29,3

13. Mai 2021

Trotz des Feiertags hat der Landkreis Emsland heute seine tägliche Statistik veröffentlicht. Sie zeigt: Die lokalen Sieben-Tage-Inzidenzwerte der drei größeren Städte entwickeln sich unterschiedlich.

In Meppen steigen die Inzidenz-Zahlen* seit zwei Tagen wieder, während sie sich in den beiden anderen größeren  Städten im Emsland bisher weiter zurück entwickeln. In Papenburg beträgt die 7-Tage-Inzidenz heute 39,7 (gestern: 45,1) und  in Lingen(Ems) 29,3 (38,4). Damit liegen sie in Lingen(Ems) erstmals unter dem im Infektionsschutzgesetz bestimmten,  bedeutsamen Schwellenwert von 35. Allerdings ist dieser Wert noch nicht die erforderlichen fünf Tage stabil.

Unsere Stadt ist aber Teil des Landkreises Emsland, der Träger des Gesundheitsamtes ist. Daher spielen die lokalen Lingener Zahlen für Corona-Beschränkungen keine Rolle. Es gelten für uns die, aktuell doppelt so hohen Werte des gesamten Landkreises (heute 59,6).

Nicht erfolgreich war übrigens dazu eine Initiative der unabhängigen Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ (BN) aus Mitte März, dies künftig lokaler und gerechter zu handhaben. Die nieders. Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) hat zu Wochenbeginn nach zwei Monaten Überlegen auf mein entsprechendes BN-Schreiben ablehnend geantwortet. Man wolle nicht die Kreisreform des Jahres 1977 rückgängig machen. Dafür und manches mehr, möge ich doch „Verständnis haben“.

Nun, nicht nur mein Name ist falsch geschrieben; auch mein Verständnis über die generelle Ablehnung hält sich in Grenzen und sicher sollte man noch einmal nachdenken, weshalb wir bei Corona-Ausbrüchen 80km entfernt ebenfalls den dadurch verursachten Inzidenzwerten  unterworfen sind. Die Gleichmacherei im flächenmäßig größten Landkreis der alten Bundesrepublik überzeugt mich weiterhin nicht. Zumindest wäre es eine Untersuchung wert, welche Auswirkungen es denn hätte, würde Lingen(Ems) aus dem Emsland ausscheiden und kreisfrei werden. Alternativ könnte unsere Stadt als „große selbständige Stadt“ auch (die Option für) ein eigenes Gesundheitsamt bekommen. Das deutlich kleinere Emden kann das jedenfalls auch.

Nebenbei: Wäre Lingen kreisfrei, ersparte sich unsere Stadt immerhin knapp 30 Mio Euro Abgaben („Kreisumlage“) an den Landkreis Emsland… (und bekäme sogar das LIN-Autokennzeichen zurück 😉 ) Bis das aber so ist, bleibt unsere Stadt (nicht nur) in Gesundheitsfragen streng den Entwicklungen in Papenburg, Sögel oder Esterwegen verhaftet.

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Im Wortlaut das Schreiben von Ministerin Daniela Behrens (SPD)


* Den Inzidenzwerten liegen die offiziellen Einwohnerzahlen des Nieders. Landesamtes für Statistik per 31.12.2019 zugrunde, die für das RKI maßgeblich sind: Lingen: 54.708, Meppen 35.313 und Papenburg 37.766.


Sehr geehrte, liebe

13. Mai 2021

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan hat der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin einen Gruß an die Muslime verfasst. Ein bemerkenswertes Dokument, wie ich finde:

Zum Ende des Ramadans, 13. Mai 2021

Sehr geehrte, liebe muslimische Schwestern und Brüder,

der diesjährige Fastenmonat neigt sich seinem Ende zu. Zum zweiten Mal haben Sie in der Pandemie diesen besonderen Monat in Solidarität und Geschwisterlichkeit gelebt, wieder waren alle üblichen Formen der gemeinsamen Verbundenheit herausfordert, vom Zusammenleben in den Familien bis hin zu den gemeinschaftlichen religiösen Aktivitäten. Und doch sind auch neue Formen, Nähe auszudrücken, entstanden. Viele teilen die Erfahrungen von digitalen Gesprächs- und Gebetsformaten oder andere Zeichen der Solidarität.

Im Bestreben, gute Menschen zu sein, werden viele kreativ und haben sich auch neu in Nachbarschaften engagiert. Wir sind dankbar für Ihr Glaubenszeugnis, besonders auch im Monat Ramadan, wenn wir sehen, wie selbstverständlich gebetet wird und Sie sich um andere Menschen kümmern und gemeinsam Anstrengungen unternehmen. Wir sind froh, wie Sie unsere Mitwelt erhalten und immer wieder Frieden schaffen, den wir gemeinsam von Gott erbitten.

Wir lassen uns anregen, dass der Ramadan die Macht der Veränderung vor Augen führt und die Erwartung an Beständigkeit relativiert. Wir nehmen wahr, dass das Fasten eine Quelle der Ermutigung zur Veränderung sein kann. Wenn man sich selbst überwinden kann, ist kein Zustand unveränderlich. Diese Erfahrung teilen viele von uns. Mit dem Fasten einher geht immer die Frage, wovon wir uns enthalten, wie wir die Zustände, die uns umgeben, zum Positiven verändern. In dieser Aufgabe vertrauen wir auf Gott, seine Leitung und seinen Segen.

Wir wissen uns Ihnen verbunden, wenn Sie im Beten der Sure al-qadr besonders aufmerksam werden für das Wirken Gottes in der Nacht der Bestimmung. Gelobt sei Gott, sein Segen und Frieden auf uns Menschen.

So wünschen wir Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und schönes Ramadan-Fest: Gesegnetes Eid al-Fitr.

Für den Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin

Dr. Karlies Abmeier                                                      Prof. Dr. Christine Funk
Vorsitzende des Diözesanrates                             Vorsitzende der Arbeitsgruppe
„Christlich-Islamische Begegnung“