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19. Januar 2021

„Während in mindestens 49 wohlhabenden Staaten inzwischen 39 Millionen Dosen verabreicht worden sind, liegt die Zahl der gespritzten Dosen in einem der besonders armen Länder laut der Weltgesundheitsorganisation bei gerade einmal 25“, sagte WHO-Chef, Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag zum Auftakt einer mehrtägigen Sitzung des WHO-Exekutivrates. „Nur 25 Dosen wurden in einem der ärmsten Länder verabreicht, nicht 25 Millionen, nicht 25.000, nur 25“, betonte Tedros. Das sei nicht hinnehmbar. Um welches Land es sich dabei konkret handelt, sagte er nicht. „Ich muss unverblümt sagen: Die Welt steht am Rand eines katastrophalen moralischen Versagens.“
Die Zahl der bilateralen Verträge reicher Staaten mit den Impfstoffherstellern nehme deutlich zu. Während im vergangenen Jahr 44 solche Kontrakte geschlossen worden seien, seien es in den ersten Tagen des Jahres 2021 bereits zwölf, sagte Tedros. Diese „Ich-Zuerst-Haltung“ gefährde nicht nur die Bevölkerung in den armen Ländern, sondern werde zu einer Verlängerung der Dauer der Pandemie führen, warnte Tedros.
Er appellierte an die reichen Länder, die sich viel Impfstoff gesichert hätten, ihre Zusagen einzuhalten. Die Gruppe der führenden Wirtschaftsmächte (G20), zu der auch Deutschland zählt, hatte sich im November 2020 zu einer gerechten Verteilung der Impfstoffe verpflichtet. Die von der Weltgesundheitsorganisation getragene Initiative Covax will sich darum kümmern, dass arme Länder nicht benachteiligt werden.

 

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