„Warum ist das Brandmeldesystem defekt?“

25. Februar 2021

Vergangenen Montag meldete die Lingener Tagespost:

„Die Freiwillige Feuerwehr Lingen ist am Montag, 22. Februar, gegen 11.30 Uhr zum Zwischenlager beim Kernkraftwerk Emsland in Lingen ausgerückt. Alarmiert wurden die Einsatzkräfte durch die Brandmeldeanlage.
Dort angekommen, stellten die Einsatzkräfte fest, dass es nicht brannte. Ein Sprecher der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), die das Zwischenlager seit dem 1. Januar 2019 betreibt, erklärte, dass es sich um einen klassischen Fehlalarm gehandelt habe.“

Dazu gibt es hier eine Premiere in diesem Blog: Der Leserbrief, den Alexander Vent an die Lingener Tagespost geschrieben hat, hier ohne weiteren Kommentar. Die Fragen sind nötig. Wann kommt die Antwort?

„Feueralarm im Lingener Atommüll-Lager! Die Feuerwehr rückt aus und stellt vor Ort fest, dass es gar nicht brannte. Ein ,klassischer Fehlalarm‘, so nennt es die Betreiberin, und wir sind beruhigt, weil nichts Schlimmes passiert ist und alles so gut funktioniert hat.

Und doch tun sich zwischen den Zeilen Fragen auf: Warum hat erst die Feuerwehr nach ihrem Eintreffen festgestellt, dass es sich um einen Fehlalarm handelte? Ist denn da sonst niemand auf dem Gelände, der das hochgradig radioaktiv strahlende und Hitze entwickelnde Inventar überwacht?

Gibt es außer diesem einen, offenbar defekten Brandmelder keine weitere technische Kontrolle der Atomanlage?

Wird ein Brandmelder, der Feuer meldet, wo keines ist, denn wohl Alarm auslösen, wenn es wirklich mal brennt?

Wie kann es überhaupt sein, dass das Brandmeldesystem im Lingener Atommüll-Lager defekt ist? Wird es nicht regelmäßig überprüft?

Ich gebe zu: Die Brandmelder bei mir zu Hause schlagen auch manchmal grundlos Alarm. Aber das ist für mich okay, die haben nur 20 Euro gekostet, ich habe mehrere davon installiert, und wir haben keinen hochgefährlichen Atommüll im Haus.

Für die Atomanlage in Lingen-Darme ist das absolut nicht okay. Nach diesem Fehlalarm sollte die Betreiberin in höchstem Maße alarmiert sein, und es bleibt zu hoffen, dass das Sicherheitssystem jetzt umgehend überprüft und ausgebessert wird, denn ein Ende dieser ,Zwischen‘-Lagerung ist noch lange nicht in Sicht – und die Castoren werden mit Ablauf ihrer Zulassungsdauer von 40 Jahren garantiert nicht sicherer.“
Alexander Vent, Lingen

Eine wichtige Frage hintendran:
Was geht wohl in den Köpfen der eingesetzten Feuerwehrleute vor, die zu einem Einsatz in das Brennelemente-Zwischenlager alarmiert sind, weil es dort brennen soll?


Foto: CC s. Archiv v. 09.02.2020

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