Tag des offenen Denkmals

13. September 2020

Heute findet der alljährliche Tag des offenen Denkmals statt. Trotz Corona, aber deshalb natürlich unter besonderen Bedingungen. Das diesjährige Motto lautet: „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ Im Jahr 2020 rückt die veranstaltende Deutsche Stiftung Denkmalschutz damit ein Thema in den Fokus, das uns alle betrifft: „Den bewussteren Umgang mit unserem Planeten, unseren Ressourcen und unserem eigenen Handeln. Ausgehend von der Forstwirtschaft prägt der Begriff Nachhaltigkeit die Politik, die Lebensmittelindustrie, Energie- und Kosmetikbranche und stellt sie vor neue Herausforderungen. Welche Rolle nimmt in dieser Gesellschaftsdebatte die Denkmalpflege ein?

Dank geistiger, technischer, handwerklicher und künstlerischer Maßnahmen erhält Denkmalpflege historische Bauten und wahrt Erinnerungen. Gleichzeitig schont die Instandsetzung von Denkmalen wertvolle Ressourcen und macht sie zukunftstauglich.“ Die Veranstaltung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sagt: „Gemeinsam mit Ihnen möchten wir uns der Frage nähern: Wie nachhaltig ist Denkmalpflege tatsächlich? Das Thema des Jahres „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ ist dabei ganz unterschiedlich auslegbar und umfasst, so die Stiftung, mehrere Themenschwerpunkte:

  • Bauweisen von Denkmalen: Verwendung beständiger und regionaler Baumaterialien, ressourcenschonender Baukonzepte oder energetischer Sanierungen
  • Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit von Denkmalen: Traditionelle handwerkliche Techniken für die Zukunft
  • Neue Nutzungskonzepte von Denkmalen: Umnutzung bestehender Räumlichkeiten als Zukunftspotential und Vorbeugung von Leerstand
  • Natur trifft auf Kultur: Grünflächen, Parkanlagen oder Friedhöfe als landschaftliche Freiräume und moderne Naturoasen

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz alle Veranstalter aufgerufen, den Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr auf neuen Wegen zu begehen: wir möchten mit Ihnen gemeinsam Denkmale digital erleben. Mehr Informationen findet man hier. 

Neue Wege ist natürlich ein Stichwort. Und Digitalisiserung auch. Denn nun raten Sie mal, wieviele dieser neuen Wege im Westen Niedersachsens gegangen werden, im Land von Ems und Vechte, den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim oder gar in Lingen (Ems), unserer Großen Selbständigen Stadt mit oberzentralen Teilfunktionen? Na, eine Idee?

Weil dies angesichts des ausgesprochen zurückhaltenden Umgangs unserer lokalen Behörden mit Baudenkmalen natürlich eine schwierige Frage an die geschätzte Leserschaft ist, gibt es als Hilfestellung eine digitale Karte aus der diesjährigen Online-Präsentation der Stiftung. Sie finden darauf in unserem Landstrich: Nichts.

Stutzen Sie auch wie ich und denken an die Rahmenbedingungen in Zeiten, in denen viele Selbständige in der IT, Fotografen, Gestalter und Designer händeringend nach Aufträgen suchen und sogar viel Geld vorhanden ist, ihnen Arbeit zu geben. Ich halte allerdings die Nichtteilnahme auch für ehrlich: Denkmalschutz nämlich spielt bei uns eben keine wesentliche Rolle.

Empfehlen kann ich übrigens Besuche auf der TdOD-Internetseite oder bei Facebook. Die Bilder und Informationen entschädigen ein wenig für die kulturelle Leere unserer Region. Ansonsten muss man halt nach Bunde (Ostfr.), Bramsche (OS) und Rheine (NRW) fahren. Dort nämlich befinden sich in diesem Jahr die nächsten offenen Denkmäler. Schaut bitte selbst.

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Einen ganz persönlichen Wunsch habe ich noch: In der Lingener Burgstraße 28 befindet sich das Amtsgericht. Sein Altbau ist ein Palais, das im 17. Jahrhundert von Sylvester von  Danckelman errichtet wurde und seither ununterbrochen Gericht ist. Vor rund 30 Jahren hat sich dann jemand Behördliches des Gebäudeerhalts angenommen. Einerseits baute man Fenster im Stil des 17. Jahrhunderts ein, aber andererseits wurde eine hellgraue Bauchemie-Pampe auf den Bentheimer Sandsteinsockel geschmiert, vorgeblich um diesen zu schützen. Dieses wunderschöne historische Gebäude ist dadurch schrecklich verunstaltet worden. Wann sorgt der Denkmalschutz dafür, dass dieser Chemiemist wieder entfernt wird?

Oldenburger Filmfest startet

13. September 2020

Am 16. September startet in Oldenburg das Internationale Filmfest – als erstes in Norddeutschland unter Coronabedingungen. Der rote Teppich wird in Wohnzimmern ausgerollt – nicht nur symbolisch, sondern ganz real, berichtet die taz. Aufwendige Galas mit Hunderten festlich gekleideten Gästen wird es weder zur Eröffnung des diesjährigen Oldenburger Filmfestes geben noch zum Abschluss oder der Präsentation der Ehrengäste – nicht in Zeiten von Corona. Aber Festivalleiter Torsten Neumann hatte eine Idee, wie sich trotzdem zumindest ein wenig festliche Stimmung schaffen lassen könnte: Ganz normale Oldenburger*innen konnten sich darum bewerben, ihre Wohnzimmer für Galavorstellungen zur Verfügung zu stellen.

So wird nun etwa die Eröffnungsgala am kommenden Mittwoch in einem Privathaushalt stattfinden, von einem Kamerateam aufgenommen und live „ausgestrahlt“ auf der On-Demand-Plattform Pantaflix – für alle, die vorher ein digitales Ticket erworben haben. Neumann wird feierlich dieses 27. Festival eröffnen, ein paar prominente Gäste werden mit ihm und den Gastgeber*innen mit Sekt anstoßen, und dann wird „Puppy Love“ gezeigt.

Zwei Tage später läuft der Film des kanadischen Regisseurs Michael Maxxis dann auch noch mal auf einer großen Leinwand. Die kleine Eröffnungsgala aber gibt es nur online: In den Kinos wird dieses Jahr nicht gefeiert. Wie viel Festivalatmosphäre lässt sich retten unter den Bedingungen der Pandemie?

Alle 45 Filme im Programm werden je einmal in einem der drei Festivalkinos aufgeführt. In den großen, zum temporären Kino umgebauten Saal der Oldenburger „Kulturetage“ passen dann immerhin rund 100 Zuschauer*innen. Und es werden sogar ein paar Gäste anreisen, um ihre Filme persönlich vorzustellen. Aber noch mehr bleiben zuhause und werden für Einführungen oder Gespräche per Videolink zugeschaltet.

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