Hajo Wiedorn war Jahrzehnte Mitglied im Stadtrat. Jetzt ist ihm der Kragen geplatzt, als er  diese Antwort auf die Anfrage eines Bürgers unserer Stadt las. Wiedorn schreibt über „ein Beispiel bürgerfreundlichen Handelns“; man erkennt sofort, dass diese Einordnung beißende Ironie ist:

Sehr geehrter Herr….,

bezüglich unseres Telefongesprächs teile ich ihnen hiermit mit, dass die von einem Bürger/Maßnahmenträger grundsätzlich zu beachtenden wasserrechtlichen Belange im § 9 (Benutzungen) des Wasserhaushaltsgesetzs WHG) vom 31.07.2009  (BGBl. I S. 2585), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 04. Dezember 2018 (BGB. I S. 2254) bzw. im § 46 WHG und dem  § 86 (erlaubnisfreie Benutzungen) des Niedersächsischen Wassergesetz (Gesetz zur Neuregelung des Niedersächsischen Wasserrechts) vom 19.02.2010 (Nds GVBl. S. 64), zuletzt geändert durch Artikel 2 § 7 des Gesetzes vom 12.11.2015 (GVBl. S 307) geregelt sind.

Es folgt der Hinweis auf einen Antragsvordruck, der ausgefüllt mit den erforderlichen Unterlagen einzureichen ist.

„Das ist“, schreibt der 79jährige Ehrenratsherr aus Holthausen/Biene, „keine Satire sondern der Originaltext einer Mitteilung aus dem Rathaus. Für mich“, so Wiedorn, „ist es ein Beispiel dafür, wie man mit Bürgern und Bürgerinnen auf keinen Fall umgehen darf. Es macht einfach wütend. Bedienstete die so „arbeiten“ haben im Rathaus nichts zu suchen! Im vorliegenden Fall ist das ein „Herr Lühn““ [den Vornamen verschweigt „Lühn, Herr“ in der Liste der städtischen Bediensteten].

Wiedorns Resumee: „Ich überlege noch, ob ich das ebenfalls an den OB schicke. Seine Ausreden, ich meine Begründungen, wären interessant….“


Foto. Neues Rathaus, CC s. Archiv v. 13.08.2012