Eigenbehörige

2. Dezember 2020

Um das Jahr 1800 waren die meisten Bauern im Emsland noch sogenannte Eigenbehörige, das heißt, ihre Höfe und auch sie selber gehörten rechtlich einem Grundherrn, meist dem Landesherrn, der Kirche oder einem Kloster, einem Adeligen oder irgendeiner Person, die das grundherrschaftliche Recht an ihrem Hof erworben hatte.

Die Münsterische Eigenthums-Ordnung von 1770 (Foto) umschreibt es so:

„Die Leibeigenschaft ist eine Personal-Dienstbarkeit, und rechtliche Verbindung, vermög welcher jemand seinem freyen Stande zum Nachtheil, einem andern in Absicht auf einen gewissen Hof, Erbe oder Kotten mit Gut und Blut zugethan, und zu Abstattung sicherer Pflichten, neben dem auch, wann er einen Hof, Erbe oder Kotten nach Eigenthums-Recht würcklich unter hat, gegen den Genuß und Erbnies-Brauch seinem Guts-Herren die hergebrachte oder vereinbarte jährliche Praestanda abzutragen, schuldig ist.“

Diese Eigenbehörigkeit basierte auf der Leibeigenschaft in der Zeit des Feudalismus im Mittelalter und vererbte sich von Generation zu Generation. Wer von einem solchen Bauernhof abziehen wollte, musste sich aus der Eigenbehörigkeit freikaufen und einen Freibrief erwerben, sonst war er oder sie kein freier Mensch, der über Wohnort, Ehepartner, Arbeit und Vermögen frei entscheiden konnte….

[weiter im Blog des Emslandmuseums]

 

 

 

 

 

Dass übrigens die Bauern aber auch nach dem Ende der Leibeigenschaft nicht ganz so frei waren, habe Hartmut Lensind und Bernd Robben in ihrem achtfach neu aufgelegten und aktuellen wieder vergriffenen Buch über die Heuerleute in Nordwestdeutschland erforscht. Wann erscheint die 9. Auflage?