stillgelegt

12. November 2020

Museumsplaner Heinrich Liesen hat vor ein paar Tagen mit dem Umbau des Hauses Burgstraße 20 angefangen, in dem er bekanntlich ein Museum für Bernhard Rosemeyer schaffen will, welcher nach eigenem Bekunden bereits 1932 der verbrecherischen SS beigetreten ist und es dort bis zum SS-Hauptsturmführer brachte. Nach dem Willen des Museumsplaners soll seiner deshalb gedacht werden, weil er so furchtbar schnell mit einem Rennauto fahren konnte.

Dafür beauftragt ist inzwischen das Münsteraner Büro Schwerdtfeger & Vogt, das sich modern museumspädagogisch wie -konzeptionell betätigt und nun an dem SS-Mitglied-Museum mitwirkt. Zeitgemäßes Ziel kann da doch nur sein, die SS-Entscheidung Rosemeyers zu relativieren – so nach dem Motto: „Wie hättest Du Dich denn damals entschieden? Autorennen ade oder Verbrecherbande hallo?“

Dem Bauamt der Stadt Lingen (Ems) war zum begonnenen Bauvorhaben übrigens mitgeteilt, es werde nur eine neue Schaufensteranlage eingebaut. Dann aber wurde zu Wochenbeginn im Gebäudeinnern so heftig und bestens hörbar herumgebrochen, dass dies mit einer bloßen Schaufensteranlage nicht vereinbar war. Darüber von einem aufmerksamen Spaziergänger informiert, hat die Baubehörde die Baustelle gestern stillgelegt.

Was sagt uns das alles? Hat jemand Vorschläge?

 


Foto: Es grüßt Bernd Rosemeyer. CC s. Archiv vom 25.11.18

6 Antworten zu “stillgelegt”

  1. Günther Möller said

    Ich habe nur einen Vorschlag und gleichzeitig die Bitte, diese elende Hetze nicht wieder zu beginnen. Wann klickt es endlich bei Ihnen?

  2. Sie verwechseln Kritik mit Hetze. Wer durch ein eigenes, egoistisches Projekt die Bürgerschaft unserer Stadt spaltet, darf nicht mit meiner Unterstützung rechnen. Auch die SS-Mitgliedschaft des zu Ehrenden werde ich nicht vergessen.

  3. Günther Möller said

    Das was Sie als Kritik bezeichnen, ist doch ein Witz. Ich denke, der „Museumsplaner“ ist nicht auf Ihre Hilfe angewiesen. Wie hätte die wohl ausgesehen?

  4. Ich muss sagen, ich habe Bauchschmerzen bei diesem Museum. Fakt ist: man darf die Person „Bernhard Rosemeyer“ nicht mit den Werten und Wissen unserer heutigen Zeit bewerten.
    Ich würde mir ein Museum wünschen, wo exemplarisch an der Person Rosemeyer gezeigt wird, welche Gründe es haben mag das sich Menschen von damals einer solchen (heute wissen wir verbrecherischen) Ideologie hingegeben haben. Ich vermute aber mal, das es darum in diesem Museum kaum gehen wird.

  5. So, den Herrn Rosemeyer darf man nicht mit den Werten und Wissen unserer heutigen Zeit bewerten? Den Herrn Adolf Hitler dann wohl auch nicht? Der soll damals auch sehr beliebt gewesen sein.

    • thorstenwitschen said

      Gemach, Herr Markus.

      Es ist einfach, Menschen mit dem heutigen Geschichtswissen zu beurteilen. Es ist sicher ebenso kritikwürdig, das Herr Rosemeyer SS-Mitglied war, wo das doch nicht unbedingt nötig gewesen ist. Ob er das wirklich aus Überzeugung, Oppertunismus oder Dummheit gemacht hat erschliesst sihc mir direkt nicht. So etwas KÖNNTE ein Museum aufarbeiten, wenn es eine entsprechende Zielsetzung verfolgt. Dabei muss man nicht mal den Vergleich mit dem grössten Massenmörder der Geschichte ziehen.

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