen im Rat der Stadt am 21. April haben wiederum die BürgerNahen und die Grünen gemeinsam den Antrag eingebracht, die Gelder für mobile Luftfilter in den Haushalt einzustellen. Wiederum vergeblich. Für „Die Bürgernahen“ hatte ich bei der Etat-Aussprache sogar angekündigt, den in Teilen sehr problematischen Haushalt 2021 mitzutragen, wenn die CDU mit ihrer absoluten Ratsmehrheit für die Anschaffung von Luftfiltern für die städtischen Schulen und Kitas stimme. Die CDU und die SPD sagten aber wiederum Nein. Begründung: Die bringen nichts. Mit Nein stimmte auch OB Krone -den sollten Sie nicht vergessen, Herr Pertz!.

Zwei Monate später habe ich am 29. Juni  im Verwaltungsausschuss darauf hingewiesen, dass durch die stark zunehmende Delta-Variante besonders die nicht geimpften Personen gefährdet seien. Hierzu würden die Grundschüler bzw. die jüngeren Schüler zählen, für die noch keine Impfmöglichkeit bestehe. Erneut forderte ich, sofort Luftfilter anzuschaffen. Jetzt wies OB Krone daraufhin, dass stationäre Raumlüfter dafür besser geeignet seien und es „jetzt auch ein Förderprogramm“ des Landes dafür gebe.

Nun sprang die CDU flott auf den fahrenden Zug (die Hilfsbremser der SPD später hinterher) und beantragte in der Ratssitzung am 15. Juli -sprachlich reichlich schwurbelig:

„Die Stadtverwaltung wird beauftragt, schnellstmöglich ein Umsetzungskonzept für die Sanierung der Schulen und KiTas in der Stadt Lingen (Ems) mit stationären Raumluftanlagen zum Erhalt und zur Verbesserung der Luftqualität in den Klassen- und Gruppenräumen zu erarbeiten, die entsprechenden Fördermöglichkeiten zu eruieren und auszunutzen sowie die für die Umsetzung der Maßnahmen notwendigen Aufträge auszuschreiben.“

Der Plan ist also, in Schulen und Kitas „ein Umsetzungskonzept“ zu entwickeln, etwa 240 Räume mit stationären, fest eingebauten Raumlüftern nachzurüsten. Ein guter Plan. Aber dass dies Monate dauern wird, ist klar.  Bürgernahe und Grüne stellten deshalb den Änderungsantrag, sofort und zusätzlich mobile Luftfilter anzuschaffen; der Umbau von knapp 300 Räumen in den städtischen Schulen dauere einfach viel zu lange.  Den Änderungsantrag lehnten CDU, SPD und OB Krone in öffentlicher Ratssitzung ab. Zitat Edeltraut Graeßner (SPD): „Erst noch mobile Geräte anschaffen? Das tragen wir nicht mit.“

Jetzt zum Ende der Sommerferien haben die BürerNahen nachgefragt. Das Ergebnis ist so traurig wie befürchtet. Keine einzige Anlage ist gebaut, keine einzige in Auftrag gegeben, keine einzige Ausschreibung ist abgeschlossen. 

Und Thomas Pertz schreibt ernsthaft: „Wenn zwischen der Ratsentscheidung und dem positiven Förderungsbescheid sechs Wochen vergangen sind, zeigt dies dreierlei: erstens zügiges Verwaltungshandeln, zweitens eine gute Kooperation der Fachbereiche im Rathaus und drittens einen sparsamen Umgang mit Steuergeldern.“ Ach jeh – zügig, gut und sparsam?

Lieber Herr Pertz,
sagen Sie’s doch einfach den Lingener Eltern und Kindern, dass es in Herbst und Winter wieder im Mantel in den „Präsenzunterricht“ geht und es dann wieder keine Luftfilter gibt, weil CDU/SPD und OB Krone -den sollten Sie nicht vergessen!- seit knapp einem Jahr immer wieder Nein zum möglichen und notwendigen Schutz in Kitas und Schulen sagen.

Sie können auch ihre Leser darüber informieren, dass die Luftfilter etwa 400.000,- Euro teuer wären und verkauft werden können, wenn man sie iKitas und Schulen nicht mehr braucht. Sie kosten also nicht mehr als die Corona-Subvention für die Einkaufsgutscheine in Lingen, und Sie könnten fragen, was diese Prioritätensetzung eigentlich aussagt.

Das aber alles nicht zu schreiben, und statt dessen denen „Wahlkampf“ vorzuwerfen, die seit dem Herbst 2020 vergeblich für sofortige Lösungen streiten, ist ausgesprochen einseitig und -mit Verlaub- gegenüber den betroffenen Familien auch reichlich hochnäsig.